Page 1


„Oft kommt mir der Gedanke, daß ich die Zukunft beneide um das, was sie über die Vergangenheit wissen wird.“ Bernard Berenson

zukunft-Training


editorial Liebe Kollegen, liebe Freunde der Winter will nicht wirklich weichen und der Frühling hat vermutlich bald keine Lust mehr. Es fröstelt noch in jeder Ecke. Aber das ist alles nichts gegen den „Frost“ in vielen Unternehmen. Ich freue mich sehr, dass der von mir sehr wertgeschätzte Kollege Hartig diese Thema als Mitarbeitergesundheit in den Fokus gestellt hat und mit seinem Artikel „Externe Mitarbeiterberatung als Erfolgsfaktor“ einige nachdenliche Überlegungen beisteuert und von seinem bevorzugten Praxisfeld berichtet. Für mich ist es immer wieder spannend zu erleben, wie kreativ und vor allem fleißig viele Kollegen unterwegs sind. Ob wir „Tiki“ Küstenmacher, Lothar Seiwert oder Stéphane Etrillard betrachten, es ist augenscheinlich, dass nur der auf Dauer erfolgreich ist, der in seinen Stärken unterwegs ist und fleißig „seinen“ Weg geht. Meine Bewunderung, liebe Kollegen, ist Euch sicher. Mit großer Hochachtung verfolge ich auch das unermüdliche Streben von Hirnforscher Gerald Hüther, der mittlerweile landauf und landab bis in die letzte Talkshow und das ZDF heute journal unterwegs ist und seine Theorien zur Bedeutung und Wirksamkeit von Begeisterung und Gelassenheit für Lernen und Gesundheit entfaltet. Die „innere Haltung“ scheint das allesumfassende Regulativ für neuronale Neuorientierungen zu sein und da trifft es sich gut, dass ich mit meinem Freund und Kollegen Prof. Dr. Dr. Jürgen Hennig, Neurobiologe und Persönlichkeitsforscher, jetzt endlich final unsere Stärkenanalyse Chara 24 online schalten konnte. Lothar Seiwert hat natürlich in seinem aktuellen neuen und sehr schön illustrierten Buch brandaktuell über Chara berichtet und sein Parkticket No.5 lautet: Ihre Stärken helfen Ihnen, Ihre Visionen zu realisieren, sie dienen als Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen die ihre Charakterstärken kennen und danach leben und arbeiten, erfolgreicher, glücklicher und gesünder sind, als Menschen die diese ignorieren. Was aber, wenn Sie Ihre persönlichen Stärken überhaupt nicht kennen und deshalb nicht nutzen können? Dann bleibt eben alles wie es ist. Deshalb Chara 24 unter www.chara24.de exklusiv für ZT-Leser Viel Spaß beim Lesen und stöbern und ein entspanntes Osterfest 2013 wünscht Ihnen/Euch

Helmut Fuchs


4

ZT | M채rz 2013


Ausgabe 13

03/13

Inhalt 06

Mitarbeitergesundheit im Fokus — Externe Mitarbeiterberatung als Erfolgsfaktor von Jörg Hartig

12

Leben is Zeit, Zeit ist Leben — Geben Sie dem Glück einen Termin von Prof. Dr. Lothar Seiwert

20

Humor nach Marx — Seien Sie übertrieben ehrlich und untertreiben Sie schamlos von Tiki Küstenmacher

24

Mit Diplomatie zum Ziel — Mit guten Beziehungen und diplomatischem Geschick lässt sich privat und beruflich mehr erreichen.

26

Der Mensch ist lernfähig, aber unbelehrbar — Die neue Leichtigkeit des Lernens und Lehrens von Dr. Helmut Fuchs

Foto credits Die verwendeten Fotos stammen von Fotolia.de oder aus dem privaten Archiv unserer Autoren In Zusammenarbeit mit: TAM-Edition Verlag Trainer-Akademie München Kontakt Web www.zukunfttrainining.de Mail redaktion@zukunfttraining.de Coverfoto Jörg Hartig Copyright Jörg Hartig März 2013

März 2013 | ZT

5


MITARBEITERGESUN

IM FOK

Externe mitarbeiterberatung als erfolgsfaktor VON JĂ–RG HARTIG


NDHEIT

KUS

gsfaktor


Wie externe Mitarbeiterberatung Unternehmen hilft gesund zu bleiben Unternehmen, stehen heute nicht nur mehr denn je vor der anspruchsvollen Aufgabe, sich in immer stärker globalisierenden und volatilen Märkte behaupten zu müssen sondern immer öfter auch vor der, die dafür nötigen personalen Ressourcen beschaffen zu können, zu entwickeln und dauerhaft zu halten. Den Personalverantwortlichen und Führungskräften wird

E

rfolgreiche Unternehmensführer wissen, dass Qualität, Fortbestand und Wachstum in letzter Konsequenz nicht von Maschinen realisiert wird, sondern immer nur von den Menschen, die sie bedienen und denen, die dem Unternehmen auf dem Markt ein Gesicht nach außen geben. In diesem Fall sind nie nur die geschaffenen Produkte Marken des Unternehmens. Starke Marken beziehen ihre Ausstrahlungskraft nicht nur aus ihrem Nutzen, ihrer Qualität, ihren Produkteigenschaften sondern auch aus der Energie und Leidenschaft, der sich mit Unternehmen und Produkt identifizierenden Menschen. Nur leider erweist sich der „homo oeconomicus“ allzu oft als „Sollbruchstelle“ im Unternehmensplan. Warum auch nicht. Der Mensch ist

8

ZT | März 2013

bei der Lösung dieser Problematik mehr denn je abverlangt und zugemutet. Müssen beide doch maßgeblich mit dafür sorgen, dass Unternehmensziele immer wieder erreicht und in der Erwartung von Wachstum und Gewinnoptimierung idealerweise übertroffen werden sollen. Das wirft die Frage auf, welche Unterstützersysteme dabei notwendig und hilfreich sein können.

nun einmal eine „weiche Ressource“, die im Wechselspiel mit den an sie gestellten Anforderungen und auf sie einwirkender Reize sensibel reagiert. Achtet man nicht darauf, dass man dieser „humanen Ressource“ gute Umgebungsund Entwicklungsbedingungen einräumt sowie regelmäßig für Regenerationsmöglichkeiten sorgt, erschöpft sie sich. Im Extremfall bis zum Totalausfall. Ohne hier ganze Arsenale von Fehlzeitenberichten und Ausfallberechnungen zu zitieren, sei hier lediglich an den nicht zu ignorierenden Fakt erinnert, dass vor allem die durch psychische Beeinträchtigungen und Erkrankungen bedingte Zahl der Personalausfälle stetig wächst. Performanceverluste und wirtschaftliche Schäden nehmen zu. Die Ausgaben für nötige Reintegrationsmaßnahmen steigen. Der nötige organisatorische Aufwand und die Kosten für Stellenneubesetzungen nehmen zu.

Externe Mitarbeiterberatung / EAP - Employee Assistance Program Um Gesundheit und das Wohlbefinden in Unternehmen zu steigern gibt es einige Möglichkeiten. Eine davon ist die „externe Mitarbeiterberatung“. Das ist der aus dem englisch-amerikanischen Sprachraum ins Deutsche übertragenen Begriff für „Employee Assistance Program – abgekürzt EAP“. Unter EAP bzw. externer Mitarbeiterberatung versteht man eine vom Unternehmen angebotene Serviceleistung für Angestellte und Mitarbeiter im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. Externe Mitarbeiterberatung als wichtiger Teil des betrieblichen Gesundheitsmanagements


Titelstory

Die WHO, welche die Verluste und Zusatzkosten in Arbeitsbereichen mit hohem Stresslevel bei 40 Mio. Arbeitnehmern in Europa auf 20 Milliarden Euro jährlich beziffert, empfiehlt externe Mitarbeiterberatung als wirksames Mittel im Bestreben psychische Belastungen zu reduzieren sowie Gesundheit und Wohlbefinden zu erhöhen. (Quelle: WHO, Prof. G. Harnois, 1909) Was kosten leistungsgeminderte Mitarbeiter? Rehabilitationswissenschaftler der Stanford Universität in Kalifornien haben eine Formel entwickelt, die von der Annahme ausgeht, dass in jedem Unternehmen etwa 20% der Belegschaft aus den unterschiedlichsten Gründen wie Stress, Suchterkrankung oder privater Probleme um 25% ihrer Leistungen gemindert ist. Die betrieblichen Ausfallkosten pro Jahr berechnen sich mit der Stanford Formel wie folgt: Hier ein Beispiel für ein Unternehmen mit 100 Mitarbeitern und durchschnittlichen Personalkosten je Mitarbeiter (MA) von 40.000 € brutto pro Jahr

Gesamtzahl der MA im Unternehmen x 20 % leistungsgeminderter MA = Anzahl leistungsgeminderter MA 100 x 20% = 20 Mitarbeiter Anzahl leistungsgeminderter MA x durchschnittliches Bruttogehalt = Durchschnittsgehälter gesamt 20 Mitarbeiter x 40.000 € = 800.000 € Durchschnittsgehälter MA gesamt x Minderleistung von 25% je MA = Gesamtkosten der Minderleistung 800.000 € x 25 % = 200.000 €

Externe Mitarbeiterberatung - rechnet sich das? Unternehmen stellen präventive oder psychologisch unterstützenden Maßnahmen gern in Frage. Das ist berechtig, weil sich der „Return on Investment“ für Prävention sachbedingt nur schwer bestimmen lässt. Vergegenwärtigt man sich jedoch mit dieser Überschlagsrechnung die in etwa möglichen jährlichen Kosten und Verluste, wird leicht klar, dass man im Sinne eines optimierten Risikomanagements und im Verhältnis zu den berechenbaren Verlusten gesehen nur gewinnen kann. Die dafür tatsächlich nötigen Investitionssummen halten sich in der Regel vergleichsweise dazu in erfreulich akzeptablen Rahmen. In der Regel schließen Unternehmen Rahmenverträge mit den EAP-An-

Jörg Hartig „Die Entwicklung von Persönlichkeiten und alles, was sie auf ihrem Erfolgsweg souverän macht und in Balance hält, ist sein Claim.“

März 2013 | ZT

9


bietern ab. Hier zahlt das Unternehmen eine günstig vereinbarte Pauschale je Mitarbeiter und bekommt dafür eine Abrufgarantie. Andere Unternehmen wiederum stehen lediglich mit ausgewählten EAP-Partnern in kooperativen Kontakt, um deren Leistung nur im konkreten Bedarfsfall anzufordern. Die unternehmensseitige Befürchtung, dass die Kosten enorm sein könnten, bestätigte sich in Evaluationen bisher kaum. In Unternehmen, die externe Beratung anbieten, liegt die tatsächliche Abrufrate des Angebots bei etwa durchschnittlichen 10% der Mitarbeiter.

Verschlimmerung im besten Falle verhindert werden. Arbeitsplatz bezogene oder private Sorgen und Ängste, die zu einer psychischen Belastung bis hin zur Erkrankung anwachsen könnten, werden durch Beistand, Rat und praktischer Hilfe zu mildern oder gar aufzulösen versucht.

Was leistet externe Mitarbeiterberatung / EAP?

Angefangen von der telefonischen Beratung, dem Beratungskontakt per Email, der Supervision von Einzelpersonen oder Gruppen, der Teilnahme an auf Prävention ausgerichteten Schulungen bis hin zum persönlichen Gespräch mit dem externen Berater. Einmalig oder als Begleitung über einen begrenzten Zeitraum hinweg. Ganz gleich, welche Form der Kontaktaufnahme gewählt wird, gewährleistet das Unternehmen immer eine freiwillige und geschützte Annahme des Angebotes. Die externen Berater und Experten stellen sicher, dass sie zeitnah zur Verfügung stehen und alles Besprochene vertraulich behandeln. Eine Rückmeldung über

Allgemein beschriebenes Anliegen für externe Mitarbeiterberatung ist die Beratung und Begleitung bei Arbeitsplatzproblemen, der Bewältigung familiärer Probleme wie zum Beispiel Trennungsverarbeitung, Erziehungsschwierigkeiten oder die Pflege von Angehörigen. Häufiges Thema ist der Umgang mit Stress, Belastungen und Erschöpfungsgefühlen. Psychische und psychosomatische Störungen sowie beratungsfähige Suchterkrankungen können niederschwellig aufgefangen und deren

konkrete Beratungsinhalte an den Arbeitgeber gibt es in der Regel nicht. In der Beratung gefundene Lösungen werden da, wo es möglich ist, mit Unterstützung des Unternehmens gemeinsam umzusetzen versucht. Worin bestehen Nutzen und Vorteile für das Unternehmen?

Methoden und Verfahrensweise Für die Beratung und Begleitung der Mitarbeiter steht eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung.

Zunächst einmal kommen die Unternehmen mit diesen Beratungs- und Unterstützungsangeboten ihrer gesetzlichen Fürsorgepflicht nach. Mehr noch aber als das, geben sie der internen Unternehmens- und Wertekultur nachhaltig positive Impulse. Nach außen hin wird das Unternehmen anziehender und attraktiver für mögliche Bewerber. Alle Maßnahmen der externen Mitarbeiterberatung / EAP führen in der Regel dazu, dass sich Leistungsminderungen und das Maß an Kostenverlusten durch Krankheitsausfälle oder Kündigungen senken lassen. In Unternehmen, die offen mit dem Thema menschlicher Probleme und psychischer Belastungen umgehen, herrscht auf Dauer ein angenehmeres und offeneres Betriebsklima. Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen und gewertschätzt. Honoriert

Jörg Hartig

Hat Psychologie und Medizin st und TV ist er regelmäßig gefrag ternehmen der Medienbranche Rundfunk) oder im Lektorat der Unternehmen. In diesem Zusam (EAP = Employee Assistance Pro Firmen bei der Bewältigung bel sowie Präsentismus, Arbeitsaus www.joerghartig.de

10

ZT | März 2013


wird das seitens der Mitarbeiter durch eine Zunahme an Loyalität, Engagement und stabilerer Bindung an das Unternehmen. Wie Mitarbeiterberatung / EAP Führungskräfte entlasten und unterstützen kann Als Mittler zwischen den durch das Top-Management vorgegebenen Unternehmenszielen und den Beschäftigten am Arbeitsplatz kommt den Führungskräften im Gesamtkontext wirtschaftlichen Erwartungen, Personalführung und betrieblichen Gesundheitsmanagements eine besondere und wichtige Vermittlerrolle zu. Viele, vor allem aber junge, Führungskräfte fühlen sich jedoch gerade auf dieser Position oft selbst enorm unter Druck und überfordert. Fachlich zumeist exzellent für die Führungsposition ausgebildet, fehlt es zuweilen noch an persönlicher Reife und Erfahrung in der praktischen Menschenführung. Kaum einem ist dieses Talent abrufbereit in die Wiege gelegt. Bevor heutige Führungskräfte der neu hinzugekommenen Rollenerwartung auch „Coach der Mitarbeiter“ sein zu können, gerecht werden können, brauchen Sie jede Menge Entlastung, Unterstützung und ein Zugeständnis an Zeit für ihren eigenen Entwicklungsprozess.

Ein wichtiger Baustein dafür sind stetige Weiterbildung und Training. So umfasst das Angebot der Experten von externer Beratung / EAP auch die Schulung von Führungskräften und Personalverantwortlichen. Neben der vorausgesetzten fachlichen Eignung für die besetzte Position, gehören langfristig zusätzlich diese Themen zu dem Entwicklungsprogramm einer modernen Führungskraft: • • • •

• •

Kommunikation, Rhetorik und Gesprächsführung Konstruktive Konfliktlösung und Verhandlung Selbstmanagement und Eigenmotivation Persönlichkeitsdifferenzierte Menschenführung / „Experienced Leadership“ Team- und Mitarbeitermotivation Kompetenz in Zielfindung, Entscheidungsfindung und strategischer Umsetzung Umgang mit psychisch belasteten Mitarbeitern (Burnout, Depression, Sucht,…) Stress, Stressbewältigung und Resilienz

Fazit Große Unternehmen verfügen im Bereich des innerbetrieblichen Gesundheitsmanagements meist schon über gut ausgebaute Strukturen. Zu denen gehören Betriebsärzte, Personalmanager sowie eine unternehmensbezogene Palette von Angeboten zur Gesundheitsförderung und Prävention. Hier können Anbieter externer Mitarbeiterberatung eine lohnenswerte Ergänzung sein. Für kleinere Firmen und mittelständische Unternehmen, die kein ausgebautes Gesundheitsmanagement brauchen oder haben können, empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit externen Anbietern. Das bietet für diejenigen Dienstleister, die Präventionsangebote und Beratungen im Portefeuille haben die Chance, sich den Unternehmen mit einem entsprechenden Angebotsprofil als Servicepartner zu empfehlen und von den Chancen in diesem Bereich zu profitieren. Ich selbst, als Anbieter von externer Mitarbeiterberatung /EAP-Diensten im Bereich Persönlichkeitsentwicklung, psychologische Beratung und Führungskräftetraining mache damit durchweg positive Erfahrungen. *** Jörg Hartig

tudiert. Ist Diplom-Psychologe und Unternehmer. Er arbeitet als Berater, Coach, Psychotherapeut, Vortragsredner und Trainer. Für Rundfunk gter Interviewpartner. Neben seinem psychologischen sowie medizinischen Wissen verfügt er über praktische Erfahrungen aus mehreren Une. Dort war er in verschiedenen, zum Teil eigenen Verantwortungsbereichen, wie Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des MDR (Mitteldeutscher r Tageszeitungsproduktion im Springerverlag, angestellt. 2004 gründete er mit seiner Beratungs- und Therapie-Praxis erfolgreich sein eigenes mmenhang steht er Unternehmen im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung als Kooperationspartner für externe Mitarbeiterberatung ogram) und Führungskräfte-Coach zur Seite. Mit psychologischer Beratung und Begleitung unterstützt er Mitarbeiter und Führungskräfte von lastender beruflicher oder privater Schwierigkeiten und Lösung von Konflikten. So trägt er dazu bei, die Mitarbeitergesundheit zu erhöhen sfälle und Fehlzeiten zu reduzieren.

März 2013 | ZT

11


Zeit ist

LEBEN ist Zeit

von Prof. Dr. Lothar Seiwert


H

eute wird man viel später alt. Es ist fast normal, dass eine Frau mit 40 ein Kind bekommt. Und ein Mann mit 45 ist auch noch lange nicht in seinen besten Jahren. Früher galt man zwischen 21 und 65 als erwachsen. Es gab nur einen Lebensabschnitt als Erwachsener. Die Amerikanerin Gail Sheehy hat als Erste eine neue Grenze beschrieben: Und zwar beginnt mit 45 das zweite Erwachsenenalter – ein neues Leben. Das nennt die Amerikanerin »mastery«, Überlegenheit. Vorher sterben wir zwar einen kleinen Tod, den man als frühe Midlife-Krise bezeichnen kann. Weil wir uns Gedanken über die Endlichkeit des Lebens machen. Und weil wir uns fragen, ob das, was hinter uns liegt, in der gleichen Art und Weise so weitergehen soll. Aber dann machen wir uns – geläutert und wie neu geboren – auf zum Gipfel, zur Spitzenleistung. Denn in diesem Alter haben wir die beste Möglichkeit, unser Leben nach den eigenen Vorstellungen neu zu gestalten: Wir verfügen über einen Schatz an Erfahrung und über das meiste Geld in unserem Leben. Beides hilft oft auch, das Leben neu anzugehen. Manche satteln in diesem Alter um und erfüllen sich

den beruflichen Wunsch, den sie schon immer hatten. Andere gehen auf die Universität, studieren Philosophie oder Medizin. Oder wollen endlich etwas Sinnvolles tun: Sie kaufen einen Biobauernhof, züchten vom Aussterben bedrohte Rinder. Und wieder andere ziehen sich zurück auf die Insel. Aber müssen wir so lange warten, um unser Glück zu realisieren? Im Internet kursiert folgende Geschichte:

„Geben Sie dem Glück einen Termin“

Ein Mann öffnet die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holt ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. Es ist nicht irgendein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche darin. Er wirft das Papier weg und betrachtet die Seide und die Spitze. »Das habe ich ihr gekauft, als wir zum ersten Mal in New York waren. Das ist jetzt acht oder neun Jahre her. Sie hat es nie getragen, sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren. Und jetzt, glaube ich, ist diese besondere Gelegenheit gekommen.« Er nähert sich dem Bett und legt die Unterwäsche zu den anderen Sachen, die das Bestattungsinstitut abholen wird. Seine Frau ist gestern gestorben.

Prof. Dr. Lothar Seiwert Prof. Dr. Lothar Seiwert, CSP (Certified Speaking Professional), ist Deutschlands erfolgreichster Zeitexperte und Vordenker in Zeitfragen. Er entwickelt seit Jahrzehnten innovative Strategien, um seien Kunden und Leser zu einer individuellen Zeitweisheit zu führen. Zeit-Management, Life-Balance und Flow, das sind die Leidenschaften des weisen Zeitmanagers, der jeden Tag darauf achtet, auch dem Glück einen Termin zu geben. www.Lothar-Seiwert.de

14

ZT | März 2013


Warum diese Geschichte sich durchs Internet bewegt, weiß ich nicht. Wahrscheinlich bewegt ihre Moral viele Menschen so, dass sie sie einfach von Server zu Server mailen: Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf; jeder Tag, den du lebst, ist ein besonderer Anlass. Seit ich diese Worte gelesen habe, kann ich sie nicht vergessen. Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger. Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft, ohne auf das Unkraut im Garten zu achten. Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und weniger Zeit bei der Arbeit. Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung von Erfahrungen ist, die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts Minderwertiges mehr auf. Ich benutze täglich meine Kristallgläser. Wenn mir danach ist, trage ich mein neues, hochwertiges Jackett, um in den Supermarkt zu gehen. Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust darauf habe, anstatt sie für Festtage aufzuheben. Formulierungen wie »Irgendwann mal« oder »Wenn ich erst mal ..., dann« oder »Bei Gelegenheit« oder »Ich muss unbedingt mal wieder« verbanne ich eine nach der anderen aus meinem Vokabular. Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau aus der Geschichte getan hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird – ein »Morgen«, das wir oft zu leicht nehmen. Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und enge Freunde angerufen hätte. Vielleicht hätte sie versucht, ein paar alte Freunde zu treffen, um sich zu versöhnen oder sich zu bedanken für ihre Freundschaft. Der Gedanke, dass sie vielleicht noch zu ihrem Lieblingsitaliener essen gegangen wäre, gefällt mir sehr. Es sind diese kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Ich würde es bedauern, Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich »unbedingt mal wieder« in Verbindung hätte setzen wollen. Es täte mir leid, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich »bei Gelegenheit« schreiben, und meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe. Mae West sagte einmal:

„Man lebt nur einmal, aber wenn man es richtig tut, ist einmal auch genug.“ Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was mir Freude und Lächeln in mein Leben bringen könnte. Jetzt gebe ich dem Glück täglich einen Termin und sage mir, dass jeder Augenblick – jeder Tag, jede Stunde, jede Minute – etwas Besonderes ist. *** Prof. Dr. Lothar Seiwert

März 2013 | ZT

15


Parkticket No.5: Ihre Stärken helfen Ihnen, Ihre Visionen zu realisieren, sie dienen als Schlüssel zu einem erfüllten Leben. Originalzitat aus dem neuen Seiwert Bestseller Seite 53:

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen die ihre Charakterstärken kennen und danach leben und arbeiten, erfolgreicher, glücklicher und gesünder sind, als Menschen die diese ignorieren. Was aber, wenn Sie Ihre persönlichen Stärken überhaupt nicht kennen und deshalb nicht nutzen können? Dann bleibt eben alles wie es ist. Die sensationelle Nachricht der modernen Charakterforschung auf Basis der Positiven Psychologie aber ist: Wenn Sie Ihre Stärken – z.B. mit CHARA – identifizieren und sich anschließend intensiv genug mit der Nutzung Ihrer Stärken beschäftigen, wird es automatisch früher oder später auch zu einer Veränderung Ihres Umfeldes führen, etwa ein anderer Job, mehr Verantwortung, ein Abteilungswechsel, neue Freunde und Bekannte, ein neues Hobby. Die professionellen Begleitung durch einen Coach oder eines Seminars fördert diesen Entwicklungsprozess erheblich. Zusätzlich zeigt die Schönheitsforschung, dass Menschen, die ihren Charakter erkennen, schulen, trainieren und leben, als charismatischer, selbstbewusster und jünger eingeschätzt wer- den. Also, was trifft auf Sie zu?

Die Analyse kann für Seiwert - und ZT-Leser für den Zeitraum von 4 Wochen unter : http://seiwert.chara24.de  für nur 19,- statt 24,- Euro abgerufen werden kann.

16

ZT | März 2013


Heute schon entschleunigt? Lothar Seiwert präsentiert die Essenz aus über 30 Jahren Zeitwissen

Die Zeit läuft uns davon! Unsere Tage sind davon beherrscht, Aufgaben, Plänen und Pflichten nur noch hinterherzulaufen. »Zeit, dass sich was dreht!«, sagt Europas führender Zeit-Experte und Bestsellerautor Prof. Dr. Lothar Seiwert und steuert in seinem innovativen Wende-Buch gegen, indem er nicht nur zeigt, wie wir unsere Probleme mit der Zeit lösen, sondern auch, wie wir die Chancen der Zeit für uns entdecken und nutzen können. Denn wie alles im Leben hat auch unser Zeitempfinden zwei Seiten: chronischer Mangel, Stress und Termindruck sind die eine, Freiraum für Muße, Visionen und Sinn die andere. Lothar Seiwert geht in seinem Wende-Buch das Thema im wahrsten Sinn des Wortes von beiden Seiten an und zeigt anhand vieler praktischer Tipps und Gedankenspiele, wie wir dem Gefühl von Hektik und innerer Unruhe entkommen und ein Leben in Entspannung und Freude finden können. Alltagstaugliche Übungen einerseits und inspirierende Denkanstöße andererseits führen uns zu einem gelassenen und sinnerfüllten Umgang mit unserer Zeit. Damit wir das Beste aus ihr machen!

Lothar Seiwert ZEIT IST LEBEN, LEBEN IST ZEIT Die Probleme mit der Zeit lösen / Die Chancen der Zeit nutzen Originalausgabe Paperback, Klappenbroschur 320 Seiten mit 30 farbigen Abbildungen € 16,99 [D] / € 17,50 [A] / CHF 24,50 ISBN 978-3-424-20075-1

März 2013 | ZT

17


Um den Markt zu bestim

richtige A

Jetzt mit bis zu 80% Ausbildungsf

Die n채chste Ausbildung b

Trainer Akade

www.trainer-

18

ZT | M채rz 2013


mmen brauchen Sie die

Ausbildung

fĂśrderung im Bundesland Sachsen

beginnt am 12. Mai 2013

emie MĂźnchen

-akademie.de (Anzeige)

März 2013 | ZT

19


Humor NACH MARX Seien Sie 체bertrieben ehrlich & untertreiben Sie schamlos von Tiki K체stenmacher

20

ZT | M채rz 2013


M채rz 2013 | ZT

21


9 Tips für den humorvollen Alltag

M

arx? Nein, nicht Karl, sondern Groucho und seine Brüder: Die legendären Filme der Marx Brothers enthalten eine Art von Humor, von der sich eine ganze Schule von Komödianten herleitet. Deren Pointen beruhen auf ein paar einfachen Prinzipien, mit denen

auch Sie Humor ins ernste Leben bringen können. Zitate von Groucho Marx sind kursiv gedruckt. In weiten Bereichen fehlen jedoch das Wissen und die Handlungskonzepte, wie Emotionen sinnvoll in die Managementpraxis integriert werden können.

1.

2.

3.

Nehmen Sie‘s wörtlich Bei uns bekannt als Kalauer, ist das sozusagen die Urform des Witzes: Ein 5-jähriges Kind könnte das verstehen. Holen Sie mir sofort ein 5-jähriges Kind! Groucho hatte seinen Spaß daran, diese Tour auch im normalen Leben durchzuziehen. Als er mal ein Restaurant verließ, rief ihm der Wirt zu: „Passen Sie auf die Stufe auf!“ Nach 10 Minuten fand der Wirt den berühmten Schauspieler immer noch neben der Stufe stehen. Groucho stöhnte: „Sie hatten doch gesagt, ich soll auf die Stufe aufpassen.“

Führen Sie einen Satz anders weiter als erwartet Je vertrauter und abgegriffener der Satz ist, umso besser funktioniert das. Hinter jedem erfolgreichen Mann steckt eine Frau, und hinter der steckt seine Ehefrau.

Hauen Sie einen Pflock ein und stoßen Sie ihn dann um Eine Variante der vorherigen Methode. Man bezieht kategorisch einen Standpunkt und führt ihn mit Blick auf den Gesprächspartner umgehend ad absurdum. Das sind meine unumstößlichen Prinzipien. Wenn Ihnen die nicht gefallen, ich habe auch noch andere. Oder: Keine 10 Pferde können mich davon abbringen. Sie haben doch um Gottes willen nicht etwa 10 Pferde?!

22

ZT | März 2013

Auf dieser Humor-Technik beruhen auch viele Witzgeschichten. Eines Morgens erschoss ich einen Elefanten in meinem Pyjama. Ich hab nicht die leiseste Idee, wie der in meinen Pyjama gekommen war.


4.

7.

Stellen Sie‘s auf den Kopf Gehen Sie wieder von einem vertrauten Satz aus und probieren Sie aus, ob das Gegenteil davon vielleicht einen schrägen Effekt verursacht. Warum sollte ich etwas für die Nachwelt tun? Was hat denn die Nachwelt für mich getan? Viele typische Comedy-Pointen arbeiten mit diesem Humor-Kniff: „Der Müllmann ist da.“ - „Sag ihm, wir brauchen nichts.“

Untertreiben Sie schamlos Das geht mit den Wörtchen „nicht einmal“ fast von selbst. Von einem Prominenten will man Dinge erfahren, die man nicht einmal von sich selbst wissen will.

5. Seien Sie unverschämt Das gesündeste Lachen ist eigentlich das Lachen über sich selbst, bei dem man sich selbst relativiert: Ich möchte nicht einem Verein angehören, der so jemanden wie mich als Mitglied akzeptieren würde. Gefährlicher ist es, Witze über das Publikum zu machen. Das kann jedoch auch seinen Reiz haben: Ich war nie nervös, denn ich wusste, ich war besser als das Publikum.

8. Kombinieren Sie die bisherigen Methoden Etwa die überraschende Weiterführung eines bekannten Satzes mit gleichzeitiger Unverschämtheit: Ich vergesse niemals ein Gesicht, aber bei Ihnen werde ich mal eine Ausnahme machen. Nach dem gleichen Muster: Ich hab‘ mich echt schiefgelacht, als ich Ihr Buch in die Hand bekam. Eines Tages werde ich es vielleicht sogar lesen.

9. Halten Sie einen guten Satz für den Schluss parat Groucho Marx beendete Interviews gern so: Und wenn Sie mich zitieren, dann bitte den folgenden Satz: „Ich bin falsch zitiert worden.“

6. Seien Sie übertrieben ehrlich Grouchos entwaffnende Ehrlichkeit war nicht nur unverschämt frech, sondern auch ein probates Lockmittel, um das Publikum neugierig auf seinen Humor zu machen: Ich beginne meine Vorträge am liebsten mit einem selbst erfundenen arabischen Sprichwort.

*** Tiki Küstenmacher

Werner Tiki Küstenmacher Bereits als Schüler entwickelte er eine Leidenschaft für das Zeichnen von Comics und Karikaturen. Zeichnend unter der Schulbank erwischt, erhielt der Linkshänder drei Verweise und zwei Arreste. Küstenmacher studierte nach dem Abitur evangelische Theologie in München, Tübingen und Neuendettelsau und war anschließend zwei Jahre Vikar in Freising. Er absolvierte journalistische Zusatzausbildungen beim Münchner Merkur und sowohl beim Bayerischen Rundfunk als auch beim Bayerischen Fernsehen. In den 70er Jahren gab er einen Tiki-Kalender heraus. In den 1980er Jahren machte er sein Hobby zum Nebenberuf und zeichnete den ersten von acht Bilderbögen, in denen er sich auf witzige Art und Weise mit der Bibel, der Kirche und den konfessionellen Unterschieden beschäftigt. Außerdem brachte er unzählige Taschenbücher und Begleithefte für den Konfirmandenunterricht heraus. www.simplify.de

März 2013 | ZT

23


Mit Diplomatie zum Ziel Mit guten Beziehungen und diplomatischem Geschick lässt sich privat und beruflich mehr erreichen. Deshalb zeigt Stéphane Etrillard in seinem neuen Buch, wie jeder die Kunst der Diplomatie lernen und im Alltag clever anwenden kann. Mit fundiertem Hintergrundwissen, anschaulichen Beispielen und praktischen Tipps zeigt der Autor dem Leser in dieser Neuveröffentlichung, wie er mit Diplomatie nicht nur schneller, sondern auch leichter zum Ziel kommt.

W

o auch immer sich Menschen zu Gruppen zusammengeschlossen haben, hat es sich bald als vorteilhaft erwiesen, Beziehungen zu anderen Gemeinschaften aufzunehmen und zu pflegen. Deshalb ist die Diplomatie letztlich so alt wie die Menschheit. Und auch heute gehören Beziehungen zu anderen Menschen zweifellos zu den wichtigsten Dingen in Leben – allen voran natürlich die privaten Beziehungen zur Familie, zur Partnerin, zum Partner und zu Freunden, doch ebenso die Beziehungen im Berufs- und Geschäftsleben. – Und genau darum geht es in dem jetzt erschienenen Buch von Stéphane Etrillard: Er beschreibt, wie wir uns das Leben mithilfe der Diplomatie erheblich erleichtern und unsere Erfolgschancen zugleich vergrößern können. In 22 kurzweiligen Kapiteln beschreibt der re-

24

ZT | März 2013

nommierte Fachbuchautor, warum Diplomatie heute so gefragt ist wie selten zuvor, wie Feindbilder entstehen und was zu tun ist, um einen Scherbenhaufen wieder aufzusammeln. Hierbei wird das Thema von vielen Richtungen beleuchtet. Der Leser erfährt, wie ihn Vorurteile und Klischees in eine falsche Richtung leiten können, und erhält Tipps für die Entwicklung von Strategien, um gute Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Die Kunst der Diplomatie hat dabei viele Gesichter. Vor allem ist sie alltagstauglich und hat auch im harten Geschäftsleben einen festen Platz; sie ist das beste Mittel, um private wie berufliche Beziehungen zu stärken, die eigenen Interessen durchzusetzen sowie Auseinandersetzungen und Konflikte beizulegen, ohne klein beigeben zu müssen oder die Beziehung zum Gegenüber aufs Spiel zu setzen. Stéphane Etrillard weist dabei darauf hin, dass Diplomatie keineswegs mit Weichheit und Nachgiebigkeit gleichzusetzen ist. Im Gegen-

teil, Diplomatie ist vielmehr die Kunst, die Konsequenzen für das eigene Handeln jederzeit im Blick zu behalten und, wenn nötig, klare Grenzen zu ziehen. Auf der anderen Seite bedeutet Diplomatie, Gefühle zu kontrollieren, Eskalationen zu verhindern und Beziehungen zu pflegen. Dadurch wird die Diplomatie zu einem echten Allrounder, von dem der Leser in allen Lebenslagen profitieren kann. Deshalb lohnt es sich, das eigene diplomatische Geschick zu trainieren und auszubauen. Das stärkt die eigene Persönlichkeit und hilft, die eigenen Ziele zu verwirklichen. Wer die Kunst der Diplomatie beherrscht, kommt nicht nur schneller, sondern auch leichter zum Ziel. Stéphane Etrillard hat ein eindringliches Plädoyer für mehr diplomatisches Geschick im Alltag geschrieben, das dabei hilft, das eigene Leben leichter zu machen. ***


Zum Autor

Stéphane Etrillard Mit Diplomatie zum Ziel Wie gute Beziehungen Ihr Leben leichter machen 252 Seiten, 15,6 x 23 cm, gebunden Gabal-Verlag — März 2013

Stéphane Etrillard (Berlin) ist internationaler Keynote Speaker und zählt zu den Top-Wirtschaftstrainern und Coachs in Europa. Der mehrsprachige Vortragsredner gilt als führender europäischer Experte für „persönliche Souveränität”. Zu seinen Klienten zählen Manager aus Top-Unternehmen, mittelständische Unternehmer und Politiker sowie viele Menschen, die sich bei ihm neue Impulse holen, um ihre Kommunikation noch souveräner und ihr Leben erfolgreicher zu gestalten. Er ist Autor von über 40 Büchern und Audio-Coaching-Programmen sowie beliebter Interviewpartner für die Presse.

€ 24,90 [D] ISBN 978-3869364735

März 2013 | ZT

25


aber

Der Mensch ist Lernf채hig,

Unbelehrbar

Die neue Leichtigkeit des Lernens und Lehrens

TEIL 1 von Dr. Helmut Fuchs

26

ZT | M채rz 2013


M채rz 2013 | ZT

27


Ist der Mensch tatsächlich unbelehrbar, und alle jüngeren neurowissenschaftlichen Erkenntnisse deuten daraufhin, dann wirft sich die Frage auf, wie lernen und lehren zukünftig aufgestellt sein muss, um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden.

E

s ist erfreulich zu hören, dass die Aussage meines Kollegen Prof. Frederic Vester, Biokybernetiker, Biologe und Bestsellerautor und Fernsehmoderator bei Wissensendungen, vielen noch bekannt durch seine mehrteilige Sendungen „Denken,Lernen und Vergessen“ oder „Phänomen Stress“, den ich Mitte der 70er Jahre in seiner Studiengruppe Biologie und Umwelt in München besuchte, nun endlich eine weitere Verbreitung findet. Er sagt damals schon zu mir: „In unseren Schulen, lieber Herr Fuchs werden durch Willkür Versager gezüchtet. Aus biologischer Sicht ist das was man Lernen nennt völlig falsch zugeordnet!“

Rüstzeug und die Instrumente, um als Trainer, Coach oder Lernarchitekt gezielt Weiterbildungsmaßnahmen nach neuen lerntheoretischen Gesichtspunkten anzukurbeln und Unternehmen zu einer lernenden Organisation zu entwickeln.

In der betrieblichen Weiterbildung gewinnen nun neue Ansätze auf dem Hintergrund jüngerer Erkenntnisse der Neurowissenschaften, der Humanwissenschaften, der Medienforschung und der veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zunehmend an Bedeutung. Die Notwendigkeit der kontinuierlichen beruflichen und persönlichen Weiterqualifizierung steht nach wie vor in nahezu allen Bereichen außer Frage. Dies bedingt die wachsende Nachfrage gerade im unternehmerischen Kontext an qualifizierten Weiterbildungsexperten, die es verstehen, fachlich-inhaltliche Kompetenz mit jüngeren erwachsenenpädagogischer Kompetenzen zu verbinden. Die TAM-Trainer Akademie-München hat sich dieser neuen Herausforderung gestellt und eine völlig neue Ausbildungskonzeption entwickelt, die anläßlich der 40 Jahr-Feier in 2014 vorgestellt werden wird und sich gegenwärtig in der Piloterprobung befindet.

Der 3-Phasen Kompaktlehrgang zum Weiterbildungsexperten!

Hier im Rahmen einer Mini-Serie werden wir in dieser und auch in den folgenden Ausgaben von Zukunfttraining aktuell Erkenntnisse der Erwachsenenpädagogik und der neurowissenschaftlichen Grundlagen für unsere Leser aufbereiten und ebenso die neue Ausrichtung der TAM- Trainer-Akademie-München am Beispiel des 3-Phasen Kompaktlehrgangs aufzeigen Der neue zertifizierte Ausbildungslehrgang vermittelt das elementare

28

ZT | März 2013

Dieser Lehrgang kombiniert jüngste erwachsenenpädagogische Erkenntnisse und langjährig erprobtes Handwerkszeug als Trainer, Berater und Coach. Die gelungene Mischung aus erfahrenen Managementtrainern, hochkarätigen Wissenschaftlern und fachspezifischen Experten garantiert eine umfassende Ausbildung und das Rüstzeug für eine gelungene Karriere im Business-Training.

Der 3-Phasen-Kompaktlehrgang kann als gesamtes Weiterbildungspaket absolviert werden. Auch die stufenweise Aufteilung in separatisierte Bausteine 1-3 ist je nach Verfügbarkeit möglich. Durch die Kombination von Praxis und Theorie ist dieser Lehrgang einzigartig und gibt Ihnen die Möglichkeit, wichtige Zusatzzertifikate zu erwerben. Die Zertifikate als Seminarleiter, Managementtrainer und Lernarchitekt sind vom Berufsverband anerkannt und werden dementsprechend einzeln zertifiziert. Sie erhalten ebenfalls ein Zertifikat als Motivationscoach durch die MSA-Zentrale und als Webinartrainer BDVT. Auch ein TÜV-Zertifikat als „Trainer der Erwachsenenbildung“ kann nach erfolgreichem Managementtrainer-Lehrgang erfolgen. Absolventen des Gesamtprogramms und Teilnehmer des Lehrgangs “ Vom Managementtrainer zum Lernarchitekten“ erhalten das Hochschulzertifikat „Lernarchitekt“ als Qualifikationsnachweise eines advanced Studienprogramms. Dieser 3. Ausbildungsteil kann auch von bisherigen TAM-Absolventen separat gebucht werden. Die Zulassung zu diesem Zertifikatslehrgang wird im Einzelfall entschieden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.


Im 3 -Phasen Kompaktlehrgang vermitteln erfahrene Referenten das Rüstzeug für eine professionelle Rolle als Seminarleiter, Management-Trainer und Lernarchitekt. Alle Teilnehmer lernen in Präsenzphasen, interaktiv, multimedial und mit Webinar-Unterstützung, sich professionell aufzustellen. •

• •

• •

• •

Die Wochenend-Module können bequem neben der beruflichen Arbeit absolviert werden. Die Präsenzphasen beginnen (ausgenommen das erste Modul) jeweils Freitags um 10.00 Uhr und enden Sonntags um 16.00 Uhr. Zwischen den Bausteinen erhalten die Teilnehmer Webinar-Unterstützung und können sich so optimal auf die Module vorbereiten. Die Teilnehmer unterstützen sich gegenseitig im Studien-Netzwerk und können damit Erfahrungen austauschen und ihr eigenes ProfiNetzwerk bereits während der Ausbildung erfolgreich aufbauen. Die Teilnehmer profitieren von einer der ältesten deutschen Management-Akademien mit mehr als 1000 ausgebildeten Trainern Die Absolventen werden nach der Ausbildung weiter unterstützt und können als „ TAM associated Consultant“ von der ausgezeichneten Referenzrolle der Trainer Akademie München profitieren. Die Absolventen können in der

TAM- Community auf ausgearbeitete Trainingsprogramme und weitere Zusatzausbildungen zum TeamTrainer, zertifizierten Lachyogatrainer, Seminarleiter für Autogenes Training, Launologiecoach und Ausbildung zum Erlebnisorientierten Training zurückgreifen. Alle Ausbildungen sind von unterschiedlichen Partnern und Berufsverbänden zertifiziert.

Die erste Lehrgangsphase zum Fachtrainer ist gedacht •

für Spezialisten und /oder Führungskräfte, die für ihren Erfolg darauf angewiesen sind, ihr Wissen und Know How an andere weiterzugeben und diese dafür zu begeistern. Verkäufer, Techniker, Controller, Einkäufer, Produkt- oder Servicemanager – sie alle stehen mindestens zeitweise vor der Aufgabe, andere an ihrem Fachwissen teilhaben zulassen.

für Mitarbeiter, die Spass daran haben, ihr Wissen und ihre Fähigkeiten mit andern zu teilen, und die vielleicht mit der Möglichkeit liebäugeln, sich als freier Trainer selbstständig zu machen.

für Wissenschaftler und Forscher, für Berater, für FeuerwehrKommandanten und auch für

Vereinsvorstände, für Beamte, Informatiker und Treuhänder, für jeden der Wissen weitergeben will. In dieser sehr praxisorientierten Ausbildung vermittelt der Lehrgang ein breites Spektrum an Methoden der Seminargestaltung und Wissensvermittlung, das Ihnen hilft, Ihre Seminare abwechslungsreich und wirkungsvoll zu gestalten. Das aktive Trainineren für die Anwendung in Ihrem beruflichen Umfeld steht dabei im Vordergrund. Nutzen Sie dabei auch die Gelegenheit Trainingssequenzen aus Ihrem Alltag unter professioneller Leitung zu bearbeiten und zu optimieren. Die Seminarleiter-Ausbildung umfaßt 6 intensive Tage in Vollzeitform. Mit modernen Lehr- und Lernmethoden werden Sie für Ihre Tätigkeit als Seminarleiter ausgebildet. Mit der Abschlusspräsentation können Sie das Zertifikat des BDVT als zertifizierter Fachtrainer / Seminarleiter erwerben Der zweite Teil des Kompaktlehrgangs beinhaltet die komplette Ausbildung zum zertifizierten Managementtrainer mit TAM-Diplom und BDVT-und TÜV-Abschluß Der dritte Teil vom Managenementtrainer zum Lernarchitekten wird im wesentlichen von dem TAM-Solution-Baustein (SOLUTION steht für Strategieumsetzendes und organisationales Lernen und Trainieren in Organisationen) bestimmt und ergänzt die Coaching und SpeakerKompetenz des Weiterbildungsexperten. *** Dr. Helmut Fuchs

Dr. Helmut Fuchs Psychotherapeut, Wirtschaftspsychologe und -pädagoge, Cheftrainer und „Spiritus rector“ der lernphilosophischen Strategie der neuen „Leichtigkeit des Lernens“ der renommierten TAM Trainer Akademie München, gilt als Wegbereiter des erlebnisorientierten Lernens im Management und hat in den 90ern die klinische Motivanalyse von Prof.Stephen Reiss nach Europa geholt und für die Personalentwicklung aufbereitet. Mit der Gründung des WIFAL-Instituts und der Entwicklung der Protowissenschaft Launologie und den Analysetools MSA, Intrinsic und Chara 24 hat er zeitgeschichtliche Impulse für ein neues Denken im Managementtraining angestoßen. Mit über 50 populären Fachbüchern als Autor und Co-Autor, zahlreichen Buchbeiträgen, mehr als 1000 Fachartikeln, Etablierung des Fachnagazins Zukunfttraining und zahlreichen Lehraufträgen an renommierten Hochschulen hat er zu diesen Themen neue Sichtweisen und Handlungsszenarien hinzugefügt. www.helmutfuchs.de

März 2013 | ZT

29


„Alle Erziehung ist nur Handreichung zur Selbsterziehung.“ Eduard Spranger

www.20minuten-erziehung.de

30

ZT | März 2013


impressum Zukunft Training TAM-edition Verlag in Zusammenarbeit mit der TAM-Trainer Akademie München Als Mitherausgeber treten die Autoren der namentlich gekennzeichneten redaktionellen Beiträge auf. Die Redaktion kann trotz sorgfältiger Recherchen und Überprüfung der zugrunde liegenden Quellen keine Gewähr für den Inhalt übernehmen. Jegliche Haftung für aus der Berichterstattung entstandene Schäden ist ausgeschlossen.

ZukunftTraining bei TAM-edition Torstraße 37, 10119 Berlin Telefon +49 152 0958 1975 redaktion@zukunfttraining.de Chefredaktion: Dr. Helmut Fuchs, Redaktionelle Mitarbeiter: Frederic Merlin Fuchs, Dr. Andreas Huber Layout und Gestaltung: Frederic M. Fuchs, Julian Jensen, John Kurosaki Alle rechte vorbehalten.


Zukunft-Training — 13 — März 2013  

Die März Ausgabe 2013 des online Trainer-Magazins Zukunft-Training. Mit spannenden Beiträgen zu den Themen: Mitarbeitergesundheit, Zeitmanag...

Advertisement