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Kundenmagazin

Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

LBF and more 9.13

HighLight

75 Jahre Fraunhofer LBF – Rückblick und Perspektiven

SEITE 4


EditorialLBF

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Liebe Freunde des Fraunhofer LBF, die aktuelle Ausgabe „LBF and more“ ist für mich aus zwei Gründen eine ganz besondere. Zum einen feiert das Fraunhofer LBF in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Zum anderen markiert diese Ausgabe auch das Ende meiner Tätigkeit am LBF. Zum 01.10.2013 verlasse ich die Fraunhofer-Welt und übernehme das Amt des Präsidenten am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die Vorfreude auf die neuen herausfordernden Aufgaben ist jedoch auch mit einem großen Stück Wehmut verbunden. Gemeinsam haben wir in den vergangenen 12 Jahren die Geschichte des ehrwürdigen LBF um ein sehr bewegtes und erfolgreiches Kapitel ergänzt. Auf diesem Weg hat sich das Institut konsequent weiterentwickelt, sodass es mit seinen heute vier Kompetenzfeldern Betriebsfestigkeit, Adaptronik, Systemzuverlässigkeit und Kunststoffe in einer im europäischen Umfeld einmaligen Kombination zentrale Bedarfe, z. B. des Leichtbaus für neue Mobilitätstechnologien, adressiert und vermehrt mit systemischen Forschungsdienstleistungen am Markt erfolgreich ist. Dies alles nun hinter mir zu lassen, fällt mir persönlich nicht leicht. Ich hoffe, dass Sie die gemeinsame Zeit in ebenso guter Erinnerung behalten wie ich und dass Sie weiterhin dem Team des Fraunhofer LBF Ihr Vertrauen schenken.

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka


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Inhalt

SEITE HighLight 75 Jahre Fraunhofer LBF – Rückblick und Perspektiven

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ResearchDevelopment Zerstörungsfreie Prüfung von Aluminiumgussteilen ZIL – Zustandsüberwachung von Intralogistiksystemen Faseranalytik im Bereich Kunststoffe

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SpotLights Mit Jugend forscht hoch hinaus Hannover Messe – ein Rückblick Tag gegen Lärm: Lärmspaziergang Strategische Partnerschaft in China

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HumanRelations „Hessen schafft Wissen“: Christian Fischer ist Wissenschaftsbotschafter des Fraunhofer LBF Strategieaudit erfolgreich absolviert Fraunhofer LBF vergibt Ernst-Gaßner-Preis an Chitoshi Miki Mit-Kind-Büro eröffnet

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UpDates Termine

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IMPRESSUM: Herausgeber: Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Bartningstraße 47, 64289 Darmstadt, Telefon +49 6151 705-0, Fax +49 6151 705-214, info@lbf.fraunhofer.de, www.lbf.fraunhofer.de Institutsleitung: Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka · Strategisches Management: Dr. Ursula Eul, Katja Schroll © Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF, Darmstadt, September 2013 Gesamtherstellung: G+R Agentur für Kommunikation GmbH, 64319 Pfungstadt, www.gr-kommunikation.de Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten.


HighLight

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75 Jahre LBF

75 Jahre Fraunhofer LBF – Rückblick und Perspektiven


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75 Jahre Fraunhofer LBF – Rückblick und Perspektiven Seit 75 Jahren arbeitet das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF daran, möglichst leichte sowie gleichzeitig sichere und zuverlässige Konstruktionen und Bauweisen zu schaffen. Seine langjährige Erfolgsgeschichte feierte das LBF mit einer Jubiläumsveranstaltung Anfang Juni unter dem Motto „Leicht und elektrisch – Mobilitätskonzepte für die Zukunft“. Dazu begrüßte das Institut rund 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Grußworte sprachen: die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann, Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Abteilungsleiter im BMBF, Dr. Alexander Kurz, Vorstand der FraunhoferGesellschaft für Personal und Recht sowie Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt. In Fachvorträ-

gen schlug das Institut gemeinsam mit seinen Gästen die Brücke von den Anfängen 1938 bis heute. Dabei wurden die Integration des ehemaligen „Deutschen KunststoffInstituts DKI“ und der Aufbau des „Zentrums für Systemzuverlässigkeit mit Schwerpunkt Elektromobilität ZSZ-e“ besonders gewürdigt; beides Maßnahmen, die auch für den Standort strategisch bedeutend sind. Anschließend feierten Gäste sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein gemeinsames Sommerfest. Die Geschichte des Instituts reicht zurück bis vor den Zweiten Weltkrieg. Sie begann mit Ernst Gaßner und einem Kreis Darmstädter Studienkollegen, die in den 30er Jahren mit neuen Versuchs- und Berechnungsmethoden die Belastungen von Konstruktionen während des Betriebs maßen.

Jubiläumsveranstaltung zum 75. Geburtstag des Fraunhofer LBF in Darmstadt: Dr. Alexander Kurz, Vorstandsmitglied der Fraun­hoferGesellschaft, Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt, Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst und Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Institutsleiter Fraunhofer LBF (v.l.n.r.) mit den neuen Elektrofahrzeugen des Fraunhofer LBF. Im Hintergrund der Neubau des Zentrums für Systemzuverlässigkeit mit Schwerpunkt Elektromobilität

Sie prägten den Begriff der „Betriebsfestigkeit“ und sammelten grundlegende Erkenntnisse für den Leichtbau. Gleichzeitig folgten die Wissenschaftler dem aufkommenden Ruf der Fahrzeug-, Maschinenbau- und Luftfahrtindustrie nach robusteren und zugleich leichteren Bauteilen und Strukturen. 1950 fusionierte Ernst Gaßners Physikalisch-Techni-

sches Labor mit der 1938 gegründeten Bautz-Bergmann Werkstoff- und Konstruk­tionsberatungsgesellschaft mbH, die unter Leitung von Gaßners ehemaligen Kommilitonen Svenson und Bautz entstanden war, zum „Laborato­rium für Betriebsfestigkeit“ (LBF). Dank des Leitungstrios Bautz, Gaßner und Svenson wuchs das Laboratorium und baute seinen Ruf als kompe-


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tenter und zuverlässiger Partner der aufstrebenden Fahrzeugbranche aus. Nicht nur die Industrie, auch die Wissenschaft wurde auf die Arbeiten der Forscher aufmerksam: 1962 wurde das LBF als zehntes von heute über 60 Instituten in die Fraunhofer-Gesellschaft aufgenommen. Neue Wege Mit seinem Antritt als Institutsleiter des Fraunhofer LBF definierte Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka im Jahr 2001 die aktive Strukturtechnologie (Adaptronik) als strategisches Zukunftsfeld für das Institut. Den strategischen Kompetenzaufbau in der Adaptronik übergab er an Prof. Dr.-Ing. Tobias Melz, der zeitgleich mit Professor Hanselka ans LBF kam. Eine wesentliche Ziel­ setzung dabei war es, die bis dahin ausgeprägte LBFBewertungskompetenz systematisch zur Entwicklungskompetenz auszubauen. Der systematische Ausbau der Kernkompetenzen zieht sich wie ein roter Faden durch die Zeit der Leitung des Fraunhofer

LBF durch Professor Hanselka. Zuletzt wurde dieser Ausbau im Sommer 2012 mit der Integra­tion des ehemaligen Deutschen Kunststoffinstituts DKI als Forschungsbereich Kunststoffe abgerundet. Die Zeit seit 2001 ist geprägt von einer dynamischen kontinuierlich positiven Entwicklung des Fraunhofer LBF. Die Mitarbeiterzahl und der Finanzhaushalt haben sich seit dem von ca. 100 auf heute über 500 Mitarbeiter und ca. 6 Mio. € auf etwa 30 Mio. € verfünffacht. Heute forschen die Mitarbeiter in den vier Forschungsbereichen Betriebsfestigkeit, Adaptronik, Systemzuverlässigkeit und Kunststoffe in enger Anbindung an die Technische Universität Darmstadt und die Hochschule Darmstadt. Dabei bietet das LBF einer Vielzahl von Märkten umfassende Forschungsleistungen von der Problemanalyse über die Auslegung, Umsetzung und Entwicklung bis hin zur Bewertung von Werkstoffen, Komponenten und Systemen, die im Kontext der Polymertechnologie die gesamte Ent-

wicklungskette umfassen. Hierfür verbindet das LBF-Team starke mess- und prüftechnische sowie numerische Kompetenzen miteinander. Die Kunden des LBF profitieren somit von Wettbewerbsvorteilen, und Innovationsvorsprüngen besonders im Kontext des Systemleichtbaus, durch FuE-Angebote entlang des gesamten Produktentwicklungsprozesses. Die Erschließung neuer Synergiefelder durch partnerschaftliche Kooperation, abgestimmtes Qualitäts- und Systemverständnis, branchenübergreifendes Know-how und das Streben nach attraktiven, marktfähigen FuE-Lösungen bestimmen das innovative Handeln des LBF-Teams. Dies gilt sowohl für die Koopera­ tionen in Forschung, Lehre und Ausbildung sowie auch in FuE- und Technologietransferprojekten mit Unternehmen. Damit profitieren Kunden und Partner des LBF stets vom neuesten Stand von Wissenschaft und Technik. Zum 1. Oktober 2013 verlässt Professor Hanselka nach über 12 sehr erfolgreichen Jahren das LBF, um am

Karlsruher Institut für Technologie KIT das Amt des Präsidenten zu übernehmen. Professor Melz wird das LBF als kommissarischer Leiter zusam­ men mit den Bereichsleitern Prof. Matthias Rehahn und Rüdiger Heim führen. Die stellvertretende Institutsleitung liegt bei Prof. Matthias Rehahn.

Kontakt Dr.-Ing. Thorsten Hering Referent der Institutsleitung +49 6151 705-8513 thorsten.hering@lbf.fraunhofer.de


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Neue Wege: Nach zwölfeinhalb Jahren als Institutsleiter des Fraunhofer LBF wird Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka mit Wirkung zum 1. Oktober 2013 Präsident des Karlsruher Instituts für Technologie KIT

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka: Als ich 2001 die Leitung des LBF übernommen habe, blickte das Institut in eine ungewisse Zukunft. Die Innovationskraft des weltbekannten LBF war über die Jahre ins Stocken geraten. Gemeinsam entwickelten wir in einem Strategieprozess ein Zukunftskonzept, das von Beginn an erfolgreich war. Diese kontinuierliche Weiterentwicklung hält bis heute an und hat die Identität des LBF in der Innen- und Außenwahr­ nehmung nachhaltig geprägt. Mit Blick auf das (Zwischen-) Ergebnis können wir auf das

Erreichte sehr stolz sein. Zudem belegen die Zahlen und insbesondere das Feedback unserer Kunden, dass sich das LBF weiterhin auf dem richtigen Weg befindet. Auf diesem habe ich allen Beteiligten stets viel abverlangt, besonders in Bezug auf ihre Beweglichkeit. Mit Blick auf die zunehmende Dynamik der Märkte und die großen technischen Herausforderungen der Zukunft wird diese Beweglichkeit der maßgebliche Erfolgsfaktor sein. Heute schaut das LBF aus einer sehr guten Ausgangslage positiv in die Zukunft, sodass ich mich guten Gewissens für

den Wechsel zum KIT entschlossen habe, der mir nach 25 Jahren Berufsleben nochmal eine neue ganz große Herausforderung bietet. Ich gehe davon aus, dass ein Wechsel der Institutsleitung zu diesem Zeitpunkt auch nachhaltig dazu beitragen wird, die Beweglichkeit des Systems LBF weiterhin hoch zu halten und so den technologischen Wandel proaktiv mitgestalten zu können. Hierfür weiß ich das Institut bei Professor Melz als kommissa­ rischen Institutsleiter in den besten Händen und wünsche ihm, allen Mitarbeitern und nicht zuletzt unseren Kunden weiterhin viel Erfolg. Prof. Dr.-Ing. Tobias Melz: „Wir erfinden Zukunft“ – dieses Fraunhofer-Leitbild wird auch unsere LBF-Unternehmens- und Wertekultur wie Leistung, Begeisterung und Fortschritt weiterhin prägen. Das gemeinsame Leitbild positioniert uns als weltweit anerkannter und zuverlässiger Partner für Industrie und Forschung. Es unterstreicht die

fachliche sowie persönliche Entwicklung des LBF-Teams in unserem Institut und darüber hinaus in anderen Bereichen der Wissenschaft und Wirtschaft. Innovations- und Kooperationsfreudigkeit, die Fortentwicklung des Kompetenzportfolios, die kontinuierliche Technologieverwertung aus Forschungsergebnissen und eine stärkere Fokussierung auf systemische Leistungsangebote werden den weiteren Weg des LBF prägen. Dabei werden wir das Technologieund Wissensmanagement intensivieren, unsere Zukunftsthemen besonders auch an den Schnittstellen der Kernkompetenzen ausrichten und die interdisziplinäre Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb und außerhalb des LBF fördern. Das Verständnis für die Bedeutung des besonderen Wertes partnerschaft­ licher Zusammenarbeit, der Wille zur Kooperation und die Überzeugung, dass „1 + 1“ – im Sinne kreativer Problemlösungsprozesse – „mehr als zwei“ sein kann, gelten für die Zukunft des Fraunhofer LBF.


ResearchDevelopment

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Zerstörungsfreie Prüfung von Aluminiumgussteilen Computer-Tomograph (CT) macht Schwindungsporen in Aluminiumlegierungen sichtbar. Für die zerstörungsfreien Prüfungen an Schwingfestigkeitsproben aus Aluminium­ legierungen nutzen Forscher des Fraunhofer LBF einen Com­putertomographen (CT). Mit dessen Hilfe stellen sie Schwin­dungsporen in Aluminiumlegierungen graphisch dar. So kommen sie Fehlern in Bau­teilen aus Aluminiumguss auf die Schliche. Dieses Konzept ermöglicht die Entwicklung von zuverlässigen und optimierten Aluminiumgussteilen, deren Qualität erstmals zerstörungsfrei geprüft werden kann. Das Verfahren eignet sich vor allem für Gießereien und die Produktion von Fahrwerksteilen, Motorenkomponenten und Maschinenbauteilen in der Automobilindustrie und des Maschinenbaus. Qualitätskriterien für Gussbauteile können damit stärker auf ihre Eigenschaften zugeschnitten werden und Eigenschaftsstreuungen von Fertigungs-

chargen lassen sich anhand von CT-Aufnahmen beurteilen. Bei der Herstellung von Aluminiumgussteilen kommt es auf eine materialeffiziente und kostengünstige Konstruktion an. Um einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil zu sichern, müssen die mechanischen Eigenschaften von Aluminiumgussteilen zuverlässig gewährleistet werden. Dies ist möglich, wenn die Festigkeiten von der Produktentwicklung bis zur Serienfertigung kontrolliert werden können. Die häufigsten Fehler in Gusskomponenten aus Aluminium-Legierungen sind Porositäten, die bei der Fertigung entstehen. Soll die Lebensdauer solch fehlerhafter Bauteile analysiert werden, müssen Form, Größe, Lage und Verteilung der Poren und Einschlüsse berücksichtigt werden. Diese sind bei zyklisch belasteten Bauteilen entscheidend für die Lebensdauer. Die Wissenschaftler des Fraunhofer LBF entwickelten unter Berücksichtigung von geometrischen Kenngrößen des Defekts ein Parameter­ modell zur Lebensdauer­­ berechnung. Damit ist es mög-

Schwindungsporen aus zerstörungsfreier Prüfung mit Korrelation zwischen den berechneten Kerbformzahlen und Ergebnissen aus FEM-Berechnungen

lich, die Schwingfestigkeit von Aluminiumgussteilen auf Basis von zerstörungsfreien Prüfungen quantitativ zu ermitteln. Das Modell lässt sich auf alle Aluminiumgussbau­ teile anwenden. Das erarbeitete Lebensdauermodell ermöglicht die Ableitung von dreidimensionalen Grenzmusterbauteilen, welche die zulässigen Porositäten darstellen. Grundsätzlich besteht damit die Möglich-

keit, die Schwingfestigkeits­ eigenschaften von Aluminiumgussteilen auf Basis von zerstörungsfreien Prüfverfahren quantitativ ohne Versuche oder FEM-Berechnungen zu bewerten.

Kontakt Dr.-Ing. Yakub Tijani +49 6151 705-668 yakub.tijani@lbf.fraunhofer.de


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ZIL – Zustandsüberwachung von Intralogistiksystemen stattfindende Detektion des „Heißlaufens“ von Wälz- oder Gleitlagern zur Erkennung von Lagerschäden oder Fehlausrichtungen, ein System für die kontinuierliche Erfassung und Dokumentation von Dehnungen an hochbelasteten Bauteilen (Load Monitoring) mit dem Ziel der genaueren Dimensionierung zukünftiger Geräte und als Grundlage für eine bedarfsgerechte Wartungsstrategie. Zum Nachweis der Anwendbarkeit werden an Geräten der Dambach Lagersysteme GmbH & Co. KG, der Kuli Hebezeuge Helmut Kempkes GmbH und der FAB GmbH Fördertechnik und Anlagenbau Praxisversuche mit Funk­ tionsmodellen durchgeführt. Herstellern von Geräten der Intralogistik oder deren Zulieferer aus den Fachgebieten Mess-, Elektro-, Regel-, Informations- und Kommu­ nikationstechnik bieten die Ergebnisse Ansatzpunkte, ihre Produktpalette um Zustandsüberwachungssysteme speziell für Geräte der Intra­ logistik zu erweitern.

Den Anwendern der neuen Systeme schließlich bieten sich Verfügbarkeits- und Kostenvorteile. Laut Branchenschätzungen könnten durch Anwendung der Zustandsüberwachung in der Intralogistik ungeplante Anlagenstillstände um ca. 20 Prozent reduziert, Wartungsintervalle um ca. 20 Prozent verlängert und die Fehlersuche um ca. 15 Prozent verkürzt werden. Das IGF-Vorhaben 489 ZN/2 der Forschungsvereinigung Forschungsgemeinschaft Intralogistik/Fördertechnik und Logistiksysteme e.V. (IFL), Lyoner Straße 18, 60528 Frankfurt am Main wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.

Intralogistiksystem automatisches Regalbediengerät

Foto: © Oxam Hartog

Für die Betreiber von Intralogistiksystemen, also Kränen, Staplern etc. ist die Verfügbarkeit ihrer Anlagen von strategischer Bedeutung. Sie fordern deshalb eine höhere Anlagenverfügbarkeit bei gleichzeitig geringeren Anlagenlebenszykluskosten. Systeme, die eine umfassende Zustandsüberwachung der Intralogistikgeräte und damit deren optimierte Wartung erlauben, sind heute aber noch nicht verfügbar. Dieser Herausforderung wollen sich das Institut für Fördertechnik und Logistik IFL und das Fraunhofer LBF annehmen. Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung von neuartigen Sensornetzwerken und Algorithmen zur Zustandsüberwachung von Geräten der Intralogistik. Geplant sind ein System für die autonome, während des Betriebs stattfindende Detektion eines Steifigkeitsverlustes an Tragstrukturen (Structural Health Monitoring) zur Erkennung von Rissen in Struktur oder Schweißnähten sowie von gelösten Schraubverbindungen, ein System für die autonome, während des Betriebs

Intralogistiksystem Brückenkran

Kontakt Dipl.-Ing. Andreas Friedmann Telefon +49 6151 705-493 andreas.friedmann@lbf.fraunhofer.de


ResearchDevelopment

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Faseranalytik im Bereich Kunststoffe

Hauptkomponenten eines zweidimensionalen Orientierungstensors

Im Zuge gewünschter Leicht­ baueigenschaften ersetzen mit Glas- und Kohlefasern verstärkte Kunststoffbauteile zusehends Bauteile aus Metall. Neben reiner Gewichtsersparnis bietet die Herstellung im Spritz­ gussverfahren Vorteile hinsicht­ lich Effizienz und gestalterischer Freiheiten. Die mechanischen Eigenschaften dieser Materialkombination sind jedoch von Lage, Länge und Ausrichtung der Fasern abhängig. Für den Einsatz in Bereichen hoher mechanischer Beanspruchung ist daher die Kenntnis dieser Eigenschaften wichtig, um die Belastungsgrenzen verlässlich

vorhersagen zu können. Die Güte von Simulationsrechnungen des Herstellungsprozesses ist bei komplexen Bauteilen nicht in allen Bereichen ausreichend, sodass Messungen zur Absicherung notwendig sind. Am Fraunhofer LBF wurde aus diesem Grund eine Software entwickelt, welche die für eine mechanische Charakterisierung notwendigen Informationen über die Faserver­ teilung (Lage, Ausrichtung und Länge der Fasern) aus Röntgen-Computertomo­gra­ fien generiert. Neben der Robustheit des Algorithmus wurde bei der Entwicklung der grafischen

Ergebnisse einer Faseranalyse, CAD-Datensatz

Faserlängenverteilung entlang der Dicke der Probe

Benutzeroberfläche vor allem Wert auf einfache Bedienbarkeit gelegt. In den meisten Fällen benötigt der Anwender nur drei Angaben, welche er direkt aus dem Materialdaten-

blatt des Herstellers entnehmen kann. Alle weiteren Schritte bis hin zum fertigen Bericht erfolgen automatisch. Der Bericht enthält ortsaufgelöste quantitative Infor-


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Faserlängenverteilung einer Probe anzahlgewichtet (blau) und volumengewichtet (rot)

mationen über Faserhäufungen, Faserlängenverteilungen und Faserorientierungsverteilungen als Komponenten zwei- und vierstufiger Orientierungstensoren in Form von Diagrammen, Tabellen und als importierbare Dateien. Zusätzlich liegen die Faserdaten als CAD-Datei vor. Je nach Qualität der Aufnahme können Proben bis zu einem Fasergewichtsanteil von 50 Prozent analysiert werden.

Social Media am Fraunhofer LBF Weitere Neuigkeiten und aktuelle Informationen über uns finden Sie auch online unter:

www.facebook.com/fraunhoferLBF

www.xing.com/companies/fraunhoferlbf

www.youtube.com/user/fraunhoferLBF

Werden handelsübliche Tischgeräte (Mikrocomputer-Tomografen) mit Auflösungen im Bereich bis zu 3 µm zur Aufnahme der Tomografiebilder verwendet, so sind Analysen von Proben bis zu einem Fasergewichtsanteil von 30 Prozent möglich. Kontakt Dipl.-Phys. Robert Glöckner +49 6151 705-8757 robert.gloeckner@lbf.fraunhofer.de


SpotLights

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Mit Jugend forscht hoch hinaus

Hoch hinaus ging es für die Sieger des Regionalwettbewerbes Jugend forscht. Gemeinsam mit Fraunhofer LBF Wissenschaftlern bestiegen sie die von der FM Energie GmbH & Co. KG betriebene Windenergieanlage „Lange Anna“ auf der Neutscher Höhe


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Hannover Messe – ein Rückblick: Die Fraunhofer-Allianz Adaptronik auf der HMI 2013 Nach einer insgesamt erfolgreichen Hannover Messe Industrie (HMI) 2013, die in diesem Jahr das Partnerland Russland zu Gast hatte und mit rund 225 000 Besuchern die stärkste seit zehn Jahren war, kann auch die FraunhoferAllianz Adaptronik (FAA) positiv Bilanz ziehen. Im Rahmen der Leitmesse Research & Technology in Halle 2, Stand D 15, zeigte die FAA mit Partnern aus Industrie und Forschung innovative Lösungen im Bereich der adaptiven Strukturtechnologie. Nach sechs erfolgreichen Messeauftritten auf der HMI in Folge richtete die FAA auch in diesem Jahr einen Technologie- und Gemeinschaftsstand Adaptronik aus. Mit den Fraunhofer-Instituten IST, ISC, IFAM, IOSB, LBF und IWU und den Standpartnern Cedrat, Adaptamat, Integrated Dynamics Engineering IDE, FGL-Netzwerk, Ingpuls, Institut für Mechatronische Systeme im Maschinenbau IMS, LOEWEZentrum AdRIA, Rhein-Main Adaptronik e.V. und Wave­ Scape war der Stand 2013 beeindruckend besetzt und es gelang ein spannender, infor-

mationsreicher und öffentlichkeitswirksamer Messeauftritt. Highlights auf dem Technologiestand Adaptronik waren unter anderem ein neu entwickeltes sensorisches Dünnschichtsystem (IST), das zur Optimierung und Überwachung von Fertigungsprozessen eingesetzt werden kann, und eine neuartige Hiper-ActPiezopumpe zur Reduktion des NOx-Ausstoßes bei Dieselfahrzeugen (LBF). Dabei kamen die Exponate nicht nur beim breiten Publikum gut an, sondern lockten auch Bundesministerin Frau Prof. Wanka sowie Herrn Prof. Neugebauer, Präsident der FraunhoferGesellschaft, zu dem Stand. Nicht zuletzt die stetig steigende Fachbesucherzahl stellt dem Gemeinschaftsstand der FAA ein gutes Zeugnis aus. Neben zahlreichen Besuchern aus Politik, Verbänden und der Presse und neben Nachwuchskräften, die das fachliche Gespräch suchten, zog es vor allem Vertreter aus Unternehmen mit konkreten Projektinteressen an den Stand. Dass die FAA-Mitglieder und Mitaussteller bereits dabei sind,

Prof. Reimund Neugebauer (Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft) und Prof. Johanna Wanka (Bundesministerin für Bildung und Forschung) besuchen den Adaptronik-Gemeinschaftsstand

entsprechende Projekte auf den Weg zu bringen, zeugt vom nachhaltigen Erfolg des Technologiestandes. So konnte sich die FAA auch 2013 dem Fachpublikum als zuverlässiger und innovativer Partner im Bereich Adaptronik empfehlen.

Die FAA will an diesen Erfolg anknüpfen und wird vom 07. bis 11. April 2014 erneut auf der HMI mit einem Technologie- und Gemein­schafts­ stand Adaptronik vertreten sein und neue FuE-Ergebnisse der Adaptronik präsentieren.

Kontakt Anika Seifert +49 6151 705-8526 anika.seifert@lbf.fraunhofer.de www.adaptronik.fraunhofer.de


SpotLights

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Tag gegen Lärm: Lärmspaziergang

Schon seit dem Jahr 2009 beteiligt sich das Fachgebiet Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik SzM der Technischen Universität Darmstadt unter der Leitung von Prof. Hanselka mit Exponaten und Informationen am „Tag gegen Lärm“, der stets am letzten Mittwoch im April stattfindet, diesmal am 24. April 2013 zum insgesamt 16. Mal. Am „Tag gegen Lärm“ wird deutschland- und weltweit mit diversen Aktionen auf das Thema Lärm und die damit verbundenen Probleme und mögliche Lösungsansätze aufmerksam gemacht. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fachgebiets SzM informierten Studierende, aber auch interessierte Bürgerinnen und Bürger und erklärten mit Demonstratoren und Exponaten die vielfältigen Möglichkeiten der Geräuschanalyse und der technischen Lärmminderung. Unter anderem wurden eine Akustische Kamera, ein Versuchsaufbau zur Demonstration des sog. Schlüssellocheffekts, eine aktive Lagerung zur Körperschallentkopplung und die Mög­lich­keiten

Dr. Joachim Bös, Birgitt Kretzschmar und Harry Korn (v.l.n.r.) diskutieren Schallmessungen in der Magdalenenstraße

von Analysen mit Kunstkopfaufnahmen vorgeführt. Ferner hatten die Teilnehmer Gelegenheit, in kurzen Probefahrten die akustischen Unterschiede zwischen einem Kleinfahrzeug mit konventionellem Verbrennungsmotor und einem solchen mit flüsterleisem Elektroantrieb selbst zu erleben. Erstmals wurde in diesem Jahr auch ein sog. Lärmspaziergang durchgeführt. Dieser begann mit drei kurzen Einführungsvorträgen: Der stellvertretende SzM-Fachgebietsleiter, Dr. Joachim Bös, informierte die Teilnehmer über das Wesen und die Folgen von Lärm, Harry Korn, der Leiter der Kartographie im Vermessungsamt der Wissenschafts-

stadt Darmstadt, berichtete über die Erstellung und die Aussagekraft von Lärmkarten, und Birgitt Kretzschmar, die Leiterin des Umweltamtes der Wissenschaftsstadt Darmstadt, stellte die Lärmaktionsplanung der Wissenschaftsstadt Darmstadt vor. Anschließend brachen die Zuhörer gemeinsam mit den Vortragenden zum eigentlichen Lärm­spaziergang auf: Ausgerüstet mit einem tragbaren Schallmess- und -analysegerät ging es durch den Eingangsbereich der neuen Universitäts- und Landesbibliothek und das alte Hauptgebäude der TU zum Herrngarten, dem großen zentralen Stadtpark von Darmstadt. Unterwegs schaute man immer

wieder auf die Anzeige des Messgerätes und verglich diese objektiven Messergebnisse mit dem subjektiven Empfinden des betreffenden Schall­ ereignisses: Gemurmel und Stimmengewirr in der Bibliothek, das Echo der hohen Gänge des alten Hauptgebäudes oder das Vogelgezwitscher und die Schritte von Passanten auf den Gehwegen im Herrngarten, aber auch die gedämpften Großstadtgeräusche im Hintergrund. Zum Abschluss lauschte man gemeinsam den anfahrenden Autos und vorbeirumpelnden Straßenbahnen an der Frankfurter Straße, wobei beachtliche Schalldruckpegel von bis zu 90 dB(A) gemessen wurden – ohne Zweifel eine hohe Lärmbelastung für die Anwohner.

Kontakt Dr.-Ing. Joachim Bös Technische Universität Darmstadt Fachgebiet Systemzuverlässigkeit und Maschinenakustik SzM +49 6151 16-2903 boes@szm.tu-darmstadt.de


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Strategische Partnerschaft in China

Auf eine gute Zusammenarbeit: R. Heim (Fraunhofer LBF) und der Leiter des IMEE, Herr Wu Zhiheng. Im Hintergrund Herr Zhenglu, Leiter Wissenschaftskooperationen der Provinzregierung (Mitte), und Herr Yan Guorong, Vizepräsident von GRIIT (2. v. r.)

Seit November 2011 gibt es zwischen der FraunhoferGesellschaft und der Provinzregierung von Guangdong in der Volksrepublik China ein Rahmenabkommen über Strategische Kooperationen für Internationale FuE-Aktivitäten. Guangdong selbst ist außerhalb der Sonderwirtschaftszonen Hongkong und Macau die wirtschaftsstärkste Provinz Chinas mit über 30.000 Unternehmen und

einer Bevölkerung von mehr als 100 Millionen Einwohnern. Im Juli 2013 haben das „Institute of Mechanical and Electrical Engineering“ (IMEE) und das Fraunhofer LBF in Guangzhou, der mehr als 8 Millionen Einwohner um­ fassenden Provinzhauptstadt, eine Absichtserklärung (MoU – Memorandum of Understanding) zur Zusammenarbeit in der angewandten Forschung unterzeichnet.

Experten im Gespräch: R. Heim (Fraunhofer LBF) mit u. a. dem Institutsleiter des IMEE, Herrn Wu Zhiheng (2. v. l.)

Das IMEE ist mit über 100 Ingenieuren und Wissenschaft­ lern eine der leistungsfähigsten Forschungseinheiten innerhalb des „Guangdong General Research Institute of Industrial Technology“ (GRIIT) und besonders in den Branchen Maschinen- und Anlagenbau sowie Schiffsmotorenentwicklung tätig. Damit erweitert das Fraun­ hofer LBF seine Aktivitäten im asia-pazifischen Raum mit

einer strategischen Partnerschaft ganz im Sinne der Fraunhofer-Gesellschaft und mit dem Fokus auf die Betriebsfestigkeit und Zuverlässigkeit komplexer Bauteile und Systeme.

Kontakt Dipl.-Ing. Rüdiger Heim +49 6151 705-283 ruediger.heim@lbf.fraunhofer.de


HumanRelations

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„Hessen schafft Wissen“: Christian Fischer ist Wissenschaftsbotschafter des Fraunhofer LBF Christian Fischer ist wissen­ schaftlicher Mitarbeiter und Doktorand und seit Kurzem Wissensbotschafter der Initia­ tive „Hessen schafft Wissen“. In dieser neuen Funktion hilft er, dem Wissenschaftsstandort Hessen ein Gesicht zu geben. Sein Motto: „Hessen schafft Wissen, damit wir auch in der Zukunft sicher und zuverlässig unterwegs sind.“ Die Kommunikationsini­ tiative „Hessen schafft Wissen“ wurde von der hessischen Landes­regierung ins Leben gerufen, um den Wissenschaftsstandort Hessen sicht-

barer zu machen und somit im nationalen, aber auch im internationalen Wettbewerb nachhaltig zu stärken. Neben den hessischen Universitäten können sich alle Forschungsinstitute und -einrichtungen an dieser Initiative beteiligen. Zur Kommunikation der Wissenschaftsleistungen wird dabei die aktive Mitarbeit von Wissens­ botschaftern benötigt, die individuell zu bestimmten Themen und Anlässen um ihre Mithilfe gebeten werden. Dies können Veranstaltungen in Schulen und Kindergärten sein, aber auch Podiumsdiskussionen,

Christian Fischer, erster Wissenschaftsbotschafter aus dem Fraunhofer LBF, beschäftigt sich mit neuen Möglichkeiten für die experimentelle Betriebsfestigkeit

Presseinterviews oder eine Gala mit dem Ministerpräsidenten. Durch „Hessen schafft Wissen“ kann das Fraunhofer LBF seine wissenschaftlichen Leistungen, die durch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Betriebsfestigkeit, Systemzuverlässigkeit, Adaptronik und Kunststoffe entstehen, einer breiten Öffentlichkeit bekannt machen. Zusätzlich werden Innovationen, die durch die enge Zusammen­arbeit des Fraunhofer LBF mit dem Lehrstuhl Systemzuverlässigkeit

und Maschinenakustik SzM der Technischen Universität Darmstadt entstanden sind, sichtbar gemacht. Fischers Forschungsschwerpunkt im Fraunhofer LBF ist die Untersuchung des Materialverhaltens bei kleinen Lasten und sehr vielen Beanspruchungszyklen, um leichtere und zuverlässigere Bauteile zu ermöglichen. Im Fokus steht dabei die am Institut entwickelte piezobasierte, schnelle Prüftechnik, mit der Ergebnisse im Labor schneller erzeugt werden können.

Kontakt Dipl.-Ing. Christian Fischer +49 6151 705-8294 christian.fischer@lbf.fraunhofer.de www.hessen-schafft-wissen.de


HumanRelations

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Strategieaudit erfolgreich absolviert

Wirtschaftsunternehmen wie Forschungseinrichtungen erleben in globalisierten Märkten einen zunehmend schnelleren Wandel von Technologien, Markt- und Wettbewerbsstrukturen. Sie müssen ihre Position im Wettbewerb immer wieder neu behaupten und stets darauf vorbereitet sein, Chancen zu nutzen sowie unerwartete Risiken zu beherrschen. Eine gute Strategie und ein kontinuierlicher Strategieprozess sind entscheidende Beiträge zur Zukunftssicherung und Schlüsselfaktoren für den Erfolg. Das Fraunhofer LBF hat mit dem Amtsantritt von Herrn Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka als Institutsleiter im Jahr 2001 den Strategieprozess eingeführt und konnte bereits im Jahr 2003 als eines der ersten Institute in der Fraunhofer-Gesellschaft einen ausgearbeiteten Strategieplan vorlegen. Diese Vorreiterrolle hat das Institut bis heute beibehalten. Im April 2013 brachte das Fraunhofer LBF seinen Strategieplan III für die Arbeitsperiode 2013 bis 2018 heraus und ließ diesen durch

ein hochkarätig besetztes, externes Expertengremium aus Wissenschaft und Wirtschaft auditieren. Es ist das klare Ziel der Fraunhofer-Gesellschaft und des Fraunhofer LBF, den Forschungsstandort Darmstadt weiter zu stärken. Unter dieser Prämisse steht die im Strategieplan III dokumentierte Institutsstrategie und an deren logischer Spitze die Vision 2018. Schlüsselelemente dieser Vision sind die weiter ausgebauten Kernkompetenzen Betriebsfestigkeit, Adaptronik, Systemzuverlässigkeit und Kunststoffe unter dem Dach eines starken Fraun­hofer LBF, die Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber und leistungsstarker FuEPartner für und in Hessen sowie die Festigung der Wettbe­werbsposition des Institutes insbesondere auch mit Blick auf den internationalen Raum. Im Strategieprozess hat das LBF die zur Erfüllung der Vision 2018 erforderlichen Ziele und Maßnahmen für alle Ebenen des Institutes spezifisch ausgearbeitet und dokumentiert. Den gemeinsamen Rahmen bildet die von der

Geschäftsfelder als marktseitige Basis im Strategiegebäude

Institutsleitung formulierte Dachstrategie. Marktseitige Basis für die Strategie ist die in den einzelnen Geschäfts­ feldern des Fraunhofer LBF jeweils antizipierte Markt­ entwicklung. Das Auditorengremium bewertete die Strategie des Fraunhofer LBF auf der Grund­lage des Strategieplans sowie des zweitägigen Audits vor Ort im LBF. Die Experten trafen nach eigenen Aussagen auf ein „hervorragend auf­ gestelltes und wirtschaftlich gesundes Institut“ mit „sehr guten Chancen für die Zukunft“. Sie attestierten dem LBF eine „langfristige Wettbewerbsfähigkeit“ und noch „ungeahnte Chancen“, nicht

zuletzt aufgrund einer „beeindruckenden Durchgängigkeit der Wertschöpfungskette“, die dem Kunden quasi vom Molekül bis zum komplexen mechatronischen System als Entwicklungsleistung angeboten werden kann. Die Strategie und den Strategieprozess werteten die Auditoren als vorbildlich und empfahlen dem Institut den geplanten Weg fortzusetzen.

Kontakt Dr. Ursula Eul Leiterin Strategisches Management Tel.: +49 6151 705-262 ursula.eul@lbf.fraunhofer.de


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Fraunhofer LBF vergibt Ernst-Gaßner-Preis an Chitoshi Miki In diesem Jahr verleiht das Fraunhofer LBF den ErnstGaßner-Preis für herausragende Leistungen im Fachgebiet Betriebsfestigkeit an Chitoshi Miki, Professor am Tokyo Institute of Technology. Die offi­ zielle Verleihung fand am 9. September 2013 in Aachen im Rahmen der 7. Konferenz für Kurzzeitschwingfestigkeit des DVM Deutscher Verband für Materialforschung und -prüfung e.V. statt.

Professor Cetin M. Sonsino (li.), Fraunhofer LBF, überreicht den Ernst-Gaßner-Preis des Instituts an Professor Chitoshi Miki, Tokyo Institute of Technology

Professor Miki hat in außer­ gewöhnlicher Weise wissenschaftliche Leistungen und internationale Tätigkeit auf dem Gebiet der Betriebsfestigkeit sowie deren praktische Umsetzung im Sinne Ernst Gaßners miteinander verbunden, so die Begründung der international zusammengesetzten Jury. Miki gilt in Japan als der führende Experte, wenn es um die Konstruktion, Fertigung und Reparatur von Stahlbauwerken geht. Seine Forschungen bilden die Grundlage der japanischen Vorschriften für den Betriebsfestigkeitsnachweis von Stahlbrücken und haben entscheidende Schritte zur Weiterentwicklung des japanischen Brückenbaus und zur Sicherheit der Bevölkerung geliefert. Seit 2002 ehrt das Institut seinen Mitbegründer Ernst Gaßner mit dem alle zwei Jahre international ausgelobten und mit 5.000 Euro dotierten Preis.

Kontakt Anke Zeidler-Finsel Presse und Öffentlichkeitsarbeit +49 6151 705-268 anke.zeidler-finsel@lbf.fraunhofer.de

Mit-Kind-Büro eröffnet

V.l.n.r. Peter Sälzer mit seinen Söhnen Paul und Maximilian (Mitte), Julia Decker, Dr. Alexander Kurz, Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Susanne Wilker, Sven Dostal mit Sohn Niklas

Im Juni wurde durch Institutsleiter Prof. Holger Hanselka und den Fraunhofer-Vorstand für Personal und Recht Dr. Alexander Kurz das neue MitKind-Büro (MiKi) eröffnet. Ziel ist es, Mitarbeiter bei Betreuungsengpässen, wie beispielsweise Streik, Kita-Urlaub oder Wiedereinstieg nach Elternzeit, zu unterstützen und ihnen eine Möglichkeit zu bieten, in solchen Notsituationen ihren Arbeitstätigkeiten im Institut nachgehen zu können.

Kontakt Susanne Wilker und Julia Decker Beauftragte für Chancengleichheit +49 6151 705-90 bfc@lbf.fraunhofer.de


UpDates

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Termine Wir freuen uns, Sie auf diesen Veranstaltungen begrüßen zu dürfen:

IAA – 65. Internationale Automobil-Ausstellung

12. – 22. September 2013

Frankfurt Halle 3.1 Stand D20

Composites Europe

17. – 19. September 2013

Stuttgart Halle 6, Stand A02

K-2013

16. – 23. Oktober 2013

UC 11 – Users Conference on Biaxial Fatigue Testing

Düsseldorf, Fraunhofer-Gemein­ schaftsstand 70 / B05 Halle 7 0-2

06. November 2013

Darmstadt

Numerische Simulation in der Betriebsfestigkeit, DVM-Workshop

05. – 06. Februar 2014

Mannheim

Aktuelle Trends im Leichtbau – Mischbauwesen, 3. Leichtbau-Tagung

11. – 12. Februar 2014

Bremen

Zuverlässigkeit mechatronischer und adaptronischer Systeme, DVM Workshop

18. – 19. Februar 2014

Freiburg im Breisgau

SoSDiD, 4th Symposium on Structural Durability

Weitere Informationen unter: www.lbf.fraunhofer.de/veranstaltungen

14. – 15. Mai 2014

Darmstadt


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