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Exhibition–Digest

This is our Personal Encyclopedia.

Katja Stuke & Oliver Sieber »Our House« 1.9.–30.10.2011 Museum für Photographie Braunschweig

About us, about everything we did, about everywhere we've been, about places we exhibited at, about places where we talked, about ideas we think about, about all the projects. About artists we adore, about artists we exhibited [with], about movies we love, about music we listen to, about books we read, about ideas we agree with. About people who are connected to Böhm/Kobayashi, about people who wrote about Böhm/Kobayashi. to be continued…


... Freundinnen... 11

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11 Freundinnen… ist der Titel einer Serie von Oliver Sieber. „Der Künstler konzentriert sich mit seinen Photographien ganz auf verschiedene Ausdrucksformen und Identitäten von Jugendlichen. In seinem aktuellen Projekt hat er beispielsweise junge Fußballspielerinnen im Alter zwischen zehn und sechzehn Jahren aufgenommen und ihre Portraits in einer Serie zusammengestellt. Dabei wählte er eine wie schon in zuvor entstandenen Bildreihen erprobte, immer gleiche Aufnahmemethode. Ähnlich einem Passbild, jedoch in präziser Großbildqualität, wurden die Mädchen in büstenhafter Form während des Trainings portraitiert und unter dem Titel ‚11 Freundinnen...’ versammelt. Die Abgebildeten stehen vor einem hellen neutralen Grund, den er als Rückwand montierte. Der Fokus liegt auf den Gesichtern der Jugendlichen, ihrem Blick, ihren Frisuren und den unterschiedlichen Trikots.“ PR, SK-Stiftung Kultur photographische Sammlung

20th Century Boys 20th Century Boys ist eine Manga-Serie des japanischen Zeichners Naoki Urasawa. Sie lässt sich den Genre Science-Fiction und Drama zuordnen. Das Werk erzählt von den apokalyptischen Kindheitsfantasien einer Gruppe von Freunden und wie diese während ihrer unbeschwerten Schulzeit entwerfen Kenji Endo (遠藤健児) und seine Freunde ein Endzeitszenario, in dem die ganze Welt vernichtet wird. Sie denken sich Bakterienangriffe, Bombenattentate und Riesen-roboter aus und spielen die Helden, die die Welt vor einer bösen Organisation retten werden.

Jahrzehnte später kommt es zu Anschlägen in der ganzen Welt, die sich fest an das von ihnen entworfene Szenario halten. Ein geheimnisvoller ‚Freund‘ erscheint als Anführer einer Sekte, der Freundschaftspartei, und kann bald mehr und mehr Macht gewinnen. Der Freund gebraucht dabei ein Symbol, das sich damals die Freunde ausgedacht haben. Kenji weiß daher, dass einer seiner Freunde aus der Kindheit der Freund sein muss und will ihn aufhalten. Der Manga spielt in mehreren Zeitebenen, zwischen denen immer wieder gesprungen wird.

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38 Stunden Böhm Die Reflexion der Kindheitserinnerungen ist ein zentrales Thema. Der Zeichenstil ist realistisch und detailliert. Die Serie wurde nach einem Lieblingslied von Urasawa benannt, dem gleichnamigen, 1973 erstveröffentlichten Lied der britischen Rockband T. Rex. Die Verbindung historischer Fakten, traditioneller japanischer Motive und Bildwelten auf der einen, und Elemente zeitgenössischer Popkultur wie Manga und Anime auf der andere Seite findet sich immer wieder in der jungen bildende Kunst in Japan, z.B. bei der Künstlergruppe Antenna aus Kyoto. Themen wie das Ende der Welt, totalitäre Herrscher, moderne Technologien, Roboter und Androiden, die Folgen des Atombombenabwurfs auf Hiroshima kehren immer wieder in den Geschichten und Bildwelten.

Weitere Mangas von Naoki Urasawa sind ‚Monster‘ und ‚Pluto‘ (mit Osamu Tetsuka), in denen  Düsseldorf als einer der Handlungsorte eine wichtige Rolle spielt.

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Die Veranstaltung 38 Stunden Böhm fand anlässlich der Kunstpunkte Düsseldorf statt. Das Programm: 21.9./10:00h – 22.9./ 24:00h; 21.9. 2002: Ab 10:00h Frühstück; 15:00h Kaffee und Kuchen; währenddessen: Fotos, Fotos. 19:00h : Nudelsuppe/

Ramen von Isolde Schubert. 22:00h Musik mit Axel Ganz.Nach 24:00h Kino: Pecker. 22.9. 2002: zwischen 9:00h und 10:00h: wählen; Ab 10:30h Frühstück. 18:00h erste Hochrechnungen; gleichzeitig: Wein und Essen. 20:15 TV – Erst Zappen dann Kinoprogramm: Grease. Außerdem Musik. Bis 24:00h. Die erste Ausgabe Die erste Frau Böhm wurde für nur 5,- DM angeboten.

Die Deutsche Mark löste am 21. Juni 1948 in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands und drei Tage später auch in den drei Westsektoren Berlins durch die Währungsreform 1948 die Reichsmark als gesetzliche Währungseinheit ab. Die kurz darauf am 24. Juli in der Sowjetischen Besatzungszone und im Ostsektor Berlins eingeführte neue Währung hieß ebenfalls ‚Deutsche Mark’; sie blieb die Währung der DDR bis zum 31. Juli 1964. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai 1949 blieb die Deutsche Mark die Währungseinheit in der Bundesrepublik einschließlich WestBerlins. In der DDR löste sie mit Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion am 1. Juli 1990 die Mark der DDR ab und blieb das gesetzliche Zahlungsmittel auch im wiedervereinigten


Akira

Deutschland. Die Mark wurde schließlich 1999 (als Buchgeld) und 2002 (als Bargeld) durch den Euro ersetzt. Die Währung wurde in Münzen und Scheinen ausgegeben. Es gab vier Serien von Banknoten. § 23 Abs. 1 Nr. 4 KUG ermöglicht die Verbreitung und Zurschaustellung künstlerischer Bildnisstudien, wobei nicht nur Gemälde und Zeichnungen, sondern auch künstlerische Fotografien in den Anwendungsbereich der Regelung fallen. Voraussetzung ist, dass es sich um Personenaufnahmen handelt, die nicht auf Bestellung angefertigt werden. Außerdem muss die Verbreitung und Zurschaustellung einem höheren Interesse der Kunst dienen.

ein Entgelt. Der Bezieher der Leistung ist der Abonnent. Das Wort Abonnement ist seit dem 18. Jahrhundert gebräuchlich und stammt aus dem Französischen, in welchem s‘abonner quelque chose für eine wiederkehrende Leistung bestellen steht. Eine kleine Anzahl von regelmäßigen Abonnenten bekommt direkt nach dem Erscheinen die ersten Nummern der neuen Böhm-Ausgabe per Post. Es gibt Abonnenten in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, in den USA und in Kanada. Die ersten Ausgaben enthielten exklusiv für Abonnenten kleine Zugaben. Einige der Abonnenten sind in der Ausgabe #13 Instant Böhm zu sehen.

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bendroth, Laas ist ein deutscher Künstler und Musiker. Snake Sven Vieweg

The Art Director's Club is the premier Organization ‚for integrated media and the first international creative collective of its kind. Founded in New York in 1920, ADC is a self-funding, not-profit membership organization whose mission is to connect, provoke and elevate creative visual communications professionals around the world. ADC provides a forum for creatives in Advertising, Design, Interactive Media and Communications to explore the direction of these rapidly converging industries.’ In 2001 the issues Nördlich Südlich, AutoMotorSport and S/W–Farbe got a Merit Award by the Art Directors‘ Club NY. Ein Abonnement (abgekürzt Abo) ist der regelmäßige Bezug einer Leistung gegen

Akira (アキラ), ein Manga von Katsuhiro Otomo aus dem Jahr 1982, der 1988 von diesem auch als Anime umgesetzt wurdegilt als Meilenstein der Comic-Geschichte und spielte für die Verbreitung von Manga und Anime im Westen eine Schlüsselrolle; unter anderem war Akira die erste in

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Akira Intrigen auf allerhöchster Ebene verwickelt. Mehrere Gruppen kämpfen um den geheimnisvollen Akira, der in einem unterirdischen Forschungslabor im Kälteschlaf liegt und dessen Erwachen das Ende der Welt heraufbeschwören soll. Als bei Tetsuo ebenfalls übernatürliche Fähigkeiten festgestellt werden und er zunehmend größenwahnsinnig wird, ist das der Auftakt für

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Deutschland komplett veröffentlichte Manga-Serie. Akira spielt im Jahr 2030 (bzw. in der Anime-Fassung im Jahr 2019) in NeoTokio nach dem Dritten Weltkrieg. Als die beiden jugendlichen MotorradFreaks und Gang-Mitglieder Kaneda und Tetsuo zufällig einem kleinen Jungen mit greisenhaften Gesichtszügen und übernatürlichen Fähigkeiten begegnen, werden sie unversehens in politische

eine unvorstellbare Katastrophe – abervielleicht auch für einen Neuanfang. Anlässlich des Erscheinens der Tokyo-Ausgabe, vor der Abreise nach Osaka fand eine Böhm-Release-Veranstaltung in den unrenovierten Räumen des Fachgeschäfts von Anett Starke statt, bei der ‚Akira‘ im Schaufenster projiziert wurde. Mangas und Animes spielen eine wesentliche Rolle bei der Arbeit Character Thieves von Oliver Sieber, die seit 2005 entstanden ist. Alles echt ist der Titel der Böhm Ausgabe #17b. Diese Ausgabe wurde anlässlich einer Ausstellung in Neuss produziert, als erste B-Sonderausgabe. Die B-Ausgaben unterscheiden sich immer formal von regulären Ausgaben. In diesem Fall befanden sich in einer kleinen Klarsicht-


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hülle 5 kleine Original C-Prints – in jeder Ausgabe in unterschiedlicher Größe und Zusammenstellung. Sie spielte mit bestimmten Sammelwünschen und erschien anlässlich der Ausstellung Der touristische Blick in der Alten Post, Kulturform Neuss 2003. Die Ausstellung zeigt Fotografien aus Europa und den USA; die Autorenschaft der einzelnen Arbeiten wurden nicht genannt. Album ‚I started to photograph people who seemed interesting to me (either because of the situations, looks or other coherences). The method resembles that of journalistic photography where people often don’t even realize that they have had their picture taken. The people portrayed thus are transferred to a museum-like

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Amoeba space. In this work I was interested in the relation between sculpture and photography. Here photography ewokes the illusion of a real sculpture – the impression of a three dimensional object in the two dimensional photography is just a deception.’  Böhm mit Widerstand  Duane Hanson

location has a smaller collection of movies on DVD, VHS, and Laserdisc. In addition, Amoeba Records frequently holds free shows during store hours with locally and nationally known artists from a wide variety of genres. Anime  Cosplay  Manga

Amoeba Records is an independent music chain with stores in Berkeley, San Francisco, and Hollywood, Los Angeles. Founded by former employees of nearby Rasputin Records, it opened on Telegraph Avenue in Berkeley in 1990. The stores are unusually large given their independent status. […] The Southern California location was added on November 17, 2001 when the store opened a new branch on Sunset Boulevard (at Cahuenga Boulevard) in Hollywood. At the time of its opening, the store planned to stock as many as 250,000 titles, which would place the store among the largest independent music stores in the world. According to Los Angeles Times writer Michael Hiltzik, the location ‚instantly became a Hollywood landmark.’ The stores also trade in movies, though secondarily to their music business. Each

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Antenna is an artist group based in Kyoto. Their works investigate various fields of art and design. Today the group includes five members: Hideyuki Tanaka, Hiroshi Oka, Keisuke Ichimura and Kikumi Furukawa. Antenna started in 2002, when Hideyuki Tanaka gathered a team to shoot a short movie ‚Camille‘. The movie was screened the same year. During spring 2003, the group was reinforced through a collective exhibition called NG3 held at CASO, where the film was shown. In 2003, Yoshitaka Yazu joined Antenna, and the full length movie project ‚Yu-en’ started. In 2004, they participated in the Gekidan Eisei No.5 Hase Bldg. Cockpit event. Then the group produced two video clips for Raymond Team, a Rose Records band, which received good reviews. Keisuke Ichimura joined in


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Antifoto 2005, followed Kikumi Furukawa in 2006. Antenna did an exhibition with famous artist Kenji Yanobe, Let’s meet in the forest. They showed this work at the Osaka Contemporary Art Center, were one of the Artists at the Böhm TradeCentre and were exhibited at the Videonale 11 in Bonn, 2007. Hideyuki Tanaka also took part at the Naniwa-Blog in 2006/07. Antifoto ist der Titel einer Ausstellung/ Festivals, dass im Juni 2010 stattfinden wird. Katja Stuke und Oliver Sieber ku-

ratieren diese Show, die im Düsseldorfer ‚Kunstraum‘ zu sehen sein wird. Apple Inc. [ͺæpəlͺΙ ŋk] ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in Cupertino, Kalifornien (Vereinigte Staaten), das Computer und Unterhaltungselektronik sowie Betriebssysteme und Anwendungssoftware herstellt. Apple gehörte in den 1970er-Jahren zu den ersten Herstellern von Personal Computern und trug zu ihrer Verbreitung bei. Bei der kommerziellen Einführung der grafischen Benutzeroberfläche und

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der Maus in den 1980er-Jahren nahm Apple eine Vorreiterrolle ein. Kalifornien Computer Ink Jet Appropriation Art (englisch: appropriation = Aneignung), auch deutsch gesprochen Appropriation, ist eine Ausdrucksform des zeitgenössischen künstlerischen Schaffens. Sie wird meist der Konzeptkunst zugeordnet, weil das Verständnis der zugrunde liegenden Überlegungen und Theoreme wichtig für ihr Verständnis ist. Im weiteren Sinne kann Appropriation Art jede Kunst sein, die sich mit vorgefundenem ästhetischem Material beschäftigt, z. B. mit Werbefotografie, Pressefotografie, Archivbildern, Filmen, Videos etc. Es kann sich dabei um exakte, detailgetreue Kopien handeln; es werden aber auch oft in der Kopie Manipulationen an Größe, Farbe, Material und Medium des Originals vorgenommen. Arbeiten der Appropriation Art beschäftigen sich meist mit abstrakten Eigenschaften von Kunstwerken und des Kunstmarktes selbst. Sie problematisieren durch den Akt der Aneignung fundamentale Kategorien der Kunstwelt wie Autorenschaft, Originalität, Kreativität, geistiges Eigentum, Signatur, Marktwert,


Appropriation Art Museumsraum, Geschichte, Gender, Subjekt, Identität und Differenz. Dabei konzentriert sie sich auf Paradoxien und Selbstwidersprüche und macht diese sichtbar und ästhetisch erfahrbar. Die individuellen Strategien einzelner Künstler differieren sehr stark, so dass ein einheitliches Gesamtprogramm nicht leicht auszumachen ist. Viele Künstler, die der Appropriation Art zugerechnet werden, bestreiten, Teil einer ‚Bewegung’ zu sein. ‚Appropriation Art’ ist demnach nur ein Label, das in der Kunstkritik seit den frühen 80er Jahren benutzt wird und durchaus umstritten ist. Die eingesetzten Techniken sind vielfältig. Appropriation wird u. a. mit Malerei, Fotografie, Filmkunst, Skulptur, Collage, Environment und Happening/Performance betrieben. Philosophisch stehen die konzeptuellen Strategien der Appropriation Art der Dekonstruktion, der Medientheorie und der Intertextualität nahe. Künstlerische Techniken wie Zitat, Anspielung, Travestie, Parodie und Pastiche, die generell als Merkmale der Kunst der Postmoderne gelten, können in Werken der Appropriation Art aufgefunden werden. Da viele Strategien der Appropriation Art auf das Kunstsystem selbst ausgerichtet sind, kann man auch von Metakunst oder vom Selbstreflexivwerden des Kunstsystems sprechen. Sie gehört damit zu den Kunstrichtungen, die aktiv die Bedingungen und Grenzen der Kunst ausloten und das Kunstsystem zwingen können, sich neu zu definieren. Ein Werk der Appropriation Art kann auch im Sinne des Urheberrechts geschützt sein, selbst wenn es einem be-

reits existierenden Werk eines anderen Künstlers bis ins Detail gleicht. Die schützbare kreative Leistung besteht dann in der Entwicklung des Konzepts und der eigenständigen Strategie des kopierenden Künstlers. Betrug oder Täuschung sind von den Künstlern nicht beabsichtigt. Genau wie das Sampling oder die Coverversion in der Musik bewegt die Appropriation Art sich jedoch in Gebieten, wo das Urheberrecht greift. Da jedoch argumentiert werden kann, dass es sich auch beim Vorgang des Kopierens in diesem Falle um einen originären, künstlerischen Vorgang handelt, kommt es selten zu Konflikten juristischer Art. Zudem wird der Wert des Vorbilds in der bildenden Kunst, anders als bei Medienprodukten, meist an dessen materielle Existenz gebunden, die durch eine Appropriation nicht beeinträchtigt wird. Nach österreichischem Recht z.B. sind Schöpfungen der Appropriation Art in der Regel als freie Nachnutzungen gemäß § 5 Absatz 2 des österreichischen Urheberrechtsgesetzes zu qualifizieren oder es ist zumindest eine Rechtfertigung über die Kunst- und Meinungsfreiheit möglich. In der Filmkunst wird gelegentlich der Begriff Appropriation Cinema gebraucht Es handelt sich dabei um filmische Arbeiten, die bereits vorhandenes Filmmaterial übernehmen und manipulieren. Der amerikanische Regisseur Gus Van Sant drehte z. B. 1998 ein Remake von Alfred Hitchcocks Meisterwerk Psycho (1960), das konsequent Szene für Szene des Originals nachstellt. Der Film sah sich vielen Angriffen ausgesetzt; vom

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Araki

Kinopublikum wurde er nicht als eigenständige Leistung und daher als überflüssig verstanden. Da in der Filmbranche das Remake von Filmen ein gängiges Genre ist, ist die Situation hier anders als in der Kunst – man kann van Sants Film auch als Parodie von Remakes oder als Pastiche verstehen. Ebenfalls mit Psycho beschäftigte sich der britische Videokünstler Douglas Gordon. Fremdgehen Suits Album My personal Hitchcock

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Araki, Nobuyoshi 1940 in Tokio geboren wächst Araki unweit des Kurtisanenviertels Yoshiwara im Kleine-Leute-Viertel Minowa auf, das er später als ‚Gebärmutter’ seiner Arbeit bezeichnet. Arakis erste Kamera – er erhält sie im Alter von 12 Jahren von seinem Vater, selbst ambitionierter Amateurfotograf – ist eine Baby Pearl 3x4; die ersten Fotos macht er während eines Schulausflugs. Nach einem Studium Fotografie und Film an der Chiba Universität (Abschluss 1963) beginnt Araki als Werbefotograf bei Japans größter Werbeagentur Dentsu. Privat folgt er seinen persönlichen fotografischen Interessen und nützt Equipment und Studioeinrichtung der Agentur. Motive in

dieser Zeit sind seine Arbeitskolleginnen, Gesichter und das Straßenleben in seiner Heimatstadt. 1964 wird Satchin, eine Reihe von SW-Fotos (Standbildern) aus dem Film Children Living in Apartment Blocks, seinem Abschlussprojekt an der Universität, mit dem Taiyo Magazin-Preis ausgezeichnet. Satchin and Mabo, gezeigt 1965 im Shinjuku Building, Tokio, wird Arakis erste Einzelausstellung. Drei Jahre später begegnet Araki bei Dentsu Yoko Aoki. Mit ihr beginnt, wie er sagt, sein Leben als Fotograf. 1970 nennt Araki „sein erstes Jahr“: Er macht Kopien seiner Fotos und versendet sie, zu kleinen Büchern (Xerox Photo Albums) gebunden, an Freunde, Kunstkritiker und zufällig dem Telefonbuch entnommene Adressen. In der Ausstellung Sursentimentalist Manifesto Nr. 2: The Truth about Carmen Marie in der Kunugi Gallery, Tokio, zeigt er Vergrößerungen von weiblichen Genitalien. Araki beginnt, seine Ero-Realism-Serien regelmäßig in einem Nudelrestaurant in Ginza, Tokio (bis 1976) und an anderen gut besuchten Orten wie Wäschereien und Bars auszustellen. In einem Land, in dem die Darstellung von Schamhaar per Gesetz verboten ist, war dies pure – und beabsichtigte – Provokation. „Unsere erste Aufgabe war es, jene Bereiche zu belichten, die als unanständig galten“, sagt Araki über den Beginn seiner Arbeit, „Wir konnten es uns nicht leisten, in dieser Sache untätig zu bleiben – wir mussten klar sehen.“ (Araki) Seine Tabubrüche lassen den Fotografen in Japan rasch zur Kultfigur werden, Konflikte und Zensur beginnen, seine Arbeit zu begleiten. Da Fotolabors sich immer wieder weigern, seine


Arles

Bilder auszuarbeiten, greift Araki verstärkt auf das Medium Polaroid zurück (Polanography).Japanese Lesson Ramen Provoke Künstlerbücher Fotobuch Unter einem Archiv (lateinisch archivum aus griechisch αρχεiο(ν), archeío(n), Regierungs-, Amtsgebäude) versteht man eine Institution oder Organisationseinheit, in der Unterlagen aus Verwaltungshandeln, die von den erstellenden Bereichen, sog. Registraturbildnern, zur laufenden Aufgabenerfüllung nicht mehr benötigt werden (Wortgetreu entspr. den Archivgesetzen) nach archivwissenschaftlichen Grundsätzen bewertet und die als archivwürdig bewerteten und somit zu Archivgut umgewidmeten Teile, erfasst, erschlossen, erhalten, ausgewertet und zugänglich gemacht werden. Im übertragenen Sinne bezeichnet es auch das Gebäude. Archivgut sind Schriftstücke, Akten, Karten, Pläne, Siegel, Bild-, Film- und Tonmaterialien sowie sonstige, auch elektronisch gespeicherte Aufzeichnungen, die einen bleibenden Wert besitzen. Diese eher historische Definition wird in der heutigen Zeit erweitert um das elektronische Archiv bzw. die elektro-

nische Archivierung. Die Begriffe Aufbewahrung von Information und Archivierung gehen dabei nahtlos ineinander über. Reine Aufbewahrung bedeutet im weitesten Sinne Speicherung auf einem Medium (Plattenspeicher, Magnetband...) bzw. in einem System (Dokumentenverwaltungssystem) wobei das Originaldokument im Vordergrund steht. Archivierung ist an weitere Regeln gebunden wie Unveränderbarkeit, langfristige Wiederauffindbarkeit und Wiedergabefähigkeit. Die reine Sicherung von Daten auf einem kostengünstigen Medium wie sie etwa in einem Rechenzentrum üblich ist, sollte nicht Archivierung genannt werden, da hierbei der langfristige Aufbewahrungsaspekt nicht gegeben ist. Die Lebensdauer der Information im Fall der Archivierung ist nicht etwa konstant oder unendlich. Die sogenannte Aufbewahrungsfrist (Retentiontime) ist zum Archivierungszeitpunkt festzulegen und beinhaltet eine mögliche bzw. notwendige Vernichtung der Information zu gegebener Zeit, was wirtschaftlich bedeutsam ist. Arles ist eine Arrondissement-Hauptstadt im französischen Departement Bouchesdu-Rhône links der Rhône, 24 km vom Meer entfernt. Zu Arles gehört das Gebiet der gesamten Camargue. Arles ist deshalb mit ca. 760 km² flächenmäßig die größte Gemeinde Frankreichs. Jährlich im Juni finden in Arles die Festivals Les Rencontre d‘Arles und Voies Off statt. In 2007 zeigte Katja Stuke im Programm en sélection pour le prix des Voies Off Festivals Motive aus der Serie Osaka Private/Osaka Public. Rencontres Internationales de la Photo-

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Astro Boy graphie, an annual event conceived by the photographer Lucien Clergue, the museum curator Jean-Maurice Rouquette (both of Arles), and the writer and television producer Michel Tournier. In its inaugural year, 1970, it embraced the international photographic world with an Edward We-

stellten sind zumeist selber künstlerisch tätig. „Art Metropole specializes in contemporary art in multiple format: artists books, multiples, video, audio, electronic media, and so on. We offer artists‘ products for sale on our premises and through

ston exhibition at the Musée Réattu. By 1971 it was attracting figures such as Jacques-Henri Lartigue, Jeanloup Sieff, Bruce Davidson, Jerry Uelsmann and Hiro. Held in early July, the festival includes evening slide projections in the Roman theatre, week-long workshops with leading photographers and debates, café portfolio reviews, book prizes and booksellers, and the chance to meet photography‘s international celebrities.” Das Festival in Arles war den Chinesen Vorbild bei der Gründung des Pingyao Fotofestivals. An der L’École Nationale Supérieure de la Photographie in Arles unterrichtet u.a. Olivier Cablat.

this website. We also publish, promote, exhibit and distribute artists‘ products in various formats.” Printed Matter Fanzines

Art Metropole ist ein Geschäft für jegliche Publikationen von Künstlerbüchern,  Fanzines, Video- und Medienkunst und Magazinen in Toronto, Kanada. Es wurde 1974 von der Künstlergruppe General Idea gegründet. Wie viele Fachgeschäfte wird es mit viel Leidenschaft geführt, die Ange-

Astro Boy is a Manga by Osamu Tezuka. In the year 2030, a brilliant robotics engineer named Dr. Boynton loses his son Toby in a tragic car accident. Distraught over his death, the dedicated but heartbroken scientist uses his technical expertise to constuct an android in the boy‘s image. But all was not as he’d hoped: the scientist soon realized the robot, Astro Boy, could never grow into a human capable of filling the void in his heart. Abandoned to the care of Hamegg – the cruel ringmaster of carnival where androids are forced to fight one another, Astro Boy is rescured by the kindly Dr. Elefun – an ‚android‘s rights’ advocate who adopts the boy robot and guides him in the use of his special powers to aid and protect mankind. Endowed with super strength, rocketpowered flight, a self-less heart and a

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AutoMotorSport

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Autobahnkirchen kind demeanor, Astro Boy fights a neverending crusade against the forces of evil. One of the most beloved and wellknown creations from Japan‘s legendary ‚God of Comics’, Osaum Tezuka, Astro Boy is the Pinocchio tale for the modern world. Astro Boy is a sci-fi series set in a futuristic world where androids co-exist with humans. Japanese Lesson

Autobahnkirchen Körper und Geist

Audition Das eigentliche Vorsprechen/ Singen/Tanzen im Rahmen des Castings wird Audition genannt. Als Casting wird der Prozess der Auswahl von Schauspielern, Tänzern, Sängern, Fotomodellen und anderen Künstlern in der Phase der Vorproduktion von Inszenierungen, Filmaufnahmen und Fotoaufnahmen bezeichnet. Hungry Feet Kabawil Kinderund Jugendarbeit Auto Motor Sport ist der Titel der Böhm Ausgabe #7. Sie enthält auf 12 Seiten Fotografien aus denn Serien Portraits/Olympia von Katja Stuke und ‚Parking Lots’ von Oliver Sieber. Supernatural

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Richard Avedon

Avedon Richard Der dreizehnjährige Boyd Fortin arbeitete als Klapperschlangenenthäuter in Sweetwater, einem Kaff in Texas, als am 10. März 1979 ein Typ aus New York zu ihm ins Dorf kam. Ihm eilte der Ruf voraus, er sei ein berühmter Fotograf. Seine Assistentin reichte den Leuten glamouröse Zeitschriften aus der großen weiten Welt mit Modeaufnahmen, auf denen die schönsten Frauen in den aufregendsten Kleidern zu sehen waren. Der Fotograf bat auch Boyd Fortin zum Porträt. Er stellte im Dorf seine weiße Papierleinwand auf, plazierte helle Scheinwerfer davor und ließ auch ihn posieren. spiegel.de August Sander

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Azusa is a city in Los Angeles County, California, United States. The population was 44,712 at the 2000 census. An Azusa neighborhood has become a common ground for gang violence […] About 11 p.m. that

night, two officers in an unmarked car drew fire from gang members. Neighbors said the young men mistook the officers for rival taggers. It was a costly mistake. Officers arrested Miguel Angel Gonzalez, 19, on suspicion of attempted murder of a police officer. He is being held in lieu of $1.5 million bail. For one neighbor who watched the incident unfold from down the street, it was yet another link in a chain of violent events that have rocked the Atlantis neighborhood since March. ‚I think we have a gang problem,’ Mayor Joe Rocha said. ‚I think we need do an outreach and speak with neighbors about concerns.’ Much of the violence in Azusa‘s lost neighborhood of Atlantis may stem from a turf battle between taggers and gangbangers, authorities said. […] Pasadenastarnews


Bauhaus

B

Ausgaben sind Sonderausgaben der Böhm-Hefte, die sich vom üblichen Layout unterschieden: #17b Alles Echt #21b Citizens' Handbook #20b O.i.F. #20b Kobayashi San #37b Böhm Encyclopedia Back from Japan ist der Titel der Ausstellung, die 2007 im städtischen Ausstellungsraum Atelier am Eck gezeigt wurde, dem Ausstellungsraum für den internationalen Künstleraustausch. Hier werden

die Arbeiten der Gastkünstler präsentiert, die zu einem Aufenthalt in Düsseldorf aus aller Welt, etwa aus Japan, Korea, China, Frankreich, Israel, Schottland, Frankreich und Moskau eingeladen wurden. Zudem werden Arbeiten Düsseldorfer Künstler präsentiert, die im Rahmen der Austauschprojekte der Landeshauptstadt in die Partner-Länder gereist sind. 2007 zeigten Katja Stuke und Oliver Sieber eine dreiteilige Ausstellung, in der einige Fotografien der Serie Character Thieves von Oliver Sieber, Osaka Private/Osaka Public von Katja Stuke. Kobayashi San Back of the Head ist der Titel einer Serie von Katja Stuke , die erstmals in der #27 How to draw a bunny veröffentlicht wurde. In Toronto enstanden, war der erste Impuls

für diese Serie das Gefühl des Vertrauten in einer fremden Stadt, das sich schnell als Oberflächlich herausstellt. Mittlerweile wurde die Serie erweitert durch gefundenes Material aus Computerspielen und weiteren Portraits von Menschen auf der Straße. Das Motiv ist ein von Charles Traub oder Lee Friedlander bekanntes, die Hinterseite eines Kopfes, und zwar eines Passanten auf der Straße. Nur ist dies bei Katja Stuke weniger Anlass zu

formalen Ausschmückungen wie bei Letzterem, sondern die Auseinandersetzung mit dem Unbekannten in der globalen Massenkultur. Das Bauhaus begann 1919 mit der Formulierung einer Utopie: Der ‚Bau der Zukunft’ sollte alle Künste in idealer Einheit verbinden. Dies erforderte einen neuen Typ des Künstlers jenseits akademischer Spezialisierung, dessen Erziehung am Bauhaus angestrebt wurde. Sein Gründer Walter Gropius sah den Weg zu diesem Ziel in neuen pädagogischen Methoden und im Handwerk als Voraussetzung jeder Kunst: ‚Die Schule soll allmählich in der Werkstatt aufgehen’. Folglich arbeiteten am Weimarer Bauhaus Künstler und Handwerker gemeinsam in Lehre und Pro-

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Rick Barnocky duktion. Auf diese Weise sollte die Trennung zwischen freier und angewandter Kunst aufgehoben werden. bauhaus.de Barnocky, Rick american artist Snake Basoz, Sena turkish artist Snake Bellmer, Hans (* 1902 in heute Katowice, Polen; † Februar 1975 in Paris) war ein deutscher Fotograf, Bildhauer, Maler und Autor. 1933 konstruiert Bellmer aus Teilen von Schaufensterpuppen, mit Holz, Metall und Gips fetischartige Puppen – als ganzer Körper oder Körperfragment, von denen er in verschiedenen Positionen Fotografien herstellt und diese an Paul Éluard und André Breton nach Paris schickt; 1934 erscheint in der Zeitschrift Minotaure seine gefeierte Fotoserie ‚La poupée’, die er 1935–36 auch im Museum of Modern Art in New York in einer Surrealismus-Ausstellung zeigen kann.

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Berlin Geografische Lage Berliner Rathaus 52° 31' 12'' nördlicher Breite, 13° 24' 36'' östlicher Länge Ortszeit 6 Min. 22 Sek. hinter MEZ Länge der Stadtgrenze 234 km Stadtgebietsfläche 892 km² // Bezirke 12 // Gebäudeund Freifläche 41,3% // Betriebsfläche 0,7% Erholungsfläche 11,4% // Verkehrsfläche 15,3% Landwirtschaftsfläche 4,7% // Waldfläche 18,1% Wasserfläche 6,7% // Flächen anderer Nutzung 1,9% // Längster Fluss Spree 45,1 km // Längster Kanal im Stadtgebiet Teltowkanal 29,1 km // Höchste natürliche Bodenerhebung Müggelberge 115 m Höchstes Gebäude Fernsehturm 368m Höhenniveau +34 bis +60m // Einwohner Gesamt 3.416.255 // männl. 1.745.706 // weibl. 1.670.549 // Ausländer

477.000=14,1% // Einbürgerungen 7.710 // BIP 83.600 Mio. EUR // Mittleres monatl. Einkommen 1.475 EUR // Haushaltsvol. 20.775 Mio. // Eheschließungen 11.511 // Geburten 31.174 // Arbeitslosenquote 262.042 = 15,5% // Öffentliches Straßennetz 5.361,0 km // Gesamtstreckenlänge von U-,S-, Tram- und Buslinien 2.368,1 km // Fahrgäste 1.397,5 Mio Zugelassene Kraftfahrzeuge 1.421.687 // Straßenbäume 424.590 // Hunde 108.509 // Kleingärten 75.276 // Kinderspielplätze 1.824 Krankenhäuser 71 // Ärztinnen und Ärzte 6.961 // Übernachtungen 17.285.800 // Bühnen 51 // Museen 170 // Filmtheater 285 // Sportvereine 1.763 // Gerichte 19 // Öffentliche und private allgemeinbildende Schulen 826 // Schülerinnen und Schüler 426.712 // Auszubildende 53.352 // Universitäten und Hochschulen 30 // Studierende 134 .504 // www.Berlin.de Unser Film Goethe Institut Berlin/Lörick ist der Titel einer Serie von Oliver Sieber aus dem Jahr 2001. Sie vereint Portraits und Architekturaufnahmen. Sie wurde 2002 in einer gemeinsamen Ausstellung mit Katja Stuke in der Galerie Gaby Kraushaar in Düsseldorf ausgestellt. Dazu erschienen folgende Presse-Veröffentlichungen: in pluk #17/ London: CCTV and BERLIN/LÖRICK by Kaja Stuke and Oliver Sieber respectivly, are two independent photographic projects that reflect different aspects of human living conditions. Both are on display at the Galerie Gaby Kraushaar in Düsseldorf, from 12 March until 30 April. Both local artists have worked together on various projects since 1999 under the shared name FRAU BÖHM, in their individual artistic endevours, however, their speciality in confronting each others work to create ad-


Berlin/Lörick

Berlin/Lörick

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Beautiful World

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ditional frameworks for interpretation. Katja Stuke's current work is based on video footage that features people in brief, isolated moments and anonymous situations. Oliver Sieber's work concerns portraits and architectural photography that illustrate the inhabitants of various kinds of domestic environments. On show at the Goethe Institut Berlin until 15 April are more photographs by Frau Böhm that focus on the fictional and real aspects of cinema in the US. Ute Noll // Und Gertrud Peters schrieb in der Rheinische Post, 5.4.2004, Zärtlich Observiert. Um die Erde sausen Satelliten, filmen rund um die Uhr, was hinter uns passiert; an jeder Ecke wacht eine Kamera, und nicht nur Bürger mit Verfolgungswahn glauben, dass sie selbst in den eigenen vier Wänden beobachtet werden können. In den Polizeistationen der Welt jedenfalls gibt es längst Räume, in denen auf Bildschirmtableauxs die Filmchen ablaufen, die Big Brother aufnimmt. An diese CCTVMonitor-Wände erinnern die Foto-Tafeln von Katja Stuke, die zusammen mit dem Fotografen Oliver Sieber bei Kraushaar angenehm sparsam Menschen und deren Lebesräume ausgestellt hat. Katja Stuke [...] war dafür in Großstädten unterwegs: London, Los Angeles, New York, Paris. Auf Straßen und Plätzen fing sie unbemerkt Alltagsszenen mit Bewohnern ein, mit starkem Zoom vor der Videokamera. Zu Hause in Düsseldorf ging die Künstelerin an den Schneidetische, wählte einzelne Szenen aus den Filmen aus und kombinierte sie zu Großbildern aus bis zu 20 Einzelteilen. Dabei gelang es ihr, aus einigen flüchtigen Augenblicken die Geschichte einer fast zärtliche Observation zu machen. Lebenspartner Oliver Sieber arbeitet direkter. Der 37-jährige Düsseldorfer wählte eine Doppelhaushälfte in Düsseldorf und einen Plattenbau in Berlin, fotografierte die Gebäude und bat

Eigentümer und Mieter um Erlaubnis, sie portraitieren zu dürfen. Einige sagten ja, und so hängen sie nun vor schwarzem Hintergrund als C-Print hinter Plexiglas neben ihren Häusern, in ungefähr gleicher Abzugsgröße, was die Menschen in Relation wachsen lässt, ihnen feierliche Würde verleiht. In ihren Gesichtern ist zu lesen, wo sie wohnen; die Umgebung prägt, kein Zweifel. Stuke und Sieber, die seit 1999 das FotoKunst-Magazin/Projekt Frau Böhm herausgeben, zeigen mit dieser Ausstellung, dass sie gute Beobachter sind, gut im doppelten Sinn des Wortes: Sie machen ihre Entdeckungsarbeit sorgfältig und präsentieren sie öffentlich. Der Betrachter kann nun Sozialstudien treiben an den Fotografien oder sich schlicht ihrer kühlen Ästhetik überlassen. Beautiful World ist der Titel einer Gruppenausstellung mit Arbeiten von Ted Partin, Francesco Jodice, Olivier Jobard, Oliver Sieber und Katja Stuke. Mit dieser Ausstellung zeigt das Kulturforum Alte Post den künstlerischen Umgang mit

der Betrachtung und Beobachtung von Menschen. Fünf internationale Künstler eröffnen in ihren Foto- und Videoportraits vielgestaltige Bild- und Lebenswelten und gewähren Einblicke in Zwischenräume und Details der Realität.


Beautiful World Fotografische und filmische Portraits sind vielschichtige Objekte, keineswegs objektiv, sondern medial verdichtete Orte, an denen die Facetten menschlichen SelbstBewusstseins und die Vorstellungen von Bildgestaltung zusammenfallen. Über allen Spielarten dieses Genres schwebt ein nur allzu menschliches Bedürfnis von Neugierde, das heimliche oder offensichtliche Verlangen Menschen zu betrachten und zu beobachten und die Ergebnisse sind so unterschiedlich wie die Menschheit selbst. Als Betrachter der glänzenden Oberflächen befindet man sich in einer Situation aus distanzloser Nähe und kalkuliertem Abstand und man kann vor den‚stillgestellten’ oder‚laufenden’ Bildwelten solchen Fragen nachgehen wie: ‚Wer möchtest du sein?’ oder ‚Wer sollst du hier sein?’ Dass es darauf keine eindeutigen Antworten gibt, zeigen die unterschiedlichen Positionen der Ausstellung. Der Fotojournalist Olivier Jobard zeigt das seltene Do-

fotografie – mit unverstelltem Blick portraitiert er junge Menschen, selbstbewusst, stark und provokativ. Oliver Siebers fotografische Portraits jugendlicher costume player thematisieren die Suche und das Spiel mit geliehenen Identitäten. In Katja Stukes Arbeiten geht es um die Beobachtung der Menschen im öffentlichen Raum, die zufällige Präsenz von Vorübergehenden, die Flüchtigkeit, Anonymität und Zufälligkeit bewegter Szenen, aus denen sie erzählende Videostills herausfiltert. Bildlichkeit und Ausdruck überlagern sich in den fünf Positionen und offensichtlich wird, dass die beautiful world mehr als eine einzige Lesbarkeit vom Menschsein parat hält und erlaubt. Der französische Fotojournalist Olivier Jobard, der zahlreiche Konflikte auf der Welt: in Kroatien, Bosnien, Tschetschenien, Afghanistan, Soudan, Sierra Leone, Liberien, Elfenbeinküste, Kolumbien, Irak dokumentiert, dokumentiert in seiner Reportage Kingsley’s Crossing den Weg

kument der illegalen Reise eines jungen Kameruners nach Europa. Die Arbeit des Foto- und Videokünstlers Francesco Jodice untersucht Aspekte jugendlicher Lebensumstände im heutigen Japan. Ted Partin arbeitet mit der Technik der Schwarzweiß-

eines jungen Kameruners durch die Sahara übers Mittelmeer nach Europa. Das seltene Dokument der illegalen Reise, eine Kombination aus Fotografie und Tondokument, steht für Abertausende ähnlicher Schicksale und erzählt die Ge-

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Back of the Head

Back of the Head 26


Beautiful World schichte eines Menschen, der bereit ist, alles zurück zu lassen, in der Hoffnung, woanders ein besseres Leben zu finden. Die Video-Arbeit Hikikomori des italienischen Fotografen und Videokünstlers Francesco Jodice erkundet Aspekte der jugendlichen Lebensumstände im heu-

Viele der Serien des Düsseldorfer Fotografen Oliver Sieber beschäftigen sich

tigen Japan. Die Hikikomori sind vor allem Teenager, die sich weigern oder nicht mehr in der Lage sind, am sozialen Leben teilzunehmen, sich wochen-, manchmal sogar jahrelang komplett von der Gesellschaft abkapseln und sich in ihrem Zimmer verkriechen. Jodice, der mit Themen der urbanen, sozialen und kommunikationstechnischen Entwicklung arbeitet, untersucht die Art des Unbehagens und das Fehlen von Kommunikation, welches sich in verschiedenen Reaktionsformen, NichtReaktionen oder Annullierung äußert. Der amerikanische Fotograf Ted Partin arbeitet mit der Technik der Schwarzweißfotografie. Immer sind es junge Menschen, die er portraitiert, selbstbewusst, stark und provokativ. Mit unverstelltem Blick und unaufdringlicher Geste erzeugen seine Bilder Sehnsucht und Intimität, während sie gleichermaßen wichtige Aspekte der urbanen sozio-sexuellen Kultur Amerikas dokumentieren.

wie ihre Lieblingscharaktere aus Mangas, Videospielen oder Trickfilmen kleiden. Sieber fotografierte die jungen Fans an verschiedenen Orten der Welt in ihrem privaten Umfeld. Die so entstandene Konfrontation des Fantasiecharakters mit der ihn umgebenden Realität ist ein wesentlicher Aspekt der Arbeit. Die fotografischen Arbeiten der Düsseldorfer Künstlerin Katja Stuke thematisieren die Beobachtung der Menschen im öffentlichen Raum, die Flüchtigkeit, Anonymität und Zufälligkeit bewegter Szenen und die Veränderung der Wahrnehmung von Bildern durch unterschiedliche mediale Kontexte. Die Fotografien, unter dem Titel Massive Multiplayer zusammengefasst, zeigt Menschen von hinten: vom Monitor abfotografierte Bilder aus Spielfilmen und Computerspielen und Fotografien aus Alltagsszenen, Rückenansichten von Menschen auf der Straße, die auf den ersten Blick wie Schnapp-

mit Identität, Individualität, Gruppenzugehörigkeit und Jugendkulturen. Die in dieser Ausstellung gezeigten Fotografien aus der Serie Character Thieves sind Portraits von Jugendlichen, die sich

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Bespoke Gallery schüsse von zufällig angetroffenen Passanten anmuten, sich jedoch als gezielt ausgesuchte Standbilder von einem zuvor von der Künstlerin aufgenommenen Video erweisen.” Christiane Kuhlmann

27th street in Chelsea, New York City. In Sept. 2009 Bespoke Gallery moved to the Lower East Side in New York; the new name is ‚Blackston Gallery’. Blackston Gallery Bespoke Gallery

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Bespoke Gallery represents emerging artists with a strong sense of artistic identity, breadth of experience, and a significant range of work to present who have yet to have had the opportunity to have their work shown in a solo exhibition at a New York City gallery. By offering opportunities to emerging artists to show their work in a solo exhibition format, Bespoke Gallery

Blade Runner ist ein Science-Fiction-Film aus dem Jahr 1982 von Ridley Scott. Harrison Ford spielt einen Ermittler der Androide (Replikanten) sucht und eliminiert (wie man eine Maschine ausschaltet)– wobei die Cyborgs so menschenähnlich sind, dass das Elimieren die Bedeutung von Töten bekommt. Das Jahr 2019 und die Großstadt, in der die Handlung ver-

offer artists a forum in which they may demonstrate their talent, liaise with the art community and with other artists and potential clients. The Gallery was founded by Rhiannon Kubicka and is located on

läuft (eine Mischung aus Tokyo, Hongkong, Los Angeles und New York) sind perfekt geplant und inszeniert. Kernpunkte dieser Vision der Zukunft sind die Herrschaft von Konglomeraten (große Firmenverbunde mit eigenen Gesetzen, wie sie in den achtziger Jahren auch von William Gibson beschrieben wurden), übergroße animierte Werbetafeln, und eine starke Nähe zwischen Menschen und Maschinen, und damit die Frage, was den Menschen menschlich macht. Vorlage ist der Roman ‚Träumen Androiden von elektrischen Schafen?’ von Philip


Blog K. Dick. Den Titel Blade Runner entlieh der Film dem Titel des Buches The Bladerunner von Alan Nourse, das 1979 von William S. Burroughs in einen Filmentwurf umgearbeitet worden war, sonst aber keine Ähnlichkeit mit dem späteren Film hat. Blade Runner, der zahlreiche Filme wie u. a. The Terminator (James Cameron, 1984) beeinflusst hat, ist voll von Zitaten und Anspielungen: So greift er Elemente des klassischen Film noir sowie des Thrillers auf. In der Architektur finden sich neben aktuellen Gebäuden aus Los Angeles (Bradbury Building) deutliche Bezüge zu den Bauten von Metropolis. Straßen, die auf verschiedenen Ebenen verlaufen, übergroße Werbetafeln, allgegenwärtige Stimmen lassen Assoziation an Toyko zu. Die Spurensuche mittels Vergrößerung von Bildausschnitten kann als Hommage an Blow-up verstanden werden. Die Fotos selbst erinnern an Gemälde von Edward Hopper. Dekor und Design, die Gestaltung der futuristischen Stadt, aber auch die viele Interpretationen zulassende, ethische Fragen berührende Geschichte haben Blade Runner zu einem der wichtigsten Science-fiction-Filme der achtziger Jahre gemacht. Metzler Filmlexikon Akira Johanneskirche Düsseldorf Anlässlich einer Präsentation in der Brause zur Nacht der Museen 2003 in Düsseldorf entstand der Film BlitzBöhm. In 15 Minuten wurden alle Arbeiten, die bisher in Böhm Ausgaben erschienen waren, und die vollständigen dazugehörigen Serien blitzschnell projiziert. Jedes Bild war nicht einmal ein Sekunde lang zu sehen; so

konnten alle Bilder in kürzester Zeit gezeigt werden. Zu hören war die Stimme von Katja Stuke, die den Text von Peter Lindhorst, der kurz zuvor in der Photonews erschienen war, vorlas: in dreifacher Geschwindigkeit abgespielt, entstand ein nicht zu entschlüsselnder Soundteppiche. Präsentiert wurde die Installation BlitzBöhm in einem kleinen, ca. 20 qm großen, abgedunkelten Raum. Ein Blog oder auch Weblog (eine Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch) ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal. Häufig ist ein Blog ‚endlos’, d. h. eine lange, abwärts chronologisch sortierte Liste von Einträgen, die in bestimmten Abständen umbrochen wird. Der Herausgeber oder Blogger steht, anders als etwa bei Netzzeitungen, als wesentlicher Autor über dem Inhalt und häufig sind die Beiträge in der Ich-Perspektive geschrieben. Das Blog bildet ein für Autor und Leser einfach zu handhabendes Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu spezifischen Themen. Meist sind aber auch Kommentare oder Diskussionen der Leser zu einem Artikel zulässig. Damit kann das Medium sowohl dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen als auch der Kommunikation dienen. Insofern ähnelt es einem Internetforum, je nach Inhalt aber auch einer Internet-Zeitung. Die Tätigkeit des Schreibens in einem Blog wird als Bloggen bezeichnet. Die Begriffe ‚Blog’, ‚Blogger’, ‚Bloggerin’ und ‚Bloggen’ haben in den

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Blog

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allgemeinen Sprachgebrauch Eingang gefunden und sind in Duden und Wahrig eingetragen. Die sächliche Form (‚das Blog‘) wird dort als Hauptvariante und die maskuline Form (‚der Blog‘) als zulässige Nebenvariante genannt. Die ersten Weblogs tauchten Mitte der 1990er Jahre auf. Sie wurden OnlineTagebücher genannt und waren Webseiten, auf denen Internetnutzer periodisch Einträge über ihr eigenes Leben machten. Seit einigen Jahren wird das Bloggen auch geschäftlich in sogenannten Corporate Blogs oder Unternehmensblogs genutzt. So betreiben viele Medien inzwischen eigene Blogs, um ihren Leserkreis zu erweitern und Feedback von ihren Lesern einzuholen. Der amerikanische Wörterbuchverlag Merriam-Webster wählte die Kurzform Blog sogar zum Wort des Jahres 2004. In Deutschland betreiben laut der Allensbacher Computer- und TechnikAnalyse 8,4 % der Internetnutzer ein eigenes Blog. Der Begriff Weblog tauchte 1997 erstmals auf der Website von Jorn Barger auf, 1999 wurde die Abkürzung Blog vom Webdesigner Peter Merholz geprägt – in dem Jahr, in dem allgemein der Boom dieser Art von Webseiten begann. Nach 2001 wurden auch die traditionellen Massenmedien auf die neue Darstellungsform aufmerksam. Erste Forschungsarbeiten aus der Journalistik über das Phänomen erschienen, und immer mehr Privatnutzer begannen, sich ein eigenes Weblog einzurichten. Gleichzeitig etablierten sich einige Blogs als angesehene Medien. Charakteristisch für Weblog-PublishingSysteme ist, dass es mit ihnen sehr ein-


Boy meets Girl fach ist, Webseiten zu publizieren. Es sind Content-Management-Systeme, die das Anlegen neuer Inhalte sowie die Veränderung und Kommentierung auch für ungeübte Nutzer ermöglichen, dabei jedoch wenig Variationen im Webdesign zulassen. Die gestalterische Anpassung erfolgt meist einmalig bei der Installation durch die Auswahl einer von mehreren verfügbaren Design-Templates. Weblog-Software kann auf eigenem Webspace installiert oder als ASP-Dienst bei kostenlosen oder kostenpflichtigen Anbietern genutzt werden. Zu den bekanntesten Blog-Softwaresystemen gehören WordPress, Serendipity, Movable Type und Textpattern, die meist auf PHP basieren. Die visuelle Assoziationskette Naniwa nutzt diese leicht verständliche, oft kostenlos nutzbare Technologie. Internet Blow Up ist die Bezeichnung für das fotografische Verfahren der Vergrößerung eines Bildausschnittes (Blade Runner), der Name eines Films von Michelangelo Antonioni aus dem Jahr 1966 und der Name einer Serie von Katja Stuke. Blow-Up ist eine Reflexion über die mechanisch abbildenden Medien Fotografie und Film, denen Antonioni einen genau definierten Stellenwert zuweist: Die Fotografie ist scheinbar imstande, den Fluss der Zeit anzuhalten. Dass hier das Referenzobjekt, die Leiche des Mannes im Park, bei Thomas’ erneuter Recherche verschwunden ist, verweist geradezu überdeutlich auf den mortifizierenden Zug jeder Fotografie, die schon im Moment nach ihrer Aufnahme ‚unwahr‘ wird. Dagegen kennt der Film den Be-

griff von Zeit nicht nur als ein Element der Darstellung (wie Fotografie und ihre ältere Schwester, die Malerei), sondern als einen wesentlichen Bestandteil des Dargestellten. So verlagert sich das Interesse des Protagonisten von der einen Momentaufnahme, die ihn fesselt, zu dem Versuch ihrer umfassenden Rekonstruktion. Dieser Rekonstruktion ordnen sich alle Nebenstränge und -figuren des Films unter. Der Fotograf hat am Ende etwas dazugelernt – über Realität und ihren subjektiv veränderbaren Charakter. Metzler Filmlexikon  Böhm mit Widerstand The series Boy meets Girl by Oliver Sieber deals with change of gender and transformations, making clear how strongly identity can be defined by appearance. Transgender is a general term applied to a variety of individuals, behaviors, and

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Frederik Busch groups involving tendencies that diverge from the normative gender role (woman or man) commonly, but not always, assigned at birth, as well as the role traditionally held by society. Transgender is the state of one‘s gender identity not matching one‘s assigned sex. Transgender does not imply any specific form of sexual orientation; transgender people may identify as heterosexual, homosexual, bisexual, pansexual, polysexual, or asexual. The precise definition for transgender remains in flux, but includes: ‚Of, relating to, or designating a person whose identity does not conform unambiguously to conventional notions of male or female gender roles, but com-

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bines or moves between these.’ ‚People who were assigned a sex, usually at birth and based on their genitals, but who feel that this is a false or incomplete description of themselves.’ ‚Non-identification

with, or non-presentation as, the sex (and assumed gender) one was assigned at birth.’ A transgender individual may have characteristics that are normally associated with a particular gender, identify elsewhere on the traditional gender continuum, or exists outside of it as ‚other‘, ‚agender‘, ‚Genderqueer‘, or ‚third gender‘. Transgender people may also identify as bigender, or along several places on either the traditional transgender continuum, or the more encompassing continuums which have been developed in response to the significantly more detailed studies done in recent years. Middlesex Busch, Frederik ist ein dt. Fotokünstler (*1974), der im 2005 seine Serie ‚Growing Up‘ im Böhm Handelszentrum zeigte. Er studierte an der HFG in Karlsruhe und seine Arbeiten werden in Galerien, Maga-

zinen und Kunstvereinen gezeigt. In der ausgestellten Serie spiegeln sich Böhm-eigene Interessen wie Jugend, Jugendkultur und Identität, ähnlich wie bei Partin,  Dadoune, Potzler, Jerohina oder  Collyer.


Boy meets Girl

ďƒ˜ Boy meets girl

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Brasilia auch Publikationen mit anderen FotoKünstlern und einzelne, umfangreichere Projekte von K. Stuke und O. Sieber.  Kobayashi San  Suits  Imaginary Club  Ted Partin

Brazil’s futuristic capital Brasilia is the closest attempt on earth to create a modern utopia. It’s the result of a longharnessed Brazilian dream of an inland capital, carved out of nowhere in the 1950s in a spectacular fest of urban planning, architectural design and political prophecy. The purpose-built city and its surrounding area, known as the Distrito Federal (DF), occupies part of the Brazilian central plateau – the Planalto – totaling 5802 sq km, with rolling hills and a large artificial lake, Paranoá. Wide-open, spectacular cerulean skies characterize the whole area, a picturesque backdrop to Brasília’s clean-lined design and marvelous architecture by Lucio Costa and Oskar Niemeyer. Böhm Megastore Böhm ist nicht alleinstehend, Böhm hat Geschlecht in seiner schönsten Form: wechselnd, Böhm ist nicht deutsch, Böhm ist älter als zehn Jahre, Böhm ist selbstgemacht, Böhm hat Humor und ist diskurs-versiert, Böhm ist einfach, Böhm hat Stil, Böhm kommt rum. Frau Böhm

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Unter dem Titel Böhm/Kobayashi Publishing Project werden seit 2008 nicht mehr nur Böhm-Ausgaben veröffentlicht sondern

Das Böhm Handelszentrum ist ein virtueller Ausstellungsraum, der seit Juni 2005 existiert. Seitdem wurden im Jahr ca. fünf Ausstellungen gezeigt, von internationalen Video- und und Fotokünstlern. Dabei sind die ausgestellten Werke nicht verkäuflich und die Künstler unterliegen keinen Auflagen oder Einschränkungen. Kommunikationsfluss im virtuellen Container Der Gedanke, den Austausch mit anderen Künstlern an einem Ort fortzuführen, der in Osaka genauso zugänglich ist wie in Toronto oder Düsseldorf, kam sicherlich auch dadurch zustande, dass Katja Stuke & Oliver Sieber durch Reisen oder artist-inresidence-Programme mittlerweile fast mehr unterwegs als zu Hause sind.

Im Vergleich zur realen bietet eine virtuelle Ausstellungsfläche etliche Vorzüge: das Internet ermöglicht wenig arbeitsaufwändige und sehr flexible Ausstellungen, es ist für jeden Computerbesitzer zugänglich, es ist nicht gebunden an Zeit und Ort, es sorgt als Massenmedium für einen hohen Verbreitungsgrad, und es ist äu-


Böhm Handelszentrum ßerst kommunikativ und aktuell, weil es eine schnelle Reaktion der Beteiligten erlaubt. Wobei die beiden Fotografen die virtuellen als ‚reale Räume’ verstanden wissen wollen. Und warum auch eine Unterscheidung machen zwischen realer und digitaler Wirklichkeit, wenn das digitale Abbild nur Platzhalter ist für einen ‚echten‘ Print? Das Böhm Handelszentrum ist in vier Containern untergebracht, die als Metapher für eine flexible, minimale und billige Architekturform stehen. Container sind universell verwendbar. Mit Containerschiffen werden weltweit Bananen oder Waffen transportiert, in Containern kann man wohnen, was aber meist nur Bauarbeitern oder Flüchtlingen zugemutet wird, und man kann in Containern Ausstellungen machen, die den Vorzug haben, dass sie genauso schnell wieder verschwinden können wie sie gekommen sind. Der Containerraum hat also an sich

stellen, in dem Katja Stuke & Oliver Sieber Die Böhm # 25 produzierten und versandfertig machten, ihre Arbeit präsentierten, sich mit den Besuchern austauschten – und das Böhm Handelszentrum online

schon Qualitäten, die man der virtuellen Welt zuordnen kann: Container wie Internet erlauben ein örtlich und zeitlich ungebundenes Arbeiten, sind schnell aufund abzubauen und kostengünstig. Dieser Vorteile bewusst, ließen die Veranstalter der Photo España 2005 in Madrid auf der Plaza de Santa Ana einen Container auf-

Aufwachens, wo Traum und Wirklichkeit ineinander gehen und wo Abstraktes in Konkretes übergeht. Sie sind Ausdruck der Kurzlebigkeit und Unsicherheit unserer Wahrnehmung. Während hier wahrnehmungstheoretische Parallelen vor allem zu den Arbeiten von Katja Stuke auszumachen sind, zeigt

schalteten. So fand die Eröffnung der virtuellen Container-Ausstellungsräume in einem realen Container-Ausstellungsraum statt. Links treten wir ein in das Labor, wo wir in Ergänzung zu den in der aktuellen Böhm gezeigten Aufnahmen weitere Beispiele der jeweiligen Bildserien des Künstlerduos zu sehen bekommen. Die Bilder hängen an den Wänden und können per Mausklick vergrößert werden. Rechts führt der Eingang in das Gästezimmer, wo regelmäßig andere Künstler gezeigt werden. Der erste Gast war Hisako Nakagawa, die 2005 als artist-in-residence in Düsseldorf war. Ihre Tintenstrahldrucke auf Transparentpapier von verschwommenen Alltagsszenen beschwören den Moment des

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Böhm Handelszentrum

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die nächste fotografische Position von Frederik Busch mit der Serie Growing up klare Anknüpfungspunkte an Oliver Siebers Serien aus dem Bereich der Jugend- und Subkultur. Die dritte Ausstellung, Pat de Caros Incognito, durchbricht die Kontinuität des Fotografischen. Ihre zarten, schwarzweißen Ölzeichnungen auf Pauspapier von Kindern in einer Erwachsenenwelt, die von Gefühlen sexuellen Erwachens sprechen, suggerieren Momente der Verwundbarkeit und des Ausgeliefertseins. Auch bei den nächsten beiden Ausstellungen besteht ein harter Kontrast zwischen Adam Etmanskis inszenierten Polaroids, die ähnlich zitathaft wie bei Katja Stukes Arbeit, aber

Tauschhandel, das Zahlungsmittel ist nicht Geld, sondern Kommunikation. Das Ganze ist gedacht, wie der Name schon sagt, als Labor, als ein Raum für Experimente und Tests. Ein solcher Galerieraum bietet Gelegenheit zum Austausch mit anderen Künstlern, die den Betreibern des Labors wiederum Anregung bieten zur Auseinandersetzung mit der eigenen Kunst. Die Anregung durch andere Sichtweisen wird hier zum Nährstoff für neue Bildwelten. Da dieses Anliegen eindeutig im Vordergrund stand, wurde der Shop bald abgeschafft, und mittlerweile gelangt man im mittleren Raum zum Archiv, wo man Einsicht erhält in die vergangenen Eigen- und Gästeausstellungen.

auf anderer medialer Ebene gelagert Aspekte des Fotografischen hinterfragen, und Miles Collyers derzeitige Ausstellung Track Top Masks, die wiederum den Topos der Identifizierung mit ComicHelden durch Verkleidung aufnimmt, wie er uns bei Oliver Siebers Character Thieves begegnet. Es wird deutlich, dass die Gastgeber den Dialog mit den Gästen als Bereicherung für das Verständnis ihrer eigenen Sichtweisen auffassen. [...] Das Interesse an einem solchen Ausstellungsbetrieb ist ein anderes: Es geht nicht um Profit, sondern um einen

Hier nahm Gestalt an, was Oliver Sieber sich stets von der Fotografie versprach: ‚Ich wünschte mir, dass ich eine Aneinanderreihung von vielen Einzelbildern schaffen könnte. Das Sammeln, Aneinanderreihen und Archivieren hat mich als Arbeitsprinzip immer fasziniert.’ Noch eindringlicher zeigt sich die Umsetzung dieses Gedankens im Naniwa-Blog, den man von der Startseite der Böhm aus erreicht. Zusammen mit Hisako Nakagawa luden die beiden ausgewählte Fotografen, Künstler und Freunde ein, auf ein erstes Bild mit einer weiteren Aufnahme zu ant-


Böhm Megastore worten, die formal oder inhaltlich Bezug nimmt. So erzählen die zu einer Assoziationskette verknüpften Fotografien eine fortlaufende Geschichte ohne Nebenwege oder Sackgassen. Käufer von Heft 28a der Böhm dürfen sich freuen: das (vorläufige) Ergebnis mit annähernd 400 Aufnahmen von gleich bleibend hoher Qualität kann sich sehen lassen. [...] Kobayashi San Nicht nur im Kontakt-Container als digitalem Platzhalter für das virtuelle Künstleratelier vermischen sich der private und der öffentliche Raum. Die Durchdringung und Wechselwirkung von privat und öffentlich werden genauso in den fotografischen Arbeiten der beider Künstler manifest, wie sie im Böhm-Konzept Um-

setzung finden. Der reale und virtuelle Kommunikationsfluss, der Dialog mit Fußgängerzonenbesuchern, Fotofans oder Künstlerkollegen bildet das Rückgrat von Katja Stukes und Oliver Siebers Lebens und Arbeitsentwurf. Der Kommunikationsfluss beginnt beim Künstlerpaar als kleinster kommunikativer Keimzelle, setzt sich fort im Austausch mit Freunden und Kollegen, es folgt die Publikation der Arbeit für ein kleines aber interessiertes Publikum, und zum Schluss wird die ganze Welt in die Kommunikation einbezogen. Mit

Vertrauen auf den Multiplikationsfaktor zieht das Künstlerpaar seine Kreise, die sich über den Globus ausweiten und Schnittmengen bilden wie Muster. Sie sind sehr bei sich und bei einander, gleichzeitig aber extrem polyglott und der Außenwelt zugewandt. Vielleicht gelingt dieser Spagat auch, weil ihnen stets das Notwendige zur Verfügung steht – die Kamera und das Archiv, auf das sie an jedem Ort der Welt Zugriff haben. Christiane Stahl; erschienen in: frame #1, DGPh Jahrbuch 2006 In der Schirmerstraße Düsseldorf wurde vom 31. August bis 12. September 2003 in einem leerstehenden Ladenlokal der Böhm Megastore eröffnet, in dem zu wechselnden Ausstellungen, die No.19 vor Ort produziert wurde. Dazu gab es täglich eine Ebay-Verkaufsaktion, Oliver Sieber fotografierte die Serie ‚Twins’ vor Ort, täglich wechselnde Angebote und das ‚Lieblingsprodukt’ und einen Outlet-Store. Dazu schrieb Thomas Hag in der NRZ: ‚Bilder in der Warenwelt; Das Foto-Magazin ‚Die Böhm’ wird an der Schirmerstraße zurzeit per Räumungsverkauf vertrieben; ‚Ach’ ihr macht schon wieder zu? Das ist aber schade’, meint eine Anwohnerin der Schirmerstraße. ‚Nur noch 11 Tage’ steht im Schaufenster des ‚Böhm Megastore’. Dabei war die Lebensdauer des soeben eröffneten Ladens von vorne herein begrenzt. Aber den Fotografen Katja Stuke und Oliver Sieber gefiel diese Verschiebung von Wahrnehmung, geht es doch in vielen ihrer Arbeiten auch um dieses Thema. Bis zum 12. September haben die Düsseldorfer

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Bรถhm mit Ansage

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Böhm Megastore einen Projektraum an der Schirmerstraße 37 gemietet und in ein Ladenlokal verwandelt. Hier wird nicht nur die #19. Ausgabe ihres Foto-Magazins hergestellt und verkauft, die Bilder hängen auch an den Wänden und sind so einem anderen Zusammenhang erlebbar. Für das neue Heft hat Sieber großformatige Polaroidfotos gefunden, die Kunden von KirmesSchießbuden zeigen, fast surreale Porträts. Stuke hat Standbilder aus Hitchcock-Filmen montiert und sie aus ihren narrativen Kontexten gelöst. (My personal Hitchcock) Darüber hinaus entsteht im Laden eine temporäre Galerie, die sowohl leise Parodie auf die Vermarktungsstrategien der Kunst ist, als auch Werkschau und nicht zuletzt eine Möglichkeit, Originalfotografien zu kaufen, vom Kleinformat bis zum Großbild. Dabei hilft ein ‚Finanzierungsplan’, der es gerade jüngeren Käufern ermöglicht, Originale per Ratenzahlung zu erwerben. ‚Wir fanden die traditionelle Idee einer Galerie nicht interessant’, sagt Sieber. ‚Da gibt es die Eröffnung, zu der alle kommen, und dann tut sich bis zur Finissage kaum noch etwas.’ Im Megastore finden täglich ‚Sonderaktionen’ statt. Dazu gehört die Internetversteigerung eines Fotos, das sinnigerweise einen Einkaufswagen zeigt. Am 6. Sep. gibt es ein Mittagessen, am 8. Sep. dann werden im ‚Design-Outlet’ Böhm T-Shirts gedruckt, und wenn am 12. Sept. ‚alles raus’ ist, legen Fauna bis 22 Uhr ihre Lieblingsplatten auf. Bei der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal ist nebenbei noch eine Fotoreihe von 132 leer stehenden Geschäften entstanden. Dennoch war eine zeitweise Anmietung nir-

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Bรถhm mit Widerstand

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Brause gendwo möglich. Auch ein Kommentar zur Warenwelt. NRZ/Thomas Hag Ganz, Axel Leere Läden Böhm mit Ansage Another collaborative forray into the surprisingly compelling world of the banal by O. Sieber and K.Stuke, this issue of Die Böhm documents a trip the artists took to California. The deadpan photographs of hotel cleaning carts and carefully arranged scrap-book collages on the pages that face them bring some kind of otherworldly order and formal beauty to these mundane moments of travel.‘ Printed Matter Der touristische Blick Alles echt Böhm mit Widerstand ‚In photographs shot from far away and slightly above, groups of people seem to be drifting though dream space. Juxtaposed against these mysterious blurry groupings are images of single people, similarly otherworldly, but this time in extremely sharp focus. The intense color and matte finish of the ink jet printed pages give the anonymous populations of these photographs from Oliver Sieber and Katja Stuke an unsettling immediacy. Album Blow up Blitz Böhm Die Veranstaltung Büro Böhm anlässlich des Erscheinens der Ausgabe No.22 Haus und Garten im Juli 2004 fand in einem Büro des Regierungspräsidiums Düsseldorf statt. Alle typischen Objekte eines Büros wurden in einem leeren, kleinen Konferenzraum installiert: Schreibtisch, Computer, Ablagefächer, Zimmerpflanzen, Flip-Charts, Brötchen und Filterkaffee. Unterstützt wurde die Installation

und die gesamte Veranstaltung von Gerit Christiani, Kulturdezernetin im Regierungspräsidium. Organigramm Die Brause ist der Raum des Vereins Metzgerei Schnitzel e.V. einem alternativen Kulturverein in Düsseldorf. Aus der Satzung des Vereins: Ins Leben gerufen wurde der Metzgerei Schnitzel e.V. im August 2001 von den Celluloid Suckers, die seit zweieinhalb Jahren Underground-Kinonächte in Düsseldorf organisieren. Die Celluloid Suckers ihrerseits sind hervorgegangen aus der Punkkonzertgruppe Blurr Concerts, die fünf Jahre lang Konzerte in Neuss veranstaltet hatte. Mit dem neuen Verein wollen wir (Künstler und Musiker) uns die Möglichkeit schaffen, unsere unkommerzielle und kritische Haltung gegenüber dem öffentlichen Kulturbetrieb in die Tat umzusetzen und freie Kunst zu betreiben, ohne anderen Maßstäben als den eigenen verpflichtet zu sein. […] Das Brause ist circa 30 Quadratmeter groß, hat ein riesiges Schaufenster und soll ausdrücklich k-e-i-n Partyraum sein! Vielmehr geht es darum, einen Treffpunkt für Gleichgesinnte zu schaffen – womit allerdings nicht die Musikrichtung gemeint ist. Die Celluloid Suckers

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Olivier Cablat Cahun, Claude (25 October 1894 – 8 December 1954) was a French artist, photographer and writer. Her work was both political and personal, and often played with the concepts of gender and sexuality.

haben ihre Wurzeln zwar im Punk, was aber nur aussagt, wie unser Herz schlägt, und nicht, welche Musik wir hören. Katja Stuke und Oliver Sieber haben mit Frau Böhm zwei Veranstaltungen in der Brause organisiert: Zum Erscheinen der No.12 Dunkel und Hell, eine Drawing Party zum Erscheinen der Ausgabe  Herr Böhm; außerdem haben sie den 15minütigen Film Blitzböhm zur Lagen Nacht der Museen 2003 in der Brause gezeigt.

C

ablat, Olivier about his work ‚Egypt

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3000’: En parallèle de ce travail, je me suis attaché à collecter de nombreuses images et objets ordinaires du quotidien égyptien, qui m’ont permis de mettre en place des recherches artistiques. L‘intention initiale du projet était de se baser sur une matière première issue du quotidien égyptien contemporain, sans jugement hiérarchique sur sa nature, et d’y appliquer la même rigueur apportée aux objets antiques par la recherche scientifique. En mêlant des références ethnographiques, photographique, archéologique ou auto-biographiques, le projet tente ainsi de concilier forme documentaire et archéologie expérimentale contemporaine. Malkasten

Calle, Sophie Die französische Künstlerin Sophie Calle (*1953) gilt heute als wichtigste Protagonistin einer erzählerischen Fotografie. Seit vielen Jahren schon verschränkt sie biografische und fiktionale Begebenheiten zu einem emotionalen Gewebe, das den Betrachter mit einbezieht in die Rituale eines immer wieder neu erfundenen Lebens und ihm doch wirkliche Nähe oder gar Vertraulichkeit nie gestattet. […] So beobachtet sie sich und andere und lässt sich ebenso von Detektiven und Agenturen observieren (‚The Shadow’, ‚20 years later’). So lädt sie völlig unbekannte Leute ein, eine Nacht in ihrem Bett zu verbringen (‚The Sleepers’), entsendet ihr Bett zur Linderung des Trennungs-


Johnny Cash schmerzes an einen ihr bis dato fremden Amerikaner (‚Journey to California’) oder offeriert die symbolträchtige Sammlung einer subjektiven Schatz- und Wunderkammer (‚Bedroom’). Tunc Ali Cam  Snake Die Zeitschrift Camera Austria beschäftigt sich mit vielen Aspekten auf dem Gebiet der Fotografie. Auf der einen Seite widmet sie sich dem künstlerischen Aspekt, darüber hinaus beschäftigt sie sich aber auch mit der theoretisch-wissenschaftlichen und der publizisitsichen Auseinandersetzung mit Fotografie im Kontext neuer Medien, zeitgenössischer Kunst und gesellschaftlichen Entwicklungen. Neben Aufsätzen über Fotografie sind ein Kalendarium mit Ausstellungen, Buchrezensionen und Nachrichten zu finden. Das Magazin zählt zu den führenden auf dem Sektor der Fotografie. Früh schon haben sie über japanische Fotografie berichtet. Cash, Johnny, real name John Ray Cash (1932–2003), American singer-songwriter, renowned for his rugged, resonant voice. Nicknamed the ‚Man in Black’ for his dark stage attire, black guitar, and brooding persona, Cash was an enormously influential figure in the development of rockabilly, rock, folk, and country music. After serving with the U.S. Air Force in Germany in the early 1950s, he signed with Sun Records in Memphis, Tenn., in 1955, making his mark with the rockabilly classics ‚Cry, Cry, Cry’ and ‚Folsom Prison Blues,’ and ‚I Walk the Line’. […]

After Cash‘s first marriage ended and he underwent treatment for amphetamine addiction, he and Carter were married in 1968. Cash was a friend and supporter of Bob Dylan, and he had recorded Dylan‘s ‚It Ain‘t Me, Babe’ with Carter in 1964. Cash enjoyed his greatest pop success with the albums Johnny Cash at Folsom Prison (1968) and Johnny Cash at San Quentin (1969), each of which sold more than 2 million copies, and with the Grammy-winning ‚A Boy Named Sue’. Cash‘s string of country hits, his strong Christian commitment, and his connections with the Carters, one of country music‘s most prominent families, cemented his ties with the Nashville establishment. By temperament, however, Cash remained an outsider, and the spare, stripped-down quality of his songs, which often expressed sympathy for the downtrodden and disillusioned, made him a role model for the ‚outlaw’ country movement of the 1970s. He died on Sept. 12, 2003, in Nashville.  Peter Lindhorst

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galerien und anderen Miet-Kunsträumen ihre Arbeiten präsentieren. Die Dauer von Ausstellungen ist eher kurz, in der Regel 2 Wochen, und die Künstler sind oft persönlich anwesend während ihrer Ausstellungen. 2009 fand dort auch die Ausstellung anlässlich des 10jährigen Jubiläums der Clean Brothers gezeigt.

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CASO steht als Akronym für Contemporary Art Space Osaka, und ist ein Austellungsort für zeitgenössische Kunst in Osaka, Japan. Vom Januar bis April 2006 waren Oliver Sieber und Katja Stuke und das Böhm Projekt dort eingeladen, die Ergebnisse ihrer Künstlerresidenz in einer Ausstellung zu präsentieren. „The Contemporary Art Space Osaka (CASO, or Kaigandori Gallery), ex-warehouse in the waterfront area of Osaka harbor, is one of the largest rental space for contemporary art in Japan. The Sumitomo Warehouse opened ‚Contemporary Art Space Osaka’ in September 2000.” CASO ist wie viele Kunst-Orte in Japan, ein mietbarer Raum. In Japan ist es nicht unüblich, das Künstler in Miet-

CCTV ist ein Bezeichnung für ein System der Kameraaufzeichnung, das hauptsächlich zur Überwachung eingesetzt wird. Die Abkürzung steht für closed- circuit television, was bedeutet, dass das von


CCTV

der Kamera aufgezeichnete Signal nur innerhalb eines geschlossenen Kreislaufs übertragen wird, zu festgelegten Aufzeichnungsgeräten und Monitoren. Seit dem Ende des letzten Jahrtausends wird dieses System außer im industriellen Bereich zunehmend oder überhandnehmend im öffentlichen Raum eingesetzt. Das erste funktionstüchtige System wurde von der Siemens AG in Peenemünde beim Testen von V2-Raketen eingesetzt. Herkömmliche Videoüberwachungsanlagen bestehen aus mindestens einer Überwachungskamera und einem Anzeigemonitor, optional erlauben die Systeme eine Aufzeichnung der Bilder (beispielsweise auf Videoband), die Übertragung erfolgt analog, kabelgebunden oder kabellos. Neuere Videoüberwachungsanlagen benutzen oft digitale Kameras die über ein TCP/IP-Netzwerk an einen Computer angeschlossen werden (IPKameras). Über eine spezielle Videoüberwachungssoftware können zusätzliche Funktionen wie beispielsweise Bewegungserkennung, Gesichtserkennung und Speicherung der Bilder vorgenommen werden. 2.CCTV ist der Name des chinesischen Staatsfernsehns ‚China Central Television’.

3. CCTV ist der Titel einer umfangreichen Serie von Katja Stuke. Christoph Hochhäusler schreibt im Buch Könnte sein über die Arbeiten von Katja Stuke u.a.: „Ein Videobild, nein, ein Bild von einem Videobild: Die angegriffenen Konturen, das ‚kranke Blau’, der Vorhang der Zeilen. Entwirklicht. Der Moment, den Stuke wählt, ist kein gesehener. Der Moment ist technisch, aus der Phase genommen. Ein Bild aus dem Strom. Ein doppelt medialisierter Augenblick. Eine Wirklichkeit, zu der kein Weg zurückführt. Alles an dem Mann ist bereit zur Veränderung. Gefährdete Gegenwart. Gefährdet auch durch unsere Aneignung.“ Und Verena Loewenhaupt in der Photonews: „Im Gegensatz zu ‚sich selber zur Schau stellen’ nutzt Stuke nun die Tatsache für sich aus, dass in unserer heutigen Zivilisation so gut wie alles überwacht wird oder werden soll. Die Menschen schauen sich nicht um auf der Straße, wenn sie aufgenommen werden. Sie merken es meist gar nicht. Stuke kann unauffällig in der Masse untergehen. Sie ist Teil der sie umgebenden Menschen und kann so unbemerkt jeden aufnehmen, der ihren Weg kreuzt. Zunächst scheint dieses Vorgehen zufällig und

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CCTV wahllos, doch spätestens bei der Endauswahl in ihrem Atelier wird das Aufgenommene sortiert und konkretisiert. Serien oder Gruppen von Bildern sind auch in ihrem Buch Könnte sein auszumachen. Hierfür kombiniert Stuke ihr eigenes Film-Foto-Material mit Szenen aus Filmen und Computerspielen. Schneller als man ahnt, verschwimmt die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Die Bilder sind Fragmente aus Szenen, aus bewegten Momenten isoliert. Es spielt keine Rolle mehr, wer wen spielt, was tatsächlich passiert, was inszeniert und was, komplett virtuell entstanden ist. Wo geht dieser Mann hin? Was hat er gerade gemacht? Eilt er zur Mittagspause? Oder geht er nach Hause? Könnte sein. Könnte sein, dass das Schicksal unsere Wege lenkt und uns wie an Fäden durchs Leben führt. Warum sollen wir überwacht werden? Auf der Straße, in der U-Bahn, am liebsten noch bei der Arbeit? Fühlen wir uns dadurch sicherer? Oder haben wir noch mehr Angst? Nicht nur davor, dass schreckliche Vorahnungen Wirklichkeit werden, sondern dass wir unschuldig in das Spinnennetz dieser Maschinerie geraten. Mit ihren Portraits von Hinterköpfen kehrt Stuke diese ganzen Intentionen ad absurdum. Was bringt eine Aufnahme von einem Hinterkopf, einer Mütze oder Kapuze, wenn die Person identifiziert werden soll?” ‚Der Ästhetik wie sozialen Funktion von Videoüberwachung wird, so Dietmar Kammerer in seiner Dissertation, von Seiten der Kultur- und Medienwissenschaften zu wenig Interesse zuteil. An-

gesichts der Allgegenwärtigkeit von Überwachungskameras im Alltag und den damit verbundenen gesellschaftlichen Fragen wie Einflüssen auf andere Medienformate, ist dies ein Umstand, der beendet werden sollte. ‚Bilder der Überwachung’ tritt an, sich daher mit den Aspekten des Themas, die über die von Foucault entwickelten PanoptikumsTheorien in ‚Überwachen und Strafen‘ hinausgehen, zu beschäftigen. Kammerer rollt hierzu die Geschichte des Überwachens neu auf und beginnt bei den Straßenlaternen des 17. Jahrhunderts als polizeiliches Ausleuchtungsmittel der Öffentlichkeit. Seine Untersuchung setzt ihren Akzent überhaupt auf das Phänomen der öffentlichen Sphäre, die, aufgrund ihres Gegensatzes zur Privatsphäre als nicht schützenswert und somit grundsätzlich überwachbar erscheint. Neben dem eher kultur- und raumwissenschaftlichen Ansatz setzt das Buch jedoch auch einen Akzent auf die mediale Vermittlung und Ästhetisierung von Überwachungsstrategien und wird gerade hier für Filmwissenschaftler interessant. In seinen Kapiteln zur Ikonografie der Videoüberwachung und ihrer Darstellung in der Popkultur durchleuchtet Kammerer die Kulturgeschichte ein zweites Mal – dieses mal unter der Perspektive von Überwachungsmotiven, die vom ‚Auge Gottes’ bis eben zum ‚Surveillance Entertainment’ in Film, Fernsehen und anderen Medien reichen.’f-lm.de über: Dietmar Kammerer: Bilder der Überwachung. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2008, 382 S. Schauplatz Bühne Könnte sein / Could Be OsakaPublic Suits

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Calvin & Hobbes Calvin & Hobbes ist ein Comic-Strip von Bill Watterson, der von 1985 bis 1995 weltweit in verschiedenen Tageszeitung publiziert wurde, und später auch in ComicBänden zusammengefasst erschien. Calvin ist ein kleiner Junge, der nicht altert, und Hobbes ist sein SpielzeugTiger, der jedesmal zum Leben erwacht, wenn keine anderen Menschen zugegen sind. Obwohl das setting eine kleine Stadt im Mittleren Westen der Vereinigten Staaten ist, und Calvins Eltern und Umgebung die Suburbs widerspiegeln, glänzen die beiden (die nach einem Theologen und einem Philosophen benannt sind) durch ironische, satirische Dialoge, die alles Herkömmliche auf den Kopf stellen („When in doubt, deny all terms and consequences”). Desweiteren ist die weitreichende Phantasie Calvins erwähnenswert (die sicherlich an die

Träume Little Nemos, wie aber auch an die gängige Populär- und Konsumkultur angelegt ist), von den Kartons, aus denen er vom Ufo alles baut bis hin zum Universal- Transmogrifier, bis zu seinen Zeit-, Raum- und Weltraumreisen. In einem besonderen Strip erklärt der Vater Calvin die Entstehung der Farbfotografie.  s/w/Farbe Canzine ist Kanadas größtes Festival für Subkultur und Fanzines. Es findet jährlich in Toronto im Gladstone Hotel statt, und eingeladen sind Künstler und Verleger aus der Independent Szene. In den Sälen und Gängen des Hotels können auf kleinen Ständen Fanzines un Künstler sich und ihre Arbeit präsentieren, in einzelnen Räumen des Hotels sind kleine Einzelpräsentationen zu sehen. Es gibt außerdem Talks und Performances. Organisiert wird das Festival vom Magazin broken pencil.  Fanzines Character Thieves ist die vierte Publikation in Buchform von Oliver Sieber, die erste, die als direkte Zusammenarbeit zwischen Schaden.com und Böhm/ Kobayashi publiziert wurde. Das Buch,

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das Portraits von Teilnehmern der Cosplay-Szene zeigt, aufgenommen in Deutschland, Japan, Kanada und den Vereinigten Staaten, erhielt den Deutschen Fotobuchpreis in Silber und wurde international besprochen. In Oliver Sieber’s book ‚Character Thieves’ we find a series of portraits of Cosplayers in several cities in the world. These photographs are very different from normal Cosplay photos and even from those of other photographers; not taken by Cosplayers themselves nor by photographers who just want to show the eccentricity of Cosplay. These calm photographs have a certain quality that draws even the people who don’t understand the complex code of Cosplay. Where does it come from? At first sight, we can easily find that these photos were taken in every day real-life situations. They were taken in their bedrooms, kitchens, living rooms, balconies, or at the park nearby. There is nothing special about the locations. If you look closer, there are some details that tell you about their cultural and social background and their commitment to comics and anime; but it’s basically just an every day living environment. Cosplayers would never take photographs in their living spaces. Photographs are for them only something for their social gatherings and events. Then Cosplay photographs can only be ‚complete’ when the pose, the background and the situation all match the costume. In other words, the living space is just a place for preparation. But on second thought, it is this place where

they became acquainted with animes and comics and where they spend a lot of time sewing the costumes. text by Mariko Takeuchi Cosplay Chicago ist eine Stadt am Südwestufer des Michigansees im US-Bundesstaat Illinois in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einer Einwohnerzahl von 2,8 Millionen (2007) ist sie die drittgrößte Stadt


Citizens’ Handbook der USA. In der Agglomeration leben 8,7, in der Metropolregion 9,5 Millionen Menschen (2007). Chicago ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Handelsstadt in den Vereinigten Staaten. Die Lage an der Mündung des Illinois Waterways, der die Großen Seen (die über den Sankt-LorenzSeeweg bzw. Eriekanal mit dem Atlantik und New York City verbunden sind) mit dem Mississippi River und dem Golf von Mexiko verbindet, sowie als Knotenpunkt wichtiger Eisenbahnstrecken, auf denen die West- mit der Ostküste verbunden werden, haben diese Funktion begünstigt. Chicago ist Sitz der Chicago Mercantile Exchange, der größten Warenterminbörse der Vereinigten Staaten, und der Chicago Board of Trade, der größten Rohstoff-, Futures- und Optionsbörse der USA. Der Name leitet sich aus dem Wort Checagou ab, mit dem die Potawatomi-Indianer das Marschland beschrieben, wo später die Stadt gegründet wurde. Das indianische Wort bedeutet sowohl wilde Zwiebeln wie auch Stinktier. Der Name bedeutet also so viel wie ‚Land, das nach Zwiebeln stinkt‘. Im Volksmund wird Chicago auch the windy city genannt. Die früheste bekannte Erwähnung stammt von einem Zeitungsartikel der Chicago Tribune 1858. Seit der Stadtgebieterweiterung von 1960, um den großzügigen Ausbau des Flughafens O’Hare zu ermöglichen, gliedert sich die City of Chicago in 77 Community Areas. Das Zentrum der Stadt bilden die Stadtteile Chicago Loop und Near North Side, welche durch den Chicago River voneinander getrennt sind. In der Loop befin-

den sich u.a. das AON Center, der Sears Tower und das Rathaus. Der mit Hochhäusern stark bebaute Teil von Near North Side wird im wesentlichen durch den North Lake Shore Drive die North LaSalle Street abgegrenzt. Das höchste Gebäude der Near North Side ist das John Hancock Center. 1939 gründete Mies van der Rohe sein Architekturbüro in Chicago. Aus Chicago stammen: Barack Obama, Michelle Obama, Patricia Arquette, Jennifer Beals, John Belushi, Al Capone, Philip K. Dick, Herbie Hancock, Quincy Jones, Donald Rumsfeld, Maria Shriver etc. Filme, die in Chicago gedreht wurden: The Hunter, Blues Brothers, The Untouchables, Red Heat, Midnight Run, Flatliners, Curly Sue, Home Alone, The Hudsucker Proxy, High Fidelity uvm. O.i.F. No.12 Dunkel und Hell Citizens’ Handbook Das Citizen‘s Handbook ist eine Sonderausgabe der Böhm in Buchform, das im April 2004 erschien. Die Serie Berlin/Lörick von Oliver Sieber ist den ersten Motiven der Serie CCTV von Katja Stuke gegenübergestellt. Die Publikation hat 80 Seiten und wird durch literarische Kürzestgeschichten von Martin Sokol ergänzt. Das Handbook erschien zeitgleich zur Ausstellung in der Galerie Gaby Kraushaar. Gabriele Conrath-Scholl schrieb dazu: ‚In presenting two groups of work in this exhibition, Katja Stuke and Oliver Sieber allow for their photos to be seen and read in isolation or in connection to each other. Stuke shows her photographs in two tableaus bearing the title CCTV, which

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have been selected and put together from photos from the years 2001 until 2003. Inspired by the monitor and camera photos of surveillance cameras which permanently and unknown film us, seemingly autonomous yet guided, Stuke reproduces comparable moments from her own monitor, using photos she has filmed before in urban surroundings from different perspectives, partly using a very strong zoom, with her video camera. Thus she finds her pictures in hindsight, when going through her material, by going forward and backward in her films. The middle format camera creates moments full of strange tension which by enlarging turn to screen patterns and signlike images. Oliver Siebers works follow a different, nonetheless related model of perception, comprising two analogue corpuses of work. Starting from two distinguishable models of urban housing, a high rise tower block in Berlin near the Alexanderplatz and a settlement of semidetached houses in Düsseldorf-Lörick, he shows architectural photographs as well as series of portraits of the respective residents, which were taken in 2003.’ Das Handbook erschien im Schaden Verlag, Köln. New Earth by Martin Sokol There are times when everything’s new. I was new, my parents were new and everybody around us was new, too. We were so new here that my mother didn’t even dare to step onto the polished escalators of the department store which had just opened. That’s why we either had to use the lift or trudge up the stairs. Of course, the house in which we lived was new too.

The whole street was new and the streets to which our street led were even newer. Probably the whole earth was new. I mean, the earth on which our house stands. Of course, we planted loads of crop into the new earth: whole avenues of plum trees, espalier fruits, gooseberry and currant bushes, and especially tomatoes. But nothing really came of all that stuff. All those newly planted things just crippled and crept around so wretchedly that most neighbours decided only to dig miserable decorative shrubs into the earth. Not so my father. “Decorative shrubs are worthless, senseless, you’re supposed to find them only on the graveyard...”, was his opinion. Instead, here where we lived there should be no graveyard, but a blooming paradise. And how do you make a rich and fat Garden of Eden out of claylike and sandy, newly piled up soil? With fertilizer, of course. Namely, with wholly natural fertilizer! Growth was the uppermost goal, and no effort was too exhausting or too far-fetched to get this growth going. Soon I understood that my father had particularly my legs in mind in order to bring about this growth. It should be brought about from the meadows, the dark fat greens near the great river. On these wide pasture lands, which gleamed almost blue during August, vast flocks of woolen sheep were grazing. As my father then explained to me in simple dialectics: the thick, podgy knots of excrement of those noble animals were the very fertilizer of life. You just had to lift them gently out of the ankle-deep grass. All this bending down and collecting is my honest contribution to make up for the


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Clean Brothers neverending troubles and expenses which my parents had and are still having with me. Just a little bit, of course. It’s rather a symbolic act which is still going to help me in my life. Namely, transform superfluous things into useful ones. Creating values, my father called this. And I was allowed to take part in it. Just as the guy who held the bag open while others collected the podgy darm products, I was soon allowed to fill the bags myself and ride home with the folding bike while my father was still waiting in the back yard, burying the collected sheep shit deeper and deeper near the tomato roots of our new Garden of Eden. At the beginning of the Great Fertilizer Offensive, I delivered each round a plastic bag, twice folded in itself, into the back yard. But soon my father realized that this single bag led to dangerous dangling movements of my bike, and thus I had to drag along a second bag at the other end of the handlebars each time, for stabilization. At first I thought it was only going to be like this for one weekend. But the tomatoes were just the beginning. Actually, the entire soil of the new settlement had been tipped up from below. And down in the underground, there was just clay and mud – nothing which could make anything grow. Soon it became necessary to fertilize not only the tomatoes in order to grow bigger, but also the strawberries in order to grow juicier, the gooseberries firmer, the cherry trees stronger and, finally, even the tulips more colourful. And the same procedure every year, again and again from the very beginning, and everything with double plastic bags on the handlebars of

my shaky folding bike. Year after year, from March till September. To make matters worse, already the first fall witnessed a remarkable success. The tomatoes really were so thick and heavy that they looked like small pumpkins. Admittedly, the thing with the gooseberries, cherry trees and tulips was going to last a few more years (my father said), but, as already mentioned, we were so new that success couldn’t be measured in such ridiculous timespans. Gradually my parents started to believe again in something different, something higher. That’s why from now on we went to church every Sunday. I guess from that moment they had regained faith. They had deserved it. In the beginning you simply have to take small steps. You first have to sow the crop before you can reap it. Martin Sokol Clean Brothers is a group of people who have broken free of the economic system that has traditionally underpinned art, namely the staging of exhibitions and the distribution and sale of works of art. Rather than this, what the group seeks to do is to include art and the artist in the providion of services and financing, areas that would on the face of it seem to have

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Larry Clark nothing to do with art. In this way, the members hope to put back into the community some of the power of art, thereby not only opening up the possibilities of art, but also bringing greater diversity to our economic system.The activities of Clean Brothers took off back in 1998 in the form of what was known as the Clean Brothers Cleaning Project.At the time, quite apart from my work as an artist, I was also engaged in the management and administration of an office building.The prolonged recession had led a number of tenants to quit their office space, and vacancies were beginning to become conspicuous, forcing us to take a serious look at possible cutbacks in our running and maintenance costs.It then occurred to me what a good idea it might be to turn over the cleaning of the building to youn to young artists, as until then I had been contracting this work out to an outside operator. Yoshihito Kabawata. Clark, Larry(*1943 Tulsa, Oklahoma) ist US-amerikanischer Filmregisseur und Fotograf. Er begann als Assistent im

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Fotogeschäft seiner Mutter zu fotografieren, in dem er im Haustürgeschäft Kinder- und Babyfotos machte. 1961

begann er ein Studium in Commercial Photography an der Layton School of Art in Milwaukee. 1964 wurde er zur US-Army eingezogen, der er bis 1966 angehörte. In seinem ersten Fotoband Tulsa „dokumentierte – manche würden sagen, erfand – Clark 1971, lange vor Nan Goldin oder Gus Van Sant, die Drogenszene seiner Heimatstadt. […] Der Fotoband ‚The Perfect Childhood’ zeigt die neu heranwachsende Generation der Skater. Die Collage ist sowohl eine Technik der Bildenden Kunst, bei der durch Aufkleben verschiedener Elemente ein neues Ganzes geschaffen wird, als auch ein in dieser Technik geschaffenes Kunstwerk, welches die Grenzen der Bildenden Kunst überschreitet, z. B. Musikvideos oder literarische Collagen. Collier, Miles wurde 1983 in Toronto, Kanada geboren und ist als Künstler, Fotograf, Kurator und Verleger tätig. Er ist zudem der Shop Manager der Kunstbuchhandlung Art Metropole in Toronto. Im Frühling 2006 zeigten Katja Stuke und Oliver Sieber seine Serie ‚TrackTop Masks’ im Böhm Handelszentrum. ‚In this case it doesn‘t really matter who‘s behind there. It‘s strictly stylistic. It‘s strictly visual. It‘s about this person and how they‘ve ornamented themselves with these two things. I am the subject of the photographs, but they‘re not about me. I‘m not trying to portray myself. I‘m just the vehicle. It‘s just out of convenience. It‘s easier to use yourself than it is to recruit people. It‘s hard to direct people. I‘ve never been comfortable being


Nadja Elena Comaneci tions of the passions and obsessions of their creators. Andrew Losowsky (writer and editor): An explosion of independent publishing has emerged in recent years. A result of advances in desktop publishing and printing technology, coupled with a fall in the costs of producing a magazine, have led to an unprecedented emergence of independent media all over the world. This emergence of media includes many magazines that are more original, imaginative and serving their audiences better than many mainstream titles. Secondly, creating an independent magazine can be a very lonely pursuit. It’s about time that an event allowed the people behind these magazines to meet, share ideas and cross-pollinate some of their creativity. Fanzine in the studio and telling people what I want. In this case since it wasn‘t about the person, it wasn‘t about if it was a guy or a girl, it had nothing to do with that, it was just as good to use me as it would be anybody else. I can tweak it because I know what I‘m looking for. I‘m not trying to say something about myself. It‘s strictly about the masks and the track tops.’ Böhm Handelszenturm Art Metropole Colophon is a biennial symposium for magazine makers, experts, advertisers, readers and all creatives involved in the world of the independent magazine. Launched in 2007, it takes place in Luxembourg, hosting exhibitions, talks, workshops, events and one-off publications. // Jeremy Leslie (publisher/M-Real Magazine): Independent magazines are celebrations in their own right, celebra-

Nadja Elena Comaneci (*1961) ist eine rumänische Turnerin und gilt als eine der besten Turnerinnen aller Zeiten. Sie gewann insgesamt fünf Goldmedaillen bei den

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Computer Olympischen Spielen in den Jahren 1976 und 1980. Zudem errang sie drei Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Bei den Sommerspielen 1976 in Montréal schaffte sie im Alter von lediglich 14 Jahren als erste Turnerin eine 10,0 am Stufenbarren. Computer First programmable computer: The Z1 originally created by Germany‘s Konrad Zuse in his parents living room in 1936 to 1938 is considered to be the first electrical binary programmable computer. The first digital computer: Short for Atana-

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soff-Berry Computer, the ABC started being developed by Professor Atanasoff and graduate student Cliff Berry in 1937 and continued to be developed until 1942 at the Iowa State College. On October 19, 1973, US Federal Judge E. R. Larson signed his decision that the ENIAC patent by Eckert and Mauchly was invalid and named Atanasoff the inventor of the electronic digital computer. The ENIAC was invented by J. Presper Eckert and John Mauchly at the University of Pennsylvania and began construction in 1943 and was not completed until 1946. It occupied about 1,800 square feet and used about 18,000 vacuum tubes, weighing almost 50 tons. The first stored program computer The early British computer known as the EDSAC is considered to be the first stored program electronic computer. The computer performed its first calculation on May 6, 1949 and was the computer that ran the first graphical computer game. The first personal computer In 1975 Ed Roberts coined the term personal compu-

ter when he introduced the Altair 8800. Although the first personal computer is considered to be the Kenback-1, which was first introduced for $750 in 1971. The computer relied on a series of switches for inputting data and output data by turning on and off a series of lights. The Micral is considered the be the first commercial non-assembly computer. The computer used the Intel 8008 processor and sold for $1,750 in 1973. The first workstation Although never sold the first workstation is considered to be the Xerox Alto, introduced in 1974. The first laptop or portable computer The first portable computer or laptop is considered to be the Osborne I, a portable computer developed by Adam Osborne that weighed 24 pounds, a 5-inch display, 64 KB of memory, two 5 1/4“ floppy drives, and a modem. IBM PCD later released the IBM portable in 1984, it‘s first portable computer that weighed in at 30 pounds. IBM PCD later announced in 1986 it‘s first laptop computer, the PC Convertible, weighing 12 pounds. And in 1994 introduces the IBM ThinkPad 775CD, the first notebook with an integrated CD-ROM. The first PC (IBM compatible) computer In 1953 IBM shipped its first electric computer, the 701. Later IBM introduced its first personal computer called the ‚IBM PC’ in 1981. The computer was code named and still sometimes referred to as the ‚Acorn’ and had a 8088 processor, 16 KB of memory, which was expandable to 256 and utilizing MS-DOS. The first PC clone The first PC clone was developed by Compaq, the ‚Compaq Por-


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table’ was release in March 1983 and was 100% compatible with IBM computers and software that ran on IBM computers. The first Apple computer Steve Wozniak designed the first Apple known as the Apple I computer in 1976. The first computer company The first computer company was the Electronic Controls Company and was founded in 1949 by J. Presper Eckert and John Mauchly, the same individuals who helped create the ENIAC computer. The company was later renamed to EMCC or Eckert-Mauchly Computer Corporation and released a series of mainframe computers under the UNIVAC name. The first multimedia computer In 1992 Tandy Radio Shack becomes one of the first companies to release a computer based on the MPC standard with its introduction of the M2500 XL/2 and M4020 SX computers. Internet Apple Conrath-Scholl, Gabriele (*1961), ausgewiesene August Sander-Kennerin, ist seit 2007 Leiterin der SK-Stiftung/ Photographischen Sammlung in Köln. Citizens’ Handbook

Container Mit der Standardisierung des internationalen Güterverkehrs, vor allem aber im 2. Weltkrieg wurde die Benutzung von Großraumbehältern eingeführt. So konnte das Verladen, Befördern, Lagern und Entladen von Gütern vereinfacht und beschleunigt wird und der Umschlag der Ware im intermodalen Verkehr erleichtert werden, also zwischen zwei oder mehr unterschiedlichen Transportmitteln (Güterbahn, LKW, Schiffe, Flugzeuge). Abmessungen: Die verbreitetsten ISO-Container haben eine Breite von 8 Fuß (2,4 Meter) und sind entweder 20 Fuß (6,1 Meter) oder 40 Fuß (12,1 Meter) lang. Daraus ergeben sich auch die Abkürzungen: ‚TEU’ (Twenty-foot Equivalent Unit) und ‚FEU’ (Forty-foot Equivalent Unit). Es gibt jedoch auch im ISO-System eine Vielzahl von Sondermaßen. Seit im Jahr 2004 das ‚Du’-Magazin den Containern eine eigene Ausgabe widmete, war aus einem hässlichen Stahlkarton eine Metapher für flexibles Denken und kulturellen Austausch geworden. Böhm Handelszentrum Coolhunters Titel einer Ausstellung des ZKM, die 2005 in Karsruhe und Wien zu sehen war: Heutige Jugendliche leben

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Cosplay – wie keine Generation jemals vor ihr – in einer durch und durch kommerzialisierten und mediatisierten Welt. Kein Bedürfnis, kein Interesse, für das Markt und Medien nicht ein überwältigendes Angebot an materiellen und symbolischen Befriedigungen bereitstellen würden. Entsprechend bunt und facettenreich, gleichermaßen aber auch unübersichtlich ist das Bild, das Jugendliche von sich und ihren Jugendkulturen der Öffentlichkeit vermitteln. Wie lässt sich von ihnen überhaupt ein Porträt zeichnen? Und wie finden sie in unübersichtlichen Zeiten und Räumen ihren selbst bestimmten Weg, ihre Identität und Coolness? Die Ausstellung Coolhunters gibt Antworten auf diese Frage: Sie sucht die Jugendlichen im Spiegel ihrer Gegenstände und Praktiken zu erkennen. Neben Arbeiten zahlreicher Künstlerinnen und Künstler, die den Alltag dokumentieren und reflektieren, finden sich Beispiele jugendkultureller Phänomene an sich wie Kleidung, Accessoires u. a. Die Ausstellung ermöglicht einen anderen Blick auf das Gewohnte und lässt Phantasien einer alternativen Lebensgestaltung entstehen. In einer besonderen architektonischen Einbettung – einer riesigen Skater-Halfpipe nachempfunden – werden zentrale Aspekte der Erfahrungswelt heutiger Jugendlicher aufgegriffen. Die in den sechs Modulen: Körper/Objekt, Sprache, Gewalt, Raum, Zeit und Gender präsentierten Fotografien, Videoarbeiten und Installationen geraten in ein dynamisches Spannungsverhältnis einer sich wechselseitig ergänzenden Relativierung, das eine eigenständige Reflexion auf Selbst und Welt ohne belehrende Kommentierung ermöglicht.

Der Begriff Cosplay, die japanische Abkürzung des englischen Begriffs costume play, wurde von Nobuyuki Takahashi geprägt, dem Gründer des japanischen Verlages Studio Hard. Takahashi verwendete seine Neuschöpfung erstmals im Juni 1983 in einem Artikel für die Zeitschrift ‚My Anime’. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Der Charakter kann dabei aus einem Manga, einem Anime, einem Videospiel oder einem Spielfilm stammen. Der Fantasie und Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt, so dass die Kostüme der meist zwischen 15 und 25 Jahre alten Darsteller häufig von hoher Qualität sind. In der J-Rock-Fanszene werden oft Mitglieder japanischer Visual-Kei-Bands nachgeahmt. Cosplay wird überwiegend zum eigenen Vergnügen und für Wettbewerbe auf Anime-Conventions betrieben. Eine mögliche Einnahmemöglichkeit sind der Verkauf von Fotos oder selbst geschneiderter Kostüme, aber nur ein kleiner Teil der Cosplayer betreibt das Hobby, um damit Geld zu verdienen. ‚Cosplayers are people who dress like a character from manga, animation or video games. Nowadays there are tens of thousands of Cosplayers in Japan (counting the people who have tried Cosplay only once, the number becomes several times as many) and the numbers are growing internationally. On ‚Cure’, one of the most popular Cosplay community websites in Japan, more than forty thousand Cosplayers are active and

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Cosplay

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more than two million photographs are being uploaded. The World Cosplay Summit was established in 2003 and the number of participating nations is increasing. […]Cosplay is one of the most known Japanese subcultures worldwide. But Japanese ‚sub’culture is not necessarily the opposite of ‚main’culture, apart from the cultural phenomenon of a minority. Animation, video games and manga which Cosplay come from, are a consumer culture produced by a huge industry and attract many different generations without a strain of resistance nor politics like so-called counter-culture. However abnormal they look, how difficult it is to share their stories, the origin of Cosplay is nothing but our own consumer culture. But this causes subtle tension and embarrassment around Cosplayers in their every day environment. Especially in the suburban and rural areas of Japan, many Cosplayers have to hide their behaviour from their families and professional colleagues. Although manga is very popular, Cosplay is still ‚over the top’ behaviour. The Cosplayers from rural areas often put the hand-made costumes in their suitcases, change the clothes in public bathrooms, and attend the event. Afterwards they change back into their regular clothing in the bathroom before they go home. This is the life of many Cosplayers. This reallife version of the Cosplay does not necessarily translate into the exotic image of ‚Cool Japan’ that exists overseas.‘ Mariko Takeuchi Character Thieves Visual Kei

Couples: John Lennon & Yoko Ono | Stan Laurel & Oliver Hardy | Adam & Eve | Barbie & Ken | Frida Kahlo & Diego Rivera | Harold & Maude | Siegfried & Roy | Roman Polanski & Sharon Tate | Robert Crumb & Aline Kominsky | Johnny Depp & Vanessa Paradies | Kate Moss & Pete Doherty | Bonny & Clyde | Ike & Tina Turner | Björk & Matthew Barney | Bernd & Hilla Becher | Anna & Bernhard Blume | Andy Warhol & Edie Sedgwick | Robert & Clara Schumann | Asterix & Obelix | Popeye & Olivia | Pünktchen & Anton | Marilyn Monroe & Arthur Miller | Willem & Elain de Kooning | Starsky & Hutch | Mickey & Minnie Mouse | Eva & Adele | Sonny & Cher | Angelina Jolie & Bard Pitt | Thelma & Louise | Simon & Garfunkel | Rosa Luxemburg ] Karl Liebkencht | Kermit & Miss Piggy

| Pierre & Marie Curie | Maria & Josef | Laurie Anderson & Lou Reed | Caesar & Kleopatra | Klaus ] Erika Mann | Johnny Cash & June Carter | John F. & Jacky Kennedy | Petra Kelly & Gert Bastian | Steffi


Douglas Coupland Graf & Andrew Agassi | Paul McCartney & John Lennon | Homer & March | Hanni & Nanni | Gilbert & George | Grace Kelly & Fürste Rainier | Gischli & Weiss | Faust & Gretchen | Kurt Cobain & Courtney Love | Dolce & Gabbana | Niki de Saint Phalle & Jean Tinguely | David Bowie & Iman | Pierre & Gilles | Christo & Jean Claude | Charles & Diana | Liz Taylor & Richard Burton | John Belushi & Dan Aykroyd | Annie Leibowitz & Susan Sontag | Bill & Hillary Clinton | Victoria & David Beckham | Batman & Robin | Camille Claudel & Auguste Rodin | Wassink/Lundgren | Taiyo Onorato & Nico Krebs Coupland, Douglas (* 30.12.1961) ist ein kanadischer Schriftsteller und Bildender

Künstler. Coupland wurde auf einem NATO-Stützpunkt in Deutschland geboren und wuchs in Vancouver, British Columbia auf, wo er 1984 am Emily Carr College of Art and Design ein BildhauereiStudium abschloß. Bis 1986 folgten Auslandsaufenthalte in Italien und Japan. An der Universität von Hokkaido besuchte Coupland Kurse in Produktdesign. Nach Kanada zurückgekehrt stellte er seine Arbeiten 1987 unter dem Titel ‚The Floating World’ in der Vancouver Art Gallery aus. In den späten Achtzigern begann er für lokale Magazine zu schreiben. Sein 1991 erschienener Roman ‚Generation X’ wurde ein Welterfolg, der Titel wurde zum sprichwörtlichen Begriff und namensgebend für eine vom Konsum-

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Joseph Dadoune

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wahn abgestoßene Bewegung. 1995 veröffentlichte Coupland den satirischen Roman ‚Microsklaven’ über die Angestellten des Microsoft-Konzerns, der gleichzeitig den IT-Boom der Neunziger parodiert. […] Eleanor Rigby greift 2004 abermals das Motiv radioaktiver Strahlung auf und erzählt die Geschichte einer Mittdreißigerin, deren Leben aus den gewohnten Bahnen bricht, nach dem ihr Sohn, den sie nach der Geburt zur Adoption frei gab, nach 20 Jahren in ihr Leben tritt. Bei The Gum Thief (engl., 2007) rekrutiert sich das Personal aus den Angestellten und Kunden eines Büroartikel-Großmarkts. In den Geschichten und Romane spielt das Thema Einsamkeit oft eine große Rolle. Seine Geschichten handeln vor einen westlichen, pop-kulturell geprägtem Hintergrund. Kino, Internet, Schönheitswettbewerbe, unterschiedlichsten Familienmodelle aber auch eigene religiöse Themen sind wichtige Aspekte. Im Vorwort zu seinen unter dem Titel ‚American Polaroids’ erschienenen Kurzgeschichten aus dem Jahr 1998, schreibt er außerdem: […] ist vor allem eine Betrachtung von Menschen und Orten […]. Am meisten zieht mich das Milieu an, in dem ein großer Teil Nordamerikas, mich eingeschlossen, aufgewachsen ist: das Leben der mittleren Mittelklasse, die so schwerwiegende Veränderungen durchgemacht hat […]. Zwischen 1990 und 1996 wurden Thesen, die früher als avantgardistisch und abseitig galten, zu den dominierenden Begriffen der alltäglichen Konversation: die verschwindende Mitte; der Verlust von Anrechten; Aufstieg und Herrschaft der Ironie; durch zahllose neue Maschinen

verursachte extreme gesellschaftliche Umwälzungen… und die Tatsache, dass selbst ein so kurz zurückliegender Zeitpunkt wie die letzte Woche einem heutzutage vorkommen kann, als sei er bereits zehn Jahre her. Internet Computer

D

adoune, Joseph (*1975) ist ein israelischer Künstler. Er arbeitet in den Medien Film und Kurzfilm. 2007 war er Gastkünstler in Düsseldorf und lebte drei Monate im ‚Atelierhaus an der Sittarder Straße’.

Seine Serie ‚Khamsin’ wurde im Mai/ Juli 2006 im Böhm Handelszentrum gezeigt. Er beschreibt diese Arbeit mit folgenden Worten: „Es handelt sich um eine Spielszene mit vier jungen Männern aus der Peripherie Thessalonikis, die rauchen und ihren Qualm einem weiteren Jungen aggressiv ins Gesicht blasen, den sie so ‚beruhigen’ Das Zerbrechliche am Jungen scheint ihre Männlichkeit zu hinterfragen. Solche Machtverhältnisse zwischen


Der touristische Blick Männern gibt es wirklich, sei es bei der Arbeit oder beim Alltag auf der Straße.’ Daheim und Unterwegs: Die erste Ausgabe der ‚Böhm’ ist im September 1999 erschienen. Sie zeigt auf acht Seiten drei Fotos von Oliver Sieber und eine Zeichnung und eine Fotografie von Katja Stuke. Die Fotografien, die in der ersten Ausgaben veröffentlicht wurden, entstanden unabhängig voneinander. Das Prinzip des Archivs, die Ordnung der bisher entstandenen Arbeiten, stand im Vordergrund. Frau Böhm Das Böhm Projekt ist der Name einer Ausstellung, die in der SK Stiftung, Köln, vom 28. September 2006 bis zum 7. Januar 2007 zu sehen war. Im zweiten Raum der Photographischen Sammlung wurden auf verschiedene Art und Weise Hefte und Fotografien ausgestellt: alle Ausgaben der Böhm konnten betrachtet und geblättert werden, auf 5 Monitor-

Paaren waren die vollständigen Serien ausgewählter Ausgaben präsentiert. Außerdem zeigte Oliver Sieber eine Auswahl gerahmter Fotografien seine Serie J_Subs und Katja Stuke zwei Tableaus aus der Serie Osaka Public/ Osaka Private.

Die Ausstellung im CASO in Osaka trug ebenfalls den Titel ‚The Böhm Project’. The Osaka Issue Explaining Frau Böhm. Pat De Caro ist eine amerikanische Künstlerin (geboren in Philadelphia, Pennsylvania) Sie lebt und arbeitet in Seattle, Washington. Ihre Zeichnungen konzentrieren sich thematisch auf ‚Kindheit’ und ‚Erinnerungen’. Der erste Kontakt, die Ausgabe #24 entstand im Rahmen der ersten Marks of Honour Edition. Original-Ausgaben des Manipulator wurden durch eine Ausgabe über Vorbilder und Einflüsse und C-Prints aus der Serien Album und Portraits/Olympia ergänzt. Schaden FOAM Manipulator Der touristische Blick ist der Titel einer Ausstellung, die Katja Stuke und Oliver Sieber im Frühjahr 2003 im Kulturforum Alte Post in Neuss zeigten. ‚[...] für ihren

Neusser Auftritt mit einer Böhm-Ausstellung in der Alten Post haben sie jetzt extra eine Böhm 17b herausgegeben. Eine Neusser Edition gewissermaßen, die die Schau im Kulturforum begleitet und ‚ein Horror für jeden Sammler ist‘. Jedes Päck-

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Dickicht

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chen eine Sammlung von Fotos in unterschiedlicher Zahl, in unterschiedlicher Größe und vor allem mit unterschiedlichen Motiven. Jede der 17 Böhm-Ausgaben ist einem Thema gewidmet. Doch im Erdgeschoss des Kulturforums zeigt die Schau unter dem Motto ‚Der touristische Blick‘ Motive quer durch alle Böhm-Ausgaben; Motive, die Stuke und Sieber auf ihren vielen Reisen förmlich ins Auge gefallen sind, nur manchmal aus ganz verschiedenen Perspektiven. Das Pärchen auf einem Parkplatz in Los Angeles, der Blick durch eine Häuserschlucht auf die Manhattan Bridge in New York oder an schäbigen Straßenzügen vorbei auf das ‚One Million Dollar Hotel‘: ‚Manchmal fahren wir mit festen Vorstellungen irgendwo hin und stellen dann fest, dass unsere Bilder im Kopf nicht stimmen‘, sagt Katja Stuke, ‚und manchmal lassen wir uns treiben.‘ Deswegen eben der ‚touristische Blick‘, der für beide eine Mischung aus „Vorurteil und erster Eindruck“ ist. Selbst wenn die Fotos in ihrer Schärfe und ihrem Kontrastreichtum manchmal fast den Eindruck einer klinisch-reinen Atmosphäre erwecken – sie zeigen Alltagssituationen; Menschen, die auf der Straße gehen, in einer Wetthalle sitzen. Dass die beiden Künstler einander beeinflussen, ist dabei genauso wenig zu übersehen wie die Eigenständigkeit ihrer Werke. Im Obergeschoss der Alten Post wird exemplarisch gezeigt, wie eine Böhm entstanden ist, weil der eine (in diesem Fall Stuke) sich von den Arbeiten des anderen animieren ließ: Sie-

bers Portraits von Fußballerinnen stellt Stuke ganz eigene Ansichten gegenüber. (siehe: Halbzeit) ‚Kunst im Dialog’ sei das, sagt Thomas Brandt und meint damit auch ‚Dialog in der Kunst’, denn so wie die beiden Künstler mit ihrer Böhm das zeigen wollen, ‚was und wie wir über unsere Arbeit reden’ (Stuke), so zeigt sich dieser Austausch auch in ihren Bildern. Los Angeles Chicago O.i.F.  Alles Echt Dickicht 1. Dichtes Gestrüpp, Buschwerk, Unterholz oder dichter junger Wald Herkunft: Substantivierung des Adjektivs dick im Sinne von dicht, seit dem 17. Jahrhundert belegt Synonyme: Gestrüpp, Jägersprache: Dickung Silbentrennung: Neue Rechtschreibung: Di·ckicht, Plural: Di·ckich·te, Aussprache: [’d Ιk Ιçt] 2. Der Titel einer Veranstaltung im Künstlerkeller des Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf, bei der das Parkheft präsentiert wurde. Die Blinden ist eine Serie von Portraits von Oliver Sieber. Die Serie wurde 2006 im Leopold-Hoesch-Museum Düren gezeigt. Im Schaden Verlag erschien im gleichen Jahr ein Katalog mit einem Text von Kerstin Stremmel: Wie viel Informationen kann man einem Portraitfoto entnehmen? Trotz der Größe von je 46,5 x 56,5 cm erinnern die Aufnahmen von Oliver Sieber in Ausschnitt und Machart an Passfotografien mit ihrer Ähnlichkeitsbehauptung. […] In dieser Tradition bewegt sich Oliver Sieber. Seine dreißig präzisen Portraits geben einen Eindruck von der Komplexität seines Themas. Habitus und Ausstrahlung der Portraitierten


Die Blinden

ďƒ˜Die Blinden

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Dokumentarfotografie aus genauer Beobachtung speist.Allen Bildern Siebers gemeinsam ist, dass er sich Zeit gelassen hat, was im fotografischen Ergebnis dazu führt, dass die sachlich und präzise, stets vor neutralem Hintergrund fotografierten Personen nicht exponiert wirken, sondern aufmerksam, als seien sie noch immer in das geführte Gespräch vertieft. Sie scheinen nicht gefangen in einer Welt, zu der Sehende keinen Zutritt haben, statt dessen stellen sich beim Betrachter Zweifel hinsichtlich seiner eigenen Wahrnehmungsmöglichkeiten ein.

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unterscheiden sich stark voneinander. Sieber arbeitet stets themenspezifisch und konzentriert sich bei dieser ausgewählten Gruppe von Menschen, ebenso wie in seinen Serien über Jugendliche, über einen bestimmten Zeitraum auf das einmal gewählte Thema, auf die Protagonisten seiner Aufnahmen Wichtig sind dabei für den Fotografen nicht allein die facettenreichen Gesichtsausdrücke, sondern auch andere Auswahlkriterien. So sind Menschen verschiedenen Alters fotografiert, von Geburt an Blinde ebenso wie jene, die durch einen genetischen Defekt im Lauf der Jahre erblindet sind, aber auch Menschen, die durch einen Unfall oder Schock ihre Sehfähigkeit verloren haben. Siebers Versuch, einen repräsentativen Querschnitt einer bestimmten Gruppe von Menschen zu erfassen, sein Wunsch nach Systematik, will einen Überblick ermöglichen, der sich

Dokumentarfotografie Definition&Geschichte: Das Wort documentum bezeichnete im Mittelalter ein Beispiel, ein Hinweis aber auch eine Warnung. Dokument steht in


Drawing Party einem semantischen Feld mit dem Monument (etwas hervorstehendes, das Zeigen von etwas besonderem) und dem Testament (das Bezeugen von etwas, oder Aufzeigen eines Willens). Erst im zwanzigsten Jahrhundert, mit dem Aufkommen der Geschichtswissenschaften, gewann es die Bedeutung eines Textes oder Bildes, das etwas beglaubigt oder beweist – eine Evidenz. Und erst mit dem technischen Glauben der industriellen Gesellschaften konnte das fotografische Bild eine vergleichbare Position einnehmen wie ein Text oder amtliches Schriftstück, mit dem Glauben nämlich, eine Maschine könne objektivere Bilder erzeugen als der Mensch, also Wirklichkeit wiedergeben. Die Dokumentarfotografie war seit ihren Anfängen ein politisches und soziales Phänomen, ihre Vertreter waren daher mit allen möglichen Institutionen oder Organisationen verbunden. In anderen Sprachen wird der Ausdruck Dokumentarfotografie daher auch für journalistische Fotografen verwendet

gust Sanders oder von Bernd & Hilla Becher dieser Begriff enger gefasst, und somit seinen Vertretern größere Unabhängigkeit zugestanden. Verwendung Ende des zwanzigsten Jahrhunderts begannen sich Strategien von Inszenierung, Fiktionalisierung oder noch grundsätzlicher Bildbearbeitung unter jenen Fotografen durchzusetzen, die u.a. eine politische oder soziale Auseinandersetzung suchten, angeregt von frühen Vertretern wie Jeff Wall aber auch Philip Lorca diCorcia oder Paul Graham. Da die Wirklichkeit als Begriff in Zeiten der Medialisierung zumindest für Künstler, Filmemacher oder Fotografen fragwürdig geworden ist, fällt andererseits das Reale aus dem Dokument heraus, was nicht bedeutet, das heutige Vertreter der Dokumentarfotografie nicht eine Auseinandersetzung mit Wahrheit oder der Realität suchten.

(die also für Magazine oder Zeitschriften arbeiten), im deutschen Sprachraum wird dank Werken wie demjenigen Au-

Bar in Osaka. Die Wände waren mit Makulatur-Tapete beklebt, jeder durfte mit den bereitliegenden Stiften an einem

Eine erste Drawing Party besuchten Katja Stuke und Oliver Sieber in einer kleinen

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Düsseldorf gemeinsamen Bild malen und zeichnen. Diese Idee griffen sie auf und veranstalteten in Düsseldorf zwei Drawing Parties: die erste in der Brause anlässlich des Erscheinens der Suntory Times. Die zweite, gemeinsam mit der Hood Company/Düsseldorf, im Künstlerkeller des Malkastens. Sprayer und Künstler, Kinder und Erwachsene waren eingeladen, bereitgestellte Türen zu bemalen. Der Film ‚Irgendwelche Araber‘ von Jerome Pflüger wurde präsentiert und Thomas Klein trat mit seinem Projekt Sølyst auf. Fauna

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Düsseldorf ist als Landeshauptstadt das politische Zentrum Nordrhein-Westfalens und hat ungefähr 580.000 Einwohner. In der Metropolregion Rhein-Ruhr gelegen [die über 11 Millionen Einwohner hat – Deswegen schreibt Mike Davis in seinem Buch über Slums, Düsseldorf habe 10 Millionen Einwohner] gilt Düsseldorf als eines der wichtigsten Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturzentren der Bundesrepublik. Die Messestadt ist Sitz einer Vielzahl börsennotierter Unternehmen, ist der umsatzstärkste deutsche Werbe- und Modestandort sowie ein wichtiger Banken- und Börsenplatz. Der Düsseldorfer Flughafen ist das interkontinentale Drehkreuz von Nordrhein-Westfalen. Die Stadt am Rhein verfügt über zwei Binnenhäfen und ist Sitz von vier Hochschulen, darunter die renommierte Kunstakademie. Auch aus diesen Grund gehört die Stadt neben Berlin, Hamburg und Köln zu den Städten mit einer sehr aktiven Künstlerszene. Überregional ist Düsseldorf für seinen Einkaufsboulevard Königsallee, die Altstadt, den Medienhafen so-

wie den Karneval bekannt. Schon immer von Künstlern und Studenten bewohnt, entwickelt sich seit einiger Zeit der Stadtteil Flingern zu einem kleinen Zentrum mit Geschäften, Galerien, Bars und Cafes. Zahlreiche Museen, das Heine Haus, der Park des Künstlerverein Malkasten und Galerien sind weitere Anziehungspunkte für Touristen und Einheimische. Bemerkenswert ist die große japanische Kolonie mit zahlreichen Geschäften, Restaurants und dem Hotel Nikko auf der Immermannstraße. Eine Zeitlang war dies ein regelmäßiger Treffpunkt für Cosplayer, die sich hier samstags trafen um einzukaufen, zu essen Fotos in den Puri-Automaten zu machten und zum Rheinufer oder in den japanischen Garten zu spazierten.


Dunkel und Hell

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Ebay Dunkel und hell In der Brause in Düsseldorf fand im Okober 2001 die ReleaseParty statt. Einzelne Bilder sowie ein Video von Katja Stuke wurden in dem Klub gezeigt. Das Magazin stellt Nachtaufnahmen von Gebäuden in Berlin und Düsseldorf von O. Sieber Einzelbildern von K Stuke aus den Vereinigten Staaten gegenüber. Obwohl hier verschiedene Themen angespielt werden, ist diese Ausgabe doch geprägt von den Ereignissen im September 2001 und eine Ästhetik der Überwachung sowie Monitore und Absperrungen stehen unmissverständlich in diesem Kontext.

E

Bay ist ein Internet-Auktionshaus. eBay wurde im September 1995 in Kalifornien gegründet und hat sich seither kontinuierlich zu einem der größten Marktplätze für den Handel im Internet entwickelt. Weltweit ist eBay derzeit in 38 Märkten vertreten und zählt über 83 Millionen aktive Nutzer, die in mehr als 50.000 Kategorien miteinander Handel treiben. Nach Deutschland kam eBay 1999, als das Unternehmen die deutsche Internet-Auktionsplattform alando kaufte und diese in das weltweite Unternehmen

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integrierte. Allgemeine Verhaltensregeln für eBay-Kunden: eBay Mitgliedern ist es nicht gestattet: die eBay-Website zu stören. Vulgäre Ausdrücke auf der Website zu benutzen. eBay nach einem Ausschluss weiter zu benutzen. Anderen Mitgliedern anzubieten, Artikel außerhalb von eBay zu kaufen oder zu verkaufen. Suchanzeigen außerhalb des dafür vorgesehenen Bereiches auf eBay zu veröffentlichen. Während des 2wöchigen  Böhm Megastores wurde auf den Seiten von eBay in der Rubrik ‚Einkaufswagen’ ein Bild von einem Einkaufswagen versteigert. Eggleston, William (*1939 Memphis) is often cited as an aesthetic inspiration by filmmakers like Dennis Hopper, Sofia Coppola, David Byrne, and Gus Van Sant. Often befriending filmmakers, and having his career managed by a film producer, Caldecott Chubb (Eve’s Bayou, The Crow, Mallrats), Eggleston invariably finds himself commissioned to photograph on sets, appearing in or being directly referenced by cinema, even though he may have only a tangential interest in the medium. Out of the current roster of cinema-referencing ‚conceptual’ photographic allstars who earned or started their MFAs right around 1978, we now have several one-namers that are embossed upon the young photo student’s visual conscience: Sherman, Crewdson, Lorca di Corcia, and Wall. Not often noted about the enormous output of photography produced by William Eggleston immediately preceding the New York and German ‚birth’ of cinema-influenced conceptual photography


Ego is that Eggleston was independently executing work of this genre. For example, in a 1978 portrait of his mother, Eggleston photographs her in front of a robin blue sky with bare-bulb flash lighting her from an off-camera axis, reminding us of a Technicolor funeral scene. Eggleston was combining elements in his immediate surroundings and recombining them to form new narratives. In my opinion, he independently created the first faux mo-

vie still (or ‚fictional narrative’), in color. Why are so many young and old photographers and filmmakers influenced by Eggleston’s work? It’s because it looks like contemporary cinema. His content is a cross between postmodern refuge strewn across most of the free world and the foliage and people found there within—essentially the background upon which modern cinema has been crated. Eggleston’s technical process is comparable to cinematography; the scene is photographed in high-fidelity 120mm (70mm film) stock, printed using an extravagant surreal process (dye transfer) and exulted as an aesthetic object. His view of our world is transformed into a transfixing vista of surreal color, unexpected sharpness, and purposeful unconventional composition. reverseshot.com Eilat, Avraham (geb. 1939) ist ein israelischer Künstler und Kurator, der für das Böhm Handelszentrum im Herbst 2008 die Ausstellung ‚Photography from Israel’ kuratierte. Er lebt in Haifa. Die ausgestellten Fotografen waren Adi Nes, Daniel Tchetchik, Sagit Zaloof Namir, Miki Kratsman, Didier Ben Loulou, Pavel Wolberg, Avraham Eilat, Boaz Tal, Gilad Ophir, Hanna Sahar, Micha Bar-Am, Nathan Dvir. Ego, (v. griech. bzw. lat. Ich), bezeichnet den Selbst-Sinn (Selbstbewusstsein und Selbstaktivität) und ist unter der Bezeichnung Ich Gegenstand der Psychologie, der Philosophie, der Soziologie, der Religion und weiterer Wissenschaften. Die Bezeichnung Ego wird in den Wissenschaften eher selten verwendet, so z.B.

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Elektrohorror bei der Analyse dyadischer Beziehungen zwischen Ego und Alter in der Soziologie. In der Philosophie ist die Verwendung der Bezeichnung Ego statt Ich häufiger. Ego und Ich sind exakte Synonyme. Es gibt keine Versuche, begrifflich zwischen Ego und Ich zu unterscheiden. Elektrohorror Sven Vieweg

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Elephant is a 2003 drama film written and directed by Gus Van Sant. It is set on the day of a massive school shooting. The film takes place a short time before the shooting occurs, following the lives of several characters both in and out of school, who are unaware of what is about to unfold. The film stars mostly new or non-professional actors. This is the second movie in Gus Van Sant‘s Death Trilogy – the first is ‚Gerry’ and the third ‚Last Days’; all three are based on actual events. ‚Elephant’ takes place in the fictional Watt High School, in the suburbs of Portland, Oregon, and chronicles the events surrounding a fictional school shooting, based in part on the 1999 Columbine High School Massacre although the end of the film stresses the „similarities to actual events are purely coincidental“ disclaimer.The film was generally acclaimed by critics, and received the prestigious 2003 Palme d‘Or at the Festival de Cannes. As the first high-profile movie to address high school shootings since Columbine, the film was controversial for its subject matter and possible influence on teenage copy-cats. The title is a tribute to the 1989 BBC film of the same name, directed by Alan Clarke,

which reflects on sectarian violence in Northern Ireland. Van Sant‘s minimalist style and use of tracking shots mirrors Clarke‘s film. Clarke used the title to refer to the phrase ‚elephant in the room’ – a reference to the collective denial of some very obvious problem. Van Sant originally believed Clarke‘s title referred to the story of several blind men trying to describe an elephant and each one drawing different conclusions based on which body part they were touching. Later, he found out that it was referring to the saying about ‚a problem being as easy to ignore as an elephant in a bedroom.’ A drawing of an elephant as well as an image of an elephant on a throw on the

bed can be seen in Alex‘s room, while he plays the piano. […]Gus van Sant, der vom Fernsehsender HBO und Diane Keaton beauftragt worden war, an diesem Projekt zu arbeiten, gab als Inspiration für seine Cinematographie die Bilder von William Eggleston an. […]  CCTV. EMMA  Schwarzer, Alice Etmanski, Adam (*1981, lebt in Köln und Amsterdam) stellte zwischen dem 12.12. 2005 und dem 10.2. 2006 seine Serie


Explaining Frau Böhm ‚Préludes a l‘Après-midi d‘une Faun’ im Böhm Handelszentrum aus. Nach Abschluss der Rietveld Akademie nahm er an diversen Gruppenausstellungen teil, sowie am Naniwa-Blog. ‚Adam Etmanskis Arbeiten überraschen durch ihre klare Präsenz und zwingende Härte.Das thematische Motiv ergibt sich aus einer Anzahl formaler Zitate, die auf fesselnde Art und Weise Stellung zu Aspekten des Mediums Fotografie neh-

Euphorie und Praxis Im Rahmen der Abschlußausstellung des Fachbereichts Fotodesign im Lette-Verein Berlin fanden 2 Podiumsdiskussionen statt. Die eine mit dem Titel ‚Das Shooting mit der Maus‘ und die zweite mit dem Titel ‚Euphorie und Praxis’ unter Beteiligung von Felix Hoffmann, Kurator C/O Galerie; Jörg Koopmann, angewandter Fotograf, Künst-

ler, Gründer des ‚glossy’ Forums und ‚book with a beard’ Verlag, München; Oliver Sieber und Katja Stuke, Künstler, Böhm/ Kobayashi Publishing Project, Düsseldorf und Ingo Taubhorn, Kurator Haus der Photographie – Deichtorhallen Hamburg.

men.Die hierfür gewaehlte Form ist die der Installation. Etmanski verschränkt in diesen Installation Stilelemente von Film-und Fotografiewirklichkeiten zu einem visuell lesbaren Ganzen. Einflüsse der Orte, an denen Etmanski seine Installationen plant und ausführt, spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Das unvermeidlich wechselseitige Verhältniss von Autor und Betrachter erfährt dadurch den Ort des Geschehens als neue Dimension. J. Schwartz

Explaining Frau Böhm ist der Titel einer Veranstaltung im Rahmen der Reihe ‚Nachtfoyer’ der Kunsthalle Düsseldorf. Außerdem ist es der Titel einer VideoInstallation, bestehend aus 2 nebeneinander platzierten Monitoren. Auf jeweils

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Explaining Frau Böhm

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Explaining Frau Böhm


Fernsehmonitor einem der Monitore ist Katja Stuke auf dem anderen Oliver Sieber unscharf offensichtlich in einer Interview-Situation zu sehen. Zu hören ist nichts. Die eingeblendeten 13 ‚FAQs’ werden abwechselnd in Untertiteln beantwortet. Es gibt neben der deutschen auch eine spanische, eine englische und eine japanische Version. Neben dieser Installation waren außerdem 4 Monitorpaare zu sehen, auf denen Serien vier unterschiedlicher Böhm-Ausgaben zu sehen sind; des weiteren Projektionen mit Portraits der Instant Böhm und Blitzböhm. Das Böhm Projekt Ramen.

between the appearance of a fanzine and a professional magazine. Printed Matter Ink Jet Colophon Künstlerbücher Fernsehmonitor A display device is an output device for presentation of information for visual, tactile or auditive reception, acquired, stored, or transmitted in various forms. When the input information is supplied as an electrical signal, the display is called electronic display. Electronic displays are available for presentation of visual, tactile and auditive information.

F

anzines The origins of amateur ‚fan’ publications are obscure, but can be traced at least back to 19th century literary groups in the United States which formed amateur press associations to publish collections of amateur fiction, poetry and commentary. These publications were produced first on small tabletop printing presses, often by students. As professional printing technology progressed, so did the technology of fanzines. Early fanzines were hand-drafted or typed on a manual typewriter and printed using primitive reproduction techniques (e.g., the spirit duplicator or even the hectograph). Only a very small number of copies could be made at a time, so circulation was extremely limited. The use of mimeograph machines enabled greater press runs, and the photocopier increased the speed and ease of publishing once more. Today, thanks to the advent of desktop publishing and self-publication, there is often little difference

Face, The was a magazine started in May 1980 by Nick Logan out of his publishing house Wagadon. Logan had previously created titles such as Smash Hits, and had been an editor at the New Musical Express in the 1970s during one of its most successful periods. The magazine, often referred to as the ‚80s fashion bible’, was influential in championing a number of fashion music and style trends; its best selling period was in the mid-1990s when editor Richard Benson brought in a younger team that included art director Lee Swillingham. While Benson ensured the magazine reflected the UK’s revitalized art and music scene, Swillingham changed the visual direction of the magazine to showcase new photography. It was

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Fanprojekt

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Farbfotografie during this time that fashion photographers Inez Van Lamsweerde, Steven Klein, David LaChapelle, Glen Luchford, Craig McDean and Elaine Constantine were first published. Fanzine Jugendkultur Farbfotografie Ein Fachgeschäft ist ein spezialisiertes Geschäft. Es bietet ein großes Sortiment an Waren aus einem Bereich; z.B. im Bereich Publikation: Die Kunstbuchhandlung Walther König, die Fotobuchhandlung Schaden.com, Printed Matter in New York, On Sundays in Tokio. ‚Fachgeschäft‘ heißt außerdem ein Laden in Düsseldorf, in dem – im Rohbau – eine Veranstaltung der Böhm zum Release der  Halbe Höhe stattfand. Die Idee stammt von Annet Starke und Veiko Hille. Akira. Die Studierenden der FH Bielefeld lernen während ihres Studiums die Grundlagen der Gestaltung im Kontext von Kunst, Kultur & Wissenschaft in ihrem Schwerpunkt Fotografie, Kommunikationsdesign oder Mode anzuwenden. Die Fachhochschule Düsseldorf bietet im FB Kommunikationsdesign die Fächer Video, Foto, Typografie, Buchgestaltung und Interaktive Systeme an. Kommunikation Fanprojekt ist eine Portraitserie von Katja Stuke. Bei einem Spiel von Fortuna Düsseldorf im Jahr 2002 gefilmte Gesichter von Fans werden vom TV-Monitor abfotografiert. Die Konzentration der Zuschauer, ihre Spannung und Erwartung spielen eine zentrale Rolle bei dieser Arbeit. Portraits/Olympia CCTV Halbzeit

Als Farbfotografie bezeichnet man fotografische Verfahren, um farbrichtige Bilder zu speichern und farbrichtig zu reproduzieren. Technik: Grundlage aller Verfahren ist die Zerlegung des vom Objekt reflektierten Farbgemisches in die drei Grundfarben Blau, Grün und Rot; z.B. durch Verwendung von drei entsprechenden Farbfiltern auf Schwarzweißmaterial und anschließenden Dreifarbendruck oder durch drei übereinander liegende, jeweils für eine der Grundfarben empfindliche Bromsilberemulsionsschichten. Die Erfindung der Farbfotografie wurde veröffentlicht am 7. 5. 1869 mit zwei Farbfotos des französischen Physikers L. Ducos du Hauron (* 1837, † 1920). Bahnbrechend für die spätere Entwicklung wirkte sich die Entdeckung der Farbsensibilisatoren durch H. W. Vogel 1880 aus. Weitere Entwicklungsstufen: Autochromie von A. Lumière 1907; additive Farbverfahren Agfacolor 1916, Kodacolor 1925; seit 1936 subtraktive Verfahren für Umkehrfilme Agfacolor CT und CK, Kodachrome und Ektachrome sowie für Negativfilme wie

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Farbfotografie

Agfacolor N, Kodacolor u. a. Nach dem Endfarbbild unterscheidet man Umkehrfarbfotografie für Diapositive und

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Negativ/Positivfarbfotografie für Papierbilder; nach der Farbsensibilisierung: Tageslicht- und Kunstlichtmaterial. Die Allgemeinempfindlichkeit liegt in der Regel zwischen 16 und 27 DIN. Bei Negativfarbfilmen wird zur Verbesserung der Farbwiedergabe häufig eine orangefarbene Farbmaske verwendet. Umkehrfilme haben einen geringeren Belichtungsspielraum. Kunst: Die Farbfotografie wird etwa seit den 1930er Jahren in der angewandten Fotografie genutzt (Werbe-, Industrieund Modefotografie), etwa ab 1945 auch im Fotojournalismus. In der künstlerischen Fotografie ist die Farbfotografie etwa seit den 1970er Jahren etabliert. Als Wendepunkt gilt hier William Eggleston‘s Guide im Museum of Modern Art (MoMA) im Jahr 1976. Der Begriff der New Color Photography basiert auf einem Ausstellungstitel: In dem Projekt ‚The New Color’ präsentierte die Kuratorin Sally Eauclaire 1981 im International Center of Photography in New

York insgesamt 45 Fotografen, die alle ausschließlich mit farbigen Fotografien vertreten waren. Erstmalig wurden damit die Tendenzen, die sich in den 1970er Jahren ausgebildet hatten, zusammengefasst. Nur wenige der Fotografen waren zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt, etwa William Eggleston, Emmet Gowin, Joel Meyerowitz, Lucas Samaras, Stephen Shore. Auch Harry Callahan und Helen Levitt, die sich seit den 1970er Jahren mit farbigen Fotografien beschäftigten, waren dem Publikum durch ihre früheren Schwarz-Weiß-Fotografien vertraut.


FOAM Andere, darunter Joel Sternfeld, Mitch Epstein und Neal Slavin, waren unbekannte, zu entdeckende Größen. Ausgehend von Eauclaires Ausstellung hat sich der Begriff ‚New Color Photography’ längst in der fachlichen Diskussion durchgesetzt. Er bezeichnet die Arbeiten jener Fotografen, die die Farbe bewusst als künstlerisches Ausdrucksmittel in den 1970er Jahren für sich entdeckten und konsequent mit ihr arbeiteten. Damit setzten sich diese Fotografen nicht nur über die Behauptung des großen alten Mannes der amerikanischen Fotografie Walker Evans hinweg, von dem der berühmte und oft wiederholte Ausspruch stammt, Farbe sei ‚vulgär’. Neben dem Experimentieren und genauen Ausloten der spezifischen gestalterischen Möglichkeiten, die der Gebrauch der Großformatkamera ihnen ermöglichte, besteht eine klar erkennbare gestalterische Strategie der hier präsentierten Fotografen in der bewussten Abstufung und Verfeinerung der Farbe, die erst in dieser Form zum Ausdrucksträger der Wahrnehmung des einzelnen Künstlers werden konnte. O.i.F. Farocki, Harun zählt zu den bedeutensten Vertretern des zeitgenössischen Dokumentarfilms. Seit Ende der 80er Jahre realisierte er über 80 Film- und Fernsehproduktionen. Sein umfangreiches Werk umfaßt neben den fühen Agitations- und »Lehrfilme«, Spielfilme, Essayfilme und Dokumentationen sowie in den letzten Jahren auch Videoinstallationen zu politischen, filmgeschichtlichen und -theoretischen Themen.

Fauna Das Düsseldorfer Duo, bestehend aus Petra Bosch/vocals und Thomas Klein/ electronics (Clyne, Sølist, Kreidler). Die Verbindung von Elektronik und akustischem Material, schwingend zwischen Abstraktion und Melodie erzeugt eine organische Klangwelt, die durchaus an Ideen von Pop und Songwriting anknüpft, immer jedoch mit der Absicht, Brüche zu erzeugen. Nicht zuletzt durch die Texte, die meist seelische Abgründe ausloten. Die wehmütigen elektronischen Chansons strahlen eine zerbrechliche Kraft aus. So wird die Musik, vordergründig so leicht und harmonisch, mit einmal zum Tänzchen am Rande des Abgrunds. Böhm Megastore Drawing Party Feucht warm: ‚The wet streets of an Asian city bracket two interior shots of a kitchen and living room waiting to warm rainsoaked bones.’ Das FOAM ist ein semi-kommerzielles Museum in Amsterdam, das sich der Fotografie gewidmet hat, und vierteljährlich ein Magazin herausgibt. Es werden je zwei Hauptausstellungen zeitlich leicht versetzt gezeigt, sowie eine kleinere.

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Filmdrehorte

So kann das Museum im Jahr sehr viele Positionen zeigen und sichtbar machen. Das Kuratoren-Team um M. Feil und M. Krijnen bemüht sich, neue und weniger bekannte Fotografen, große Namen und historische Positionen zu entdecken oder in Europa erstmals zu zeigen. Im FOAM Magazine #11 Young, wurde die Serie J_Subs von Oliver Sieber zum ersten Mal fast vollständig veröffentlicht. 2005 und 2009 gastierte im FOAM die Ausstellung Marks of Honour. Das Museum befindet sich im Zentrum von Amsterdam.

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Filmdrehorte Der Reiseführer zu den Bildern: Eine Art der Bildfindung. Die ManhattanBridge von Brooklyn aus gesehen war das erste Ziel in New York. Dort sieht es wirk-

lich so aus, wie wir es im Kino gesehen hatten. Fast nicht real. Natürlich fuhr auch schon wieder ein Filmteam ab. Und natürlich war in unserem Hotel das vorletzte Madonna-Video gedreht worden. Manchmal wird der Film allerdings erst gedreht, nachdem wir einen Ort schon wieder verlassen haben. Ich sitze neben Patricia Arquette: Eine Art Restaurantführer Frühstücken in Hills Coffee Shop/Hollywood – wegen dieser netten Szene in Swingers. Dann über den Whilshire Boulevard (weil da in Volcano die Lava alles so wunderschön zerstört hat) zur Fairfax Avenue, um im Canter’s Hamburger zu essen wie der Staatsfeind Nr.1. Immer wieder quer durch die ganze Stadt: zu Rae’s nach St. Monica wegen


Filmdrehorte

True Romance, nach Burbank wegen Bob’s Big Boy und Heat und natürlich nach Chinatown wegen Jack Nickolson und Faye Dunaway. Und zum Schluß wieder zurück in das Pantry Cafe gegenüber vom Hotel, in dem sicher in nächster Zeit gedreht werden wird. Tokio liegt in Kalifornien Mittlerweile sieht man ja den Second Street Tunnel Ecke Figeroa Street in jedem zweiten Film seit Blade Runner. Er sieht aber auch wirklich gut aus. Das Licht reflektiert so schön von den glänzend gestrichenen Wänden. Und sicher ist es auch unglaublich praktisch, dass er so kurz ist und nur wenige Meilen entfernt liegt von Hollywood. Enttäuschend war es aber doch, Uma Thurman in Kill Bill in Tokyo durch diesen Tunnel

fahren zu sehen. Vielleicht wollen wir in Tokyo auch mal Filmdrehorte besuchen Die Fiktion im Realen Zu erwarten war es ja. Längst nicht so spektakulär wie im Film ist der Ort in der Wirklichkeit. Der Superheld, der die Katastrophe am Flughafen verhindert verbirgt sich hinter den Stewardessen, die ihre Koffer in den Shuttle-Bus packen. Das banale Reale versperrt die Sicht auf die spektakulären Handlungen. Viel aufregender ist es da, sich vorzustellen, wie viele Morde schon in dem Motel, das wir gerade gefunden haben, gedreht worden sind. Sieht dieser Teil der Wüste nicht genauso aus wie in U-Turn? Kann nicht auch diese Straße der Lost Highway sein? Und weiße Haie gibt es ja eh überall.

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Feucht Warm

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Willy Fleckhaus Dies ist unser Film Die Bowlingbahn, in der sich John Turturro und Jeff Bridges treffen, liegt auf dem Hollywood Boulevard. Leider können wir abends nicht hinein: Sie ist geschlossen und steht nur noch Filmteams zur Verfügung. Ebenso Johnny’s Coffee Shop, in dem wir wegen Short Cuts frühstücken wollten. Die alten Kinos in Hollywood schließen oder werden zu Kirchen umgebaut. Zeit, sich nach eigenen Drehorten umzusehen. Es ist ein Portfolio mit allen 61 Motiven erschienen das in der Ausstellung ‚Hidden Places’ bei Kaune Sudendorf, Köln ausgestellt wurde. O.I.F.

Das International Film Festival Rotterdam (IFFR) ist das größte Filmfestival in den Niederlanden. Es findet jährlich Ende Januar in Rotterdam statt. Von Anfang an war das Festival auf alternatives Kino spezialisiert, mit besonderem Interesse u.a. an Filmen aus Ostasien. . O.I.F. Unser Film My personal Hitchcock

The Financial Times (FT) is a British international business newspaper. It is a morning daily newspaper published in London and is printed at 24 pages. Its primary rival is the New York City-based Wall Street Journal. Founded in 1888 by James Sheridan and his brother, the Financial Times competed with four other finance-oriented newspapers, in 1945 absorbing the last, the Financial News (founded in 1884). The FT specialises in business and financial news while maintaining an independent editorial outlook. Printed as a

broadsheet on light salmon paper, the FT is the only paper in the UK providing full daily reports on the London Stock Exchange and world markets. Suits Fleckhaus, Willy [1925-1983], der ‚teuerste Bleistift Deutschlands’, wurde bekannt als der erste Art Director in der Bundesrepublik. Er war Journalist, Buchgestalter,

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Fremdgehen

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Fotografie Zeitschriftenmacher und Professor für visuelle Kommunikation in Essen und Wuppertal, wohl aber vor allem einer der wichtigsten Grafik-Designer der Nachkriegszeit. Fleckhaus avancierte zu einem Art Director mit internationaler Vorbildfunktion, welche er besonders seinem einzigartigen Stil, die Mischung aus der Ratio der Schweizer Grafik mit dem phantasievollen amerikanischen Editorial Design zu verdanken hatte. Fleckhaus vertraute auf die visuelle Kraft des großen, plakativen Bildes, welches durchaus hier und da rühren und emotionalisieren durfte. Er strebte in all seinen Arbeiten, sei es Wort und Bild, Typografie oder Fotografie nach Ordnung, nach nachvollziehbaren Strukturen und einer sinnstiftenden Organisation. Er schätzte Standards, Regeln und Gesetze, aber er beachtete sie auch nicht. Mit dieser Auffassung stellte er einen klaren Gegenpol zu der Gestaltung von Otl Aicher dar. Zu seinem gestalterischen Portfolio gehören die Entwürfe für das Lifestylemagazin twen, das ‚Q’ für die Zeitschrift Quick, das FAZ Magazin oder Bücher für den Suhrkamp Verlag. TWEN Die Ausgabe # 19 Fremdgehen wurde im Böhm Megastore Ende August/Anfang September 2003 releast. In der Schirmerstrasse in Düsseldorf wurde vom 31. August bis zum 12. September in einem leerstehenden Ladenlokal ein Outlet eröffnet, in dem zu wechselnden Ausstellungen, die # 19 vor Ort produziert wurde. Die # 19 kombiniert einen ersten Teil der Serie My personal Hitchcock, 2002 von

Katja Stuke mit gefundenen Fotografien von Oliver Sieber (Found Material, 2003). So ist auch diese Ausgabe der Produktion von Bildern gewidmet, ihrer Zeitlichkeit und ihren Verwendungen (etwa in der vernacular photography, die seit Anfang 2000 in Ausstellungen und Büchern in Mode gekommen war). Found Footage Fotobuch An entirely new generation of curators, critics, and publishers see the book as a central form of expression within photography. Darius Himes: who cares about books Künstlerbuch Schaden Der Begriff Fotografie (damals Photographie) wurde erstmals (noch vor englischen oder französischen Veröffentlichungen) am 25. Februar 1839 vom Astronomen Johann Heinrich Maedler in der Vossischen Zeitung verwendet. Bis ins 20. Jahrhundert bezeichnete Fotografie alle Bilder, welche rein durch Licht auf einer chemisch behandelten Oberfläche entstehen.

1826 gelingt Niepce das erste Foto der Welt. Es ist ein Blick aus seinem Arbeitszimmer, die Belichtungszeit beträgt 8 Stunden. Daguerre verbesserte die Fixierung der Bilder und stellte seine Arbeiten

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Fotomonat Krakau 1838 der Öffentlichkeit vor. Zeitgleich arbeitet der Brite William Henry Fox Talbot an einem Verfahren, bei dem Negative entstehen, von denen man beliebig viele Abzüge anfertigen kann. Die Fotografie ist ein Medium, das in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird. Fotografische Abbildungen können beispielsweise Gegenstände mit primär künstlerischem (künstlerische Fotografie) oder primär kommerziellem Charakter sein (Industriefotografie, Werbe- und Modefotografie). Die Fotografie kann unter künstlerischen, technischen (Fototechnik), ökonomischen (Fotowirtschaft) und gesellschaftlich-sozialen (Amateur-, Arbeiter- und Dokumentarfotografie) Aspekten betrachtet werden. Des Weiteren werden Fotografien im Journalismus und in der Medizin verwendet. Die Fotografie ist Gegenstand der Forschung und Lehre in der Kunstgeschichte und der noch jungen Bildwissenschaft. Der Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten, wird jedoch seit einigen Jahren anerkannt. Einige Forschungsrichtungen ordnen die Die Fotografie unterliegt dem komplexen und vielschichtigen Fotorecht.

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Fotomonat Krakau ist ein Fotofestival in Krakau, Polen, das 2002 zum ersten Mal stattfand. In der Regel im Mai stattfindend werden in der ganzen Stadt an verschiedenen orten Fotografie-Ausstellungen gezeigt. Es gibt ein offizielles und ein Off-Programm, Portfolio-Reviews werden abgehalten, jedes Jahr stehen die Arbeiten von Künstlern eines anderen Landes im Mittelpunkt.

Das Fotomuseum Winterthur wurde 1993 gegründet. Es ist in der gleichnamigen Stadt in der Schweiz, in der Nähe von Zürich, in zwei gegenüberliegenden Gebäuden, von denen das eine in Zusammenarbeit mit der Fotostiftung Schweiz bespielt wird. Direktor und Kurator ist Urs Stahel, Sammlungskurator ist Thomas Seelig. Im Laufe des Jahres werden dort zahlreiche Ausstellungen gezeigt, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf zeitgenössischer Dokumentarfotografie. Zusätzlich findet seit einigen Jahren jährlich die Veranstaltung Plat(t)form statt, zu der junge Fotografen und Fotografinnen eingeladen werden, ihre Arbeiten vorzustellen und zu diskutieren. Das Fotomuseum Winterthur widmet sich der Fotografie als Kunst und als Dokument und Gestalterin von Wirklichkeiten. Das Fotomuseum Winterthur ist einerseits eine Kunsthalle für Fotografie von zeitgenössischen FotografInnen und

KünstlerInnen. Das Fotomuseum Winterthur ist andererseits auch ein klassisches Museum für die Meister des 19. und 20. Jahrhunderts. Und schliesslich ist es ein kulturhistorisches, soziologisches Museum für angewandte Fotografie aus der Industrie, Architektur, Mode usw.


Frau Böhm Diese drei Ausrichtungen prägen das Programm und die begleitenden Publikationen und Veranstaltungen. Gemeinsam mit der Fotostiftung Schweiz betreibt das Fotomuseum Winterthur seit Herbst 2003 ein Zentrum für Fotografie mit Bistro, Bibliothek, Seminarräumen, Lounge und Shop. In den erweiterten neuen Räumlichkeiten präsentiert das Fotomuseum Winterthur parallel zu den Wechselausstellungen in wechselnden Zugriffen seine Sammlung zeitgenössischer Fotografie. Abonnent J_Subs

stand auf dem Festivalprogramm eine große Hauptausstellung mit dem ‚Kodak Fotosommer Award’ und ein erweitertes Rahmenprogramm mit 46 Ausstellungen in Kooperation mit Institutionen und Galerien der Stadt. Die Hauptausstellung war als offener Wettbewerb für den ‚Kodak Fotosommer Award’ konzipiert und wurde in den ehemaligen Räumen von Möbel Mammut am Österreichischen Platz präsentiert.

Der Fotosommer Stuttgart versteht sich als engagiertes Forum für zeitgenössische Fotografie, das im zweijährigen Turnus stattfindet. Nach erfolgreichem Start 2002, präsentierte der Fotosommer Stuttgart 2003 eine große Hauptausstellung und ein Rahmenprogramm mit ausstellenden Galerien und Institutionen. Bereits die 1.Biennale kann durch Ver-

mit dem Titel Frau Böhm, später Die Böhm heraus. Hinter dem Titel steht die Überlegung, mit beiden Persönlichkeiten hinter einer dritten Person zurückzutreten, eine Person mit einem geläufigen aber unbelasteten Namen, die repräsentative, vermittelnde Funktionen übernehmen kann. Die erste Frau Böhm mit dem Titel Daheim und unterwegs erschien im September 1999. […] Mit der Gründung des exklusiven Fotomagazins Frau Böhm, das seit 1999 etwa vier mal im Jahr in kleiner Auflage in Klarsichthülle verpackt erscheint und in dem sie ihre Arbeiten unter einem jeweils anderen übergreifenden Thema zeigen, haben die beiden vorgeführt, wie man die herkömmlichen Kommunikationsstrukturen des Kunstbetriebs durchbrechen kann. Frau Böhm, [...] ermöglicht einen modernen, vom geläufigen Ausstellungs- und Publikationsbetrieb unterschiedenen Umgang mit der Fotografie. „Es gibt andere Medien um Fotografie zu transportieren. Wir sind unabhängig von (Ausstellungs-)

anstaltungskonzept, -größe und Qualität gezeigter Arbeiten bei Publikum, Presse und in Fachkreisen positive Resonanz erreichen und überzeugen. Das Festival der Fotografie 3. Fotosommer Stuttgart 2005 fand von Anfang Juni bis Ende September 2005 statt. In dem Jahr

Seit 1999 geben Katja Stuke und Oliver Sieber das Fotoprojekt in Magazinform

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Frau Bรถhm

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Found Footage

Räumen. Eine Fotografie ist mehr als ein Objekt, das man an die Wand hängt’, so Sieber im Katalog der jüngsten Ausstellung The Böhm Project in Osaka. [...] The German duo, Katja Stuke and Oliver Sieber, came together in 1999 to launch Frau Böhm, a magazine dedicated to artistic photography. Since then, the duo has been working together on various projects. In their individual artistic endeavours, their speciality lies in confronting each others work to create additional frameworks for interpretation. Katja Stuke‘s current work uses video images that features people in brief, isolated moments and anonymous situations. Oliver Sieber‘s work concentrates on portraits and architectural photography that illustrate people in their domestic surroundings.“ PhotoEspaña Catalogue by Moritz Neumüller

Found Footage Sich dem fotografischen ‚Abfall’ sortierend zuzuwenden, ist auch das Vorhaben einiger künstlerischer Arbeiten. Sie bringen die Kategorie des künstlerisch wertvollen Bildes erst gar nicht in Anschlag. Die beiden Strategien, die hier vorgestellt werden, zielen eher darauf ab, allein durch die Serialisierung oder Sortierung von nach gängigen Kriterien unbrauchbaren oder rein instrumentellen Fotografien eine künstlerische Setzung hervorzubringen, die die eigene Autorschaft auf die Zusammenstellung des Found Footage verlagert. […] Der Kunstwissenschaftler W.J.T. Mitchell forderte 1995, dass Kunsthistoriker im Sinne der Visuellen Kultur nicht fragen sollten: ‚Was bedeuten Bilder?’, sondern: ‚Was wollen Bilder?’ Mitchells Anthropologisierung des Bildes ist bemüht, die Bilder aus der Umklammerung einer textorientierten, semantischen Interpretation zu lösen, um sie für eine Analyse von Affekten, Wahrnehmungen, Begehren und Gedächtnis zugänglich zu machen. Was ‚in real life‘ schon lange möglich ist, spätestens seit Dada und William

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Axel Ganz S. Burrough’s ‚Cut-ups’ zur Kulturgeschichte und seit ‚Found Footage’ auch zur Filmgeschichte gehört, erreicht jetzt den digitalen Film im Internet: die Aneignung und Wiederverwendung von fremdem Material in neuen Kombinationen. Nach Vorläufern zur Bearbeitung von Text, Grafik oder Ton ermöglichen neue Tools nun auch den Online-Videoschnitt im Browser-Fenster. Bearbeitet werden kann alles, was digitalisiert ist: Bilder, Grafiken und Filme und zwar eigene, gekaufte, aber auch geklaute! […] Die ersten Re-Mixes und Mashups im Internet waren textbasiert. Sie beruhen auf einer Kombination der literarischen Cut-Up-Tradition mit zufallsgeneriertem Hypertext. Fremdgehen My personal Hitchcock Suits Könnte sein Financial Times Antifoto

G

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anz, Axel (*1965) in Gelsenkirchen geboren, lebt seit 1985 in Düsseldorf. Seit 1989 arbeitet er als Komponist sowie als ausführender Musiker in verschiedenen Musikprojekten wie ‚Brüllklee’, ‚Dativ Boys’ und ‚Zeichen’, komponierte für verschiedene Inszenierungen des Schauspielhauses Düsseldorf. Er war verantwortlich für den musikalischen Part der Ausstellung Unser Film, die in Rotterdam und Berlin ausgestellt war. Außerdem war er beteiligt am Böhm Megastore und 38 Stunden. Er nahm an unterschiedlichen Ausstellungen in Düsseldorf mit Fotografien und Videoarbeiten teil. Schließlich initiierte er, gemeinsam mit Bernd Terstegge, das internationale Festival des nacherzählten Films ‚Total Recall‘. Sein

aktuelles Musikprojekt heißt: Pondskater. Unser Film Naniwa Kobayashi San Das Gladstone ist ein Hotel in Toronto, Kanada. Aufgrund einer Kooperation mit dem Goethe-Institut Toronto ist dies der Aufenthaltsort für Künstler während der Künstlerresidenzen. Das Hotel wird geleitet von Christine Zeitler, Tochter des Architekten Eberhard Heinrich Zeidler. Gemeinsam mit dem Drake Hotel, nur einige Blocks entfernt, ebenfalls an der Queen Street gelegen, ist das Gladstone Hotel Gastgeber der TAAFI (Toronto Alternative Art Fair). Auf der Queen Street befinden sich neben Black Dog Video und Magic Pony, viele Galerien, Restaurants, Pubs und kleine Shops. TAAFI Toronto


Douglas Gordon Film, Tanz, bildende Kunst und Übersetzung. Hierzu organisiert es etwa Kulturveranstaltungen, liefert Beiträge zu Festivals außerdem gibt es Stipendien und Förderungen einzelner Projekte. Toronto Osaka Rotterdam Berlin Düsseldorf

Das Glossy-Fotoforum wurde 1997 von

Bekannt ist der Golfplatz ‚Auf der Lausward’ seit 1978 als erster öffentlicher Golfplatz Deutschlands. Seit 1.1.1997 betreibt der GSV Düsseldorf den Platz in Eigenregie. Auf der Lausward trifft sich ein völlig gemischtes Publikum zu gemeinsamem Spiel, derUmgang miteinander ist

Jörg Koopmann in Zusammenarbeit mit Martin Fengel gegründet, das speziell die Bandbreite zwischen Kunst- und Verlagswelt in der Fotografie aufzeigen will. Bei der Veranstaltung ‚partnerlook für alle’ in den Kunstarkaden München des Kunstverein München waren neben ‚Frau Böhm‘ auch OHIO, das Revolver Magazin von Christoph Hochhäusler und Benjamin Heisenberg, SIOSEH, OBooks/Erica Overmeer u.a. vertreten. Das Goethe-Institut trägt als Kulturinstitut der Bundesrepublik Deutschland das vielfältige Bild Deutschlands in die Welt. Es eröffnet den Zugang zur deutschen Sprache, Kultur und Gesellschaft und fördert die internationale kulturelle Zusammenarbeit. Der Hauptsitz ist in München; es gibt Niederlassungen in 13 Städten Deutschlands sowie 134 Niederlassungen in 82 Ländern. Eine zentrale Aufgabe des Instituts ist, neben der Vermittlung der deutschen Sprache, die kulturelle Zusammenarbeit mit anderen Staaten etwa auf den Gebieten Literatur, Musik, Theater,

unkompliziert und freundschaftlich. Fast mitten in der City auf den Rheinwiesen vor dem Hafen ist der Blick vom 8. Grün auf die Skyline Düsseldorfs optischer Höhepunkt. Schauplatz/Bühne Release Gordon, Douglas (Scottish, *1966) visualizes, pictures, and ‚sculpts’ time in many of his works. About a show at the MoMa in 2006. In 1993, Gordon presented a version of Alfred Hitchcock‘s film Psycho, projected onto a translucent screen and slowed down to aduration of twenty-four hours. Gordon‘s 24 Hour Psycho marked

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groĂ&#x;stadt/Kleinstadt

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Gute Seiten the beginning of the artist‘s ongoing method of altering, monumentalizing, and alienating viewers‘ common understandings of the moving picture. Timeline focuses on the film-related work of his oeuvre and his direct references to Andy Warhol, Alfred Hitchcock, Martin Scorsese, and other cornerstones of film history. The exhibition ranges from a largescale projection of an elephant in Play Dead (2003) and direct references to Andy Warhol‘s Sleep (1963) in Film Noir (Perspire) (1995) to the phenomenon of superimposed visuals in Between Darkness and Light (After William Blake) (1997). Goto, Tetsuya (born April 26, 1974 in Fukuoka, Japan married to Makiko Goto) is a Japanese designer based in Osaka city. He owns a studio ‚Out Of Office’, and it

also contains an alternative space called OOO, where workshops and creative events are held. He is also an creative director of an Osaka’s English art guide ‚FLAG’. Osaka Grease ist der Name eines Films aus dem Jahr 1977, mit John Travolta als Danny

Zuko und Olivia Newton-John als Sandy Olsson, der auf dem gleichnamigen Musical aus dem Jahr 1971 basiert. Im Sommer 1959 trifft Danny Zuko, Mitglied der TBirds, Sandy Olsson, ein unschuldiges Mädchen aus Australien, am Strand und sie verlieben sich ineinander. Als der Herbst kommt, muss Sandy zurück nach Australien. Doch dann ziehen Sandys Eltern um und sie geht nun auf Rydell High School, die auch Danny besucht. Erscheinungsjahr: 1977; Länge: 110 min; Regie: Randal Kleiser; Drehbuch: Allan Carr & Bronte Woodard; Musik: John Farrar, Barry Gibb. 38 Stunden Böhm Filmdrehorte Im Juli 2000 erschien die fünfte Frau Böhm, großstadt/Kleinstadt. Die Böhm kombinierte Fotografien aus New York, 1998/99, von Oliver Sieber und aus Warendorf, 2000, von Katja Stuke. Minigolfplätze gegenüber Häuserschluchten und Freibad gegenüber Bankenviertel, das Thema ‚Urbanität’ wird hier liebevoll ironisiert. Gute Seiten ist der Name eines ‚kuratierten Web-Kioskes’ und Magazin-Clubs, das sich den Magazinen und Fanzines verschrieben hat. Künstlerbücher

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Halbzeit

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Happiness is just around the corner

H

Die Böhm #15 Halbzeit zeigt die Serien Fanprojekt von Katja Stuke und 11 Freundinnen… von Oliver Sieber. Das Fanprojekt zeigt Portraits von Zuschauern bei einem Fußballspiel; die 11 Freundinnen… wurden während des Trainings portraitiert. Sport (auch als Teil von Massenkultur und Unterhaltung) ist ein wiederkehrendes Thema der Böhm und dient auch der Befragung von weiblicher und männlicher Identität.

Hanson, Duane (*1925 †1996) was an American artist based in South Florida, a sculptor known for his lifecast realistic works of people, cast in various materi-

Halbe Höhe/The Tokyo Issue ‚This issue is the Tokyo issue and contains a series of melancholic straightforward landscape images of the city's dense rooftop grid.’ Tokyo Wie in den Ausgaben O.i.F. und Alles Echt wird hier der Autor jedes einzelnen Motivs nicht genannt; die Fotos werden sogar in der Mitte geteilt und so wieder neu zusammengesetzt. Hamburg […] Eine stadteigene MarketingAgentur überschwemmt die Republik mit Broschüren, in denen aus Hamburg ein widerspruchsfreies, sozial befriedetes Fantasialand mit Elbphilharmonie und Tabledance, Blankenese und Schanze, Agenturleben und Künstlerszene wird. Harley-Days auf dem Kiez, Gay-Paraden in St. Georg, Off-Kunst-Spektakel in der Hafencity, Reeperbahn-Festival, Fanmeilen und Cruising Days: Kaum eine Woche vergeht ohne ein touristisches Megaevent, das ‚markenstärkende Funktion’ übernehmen soll. Liebe Standortpolitiker: Wir wollen nicht dabei helfen, den Kiez als ‚bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil’ zu ‚positionieren’.[…] Manifest: Not in our name

als, including polyester resin, fiberglass, Bondo and bronze. His work is often associated with the Pop Art-movement, as well as hyperrealism. His super-realist sculptures of blond cheerleaders, beerbellied tourists and other ordinary Americans earned him vast popular acclaim, but also disdain in some art circles; he died in 1996 at Boca Raton Community Hospital in Florida. Happiness is just around the Corner ist eine Zeile aus dem Sommerhit ‚We like to party’ der niederländischen ‚Eurodance’Band Vengaboys. Offensichtlich hatte es die Single bis nach China geschafft. Auf

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Halbe Hรถhe

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Heine Haus mis/adventures with skateboarding, but rather watching them with a subtly balanced mix of companionship and an almost fatherly eye. He is supervising and documenting all their movements through a delicate and particular stage of life, giving mutual attention to the sad and happy moments of it, and with an exceptionally raw and distinctive style so close to the subjects.[...]” Böhm Handelszentrum einer Rikschafahrt in Pingyao, Provinz Shanxi, lief der Song, und wurde so Teil einer Videoarbeit von Katja Stuke mit diesem Titel. Hau, Sebastian ist Mitarbeiter der Fotobuchhandlung Schaden in Köln und rezensiert u.a Fotobücher für das Foam Magazine, Amsterdam. Zitate, Links und Quellen Haymes, Nick Born in England in 1969, moved to New York in 2000, where he works and lives. Haymes’s work has been presented in several solo shows in Moscow, San Francisco and New York. His photographs have been published in various

magazines. „[...] Haymes‘ photographs in Between Dog and Wolf depict the life around a bunch of teenagers and their joy of living, not exclusively focusing on the

Die zweiundzwanzigste Frau Böhm mit dem Titel Haus und Garten zeigt einige Architekturaufnahmen von Oliver Sieber aus den Jahren 2002–2004, und einige Motive der Serie ‚Im Park’ von Katja Stuke. Am 30. Juli 2004 wurde diese Ausgabe in einem Büro im Regierungspräsidium Düsseldorf in der Cecilienallee, im Raum 29, auf der ersten Etage bei der Aktion Büro Böhm präsentiert. Ein an die Wand projiziertes Organigramm zeigte dabei erstmals wichtige Entwicklungen im Überblick. Heine Haus Die Bolker Straße im Herzen der Altstadt gehört zu den belebtesten, aber auch zu den berüchtigsten Straßen Düsseldorfs. Hier findet sich das, was in Reiseführern gern mit der längsten Theke der Welt umschrieben wird. Dass sich aber genau dort das Geburtshaus eines bekannten deutschen Dichters befindet, wissen nur wenige, die sich hier allabendlich durchdrängeln. Pünktlich zum 150. Todestag Heinrich Heines zogen am 17. Februar 2006 Selinde Böhm und Rudolf Müller mit ihrer Literaturhandlung ins Erdgeschoss des Gebäudes ein, das die Stadt gerade frisch saniert hat. [...] Auf der Gästeliste standen außer-

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Haus und Garten

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Alfred Hitchcock dem Peter Bichsel, Oswald Egger, Durs Grünbein, Georg Klein, Barbara Köhler, Michael Krüger, Cees Nooteboom, Birgit Vanderbeke sowie Suhrkamp-Verlegerin und Autorin Ulla Berkewicz. Im Auge des Taifuns Helden und Halbgötter ist die neunte Ausgabe der Böhm, erschienen im Juni 2001. Sie wurde, als Experiment, als erste Aus-

HFBK Die Hochschule für bildende Künste Hamburg wurde 1767 gegründet und vereint vereinigt alle Fächer der visuellen Kultur unter ihrem Dach: Kunst, Kunstpädagogik, Visuelle Kommunikation (Grafik/ Typografie, Film, Foto und Experimentelle Medien) und Design. Hermann, Elmar nüans Snake Herr Böhm Die Ausgabe #32, vom Nov. 2007, stellt die Serie Suits von Katja Stuke und Visual Kei von Oliver Sieber gegenüber. 2008 erschienen dann die beiden vollständigen Serien als eigenständige Künstlerbücher. Inhaltlich ist diese Ausgabe stärker einer Auseinandersetzung zum Thema ‚Style-Codes’ gewidmet.

gabe nicht auf dem Ink-Jet-Drucker produziert sondern, in einer größeren Auflage, offset-gedruckt. Es zeigte sich aber, dass der Charakter der ‚Multiples‘ der Ink-Jet-Ausgaben ein wichtiger Aspekt des Böhm-Konzepts ist. Zum ersten Mal fand eine Release-Veranstaltung statt: in Hansas Salon, in Räumen, die später auch noch einmal als Böhm Megastore dienten. Heininger, Winfried Kodoji Press

Hitchcock, Sir Alfred Joseph, KBE (* 1899 in England; † 1980 in Los Angeles) war ein britisch-amerikanischer Filmregisseur und Filmproduzent. 1939 siedelte er in die USA über, 1955 nahm er zusätzlich die USamerikanische Staatsbürgerschaft an. Hitchcock gilt als einer der stilistisch einflussreichsten Spielfilmregisseure und etablierte die Begriffe Suspense und MacGuffin in der Filmwelt. Sein angestammtes Genre war der Thriller, charakteristisch seine Verbindung von Spannung mit Humor. Die wiederkehrenden Motive seiner Filme waren Angst, Schuld und Identitätsverlust. Oft variierte er das Thema des unschuldig Verfolgten. Hitchcock legte großen Wert auf die künstlerische Kontrolle über seine Werke. Sein Gesamtwerk umfasst 53 Spielfilme und gehört im Hinblick auf Publikumserfolg sowie Rezeption durch Kritik und 101


Haus und Garten

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Christoph Hochhäusler Wissenschaft zu den bedeutendsten der Filmgeschichte. Alfred Hitchcock präsentierte sich stets als alleiniger Autor seiner Filme, und das Publikum konnte den Eindruck gewinnen, dass jedes noch so kleine gestalterische Detail darin seiner visionären Kreativität entstammte. Tatsächlich jedoch war Hitchcock ein sehr teamorientierter Künstler, der intensiv mit Schauspielern, Produzenten, Kameraleuten, Drehbuchautoren, Kostümbildnern und Komponisten zusammenarbeitete. Er selbst beschrieb die Entstehung seiner Filme als einen längeren Prozess, der aus ‚Gesprächen, Auseinandersetzungen, spontanen Vor-

Filme sind Ausdruck seiner persönlichen Vision; diese Vision war jedoch zugleich eine kollektive – eine Vision, die der Regisseur und seine Mitarbeiter gemeinsam entwickelten. In diesem Arbeitsprozess entstand eine individuell künstlerische Handschrift – der ‚Hitchcock-Stil’. My personal Hitchcock Hochhäusler, Christoph is a writer and filmmaker. He studied architecture at TU Berlin and film direction at HFF Munich. He has written numerous articles on film related themes and is founder and co-editor of the film magazine ‚Revolver’. Films:

schlägen, zufällig sich ergebendem Aus-

‚Milchwald’ (‚This Very Moment’, 2003), ‚Falscher Bekenner’ (‚I am Guilty’, 2005).

tausch und heftigen intellektuellen Debatten’ bestand. Alfred Hitchcock, der nur wenige Jahre nach der Erfindung des Films am 13. August 1899 in der Nähe von London geboren wurde, drehte im Verlauf von sechs Jahrzehnten 53 Filme. Mühelos vollzog er den Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm. Sein OEuvre schöpft die gesamte Spanne der Möglichkeiten aus, die das Medium Film über die Jahre bot. Indem er immer aufs Neue technische und künstlerische Wagnisse einging, blieb er innovativ und wirkte stilbildend für Generationen von Filmemachern. Hitchcocks

3Sat schreibt:‚Milchwald’ überträgt das Märchen ‚Hänsel und Gretel’ in die Gegenwart und verzichtet auf jegliches Pathos. Mit naturalistischer Objektivität entspinnt sich eine fatale Verkettung von Ereignissen, die ihren Ursprung in dem Mikrokosmos Familie haben. ‚Die Familie ist die Keimzelle des Terrors’ so Hochhäusler über seine Interpretation des Grimmschen Stoffes. Der talentierte Nachwuchsregisseur, geboren 1972, studierte von 1996 bis 2002 an der Hochschule für Fernsehen und Film München. ‚Milchwald’ war nach seiner Premiere im Internationalen Forum 103


Vera Hofmann des Jungen Films der 53. Berlinale 2003 auf zahlreichen internationalen Filmfestivals zu sehen und ist Christoph Hochhäuslers erster abendfüllender Spielfilm. Könnte sein Parkheft Vera Hofmann ist eine Berliner Fotografin. ‚Was jedoch die Wissenschaft der Quantenphysik mit der Weltanschauung vieler Kulturkreise […] vereint, ist die Anerkennung eines irgendwie gearteten Energieaustauschs als Basis allen Seins.’ Handelszentrum Loris Euphorie & Praxis Das Hotel Nikko ist ein Luxushotel in der Düsseldorfer Innenstadt, dessen Design an den International Style angelegt ist,

und das zwei japanische Restaurants beherbergt. Hier wurde die vierzehnte Böhm bei der Veranstaltung Room with a view releast/ veröffentlicht. ‚Die Katze’ mit Götz George und Gudrun Landgrebe wurde größtenteils im Hotel Nikko gedreht, und in der No.14 Paris etc. ist das Pariser Hotel Nikko zu sehen. Immermannstraße Cosplay Release Horvitz, David Snake How to draw a bunny Während eines Aufenthaltes in Toronto als Artists in 104 Residence des Goethe-Instituts, und

zeitgleich zum Canzine Festival produzierten Oliver Sieber und Katja Stuke diese Ausgabe #27 im November 2005 vor Ort in Kanada. Es gab einen Launch und dazu eine Diskussion mit den Veranstaltern. Die #27 zeigt von Katja Stuke: Back of the Heads und von Oliver Sieber: Character Thieves,. Beide Serien thematisieren Identität und unseren Wunsch Gesichter zu sehen, und im Zusammenspiel wird das Thema ‚Fremdheit’ berührt, ohne jegliche agressive Nuance. ‚How to draw a bunny’ ist eine hervorragende Dokumentation vom Regisseur John W. Walter über das Leben, die Arbeiten und die Ansichten über Kunst und den Kunstmarkt des Künstlers Ray Johnson, der 1927 als Sohn finnischer Einwanderer in Detroit geboren wurde und sich 1995 das Leben nahm. Johnson schätzte die etablierten Institutionen der Kunstwelt gering und setzte sich bei der öffentlichen


Hungry Feet

Präsentation seiner Arbeit häufig über die Bedingungen hinweg, die die Galerien ihm vorgaben. Auf der Suche nach einer einfacher zugänglichen Form der Kunstdistribution entdeckte er für sich die Mail Art, d. h. den Postversand seiner Arbeiten, und begründete in den frühen 1960er Jahren die ‚New York Correspondance School’ (NYCS). Der einzige Galerist, mit dem Johnson weiterhin eng zusammenarbeitete, war Richard L. Feigen. 2009 war eine umfangreiche Ausstellung in London bei Raven Row zu sehen. Der Titel bedeutet übersetzt ungefähr ‚Malen nach Zahlen’. Damit fragen sowohl der Film als auch die No.27, wie kann man das Portrait eines Unbekannten anhand möglichst weniger Elemente erstellen kann.

Hungry Feet Über ein Jahr lang arbeitete ein Team von Künstlern 2004/2005 im Rahmen der Tanztheater-Produktion hungryfeet.de mit 70 Jugendlichen. Die Idee war es, Jugendliche mit unterschiedlichen Hintergründen zu fördern. Und zwar integrativ und individuell. Deshalb hat das Streetdance-Projekt hungryfeet. ‚normale’ mit ‚besonderen’ Jugendlichen vereint. Unter der Leitung des Tänzers und Choreographen Othello Johns und der Kultur-Pädagogin Petra Kron konnten die im Rahmen einer Audition life gecasteten Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren ihre subkulturellen Energien positiv einsetzen. Gemeinsam trainierte und entwickelte die Gruppe die Konzeption für Musik, Bühnenbild, Licht, Maske, Kos- 105


Hungry Feet

 Hungry Feet  Kinder- und Jugendarbeit

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Immermannstraße tüme und Choreographie. Kinder- und Jugendarbeit

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don't know these guys ist der Titel eines Collagebuchs von Katja Stuke, das während des Aufenthalts in Toronto im Gladstone Hotel entstand.

Im Auge des Taifun An den 4 Samstagen vor Weihnachten 2006 gab‘s im Café des Heine Hauses in Düsseldorf: ‚Entspannung, Kuchen, Kaffee, Zeitschriften, Handbook Recovered, Musik mit Frau Stuke und Herrn Sieber.’

Der Titel spielt auf die Ruhe des Cafés im Heine Haus inmitten des AltstadtWeihnachts-Remidemmis an. Release Imaginary Club […] Im Gegensatz zu früheren Arbeiten, die seriell die verschiedenen Aspekte eine einzelnen Jugendkultur bearbeiteten und die auch die Rolle dieser Gruppierungen für die Konservierung solcher Trends und Bewegungen behandelt, spielen hier die gegenseitigen Einflüssen, Zusammenhänge, Überschneidungen, das Verarbeiten verschiedenste Versatzstücke und auch die eigene Zuordnung dieser Elemente zueinander eine Rolle. Deutlich wird auch, wie eng mittlerweile die weltweiten gegenseitige Einflüssen sind, wie zeitnah neue Ideen aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Dieser Aspekt der weltweiten Nähe wird in den – den Portrait gegenübergestellten – Straßenszenen aus Nordamerika, Japan und verschiedenen europäischen Ländern deutlich. Die Bilder der Protagonisten, ihre eigene Welt einerseits und die ‚reale’ Welt in der sie leben – ihr urbanes Umfeld – andererseits, spiegelt sich in den unabhängig entstandenen Schwarzweiß Fotografien wieder. Unterschiedliche Einzelmotive, verschiedenartige Portraits – die nicht mehr streng typologisch verstanden werden – verbinden sich zu einer gemeinsamen Welt, die die verschiedenen Aspekte visualisieren. […] Immermannstraße Im Umkreis von Düsseldorf leben rund 10.000 Japaner, damit ist die Landeshauptstadt die drittgrößte japanische Kolonie in Europa nach London und Paris. 107


Imaginary Club

Imaginary Club Visual Kei Herr Böhm

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Inkjet japanisches Restaurant der Stadt, auch im Kikaku, Yabase, Benkay, Hyuga oder Naniwa lässt es sich vorzüglich speisen. M. Ingenhoven RP Puri-Automat Paris etc. Release

Die Immermannstraße ist so etwas wie das Zentrum des japanischen Lebens in Düsseldorf. Die Passanten sind überwiegend asiatischer Herkunft – kleine Grüppchen von Geschäftsleuten in dunklen Anzügen, japanische Frauen, die ihre Einkäufe tätigen, manchmal mit ihren Kindern im Schlepptau. Auf der Immermannstraße bekommen sie nahezu alles, was sie auch in Tokio für ihren täglichen Bedarf einkaufen würden. […] Shochiku bietet japanische Lebensmittel und einen japanischen Imbiss, Dae Yang japanische und koreanische Spezialitäten. Im Japan Book Store gibt es Bücher in japanisch, deutsch und englisch, die allerneuesten japanischsprachige Zeitungen und Accessoires der asiatischen Katze ‚Hello Kitty’. Gleich gegenüber befindet sich das deutsch-japanische Center, u.a. Heimat des Hotel Nikko, des japanischen Generalkonsulats und der japanischen Industrie- und Handelskammer. Wenn ab 12 Uhr der Hunger plagt, herrscht auf der Immermannstraße Rush-Hour. Ziel der Mittagspäusler sind die erstklassigen japanischen Restaurants, die sich auf der Immermannstraße und der benachbarten Klosterstraße niedergelassen haben. Das Nippon-Kan gilt als bestes

Independent Definition: liberated, free Synonyms: absolute, autarchic, autonomous, individualistic, nonaligned, nonpartisan, on one‘s own, self-contained, self-determining, self-governing, self-ruling, self-supporting, separate, unallied, uncontrolled, unregimented Fanzine Inkjet Unabhängig Ego Inkjet Durch die Verfügung über Technologien wie Computer, Scanner und Inkjet-Drucker (aber auch Kopierern, Faxgeräten und Laserdruckern) wurde die Produktion kleiner Auflagen realisierbar. Nachdem die neuen, seit einigen Jahren verwendeten K3-Tinten verwendet werden, ist auch eine Haltbarkeit erreicht, die die von C-Prints übertrifft. (regelmäßige Tests von Wilhelm Imaging Research untersuchen die Haltbarkeit und Archivierbarkeit der verschiedenen Drucktechniken). Tintenstrahldrucker sind Matrixdrucker, bei denen durch den gezielten Abschuss oder das Ablenken kleiner Tintentröpfchen ein Druckbild erzeugt wird. In beiden Fällen (Ein- und Mehrstrahler) tritt der Tintenstrahl über eine Düse aus dem Druckkopf aus. Dieser Strahl wird über einen piezoelektrischen Wandler, der sich hinter der Düse befindet, moduliert, so dass ein gleichmäßiger Zerfall (Rayleigh‘scher Tropfenzerfall) in einzelne Tropfen erreicht wird. Über eine La- 109


Instant Böhm deelektrode werden die so gebildeten Tropfen nun mehr oder weniger stark elektrostatisch aufgeladen. Die 10 bis 40 m/s schnellen Tropfen durchfliegen anschließend eine größere Ablenkelektrode, wo sie – abhängig von ihrer spezifischen elektrischen Ladung – seitlich abgelenkt werden. Je nach Gerätetyp gelangen nun die geladenen bzw. die ungeladenen Tropfen auf das Substrat/ Produkt. Nicht benötigte Tropfen werden bereits am Druckkopf wieder aufgefangen und erneut dem Tintenkreislauf zugeführt. Fanzines Böhm Instant Böhm Die Ausgabe #13 wurde im Atelier von Stuke / Sieber hergestellt und zeigt 40 Portraits der Gäste der ReleaseParty. Als die Nachricht vom möglichen Ende der Polaroid-Produktion zum ersten Mal Ende 2001 die Runde machte, entschieden sich die beiden, möglichst viele Filme zu kaufen, und diese zur No.13 zu nutzen. Die Instant Böhm ist auch deshalb so interessant, weil sie die sich überschneidenden Auseinandersetzungen mit fotografischer Technik, Anwendung (Portrait) und Partizipation zusammenbringt. Am Abend wurden

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Instant Suppe, Instant Tee und Instant Softdrinks gereicht. Instantprodukte ist eine Bezeichnung für halbfertige Lebensmittel, die in der Regel aus Pulver, Granulat oder getrockneten Zutaten bestehen und die mit einer kalten oder warmen Flüssigkeit angerührt werden. Das Kochen bei der Zubereitung entfällt. Sie wurden seit den 50er Jahren immer populärer.Abonnent Polaroid Portrait In 1946, the British Council gave the International library to the people of Düsseldorf. Since February 1999, it has been run by ‚Friends of the International Library e.V.’ whose members give their time and energy on a completely voluntary basis.

The library shelves house almost 26,000 books written in English, including fiction, short stories, biographies, detective stories and world-acclaimed literature. They also include non-fiction, history, philosophy, literary criticism, geography and travel. The books can be taken out for four weeks. Reference works and dictionaries also are available for use in the library. The International English Library has about 1,500 DVDs and still a small selec-


Internet tion of Videos. Included are some of the newest releases as well as movie classics from years gone by, movies for children and a selection of documentaries. All are in English or with English subtitles. Films can also be viewed at the library. The International English Library subscribes to several daily English and American newspapers and magazines, including the Sunday Times. These can be enjoyed here at the library in our reading corner over a cup of coffee or tea. The library also offers VHS Language Course, Audio Books, Teaching Materials and all types of English language events. Past events have included art exhibits, lectures on politics and current events, literature and poetry readings. No.15 Halbzeit Release Das Internet von engl.: interconnected Networks: ‚untereinander verbundene Netzwerke’) ist ein weltweites Netzwerk bestehend aus vielen Rechnernetzwerken, durch das Daten ausgetauscht werden. Es ermöglicht die Nutzung von Internetdiensten wie E-Mail, Telnet, Usenet, Dateiübertragung, WWW und in letzter Zeit zunehmend auch Telefonie, Radio und Fernsehen. Im Prinzip kann dabei jeder Rechner weltweit mit jedem anderen Rechner verbunden werden. Der Datenaustausch zwischen den einzelnen Internet-Rechnern erfolgt über die technisch normierten Internetprotokolle. Die Technik des Internet wird durch die RFCs der Internet Engineering Task Force (IETF) beschrieben. Umgangssprachlich wird ‚Internet’ häufig synonym zum World Wide Web verwendet, da dieses einer der

meistgenutzten Internetdienste ist, und im wesentlichen zum Wachstum und der Popularität des Mediums beigetragen hat. Im Gegensatz dazu sind andere Mediendienste, wie Telefonie, Fernsehen und Radio erst kürzlich über das Internet erreichbar und haben parallel dazu noch ihre ursprüngliche Verbreitungstechnik. Das Internet ging aus dem im Jahr 1969 entstandenen ARPANET hervor, einem Projekt der Advanced Research Project Agency (ARPA) des US-Verteidigungsministeriums. Es wurde zur Vernetzung von Universitäten und Forschungseinrichtungen benutzt. Die anfängliche Verbreitung des Internets ist eng mit der Entwicklung des Betriebssystems Unix verbunden. Nachdem das Arpanet im Jahr 1982 TCP/IP adaptierte, begann sich auch der Name Internet durchzusetzen. Die Geschichte des Internets lässt sich in drei Phasen einteilen. In der Frühphase ab Mitte der 1960er Jahre wurden die Grundlagen gelegt, die Technologie 111


Internet

demonstriert und zur Anwendungsfähigkeit entwickelt. Gleichzeitig mit dem Wechsel von der militärischen zur akademischen Forschungsförderung Ende der 70er Jahre begann das Wachstum und die internationale Ausbreitung des Internet. In dieser Zeit gedieh das, was gemeinhin mit der wilden Phase des ursprünglichen Internet assoziiert wird: eine Tauschökonomie für Software und Information, eine graswurzelbasierende Selbstorganisation, sich entwickelnde Communitys und der Hackergeist, der jede Schließung, jede Beschränkung des Zugangs und des freien Informationsflusses zu umgehen weiß. Die wichtigste Applikation in den Anfängen war die E-Mail. Bereits im Jahr 1971 überstieg das Gesamtvolumen des E-Mail-Verkehrs das Datenvolumen, das über die anderen Protokolle des Arpanet, das Telnet und FTP abgewickelt wurde. Rasanten Auftrieb erhielt das Internet 112 seit dem Jahr 1993 durch das World Wide

Web, kurz WWW, als der erste grafikfähige Webbrowser namens Mosaic veröffentlicht und zum kostenlosen Download angeboten wurde. Das WWW wurde im Jahr 1989 im CERN bei Genf von Tim Berners-Lee entwickelt. Schließlich konnten auch Laien auf das Netz zugreifen, was mit der wachsenden Zahl von Nutzern zu vielen kommerziellen Angeboten im Netz führte. Der Webbrowser wird deswegen auch als die ‚Killerapplikation’ des Internet bezeichnet. Das Internet ist ein wesentlicher Katalysator der Digitalen Revolution. 1990 begann mit der Abschaltung des Arpanet die kommerzielle Phase des Internet. Douglas Coupland Silicon Valley CCTV Kalifornien You can touch it Istanbul Verknallt in Istanbul […] Fatih Akins Film ‚Crossing The Bridge’ ist ein Film, der vor allem eines will: zeigen. Wie angenehm es sich in Istanbul leben lässt,


Istanbul

wenn der Abend die Hitze mildert und alles nach draußen strömt. Wie vielfältig die Sounds klingen, die einem dabei die Laune heben. Wie modern, ja wie europäisch die Türkei mittlerweile geworden ist, ohne dabei sklavisch den Westen nachzuahmen. Weil das eine Menge ist und das Herz ständig überzufließen droht, hat Akin sich einen Erzähler hinzuerfunden. Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten spielt Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten, einen bärtigen Großstadtcowboy und Produzenten, der in die Stadt gekommen ist, um sie am Klang zu erkennen. Wenn er nicht gerade versonnen aus den Fenstern des Grand Hotels herausschaut, in dem er sich stilgerecht eingemietet hat, sitzt er hinter den Reglern seines mobilen Studios, nimmt hier ein Sound-Sample und spendet dort einen Kommentar. Zu entdecken gibt es vieles: neben dem türkischen Krautrock von Baba Zulas türkischen Rap, türkischen Folk, türkische Electronica. Im Stadtteil Üsküdar, auf der asiatischen Seite gelegen, wohnt Ceza, Istanbuls Antwort auf Public Enemy […] Hacke sammelt stellvertretend für Akin Soundbites und Statements ein, halb Nachfahr Alexander

von Humboldts, der exotische Klänge nach Hause trägt, halb Fan, der mit glänzenden Augen von seinen Erlebnissen berichtet. So gelingt es, ein annähernd vollständiges Porträt des lokalen Musikschaffens zu erstellen, wobei eine Stimme in die andere übergeht und kein Stil in Widerspruch zum anderen tritt. Alle haben sie mitgemacht, die Elektroniker von Orient Expressions, die Kurdin Aynur, die Breakdancer aus dem Stadtteil Kadaköy. Gencebay gab eigens für Akin sein erstes Live-Konzert, und zum krönenden Abschluss ließ sich sogar Sezen Aksu auf den Vergnügungskutter locken, die Urmutter des Türkpops.[…] Wie die meisten Verliebten neigt Akin dazu, sein Objekt zu idealisieren. Hintergründe und Zusammenhänge bleiben dabei nahezu vollständig auf der Strecke. Staatspräsident Erdogans Bestrebungen, die weltoffene Musikszene Istanbuls als Aushängeschild zu nutzen – kein Thema. Die innere Verbindung von junger Kunst und Fremdenverkehrswerbung – ein blinder Fleck. Die politisch längst nicht gelöste KurdenProblematik verkürzt sich auf ein schön gesungenes Lied und den Hinweis, dass kurdische Musik neuerdings wieder im Radio gespielt wird. […] Die Zeit  snake 113


Jacumba

J

acumba (pronounced ‚ha-COOM-ba’) is an unincorporated community in San Diego County, California, United States. The Jacumba census-designated place (CDP) had a population of 660 at the 2000 census. The ZIP code is 91934 and the town lies within area code 619. The National Geographic Names Database cites its elevation as 2,829 feet (862 m) above mean sea level (AMSL). The Kumeyaay peoples occupied Jacumba and surrounding areas prior to European incursion. They were probably attracted by the warm Jacumba hot spring (temperature 104 °F), one of many mineral hot springs which occur up and down the Peninsular Ranges of California. Ranchers occupied the area in the 19th century and were often in conflict with the Indians. Many were slain by ranchers for cattle rustling in the 1870 Jacumba Massacre. Around the turn of the century, the health and relaxation benefits of natural hot springs began to be commercialized. The Jacumba hot spring is prolific and delivered enough water to fill large public baths, the remains of which can still be seen. The water contains sulfur but has a pleasant clean smell. In 1919 rail service connected Jacumba to San Diego. By 1925 the town had a world class hotel, the Hotel Jacumba. In the 1930s, Jacumba had developed into a top destination and had a population of more than 5,000. Many of the foremost movie stars and celebrities of the time regarded Jacumba as a prime destination for relaxation. Jacumba‘s role as a prime destination continued through World War II; however as the southern114 most California hot spring, it began to feel

competition from more northern ones, including Murrieta and Palm Springs. After the new Interstate 8 bypassed Jacumba by two miles, most of the roadside service businesses folded and the community went into economic decline. The Jacumba Hotel closed and was destroyed in an arson fire in 1985. The ruins stood until 1991. Today, the stub of the massive central fireplace can still be seen. The great public baths closed, The swimming pool was filled in, and the well was capped by its rights-owner. In the 1980s, the Jacumba Motel was the only hotel facility left in Jacumba.  No.17 Böhm mit Ansage  O.i.F. Jansen, Jürgen (*1960) ist ein Düsseldorfer Maler. Er schloss 1992 sein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie ab und


Japan

lebt als Künstler in Düsseldorf.  Böhm mit Ansage  Release 日本国(にっぽんこく、にほんこく)、通称日本 は、日本列島を主な領土とする東アジアの国家 である。 地理 [編集] 「日本の地理」および「 都道府県の面積一覧」も参照 日本列島の地形 図。国土は全般的に山岳地帯であり、可住地面 積は国土全体の約32%にとどまる。 日本は、アジア(ユーラシア大陸)の東方、太平 洋の西部にある島国であり、4つの弧状列島( 日本列島、千島列島、南西諸島、伊豆・小笠原諸 島)から成り立っている。台湾の東方にある与 那国島から、樺太の南方にある北海道までを領 土としている。 北にオホーツク海、北西に日本 海、南西に東シナ海、南にフィリピン海、東に 太平洋と周囲をすべて海に囲まれ、日本海を挟 んで大韓民国、朝鮮民主主義人民共和国(北朝 鮮)、ロシア連邦、東シナ海を挟んで中華人民 共和国、中華民国(台湾)、フィリピン海を挟ん でフィリピン共和国と国境を接する。また、南 方にパラオ共和国、小笠原諸島の延長線上に

ミクロネシア連邦があり、太平洋を挟んでアメ リカ大陸がある。全体的に弓形状になっており 全6,852島からなる国土面積は約37.8万km² (北方四島以外の千島列島、南樺太を除く)。 国土の約70%が山岳地帯であり、森林率は約 67%である。周囲はすべて海であり、地上の国 境線は実効支配領域においては無い。 本州と 四国の間の海は瀬戸内海と呼ばれる。沖合を 暖流の黒潮、対馬海流、寒流の親潮、リマン海 流が流れる。現在、ロシアとの間に北方領土( 択捉島、国後島、色丹島、歯舞群島)、大韓民国 との間に竹島の領有問題がある。その他、近年 になって尖閣諸島近海に地下資源が発見され て以来、中国が尖閣諸島の領有権を主張してお り、台湾も中国に対抗して尖閣諸島の領有権を 主張している。日本の尖閣諸島発見以来、日本 が占有しているという話があるが文書的な記録 はない。中国人は隋朝(唐まえの朝代)から尖 閣諸島領有権を持つという古代中国の記録が あるが、国際的な公認も未だ確定していない。 北方領 土はロシアが実 効支配を続け、竹島は 韓国に占有されたままとなっている。お互いの 115


Japan

主張が平行線を辿っていることもあり、2009 年現在も解決のめどは立っていない。 日本列 島の地形区分は地質構造を基準にして南西日 本と東北日本に大 別される。その境界線は本 州中部を南北に縦断する糸魚川静岡構造線で ある。付近では、ユーラシアプレート、フィリピ ン海プレート、太平洋プレート、北米プレーが せめぎ合い、環太平洋造山帯・火山帯・地震帯 と呼ばれる帯の一環をなしている。そのため地 震が頻発し、世界全体で放出される地震エネ ルギーのうち1割から2割が日本周辺に集中す ると言われているほど地震が多い。そのため、 震度1クラスや2クラスくらいの地震は日本のど こかでほぼ毎日のように起きている。また、火 山活動が活発な事から、火山性土壌が多くこれ が日本列島の自然を豊かにした面もある。また 温泉が多い事も火山の恵みと言える。河川は、 利根川・最上川などが代表的であるが、大陸河 川と違い、源流から河口までの距離が大 変に 短い事、海抜高低差が急な事もあり、流れは比 116 較的早い。集中豪雨が発生した時、堤防を決壊

し、人家・田畑に甚大な被害を及ぼすという短 所はあるが、比較的新鮮な水が取水しやすい のも日本河川の特色である。japanese Lesson Toyko Osaka  Akira  20th Century Boys J-Subs Character Thieves Osaka Public/ Osaka Private Immermannstraße PuriAutomat Murakami Moriyama Ultraman Takeshi Kitano Japanese Lesson ist eine Veranstaltung von Oliver Sieber & Katja Stuke die, immer in etwas anderer Form präsentiert wird. Unter dem Motto ‚Japan in einer Lektion: der kürzeste und sicherste Weg Basic Manga, Ukyo-e, Anime, J-Pop, Cosplay, die Welt des Business und der Japanischen Fotografie zu verstehen: die Art, wie wir sie sehen’ wird Found Footage-Material (auf mehrere Leinwände) projiziert, die die eigenen Erfahungen und Bildwelten der beiden Künstler reflektieren. Ergänzt


Japanese Lesson

ďƒ˜Japanese Lesson 117


Japanese Lesson werden kann dieses Material mit eigenen Fotografien, Dokumentarfilmen zum Thema ‚japanische Fotografie‘ und unterschiedliche Musik. Gezeigt wurde diese Veranstaltung im Rahmen von ‚On Producability‘ der Gruppe nüans während der ‚New Talents 2008 – junge Biennale Köln’ und in der WG von Markus Ambach und Birgit Jensen im Künstlerverein Malkasten. Im Dezember 2009 waren sie dann noch einmal im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Dieses Stück Zeit’ in der Berger Kirche, Düsseldorf zu sehen sein.

Japanese Lesson war zunächst einmal die Böhm Ausgabe #34. Die farbigen Bilder sind von Katja Stuke und die schwarzweissen von Oliver Sieber. Lesson bezeichnet hier sowohl die Lektionen, die die beiden von Japan, seiner Kultur und seinen Fotografen erhalten haben, als auch den Anspruch mittels der Impres118 sionen aus dem städtischen Leben selber

ein Bild der japanischen Kultur zu vermittel. Die Auseinandersetzung mit der japanischen Kultur und die Auseinandersetzung mit der europäischen Faszination für diese Kultur wird in mehreren Ausgaben der Böhm thematisiert. Jerohina, Ieva (geb. 1977 in Liepåja, Lettland) ist als Künstlerin in den Bereichen Fotografie und Medienkunst tätig. Im Sommer 2006 zeigte sie ihre gerade entstandende Portraitserie ‚Encounters’ im Handelszentrum.

Der Begriff Jeunesse dorée (franz.: Goldene Jugend) stammt aus dem Französischen und stand früher für die reiche, leichtlebige und genusssüchtige Jugend der Großstädte. Als sich die Erste Französische Republik etabliert hatte, machte


Johanneskirche die Jugend beiderlei Geschlechts zudem den Anbruch einer neuen Zeit durch geckenhaften Aufputz deutlich. Sie trieben die zeitgenössische englische Mode ins Extrem und schreckten auch vor absurden Abwandlungen nicht zurück. Ein Muscadin (Stutzer) zu sein, galt als höchst ehrenhaft. Die Bezeichnung wurde im Film der 1950er Jahren zum Inbegriff einer sozial kaum bodenständigen und verantwortungslosen Jugendkultur. Die meist moralisierten Geschichten thematisie-

kommt. Meist wird auch Federico Fellinis Das süße Leben (1960) der filmischen Kulturkritik am sinnentleerten, vergnügungsorientierten Lebens der Jeunesse dorée zugeordnet. „Jeunesse dorée – le portrait photographique“ ist außerdem der Titel einer Ausstellung mit Arbeiten von Simone Eberli & Andrea Mantel, In Sook Kim, Danielle Schulte am Hülse, Oliver Sieber, Ellen Slegers, Katja Stuke, Ira Vinokurova und Cornelia Wruck die 2007 im Raum ESTEMPorary in Düsseldorf gezeigt wurde. Jobard , Olivier Beautiful World Jodice, Francesco Beautiful World

ren häufig die Sinnlosigkeit des Lebens im Nichtstun. In Les tricheurs (Marcel Carné, 1958) dreht sich das Leben einer jugendlichen Clique um Nichtstun, freilebige Sexualität und Kriminalität, bis einer von Ihnen im Sportwagen ums Leben

Einmal im Monat pilgern Anhänger von so genanntem Elektropop um 22 Uhr in die Düsseldorfer Johanneskirche – zum ‚Nachtklub’. Diese Reihe hat einen guten Ruf in jener Szene, die ihre musikalischen Vorlieben ansonsten in nichtreligiösen Clubs pflegt. In die Johanneskirche kommen diese Leute, weil sie dort namhafte Musiker des Genres hören können, ‚Donna Regina’ aus Köln beispielsweise oder ‚Rechenzentrum’ aus Berlin. Einerseits ist sie an diesen Abenden eben nur ein Ort wie jeder andere, an dem Popmusik stattfindet. Andererseits ist es doch etwas ganz anderes, ob man einem popmusikalischen ‚Act’ im Getriebe einer Bar beiwohnt oder in der andachtsheischenden Nachtschwärze eines sakralen Raumes. Und was ist schon Popmusik? […] Dass er aus sich unterhaltenden Clubbesuchern konzentriert dasitzende Musikhörer machen würde – darauf hatte es der 119


Juxtaposition

evangelische Pfarrer Thorsten Nolting zunächst einmal nicht abgesehen. „Ich wollte an unserer Kirche einfach nur Dinge anbieten, die ich auch selber gut finde“, sagt Nolting. Seit sieben Jahren versieht Nolting seinen Dienst an der Johanneskirche mit solchen Eigenwilligkeiten. Anfangs beobachtete das Presbyterium die unkonventionellen Aktivitäten des Pfarrers mit Skepsis. Mittlerweile lässt man ihn machen, „weil der solche Leute erreicht, die sonst nicht kommen“, wie Nolting über Nolting sagt. Zum Beispiel wirbt er damit, die ‚Erste Wiedereinstrittsstelle im Rheinland’ geschaffen zu haben, durch die seit August 2001 Jahres tatsächlich 78 Menschen wieder zur Kirche zurückgefunden haben. www.welt.de  Körper und Geist Release Blade Runner Juxaposition from Latin iuxta (near) and French position (position). A placing or being placed in nearness or contiguity, or side by side, often done in order to compare/contrast the two, to show similarities or differences. // Two or more contrasting sounds, registers, styles etc. placed together for stylistic effect. Explaining 120 Frau Böhm

Jugendkultur Oberbegriff für von der Kultursoziologie untersuchte Aspekte zur eigenständigen kulturellen Praxis Jugendlicher im Hinblick auf Verhaltensweisen, Lebensstile, Kommunikationsformen und Selbstdarstellung. Als Jugendkultur werden die kulturellen Aktivitäten und Stile von Jugendlichen innerhalb einer gemeinsamen Kulturszene bezeichnet. Der Begriff wurde von Gustav Wyneken geprägt. Der Kern einer Jugendkultur ist die Etablierung einer eigenen Subkultur innerhalb einer bestehenden Kultur der Erwachsenen, da diese den Heranwachsenden keine sie befriedigenden Ausdrucksmöglichkeiten für ihr als neu empfundenes Lebensgefühl anbietet. J_Subs SkinsModsTeds Cosplay Junk, Thomas Dontempi, Lobotommi: Die L. ist eine neurochirurgische Operation, bei der die Nervenbahnen zwischen Thalamus und Stirnhirn sowie Teile der grauen Substanz durchtrennt werden. Sie wurde ursprünglich zur Schmerzausschaltung in extrem schweren Fällen angewendet, dann bei agitierten psychischen Erkrankungen wie Psychosen und Depressionen. Als Folge der Lobotomie tritt eine Persönlichkeitsänderung mit Störung des Antriebs und der Emotionalität auf. J_Subs Do it as perfect as possible The code decides. Who recognizes each other and who does not, who is let into the group and who is left out depends solely on the code. The decision is made within seconds, even before an encounter takes place: outfit, style, make-up, accessories, tattoos, hairstyle, facial expression. In the game of signs, these constitute the basic information that does not create a


J_Subs reliable platform until it has been placed into a semantic framework, enabling one to dependably categorize one’s opposite number as a potentially suitable contact. This process of visual recognition is similar to a systematic scanning process, during which individual features are first singled out and then reassembled – much like the selective inclusion of photographs on wanted-persons posters. The question underlying this decoding process is as simple as it is complex, as superficial as it is existential: ‚Who am I in relation to the others, and who are the others in relation to me?’ Finding identity. One may even today still make out the real motor that drives humans in the modern age in this widely used, abused, and outworn theory. Its burning glass is known to be called youth. In his essay ‚Aussichtslose Unabhängigkeiten’ (Hopeless Dependencies), the art historian Oliver Zybok points out that more than ever before, the concept of identity is bound to that of alterity. The issue is ultimately nothing less than differentiation, role membership, and self-discovery. According to Zybok, this is why the concept of identity, which is arduously struggled for during adolescence, represents a social reality that is continuously produced through the experience and interaction of individuals. ‚Identity is apparently both things at once: the anticipated expectations of the others and the individual’s desire.’ George Herbert Mead, the American social philosopher, very early on derived a notion of self from this that takes this highly ambivalent impulse into account. He distinguishes bet-

ween a me, which includes the attitudes and expectations adopted from others, and an I, which holds ready the individual responses and reactions to others’ expectations. Youth means nothing less than to position oneself in the field of tension between me and I. J_Subs A picture of Keiko. Her gaze consciously glides past the viewer with the deliberate effect that she can be intensely looked at. While regarding the photograph, a scanning process imperceptibly begins in order to make out the numerous set pieces of dress, pose, and person. Dark brown almond-shaped eyes, turquoise eye shadow, self-confidently applied red lipstick that was carefully coordinated with the color of the ribbon in her hair, which in turn crowns the ponytail barely visible on the top of her head. The color iconography has been skillfully balanced between artificial bleachedness and a bright shade of red, between cool- 121


J_Subs

J_Subs

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J_Subs

ness and Eros, between expectation and desire. A triangle of bangs falls over her forehead, underpinned by lightly plucked eyebrows, the lines of which gently taper toward the temples. Her outfit, too, pays tribute to the staging of the self. A bomber jacket with a spread collar, opened to a V-shape, reveals a leopard-skin-like shirt. Finally, a clef and two red dice hang from silver chains around her neck. Each of the dice are turned to show a five. With the result that the code suddenly draws a blank. Might it be that the numbers have a deeper meaning? Why is the clef mirror-inverted? And what is implied by the colored tattoo on her left ear, which shows two cherries? A picture of Keiko. Analytical consideration gets lost in a pattern of decodification that raises more questions than it provides answers. The following may once again apply: ‚Who am I in relation to the others, and who are the others in relation to me?’ Since every-

thing in the photograph of the young woman is just right, and her self-portrayal seems to be nearly perfectly worked out. For European eyes, however, the recognition categories of me and I prove to be insufficient. What remains is the difficulty of adequately exploring the element of appropriation by Japanese youths of Western subcultures of rock‘n’roll, Teddyboys, skinheads, and punks. The other truth is that the portrait reveals a transcultural identity transfer for which the code does not work. Oliver Sieber, who in 2006 made portrait photographs of Keiko and other youths in Osaka and Tokyo, says that Do it as perfect as possible could be a fundamental maxim for Japanese adolescents. The forty-year-old photographic artist stresses that this is a general characteristic when it is a matter of underscoring one’s personal style. Sieber has devoted himself to the photo documentation of youth cultures for the 123


J_Subs past eight years, and along with Katja Stuke, he received the Art-EX grant from the Osaka Prefectural Government and the Ernst Poensgen Foundation, which enabled him to take portrait photographs of members of the youth scene in large Japanese cities. He tells of their great effort to find a niche for themselves in a strictly hierarchical society. ‚In Japan you can get everything and everybody seems to spend a lot of money to get the most perfect style, the most fashionable haircut, and the latest model of any kind of product. Some of the people I met in concerts seemed to have verified every single detail of their outfit.’ He believes that perfectionism is as characteristic as being open to global orientation, the ambiguity factor becoming the dominating principle of style. Oliver Sieber consequently called his series J_Subs. ‚The J_SUB is an actively driven 2-way bass-reflex design’ is one of its definitions in the Web. The description may be accurate, although it was a concert by the legendary English punk band UK Subs, who performed in Tokyo last year, that inspired the choice of name for his most recent series of portraits. And so without revealing its code, the abbreviation ultimately reminds us that subcultures have always sought their identity in currents in music. Sieber knows only too well that it is also necessary to mistrust language when one forms opinions about adolescents. Consequently, he provides a minimum of information in each of the titles of the photographs in his series, citing only the subject’s first name or pseudo124 nym: King J, Chigu, Keiko, Akane, Fukatsu

and so on. Identification once again gets stuck halfway, because the intimacy resonated by the forty-eight names collides with the simple insight that it is not possible to assess the portrayed persons by looking at them. All in all, the emphatic J_Subs portraits by Oliver Sieber first of all represent a crash that exposes the construction of youth as a pure projection surface. Christoph Schaden Skins ModsTeds Osaka Fotomuseum Winterthur

K

abawil e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Düsseldorf, der Kindern und Jugendlichen über die Einbindung in Kulturarbeit und kulturelle Produktionen eine neue Perspektive für ihr Leben und ihre Positionierung in der Gesellschaft bietet. Dabei wird an das Konzept der ‚beziehungsorientierten Kulturarbeit‘ angeknüpft, das von Othello Johns und Petra Kron in Projekten mit Schulverweigerern erprobt und für die Kooperation mit Jugendlichen in unterschiedlichsten Lebenslagen erweitert wurde. Hungry Feet Leila und Madschnun Kalifornien (englisch/spanisch: California) ist der mit Abstand bevölkerungsreichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Haptstadt ist Sacramento. Er liegt im Westen des Landes und grenzt an den Pazifischen Ozean, Oregon, Nevada, Arizona sowie den mexikanischen Staat Baja California auf der gleichnamigen Halbinsel. Der offizielle Beiname Kaliforniens lautet ‚Golden State’. Kalifornien liegt an der Nahtstelle zweier tektonischer Platten, der so genannten San-Andreas-Verwerfung, wes-


Kalifornien halb es in der gesamten Region häufig zu Erdbeben kommt. Mit seiner Fläche von 411.000 km² ist Kalifornien, nach Alaska und Texas, der drittgrößte Staat in den USA. Kalifornien hatte am 1. Juli 2008 eine Bevölkerung von ca. 38.100.000 Menschen und wuchs innerhalb eines Jahres um 436.000. Mehr als 12% aller US-Amerikaner leben in Kalifornien. In Kalifornien liegen acht der 50 größten Städte im Land. Los Angeles ist die zweitgrößte Stadt in den Vereinigten Staaten mit, es folgen San Diego, San José und San Francisco. // Kalifornien hat 36.457.549 Einwohner (2006), davon sind 59,8% Weiße, 35,9% Hispanics, 12,3% Asiaten, 6,2% Schwarze und Afro-Amerikaner, 0,7% Indianer, 0,4% Hawaiianer. Es gibt 13.174.781 Haushalte. Mit 13,5% (2006) des jährlich erwirtschafteten Bruttoinlandrodukts ist Kalifornien der wichtigste Industrie- und Handelsstaat der USA. Als von den USA losgelöster Einzelstaat wäre Kalifornien weltweit die achtgrößte Wirtschaftsmacht nach den USA selbst, Japan, China, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) – der wichtigste Wohlstandsindikator – lag im Jahre 2006 bei USD 41.663 (nat. Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.714; nat. Rangplatz: 9). Nicht zuletzt der für die industrielle Landwirtschaft wetterbegünstigte Süden und das dortige Einzugsgebiet billiger mexikanischer Landarbeiter verhilft Kalifornien zu diesem Wohlstand. Weitere Städte in Kalifornien: Jacumba, Bakersfield, 29 Palms, Palm Springs. No.17 Böhm mit Ansage  No.17b Alles echt O.i.F. 125


Hüseyn Karakaya Karakaya, Hüseyin  Snake Die KHM (Kunsthoschule für Medien in Köln) 1990 eröffnet, fördert die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den medialen Künsten. Sie bietet ein Ausbildungskonzept an, das die Bereiche Film, Kunst und Wissenschaft in einem Studiengang mit dem Abschluss Audiovisuelle Medien vernetzt und integriert– im Gegensatz zum traditionellen akademischen Klassen- und Meisterschülerprinzip. kid’s wear, established in 1995, is a magazine for children‘s fashion. Twice a year the world‘s best photographers and many of today‘s eminent photographic artists interpret fashion and contemporary lifestyle on over 240 pages. They rub noses with both established and new writers who write about childhood in today‘s world in articles, essays and short stories. The magazine regularly receives major awards. Recent awards include commendations from the Art Directors Club New York. The magazine is published by renowned photographer Achim Lippoth. Contributors: Ute Behrend, Anuschka Blommers & Niels Schumm, Mark Borthwick, Anton Corbijn, Jessica Craig-Martin, Craig Cutler, Marcel Dzama, Bruce Gilden, Nan Goldin, Jitka Hanzlová, Takashi Homma, Rinko Kawauchi, Hellen van Meene, Yoichi Nagano, Yoshitomo Nara, Martin Parr, Lise Sarfati, Heji Shin, Oliver Sieber, Vanina Sorrenti, Annelies Strba, Beat Streuli, Jun Takahashi, Ed Templeton, Oliviero Toscani, 126 Bruce Weber, Tom Wood and others.


Takeshi Kitano King Cobra 御堂筋線「心斎橋駅」より徒歩6分 御堂筋線その他「難波」より徒歩8分四ツ橋線 「四ツ橋駅」より徒歩3分 アメ村三角公園前ピ ンクのビル3階 542-0086大阪府大阪市中央区 西心斎橋2-18-7-3F Tel & Fax : 06-6211-2875 mail : king-cobra@s8.dion.ne.jp  J_Subs  Osaka Im August 2005 erschien die Böhm #26 mit dem Titel Kinder- und Jugendarbeit. Die erste Präsentation der Bilder fand im Rahmen der Premierenfeier zu Hungry Feet am 20. Aug. 2005 in den damaligen Kabawil-Räumen am Düsseldorfer Güterbahnhof statt. 2008 arbeiteten Katja Stuke und Oliver Sieber wieder mit der Theater- und Tanzinitiative, diesmal für das Stück ‚Leila und Madschnun’. In der #26 zeigt Katja Stukes Fotos aus der Serie Audition; Aufnahmen von Jugendlichen oder Kindern, die für das neue Stück vorsprechen. Oliver Sieber stellt Portraits aus der Serie B-Boyz B-Girlz dagegen. Kino und Fotografie The ‚image to come‘ is an expression coined by Henri CartierBresson to define filmmaking as opposed to photography. For the photographer, the cinema is always what comes next: not the image that is being viewed or projected onto the screen, but the next one, taken as a progression. The still versus the moving picture. Could the opposite also hold true, that cinema acts as an ‚image that came before‘, inspiring the photographer while he captures reality? How does cinema infiltrate the photographer‘s imagination? To what extent does the photographer

projects his dreams, fantasies, and obsessions onto the world? Transition, infiltration, and superimposition narrow down the complicity between the two media. Cinema creates the illusion of the real so that the spectator cannot doubt its verisimilitude; photography draws on the imagination to reestablish the truth of lived experience Standing at the frontier between the true and the false, the certain and the uncertain, the just and the unjust. The ultimate possibility for recounting a reality that is mobile, evasive, on which we cannot get a re-take.“ The image to come; Cinémathèque Française, 2007 Eggleston Hitchcock Blow Up Kitano, Takeshi ‚Für mich ist ein Film grundsätzlich still. Ich mag Filme ohne Dialoge oder Musik. Das Publikum sollte 127


Kobayashi San

ďƒ˜Kobayashi San 128


Kletterziele alles was es braucht nur aus den Bildern ziehen können. Nichts sollte durch Dialoge zusätzlich erklärt werden müssen. Natürlich versuche ich, in die Charaktere hineinzuschlüpfen, über die ich schreibe. Und ich weiß, was ihr Gesichtsausdruck und ihr Verhalten ausdrücken sollte. Ob ich in dem Film selbst auftauche ist nicht meine erste Überlegung. Wenn eine Rolle für mich da ist, nehme ich sie, denn als Schauspieler weiß ich, was ich als Regisseur will. Aber wenn die Story keine Rolle für mich hat – wie z.B. bei ‚Kids Return’ – dann stehe ich hinter der Kamera. Alles läßt sich darauf runterbrechen, dass ich versuche, die Vorstellungskraft des Publikums zu stimulieren. Ich habe sehr hohe Erwartungen an mein Publikum. […] Wenn ich meinen Stil definieren müsste, würde ich sagen, dass ich dem Zuschauer soviel Freiraum wie möglich lasse. Ich erwarte viel vom Publikum und versuche, einen richtigen Dialog mit ihm herzustellen. Deswegen benutze ich so viele Ellipsen und deswegen lasse ich so viele Dinge offen. Das rührt auch von meiner Arbeitsmethode her. Meistens fange ich ohne ein fertiges Drehbuch an, oft nur mit einer einfachen Idee als Ausgangsbasis. Kurosawa und andere große Regisseure haben Storyboards benutzt, und da ich selber zeichne, habe ich versucht, es ihnen nachzumachen. Doch sehr schnell habe ich erkannt, dass das gar nicht klappt. Man kann nicht so filmen, wie man gezeichnet hat: die Bedingungen sind nicht die gleichen, die Drehorte passen nicht und es ist unvereinbar mit unserem Arbeitsstil, der der Improvisation viel Raum lässt. Deshalb bezeichne ich mich ja auch gerne

als unfreiwilligen Regisseur. Ich habe oft das Gefühl, dass es der Film ist, der mich in meiner Regie und in meinen Entscheidungen leitet, und nicht umgekehrt.’ Klein, Martina Snake Kletterziele Für das SZ-Magazin entstand eine Serie von deutschen Baudenkmälern, die von einem annonymen Alpinisten als alternative Kletterziele verstanden wurden. Er hatte Routen erarbeitet und deren Charakteristiken zusammengefasst, 129


Kobayashi San Kobayashi San heißt übersetzt ganz einfach Herr/Frau Kobayashi, was ein ähnlich geläufiger Familienname wie Böhm ist. So ist diese Publikation schon ein Übergang zur nächsten Böhm #32 Herr Böhm, der ersten und einzigen männlichen Geschlechts. Blog CASO Naniwa Vier-wändekunst Böhm Kobayashi Kobayashi eine Hardcore/Punk Band aus Bremen. Kobayashi-San Der Besitzer des RamenRestaurants ‚Naniwa’ in Düsseldorf.

außerdem Interessierten weitere Infos und Materialien zur Verfügung gestellt. Der Publikation Kobayashi San gingen zwei Ausgaben der Böhm voraus, die die ersten 300 Motive des Naniwa-Blogs dokumentierten (No. 28b und 29b). Mit dieser Sonderausgabe ‚Kobayashi San’ wurden alle Fotos des Internet-Projekts veröffentlicht und so war im August 2007 die visuelle Assoziationskette, die ein Jahr lang im Blog stattgefunden hatte, zum ersten Mal in voller Länge außerhalb des Internets einsehbar. Auf 52 Seiten werden hier alle 1540 Fotos der 72 Teilnehmer abgedruckt, und zwar von der (für uns) letzten Seite rechts unten, bis zur Vorderseite oben links. Diese Lesart beruht zum eine auf der Chronologie von Blogs (der aktuellste Beitrag ist immer der oberste) und ist zum anderen ein 130 Verweis auf die japanische Leserichtung.

Kodoji Press ist ein unabhängiger Verlag für Fotografie und zeitgenössische Kunst. Kodoji produziert und vertreibt weltweit selbständig Künstlerbücher und Editionen in limitierter Auflage. Das Hauptanliegen besteht darin, den vordergründig nicht kommerziellen Projekten ein Podium der Vermittlung zu geben und ihnen die volle Unterstützung zukommen zu lassen. Künstler wie Goran Galic & Gian-Reto, Veronika Spierenburg, Ruth Erdt, Lukas Wassmann, Katja Stuke, Melanie Bonajo, Idan Hayosh, Esther Levine und einige andere gehören zum Repertoire. Ergänzt werden diese aufstrebenden Positionen durch etablierte Namen wie Peter Piller, Jules Spinatsch, Erik Steinbrecher, Pietro Mattioli und Wilhelm Schürmann. Kodoji Press wurde Anfang 2007 von Winfried Heininger gegründet und ist für einen wachsenden Kreis von KünstlerInnen und Institutionen zu einem wichtigen Partner der Vermittlung geworden. Könnte sein Fotobuch


Könnte Sein

Könnte sein ‚Could be’ is the title of Katja Stuke‘s first book, which was published in collaboration with Kodoji press, Switzerland. The artist worked with publisher Winfried Heininger on the design and included works from different series of the past years, such as CCTV, Osaka Private/

Osaka Public, My Personal Hitchcock, Back of the Head or Games & Movies. The series was shown in the Bespoke Gallery New York in 2008. Stuke’s work has explored the possible contacts between photographer and subject from the beginning of her career. She has published a few artists books and with her partner Oliver Sieber the fanzine Frau Böhm for nearly ten years. Although the images in her first book ‚Could Be’ from Kodoji publisher, Basel are mostly culled from the TV-screen it nevertheless focuses on that minimal sphere that surrounds all of us. Something Agamben calls ‚genius’ in his ‚Profanisations’, or, more profane, a certain form of privacy we express in public. Stuke’s working method in the past years has been to take movies with a video-camera, mostly in the streets of big cities, during her travels. Back in the studio she edits those movies and ends up taking photos just like screen-shots of the moments that are the most valuable to her. Such a highly intuitive working method that has no predecessors is difficult to condense in a book, and most people flip through the book without seeing what is at play here. The book has been edited to combine these series with screen-shots of computer games and Hitchcock-movies. Reality and fiction become interchangeable? They are already, and Katja Stuke is among those photographers who enter into that strange image sphere. The images following one another in the book create a sphere of possible encounters and secret moments in the midst of a hurried city life. The streets are sometimes crowded, some- 131


Könnte Sein

Könnte Sein CCTV My personal Hitchcock

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Köln times empty, some portraits were taken on public transport or in parks but in all of the people depicted there is a feeling of heightened awareness. There is no direct threat or danger, only, like in Ruth Orkin’s 1952 portrait of the American student in Rome, the feeling of being watched, the power of the eye is tangible and manifest. from: FOAM magazine, 2008 Körper und Geist Die Böhm #16 erschien im August 2002. Katja Stuke zeigt Autobahnkirchen und Oliver Sieber vier Motive, die in der Praxis eines chinesischen Akupunkturarztes entstanden sind. Thorsten

Nolting, damals Pfarrer der Johanneskirche Düsseldorf hatte eingeladen, eine Veranstaltung in der Kirche durchzuführen. Es gab neben der Ausstellung der Bilder und Videos die Tonspur des Films Bladerunner zu hören und auf der Empore konnten die Besucher sich von ‚Dr. Feelgood’ massieren lassen. In dieser Ausgabe spielte das Thema ‚Architektur’ wieder eine wesentliche Rolle. Die Bilder konterkarikieren das sakrale Thema des Titels durch Ansichten von Räumen und Orten, die innerhalb der Zwänge einer nachindustriellen Gesellschaft Gesundheit und Seelenheil anbieten.

Kommunikation stammt aus dem Lateinischen communicare und bedeutet ‚teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen’. Damit ist eine Sozialhandlung gemeint, in die mehrere Menschen einbezogen sind. Kommunikation wird als eine wesentliche Handlung angesehen, in der Sozialität und Gemeinschaften entstehen. Dies lässt sich auch allgemein auf Lebewesen übertragen. Das Wort Kommunikation wird jedoch auch für andere Vorgänge in unterschiedlichen Zusammenhängen verwendet. Kommunikation wird häufig als ‚Austausch von Informationen’ beschrieben. ‚Austausch’ meint hier Gegenseitigkeit, ‚Information’ ist in diesem Zusammenhang eine zusammenfassende Bezeichnung für Wissen, Erkenntnis oder Erfahrung. Visuelle Kommunikation ist ein Begriff, der seit dem Ende der Sechzigerjahre zuerst in der Kunstpädagogik für den Bereich der bildenden Kunst Verwendung fand, der durch die Einbeziehung der Bildwelten der Popkultur und Alltagskultur, sowie durch die Architektur und insbesondere die Urbanistik erweitert wurde. Der Begriff der visuellen Kommunikation geht ursprünglich auf Ignatius von Loyola zurück, der damit die bildliche Innengestaltung – ins Bild gesetzte Szenen aus der Bibel – der Kirchen bezeichnete. Zur visuellen Kommunikation im heutigen Sinne gehören auch die Bildwelten der Werbung. Köln ist eine Stadt südlich von Düsseldorf. Köln besitzt als Wirtschafts- und Kulturmetropole internationale Bedeutung und 133


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Könnte Sein CCTV 134


Kunsthalle Düsseldorf gilt als eines der führenden Zentren für den weltweiten Kunsthandel. Die Karnevalshochburg ist außerdem Sitz vieler Verbände und Medienunternehmen mit zahlreichen Fernsehsendern, Plattenfirmen und Verlagshäusern. Kölns museale Szene ist überaus vielfältig: Die Palette reicht von Sport und Olympia über Sakralkunst und die römische Geschichte bis hin zu Schokolade. Das Museum Ludwig entstand 1976 durch die Schenkung von Werken moderner Kunst des Ehepaars Ludwig. Zur Sammlung gehören Werke des Expressionismus, der klassischen Moderne und der Pop Art. Schaden.com Kletterziele SK-Stiftung Koopmann, Jörg (* 1968 München) ist ein dt. Fotograf. Zu seinen Schwerpunkten zählen Bildjournalismus und Reisefotografie. Koopmanns Fotografien sind bekannt aus Magazinen wie dem ZEIT-Magazin, dem SZ-Magazin, Spex und anderen. glossy Euphorie und Praxis Kraatz, Kai wurde in 1972 in Duisburg geboren und lebt in Mexico D.F., Mexico. Er hat an der Kunstakademie Münster studiert, und arbeitet heute in den Be-

reichen Installation, Musik und Video. Seine Arbeit ‚Büro des Urhebers der Weltverschwörung’ war während des Vierwändekunst-Festivals in Düsseldorf sowohl im Böhm Handelszentrum zu sehen als auch im Hof der Ronsdorfer Straße vor dem Atelier von Stuke und Sieber in einem Container aufgebaut. Kraushaar, Gaby war die Inhaberin der gleichnamigen Galerie, die bis 2005 in Düsseldorf u.a. folgende KünsterInnen ausstellte: Jenny Watson // Eric Glavin, Robin Merkisch, Rita McBride // Simone Nieweg // Katja Stuke / Oliver Sieber // Katharina Mayer // Bernhard Fuchs // Ulrike Kessl // Helmut Schweizer // Danica Dakic Kuhlmann, Christiane ist freie Kuratorin, promovierte Kunstkritikerin. Sie arbeitet u.a. für die fotografische Sammlung des Folkwang Museums in Essen. Kunsthalle Düsseldorf The Kunsthalle, a concrete block built in 1967, is one of the most concise buildings in Düsseldorf, a now rare example of raw architecture. Ever since the building on the Grabbeplatz opened, it has housed two independent institutions, the Kunsthalle and the Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Hosting an array of exhibitions, but without its own collection, contemporary art movements and positions, as well as their historical and local points of reference, were crucial to the Kunsthalle‘s program from the start. Pioneering shows were seen here, such as the series of ‚Prospect’ exhibitions between 1968 and 1976, and so a number 135


Kunstpunkte Düsseldorf Kunstpunkte Düsseldorf Das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf hat die ‚Kunstpunkte’ 1997 ins Leben gerufen, und seitdem erfreut sich die Aktion wachsender Beliebtheit. So wurden in den vergangenen Jahren bis zu 60.000 Atelierbesuche gezählt. Die ‚Kunstpunkte’ verfolgen das Ziel, auf das lokale künstlerische Schaffen aufmerksam zu machen. Dabei beeindruckt die Dichte und die hohe Qualität der in und um die Landeshauptstadt wirkenden Künstlerinnen und Künstler. Mit der Einladung in die Ateliers soll ein breites Publikum für die Kunst interessiert und Neugierde geweckt werden. Mancher entdeckt so ein Künstleratelier gleich in der Nachbarschaft, ohne dass er vorher davon wusste. […] PR 38h Böhm of international artists entered the European art market through the Düsseldorf Kunsthalle. It is the Kunsthalle‘s job to stimulate discussions and explorations of today‘s art, in its immediacy as well as in the context of current developments­ meaning, a kind of art that is articulate, that enters into social discourse. Mediating contemporary art, revealing its roots and its continuity within the artistic discourse is of central importance. At the end of the 1990s, Düsseldorf artists and citizens were successful in their efforts to retain the Kunsthalle. The building was temporarily closed for extensive renovation and modernization, which was carried out by the architectural team from rheinflügel. It has been open to visitors again since July 2002. PR Explaining 136 Frau Böhm Salon des Amateurs

Kunststiftung NRW Die Stiftung ist am 12. September 1989 von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen errichtet worden und hat im Frühjahr 1990 ihre Arbeit aufgenommen. Sie wurde als Stiftung des bürgerlichen (privaten) Rechts gegründet, Sitz der Stiftung ist die Landeshauptstadt Düsseldorf. Organe der Stiftung sind der Vorstand und das Kuratorium. Aufgaben der Kunststiftung sind: Förderung und Mitwirkung bei herausragenden Vorhaben in NRW. Förderung des Erwerbs und der Sicherung von Kunstgegenständen und Kulturgütern mit herausragender Bedeutung für NRW. Förderung des besonders begabten künstlerischen Nachwuchses und des internationalen Kultur- und Künstleraustausches. Halbe Höhe The Osaka Issue Supergirls Kobayashi San


La Brea Avenue Künstlerbücher sind eigenständige Kunstwerke, die allgemein das Buch zum Gegenstand eines künstlerischen Konzepts gemacht haben; in der Kunst der Gegenwart überschritten diese Konzepte auch die Grenzen des Buches als Objekt. Künstlerbücher werden als Originalarbeit von Künstlerhand geschaffen oder erscheinen nach der Idee des Multiples auch in autorisierten Auflagen. In den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts begannen die Künstler verschiedener Kunstströmungen mit dem Medium Buch zu experimentieren. Vorweggenommen wurde das Künstlerbuch beispielsweise durch Manifeste, Pamphlete und Publikationen des Dada (‚Dada-Zeitschriften’), von Kurt Schwitters, Raoul Hausmann oder durch die BauhausBücher. Es wurde ein Gefühl dafür entwickelt, dass Bücher ein kommunikatives Medium sind und diese einen Ausbruch aus den festgefügten Stammplätzen der Kunst hin zu einer breiten Öffentlichkeit und zur kommunikativen Vernetzung der Künstler untereinander ermöglichen können. In den 60er Jahren, mit dem Aufkommen von Konzeptkunst und Fluxus, kam erstmals international die Form, der in kleiner nummerierter Auflage gedruckten Künstlerbücher auf und damit diese Form des Umgangs mit dem Buch. Der Ansatz von Fluxus mit der Utopie eine Kunst für jedermann zu sein, zeigte, wie Druckerzeugnisse für eine schnelle Verbreitung von Ideen und Strategien eingesetzt werden können. Sowohl in kleiner Auflage als auch als Serienprodukt entstehen auch heute noch Konzeptbücher, Objektbücher, Collagen, Leporellos, Schrift-

rollen, Hefte, Loseblattsammlungen, intermediale Schachteln oder Multiples aus verschiedensten Materialien; die traditionelle Form des Buches, bestehend aus bedruckten Seiten zwischen Buchdeckeln, wird von den Künstlern dabei variiert oder nicht selten auch in Frage gestellt. Der mexikanische Künstler und Schriftsteller Ulises Carrión hat 1975 erstmals in einem Essay ‚die neue Kunst des Büchermachens’ definiert. In mehreren Kapiteln legt er statementhaft dar, ‚was ein buch ist’ wobei er näher auf die Rolle von ‚Prosa und Dichtung’, ‚Raum’, ‚Sprache’, ‚Strukturen’ und ‚das Lesen’ eingeht. Vertreter: u.a. Ed Ruscha, John Baldessari, Jochen Gerz, Sol LeWitt, Timm Ulrichs, Lawrence Weiner, Jim Dine, Joseph Beuys, Andy Warhol, Marcel Broodthaers, Al Hansen, Ray Johnson, Moriyama Daido Araki, Alexandra Mir, How to draw a bunny Art Metropole Printed Matter Magazin Fotobuch Fanzine

L

a Brea Avenue is a prominent north/ south thoroughfare in Los Angeles. Several museums are located along La Brea, and it is known for having many stores and eateries. La Brea Avenue begins as a continuation of Hawthorne Boulevard north of Century Boulevard in Inglewood. La Brea passes north through Windsor Hills, Baldwin Hills, and Ladera Heights. It passes directly through the Kenneth Hahn State Recreation Area. Further north, La Brea passes the Fairfax District, the Mid City District, Park La Brea, and Hancock Park. La Brea near Wilshire is home to Museum Row, including landmarks such as the Los Angeles County 137


La Brea

Museum of Art, the La Brea Tar Pits, and the George C. Page Museum. La Brea north of Wilshire Boulevard and south of Melrose Avenue is filled with trendy designer boutiques, antique stores, and eateries. The famed La Brea Bakery is located between Wilshire and 6th, on La Brea. La Brea is also home to The Lyric Theatre and Pink‘s Hot Dogs. La Brea ends north of Franklin Avenue at La Brea Terrace (gated road). For nearly all of its distance, La Brea is parallel to La Cienega Boulevard. The section of La Brea in Inglewood was known in its early history as Commercial Street. In its northern-most reaches, La Brea was Arroyo La Brea, coming from a (now capped) spring in the Santa Monica Mountains. That is what helped form the original reservoir in what is now Kenneth Hahn State Recreation Area. Metro Local lines 40, 212, and 312 operate on La Brea Avenue, as well as Metro Rapid line 740. Future Metro Rapid line 712 will someday replace Line 312. La Brea, the photography by Stephen Shore, made photographic history. With the help of German photographer Bernd Becher, the photograph was shown at documenta 6 in Kassel, Germany, as early 138 as 1977. It was also printed in Sally

Eauclaire’s survey The New Color Photography, which was published in 1981 and which helped American color photography achieve its international breakthrough. The following year, La Brea appeared in Shore’s photobook Uncommon Places. Thereafter, the photograph began exerting a long-term influence as a result, among other things, of Becher’s work as a teacher at the art academy in Düsseldorf. Thomas Struth, Thomas Ruff,


Las Vegas Andreas Gursky and other renowned art photographers of the Becher school have all acknowledged the influence of Stephen Shore. Shore‘s key photograph of 1975, constitutes the conceptual core of the La Brea Matrix Project. Six art photographers from Germany have accepted an invitation to Los Angeles as part of an artist-in-residence program in 2009 and 2010 to search for photographic points of reference to this iconic picture. These photographers are Jens Liebchen, Max Regenberg, Oliver Sieber, Olaf Unverzart, Robert Voit and Janko Woltersmann. Katja Stuke is the Art Director on this project. In their previous work, these eminent photographers have reflected on American New Color photography in extremely different ways. The La Brea Matrix is a project of Schaden.com, Köln and The Lapis Press, Culver City. Farbfotografie Imaginary Club Las Vegas ist die größte Stadt im US-Bundesstaat Nevada. Sie ist vor allem wegen ihrer großen Anzahl an Casinos bekannt. Ihre Einwohnerzahl auf 340 Quadratkilometern beträgt 558.880 (Stand: Schätzung 2007), die Agglomeration breitet sich mittlerweile auf über 1200 Quadratkilometer aus und hat insgesamt etwa 2 Millionen Einwohner. Las Vegas ist Verwaltungssitz des Clark County. Der Name stammt aus dem Spanischen und bedeutet ‚Die Auen’ oder ‚Die Wiesen’. Las Vegas ist ein global bedeutendes Touristikzentrum, in das jährlich etwa 39 Millionen Touristen reisen. Derzeit wird noch etwa ein Viertel des Umsatzes in

Kasinos erzielt, drei Viertel entfallen auf Eintrittskarten für Shows, Souvenirs und Luxusartikel. Neben den Kasinos prägen die Shows den öffentlichen Charakter der Stadt. Zu den in Las Vegas tätigen Künstlern zählten und zählen Musiker wie Elvis Presley, The Rat Pack mit Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin, Johnny Cash, Elton John und Illusionisten wie Siegfried und Roy, David Copperfield oder der Cirque du Soleil. Bekannt ist die Stadt auch für ihre große Anzahl an Hochzeitskapellen, da Nevada außerordentlich unkomplizierte Eheschließungs- (und Scheidungs-) Gesetze hat. Mit dem Bau des Hoover-Staudamms von 1931 bis 1935 und der Legalisierung des Glücksspiels in Nevada 1931 wurde der Grundstein für das schnelle Wachstum der Stadt gelegt. Der Mobster Bugsy Siegel setzte Anfang der 40er Jahre mit dem Bau der ersten Hotels mit integriertem Spielkasino eine Entwicklung in Gang, die bis heute anhält. In den 1950er Jahren kamen zahlreiche Besucher in die Stadt, welche die Atombombentests sehen wollten, die in der Nähe der Stadt in der Wüste stattfanden. Zu dieser Zeit stieg der Einfluss der US-amerikanischen Cosa Nostra, zahlreiche Hotels wurden von ihr kontrolliert. Teile der Gewinne der Kasinos wurden von den Gangstern abgeschöpft, bevor sie versteuert werden konnten, und landeten bei den FamilienBossen, die fernab der Stadt aus Städten wie z.B. Chicago oder Miami die Kasinos kontrollierten. Das National Crime Syndicate hatte Las Vegas sozusagen zur offenen Stadt erklärt; d.h. im Vergleich zu anderen Städten gehörte Las Vegas nicht 139


Las Vegas

Las Vegas O.i.F. Filmdrehorte

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Ang Lee einer ‚Familie’ oder einem VerbrecherClan, sondern in ihr durfte sich jeder geschäftlich engagieren. Die Umstände wurden im Film Casino thematisiert. Pikanterweise hatten die Bosse die Baukosten ab 1960 aus dem neu gegründeten Pensionsfond der Transportarbeitergewerkschaft der Teamsters finanziert; insbesondere gilt dieses Vorgehen für die Rückkehr der Cosa Nostra nach Vegas in den 1970er Jahren, die über Strohmänner abgewickelt wurde. In den letzten Jahren versuchte man von offizieller Seite das Image der Stadt von ‚sin city’ mit Kasinos, Nacktbars und illegaler Prostitution nach ‚city of entertainment’ zu ändern, da man die Stadt auch für Familien mit Kindern attraktiv gestalten möchte. Trotzdem ist und war diese Entwicklung ambivalent; denn während einerseits die Shows größtenteils familienfreundlich gestaltet wurden, finden sich immer noch Werbeflugblätter von Prostituierten auf den Straßen. Dennoch: Las Vegas hat vor allem seit den 1990er Jahren einen rasanten Einwohnerzuwachs zu verzeichnen, was darauf schließen lässt, dass die Stadt ihren Ruf erheblich verbessern konnte. Der Altersschnitt der Bevölkerung ist mit 34 Jahren deutlich niedriger als der US-Durchschnitt. Las Vegas zählt zu den am stärksten wachsenden Städten der USA.  No.17 Böhm mit Ansage  O.i.F. Lee, Ang aus einem Interview mit der taz: ‚Der Eissturm’ zeigt die dunkle Seite der 60er, den Hangover, den Nachgeschmack, wenn man so will. Woodstock ist hingegen der Moment der großen Vereinigung – und zwar kurz bevor alles endet.

Es ist das jugendliche, unschuldige Amerika, von dem Sie sprechen. Was blieb für Sie übrig von der damaligen Utopie? Amerika ist immer eine utopische Idee, nicht nur für Amerikaner, sondern für die ganze Welt. Woodstock ist dafür ein Beispiel, da erwacht ein Verlangen – man kann es im Hintergrund förmlich hören. Natürlich habe ich diese Naivität im Blick, die Woodstock ausmacht; ich glaube aber auch, dass hier ein Zeitalter beginnt, in dem wir noch immer leben. Nachhal-

tige Themen wurden aufgebracht, die wir ernst nehmen müssen: Weltfrieden, Umweltproblematik, Gleichberechtigung, Menschenrechte. So hat’s begonnen. Es war der Aufbruch einer neuen Generation, der Generation des Babybooms nach dem Zweiten Weltkrieg. Das waren sehr viel junge Menschen mit viel Energie, die sich gegen das Establishment, gegen die Eltern gerichtet haben. Sie waren energe- 141


Stan Lee tisch, idealistisch und ziemlich brillant, wenn es um Musik ging. Ich glaube schon, dass es dieses Kontinuum zur Gegenwart gibt. Doch der Moment Woodstock ist für sich allein erinnerungs-, ja denkwürdig. Drei Monate später, beim Konzert von Altamont, hörten die 60er-Jahre schon wieder auf.” Weitere Filme: Das Hochzeitsbankett, Eat Drink Man Woman, Tiger and Dragon, Hulk, Brokeback Mountain Lee, Stan

Leere Läden Der Leerstand von kleinen Geschäftsräumen in Düsseldorf in den Jahren 2003 und 2004 war eklatant. Innerhalb von 5 Stunden konnten Fotos von je 150 leerstehenden Ladenlokalen im gesamten Stadtgebiet aufgenommen werden. Aufgefallen war die Situation während der Suche nach geeigneten Räumen für den Böhm Megastore. Für das Festival PhotoEspaña in Madrid im Jahr 2005 wurde Katja Stuke eingeladen, in Madrid ebefalls den Leerstand zu dokumentieren. Vorher/Nachher Madrid Leila und Madschnun ist eine Tanztheaterproduktion von  Kabawil e.V. in Kooperation mit dem FFT Düsseldorf, die auf der 142 Geschichte berühmter Liebes-paare wie


Peter Lindhorst/Das Böhm Projekt Romeo und Julia, Heloise und Abälard und Leila und Madschnun beruht, die für sich genommen die Bedingungen der Entstehung des liebenden Empfindens ihrer Kultur und ihrer Zeit spiegeln. Sie überliefern die Entwicklung von Ethik und Moral ihrer Kulturen und ihrer Sitten. Für das Stück wurde u.a. ein Weblog von Katja Stuke und Oliver Sieber gemeinsam mit Christian Matzerath im Januar 2008 eingerichtet. Die Jugendlichen hatten hier die Möglichkeit, ihre Utopien zu visualisieren und formulieren, in Form von digitalen Bildern, Fotos, 1-MinutenFilmen und Texten – Tagebuchaufzeichnungen, Gedichte, Songtexte, Briefe, Musikstücke oder eigene Stücke. In dem Blog konnten sich die Jugendlichen, bezogen auf ihren Alltag, inhaltlich auf die Liebe in und zwischen den Kulturen beziehen. Kabawil Hungry Feet Leipzig ist eine Stadt im Nordwesten des Freistaates Sachsen mit über 515.000 Einwohnern. Leipzigs Tradition als bedeutender Messestandort in Mitteleuropa mit einer der ältesten Messen der Welt geht auf das Jahr 1190 zurück. Neben Frankfurt/Main ist die Stadt ein historisches Zentrum des Buchdrucks und -handels. Mit der Games Convention (GC) konnte erstmals eine Messe etabliert werden, die in Europa Alleinstellungsmerkmale besitzt. Die GC wurde jedoch im Sommer 2008 nach Köln verlegt. Die Leipziger Messe hat sich entschieden, diese Unterhaltungssparte nicht ganz aufzugeben und hat 2009 die Games Convention Online gegründet, eine Messe die auf Onlinespiele fokus-

siert ist. Über Pfingsten ist Leipzig außerdem jährlich Austragungsort des viertägigen Wave-Gotik-Treffens (WGT), das seit 1992 stattfindet, derzeit regelmäßig bis zu 30.000 Besucher aus der Schwarzen Szene in die Stadt lockt. Les Rencontres d‘Arles Arles Lindhorst Peter about: Die Böhm. A Project. BRIDGE OVER TROUBLED WATER When the mail is littered with reminders and leaflets and not with the letter of a friend I‘ve been waiting for, when I‘m in a bad mood or „down and out“, then Frau Böhm comes flying into my flat, bridging the troubled water, then I clear my armchair for the lovable girl friend, make coffee, put a record on, and delve into the latest episodes. With bated breath I take part in the inner dialogue of Frau Böhm, her changing monologues, her debates, presenting and confronting me with various blueprints. Sometimes her tales are full of ruptures, sometimes different levels of time and reality blend nicely into each other. These are whole bundles of stories, presented in an economic and laconic style, peppered with the unexpected. Using very few metaphors Frau Böhm describes complex situations and makes the world her own, makes statements as to its conditions and that of the human existence. I let myself be seduced by her stories with their subtle sense of humour which sometimes changes to a half severe case of melancholia. They have prosaic titles like Body and Soul, Paris etc. or Heroes and Demigods. Frau Böhm delivers marginal 143


Peter Lindhorst/Das Böhm Projekt notes, passing remarks as well as precise statements. She successively creates a present world of things and beings where is viewer is asked to constantly speculate upon the situations he encounters. It is difficult to establish fixed criteria of order for all the different statements which have build up in the course of time. In there is continuity within Frau Böhm then it consists of the tensions, ruptures and hooks. Diving into them at any point shows how varied these statements are: slices of cheese in polythene sheets, soccer grounds, backyards, misty meadows, miniature golf courses, park benches, practise rooms of chiropractors, motorway churches, interiors of hotel rooms, idyllic American suburbs, high rise residential blocks in Berlin, people waiting in the arrival hall of an airport, people looking at an empty projection wall, stonefaced policeman at a barricaded crossing; hockey playing youths in the twilight of a Paris suburb, masses of people at beaches freezing to abstract patterns of points. THE MAN COMES AROUND Frau Böhm goes into the kitchen (‚Schöner Kochen’) leaving the recipe behind, but she also likes to leave her kitchen. From Warendorf to New York, from Cannes to Chicago and back to Düsseldorf – that woman’s been around quite a bit. Only too bad that she is not the next door neighbour, calling on me an telling me about her journeys. She does not come around in an apron but in a clear plastic envelope. Frau Böhm – meanwhile only Die Böhm – is the name of a magazine and is published by Oliver Sieber and Katja 144 Stuke. It is a product in an exclusive

outfit, delightfully designed, comes in a limited edition sheltered by plastic – an object of the collector‘s desire? With tongue in cheek the numbering turns into an ironic gesture towards the prevailing mechanisms of the art world. Art magazine, portfolio for photographic art – how should one define Die Böhm? The name, suggesting a conspiratory nearness to the reader, wants me to think of the term fanzine. Nearness is a basic characteristic of the fanzine and it is one of the main principles of Stuke and Sieber. The makers of fanzines devote themselves to commenting on their own role as a consumer and take the insider position of the enthusiastic cultural consumer. ‚I am the target group‘ could be the guiding line for both publishers. Fanzines organise themselves, they are non commercial, and they are linked to a certain scene. This spirit is shared by Die Böhm. A small edition is aimed at a small circle of friends and interested parties. Their main motive is their enthusiasm in always trying new things. Each individual issue bristles with formal and substantial experiments. Die selections of the contributions is the result of a democratic process, the various works can be connected to their respective creator. In poignant as well as seemingly incidental pictures the duo evokes the world they experience and with cool stubbornness informs us of their relevance. Sometimes aesthetic references and influences crop up. Sieber and Stuke are well aware of the framework of the medium of photography – and of the medium in which they present these things – and provide


Peter Lindhorst/Das Böhm Projekt

us with different strategies and varieties between the antipodes of strict documentary and storytelling, of minimalist portrait and film making. The thinking viewer is challenged to become an expert, but one can enjoy the magazine without being a specialist. Drift through the pages, let your eyes travel, embark on flights of imagination!

FIRST TIME EVER I SAW YOUR FACE In Photonews 4/2000 Oliver Sieber was extensively portrayed by his series ‚SkinsModsTeds’. Katja Stuke is besides a freelance graphic designer and a.o. created the design for the magazine EMMA. She works in photography and video and was in 2002 rewarded with the European Award for Women Photography. They live together in Düsseldorf. Since 1999 Die Böhm has been a channeling of their numerous ideas and activities. Prior to this they discussed how the actual ‚state of the art’ could be communicated to the outside world. Which technical requirements are needed to produce a magazine with a good picture quality. How is distribution organised? Die Böhm is a fotozine in DIN A4-format with a sparse selection of photos and an extremely pleasing, unobtrusive layout. The magazine which is published every three months is printed screenless in a limited edition of 35 issues on their personal colour printer. Sometimes gimmicks are attached like a pocket calendar or an ordering form for T-Shirts. Naturally this small edition is sold out quite fast and often one or two editions are produced, but that‘s it then. This has been working for 17 issues now and probably has to do with the fact that Stuke and Sieber do not depend on outside distribution. Die Böhm can be found in selected book shops, it can be ordered via the internet, a lot of this works through personal contact. So don‘t be surprised if you are at some event and get to know a couple which at some point during the evening presents you with a magazine. 145


Peter Lindhorst/Das Böhm Projekt It was like that when the author met Die Böhm for the first time. I saw into her face… and wanted more. The concept of bold self-organisation, of the mediation and of the teamwork impressed at the first glance. I‘M SO LONESOME I COULD CRY Now I can call myself a member of the Böhm community and do not only get the latest issue, but get a lot of electronic mail from her as well. Offers and invitations to her openings, parties, video evenings which sometimes happen at ‚non artistic‘ places in Düsseldorf or sometimes in the private atmosphere of the own studio. The former ‚project in magazine format’ has in the latest issues simply become ‚a project’. By abandoning the somewhat wooden subtitle Stuke und Sieber acknowledge the fact that numerous activities have been added which form the overall concept of Die Böhm: Release parties, internet appearances, exhibitions, studio talks, photo editions.... something is growing here in a small place and it is still getting better. Direct Contact is still one of the important aspects of the project. It is no coincidence that issue Instant Böhm collects photos of friends and acquaintances, whose pictures had been taken during a ‚production party’ with a Polaroid passport photo camera. Let other photographers moan about not being recognized, not getting enough work and not enough exhibitions, Stuke and Sieber never retreat to their ivory studio. They remain unimpressed and keep stoically to their original concept of mediation. That in doing so they 146 get more and more invitations from

curators and gallery owners to present Die Böhm in various forms, is a pleasant, but certainly unintentional effect. IN MY LIFE I like to describe it this way: this here is a fan writing a fan‘s review about a fanzine. I have always treasured fanzine articles as an expression of very personal descriptions of life, when football fans write about the devastating


Alexander Walterowitsch Litwinenko feeling after a bitter away-defeat of their team or when music fans celebrate the latest disc of one of their idols and combine it very subjective comments based on their personal experiences. Compared to this Die Böhm is communicator and reporter of life as well, photos not words being the statements, praises, polemics and analyses. By looking at them the viewer learns a lot about the producers, the prevailing topics, influences and developments. While I write these lines the latest great Johnny Cash-records plays in the background, the one from which I have lifted the different headings, and I spread all the Böhm issues on the floor. And while I am still thinking of how to end this article, something happens. The spread photos start to talk with each other, drown out the music. I am being dragged in a turmoil of associations, start to contrast and to link them. Certain lines of narrative erupt for a moment, make themselves heard and then retreat, making place for other images. Pictures who were thought to be only extras at first, step out and with loud voices claim a leading role; works that do not belong together find that they have something in common after all, others engage in a noisy dispute. A reservoir of images waiting for someone to stick to them, rearrange them and fill them with meaning. What a splendid variety! In my life Die Böhm becomes a magazine with a very long half-life period, combining how long I keep it and how long I open it. She has become a part of my life. But no, that sounds too pathetic. Lets say Die Böhm has taken over some

space on my book shelf. But I‘m a fan, so I should be forgiven some unashamed worshipping). Maybe we‘ll meet at one of those ‚unartistic’ places and maybe you will join us. Photonews/Hamburg, 3.2003 Der ehemalige russische Geheimdienstagent Alexander Walterowitsch Litwinenko wurde ermordet, als er über den Mord an Anna Politkowskaja recherchierte. Er sah diesen Mord voraus und brachte neben dem hochverdächtigen russischen Geheimdienst FSB sogar Wladimir Putin persönlich damit in Verbindung, war aber selbst nicht immer glaubwürdig. Der russische Filmemacher Andrei Nekrasov war sein Freund und hat nun einen Film über den ‚Fall Litwinenko’ gedreht: ein Werk über den russischen Geheimdienst und die staatliche Korruption in Russland, die weit über seine

Grenzen hinaus reicht. In Deutschland hat dieser Film – anders als in anderen europäischen Ländern – bislang keinen Verleih gefunden. ‚Litwinenko war in Russland ein bekannter Mann, weil er 1998 vor laufenden Kameras aus dem 147


Little Boy russischen Geheimdienst FSB ausgestiegen war. ‚Warum ist man in Russland so wütend auf mich?’, fragte Alexander Litwinenko. ‚Weil ich über die eine Sache gesprochen habe, die so wichtig, fast heilig für sie ist.’ Little Boy was the codename of the atomic bomb dropped on Hiroshima on August 6, 1945 by the B-29 Superfortress Enola Gay, piloted by Colonel Paul Tibbets of the 393d Bombardment Squadron, Heavy, of the United States Army Air Forces. It was the first atomic bomb to be used as a weapon. The second, the „Fat Man“, was dropped three days later on Nagasaki. „Japan Society in collaboration with the Public Art Fund presented Little Boy: The Arts of Japan’s Exploding Subculture, a major exhibition at the Japan Society Gallery and an installation of artworks in New York City’s public spaces and mass transit system in Spring 2005. The exhibition explored the phenomenally influential manifestations of otaku culture – the subculture of ‚geeks’ or ‚pop culture fanatics’– a fantasy world where apocalyptic imagery, fetishistic commerce, and artistic vanguards meet. The otaku culture, which emerged in the early 1980s, is obsessed with darkly fantastic science fiction, video games, comic books (manga) and film animation (anime). Little Boy features worked by leading creators of these popular forms as well as paintings, sculpture, and installations by contemporary Japanese Neo-Pop artists whose work draws from otaku culture. The exhibition, public art projects, and 148 accompanying book created a dynamic

arena in which to discover what Japanese critics, artists and intellectuals consider the most exciting and challenging cultural developments in Japan today. Curated by celebrated artist Takashi Murakami, Little Boy is the final installment of his Superflat trilogy, a series of exhibitions that have introduced a new wave of Japanese art and explored the interrelationships between vanguard art, manga and anime, and their forerunner, Ukiyo-e woodblock prints. The earlier exhibitions (Superflat at the Museum of Contemporary Art, L.A. in 2001; Coloriage at the Fondation Cartier de l’art contemporain, Paris in 2002) presented a visual logic for popular Japanese arts based on their ‚flat,’ cartoon-like style and fascination with supernatural realms. As the final installment of the ‚Superflat’ trilogy, Little Boy went beyond the spectacular optics of Japan’s popular cultures to iden-


Verena Loewenhaupt tify the darker fantasies of Japan’s postwar graphic subculture, and drew on historical source material to illuminate the complex cultural, political and social conditions that shape the work of Japanese artists today.’ PR Akira Japanese Lesson London […] The tube train thundered west, crammed with office workers with loud voices, all Take Six suits and Glitter Band hair, still stinking of the Rat & Trumpet, and the noise and the smell and nearness of all those other lives made Ray’s head throb like a fresh bruise. The office workers were rolling to their nainline railway stations and the last train home. Ray still had to do a job. Concentrate, concentrate. What‘s the plan, Ray? There was no plan. Licking lips as dry as the Gobi Desert, he suddenly knew he couldn‘t interview John Lennon feeeling as bad as this. Interview him? He couldn’t even find him. He had got on the tube with the vague notion of staking out the lobby of the Hotel Blanc and waiting for John to show. The Hotel Blanc, tucked just behind Marble Arch, was the obvious choice –visiting Americans musicians almost always stayed at the Blanc when they where in London. A thousand cowboy boots had ambled past the palm trees in its lobby, a hundred bands had enjoyed its aura of slightly decandet affluende, dozend of music writers from the NME, Melody Maker, Sounds and The Paper had turned up with their notepads, dreaming of good quotes and free cocaine. By the time he was seventeen, Ray knew the lobby of the Blanc better than he knew the sixth-form

college that he was still technically attending. Yes, he had liked the idea of going to the Blanc. It calmed him down. It felt almost. cosy. But in his heart Ray already knew that going to the Blanc was hopeless. Just because Nild Lofgren and Fleetwood Mac and the Eagles stayed at the Blanc when they were in town, that didn’t mean John Lennon would be there. In fact, it almost certainly meant that John Lennon would be […] from: T. Parsons Stories we could tell Verena Loewenhaupt ist eine deutsche Fotografin. Naniwa Könnte Sein Marks of Honour Kobayashi San 149


Los Angeles

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Lost in Translation Loris Galerie für zeitgenössische Kunst ist ein Projekt von 10 KünstlerInnen aus Berlin, Köln und Lissabon. Fotografie, Video und Installation bilden die methodischen Schnittstellen der an Loris beteiligten KünstlerInnen. Themen wie Urbanität und Natürlichkeit, Identitätskonstruktionen versus kollektiver Gesellschaftskörper, Gedächtnisprozesse und Wissensspeicher bezeugen eine inhaltlich spektral aufgefächerte Vielfalt. L.A. [.…] that the world will finally begin to loose its sense of Los Angeles as primarily a city of careless rich people. [.…] Many have never even seen Rodeo Drive, much less shopped there. Black, white, brown and yellow, they have created little communities that frequently resemble the places they left behind. In the poorest of those communities, the streets may not be as mean as those in, say, the South Bronx, but they are every bit as tough.[.…] L.A. is the city of the future. It is the first major metropolis in history in which everyone is in a minority. A place that has no majority culture is a place, paradoxically, in which the West’s old, traditional promise – that, if you can get there, you may have a new beginning, regardless of bloodlines or station in life – is most likely to be kept. [.…] by the New Yorker who built a chain of car washes, by the Vietnamese refugee who worked his or her way through Cal State Long Beach and became a physicist. In stressing its most trivial and least typical aspects, we miss the lessons that L.A. has to teach about how modern urban societies should – and should not – be organized. TIME magazine ‘92

Lost in Translation USA 2003 R: Sofia Coppola D: Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris, Fumihiro Hayashi, Akiko Takeshita ‚Charlotte and Bob don‘t know each other. But for a moment they‘re in different suites in the same impossibly posh Tokyo hotel. Coppola has no fear of being undramatic in showing these two characters alone: Bob in his kimono, Charlotte in her underwear, each gazing through huge windows at the city below. Coppola catches the disconnect that comes from being a stranger in a strange land. And gifted cinematographer Lance Acord (Being John Malkovich, Buffalo 66) – shooting on high-speed film instead of the digital video fast becoming an indie cliche – gives that disconnect the seductive sheen of something exotic just out of reach.’ Rolling Stone, 2003 „Wozu irgendwo ankommen, wenn es im Zwischenreich am schönsten ist? In Sofia Coppolas neuem Film ‚Lost in Translation’ hat sich die Kamera in das Leuchten und das Pulsieren Tokios verliebt […] Die übertrifft jede Reizüberflutung, die der Großstadt des frühen 20. Jahrhunderts nachgesagt wurde. Fürchtete man damals, die Dächer könnten von den Häusern auf die Straße rutschen, 151


Lost in Translation

erleben Bob und Charlotte, wie virtuelle Elefanten über die Fassade eines Hochhauses ziehen, Dinosaurier ihnen folgen und die Kids ihr Ego transzendieren, sobald sie sich an die Spielkonsolen der Virtual-Reality-Salons anschließen. […] Sie arbeitete ohne Drehgenehmigungen, mit wenig künstlichem Licht und einer kleinen Crew, selten heuerte sie Statisten an, stattdessen wurden die Passanten gefilmt. Das Team sei dadurch sehr beweglich gewesen. Wenn es einer Location verwiesen wurde, suchte es sich eben eine andere, und wenn sich das Wetter gerade für eine Szene anbot, die nicht im Drehplan stand, wurde umdisponiert. […] Charlotte und Bob können nicht schlafen und bewegen sich, als wären sie aus der Zeit gefallen: erschöpft am Tage, somnambul in der Nacht. Je weniger sie die japanische Umgebung in ihre Begriffe übersetzen können, umso mehr entgleiten ihnen die Vertrautheiten des eigenen Lebens. […] Die Übertragung, das Verstehen missglücken, und es ist klug von Coppola, dass sie die Entfremdung für die scheinbar vertraute kalifornische Welt genauso gelten lässt wie für Japan. […] ‚Lost in Translation’ schickt die Figuren in 152 ein Vakuum. An dessen Unterseite nistet

die Verzweiflung, doch zugleich schafft es einen Freiraum. Darin lässt es sich staunen, als wäre man wieder Kind. Man weiß noch nicht, was die Dinge bedeuten, und hört deswegen auf, sie einzuordnen. In diesem Zwischenreich kann sich vieles entfalten: Charlie Brown (Fumihiro Hayashi), eines der japanischen Clubkids, singt ‚God Save the Queen’ von den Sex Pistols in einer Karaoke-Version, Bob ‚More than this’ von Roxy Music, Charlotte ‚Brass in the Pocket’ von den Pretenders. Punk und Pop: Die Codes und Zeichen wirbeln; später, wenn Bob in der TV-Show Matthew Minamis zu Gast ist, werden sie endgültig hysterisch. […] Charlottes und Bobs Staunen hat einiges mit dem zu tun, was die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann einmal mit dem Begriff der ‚wilden Semiose’ beschrieb. Statt sich im Prozess der Bedeutungsbildung aufzulösen, drängt die Beschaffenheit der Zeichen in den Vordergrund. Sie bietet sich einem ‚langen, faszinierten Blick’ dar, mithin einer Art der Betrachtung, die nicht zum Sinn durchdringt, sondern sich an der Materialität der Zeichen erfreut. Damit wird ein Automatismus außer Kraft gesetzt. Denn solange die Zeichen nicht entziffert


Magazin werden, wird auch deren Gestalt nicht zugunsten der Bedeutung unterdrückt. Implizit steckt darin so etwas wie ein Lesevorschlag fürs Kino: Wer mit dem langen, faszinierten Blick, mit dem Bob und Charlotte auf Tokio schauen, Filme ansieht, kann sich ihrer Farbigkeit, ihrem Licht und ihrem Pulsieren anheimgeben, und das ist viel aufregender, als immer schon zu wissen, worum es geht und was das zu bedeuten hat. […] taz, 2003 Japanese Lesson Lugowoi, Andrei Konstantinowitsch (*1966 in Aserbaidschan) ist ein ehemaliger Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienstes KGB, heute ein auf dem privaten Sicherheitsdienste-Gebiet international tätiger Geschäftsmann und Duma-Abgeordneter. Er ist verwickelt in die Affäre

um die Ermordung von Alexander Walterowitsch Litwinenko, einem ehemaligen KGB-Agenten und Offizier in dessen Nachfolgeorganisation FSB und späteren Kritiker des damaligen russischen Präsidenten Putin, mittels Vergiftung durch Polonium-210 im Herbst 2006 in London. Suits Financial Times Litwinienko

M

aerkisches Stipendium Die Nominierten um das Märkische Stipendium für Bildende Kunst 2007 im Bereich Künstlerische Fotografie waren im Jahr 2006: Ralf Brück, Anja Jensen, Stefanie Klingemann, Cornelius Popovici, Joachim Schulz, Oliver Sieber & Katja Stuke und Andreas Thein. M Place, Gallery is the experimental space of photography managed by four photographers: Ohno Nobuhiko, Seto Masato, Nakai Hiroyasu, Moriyama Daido. Place M is opened widely to everyone at all time through a rental gallery and exhibition projects, a workshop ‚Yorunoshasin gakkou’ which to think about photography and aim to make photo works, a practical darkroom workshop, a rental darkroom, etc. Open Hours: 13:00 –19:00 / seven days a week. Rental darkroom : 24hours / seven days a week. Kindai bld, 3F 1-2-11 Shinjuku Shinjuku-ku Tokyo, Japan Fotobuch Japan Magazin ‚Do you want a new party? A revolution? A putsch?’ ‚A magazine!’ Dave Eggers 1. We are crazy about magazines. We love to touch them, to rumple them, to smell them, to take them with us, to 153


Malkasten throw them away or to keep them in our bookshelfs. 2. We call our conspirative network Holzmedienklub (‚Wood Media Club’) because this pejorative term is often used by the web generation to show how antiquated print media is. But come on, real life is offline: Take a magazine and get out! 3. The problem is not the print media, the problem is the manipulative, corrupt and dumb mainstream media industry. The lack of ideas of the global publishing houses is frightening – since years nothing really creative has been produced. 4. We believe that the only innovative and revolutionary spirit in new magazines is coming from the underground – from fanzines and independent magazines in very small edition. Made by people with passion, and not by bureaucrats, analysts and all the other media whores. 5. There are still reams of inspiring, creative and fascinating magazines out there. But you won’t find them at your local newspaper kiosk. Perhaps you’re lucky and have a well equipped bookstore near you. But mostly you have no chance to find these magazines. The aim of our curated kiosk is to promote, distribute, award, exhibit and finance these magazines. from ‚Gute Seiten: Manifest’ Böhm Blog Fanzine Colophon Der Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf wurde 1848 gegründet und dürfte somit einer der ältesten Künstlervereine in Deutschland sein. Im Besitz des Malkasten, d.h. in Künstlerhand, sind das Jacobihaus mit Gesellschaftsräumen und Archiv, der Hentrichbau mit Theatersaal, 154 Künstlerkeller, Restaurant und Bar, sowie

der Park. Im Park befinden sich der Biergarten und eine Reihe von renovierungsbedürftigen Anbauten einschließlich des ‚Parkhauses’. Der Künstlerverein hatte Anfang 2009 403 ordentliche Mitglieder (Künstler) und 148 außerordentliche Mitglieder (Fördermitglieder) und 4 Ehrenmitglieder. Die Mitglieder wählen alle zwei Jahre den Vorstand und den Wirtschaftsbeirat. In Restaurant und Bar, der Rotunde und dem Jacobihaus wird im zwei bis drei Monatsrhythmus Kunst gezeigt, um zu verdeutlichen, dass der Malkasten ein Ort der Kunst ist. Da der Malkasten keine Ausstellungsräume besitzt, sind diese Projekte raumbezogene Hängungen. Veranstaltungen zu kunst- und kulturpolitischen Fragen, d.h. zu den Entwicklungen und Entscheidungen von Museen, Kunstvereinen, zur Kulturpolitik von Stadt und Land aber auch des Bundes sind geplant und wurden auch schon mit großer Resonanz durchgeführt. Die Debatte der Künstler untereinander aber auch das Gespräch nach draußen mit Bürgern, Politikern, Galeristen, u.a. ist ein Hauptanliegen des Malkastens und sollte sich weiterentwickeln. Der


Manipulator Vorstand arbeitet ehrenamtlich, d.h. alle Aktivitäten können nur durchgeführt werden sofern die organisatorischen, finanziellen und personellen Möglichkeiten zu ihrer Durchführung gegeben sind. Katja Stuke ist seit 2006 Mitglied im Vorstand des ‚Künstlerverein Malkasten’ und dort verantworlich für das Programm im Künstlerkeller und das Magazin des Künstlervereins. Japanese Lesson Olivier Cablat Dickicht Parkheft Drawing Party Mandarake was established in 1987 as a pre-owned manga dealer in NakanoBroadway center. Now Mandarake is known as the largest manga and anime shop in the world. The store stocks collectibles, VHS tapes, DVDs, CDs, used manga, toys, and large numbers of fan-drawn

dôjinshi, particularly those catering to a female audience. Mandarake has several locations: its home in Nakano, another large store in Shibuya, a two-floor and a four-floor store in downtown Osaka. At one time before 2003, the company had a shop in Torrance, California, US. The Torrance store closed and a short-lived store opened in Santa Monica, California. Character Thieves Cosplay Japan Ähnlich wie der westliche Begriff Comic ist auch Manga in seiner Bedeutung eher unscharf und schließt neben statischen Bildergeschichten, kurzen Comic Strips und Karikaturen zum Beispiel auch Zei-

chentrickfilme mit ein. Um sie besser von Comics in Buchform unterscheiden zu können, hat sich für japanische Zeichentrickfilme jedoch weltweit die Verwendung des Fachwortes Anime durchgesetzt. 20th Century Boys Akira Astro Boy Madrid Almodóvar and Madrid have evolved at the same time: from provincial children to international and cosmopolitan adults, while never entirely losing their rural roots. In Madrid, Almodóvar found the ideal stage for his paradoxical world view. A place in which the most vanguardist design lives happily alongside a tacky dressing gown Outside Madrid, the spectators of Women on the Verge of a Nervous Breakdown took the idea of Carmen Maura breeding hens on her attic terrace to be a stroke of genius, but at the end of the day, these are the contradictions which make the city what it is. Anyone wishing to study the evolution of Madrid over the last 25 years would be unable to do so without analysing the films of Almodóvar. Manipulator Die Künstler Wilhelm Moser und David Colby hatten die erste Ausgabe von ‚The Manipulator’ 1984 in Düsseldorf auf den Markt gebracht. Schnell entwickelte sich das Magazin mit seiner Mischung aus Fotografie, Architektur, Film, Mode und Design bis zu seiner letzten Ausgabe zehn Jahre später zu einer der einflussreichsten Veröffentlichungen. Neben der üblicherweise schnell überblätterten Werbung, die in diesem Großformat fast schon kunstvoll wirkt, sind es vor allem Fotografien u.a. 155


Mapping Frau Böhm Salome, Immendorf, Rainer Fetting, Lehnert and Landrock, Beato and many others. In 1988, Moser moved to Miami Beach, where he campaigned for the preservation of art deco buildings outside the designated ‚Deco District’, and successfully fought for a stricter, citywide building code. He owned the ‚Century Hotel’ in Miami Beach and is also responsible for ‚Select’, an adversismentpublication for fashion and advertising photographers. He now splits his time between America, Germany and ‚traveling to hard-to-get-to places.’ Der erste Kontakt Marks of Honour

von Bruce Weber, die ‚The Manipulator’ prägten und gleichzeitig so faszinierend machten. Wilhelm Moser: Austrian, (born in Düsseldorf, Germany) Wilhelm Moser studied at the Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam, The Netherlands. He commuted between Düsseldorf and Paris until 1984, when Andy Warhol encouraged him to move to New York and recommended him to the Charles Cowles Gallery. In 1985, Moser founded ‚The Collaborators’, with German artist Joseph Beuys, the post-Dadaist Brion Gysin and the Paris based photographers Andre Ostier and Patrick Sarfati among others, with a remit to: ‚Showcase the work of known, unknown, lost, forgotten, living and dead artists.’ The Collaborators unearthed the 20’s Bauhaus magazine ‚G’ and publis156 hed work by the likes of Pierre et Gilles,

Mapping Frau Böhm Der Begriff Mapping (zu deutsch Abbildung oder Kartierung, wörtlich eine Karte machen) hat in den letzten Jahrzehnten eine Reihe zusätzlicher Bedeutungen erhalten. Zum ursprünglichen Inhalt – ein begrenztes Gebiet kartografisch erfassen; erhobene Daten in eine Landkarte eintragen – kamen Bedeutungen aus der Computergrafik und -technik hinzu, aus der allgemeinen Technik, Meteorologie, Medizin sowie Inhalte aus den Planungsmethoden. U.a. Mip Mapping, Photon Mapping, Screen Mapping, Level Editing/Mapping, Memory Mapping, Message Mapping, Reverse Mapping, Direct mapping, InformationMapping-Technik), Mind Mapping, Value Stream Mapping. In einem eigentlich ganz anderem Zusammenhang entstand auf Veranlassung von Markus Schaden eine Böhm-Weltkarte, die die Zusammenhänge verschiedener Böhm-Ausgabe zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellt. Organigramm O.i.F. Alles echt


Middlesex Mapplethorpe, Robert

Stephen Gill, Todd Hido, Martin Parr, Ken Schles und Joachim Schmid teil. Massive Multiplayer Beautiful World Mirko Martin ist ein Berliner Fotograf, dessen Serie ‚L.A. Crash’ im Handelszentrum ausgestellt war. Er greift bei seinen Bildmotiven sowohl auf Filmsets als auch auf reale Ereignisse zurück. Durch eine bildnerische Verdichtung der Geschehnisse sowie die nachträgliche Zusammenstellung der Aufnahmen lässt er jene Realität

Marks of Honour ist eine Austellungsreihe, zu der Fotografen eingeladen werden, dem Buch oder der Publikation, die sie am meisten beeinflusst hat, eine Hommage in Form eines eigenen Werkes zu zeigen. Die erste Ausstellung, die im Jahr 2005 im FOAM Museum stattfand, wurde von

entstehen, die es uns unmöglich macht, zwischen Wahrheit und Fiktion zu unterscheiden.

 V. Loewenhaupt, N. Poppe, M. Schaden und W. van Zoetendaal kuratiert. Hier wurde u.a. die Spezialausgabe Der erste Kontakt gezeigt. Den Ausgaben der #24 lag je einmal der Manipulator bei. U.a. nahmen an MoH1 auch Bertien van Manen, Jacqueline Hassink, Morten Andersen, Olivier Cablat, Bertrand Fleuret

Der Titel führt auf Abwege. ‚Middlesex’, das verspricht nach all dem, was man über Jeffrey Eugenides und seine vor kurzem mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnete Familiensaga bereits gehört hat, den Thrill und die Faszination aktueller Gender-Extravaganza. Wo ist die Mitte zwischen männlich und weiblich? Was liegt zwischen den Geschlechtern? Und vor allem: Wie fühlt sich das an, im Leben und in der Liebe? Schließlich macht Eugenides von Beginn an kein Ge- 157


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Middlesex heimnis aus dem schicksalsbringenden Würfelwurf der Natur und verrät schon im ersten Satz, dass der Erzähler von ‚Middlesex’ gleich zweimal geboren wurde: als kleines Mädchen Calliope, ‚an einem bemerkenswert smogfreien Januartag 1960’, und als halbwüchsiger Junge namens Cal im August 14 Jahre später. Zwischen diesen biografischen Schnittstellen, etwa in der Mitte des Buches nach gut 350 Seiten, erfährt man aber, dass mit dem vielversprechenden Wort lediglich eine Straße in Detroits Vorort Grosse Point gemeint ist. Der Middlesex Boulevard liegt in einer vornehmen Gegend, mit teuren Villen, in denen in den Sechzigerjahren Familien wohnten, die den gesellschaftlichen Aufstieg in den USA geschafft hatten. Auch der Stephanides-Clan gehört dazu. […] Angesichts der Bedrängnisse ihrer Pubertät entscheidet sie sich nun nicht mehr für eine mögliche Umoperation, sondern für ein Leben als Mann mit kleinen physischen Mängeln. Vielleicht, weil sie weiß, dass ihr Ego nur ein Geschöpf der Lüge war, gebaut auf dem zufälligen Fehlgriff eines Arztes, aus dem sich später alles Streben und alles Begehren speisen würde. Einigermaßen mit seiner Natur versöhnt aber wird der vierzehnjährige Cal erst, als er sich aus der Hülle seiner Mädchenexistenz herausschält – wortwörtlich, ein Friseur wird es richten. Am Ende der Romanspirale ist Cal in ihrem vollständig-unvollständigen Körper als dem eigentlichen Zuhause angelangt: auf einer Odysee, die mit dem Inzest der Großeltern während der Flucht vor dem türkisch-griechischen Krieg 1922 begann und mit dem Einmarsch 162 der Türken auf Zypern schließt. taz, 2003

Mister Lonely Harmony Korine beschreibt den sanften Wahnsinn einer Doppelgänger-Gemeinschaft in Schottland und einer Glaubensgemeinschaft von fliegenden Nonnen in Panama. (UK / Frankreich / Irland / USA, 2006, 112 Min.) mit Diego Luna, Samantha Morton, Denis Lavant, Werner Herzog, Leos Carax u.v.m. Harmony Korine catapulted to fame as an enfant terrible, and for a few years he played the part to perfection. He was the young skateboarder turned wunderkind

screenwriter behind Larry Clark’s 1995 sensation, ‚Kids.’ At 24 he directed ‚Gummo’ (1997), about glue-sniffing, cat-killing teenagers in a Rust Belt backwater. Most critics hated its junkyard, freak-show aesthetic, but it spawned an instant cult, with devotees including Werner Herzog, who became a mentor and collaborator, and Gus Van Sant. Mr. Korine’s next film, ‚Julien Donkey-Boy’ (1999), inspired by his schizophrenic uncle, continued the gutter-punk provocations. But after that he largely receded from public view. Now 35, having dug himself out of what he called ‚a black hole,’ he has finally made another film, ‚Mister Lonely,’


Mister Lonely a sweetly cockeyed fantasia about a colony of celebrity doppelgängers and a troupe of sky-diving nuns. Over coffee during a recent trip to New York — he now lives in Nashville with his wife, Rachel, not far from his childhood home — this onetime fixture of the downtown party circuit did not seem nostalgic for the old days. At some point, Mr. Korine said, “I lost interest, not just in films but in life. It was never the intention to become the center of attention. The people around me, the

social stuff, the narcotics — it was just like, what the hell happened?” He seemed to be cheating death, and not just with drugs: he survived two house fires, first in Connecticut and then in Queens. “The first one I don’t know what happened,” he said. “The second one was my fault. I fell asleep smoking.” He moved to Paris, where his friend, the fashion designer and cinephile Agnès B., put him up in a studio apartment. But he didn’t speak French, and the isolation was not conducive to recovery. “It was weird to be in a place like Paris that’s so beautiful and be falling apart,” he said. (His memory of that time made its way into ‚Mister Lonely,’ in which the cha-

racter played by Diego Luna is a Michael Jackson impersonator adrift in Paris.) […] “The story always comes from pictures I want to see,” he said, and this time they included nuns falling from planes and a Michael Jackson impersonator on a child’s bike. ‚Mister Lonely,’ which Mr. Korine wrote with his younger brother, Avi, shares with his other films a nonjudgmental fascination with outcasts. The impersonators, unwilling to face the world or themselves, exist in an illusory Neverland. “There’s an inherent drama in people who create their own utopia,” Mr. Korine said. Mr. Luna prepared for his role by studying with a Michael Jackson impersonator in Mexico City. To test himself he performed outside the Notre-Dame museum in Paris. “I danced for two hours and made seven euros,” he said. (He was convincing enough, he said, to fool Richard Williams, the father of Venus and Serena Williams, who was staying at the same Paris hotel. “He came up to me and said, ‘Hey Mikey, how ya doin’?’ and was really annoyed that I wasn’t Michael.”) ‚Mister Lonely,’ apparent evidence of a kinder, gentler Harmony Korine, comes with a ready-made back story — the rehabilitated addict, the maturing artist — which should not be mistaken for a master narrative. “I definitely didn’t want the film to have a bleak worldview,” he said. But he isn’t prepared to lose the badboy mantle. “I think the next one will be more provocative,” he said. “Otherwise life just gets too boring.” Clark, Larry 163


Monitor Monitor (von lat. monere ‚ermahnen, warnen’) bezeichnet in der Technik: eine Einrichtung zur Überwachung, eine akustische Kontrollmöglichkeit bei der Bühnenbeschallung für Bühnenkünstler, eine akustische Kontrollmöglichkeit im Tonstudio für Bühnenkünstler oder Tontechniker, ein elektronisches Anzeigegerät zur Darstellung von Zeichen oder Bildern, eine technische Einrichtung zur Überwachung von Vitalparametern in der Intensivmedizin, eine Wasserabgabearmatur bei der Feuerwehr, in der Informatik ein Konzept zur Synchronisation von Zugriffen, ein Betriebssystem, ein UnixProgramm zur Dekodierung von Telegrammen und Signalen, eine Reihe von russischen Erdbeobachtungssatelliten, ein amerikanisches Panzerschiff aus dem 19. Jahrhundert, Außerdem: eine weltweit aktive Unternehmensberatung, ein politisches Fernsehmagazin des Westdeutschen Rundfunks, ein Business-ToBusiness-Magazin der Informationstechnik aus Österreich, ein Ort in den USA, ein Berufsbild bei der Kontrolle klinischer Prüfungen. CCTV Fernsehmonitor Moriyama Daido *1938 ist ein japanischer Fotograf. Er gehört zu den führenden Vertretern einer neuen Generation von japanischen Fotografen, darunter Tomatsu Shomei, Nakahira Takuma, Araki Nobuyoshi. Neben einer kritischen Auseinandersetzung mit der japanischen Gesellschaft, den dort stationierten Amerikanern, und Konsum und Massenindividualismus, begannen sich die Fotografen, vor allem während der 164 Provoke-Zeit mit metaphysischeren

Fragen auseinander zu setzen. Vor allem Moriyamas Publikation ‚Farewell Photography’ zeigt seine Radikalität: gefundene Bilder, unterbelichtete Abzüge, Ausschnitte und Negative sind hier nebeneinandergestellt. Mit ‚Light and Shadow’ 1982 begann er einen Neuanfang, die Auseindersetzung mit Fotografen wie Atget oder Winogrand half ihm formal zu neuen Fragen und Ansprüchen. In die achtziger Jahre fällt eine erweiterte Auseindersetzung mit


Mumbay settings aspects of daily life and networks of people, sometimes quite extraordinary, are photographed. The ‚Sehnsucht‘ of, in most cases, young adolescents, to be an individual person and part of a specific group as a cultural phenomenon is a central theme. Of major importance in their oeuvre is questioning the influence of the world of Film- and Media for which the arts- and photography scene are catalysators.“ Mirelle Thijsen seiner Biographie, z.B. die Serie ‚Memories of a Dog’. Zum Anfang der neunziger Jahre (1993) schuf Moriyama mit seinen Hysteric Serien wieder einen neuen Stil (die Fotografie sollte ihmzufolge ‚glatt sein wie Kacheln’) und langsam begann sich auch der Westen in größerem Maße für ihn zu interessieren. Erst mit der Veröffentlichung der ‚Japanese box’ durch Christoph Schifferli (2001) und mit der Verleihung von internationalen Preisen (DGPH 2004) kam seinem Werk die gebührende Geltung zuteil. In den letzten Jahren veröffentlicht Moriyama weiterhin Magazine namens ‚Record’, in denen er seine Arbeiten remixt, und Bücher mit alten oder neuen Serien. Araki Fotobuch Japanese Lesson „The major motives used by the artists couple in their respective oeuvres, and the work produced by both artists – such as ‚portrait’, ‚city and landscape’, ‚youth culture’, ‚fashion’ and ‚prejudices’ – are situated against a larger backdrop of the extended urban area Cologne-Dusseldorf as well as unknown territory encountered during their extensive global travelling in Canada, Japan and USA. In these urban

München Oktoberfest, Goethe- Institut, Jörg Koopmann, Fön, Maximilianstraße, Alte, Neue und Pinakothek der Moderne, Deutsches Museum, Franz Josef Strauß, Karl Valentin, Fußball, die Olympischen Sommerspiele 1972, Viktualienmarkt. Mumbay […] Nevertheless. Dr. Daruwalla abruptly asked the dwarf to drive him past his father’s former house on old Rodge Road, Malabar Hill; this was doubtless because Farrokh had his father and Malabar Hill on his mind. Farrokh and Jamshed had sold the house shortly after their father’s murder – when Meher had decided to live out the rest of her life in the company of her children and her

165


Murakami grandchildren, all of whom had already chosen not to live in India. Dr Daruwalla’s mother would die in Toronto, in the doctor’s guest bedroom. Meher’s death, in her sleep – when it had snowed all night –was as peaceful as the bombing of old Lowji had been violent. It wasn’t the first time Farrokh had asked Vinod to drive by his old Malabar […] John Irving Murakami, Haruki (jap. 村上 春樹| 1949 in Kyôto) ist ein bedeutender japanischer Autor von Romanen und Erzählungen. Übergreifendes Thema in seinen Romanen ist der Verlust von geliebten Menschen und die oft vergebliche Suche nach ihnen. Viele seiner Romane sind im Stil des magischen Realismus gehalten, in denen oft physische und psychische Realität nahtlos ineinander übergehen. Mystisch oder märchenhaft anmutende Passagen bilden somit einen selbstverständlichen Teil der erzählten Wirklichkeit. Den zentralen Figuren in seinen Werken verleiht Murakami oftmals autobiografische Züge. So ist zu bemerken, dass sie – analog zu ihrem Schöpfer – oftmals eine Vorliebe für einfache, doch delikate Nahrung haben, gerne Jazz sowie Rock hören und ihre Freizeit mit Vergnügen in guten Bars verbringen. Dennoch haben seine Charaktere vielschichtige Tiefe, die er sowohl wortreich und bildhaft zu beschreiben, als auch in wenigen Sätzen zu umreißen vermag. Der Autor ist in europäischer und nordamerikanischer Literatur sehr belesen und bekennt sich zu seinen großen Vorbildern: Franz Kafka und Fjodor Michailowitsch 166 Dostojewski. Auch versuchte er immer

schon seinem eigenen Volk die amerikanische Literatur näher zu bringen, übersetzte verschiedene amerikanische Autoren wie F. Scott Fitzgerald, John Irving, Paul Theroux, Raymond Carver und Raymond Chandler in die japanische Sprache, um von Seiten der japanischen Kritik nichts anderes als Vorwürfe für die „westlichen“ Einflüsse in seinen Werken zu kassieren. Japanese Lesson Tokyo Murakami, Takashi Interview mit dem ARTMagazin. Herr Murakami, so farbenfroh und fröhlich Ihre Arbeiten auf der Oberfläche sind, sie wirken einsam und deprimierend. Wollen Sie diese Gefühle damit ausdrücken? Roberta Smith, die Kritikerin der ‚New York Times’, sagte, ich sei verletzt und wütend auf die Gesellschaft und auf mich selbst. Kinder sind große Fans meiner Arbeit. Sie verstehen meine Kunst, denn sie erkennen die Wahrheit darin. Kinder lieben Star Wars – aber die Serie ist nicht fröhlich, sondern handelt von dunklen Geschichten. Kinder sehen ihre Eltern, wie sie miteinander streiten und wie sie sich wieder umarmen. Das ist die Realität, unsere Welt ist ein komplizierter Ort. Deshalb lachen meine Gesichter nicht wirklich. Das Lächeln meiner Figuren ist nur ein Muskel, der sich bewegt. Die Subkultur der Otaku, japanische Jugendliche, die sich in die Welt der Mangas zurückziehen, die auf Erotik-Comics und Animationsfilme stehen, war lange Zeit Ihr Thema. Haben Sie Otaku hinter sich gelassen? In bin wieder sehr involviert, in den nächsten zwei, drei Jahren werde ich neue Arbeiten dazu produzieren. Früher hatte ich kein Vertrauen in die Kultur


My personal Hitchcock der Otaku, inzwischen wird sie wie die Gothic-Szene von der Gesellschaft als Stil angesehen. Otaku ist ein großer Markt geworden. Gefällt es Ihnen, als Nachfolger von Andy Warhol bezeichnet zu werden? Wie alt ist Andy Warhol geworden? Ich glaube 58 Jahre. Wenn ich so alt oder älter sein werde, sagt das vielleicht niemand mehr von mir. Character Thieves Imaginary Club

Murakami Ryû (jap. 村上 龍;| 1952 in Sasebo, Präfektur Nagasaki) ist ein japanischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur. Nachdem er 1976 den Akutagawa-Literaturpreis für sein Buch ‚Blaue Linien auf transparenter Haut. Tokio unterm Strich’ gewann, wurde man in Japan auf ihn aufmerksam. In Europa wurde er durch den Film Tokio Dekadenz (1992) bekannt. Seine Werke sind in Japan beliebt, nicht zuletzt weil er meist gesellschaftskritische Themen verarbeitet. My Personal Hitchcock from an interview with Yasuko Hayashi There are series ‚My Personal Hitchcock’ where you use movie films as material of your work beside everyday life scenery. What is your intention? You can see very clearly how photography and movies influence each other if you compare the images Hitchcock composed in his movies and the photography works of the same ages. I took these images out of their content, put more than 50 photographs from about 7 or 8 Hitchcock movies together into a new context so they happened to become a totally new story; and with changing the sequence or reversing the order another story can happen. So people can put together their own storyboard of a movie. Storyboards are the summaries of a complete film in just a few images. And a sequence of apparently loose images is transformed with the fantasy and ideas of the viewer into action and can project their own thoughts and ideas. I‘m also interested how movies and moving images change the way people look at things and events, how they sense their environment or what‘s hap- 167


My personal Hitchcock

ďƒ˜My Personal Hitchcock

168


Nakagawa, Hisako (jetzt: Hisayuki Hisako) war die erste Künstlerin im Böhm Handelszentrum. Geboren in Osaka lebt sie nun in Toyko. „Ich möche die verschwommenen

pening around them. Maybe the momentary of moving images make people think their own thoughts and stories depending on their own history and cultural background. Hitchcock Eggleston Kino und Fotografie CCTV Könnte sein

N

Bilder und unsichere Erfahrungen zum Ausdruck bringen und dabei die Unsicherheit und die Kurzlebigkeit der Wahrnehmung hervorheben. Naniwa

agawara Yuri: From the early 1980s into the 1990s, I produced installations comprised of photocopies of photographs taken at Lake Biwa. Having no desire to take nature photographs of a merely sentimental quality, I wanted to explore the relationship between nature

Nan˘ca , Vlad is one of the key figures in the young art scene in Romania who step beyond the constraints of strictly individu-

and our contemporary society by capturing natural scenery in somewhat cheaplooking photocopied images. Böhm Handelszentrum

alised art production in favour of a search for an artistic togetherness, a space for a new generation‘s enunciation. The effort of coming together and reflecting upon 169


Naniwa shared living conditions and the possibilities for alternative exhibiting projects and collaborations has also left a mark on the content of works of Nanca‘s generation. The ‚non-identitarian‘ character of the art practice in Romania during the nineties is apparently being replaced by an emerging tendency towards re-approaching social issues on local, national and global scales. Nanca‘s recent works dealing with figurations of national identity in Romania have been the most prominent examples of that shift. :Erden Kosova Naniwa MalkastenKönnte sein Naniwa Naniwa ist zum einen der alte Name der Stadt Osaka in Japan. Katja Stuke und Oliver Sieber haben dort gemeinsam mit Hisako Nakagawa, einer Fotografin aus Kyoto, in einen InternetBlog eine visuelle Assoziationskette gebildet, zu der sie mehr als 70 Fotografen weltweit eingeladen haben. Dieses Blog hieß „Naniwa” und war aktiv zwischen Januar 2006 und Februar 2007. Alle Bilder des Blogs wurden im August 2007 im Heft ‚Kobayashi San’ veröffentlicht. Dort schrieb Axel Ganz, einer der beteiligten Künstler folgendes: 2006年1月、カティア・ ストゥーケとオリヴァー・ジーバーは、写真家とア

ーティストと友人だちに 「フォトブログ・ナニワ」 プロジェクトへの参加を呼びかけました。私のメー

ルボックスにも、呼びかけのメールが届きました。

参加のルールは、極めて簡単です。参加者は、コメ ントや文章は一切なしで写真だけを投稿します。 掲載されている写真に対して、次の投稿者は、しり

とりと同じ要領で内容的につながりのある写真を 投稿します。写真のフォーマットは10cmx15cmで

300dpi 以上の解像度が条件です。フォトブログ 170 への参加招待状を受け取って約1週間後に参加手


Naniwa 続きを行った時、私は驚かずにはいられませんでし た。わずか数日という間にサーバーには、54点も の写真が保存されていました。

この試みがいかにして立ち上がったのかを知ろう と、私はマウスのジョグダイアルを一生懸命動かし ました。コメント付の雑誌やネットワークもなく、

写真からの連想だけでつながっていくフォトブログ をどう定義したらよいのでしょうか。

テーマごとのちょっとした反論や考えの飛躍やあ る点への到達やスケッチやスナップショットや旅行 や作品サンプルそれにアーカイブに保管するよう な写真が花火のようにつながっています。それ以上

ものは厳格に規定されたシリーズものの抜粋にぶ

真に手を差しのべる感じでつながっていきます。

の解放的なルールの下では、何ヶ月も観察してみ

の規則も特にはなく、常に形を変えながら前の写 これは一種のコンテストなのでしょうか。オンライ

ンするのが1時間遅れたことに憤りを感じている 自分にふと気づいたりすることもあります。今の写

真の1つ手前の写真が、私の写真にとって最高の

お膳立てであった場合です。それでも、写真を通じ た冒険心には、いつでも映像で表現できそれを何

度も見ることができるということが最初から約束 されています。1冊のアルバム、終わりのない展示 会、あるいはほぼ終わりのない、これまでには例の なかった規模の大きさが魅力です。

前の写真と内容的に、あるいは表面的にだけでも 対話する写真がたくさんあります。中には、大声で 叫んでいるのが聞こえてくるような写真もありま

す。 「その通り。その点に関して私は、もう少し掘り 下げて次のようにコメントしたい」と言いたくなる ような写真や、もっと単純に「ちょっと待って、私の 見解はもっと極端だから」というものもあります。

そうかと思えば、写真の技術的側面や形式的側面 に関する議論だけのものもあります。また、写真

によってはその前の写真のテーマを大胆にすり替 えて、明らかに本題から外れた発想に飛躍してい るものもあります。私自身は、これをとても有難い

と思うことが時折あります。これによって、その写 真で見落としていたことに気付くことができるから

です。シリアスなものは挑発的なものに、お洒落

なものは内向的なものに、十分に醗酵していない

つかります。自分自身の連想だけで十分であるこ

ると変動と気分的な要素が浮き彫りになってきま す。変わり易いお天気情勢と同じように新しいブ

ロガーは、新しいテーマを持ってきますし、多くの ブロガーに対して非常に楽観的になり、何週間も

前に一度けりがついた、もしくは別の解釈で処理

された古いテーマが再びスポットを浴びることに なります。

変動や流れはあるとはいうもののプロジェクト期 間全体を通してみると全参加者が求める写真アー トとしてレベルの高いものが、毎日インターネット

で公開されてきました。ここまで頻度の高い野心 的なメディアは、インターネットでもそうはありま せん。

1年間というプロジェクトを終えて、ナニワは写真 を通じた世界規模の対話にまで発展しました。日

本、カナダ、ドイツ、南米、ラトビア、リトアニア、ル ーマニア、トルコの写真家がプロジェクトに参加し ました。その結果は、写真が1540枚で、データ要

領は200MBです。ルーマニアの続きのブログ(fotofangen.blogspot.com/)とブログ特有の順番

に並んだ最新の写真も含む全写真記録は最初まで

戻る必要があります。 Die ersten 300 Fotografien wurden einmalig in einem kleinen Format geprintet und in der Ausstellung The Böhm Project im CASO ausgestellt. Die Veränderung 171


Neue Werkstrategien im Web konnte live auf einem bereitgestellten Computer verfolgt werden. Beteiligte waren die Fotografen: Katja Stuke; Oliver Sieber; Hisako Nakagawa; Masaya Oka; Nobuyuki Osaki; Naruki Oshima; Antenna: Hideyuki Tanaka; Iwanaga Takatsune; Takuma Uematsu; Tetsuya Goto; Makiko Goto; Miho Hagino, Miles Collyer; P. Elaine Sharpe; Andrew Reyes; Tasman Richardson; Ute Behrend; Natalie Bewernitz/Marek Goldowski; Nora Bibel; Kerstin Braun; Anika Büssemeier; Swen Buckner; Frederik Busch; Adam Etmanski; Dunja Evers/Thomas Mass; Mareike Frisch; Axel Ganz; Birgit Jensen; Markus Karstiess; Claudia Kempf; Taki Kiometzis; Anton Klees; Natalie Kreuter; Christoph Krey; Gisèle Legionnet; Verena Loewenhaupt; Thomas Neumann; Erik Neufurth; Bernd Nörig; Nina Poppe; Eren Önsöz; Anika Potzler; Robert Pufleb; Judith Samen; Wolfgang Schäfer; Sophie Schmalriede; Oliver Schmidt; Sabine Schründer; Josef Schulz; Karen Stuke; F.R.Stuke; Lena Szankay; Marcus Zumbansen; Ugne Bagaliunaite; Cristina Candel; Irene Castillo; Julius Keleras; Vlad Nanca; Mona Miclea; Oguz Meric; Awoiska van der Molen; Alina Popa; Tudor Prisacariu; Astra Zoldnere; Sang-Young Lee; Pablo Aneli; Theda Acha; Roberto Beltran; Dante Busquets; Mark Callanan; Alex Dorfsman; Meinolf Koessmeier; Gustavo Morainslie; Carlos Ranc; Alfonso Romero; Monica Ruzansky; Osaka Blog Kobayashi San Neue Werkstrategien Das Folkwang Museum in Essen lud in den Jahren 2000 bis 172 2003 junge Künstler unter dem Titel ‚Neue

Werkstrategien’ ein, ihr Werk, ihre Konzepte und Publikationsformen zu präsentieren. ‚Seit Anfang der 90er Jahre sind Ansätze in der Kunstszene zu beobachten, die auf eine spezifische Vermittlung von Kunst und Alltagswelt zielen. Diesen künstlerischen Verfahrensweisen vor Ort nachzuspüren, sie offenzulegen und abseits seminaristischer Prozeduren oder diskurslastiger Ausstellungskonzepte in einem konzentrierten Gesprächsforum aus Künstlern und Kunstvermittlern zur Diskussion zu stellen, ist Anliegen der Neuen Werkstrategien #1 und #2, die von Necmi Sönmez, Gudrun Bott und Marcus Lütkemeyer im Museum Folkwang und The Arnhem Academy of Art and Design initiiert wurden. Moritz Neumüller Photoespaña

New York Those who saw him hushed. On Church Street. Liberty. Cortlandt. West Street. Fulton. Vesey. It was a silence that heard itself, awful and beautiful. Some thought at first that it must have been a trick of the light, something to do with the weather, an accident of shadowfall. Others figured it might be the perfect city joke. […] Around the watchers, the city still made it‘s everyday noises. Car


Nummer 21 horns. Garbage trucks. Feryy whistles. The thrum of the subway. The M22 bus pulled in against the sidewalk, braked, sighed down into a pothole. A flying chocolate wrapper touched against a fire hydrant. Taxi door slammed. Bits of trash sparred in the darkest reaches of the alleyways. Sneakers found their sweetspots. The leather of briefcases rubbed against trouserlegs. A few umbrellas tip clicked against the pavement. Revolving doors pushed quarters of conversation out into the street. (Colum McCann, Let the Great World Spin)

blishing. This extraordinarily democratic and far-reaching project brings together ground-breaking and unique exhibitors, speakers, and events from twenty countries.’ Printed Matter presents a special exhibition of books, posters, and ephemera by Richard Prince, as well as screenings, book signings, and performances. Other events include the Contemporary Artists’ Books Conference, cosponsored with the Art Libraries Society of New York (ARLIS/NY); and The Classroom, a fullschedule of informal artist talks, performances, and screenings. PR

New York Artbookfair Printed Matter, the world’s largest nonprofit organization dedicated to publications made by artists, presents the fourth annual NY Art Book Fair, October 2-4 at P.S.1 Contemporary

Het Nederlands Fotomuseum enthousiasmeert mensen voor fotografie, de kennis over fotografie en haar geschiedenis. Foto’s zijn overal om ons heen: in kranten, op televisie en internet, in ons fotoalbum en in ons geheugen. Deze beelden vragen allemaal om onze aandacht. Abonnent Nic‘s Comics ist ein Düsseldorfer Fachgeschäft für internationale Comics, Graphic

Art Center, Long Island City, Queens. The Fair hosts over 200 international presses, booksellers, antiquarian dealers, and independent artist/publishers presenting a diverse range of the best in contemporary art publications. Philip Aarons, Chairman of the Board at Printed Matter, said: ‚Printed Matter’s NY Art Book Fair reestablishes New York City as the heart of art pu-

Novels und Mangas. Die Ausgabe The Osaka Issue wurde hier im Mai 2006 präsentiert. Antenna Die Ausgabe Nummer 21 ist niemals erschienen. 173


Nördlich/Südlich

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O.i.F. Die Nummer sechs vom September 2000 stellt unter dem Titel Nördlich/Südlich in freier Assoziation Bilder von Landschaften und Städten, wie z.B. Barcelona oder Köln, gegenüber. Das Heft war thematisch ausgerichtet auf ‚Reisen’, ‚Wohnen’, ‚Architektur’, wobei durch die Gegenüberstellung der Bilder andere Themen angelegt sind. Im gleichen Monat erschienen die Kletterziele im SZ-Magazin.

ein Gemeinschaftsprojekt mit Altı Aylık (Kristina Kramer), Istanbul.‘Snake

Özer, Gamze Snake

Nüans ist ein Ausstellungsprojekt aus Düsseldorf, von Anna Heidenhain, Elmar Hermann und Maki Umehara. Nüans dient auch als Plattform, um mit interna-

O.i.F. ist die Abkürzung für ‚Original in Farbe’, die – immer seltener – verwendet wird, wenn eine farbig Abbildung in einer Publikation schwarz-weiss reproduziert

tionalen Künstlern zusammenzuarbeiten und Ausstellungen zu organisieren. Nüans versteht sich als Off-Space, d.h. außerhalb der oder nicht direkt in die Kunstszene integriert. Über das Project On Produceability: „Um diese Transparenz und Zugänglichkeit der Herstellung auch für künstlerische Zwecke zu nutzen, haben wir Künstler und Künstlerinnen aus verschiedenen Ländern eingeladen, ihre Arbeiten in Istanbul produzieren zu lassen. Während der Präsentation in den Ausstellungsräumen Alti Aylik und 5533 werden verschiedene Veranstaltungen zum Thema mit unterschiedlichen Gästen stattfinden. On Produceability ist

wird. Die Böhm-Ausgabe #20b war die erste Veröffentlichung der Fotografien von Filmdrehorten. ‚This book of photographs by the Düsseldorf-based duo Katja Stuke and Oliver Sieber shows original locations of legendary Hollywood films in their current unadorned state. Some former sets are non-descript while others simmer with cinematic memories. Shot 175

O

ffsetdruck ist ist ein indirektes Flachdruckverfaren, das in Bücher- und Zeitschriftendruck weit verbreitet ist. Ögüt, Suat Snake


O.i.F.

O.i.F. 176


Olympia between 1997 and 2002, the locations are identified by name and by the movies that made them famous.’ Die Abbildungen der Farbfotografien waren in dieser Ausgabe in einem groben schwarz-weissen Raster gedruckt. Filmdrehorte OOO is an acronym for ‚Out Of Office’. It implies connection between people. OOO is a platform for challenging the established notion of what a company is

and what work is. OOO provides an environment for creative people in pursuit of new style of work. OOO was founded in Osaka in 2007 by Tetsuya Goto. Their activities: Collaborative Office; Seminars/ Workshops; English lessons (tailored for creators); Design/Design Management. They also offer internships, residencies for artists (creators), exhibitions, book lauches etc. Osaka Release Ohio House Motel, The is a quaint treasure located in the heart of Chicago that offers a great value with an even greater location. This landmark motel features free on-site parking as well as an adjacent retro-charm diner open 7 days a week. We are located in the River North Area and within walking distance of many restaurants and landmarks, including the Hard Rock Cafe, ESPN Zone, Navy Pier, and

Chicago’s theatre district. We are only five blocks west of Michigan Avenue which is the amazing shopping area also known as the Magnificent Mile, the Water Tower Place and the John Hancock Center, and of course our beautiful lakefront. The Field Museum, Art Institute, Shedd Aquarium and the Planetarium are all close by and accessible via public transportation. You will find beautiful Wrigley Field, the home of the Chicago Cubs, Cellular Field, home to the Chicago White Sox and Soldier Field, home of the Chicago Bears, just a short drive away.’ PR Chicago Filmdrehorte Olympia (griechisch Ολυμπiα ) war das Heiligtum des Zeus in Elis, im Nordwesten der Halbinsel Peloponnes. Es war der Austragungsort der Olympischen Spiele der Antike. 177


Olympia

ďƒ˜Olympia

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Organigramm

Der Begriff Olympische Spiele (altgr. Olympia‚ die Olympischen‘, neugr. olymbiaki agones ‚olympische Wettkämpfe‘, auch olymbiada ‚Olympiade‘) ist gemäß der Olympischen Charta die Sammelbezeichnung für zwei regelmäßig ausgetragene Sportwettkampfveranstaltungen, die ‚Spiele der (jeweiligen) Olympiade’ (‚Sommerspiele’) und die ‚Olympischen Winterspiele’. Bei diesen treten Athleten und Mannschaften (nicht die Nationen) in den Olympischen Sportarten gegeneinander an. Dabei werden die Bestplatzierten mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen ausgezeichnet. ‚Olympiade’ ist entgegen einem weit verbreiteten Irrtum nicht synonym mit ‚Olympische Spiele’, sondern bezeichnet den Zeitraum von vier Jahren, der mit den Spielen beginnt. Die Einführung der Olympischen Spiele der Neuzeit wurde 1894 als Wiederbegründung der antiken Festspiele in

Olympia auf Anregung von Pierre de Coubertin beschlossen. Als ‚Treffen der Jugend der Welt’ sollten sie dem sportlichen Vergleich und der Völkerverständigung dienen. Seit 1896 finden alle vier Jahre Sommerspiele und seit 1924 Winterspiele statt. 1992 wurden Winter- und Sommerspiele letztmalig im selben Jahr veranstaltet, seitdem alternieren sie im zweijährigen Rhythmus). Heute nehmen bis zu 205 verschiedene Länder an Olympischen Spielen teil. Diese Zahl ist höher als jene der Länder, die von den Vereinten Nationen anerkannt werden (momentan 192), d.h. es gibt 13 weitere IOCMitglieder. Der Grund dafür ist, dass das IOC auch Nationen zu den Wettkämpfen zulässt, die nicht die strikten Anforderungen für politische Souveränität erfüllen, wie dies von den meisten anderen internationalen Organisationen verlangt wird. Als Folge davon besitzen zahlreiche Kolonien und abhängige Gebiete eigene Delegationen, die getrennt von ihren Mutterländern teilnehmen. Beispiele dafür sind Puerto Rico, Bermuda und Hongkong. Seit 1980 nimmt Taiwan an den Spielen teil, und zwar unter der Bezeichnung Chinese Taipei und mit einer vom IOC eigens für diesen Zweck gestalteten Flagge. Zuvor hatte die Volksrepublik China die Teilnahme verweigert, weil die taiwanische Mannschaft unter der Bezeichnung Republik China teilgenommen hatte. Supernatural Das Organigramm entstand 2004 anlässlich der Veranstaltung Büro Böhm, die in einem Büro des Regierungspräsidiums Düsseldorf stattfand. 179


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Osaka Private/Osaka Public

ďƒ˜Osaka Private/Osaka Public 182


Osaka Private/Osaka Public Osaka Clean Brothers CASO 20th Century Boys OOO CCTV Osaka Private/Osaka

Public Character Thieves J_Subs Ramen Moriyama, Daido King Kobra Naniwa Japan Goto, Tetsuya OOO Osaka Private/Osaka Public Did you find any characteristics of the city Osaka while shooting? I think Osaka is a very good place to take the kind pictures I usually take. It has these very big, geometrical streets

and architecture where people are passing by – they don‘t know each other but when they are passing they get in a kind of relationship just for one second; the traffic, living and working is happening on different levels above and below you feeling a bit like in science fiction movies; A lot of people on the street, in the subway and the shops and arcades. On the other hand the smaller streets don‘t have special sidewalks, so pedestrians, bikes, cars and small trucks have to manage with each other in one area. There are these small businesses around our place where I can only guess what‘s in all the boxes they are carrying in and out of the offices because every-thing is labeled mostly in Japanese (or I cant identify the brands and therefore the products) – I have seen boxes with drawings of weapons on it; only toys – but with some Yakuza- or Mafia movies on your mind this leads into some interesting ideas; Electric- and telephone-wires above you, which are an interesting source for thrilling speculations; most coloured masks for children with faces of characters from mangas which can cover the faces of bank robbers; all the products in the shops and department stores – everything is available, advertised loudly and colourfully and surprisingly often with portraits of European blond women; People from the same companies wearing their company uniforms, children and teenagers in school uniforms, fashion victims and women in white coats running along the street, all the business people in their business suits – all these people and occurrences are an magni- 183


Osaka Private/Osaka Public

ďƒ˜Osaka Private/Osaka Public 184


Stefan Panhans ficent impressions and great basics for ideas and stories. Especially if you are not used to them and they don‘t belong to your everyday life. You explored to take the interior of someone’s private houses in Osaka for the first time. Was there any change to your interests toward the object you are taking? At the beginning I was just curious. It is always interesting to come to other people‘s places, look how they live, what the collect, what‘s on the walls, what kind of furniture they have. When we have been in Tokyo in 2005 we have only seen streets and public spaces. You have only a glimpse how it looks behind the walls if you pass the mansions, multistory buildings or smaller houses. You try to find out how many people live in one place and I read some real estates advertisements to find out how big or how expensive they are. I had seen the ‚Tokyo Style’ book and some movies and everybody stresses (and all the guides write) that in Japan it is very unusual to be invited into the private spaces and nearly impossible; and as we don‘t know anybody really personally ... So I found it interesting to make pictures not only on the outside but also in the inside. At the beginning I was thinking about doing some kind of portrait of the place or the person living in it. But that‘s more a job for someone’s doing documentary photography. It‘s even more difficult and does not proof anything: And maybe it is similar to the pictures I took in the public spaces: you can‘t judge a situation only by a picture of one very short moment and you can’t judge a person by the things he owns, how he lives – especially when you

only see an angle from somebody else. Not everybody who is collecting mangas, videos, animes and figures is an OtakuKiller anyway – or people listening to hardcore music and playing computergames are going to commit highschoolmassacres. Private spaces are – also in Germany – protected spaces for the ones who live in there. The imagination of someone coming into your house when you are not there and searching all your private belongings is disturbing; conceiving that someone is just there let alone looking at all your things, judging, changing anything is a harassing idea. So I selected only some of the private photographs and they now become a part of the observation series – a new thought as part of the surveillance idea. So when you look at the pictures you can get the impression of searching private houses, being witness of a criminal scene. I think about maybe compounding it with the pictures I took on the streets and I will continue the series in Germany, maybe at some friends’ places where I can snoop around every corner. from an interview with Yasuko Hayashi.

P

anhans, Stefan Das wären dann genau 40.000 oder? Und ein paar Zerquetschte. Oder doch vielleicht 41.000 eher? dann müsste Low Carb, das muss ran, Low Carb 1, das hast du gescannt, oder? // Ich kann die komischen Dinger nicht kapieren, die mir die senden … all die ganzen Files, die ich hier reinkriege … ich versteh’s nicht … is’ alles total ducheinander da – könnt’ ihr das bitte noch mal 185


Paris etc.

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Parkheft hoch klettern wie die Betonblöcke, die die Fenster seines Bistros verbarrikadierten. […] Paris etc. ist der Titel der Ausgabe #14. Paris Photo ist eine jährlich stattfindende Fotokunst-Messe im Carrousel du Louvre anders senden, bitte Leute … mein Kopf macht das nicht mit! … das setzt aus hier, ich versteh’ nichts, Entschuldigung … what the hell ey! // Das ist so sexy hier, so stille, großartige Natur, die kann man nicht kaufen oder wem gehört das eigentlich?, welchem Meister gehört das, weißt du das?, gehört das vielleicht so einem Master of the Universe-Multi-Chinesenoder russischem Mafia-Scheich oder so und wir sind in so ’ner Art historisch nachgebildeten Waldvergnügungspark oder wie man so was nennt, der mit 375 Kilometer pro Stunde rum fährt, und von draußen schauen die indischen und chinesischen Kinder, oder wer weiss wer alles, uns an, wie auf diesem Bild von … weiß ich grad nicht […] Böhm Handelszentrum Paris Cissou hatte sein Bistro an der Place des Fêtes lange Zeit verteidigt. Er hatte mit Papier gegen Papier, mit dem Gesetz gegen das Gesetz gekämpft. […] Lange Zeit gewann er. Der Platz zerfiel zu Staub, sein Café blieb stehen. Er fotografierte jedes Haus und jeden Wohnblock, vor ihrer Zerstörung. Die Drohungen glitten an ihm ab, die Angebote wurden zudringlich. Als der Platz nur noch eine Sammlung von Fotografie war, entschloss sich Cissou zum Schlimmsten; zu verkaufen. Er trieb den Preis in die Höhe. Ließ ihn so

Das Parkheft ist eine kleine Sonderpublikation, eine Ausgabe der Malkasten Hefte des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten, zusammengestellt von Katja Stuke die bei der Veranstaltung Dickicht präsentiert wurde.

Dokumentiert wurden verschiedene Ausstellungen, die im Park des Malkastens stattfanden. Diesen dokumentarischen Aufnahmen und Fotos aus dem Archiv des Künstlervereins wurden Fotos gegen übergestellt von: Pieter Hugo, Robin Merkisch, Josef Schulz, Stephen Gill u.a. 187


Parkheft

188 Parkheft Character Thieves


Natalia Pershina Partin, Ted from an Interview with O. Sieber: I was fifteen but 1992 was the year after Nirvana‘s Nevermind was released and this changed my life and has stayed with me. I liked this line from Tom Waits because of its open-endedness. ‚Who are you this time?‘ Who is the person in front of the camera, who is behind it, and who is looking at the photograph? I want all of these things to be questioned. […] I do not have an intellectual answer for this question. I have a visce-

think my pictures are looking specifically at people on the edge of society, even though sometimes they do, instead the work is looking at a larger generation and trying to understand something about how these people live their lives. Böhm Kobayashi Beautiful World Die Galerie Priska Pasquer steht für Fotokünstler, die eine ungewöhnliche Sicht auf die Welt und höchstes ästhetisches Niveau kennzeichnen. Neben der russischen wandte sie sich auch der japanischen Fotografie zu, für die heute Ferdinand Brüggemann verantwortlich zeichnet. Pershina, Natalia The Factory of Found Clothes (Fabrika Nadyonii Odezhdii in Russian, FNO) is Natalya Pershina-Yakimanskaya and Olga Egorova. Founded in 1995 in St Petersburg, FNO have used installation, performance, video, text and ‚social research‘ to develop an operational logic of ‚fragility‘ as subjectivity antagonistic to that which is the state of things – be that the repressive social and political

ral response to a person and a need to see them in a photograph. […] Actually, with the 8 x10 I often find myself trying to hide behind it. That’s the thing with photography, you‘re trying to engage the world with your camera but at the same time you are also hiding behind it. […] It‘s a constant push and pull. I don‘t

climate of Russia or the reflexive futilities of international art scenes. Böhm Handelszentrum 189


Pflüger, Jérôme Pflüger, Jérôme […] indem sie Sprayer-aussagen unter Künstlerinterviewszenen gelegt haben. Immendorf, Baselitz und andere berühmte Vertreter der zeitgenössische Kunst und der klassischen

existierendes jährliches Festival. Für deutsche Kulturgänger muss diese Vorstellung wie ein utopisches Hirngespinst erscheinen, das den Nickeligkeitstest im kulturellen Alltag nicht bestehen kann.

Moderne reden, mit den Stimmen der Writer über Style, Streetart, Bombing und andere Graffiti-typische Themen. […] die Ernsthaftigkeit und Bekanntheit der Visagen der Künstler zu nutzen, um den Writern mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Die Graffiti-Writer bekamen in Folge durch die Filmbilder der Künstler eine Seriosität[…].Malkasten Drawing Party Böhm Handelszentrum

Madrid aber zeigt, dass es geht. Photo España heißt die Wunderschau, die es in ihrer immerhin schon zwölften Auflage auf 74 parallel laufende Ausstellungen bringt und letztes Jahr 660.000 Besucher zählte. Wie der Name schon andeutet, geht es bei dem jährlichen Festival ausschließlich um Fotografie. Jede Ausgabe ist einem Thema gewidmet, diesmal geht es um ‚cotidiano’ – den Alltag. Das Alltägliche ist längst Gegenstand der Kunst und erst recht der Fotografie. Wie sehr gerade dieses Medium zur Erkundung des allgegenwärtigen Phänomens beigetragen hat und wie sich die Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens in der Kunst seit der Moderne niedergeschlagen hat, wird von der PhotoEspaña in einzigartiger Weise aufgefächert. aus: artnet.de During the first week PhotoEspaña hosted the Böhm Handelszentrum/The Böhm TradeCentre, a project presenting the work of this duo in a trading container located in the Plaza de Santa Ana. A space is created in Madrid where the two

Photoespaña Man stelle sich ein Kunstevent mit Dutzenden hochkarätiger Ausstellungen vor, das einerseits alle einschlägigen Institutionen einer Stadt zusammen mit den wichtigsten Galerien thematisch und zeitlich unter einen Hut bringt, andererseits einen Katalog produziert und dann auch noch sowohl das Fachpublikum wie die breitere Besucherschaft anspricht. Die Rede ist nicht von einem ambitionierten Projektentwicklungsplan in einer Schublade der Kulturbürokratie. Es geht um eine tat190 sächlich existierende Stadt und ein real


Photonews artists show their individual and join project and where they also can interact with the Madrid scene. Just as in the Böhm Megastore, a direct connection is established between the artistic theme

you get the Photographers‘ Gallery‘s tried and tested mix of vintage snaps, contemporary work and a café filled with lovely rolls and cakes. There‘s also a print shop and bookshop. The gallery is also home to

and real. Although the change in shopping behaviour that has caused the empty store phenomenon in Germany is still not seen in the center of Madrid dozens of hypermarkets have sprung up on the outskirts of the city. The existence of a dehumanised urban center with an irreversible exodus of retail shops due to Internet stores and shopping malls can also come to affect us. PhotoEspaña 2005, Catalogue/ Moritz Neumüller Vierwändekunst

the annual Deutsche Börse Photography Prize. Timeout London, SkinsModsTeds

Photographers‘ Gallery ‚The Photographers‘ Gallery is the largest public gallery in London dedicated to photography. From the latest emerging talent, to historical archives and established artists – the place to see photography in all its forms.‘ PR Currently awaiting a full facelift, The Photographers‘ Gallery has left its Great Newport Street home and has opened a temporary space in its new six-storey premises on Ramillies Street. The gallery intends to unveil a stunning new space on the same site in 2011, but until then

Photonews erscheint seit Anfang 1989 als Zeitschrift zur Fotografie (mit zehn Ausgaben im Jahr), und wird in Hamburg von

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Nancy Popp Anna Gripp und Denis Brudna herausgegeben. Die Redaktion und freie Autoren berichten von Festivals, Neuerungen der Hochschulen, besprechen Bücher und Veränderungen in der Rechtsprechung und technische Neuigkeiten. Die Zeitschrift Photonews hat sich in zwanzig Jahren ihre Unabhängigkeit bewahrt und und kann daher von sehr arrivierten Positionen zu unbekannten newcomern in der Fotoszene vieles schlaglichtartig erhellen. Im März 2003 erschien dort eine Besprechung der Böhm und ein Überblick zum Projekt von Peter Lindhorst. Popp, Nancy Snake Poppe, Nina ist eine deutsche Fotografin, die mit Verena Loewenhaupt Marks of Honour kuratiert. Naniwa Kobayashi San Seit Anfang des Jahrtausends findet in der chinesischen Stadt Pingyao ein Fotofestival statt, zu dem internationale und chinesische Fotografen eingeladen werden. In einer ehemaligen Fabrik befinden sich weitläufige Ausstellungsräume. The past prosperity of Shanxi lies in Pingyao while the soul of Pingyao lies in its Old City. What's unique here is this wellpreserved ancient city with its grand, solemn city wall, its residences and shops, and even the government office all in the style of the Ming (1368-1644) and Qing (1644-1911). In 1997, when it was declared a World Cultural Heritage site for its Old City, Pingyao gradually opened up to the outside world and more and more people have come to have a look at this old 192 city representing the prosperous past of


Polaroid Shanxi during the Ming and Qing eras. Surrounded by the turtle-like ancient City Wall, Pingyao Old City is like a huge historical museum. Every street or building here has numerous stories to tell about the past one-thousand years. In the center of the Old City, the nearly 200 years old Rishengchang Exchange Shop is the first ‚bank’ in Chinese history and is known as the ‚Father of the Bank in China’. It tells of the prosperity of the Jin Businessmen in Chinese history. The well-preserved County Government Office on Zhengfu Street (also Yamen Street) shows a complete picture of the solemn law court and prison of the Qing Dynasty while in Chenghuangmiao Street, the Temple of the City God and the Confucius Temple reveal a glimpse of local folk life. Along the Ancient Ming and Qing Street, the old buildings in antique architecture styles may bring you back to the old China of that time. Ein Plattencover (auch Album Cover) ist eine bedruckte Papphülle, welche benutzt wird, um Schallplatten zu verpacken. Das Schallplattencover hatte von der Mitte der 1950er bis zum Ende der 1980er Jahre, als Schallplatten das Hauptformat für Musikaufnahmen waren, große Bedeutung für Marketing und Vertrieb der Platten. Im Jahr 1940 hatte der junge Grafiker Alex Steinweiss, der am Hauptsitz von Columbia Records in Bridgeport (Connecticut) tätig war, die Idee zur individuellen und farbigen Gestaltung der Albencover von Schellackplatten, die sich bislang in uniformen Verpackungen befanden hatten.

Poensgen Stiftung Die Familie Poensgen hat sich in Düsseldorf auch durch die Förderung von Kunst, Sport und sozialen Einrichtungen sowie in der Übernahme von öffentlichen Ämtern. So hat Clara Poensgen (1846–1910), Tochter von Albert Poensgen, als erste die Fabrikfürsorge, eine Haushaltsschule für Arbeiterinnen sowie Kinderhorte ins Leben gerufen und sich in der damals einsetzenden Frauenbewegung engagiert. […] Ernst Poensgen war Mäzen von Louise Dumont und Gustav Lindemann. und er gründete die „Ernst-Poensgen-Stiftung zur Förderung von Kunst und Wissenschaft“.Osaka Polaroid Corporation ist ein US-amerikanisches Unternehmen, welches durch seine Sofortbildkameras derart bekannt geworden ist, dass der Begriff Polaroid zum Gattungsnamen für Sofortbild wurde.

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194 Parkheft Haus und Garten


Polaroid

Der Physiker Edwin Herbert Land entwickelte Polarisationsfolien, für die er 1933 ein Patent erteilt bekam. Diese Polarisationsfilter basierten auf einer PolymerFolie mit eingelassenen Kristallen. Mit ihnen machte sich Land im weiteren Verlauf selbständig, indem er 1937 in Boston eine eigene Firma gründete, die sich passend zum Produkt Polaroid nannte. Auch wurden die Folien unter diesem Namen angeboten, sie fanden sich unter anderem in Sonnenbrillen. Mit einer aufwändigen Entwicklung versuchte man, die Wartezeit und das Zwischennegativ zu umgehen, das Ergebnis demonstrierte Edwin Land am 25. April 1972 auf einer Generalversammlung, indem er innerhalb von 10 Sekunden fünf Bilder belichtete, die sich binnen 4 Minuten selber entwickelten. Das System nannte sich SX 70, es handelte sich um jenen firmeninternen Codenamen, der bereits für die Entwicklung des Sofortbildverfahrens in den 1940er Jahren benutzt wurde. Es erschien zur Jahreswende 1972/73 auf dem amerikanischen und 1974 auf den europäischen Markt. Die Filmkassette enthielt 10 Farbbilder im Format 7,8 x 7,9 cm (Bildbereich), unter denen eine Polapulse genannte, besonders flache Batterie lag. Die Kameras für

das SX 70-System schoben das gerade belichtete Bild stets motorisch unmittelbar nach der Aufnahme heraus, dann konnte man beobachten, wie sich das Bild in den nächsten Minuten entwickelte. Vorgestellt wurde SX 70 mit einer faltbaren Spiegelreflexkamera, für die EinsteigerModelle hielt man zunächst noch am Trennbildverfahren fest, erst 1977 stellte man mit der Polaroid 1000 vollkommen auf das neue System um. Der SX-70Film lieferte Fotos von ausgezeichneter Qualität, besaß aber nur einen geringen Belichtungsspielraum. Er musste infolgedessen sehr genau belichtet werden und verlangte deswegen bereits bei der billigsten Kamera nach einer Belichtungssteuerung. Der SX-70 Film gehört zur Familie der Polaroid-Integralfilme, d.h. es muss kein Negativ abgezogen werden. Das Magazin des SX-70-Films besteht aus Kunststoff. Es enthält zehn Fotos und zuunterst die laminierte (Kohle-Zink) Polapulse-Batterie. Eine dünne Blechfeder in der Größe des Magazins liegt über der Batterie und drückt die Bilder nach oben. Zuoberst liegt ein Deckblatt aus Pappe. Wenn das Magazin in die Kamera eingeschoben wird, knickt eine ca. 2 mm breite Kunststoffleiste nach vorne ab und gibt den 195


Polaroid

Bildauswurf frei. Eine Folienzunge an der Vorderseite des Magazin erleichtert das Herausziehen des Magazins. Der SX-70-Film besteht aus insgesamt 16 Schichten. Unten auf dem Bildträger liegen drei farbempfindliche (RGB) Silberhalogenidschichten und die entsprechenden Farbkuppler-Entwicklerschichten(CMY). Zuoberst liegt die Bildempfängerschicht und das transparente Deckblatt. Beim Auswerfen verteilen zwei Walzen eine alkalische Paste mit einem lichtundurchlässigen ‚Verdunkler’ und einem weißen Pigment über die Negativschicht, worauf die Entwicklung beginnt. Die alkalische Paste durchdringt alle Schichten und aktiviert die Farbentwickler. Diese kombinieren sich mit den belichteten Silberhalogenidkörnern und werden blockiert. Die übrigen Farbentwickler steigen in die Deckschicht auf, wo sie zusammen mit dem weißen Pigment das Farbbild erzeugen. Die Verdunklerpaste wird am Ende transparent und das Bild wird sichtbar. Der SX-70-Film ist 1975/76 zum ersten Mal verbessert worden und dann noch einmal mit dem Time Zero Supercolor von 1980. Die Produktion des Films wurde Anfang 2006 eingestellt. Inzwischen hat das Unternehmen die 196 Produktion von Sofortbildkameras und

Filmen eingestellt, um sich voll auf Produkte für die Digitalfotografie zu konzentrieren. Nach Angaben des Unternehmens werden die Filme noch bis 2009 verfügbar sein. Schon einmal 2001 gab es Gerüchte, dass Polaroid die Produktion der SofortbildFilme einstellen will. Aufgrund dieser Nachricht entstand die Instant Böhm. Anders als bei anderen Release-Veranstaltungen wurde nicht nach der Fertigstellung des Hefts geladen sondern vorab zu einer ‚Instant Böhm’, bei der alle Besucher mit einer Polaroid-Passbildkamera portraitiert wurden. Warhol, Andy Der Begriff Popkultur (von lat. populus, Volk) oder Populärkultur bezeichnet kulturelle Erzeugnisse und Alltagspraktiken, die vor allem seit dem 20. Jahrhundert im Zuge der gesellschaftlichen Modernisierung als Massenkultur Verbreitung finden. Im modernen Sinne, etwa in der Soziologie und den Cultural Studies, bezeichnet Populärkultur gesamtgesellschaftliche Phänomene, die nahezu alle kulturellen Sparten umfassen. […] In neueren Diskussionen innerhalb der politischen Linken, insbesondere in der Tradition der Cultural Studies, wird Popkultur dagegen differenzierter behandelt und weniger eindeutig dem Bereich der Ideologie zugeordnet. Vielmehr erscheint sie nun – im Anschluss an Antonio Gramscis Hegemonietheorie sowie an die poststrukturalistische Diskursanalyse – als Feld, auf dem sich gesellschaftliche Konflikte und Veränderungen kulturell manifestieren. In der Popkultur – und vor allem ihren Rezeptionsweisen,


Popkultur

wie vor allem Stuart Hall und John Fiske betonen – könne sich deshalb auch politischer Widerstand bzw. Subversion ausdrücken. Pop ist in seinem Wortsinn als populäre Kultur zu verstehen, die sich nicht auf Musik beschränkt. Auch Malerei, Literatur, Fotografie, usw. gehören dazu. Popkultur lässt sich auch nicht durch Subgenres abgrenzen, da sich auch Hardcore Punk, Hip-Hop, Techno oder einfach Underground bzw. Indie unter den Begriff fassen lassen. In der allgemeinen Wahrnehmung kommt es begrifflich aber zu allerlei Verzerrungen, da der Begriff aufgrund seiner Geläufigkeit oft zweckfremd instrumentalisiert wird. Martin Büsser übt beispielsweise ausgehend von der Unterteilung in Genres, die er als Independent und als Mainstream kennzeichnet, seine Kritik. Popkultur setzt er dabei mit Main-

stream als Massenkultur gleich. Diese wiederum als subjektiv schlecht empfundene Massenkultur stellt er dem vermeintlich „guten“ Independent entgegen. Der Independent-Popkultur ganz besonders, aber auch dem Mainstream-Pop werden oftmals politische Werte wie Subversion und Widerständigkeit zugeschrieben. Popkultur sei ihrem Wesen nach mit Ideen wie Internationalität, Offenheit und Toleranz, Grenzenlosigkeit, sexueller Befreiung, Selbstbestimmung von Frauen, Spaß und Verteidigung demokratischer Werte im Allgemeinen verknüpft. So habe die Übernahme der amerikanischen Popkultur in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg eine – besonders für Deutschland wichtige – Befreiung von bürgerlichen traditionellen Strukturen ermöglicht. ‚Elvis Presley war nicht umsonst kein Deutscher’, wie das ‚Magazin für Popkultur’ Spex einmal formulierte. Popkultur unterliegt einem dynamischen Entwicklungsprozess aus wechselseitiger Transformation zwischen Soziokultur, Staats- und Nationalkultur sowie Wirtschaftskultur. Dieser Prozess ist historisch gewachsen. Der Popkulturtheoretiker Diedrich Diederichsen unternahm den Versuch, Popkultur in Phasen einzuteilen. Er bezeichnete die Phase des Pop der 1980er Jahre in Abgrenzung zu den 1960ern als Pop II und die Phase seit 1990 als Pop III. Der Titel der WDR-Reihe 50 Jahre Pop ist zu hinterfragen, da der Ursprung der Popkultur auch in Deutschland bereits in den frühen zwanziger Jahren begann und sich auch während des Nationalsozialismus die Musikrichtungen Swing und Rock ’n’ Roll als ver- 197


Popkultur deckte Jugendkultur etablierten. Generell lässt sich festhalten, dass es keine spezifisch deutsche Popkultur gibt. Popkultur folgt u.a. verschiedenen Mechanismen: Ambivalenz: scheinbare Gegensätze werden aufgehoben: Massenund Elitekultur, Kunst und Kapitalismus, Virtualität und Realität, Glokalisierung, Prosumer, Technologie und Emotion etc. Gebrauch der Massenmedien: Sie sind das zentrale Darstellungs- und Hilfsmittel zur Distribution der Hervorbringungen der Popkultur. Durch sie werden die Konsumenten beeinflusst und/oder interaktiv miteinbezogen, z. B. bei Wikipedia, Ebay oder Podcasts. Wegen des zunehmenden Rückzugs ins häusliche Privatleben in der heutigen Gesellschaft wächst die Macht der Medien und Marken kontinuierlich, zum Beispiel durch branded entertainment. Zur Theorie der Popkultur lassen sich im Wesentlichen zwei Ansätze unterscheiden. Zum einen die Kritische Theorie, die vor allem auf Adorno und die Frankfurter Schule zurückgeht, zum anderen die Cultural Studies, die sich auf das Birminghamer Centre for Contemporary Cultural Studies (CCCS) stützen. Auf der Seite der Kritischen Theorie ist vor allem das Kapitel Kulturindustrie in Adornos und Horkheimers Dialektik der Aufklärung zu nennen, auf der Seite der Cultural Studies haben sich Autoren wie John Fiske, Stuart Hall, Dick Hebdige und Lawrence Grossberg hervorgetan. Die Cultural Studies untersuchen Kultur im eigentlichen Sinne, ohne wie bei der Kritischen Theorie auf einen gemein198 samen ideologischen Kern zurückzu-

greifen. Diese wissenschaftliche Disziplin hat sich interdisziplinär weiterentwickelt und eint verschiedenste Lesarten. In den Cultural Studies werden partikulare und lokale Erscheinungen auf ihren Zusammenhang mit sozialstrukturellen Merkmalen, wie z. B. Ethnie, Klasse, Schicht, Gender und sexuelle Orientierung hin untersucht. Cultural Studies erforschen die Bedeutung von Kultur als Alltagspraxis. Diese Bedeutungen werden als sozial konstruiert aufgefasst. In seiner extremsten Form wird alles als Kultur aufgefasst, was im Zusammenhang mit menschlicher Sprache entsteht und somit einen soziokulturellen und zivilisatorischen Ursprung hat. Die Kritik an den Cultural Studies hinterfragt den Erkenntnisgewinn durch die genannten Ergebnisse. Die These der Totalitätstheorie der Kulturindustrie Adornos und Horkheimers analysiert die gesellschaftlichen Verhältnisse der 1940er Jahre. Ihre These ist keine kulturkritische, sondern eine gesellschaftskritische Theorie. Die Form der ökonomischen Analyse ihrer Theorie genießt heute keine Aktualität mehr. Sie stellen Kapitalismus als einen ausweglosen, sich in monopolkapitalistischer Formation verdichtenden Block dar. Aktualität wird hingegen der Diagnose des Spätkapitalismus zugerechnet. Adorno und Horkheimer gehen davon aus, dass sich Kapitalismus zum allgegenwärtigen System entwickelt hat. Darin habe sich fortwährend die Idee der Nische aufgelöst. Adorno hat diese Erkenntnis auf die einfache Formel gebracht: „Es gibt kein richtiges Leben im Falschen.“


Richard Prince Potzler, Anika (*1978 in Pegnitz), lebt und arbeitet seit 2001 in Düsseldorf. Sie studierte an der Gerriet Rietveld Academy, Amsterdam, und der FH Dortmund und machte ihr Diplom im Sommer 2007. im Januar und Februar 2007 wurde ihre Serie ‚one, two, three‘ im Böhm Handelszentrum ausgestellt. Sie lebt zusammen

mit Carsten Johannisbauer, einem der Gründer des alternativen Künstlervereins ‚Metzgerei Schnitzel e.V.‘ in dem sie ebenfalls eine entscheidende Rolle spielt und verantwortlich ist für zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen. Brause Prince, Richard Since the late 1970s, when Richard Prince became known as a pioneer of appropriation art — photographing other photographs, usually from magazine ads, then enlarging and exhibiting them in galleries — the question has

always hovered just outside the frames: What do the photographers who took the original pictures think of these pictures of their pictures, apotheosized into art but without their names anywhere in sight? Recently a successful commercial photographer from Chicago named Jim Krantz

was in New York and paid a quick visit to the Solomon R. Guggenheim Museum, where Mr. Prince is having a well-regarded 30-year retrospective that continues through Jan. 9. But even before Mr. Krantz entered the museum’s spiral, he was stopped short by an image on a poster outside advertising the show, a roughhewn close-up of a cowboy’s hat and outstretched arm. Mr. Krantz knew it quite well. He had shot it in the late 1990s on a ranch in the small town of Albany, Tex., for a Marlboro advertisement. ‚Like anyone who knows his work,” Mr. Krantz said of his picture in a telephone interview, ‚it’s like seeing yourself in a mirror.’ He did not investigate much further to see if any other photos hanging in the museum might be his own, but said of his visit that day, ‚When I left, I didn’t know if I should be proud, or if I looked like an idiot.’ 199


Product of Spain

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Print on Demand When Mr. Prince started reshooting ads, first prosaic ones of fountain pens and furniture sets and then more traditionally striking ones like those for Marlboro, he said he was trying to get at something he could not get at by creating his own images. He once compared the effect to the funny way that ‚certain records sound better when someone on the radio station plays them, than when we’re home alone and play the same records ourselves.’ But he was not circumspect about what it meant or how it would be viewed. In a 1992 discussion at the Whitney Museum of American Art he said of rustling the Marlboro aesthetic: ‚No one was looking. This was a famous campaign. If you’re going to steal something, you know, you go to the bank.’ People might not have been looking at the time, when his art was not highly sought. But as his reputation and prices for his work rose steeply — one of the Marlboro pictures set an auction record for a photograph in 2005, selling for $1.2 million — they began to look, and Mr. Prince has spoken of receiving threats, some legal and some more physical in nature, from his unsuspecting lenders. He is said to have made a small payment in an out-ofcourt settlement with one photographer, Garry Gross, who took the original shot for one of Mr. Prince’s most notorious early borrowings, an image of a young unclothed Brooke Shields. (Mr. Prince declined to comment for this article, saying in an e-mail message only, ‚I never associated advertisements with having an author.’) from: New York Times found footage

Print on Demand bzw. Book-on-Demand (dt. Buch auf Bestellung) ist ein seit Mitte der 1990er Jahre angewandtes Publikationsverfahren für Kleinstauflagen von Büchern und Druckschriften. Es basiert auf der Digitaldrucktechnik: Eine Druckvorlage liegt nur in elektronischer Form vor, Druckerzeugnisse werden dann erst unmittelbar nach der Bestellung produziert (im Gegensatz zum klassischen Offsetdruck). Für Book-on-Demand gibt es spezielle Arbeitsablaufsysteme. Unter Book-onDemand versteht man die Kombination von Digitaldruckverfahren und für Kleinstauflagen geeigneten Weiterverarbeitungsverfahren im Bereich der Umschlagveredelung und Bindung; oft kommt der Buchvertrieb im Auftrag und auf Rechnung Dritter hinzu. Mit Hilfe der Book-on-Demand-Technik kann ein Buch in einer Auflage ab einem Exemplar hergestellt werden, wirtschaftlich sind derzeit etwa 30 bis 100 Exemplare. Da das Buch sich immer nachdrucken lässt, hat es theoretisch eine unendliche Auflage, die als Idee das Verfahren prägt: da Bücher ‚auf Bestellung’ vor allem bei den sogenannten Langsamdrehern eine immense Sortimentserweiterung erreichen, ohne die wirtschaftlichen Nachteile einer physischen Lagerhaltung zu haben. Book-on-Demand eignet sich besonders für Buchprojekte, bei denen die Auflage schlecht kalkulierbar ist. Zwar sind die Stückkosten höher als beim konventionellen Auflagendruck, dafür werden Lager-, Vertriebs- und Finanzierungskosten gespart. 201


Printed Matter Inzwischen nutzen fast alle größeren Verlage Book-on-Demand, insbesondere für Reprints und Nachdrucke vergriffener Werke und für spezialisierte Fachund Sachbücher, wie beispielsweise häufig überarbeitete Handbücher und Softwaredokumentationen. Das Verfahren hilft auch Autoren, die ihre Bücher im Selbstverlag veröffentlichen wollen. Alle Hefte der Böhm werden nach dem ‚Print on Demand’ Prinzip realisiert: ein Teil der Auflagen wird für Abonnenten und Buchhändler zum Erscheinen einer Ausgabe produziert. Bei Nachbestellungen werden dann jeweils die gewünschten Ausgaben produziert. Die ersten 20 Ausgaben sind mittlerweile vergriffen – es gibt nur eine begrenzte, nummerierte Menge. Alle anderen Ausgaben können weiterhin nachbestellt werden. Printed Matter ist ein Fachgeschäft in New York, das sich auf den Verkauf von Fanzines und Künstlerbüchern spezialisiert hat. Andere Beispiele sind zum Beispiel Claire de Rouen in London, Shashin in Amsterdam oder Florence Loewy in Paris. Allerdings ist Printed Matter nonkommerziell organisiert, d.h. die Aktivitäten wie Beratung und die öffentliche Bibliothek sind gleichberechtigt und der Verkauf von Publikationen muss nur die Kosten tragen. Das Geschäft wurde 1976 gegründet und befindet sich mittlerweile in Chelsea. Printed Matter bietet eine Auswahl an Publikationen auf ihrer website an, aber der Besuch im Geschäft ist wie ein Blick in Ali Babas Höhle: Uner202 meßliche Schätze in Griffweite.

Product of Spain Two vaccuum packed objects open this photo essay on empty shops in Spain. Photographed in black and white, the images have an austerity to them that is then wholly counteracted by the weirdness of the two objects that re-appear at the the end of the essay. This issue was produced during the Photo España in Madrid in 2005 according to the motto ‚Frau Böhm moved Production Abroad.’ Produktionsmittel ist ein wirtschaftswissenschaftlicher Begriff und beschreibt diejenigen Arbeits- und Betriebsmittel, die zur Produktion von Gütern erforderlich sind, stofflich nicht direkt in die jeweiligen Endprodukte eingehen und in entsprechenden Produktionsprozessen wiederkehrend verwendet oder eingesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel Gebäude, Verkehrs- und Nutzflächen, technische Anlagen, Maschinen, Geräte, Werkzeuge und die damit verbundenen produktionstechnischen Verfahren. Außerdem gehören dazu: Computer, Drucker und andere Vervielfältigungsgeräte, Scanner, digitale Kameras, WebSoftware, die die Produktion von Kleinauflagen vereinfacht und kostengünstig möglich macht. Print on Demand Ink-Jet Fanzines Provoke In 1968, a magazine with the programmatic title ‚Provoke’ was published in Tokyo by the photographer and writer Takuma Nakahira, the art critic Koji Taki, and other members. Investigating the relationship between photography and text, and suggesting new ways for photography to depict Japanese society, the


Publikation magazine was an artistic and philosophical manifesto, responding to the upheavals of the late sixties. The participating photographers, among them Daido Moriyama, Nobuyoshi Araki and and Shomei Tomatsu searched for a radically new photographic language, as is reflected in the titles of their books: titles like Moriyama's ‚Bye, Bye Photography’, and Nakahira's ‚For a Language to Come’; publications that were turning points in postwar Japanese photography. The tumultuous period following World War II proved fertile ground for a generation of Japanese photographers who responded to societal upheaval by creating a new visual language dubbed ‚Are, Bure, Boke’ — rough, blurred, and out of focus. Named for the magazine Provoke, which sought to break the rules of traditional photography, this exhibition traces how Japanese photographers responded to their country's shifting social and political atmosphere. Though American audiences may be less familiar with most of the japanese photographers, SFMOMA has been actively acquiring the work of these internationally recognized artists since the 1970s. The works in the show all come from the SFMOMA collection, considered one of the preeminent holdings of Japanese photography in the United States. sfmoma Moriyama Fanzines Fotobuch Publikation Unter Publikation (von lat. publicus: öffentlich) oder Veröffentlichung versteht man entweder den Vorgang der öffentlichen Verfügbarmachung eines Mediums (Publizierung, Release) oder das konkrete Medium selbst. Das 203


Robert Pufleb Verb zu ‚Publikation’ ist ‚publizieren’. Beispiele für Publikationen sind Bücher, Zeitschriften, Tonträger oder auch eine Webpräsenz und ihre Webseiten. Publikationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie für eine Öffentlichkeit publiziert werden. Die meisten Kommunikationsmittel wie beispielsweise das Telefon werden nicht als Publikation bezeichnet, da sie nur zur direkten Kommunikation eingesetzt und nicht festgehalten werden. Kunstwerke als Unikate oder in geringer Auflage werden normalerweise auch nicht als Publikation aufgefasst. Das Wesentliche einer Publikation ist in der Regel ihr Inhalt und nicht das einzelne Exemplar beziehungsweise die konkrete Kopie. Publikationen werden auf verschiedenen Trägermedien festgehalten. Publikationen werden in der Regel von Verlagen geleistet, seltener von Einzelpersonen (eine Form, die ‚Selbstverlag’ genannt wird). Verlag und Herausgeber ersieht man aus dem Impressum. Die Sammlung und Erschließung von Publikationen ist Aufgabe von Bibliotheken und Archiven. Wo diese dies nicht leisten können, gibt es oft private Sammler. gute Seiten Fanzine Böhm Pufleb, Robert ist ein dt. Fotograf. YYZDUS Punch Drunk Love Völlig deplatziert wirkt Adam Sandler als Kleinunternehmer Barry Egan in seinem lächerlich blauen Zweiteiler in seiner lächerlich hässlichen Lagerhalle in Paul Thomas Andersons neuen Film. Spricht man ihn an, zuckt er unwillkürlich zusammen. Stoisch sitzt der 204 Mann sein Leben aus, gepiesackt von sei-

nen sieben Schwestern, verschlossen gegenüber seiner Umwelt. Manchmal kämpft er sich regelrecht aus dem Bild. Passion hat dieses Leben nie erfahren, dafür umso öfter Obsessionen. Sagt man das Falsche, verschwindet Egan aufs Männerklo und verarbeitet die Sanitäreinrichtung zu Kleinholz. […] Tatsächlich bewegt er sich in Punch-Drunk Love zunächst fast eine Stunde lang durch eine seltsam verschobene Welt, in der er zutiefst einsam und verloren wirkt. Als eigenbrötlerischer Geschäftsmann sammelt er mit großer Leidenschaft die Bonuspunkte von Puddingbechern, die sich zu Bonusmeilen addieren lassen. Doch es ereignen sich seltsame Dinge, die bereits vorausahnen lassen, dass es mit den autistischen Verhaltensmustern bald ein Ende haben wird. Zu seiner großen Lebenserkenntnis gelangt Barry Egan irgendwann zwischen dem ersten feengleichen Auftauchen von Lena Leonard (Emily Watson) vor seiner Lagerhalle und einem Monstereinkauf von mehreren Paletten Healthy-ChoiceSchokoladenpudding, mit dem er sich eine Million Freiflugmeilen sichern will. Egans Einsicht ist von donnergleicher Schlichtheit und lautet: Liebe ist die einzige Wahr-


Purikura heit. Es ist eine Liebe, die so stark macht, dass Egan zu ihrem Schutz zu einer tobsüchtigen Planierraupe werden kann. Eine Liebe, die so sehr für alles Schöne sensibilisiert, dass auf Sandlers/Barry Egans Gesicht noch bei der Berührung eines Vorschlaghammers ein entrückter Ausdruck von Zärtlichkeit erscheint. Tief drinnen ist Punch-Drunk Love bei aller Skurrilität also eine romantische Komödie; dass die Metaphorik dabei hin und wieder etwas misstönig klingt, ist nur Folge der gewollt halsbrecherischen Kollision der zwei gegensätzlichen Gefühlswelten von Anderson und Sandler. […] Dem symbolisch aufgeladenen Froschregen aus Andersons Magnolia entspricht in ‚Punch Drunk Love’ der nicht minder kathartische aber wesentlich sympathischere Showdown zwischen Barry Egan und einem schmierigem Teppichhändler, Sexline-Betreiber und Erpresser (Philip Seymour Hoffman). Im Teppichlager praktizieren die beiden Hitzköpfe die hohe Kunst des Krieges als Stillstand. Zen als stumme Gewaltentladung mit angeschwollener Halsschlagader. Es ist nur eine weitere Facette in Andersons fantastischem Stilkauderwelsch. Wo ‚Boogie Nights’ und ‚Magnolia’ unter der Last der Narration ächzten, hat er in ‚Punch-Drunk Love’ die seltsamen Tonwechsel gleich zum Stilmittel erkoren. So erhebt sich, während auf der Tonspur avantgardistische Percussionkompositionen zwischen John Cage und Steve Reich eine latente Unruhe verbreiten, Shelley Duvalls ‚He needs me’ aus Robert Altmans PopeyeAdaption langsam zum Leitthema dieses überdrehten Liebesfilms. […] Die Zeit O.i.F.

Purikura Purikura (jap. プリクラ, kurz für: プリント倶楽部, purinto kurabu) sind kleine, selbstklebende Fotos, die man bei der Aufnahme mit vordefinierten Bildern verzieren kann. Die ersten Purikura-Automaten wurden von Atlus und Sega entwickelt und kamen im Juli 1995 auf den Markt. Wie beim in Japan ähnlich populären Karaoke geht es den Benutzern nicht nur darum, das fertige Endprodukt zu bekommen. Vielmehr haben die meist jungen Kunden auch Spaß daran, die Aufnahmen gemeinsam zu gestalten und die Bilder untereinander auszutauschen. Purikura-Automat: Der in sich abgeschlossene Automat, in dem man Purikura anfertigt, hat mit einem Fotoautomaten nur die grundsätzliche Aufteilung gemein: Ein öffentlich zugänglicher Kabinenbereich grenzt an die verschlossene Technikeinheit, in der Kamera, Computersystem und Druckeinheit untergebracht sind. In die Fotokabine passen, anders als bei einem typischen Fotoautomaten, bis zu zehn Personen gleichzeitig, oftmals ist auch eine Bank darin vorzufinden. Teilweise werden in den Kabinen auch Pe- 205


Quadrophenia

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rücken und anderes Cosplay-Zubehör bereitgestellt. Man wählt die Belichtung, den Hintergrund, die Szene, etc. und lässt sich ablichten. Hat man sechs Fotos gemacht, so geht man in eine andere ‚Nebenkabine’. Dort bearbeitet man die Größe der Bilder und verziert diese mit verschiedenen Bilddateien, die zu dem Zweck im System vorgehalten werden. Je nach Einstellung der Größe bekommt man bis zu 32 kleinere Fotosticker. Es gibt bisher nur sehr wenige Purikura-Maschinen in Deutschland. [Immermannstraße] In Japan ist Purikura jedoch sehr beliebt. Kaum ein Game-Center kommt ohne Purikura aus. Besonders japanische Schulmädchen nutzen das System und tauschen mit ihren Freundinnen entspre206 chende Fotoaufkleber.

uadrophenia I was sixteen and had been a Who fan for about a year when the Quadrophenia album came out. It seemed huge, gray and heavy with its two records and black-and-white photo album. Remember this was when rock music was all bright colors and glitter. Ziggy Stardust was still Lord of Britain even after his recent abdication and in the States it was Alice Cooper and his Billion Dollar Babies. So this bleak cover stood out in that day-glo era. This was not just another rock record. Every page of the booklet seemed an affront to pop showmanship. Who spends all this money to make a booklet of pictures of a kid hauling trash and a plate of half-eaten eggs? If the booklet was harsh and spare, the music was something else entirely. No Tommy thinness here. This was rich, layered rock both in sound and words. Plot songs were gone as The Who dove headlong into the mind of this angry, hurting teen. At the time The Who were rightly concerned about whether Americans would understand the subtext. I was given a head start on the meaning of Mods by Gary Herman's recently published book titled


Ramen The Who. But even without it, I doubt many teenagers anywhere in the world had trouble understanding Jimmy. His obsession with seersucker suits might seem a little strange but what teenager hasn't been the lonely kid in his room (‚I'm One’), angry at the injustice of the world (‚Helpless Dancer’), left behind by the in crowd (‚Cut My Hair’), searching for a way out of the pain of growing up (‚Love Reign O'er Me’). The generation that had grown up with The Who were uncomfortable with Quadrophenia. It was too daring, too complex. Where was the master crafter of pop ditties in this gigantic work? There was no Happy Jack, only lonely, crazy Jimmy. But Quadrophenia took hold of The Who's new young fans, those who were just then old enough to go to rock concerts. Here was a work made for them. No popsilliness to while away the time, no empty-headed power chords to get drunk to. These were songs that cut to the core of what you were. Songs like ‚The Real Me’ and ‚Dr. Jimmy’ understood how deep the pain went and how dangerous you could get if the pressure didn't let up soon. And at the end there was a way out. A hope for your future. Maybe you could grow up and be a wiser person. It took time for everyone to realize what this work meant, even The Who. Designed to replace Tommy on stage, it turned out too technically challenging for The Who to perform live. Even if the backing tapes worked, they were locked into playing the songs the same way every night, killing any chance of letting the songs grow into new meanings as Tommy's had.

And Pete and Roger were so concerned that the audience might not understand every little nuance of Mod culture that Quadrophenia turned into half rock show/half lecture. Bootlegs of those live shows disguise the fact that Pete and Roger's explanations were rarely understandable beyond the first few rows. Up in the cavernous regions of the arenas The Who now had to play, kids would pass joints while someone in the band droned on unintelligibly. Why don't they just shut up and play? After that disaster, The Who abandoned Quadrophenia for years. Written off as a failure and disliked by the old Who fans who bombarded Pete with their opinions, Quadrophenia seemed best forgotten. But underneath it all word spread. And that familiar gray cover popped up in many a teenager's bedroom, played over and over at top volume, making a sonic wall between the listener and the world that didn't understand. Didn't understand except for this one rock band from England. Dave Van Staveren, Quadrophenia.net SkinsModsTeds Suits

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amen (jap. ラーメン auch seltener mit Kanji 拉麺) sind – ebenso wie etwa Somen, Soba und Udon – eine eigene Art japanischer Nudeln. Diese Nudeln, vor allem aber auch die daraus hergestellte Nudelsuppe, werden Ramen genannt. Ursprünglich stammt das Gericht aus China, wurde aber im 19. Jhd. von der japanischen Küche übernommen und angepasst. In Japan werden Ramen in speziellen Restaurants – den Ramen-Shops/Ramenya – verkauft, die sich ausschließlich auf 207


Ramen

den Verkauf dieser Suppen spezialisiert haben. Außerhalb Japans sind Ramen vor allem als Instant-Nudelsuppen bekannt.Ramen gehört in der japanischen Esskultur zu den wichtigsten Gerichten, die in Europa in die Sparte Fastfood fallen würden. Allein in Tokio gibt es über 5000 Ramen-ya, in ganz Japan geht man von über 200.000 Ramen-Shops aus. Diese Restaurants können in verschiedensten Varianten auftreten. So findet man in den meisten größeren japanischen Städten neben den klassischen Ramen-ya, die mit normalen Restaurants vergleichbar sind, auch Yatai genannte mobile Verkaufsstände sowie die Tachigui genannten Stehimbisse. Viele dieser Ramen-Shops besitzen ein eigenes, oft streng geheimes Rezept. Dieses Rezept ist zudem meist stark regional geprägt. Für ihre Ramen bekannte Orte in Japan sind Sapporo (Miso-Ramen), Asahikawa, Kitakata (Shoyu), Sano (Shoyu), Ogikubo in Tokio (Shoyu), Takayama, Wakayama, Onomichi, Hakata in Fukuoka (Tonkotsu), Kumamoto (Tonkotsu). Außerhalb Japans haben Instant-Ramen, also Fertignudelsuppen, eine weit grö208 ßere Bedeutung als frisch hergestellte

Ramen. 2007 wurden weltweit etwa 97,9 Mrd. Packungen verkauft, die größten Konsumenten sind China, Indonesien, Japan und die USA. Der Teig für die meisten Ramen-Nudeln besteht aus den Grundbestandteilen Weizenmehl, Salz und Wasser. Oft wird auch das als Kansui bezeichnete Wasser des Kan-Sees oder künstlich hergestelltes Kansui als Zusatz verwendet. Durch seinen hohen Anteil an Kaliumcarbonat und Natriumcarbonat sowie Spuren von Phosphorsäure verleiht es den Nudeln ihre spezielle gelbliche Farbe und ihren spezifischen Geschmack. Teilweise werden auch Eier anstatt Kansui verwendet, es gibt aber auch Nudeln ganz ohne Kansui oder Eier. Insgesamt werden vier Grundtypen unterschieden: Kansômen (乾燥麺 – getrocknete Ramen-Nudeln), Namamen (生 麺 – frische Ramen-Nudeln), Mushimen (蒸麺 – gedämpfte Ramen-Nudeln), sowie Insutanto Râmen (インスタントラーメン – Instant-Ramen-Nudeln). Während die frischen Ramen-Nudeln möglichst am Herstellungstag verwendet oder nur kurz im Kühlschrank gelagert werden sollten, sind Instant-Ramen-Nudeln zum Teil mehrere Monate lagerfähig.


Ramen

Abhängig von Basis und Zubereitungsweise der verwendeten Brühe werden verschiedene Grundtypen von Ramen unterschieden: Shoyu-Ramen (醤油ラーメン) basiert auf einer Brühe, die vor allem durch japanische Sojasauce gewürzt wird. Die Brühe ist meist bräunlich und klar. Diese Variation ist die in Tokio am weitesten verbreitete Ramen-Art. Bei Miso-Ramen (味噌ラーメン) ist Miso, eine Sauce aus fermentierten Sojabohnen geschmacksbestimmend. Oft werden Miso-Ramen mit Chilis gewürzt. Da die Herstellung von Miso regionalen Unterschieden unterliegt, kann die Brühe für Miso-Ramen sehr unterschiedlich aussehen. Die Brühe für Shio-Ramen (塩ラーメン) basiert ihrem Namen nach hauptsächlich auf Salz. Oft wird jedoch die Brühe für Shio-Ramen unter Verwendung von Fisch- und Meeresfrüchte-Brühe hergestellt. Die Brühe ist meist hell und klar. Vor allem auf der im Südwesten Japans gelegenen Insel Kyushu findet man die Tonkotsu-Ramen (豚骨ラーメン) genannte Variation. Auffällig ist die weißliche trübe Brühe, die durch langes Auskochen von Schweineknochen hergestellt wird.

Diese Variationen stellen nur die geläufigsten Grundtypen dar, zudem gibt es noch unzählige Kombinationen und Erweiterungen der Grundrezepte. Neben den Nudeln und der Brühe sind die verwendeten Beilagen entscheidendes Merkmal von Ramen. Verwendet werden verschiedenste Fleisch- und Fischsorten, Gemüse und sogar andere Nudelvariationen wie beispielsweise Wan Tan, gebratene oder gekochte Eier und vieles mehr. Einige der üblichen Beilagen sind Nori (海 苔 bzw. のり – gerösteter Seetang), Negi (ネ ギ – Lauchzwiebeln), Shinachiku (支那竹 – eingelegte Bambussprossen), Thunfisch, Kamaboko (蒲鉾 – püriertes, in Form gepresstes und gedämpftes Fischfleisch), Yakibuta (Schweineschinken), Chashu (叉焼 bzw. 焼豚 – gebratenes oder gekochtes Schweinefleisch), Spinat, Mais, Shiitake-Pilze usw. Der Ursprung der Ramen liegt in der chinezsischen Küche, jedoch wurde das Gericht im Laufe der Zeit stark japanisiert und von den Ursprüngen eigenständig. Die Einführung der chinesischen Nudeln geht möglicherweise auf den Vorsteher des Daimyat Mito Tokugawa Mitsukuni (1628−1701) zurück, für den ein chinesischer Gelehrter Nudeln zubereitet 209


Ramen

haben soll. Die eigentliche Verbreitung begann jedoch erst mit der Meiji-Zeit, also etwa 200 Jahre später. Zu diesem Zeitpunkt passte sich der Geschmack der Ramen auch mehr und mehr japanischen Gewohnheiten an. Damals war jedoch Shina-Soba (支那そば ‚chinesisches Soba’) die übliche Bezeichnung. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Popularität erneut, da zum einen Mehlimporte aus den USA den Preis für Mehl senkten und zum anderen viele japanische Soldaten aus China und Ostasien zurückkehrten und mit der dort verbreiteten Küche vertraut waren. Mit Ende des Krieges begann auch die Zeit der Ramen-ya genannten Schnellimbisse, in denen Ramen serviert wurden. Das erste Ramen-Fertiggericht wurde 1958 als Chicken Ramen in Japan von der Firma Nissin Food Products auf den Markt gebracht. Als Erfinder der FertigNudelsuppe gilt der japanische Unternehmer Momofuku Andô, der bis zu seinem Tod im Jnauar 2007 Präsident 210 der Firma war. Im ersten Jahr verkaufte

die Firma 13 Mio. Packungen, bereits im zweiten Jahr waren es 60 Mio. Die ersten Ramen für den Weltraum wurden ebenfalls von der Firma Nissin hergestellt. Zusammen mit der Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA) wurde seit 2001 eine Suppe entwickelt, die den Ansprüchen an Weltraumnahrung entspricht. Der erste Einsatz der Space Ramen war der Shuttle-Flug STS-114 der Raumfähre Discovery im Juli und August 2005, an der der Japaner Noguchi Sôichi teilnahm. Als Geschmacksrichtungen standen ihm Shoyu Ramen, Miso Ramen, Curry Ramen und Tonkotsu Ramen zur Verfügung. Der japanische Film Tampopo (タンポポ) ist wohl der bekanntest Film zum Thema. Auch in vielen japanischen Anime und Manga sind Verweise auf Ramen zu finden. Räke, Oliver Snake Regierungspräsident In Deutschland ist ein Regierungsbezirk der Bezirk einer allgemeinen Landesmittelbehörde, in der ressortverschiedene Aufgaben gebündelt werden. Diese Behörde wird von einem Regierungspräsidenten geleitet und trägt selbst die Bezeichnung Regierungspräsidium (in Baden-Württemberg, Hessen), Regierung (in Bayern) oder Bezirksregierung (in NordrheinWestfalen). Die Landesmittelbehörde steht als Mittelinstanz zwischen oberen und obersten Landesbehörden (Ministerium) und dem Landrat als unterer Landesbehörde für den Bezirk eines Kreises. Diese Verwaltungsebene ist nur in einigen größeren Flächenländern eingerichtet.


Release

Der Regierungsbezirk Düsseldorf ist einer von fünf Regierungsbezirken im Land Nordrhein-Westfalen. Der Regierungspräsident des Regierungsbezirks Düsseldorf ist seit 1995 Jürgen Büssow. Büro Böhm Organigramm Release Ein Release ist eine Veranstaltung vor allem im Musik-Bereich, bei der ein neues Produkt mittels einer aufwendigen Party gefeiert wird. Indem Fans und Interessierte eingeladen werden, kann so direkt geworben werden (was man heute viral marketing nennen würde), die Aufmerksamkeit von Aussen, z.B. durch die Medien wird gesteigert (auch durch das Vorhandensein von Bildern, die man publizieren kann) und wenn man das ganze außerhalb von Werbezwängen sehen will, können die Künstler und ihre Freunde einfach feiern, dass ein neues

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Road Movie Produkt, eine neue Publikation, ein neues Werk veröffentlicht und erwerbbar wird. Release-Veranstaltungen der Böhm finden häufig an Orten statt, die nicht ohne weiteres betreten werden können, oder nicht im öffentlichen Bewusstsein sind. Golfplatz International Library Hotel Nikko Böhm Megastore Road Movie The Adventures of Priscilla, Queen of the Desert| About Schmidt | Apocalypse Now | Away We Go | Alice in the Cities | Almost Famous | Badlands | The Beach | Big fish | The Bourne Identity | Boys Don't Cry | Bolt | Bring Me the Head of Alfredo Garcia | Broken Flowers | Brown Bunny | The Cannonball Run | Children of Men | Cold Mountain | Coupe de Ville | Crossroads | The Cure | The Doom Generation | Darjeeling Limited | Dead Man | Death Proof | Dogma | Driving Lessons | Duel | Easy Rider | Elizabethtown | Euro Trip | Everything Is Illuminated | Familia rodante | Fanboys | Fandango | Fear and Loathing in Las Vegas | Follow That Bird | From Dusk till Dawn | The Forsaken | The Go-Getter | A Goofy Movie | Harley Davidson and the Marlboro Man | Harold & Kumar Go to White Castle | The Hitcher | Homer and Eddie | Interstate 60 | Into the Wild | Joy Ride | Jump Tomorrow | Kalifornia | Kings of the Road | Kiki's Delivery Service | Larger Than Life | The Last Detail | Leningrad Cowboys Go America | Little Miss Sunshine | The Lucky Ones | The Man Who Knew Too Little | Diarios de Motocicleta | Me, Myself and Irene | Midnight Run | National Lampoon's Vacation | Natural Born Killers | O Brother, Where 212 Art Thou? | Once Upon a Time in the West


Rotterdam | One Week | Paper Moon | Paris, Texas | Pee-wee's Big Adventure | Planes, Trains and Automobiles | Race the Sun | Radio On | Rain Man | Raising Arizona | Rat Race | Road Trip | Roadside Prophets | Running on Empty | Samurai Champloo | Sideways | Smokey and the Bandit | Stand by Me | Stranger Than Paradise | Tan de repente | The Dream Catcher | The Straight Story | The Sugarland Express | Thelma and Louise | Tommy Boy | Transamerica | True Romance | Two-Lane Blacktop | Until the End of the World | Vanishing Point | Wild at Heart | Wild Strawberries | Wild Hogs | Wristcutters: A Love Story | The Wrong Move | The Wild Bunch | The Wizard of Oz | Y tu mamá también | Zombieland | O.i.F. Filmdrehorte An der Ronsdorfer Straße liegt auf dem CON-SUM Gelände das Studio von Katja Stuke und Oliver Sieber. Sie liegt zwischen Flingern und Lierenfeld und an ihr befinden sich neben kleineren Firmen, oder Betrieben auch das Düsseldorfer ‚Stahlwerk’ und früher das ‚Tor 3’. Rotterdam ist nach Amsterdam die zweitgrößte Stadt in den Niederlanden und besitzt verkehrstechnisch große Bedeutung durch den größten Seehafen Europas (drittgrößter der Welt). Rotterdam hat 585.457 Einwohner (Stand 1. Juni 2006). Neben Amsterdam und Den Haag ist Rotterdam eines der kulturellen Zentren der Niederlande. Rotterdam verfügt über eine Universität, mehrere Fachhochschulen, eine Musikhochschule und eine Kunstakademie. Sie ist die führende Industrie- und Handelsstadt der Nieder-

lande. Rotterdam war 2001 zusammen mit Porto die Kulturhauptstadt Europas. In Rotterdam gibt es zahlreiche Museen: neben dem Museum Boijmans van Beuningen, der Kunsthalle, den Zentren Witte de With und Tent ist auch das Nederlands Fotomuseum erwähnenswert. Der Fluss Nieuwe Maas, ein Hauptarm des Rheindeltas, teilt die Stadt in einen nördlichen und südlichen Teil. Anders als der Flussname vermuten lässt, ist die Nieuwe Maas ein Rhein-Arm, in ihr fließt seit der letzten Südverlagerung von Rhein und Maas kaum Maaswasser. Das eigentliche Stadtzentrum liegt am nördlichen Ufer des Flusses, der südliche Stadtteil wird vom Hafen und den ehemaligen Siedlungen der Hafenarbeiter geprägt. Erst in den letzten Jahrzehnten begann das Zen- 213


Rotterdam

trum, sich auch an das südliche Ufer angrenzende Stadtteile auszudehnen, besonders auf den Teil De Kop van Zuid. Im Zweiten Weltkrieg wurde Rotterdam am 14. Mai 1940 bei einem deutschen Luftangriff und den darauf folgenden Bränden schwer zerstört. Etwa 800 Menschen starben, 80.000 Rotterdammer wurden obdachlos. Im Stadtbereich wurden 260 Hektar dichter Bebauung zerstört, darauf befanden sich 25.000 Wohnungen. 70 Schulen, 2.400 Geschäfte und 2.000 Büros. Einzig die massiver gebauten Gebäude von Rathaus, Post, Börse und St. Laurentiuskirche blieben, wenn auch schwer beschädigt, erhalten. Die Grundmauern wurden nach der deutschen Eroberung der Stadt dann ‚auf Befehl Hitlers unter Kunstschutz gestellt’. Weitere kleinere Luftangriffe, diesmal der Alliierten, folgten im Oktober 1942 und am 31. März 1943, bevor wiederum die Deutschen 1944 große Teile der Hafenanlagen zerstörten. Auch der Hafen litt unter dem Angriff, welcher 35% der Kaimauern, 45% der Umschlagkapazität und 40% der Lagerräume zerstörte. 1962 löste die Stadt 214 mit einem Jahresumschlag von 92 Millio-

nen Tonnen New York als größter Hafen der Welt ab. 1967 landete das erste transatlantische Containerschiff im Hafen, die Stadt expandierte weiter. Im zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört, ist Rotterdam ein Experimentierfeld für niederländische Architekten geworden. Beginnend mit dem Nachkriegswiederaufbau wird an der Innenstadt noch immer entworfen und verändert. Die verschiedenen Strömungen der letzten 50 Jahre sind hierbei gut abzulesen. Das Spektrum reicht vom Einkaufsbereich Lijnbaan mit Bauten van den Broek & Bakema und Hugh Maaskant bis zum Schouwburgplein, gestaltet durch West 8. Die eindrucksvolle Skyline von Hochhäusern wird seit den 80er Jahren stetig um neue Wolkenkratzer erweitert. Das Niederländische Architekturinstitut NAI hat im Museumspark seinen Sitz, in illustrer Nachbarschaft von anderen beispielhaften Gebäuden wie der Kunsthal. 2001 feierte Rotterdam seinen Status als Kulturhauptstadt u.a. mit einer Ausstellung über 100 Jahre Wohnungsbautradition in den NL, 2003 fand die internationalen Architekturbiennale statt.


Ed Ruscha Der Hafen von Rotterdam ist nicht nur wirtschaftlicher Motor der Stadt, auch die Stadtplanung folgt seiner Dynamik. Freikommende Hafenflächen in Innenstadtlage schaffen die Basis für ehrgeizige Stadtentwicklungsprojekte wie am Kop van Zuid, der Müllerpier oder Kattenbroek. An der Mündung wächst der größte Hafen Europas mit dem Bau einer zweiten Maasvlakte dafür weiter in die Nordsee hinaus. In Rotterdam leben und arbeiten u.a. Rem Koolhaas und Joop van Lieshout; außerdem der Fotograf Otto Snoek. Unser Film NFI Goethe Institut Ruscha, Ed Born in 1937 in Omaha, Nebraska, Edward Ruscha was raised in Oklahoma City, Oklahoma, where his family moved in 1941. In 1956 he moved to Los Angeles to attend the Chouinard Art Institute, and had his first solo exhibition in 1963 at the Ferus Gallery. In 1973, Ruscha began showing his work with Leo Castelli Gallery in New York. He continues to live and work in Los Angeles, and currently shows with Gagosian Gallery. Ruscha has consistently combined the cityscape of his adopted hometown with vernacular language to communicate a particular urban experience. Encompassing painting, drawing, photography, and artist's books, Ruscha's work holds the mirror up to the banality of urban life and gives order to the barrage of mass media-fed images and information that confronts us daily. Ruscha's early career as a graphic artist continues to strongly influence his aesthetic and thematic approach.

Ruscha has been the subject of numerous museum retrospectives that have traveled internationally, including those organized by the San Francisco Museum of Modern Art, 1982, the Centre Georges Pompidou, 1989 and many more. The traveling exhibition ‚Ed Ruscha, Photographer’ opened at the Jeu de Paume in Paris in 2006. 215


SK Stiftung Kultur In 2001, Ruscha was elected to The American Academy of Arts and Letters as a member of the Department of Art. Leave Any Information at the Signal, a volume of his writings and interviews, was published by MIT Press in 2002, and the first comprehensive monograph on the artist, Richard Marshall's Ed Ruscha, was published by Phaidon in 2003. A major retrospective was shown at the Hayward Gallery in London in 2009. Fotobuch

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Die Arbeit der SK Stiftung Kultur der Sparkasse Köln/Bonn widmet sich der künstlerischen Photographie, dem Tanz, Film und Theater, Medienkunst, der Kölschen Sprache, der Kinder- und Jugendkultur. Die SK Stiftung Kultur vergibt hochrangige Kulturpreise wie die jährlich ausgelobten Kölner Tanz- und Theaterpreise, organisiert Ausstellungen und Lesereihen, gibt Bücher und CDs heraus, veranstaltet mit Kooperationspartnern die KunstFilmBiennale in Köln und Bonn, sowie das Open Air-Spektakel Sommer Köln. Darüber hinaus fördert die SK Stiftung Kultur Projekte aus der freien Kölner Kulturszene: Seit 2004 stehen jährlich 400.000 Euro zur Verfügung für Musik, Tanz, Film und Literatur. Ihren Sitz hat die Stiftung im MediaPark, im Zentrum Kölns. Die Photographische Sammlung zeigt wechselnde Photoausstellungen und bietet Wissenschaftlern die Möglichkeit, im stiftungseigenen Fundus zu recherchieren. Das 1992 erworbene August Sander Archiv gab Anstoß zur Gründung der Institution und ist richtungsweisend für ihre Aktivi216 täten. Es ist das weltweit größte Konvolut

mit originalen Werken des Photographen, begleitet von Dokumenten, Büchern und weiteren Materialien aus seinem Nachlass. Damit einhergehend betreut die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur in Zusammenarbeit mit der VG Bild-Kunst, Bonn und deren Schwestergesellschaften die internationalen Urheberrechte am Werk von Sander. Mit Blick auf Sanders sachliche und konzeptorientierte Photographie erweiterte sich die Sammlung um weitere seinem Ansatz verwandte Arbeiten anderer historisch wichtiger und zeitgenössischer Künstler. Dem Sammlungsschwerpunkt verpflichtet, fanden vor allem umfangreichere Werkgruppen oder Bildreihen, weniger aber Einzelwerke Eingang in den Bestand. Schwerpunkte bilden so auch die Photographien von Bernd und Hilla Becher, von Karl Blossfeldt, von Jim Dine und vielen mehr. Die Sammlung ist über 15 Jahre durch Ankäufe und wichtige Schenkungen kontinuierlich gewachsen und umfasst des Weiteren bedeutende Dauerleih. gaben. Alle Bestände werden unter konservatorisch geprüften Bedingungen in mehreren internen Depots bewahrt. Ausgewählte Sammlungsstücke werden


Salon des Amateurs

in den institutionseigenen Ausstellungen einbezogen, als Leihgaben in Museen im In- und Ausland gezeigt und in Publikationen veröffentlicht. Nach Terminabsprache können ausgewählte Photographien im Studienraum der Institution zur Ansicht vorgelegt werden. Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur präsentiert wechselnde Ausstellungen in den eigenen, musealem Standard entsprechenden Ausstellungsräumen. Die Ausstellungen werden vom Team, gelegentlich von Gastkuratoren, der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur konzipiert oder als Wanderausstellung aus anderen Häusern übernommen. Das Programm orientiert sich an den Positionen des Sammlungsbestands und den davon ausgehenden künstlerischen Maßstäben. Für die Ausstellungsarbeit ist jeweils eine fundierte wissenschaftliche Vorbereitung und Forschung Voraussetzung. Sammlung u.a. Diane Arbus | Eugène Atget |  Bernd und Hilla Becher | Natascha Borowsky | Joachim Brohm |  Marcel Broodthaers |  Olivier Cablat |  Chargesheimer |  William Christenberry | Jim Dine | Mitch Epstein | Hugo Erfurth |  Walker Evans |  Lee Friedlander |  Bernhard Fuchs |  Candida Höfer |  Lotte

Jacobi | Cuny Janssen |  Barbara Klemm | Germaine Krull | Horst Lang | Daido Moriyama |  Floris Neusüss |  Simone Nieweg | Gabriele & Helmut Nothhelfer | Man Ray | Albert Renger-Patzsch | Andrea Robbins/ Max Becher |  Tata Ronkholz |  Judith Joy Ross |  August Sander |  Heiner Schilling |  Hugo Schmölz |  Wilhelm Schürmann |  Stephen Shore |  Julius Shulman |  Oliver Sieber |  Rosalind Solomon |  Katja Stuke | Henry Wessel u.a. Das Böhm Projekt Salon Hansa Im legänderen Salon Hansa, fand die erste Release-Veranstalung anlässlich des Erscheinens der Ausgabe #9 Helden und Halbgötter statt. Der Salon (oder die ‚beat Küche’) wurde ungefähr 1995 von Hansa Wißkirchen gegründet und existierte bis Anfang des neuen Jahrzehnts. In den Räumen des Salons wurde einige Jahre später auch der BöhmMegastore eröffnet, bevor Daniela Steinfeld mit ihrer Galerie Van Horn dort einzog. Salon des Amateurs Eine Bar lebt nicht vom Drink allein. Sie braucht den Barmann, der den Mix hinkriegt bei Musik und Smalltalk. Sie braucht die Liebe zum Gast. Nach diesem Motto lebt die Haus- 217


San Diego O.i.F. Filmdrehorte Roadmovie

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San Diego

bar, die sich Kunsthalle und Kunstverein am Grabbeplatz geleistet haben. Langgestreckt, schlicht und schummrig erinnert das Lokal an eine diskrete Hotellounge irgendwo in New York. Fette Ledersessel, Teppichboden, kein Geflimmer – keine Kunst? Doch. Sie versteckt sich im ‚Salon des Amateurs‘ nur gut. So standen Pate für die Lamellenwand hinter der Theke: die ‚Demonstrationsräume‘ von El Lissitzky im Sprengelmuseum. Für den Boden: Duchamps Schachbrett. Für die Atmo: reichlich 70er-Jahre-Filme. Viel Einsatz also, damit hier dauerhaft Wirklichkeit wird, was vor elf Jahren mit WP8 e.V. begann, von 2000 bis 2002 im Malkasten international bewegte, im ‚Ego-Club’ und mit der Kulturamts-Bar ‚Baron’ auf Zeit gelang: statt einer kommerziell betriebenen, kalten Designerbar einen lebendigen, kommunikativen Treffpunkt zu schaffen für Künstler, Kunstfreunde und Neugierige. Weil das mit einem kunstfremden Pächter schwer ist, suchte die Kunsthalle die ‚Baron’-Macher Mehzion, Weinrich und Brivio aus, die ihre Raum-Idee dann mit den Architekten von ‚Rheinflügel Baukunst’ umsetzten. Die Stadt gab Geld und ihren Segen, vom Ministeriumslager

kamen alte Beamten-Sessel, finanzielle Unterstützung gab es auch vom Fotografen Andreas Gursky. So lümmeln sich nun im Salon (frz.: Gesellschaftszimmer) der Amateure (frz.: jemand, der eine Tätigkeit aus Liebhaberei betreibt) nachmittags Teetrinker und Zeitungsleser aus der Kunstszene; im Dunkel der Nacht steigen auch andere Gäste die Außentreppe hinauf. […] RP Release Könnte Sein Character Thieves San Diego ist die zweitgrößte Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien und die achtgrößte der Vereinigten Staaten. Die Stadt hat 1.287.000 Einwohner und liegt im Südwesten von Kalifornien nahe der Grenze zu Mexiko. San Diego ist Hauptort des gleichnamigen Bezirks, des San Diego County. Wegen des angenehmen Klimas wird San Diego von seinen Bewohnern gern als America's Finest City bezeichnet. Die Strände am Pazifik erfreuen sich bei Surfern großer Beliebtheit. Die Stadt wurde in den letzten Jahren zu einem der bedeutendsten Zentren der Telekommunikations- und Biotechindustrie. San Diego liegt an einem künstlichen Hafenbecken an der Südspitze Kaliforniens, etwa 2½ Autostunden südlich von Los Angeles und etwa eine halbe Stunde nördlich von Tijuana, Mexiko. San Diego ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Die Attraktionen sind unter anderem: San Diego Zoo und Wild Animal Park | Mission Bay |  Old Town, häufig als Geburtsplatz von Kalifornien bezeichnet. Hier siedelten erstmals Europäer. Heute California State Park mit 37 historischen Gebäuden, die zwischen 1821 und 1872 erbaut wurden. 219


San Francisco

My Personal Hitchcock Filmdrehorte 220


San Francisco | Gaslamp Quarter u.a. Die Naval Base Coronado in der Bucht vor San Diego ist neben Norfolk, Virginia, die größte Marinebasis der USA. Sie ist Heimathafen der zwei Flugzeugträger USS Nimitz und USS Ronald Reagan, mehrerer amphibischer Angriffsschiffe und anderer Kriegsschiffe der Pazifik-Flotte der US Navy. O.i.F. Filmdrehorte Roadmovie San Francisco Zum Beispiel: Am 27.11.1978 klettert Dan White durch ein Fenster in das Rathaus von San Francisco, betritt das Büro von Bürgermeister George Moscone und erschießt ihn. Danach läuft er in das Büro von Supervisor (Bezirksbürgermeister) Harvey Milk und tötet auch diesen. Dan White, ein Veteran der Armee, früher Polizist und Feuerwehrmann, ist Amtskollege von Harvey Milk. Das grausame Attentat markiert das radikale Ende der ungewöhnlichen politischen Laufbahn Harvey Milks: In den 30er Jahren wuchs er im Mittelstandsmilieu von New York auf, bekannte sich von Anfang an zu seiner Homosexualität. Nach einer wechselvollen Karriere – Offizier bei der Navy, Börsenmakler an der Wall Street, Hippie und Anti-VietnamDemonstrant – zog er in den frühen 70er Jahren nach San Francisco. Dort eröffnete er ein Fotogeschäft im damals noch verschlafenen Castro-Distrikt. Er begann für politische Ämter zu kandidieren. Im vierten Versuch, 1977, gelang ihm der Sprung auf den Stuhl des Supervisors im Wahlbezirk 5. Die Schwulen und andere Minderheiten hatten endlich einen gewählten Vertreter ihrer Interessen. Schon sein Fotoladen war zum Mittel-

punkt der Schwulenbewegung, zur InfoBörse der Szene geworden. Der CastroDistrikt, in dem sich überdurchschnittlich viele Schwulen und Lesben niedergelassen hatten, wurde Milks Hausmacht. Ein Ghetto, das frei ist, immer mehr junge und alte Schwule ‚verführt’, ihr Anderssein zu bekennen, sich ohne Komplexe und Ängste auszuleben. Dieser Solidarisierungseffekt, den Milk wie eine Lawine ins Rollen bringt, verhindert auch ultrakonservative Gesetzesentwürfe, die etwa Schwulen verbieten sollen, als Lehrer in staatlichen Schulen zu unterrichten. Anfang November 1978 votieren immerhin 60 Prozent der kalifornischen Wähler bei einem Volksentscheid gegen dieses Berufsverbot. Ein grandioser Erfolg, der Milks Rolle als einer der populärsten Politiker San Franciscos unterstreicht. Dan White, Milks Gegenspieler, verwand diese Niederlage nie. Er rächte sich. Erst trat 221


August Sander er von seinem Posten zurück, widerrief dann jedoch seinen Entschluss, was gesetzlich unzulässig ist. Bürgermeister Moscone verweigerte ihm die Wiedereinsetzung. Noch bevor er diese Entscheidung öffentlich bekanntgeben konnte, waren er und Harvey Milk von White ermordet worden. Noch in der Mordnacht versammelten sich über 45.000 Menschen in der Castro-Street. Schweigend marschierten sie zum Rathaus – mit Zehntausenden von flackernden Kerzen. Ein halbes Jahr später begann der Prozess gegen White. Er wurde zu 7 1/2 Jahren Zuchthaus verurteilt, fünf davon saß er ab. Am 21. Oktober 1985, mittlerweile wieder in Freiheit, nimmt sich White das Leben. Tuesday Morning Sander, August The portrait œuvre, for which Sander’s concept envisaged seven groups with a total of more than 45 portfolios of pictures, each oriented towards one of the various occupational or other groups in society, is displayed across its whole spectrum under the group titles assigned by the photographer himself: The Farmer, The Skilled Tradesman, The Woman, Classes and Professions, The Artists, The City, and The Last People – the last-named standing for a group which was designated by Sander elsewhere as Old Age, Illness and Death, a description which encapsulates the significance of the photographs even more clearly. Alongside the icons of Sander’s photographic œuvre, such as the three young farmers from the Westerwald, taken before the First World War, the picture of the 222 corpulent pastrycook in his white over-

all, dating from the nineteen-twenties, and the bricklayer heavily laden in highly symbolic fashion, visitors to the exhibition will be able to discover a large number of other telling motifs. And while the internationally famous pictures stand above all as representatives of Sander’s immediate, objectively precise depictive style, it can be said of all of his pictures without exception that they bear witness not only to the photographer’s acute powers of observation and psychological sensitivity, but also vividly demonstrate aspects of, and developments in, the field of cultural history: craft trades, for example, which have had to give way to the onward march of industrial manufacturing processes, the transformation of the image of the woman in society, or, more generally, different social and political attitudes towards life and work, as


Markus Schaden expressed in the individual photographic portraits by characteristically captured gestures on the part of the subjects, or by their hairstyle, their clothing, or in some cases by the tools or utensils which they are carrying. Characterized equally by a remarkable knowledge of portraiture and by great respect for the individual, who is always viewed against the background of his or her everyday surroundings, Sander’s work reflects, to use his own words ‚a picture of our times which is absolutely true to nature’, and its influence on photography in particular and contemporary art in general has been of immense importance. The exhibition, like the accompanying seven-volume catalogue, plus study volume, can be regarded as a ‚major event in the field of photographic art’ (Klaus Honnef), in which August Sander represents a landmark, alongside Eugène Atget, Karl Blossfeldt, Albert Renger-Patzsch, Walker Evans as well as Bernd and Hilla Becher. SK-Stiftung Köln, photographische Sammlung Schaden, Christoph über: ‚The Photobook – A History’ Ein Impuls von Sehen & Haben – The Photobook – A History und die Folgen […]zeigt sich in ihr doch recht symptomatisch die besondere Stellung, die das Fotobuch sowohl bei Fotografen als auch auf dem Kunstmarkt und in den Bildwissenschaften bis in unsere Tage hinein einnimmt. Denn im fast archetypischen Sinne erklärt Parrs Geschichte den kreativen Impuls von Sehen & Haben, der im ersten Bücherkauf das Initationsritual einer ganzen Fotografengeneration feiert und im Falle von Martin Parr zu-

gleich eine Bewusstmachung mit weitreichenden Folgen markiert. Gleichwohl handelt es sich beim Sammeln zunächst um eine persönliche und zumeist einsame Angelegenheit, wie bereits Walter Benjamin erkannte. Er schrieb, dass für ‚den Sammler…, den Sammler wie er sein soll, der Besitz das allertiefste Verhältnis ist, das man zu Dingen überhaupt haben kann, nicht dass sie in ihm lebendig wären, er selber ist es, der in ihnen wohnt.’ Jeder obsessive Sammler wird diesen oftmals fatalen Psychologismus kennen, und auch jenes missionarische Moment, das untrennbar mit ihm verbunden ist. Christoph Schaden, 2007 J_Subs Schaden.com ist eine Buchhandlung und Verlag in Köln. Sie ist eine der weltweit wichtigsten auf Fotografie spezailisierten Buchhandlungen. Neben dem Ladengeschäft auf der Albertusstraße ist er auch auf allen Fotomessen wie der Paris Photo, Photo LA, in Arles oder der New York Artbookfair, dem Kaseler Fotoforum zu finden. Character Thieves Citizens’ Handbook La Brea Matrix Schaden, Markus @1,2,3 people 5.11.2009: Fotografie: Bilder für Millionen | Dossier | Zeit online: Die kunstinteressierte Welt begeistert sich für Fotografie aus Deutschland. ... Laden des Fotobuchexperten und Verlegers Markus Schaden in Sichtweite des Doms. ... Fotobuch: Das Buch über alle Bücher mit allen Fotos - Sachbuch .. Von Martin Parr und Gerry Badger stammt das Photobook… Jetzt wollen alle die ... so erinnert sich der Kölner Fotobuchhändler Markus Schaden, gaben sich seine ... 223


Markus Schaden

Fotografie: Bilder für Millionen – Seite 4 | Dossier | Zeit online Seite 4 des Artikels: Bilder für Millionen – Die kunstinteressierte Welt begeistert sich für Fotografie aus ... Verlegers Markus Schaden in Sichtweite ... Schaden.com – Home … What we Bought: The New World. Scenes From The Denver Metropolitain Area 1970-1974 … schaden.com Kasseler Fotoforum Gerry Badger, Krass Clement, Katja Stuke/ Oliver Sieber, Markus Schaden, Jeffrey Ladd anschließend Diskussion … kasseler fotoforum.de Markus Schaden wurde 1965 in Köln geboren. Als gelernter Buchhändler betreibt er seit 1998 die Fotofachbuchhandlung „Schaden.com“ in Köln. Fotobuch Festival 2 Christoph Schaden, Markus Schaden, Gerry Badger, Krass Clement, Markus. Schaden, Jeffrey Ladd. anschließend Diskussion ... MASHUP! unbezwingbarer Fetisch und nicht zuletzt ... Markus Schaden und sein Team 224 der ... Diese Passion haben Markus Scha-

den und. sein Team 1998 in die Tat umgesetzt. … www.kasselerfotoforum.de/ downloads/ ... Markus Schaden in Kassel, "um auch Bücher publizieren zu können, die bei großen … Markus Schaden, Köln, die Ausstellung „… Harald Szeemanns Wunderkammer Ein Gespräch mit Markus Schaden, Nina. Poppe und Verena Loewenhaupt über Marks of Honour, die ... Markus Schaden, … und von Markus Schaden initiiert. Markus Schaden. wurde 1965 in Köln geboren. … Book to the future with new concepts in digital and self-publishing. SPECIAL REPORT. I. Markus Schaden continued the. look at international photo- events, and had audience in intern/2009-06/Photobuch_Festival_CS.doc ‚Nein, das ist kein Katalog’ … Bereits im Untertitel verwiesen die … Den Abschluss markierte Markus Schaden, der mit viel Witz über die aktuellen ... Fotografen ihre Fotografien einer zahlreich erscheinenden Audienz in Köln vor Sie hat dazu beigetragen, im Rhein-SiegKreis eine Kulturlandschaft entstehen zu … Press Release The internationally known book dealer Markus Schaden was amongst the elected … Markus Schaden nominated Soul and Soul 1969 – 1999, saying that the … Lacha gewinnt gegen Finanzamt über die Beschwerde der MEG Hatler Straße 54, 6850 Dornbirn (9 Personen. darunter Gerhard Lacha und DI Markus Schadenbauer-Lacha) zu Recht erkannt: … Schauplatz/Bühne Die Böhm Schauplatz Bühne ist eine Doppelausgabe und umfasst die Nummern 10 und 11 (daher hat sie auch zwei Cover). Sie ist zugleich die


Schauplatz/B端hne

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Schauplatz/B端hne

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Michael Schirner erste Ausgabe, in der das Wort Frau aus dem Titel fiel. Bis zur #30 waren dann, bis auf die Sonderausgaben alle Nummern mit ‚Die Böhm’ betitelt. Auf 16 Seiten wurde von Katja Stuke ein Teil der Serie CCTV und von Oliver Sieber Einzelbilder aus den Jahren 2000 und 2001 präsentiert. Das Release im August 2001 fand auf der Driving Range des Golfplatz auf der Lausward im Düsseldorfer Hafen statt. Themen wie ‚Überwachung’ und ‚Urbaner Raum’ standen im Vordergrund. Citizens' Handbook Gaby Kraushaar Golfplatz Schirner, Michael Magdalena Kröner im Interview mit Michael Schirner, FAZ.net 2001 Gehört die Werbung ins Museum, Michael Schirner? Ein Beuys-Zitat sagt es eigentlich schon: ‚Ob gute Werbung Kunst ist, weiß man, wenn man sieht, wofür sie

wirbt.’ Werbung, die nicht ausschließlich das Ziel hat, vordergründig zu verkaufen, sondern ästhetische und intellektuelle Qualitäten hat, findet sich häufig in Museen wieder und hat dort durchaus ihren Platz. Werbung ist eine Form von Kommuni-kation, die versucht, Bild und Text optimal miteinander in Beziehung zu setzen. Das hat sich über die Jahre hinweg nicht

wesentlich verändert. Geändert haben sich die Inhalte und natürlich die Produkte. Schreibmaschinen zum Beispiel gibt es ja heute kaum noch. ...womit wir schon bei Ihrer IBM-Kampagne aus den 80er Jahren wären. Wie entstand die Idee, und was war der Grund für ihren Erfolg? Wie viele gute Ideen entstand alles aus einem Zufall heraus. […] Die Kampagne trieb ein Prinzip guter Werbung auf die Spitze: Reduktion auf das Wesentliche. Alles weglassen, was man weglassen kann. Bei IBM gibt es nicht mal ein Bild – die Typographie ist die Bildidee, sonst nichts. Es gibt ein Zitat des französischen Werbers und Autors Frédéric Beigbeder: ‚In den 70ern gab es in der Werbung den Jugendkult, in den 80ern die Show, in den 90ern die Dekonstruktion.’ Welchen Trend sehen Sie für das erste Jahrzehnt 2000? ‚Ob Werbung Kunst ist, hängt davon ab, wofür man wirbt’, schrieb Joseph Beuys 1981 auf dieses IBM-Plakat. Ich würde Trends in der Werbung nicht in Zeiträume einteilen. Den Jugendkult zum Beispiel gibt es immer, wenn es um Werbung für junge Produkte geht. Ich finde das zwar eher unsinnig, weil es immer mehr Rentner und immer weniger Junge gibt, aber so ist es eben. Die Werbung bedient sich aller Trends, die um sie herum existieren. Doch sind Gestaltungsprinzipien natürlich bestimmten Moden unterworfen. Es zeigt sich in den letzten Jahren zum Beispiel die Tendenz, das Bild immer mehr in den Mittelpunkt zu rücken. Ein Bild wirkt zuerst, dann kommt der Text. Ein interessantes Beispiel: in Cannes ist letztes Jahr ein brasilianisches Plakat 227


Schรถner Kochen

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Second Life ausgezeichnet worden, das nichts als einen riesigen, leeren Schildkrötenpanzer zeigte. Das Produkt war klein in einer Ecke zu sehen: ein Staubsauger. Diese Werbung ist ein bisschen makaber, aber witzig: dieser Sauger hat so viel Power, der holt selbst die Schildkröte aus ihrem Panzer. Aber sie hat vor allem damit zu tun, dass in Brasilien 30 Prozent der Bevölkerung Analphabeten sind.[…]

leichte Unruhe im Videobild aufgeladen. Diesem Block anonymer und isoliert erscheinender Personen werden abstrakte Fotografien aus dem urbanen Raum gegenübergestellt. Die Reduktion auf wenige, metaphorisch dichte Bilder, wendet sich gegen sequenzielle oder narrative Arbeitsansätze und führt den Betrachter so in ein Gefüge aus Ahnungen und Symbolen. Böhm Handelszentrum Loris

Schöner Kochen/Wurst und Käse sind die zwei Titel der Böhm #4.

Schulze, Max Snake Schwarzer, Alice EMMA

Schneider, Hugo Snake Schründer, Sabine Die Stellung des Individuums in der Gesellschaft, dessen Funktionsweisen innerhalb vorgegebener Strukturen wie auch Dynamiken zwischen Kollektiv und Einzelpersonen sind die Grundlage für die Serie ‚Eva-05‘, die 2008 in Japan entstand. In einem installativen Ausstellungskonzept werden die Medien Fotografie und Video zusammen-

geführt. Ein Block mit Monitoren zeigt sieben Portraits von Menschen in verschlossen wirkenden, rätselhaften Posen. Größtenteils dem Betrachter abgewandt, werden die Bilder zusätzlich durch eine

Second Life Die gute Nachricht vorneweg: Es gibt ein zweites Leben. Die schlechte: Es ist auch nicht besser als das erste. Mehrere hunderttausend Menschen ihren eigenen Avatar, eine Figur, die nur

aus Pixeln besteht, und steuern sie mit ihrem Computer durch die virtuelle Onlinewelt von ‚Second Life’. Dort können sie Gegenstände erfinden, Häuser bauen, Konzerte besuchen, Handel treiben. Mit Slogans wie ‚Erfinde Dich neu’ ‚Sei endlich frei’ und ähnlichen Anklängen an sektenartige Reinigungsrituale wirbt die amerikanische Firma Linden Lab für 229


Senbai Taisai ihr künstliches ‚Metaversum’ Hier haben Politiker Wahlkampfbüros eröffnet, Professoren halten virtuelle Vorlesungen, Firmen präsentieren Produkte, und eine Zeitung berichtet ausschließlich über Ereignisse aus der künstlichen Welt. Auch die Medien der ersten Welt berichten über die Online-Plattform, als sei das Internet schon neu erfunden. Ein Besuch in ‚Second Life’ holt Neugierige schnell auf den Boden der Tatsachen zurück. Denn die neue Welt sieht der alten verdammt ähnlich. FAZ.NET März 2007

hatte und in der Wohnung aufgewachsen war. Dort befand sich auch die CleanSisters Gallery. 2008 wurde das Gebäude abgerissen. An der Stelle befident sich jetzt ein Parkplatz. Kobayashi San Shelley, Ward His drawings chart the fleeting intersections of people and places, especially those catalyzing the key moments in our ever-morphing cultural history. In ‚Downtown Body’ Shelley traces the comings and goings of those who

Das Senbai Taisai Building war ein Bürohaus in der Innenstadt von Osaka nahe der U-Bahn-Station Sakaisuji-Honmachi. In der 8. Etage befand sich eine Wohnung,

are still defining downtown culture, where ever ‚downtown’ happens to be. Snake

die Gastkünstlern des Art-Ex-Programms zur Verfügung gestellt wurde. Sie bestand aus einem klassischen TatamiRaum, einem Schlafzimmer, Badezimmer, einem Studio und einer großen Küche für die Gastkünstler; außerdem befanden sich noch weitere Zimmer in der Wohnung, die u.a. von Mitarbeitern und anderen Künstlern von Clean Brothers genutzt wurden. Zur Verfügung gestellt wurde die Wohnung von Yoshihito Kabawata, der mit den Clean Brothers im glei230 chen Gebäude sein Büro untergebracht

Shore, Stephen Romantik! möchte man rufen. Ein bisschen mehr Romantik, bitte. Aber Stephen Shore, heute einundsechzig Jahre alt, der amerikanische Kunstfotograf, den man guten Gewissens auch einen Reisefotografen nennen darf, hatte dafür 1972 bei seiner Tour durch die Vereinigten Staaten keinen Sinn. Die schönsten Berge, die weitesten Wüsten, die längsten Straßen, die sich so schnurgerade bis zum Horizont erstrecken, als seien sie mit dem Skalpell in die Landschaft geschnitten – all diese Motive also, die, Ikonen gleich, vor dem geistigen Auge auftauchen, sobald von einer Reise durch Amerika die Rede ist und von dem


Stephen Shore berauschenden Gefühl, ‚on the road‘ zu sein, ließ Stephen Shore damals buchstäblich links liegen. Er hatte kein Interesse am Freiheitsgedanken, an den Visionen eines glorreichen Landes und seiner glorreichen Zukunft, die von jeher jede Tour durch Amerika begleitet haben, einerlei, ob sie mit dem Kanu den Missouri River hinaufführte oder im Schaufelraddampfer den Mississippi hinunter, mit dem Planwagen über den Oregon Trail ging oder im verrosteten Kleinlastwagen über die Route 66. Stets überstrahlte eine präzis formulierte Hoffnung die Strapazen unterwegs, die Entbehrungen und die Momente der Ungewissheit. Stephen Shore aber wollte von Metaphysik nichts wissen. Er blieb ganz dicht am Leben. Erschreckend dicht. […] Das Konzept der Bilderschau hatte er am zweiten Tag der Reise formuliert: Er werde jeden Menschen fotografieren, mit dem er sprach, jede Tankstelle, an der er tankte, jedes Schaufenster, dessen Auslage er betrachtete, jedes Motelzimmer, in dem er schlief, jedes Essen, das man ihm servierte, und auch jede Toilette, die er benutzte. All jene Begegnungen und Eindrücke also, die man sonst mit gutem Grund rasch wieder vergisst. Die Konsequenz, mit der er den Plan ausführte, hatte etwas geradezu Grausames. Kein visuelles Tagebuch der Reise war da zusammengekommen, sondern ein nüchterner Katalog des Lebensnotwendigen, eine schnelle Dokumentation mit der Kleinbildkamera – bewusst beiläufig entstanden, so könnte man sagen. Selbst dort, wo angebrannte Spiegeleier auf Plastiktellern liegen oder Topfpflanzen die traurige

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Oliver Sieber Szenerie klinisch sauberer Korridore von Hotels eher verstärken, als dass sie davon ablenkten, enthielt sich Shore eines Kommentars. Eine seltsame Lakonie schwebt über den Bildern. […] F. Langer, FAZ 2008 La Brea Matrix Sieber, Oliver *31.Dezember 1966 11 Freundinnen Album Berlin/Lörick Böhm Böhm Handelszentrum Boy meets Girl Die Blinden Character Thieves Hungryfeet Imaginary Club J_Subs Kobayashi San SkinsMods

Teds Übungsräume Silicon Valley is an area ‚located on the San Francisco/California peninsula, radiates outward from Stanford University. It is contained by the San Francisco Bay on the east, the Santa Cruz Mountains on the west, and the Coast Range to the southeast. At the turn of the century, when fruit orchards predominated, the area was known as the Valley of Heart's Delight ‘ About 40 years ago, Stanford University had some financial problems. The authorities of university tried to solve the problems by leasing part of the university 232 land to high-tech companies for 99 years.

Carolyn Tajnai clarified this point of Stanford's history in more detail: ‚In the 1950's, the idea of building an industrial park arose. The university had plenty of land over 8,000 acres....but money was needed to finance the University's rapid postwar growth. The original bequest of his farm by Leland Stanford prohibi-


SkinsModsTeds

ďƒ˜SkinsModsTeds

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Small Installations and Site-specific Works

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Small Installations and Site-specific Works ted the sale of this land, but there was nothing to prevent its being leased. It turned out that long-term leases were just as attractive to industry as out right ownership; thus, the Stanford Industrial Park was founded. The goal was to create a center of high technology close to a cooperative university. It was a stroke of genius , and Terman, calling it ‚our secret weapon’, quickly suggested that leases be limited to high technology companies that might be beneficial to Stanford. In 1951 Varian Associates signed a lease, and in 1953 the company moved into the first building in the park. Eastman Kodak, General Electric, Preformed Line Products, Admiral Corporation, Shockley Transistor Laboratory of Beckman Instruments, Lockheed, Hewlett-Packard, and others followed soon after.’ Carolyn Tajnai Douglas Coupland Internet You can touch it Dreiunddreißig heißt Sioseh: Die kleinste Fotozeitschrift der Welt herausgegeben von Sissi Farassat in Wien. Die Hefte im Umfang von ca. 36 Seiten entsprechen der Größe einer Postkarte – aufgeschlagen, wohlgemerkt. SkinsModsTeds Dem Düsseldorfer Fotografen Oliver Sieber ist es gelungen, Kontakte zu den hermetischen Szenen der Skins, Mods und Teds herzustellen. Sein Konzept bestand darin, die einzelne Person mit einer gleichbleibenden formalen Gestaltungspräzision zu porträtieren. Er schafft damit eine Typologie, bei der er Einzelporträts aneinanderreiht und ein vergleichendes Betrachten hervorruft. So schiebt sich nach und nach das Indi-

viduelle hinter den dominierenden Stilcodes, die eine Szenezugehörigkeit konstituieren, hervor. Veröffentlicht wurde diese Serie gemeinsam mit der Serie Übungsräume im zweiten Band der Serie ‚Deutsch–Young German Photography‘, der im Kruse Verlag, Hamburg erschien. J_Subs Slowboy Galerie, Label, Siebdrucker in Düsseldorf Übungsräume Small Installations and Site-specific Works ‚With issue #35/36 of the Düsseldorfbased photographers Sieber and Stuke turn their attention toward spontaneous sculptural pieces, aesthetic interventions/site-specific works made by anonymous people, who were most likely unaware of the art they were creating when they manipulated a piece of cream-colored foam to fit into a cardboard box, or hung 235


Snake a vinyl orange umbrella on top of a blue clothes hanger. Fortunately, Sieber and Stuke captured such moments and collected them, along with many others, in this issue, subtitled ‚Small Installations and Site-Specific Works.’ Printed Matter Snake Manual: Snake is a new Böhm-Project by Katja Stuke and Oliver Sieber – a visual chain of association between Düsseldorf, Istanbul and the rest of the world. It starts – on the occasion of the exhibition On Produceability by Nüans and Alti Aylik – with an image of a turkish movie: Endless Nights. If you get the book, ad something (a photo, a painting, a drawing or some writings) which refers to the last idea (Each picture can be an answer, an opposite, a challenge, a formal or contextual idea to the image before) and mail it/ post it to another artist. If you don’t know where to send the book please write a mail to K. Stuke and O. Sieber in Düsseldorf (snake@frau-boehm.de) or to Anna

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Christiane Stahl Heidenhain in Istanbul (nuans@gmx.net) Please let us always know where the book is: write a mail to snake@frau-boehm.de or log in at www.frau-boehm.de/snake/ wp-admin and write a new post. Participating artists until now: Sven Vieweg, Laas Abendroth, Elmar Hermann, Maki Umehara, Detlef Weinrich, Max Schulze, Oliver Sieber, Ward Shelley, Oliver Räke, Suat Ögüt, Tunc Ali Cam, Gamze Özer, Hüseyin Karakaya, Rick Barnocky, Martina Klein, Nancy Popp, Hugo Schneider, David Horvitz and Sena Basoz. The Project is not finished yet. Naniwa Blog Snoek, Otto Al meer dan tien jaar fotografeert Otto Snoek (1966) in zijn geboortestad Rotterdam. Gewapend met zijn camera begeeft hij zich bij voorkeur temidden van winkelend, uitgaand, feestvierend of voetbalminnend publiek.

Met zijn confronterende kleurenfoto’s legt Snoek de hedendaagse massacultuur in de grote stad vast. Daarbij heeft hij een geheel eigen fotografische stijl ontwikkeld. Hij werkt snel, zoekt momenten die buiten het eigenlijke feest- of ander gebeuren liggen, plaatst personen die elkaar niet kennen bij elkaar in één kader en weet zijn beelden tot de randen te vullen met details. Snoeks beelden zijn daardoor stuk voor stuk visuele spektakels, waar je lang naar kan blijven kijken. Als ‘straatfotograaf’ zet hij een belangrijke traditie voort waartoe onder anderen ook Ed van der Elsken, Joel Meyerowitz en Martin Parr behoren. De titel van de tentoonstelling geeft aan dat Otto Snoek de vraag, hoe te oordelen over wat zijn foto’s tonen, uiteindelijk bij de kijker zelf legt. Nederlands Fotomuseum Böhm Handelszentrum Rotterdam Stahl, Christiane *1963 hat an der ‚Ecole du Louvre’ in Paris und der Freien Universität Berlin Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften studiert und ist in den vergangenen Jahren mehrfach mit photographiebezogenen Projekten und Publikationen, vorzugsweise zum Werk Alfred Ehrhardts, hervorgetreten. Seit 2002 leitet sie die Alfred-EhrhardtStiftung, Köln. 2006 hat sie den mit 3000 Euro dotierte Erich-Stenger-Preis 2005/06 der Sektion Geschichte und Archive der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) erhalten, für ihre Arbeit ‚Alfred Ehrhardt – Naturphilosoph mit der Kamera. Landschaften und Naturdinge in der Photographie von 1933 bis 1947’. Böhm Handelszentrum Abonnent 237


Stock Exchange Stock Exchange Suits London Chicago

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Streetphotography uses the techniques of straight photography in that it shows a pure vision of something, like holding up a mirror to society. Street photography often tends to be ironic and can be distanced from its subject matter and often concentrates on a single human moment, caught at a decisive or poignant moment. On the other hand, much street photography takes the opposite approach and provides a very literal and extremely personal rendering of the subject matter, giving the audience a more visceral experience of walks of life they might only be passingly familiar with. In the 20th century, street photographers have provided an exemplary and detailed record of street culture in Europe and North America, and elsewhere to a somewhat lesser extent. Many street photographers adopt a specialization. For example, some street photographers might emphasize the ugliness of modern society by depicting drug use, prostitution, and other forms of crime and/or exploitation. Others might focus on the humorous moments that usually go unnoticed. Either form is a constituent part of street photography. Many classic works of street photography were created in the period between roughly 1890 and 1975 and coincided with the introduction of portable cameras, especially small 35mm, rangefinder cameras. Classic practitioners of street photography include Lee Friedlander, Robert Frank, Helen Levitt, Joel Meyerowitz, David Goldblatt, William Klein and Garry Winogrand.


Supergirls

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Claudia Stein Stein, Claudia studierte Kulturmanagement und war in den Bereichen Galeriearbeit und Kommunikation tätig, bevor sie sich 1998 mit der Agentur ‚Photography now’ selbständig machte. Vierteljährlich publiziert sie die gleichnamige Zeitschrift. Seit 2003 betreibt ihre Agentur außerdem das weltweite Online-Portal photographynow.com Stremmel, Kerstin ist Kuratorin, Dozentin und Publizistin im Bereich Fotografie, sie lebt in Köln und unterrichtete u.a. an der HGK in Zürich und an der Universität zu Köln; Sie war Kuratorin am Leopold-Hoesch-Museum in Düren und schreibt u.a. für die NZZ, Eikon, Camera Austria und Photonews. Im Taschen Verlag erschien ihre Monografie ‚Realismus’. Sie hat zahlreiche Katalog- und Buchbeiträge verfasst, außerdem ist sie Herausgeberin zweier Jahrbücher zur Fotografie, erschienen im Steidl Verlag. Die Blinden

Stuke, Katja *6.4.1968 CCTV Back of the Head Böhm Olympia Osaka Private/ Osaka Public Könnte sein My personal Hitchcock Suits Supernatural Wander240 ausstellung

Suits Katja Stuke is a conceptual artist/ photographer who has an interesting new artist book that I found in Paris through Markus Schaden entitled, Suits: London, Tokyo, Osaka, New York 2007-2008, Facts & Fiction 1929-2008. Stuke combines photographs and video grabs of men wearing business suits that explore the various conflicted impressions that business attire can create. In a day and age where corporate bail-outs creates the supposition that the wealthy get off with a free pass when the economy collapses, it is understandable that much of the content here has a sinister edge cloaked in elegance. Stuke acts the part of a curator, gathering images from historical and contemporary sources, all of which have the common denominator of being designated as a ‚type.’ Images from films like Wall Street and even a Leonard Freed photograph of 1950's business men in Lower Manhattan keep us thinking of the continuous style and image of ‚business’ while modern newspaper photos, blown-up to reveal the offset printed dot patterns seem to point at a darker vision. Suits is an inventive form for a book with 11 x 14 size images folded in half and inserted into one another. The whole assemblage is held together by a vertically running rubber band. This unique binding technique makes it possible to view only half of any image at a time, creating interesting and seemingly random connections between each page. By only presenting half of each photo you may experience seeing only a shoulder of one man on one page while a blown up video still shows an entire


Suits

Suits 241


Suntory Times figure talking on a cellphone on the facing. Although Katja has assembled the book with thought, it is possible to slip the rubberband off and jumble the pages to create hundreds of possible pairings. Suits: London, Tokyo, Osaka, New York 2007-2008, Facts & Fiction 1929-2008 was published by Böhm/ Kobayashi Publishers in a very limited edition of only 150 copies. Each copy is numbered and comes with a thick belly/ obi band that holds the book closed. Jeffrey Ladd, 5b4blog Könnte sein

Seiten die starken Spannungen und unbeantworteten Fragen dieses Themas. Supernatural ist der Titel einer Publikation von Katja Stuke, in der zum ersten Mal die Serie der ‚Olympia Portraits’ verlegt werden. Olympia Supergirls Auto MotorSport

Suntory Times This issue of Böhm sets Oliver Sieber's nighttime photographs of Japanese buildings next to Katje Stuke's candid snapshots of people walking the streets of Düsseldorf and Osaka. Though distinctly different in their foci and style, both bodies of work relate to each other through the artists' use of texture and the defining qualities of light. Lost in Translation Osaka CCTV Supergirls Im September 2006 erschien die Böhm #30 Supergirls. Diese Ausgabe griff die Serie Olympia, Athen aus dem Jahr 2004 von Katja Stuke noch einmal auf und als Gegenpart zeigte Oliver Sieber Boy meets girl aus dem Jahr 2004. Die Serie enthält einzelne Portraits aus einem umfangreicheren Projekt zur Transsexualität. So konnte unter einem reißerischen Titel, der an den eines Comics erinnert, die fotografische Darstellung der Geschlechterdifferenz befragt werden. Die sehr unterschiedlichen Vorgehensweisen, die zu diesen Portraits führten 242 und das Layout reflektieren auf wenigen

T

AAFI ‚Toronto Alternative Art Fair International’ fand einige Jahre in den Räumen der Gladstone und Drake Hotels statt. Galerien konnten in den Hotelzimmern ihr Programm präsentieren. Konzerte von Peaches und anderen Künstlern fanden statt.Toronto TWEN Ende der 50er Jahre tauchte auf dem westdeutschen Illustriertenmarkt eine Zeitschrift auf, deren Wirkung auf die Nachkriegspublizistik kaum überschätzt werden kann. twen war nicht Illustrierte und nicht Fotomagazin, nicht


Suntory Times

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Suntory Times

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TWEN Jugend- und nicht Kulturzeitschrift. […] Obwohl die Zeitschrift über Jahre kaum mehr als 100 000 Exemplare pro Monat verkaufte und – zumindest in der Anfangszeit – dezidiert an ein jugendliches Publikum adressiert war, fand sie doch rasch die Aufmerksamkeit weiter Kreise, die das Heft, je nachdem, als erfrischenden Ausbruch aus dem provinziellen Mief der Ära Adenauer, als geistige Befreiung, Trendwende und Ausdruck einer neuen Zeit begriffen oder aber als Symbol des sich abzeichnenden allgemeinen moralischen und sittlichen Verfalls werteten. twen war das Kultobjekt der Dekade, Identifikation stiftendes Medium einer neuen Generation und zugleich für viele der Inbegriff des kulturellen Niedergangs. Wie keine zweite Zeitschrift vermochte twen zu polarisieren. Das Blatt wurde geliebt oder gescholten, um nicht zu sagen gehasst, mit internationalen Preisen für zeitgemäße Gestaltung überhäuft oder aber auf den Index für jugendgefährdende Schriften gesetzt. twen war Plattform für große Namen, Sprungbrett für junge Talente, Durchlauferhitzer für jene, die sich bereits anderweitig ein erstes bescheidenes Renommee erworben hatten. Heinz Edelmann, der Zeichner, Schöpfer des Kultfilms ‚Yellow Submarine’, oder Will McBride, der Fotograf, wären ohne twen kaum denkbar. […] In twen war gleichermaßen Platz für unbekannte Literaten wie für einen Heinrich Böll, für junge deutsche Fotografen wie für einen Irving Penn, für einen unbekannten F. K. Waechter wie für einen international geläufigen Saul Steinberg. Neu an twen war, strenggenommen, alles und nichts. Die

Bilder, die Themen, die Art, wie sie gelayoutet wurden: Das alles hatte Vorbilder, war inspiriert von zum Teil traditionsreichen Magazinen, die man sehr wohl beobachtete, in Teilen gar kopierte. In seiner Mischung aber, in der Weise auch, wie grafisch/typografische Errungenschaften nochmals gesteigert wurden, war twen doch einzigartig, Avantgarde über fast anderthalb Jahrzehnte, bis eben andere Illustrierte nachzogen und das vormals Solitäre dieses wohl ersten ‚Zeitgeistmagazins’ verschwimmen ließen. […] Ansprechen wollte man, zwischen drittem Kabinett Adenauer und den Wahlen zum siebten deutschen Bundestag, jene, die jung waren oder besser: sich jung fühlten, aufgeschlossen dachten, modern sein wollten ganz im Sinne jener ‚Temps modernes’, die Jean-Paul Sartre bereits 1945 ausgerufen hatte. Und, natürlich, international orientieren wollte 245


TWEN

man sich, über die Grenzen blicken, ferne Strömungen und Moden importieren. Für nicht wenige war twen über die ‚Swinging Sixties’ Trendsetter, Orientierungshilfe, Vorbild — eine Art Schaufenster zur Welt. ‚In den Illustrierten sieht das Publikum die Welt, an deren Wahrnehmung es die Illustrierten hindern.’ Siegfried Kracauers bereits 1927 geäußerte Kritik am Divertimento der modernen Massenpresse mochte um I960 auf eine ganze Reihe bundesdeut246 scher Publikumszeitschriften zutreffen,

twen konnte der Vorwurf schon deshalb nicht erreichen, weil es einen eigenen, quasi autonomen Kosmos etablierte. Auch twen war — wenn man so will — ein Lackmuspapier des Zeitgeistes. Was sich jedoch in dem Blatt spiegelte, waren kaum die politischen und sozialen Realitäten der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft als vielmehr schillernde Projektionen, Wunschbilder, jugendliche Träume, Idole, Ideale, die insbesondere Art Director Willy Fleckhaus in griffige Ikonen umzusetzen wusste. twen war Design in zweifacher Hinsicht. Einmal im Sinne einer perfekten Handhabung von Fotografie, Typografie und Layout. Design aber auch mit Blick auf die Stilisierung eines konsumorientierten Lebensgefühls, das für viele Leser zur verbindlichen Orientierung wurde. […] Im April 1959 erschien als ‚Sondernummer I’ die erste Ausgabe. 104 Seiten Umfang, 36,5 x 27 cm im Format, also etwas größer als alle darauffolgenden Hefte bis einschließlich 1971. Der damals 28jährige Reinhart Wolf hatte das Titelfoto beigesteuert: ein in die Kamera grüßendes jugendliches Paar, freigestellt vor schwarzem Grund. Als Chefredakteur nannte das Impressum Adolf Theobald. Willy Fleckhaus stand für ‚Bildredaktion und Gestaltung’. […] Michael Koetzle Ryudai Takano *1963 in Fukui, ist ein zeitgenössischer japanischer Fotograf. Er hat den renommierten japanischen Ihei Kimura Preis für seine fotografischen Portraits bekommen, und ist außerhalb Japans bereits ein Geheimtipp. Seine Farbfotografien entziehen sich einfachen Gen-


The Clash tung und Wertschätzung der japanischen Nudelsuppe. Tent Record Store war ein Plattenladen von Swen Buckner, der in den Räumen der ‚Wertanlage’ in Düsseldorf untergekommen war. Samstags fand die kleine Konzertreihe ‚Vorspiel’ statt. Weihnachten

der-Zuschreibungen, wenn sie auch ein deutliches Interesse an Körper und Sexualität ausdrücken. Böhm Handelszentrum Mariko Takeuchi is a renowned photography critic and the independent curator of the special spotlight on Japanese photography at Paris Photo 2008. Character Thieves

Tezuka, Osamu (jap. 手塚 治虫, eigentlich: 手塚 治, Tezuka Osamu; *1928 in Toyonaka; † 1989) war ein japanischer Arzt, Regisseur und Manga-Zeichner. Er war so maßgeblich in die Entwicklung des Mangas und des Animes der Nachkriegszeit involviert, dass er teilweise als ‚Manga no Kami-sama’ (漫画の神様, dt. ‚Gott des Manga‚) bezeichnet wurde. Astro Boy The Clash The Sex Pistols may have been the first British punk rock band, but the Clash were the definitive British punk rockers. Where the Pistols were nihilistic,

Tampopo (jap. タンポポ, wörtlich ‚Pusteblume’) ist eine 1985 gedrehte japanische Filmkomödie des Regisseurs Jûzô Itami. Hauptthema des Filmes ist die Zuberei-

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The Osaka Issue

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The Smiths the Clash were fiery and idealistic, charged with righteousness and a leftist political ideology. From the outset, the band was more musically adventurous, expanding its hard rock & roll with reggae dub and rockabilly among other roots musics. Furthermore, they were blessed with two exceptional songwriters in Joe Strummer and Mick Jones each with a distinctive voice and style. The Clash copped heavily from classic outlaw imagery, positioning themselves as rebels with a cause. As a result, they won a passionately devoted following on both sides of the Atlantic. While they became rock & roll heroes in the U.K., second only to the Jam in terms of popularity, it took the Clash several years to break into the American market, and when they finally did in 1982, they imploded several months later. The Lapis Press The Lapis Press was founded in 1984 by artist Sam Francis with the goal of producing unusual and timely texts in visually compelling formats. Published editions comprised poetry, fiction, and essays on contemporary art, philosophy, literature and Jungian psychology. During this time, Lapis also published books created in collaboration with significant contemporary artists. These livres d'artiste employed a variety of media, including lithographs, etchings, and letterpress. After the death of Sam Francis in 1994, The Lapis Press honored his legacy of collaboration by producing a series of etching editions with contemporary artists such as Robert Therrien, Ed Moses, Christopher Wool, Rebecca Horn, Marina Ab-

ramovic, Martin Puryear, Anish Kapoor, David Reed and Ed Ruscha. The La Brea Matrix The Mini Bar Das Projekt wurde im April 2005 von den in Düsseldorf lebenden Künstlern Elke Nebel und Jan Stieding ins Leben gerufen. In The Mini Bar präsentieren die beiden in unregelmäßigen Abständen Ausstellungen von Künstlerkollegen. Zunächst fand sie in der alten Tankstelle auf der Bilker Allee ihren Platz, später landete sie im Keller des Überbau-Ateliers. Mittlerweile finden die Veranstaltungen unregelmäßig an unterschiedlichen Orten statt. Die Ausstellungen werden begleitet von Künstlern am Plattenteller und kühlen Drinks. The Osaka Issue Im Mai 2006 wurde neben der Böhm #29 The Osaka Issue (mit einigen Motiven der Serien J_Subs von Oliver Sieber und Osaka Public von Katja Stuke) bei Nic‘s Comics in Düsseldorf auch die Ausstellung von Antenna im Gästezimmer des Handelszentrums, mit dem Titel ‚Matsuri-Yatai Installation’ eröffnet. Außerdem begann im Labor des Handelszentrums eine erweiterte Ausstellung der Osaka Issue, mit Auszügen aus Character Thieves und Osaka Public/Osaka Private. In der Nummer 29 kam es zu einer Gegenüberstellung von ‚Subkultur’ und ‚Öffentlichem Raum’. The Smiths were an English rock band formed in Manchester in 1982. Based on the songwriting partnership of Morrissey and Johnny Marr, the band also included Andy Rourke and Mike Joyce. 249


The Smiths

Critics have called them the most important alternative rock band to emerge from the British independent music scene of the 1980s, and the group has had a major influence on subsequent artists. Morrissey's lovelorn tales of alienation found an audience amongst youth culture bored by the ubiquitous synthesizer-pop bands of the early 1980s, while Marr's complex melodies helped return guitar-based music to popularity in Britain. The group were signed to the independent record label Rough Trade Records, for whom they released four studio albums and several compilations, as well as numerous non-LP singles. Although they had limited commercial success outside the UK while they were still together, and never released a single that charted higher than number 10 in their home country, The Smiths won a growing following, and remain cult and commercial favourites. The band broke up in 1987 amid disagreements between Morrissey and Marr and have turned down several 250 offers to reform since then.

Thijsen, Mirelle is a dutch art-historian, foto-crictic and foto-curator. Her ‚ccCollectionIPhoR’ is a miscellaneous selection from a critic and curator's collection in progress made by Mirelle Thijsen, founder of International Photography Research (IPhoR) in 1988. The collection contains cartes de visites, daguerreotypes, leporellos, post cards, photographic projects in the shape of periodical magazines, self published and institutional booklets, small catalogues as well as greeting cards and documents referring to personal and professional identity. Tillmans, Wolfgang A few artists have changed the manner in which photographic images are made, read, and received in the past two decades as much as Wolfgang Tillmans. Since the mid-1980s, he has reinterpreted representational genres


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Tokyo from portraiture to still life to landscape, and invented a radical presentational approach that engages the particular dynamics of specific spaces. First recognized in the early 1990s for photographs of friends and others in his immediate milieu, Tillmans has since expanded his practice to incorporate conceptually inspired meditations on natural phenomena as well as often startlingly beautiful abstractions that result from experiments with the photographic process, among other subjects. […] combined with his innovative exhibition strategies has made him one of the most influential photographic artists of the past twenty years. Catalogue Yale University Press Tokyo Vor uns liegt eine Großstadt. Mit den Augen eines hoch am Himmel fliegenden Nachtvogel nehmen wir die Szenerie wahr. Aus dieser Höhe wirkt die Stadt wie ein riesiges Lebewesen. Oder wie eine künstliche Ansammlung unendlich vieler ineinander verschlungener Existenzen. Zahllose Adern reichen bis in die entlegenen Zonen dieses Organismus, lassen sein Blut zirkulieren und tauschen unablässig Zellen aus. Neue Informationen werden versandt, alte zurückgeholt. Neue Güter werden geliefert, alte entsorgt. Neue Widersprüche entstehen, alte werden aufgehoben. Ein gemeinsamer Pulsschlag durchpocht den ganzen Körper, überall blinkt es, erhitzt und windet sich. Es ist kurz vor Mitternacht, und der Höhepunkt seiner Aktivität ist überschritten, doch der allem zugrunde liegende, lebenserhaltene Stoffwechsel arbeitet unver-

mindert weiter. Ein ununterbrochenes leises Dröhnen erhebt sich aus der Stadt, monoton, ohne Auf und Ab, doch voller Ahnungen und Verheißungen. Wir richten unseren Blick auf einen Teil, an dem die Konzentration der Lichter besonders dicht ist, und lassen ihn an diesem Punkt ruhig hinabsinken in das Meer aus bunten Leuchtreklamen. Es ist ein Bezirk, den man als belebt bezeichnen würde. Die riesigen Digitalbildschirme an den Wänden der Gebäude sind über Mitternacht still geworden, aber aus den Lautsprechern über einem Lokal tönen weiter übertriebene, leise Hiphop-Klänge. Eine große Spielhalle voller junger Leute. Schrille elektronische Geräusche. Eine Gruppe von Studentinnen, anscheinend auf dem Heimweg von einer Party. Teenager mit blondgefärbten Haaren, unter deren Miniröcken gesunde Beine hervorschauen. Angestellte, die hastig über die Kreuzung laufen, um die letzte Bahn nicht zu verpassen. Die Anreißer der Karaoke-Bars sind um diese Zeit noch ganz in ihrem Element. Ein auffällig schwarzer Wagen gleitet langsam vorbei, um die Straße zu sondieren. Seine Scheiben sind mit schwarzer Folie überzogen. Er wirkt wie ein Geschöpf aus der Tiefsee mit seiner besonderen Haut und speziellen Organen. Zwei junge Polizisten mit angespannten Gesichtern patrouillieren auf derselben Straße, achten jedoch kaum auf ihn. Um diese Zeit funktioniert die Stadt nach ihren eigenen Gesetzen. Der Herbst neigt sich seinem Ende zu. Es weht kein Wind, aber die Luft ist kalt. Gleich wird das Datum umschlagen. 253


Toronto Wir befinden uns in einer Filiale der Restaurantkette Denny’s. Die Beleuchtung ist langweilig, aber ausreichend hell, Interieur und Geschirr sind von neutralem Geschmack. Betriebstechniker haben diese Räumlichkeiten bis ins kleinste Detail ausgeklügelt. im Hintergrund ertönt leise, unaufdringliche Musik, und die Angestellten sind darauf gedrillt, sich wie nach einem Lehrbuch der Gastronomiebranche zu benhemen. „Herzlich Willkommen bei Denny's. Das Lokal ist austauschbar und anonym. Es könnte überall sein. Alle Plätze sind belegt. […] Murakami, H. Halbe Höhe Blade Runner Toronto More than 100 reasons to love Toronto: 3. Our first mayor led a rebellion. // 6. We have independent bookstores in every neighbourhood. // 8. We have a Little Malta. // 10. There are so many Chinatowns, we've lost count. // 11. There's a festival for every neighbourhood and ethnic group in the city // 13. Gays and lesbians can marry here. // 21. The downtown population is actually going up. // 23. One of the city's best golf courses runs underneath its busiest highway. // 25. The newspaper reading room at the Toronto Reference Library. // 26. We have a restaurant devoted to poutine. // 36. We dutifully separate our garbage into black, blue and green. // 45. The dim sum is as good as the tapas. // 46. We've got a sugar museum. And a shoe museum. // 56. Without us, where would they film movies set in American cities?// 80. A huge festival that treats authors like real celebrities. // 90. Lively literati – from 254 Michael Ondaatje to Bryan Lee O'Malley

– helped make this a city of the imagination. // 93. The glass floor at the CN Tower. // 98. Extensive back-alley graffiti, some of which is better than the stuff hanging in galleries. // 99. Gehry, Libeskind, Alsopp: Thank you for giving us architecture worthy of debate. // 100. Spotting the almost mystical garbage train on the TTC late at night. // 103. Winter? What winter? // 110. SARS made us stronger // 120. Hopping from one ‚you-call-that-art? gallery’ to another on Queen West for Thursdaynight opening receptions. // 121. Coming across a part of the city transformed for a movie shoot. // 132. The ‚secret’ patios hiding at the back of dozens of restaurants. // 136. Determining your favourite pa'an-wallah – by samp-ling them all – on Gerrard Street. // 138. The fact that decades after Mies van der Rohe designed them, the TD towers look brand new. //


Tulitikkutehtaan Tyttö weit verbreitet. Es gibt Flohmärkte in Paris oder Berlin genauso wie in New York, Rom, Wien, Los Angeles, Osaka oder Amsterdam. Insbesondere dienen Trödelmärkte vielen kleineren gewerblichen Händlern, die sich kein entsprechendes Ladengeschäft leisten können oder wollen, als erste Absatzplattform. Trödelmärkte haben sich des Weiteren auch als dienliches Umfeld zu zeithistorischer und alltagskultureller Bildung erwiesen. So finden sich auf den meisten Flohmärkten Medien, insbesondere Bücher und Zeitschriften oder auch Tonträger, die im Handel nicht bzw. nur selten erhältlich sind. Dazu kommen diverse einzelne Antiquitäten […]

140. Singing karaoke with the Gladstone Cowboy. // 143. Neil Young and Glenn Gould were both born here. // 144. The Rolling Stones surprise us with a secret concert once in a while. // 154. The best movies you've never heard of at Cinematheque Ontario. // 161. Finding the perfectly musty tweed jacket in Kensington Market. // 162. Watching a dance lesson through the expansive windows of the National Ballet School. // 171. We're nicer than they say we are. We're just a little shy sometimes. // 172. Big enough to be anonymous. Small enough to know your neighbours. www.thestar. com Character Thieves Back of the Heads How to draw a Bunny YYZDUSGladstone TAAFI Art Metropole Miles Collyer Trödelmärkte stellen für viele eine Art Gegen- oder Subkultur dar und sind welt-

Tuesday Morning In this 37th issue of Böhm, photographers Oliver Sieber and Katja Stuke engage in a conversation that unfolds through black and white images printed on the book's recto and verso pages. On page one, Sieber begins the conversation with a teenager's upraised fist emerging from the chaos of a mosh pit, to which Stuke answers with a woman's bejeweled and manicured hand, elegantly raised to let her cigarette smoke trail out of a car window. Tulitikkutehtaan Tyttö (The Match Factory Girl) Despite their differences of setting, tone and language, both films are set in a realistic world filled with cock-eyed consequences. These people go to the edge of defeat, only to challenge their fate at the last minute, tossing tragedy out the window as if it was a banana peel they'd happened to slip on. 255


Tulitikkutehtaan Tyttö The director's style is ruthlessly pared down, every scene edited to its core, every detail perfected, every lingering shot of an empty room used to good effect. Yet Mr. Kaurismäki's buoyant energy fends off any hint of a mannered or minimalist approach, and he keeps viewers trailing after him by unsettling every expectation. Having made eight smashingly original films in seven years, Mr. Kaurismäki's range and depth seem to be growing all the time. ‚The Match Factory Girl’ begins with a log in a factory and follows the stages by which wood emerges as a box of matches. At the end of this long mechanical chain is a pair of hands hovering over a conveyor belt, making certain the mailing labels are stuck securely on the boxes. The hands belong to Iris, a wan blonde with circles under her eyes whose life threatens to remain as mundane and sterile as her job. She pays rent to sleep on the couch in the apartment of her mother and stepfather, who do little more than eat and smoke. She puts on blue eyeshadow, goes to a dance and at the end of the evening is the only woman left sitting against the wall. And in a small act of heroism, she defies her parents and takes part of her paycheck to buy a cheaplooking red-flowered dress in which she is finally asked to dance. As Iris, Kati Outinen has a slight, angelic smile as she rests her head on this strange man's shoulder. Her beautiful, unsentimental performance is all the more remarkable because so far Iris has 256 not said a word on camera. No one, in

fact, says very much in this film. Music and noise are everywhere, but dialogue is a luxury in Mr. Kaurismäki's spare esthetic. Iris is no saint; she sleeps with the stranger that night and later finds herself in the kind of mess that makes her want to poison ratty humans. And the more rebellious she becomes, the more Mr. Kaurismäki provokes viewers to cheer


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Tsutaya her anti-social behavior. Iris is the most deeply realized and affecting character in the Finnish trilogy. If Iris is the perfect Kaurismäki character, for some viewers Mr. Leaud will always be Francois Truffaut's exuberant alter ego, Antoine Doinel. But he becomes a Kaurismäki actor with ease. In ‚I hired Contract Killer’, he is the unblinking, unsmiling Henri Boulanger, a French white-collar version of the hapless workers in Mr. Kaurismäki's Helsinki factories. Dismissed from his job and in despair, he fails at everything, including suicide. Tsutaya

開催期間:2009年11月14日(土) 開催

時間: 17:00 ~ 開催店舗:TSUTAYA 枚方駅前 本店 内容:5thアルバム「夜をかけぬけろ / アリシ

B,AVCH-78006)”全2形態の内、どちらか1形態 をお買い求め頂いたお客様に先着で特典引換え

券を差し上げます。特典の直筆サイン入りポスタ

ーの引換えはイベント当日ライヴ終了後となりま す。ライヴの観覧はフリーとなります。<注意事項

>イベント対象商品、特典の数には限りがござい ます。予めご了承下さい※TSUTAYA枚方駅前本

店以外でのご購入に関しましては、特典のプレゼ ント対象外となりますのでご了承下さい。イベント

対象商品をお求め頂いた際、払い戻しは一切行い

ませんので予めご了承下さい。不良品は良品交換 とさせて頂きます。当日の交通費・宿泊費等はお 客様負担となります。イベント中は許可された場 合以外、録音・録画・複写に使用する機材での撮

影・録音行為は禁止となっております。会場内に

ロッカーやクロークはございません。手荷物の管 理は自己責任にてお願いいたします。都合により

イベントの内容変更や中止がある場合がございま す。あらかじめご了承ください。イベント中止・延期 の場合、旅費などの補償は出来ません。問い合わ

せ先:TSUTAYA枚方駅前本店TEL:072-8449000(朝7:00-深夜1:00)

U

eberwachung CCTV

ア」発売記念インストアイベント決定!日時:11/14

(土)17:0 0スタート場所:TSU TAYA枚 方駅 前本店物販館(大阪府枚方市岡東町18-20枚方 中央ビル1F、2F)内容:ミニアコースティックラ イヴ&直筆サイン入りポスタープレゼントイベン ト参加方法:10/1(土)以降に、TSUTAYA枚方

駅前本店にて、9/2(水)発売“Jackson vibe「 260 夜をかけぬけろ/ アリシア」( AVC H -78 0 0 5/

Übungsräume Die Serie ‚The Making of Music’ fokussiert die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Keimzelle musikalischer Kreativität – den Übungsraum. Sieber präsentiert intime Innenansichten aus den Kreativlabors bekannter und


Übungsräume

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Ultraman unbekannter Musiker. Jede Innenansicht wird zu einem Mikrokosmos, der beim Betrachter zahlreiche Spekulationen und Fragestellungen auslöst. Artbook Cologne Die UK Subs sind eine britische Band, die 1976 als eine der ersten Punkbands in London gegründet wurde. Der Name steht abgekürzt für ‚The Subversives’. Da es bereits eine schottische Band gleichen Namens gab, hatte man UK vorangestellt. Singles: Stranglehold 1979 //Tomorrow's Girls 1979 // She's Not There 1979 // Warhead 1980 // Teenage 1980 // Party In Paris 1980 // // Alben: Another Kind Of Blues 1979 // Brand New Age 1980 // Crash Course 1980 // Diminished Responsibility 1981. Als sich das öffentliche Interesse in den frühen 80er Jahren von Punk nach New Wave und Synthie Pop bewegte, schwand auch die Popularität der UK Subs. Wie bereits in früheren Zeiten wechselten nun wieder ständig die Bandmitglieder, und obwohl Frontmann Charlie Harper schließlich als einziges Gründungsmitglied mitspielte, löste sich die Band nicht auf. Mit den Alben Diminished Responsibility und Endangered Species, mit denen die Tradition fortgeführt wurde, bei offiziellen Alben den Anfangsbuchstaben der Titel dem Alphabet folgen zu lassen, änderten sie jedoch ihren Sound in Richtung Hardrock und Heavy Metal.[…] Im Frühjahr 1983 gaben sie als erste Punkrockgruppe, die ein kommunistisches Land betrat, einige Vorstellungen in Polen. Die Band ist bis heute noch weltweit unterwegs und spielt hauptsächlich in Clubs (u.a. in To262 kio) und auf Festivals. J_Subs

Ultraman’s creator was Eiji Tsuburaya from Tsuburaya Productions, a pioneer in special effects who was responsible for bringing Godzilla to life in 1954. The show’s predecessor was a series called Ultra Q, a black-and-white 28-episode series very much like today's The X-Files or The Twilight Zone. One outstanding feature of the Ultraman series was the use of various monster costumes, known as kaiju in Japan. Often wildly imaginative this feature would influence other series such as Gatchaman and Super Sentai series like Himitsu Sentai Goranger. The principals were played by famous stunt actor Haruo Nakajima, who played the original Godzilla. His apprentice, Bin Furuya, started out as Ultraman. Nakajima had a martial arts background and used it to create a sense of drama in order to be dramatically effective in costumes that had little potential to show emotion. For the first episodes, and this is clearly evident in the action sequences, simple wrestling was


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used. However, in later episodes sequences gradually evolved into more complex fighting that would later be reflected in anime productions (dramatic windups, extravagant gestures prior to unleashing an energy attack, bellicose roars and threat displays, etc.). Often costumes of famous monsters like Godzilla would be recycled and altered, sometimes with nothing more than spray paint and often while the actor was still inside. Nakajima quipped once that the staggering gait of some of the monsters he portrayed was due less to his acting than to the fumes he had to endure. Some of the costumes could not be shown fully as his feet would be exposed, a necessary allowance to maintain balance in the often cumbersome outfits. Also, the expense of repairing the scale cities and landscapes used for battle scenes required economy of movement and meticulous planning. Ultra Monsters are: Bemular-Reptillian space monster // Baltan-Humanoid alien arthropod // Ne-

ronga-Invisible electricity eating monster (Baragon from Toho with a new head // Ragon-Giant aquatic humanoid (Directly reused from Ultra Q) // Greenmons-Radioactive plant monster // Gesura-Toxic reptillian sea monster (Peter from Ultra Q with spines) // Antlar-Giant ant lion // Red King-Giant reptillian monster // ChandlarBat like flying monster (Pegila from Ultra Q with altered head) // Magura-Burrowing spiky creature // Pygmon-Small spiny monster (Garamon from Ultra Q resued) // Suflan-Carnivorous plants // Gabora-Uranium eating monster with head shield // Jiras-Giant frilled dinosaur (Godzilla with a frill) // Gango-Giant cartoonish monster // Gomora-Giant Dinosuar like monster. Umehara, Maki Snake Unabhängigkeit ein durch wirtschaftlicher Sicherheit (oder durch den Verzicht auf selbige, unterstützter Zustand) // in der Rechtswissenschaft die Fähigkeit zu aus- 263


Unser Film schließlicher rechtlicher Selbstbestimmung: Souveränität // in der Psycho-logie und Soziologie die Möglichkeit oder das Gefühl, in eigener Verantwortung Entscheidungen treffen zu können; Eigenverantwortung: Möglichkeit, die Fähigkeit, die Bereitschaft und die Pflicht, für das eigene Handeln, Reden und Unter-lassen Verantwortung zu tragen. // Freiheit: wird in der Regel verstanden als die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen und entscheiden zu können. Der Begriff benennt allgemein einen Zustand der Autonomie eines handelnden Subjekts. // geistige Unabhängigkeit – Denken: Unter Denken werden alle Vorgänge zusammengefasst, die aus einer inneren Beschäftigung mit Vorstellungen, Erinnerungen und Begriffen eine Erkenntnis zu formen suchen, mit dem Ziel, damit brauchbare Handlungsanweisungen zur Meisterung von Lebenssituationen zu gewinnen. Denken kann auf einem Einfall basieren oder spontan durch Gefühle bzw. Situationen, aber auch durch Sinneseindrücke oder Personen ausgelöst werden, oder es wird abstrakt konstruktiv entwickelt. Denken muss jedoch vom Wahrnehmen und Intuition unterschieden werden, die mehr oder weniger unbegrifflich sind. Automatisches Denken, das unbewusst, absichtslos, unwillkürlich und mühelos abläuft, kann unterschieden werden von kontrolliertem Denken, das bewusst, absichtlich, freiwillig und aufwändig ist. Unser Film ist der Titel der Ausstellung, die 2004 im Goethe Institut Rotterdam wäh264 rend des Film Festivals und im Goethe


Verlagsprogramm

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Awoiska van der Molen Institut Berlin während der Berlinale gezeigt wurde. Neben den Fotografien von Filmdrehorten wurde auch eine große Videoprojektion gezeigt. Ausschnitte aus 59 Kinofilmen wurden zu einer Reise durch die USA zusammengeschnitten. Diese Ausschnitte wurden an den von K. Stuke und O. Sieber besuchten Orten gedreht. Den Soundtrack zum Film lieferte Axel Ganz. Ausschnitte aus folgenden Filmen sind zu sehen: Easy Rider // Die Hard I // Wag the Dog // Mulholland Drive// Annie Hall // L.A.Story // The Big Lebowski // Speed // The Blade Runner // Movies // Independence Day // Chinatown // Magnolia // Volcano // Short Cuts // Strange Days // Swingers // The Million Dollar Hotel // Lost Highway // Grease // Duel // Thelma and Louise // Out of Rosenheim // Punch Drunk Love // Traffic // Almost Famous // The Player // Rebel Without a Cause // Heat // Ed Wood // Rocky I // Blues Brothers // Falling Down // Casino // Leaving Las Vegas // Superman I // Sleepless in Seattle // Once Upon a Time in America // The Siege // The Fisher King // King Kong // When Harry met Sally // As Good as it Gets // The Freshman // Manhattan // Taxi Driver // State of Grace // Palookaville // Goodfellas // American History X // Husbands and Wives // Forrest Gump // Pulp Fiction // L.A. Without a Map // Con Air // True Romance // Planet of the Apes // The Hunter // U-Turn //

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an Manen, Bertien International anerkannt, zählt die niederländische Fotografin Bertien van Manen inzwischen zu den Erneuerern der dokumentarischen Fotografie in den 90er Jahren. Schon früh

entwickelte Bertien van Manen ein Gespür für die in der Zukunft wirksamen Strömungen und Entwicklungen einer sich zunehmend globaler gebärdenden Gesellschaft: Migration, die rasanten Veränderungen in der zusammenbrechenden Sowjetunion sowie die kulturellen Umbrüche in der aufstrebenden Wirtschaftsnation China. Ihre Bücher ‚A Hundred Summers A Hundred Winters’, eine Serie die in den neunziger Jahren in der ehemaligen Sowjetunion entstanden ist und ‚East Wind West Wind’ mit Bildern aus der Volksrepublik China wurden unter dem Titel ‚Reading Room’ des Böhm Handelszentrums präsentiert. Van der Molen, Awoiska ist eine holländische Fotografin, deren Serie ‚monadnock’ im Böhm Handelszentrum ausgestellt war. Dazu schreibt sie: De monadnock is een metafoor voor de eigenschappen van de onderwerpen die ik fotografeer. Deze onderwerpen hebben hun eigen intrinsieke kracht, houden stoïcijns stand temidden van de eroderende vluchtige buitenwereld. Mijn werk is een geconcentreerd onderzoek naar locaties en situaties waarbij ik ervaar dat deze de oppervlakkigheden en snelheid van de actualiteit weerstaan. 267


Videogames

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Videogames Verlagsprogramm page 265, 266 A video game or interactive entertainment is an electronic game that involves interaction with a user interface to generate visual feedback on a video device. The word video in video game traditionally referred to a raster display device. However, with the popular use of the term ‚video game’, it now implies any type of display device. The electronic systems used to play video games are known as platforms; examples of these are personal computers and video game consoles. These platforms range from large computers to small handheld devices. Specialized video games such as arcade games, while previously common, have gradually declined in use. Early games used interactive electronic devices with various display formats. The earliest example is from 1947—a ‚Cathode ray tube Amusement Device’ was filed for a patent in 1947 by Thomas T. Goldsmith Jr. and Estle Ray Mann, and issued on December 14, 1948 as U.S. Patent 2455992. Although departments of computer science have been studying the technical aspects of video games for years, theories that examine games as an artistic medium are a relatively recent development in the humanities. The two most visible schools in this emerging field are ludology and narratology. Narrativists approach video games in the context of what Janet Murray calls ‚Cyberdrama’. That is to say, their major concern is with video games as a storytelling medium, one that arises out of interactive fiction. Murray puts video games in the context of the Holodeck,

a fictional piece of technology from Star Trek, arguing for the video game as a medium in which we get to become another person, and to act out in another world. This image of video games received early widespread popular support, and forms the basis of films such as Tron, eXistenZ, and The Last Starfighter. Ludologists break sharply and radically from this. They argue that a video game is first and foremost a game, which must be understood in terms of its rules, interface, and the concept of play that it deploys. Espen J. Aarseth argues that, although games certainly have plots, characters, and aspects of traditional narratives, these aspects are incidental to gameplay. 269


Videokamera

For example, Aarseth is critical of the widespread attention that narrativists have given to the curvaceous heroine of the game Tomb Raider, saying that ‚the dimensions of Lara Croft's body, already analyzed to death by film theorists, are irrelevant to me as a player, because a different-looking body would not make me play differently... When I play, I don't even see her body, but see through it and past it.’ Simply put, ludologists reject traditional theories of art because they claim that the artistic and socially relevant qualities of a video game are primarily determined by the underlying set of rules, demands, and expectations imposed on the player. While many games rely on emergent principles, video games commonly present simulated story worlds where emergent behavior occurs within the context of the game. The term ‚emergent narrative’ has been used to describe how, in a simulated environment, storyline can be created simply by ‚what happens to the player.’ However, emergent behavior is not limited to sophisticated games. In generally any place where event-driven instructions occur for AI in a game, emergent 270 behavior will exist. Könnte sein

Videokamera Die Videokamera ist ein Aufzeichnungsgerät für bewegte Bilder, meist gekoppelt mit einem Tonaufzeichnungsgerät. Die Bilder werden dabei sofort in elektrische Signale umgewandelt und können direkt auf einem Monitor betrachtet werden. ‚On the streets I‘m just observing and storing – keeping the moments, not analyzing what‘s happening. When I take the films to the studio I can carefully choose those situations which are interesting for my work. I can try to think about what happened back then, try to find out about or just think about the connections and relations between people, choose a special frame for my intention, can compose an image. It‘s often a question of just one second or one millimeter, which changes the content, the story in the images or the relationship between the people in the images. So it is very different from just taking snapshots in the street. When I take the photos of these situations from the TV-monitor and enlarge them they get another meaning besides their content. The grid from the screen which you can see very precisely on the photographs changes the way the people


Vierwändekunst look at them because the images seem to be in a new media-context. It is now no more just a situation on the street; maybe it could be interesting news? News and media use images to stress a subject and make pictures become a symbol, use them, too, to illustrate an opinion sometimes ignoring the origin of the image; put the images into a new context and make them have a new meaning. For example pictures of Asian people wearing masks to protect themselves from getting a cold which used to illustrate the risks of avian flue some years ago in Europe. So a very harmless situation changes into a symbol of the pandemic dangers. The stories the people see in my images are always different and often different from my own suggestions; it depends on who is looking at the pictures, their personal background and experiences, which movies they have seen or what had been reported in the news the days before. The judgments are influenced by our experiences and the circumstances of our own lives. The same situation can be judged differently, different viewers can come to different conclusions. And according to our own experiences our judgments as to the actions of a person vary in results and ideas; very often though they do not represent reality.’ Katja Stuke, about CCTV Elephant. Videonale Der Bonner Videonale e.V. begann seine Arbeit 1984 mit der Organisation eines alle zwei Jahre stattfindenden internationales Festivals und Wettbewerbs für Kunstvideos. Die ‚Videonale’ zählt heute zu einem der ältesten und re-

nommiertesten Festivals für Videokunst in Deutschland und Europa und begreift sich als Plattform sowohl für junge aufstrebende als auch etablierte KünstlerInnen. Im Jahr 2007 waren u.a. Antenna vertreten. Auf einer Podiumsveranstaltung im Rahmenprogramm führten ein Gespräch mit Katja Stuke und Oliver Sieber. Vierwändekunst Zahlreiche Produzentengalerien, Off-Räume und Projektgruppen zeugen von einer Vielfalt der Düsseldorfer Kunstszene. Dort präsentieren meist junge Künstler, die nur selten feste Galerien haben, ihre Arbeiten der interessierten Öffentlichkeit. Das ‚vierwände kunst‘Festival schaffte 2007 ein gemeinsames Forum für die Düsseldorfer Projekten. Das Programm wurde ergänzt durch zahlreiche zusätzliche Veranstaltungen, die über eine Vernissage oder eine Aus-

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Visual Kei

Visual Kei Imaginary Club

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Visual Kei stellung hinausgehen wie zum Beispiel Musikveranstaltungen, Lesungen etc. Das Festival bot einen umfassenden und abwechslungsreichen Überblick über die Vielfalt und Größe der Off-Szene in Düsseldorf. Böhm Handelszentrum Kai Kraatz Container Virtualität ist die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen. Das Wort führt über den französischen Begriff virtuel (fähig zu wirken, möglich) zurück auf das lateinische Wort virtus (Tugend, Tapferkeit, Tüchtigkeit, Kraft, Männlichkeit). Virtualität spezifiziert also eine gedachte oder über ihre Eigenschaften konkretisierte Entität, die zwar nicht physisch, aber doch in ihrer Funktionalität oder Wirkung vorhanden ist. Somit ist ‚virtuell‘ nicht das Gegenteil von ‚real‘, obwohl es fälschlicherweise oft so verwendet wird. Oft wird auch ein fiktiver Charakter als virtuell bezeichnet, zum Beispiel in Computerspielen oder im Zeichentrick (englisch Comic, japanisch Anime, Manga). Vieweg, Sven *1966 in Essen Undefinierte Kreaturen, menschenähnliche Gestalten und unheimliche Wesen krauchen, kriechen und verharren in unwirklichen Kulissen. In bebauten Landschaften liegen Accessoires, die benutzt werden oder die der perspektivischen Konstruktion des Raumes dienen. Strichmenschen bevölkern diesen Raum und spinnen mit den Attributen fiktive Geschichten.

Durch die Mehrschichtigkeit der Maltechnik und die Variation an Handlungssträngen konstruiert sich eine Erzählung, die von dem Betrachter gedeutet und assoziiert werden kann. Immer wieder irritieren beiläufig erscheinende Zonen mit Handlungen, die dem vormals Angenommenen zuwider laufen – der Handlungsstrang wird aufgebrochen und erweitert. Elektronisches Equipment, Kabel und Verbindungen sind in die Farbe geritzt, untereinander verbunden und verknüpfen sich mit Fragmenten anderer Ebenen. Die Geräte verweisen unter anderem auf die musikalische Arbeit ‚Elektrohorror’ des Künstlers, der neben den Bildwerken ebenso elektronische Tondokumente erzeugt. Malkasten Snake Visual Kei (jap. ヴィジュアル系 vijuaru kei) ist ein in Japan geprägter Sammelbegriff für optisch auffällige Musiker aus verschiedenen Musikrichtungen und die sie nachahmenden Fans. Visual-KeiGruppen spielen u. a. Pop, Rock oder Metal, wobei sich viele Bands nicht nur auf eine Musikrichtung beschränken. Anfang der 1980er-Jahre begannen einige japanische Rockmusiker, sich stilistisch und optisch an der westlichen Musikszene zu orientieren und sich außergewöhnlich zu kleiden und zu schminken. Einflüsse dafür stammten aus den Bereichen New Romantic, Glam Rock, Sleaze Rock sowie dem Gothic der frühen 1980er-Jahre. […] Die schwarze Farbe dominiert und ist für die meisten Kostüme die Basis. Es wird häufig Latex und Leder verwendet. […] Die männlichen Sänger treten oft sehr androgyn auf. Imaginary Club 273


Vogue Hommes International

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Warendorf

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Vogue Hommes International ist ein Männermodemagazin, dass bei CondéNast in Paris 2x jährlich erscheint. ArtDirector in 2004/05 war Michel Mallard. ‚Die Leser haben ein Durchschnittsalter von 31 Jahren, 62% leben in Städten mit mehr als 100,000 Einwohnern. // Die Auflage liegt bei ca 60.000 Exemplaren. // ‚It is: the latest buzz in fashion, grooming and technology, exclusive interviews, original encounters, surprising places, social trends, cultural experiences // is an opinion-shaping magazine that selects and showcases outof-the-ordinary subjects and products // is about powerful and audacious photography, sometimes provocative and always unexpected.’

arendorf ist eine mittlere kreisangehörige Stadt und die Kreisstadt des Kreises Warendorf. Sie liegt im Regierungsbezirk Münster im Norden Nordrhein-Westfalens. Im Stadtgebiet kreuzen

Vorher /Nachher In this issue of Die Böhm the pages are unstapled. They fold out into posters of two blue-eyed young men in identical blue shirts. Leere Läden Böhm Megastore

sich die Bundesstraßen B 64 und B 475. Während die B 475 östlich an Warendorf vorbeiführt, durchschneidet die B 64 die Kernstadt südlich der Innenstadt. Laut Bundesverkehrswegeplan 2003 besteht 275


Vorher/Nachher

276


Andy Warhol für eine Umgehungsstraße vordringlicher Bedarf. Die nächstgelegene Autobahn ist die A 2. Die Anschlussstelle Beckum ist etwa 25 km entfernt. Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Münster/Osnabrück, der etwa 35 km entfernt ist. Außerdem gibt es in Telgte den Verkehrslandeplatz Münster-Telgte. Anschluss an das Schienennetz besteht durch den Bahnhof Warendorf an der Warendorfer Bahn; Planungen für einen weiteren Haltepunkt bestehen. Bis Dezember 2006 gab es einen zweite Haltepunkt, der zur Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit geschlossen wurde. Seitdem wird die Kursbuchstrecke 406, Münster–Bielefeld–Detmold, durch die RB 67 an Werktagen im Stundentakt bedient. Neben dem Bahnhof befindet sich ein zentraler Omnibusbahnhof, von dem aus stündlich Regionalbusse z.B. nach Münster fahren. Außerdem verbindet eine Schnellbuslinie den Warendorfer Süden im Stundentakt mit Münster. Großstadt/Kleinstadt New York Warhol Andy *6.8.1928 in Pittsburgh, PA; †22. Februar 1987 in NYC; eigentlich Andrew Warhola) war ein US-amerikanischer Grafiker, Künstler, Filmemacher und Verleger. Warhol gilt als die zentrale Figur der Pop-Art. Er hinterließ ein umfangreiches Gesamtwerk, das von anfänglich einfachen Werbegrafiken und Plattencovern bis hin zu seinen Gemälden, Objekten, Filmen und Büchern reicht. Überdies war er, wenn auch nur kurz, als Musikproduzent tätig und war der Begründer des Magazins ‚Interview’. Warhols Kunst war stets geprägt durch

die serielle Reproduktion, bzw. Reproduzierbarkeit von Bildgegenständen, Alltäglichem, Trivialem und Banalem. Stets von der Idee des ‚Kopierens’ und der konsequenten Abfolge fasziniert (u. a. durch seine Filmleidenschaft), versuchte Warhol zunächst, Bilder aus Kinomagazinen per Hand abzuzeichnen. In der Folge machte er sich mit der Methode des indirekten Siebdrucks (Transferdruck) vertraut und begann alltägliche, 277


Wanderausstellung

ďƒ˜Wanderausstellung

278


Wall Street gegenwärtige und vertraute Motive aus Medien (Zeitungen, Magazine) zu filtern und umzusetzen. Er interessierte sich für die Ästhetik der Ware und der Konsumgesellschaft. Er liebte die Künstlichkeit und raffinierte Kolportagen und schaffte es (als gelernter Grafiker) geschickt, sich selbst als Image/Marke zu erfinden und zu feiern. Sein Werk folgt dem beständigen Versuch, die Grenzen zwischen Kunst und Kommerz, also kommerziell angewandter Kunst (Werbung, Design) und bildender Kunst (Hochkultur) aufzuheben. Er vertrat gerne das Ideal einer Business-Kunst.

Verkauf, Veröffentlichung, Kommunikation, Herausgabe eines Kataloges und die retrospektive Ausstellung nach Beendigung des Projekts durchzuspielen. Alle Motive sind ausverkauft. Die Abbildungen zeigen die Ausstellung an sich und Motive des Projekts bzw. daraus hervorgehend neuere Aufnahmen. Zur Wanderausstellung ist ein Katalog erschienen. Wall Street ‚Greed is Good.’ This is the credo of the aptly named Gordon Gekko (Michael Douglas), the antihero of Oliver Stone's Wall Street. Gekko, a high-rolling

Die Wanderausstellung war ein Projekt, das von August 1998 bis März 1999 dauerte. Um den Hals getragen wurden alle fünf Tage wechselnd jeweils zwei Motive im Format 105 mm x 65 mm gezeigt. Zu jedem gezeigten Exponat wurde eine Edition in einer Auflage von drei Exemplaren angeboten, die für 5,- DM zu erwerben war. Jeder Käufer erhielt einen signierten und nummerierten Print im Format 105 x 65 mm in einem Umschlag mit Zertifikat. Die Wanderausstellung bot die Möglichkeit, unabhängig von Ausstellungsort und Öffnungszeiten die eigene Arbeit zu den Menschen zu bringen, die sie vermutlich sonst nicht kennen gelernt hätten. Die Ausstellungsfläche war immer Anlass, mit den Betrachtern ins Gespräch zu kommen – entweder über die Motive, das Projekt an sich oder letztendlich völlig andere Themen. Und sie bot die Möglichkeit, die Mechanismen von Kunstausstellungen, incl.

corporate raider, is idolized by youngand-hungry broker Bud Fox (Charlie Sheen). Inveigling himself into Gekko's inner circle, Fox quickly learns to rape, 279


Petra Warrass murder and bury his sense of ethics. Only when Gekko's wheeling and dealing causes a near-tragedy on a personal level does Fox ‚reform’-though his means of destroying Gekko are every bit as underhanded as his previous activities on the trading floor. Director Stone, who cowrote Wall Street with Stanley Weiser, has claimed that the film was prompted by the callous treatment afforded his stockbroker father after 50 years in the business; this may be why the film's most compelling scenes are those between Bud Fox and his airline mechanic father (played by Charlie Sheen's father Martin). Ironically, Wall Street was released just before the October, 1987 stock market crash. In 2009 Oliver Stone returns to Wall Street for a sequel. NY Times Suits Warrass, Petra wurde 1970 geboren, sie studierte Fotografie an der FH Dortmund, an der Rietveld Akademie in Amsterdam und an der HGB in Leipzig. ‚Die künstlerischen Arbeiten von Petra Warrass zeichnen sich durch kompositorische wie farbliche Klarheit und visuelle Schärfe aus. Sowohl die Photographien als auch die Videos, die in den letzten Jahren entstanden sind und menschliches Verhalten in den Blick nehmen, sind von einer hochkonzentrierten, manchmal fast überdeutlichen Bildsprache. Inhaltlich jedoch entziehen sie sich jeder Eindeutigkeit, denn anstelle vordergründiger, griffiger Pointen entfalten sich auf den ästhetisch perfekten Oberflächen unausgesprochene, ambivalente Konnotationen und Fragen, die den Betrachter 280 verunsichern und ihn letztlich auf seine

eigene, individuelle Interpretation zurückwerfen. ‚Les joueurs’, 2005. Vor laufender Kamera tragen zwei Jungen einen bewaffneten Zweikampf aus: Mit ernsten Mienen laden sie ihre Waffen, zielen, verfolgen einander, raufen, halten sich gegenseitig die Pistole an den Kopf, drükken ab, einer der beiden stürzt, windet sich am Boden. Ein Spiel mit dem Tod – aber ein Spiel: Im Eifer des Gefechtes bricht kindliche Freude durch, Lust an der Bewegung, Gelächter über gelungene, waghalsige Manöver. Eine harmlose Situation auf einem Pariser Spielplatz. Den Zuschauer aber beschleicht eine eigenartige Beklemmung. Denn im Medium des Schwarzweißfilmes, durch das Mittel der Zeitlupe und letztlich durch die Dramaturgie des Schnittes gewinnt die eigentlich alltägliche Szene eine ästhetische Präzision, zugleich eine Zeitlosigkeit und Abstraktion, die gemischte Gefühle hervorrufen: Ist das wirklich nur ein Spiel? Woher diese Choreographie, diese Leichtigkeit – und dann wieder die fast perfekte Nachahmung gewalttätiger Posen und Gesten?’ Eva Marie Ehrig / Michaela Rung-Kraus


WGT

Weihnachten 2004 bot sich am 24.12. an von 10:00–14:00 Uhr im Atelier von Katja Stuke und Oliver Sieber in allerletzter Minute Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Vorbesichtigung war nach Absprache möglich. Die Böhm #23 ist an diesem Tag erschienen. Es gab Ingwer-Kekse und Kaffee. Swen Buckner und der Tent Record Store waren eingeladen. Release Detlef Weinrich (*1966) Seit 1994 ist er Mitglied von Kreidler. Für das Bandprojekt gestaltete er auch Cover und realisierte Videos. Seit 2004 gehört er zum Betreiberkollektiv vom Salon des Amateurs. Dort sorgt er als Tolouse Low Trax für den guten Takt. Snake Wien mehr als Sisi, Sachertorte und Stephansdom. Sioseh

Witkin Joel-Peter Witkin (*1939) ist ein US-amerikanischer Fotograf. Er wuchs als Sohn eines jüdischen Vaters und einer Mutter römisch-katholischen Glaubens auf; seine Eltern ließen sich jedoch früh scheiden, da sie ihre religiösen Unterschiede nicht überwinden konnten. Er arbeitete von 1961 bis 1964 als Kriegsfotograf im Vietnamkrieg. 1967 entschloss er sich, als freiberuflicher Fotograf zu arbeiten. Später besuchte er die ‚Cooper Union’ in Brooklyn um Bildhauerei zu studieren. Im selben Jahr gewährte ihm die Columbia-Universität ein Stipendium. Zwischen 1975 und 1981 studierte er der Kunst und der Kunstgeschichte an der New-Mexico-Universität.Witkins Werke beschäftigen sich oft mit dem Tod, Leichen (oder Teilen davon) und verschiedenen, äußerlich außergewöhnlichen Menschen wie Zwergenwüchsigen, Transsexuellen, Hermaphroditen und körperlich deformierten Personen. Seine komplexen Tableaux vivants zeigen oftmal religiöse Szenen oder stellen (berühmte) klassische Bilder nach. Aufgrund der transgressiven Natur seiner Werke wurde ihm oftmals Ausbeutung seiner Modelle vorgeworfen. Er gibt an, dass seine Vorstellungen und Bildvisionen von einem Ereignis in seiner Kindheit angeregt wurden. Ein Autounfall, bei dem ein Mädchen enthauptet wurde, geschah direkt vor seinem Elternhaus. WGT Das Wave-Gotik-Treffen ist ein Musikfestival, das jährlich am Pfingstwochenende in Leipzig stattfindet. Mit derzeit etwa 18.000 Besuchern ist es neben 281


YYZ/DUS

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Yuka Yokoyama

dem in Hildesheim stattfindenden M'era Luna eine der größten Veranstaltungen der Alternative- und Schwarzen Szene. Leipzig Imaginary Club

Y

oyogi-kôen ist einer der größten Stadtparks in Tôkyô. Er grenzt an Harajuku und den Meiji-Schrein. Bevor im Jahre 1967 ein Park entsteht, dient die Gegend in den Nachkriegsjahren den Offizieren der amerikanischen Besatzungsmacht als Residenz. Während der Olympischen Spiele 1964 finden hier Schwimmwettbewerbe in den von Tange Kenzô entworfenen Olympiahallen statt. An den Wochenenden strömen heutzutage Tausende in den populären Park, wo gedöst, Musik gespielt, getanzt oder sich sonst irgendwie vergnügt wird. Am Rand des Geländes liegen – sauber gehaltene – Obdachlosen-Camps. Cosplay Visual Kei Yokoyama, Yuka wurde in Hiroshima, Japan geboren und lebt und arbeitet in den Vereinigten Staaten von Amerika. Sie ist eine Kuratorin in den Bereichen Fotografie, Zeitgenössische Kunst, und Digitale Kunst. In ihrer Ausstellung ‚Gaming’ im Böhm Handelszentrum zeigte sie Arbeiten von Nina Katchadourian, Tiffany Sum,

283


Zu Wasser und zu Lande

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YYZ/DUS Warren Sack and Sawad Brooks, Matt Ortega und Francis Lam. You can touch it ist der Arbeitstitel einer Serie von Katja Stuke, die sich mit dem Internet, Silicon Valley, Virtualität und ähnlichen beschäftigt. Geplant ist, dass diese Serie als Buch im Frühjahr 2010 erscheint.

YYZ/DUS Während des Aufenthalts in Toronto entstand diese kleine Publikation von Katja Stuke gemeinsam mit Robert Pufleb, einem Düsseldorfer Fotografen. Täglich wurde sowohl in Toronto und in Düsseldorf ein Foto gemacht und per mail ausgetauscht. Diese Bilder werden chronologisch sortiert gegenübergestellt. Es gibt also nicht ungedingt inhaltliche Zusammenhänge. Diese kön-

nen allerdings vom Betrachter hergestellt werden. YYZ und DUS sind die internationalen Abkürzungen für die jeweiligen Flughäfen. Die Nummerierung der Seiten 285


Zehn Jahre bezieht sich auf die Nummerierung der Tage der Straßenbahntickets in Toronto. I don't know these guys Zehn Jahre Nachdem im September 1999 die erste Ausgabe der Böhm erschienen

war, wurde im Januar 2009 die Böhm Collector’s Edition produziert. In der Box befinden sich Reprints aller Ausgaben, die teilweise seit Jahren vergriffen sind, incl. aller Sonderausgaben und C-Prints. Zhdk 2007 wurde in die Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) mit rund 2000 Studierenden gegründet. Sie entstand aus einem Zusammenschluss der Hochschule Musik und Theater Zürich (HMT) und der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich (HGKZ) und vereint unter ihrem Dach ein einmaliges Studienangebot in den Bereichen Design, Film, Kunst, Medien, Musik, Tanz, Theater und Vermittlung der Künste. Peter Zimmer war der Vermieter des Ateliers von Katja Stuke und Oliver Sieber auf der Ronsdorfer Straße. Er verstarb 286 leider am 1.11.2009.

Zu Wasser und zu Lande ist der Titel der ‚ersten Frau Böhm’. Sie ist im September 1999 erschienen und zeigt auf nur vier Seiten drei Fotos von Oliver Sieber und eine Zeichnung und eine Fotografie von Katja Stuke. Die Fotografien, die in der ersten Ausgaben veröffentlicht wurden, entstanden unabhängig voneinander. Das Prinzip des Archivs stand im Vordergrund. Zitate, Links, Quellen Unser persönliches Lexikon, dass wir als assoziative Textund Bild-Collage verstehen, konnte nicht entstehen ohne die Texte und Fragmente von Sebastian Hau // Kerstin Stremmel // Christiane Stahl // Gabriele Conrath Scholl // Mariko Takeuchi // Christoph Schaden // Thomas Hag und Peter Lindhorst. Wir zitieren: Wikipedia // Michael Koetzle // Darius Himes // Jeffrey Ladd // the Clean Brothers // SK-Stiftung photographische Sammlung // Freddy Langer // das Börsenblatt des dt. Buchhandels // Cinémathèque Française, taz und das Metzler Filmlexikon und diese Websites: history.com // nytimes.com // theclashonline.com computerhope.com // reverseshot.com rewindmuseum.com // spiegel.de // welt. de // www.f-lm.de und anonyme Autoren des www. Außerdem verwenden wir kurze Ausschnitte aus Romanen von: John Irving // Tony Parsons // Colum McCann // Daniel Pennac // Haruki Murakami. // Im Netz fanden wir außerdem alle Abbildungen der Werke und Filme der Künsterinnen und Künster, die wir in diesem Lexikon genannt haben, deren Arbeiten wir bewundern und lieben. Danke sehr!


Bรถhm/Kobayashi Publishing Project by Katja Stuke and Oliver Sieber www.boehmkobayashi.de Printed in Germany BM-Druckservice, Bagher Mortazavi, Kรถln Supported by Kunststiftung NRW

Bรถhm/Kobayashi Encyclopedia 2010


2nd Generation Portraits

ďƒ˜ 2nd Generation Portraits


ANT!FOTO 2nd Generation Portraits ist eine Serie von Katja Stuke. Sie entsteht auf den Straßen von z.B. Osaka, London, New York, Istanbul und Düsseldorf und zeigt Portraits, die im urbanen Umfeld präsent sind. Ähnlich wie bei der Serie  ‚Supernatural‘ werden Gesichter von Models, Politikern, Celebrities aus ihrem Umfeld isoliert und durch zusätzliche Elemente oder Störungen zu neuen, eigenständigen Portraits.

A

BC Artists’ Books Cooperative is an international network created by and for artists who make print-on-demand books. »Our aim is to help artists getting their self-published books to the people who are interested in them. We don’t sell books through this site but we make information about books by our members available. In the right sidebar of the website you find a list of artists who are part of this network.« You find their books by clicking on the names. Initiated by  Joachim Schmid. Ahorn Magazin Ahorn is an online magazine dedicated to contemporary photography, directed and edited by Daniel Augschoell and Anya Jasbar. Their principal aim is to give to their readers a tool to know what’s happening in contemporary photography, and to offer emerging photographers an interesting place to bring their work to a wider audience. Alien Sex Fiend ist eine Band aus Großbritannien. Ihre Karriere begann im Batcave-Club in London in den frühen 80erJahren. Schnell wurden sie in der Gothicund Punk-Szene mit ihren harten Rock-

und Post-Industrial-Sounds, den heftigem Samples und Loops mit stark verzerrtem Gesang bekannt.  Imaginary Club ANT!FOTO ist u.a. eine Ausstellung, ein Magazin, Eine  Universität, ein  Labor, eine Youtube-Playlist, eine Bibliothek u.v.m. ANT!FOTO ist aus der Motivation entstanden, die unterschiedlichen Facetten des Mediums Fotografie zu zeigen. Stuke und Sieber gehen mit ANT!FOTO der Fotografie auf die Spur. Und sie tun das, ohne dabei ihre persönlichen Vorlieben zu vernachlässigen.Bei der Auswahl der Foto- 291


ANT!FOTO

grafen, die bei ANT!FOTO Ausstellung Raum bekommen, spielen die Schnittpunkte zu den eigenen fotografischen Positionen eine wichtige Rolle. ANT!FOTO ist vielleicht so etwas wie eine Erweiterung der Fragen, die sich Stuke und Sieber auch bei den eigenen Arbeiten stellen.  Ryudai Takano  Lieko Shiga  Stephen Gill  Yoshinori Henguchi  Nao Nishibata  Ulrike Brückner  FW:  Jacob Holdt  Adrian Sauer  Juergen Staack  Rainer Gabriel  SOLL  Duncan Wooldridge  Dean Sameshima  Aleksandra Domanoviç  Jason Lazarus  Beni Bischof  Joachim Schmid  Jeffrey Ladd  Manuela Barczewski  Marei Wenzel  IrisCzak  TONK/Taiyo Onorato/Nico Krebs  Markus Schaden  Swen Buckner  Wassink/ Lundgren  Kunstraum Düsseldorf  Malkasten Künstlerverein 292


Bischof, Benni Anybody’s Discomfort is Discomfort for me ist ein Fanzine, das im Juni 2011 von Katja Stuke und  Henguchi Yoshinori herausgegeben wurde. Es entstand aus den Ergebnissen (u.a. Collagen, Kopien, Ausschnitten) des ersten  Photobattle während einer  Create Party in Düsseldorf. Artzines is a blog for artzines & art books oper­ated by Mor­itz Grünke. They initiated the exhibition »I’ve Zine the Darkness« in »dieschönestadt gallery« Halle. In this exhibition they explored artzines and their aesthetic and political dimension, when looked at as motivation for  selfpublishing and their production process as do-it-yourself or low-budget products.

です。現 代 アートを中心に、展 覧 会、イヴェント

などを開催しています。また,展覧会やイヴェントの 企画などのご提案も受付しております。条件など、

いろいろと対応可能ですので、お気軽にお申し出下 さい。 Photobattle

Barczewski, Manuela *1973 lebt und arbeitet in London. Sie war Gaststudentin an der Kunstakademie Düsseldorf bei Thomas Ruff und studierte an der Folkwang Schule Essen bei Bernhard Prinz und Jörg Sasse. Als DAAD-Stipendiatin schloss sie 2007

Aslan, Volkan is an artist based in Istanbul.  snake As yet untitled is a series by Katja Stuke produced on the occasion of the  Photobattle. Some of the photos where published for the first time in the  In’n’Out issue in August 2010.  2nd Generation

B

aikadoo 梅香堂(ばいかどう)は、大阪市此花

区のオルタナティヴ・コマーシャル・ギャラリー

außerdem ein Studium am Fine Art Central Saint Martins College of Art & Design in London ab. Sie stellt in vielen Einzelund Gruppenausstellungen aus, zuletzt in Köln, Paris und Berlin. Außerdem kann man sie als Musikerin erleben: die letzten Konzerte waren in London, Düsseldorf und Hamburg zu hören.  ANT!FOTO Beni Bischof *1976 lebt und arbeitet in St.Gallen/Schweiz. Ausbildung: Schule für Gestaltung St.Gallen, Hochschule für Gestaltung Zürich, Austauschsemester an der Academy of Fine Arts in War- 293


As yet untitled

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As yet untitled

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Anybody’s Discomfort is Discomfort for me

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Böhm/Kobayashi Encyclopedia schau, Polen Preise Swiss Art Award, Eidgenössischer Preis für Kunst; Swiss Caps Art Award, Atelier-Stipendium (Rom) des Kanton St.Gallen Ausgewählte Ausstellungen: Kunsthalle St. Gallen (Solo) Eidgenössischer Wettbewerb für Kunst Basel; Galerie Sommer & Kohl, Berlin (Solo); o.T, Raum für aktuelle Kunst Luzern; Milieu Artspace/Galerie,

もう1つの意味は「開花する」。ギャラリーでは、

写真作品を中心とした企画展や参加型のグループ

展を開催しており、作家が自由な発想で展示を実 現していく場として、面白い持ち込み企画について

も、積極的に取組んでおります。また、作家とのコ ミュニケーションを重視し、個展開催を希望する方 には作品制作から展示に至るまでのトータルサポ ートを目指しておりますので、まずはお気軽にご相

談ください。また、ギャラリーに併設するスタジオ

Bern (Solo) Paper! Awsome! Bear Ridgway Exhibitions, San Francisco; Swiss Art Awards 2009, Eidg. Wettbewerb für Kunst, Art Basel.  ANT!FOTO Billie Eliott ist der Debütfilm des britischen Regisseurs Stephen Daldry. Während des Bergarbeiterstreiks 1984/1985 sind in Durham in Nordengland die Kohleminen von Schließungen bedroht. Der Witwer Jackie Elliot und sein Sohn Tony sind in den Minen beschäftigt. Während der Vater und der ältere Sohn im Streik sind, wird der jüngere Sohn Billy zum Boxunterricht geschickt. Billy fühlt sich dort allerdings sichtlich unwohl. So gerät er in die Ballettstunde bei Mrs. Wilkinson Bloom Gallery, Osaka は英語で「花(主にバラ

などの観賞用植物)」という意味。植物に囲まれた 約33㎡の開放的な展示空間で、淀川沿いという

立地と相まってとても落ち着く空間です。そして、

と暗室は、レンタル利用いただけます。ここでは、

ギャラリー主催の各種ワークショップを定期的に 企画催行することで、表現することの面白さを多く

の方に広めたいと考えております。ブルームギャラ リーから、たくさんの才能が開花することを楽しみ にしております。 Photobattle

Böhm/Kobayashi Encyclopedia Dies ist die Ergänzung des Lexikons, erschienen anlässlich der Ausstellung  »Our House«.  Christiane Stahl schrieb in  photography 297


Böhm/Kobayashi Encyclopedia

now dazu: Nichts Geringeres als eine Enzyklopädie sollte es sein, die Ausgabe #37b der mittlerweile legendären FotoFanzine »Die Böhm«, die das Düsseldorfer Künstlerpaar Katja Stuke und Oliver Sieber seit nunmehr elf Jahren herausgeben. Eine Enzyklopädie! Mit diesem Begriff assoziiert man geläufig vielbändige, großformatige und teure Folianten, die viel Platz fordern und nur sporadisch konsultiert werden. Aber wer die Böhm kennt, durfte schon im Vorfeld der Ankündigung einen ebenso selbstbewussten wie selbstironischen Umgang mit dieser Publikationsform erwarten. Das Ergebnis ist keine verfrühte, retrospektive Selbstbeweihräucherung der 42 und 44 Jahre jungen Künstler. Vielmehr handelt es sich um die logische Fortsetzung ihrer diversifizierten Arbeitsweise, 298 die sich, von unerschöpflich kreativen

und blitzgescheiten Ideen getragen, durch ungewöhnliche Strategien der Kommunikation und Wahrnehmungsverschiebung auszeichnet. Angesichts ihrer im  Organigramm auf den Seiten 180 und 181 verbildlichten vielfältigen Aktivitäten wie Böhm-Releasepartys an NichtKunstorten oder der Einrichtung einer Internetgalerie für die Künstlerfreunde ist es sinnvoll, enzyklopädisch zu denken. Nicht umsonst erhalten Begriffe wie ‚Kommunikation’ oder ‚Internet’ einen eigenen Eintrag. Man mag glauben zu wissen was das ist, aber von dieser Warte aus betrachtet erhält das Wesen von networking ganz neue Facetten. Im Erscheinungsbild kommt diese Veröffentlichung in geringer Auflage genauso unprätentiös daher wie das Vorhaben ambitiös erscheint. Sie ist kleiner als ein Taschenbuch, auf hellblau und gelb alternierendem, dünnen Papier gedruckt und wiegt nur 200g – ein Format, das dem des roten Straßenplans von Paris ähnelt, in jede Handtasche passt und zur täglichen Benutzung einlädt. So wird die Gebrauchsweise spielerisch vorgeschlagen. Wie der in knalligen Farben gestaltete Einband informiert, darf man von dieser ‚Enzyklopädie’ die universale Erfassung eines ganzen, allerdings vordergründig persönlichen Kosmos erwarten. Das Buch will ‚eine unvollständige, assoziative, multilinguale Collage’ sein, die in alphabetischer Folge all das umfasst, was für die beiden Künstler relevant ist: Dinge die sie machten, Orte die sie besuchten, Projekte die sie unternahmen, Filme, Bücher und Musik die sie lieben, Künstler die sie bewundern und


Böhm/Kobayashi Universität Leute, die mit der Böhm verknüpft sind. Das klingt erstmal trocken oder langweilig, ist es aber nicht. Die Artikel sind, wenngleich etwas zu eilig lektoriert, auf das Wesentliche konzentrierte, spannend zu lesende Zitate renommierter Fotokenner, aus dem Internet geschöpfte, kompakte Zusammenfassungen oder subjektiv geprägte Einblicke. Man hört nicht auf zu lesen, den Verweisen auf andere Einträge zu folgen, nach vorn und hinten zu blättern und wird schnell gewahr, dass vieles nicht allein für das böhmsche Universum, sondern für die gesamte zeitgenössische Fotografieproduktion zentral erscheint. Nach kurzer Zeit schon fügt sich alles zu einer großen Einsicht über die aktuellen Produktionszusammenhänge und ist man mittendrin in der Beschreibung einer Fotoszene, die ihre Nase vorn hat. Und die ihre Wurzeln benennt. In alphabetischer Reihenfolge. Christiane Stahl, Berlin, 13.3.2010 Böhm/Kobayashi Universität ist der Titel, unter dem sich die unterschiedlichsten Vorträge und Symposien zum Thema Fotografie finden. Die erste ‚Universität’ fand im Rahmen von  ANT!FOTO 2010 statt.  Markus Schaden sprach über  Planespotter,  Aleksandra Domanoviç,  Joachim Schmid und  Jeffrey Ladd stellte ihre in der Ausstellung gezeigten Arbeiten vor und  Swen Buckner hielt einen philosopischen, performativen Vortrag zum Thema Foto und Film. Eine weitere Veranstaltung fande im Jacobihaus des Künstlerverein Malkasten statt:  Kyoichi Tzusuki sprach über verschiedene seiner Arbeiten. Im November 2011 wird  Takashi Homma in

den Malkasten kommen. Am Samstag nach der Eröffnung von  ANT!FOTO 2011 gab es neben Künstlergesprächen mit  Juergen Staack,  Adrian Sauer,  Lieko Shiga,  Ryudai Takano,  Nao Nishibata 299


Books as a Film und  Yoshinori Henguchi zwei Vorträge:  Duncan Wooldrige stellte die von ihm kuratierte Ausstellung ‚Anti-Photography’ vor, und  Rainer Gabriel beschäftigte sich mit dem Thema Foto im Film am Beispiel der Serie  ‚The Wire‘. Ein Teil der Vorträge kann online gesehen werden unter www. boehmkobayashi.de/tradecenter/university. html Teilnehmer der Böhm/Kobayashi Universität können einen ‚Teilnahmenachweis für Aktive Teilnahme’ und Credit Points erhalten. Books as a Film Im Jahr 2009 entstand anlässlich des Photobook Festivals in Kassel der Film ‚Books as a Film‘. Alle Publikationen werden langsam Seite für Seite geblättert. Die Betrachter können so jede Doppelseite der Bücher und Fanzines betrachten und einen Eindruck der Formate, des Materials und des Layout der Publikationen bekommen. Seit der ersten Präsentation dieses Films wird er immer wieder ergänzt und wurde zu verschie-

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denen Anlässen gezeigt. Er hat momentan eine Länge von 52:37min. Es gibt außerdem eine blitzschnelle Version, mit einer Länge von 1:55min. Braunschweig ist eine Großstadt im Südosten des Landes Niedersachsen. Mit circa 245.000 Einwohnern ist sie nach Hannover die zweitgrößte Stadt Niedersachsens. Die Stadt bildet mit den Städten Salzgitter und Wolfsburg eines der neun Oberzentren des Landes. Sie ist Teil der 2005 gegründeten Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg.  Museum für Photographie  Our House Brighton Das Paradies am Pier England swingt am Ärmelkanal: Brighton hat sich zu einem musikalischen Zentrum entwickelt Wer nicht in Brighton lebt, ist verrückt und sollte eingesperrt werden.« […] 93 Prozent der Einwohner Brightons bezeichnen sich laut einer Umfrage der National Lottery als glücklich, keine an-


Brighton dere Stadt im Königreich kann solche Quoten erzielen. Steven Ansell und Laura-Mary Carter gehören zu den Glücklichen, der Song mit dem Titel It’s Getting Boring By The Sea, den sie als das Duo Blood Red Shoes aufgenommen und auf ihre MySpace-Seite gestellt haben, solle uns nicht irritieren, sagen sie. »Brighton ist ein großartiger Ort für eine Band«, versichert Steven beim Interview. Wir sitzen in einem Café in Brighton Downtown, nicht weit von der Stelle, an der das gusseiserne Skelett aus dem Wasser ragt, das einmal der West Pier war. Eine bildmächtige Reminiszenz an Jugendtage – der Strand von Brighton hatte ihn als Teenager angezogen, damals, als er noch gar nicht hier lebte. Die 250.000-Einwohner-Stadt ist ein einziges kreatives ‚Network‘. Heute hat die Seaside etwas Kulissenhaftes, sie wirkt wie eine PR-Wand für weit größere Aufführungen. Brighton 2007 macht mit Party, mit Pop, mit seiner selbstbewussten schwulen Gemeinschaft und den großen Kulturfestivals, mit New Media und Secondhandshopping Schlagzeilen – als Modellgemeinde für eine erfolgreiche Subkultur, die bis in die feinsten Adern des Stadtkerns reicht. […] Die Manager der großen Plattenfirmen aus dem nur 50 Minuten entfernten London gehen längst auf Einkaufstour quer durch die Clubszene, Londoner Bands nehmen den Auftritt in Brighton als zweites Heimspiel, die Blood Red Shoes wurden zu Headlinern der NME New Music Tour 2007 erklärt. Liest man die einschlägigen Musikgazetten, gewinnt man den Eindruck, in Brighton befinde sich die

Pforte zu einem neuen Pop-Paradies. […] Brighton ist voll von Londonern, die dem Lärm der Metropole entfliehen Aber in Brighton kann man es auch weit bringen. Das Seebad hat eine lange Tradition als Vergnügungsmeile der Briten, von den Lords und Earls und Dukes, die Brighton zu ihrer Badewanne deklarierten, bis zum Parka-Pop-Aufbruch der Sixties. In den frühen Sechzigern spielten The Who (anfangs als The High Numbers) zur Unterhaltung in den Florida Rooms am Pier auf, das war noch vor den sportlichen Raufereien, die sich Mods und Rocker 1964 am Strand von Brighton lieferten. Gegen die Megasause allerdings, die der Brightoner DJ Fatboy Slim im Juli 2002 mit einer Viertelmillion Partytouristen auf dem Kieselstrand feierte, nimmt sich der »Brighton Rumble« von 1964 doch eher wie ein Provinzereignis aus. Das Ergebnis damals: 59 Festnahmen und eine Boulevardzeitungsschlacht um die besten Headlines. Fürs Rock-und-Pop-FolkloreAlbum festgehalten in Bild und Ton: Quadrophenia, die Geschichte der Mods als Jugendkultur-Saga mit Partyhintergrund. Aber erst Lokalheld Fatboy Slim machte das Gebiet zwischen West und Palace Pier zur Partymeile Südenglands. Brighton wurde zum Synonym für den Bums, 301


Brighton

302  Brighton  Imaginary Club


Ulrike Brückner den die Hauptstädter suchten, und zum Fluchtpunkt eines alternativen Lebensstils, den man in London teuer bezahlen musste. Heute sind 75 Prozent des Wohneigentums im Besitz von Londonern – die Kaste der Kreativen hat sich ihr London by the sea »schön« gemacht, mit Coffeeund Gift-Shops und Organic-Food-Läden. Die Rock-und-Pop-Schickeria nimmt am »Besser leben in Brighton«-Programm teil – Nick Cave, Jimmy Somerville und Paul McCartneys Ex Heather Mills. Der aktuelle Bandboom markiert die jüngste Etappe der Invasion der Hauptstädter, Bands und Labels verlagern ihr Domizil nach Brighton, der guten Rock’n’-Roll-Bedingungen wegen. Davon erzählen die Geschichten von Kooks , Maccabees und FatCat Records – das Label, das vor sieben Jahren schon von London in den Süden übersiedelte und unermüdlich Untergrundarbeit leistet. Was ist an Brighton so anziehend? »Der Enthusiasmus für Musik«, sagt Steven Ansell. »Es gibt Aufnahmestudios, Proberäume und tolle Clubs, alles auf engem Raum. Du musst nicht durch die halbe Stadt reisen wie in London. Für die Engländer ist Brighton eine Hippiestadt, Bohemia by the sea.« Die Mods sind hier die Hippies, die Studenten die Könige und die Touristen Alltag. An den Sonnenmilch-Tagen schieben sie sich alle durch die Gassen und die prachtvollen Straßen hinter der Promenade mit ihren Regency-Bauten. Und die Kinder steuern zielstrebig auf die Lädchen zu, deren Fassaden kaum mehr lesbar für die örtlichen Zuckerstangen werben: Brighton Rocks. Das könnte ein

Werbeslogan für die Musikstadt Brighton sein. »Wir lassen die ›Brighton Rocks‹ den Touristen, sie halten die Stadt am Laufen«, sagt Alex White, Gitarrist und Organist von Electric Soft Parade und den Brakes. Das halbe Jahr ist Alex mit seinen Bands auf Tournee, und wenn er zurückkommt, muss er tief durchatmen. »Brighton ist meine Stadt, mein New York. Ich liebe meine Stadt immer wieder aufs Neue. Und ich weiß nicht einmal, warum.« DIE ZEIT, 2007 Brückner, Ulrike *1971 studierte an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam und an der UdK in Berlin Visuelle Kommunikation. Seit 1999 lebt und arbeitet Sie in Berlin an freien und angewandten Projekten zwischen Grafikdesign und Fotografie.  Mit Ihrer Arbeit als Grafik-

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Swen Buckner designerin gewann sie unter anderem 2001, 2005, 2007 und 2010 den »Red Dot Award« . 2007 veröffentlichte sie ihr erstes Buch »Hier«. Seit 2008 unterrichtet sie an verschiedenen Schulen im Fachbereich Grafikdesign/Visuelle Kommunikation in Form von Workshops. Das Foto-Buch »Space For« erschien 2009 bei der Fotohof Edition, Salzburg.  ANT!FOTO Buckner, Swen *1968 Meisterschüler bei Jan Dibbets, Kunstakademie Düsseldorf. Neben Ausstellungen in Deutschland und Holland verschiedene Performances und Konzerte im ZAKK, Kunsthalle Dssd,

Kunstverein Dssd oder Galerie Van Horn. Vorträge zum Thema »Leibniz, Lem, Tarkowskij« oder »Bild, Film, Foto«.  snake  tent record store  ANT!FOTO Das Bulletin erscheint anlässlich einer Ausstellung im  Museum für Photographie in Braunschweig. Zuletzt erschienen Ausgaben mit Arbeiten von  Adrian Sauer, Chris Killip oder Sebastian Stumpf.  Our House Die Bundeskunsthalle in Bonn soll den geistigen und kulturellen Reichtum der 304 BRD darstellen und Gelegenheiten zum

kulturellen Austausch mit dem Ausland schaffen. Sie ist Forum für den Dialog zwischen Kultur und Politik. Vorgesehen war sie von Anfang an als Plattform wechselnder Ausstellungen und Veranstaltungen sowohl nationalen als auch internationalen Ranges; zudem soll sie das kulturelle Leben Deutschlands bereichern. Sie besitzt keine eigene Sammlungen.  Character Thieves Butoh (jap. 舞踏, butô, eigentlich: Ankoku Butô (暗黒舞踏, dt. Tanz der Finsternis), ist ein Tanztheater ohne feste Form, das nach dem Zweiten Weltkrieg in Japan entstand. Es wurde von Tatsumi Hijikata und Ôno Kazuo ins Leben gerufen. Die Wurzeln des Butoh reichen bis in die zwanziger Jahre zum modernen deut-


CNEAI: schen Ausdruckstanz zurück. Ähnlich wie die deutschen Tänzer Valeska Gert, Harald Kreutzberg oder Mary Wigman in der Vorkriegszeit vollzieht der ButohTänzer den Bruch mit den rationalen Prinzipien der Moderne. Er versucht stattdessen, einen anderen Begriff, ein anderes Erleben zum Ausdruck zu bringen und erklärt Butoh somit zu einem zeitgenössischen Theater des Widerstandes gegen die moderne Gesellschaft, das in den Spuren des alten Japans liest und gleichzeitig weltumspannend und kulturübergreifend zu uns spricht.  HPZ

C

The Centre Georges Pompidou is a complex in the Beaubourg area of the 4th arrondissement of Paris and houses the Bibliothèque publique d’information, a vast public library, the Musée National d’Art Moderne which is the largest museum for modern art in Europe, and IRCAM, a centre for music and acoustic research.

Because of its location, the Centre is known locally as Beaubourg. It is named after Georges Pompidou, the President of France from 1969 to 1974 who decided its creation, and was officially opened on 31.1.1977 by then-French President Valéry

Giscard d’Estaing. The Centre Pompidou has had over 150 million visitors since 1977. The Centre was designed by the Italian architect Renzo Piano, the British architect couple Richard Rogers and Su Rogers, Gianfranco Franchini, the British structural engineer Edmund Happold and Irish structural engineer Peter Rice. Le CNEAI: est un centre national d’art contemporain consacré à l’édition et à l’art imprimé. Créé en 1997, il rayonne à l’étranger via des programmes de recherche et d’expositions hors les murs et fédère une scène vivante d’artistes, d’écrivains, d’éditeurs indépendants et de compositeurs. Durant l’année 2011 l’ont conduit à ouvrir un espace éphémère à Paris.  Books as a film  Florence Loewy Copy and Paste Take your mouse, and place your cursor at the beginning of a text, click and hold the left mouse button, while pulling your mouse over the text. This should highlight the text. Now release the left mouse button. With the cursor over the highlighted text, right click the mouse for options, and select ‘copy’. Now choose the place you want to put the text, right click your mouse again, and select ‘paste’ and you will have copied and pasted the text.  Zitate, Links, Quellen Während einer Create Party im Juni 2011 im Studio von Katja Stuke und Oliver Sieber entstand  »Anybody’s Discomfort is Discomfort for me» ein 20-seitiges Fanzine. Es improvisierten außerdem die Musiker Hino und Achan aus Osaka, Swen Buck- 305


Create Party

ner und Shunsuke Oshio aus Düsseldorf.  Michiko Shida und Mareike Frisch sorgten für das leibliche Wohl. Czak, Iris (*1970 in Wien) hat nach einem Soziologie-Studium in Wien und Berlin und einem Stipendium an der University of California SC Fotografie an der FAS Berlin studiert. Gemeinsam mit  Marei Wenzel arbeitet sie in in Berlin als Location-Scouts.  ANT!FOTO

D

onlon Books is a bookstore in London, 77 Broadway Market run by Conor Donlon and specialized in rare/ out of print-, art-, photography- and 306 music-books.

Domanoviç, Aleksandra *1981 in Novi Sad, lives in Berlin; Education: Faculty of Architecture, University of Ljubljana, University of Applied Arts, Vienna; Selected Group Exhibitons: AFK Sculpture Park Atelierhof Kreuzberg, Berlin; Just add Water de Soto Gallery, Culver City; Padiglione Internet Collateral event of the 53rd Venice Biennale, S.A.L.e; Yebisu International Festival for Art and Alternative Visions Tokyo Metropolitan Museum of Photography; The Real Thing MU, Eindhoven; Ours: Democracy in the Age of Branding The Sheila C. Johnson Design Center, New York; Shift festival Basel; Ars Electornica Linz; Ursula Blickle Videopreis 2007 Kunsthalle Wien; The Birds Eye View ICA, NFT, Barbican, London; Curation and editorial work since 2006 co-editor and curator of VVORK.com  ANT!FOTO Dt.-Jp. Freundschft, 150 Jahre Deutschland und Japan verbinden enge bilaterale Beziehungen. Ihren Anfang nahmen sie vor genau 150 Jahren mit der Unterzeichnung des Preußisch-Japanischen Freund-


Erdbeben schafts- und Handelsvertrages. Am 24. Januar 1861 unterzeichneten Abgesandte des preußischen Königs und des japanischen Kaisers das Dokument. Mit dem ‚Freundschafts-, Schiffahrts- und Handelsvertrag zwischen Preußen und Japan’ wurde der Grundstein für 150 Jahre deutsch-japanische Freundschaft gelegt.  ANT!FOTO   bner, Florian *1970, studierte u.a. Fotografie in Arles sowie u.a. Kunstgeschichte an der Ruhr-Universität in Bochum. Er lehrte Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, arbeitete für das Ausstellungs-projekt »Street & Studio« an der Tate Modern London und dem Museum Folkwang in Essen und leitete kommissarisch die Fotografische Sammlung der Berlinischen Galerie. Er ist Leiter des  Museums für Photographie Braunschweig.

E

Eleven to Liverpool Street ist eine BusLinie in London, die von Fulham durch Chelsea und den Finanzdistrikt

zur Liverpool Street führt. »und der Titel einer Serie von Katja Stuke.  CCTV  Könnte Sein  Kunsthaus Essen

Ennis Brown House ist ein Gebäude im in Los Angeles, südlich von Griffith Park. Es wurde 1923 von Frank Lloyd Wright für Charles und Mabel Ennis entworfen und 1924 erbaut.  O.i.F.  Handelszentrum Erdbeben Erdbeben ereignen sich in Japan häufig. Ursache sind Bewegungen der tektonischen Platten in der Lithosphäre, die in der Umgebung von Japan aufeinandertreffen. Zu den Folgen einer Subduktion zählt der Japangraben. Insbesondere besteht die Sorge vor einem Erdbeben in Tokio. Als bislang schwerstes Erdbeben in Japan gilt das Beben vom 11. März 2011. Das Erdbeben von Kobe (jap. 阪神・淡路大 震災 Hanshin Awaji daishinsai, HanshinAwaji-Erdbebenkatastrophe) ereignete sich am 17. Januar 1995. Das Beben der

307


European Master of Fine Art Photography

Nojima-Verwerfung von Awaji zum Berg Rokkō Mw 6,9 auf der Momenten-Magnituden-Skala. Sein Epizentrum lag etwa 20 km südwestlich vom Stadtzentrum von Kobe in der Straße von Akashi, das Hypozentrum lag in einer Tiefe von 16 km. Das Tôhoku-Erdbeben 2011 (im Jap. 平成 23年(2011年)東北地方太平洋沖地震ereignete sich am 11. März 2011. Das Epizentrum lag vor der Küste der Präfektur Miyagi. Im Durchschnitt gibt es in Japan pro Monat 73 Erdbeben der Magnitude 4 oder höher, davon 9 mit einer Magnitude 5 oder höher und 1,4 mit einer Magnitude 6 oder höher. Das Northridge-Erdbeben ereignete sich am 17. Januar 1994 um 4:30 Uhr Ortszeit in Reseda in der Nähe der Stadt Los Angeles. Das Erdbeben hatte eine hohe Magnitude von 6,7 Mw und erreichte auf der Mercalliskala die Stufe IX (zerstörerisch). Der Spitzenwert der Oberflächenbeschleunigung war der höchste jemals in einer städtischen Umgebung gemessene Wert 308 in Nordamerika. 57 Menschen starben

und mehr als 9.000 wurden verletzt. Der Sachschaden wurde auf 20 Milliarden Dollar geschätzt, es war damit eine der teuersten Naturkatastrophen in den USA. Das Beben betraf fast die gleiche Region wie das San-Fernando-Erdbeben von 1971 (Sylmar-Erdbeben), das eine Stärke von 6,6 MW erreichte. Es ereignete sich im San Fernando Valley etwa 31 km nordwestlich des Stadtzentrums von Los Angeles in der Nähe der Gemeinde Northridge.  Los Angeles  Tetsujin #28  Douglas Coupland  JapanSpendenAbend The European Master of Fine Art Photography is based on 3 fundamental premises: Its international nature, with a special focus on the European context. The excellence of its faculty.Its orientation towards artistic projects. The purpose of the program is based on the premise that there is a conceptual European creative identity, which is and must primarily be a reference point in academics, culture and the art market. Its purpose, however, is not closed, but rather encompasses everything European; it is an invitation to diversity and exchange. In this sense, the participation of students from other continents is es-


Jonathan Safran Foer pecially interesting and enriching. This program is targeted at emerging photographers, as well as professionals in the photography industry who want to break into the art world. Classes will be held in Spanish and English. Thus, an upper intermediate level of both languages is required. Courses are taught by artists and international experts in their field, who speak from their own point of view, not from the text book. European Photography is the international art magazine for contemporary photography and new media. Founded: January 1980, Editor and Publisher: Andreas Müller-Pohle

f

acebook ist eine Website zum Erstellen und Betreiben sozialer Netzwerke, die der Facebook Inc. mit Sitz im kalifornischen Menlo Park gehört. Lonely Planet  Douglas Coupland  Me, myself and I Frau Böhm sagt nein ist ein deutscher Fernsehfilm aus dem Jahr 2009. Der Film wurde von Zeitsprung Entertainment für den WDR produziert. Die Erstausstrahlung war am 21. Oktober 2009 im Ersten. Senta Berger spielt die prinzipientreue

Sachbearbeiterin Rita Böhm, die ausschließlich für die Gehälter und Prämien der Vorstandsmitglieder zuständig ist und sich weigert, aus ihrer Sicht unrechtmäßige Prämienzahlungen anzuweisen und indirekt staatsanwaltliche Ermittlungen wegen Untreue auslöst. Der Film greift die Umstände der Mannesmann-Übernahme auf. Trotz Verfremdung als Hewaro AG (Mannesmann) und Redwater (Vodafone) sind die Vorbilder eindeutig.  Frau Böhm  Suits Wenn Jonathan Safran Foer eines nämlich nicht ist, dann ein Realist. Also nimmt er den Schrecken, der nicht nur von seiner Heimatstadt New York Besitz ergriffen hat, sondern von der gesamten westlichen Welt, er nimmt dieses Schaudern und kleidet es in das Schicksal und die Sprache eines neunjährigen Jungen. Er gibt ihm die Naivität, die nötig ist, um diese Bilder und Erlebnisse zu verarbeiten, er gibt ihm die Weisheit, um die Dinge zu sagen und zu tun, die Erwachsene vermeiden. Dieser Oskar ist Hauptfigur und Bindeglied in einer Geschichte, die nach dem Lieblingsprinzip von Foer funktioniert – dem der russischen Matroschka, dieser bunten Holzfigur, die man öffnet, und eine weitere kommt heraus, und auch die öffnet man und so weiter. Am Ende fühlt man sich ganz postmodern und trotzdem irgendwie geheilt. Da ist also Oskar, der mit seiner Mutter in in einem Haus mit Portier wohnt, dessen Vater ein Juweliergeschäft hatte und am 11. September 2001 eine Besprechung im World Trade Center. […] Also erfindet er Dinge, etwa diesen 309


FAZ

310  The La Brea Matrix  Imaginary Club


... Front 242 nett, und garantiert findet sich irgendwo ein Schloss, zu dem jeder Satzschlüssel passt. Aber das ist das Merkwürdige und das Markante an Jonathan Safran Foer, etwas, das auch den großen Erfolg seiner Bücher erklärt: Er ist ein Kind der Postmoderne, also spielt er auf den Seiten, wie er will, mal steht da nur ein Satz, mal schieben sich die Buchstaben übereinander, bis die Seite schwarz ist, mal sind Wörter bunt umkringelt, mal sind da Bilder, von Schildkröten, Lawrence Olivier und Andy Roddick, vom Central Park und natürlich von dem einen fallenden Mann, es könnte sein Vater sein. […] DIE ZEIT  New York speziellen Abfluss, den jedes Kopfkissen in New York haben sollte und ‚die Tränen aller Menschen, die sich in den Schlaf weinten, würden an denselben Ort fließen, und am nächsten Morgen würde man im Wetterbericht den Pegelstand des Reservoirs erfahren, und dann wüsste man, ob New York Bleifüße hatte‘. Also verschickt er Briefe, an Stephen Hawking oder Ringo Starr, und wartet auf Antworten. Also fragt er sich, was mit dem Umschlag ist, der in der Vase im Schrank seines Vaters lag, »Black« stand darauf, und ein Schlüssel war darin, es ist vielleicht ein Rätsel, sein Vater liebte Rätsel, vielleicht findet Oskar eine Antwort auf seinen Tod, irgendetwas. […] Also macht er sich auf die Suche. Neun Millionen Menschen leben in New York mit 162 Millionen Schlössern. Und 472 Menschen mit Namen Black. Und so geht das in diesem Roman dauernd – jeder Satz ist ein Schlüssel, jede Idee ist clever und

Die Medienkünstler Friel, Gunnar und Vormann Anja betrachten den Park als selbstständig handelndes Wesen und entwickelten von dieser Vorstellung ausgehend im Hofgarten ihr Projekt »strg c/strg v: The Living Park«. Dabei verwenden sie das bekannte Prinzip  copy and paste, und übertragen es vom Virtuellen ins Reale. Vorhandene Situationen werden kopiert und an anderer Stelle eingefügt. Ein Busch vervielfältigt sich in den Weg hinein, ein Weg verdoppelt sich selbst samt Laterne, um dann abrupt zu enden. Fußgitter vermehren sich und verneinen die Grenze zwischen Weg und Wiese. Front 242 ist eine der etabliertesten Elektronik-Bands der 1980er Jahre und gilt für diese Zeit als Aushängeschild der Electronic Body Music. Sie werden bis heute als Inspiration für unzählige EBM- und Electro-Combos benannt.  WGT Leipzig  Imaginary Club 311


FW: Publishing

FW: Publishing is an independent Dutch platform and publisher that functions as a network for a generation of contemporary Dutch photographers, writers and curators. »Fw:« initiates exhibitions, gatherings and publications, aiming to give new impulses to the work of photographers and to seek interchange with people of their generation in the same work field through reflection and cooperation. Books and publications that are published by »Fw:« are all derived from the need to show the work in a way that it becomes part of a project, not merely a documentation. Publications and booky by »Fw:« artists have been exhibited at the Künstlerverein Malkasten in Düsseldorf.  ANT!FOTO

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allery 2600 is a progressive space in Arles dedicated to art, photographie, installation, video, graphism and music. 312  Olivier Cablat

Gabriel, Rainer arbeitet als freiberuflicher Autor, Illustrator und Künstler im Rheinland. Während und nach dem Design-Studium in Wuppertal entstanden zahlreiche Texte für Film, Fernsehen und Bühne, so wie mehrere Veröffentlichungen seiner Zeichnungen in wissenschaftlichen Publikationen. Kurzfilme, Installationen und Zeichnungen sind seit den 1990er Jahren in unregelmäßigen Abständen bei verschiedensten Veranstaltungen und Gruppenausstellungen gezeigt und mitunter auch ausgezeichnet worden. Sein zeichnerisches Werk reicht von Tattoo-Vorlagen über Comic-Stories bis zu Architekturstimuli für neurowissenschaftliche Experimente. Die Texte decken eine Bandbreite von Oneliner Gags für TV-Shows bis zum Spielfilmdrehbuch ab. Für  ANT!FOTO hat sich Rainer Gabriel dem Werk erfolgreicher Kollegen gewidmet und glaubt in einer äußerst beliebten Szene der gefeierten US-Crime-Show  »The Wire« die Essenz des Films in einer dekonstruierten Form beobachtet zu haben. Die Autoren und die Regie integrieren dabei bewusst oder unbewusst das Thema Film im Film in ihre Inszenierung einer Kriminalgeschichte. Die Fotografie an


General Idea sich wandelt sich in der Szene von der Requisite zum Symbol des Mediums Film in seiner grundlegenden Funktion als Basis einer Abfolge von Einzelbildern, die den Film auf materieller Ebene ausmacht. Die Wahrnehmungsleistung des Zuschauers wird über die Rollen der Schauspieler dargestellt. Folgen Sie Rainer Gabriel an einen Tatort, an dem sich die Unterhaltungsindustrie selbst reflektiert und ein Foto zu einer Filmsequenz werden lässt. General Idea first came together as a casual relationship between AA Bronson, Felix Partz, and Jorge Zontal when they each separately gravitated to the counterculture underground in Toronto in the late 1960s. By 1969 they were sharing a house, found common interests in mass media and popular culture, and began their legendary 25-year association. Early on, the three principals assumed noms de plume to reflect new identities as col-

laborators: Michael Tims (*1946) became AA Bronson; Ronald Gabe (*1945, †1994) became Felix Partz; and Slobodan SaiaLevi (*1944; † 1994) became Jorge Zontal. In direct opposition to the popular myth of the artist as a solitary genius, General Idea purposely obliterated their individual identities, starting around 1972, and worked under a corporate name reminiscent of General Motors. »General Idea« focused their creative energy on understanding how the artist, the creative process, the museum, the media, and the audience interact to form culture. To explore these phenomena, General Idea created a fictional narrative: »Miss General Idea« and »The 1984 Miss General Idea Pavillion« (sic). From 1970 to 1978, General Idea created performances and installations centred on the construct of the beauty pageant as a simulacrum and critique of the art world. […]By 1987 »General Idea« shifted focus to the AIDS pandemic. Appropriating Robert Indiana’s iconic LOVE painting of 1967, General Idea created the AIDS logo and began a publicity campaign for the disease. Over the next seven years (1987-1994) they mounted over 50 temporary public art installations, projects, and gallery exhibitions internationally. Related work followed, including the installation One Year of AZT and One Day of AZT, and Fin de siècle. »General Idea« were also active in promoting and disseminating work by other artists. They published 26 issues of FILE Megazine (1972-1989), which centred on artists’ projects. In 1974 they founded Toronto’s  Art Metropole as a publishing 313


and distribution centre for artists. As a result of these activities, they assembled a large collection of artists’ books, multiples, video and audio works, mail art, exhibition catalogues and other publications, printed ephemera, and archival material, which became known as the Art Metropole Collection. Over the course of their career, General Idea were honoured with many awards, among them the Lifetime Achievement Award, City of Toronto (1993); the Jean A. Chalmers Award for Visual Arts, Toronto (1994); and the Bell Canada Award for Video Art, Bell Canada and the Canada Council, Ottawa (2002). AA Bronson now works as a solo artist and continues to exhibit internationally.

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»I suppose part of me is running away from photography or maybe the things that photography is good at.«* *Gill, Stephen *1971 in Bristol, UK. Lives in Hackney, London. He was introduced to photography at an early age by his father, and his first photographs reflected his interests in birds, animals and music. Stephen’s photographs are now held in various private and public collections and have also been exhibited at many international galleries and museums including London’s National Portrait Gallery, The Victoria and Albert Museum, Agnes B, Victoria Miro Gallery, Galerie Zur Stockeregg, Gun Gallery, The Photo-


Handelszentrum/Moskauer Straße graphers’ Gallery, Palais des Beaux Arts, Leighton House Museum, Haus Der Kunst. He has had solo shows in festivals including Recontres d’Arles, The Toronto photography festival and PHoto España. Stephen Gill founded his publishing imprint »Nobody« in 2005.  ANTIFOTO Google Translate ist ein Online-Übersetzungsservice von Google. Durch die Automatisierung des Übersetzens ist das Ergebniss nicht immer sehr vertrauenswürdig. Aber oft ist es auch einfach nur Poesie: Das passt dem Augenlid zuckt überrascht! Ich dauerte etwa drei Wochen, und leicht zu fangen. Gwin Zegal Le Centre d’Art et de Recherche GwinZegal se définit comme une plateforme de travail pour aborder les différentes facettes de la photographie telle qu’elle se crée, se produit, se diffuse, fait l’objet d’études, s’édite, se collectionne dans notre société contemporaine.  ANTIFOTO  Jacob Holdt

H

anami Trudi wäre gern Künstlerin geworden, Tänzerin im japanischen  Butoh-Tanz. Aber jetzt ist sie alt und hat es nicht einmal nach Japan geschafft, ‚den Fuji sehen’ und das Fest der Kirschblüte, gemeinsam mit ihrem Mann Rudi. Rudi ist ein mittlerer Beamter beim Amt für Abfallwirtschaft, in einer mittleren bayerischen Stadt. Er mag weder Reisen noch Abenteuer noch überhaupt Verän-

derung – aber sie liebt ihn eben, da kann man nichts machen. […] […] Am Ende steht natürlich der Fuji, ein scheuer Berg, der sich meist in den Wolken versteckt. Mit seiner neuen Verbündeten, einer jungen Butoh-Tänzerin aus dem Kirschblütenpark, wartet Rudi darauf, dass er sich zeigt. Da hat Doris Dörrie schon längst gewonnen. Und wenn sie zu ihren finalen Bildern kommt, Bildern von beinah unwirklicher Schönheit, hält man ungläubig den Atem an: weil sie die Größe hat, diesen Triumph so gar nicht auszukosten, weil sie den Moment mit einer Leichtigkeit wieder ziehen lässt, dass man ihn festhalten will wie eine kostbare Erscheinung, wie das Glück selbst. Süddeutsche Zeitung Handelszentrum/Moskauer Straße ist ein U-Bahnhof der Linie U75 in Düsseldorf.

315


Sebastian A. Hau

Seit 2011 findet sich dort im Eingang Kölner Straße das Motiv ‚Ennis Brown House’ der Serie  »O.i.F./Movie-Locations«.  Photobattle Hau, Sebastian (Ergänzung zu Eintrag 2010) mittlerweile führt Sebastian Hau den Buchladen in  Le Bal, einem Museum/Zentrum für Fotografie in Paris unterstützt von ‚Association des Amis de Magnum Photos‘ und geleitet von Diane Dufour. No Cultural studies book has been more widely read than Dick Hebdige’s 1979 »Subculture: The Meaning of Style«, from which this essay is taken. It brought a unique and supple blend of Althusser, Gramsci and semiotics (as propounded 316 by Barthes and the ‚Prague School‘) to

bear on the world of, or at any rate near to, the young British academics and students who first became immersed in cultural studies. That was the world of ‚subcultures’ more visible in Britain than anywhere else: teds, skinheads, punks, Bowie-ites, hippies, dreads … For Hebdige two Gramscian terms are especially useful in analyzing subcultures: conjuncture and specificity. Subcultures form in communal and symbolic engagements with the larger system of late industrial culture; they’re organized around, but not wholly determined by, age and class, and are expressed in the creation of styles. These styles are produced within specific historical and cultural ‚conjunctures’; they are not to be


Dick Hebdige

read as simply resisting hegemony or as magical resolutions to social tensions – as earlier theorists had supposed. Rather subcultures cobble together (or hybridize) styles out of the images and material culture available to them in the effort to construct identities which will confer on them ‚relative autonomy’ within a social order fractured by class, generational differences, work etc. In his later work, Hebdige (1988) was to rework his method, admitting that he had underestimated the power of commercial culture to appropriate, and indeed, to produce, counter-hegemonic styles. Punk, in particular, was a unique mixture of an avant-garde cultural strategy, marketing savvy and working-class transgression produced in the face of a section of British youth’s restricted access to consumer markets. The line between subculture as resistance and commercial culture as both provider of

pleasures and an instrument of hegemony is in fact very hard to draw -especially when youth markets are in question. It would be particularly interesting to apply Hebdige’s methods to 1990s subcultures – the Goths and racist skinheads and, most of all, those groups where fanship, niche marketing and subcultures fuse (like Trekkies, football fans and ravers). And: do fans of high culture now make up a subculture? from: ‚Editor’s Introduction, Dick Hebdige, The funktion of subculture  Imaginary Club  J_Subs Henguchi Yoshinori *1973, lebt und arbeitet in Osaka. Er ist Autor, Fotograf, Performance-Künstler und Musiker. In der Zeitschrift »Wasteland«, herausgegeben von Shigeo Goto, hatte er 2000 sein Debut als Autor. Sein erstes Buch »Musekitsui Doubutsu No Spootsu Metaru«, das im Selbstverlag erschien, wurde von Shinro Ohtake für »Book Selection« ausgewählt. 317


Iris Maria vom Hof

2006 erhielt er den renommierten »Katsuhiko Hibino Preis/Canon New Cosmos of Photography Excellence Award«. Seit 2007 ist er bei »Artzone« in Kyoto vertreten und seine fotografische Arbeit wird unterstützt durch Fuji Film. 2010 gründete er mit anderen Künstlern die »Kuromegaru« Galerie in Konohana-ku, Osaka, in der jedes Wochenende sogenannte »Talk Sessions/Talk Gigs« neben den regelmäßigen Ausstellungen stattfinden.  ANTIFOTO  Photobattle  Bloom Gallery  Handelszentrum/Moskauer Straße  snake Iris Maria vom Hof *1946 Tirol. Sie studierte Grafik Design und Animationsfilm an der Folkwangschule für Gestaltung Essen und an der Werkkunstschule Wuppertal. Nach mehr als einem Jahrzehnt Praxistätigkeiten mit den Schwerpunkten Illustration und Grafik Design wandte sie sich den Gebieten Text und Konzeption 318 zu und publiziert seit dem regelmäßig

zu Gestaltungs- und Designthemen. Von 1986 bis 2011 war sie Professorin für Visuelle Kommunikation im Fachbereich Design und Medien an der FH Hannover.  Imaginary Club  Suits Hofmann, Benjamin Novalis *1978 Künstler, lebt und arbeitet in Düsseldorf  snake Holdt, Jacob *1947 in Copenhagen. »My c.v.: For someone who has never held an honest job it seems difficult to write a c.v. So this one probably looks more like a diary.


Hans-Peter-Zimmer Stiftung I bring it mainly because I get tired of repeating myself in the endless interviews that are an inevitable part of my job. Download it, re-write it – and let‘s get on to more serious questions which are not about me!« »When the 24-year-old Dane named Jacob Holdt began hitchhiking throughout the United States in 1971, he never dreamed of becoming a social critic or a documentary photographer. In fact, 11 years later, he still considers himself simply a vagabond.«  ANTIFOTO Homma, Takashi *1962 in Tokyo. He studied photography at the College of Art, Nihon University, but left in 1984 to take up a job as an inhouse photographer at a Tokyo advertising agency.

graphy. Homma strives to eliminate any exaggeration or dramatization, giving a result often characterized as honest.in 2006 the Swiss publisher Nieves brought out the short and intimate Tokyo and my Daughter; 32 colour images of a young girl from birth to the age of six, intertwined with images from the city. In 2008, already widely published in Japan, Homma became the first Japanese contemporary artist to be published by Aperture, his first international retrospect. In recent years Homma has left the urban centre to turn his lens towards nature. In New Waves – photographs taken at the North Shore in Hawaii– he captures the calm and changing appearances of the waves. In Trails he catches the traces of deer-hunting in the deep, snowy mountains. Starting next year, the first retrospective of Homma’s work will tour museums in Japan for two years, presenting the entire scope of his oeuvre.  Böhm/Kobayashi Universität Hostel 64 »わたしたちの宿は、1964年に建てられ

たレトロビルをリノベーションした、お手頃価格の

デザイナーズホテルです。心斎橋、堀江、南船場な ど、大阪のおしゃれで人気のエリア近くに位置し、

In the early 1990s Homma lived in London, where he worked for i-D. On his return to Japan he worked in many different genres within photography, including magazines and advertisements. In 1999 he received the 24th Kimura Ihei Photography Award for his series »Tokyo Suburbia«, in which he focused his gaze on suburban residential areas in and around Tokyo. His photographic style is quiet, influenced by William Eggleston’s colour photo-

部屋は和室、洋室、ドミトリーまで多様なタイプ をご用意しています。建築設計事務所が運営する

からこそ、隅々の空間デザインにまでこだわりまし た。レトロでありモダン、日本的でありどこか洋風 ハイブリッドなインテリアです。«

Die Hans-Peter-Zimmer Stiftung entstand nach dem Tod von Hans-Peter Zimmer auf dem CON-SUM Gelände in Düsseldorf, einer ehemaligen Backfabrik der Konsum– Genossenschaft, seit 1978 im Privatbesitz 319


Imaginary Club

320  Nadia Ismail  Imaginary Club


Imaginary Club in einem denkmalgeschützten Ziegelsteinbau aus dem 19. Jahrhundert. Dort befinden sich Studios, Büros und Ateliers für Mieter aus den Bereichen Kunst, Medien, Mode und Werbung. Das renovierte Hofgelände – mit der Insellage zwischen Industriegebiet, Automeile und dem Wohngebiet, Flingern / Lierenfeld – seiner Nähe zur Musik, mit 67 Proberäumen und zur bildenden Kunst, mit 8 Künstlerateliers, Kostümbildnern, Fotostudios, Agenturen und Architekturbüros bildet ein kreatives Umfeld. Eine Ausstellungshalle steht seit Anfang 2008 für regelmäßige Ausstellungen zur Verfügung, und wird seit Ende 2007 verstärkt von überregionalen Ausstellern Initiativen und Künstlergruppen genutzt. Hypermarkt An annual exhibition in an abandoned store in the centre of  Arles since 2009 run by  Olivier Cablat during the »Rencontres«. In 2010 with:

Simon Scanner, Johan Attia, Sundae, Olivier Metzger, Rémy Lidereau, Aymeric Fouquez, Gael Pollin, Nicolas Giraud, Mirko Zander, Laura Bielau, Eric Tabuchi,  Verena Loewenhaupt,  Florence Loewy,  Sebastian Hau, Katja Stuke & Oliver Sieber and the Archive of Modern Conflict.

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kigami The Ultimate Limit (イキガミ) is a Japanese manga written and illustrated by Motoro Mase. The manga is serialized in ‚Shogakukan’s Weekly Young Sunday’. »A national prosperity law has been passed in dystopian Japan resulting in citizens between the ages of 18 and 24 being randomly selected to die for the good of the nation. These citizens are given 24 hour notification of their impending death. These notifications are known as ‚Ikigami’.« Imaginary Club The photographer Oliver Sieber discovers cosplayers and lolitas, punks, visus and psychobillies, skinheads and mods all over the world for his portraits, documenting timeless moments in their faces in clubs, concerts or illegal parties. From his home base in Düsseldorf Flingern, he likes to visit the great Japanese corso around the Hotel Nikko on Immermannstraße, where the local cosplayers meet. Whether around Puri-photo booths or taking a stroll through Düsseldorf ’s Japanese Gardens, Oliver Siebers always 321


Imaginary Club

322 ďƒ˜ Imaginary Club


Imaginary Club moves among people who interest him. He observes, he respects, he endeavors to built trust. People who are part of Oliver Sieber’s world experience attention and are given time and leisure to present themselves in front of the camera. According to Sieber, he enjoys being on foreign territory, he profits by making himself at home there and his exposure to the foreign gives him freedom of thought. Oliver Sieber is on a quest for models of living that design valid alternatives to the dominant concept defining our society. Ambiguity is a main characteristic of the comic strip  Calvin & Hobbes, created by Bill Watterson in 1985. Calvin perceives his friend Hobbes as a living being, able to talk and act, although to grown ups he’s just a cuddly toy. Calvin, the boy, shifts between the grown up’s world and his own, parallel, imaginary universe whithout having the slightest doubt on the reality of each. Oliver Sieber is a collector of figures, as he has been as a boy. He searches, finds and identifies. Pointing to his extensive collection, he talks about having been a comic-kid. He mentions Spider Man, the glorious super hero of the 1960s who always struggled to cope with everyday life, as an early figure he identified with. Or the 1970s Big Jim, the American body builder with a whole cosmos of accessories. Today’s parent generation lives in a common, widely shared culture that depends on a social consenus. In a time of continuous observation, the systems of higher education, the labor market and the wel-

fare state require binding identities. The established social morality necessitates the limitation of impulses and phantasies to conform social life to the demands of normalcy. As a consequence of uniform sets of values people get caught up in the push and pull between self doubt and assumed expectations. This directly impacts young people’s emotions. Pressed to realize their potential, they starve, gorge, jog, undergo therapy and refuse. Still, teenagers have to ask themselves why this kind of self-abandonment is supposed to make sense. Or why should they voluntarily agree to barely use or abstain from using the freedoms their imaginary worlds offer? Diverse communities of teenage subcultures share the quest for belonging to a group and their effort to distance themselves from the mainstream. Key concepts such as individuality, selfrealization or ‚myself in relation to others’ constitute the approach to content. Oliver Sieber’s portraits point to this struggle for one’s personal realm. As a photographic artist, Oliver Sieber sets out this position for his portrait series  Character Thieves: Depict an ordinary environment with regular people who live out their fantasy worlds there. The protagonists hail from cosplay scenes in Germany, Japan, Canada and the U.S., they are between 15 and 25 years old and strive to embody their figures as true to the original as possible. Absolute authenticity demands high quality workmanship in their homemade costums. They find their role models in manga, anime, video games or movies. 323


Imaginary Club

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Imaginary Club Members of Japanese visual kei bands also provide examples for cosplay. Cosplay is mainly motivated by an urge for self-realization and gets exhibited creatively and imaginatively at anime conventions where it is rewarded and applauded. Only very few participants sell their photos or costumes. In his series  Character Thieves, the photographer Oliver Sieber arrives at a place of great clarity. Figure, environment and space, real living spaces, bedroom, kitchen, balcony, garage—there’s nothing special about these places beyond the demarcation of a sociocultural relevance. But Oliver Sieber shows how many ways there are to understand this portrait series from it’s periphery. And, he says, the close proximity of the surroundings allows him an incredibly rich number of choices in approaching humans through their own sensibilities. Although Oliver Sieber gets quite close to his models, they never turn into objects for exhibition. Each and everyone of these portraits embodies idealistic aspirations and dignity, dynamic creation and a confession of standing up for one’s personal ideal image. All protagonists look at a point beyond the camera and remain with themselves at this moment. In the series Character Thieves, Oliver Sieber emphasizes the harmonious relationship between costume and the person wearing it. According to him, the point is not to have it look like a costume. This way, it is not out of the ordinary to meet ‚Cake and Mister Brown‘ – she as sweet Lolita and he as a Japanese mascot – in New York’s Koreatown. Oliver

Sieber’s portrait series such as the ones about blind people, on transgender or female soccer players raise the core issue of so-called normalcy and nonconformist identities. Sieber keeps working on his multi-part photo project Imaginary Club that includes portraits of young people in subcultures. The protagonists stand in front of black or white backgrounds. Every single emotion is cleansed from their aura. He frames his images in a sculptural, static way that has been used in German renaissance portrait painting by Lucas Cranach the Younger or Albrecht Dürer, thereby highlighting aesthetic purity. To approach reality, Oliver Sieber aims to document, to set into relation, to explore a topic with as many images as possible. To this end, he uses a natural, balanced color gradient, while abstaining from technological crutches or digital manipulation of images. But we also have entered a suggestive utopia of desires here. Hair styles, make up, tattoos, accessories and every signal in fashion’s arsenal of codification to achieve a sense of group identity are part of the structure of sensual experience here. Oliver Sieber’s visual language describes in a recognizable, readable way how tightly mutually influential forces intermesh on a global level and how contemporaneously the self flares up in a common collective around the world. This cultural message of universal proximity also gets depicted in black and white snap shots and street scenes from Los Angeles, Toronto, Tokyo, Osaka, New York or Schwäbisch Hall. In our conversation, Oliver Sieber relates his work to Diane Arbus’ thoughtfully 325


In’n’Out

326  In‘n‘Out  Planespotter  As yet untitled


Israel composed images, as well as to his early inspiration by  Richard Avedon’s purist style and the unflinching aesthetics of the American artist  Robert Mapplethorpe. Oliver Sieber himself now counts among the most preeminent portrait photographers of his generation.  Iris M. vom Hof In’n’Out (Böhm#38) erschien im Aug. 2010 als erste im Zeitungsdruck produzierte Böhm-Ausgabe. Sie enthält einige Arbeiten von Katja Stuke, die hier unter dem Titel  As yet untitled erschienen und Fotos aus der »Airliners-Plane-Collection« von  Markus Schaden.  Planespotter Ismail, Nadia *1975 Kunsthistorikerin mit den Schwerpunkten zeitgen. Kunst und Postmoderne. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Komparatistik und Germanistik betreute und kuratierte sie kontinuierlich für verschiedenen Museen und Galerien Ausstellungen von der PopArt bis zur aktuellen Kunst. Seit 2008 lehrt sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität zu Köln und promoviert über ‚Narrative Gewalt in den seriellen Fotografien von Anna Gaskell’. Darüber hinaus ist sie als freie Kuratorin und Autorin aktiv. Israel […] hat, worauf Nimrod sagte, wovon sprichst du? Wegen des säkularen Zionismus ist es überhaupt zum Holocaust gekommen, und Vater sah ein, dass Nimrod nicht zu retten war, und er bat ihn, diese Antwort niemals in Gegenwart der Eltern zu geben, und in der Tat, das einzige Mal, dass Nimrod auch Großmutter in seine abenteuerliche

Theorie einzuweihen versuchte, hat er eine Ohrfeige eingesteckt, die die einzige Ohrfeige war, die Großmutter jemals einem ihrer Söhne gab, und als er die brennende Wange mit der Hand untersuchte, sagte ihm Großmutter, dass er niemals, niemals versuchen solle, religiöse oder moralische Erklärungen für das, was dort passiert ist, zu geben, und dass es keinen Zusammenhang zwischen Gott und den Dingen gibt, die die Menschen in seinem Namen einander antun. Als Nimrod-Abram seinen Militärdienst beendete war er bereits ultraorthodox, und anstelle einer musikalischen Karriere nahm er ein Studium in der Talmudschule Or-Same’ach auf, upd als er Großvater mit Großmutter einlud, ihn dort zu besuchen, baten sie Vater, dass er sie begleiten solle, denn der Gedanke, Nimrod allein in seiner neuen Gestalt gegenüberzutreten, war ihnen nicht ge- 327


Israel

heuer, und den ganzen Weg nach Jerusalem schwiegen sie, und als sie zu der Talmudschule kamen, erwartete Nimrod sie mit zwei Freunden auf der Treppe von denen der eine fortwährend sagte, du bist gesegnet, Abram, dass es dir vergönnt ist, segne, dass es dir vergönnt ist, und als sie in sein trostloses Zimmer kamen, in dem zwei Betten und ein Tisch standen und die Wände nackt und ohne Bilder oder Bücherregale waren, wiederholte dieser noch einmal, du bist gesegnet und du sollst segnen, weil es dir vergönnt ist, Abram, du bist gesegnet, segne, und dann begaben sie sich zum Büro des Rabbi Frank, der ihnen Himbeersirup und Schokoriegel anbot und erzählte, wie talentiert, gescheit und fleißig Großvaters und Großmutters Sohn sei, der eine glänzende Zukunft vor sich habe, und wie froh er darüber sei, dass die El328 tern die Wahl des Sohnes verstünden

und ihn nicht verleugneten, wie es bisweilen vorkomme, und dann herrschte eine Weile Stille, und der Rabbi erklärte, dass das Studium und der Unterhalt kostenlos seien, dass es aber dennoch äußerst schwierig sei, solch eine Institution zu unterhalten, und wieder wurde es still, und einiger Zeit, als er sah, dass Großvater und Großmutter auf ihrem Schweigen beharrten, fuhr der Rabbi Frank fort. Sie können sich nicht vorstellen, mit welchen Ausgaben der Unterhalt eines solchen Instituts verbundene ist, das seinen Schülern sowohl Geist als auch Materie liefert, und wenn Sie Abram, sagen wir, an eine Universität geschickt hätten, hätte Sie dies mindestens eintausendfünfhundert Dollar pro Jahr gekostet, den Unterhalt nicht eingerechnet, und darauf antwortete Großmutter, dass Nimrod die Aufnahmeprüfung zur Musikhochschule bestanden und


Japan Art Donation

ein Stipendium von der Scharet-Stiftung für Studium und Unterhalt in Aussicht gestellt bekommen habe, worauf der Rabbi Frank sagte, dass er von Abrams Musik gehört habe, und Großmutter fragte, ob er von ihr oder ob er sie gehört habe, und der Rabbi Frank erklärte, dass er leider keine Zeit habe, um Abram spielen zu hören, aber er hege keinen Zweifel daran, dass Abram ein talentierter Musiker sei, und er beneide ihn sehr, denn der Geist Gottes ruht auf dem, der spielt, und wieder herrschte Ruhe, bis der Rabbi beschloss, dass er nun genug gesagt hatte, um Großvater und Großmutter zu gefallen, und sich wieder daranmachte, über die großen Ausgaben des Instituts zu sprechen, und Großvater, der bis dahin still dabeigesessen hatte, zog ein Scheckheft heraus, stellte einen Scheck aus, legte ihn auf den Tisch, stand auf und sagte zu Großmutter; ohne jemanden anzuseh-

en, dass er im Auto warten würde, und ging, aber bevor Rabbi Frank seine Hand nach dem Scheck ausstrecken konnte, streckte Großmutter flink die ihre aus und nahm ihn an sich, und sie sagte, obwohl sie bereit seien, den Entschluß ihres Sohnes zu akzeptieren, seien sie damit nicht einverstanden, und auf ihre alten Tage würden sie nicht damit anfangen, Spenden für Institute der Umkehrung zur Religion zu erteilen, und man solle von ihnen bitte nicht erwarten, dass sie die Mission des Rabbi finanzierten, welche sie entschieden ablehnten, und sie riss den Scheck in winzig kleine Schnipsel, die sie in den Aschenbecher legte, stand auf, worauf alle anderen sich ebenfalls erhoben, und ohne ein weiteres Wort hinzuzufügen, ging sie hinaus, und Vater hinter ihr her und nach ihm Nimrod, der kreidebleich war und nichts sagte, und als sie an seinem Zimmer vorbeikamen, blieb Großmutter stehen und drehte sich zu Nimrod um, der sich schämte, ihr in die Augen zu schauen […] Benny Barbasch, Mein erster Sony

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apan Art Donation »The Pacific Coast of Tohoku Earthquake, which happened on March 11, 2011, at a magnitude of 9.0, resulted in unprecedented damage in Japan. Disasters, such as fires at the nuclear power plants, occurred one after another. Many people have lost their beloved families and friends, as well as the houses that they have lived in for a long time. The sadness and anxieties that people hold, frightened by the aftershocks, far exceeds our imagination. Even though we feel uneasy ourselves, we sincerely would 329


Japanese Lesson

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Japanese Lesson

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JapanSpendenAbend like to help the people who were far more impacted by the damaging aftermath of this massive earthquake. […] On the other hand, the mental care for the people who have suffered is going to be a crucial subject in the future. We believe that art will have an important role to play then, in healing people and revitalizing their lives. Japan Art Donation will use your relief donations for the revival of cultural institutions, the dispatching of artists, the conducting of workshops for the children who suffered, the opening of theatre plays, dances, and performances in the striken areas. Japan Art Donation founded by Kenji Kubota, Independent Curator  Erdbeben  JapanSpendenAbend  Michiko Shida

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Japan Foundation ( 国際交流基金 Kokusai Kôryû Kikin) was established in 1972 by an Act of the Japanese Diet as a special legal entity to undertake international dissemination of Japanese culture, and became an independent administrative institution under the jurisdiction of the Foreign Ministry of Japan on 1 October 2003 under the ‚Independent Administrative Institution Japan Foundation Law’. The Japan Foundation is the first organization that specializes in international cultural exchange in Japan.  ANT!FOTO JapanSpendenAbend Aus unserer persönlichen, künstlerischen Verbundenheit heraus aber auch in Hinblick darauf, dass wir


Kobayashi

im Jahr 2011 ein Jubiläum anlässlich der 150jährigen deutsch-japanischen Freundschaft feiern, fand am 29.3. ein SpendenAbend im Künstlerverein  Malkasten, Düsseldorf statt. Der Japan-SpendenAbend in Düsseldorf war ein riesiger Erfolg. Wir danken allen, die geholfen haben – vor allem  Michiko Shida, die den Abend mit uns vorbereitet und organisiert hat, allen 196 Künstler, die ihre Arbeiten gespendet haben, allen die uns mit Getränken und Essen unterstützt haben und natürlich den über 450 Gästen, die gekommen sind und über 22.200,-- EUR gespendet haben. Der Erlös des Abends ging an die  Japan Art Donation. Just Kids »Für meine Sünden sterbe ich selber« Patti Smith Sie hatten kein Geld, oft kein Bad, berühmt waren sie noch lange nicht, stilbewusst aber wohl. Bei ihrer ersten Begegnung mit Janis Joplin trägt Patti Smith ihr ‚Jenseits von Eden’Outfit, ein langes blaues Kleid aus Kunstseide mit großen Punkten und einen Strohhut. Zum Kostümball des Modedesigners Fernando Sanchez geht sie im schwarzen Seidenhemd mit schwarzer Krawatte und schmaler schwarzer Satin-

hose unterm schwarzen Jackett und trägt dazu ‚jungfräulich weiße Tennisschuhe’, die später auch bei ihrem Catwalk-Debüt desselben Designers zum Einsatz kommen.  Robert Mapplethorpe kleidet sich mit ähnlicher Sorgfalt. Netzhemden, Hüte, dünne Krawatten, Schlangenlederschuhe, eine Schaffellweste, das sind so die Dinge, die er sich damals, im New York der frühen siebziger Jahre, umhängt. Für das Umschlagfoto ihres ersten Gedichtbands »Kodak« kauft Patti Smith sich ein weißes hochgeknöpftes Hemd, und als sie auf Reisen geht, um die Gräber von Arthur Rimbaud und Jim Morrison, zwei ihrer großen Vorbilder, zu besuchen, füllt sie ihren Koffer mit Fundstücken aus einem Heilsarmee-Laden auf der Bowery: einen gelbgrünen Regenmantel aus gummierter Seide, eine HahnentrittLeinenbluse von Dior, eine braune Hose und eine grau-beige Strickjacke, alles zusammen erstanden für dreißig Dollar. Später trägt sie den grünen Regenmantel zur roten Caprihose aus Shantung-Seide mit schwarzen Ballettslippern und einem violetten Sonnenschirm, als sie zum ersten Treffen mit Tom Verlaine aufbricht. Derart beeindruckt, wird dieser nicht nur ihr Freund, sondern vorübergehend auch Gitarrist in ihrer Band. FAZ  Suits  Imaginary Club

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obayashi (jap. 小林, kleiner Wald) ist der Name einer Stadt in der japanischen Präfektur Miyazaki // K. ist außerdem der Familienname folgender Personen: Aimi Kobayashi (*1995), klassische Pianistin / Chizu Kobayashi (*1954), professionelle jap. Go-Spielerin 333


Kobayashi / Daigo Kobayashi (*1983), jap. Fußballspieler / Kobayashi Hideo (1902-1983), jap. Literaturkritiker und Schriftsteller / Hirokazu Kobayashi (1929–1998), jap. Kamikazepilot und später Aikidoka / Kamui Kobayashi (*1986), jap. Rennfahrer / Kenta Kobayashi (*1981), jap. Pro Wrestler / Kobayashi Issa (1763–1827; bürgerlicher Name: Kobayashi Nobuyuki, auch: Kobayashi Yataro), jap. HaikuDichter / Makoto Kobayashi (*1944), jap. Physiker / Makoto Kobayashi (*1958), jap. Manga-Zeichner / Masaki Kobayashi (1916–96), jap. Filmregisseur und Drehbuchautor / Masaru Kobayashi (*1959), jap. Motorradrennfahrer / Masahiro Kobayashi (*1954), jap. Regissuer / Norihito Kobayashi (*1982), jap. Nordischer Kombinierer / Shoshichi Kobayashi (*1932), jap. Mathematiker / Takao Kobayashi (*1961), jap. Amateurastronom / Takashi Kobayashi (*1987), jap. Rennfahrer / Takeru Kobayashi (*1968), jap. Wettkampfesser / Kobayashi Taijirō (19011963), jap. Kunsthistoriker / Kobayashi Takiji (1903–1933), jap. Schriftsteller / Teiichi Kobayashi (1901–1996), jap. Paläontologe / Toshiyuki Kobayashi (*1962), jap. Mathematiker Kobayashi […] sie treffen sich mit Kobayashi, der sie auf ein Himmelfahrtskommando gegen die ungarische Mafia schickt. Auf einem Frachter im Hafen von Los Angeles soll sich eine Kokainladung im Wert von 91 Millionen Dollar befinden. Kobayashi erklärt, dass es sich dabei nicht um ein Angebot, sondern um einen Befehl handele. Die Auftragsarbeit 334 auf dem Schiff geschieht für den ‚Teufel

höchstpersönlich‘, das größte Mysterium der Unterwelt, den Gangsterboss Keyser Sôze, von dem niemand weiß, ob es ihn überhaupt gibt. Jeder der anwesenden Kriminellen hat angeblich Keyser Sôze durch diverse, vergangene Delikte auf die eine oder andere Weise um viel Geld gebracht. Söze scheint Informationen über das gesamte Leben der fünf Kriminellen zu besitzen und sie damit in der Hand zu haben. […] Das Kunsthaus Essen ist ein Forum für die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst. Jedes Jahr finden in der Galerie acht bis zehn Ausstellungen und internationale Projekte statt, in denen Künstlerinnen und Künstler mit medienübergreifenden Arbeiten einzeln und in thematischen Zusammenhängen Stellung beziehen zu Fragen der Gegenwart. Das Kunsthaus Essen bildet eine innovative Verbindung von Atelierhaus und Kunstverein. Dort wird seit seiner Gründung 1977 gleichermaßen Kunst geschaffen, ausgestellt und vermittelt.  Eleven to Liverpool Street Der Kunstraum Düsseldorf ist ein städt. Ausstellungsraum, der von Ulla Lux/ Kulturamt geleitet wird. Dort wird aktuelle, zeitgenössische Kunst gezeigt.


Jeffrey Ladd Sowohl international bekannte Künstlerinnen und Künstler als auch die Düsseldorfer Kunstszene finden hier ein Forum. Neben den Ausstellungen werden regelmäßig Konzertreihen angeboten und Performances. Einmal im Jahr findet dort  ANT!FOTO statt. Ein Labor findet sich sowohl im InternetAusstellungraum »Handelszentrum« als auch in den  ANT!FOTO Ausstellungen. Dort waren z.B. neben der Youtube-Playliste Archiv- und Recherchematerial zu den Themen der ausgestellen Künstler aber auch allgemein zur Idee von »Antifoto« zu sehen. L.A. Soundtrack Zusammengestellt von Katja Stuke für Oliver Sieber anlässlich der zweiten Reise im Rahmen von  The

LaBrea Matrix und einer ‚Panel Discussion’ mit  Stephen Shore. In der Zeit entstanden auch die Fotos der Böhm-Ausgabe #39  »Me, Myself and I«. Die Titel der Playlist: Coming Into los Angeles / Arlo Guthrie; Ventura Highway / America; Honeymoon / Phoenix; Angeles / Elliott Smith; Down In LA / People Under the Stairs; West Coast / Coconut Records; Echo Park / Brian Setzer; La Mer / Charles Trénet; Bloody

Mary Morning / Willie Nelson; I’d like to hang out with Ed Ruscha; California Sun / Ramones; 99 Miles from LA / Nancy Sinatra; Celluloid Heroes / The Kinks; California Song / The Mountain Goats; California Girls / The Beach Boys; Burn Hollywood Burn / Public Enemy & Ice Cube Thriller / Michael Jackson; California Dreamin’ / The Mamas & The Papas; Hotel California / The Eagles; Hollywood / Madonna; The Golden Age / Beck; Pumpkin & Honey Bunny / Dick Dale & The Del-Tones; Skateboard Racer / Carvel; L.A. Woman / Billy Idol. Ladd, Jeffrey *1968 Elkin‘s Park, Pennsylvania, moved to New York City in 1987 to study photography at the School of Visual Arts. He received his B.F.A. degree in 1991. Ladd’s photographs have been

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Labor

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Labor

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Labor exhibited in galleries and museums, including the International Center of Photography, the Art Institute of Chicago, the Soros Foundation‘s Open Society Institute and the Howard Greenberg Gallery. In 2007, Ladd started »5B4 Photography and Books«, a website dedicated to reviews and discussion of photography and art related books. He is also one of the founders of errata editions.  ANT!FOTO  Suits

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Ein Labor ist eine Einrichtung, an der wissenschaftliche Untersuchungen, Analysen und Versuche durchgeführt werden.  ANTIFOTO  Handelszentrum Le Bal is an independent venue for the document-image; the image in all its forms – photography, video, film and new media – as a means of representing reality. […] »With the support of Magnum photographers, we set up the Association des Amis de Magnum Photos which carried the project and gave it, if not funding, solid credentials. Immediately, this new venue was given a wide-ranging mission to present the visual ‚document’ in all its forms, still and moving; to convey a historically fluctuating notion and illustrate diverse artistic practice. […] Different hypotheses of the world, different stances, different ways of constructing human experience. Le Bal appears at what is an even more critical time, as artists increasingly question the conditions in which images are produced, circulated and assimilated. Can we still ‚read’ the world simply from its surface? How can 338 we ‚represent a world that is defined by

representation, a world which constantly records itself, and records itself recording itself?’ We imagined Le Bal as a free zone, a territory of images traversed by historical, social and political implications. As a time and place for re-cognition of reality in all its complexity and contradictions. « Diane Dufour  Sebastian Hau Loewy, Florence runs the bookstore »Books by Artists« in Paris since February 1989. Since October 2001, the bookstore is located in the heart of the Marais near the Picasso Museum. Designed by the architects Dominique Jakob and Brendan McFarlane the bookstore offers a wide choice of artists’books, multiples, records and other editioned works ranging from the 60’s until now. There is also a gallery which hosts various projects by contemporary artists.  O.i.F.  CNEAI


Lonely Planet The London Artbookfair is an annual event devoted to international art publishing. Hosted by the Whitechapel Gallery in association with Marcus Campbell Art Books, The London Art Book Fair

presents the work of individual artist publishers, several arts publishing houses, galleries, magazines, colleges, rare book dealers, some distributors alongside a wider associated programme of talks and events.  Offprint Paris  New York Artbookfair  Motto Lonely Planet For Katja Stuke, the camera is never just a machine for depicting reality. Instead it is a problematic instrument when it comes to coping with worlds of images. This explains why her new small publication is both a guidebook, an ironic commentary, and a small

low-key artist’s book in the tradition of Ed Ruscha and his self-published books. Using generic and generated images to study the invisibility of major Internet companies such as Facebook, Google and Yahoo, Stuke has produced a slim softcover book with black-and-white photographs and short texts. In addition to the pictures Stuke made in Los Angeles and Silicon Valley, there are also images extracted from the Internet: portraits of Google employees, outside views of the headquarters of the major players, simulated pictures from »The Sims 2«, and satellite images. The reader gradually learns more about these pictures, their sources and their content through subheadings and information provided about locations and the individual companies. As Paul Virilio once said about 339


Jason Lazarus the nature of knowledge in the Internet age, the seeds of the apple are now found on its skin. Netizens can use this tightly edited book to explore those seeds and the manifestations and new topographies of the Web. FOAM 2010  S. Hau Lazarus, Jason *1975, lives and works in Chicago. Since receiving his MFA in Photography (2003), Jason has actively exhibited around the country and abroad while teaching photography part-time at Columbia College and the School of the

Art Institute in Chicago. Selected exhibition highlights include the Museum of Contemporary Art in Chicago and D3 Projects in Los Angeles. Notable honors include an Illinois Arts Council Fellowship award, 2009 and the Emerging Artist Artadia Grant in 2006.  ANT!FOTO

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AGAZIN/Kunstverein Harburger Bahnhof ist eine wachsende Sammlung von internationalen Kunstzeitungen und Künstlerbüchern, die benutzt wird: Neue Verbindungen entstehen, untereinander und zu den laufenden Ausstellungen im Kunstverein. Das MAGAZIN ist ein Appa340 rat. Die Sammlung eint ein bewusster

Umgang mit dem Buch- oder Heftformat als Ort der Präsentation von Kunst. Sie vermehrt sich ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber jenseits von Beliebigkeit. Auf Einladung des Kunstvereins besteht die Möglichkeit im MAGAZIN eigene Publikationen zu drucken und auf Reisen zu schicken: In die privaten Haushalte von Kollegen, Freunden und Kunstvereinsgästen, an Sammlungen, Institutionen und Fachpublikum. Das MAGAZIN befindet sich über Gleis 3 & 4 im Bahnhof Hamburg-Harburg, Station für Fernzüge und die lokale S-Bahn. Es ist leicht zu erreichen und liegt auf dem Weg. McLuhan, Marshall »Das Medium ist die Botschaft« Das ist wohl eines der berühm-testen Zitate aus »Understanding Media« (1964) – und dann in »The Medium is the Message: An Inventory of Effects« (1967) – von Marshall McLuhan (1911-1980). Wenn wir heute uns manchmal erstaunt zeigen, dass wir durch alle elektronischen Geräte, Tischcomputer, Laptops, Handhelds und Social networks rund um die Uhr total vernetzt sind, so erinnern wir uns wohl nicht mehr an die Arbeiten McLuhan der uns dies nicht nur voraussagte sondern auch gleich die Folgen beschrieb, die manche Surfer und Networker auch heute noch nicht immer im Blick haben. Soziale Netzwerke sind im Begriff uns die Organisation unserer Freundschaften abzunehmen, sie rechnen elektronisch aus, wer oder was uns gefallen könnte. Es gibt keine zufälligen Bekanntschaften mehr, sondern der Facebookxingalgoritmus protokolliert, wer


Me, Myself and I uns anspricht, wenn wir liebhaben und zeigt unsere Kontakte der ganzen Welt. Ist das das Globale Dorf, was manche ersehnen oder andere fürchten? Es lohnt sich, bei McLuhan einmal nachzulesen, und wir werden viele Aussagen entdecken, mit denen wir heute einen neuen Blick auf das entwickeln können, was die vorgeblichen Segnungen des Netzes gerade mit uns anstellen. Und dann noch der Begriff Wissensgesellschaft, der das Volk der heutigen Surfer bezeichnen soll. McLuhans Die Gutenberg-Galaxis (1962) war ihrer Zeit um viele Lichtjahre voraus, so wie heute in ganz umgekehrter Weise der hochgelobte Begriff der Wissensgesellschaft kaum mehr verrät, als dass ihre Protagonisten so technikverliebt sind, dass sie sich noch nie wirklich gefragt haben, ob nicht frühere Gesellschaften nicht vielleicht sogar in viel bessere Wissensgesellschaften als heute lebten? Mc Luhan legte schon in den sechziger Jahre den Finger in unsere heutige Wunde: Wir lassen heute die technische Welt die soziale Welt bestimmen und überantworten der Technik die Kontrolle über unser Gemeinwesen. Früher gab es Feste, heute werden die Fellower unpersönlich zu Events geladen und sagen der Welt komme/komme nicht. Die automatische Steuerung des Terminkalenders durch die kollektive Intelligenz ist nicht mehr weit.  Douglas Coupland Me, Myself and I Die Ausgabe Böhm #39 erschien im Aug. 2011. Die Bilder, die im Januar in Los Angeles und Düsseldorf entstanden, wurden zunächst von Katja Stuke – aus Düsseldorf – und von Oliver

Sieber – aus L.A. – bei  facebook in ihrem gemeinsamen Profil Böhm/Kobayashi veröffentlicht. Es war u.a. eine Reaktion auf die immer flüchtiger werdende Wahrnehmung und Verständnis von Bildern, Serien und Werkgruppen und die immer wieder – auch schon mal bewusst herbeigeführte – geäußerte Irritation über die Identitäten von Katja Stuke, Oliver Sieber und Böhm/Kobayashi. 341


Me, Myself and I

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Thomas Neumann Mörel Books is a London based independent publisher specialising in affordable limited edition art books and booklets. Their books are made in close collaboration with the artist, reducing the distance between the artists vision and the viewer. They are a non-profit publisher with the aim of furthering art in print. Many of their books can be purchased with limited edition prints.  London Artbookfair,  NY Artbookfair  Offprint Paris Motto Berlin is a store dedicated to magazines, books and self published printed matter. Various presentations and publication launches take place every month. They organize temporary bookstores e.g. in Zurich, Brooklyn or Vancouver. Motto Berlin regularly functions as a space for book and magazine presentations, as well

as special evenings dedicated to different discussions around publishing about art, graphic design, photography, typography and related matters. Das Museum für Photographie, Braunschweig zeigt internationale zeitgenössische Fotografie und präsentiert wichtige Fotografiepositionen der zweiten Hälfte des 20.Jh.

Kataloge, Vorträge, Workshops und regelmäßige Führungen vervollständigen das Programm. Das Museum für Photographie ist ein eingetragener, gemeinnütziger Ver. ein mit über 100 Mitgliedern. Das Museum wird geleitet von Florian Ebner. Regelmäßig zu den Ausstellungen erscheint das »Bulletin«.  Imaginary Club  Suits  O.i.F.  Japanese Lesson  Böhm/Kobayashi

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amba Bears 大阪難波のライブハウス。 One of Osaka, Japan’s most notorious live venues, run by Yamamoto Seiichi, of Boredoms fame. The music playing at Bears will go from punk to noise, garage

rock, metal and everything in between. Does not have its own bar, though beer is sold from a cooler. Capacity is of about 100 people, and a sold-out show can get seriously packed. Neumann, Thomas (*1975, lebt und arbeitet in Düsseldorf, hat an der Kunstakademie 343


Next One Düsseldorf bei Bernd Becher und Thomas Ruff studiert. Er ist Meisterschüler von Thomas Ruff.  snake Next One – Discussing Photography Within the framework of RUHR.2010 »next one« offers a platform for exhibitions, discussions and conferences on the subject of photography. Six institutions in the ruhr area invite you to take part in this in May 2010. For one month they will be staging exhibitions by young European photographers in their venues and in the public space. During the core week, 17 to 22 May, artists, critics, curators, teachers, and the public will be able to get together. On top of this, in lectures and at roundtable discussions European schools will introduce their training programmes for photographers and curators. It is intended to continue the »next one« platform as a biennial after 2010.  Kerstin Stremmel  Adrian Sauer  Böhm Handelszentrum

 Shinaikankei bin ich die einzige Frau unter Männern. Als »Naa Chan« verströme ich lebhafte Poesie und Rhythmus.  ANT!FOTO

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ne year of books is a blog about photobooks by  Laurence Vecten: »The idea is very simple: I wanted to show my collection of books as it grows. I want something very simple that shows the books and let them ‚speak’ by themselves.«

Offprint Paris is an artist book fair dedicated to photography publications. Focusing on independent publishing companies, Offprint aspires to be a meeting place for Artists, Photographers, Graphic designers, Curators, Artistic directors, Journalists, Collectors… who deal with ‚printed‘ photography: books, magazines, zines, prints. Initiated by Yannick Bouillis, in reaction to the lack of meeting places

Nishibata, Nao *1984 in der Wakayama Präfektur geboren. »Ich habe hart an den Fotografien für die Einzelausstellungen: »Aka Chan (Babys)« und »Kigenzen DC

(Vor Christi Geburt)« gearbeitet, aber in 344 letzter Zeit verbringe ich ruhige Tage. Bei

for the diversity of practices in the field of photography, Offprint is a project space for contemporary photography and a book fair for independant publishers. Yannick Bouillis, former journalist, is the owner of Shashin.nl, a bookshop specialized in Dutch Art publications from Academies and Independent publishers in


Our House the field of Architecture, Contemporary art, Design, Graphic design, Photography etc.  New York Artbookfair  London Artbookfair Olympia 2012 The Olympic Games 2012 will take place in London »Supernatural«, the series of portraits of gymnasts and divers by Katja Stuke, always includes the media-aspects of images. Images, seen by millions of people all over the world, taken live from the TV and later changed into a focused portrait, are the source of this body of work. The work of the camera-men affects the quality of the photographs. Considerations about going to any olympic event in person have always been dismissed, as the quality and the character of the whole series would change totally.

Hotels, on the other hand, are always a place for myths and stories: artists, musicians or journalist living there (like in the Chelsea Hotel/NY, The Oriental Hotel/ Bankok) movies, books playing in hotels (like the Chateau Marmont/LA) etc. This is the concept for the new portraits of the Olympic Games 2012: being almost there, really live but not personally on-site like the two journalists in »Prêt a Porter« by Robert Altman, focussed on the events

on the TV-screen. Therefore Katja Stuke is looking for a hotel which can support the project by offering me a room with a TV and cable for the time of the Olympic Games 2012.  Supernatural Our House ist der Name der Ausstellung von Katja Stuke und Oliver Sieber im Museum für Photographie, Braunschweig. »Es gibt nur wenige Fotografinnen und Fotografen, die noch vor dem Zeitpunkt ihrer ‚Mid career’ auf eine eigene Enzyklopädie verweisen können. »Böhm Kobyayashi Encyclopedia« heißt diese Publikation und sie führt im Titel nicht etwa die Namen der Autoren, sondern zwei Pseudonyme, hinter denen sich Katja Stuke und Oliver Sieber verbergen. Auf 288 Seiten begegnen uns ihre Themen und Arbeiten, ihre Freunde und Kollegen, aber auch Fotografen, Künstler und Regisseure, die sie schätzen, sowie Phänomene der Pop- und Alltagskultur, die sie faszinieren. Die Ausstellung Our House wird dieses Universum der beiden Künstler ein Stück weit in die Torhäuser des Museums für Photographie Braunschweig übersetzen. Gerade in ihren Porträts stellen Sieber und Stuke auf ihre Weise eine alte Frage neu: Welche Identität lege ich mir zu? In welche Figur verwandle ich mich, um anders zu sein, oder aber, um genauso zu sein wie die anderen? Dabei ist das Äußere, das Aussehen, Verhalten und Auftreten, stets der Schauplatz dieser Kommunikation mit dem Anderen – und die Fotografie ist Bühne und Spiegel. In seiner Werkreihe  Imaginary Club unternimmt Oliver Sieber eine Reise durch 345


Our House die Nacht. Er porträtiert Jugendliche, die ihm auf Parties, Konzerten und Events begegnen und die sich die Freiheit nehmen, ihren Weg jenseits des Mainstreams zu gehen, darunter Punks, Psychobillies, Gothic Lolitas, Transgender oder Künstlerfreunde. Menschen, die ihn inspirieren und die sich nach außen den Habitus der Subkultur zulegen.

Straße und von ihr gesammelten Bilder von Anzugträgern aus der Geschichte der Popkultur. Die Raster des Fernsehbildschirms und der Druckplatte machen diese zu öffentlichen Bilder und somit vergleichbar. In ihren künstlerischen Arbeiten sind Katja Stuke und Oliver Sieber somit der Rolle und prägenden Kraft der Bilder und Vorbilder, der unterschiedlichsten kulturellen Zeichen und Codes auf der Spur. Innerhalb dieser Auseinandersetzung gilt nicht nur der westlichen, sondern vor allem der japanischen Populärkultur ihr besonderes Augenmerk. Ihre Faszination für dieses Land, aber auch für die gegenseitige kulturelle Beeinflussung von Ost und West, lässt sich aus einer Vielzahl von Arbeiten und Serien ablesen, die dort entstanden sind. Dokumentiert sind diese Arbeiten in zahlreichen Ausgaben der »Frau Böhm« (später »Die Böhm«), eines Fotoprojekts in Magazinform, das Sieber und Stuke seit 1999 herausgeben. Zu sehen sind sie, neben vielen anderen Dokumenten und Projekten, wie etwa die umfangreiche Arbeit zu den Schauplätzen des Kino  O.i.F. und der Projektion  Japanese Lesson, das sich die beiden Künstler ganz zu eigen machen und, wie es der Titel der Ausstellung verspricht, in ihr Haus verwandeln.  Florian Ebner  Photomuseum

Auf diese Underground-Figuren antwortet Katja Stuke in ihrer Serie der Suits mit einem ganz anderen uniformierten Typus, dem man eher in Geschäftsstraßen begegnet: dem Anzugträger. Auch in dieser Arbeit begegnen sich unterschiedliche 346 Bildtypen, Stukes filmische Stills von der

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eking (chin. 北京 Bêijîng, W.-G. Pei-ching, Aussprache in Hochchinesisch, teilweise auch im Deutschen: Beijing) ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und hat eine über dreitausendjährige Geschichte. Der Name bedeutet Nördliche


Peking Hauptstadt. Peking ist heute direkt der Zentralregierung unterstellt und damit Provinzen, autonomen Gebieten und Sonderverwaltungszonen gleichgestellt. Das gesamte 16.807 km 2 große Verwaltungsgebiet Pekings hat 17,6 Mio. Einwohner (Jahresende 2009). Es stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar, mit seiner dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur ist es eher mit einer Provinz vergleichbar. Von der Gesamtbevölkerung sind 11,8 Mio. registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz (戶口/ 户口 hùkôu) und 3,7 Mio. temporäre Einwohner (流動人口/流动人口  liúdòng rénkǒu) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (居住證/暂住证 zànzhùzhèng). Anlässlich der umstrittenen Ausstellung »Kunst der Aufklärung« berichten Kuratoren über ihre Erfahrungen mit der chinesischen Kunstzensur. Kulturaustausch mit China, seine Probleme werden heftig diskutiert anlässlich der Ausstellung in Peking. Es ist nicht das erste Projekt mit China, die SZ befragte Kuratoren nach ihren früheren Erfahrungen. Gregor Jansen, Direktor Kunsthalle Düsseldorf: Unser Ideal von Menschenrechten und Freiheit in der Kunst gilt in China nicht. Dennoch haben Künstler in China Möglichkeiten Stellung zu beziehen. In den neunziger Jahren gab es die Ausreisewelle der Dissidenten, die haben sich die Kunst als Freiraum gesucht, meist Performance oder Body Art. Ich liebe China, habe dort vier Monate gelebt. Jenseits aller Medienklischees kann man dort viel entdecken – extrem gute, diplomatische Dolmetscher sind  hilfreich. Kuratieren ist dort anders. Es gibt keine Verträge –

aber man kann sich auf das Wort verlassen. Man kann in China arbeiten, wenn man sich an Spielregeln hält: Themen vermeiden wie Tibet, Pornografie, rüde Staatskritik. Eine Zensur von Ausländern findet nur in Ausnahmefällen statt, während Chinesen – wie im Internet – extrem mit staatlicher Kontrolle zu tun haben. (Gregor Jansen kuratierte 2005 die Ausstellung »Beijing Case« in Peking, die auch in Deutschland gezeigt wurde.) Kaspar König, Museum Ludwig, Köln: Die Kuratoren des Projekts »Aufklärung« haben sich von ihrer eigenen Bedeutung einwickeln lassen. In Sachen China sind wir Kulturmenschen wirklich erstaunlich naiv: Wir sind doch keine Geldverdiener, wir holen ja keine Aufträge rein und wären deswegen gezwungen, Zugeständnisse zu machen. Warum zeigen wir die »Aufklärung« in so einem reaktionären Klotz wie dem Nationalmuseum! 2012 soll in Köln unter der Überschrift »Wenn der Drache tanzt« ein gemeinsames Projekt mit Kölns Partnerstadt Peking stattfinden. Und wenn wir jetzt planen, chinesische Kunst hier in einem Haus wie dem Museum Ludwig zu präsentieren, werden wir wasserdichte Verträge machen. Wir haben auch einen amerikanischen Kurator verpflichtet, Phil Tinari, der in China lebt. Und sollten wir nicht absolut freie Wahl haben, wen wir einladen, sollten Künstler nicht ausreisen dürfen, sagen wir die ganze Sache ab, die Freiheit kann man sich ja garantieren lassen. Anders kann man zur Zeit mit China nicht zusammenarbeiten. Udo Kittelmann, Direktor der Nationalgalerie, Berlin: Ich habe bis heute keine Ausstel- 347


Photobattle lung kuratiert, die Künstler eines Landes zusammenführt. Mit einer Ausnahme, die man insofern als Statement lesen kann – »Humanism in China« mit mehr als 600 dokumentarischen Fotos, die ich 2006 im Frankfurter MMK zeigte. Eine Übernahme aus China, unter dem Originaltitel, auch die Inszenierung wurde beibehalten, sogar die Bildbeschriftung. Eine Ausstellung, die Themen wie Umweltsünden, die Zerstörung der Altstädte bis hin zur Todesstrafe nicht aussparte. Ich hatte diese politische Ausstellung in Schanghai gesehen, sie bot die Möglichkeit, dem deutschen Publikum die chinesische Perspektive und Aneignung des Begriffs »Humanismus« zugänglich zu machen. Julian Heynen, Künstl. Leiter für besondere Aufgaben, Kunstsammlung NRW: Die einen glauben, Dialog allein reiche aus, die anderen fordern politisch korrektes Verhalten: Naivität allenthalben. Ein »Wandel durch Annäherung« ist nichts wert ohne Wachsamkeit, Kritik und Schläue. Als Mitkurator der Shanghai Biennale 2008 (unter dem Titel »Translocalmotion«) habe ich die allfälligen Missverständnisse, Konflikte und Aporien erlebt: klassische Zensur, inkompatible Wert- und Betriebssysteme, Widersprüche zwischen Kunst, Kommerz und Propaganda. In der Folge künstlerische Verluste, aber auch neue Erkenntnisse. Eins war schnell klar: Je mehr Staat (auf beiden Seiten!), umso schwieriger wird es. Nicolaus Schafhausen, Direktor Witte de With, Rotterdam Die Zusammenarbeit mit China ist ein moralischer Test für das 348 ,aufgeklärte’ globale Kunstsystem selbst.

Die Ausstellung »Morality – Nether Land«, die ich für das »Dutch House« auf der Expo 2010 in Shanghai für die Niederlande zu verantworten hatte, wurde nach für westliche Kuratoren absolut undurchschaubaren Spielregeln zensiert. Das ging so weit, dass aus dem Video über die polnischen Punk-Gruppe Izrael eine Szene herausgeschnitten werden musste, die einen Davidstern zeigte. Die Konsequenz aus der Verhaftung von Ai Weiwei muss endlich eine Neuausrichtung der auswärtigen Kulturpolitik zur Folge haben. Photobattle between  Henguchi Yoshinori and Katja Stuke was the first Antifoto event in 2011. It took place at  Baikado and  Bloom Gallery in Osaka in February 2011. Different ideas of ‚Copying’ ‚Reality‘ and ‚Perception’ where discussed in an Performance, an One-Day-Exhibition and an Artists’ Talk. The second Photobattle took place in Düsseldorf in a Subway-


PiY leased in June 2011 with the results of the first battle in Osaka.  www.photo-battle.org  Anybody’s Discomfort is Discomfort for me  Handelszentrum/Moskauer Straße Photographica was a japanese photography magazine. The last issue came out end of 2010.

PhotoIreland is a Dublin based organisation dedicated to stimulate dialogue around Photography in Ireland. In 2010 they developed Ireland’s first international festival of Photography and Image Culture: The PhotoIreland Festival.

Station. Day One: Performance with Hino, Achan, Henguchi, filmed by Katja; Day Two: the actual battle. A fanzine was re-

PiY (Publish it Yourself) »Gérard Alaux, directeur de la Fondation nationale des arts graphiques et plastiques a demandé à Laurent Champoussin et  Laurence Vecten de proposer un événement autour du livre photo. Nous avons vite décidé de nous concentrer sur l’engouement actuel aut- 349


Planespotter our de l’auto-édition, et de travailler sur une sélection de livres que nous aimons, tentant de montrer différents types d’objets; du poster à la boîte, de la monographie au zine, de l’offset à l’impression à la maison, des acteurs importants de l’auto-édition à d’autres photographes plus confidentiels, sans oublier quelques choix plus impulsifs. Un catalogue reprendra notre sélection. L’exposition est également ouverte à contribution, les photographes peuvent envoyer ou apporter leurs ouvrages pour les faire découvrir au public.  One Year of books Planespotter Ein Spotter ist eine Person, die sich mit dem gezielten Beobachten von Objekten oder Phänomenen, dem sogenannten Spotting (von engl. to spot, beobachten, ausmachen, erkennen bzw. orten, lokalisieren), beschäftigt. Das Beobachten und Fotografieren von Flugzeugen (Planespotting) wird überwiegend in unmittelbarer Nähe eines Flughafens betrieben. Meistens wird versucht, landende oder startende Flugzeuge zu fotografieren. Der Planespotter muss für eine gute Sicht auf die Startund Landebahn oft kilometerweit gehen. Für die Wahl des Standortes ist aber auch die Lichtsituation und Tageszeit ausschlag-gebend, da Gegenlichtaufnahmen fliegender Flugzeuge selten gute Ergebnisse liefern. Auch das Wetter ist ein wichtiger Faktor, da meist auf größere Entfernung fotografiert werden muss und so auch der geringste Dunst zu einer Beeinträchtigung der Bildqualität führt. Flugzeugfotos werden oft auf Webseiten 350 hochgeladen und dort in Datenbanken


Ruhrgebiet archiviert. Bei den größten Flugzeugbilderdatenbanken werden allerdings nur qualitativ hochwertige Bilder akzeptiert, wobei die Standards je nach Seite unterschiedlich hoch liegen. Dazu wird jedes Bild von einem sogenannten ‚Screener’ begutachtet und dann entweder in die Datenbank aufgenommen oder abgelehnt. Viele Planespotter konzentrieren sich darauf, möglichst viele verschiedene Flugzeuge zu fotografieren. Oft benutzen sie dazu Verzeichnisse der Flugzeuge einer Airline und ihrer Registrierungen, um dann die bereits fotografierten Maschinen abzuhaken. Ältere Flugzeugtypen sind bei vielen Spottern, besonders in Europa, begehrt, genauso wie seltene Sonderlackierungen, die von Airlines zu besonderen Anlässen, wie zum Beispiel Jubiläen oder den Olympischen Spielen, eingeführt werden. Besonders beliebt ist in Europa der Flughafen Amsterdam, da es dort fast keine Zäune gibt und man sehr nahe an die landenden und startenden Flugzeuge herankommt. Der Flughafen auf St. Maarten auf den niederländischen Antillen hat sich aufgrund seiner spektakulären Anflüge über den Strand mit der Zeit zum Mekka der Planespotter entwickelt. Seit den Terroranschlägen 2001 in den USA werden Spotter vielerorts kritisch beäugt; an manchen Flughäfen herrscht mittle weile sogar ein generelles Fotografierverbot.  In’n’Out Prêt a Porter by Robert Altman A fashion show in Paris draws the usual bunch of people; designers, reporters, models, magazine editors, photographers. Lots

of unconnected stories which all revolve around this show, and an all-star cast.  Olympia 2012 Pulpaneck, Till *1976, Künstler, lebt und arbeitet in Düsseldorf  snake Pyongyang

© Guy Delisle

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»Die Fotografie ist viel zu schade, um nur als Kunst gebraucht zu werden.« Timm Rautert

Returnmatch  Photobattle  Handelszentrum/ Moskauer Straße  Ennis Brown House Revolutionary Sympathies ist der Titel eines 2005 erschienen Albums der dänischen Band »The Movement« und das Motto des momentan von »Böhm/Kobayashi« produzierten neuen Malkasten-Blätter. Künstler wurden eingeladen, Zeichnungen für ein ‚Malbuch‘ beizutragen. Das Ruhrgebiet ist mit über 5 Mio. Einwohnern und einer Fläche von 4.435 km 2 351


Returnmatch

352  Returnmatch  Photobattle  Handelszentrum/Moskauer Straße  Ennis Brown House


Jean Paul Sartre

der größte Ballungsraum Deutschlands und der fünftgrößte Europas. Namensgebend für den dicht besiedelten Zentralraum des Bundeslandes NRW ist die Ruhr, ein Fluss am südlichen Rand der Region. Mit seinem ebenfalls dicht besiedelten Umland und den Ballungsräumen an der Rheinschiene, die weit in die Kölner Bucht reichen, bildet es die Metropolregion Rhein-Ruhr, in der auf einem Gebiet von rund 7.000 km 2 über zehn Millionen Menschen leben.

S

ameshima, Dean (*in Torrance, USA) Lives and works in Berlin and Los Angeles. Education MFA – Art Center College of Design, Pasadena, CA; BFA – Cal. Institute of the Arts, Valencia, CA Selected solo exhibitions: Dark Rooms // Homme Made curated by Avi Feldman, Daneyal Mahmood Gallery, 2009; Numbers II

(Ode to Johnny Rio) Peres Projects, Los Angeles, 2008/Peres Projects, Berlin, 2008; Unknown Pleasures Extra City Center for Contemporary Art, Antwerp, Belgium, 2006; Young Men At Play II / Boys In My Bedroom Peres Projects Los Angeles, CA, 2005; Young Men At Play Taka Ishii Gallery, Tokyo, 2005 Publications: Instilled and Lost, featuring selected works, was just published by Peres Projects. Other catalogues: Hysteric Seven (2002) and Young Men At Play, vol. 1 & 2.  ANT!FOTO Sartre, Jean Paul »Was ist Sartre? Ein Philosoph? Ein Bühnenautor? Ein Erzähler? Ein Verfasser politischer Analysen, Streitschriften und Appelle? Ein Literatur- und Kunstkritiker? Er ist das alles zusammen und in einem. Und sicher beruht seine große Wirkung auf dieser Vielfalt. Aber es ist nicht zu übersehen, dass alle diese 353


Adrian Sauer verschiedenartigen Schriften von seiner Philosophie gespeist sind.« – »Drei Personen, die im Leben einander nie begegnet sind, werden nach ihrem Tod für alle Ewigkeit in einem Hotelzimmer zusammensein. Das ist die Hölle. Wenn meine Beziehungen schlecht sind, begebe ich mich in die totale Abhängigkeit von anderen. Und dann bin ich tatsächlich in der Hölle. Und es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die in der Hölle sind, weil sie zu sehr vom Urteil anderer abhängen.« Sauer, Adrian *1976 in Berlin. Zwischen 1997 und 2003 studierte er in Leipzig an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Fotografie, seit 1999 in der Klasse von Professor Timm Rautert. 2005 folgte der Meisterschülerabschluss bei Timm Rautert. 2004 gründete er mit Kollegen die Produzentengalerie Amerika in Berlin, aus der später die Galerie Klemm’s hervor-

ihren filmischen Arbeiten gesellschaftliche ‚Normalitäten‘. In einer ruhigen Kameraführung mit großen Schwenks und wenigen Schnitten entwickeln vertraute Bilder und Erzählformen des Alltäglichen und Privaten eine Atmosphäre der Enge. Die subtile Verbindung von Bild und Text und die Irritation durch die zunächst nüchterne Inszenierung sind Charakteristika mit denen die 1964 in Duisburg

geboren Künstlerin ihre Kurzfilme, Fotoarbeiten und Installationen umsetzt. Schmid, Joachim *1955 in Balingen, lebt in Berlin Ausbildung 1976–1981 Studium Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und der Hochschule der Künste Berlin – Ausgewählte Einzelausstellungen

ging. Seine Arbeit wurde in zahlreichen Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt (zuletzt im Fotomuseum Braunschweig) und durch mehrere Stipendien gefördert.  ANT!FOTO  Next One Schnitt, Corinna ist eine präzise Beobachterin des sozialen Gefüges und seiner 354 Zwänge. Sehr bedächtig verschiebt sie in

‚Photoworks’ Fondazione Studio Marangoni, Florence; ‚Photoworks 1982–2007’ Bild Museet, Umeå; Printed Matter Galerie Alain Gutharc, Paris; ‚Pictures from the Street’ Les Rencontres d’Arles; ‚Selected Photoworks 1982—2007’ Photographers’ Gallery, London; ‚Drucksachen und Netzerscheinungen’ Galerie Blickensdorff, Berlin; Joachim Schmid ‚Selected Photoworks 1982—2007’ Yerba Buena Center for the Arts, San Francisco; ‚Joachim Schmid


Lieko Shiga photographers make and publish their own books. »Self Publish, Be Happy« Shop sells a selection of remarkable and rare contemporary books. »Self Publish, Be Happy« Blog features daily photography by mostly emerging artists. It also presents weekly features like posts curated by Guest Editors, Video Interviews, Graduate work, new music and naughty pics. Shida, Michiko *1977 in Niigata/Japan. Lebt und arbeitet seit 1996 u.a. als selbst-

Photoworks 1982—2007’ Nederlands Fotomuseum, Rotterdam. Joachim Schmid ist außerdem Initiator der ABC Artists‘ Books Cooperative  ANT!FOTO Self Publish Be Happy is an organisation founded by Bruno Ceschel in 2010 with the aim of celebrating, studying and promoting self-published photo books through events (such exhibitions, displays and conferences), publications and online exposure. »Self Publish, Be Happy« also organises workshops that help artists and

ständige Keramikerin in Düsseldorf.  JapanSpendenAbend  Stereocopy Shiga, Lieko *1980 in der Präfektur Aichi lebt und arbeitet in Sendai, Japan. Sie hat an der »Chelsea University of Art and Design« in London studiert und dort 2004 ihren Abschluss gemacht. Sie erhielt 2008 den rennomierten »Kimura Ihei Commemorative Photography Award, Japan« und 2009 den »Infinity Award/Young Photographer« des ICP in New York. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u.a. 2010 in der Ausstellung »Roppongi Crossing« in Tokyo. Ihre Arbeiten sind außerdem in einigen Künstlerbüchern erschienen, wie z.B. »Lilly« und »Canary«, beide 2007. 355


Shinaikankei

Ein völlig neue Ausgabe von »Canary« hat sie 2010 bei Akaana Art Publishing veröffentlicht. 2011 stellt sie u.a. in Köln bei Priska Pasquer aus.  ANT!FOTO Shinaikankei sind eine Guppe aus Osaka in unterschiedlichen Besetzungen um die Künstler  Yoshinori Henguchi,  Nao Nishibata, Naoto Mizobe und Dai Fujimura. Gegründet am Neujahrstag 2008 bezeichnen sie sich selbst als „Spoken-Word-Einheit” und ihre Veranstaltung haben so fantasie-

volle Titel wie: »omotta« (I thought), »iei that does yeah« (a picture of a deceased person that does yeah), »hasami ga tofu kitta« (scissors cut tofu) oder »atama itai« (headache).  ANT!FOTO Shin Nagata is one of the most stricken areas in Kobe by the Great Hanshin 356 Earthquake.  Erdbeben  Tetsujin #28

Six Feet Under The show actually develops visual themes, using the camera to tell the audience about its colorful characters.[…] They developed what they call ‚an anti-TV-language.’ Caso describes it as »a combination of very painterly, motivated, natural lighting, desaturated colors, and lots of depth.« Caso chose Primo lenses to film the show, noting that »they’re very sharp, yet give me a soft edge. I usually keep a quarter Tiffen Pro-Mist on the lens to give every-thing a nice patina. I also felt that we should stay away from all of the ‘normal’ TV lenses, which encompass the middle range from 30mm to 75mm. Those lenses can’t be found on our truck.« The show’s famously ‚frigid’ imagery is captured on Kodak film stocks. »This show needed a sharper, more contrasty edge, and Kodak renders the pastels really well,«

Caso details. »I use low-contrast Vision 5277 for most exteriors, but I’ll use 5289 when I’m outside in an available-light, night situation. For every other night exterior and all interiors, I like 5279, which is a multi-use workhorse that has great color and contrast range. I can underdevelop and overexpose it, and it holds secondary colors very well.« The combined effect of these choices is imagery that evokes a black-and-white look – but in color.


Juergen Staack Shoot ist der Name einer Ausstellung, die u.a. in Arles und im  Museum für Photographie, Braunschweig, kuratiert von Clément Chéroux, im Jahr 2010 gezeigt wurde. »In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg tauchte eine kuriose Attraktion auf den Jahrmärkten auf: der Fotoschuss. Traf ein Schütze in die Mitte der Zielscheibe, löste er eine foto-

grafische Apparatur aus, die ihn augenblicklich und in voller Aktion festhielt. So gewann er anstelle eines großen Luftballons ein Portrait von sich, das ihn beim Schießen zeigte.«  Fremdgehen Böhm #19

Specials, The are an English 2 Tone ska band formed in 1977 in Coventry. Their music combines a ‚danceable ska and rocksteady beat with punk’s energy and attitude‘. Stereoscopy or 3-D imaging is a technique used to create the illusion of depth in a photograph by presenting a slightly different image to each eye. It was first invented by Sir Charles Wheatstone in 1838. Rémy Faucheux, a curator and publisher from Paris, invited several photographers to take part in a »Stereo Photography Project« which will be published in the beginning of 2012.  Michiko Shida  Ultraman Staack, Juergen 1978 in Doberlug-Kirchhain, lebt und arbeitet in Düsseldorf. 1999 begann er nach dem Abitur eine dreijährige Fotografenausbildung in Wuppertal. 2002 wechselt er an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Thomas Ruff,

Soll ist ein elektronisches ‚Klangprojekt‘ von  Sven Vieweg und  Laas Abendroth.

Zuletzt traten sie neben  Shinaikankei in der  HPZ-Stiftung in Düsseldorf auf.  Malkasten  snake

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Stereocopy

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Stereocopy

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Suits von der er 2006 den Meisterschüler-Titel erhielt. 2008 bekam er den Akademiebrief von Prof. Christopher Williams. Seit 2010 sind seine Arbeiten in der Galerie Konrad Fischer vertreten. Seit 2003 entstehen in der Künstlergruppe »Fehlstelle« gemeinsam mit Johannes Döring, Thyra Schmidt, Barbara Hilski und Thomas Neumann Arbeiten im öffentlichen Raum. Suits Es heißt, ein Mann wirkt Erfolg versprechend, wenn er Verstand im Kopf hat und einen guten Anzug am Körper trägt. Einreihig oder zweireihig in der Form, mit oder ohne Weste, Hose mit oder ohne Aufschlag. Das Material aus feinem Tuch, Flanell, feine Kammgarne oder Streich-

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garnqualität. In dezenten Farben wie grau, blau, braun, auch Mischtöne. Und in zurückhaltende Musterungen wie Streifen, Börsenmustern, feinen Glenchecks. Das Hemd weiß, hellblau oder hellbeige, feine Hemdstreifen, klassischer Kentkragen oder eleganter Tabkragen. Doppelmanschette. Nicht zu vergessen die Krawatte: Musterung oder Streifen auf Dessin und Anzugfarbe abgestimmt, aus Crêpe de Chine, Gumtwill, feine Seidenripps. Passendes Einstecktuch. Solch ein, die männliche Statur optimierender, Stadt- oder Geschäftsanzug verspricht den erforderlichen Anblick, wenn es um Gewinn bringende Transaktionen geht. Katja Stuke thematisiert mit »Suits« die aufgeregte Welt der Börsenquartiere.


Suits Dass dies zufällig während der Finanzund Wirtschaftskrise um das Jahr 2007 geschieht, als das globale Finanzsystem kurz vor dem Totalausfall stand und ganze Volkswirtschaften ins Straucheln gerieten, bleibt nicht ohne Einfluss. Katja Stuke dokumentiert die vorgefundene Sachlage in subjektiver Wahrnehmung, jedoch niemals wertend. Wir erleben eine Choreographie um den Mammon ohne Zynismus. Männer in Gruppen, Männer alleine. Sie gehen aneinander vorbei und lösen sich wieder. Das Allgemeine ist das Besondere, dabei fällt der Blick auf Details, für die man sonst kein Auge hat. Die Bildmotive spiegeln poetische Momente von Selbstvergessenheit. Broker, Gangster, Agent oder Anwalt

im Anzug, sie folgen alle einem Ziel, das wir nicht kennen. Mutige Gesichter eilen vorüber, provozierende Blicke treffen uns, wir sehen Männer niedergeschlagen oder schockiert. Im New Yorker Sommer ist man eilig, gehetzt, vom Wind zerzaust, hemdsärmlig unkorrekt gekleidet. Ein Gemisch aus konservativ, Look der 1960er-Jahre Mods und Designeranzug mit analogem Stilcode prägen die Finanzplätze Londons. In Osaka und Tokyo trägt man seinen Anzug traditionell so unauffällig wie möglich. In einem weiteren Ausstellungsinhalt werden gefundene »Suits« hinzugefügt: ebenfalls Straßenszenen, Zitate aus Filmen und Werbung, aus dem Parlament, aus Katalogen und Zeitschriften von den

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Suits 1929er Jahren bis heute. Daniel Craig zum Beispiel, alias James Bond, trägt seinen Anzug cooler als seine Vorgänger. Barack Obama erscheint elegant in Schwarz gekleidet vor den Mikrofonen der Weltpresse. Gary Grants Maßanzug kann auch die Flucht durch ein Maisfeld nichts anhaben. Unverhüllt großspurig ignoriert Al Capone das lästige Kameraauge. Verspielt flattern die Anzüge der tänzelnden Beatles, und, und, und ... die Thematik SUITS bietet ungezählte Treatments für die Phantasie der Betrachter. Um das Projekt »Suits« einem künstlerischen Genre zuzuordnen, lassen sich Vergleiche zur  Straßenfotografie ziehen, so lange es um den öffentlichen Raum geht, um Passanten, um das Essay und die Skizze von Milieus und Szenarios. In jedem Falle geht es um Individuen in menschlichen Grundsituationen, aber nicht um Privataufnahmen, was im Kunstkontext von entscheidender Bedeutung ist. In Abgrenzung zur klassischen Straßenfotografie besetzt Katja Stuke ein Feld der so genannten kreativen Fotografie, wobei sich das künstlerische Vorgehen in Aufnahme und Postproduktion teilt. Erst in der Aufarbeitung ergeben sich Inhalte, werden Konstellationen entdeckt, beginnt der kreative Prozess der falschen Rückschlüsse, wie sich Katja Stuke wörtlich ausdrückt. Der Ausstellungspräsentation wie dem Künstlerbuch geht als erster Schritt die intuitiv vorgenommene Bildkombination voran. Gruppierungen und Untergruppierungen werden gebildet und entwickeln sich vergleichbar einer Verwurzelung 364 zu einem Ganzen. Aus dieser Verwur-

zelung offenbart sich die Inhaltlichkeit. Ob diese instinktive Interpretationsweise des Bildmaterials der Wahrheit tatsächlich nahe kommt oder möglicherweise der Illusion oder der Fiktion zuzurechnen ist, bleibt gewollt offen. Für das Projekt »Suits« stehen sich in der Ausstellungskonzeption großformatig geprintete Videostills mit TV-Monitorrasterung und gerasterte Pigmentdrucke gegenüber. In dem selbst produzierten Künstlerbuch »Suits« (2008) verschmelzen die Video_ stills aus London, Tokyo, Osaka und New York mit dem gefundenen Material, weil jedes Bild zunächst nur halb zu sehen ist. Die Doppelseiten sind lose übereinander gelegt, dass sich beim Blättern jeweils der eine und der andere Teil gegenüber liegen und somit als ungewöhnlich gestaltete Bildkombinationen in Erscheinung treten. Die Motive in TV-Stäbchenrasterung sind auf hoch glänzendes Bilderdruckpapier in Offsetdruck hergestellt, für den gefundenen Teil wird ein der Financial Times angepasstes Zeitungspapier eingesetzt und per Inkjet bedruckt. Grundsätzlich setzt die Vollendung eines Bildes von Katja Stuke mehrere Entscheidungs- und Abstraktionsschritte voraus, da simple Screenshots zu keiner für sie zufrieden stellenden Aussagequalität führen würden. Die Auswahl der Einzelbilder mag hierbei als kreative Kernentscheidung gelten. Korrekturen werden vorgenommen, und das ist Katja Stuke wichtig, bei dem Projekt SUITS zum Beispiel, niemals den Bildausschnitt betreffend. Wir sehen immer das komplette Videobild.  Iris Maria Vom Hof


Tampere Takano, Ryudai *1963 in Fukui, Japan. Ever since his first solo exhibition in 1994, he has created works under the theme of sexuality. In 2006, he received the prestigious »31st Kimura Ihei Commemorative Photography Award« for his photography book »In my Room«. In 1998, he also began his ongoing series »Daily Snapshots«, which encompasses scenes that catch his attention. The consistent theme of this series has been ‚in what way should one face the existences that are inevitably there before one’s eyes.’ His photography book «Kasubaba« was born out of that series. His major solo exhibitions in Japan include »Reclining Woo-Man«, 2000; »How to Contact a Man«, 2006; and »An Ignition Point«,

2010 (all held at Zeit-Foto Salon). His major group exhibitions in Japan include »Kiss in the Dark: Contemporary Japanese Photography« (2001, Tokyo Metropolitan Museum of Photography and other venues); »Les métamorphoses du quotidien« (2004, The Museum of Modern Art, Gunma) and «Still/Motion: Liquid Crystal Painting« (2008, The National Museum of Art, Osaka and other venues). He has also held many exhibitions at international venues. His works are in the collections of Tokyo Metropolitan Museum of Photography, The Japan Foundation, Dazaifu Tenmangu Collection, Shanghai Art Museum (China), and many others.  ANT!FOTO  Böhm Handelszentrum Tampere ist eine Großstadt in Finnland. Sie ist die drittgrößte Stadt des Landes und wird wegen ihrer vielseitigen Industrie häufig auch Manchester des Nordens genannt (finnischer Spitzname: Manse). In Tampere gibt es seit 1946 ein Leninmuseum, ein Arbeits-Museum, ein Spionagemuseum, ein Gymnastikmuseum, ein Museum für zeitgenössische Kunst und einmal im Jahr findet das größte finnische Gothic-Treffen statt.  Imaginary Club

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Tetsujin #28 Tetsujin #28 ( 鉄人28号 Tetsujin Nihachi-gô, literally ‚Iron Man #28’) is a 1956 manga written and illustrated by Mitsuteru Yokoyama, who also created Giant Robo. The series centred on the adventures of a young boy named Shotaro Kaneda, who controlled a giant robot named Tetsujin 28, built by his late father. In Kobe  ShinNagata the NPO »Kobe Tetsujin Project« built a life-sized statue of the famous iron robot and was completed on September 29th 2009). Many of those involved in the statue’s construction hope that it will

TONK: Tayo Onorato/Nico Krebs (*1979 leben in Zürich und Berlin) haben an der Hochschule der Künste in Zürich Fotografie studiert. Seit 2003 arbeiten sie zusammen. Ausgewählte Ausstellungen: Tutto Incluso EX3 Contemporary Art Center, Florence; Caravan: Taiyo Onorato & Nico Krebs Kunsthaus Aarau; The Whole Shebang Swiss Institute, New York Factoiden Wartesaal Perla, Zürich; Twilight Switch P.S.1 MoMA, New York; Getflat Fokus Switzerland, EGO Gallery, Barcelona Preise und Stipendien: Projekt-Förderung, Fondation Nestlé pour

l‘Art; New York Studio Stipendium der Stadt Zürich. Ihr Buch The Great Unreal, erschien bei Patrick Frey, ist mittlerweile mehrfach ausgezeichnet worden.  ANT! FOTO

become the new symbol for and guardian of Kobe’s prosperity. The monument is just in time for the fifteenth anniversary of the Great Hanshin earthquake, also commonly know the Kobe earthquake, which happened on January 17th, 1995 and killed more than 6,000 people.  Japan 366 SpendenAbend  Erdbeben

Tre Terzi research lab on photographic image_has its origins in Pigneto, Roma, from the meeting of Chiara Capodici and Fiorenza Pinna. Their interest in photography spawns from many years experience in organizing and curating festivals and exhibitions, in photo publishing and in assisting photographers 360°. Above all such experiences have allowed them to develop the right skills in order to focus


Laurence Vecten their work on photo projects, from planning and curating, to producing, scheduling and communicating, within Italy and abroad. The Truman Show is a 1998 American satirical comedy-drama film directed by Peter Weir and written by Andrew Niccol. The film chronicles the life of a man who is initially unaware that he is living in a constructed reality television show, broadcast 24-hours-a-day to billions of people across the globe.

Tzusuki, Kyoichi Der Redakteur, Fotograf und Publizist Kyoichi Tsuzuki (*1956) wurde durch Ausstellungen und Publikationen zu Themen der Gegenwartskunst, Architektur und Design bekannt, in denen er häufig themenübergreifend auf Erscheinungen der Alltagskultur und des Lifestyle eingeht. In Japan erhielt er zunächst als Redakteur der Magazine Popeye und Brutus und durch seine in den 90er Jahren in einem Fotoband veröffentlichte Serie »Tokyo, A Certain Style« international Aufmerksamkeit. Seine fotokünstlerische Arbeit trug dazu bei, das herkömmliche bzw. traditionell geprägte Japanbild zu kippen und Japan als ‚cool’ wahrzunehmen. Seitdem ver-

harrte das Japanbild in Europa, den USA und in asiatischen Ländern nicht mehr nur in den traditionellen Stereotypen von Zen, Gartenkunst, Tempeln und Schreinen. Heutzutage finden die Pop- und Subkulturen Japans international Beachtung, wie sie in den Schlagworten Manga, Anime, Figure und »Kawaii« zum Ausdruck kommen. In einer seiner jüngeren Ausstellungen »Happy Victims« beispielsweise thematisiert er einmal mehr das urbane Leben in der Metropole Tokyo, wobei er die Bereiche Mode und Werbung ins Visier nimmt und die Portraitierten in Verbindung mit großen Mode-Labels gleichsam als Opfer der Werbefotografie karikiert, die zugleich jedoch glücklich in ihrer Leidenschaft des Modekonsums erscheinen.  Universität  AN!FOTO

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niversität Regelmäßig finden Vorträge und Künstlergespräche in der  Böhm/Kobayashi Universität statt

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ecten, Laurence is picture editor of French »Glamour«, runs two blogs, where she writes about photography and photobooks. She also organizes  Publish it 367 Yourself in Paris.  One Year of Books


Anke Volkmer Anke Volkmer *1968. Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Anglistik u.a. an der Ruhr-Universität-Bochum arbeitet sie seit 2006 als wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Kuratorin für die Julia Stoschek Collection im Bereich Sammlung, Ausstellung.

Wenzel, Marei ist an der High School in Littlefield, Texas zur Schule gegangen und hat Fotografie an der FAS Berlin studiert. 2010 stellte sie mit Nora Bibel im

Anja Vormann  Gunnar Friel

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assink/Lundgren is a collaboration between Thijs groot Wassink (*1981) and Ruben Lundgren (*1983). They live, work and study in both London (Wassink) and Beijing (Lundgren). They studied at Central Academy of Fine Arts, MA, Beijing;

An Dinh Palais in Hué, Vietnam aus. Gemeinsam mit  Iris Czak arbeitet sie u.a. als Location Scout. Zusammen haben sie »Schauplatz Berlin« bei Pepperoni Books herausgegeben.  ANT!FOTO Wire, The is an American TV drama series set and produced in and around Baltimore. Created and primarily written by author and former police reporter David

Central Saint Martins, MA, London; Utrecht School of the Arts, Utrecht. Books they published until 2010: »Don‘t Smile Now...«; »Empty Bottles«, (3 editions until 2010) «WassinkLundgren is still searching, Tear-Book, between 1 and 51 pages» Selected Exhibitions: We Are The World, World Expo, Shanghai, CN; Quick Scan Dutch Photo Museum, Rotterdam, NL; Don‘t Smile Now... Save it for Later! De Balie, Amsterdam, NL (solo); About Now Message Salon Downtown, Zurich, CH; Empty Bottles Pekin Fine Arts Gallery, Beijing, CN; Parrworld Jeu de Paume, Paris; Printed Matter from the Collection Foto368 museum Winterthur, CH  ANT!FOTO

Simon, the series was broadcast by the premium cable network HBO. »The Wire« premiered in 2002 and ended in 2008. Each season of »The Wire« focuses on a different facet of the city of Baltimore. In chronological order they are: the illegal drug trade, the seaport system, the city


Zoot Suits government and bureaucracy, the school system, and the print news media. The Wire has been described by many critics as the greatest television series ever made and one of the most accomplished works of fiction of the 2000s. The show is recognized for its realistic portrayal of urban life, its literary ambitions, and its uncommonly deep exploration of sociopolitical themes.  ANT!FOTO  Rainer Gabriel

searching ideas of Photography‘s ‚expansion‘, including photography’s physicality and strategies of interuption in viewing the image.  ANT!FOTO

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Die Youtube Playlist ist ein Teil der  ANTIFOTO-Ausstellung. 2010 wurde eine Auswahl von Musikvideos gezeigt,

Wittwer, Martin (*1969) lebt und arbeitet in Düsseldorf. Gemeinsam mit Dagmar Keller arbeitet er als Medienkünstler.

die die beteiligten Künstler vorgeschlagen hatten. 2011 lag der Schwerpunkt auf der Darstellung von Menschen, die über Jahre täglich Selbstportraits fotografieren.

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Wooldridge, Duncan is an artist and lecturer. He studied photography in London at the Royal College of Art, graduating in 2006, and is the curator of the exhibition ‚AntiPhotography‘, at Focal Point Gallery, Southend-on-Sea, UK (2011). He is currently re-

Die Zoot Suit Riots waren eine Serie von Unruhen in  LA im Jahre 1943. Sie entflammten während des Zweiten Weltkrieges zwischen in der Stadt stationierten Soldaten und mexikanischamerikanischen Jugendbanden, angeführt von sogenannten Pachucos, die wegen der Zoot Suits die sie trugen, bekannt waren.  Suits  Imaginary Club

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 Die Verweise in diesem Band können sich auch auf Stichworte im ersten Band beziehen.

Böhm/Kobayashi Publishing Project ist ein Projekt von Katja Stuke und Oliver Sieber www.boehmkobayashi.de Dieser Ergänzungsband erscheint anlässlich der Ausstellung »Our House« Katja Stuke, Oliver Sieber Museum für Photographie, Braunschweig 1.9.2011 –30.10.2011 Unterstützt durch:

Böhm/Kobayashi Encyclopedia, Update 2011


Böhm/Kobayashi Encyclopedia / Exhibition Digest  

released on the occasion of "Our House". Museum für Photographie, Braunschweig