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Bündner Zeitung · Nummer 115 · Freitag, 21. Januar 2010

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Die Zeitung

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icht nur Politiker, Schlagersänger, Gewohnheiten und Firmen verschwinden Tag für Tag, manche plötzlich, als hätte sie der Erdboden verschluckt, einige ruhig und gemächlich, im unerbittlichen Takt der Zeit. Selbst ehrbare, traditionsreiche, eben noch unentbehrliche Berufe haben von der Furie des Verschwindens keine Schonung zu erwarten. Vor Jahren hat Rudi Palla etlichen von ihnen mit seinem „Lexikon der verschwundenen Berufe“ ein literarisches Denkmal gesetzt, dem Rosstäuscher, Zokelmacher, Schorrer, Beutler und Mäntler, selbst dem dahingegangenen Fischbeinreißer verweigerte er nicht die Reverenz. Nur für einen Beruf hält der Thesaurus der verblichenen Professionen keinen Eintrag bereit, kein Wort erinnert an ihn, obwohl sein Ableben unbestreitbar ist. Die Vergesslichkeit des Erinnerungsbuchs ist dafür nur der dramatische Beweis. Mehr als 200 Jahre lang galt – zumal in Deutschland – der Kommentator als leibhaftige Fackel der Aufklärung, als Immergrün des demokratischen Gedankens, als Versöhnung von Geist und Tat im Zeichen der Einigkeit, des Rechts, der Freiheit. Wer Kommentator war, der ließ sich zwar bezahlen, aber nicht für den Beruf, dem er nachging, sondern allein für die Berufung, der er folgte. Darin, nur darin, glich er dem Priester, den er von der Kanzel stieß, aber die Offenbarung, die er täglich in der Zeitung zu verkünden hatte, handelte nicht mehr von der Ankunft, dem Advent des Herrn, sondern vom Ende der Herrschaft des Glaubens über den Gedanken, der verfügten Wahrheit über die unverfügbare Meinung. Der Kommentator war der Hohepriester des öffentlichen Diskurses und schon sehr bald aus ihm nicht mehr wegzudenken, selbst als es den Diskurs gar nicht mehr gab. Zweimal hat der Kommentator in Deutschland das Ende des Diskurses nicht nur unbeeindruckt, sondern unbehelligt überstanden. Mochten die anderen ängstlich schweigen, weil der Staat ihnen zu schweigen befahl – der deutsche Kommentator sprach frei und offen weiter. Mochte der Staat, mochte der Zensor die Verkündung mal der völkischen, mal der sozialistischen Wahrheit befehlen – unerschütterlich hielt der deutsche Kommentator an seiner Meinung fest, schrieb, was er dachte, dachte, was er schrieb. Und es war ein unerhörtes, aber hochverdientes Glück, dass der deutsche Kommentator im einen wie im anderen Fall als seine Meinung schrieb und dachte, was der Staat als Wahrheit zu schreiben und zu denken befahl. Das alles überstanden zu haben – nicht nur ungebrochen, sondern bruchlos – und dennoch vergessen zu sein, 200 Jahre allgegenwärtig und plötzlich verschwunden, das ist mehr als eine ironische, das ist fast eine zynische Volte der Geschichte. Just in dem Augenblick, da der öffentliche Diskurs seine schönste Blüte erlebt, da jede Bürgerin und jeder Bürger zu jeder Tages- und zu jeder Nachtzeit zur Teilnahme am Diskurs geladen ist und kein Gegenstand – vom Hygienekomfort des Hundeklos bis zum Bundeshaushalt, von der Nassrasur der Topfpflanze bis zum Straßen- und Geschlechtsverkehr im Vatikanstaat – befürchten muss,

Ein Gedanke für den Meinungsmann Triumph und Ende des Kommentators. Nachruf auf einen Beruf, den es nicht mehr gibt, seit alle ihn ergriffen haben. VON

L A I F / N O R B E RT E N K E R

Der Kopf ist rund, damit Gedanken ihre Richtung ändern können, heißt es. Und im Kopf ist reichlich Platz für gedankliche Windungen jeder Art.

Dorlamm meint Dichter Dorlamm lässt nur äußerst selten andre Meinungen als die seine gelten. Meinung, sagt er, kommt nun mal von mein, deine Meinung kann nicht meine sein. Meine Meinung – ja, das lässt sich hören! Deine Deinung könnte da nur stören. Und ihr andern schweigt! Du meine Güte! Eure Eurung steckt Euch an die Hüte! Lasst uns schweigen, Freunde! Senkt das Banner! Dorlamm irrt. Doch formulieren kann er. Robert Gernhardt

nicht vorzukommen im Gedankenaustausch der mündigen Gesellschaft, war es um die Zukunft des Vorkämpfers, des Verteidigers und Bürgen der freien Meinungsäußerung und damit auch um die Profession des Kommentators unwiderruflich geschehen. Er hat seinen heroischen Kampf nicht nur gewonnen, er hat sich zu Tode gesiegt. „Einen Gedanken nur braucht der Meinungsmann/ einen Gedanken – das ist doch nicht schwer./ Einen Gedanken nur

braucht der Meinungsmann/ einen Gedanken – und niemals einen mehr.“ Das Ende des Kommentators war gekommen, als die Kundschaft erkannte, dass eine Meinungsäußerung manches verlangt, aber bestimmt keinen Gedanken. Die Unterstellung wäre ungerecht, die Kundschaft wäre selbst darauf gekommen. Das Verdienst gebührt einzig und allein den Organisatoren des Diskurses, den Protagonisten und Hauptprofiteuren der Meinungsfreiheit, also den Medien. Ihre Versicherung, eine Meinung sei

Wir lassen uns den Wind um die Ohren pfeifen

C HRISTIAN B OMMARIUS

dazu da, um geäußert, nicht aber, um begründet zu werden, haben sie sich selbst als Erste geglaubt. Wer den Versuch unternimmt, den Ablauf einer Talkshow mit einem Gedanken zu stören und Zuflucht zu einer Begründung nimmt, darf sich über das abgedrehte Mikrofon nicht beschweren. Ein Fernsehkommentator, der sich untersteht, dem Volksempfinden im Bauch mit einer Regung im Kopf entgegenzutreten, gilt epidemiologisch als Erreger eines öffentlichen Ärgernisses. Und eine Meinung, ob nun von einem Politiker, einem Fußballspieler, einem Kardinal oder einem Zuhälter geäußert, die zwischen der verbindlichen Einleitung: „Ich sag’ mal …“ und dem obligatorischen Schlusswort: „… irgendwie“ nur den Rückstand eines Arguments enthält, trägt ihrem Absender den unvermeidlichen Tadel ein, weder anschlussfähig im Diskurs noch medienkompatibel zu sein. Wenn nicht nur alles kommentiert, sondern auch alles von allen kommentiert wird, versteht es sich von selbst, dass der Kommentator seine Rolle verloren, seinen Kredit verspielt und seinen Ruhestand verdient hat. Ohnehin war – außer ihm selbst – nie ganz klar, worin seine Bedeutung eigentlich bestand. Zum Propheten taugte er nicht – die Geschichte kennt gute und schlechte, aber keine bezahlten Propheten. Als Vertreter von Partei-, jedenfalls von Partikularinteressen hatte er zwar seine Meriten – ausgerechnet die aber hat er öffentlich immer bestritten. Jetzt ist er dahin, unbemerkt und unbetrauert. Was folgt, hat Emil Dovifat, Nestor der deutschen Publizistik in den Zwanzigerjahren, so beschrieben: „Die deutsche Presse wird erst dann wirklich amerikanisiert sein, wenn sie sich nicht mehr als führende Waffe im Meinungskampfe, sondern als dienstfertige Spieglerin aller Masseninstinkte betätigt.“


Bündner Zeitung · Nummer 115 · Freitag, 21. Januar 2010

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Die Zeitung

H

BERLINER ZEITUNG/MIKE FRÖHLING

Autor Achim Mewes (r.) mit seinem Freund Uwe Jacobi-Mewes in ihrem Kiosk

Ist doch ’ne gute Zeitung Der Leser ist das unbekannte Wesen. Der Käufer dagegen hat ein Gesicht. Einer kennt die Käufer besser als jeder andere: ein Kioskbetreiber in Charlottenburg. Er hat seine Kunden befragt und stellt uns den Westleser vor.

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Knesebeckstr.

Goethestr.

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bei einer Firma, die für die BVG arbeitet, liest nur die Berliner Zeitung. Er kommt jeden Morgen mit dem Fahrrad. Wir unterhalten uns oft. Er ist Rudersportler und in seiner Freizeit repariert er mit Freunden alte Busse, mit denen sie dann Ausflugslinien befahren. Eine ältere Dame, eine eingefleischte Westberlinerin, hat sich irgendwann mal so über den Tagesspiegel geärgert, dass sie jetzt die Berliner Zeitung kauft. Ein Fernsehautor, dessen Namen ich nicht weiß, hat mir gesagt, er kaufe die Berliner Zeitung, weil es die einzige linksliberale Zeitung in Berlin sei. Das ist wohl etwas über-

Schlüterstr.

A CHIM M EWES

Bleibtreustr.

VON

lma Gro

ier am Kiosk wird viel gesprochen. Ich unterhalte mich gerne mit den Kunden. Ich mache sie auf Artikel aufmerksam, und dann kommen sie am nächsten Tag und wir reden darüber. Manchmal entstehen Gruppen und dann wird diskutiert. Da geht es auch mal sehr lebhaft zu. Ich mag das an meinem Beruf. Jetzt habe ich – Sie wollten ja wissen, wie Ihre Westleser aussehen – meine Kunden nach der Berliner Zeitung gefragt, warum sie sie kaufen, wie sie ihnen gefällt. Ich erzähle Ihnen das einfach so, wie sie es mir erzählt haben. Etwa 25 kaufen jeden Tag die Berliner Zeitung an meinem Kiosk Kant-, Ecke Schlüterstraße. Es könnten sicher mehr sein, aber wir bekommen sofort weniger geliefert, wenn wir mal weniger verkaufen. Wenn oben in der Wilmersdorfer die Zeitung umsonst verteilt wird, hier also weniger gekauft werden, dann werde ich automatisch runtergestuft. Der Grossist hat keine Ahnung, dass das nur an einer Werbeaktion liegt. Ich muss mich also melden und sagen, dass ich wieder mehr verkaufen könnte. Manchmal komme ich nicht dazu oder vergesse das. Dann verkaufe ich weniger, als ich könnte. Zurzeit verkaufe ich etwa 25 Berliner Zeitungen am Tag. Den Tagesspiegel kaufen vierzig Kunden. Ich habe den Kiosk seit 26 Jahren. Zusammen mit meinem Freund Uwe JacobiMewes, mit dem ich seit 37 Jahren zusammen bin. Seit drei Jahren sind wir verheiratet. Wir dachten, jetzt, da es das Gesetz gibt, müssen auch ein paar davon Gebrauch machen. Wir wollten die, die es erkämpft hatten, nicht allein dastehen lassen. Manche Westberliner halten die Berliner Zeitung für ostlastig. Die meisten Wessis dagegen haben wie die Berliner Zeitung die ganze Stadt im Kopf. Einer meiner Stammkunden, Leser der Süddeutschen und der Berliner Zeitung – sonnabends liest er auch die taz – ist mein Wunschberliner, ein liberaler, großzügiger, freundlicher Mann mit einer wunderbar tiefen Stimme. Seine Vorfahren kommen, wie es sich für einen Berliner gehört, aus Ostpreußen. Er ist ein pensionierter höherer Beamter, Großvater. Ein sehr interessierter Mann. Er war beruflich lange in den USA. Jetzt reist er viel, nach Asien, nach Polen. Er macht auch große Radtouren. Seine Enkelin versucht er sich zu einem Jungen zu erziehen. Er findet, dass der Tagesspiegel oft schneller ist als die Berliner Zeitung. Dennoch wirke der im Vergleich insgesamt dann doch ein wenig verschnarcht. Ich mag diesen Mann. So stelle ich mir den guten Preußen vor. Ein Angestellter bei den Wasserwerken – er kommt aus dem Ruhrgebiet – liest die Berliner Zeitung wegen des Formats. Vielleicht ist aber auch ein Grund, dass seine Frau beim Tagesspiegel gearbeitet hatte und dort im Ärger ging. Eine Vermessungsingenieurin, die jeden Tag mit der S-Bahn bis nach Ahrensfelde fährt, findet auch, dass die Zeitung so großartig in die S-Bahn passt, dass sie keine andere liest. Ein junger Mann, ein Computerfachmann, angestellt

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trieben. Ich weiß ja, dass er nicht alles liest. Aber so sieht er es eben. „Erste Liebe“ heißt der Fernsehfilm, den er u.a. gemacht haben soll. Er kommt jeden Morgen, geht hinüber ins Kant-Café und liest dort etwa eine Stunde. Dort liegt übrigens auch die Berliner Zeitung aus und im Jules Verne und beim Bäcker neben dem Kiosk. Ullrich Matthes, der Schauspieler, kommt auch oft an meinen Kiosk. Er kauft die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. In der Berliner Zeitung blättert er, aber er kauft sie nie. Ich habe ihn gefragt, warum er sie nicht kauft. „Es steht nichts drin oder nur Schlechtes“, erklärte er mir. „Ich weiß nicht, was die gegen mich haben. Die mögen mich einfach nicht.“ Matthes unterhält sich oft lange mit uns. Wir reden über alles und wenn wir im Theater waren, will er wissen, was wir vom Stück, von den Schauspielern halten. Guido Sieber, ein fleißiger Käufer der Berliner Zeitung, ist Maler. Er hat auch das Tip-Titelbild zum Holocaust-Mahnmal gemacht. Das wurde ihm dann vom Deutschen Historischen Museum abgekauft. Ich halte ihn für einen großen Künstler und es macht mir Freude, wenn ich in einer Zeitschrift Illustrationen von ihm entdecke. Ich habe auch zwei Bilder von ihm. Ein anderer Käufer der Berliner Zeitung holt sie jeden Tag mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er ist Freiberufler, Hobbykoch. Als ich ihn einmal einen Gesundheitsfanatiker nannte, da wehrte er entsetzt ab: ein Fanatiker wollte er nicht sein. Er bringt uns auch mal Rezepte mit. Dazu stellt er mir ein Kilo Mehl auf die Zeitungen, Biomehl natürlich, und ein paar Tage später will er wissen, wie uns geschmeckt

hat, was wir nach seinem Rezept gekocht haben. Er schreibt ständig Leserbriefe. Auch an die Berliner Zeitung und beschwert sich über die vielen Fehler. Er erträgt sie nicht. Ich dagegen habe ja nichts gegen Fehler. Wo ich einen sehe, begrüße ich ihn und sage: auch so ein Unvollkommener. Aber er regt sich auf. Wenn Leute am Kiosk stehen und lassen den Motor laufen, stellt er sie zur Rede. Sie sollen den Motor doch bitte ausmachen. Ein junger Mann, er ist Referent im Familienministerium, sagte mir, die Berliner Zeitung sei eine Zeitung für die ganze Stadt. Eine Kundin, die Die Zeit und die Berliner Zeitung liest, arbeitet im carrousel-Theater. Ich weiß nicht mehr über sie. Es gibt auch Kunden, die kaufen die Berliner Zeitung nur wegen des Kulturjournals, nur am Donnerstag. Andere kaufen sie nur wegen des chinesischen Lottos, wegen der Keno-Zahlen. Das ist auch ein Grund, die Zeitung zu kaufen. Die Sonnabendausgabe wird viel gelobt. Ich finde das Magazin auch sehr gut. Diesmal war allerdings – das kommt ganz selten vor – ein ausgesprochen blöder Artikel darin. Es ging darum, dass der Dandy im Trend läge und man sich auch ganz billig als Dandy – Zylinder und all diese Sachen – anziehen könnte. Das interessiert mich nicht. Aber der Artikel über Thierse in Breslau, der war großartig. Manchmal habe ich den Eindruck, die Politiker aus dem Osten trauen sich eher als die aus dem Westen, auch mal ihre Empfindungen zu äußern. Den Artikel habe ich viel weiterempfohlen. Eine Lehrerin, die jeden Tag die Berliner Zeitung kauft und die ich auch fragte, warum, meinte nur: „Es gibt nichts Besseres!“ Ein Bildhauer aus Westdeutschland, der in Mitte arbeitet, meinte – er ist auch sonst wortkarg: „Ist doch ’ne gute Zeitung!“ Ein Ehepaar: er, ein Beamter aus dem Untersuchungsgefängnis, liest die Berliner Zeitung, sie den Tagesspiegel. Wir machen es ja genauso: Mein Freund Uwe liest den Tagesspiegel und ich die Berliner Zeitung. Das ist schön. So hat man sich etwas zu erzählen, kann sich unterhalten. Wir zeigen uns die Artikel, die wir gut finden. Ich lese Uwe sonnabends immer den Streifen „Berlin Mitte“ auf der Aufschlagseite des Magazins vor. Der Beamte ist übrigens auch ein Fan des Magazins. Ein Hausmeister aus einem der Gebäude hier in der Umgebung liest schon lange die Berliner Zeitung. Er sagte mir: „Einmal gelesen und immer dabei geblieben.“ Ein sehr modisch gekleideter junger Mann, der sich als Videothekar bezeichnet, beantwortete meine Frage mit „rundherum eine gute Zeitung“. Für meinen Geschmack ist er ja ein wenig zu sehr gestylt. Aber er ist sehr nett. Ein Bankangestellter, dessen Frau ehrenamtlich für die Kirche arbeitet, sagte mir: „Eine andere Zeitung könnte ich nicht lesen.“ Dann ist da noch ein eher schweigsamer, Taxi fahrender Akademiker, ein großer, feiner Mann, der jeden Tag seine Kinder bis zur S-Bahn bringt und dann bei mir die Berliner Zeitung kauft. Das sind so meine Kunden und Ihre Leser.


Bündner Zeitung · Nummer 115 · Freitag, 21. Januar 2010

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Ein Gedanke für den Meinungsmann Triumph und Ende des Kommentators. Nachruf auf einen Beruf, den es nicht mehr gibt, seit alle ihn ergriffen haben. VON

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Der Kopf ist rund, damit Gedanken ihre Richtung ändern können, heißt es. Und im Kopf ist reichlich Platz für gedankliche Windungen jeder Art.

Dorlamm meint Dichter Dorlamm lässt nur äußerst selten andre Meinungen als die seine gelten. Meinung, sagt er, kommt nun mal von mein, deine Meinung kann nicht meine sein. Meine Meinung – ja, das lässt sich hören! Deine Deinung könnte da nur stören. Und ihr andern schweigt! Du meine Güte! Eure Eurung steckt Euch an die Hüte! Lasst uns schweigen, Freunde! Senkt das Banner! Dorlamm irrt. Doch formulieren kann er. Robert Gernhardt

nicht vorzukommen im Gedankenaustausch der mündigen Gesellschaft, war es um die Zukunft des Vorkämpfers, des Verteidigers und Bürgen der freien Meinungsäußerung und damit auch um die Profession des Kommentators unwiderruflich geschehen. Er hat seinen heroischen Kampf nicht nur gewonnen, er hat sich zu Tode gesiegt. „Einen Gedanken nur braucht der Meinungsmann/ einen Gedanken – das ist doch nicht schwer./ Einen Gedanken nur

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braucht der Meinungsmann/ einen Gedanken – und niemals einen mehr.“ Das Ende des Kommentators war gekommen, als die Kundschaft erkannte, dass eine Meinungsäußerung manches verlangt, aber bestimmt keinen Gedanken. Die Unterstellung wäre ungerecht, die Kundschaft wäre selbst darauf gekommen. Das Verdienst gebührt einzig und allein den Organisatoren des Diskurses, den Protagonisten und Hauptprofiteuren der Meinungsfreiheit, also den Medien. Ihre Versicherung, eine Meinung sei

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Bündner Zeitung · Nummer 115 · Freitag, 21. Januar 2010

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Die Zeitung

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BERLINER ZEITUNG/MIKE FRÖHLING

Autor Achim Mewes (r.) mit seinem Freund Uwe Jacobi-Mewes in ihrem Kiosk

Ist doch ’ne gute Zeitung Der Leser ist das unbekannte Wesen. Der Käufer dagegen hat ein Gesicht. Einer kennt die Käufer besser als jeder andere: ein Kioskbetreiber in Charlottenburg. Er hat seine Kunden befragt und stellt uns den Westleser vor.

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bei einer Firma, die für die BVG arbeitet, liest nur die Berliner Zeitung. Er kommt jeden Morgen mit dem Fahrrad. Wir unterhalten uns oft. Er ist Rudersportler und in seiner Freizeit repariert er mit Freunden alte Busse, mit denen sie dann Ausflugslinien befahren. Eine ältere Dame, eine eingefleischte Westberlinerin, hat sich irgendwann mal so über den Tagesspiegel geärgert, dass sie jetzt die Berliner Zeitung kauft. Ein Fernsehautor, dessen Namen ich nicht weiß, hat mir gesagt, er kaufe die Berliner Zeitung, weil es die einzige linksliberale Zeitung in Berlin sei. Das ist wohl etwas über-

Schlüterstr.

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Bleibtreustr.

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ier am Kiosk wird viel gesprochen. Ich unterhalte mich gerne mit den Kunden. Ich mache sie auf Artikel aufmerksam, und dann kommen sie am nächsten Tag und wir reden darüber. Manchmal entstehen Gruppen und dann wird diskutiert. Da geht es auch mal sehr lebhaft zu. Ich mag das an meinem Beruf. Jetzt habe ich – Sie wollten ja wissen, wie Ihre Westleser aussehen – meine Kunden nach der Berliner Zeitung gefragt, warum sie sie kaufen, wie sie ihnen gefällt. Ich erzähle Ihnen das einfach so, wie sie es mir erzählt haben. Etwa 25 kaufen jeden Tag die Berliner Zeitung an meinem Kiosk Kant-, Ecke Schlüterstraße. Es könnten sicher mehr sein, aber wir bekommen sofort weniger geliefert, wenn wir mal weniger verkaufen. Wenn oben in der Wilmersdorfer die Zeitung umsonst verteilt wird, hier also weniger gekauft werden, dann werde ich automatisch runtergestuft. Der Grossist hat keine Ahnung, dass das nur an einer Werbeaktion liegt. Ich muss mich also melden und sagen, dass ich wieder mehr verkaufen könnte. Manchmal komme ich nicht dazu oder vergesse das. Dann verkaufe ich weniger, als ich könnte. Zurzeit verkaufe ich etwa 25 Berliner Zeitungen am Tag. Den Tagesspiegel kaufen vierzig Kunden. Ich habe den Kiosk seit 26 Jahren. Zusammen mit meinem Freund Uwe JacobiMewes, mit dem ich seit 37 Jahren zusammen bin. Seit drei Jahren sind wir verheiratet. Wir dachten, jetzt, da es das Gesetz gibt, müssen auch ein paar davon Gebrauch machen. Wir wollten die, die es erkämpft hatten, nicht allein dastehen lassen. Manche Westberliner halten die Berliner Zeitung für ostlastig. Die meisten Wessis dagegen haben wie die Berliner Zeitung die ganze Stadt im Kopf. Einer meiner Stammkunden, Leser der Süddeutschen und der Berliner Zeitung – sonnabends liest er auch die taz – ist mein Wunschberliner, ein liberaler, großzügiger, freundlicher Mann mit einer wunderbar tiefen Stimme. Seine Vorfahren kommen, wie es sich für einen Berliner gehört, aus Ostpreußen. Er ist ein pensionierter höherer Beamter, Großvater. Ein sehr interessierter Mann. Er war beruflich lange in den USA. Jetzt reist er viel, nach Asien, nach Polen. Er macht auch große Radtouren. Seine Enkelin versucht er sich zu einem Jungen zu erziehen. Er findet, dass der Tagesspiegel oft schneller ist als die Berliner Zeitung. Dennoch wirke der im Vergleich insgesamt dann doch ein wenig verschnarcht. Ich mag diesen Mann. So stelle ich mir den guten Preußen vor. Ein Angestellter bei den Wasserwerken – er kommt aus dem Ruhrgebiet – liest die Berliner Zeitung wegen des Formats. Vielleicht ist aber auch ein Grund, dass seine Frau beim Tagesspiegel gearbeitet hatte und dort im Ärger ging. Eine Vermessungsingenieurin, die jeden Tag mit der S-Bahn bis nach Ahrensfelde fährt, findet auch, dass die Zeitung so großartig in die S-Bahn passt, dass sie keine andere liest. Ein junger Mann, ein Computerfachmann, angestellt

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trieben. Ich weiß ja, dass er nicht alles liest. Aber so sieht er es eben. „Erste Liebe“ heißt der Fernsehfilm, den er u.a. gemacht haben soll. Er kommt jeden Morgen, geht hinüber ins Kant-Café und liest dort etwa eine Stunde. Dort liegt übrigens auch die Berliner Zeitung aus und im Jules Verne und beim Bäcker neben dem Kiosk. Ullrich Matthes, der Schauspieler, kommt auch oft an meinen Kiosk. Er kauft die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. In der Berliner Zeitung blättert er, aber er kauft sie nie. Ich habe ihn gefragt, warum er sie nicht kauft. „Es steht nichts drin oder nur Schlechtes“, erklärte er mir. „Ich weiß nicht, was die gegen mich haben. Die mögen mich einfach nicht.“ Matthes unterhält sich oft lange mit uns. Wir reden über alles und wenn wir im Theater waren, will er wissen, was wir vom Stück, von den Schauspielern halten. Guido Sieber, ein fleißiger Käufer der Berliner Zeitung, ist Maler. Er hat auch das Tip-Titelbild zum Holocaust-Mahnmal gemacht. Das wurde ihm dann vom Deutschen Historischen Museum abgekauft. Ich halte ihn für einen großen Künstler und es macht mir Freude, wenn ich in einer Zeitschrift Illustrationen von ihm entdecke. Ich habe auch zwei Bilder von ihm. Ein anderer Käufer der Berliner Zeitung holt sie jeden Tag mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Er ist Freiberufler, Hobbykoch. Als ich ihn einmal einen Gesundheitsfanatiker nannte, da wehrte er entsetzt ab: ein Fanatiker wollte er nicht sein. Er bringt uns auch mal Rezepte mit. Dazu stellt er mir ein Kilo Mehl auf die Zeitungen, Biomehl natürlich, und ein paar Tage später will er wissen, wie uns geschmeckt

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hat, was wir nach seinem Rezept gekocht haben. Er schreibt ständig Leserbriefe. Auch an die Berliner Zeitung und beschwert sich über die vielen Fehler. Er erträgt sie nicht. Ich dagegen habe ja nichts gegen Fehler. Wo ich einen sehe, begrüße ich ihn und sage: auch so ein Unvollkommener. Aber er regt sich auf. Wenn Leute am Kiosk stehen und lassen den Motor laufen, stellt er sie zur Rede. Sie sollen den Motor doch bitte ausmachen. Ein junger Mann, er ist Referent im Familienministerium, sagte mir, die Berliner Zeitung sei eine Zeitung für die ganze Stadt. Eine Kundin, die Die Zeit und die Berliner Zeitung liest, arbeitet im carrousel-Theater. Ich weiß nicht mehr über sie. Es gibt auch Kunden, die kaufen die Berliner Zeitung nur wegen des Kulturjournals, nur am Donnerstag. Andere kaufen sie nur wegen des chinesischen Lottos, wegen der Keno-Zahlen. Das ist auch ein Grund, die Zeitung zu kaufen. Die Sonnabendausgabe wird viel gelobt. Ich finde das Magazin auch sehr gut. Diesmal war allerdings – das kommt ganz selten vor – ein ausgesprochen blöder Artikel darin. Es ging darum, dass der Dandy im Trend läge und man sich auch ganz billig als Dandy – Zylinder und all diese Sachen – anziehen könnte. Das interessiert mich nicht. Aber der Artikel über Thierse in Breslau, der war großartig. Manchmal habe ich den Eindruck, die Politiker aus dem Osten trauen sich eher als die aus dem Westen, auch mal ihre Empfindungen zu äußern. Den Artikel habe ich viel weiterempfohlen. Eine Lehrerin, die jeden Tag die Berliner Zeitung kauft und die ich auch fragte, warum, meinte nur: „Es gibt nichts Besseres!“ Ein Bildhauer aus Westdeutschland, der in Mitte arbeitet, meinte – er ist auch sonst wortkarg: „Ist doch ’ne gute Zeitung!“ Ein Ehepaar: er, ein Beamter aus dem Untersuchungsgefängnis, liest die Berliner Zeitung, sie den Tagesspiegel. Wir machen es ja genauso: Mein Freund Uwe liest den Tagesspiegel und ich die Berliner Zeitung. Das ist schön. So hat man sich etwas zu erzählen, kann sich unterhalten. Wir zeigen uns die Artikel, die wir gut finden. Ich lese Uwe sonnabends immer den Streifen „Berlin Mitte“ auf der Aufschlagseite des Magazins vor. Der Beamte ist übrigens auch ein Fan des Magazins. Ein Hausmeister aus einem der Gebäude hier in der Umgebung liest schon lange die Berliner Zeitung. Er sagte mir: „Einmal gelesen und immer dabei geblieben.“ Ein sehr modisch gekleideter junger Mann, der sich als Videothekar bezeichnet, beantwortete meine Frage mit „rundherum eine gute Zeitung“. Für meinen Geschmack ist er ja ein wenig zu sehr gestylt. Aber er ist sehr nett. Ein Bankangestellter, dessen Frau ehrenamtlich für die Kirche arbeitet, sagte mir: „Eine andere Zeitung könnte ich nicht lesen.“ Dann ist da noch ein eher schweigsamer, Taxi fahrender Akademiker, ein großer, feiner Mann, der jeden Tag seine Kinder bis zur S-Bahn bringt und dann bei mir die Berliner Zeitung kauft. Das sind so meine Kunden und Ihre Leser.

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