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Ver bra nnt e Erd e #2 Ham bur ger Pla kat e


DO IT YOURSELF Punk lässt sich am besten verstehen, wenn man ihn live erlebt. Vor allem auf Konzerten. Die Geschichten, die davon erzählt werden, ähneln sich oft. Die Wirkungen auf die Künstler, auf das Publikum, auf Zeitzeugen lassen sich nur vorstellen, im besten Fall erinnern. Was aber bleibt, sind die Plakate und Flyer, die unter den Betten derer liegen, die Teil dieser Szene waren, und die es noch nicht übers Herz gebracht haben, sich davon zu trennen. Das Design dieser Zeugnisse orientiert sich weitestgehend an den englischen und amerikanischen Vorbildern. Mit Kopierer, Zeitungsbuchstaben, Handtypografie - den punktypischen Werkzeugen -, konnte jeder in sehr einfacher Weise zum Gestalter werden und einen individuellen Stil verfolgen. Die Collage wurde zur beliebten Art, politische und gesellschaftskritische Themen zu kommunizieren oder über die Szene zu informieren. Punk strahlt aus: Jeder kann eine Band gründen, jeder kann mit einfachen Mitteln Gestalter, Künstler, Journalist, Herausgeber und Konzertveranstalter sein. Das Auftreten von Fehlern bei solch einer autodidaktischen Vorgehensweise ist dabei nicht nur erlaubt, sondern geradezu erwünscht. Das „Unfertige, „Falsche“, das „Hässliche“ sind bewusste Gestaltungselemente, um sich von der gängigen Ästhetik abzugrenzen und zu provozieren.


Die Plakate auf Seite 2, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 & 11, 12, 13, 14, 18, 19, 24 sind aus der privaten Plakatsammlung von Minus, fotografiert von Florian Schneider. Die Plakate auf Seite 20, 15, 16, 17 sind aus dem Archiv der Markthalle, fotografiert von Franz Falsch. Das Plakat auf Seite 21 stammt aus Sittichs Punkmuseum, fotografiert von Florian Schneider.



Verbrannte Erde No. 2