Page 30

30

10th International Hamburg Symposium „Sport and Economics“

lung bleibt daher im Mediensport immer im Fluss, wobei noch zu klären wäre, wie unter den Bedingungen des Multimediazeitalters in sportlichen Prozessen Wettbewerb, Identität, Körperlichkeit, Integrität oder Glaubwürdigkeit in Szene gesetzt werden. Die mediale Inszenierung des professionellen Sports lehnt sich allerdings immer enger an den Modus der Unterhaltung an und stimuliert eine fortlaufende Suche nach noch attraktiveren Präsentationsformen, noch heldenhafteren Protagonisten sowie noch nie gesendeten Bildern. Das wirkungsvolle zur Geltung kommen im Fernsehen gewinnt so für alle Sportarten nachhaltig an Bedeutung. Der Spitzensport in einigen Disziplinen verwandelt sich dabei zum Mediensport, dessen Gesetzmäßigkeiten und Inszenierungsformen gleichzeitig den gesamten Breiten- und Freizeitsport (z.B. über Regeländerungen, neue Wettbewerbe, Sportstätten oder -geräte) beeinflussen.

Riskante Spiele – Das Wechselspiel zwischen Massenmedien und Sport unter dem Aspekt der Trivialisierung

10th International Hamburg Symposium „Sport and Economics“

27

Evaluierungskommissionen werden eingesetzt und das Verfahren der Präsentation der Bewerberstädte ist am Gleichheitsprinzip orientiert. Wie der sportliche Wettkampf, soll auch der Bewerber-Wettkampf ein fairer Wettbewerb sein. Was den Bewerbungswettkampf jedoch kennzeichnet, ist das besondere Phänomen der Macht. Besonders interessant ist dabei, wie innerhalb der internationalen Sportorganisationen einzelne Personen und Gruppen über Macht verfügen und andere von Macht ausgeschlossen sind. Weiß man über diese Zusammenhänge Bescheid, kennt man die Machtverhältnisse in den internationalen Sportorganisationen, sind auch die Kräfteverhältnisse klar, die bei der Vergabe von internationalen Sportereignissen zu beachten sind. Vor diesem Hintergrund werden Regeln diskutiert, welche Machtverhältnisse bei der Vergabe internationaler Sportereignisse prägen.

Zum Nutzen nationaler Fachverbände aus der Veranstaltung internationaler Sportevents Jens Flatau

Christoph Bertling Oftmals wird beklagt, dass deutsche Spitzenathleten sich zunehmend als Unterhaltungsprodukte in den Medien verkaufen. Der Vorwurf lautet: Hierdurch käme es zu einer starken Trivialisierung des Sports in der breiten Öffentlichkeit. Die Ernsthaftigkeit sowie die wichtigen Sozialisationseffekte blieben auf der Strecke. Eine solche Argumentation übersieht allerdings, dass deutsche Spitzensportler nahezu gezwungen sind, gefährliche Medienspiele einzugehen. Ohne eine Trivialisierung des Sports sowie der eigenen Person sind viele Spitzensportkarrieren nicht mehr möglich. Der Vortrag zeigt das riskante Wechselspiel zwischen Massenmedien und Sport unter dem Aspekt der Trivialisierung auf. Es werden Mechanismen, Strategien, Chancen und Gefahren benannt.

The economic impact of South Africa’s 2010 World Cup: ex ante ambitions and possible ex post realities Scarlett Cornelissen The significance of South Africa’s hosting of the nineteenth Fédération Internationale de Football Association (FIFA) World Cup in mid-2010 extends far beyond the fact that it will be the first time that this mega-event will be hosted on the African continent. It is rather that the World Cup, because of its size and the capital investments that are required to host it, holds a number of long-term implications for economic and social development in South Africa. Over the years

Die Möglichkeiten der Vermarktung von Sportgroßveranstaltungen hängen maßgeblich von der Popularität und Telegenität der jeweiligen Sportart ab. Mit Ausnahme des Fußballs ist das Konsuminteresse jedoch stark schicht- oder sportartspezifisch begrenzt, wenn nicht Stareffekte zu einem temporär begrenzten Boom führen. Mit anderen Worten besteht ein Zusammenhang zwischen der Höhe der Nachfrage einer Sportgroßveranstaltung und der Anzahl der Personen, welche die jeweilige Sportart selbst betreiben oder einmal betrieben haben, da diese aufgrund ihres höheren spezifischen Konsumkapitals aus dem passiven Konsum dieser Sportart einen höheren Nutzen ziehen und daher mit höherer Wahrscheinlichkeit konsumieren. Ebenfalls plausibel erscheint allerdings die Annahme, dass Sportgroßveranstaltungen ihrerseits, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, im Sinne einer positiven Rückkopplung zumindest kurzfristig das Interesse am Sporttreiben erhöhen, was neben dem erwarteten Imagegewinn ein Argument für die staatliche Subventionierung dieser Veranstaltungen darstellt. Dieser hypothetische Wechselwirkungsprozess wird im vorliegenden Beitrag auch unter Einbezug sportexogener Variablen theoretisch modelliert und anhand empirischer Daten am Beispiel der Sportart Leichtathletik überprüft.

Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  
Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  

Beinhaltet den Ablauf sowie Informationen zu den Referenten und Vorträgen des 10. Internationalen Hamburger Symposiums, 16.07. - 17.07.2010...

Advertisement