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Editorial Liebe Leser*innen,

Inhalt 2 Editorial 4 Unterwegs für Free Animal e.V. 6 Initiative Lebenstiere Wilde Weiden für gerettete Rinder 10 Neues vom Tierrechtshof Große Freiheit 12 Katzenhilfe Lanzarote 13 Happy Kuh: Ein Heim für Kühe und Ochsen 14 Amphibienschutz – warum ist das wichtig? 20 Tierlebenshof Hunsrück-Mosel 23 Unsere Zickenfarm Lebenshof SchaZi 24 Tierschutzgemeinschaft Stellichte 26 Pferdeschutzhof Süthen 28 Kafkas 30 Refugium für Tiere in Not 31 Einladung zur Mitgliederversammlung

Impressum Herausgeber: Free Animal e. V. Postfach 111303 20413 Hamburg freeanimal@gmx.de www.freeanimal.de Redaktion: V.i.S.d.P.: Angelika Jones-Singh Farina Graßmann, Clarissa Scherzer Fotos: Free Animal e. V. Gestaltung: www.andreas-stratmann.de

ein halbes Jahr vergeht doch wie im Flug. In der letzten La Vita haben wir noch befürchtet, dass das Heu wegen der Dürre 2018 nicht über den Winter hinweg langt. Schon bahnt sich erneut ein langer heißer Sommer an und einige Höfe müssen sich wahrscheinlich wieder Gedanken darüber machen, ob das Heu ausreichen wird. Wie ihr in dieser Ausgabe lesen könnt, haben es alle mehr oder minder geschafft, durch Zukauf von Heucops und Vorsorge über den Winter zu kommen. Hoffen wir, dass es auch 2019 wieder so sein wird. Der Leitartikel der La Vita 16 widmet sich dem Amphibienschutz, ein wichtiges Thema, da jedes Jahr Tausende auf den Straßen überfahren werden. Amphibien sind ein wichtiger Teil des Ökosystems, ihre natürlichen Lebensräume werden immer weniger und das Insektensterben trägt dazu bei, dass diese Wildtiere stark bedroht sind. Farina Graßmann, die den Artikel geschrieben hat, ist selbst unentwegt zur Krötenwanderung unterwegs, um möglichst viele vor dem sicheren Tod zu bewahren. Der Klimawandel ist überall deutlich zu spüren, seitens der Politik wird unentwegt geschwafelt anstatt gehandelt, denn ausschließlich Profitdenken bestimmt deren Handlungsweise. Es wird weiter tonnenweise Gift auf die Äcker gekippt und Kohle weiter abgebaut. Es hat sich trotz aller Vorboten der Natur nichts geändert. Das macht Angst und hinterlässt bei vielen Menschen Verzweiflung. Positiv ist einzig und allein, dass sich mittlerweile massiv Widerstand breit macht. Sei es die Fridays for Future-Bewegung, die Vernetzung von verschiedenen Natur-, Umwelt und Tierrechtsinitiativen, Vereinen und Gruppen. Gemeinsam können wir viel erreichen, wir haben die Wahl und eine Stimme!


Verein

Im ersten Halbjahr waren wir schon reichlich unterwegs, was allerdings zwei Pavillons gekostet hat, die dem Wind nicht gewachsen waren. Da wir ohnehin momentan das Stand-Design überarbeiten und mit neuen Bannern eindecken wollten, haben wir die Farben der neuen Pavillons angepasst und werden in der zweiten Jahreshälfte ein neues Erscheinungsbild haben. Zum ersten Mal waren wir im Wendland zur kulturellen Landpartie dabei. Wir bekamen in der Kommune Güstritz und besonders auf der Widerstandsparty in Gorleben viel Zuspruch von Menschen aus ganz unterschiedlichen Bewegungen mit ganz unterschiedlichen Motiven; es war super ein Teil davon zu sein. Bitte schaut auf unsere Facebook-Seite und/ oder auf der Homepage nach den aktuellen Terminen und kommt uns, wenn ihr in der Nähe seid, am Stand besuchen. Der Tag des Tieres in Leer hat sich kurzfristig um eine Woche verschoben und fällt leider auf das Wochenende an dem unsere Mitgliederversammlung in Münster stattfindet. Trotzdem werden wir dort vertreten sein, ein langjähriges Mitglied wird mit einem Stand vor Ort sein. Bitte

kommt zahlreich zur Mitgliederversammlung in Münster; wie immer muss mensch kein Mitglied sein, Interessierte sind herzlich willkommen. Es wird einige Änderungen geben, was die Vorstands- und Öffentlichkeitsarbeit angeht, und das möchten wir gerne mit euch diskutieren. Neu ist auch, dass Free Animal e.V. und auch die Höfe wieder im Magazin TIERBEFREIUNG berichten. Den Anfang machte der Verein selbst in der Ausgabe 102 „Free Animal e.V. – Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft“, in der nächsten Ausgabe berichtet der Tierlebenshof Hunsrück-Mosel e.V. Die Artikel sollen mehr als in der La Vita Hintergrundinfos über den Verein, die Höfe und Projekte sowie die Menschen dahinter beinhalten. Für Alle, die die TIERBEFREIUNG nicht bekommen oder lesen, werden wir die Berichte auch auf unserer HP veröffentlichen. Ich wünsche viel Freude beim Lesen der La Vita 16 und eine schöne Sommerzeit mit zwischendurch ganz viel Regen. Danke für eure Unterstützung. Angelika Jones-Singh

Free-Animal-Rundbrief Juni 2019

La Vita

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Verein

Unterwegs für Free Animal e.V.

Wintermarkt in Duisburg

Unser Stand auf der Demonstration „Tierleidfreies Bremen“

2018 schloss mit einigen tollen und erfolgreichen Wintermärkten in Hamburg, Zeven, Bremen und Duisburg. Etwas erschöpft von diesem Endspurt, aber sehr zufrieden, ging das Infostandteam anschließend in die Winterpause. Auch 2019 sind wir wieder quer durchs Land mit dem Infostand unterwegs, um unsere Arbeit und die Höfe und Projekte vorzustellen. Los ging`s im März auf der Veggienale in Münster. Die Messe war gut besucht, und wir konnten an beiden Tagen viele gute Gespräche führen und einiges verkaufen. Im April beteiligten wir uns dann an der Großdemo „Tierleidfreies Bremen“ mit einem Stand am Start- und Endpunkt. Trotz des original norddeutschen Wetters war recht viel los, und wir brachten neben einem ganz ordentlichen finanziellen Ergebnis auch neue Kontakte zu tollen Menschen mit nach Hause. Zu Hause war

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Auf dem Frühlingsfest des Hamburger Tierschutzvereins

anschließend allerdings eine mittelgroße Trocknungsaktion angesagt, weil fast alles den Regen abbekommen hatte. Der Mai bescherte uns einen Stand auf dem ersten Buchholzer Tierschutzfest. Wenngleich das Wetter dem in Bremen leider sehr glich, können wir nur den Hut ziehen vor der tollen Organisation dieses Festes. Das Museumsdorf war eine sehr schöne Location. Einen Tag später waren wir mit einem Stand beim Frühlingsfest des Hamburger Tierschutzvereins dabei. Ein tolles Fest mit enorm viel Besucher*innen und viel Zuspruch für unsere Arbeit. Bitte schaut auf unsere HP bzw. Facebookseite, dort ist immer der aktuellste Stand, wo wir sind und wenn sich was verändert.   Wir freuen uns auf euch! Kerstin, Gabi, Angelika

Free-Animal-Rundbrief Juni 2019

Die nächsten Termine für unsere Infostände sind • 30.5. bis 10.6. 2019 Kulturelle Landpartie im Wendland (Kommune Güstriz und am 7.6. auf der Widerstandsparty in Gorleben). • 22. bis 23.6.2019 Travemünde Vegan Summer • 07.07.2019 Lübeck Tierschutzfest • 13. bis 14.7.2019 Eckernförde Vegan Summer • 31.08.2019 Bremen Tierschutzfestival • 14.09.2019 Leer Tag des Tieres • 19. bis 20.10.2019 Leipzig Veggienale • 01.12.2019 Bremen Weihnachtsmarkt


Free Animal Soli-Poster Erhältlich unter www.roter-shop.de


Lebenshöfe & Projekte

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icke Zacke, Zicke, Zacke, Heu, Heu, Heu! Auch wenn dieser Kinderreim sorglos klingt, hat das Thema Heu uns nach dem letzten Dürresommer einiges an Kopfzerbrechen bereitet. Unser „Auerochse“ Henry vergräbt seinen Kopf tief in den frischen Rundballen, dessen Beschaffung eine echte Herausforderung war. Wie so viele andere, mussten wir früher mit dem Zufüttern von Heu beginnen. Weil es deutlich weniger Heu gab als in anderen

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Jahren, stiegen die Preise für Heu von Woche zu Woche. Wir hatten immerhin das Glück, dass unsere Heulieferanten faire Preise für uns machten. Doch dann passierte etwas, womit wir nicht gerechnet haben. Wir haben unseren Mann für alle Fälle – Klauenpfleger, Transporteur und Freund- verloren. Er hinterließ unter anderem eine ganze Herde Heckrinder, also rückgezüchtete „Auerochsen“, die er


Lebenshรถfe & Projekte

Henry am Heu Free-Animal-Rundbrief Juni 2019

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Lebenshöfe & Projekte

Alexandra mit Kälbchen

Salomon und Saphira

Holli, Emmy und Gilda

zuvor unserem Verein überschrieben hatte. Als wir auf seinen Heuboden kletterten, war dort kein Ballen Heu mehr zu finden. Wir mussten im November weitere Heulieferanten ausfindig machen und zu hohen Preisen nachkaufen, um die 13 zusätzlichen Rinder über den Winter zu bringen. Ganz in unserer Nähe verhungerten dagegen mehrere Heckrinder eines Naturschutzprojekts in Osthessen, weil keiner sie zufütter-

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te, die Anzahl der Rinder durch Vermehrung zu groß für die Fläche geworden war und sie nach dem Dürresommer insgesamt schon zu wenig Nahrung fanden. Warum laufen solche Projekte eigentlich nicht mit Lebenshöfen und geretteten Tieren? Unsere Recherche ergab, dass in Naturschutzprogrammen zur Landschaftspflege üblicherweise ursprüngliche Robustrinder eingesetzt werden. Alle Betreuer dieser Projekte,


Lebenshöfe & Projekte

mit denen wir sprachen, züchten mit den Tieren und lassen deren Nachwuchs töten.

Ganz in unserer Nähe verhungerten dagegen mehrere Heckrinder eines Naturschutzprojekts, weil keiner sie zufütterte, die Anzahl der Rinder durch Vermehrung zu groß für die Fläche geworden war und sie nach dem Dürresommer insgesamt schon zu wenig Nahrung fanden.

Erhalt des Lebens und das Ermöglichen hoher Lebensqualität eines jeden Individuums. Auch Lebenshoftiere können Flächen offen halten und zum Entstehen und Erhalt von Lebensräumen, Artenvielfalt und Naturschutz beitragen. Tatsächlich haben wir nun Mitarbeiter von Organisationen und Behörden gefunden, die solche Beweidungsprojekte mit unseren geretteten Heckrindern starten möchten. Ganz ohne Zucht und Schlachtung. Vielleicht kann daraus ein Pilotprojekt entstehen, was mehr Organisationen zum Umdenken bewegt. Vielleicht ist es irgendwann verbreitet, dass auch bunt zusammen gewürfelte Lebenshofherden solche Flächen beweiden können. Wem das Individuum am Herzen liegt, wird im Normalfall auch keine Tiere dort vernachlässigen oder verhungern lassen. Wir sind auf jeden Fall sehr froh, Unterstützung von Free Animal und vielen weiteren Menschen bekommen zu haben, um die schwierige Heusituation meistern zu können. Es wird wohl nicht der letzte Dürresommer gewesen sein, den wir und unsere Tiere erleben. Bereits jetzt sichern wir uns Heu für den kommenden Winter. Für Salomon und seine Herde haben wir bisher kaum Paten, was das Ganze noch schwieriger macht. Da in der Heckrinderherde auch Kühe sind, die wir bereits tragend übernommen haben, wird sich die Herde auch noch ein wenig vergrößern. Im April präsentierte uns Alexandra ein kleines Bullenkälbchen. Sie muht ihren Kleinen sanft an, schleckt ihn liebevoll ab und ist ganz vernarrt in ihn. Er wird bei seiner Mutter aufwachsen dürfen und später als Ochse bei ihr bleiben, statt irgendwann auf einem Teller zu landen. Damit so etwas möglich ist, brauchen Lebenshöfe Unterstützung. Gerade die Arbeit von Free Animal ist hier sehr wertvoll, weil der Verein den Tierrechtsgedanken im Zusammenhang mit der Unterstützung von Lebenshöfen in die Öffentlichkeit trägt. Julya von Lebenskühe e.V.

Zusammengewürfelte Rinderherden aus Schwarzbunten wie unsere Holli Hope, Simmentalern wie unsere Luna oder Allgäuer Rindern wie unseren Oskar haben wir bei keinem dieser Projekte ausfindig machen können. Solche gemischten Herden gibt es hauptsächlich auf Lebenshöfen. Die Vorstellung, den Naturschutz mit dem Erhalt alter Robustrassen zu kombinieren, ist sehr verbreitet. Unsere Vorstellung ist dagegen den Free-Animal-Rundbrief Juni 2019

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Lebenshöfe Lebenshöfe & Projekte & Projekte

Neues vom Tierrechtshof

Große Freiheit D ieses Jahr steht die Steuererklärung für unseren Verein Themis Tierrechtsverein e.V. an. Die Erklärung erstreckt sich über die vergangenen drei Jahre. Das ist wie jedes Mal mit einem ordentlichen Berg Arbeit verbunden. Wir sind weder Zahlenfachfrauen, noch Büroexpertinnen, was uns das Ganze nicht gerade erleichtert. Es gilt, Quittungen, Rechnungen und Belege zu sortieren und zuzuordnen, Einnahmen und Ausgaben zu errechnen, sowie Tabellen und Berichte zu verfassen. Und zwar so, dass es verständlich und prüfbar ist. Die interne Prüfung liegt hinter uns. Leider hat sich ein Fehler eingeschlichen. Die Ursache muss gefunden werden. Erst, wenn alles o.k. ist, geht der ganze Haufen raus ans Finanzamt. In den letzten Jahren ist alles

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gut verlaufen. Wir bekamen stets rückwirkend für die letzten drei Jahre die Bestätigung unserer Gemeinnützigkeit. Auch dieses Jahr sollte es so sein. Die größte Arbeit haben wir erledigt. Ende Mai sollten unsere Unterlagen rausgehen. Dann heißt es abwarten, und sich freuen, wenn der Bescheid kommt. Alles in allem ist das eine sehr mühselige Angelegenheit, die aber leider für einen gemeinnützigen Verein unerlässlich ist. Und da wir auf Spenden und Patenschaften angewiesen sind, beißen wir uns da durch. Schließlich dient es unserem Herzensprojekt! Auf dem Hof läuft alles sehr gut. Die Tiere und wir haben den Winter gut überstanden. Alle sind gesund! Wie jedes Jahr beginnt nun die Zeit des gro-


Lebenshöfe & Projekte

ßen Fellwechsels. Stellenweise sieht man auf den Weiden kleine weiße, braune und schwarze Fellflecken. Das kommt vom häufigen Wälzen. Flocke, Daisy und Frippe genießen das ausgiebige Striegeln. Flockes Pelz ist wie immer am dichtesten. Der Esel Max beobachtet die Fellpflege sehr genau und lässt sich zwischendurch ganz vorsichtig seine Stirn etwas putzen. Die Hühner haben ihre Mauser bereits hinter sich. Bei den Katzen und Kaninchen ist kaum ein Unterschied zu bemerken. Dafür haaren die Hündinnen umso mehr. Das Laufentenpaar, das wir Ende letzten Jahres aufgenommen haben, hat sich sehr gut eingelebt. Ein Projekt für dieses Jahr ist der Bau eines Teiches. Zur Zeit schwimmen die zwei gerne in den Bütts. Regenwürmer und Käfer holen sie sich aus temporären „Teichen“. Ein zweites Projekt für dieses Jahr ist die Ausbesserung des Zaunes auf der Winterweide. Sie ist mit Eichenspaltpfählen umzäunt, die, so sagte man uns, bis zu zwanzig Jahren halten. Das scheint nicht für diese Gegend zu gelten. Die Dauernässe weicht das Holz stark auf. Viele Pfähle sind schief, morsch und gammeln von unten. Der Großteil muss ersetzt werden; das wird kosten-, zeit- und arbeitsintensiv. Den Ziegenböcken Tom, Oskar und Mecky geht es wie immer sehr gut. Sobald sie uns sehen, albern sie ordentlich herum. Sie rasen über die Weide, springen wild umher und messen ihre Kräfte beim Hörnerkampf. Vor allem Tom und Oskar sind sehr übermütig. Der alte Ziegenbock Mecky hält sich da raus. Er holt sich lieber eine Portion Leckerlis und Streicheleinheiten bei uns ab. Daisy und ihr Sohn Frippe haben bereits ihre Ekzemerdecken drauf. Wir hoffen, dass sie damit gut durch den Sommer kommen. Ende Mai ziehen sie gemeinsam mit Max und Flocke auf die Sommerweide. Bis jetzt ist der hintere Teil der Sommerweide jedoch noch deutlich nasser, als üblich. Der Wasserpegel in den umliegenden Wieken ist nach wie vor sehr hoch. Wir hoffen, dass sich die Situation bald entspannt, so dass wir die Weide voll nutzen können. Aufgrund des extrem langen und heißen Sommers mussten wir im letzten Jahr sehr früh zufüttern, da auch unsere Weiden stark ausgetrocknet waren. Die Wieken waren zeitweise bis zum Grund ausgetrocknet. Das haben wir hier so auch noch nicht erlebt. Aufgrund der schlechten Ernten waren auch in unserer Region Heu und Stroh entsprechend teuer. Wir hatten Glück, überhaupt noch genügend bekommen zu haben. Jetzt sind wir ge-

Jeany

Die Enten

spannt, wie sich der Sommer gestaltet. Ende April hatten wir immer wieder Nachtfrost und wechselhaftes Wetter. Wir hoffen, dass Wetterextreme nicht zur Normalität werden. Wir bedanken uns bei allen, die uns unterstützen! Moralisch, tatkräftig und/oder finanziell. Ohne diese Unterstützung wäre die Große Freiheit nicht möglich. Wir wünschen allen einen entspannten und glücklichen Sommer. Viele Grüße von allen Zwei- und Vierbeinern der Großen Freiheit! Clarissa Scherzer und Manuela Scherzer-Brosch tierrechtshof_grossefreiheit@hotmail.com Free-Animal-Rundbrief Juni 2019

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Lebenshöfe & Projekte

Katzenhilfe Lanzarote Hallo liebe Freund*innen, wie jedes Jahr hoffen wir, dass endlich mal etwas Ruhe einkehrt und nicht so viele Katzenbabys aufgenommen werden müssen. Zu Anfang des Jahres sah es auch noch gut aus. An unseren Futterplätzen war alles ruhig, und auch bei uns draußen war fast alles kastriert. Aber wie schnell kann sich das Blatt wenden: Innerhalb von ein paar Tagen haben wir nun schon wieder 13 Babys. Zum Glück sind zwei Mütter dabei und zwei sind alt genug, um selbständig zu essen. Beide Mütter sind etwas scheu, das heißt, eine Vermittlung wird schwierig. Also werden wir sie in ca. 8 Wochen, wenn die Babys selbständig essen, kastrieren lassen und sie bei uns draußen aussetzen. Leider wird die Vermittlung von Kätzchen immer schwieriger. Siamesen , Blaue und Langhaarkatzen finden meistens schnell ein neues Zuhause. Aber nun sind ja viele Babys schwarz, schwarz/weiß oder getigert. Da wird es dann schon schwieriger mit einer Vermittlung. Auch Pat*innen zu finden für einzelne Kätzchen wird immer schwieriger. Solange die Babys klein sind und von der Mama versorgt werden, halten sich die Kosten ja noch in Grenzen; aber werden sie älter, geht es los. Spezielle Babynahrung muss gekauft werden, sie müssen entfloht, entwurmt und getestet werden. Später kommen die Impfungen dazu und letztlich die Kastration. Das sind enorme Kosten, an die niemand denkt, wenn wir Babys aufnehmen. Aber hoffen wir jetzt erst einmal, dass alle gesund bleiben und groß werden. Alles weitere wird sich finden. Danke an alle, die uns durch Spenden dabei helfen, hier Katzen retten zu können. Viele Grüße Sigrid

13 Katzenbabys wurden innerhalb weniger Tage aufgenommen.

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Tierausbeutung auf die Hörner nehmen: Balaram und Ananda Jal

Happy Kuh Ein Heim für Kühe und Ochsen Hallo ihr Lieben, die Kühe und Ochsen von „Happy Kuh“ freuen sich sehr auf den Frühling und können kaum noch auf die Weidesaison warten. Alle sind sehr aufgeregt. Wir haben gehofft und hoffen immer noch, dass sich das trockene Wetter ändert und der Regen kommt. Die Wiesen sind abgeschleppt und nachgesät, aber ohne Regen wächst das Gras kaum. Wir haben über den Winter viel Unterstützung von Freund*innen bekommen, die bei jedem Wetter geholfen haben, die Tiere zu versorgen. Nach langer Suche haben wir faire Futterlieferant*innen gefunden und letztes Jahr sogar Futter aus Bayern zu uns transportieren lassen, weil es in Thüringen kein bezahlbares gab. So war zum Glück leckeres Futter und ein gemütliches Strohbett für die Kühe gesichert. Leider gab es ein paar Notfälle: Sturmschäden und der schwere Schnee haben uns zwei Dächer beschädigt. Mit der Hilfe von einigen lieben Menschen und Kuhfreund*innen aus ganz Thüringen und Leipzig konnten wir die Schäden reparieren und mit vereinten Kräften viel Arbeit erledigen. Happy Kuh ist nicht nur für die beschützten Rinder ein Zuhause, sondern auch für die vielen Helfer*innen, die die Möglichkeit hatten, die Tiere kennenzulernen und ihre Gesellschaft zu genießen. Es gibt leider immer noch ein paar Kühe, die keine Pat*innen haben. Zum Beispiel Yamuna,

die Tochter von unserer Kuschelkuh Surabhi. Sie ist bei uns vor 5 Jahren in Freiheit geboren. Ihre Mama Surabhi kommt von einem großen Milchbetrieb und war den Besitzer*innen zu schade zum schlachten, weil sie so lieb ist. Na ja, so ist es, wenn man sich die Möglichkeit gönnt, die Tiere kennen zu lernen. Wir merken dann schnell, dass sie nicht nur Tiere sind, sondern Lebewesen: Eine Seele in anderem Körper, mit Gefühlen wie wir alle. So geht das Projekt weiter. Zusammen sind wir stark. Mariela und die Happy Kuhlis

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Unsere Patenochse Balaram lebt auf dem Hof in Thüringen

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Amphibienschutz – warum ist das wichtig?

Amphibienschutz Warum ist das wichtig? Text und Fotos von Farina Graßmann

Ein Frosch hat es nicht leicht. Im Märchen wird er von der Prinzessin gegen die Wand geworfen. Im Sprichwort steckt er uns im Hals. Und als wäre das nicht genug, steht ihm und seinen halbaquatisch lebenden Verwandten jedes Jahr der Weg zu den Laichgewässern bevor. Dort lauern viele Gefahren. Dazu gehören zwar keine Prinzessinnen, nichtsdestotrotz hat das größte Problem zwei Beine.

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Amphibienschutz – warum ist das wichtig?

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Amphibienschutz – warum ist das wichtig?

Der Schutz durch Amphibienzäune ist ein wichtiger Schritt, um Leben zu retten.

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ach Schätzungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) umfassen die Straßen in Deutschland insgesamt eine Länge von rund 830.000 Kilometern (Stand 2017). Das ist länger als der Weg von der Erde bis zum Mond und wieder zurück! Die Straßen zerschneiden die Lebensräume von Amphibien und werden bei der Wanderung für viele von ihnen zu einer tödlichen Gefahr. Naturschutzorganisationen wie der BUND und der NABU gehen davon aus, dass bereits bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde 90 % der wandernden Erdkröten getötet werden. Um die Amphibien bei ihrer Wanderung zu schützen, werden vielerorts sogenannte Krötenzäune aufgestellt. Von der Bezeichnung sollte man sich nicht in die Irre führen lassen: Neben Kröten finden sich auch Frösche, Molche, Salamander und Unken an den Zäunen ein. Gemeinsam bilden sie die 21 in Deutschland heimischen Amphibienarten. Ein Drittel von ihnen gilt nach der Roten Liste

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Deutschlands bereits als gefährdet oder stark gefährdet. Auch der Grasfrosch, eine vermeintliche Allerweltsart, steht mittlerweile in acht Bundesländern auf der Vorwarnliste und wird in zwei Bundesländern sogar als gefährdet eingestuft. Der Schutz durch Amphibienzäune ist nur ein, aber nichtsdestotrotz ein wichtiger, Schritt, um das Aussterben zu verhindern. Jährlich werden 2.000 bis 3.000 davon bundesweit aufgebaut. Allein an einem Zaun können dadurch jedes Jahr Tausende Tiere gerettet werden.

Wie funktioniert das? Ein Amphibienzaun wird entlang von Straßen aufgebaut, die von besonders vielen Amphibien bei der Wanderung überquert werden. Wenn sie sich im Frühling auf den Weg zum Laichgewässer machen, werden sie auf diese Weise vor der Straße aufgehalten. Bei dem Versuch, das Hindernis zu umwandern, fallen sie in Eimer, die im Abstand von 15 bis 30 Metern am Zaun entlang eingegraben wurden. Dort werden sie eingesam-


Durch uns Menschen sind in der Natur nur noch kleine Inseln übrig geblieben, auf denen Wildtiere leben können

melt und sicher auf die andere Straßenseite gebracht. Neben dem Schutz der Amphibien hat ein Amphibienzaun noch einen Vorteil: Hier können Daten, zum Beispiel über die vorhandenen Arten, die Anzahl und das Wanderverhalten, erhoben werden. Diese können langfristig die Grundlage für den Bau eines Amphibientunnels bilden. Damit wäre nicht nur ein ganzjähriger Schutz verbunden, sondern auch ein geringerer Betreuungsaufwand. Beim Bau von Straßen soll nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§§ 13ff. BNatSchG) ein Eingriff in die Natur vorrangig vermieden oder ausgeglichen werden. Das kann mit Blick auf wandernde Amphibien beispielsweise durch den Aufbau und die Unterhaltung von Amphibienschutzanlagen geschehen. Das Bundesnaturschutzgesetz bildet die Grundlage dafür, dass zumindest die Materialkosten für einen Zaun durch die*den Verursachende*n des Eingriffs gedeckt werden können. Allerdings werden der Aufbau und die Kontrollen der Eimer überwiegend ehrenamtlich

Tempo runter, bitte! In der Zeit der Amphibienwanderung gilt vielerorts eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h. Das ist nicht nur für die Ehrenamtlichen auf und neben der Straße wichtig, sondern auch für die Amphibien. Denn zahlreiche Tiere sterben nicht dadurch, dass sie von den Reifen der Fahrzeuge überrollt werden, sondern durch den Unterdruck, der beim Fahren entsteht. Befindet sich ein Tier unter oder neben einem Fahrzeug, das schneller als 30 km/h unterwegs ist, stirbt es oft innerhalb kurzer Zeit an den inneren Verletzungen.

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Amphibienschutz – warum ist das wichtig?

geleistet. Während der Aufbau schnell vollbracht ist, braucht es für die Kontrollen zahlreiche und regelmäßige Unterstützung. Denn die Eimer müssen je nach Witterung mehrmals am Tag kontrolliert werden und das über einen Zeitraum von mehreren Monaten hinweg. Helfende am Amphibienzaun werden deswegen mit offenen Armen empfangen. Informationen für Interessierte gibt es beispielsweise bei den Ortsgruppen der Naturschutzverbände und in der Lokalzeitung.

Was steht auf dem Spiel? Oft stehen der Arten- und Naturschutz im Vordergrund, wenn über das Sterben von Kröten, Fröschen und Co. geredet wird. Das kommt nicht von ungefähr: Ihr Verschwinden reißt ein empfindliches Loch in die natürliche Nahrungskette. Denn Amphibien sind nicht nur Vertilger*innen von Spinnen, Insekten und Schnecken, sondern dienen zugleich zahlreichen Tieren als Nahrung. Somit steht und fällt auch der Schutz von ande-

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Wenn über Tierrechte gesprochen wird, betrifft das nahezu ausnahmslos die Rechte von „Nutztieren“. Was wir tun müssen, um auch die Rechte von Wildtieren zu schützen, bleibt oft unbeachtet.

ren Arten mit dem von Amphibien. Welche ureigenen Interessen wir Menschen am Artenschutz haben, wurde nicht zuletzt durch das Thema Insektensterben deutlich.


Die Wichtigkeit von Amphibienzäunen geht aber weit darüber hinaus: Durch uns Menschen sind in der Natur nur noch kleine Inseln übrig geblieben, auf denen Wildtiere leben können. Wo sie diese verlassen, droht oft der Tod. Um ihr Leben zu schützen, muss auch ihr Lebensraum geschützt und, dort wo er zerstört wurde, neu geschaffen werden. Viele Tiere wechseln zwischen Gebieten, die in vielen Fällen durch Straßen voneinander getrennt sind. Somit braucht es ebenso eine Vernetzung der Gebiete. Letztlich schulden wir es nicht nur uns selbst, sondern vor allem den Wildtieren, sie zu schützen. Doch wenn über Tierrechte gesprochen wird, betrifft das nahezu ausnahmslos die Rechte von sogenannten Nutztieren. Was wir tun müssen, um auch die Rechte von Wildtieren (wie das Recht auf Lebensraum) zu schützen, bleibt oft unbeachtet. Die Arbeit am Amphibienzaun ist ein guter Anlass, um Arten– und Naturschutz sowie Tierschutz und –rechte zusammenzubringen.

Farinas Fotokunst

Seit 2015 veröffentlicht Farina Graßmann ihre Fotografien auf ihrer Webseite www.farinas-fotokunst.de. Dort sind auch viele weitere Fotos von Amphibien und Informationen über deren Schutz zu finden. In hrem Shop verkauft sie die schönsten Motive als Leinwand oder Poster. www.farinas-fotokunst.de/shop

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Tierlebenshof

Hunsrück-Mosel Liebe PatInnen, seit dem letzten Bericht sind einige Tiere verstorben. Teilweise ist es nicht auszuhalten. So verstarben in der Zeit seit der letzten Ausgabe Pferd Remus, Kuh Selma und die Hunde Dolly, Karlsson, Portia und Luca. Trösten können wir uns nur mit der Tatsache, dass die Tiere hier ein schönes Leben hatten, Dolly z. B. lebte 13 Jahre auf dem Tierlebenshof, Selma 10 Jahre, Remus 7 Jahre, Karlsson und Luca über 6 Jahre, Portia leider nur knappe 3 Monate. Wir werden sie, wie alle verstorbenen Tiere, niemals vergessen. Jedes Tier hat seine eigene Persönlichkeit und es reißt immer eine große Lücke, wenn eines der Tiere gehen muss. Nach dem Tod von Remus blieben Picasso und Oskar zurück. Da Picasso sich aus anderen Pfer-

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Lebenshöfe & Projekte

den nichts macht, war Oskar ziemlich einsam. Ihm zuliebe nahmen wir den 28-jährigen Lucky auf, damit Oskar wieder einen Kumpel hat. Zuerst war es auch so, dass Oskar und Lucky sich zusammenschlossen, dann passierte etwas, womit niemand gerechnet hatte. Picasso und Lucky wurden Freunde und Oskar war schon wieder außen vor. Er trauerte, baute ab und wollte nicht mehr essen. Unser Tierarzt behandelte die Symptome, riet uns aber dringend, wieder einen Kumpel für Oskar zu holen. Wir „suchten“ überall nach einem passenden Freund für Oskar und wendeten uns schließlich an die Familie, von der wir Oskar übernommen hatten. Dort hatte Oskar lange zusammen mit dem Haflinger-Mix Wallach Balou gelebt. Dieser war in ein neues Zuhause vermittelt worden, wo er aber nicht zurecht kam. Er kam aus der Vermittlung zurück und sollte nun nicht mehr in ein anderes Zuhause umziehen. Oskar zuliebe konnten wir Balou aber aufnehmen und was dann geschah, grenzte fast an ein Wunder: Oskar blühte auf, er hat wieder gefressen und wurde ganz der Alte. Oskar und Balou sind beide herzkrank, was aber mit entsprechenden Medikamenten behandelt wird. Inzwischen sind sie zusammen mit Lucky und Picasso auf der Weide, was recht gut funktioniert. Tja, und dann kam die Geschichte mit den Schafen: wir haben schon seit längerem den Beschluss gefasst, keine weiteren Tiere mehr aufzunehmen, vor allen Dingen aber keine „neue“ Tierart. Aus alters- und arbeitstechnischen Gründen wird es einfach doch viel im Laufe der Zeit. Und dann sah ich tagelang auf facebook einen post, in dem ein Lamm seine Mutter anschaut und sagt: „Auf Wiedersehen Mama und frohe Ostern. Ich geh jetzt sterben. Wir sehen uns im Himmel wieder. Gerne wäre ich so groß und schön geworden wie Du!“ Es hat mich innerlich zerrissen, die Grausamkeit gegen Tiere wurde mir wieder einmal mehr bewusst. Aber mein Verstand sagte mir, dass ich nicht alle retten kann, dass ich auch Grenzen kennen muss und dass sich ohnehin nichts ändert, wenn ich ein paar Schafe rette. Aber da war noch das Herz, das meinte: „Natürlich kannst Du nicht alle retten und ändern wird sich auch nichts. Aber für zwei Schafmütter mit ihren Lämmern würde es LEBEN bedeuten!“ Nachdem sich Herz und Verstand tagelang duelliert hatten, siegte das Herz. Ein Kontakt wurde hergestellt und so konnten am 17.03.2019 die Schafmutter Hanni mit Tochter Bonnie und Schafmutter Nanni mit Sohn

Clyde auf dem Tierlebenshof einziehen. Die Mütter sind 5 Jahre alt, es wären ihre letzten Lämmer gewesen, weil sie geschlachtet werden sollten. Nun heißt es für die kleine Familie, dass sie in Ruhe und Frieden leben können. Zwei Mütter dürfen ihre Kinder aufwachsen sehen und zwei Kinder dürfen erwachsen werden… So, das war’s mal wieder aus Irmenach. Bis zur nächsten La Vita wünschen ich Euch eine schöne Zeit. Danke, dass es Euch gibt! Ruth Wirtz und alle Hofbewohner

Vielen Dank! Zwei wunderbare Neuigkeiten: Der Verein „Laufen gegen Leiden e.V.“ spendete uns 1.111 €, die Firma Nutritiv-Plus spendete 5.420,27 €. Seit langem planen wir einen Offenstall für die Pferde, damit sie bei schlechter Witterung nicht tagelang in den Boxen stehen müssen. Die Kosten werden sich auf mindestens 10.000 € belaufen. Eine schwere Betonmauer muss abgerissen, Boden geebnet und gepflastert, eine massive Dachkonstruktion errichtet und das Dach gedeckt werden, Container müssen her und und und… Es wird eine „richtige Baustelle“, der vorgesehene Platz für den Offenstall ist ca. 200 Quadratmeter groß). Nur teilweise können ehrenamtliche Helfer arbeiten, ein Großteil muss von Profis gemacht werden. Durch die großzügigen Spenden rückt die Planung nun in greifbare Nähe. Die fehlenden 5.000 € müssen wir irgendwie noch zusammen kriegen, wir geben die Hoffnung nicht auf.

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Verein

Unsere Zickenfarm

Tierschutzverein und Lebenshof SchaZi

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allo mein Name ist Eveline und ich bin seit 34 Jahren ehrenamtlich im Tierschutz tätig. Seit 2007, also seit nunmehr 12 Jahren, betreibe ich einen eigenen Lebenshof im Allgäu. Unser Hof ist ein besonderer Ort. Besonders deswegen, da bei uns fast ausschließlich Tiere leben, die auch was Besonders sind. Sie sind behindert, blind, sehr alt, krank oder stark traumatisiert. Wegen ihrer aufwendigen und oft kostenintensiven Pflege, wollte sie niemand mehr haben; viele sind auf tägliche, medizinische Hilfe und Pflege angewiesen. Auf den Hof werden sie nach ihren Bedürfnissen versorgt und können so den Rest

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ihres Lebens in Ruhe und Geborgenheit genießen. Einige von ihnen möchten wir in diesem Bericht vorstellen: Den Ziegenbock Merlin und seine Mama Hanna. Merlin wurde von uns in einem Käfig gefunden, der so klein war, dass

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er nie aufstehen konnte, weshalb seine Beine völlig deformiert sind. Hanna, seine Mama trauerte damals sehr um ihr zweites Baby, das dort bereits gestorben war. Sie hatte sich fast aufgegeben. Wir entschlossen uns, Hanna und Merlin sofort mitzunehmen und ihnen ein Leben in Freiheit und Liebe zu schenken. Merlin wurde lange medizinisch versorgt. Heute sind zwar seine Beine noch deformiert, doch aus ihm ist ein lebensfroher und glücklicher kleiner Bock geworden. Zusammen mit seiner Mama lebt er in der großen Ziegenherde, die bestens auf ihn Acht gibt. Nur durch tägliche Pflege und spezielle Versorgung können wir ihm ein Leben ohne Einschränkungen ermöglichen. Seine Mama Hanna ist mittlerweile


Lebenshöfe & Projekte

eine sehr glückliche Ziege und liebt ihren Sohn über Alles. Sie passt auf ihn auf, ist immer bei ihm und zeigt uns täglich, wie dankbar sie für ihr neues Leben ist. Eine große Herausforderung war z. B. auch unser Florian. In einem großen Massenbetrieb wurde er 10 Wochen zu früh geboren. Er ist einfach inmitten all der Kühe aus seiner Mama gefallen und lag dort im Dreck. Ein Arbeiter kam und zog ihn heraus und legte ihn beiseite … eigentlich zum Sterben. Denn Kälber, die so früh geboren werden sind laut Studien chancenlos. Ich nahm ihn mit, er sollte wenigstens in Geborgenheit sterben und nicht alleine in der Kälte, dachte ich zumindest. Keiner hat geglaubt, dass ein Kalb, das nur 9 kg wog, auch nur einen Funken an Chance haben könnte. Versuchen wollte ich es trotzdem. Wir haben zusammen gekämpft … und wir haben gewonnen. Aus Florian, der ein Abfallprodukt der Milchindustrie war, ist ein glückliches Kälbchen geworden.

schwer behindert, laufen auf nur drei Beinen, manche haben künstliche Harnausgänge, bleibende Schäden aus Misshandlungen, Nervenschäden oder sind ausgelaugt durch die Industrie. Sie sind herzkrank, brauchen spezielles Futter oder tägliche medizinische Hilfe. Sie alle haben etwas gemeinsam: Jahrelange Ausbeutung oder Misshandlungen. Jetzt haben sie bei uns eine zweite Chance bekommen.

Derzeit beherbergen wir gut 120 Ziegen und Schafe, vier Ponys, fünf Pferde, sechs Hunde und unzählige Katzen. Für die Katzen steht bei uns ein Katzenhaus zur Verfügung, welches auch für streunende Katzen ständig zugänglich ist. Dort bekommen auch heimatlose

Braidy ist ein ehemaliger Strassenkater, der einen schweren Unfall hatte. Durch eine aufwendige OP wurde er wiederhergestellt und in ein Tierheim gebracht. Da er seitdem inkontinent ist, wollte ihn niemand mehr haben, also kam er zu uns. Wilko, unser kleines Mini-Shetty, konnten wir nur durch eine aufwendige Operation retten. Bei Wilko musste ein Teil seines Darmes entfernt werden, wegen falscher Fütterung. Es hatten sich im Darm so feste Klumpen gebildet, dass diese nicht mehr zu spülen oder zu lösen waren. Es war wie Zement. Nach Wochen in der Tierklinik ist er wieder zu Hause. Er wird sein Leben lang spezielles Futter brauchen, was wir ihm aber gerne geben; so kann er ein ganz normales Pony-Leben führen. So hat jedes Tier bei uns auf dem Hof seine eigene Geschichte. Manche sind

Tiere ihr tägliches Futter und einen warmen Schlafplatz. Auch schwangere Katzen nutzen diesen gemütlichen warmen Raum, um dort ihre Babys zu gebären. Dadurch haben wir dann die Möglichkeit, diese Tiere zu kastrieren und bei Krankheit zu behandeln. Die Babys werden von uns ins Haus geholt und dort für die Vermittlung an den Menschen gewöhnt. Die Pflege und medizinische Versorgung der Tiere ist ziemlich kostenund zeitaufwendig. Deshalb sind wir auf Spenden und vor allem auf Patenschaften angewiesen, um unsere Arbeit weiter leisten zu können. Wir sagen von Herzen Danke für Eure Unterstützung, denn ohne Menschen wie Euch, könnte dieser Hof nicht weiter bestehen. Tierschutzverein und Lebenshof SchaZi „Unsere Zickenfarm“

Einen kleinen Film von uns findet ihr auf YouTube unter https://youtu.be/3Qv5F6ZViBo

Patenschaft Eine Patenschaft ist bereits ab 5 Euro möglich, sodass es für jeden erschwinglich ist, ein bisschen zu helfen und am Leben eines Tieres teilzuhaben. Spendenkonto: Raiffeisenbank im Allgäuer Land eG IBAN: DE 06 733 692 640 006 470 238 PayPal: schafe69@web.de

Kontakt E-Mail: eveline.k@t-online.de Webseite: www.ziegen-leben-schenken.com Facebook: www.facebook.com/unsereZickenfarm

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s dem älteren Ziegen au Malima, eine der n. k, ist verstorbe Lübecker Tierpar

Neues von der Tierschutzgemeinschaft aus Stellichte

Giacom hat noch keinen Paten. Vielleicht möchte jemand diesen hübschen und lieben Hahn und seine Damen monatlich unterstützen?

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Lebenshöfe & Projekte

U

nser Verein hat seinen Namen gewechselt. Wir nennen uns nun nicht mehr Tierschutzgemeinschaft Stellichte e.V., sondern Tierschutzgemeinschaft e.V., denn der andere Name war einfach viel zu lang zu schreiben. Jetzt ist es ein Kompromiss, da wir keinen besseren gefunden haben und ja auch schon ein wenig unter diesem Begriff bekannt sind. Soviel zum Verein. Ich möchte euch heute mal Giacomo vorstellen: einen der beiden Hähne, die man uns als Küken über den Zaun gesetzt/geworfen hat.

Leonardo und Giacomo Manchmal sind die Menschen sogar zu feige, die Tiere persönlich abzugeben. Dann werden sie einfach über den Zaun geworfen oder kurz davor ausgesetzt. Von zwei solchen Ausgesetzten möchte ich jetzt schreiben. Eines Abends im Oktober 2010, als wir die Pferde von der Weide holten und die abendliche Fütterung durchführten, hörten wir ein seltsames Piepen, beinahe wie von einem Bussard. Es hörte nicht auf und ich dachte an Wildvögel, die sich zum Abend sammelten und riefen. Schließlich ließ es mir keine Ruhe und ich machte mich zuerst mit den Augen daran, die Urheber des Geräusches zu entdecken. Das Geräusch kam näher und näher an den Zaun und ich merkte, dass sich etwas auf dem Boden bewegte. Diese seltsamen Vögel, sammelten sich also auf dem Boden. Schließlich sah ich die Bewegung deutlicher. Vorsichtig teilte ich die Stängel der Brennnesseln und anderen Pflanzen, die hinter dem Pferdezaun wuchsen und blickte auf den Boden. Dort kuschelten sich gerade zwei weiße Federknäule Kopf an Po in eine Mulde, während sie fortwährend leise Pieplaute von sich gaben. Ich traute mich nicht, zu gründlich zu gucken, aus Angst sie für die Nacht zu verschrecken und auseinanderzutreiben. Nach dem was ich gesehen hatte, hielt ich die beiden

zunächst für wilde Wachteln und wir ließen sie dort liegen. Eine Suche im Internet ergab auch nicht viel.

Wenn alles so erfüllt werden muss, wie das Bauamt es verlangt, werden wir keine Möglichkeit mehr haben, Heu und Stroh zu lagern. Am nächsten Abend hörten wir sie wieder, doch sahen sie nicht. Noch einen Tag darauf, am Mittag, als Sigulf das Stroh für die Pferde aus dem Lager holte, saßen dort unerwartet zwei halbwüchsige Küken, und kuschelten sich ins Stroh. Es gelang uns, sie einzufangen und wir brachten sie erst einmal bei den Tauben und Sittichen in der Außenvoliere unter. Da die beiden aber schon völlig ausgehungert waren und offensichtlich froren, holte ich sie schließlich doch in die Innenvoliere. Dort lebten sie etwa einen Monat in einem kleineren abgetrennten Teil. Am Tage hatten sie ihren Auslauf in der Außenvoliere mit Zugang nach Innen, so wie sie es wollten und nachts schliefen sie drinnen. Doch sie wuchsen und wuchsen, und bald reichte der kleine Innenteil nicht mehr. Schnell war uns klar, dass uns dort zwei Küken der Gattung Huhn ins Haus geflattert waren. Wir hofften und beteten, dass es Hühner und keine Hähne seien, doch vergebens. Wir haben die beiden Giacomo und Leonardo getauft, weil sie singen, ich meine krähen, was das Zeug hält bei Tag und ja, auch bei Nacht. Sie verstanden sich erfreulicherweise gut und es gab nur ab und an Streit, der aber nicht lang anhielt. Glücklicherweise waren sie uns Menschen gegenüber nicht angriffslustig, was wir bei Hähnen schon anders kennengelernt haben. Mit Giacomo und Leonardo waren wohl eher die friedlicheren Musiker bei uns über den Zaun geworfen worden, die mehr Wert darauf leg-

ten, dass sie gut zur Geltung kommen und niemand sie übersieht oder überhört. Leider ist Leonardo vor wenigen Jahren verstorben, sodass wir ein paar Hennen aus dem Tierschutz übernahmen, damit Giacomo nicht alleine sein muss. Er lebt inzwischen mit sechs Hennen zusammen und ist mittlerweile fast neun Jahre alt. Giacomo hat noch keinen Paten. Vielleicht möchte jemand diesen hübschen und lieben Hahn und seine Damen monatlich unterstützen? Malima, eine der älteren Lübecker Ziegen ist vor einiger Zeit verstorben. Sie hatte nach einem Schwächeanfall und trotz Krankheit noch gut ein Jahr in einem Extragehege gelebt und war dort sehr zufrieden. Am Ende ist sie friedlich von alleine eingeschlafen. Obwohl wir nervlich ziemlich am Ende sind, da wir so viele Auflagen vom Bauamt bekommen haben, von deren Verwirklichung wir noch sehr weit entfernt sind, geben wir nicht auf. Wenn am Ende alles so erfüllt werden muss, wie das Bauamt sich das vorstellt, werden wir keine Möglichkeit mehr haben, Heu und Stroh zu lagern. Auch all die anderen kleineren Lagermöglichkeiten, so wie das Gänsehaus, das Hühnerhaus und die Kaninchenstallungen, sollen verschwinden, da sie innerhalb der neu festgelegten Waldgrenze liegen. Wenn das geschieht, dann sieht die Grundstruktur des Hofes sehr anders aus und eventuell, wenn es nicht gelingt eine Löschwasser Versorgung zu bekommen, müssen wir den Hof verlassen, weil es uns dann unmöglich gemacht wurde, hier zu leben. Aber noch ist nicht aller Tage Abend und wir versuchen alles, damit es für beide Seiten annehmbar ist und vielleicht sogar eine Verbesserung darstellt. Allen Paten und Spender*innen alles Gute und viele Grüße, Manuela für die Tierschutzgemeinschaft e.V.

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Pferdeschutzhof Süthen

Mein Appell an Alle: Lebt bewusst in jedem Moment und schaut, was ihr noch verbessern könnt, das auf allen Ebenen.

Ludwig

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Liebe Unterstützer*innen, ein sehr milder und trockener Winter, der eigentlich keiner war, liegt hinter uns. Das war für uns Menschen vielleicht angenehm, denn für wenige Wochen gab es immer wieder ein bisschen Gras zu knabbern, das Wasser blieb flüssig und den Futterbrei für die zahnlosen Senioren konnte ich immer meist im Stall einweichen, ohne dass der Brei ein Eisklotz wurde. Außerdem gab es keinen Matsch auf dem hubbeligen Boden hier, worüber sich die arthrosegeplagten Mitbewohner*innen freuten. Aber, das Wetter macht auch Angst. Die Jahreszeiten gehören zum Ökosystem, ohne sie gerät alles aus dem Lot. Vielerorts sind die Regenwürmer tief in der Erde vertrocknet. Auch Maulwürfe sind selten geworden, sie finden im trockenen Boden nichts zu essen. Die Erde wird dadurch nicht mehr gelockert und kann weniger Wasser aufnehmen; ein Teufelskreis und auch nur ein Beispiel von vielen. Es hängt alles zusammen. Deshalb macht es mich sehr sauer, wie egoistisch und achtlos die meisten Menschen leben.

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Lebenshöfe & Projekte

Eberhard

Valentino

Noch vor dem Winter hatte ich mir einen großen Futtervorrat besorgt, um auch für einen langen, harten Winter gewappnet zu sein. Wir sind zwei Mal zu einem Trockenwerk gefahren und haben eine Riesenmenge Heucops als Heuersatz für die Pferde geholt, die wegen fehlender Zähne kein Heu mehr kauen können. Die haben wir dann in mitgebrachte große Säcke geschaufelt; so konnte ich Geld und Verpackungsmaterial sparen.

schwer erkrankte und sich nicht mehr wirklich kümmern könnte. Sie besuchte sie regelmäßig bis sie im Dezember starb und Dahlia folge ihr 2 ½ Monate später.

Den Tieren ging es bis auf einige Ausnahmen gut. Greda hatte eine schwere Kolik, der Darm war komplett still; zum Glück hat sie alles gut überstanden. Bei Karlotta („meine“ Hündin) wurden im Januar die Zähne saniert, zwei wurden gezogen, Zahnstein entfernt und überwucherndes Zahnfleisch musste entfernt werden. Im Februar fing Dahlia (wir berichteten in den letzten Ausgaben) an, sich zurück zu ziehen und ihr Appetit wurde weniger. Mit war bewusst, was das zu bedeuten hatte, sie war fast 38 Jahre alt. Im März fand ich sie dann morgens flach auf der Weide liegend, zu schwach, den Kopf zu heben. Ihre Augen waren ängstlich aufgerissen und ich gab ihr was zu Beruhigung, saß bei ihr und streichelte sie, bis die Tierärztin kam und sie erlöste. Dahlia kam vor 14 Jahren zu mir, weil ihre „Besitzerin“

Malou‘s deformierter Huf wird seit einiger Zeit mit Kunsthorn beklebt, wodurch sie weniger Druck an der Hufspitze hat und sie kann wesentlich besser laufen, sogar wieder mit Michel toben. Abends jedoch möchte sie dann doch gerne in ihr neues Stallzelt und ihre Ruhe im Strohbett genießen. Valentino genießt schon wieder das frische Gras inmitten seiner Ponydamenherde oder die ersten Sonnenstrahlen bei einer Ruhepause im Stroh. Ludwig und Eberhard machen die ersten längeren Spaziergänge in ihrem Auslauf, immer auf der Suche nach was Leckerem. Danke für eure Unterstützung, sie ermöglicht den Tieren auf den Höfen und in den Projekten ein schönes Leben, ohne Ausbeutung und Angst, so wie es alle Tiere verdient haben. Liebe Grüße von Mellie und der vierbeinigen Bande.

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Neues W von den Kafkas

ir freuen uns immer noch sehr, dass wir das angrenzende Grundstück bekommen haben und so mehr Platz für unser kleines Projekt haben. Letztes Jahr hatten wir schon 60 Meter stabilen Zaun selber aufgebaut, was doch etwas anstrengend war, jetzt geht es weiter. Die ersten kleinen 10 Meter haben wir in der letzte Wochen mit Hilfe von FREE ANIMAL e.V. geschafft. Es bleibt aber noch viel Arbeit. Dennoch - wir freuen uns wirklich sehr. Leider scheint derartiges für die größeren Parteien nicht förderungswürdig zu sein - eher im Gegenteil... daher wäre es wichtig, dass Natur-,Umwelt- oder Tierschutz in der Gesellschaft einen höheren Stellenwert bekommen. Unsere Schweinedamen sind erfreulicherweise wohlauf und genießen den Frühling. Für Elsa steht dieses Jahr der Ausbau ihrer Hütte an, wenn wir das neue Grundstück fertig eingezäunt haben Während Klara ihre Hütte seit Jahren sauber hält und pflegt, neigt Elsa dazu, erst mal vorbeugend alles zu zerrupfen.

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Lebenshöfe & Projekte

Auch in diesem Jahr unterstützten wir die Frosch- und Krötenwanderung.

Wir hatten auch dieses Jahr wieder bei der Frosch- und Krötenwanderung mitgeholfen. Den Zaun haben wir gerade wieder abgebaut. Die Zahlen der Tiere gehen leider immer weiter zurück, was andere Helfer dann etwas frustriert und demotiviert. Doch ohne einen Zaun haben die Tiere aufgrund des immer stärker werdenden Straßenverkehrs kaum eine Chance, die Laichplätze zu erreichen. Letztes Jahr bekamen wir zahlreiche verletzte oder aus dem Nest gefallene Jungvögel. Darunter leider auch viele Katzenopfer, die es meist nicht geschafft hatten. Viele Vögel konnten wir aufpäppeln und schließlich frei lassen. Dieses Jahr haben wir den ersten Vogel. Eine kleine Amsel. Sie wurde von einem Hund gepackt. Sie ist aber über dem Berg und kann schon in den nächsten Tagen in die Freiheit. Wer mit dem Auto unterwegs ist: bitte etwas langsamer fahren… der Straßenverkehr fordert doch mehr Tiere, als zumindest wir es gedacht hätten. Und wer eine Katze seinen Mitbewohner nennt: bitte bitte helft mit, junge Vö-

gel zu schützen– eure Katze kann euch das nicht abnehmen… Nochmals Danke an Free Animal e.V. für die Unterstützung. Markus

Gesund gepflegt: Eine kleine Amsel

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Refugium für

Tiere in Not Liebe Freundinnen und Freunde der Tiere! Aus dem Refugium in Castrop-Rauxel kommt heute nur ein kurzer Gruß zu euch mit den letzten Neuigkeiten. Das herausragende Ereignis in diesem Jahr war die Ankunft unserer beiden neuen Hunde aus Rumänien. Mira (vormals Mirjala), eine große braune Hündin von ca. 10 Jahren, ist Anfang März hier eingezogen. Ihr großes Problem ist, dass sie absolut kein Geschirr und keine Leine mag. Wenn wir sie damit draußen herumführen wollen, wirft sie sich auf den Rücken oder den Bauch, presst sich mit ihren 45 Kilo gegen den Boden und ist durch nichts zu bewegen, diese Position aufzugeben. Wir müssen einfach Geduld haben und abwarten, wie

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sich diese Eigenart weiter entwickelt. Ohne „Zaumzeug“ läuft Mira, die ein ganz liebes, freundliches Wesen hat, gern im Garten herum oder liegt auf der Hütte, um den Hofeingang zu beobachten. Mit den vorhandenen Artgenossen hat sie sich sofort gut verstanden. Mit der Wohnungskatze hat es etwas länger gedauert. Vier Wochen nach Mira haben wir Stoffel, genannt Stöffi (ehemals Toffifee) aufgenommen. Der kleine, Rüde, dessen Alter auf 9 Jahre geschätzt wurde, hat in der ersten Woche sehr viel Arbeit gemacht, da er Giardienbefall hatte. Er musste einige Tage in Quarantäne gehalten und behandelt werden. Die anschließende Generalüberholung und Fellreinigung wurde

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unter Narkose beim Tierarzt gemacht. Stoffel ist einfach ein kleiner Schatz, lernbegierig, wachsam und immer zu einem Unsinn aufgelegt. Fremde allerdings müssen ihm gegenüber vorsichtig sein, er schnappt gerne. Wir sind froh, dass die beiden Neuen sich hier inzwischen richtig wohlfühlen und wünschen uns, dass sie auf unserem Hof ein langes schönes Leben führen dürfen. Mit herzlichem Dank an alle, die die Lebenshöfe unterstützen und herzlichen Grüßen aus dem „Refugium“ in Castrop-Rauxel Elke Balz


Verein

Free Animal e.V.

Einladung zur Mitgliederversammlung Satzungsgemäß laden wir alle Mitglieder, PatInnen (Fördermitglieder) und SpenderInnen zur

Mitgliederversammlung am 21.09.2019 um 14:00 Uhr im Cafe Malik, Schlossplatz 44 , 48143 Münster www.cafe-malik.de ein.

Tagesordnungspunkte: 1. Begrüßung durch die Vorsitzende 2. Feststellung der Beschlussfähigkeit und die Wahl des/der VersammlungsleiterIn 3. Tätigkeitsbericht 2018 des Vorstandes 4. Kassenbericht 2018

5. Entlastung des Vorstandes 6. Zukunftsperspektiven/Zusammenarbeit mit den Höfen und Projekten, anderen Vereinen und Initiativen 7. Vorschläge/Eingaben der Mitglieder 8. Diverses/Diskussion

Bitte kommt zahlreich. Auch Interessierte sind herzlich willkommen. Wir freuen uns auf euch! Mit freundlichen Grüßen Free Animal e.V.

Vorstand: Angelika Jones-Singh, Gabriele Kuhlmey, Clarissa Scherzer 10.05.2019 Free Animal e.V. • Postfach 111303 • 20413 Hamburg freeanimal@gmx.de • www.free-animal.de Spendenkonto Free Animal e.V. Naspa Wiesbaden IBAN DE29510500150113060425 BIC NASSDE55XXX - als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt -

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