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APRIL 2011

CHF 8.50

FRAUENFUSSBALL-MAGAZIN Das Magazin f端r den Schweizer Frauenfussball

News Stories Interviews Spielberichte Analysen

VORENTSCHEIDUNG IM CUP

Portrait: Irina Gr端tter

Hintergrund: Torh端terinnen

Nationalmannschaften: A-, U19- und U17-Nati

Matchberichte: Staad - Thun GC U18 - Basel U18


3. Ausgabe / 2. Jahrgang

EDITORIAL Liebe LeserINNEN Die Frauenfussballwelt dreht sich wieder. Beinahe alle Vereine haben die Trainings wieder aufgenommen, manche sind bereits im Meisterschaftsalltag.

Impressum Frauenfussball-Magazin c/o BEMS Pictures Seestrasse 291 CH-8706 Feldmeilen www.frauenfussballmagazin.ch

Erscheint 11x jährlich Chefredaktor und Herausgeber: Chris Blattmann Stellv. Chefredaktorin: Tania Lienhard Freischaffende RedaktorInnen: Helen Hürlimann Jasmin Keller Jill Zimmerli Julia Müller Marianne Meier Martin Bieri Peter Ganser Peter Vögeli Ramon Glatz Seraina Degen Stephan Gutknecht Yvonne Weigelt-Schlesinger

Die letzten Wochen seit dem Erscheinen der März-Ausgabe waren bei uns von zahlreichen Begegnungen geprägt. Nicht weniger als 9 Spiele hat unser Team in den letzten drei Wochen besucht, damit wir Sie möglichst umfassend informieren können. Wichtige Entscheidungen sind bereits gefallen, während andere Teams noch nicht einmal mit der Rückrunde begonnen haben. So steht bereits fest, dass die A-Ligisten Zuchwil und Thun gegen die Nationalliga B-Teams Schlieren und Schwyz gegen den Abstieg kämpfen müssen. Auch die Teilnehmer des Cupfinals sind bereits bekannt. Wie schon im letzten Jahr sind dies Yverdon und die BSC Young Boys. Das wird für den Trainer des Jahres 2010, Rolf Kirchhofer, die Chance, sich für die Niederlage im letzten Jahr zu revanchieren. Auf dem beschränkten Platz von 28 Seiten versuchen wir so viele Informationen wie möglich zu platzieren. Daher ist diese Ausgabe etwas spielberichtlastig. Und auch im nächsten Heft wird über viele Spiele berichtet. Denn die U17-Nationalmannschaft wird am Zürichsee um den Einzug an die EM spielen. Wir hoffen, dass Sie das Team vor Ort unterstützen. Eine seltene Gelegenheit, ein EM-Qualifikationsturnier beinahe vor der Haustüre zu verfolgen. Aber auch der Cupfinal und mehrere Meisterschaftsspiele werden unser Thema sein. Wie immer. Damit wir allen Ligen ein Gesicht geben können. Doch nun viel Spass bei der Lektüre.

Druck: Hirschmatt Copy GmbH Hirschmattstrasse 21 6003 Luzern Layout: Chris Blattmann Bilder: BEMS Pictures Medienpartner:

fussball.ch powered by news.ch Titelbild: Zweikampf im Cup: Leonita Bardhi (l) FC Aarau, Lena Bruderer (r) FC Staad Bild: Daniel Good

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Herzlichst, Ihr Chris Blattmann


I N H A LT Editorial

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Impressum

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Torh端terinnen

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Footballers going home

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Der Verein: Chur 97

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U19-Nati zu Gast in Spanien

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U17-Nati: Letzter Test vor der Quali

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A-Nati: Die Pleite von Zypern

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Cup, Viertelfinal: Basel - St. Gallen

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Cup, Viertelfinal: Aarau - Staad

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Cup, Viertelfinal: Schlieren - Young Boys

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Cup, Viertelfinal: Baden - Yverdon

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Cup, Halbfinal: Young Boys- St. Gallen

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Cup, Halbfinal: Yverdon - Staad

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Das Portrait: Irina Gr端tter

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Menschen im Hintergrund

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Matchbericht NLA: Staad - Thun

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Matchbericht NLB: Kirchberg - Lugano

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Matchbericht U18: GC - Basel

23 Die Service-Seiten

Die Vereinsseiten

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Nachspielzeit

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Tabellen

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Buchtipps

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Aus der KAtakombe - Die Kolumne

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DER TRAUM VON DER NATIONALLIGA A

DER VEREIN: CHUR 97

Text: Tania Lienhard, Bild: Chur 97

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Die Stärke von Chur 97 ist mit Sicherheit, dass der Verein mit gleich drei Juniorinnen-Teams eine gesunde Nachwuchsabteilung hat. Dazu kommen zwei Frauen-Equipen, von denen die eine in der 3.Liga, die andere in der 1.Liga mitspielt. Das alles sieht nach einem dicken Versprechen für die Zukunft aus. Aber auch wenn der Aufstieg in die höchste Liga der Schweiz in einigen Jahren ein Traum ist für 1.Liga Trainer Norbert Karrer, so weiss er doch allzu deutlich um die Tatsachen, die einem solchen Traum im Weg stehen: „Viele der Spielerinnen besuchen die Kantonsschule und werden früher oder später abwandern, um eine Uni besuchen zu können.“ Zudem hat der engagierte Bündner feststellen müssen, dass eine Zusammenarbeit mit anderen Vereinen im Bündnerland nicht so einfach ist: „Zusammen könnten wir viel bewegen. Aber das funktioniert hier nicht.“ Stefan Kessler, Verantwortlicher für den Frauenfussball bei Chur 97, nennt weitere Gründe, wieso eine Realisierung des Traumes NLA auch mittel- oder längerfristig nicht möglich ist: „Unsere Nachwuchsabteilung ist noch nicht gross genug. Zudem hat es in der Ostschweiz mit Staad, St. Gallen und Rapperswil drei Vereine, die ein Team in der NLA bzw. NLB stellen. Das ist eine harte Konkurrenz für uns.“ Der Rechtsanwalt

sieht mögliche Ressourcen für den FC Chur 97 aber nicht nur durch andere Fussballvereine gefährdet: „Chur ist eine Unihockey-Hochburg. Viele Mädchen entscheiden sich für diese Sportart, anstatt für den Fussball.“ Trotz dieser scheinbar resignierten Aussagen hat die Frauenabteilung von Chur 97 alles andere als aufgegeben. Im Gegenteil: Der Aufstieg in die 1.Liga kam sogar früher als eigentlich geplant – was zwar positiv überrascht, aber wiederum Schwierigkeiten bringt: Die Juniorinnen, die dereinst in das Fanionteam nachrücken sollten, sind noch nicht ganz so weit, um das ehrgeizige Ziel, sich langfristig und mit eigenen Spielerinnen in der 1.Liga zu etablieren, zu unterstützen. Immer wieder neue Talente Dass es immer wieder aussichtsreiche Talente aus dem Bündner Nachwuchs gibt, bestätigen sowohl Stefan Kessler, als auch Norbert Karrer: „Einige sind im Ausbildungszentrum Huttwil“, so Karrer, der sich nach langen Jahren als Juniorentrainer unter anderem auch deshalb hat überreden lassen, sich für die Frauen einzusetzen, „weil ich das Gefühl habe, Chur 97 kann es weit bringen“, wie er selber sagt. Sein Mitstreiter Stefan Kessler engagiert sich seit Längerem für den Frauenfussball, weil er mit Frauen auf

dem Fussballplatz einfach bessere Erfahrungen gemacht hat als mit Männern. Angefangen habe sein Engagement wegen einer Juniorin, die damals, als er beim FC Steinach Junioren trainierte, als einziges Mädchen mit den Jungs mitspielte und eine der besten auf dem Feld war. Er ging sogar mit dieser – damals noch Juniorin – zum FC Staad, als das junge Talent in einen Verein wechselte, dessen Perspektiven besser waren als diejenigen des FC Steinach, der keine Frauenfussball-Abteilung hatte. Die Spielerin, die Stefan Kessler zum Frauenfussball brachte, ist keine Geringere als Nora Häuptle, die einige Jahre später in die Nationalmannschaft berufen wurde. Mittlerweile ist Kessler aus familiären Gründen in Chur gelandet, wo er dafür kämpft, den weiblichen Fussballnachwuchs, der im Kanton Graubünden in den letzten Jahren vernachlässigt wurde, zu fördern. Bei allen Schwierigkeiten kann dem ambitionierten Verein durchaus einiges zugetraut werden in den nächsten Jahren.

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Trainingscamp 2011

Dienstag, 3. bis Freitag, 6. Mai 2011 Sportanlage Heerenschürli 09.30 bis 16.00 Uhr

Anmeldung

Trainingscamp 2011

Name Vorname

Bist du zwischen 9 und 14 Jahre alt und hast Lust zusammen mit anderen Mädchen vier Tage Fussballluft zu schnuppern?

Strasse/Nr.

Während den Frühlingsferien von Dienstag, 3. bis Freitag, 6. Mai 2011 hast du die Chance dazu!

PLZ/Ort

ist ein Projekt der FC Zürich Frauen für fussballbegeisterte Mädchen. Ob du bereits vereinsangehörig bist oder nicht spielt keine Rolle, es sind alle herzlich willkommen.

Geb.Datum

Trainiert wird auf der Sportanlage Heerenschürli in Zürich-Schwamedingen. Die Kosten betragen CHF 150.- pro Teilnehmerin.

Telefon 2

Telefon 1

E-Mail

Was erwartet dich? - 4 Tage Fussballtraining von 09:30 bis16:00 Uhr mit ausgebildeten Trainern bzw. Trainerinnen - Ein Trainingsset von NIKE und eine Urkunde - Tägliches Mittagessen - Ein Spezialprogamm - Frage- und Autogrammstunde mit FCZ Frauen und FCZ Stars

Ich spiele:

† nicht in einem Verein bereits in einem Verein (Verein / Kategorie / Position) †

Einverständnis der gesetzlichen Vertreter / Eltern: (Datum und Unterschrift)

Weitere Informationen folgen nach der Anmeldung. Bitte dieses Formular ausschneiden, ausfüllen und an folgende Adresse einsenden: FCZ Frauen, Geschäftsstelle, z.Hd. Lena Stucki, Letzigraben 89, 8003 Zürich

Bei Fragen wende dich bitte an die Projektleiterin Lena Stucki - per Telefon: 079 564 79 78 - per E-Mail: lena.stucki@gmail.com

wird unterstützt von

Besten Dank für Ihr Interesse an den FC Zürich Frauen

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Viertelfinal: FC Schlieren - BSC YB 2:3

SCHWEIZER CUP

Von Martin BIeri Weder Schlieren noch YB dürften sich über ihr Los im Cup-Viertelfinal gefreut haben: Ein Auswärtsspiel beim überzeugenden Leader der NLB mit ausgesprochener Stärke im Pokal – eine unangenehme Aufgabe für die Gelbschwarzen. Umgekehrt hätte sich der FC Schlieren auch leichtere Gegner als die Titelaspirantinnen aus Bern, denen man erst noch vor einem Jahr im Halbfinal 0:5 unterlegen war, vorstellen können. Allerdings: Eine willkommene Gelegenheit zur Revanche. Und hatte YB in den letzten Spielen nicht Punkte liegen lassen und Schwäche gezeigt? Tatsächlich erwischte Schlieren die Bernerinnen auf dem falschen Fuss. Zwar hätte Meret Wenger ihre Farben gleich in der ersten Minute in Führung schiessen können, danach aber zeigten sich die YB Frauen ratlos, was sie mit diesem Spiel anfangen sollten. Um 13.13 Uhr, in der 11. Minute der Partie, versammelten sich die Schlieremerinnen im Elfmeterkreis der Bernerinnen und vermochten diese so zu verwirren, dass sich Margaux Kalberer am hinteren Pfosten frei laufen und den Eckball per Kopf verwerten konnte. YB reagierte nicht. Symptomatisch für die Berner Harmlosigkeit waren die Frei- und Eckstösse Simone Zahnos, die ausnahmslos beim Gegner oder sogar am Kopf des Schiedsrichters landeten – mit Ausnahme der 25. Minute, als sie die stilsicher wirkende Pascale Küffer im Tor der Schlieremerinnen zu einer sehenswerten Flugeinlage zwang.

den sich tatsächlich in eine Richtung neigen. Dies war so eines. Geduldig und mit immer mehr Nachdruck spielten die Bernerinnen nach vorne, als könnten sie bergabwärts laufen. Immer näher kamen sie dem Ausgleich und hatte man erst noch den Eindruck, sie sollten noch mit Kontern der Schlieremerinnen rechnen, wurde selbst das immer unwahrscheinlicher. Als müssten die Zürcherinnen umgekehrt gegen den Hang spielen oder entferne sich das Tor der Bernerinnen immer mehr von ihrem. Zu Chancen kamen sie erst wieder, als die Partie bereits verloren, das Spiel längst gekippt war. In der 63. Minute duellierte sich Michaela Burkhard mit Sheila Loosli, einen Moment sah es so aus, als käme Loosli wirklich an den Ball und könne vielleicht doch noch einmal eine Chance kreieren. Doch Burkhard klärte lang und erreichte Michelle Heule am rechten Flügel. Die zog los, behielt die Nerven und glich aus. Zehn Minuten später schlug Bettina Thomet einen Freistoss aus der eigenen Abwehr über 40 Meter in den Zürcher Strafraum, wo der Ball wieder zu Heule kam. Sie schoss ihn unter die Latte. YB hatte die Wende geschafft, die zu diesem Zeitpunkt niemanden mehr überraschte. Sie entsprach, nachdem YB seine Spielweise umgestellt hatte – der Tektonik des Spielfelds und – bildlich gesprochen – der Tektonik der ganzen Partie.

Viertelfinal: FC Baden - Yverdon Féminin 0:1 Von Tania Lienhard Die Ausgangslage für den CupViertelfinal zwischen Baden, das gegen den Abstieg in die 1.Liga kämpft, und Titelverteidiger Yverdon, das um die Schweizer Meisterschaft mitspielt, zeigte ein klares Bild. So bezeichnete auch Walter Malzach seine Spielerinnen vor der Partie als „krasse Aussenseiterinnen“. Die Tatsache aber, dass Cupspiele ihre eigenen Gesetze haben, kennt auch Alain Béguin: „Niemand ist per Zufall in einem Viertelfinale des Schweizer Cups. Wir müssen unser Bestes geben gegen Baden.“ Die Einschätzung von Yverdons Trainer bewahrheitete sich. Die Aargauerinnen wussten sich vor allem in der ersten Halb-

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Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings bereits 0:2. Denn in der 15. Minute spielte Lea De Boer einen langen Ball in die Spitze und Franziska Schärer verschätzte sich als letzte Frau in der Verteidigung. Die bestechende Sheila Loosli roch den Braten sofort. Sie erlief den freien Ball und schob ihn unter Chamot hindurch ins Tor. Schlieren führte 2:0. Erst danach war YB bereit, den Kampf anzunehmen. Die Bernerinnen spielten nun auch lange Bälle und versuchten nicht mehr, so oft zu dribbeln. Auf dem holprigen Boden des Zelgli keine schlechte Entscheidung, zu oft war den Spielerinnen das Leder vom Fuss gesprungen. Michelle Heule und Annina Spahr im Sturm von YB sahen immer mehr Bälle, zielten aber mehrmals falsch. Bis Spahr in der 42. Minute durch ihre frappante Schnelligkeit ein Laufduell gewann und den Ball trocken in den Winkel hängte. Schlieren versuchte sofort zu antworten und brachte Chamot noch einmal in Schwierigkeiten – als hätten die Zürcherinnen gehofft, zwei Tore Vorsprung könnten das Unheil abwenden, das ihnen drohte. Die Bernerinnen ihrerseits hatten eine schlechte Halbzeit gespielt, man musste ihnen aber zu Gute halten, dass sie sich vom Rückstand nicht hatten beeindrucken lassen und weiterhin daran glaubten, das Spiel noch drehen zu können. Die oft verwendete Formulierung von der Partie, die «kippt», ist natürlich metaphorisch gemeint. Aber es gibt Spiele, da glaubt man, sie wür-

zeit gegen den Favoriten aus dem Kanton Waadt zu wehren. Als die unter anderem ohne Droz angetretenen Gäste eine Chance nach der anderen nicht nutzen konnten, wurden sie immer nervöser. „Wir waren verunsichert und haben auch so gespielt“, so Alain Béguin nach der Partie. Die Unsicherheit löste sich ein wenig, als in der 34. Minute der einzige Treffer durch Maeva Sarrasin fiel. Weil dem NLATeam aber auch nach der Pause der ersehnte Entscheidungstreffer nicht gelang, und sich Baden mit einigen schönen Aktionen noch einmal zurückmeldete, fand Béguin nach dem Schlusspfiff kritische Worte: „Wir haben schlecht

gespielt, weil wir noch nicht bereit sind.“ Der Trainer schien aber sichtlich erleichtert, dass ein weiterer Schritt Richtung Titelverteidigung gemacht werden konnte. Walter Malzach auf der anderen Seite wusste die Partie richtig einzuordnen: „Wir sind ein NLB-Verein am Ende der Tabelle und haben mit einem der Schweizer Topteams vor allem konditionell durchaus mithalten können.“ Dies will er nun mit in die Meisterschaft nehmen. Dass Baden den Gästen in Schnelligkeit und Zweikampfverhalten unterlegen war, daraus macht Malzach kein Geheimnis. Aber der Stolz auf die nur knapp verlorene Partie überwiegt.


Halbfinal: BSC YB - FC St. Gallen 2:1 Von Peter Vögeli meti kein Kapital schlagen. Bei Kopfbällen die aufs Tor kamen, liess sich die ausgezeichnete St. Galler-Torfrau Djegoja nicht bezwingen. «Das Verwerten von stehenden Bällen ist eine Schwäche von uns», sagte Trainer Kirchhofer nach dem Spiel. Maendly mit Gesichtsmaske Nationalspielerin Maendly, die nach einem im Februar eingehandelten Nasenbeinbruch zum letzten Mal eine Maske tragen musste, war die nicht nur spielerisch herausragende Erscheinung auf dem Platz. Immer wieder bediente die gebürtige Genferin ihre Mitspielerinnen mit öffnenden Pässen. Vergebens, bei Halbzeit lagen die Gelbschwarzen noch immer 0:1 in Rückstand. Nach der Pause konnte der Schiedsrichter die Partie nicht wieder anpfeifen, weil zwei Scheinwerfer der Flutlichtanlage im Stadion Neufeld kein Licht erzeugten. «Haben die bereits Mühleberg abgeschaltet?», meinte ein Spassvogel zur Strompanne. Nach einer Verzögerung von etwas mehr als einer Viertelstunde konnte weitergespielt werden. Young Boys spielte Einbahnfussball. Gegen vorne traten die Gäste kaum mehr in Erscheinung.

Nach einem weiten Kreuzpass von Maendly verzog Spahr aus idealer Abschlussposition. Kurze Zeit später traf die gleiche Spielerin nur den linken Pfosten. Die überzeugende St.Galler-Hüterin zeigte weitere BigSaves. Bis sie in der 80. Minute bei einem Corner von links mit ihrem ersten Fehler das 1:1 hinnehmen musste. Bei Carina Gerbers Kopfball sah sie schlecht aus. Das Glück wandte sich definitiv von der Gästehüterin ab, als sie beim mutigen Herauslaufen die eingewechselte Sarina Heule von den Beinen holte. Simone Zahno verwandelte den Penalty zum vielbejubelten 2:1 in der drittletzten Minute der offiziellen Spielzeit sicher. Warum lässt YB die Zuschauer so lange warten? Valbona Mehmeti, die, so Trainer Kirchhofer, eine ausgezeichnete Rückrunde spielt, hatte dazu folgende Erklärung: «Wir haben immer daran geglaubt, die Wende noch zu schaffen und es mit unserer grossen Moral auch realisiert.» Mit zwei mirakulösen Paraden auf Verzweiflungsschüsse der St.Gallerinnen rettete Torfrau Chamot in der Nachspielzeit den erneuten Einzug in der Cup-Final. «Im Endeffekt hat das reifere Team verdient gewonnen», gab St.Gallen-Trainer Peter Jud zu.

Halbfinal: Yverdon Féminin - Staad 3:0 Von Martin Bieri Für den FC Staad war das Erreichen des Cup-Halbfinals bereits ein grosser Erfolg. Aber damit wollten sich die «Seemädchen», wie sich die Staaderinnen selber nennen, am Neuenburgersee nicht begnügen. Das Finale in Winterthur war das Ziel. Dem entgegen stellte sich niemand geringerer als die Titelverteidigerinnen aus Yverdon. Keine leichte Aufgabe für die in schwarz antretenden Ostschweizerinnen. Doch auch die anwesende Nationaltrainerin Béatrice von Siebenthal traute ihnen vor dem Spiel zu, aus einer gut organisierten Defensive heraus eine Überraschung landen zu können. In der Tat stand Staad von Beginn an hinten und verteidigte mit fünf oder sechs Leuten in der letzten Linie. Doch auch die Augurin sah sich getäuscht. In der 12. Minute lief Juliane Droz rechts durch, gab flach in die Mitte, wo sich eine Staaderin in die Bahn des Balls warf und ihn ins eigene Tor lenkte. Sie tat es unter Bedrängnis von Maeva Sarrasin, so dass nicht von einem Eigentor die Rede sein konnte und der Treffer Droz gut geschrieben wurde. Nach diesem Führungstor gerieten die Waadtländerinnen aber etwas aus dem Tritt. Das lag vor allem dar-

an, dass Staad nun früher störte und bereits im Mittelfeld einige Bälle gewinnen konnte. Claudia Stilz, Carina Viriato und Rafaela Bisquolm deuteten an, dass die Abwehr um die an diesem Abend etwas stutzig wirkende Caroline Abbé nervös zu machen war - zu machen gewesen wäre. Denn in der 34. Minute lief die sehr präsente Maeva Sarrasin wiederum auf rechts durch. Sie ging bis an die Grundlinie und schoss, ohne dass sich in der Mitte eine Mitspielerin befunden hätte, Daniela Hutter im Tor von Staad scharf an. Die Unglückliche liess den Ball ins eigene Tor abprallen. So waren zwei Tore gefallen, bei denen eine Staaderin zuletzt am Ball gewesen war. Doch damit nicht gut. Kurz vor der Pause entschied sich die Partie endgültig, und wieder mussten sich die Staaderinnen an der eigenen Nase nehmen. Die schnelle Stilz hatte Carolyn Mallaun auf der Aussenbahn eindrücklich überlaufen und stand plötzlich allein halblinks vor dem Tor. Als wäre sie selbst darüber erschrocken, gelang es ihr nicht den Ball zu verwerten. Sie schoss rechts vorbei. Hätte ein Tor neue Hoffnung für Staad bedeutet, ging diese noch vor der Pause ganz verloren. Sarrasin verwandelte einen

SCHWEIZER CUP

Eigentlich waren die Bernerinnen im Halbfinal gegen St.Gallen klarer Favorit. Weil aber im Cup andere Gesetze gelten, traute man den als Riesentöter geltenden Ostschweizerinnen auch in der Bundeshauptstadt eine Überraschung zu. Mit GC und Basel hat das in der Meisterschaft achtklassierte St.Gallen zwei stärker eingestufte Teams aus dem diesjährigen Cup geworfen. «Es wartet keine leichte Aufgabe auf uns, die kampfstarken Gegnerinnen gelten als Cupschreck», dämpfte YB-Trainer Rolf Kirchhofer vor dem Spiel zu grosse Erwartungen. Als sich die sonst überzeugende Torfrau Janine Chamot bereits in der sechsten Minute von einem haltbaren Schuss der St.Gallerin Cinzia Jörg erwischen liess, schien sich Kirchhofers Pessimismus zu bewahrheiten. Ohne die verletzte Topskorerin Veronica Maglia und die kurzfristig zu Basel abgewanderte Nationalspielerin Jehona Mehmeti musste Young Boys nicht in Bestbesetzung dem 0:1-Rückstand nachrennen. Danach gerieten die Gäste stark unter Druck. Aus einem halben Dutzend von Sandy Maendli raffiniert hereingezirkelten Cornerbällen, konnten Annina Spahr, Franziska Seiler und die bei Standards vorgerückte Valbona Meh-

Freistoss aus 20 Metern wunderbar direkt und beendete das Spiel zur Pause praktisch. Die etwa 200 Zuschauerinnen und Zuschauer gingen gut, die Staaderinnen schlecht gelaunt zum Pausengetränk. Letztere mussten sich eingestehen, dass sie zwar gegen einen überlegenen Gegner gespielt hatten, aber aus eigenem Verschulden in Rückstand lagen. Die «Seemädchen» starteten engagiert in die zweite Hälfte und zeigten mehr Selbstvertrauen, ohne dass ersichtlich gewesen wäre, woher sie es hatten. Doch das legte sich wieder und Yverdon begann, das vierte Tor zu suchen, nicht ohne all jene Spielerinnen auszuwechseln, die durch die Kumulation gelber Karten in Gefahr standen, das Finale zu verpassen. Im Strafraum der Staaderinnen kam es zu einigem Tumult, jedoch zu keinem weiteren Tor. Der FC Staad seinerseits sah sich je länger desto weniger im Stande, für Gefahr zu sorgen, obwohl es weder an Willen noch Versuchen mangelte. So endete das Spiel mit dem Pausenresultat von 3:0. Yverdon zeigte sich das ganze Spiel über inspiriert, souverän und in der Lage, den Cup zu verteidigen.

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Sie arbeiten ehrenamtlich und unermüdlich im Hintergrund für den Frauenfussball. Das Frauenfussball-Magazin stellt sie Ihnen vor. In dieser Ausgabe: Jacqueline Schweizer

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Jacqueline Schweizer ist ein wichtiger Teil im Puzzle der Frauen des BSC YB auf dem Weg zum Erfolg Von Tania Lienhard Die YB-Frauen grüssen vor Beginn der Finalrunde von der Tabellenspitze. Zwei der sechs Trophäen an die besten Spielerinnen bzw. an den besten Trainer des Jahres 2010 (vom Frauenfussball-Magazin lancierte Umfrage) gingen an die Gelbschwarzen: Janine Chamot im Tor und Rolf Kirchhofer als bester Trainer. Mit Lia Wälti und Sandy Maendly im Aufgebot der A-Nationalmannschaft, sowie Gwendoline Fai, Carina Gerber, Sarina Schenkel und Manuela Wüthrich in der U-19-, Carmen Aeberhardt, Francesca Calo, und Michelle Heule in der U-17- sowie Alessa Castignetti, Simone Flüeler, Florijana Ismaili, Aline Stöckli und Meret Wälti in der U16-Auswahl stellt BSC YB aktuell 14 Nationalspielerinnen. Damit diese Talente eine optimale Ausbildung erhalten und weiterhin in ihren Fähigkeiten geschult werden, braucht es eine solide Basis im Verein, die von Menschen geschaffen wird, deren Namen eher selten im Rampenlicht stehen. Im Falle von YB ist eine der wichtigen Stützen im Hintergrund Jacqueline Schweizer. Die Kauffrau investiert neben ihrem 80%-Hauptberuf 25 Stunden wöchentlich in ihre Aufgaben beim letztjährigen Cupfinalisten. Neben ihrer Budgetverantwortlichkeit und der Zusammenarbeitsbetreuung von Partnervereinen und Regionalverband, ist sie im sportlichen Bereich unter anderem zuständig für die Umsetzung der Spiel- und Ausbildungsphilosophie in den Frauenteams von YB, der Kadermitgestaltung und der Optimierung individueller Karriereplanungen der Spielerinnen. Woher nimmt die ehemalige Nationalspielerin die Energie, um sich solchermassen für den Frauenfussball einzusetzen? „Den Stellenwert des Frauenfussballs als Randsportart habe ich medien- und sponsorentechnisch stets akzeptiert, jedoch nie aufgehört daran zu

Bild: zvg

MENSCHEN IM HINTERGRUND

„Zwischen Föhre und Rosenstauden“

glauben, durch Leistungsbeweis und Fortschritt etwas verändern zu können“, so die gebürtige Zürcherin. Sie weiss ganz genau, worum es geht, wenn sie über den Stellenwert des Frauenfussballs in der Schweiz spricht. Als sie im Alter von 23-28 Jahren im Nationalteam war, mussten sie und ihre Mitspielerinnen einen finanziellen Mehraufwand leisten, um überhaupt zur nationalen Auswahl gehören zu können. Es gab weder Spesen noch sonstige Entschädigungen. „Es freut und motiviert mich zugleich“, strahlt Jacqueline Schweizer, „frühere Weggefährtinnen auf verschiedenen Ebenen anzutreffen, welche ihre Leidenschaft weiterhin für den Fortschritt des Frauenfussballes einsetzen“. Sie hofft, dass die eine oder andere heutige (Spitzen-)Spielerin nach ihrer aktiven Karriere ebenfalls das Bedürfnis verspürt, Erfahrung und Passion weitervermitteln zu wollen. – So wie sie selber es tut. Faszination als Antrieb Angefangen hatte die Fussball-laufbahn der heute 46-Jährigen im Garten. Als Kind hat sie sich darin geübt, die Schüsse des Vaters, der selber leidenschaftlicher Fussballer war, nicht „zwischen Föhre und Rosenstauden“ an ihr vorbei

passieren zu lassen. Die logische Folge des kindlichen Spiels war die Faszination für die Position der Torhüterin, die sie jahrelang innehatte. Ihr Ziel sei nie die Nationalmannschaft gewesen, so die Wahlbernerin. Sie wollte vielmehr die Torhütertechnik „so perfekt wie möglich“ beherrschen. Als dann das Aufgebot für das Schweizer Team folgte, empfand sie vor allem Genugtuung für die harte Arbeit. Schliesslich trainierte sie, um ihr Ziel zu erreichen, der Perfektion so nahe als möglich zu kommen, mit Männern mit, sie stets das körperliche Maximum abrufen musste, um mithalten zu können. Nach fünf Jahren gab sie den Rücktritt aus dem Nationalteam bekannt. Einer der Gründe war, dass die Aussicht auf eine EModer WM-Endrunden-Teilnahme in weiter Ferne lag. Das heutige Nationalteam ist diesem Ziel einen Schritt näher. Und solange es Menschen gibt, die davon fasziniert sind, die Entwicklung junger Talente mit optimaler Betreuung zu unterstützen, wird der Traum einer EndrundenTeilnahme stetig näher rücken.


Zu Gast beim Leader Die U18 der Grasshoppers, neben Bodensee-Rheintal das Mass aller Dinge in dieser Saison, war der erste Gegner des FC Basel im neuen Jahr Text und Bild: Chris Blattmann gebracht. Den Freistoss verwandelte Frei gleich selbst mit einem herrlichen Schlenzer um die GC-Mauer zum 3:2 Pausenstand. Bereits zu Beginn der zweiten Halbzeit hätte Baldinger die Gastgeberinnen noch höher in Führung bringen können. Beide Male scheiterte sie aber an Nadine Böni. 4 Minuten nach dem Anstoss war es erneut Baldinger, die Pulver in der Mitte erkannte, bediente und sich damit einen Assist gutschreiben lassen konnte. Die Abwehr der Gäste war zeitwewise inexistent. So erstaunte es auch nicht, dass Julia Schneider völlig alleine auf Böni ziehen konnte, diese stehen liess und ungehindert den 5:2 Endstand erzielte. Kurz vor Schluss der Partie zeigte GC noch einmal seine Klasse. Mit einer Ballstaffette Bruderer über Pulver und Thürig zog man von der Mittellinie bis vor das gegnerische Tor und scheiterte, einmal mehr, an Böni. «Dass wir den Start jeweils verschlafen, könnte uns gegen einen Spitzenverein wie Bodensee-Rheintal einmal zum Verhängnis werden. Im Spitzenkampf könnten wir es nach einem frühen Gegentreffer schwer haben, das Spiel noch zu drehen. Solche Teams verstehen es, hinten dicht zu machen. Natürlich wollen wir an der Spitze dabei bleiben. Unser Fokus ist aber mehr darauf ausgerichtet, ein möglichst breites Kader auszubilden. Siege soll es nicht auf Kosten der individuellen Entwicklung geben», so Armuzzi abschliessend. Und diese Breite wurde mit fünf verschiedenen Torschützinnen eindrücklich unter Beweis gestellt.

MATCHBERICHT U18

Die Partie auf dem GC/Campus an die Partie. «Wir wollen das begann gleich mit einem Weck- Spiel von hinten aufbauen und ruf für die Gastgeberinnen. Die nicht mit langen Bällen versuGäste aus Basel starteten mit chen, die Entscheidung herbei Druck und brachten den Lea- zu führen». der gleich in Bedrängnis. «Dies Ein Problem, mit welchem sich ist eine unserer Schwächen. Wir Ramona Armuzzi auf der Geverschlafen den Start regelmäs- genseite nicht mehr herum sig», so Ramona Armuzzi. Aus schlagen muss. Das mit U16dem Schlaf geholt hat die Gras- und U17-Nationalspielerinnen shoppers die 14-jährige Sara gespickte Team verfügt über Suppa, welche in der 4. Minute das Rüstzeug, um solche Parmit einem gekonnten Schuss in tien zu dominieren. So hat Ardie lange Ecke bereits den Füh- muzzi auch auf der Ersatzbank rungstreffer bejubeln konnte. Spielerinnen, welche bei andeNur zwei Minuten später war ren Teams zur Startaufstellung es wieder Suppa, welche das gegnerische Tor um Haaresbreite verpasste. Damit waren aber auch die Lebensgeister der Zürcherinnen auf dem Campus angekommen. Die über die gesamte Partie auffällige Jasmin Baldinger testete aus der Drehung hinaus BaselTorhüterin Böni und verpasste den Ausgleich nur knapp. Für Dirigierte souverän das Mittelfeld: Carmen Pulver (r) diesen sorgte dann in der 9. Minute U17-Nati- gehörten. Ein Beispiel dafür ist onalspielerin Fabienne Rochaix. auch Mirnjie Selimi, die kurz Der Jubel bei Rochaix hielt aber nach ihrer Einwechslung das Tor nur kurz. Beim Treffer erhielt sie zum 2:1 erzielte. Nur zwei Mieinen Schlag auf das ohnehin nuten später versuchte Pulver schon lädierte Knie und liess einen Heber, welcher allerdings sich zwei Minuten nach ihrem an der Latte landete und vor die Füsse von Baldinger sprang. Tor auswechseln. Während GC nun endgültig das Diese stand goldrichtig und Diktat der Partie übernahm, fie- musste nur noch zum 3:1 einlen die Gäste aus Basel förmlich schieben. auseinander. «Wir sind erst im Doch auch die Gäste vom Rhein Aufbau. Das Team hatte keine hatten noch einige Glanzmotaktische Aufstellung, die Posi- mente. Etwa in der 37. Minute, tionen waren jeweils spätestens als Nina Meyer gekonnt Supnach zehn Minuten nicht mehr pa bediente, welche den Ball erkennbar. Daran arbeiten wir allerdings nicht unter Kontjetzt. Die Spielerinnen müssen rolle brachte und am Tor von lernen, ihre Positionen zu hal- Christine Schärer vorbei schob. ten», erklärte die neue FCB-Trai- Eine Minute vor Schluss wurde nerin Tanja Imhof im Anschluss Andrea Frei von Adali zu Fall

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Aus der KAtakombe Die monatliche Kolumne von KA Lehmann, exklusiv im Frauenfussball-Magazin

Welch grosses Los bei der EM-Qualifikation der Schweiz wieder zugespielt wurde: Deutschland. Es nicht nur das ewige Nachbarschaftsduell, das zwar bis jetzt bis auf ein Unentschieden klar immer von Deutschland gewonnen wurde, sondern vor allem für alle Schweizer Fussballerinnen eine günstige Möglichkeit sich „bedienen zu lassen“. Was ich damit meine? Nun, ganz einfach: Es wird wenigstens ein Spiel während der EM-Qualifikationsphase geben, das ausverkauft sein wird. Und dazu noch medial bestens begleitet und natürlich live im TV. Das passive Konsumverhalten aller Fussballerinnen wird vom Allerfeinsten beliefert: „scho bizli fäne und luege, aber vo di hai vor em Ferseh“. So könnte das Fan-Verhalten aller Fussballerinnen in der Schweiz umschrieben werden. Haben wir es nicht schon einmal in den Katakomben flüstern gehört, dass wir Frauen eigentlich diejenigen sein müssten, die die Fussball-Nati und Frauensportarten generell unterstützen müssten? Oder legt eine Fussballerin mittlerweile gar eine gewisse Arroganz an den Tag als „ich spiele in der Nummer 1 Sportart der Frauen“ und lebt deshalb eine Einstellung „alles um mich herum ist egal“? Ich werde das Gefühl nicht los, dass in der oben beschriebenen Einstellung doch leider viel Wahrheit liegt: Im April findet in Winterthur und Zürich die Frauen-Eishockey WM statt. Das Motto der WM lautet „The power of women“. Natürlich messen sich die besten Eishockey-Spielerinnen der Welt, doch die Philosophie der WM ist es, alle Sportle-

rinnen zu feiern und zu fördern. Einladungen und Verlosungen von Tickets gingen an viele Frauenteams aller Sportarten. Der Rücklauf an Anmeldungen und „ja, klar sind wir dabei“ war enorm und beinahe selbstverständlich. Ich möchte hier nicht zu sehr erwähnen, dass mehr als die Hälfte aller Frauen-EishockeyTeams der Schweiz unter den Zuschauern weilen werden, sonst heisst es wieder „ja, der Vergleich hinkt, schließlich gibt es zwanzigmal mehr Fußballerinnen als Eishockeyspielerinnen“. Darum möchte ich umso mehr betonen, dass sich auch ganz viele Volleyballteams, Damen-Riegen, Unihockey- und Handballteams auf den Weg nach Winterthur machen. Fehlt eine Sportart? Es ist ja noch ein wenig Zeit bis zum Eröffnungsspiel am 16. April. Ich bin mir sicher, dass noch viele Tickestbestellungen eingehen werden. Ich weiss, dass Sie, liebe Leserinnen und Leser des Frauenfussball-Magazins, eigentlich die falschen Adressaten für „jetzt gebt Euch einen Ruck und unterstützt Frauensport nicht nur virtuell“ sind. Sie sind die treuen und interessierten Fans des Frauenfussballs. Dafür möchte ich Ihnen von ganzem Herzen danken! Ich bin mir sicher, dass auch Sie „Sofa-TV-Fans“ kennen. Halten Sie denen diese Kolumne unter die Nase. Das Lesen des Textes passt gerade in eine Werbepause. Wir werden immer mehr Frauen-Sport-Fans – doch wir müssen die anderen wach rütteln und mitreissen! Bis bald Ihre Ka Lehmann

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