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10th International Hamburg Symposium „Sport and Economics“

Risikomanagement bei der Versicherung von Sportgroßveranstaltungen Thomas Kinzel Der Sport gehört heute zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren und hat eine immense gesellschaftliche Bedeutung, die stetig weiter wächst. Das zeigen Jahr für Jahr neue Rekorde, Spitzenquoten bei Fernsehübertragungen, riesige Marketing-Umsätze und große Etats für Veranstaltungen, Clubs und Sponsorenverträge. Die voranschreitende Kommerzialisierung und die damit einhergehenden strukturellen Veränderungen sorgen dafür, dass die Risiken im Sport immer größer und vor allem komplexer werden. Egal von welcher Seite aus man den Sport betrachtet, ob als Spitzensportler, Zuschauer, Sponsor oder Veranstalter, eines ist sicher: Es gibt eine Vielzahl unterschiedlichster Risiken und ein professionelles Risikomanagement ist unverzichtbar. Deutlich gemacht wird dies im Vortrag mit einer Zeitreise durch einige Schadenereignisse der letzten Dekaden, beginnend mit den tragischen Ereignissen bei den Olympischen Sommerspielen 1972 und endend beim „Eyjafjallajökull“. Die Aspekte des Risikomanagements und der Versicherung von Sportgroßveranstaltungen werden in den betriebswirtschaftlich schematisierten Regelkreislauf von der Identifikation der Risiken, deren Bewertung bis hin zur gezielten Bewältigung eingearbeitet, um das Hauptziel eines Veranstalters aufzuzeigen: Verwandeln von existenzbedrohenden Risiken in kalkulierbare Kosten und damit Sicherung des Fortbestands der Unternehmung. Herausgearbeitet werden schwerwiegende Szenarien im Zusammenhang mit Ausfall- und Haftpflichtrisiken bei Großveranstaltungen. In aller Deutlichkeit wird das Schadenpotential aufgezeigt und damit die Unverzichtbarkeit des Risikomanagement und der Versicherung für alle beteiligten Unternehmungen demonstriert. Veranschaulicht an Beispielen wird evident wie durch vermeintlich einfache und beiläufige Einflüsse selbst größte Events ins Wanken geraten und damit solvente und starke Veranstalter, Lizenzgeber, Ausrichter ebenso wie kleinere Zulieferer und Subunternehmen in Ihrer Existenz bedroht werden.

The mediated sport event: neither pure nor simple David Rowe The observation that the media (most conspicuously television, the main but not sole focus of this presentation) have had a profound impact on sport has now entered the realm of conventional wisdom. But it is misleading to view this as a simple process of the media making demands on sport, which immediately succumbs to them without resistance. Impact can take many forms, and may be reciprocal. The most dramatic influence of television on sports events involves the shaping of rules and proceedings so that its actual practice is changed. There

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are several examples of this impact, but it is not the only or, perhaps, even the most important one. Without the economic foundation provided by television, most of the world’s most glamorous sports events would be necessarily more modest and local – that is, largely unrecognisable to contemporary eyes accustomed to their grand scale. Most significant in cultural terms, I argue, is that television has altered significantly the experience, representation and even the distinctive qualities of sport. By this I mean that television has insinuated itself so successfully into sports events in terms of both time (before, during and after the event, but not necessarily in that order or at conventional running speed) and space (in and beyond the stadium) that it is often hard to see where the sport begins and its mediation ends. Techniques that are characteristic of television melodrama, for example, are now routinely deployed in the framing and narrativisation of sports events. Indeed, television’s integration with sport is now so advanced as to have eroded the specificity of the sports event itself, with many program genres – from competitive ‘reality’ formats to news and current affairs – taking on a sport-like quality. Developments such as the latter, as well as television’s massive dependency on sport for programming and audience recruitment and retention, suggest that sport has had a substantial but underestimated impact on television. The most pressing analytical questions, then, surround not only the ‘mediatisation’ of the sports event, but the ‘sportification’ of the media.

Trivialisierung von Sportevents – Tendenzen und Bestrebungen im Sport und in den Medien Thorsten Schauerte Das Fernsehen trägt täglich rund um die Uhr dazu bei, das man den Sport in der Gegenwartsgesellschaft kaum noch übersehen kann. Der offenkundige Bedeutungszuwachs dieser auf Leistungsvergleiche ausgelegten Form des menschlichen Sich-Bewegens und die globale Beliebtheit einzelner Sportarten sind jedenfalls ohne den Einfluss der Massenmedien nicht vorstellbar. Die bewegten Bilder von den Wettkämpfereignissen haben den Spitzensport gewissermaßen in das Zentrum der populären Kultur gerückt und ihm eine ebenso zahlreiche wie treue Anhängerschar beschert. Die vor allem über das Fernsehen vermittelte Vermarktung des Sports zeichnet sich letztendlich durch eine quasi paradoxe Grundstruktur aus: Die Betonung der Unterhaltungsdimension und die Spektakularisierung der Spiele im Fernsehen stellen einerseits einen wesentlichen Aspekt der Transformation des Spitzensports in eine weltweit vermarktbare Ware dar. Der Sport dürfte aber andererseits wohl nur dann für die Menschen attraktiv sein, wenn die medialen Produkte die Wettkampfspiele eben nicht vollständig auf ihren Showcharakter reduzieren. Das Verhältnis von Aktion und Präsentation, von Herstellung und Darstel-

Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  
Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  

Beinhaltet den Ablauf sowie Informationen zu den Referenten und Vorträgen des 10. Internationalen Hamburger Symposiums, 16.07. - 17.07.2010...

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