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10th International Hamburg Symposium „Sport and Economics“

Großfußballabende“ (Stiehler & Marr, 2001, S. 112) werden Muster der Fernsehsportberichterstattung besonders deutlich, gleichzeitig werden Trends und Entwicklungen im Mediensport präsentiert, die sich vergleichend untersuchen lassen. Im Fokus des ersten Teils des Vortrages stehen daher die Liveübertragungen der letzten Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei den großen EMund WM-Turnieren der vergangenen 16 Jahre. Es wird eine Längsschnittanalyse von diesen ‚deutschen Endspielen’ präsentiert, um Entwicklungen in der Struktur zwischen 1994 und 2010 kennzeichnen zu können. In einem zweiten Schritt werden dann die Ergebnisse einer Feinanalyse im Querschnitt der Liveübertragungen von den letzten drei Spielen der deutschen Mannschaft bei der WM 2006, der EM 2008 und der WM 2010 präsentiert. Deutlich wird dabei die Tendenz zu einer Ausweitung der Sendezeiten vor allem durch die erhöhte Vor- und Nachberichterstattung in Form von kommentierten Stimmungsbildern und Extrasendungen mit Talks und Comedyanteilen sowie eine nachlassende Bedeutung des Livesports im Gesamtkonzept der Sendungen. Der Anteil an journalistisch geprägten Programminhalten wie den Berichten nahm dagegen ab und ist auf der Inhaltsebene ebenfalls von bunten Themen und Stimmung geprägt. Vielfalt von Präsentation und Themen als Merkmale von journalistischer Qualität konnten zwar strukturell oberflächlich auf der Makroebene nachgewiesen werden, bei der komplexen Analyse zeigte sich jedoch die geringe Tiefenschärfe dieser Qualität auf der Mikroebene, denn zumeist standen das Abbilden der sportlichen Aktion, bunte Stimmungsbilder sowie das unterhaltende Gespräch über den abgebildeten Sport im Vordergrund. Die vornehmlich journalistische Kompetenz der Einordnung und Bewertung der sportlichen Realität wird in der Rahmenberichterstattung bei Großfußballabenden immer stärker an Expertenrunden oder mittlerweile sogar Comedyshows abgetreten. Nicht zuletzt in diesen Sendungen werden humoristische oder sogar rassistische Tendenzen deutlich, diese könnten zukünftig zu veränderten Einstellungen des Fernsehpublikums gegenüber der Sportberichterstattung – und damit auch zu veränderten Einstellungen zum Sport führen. Eine Bewertung des Ereignisses im Sinne einer journalistischen Neukonstruktion fand dagegen kaum statt, in der „Summe der journalistischen und nichtjournalistischen Programmleistungen“ (Weischenberg, 2006, S. 10) überwogen letztere deutlich und belegten die zunehmende Beschränkung der journalistischen Handlungsrolle in der Fernsehsportberichterstattung auf die Funktion des „Vermittlers“. Die Ergebnisse deuten damit auf einen Bedeutungsverlust des Sportjournalismus innerhalb der Sendeform Liveberichterstattung im Fernsehen hin – ein erstaunliches Fazit bei gleichzeitiger Ausweitung der Sendezeiten.

10th International Hamburg Symposium „Sport and Economics“

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Sport Partnership areas. The paper concludes on the basis of data from these two case studies that the building of operational and trust networks between sectors and domains has proved difficult to realise, and that delivery of services through network governance systems has been only partially successful.

Globale Sportveranstaltungen und internationale Verständigung Willi Lemke Internationale Sportgroßveranstaltungen sind heute von überragender politischer, ökonomischer und medialer Bedeutung. Keine anderen Ereignisse fesseln die Aufmerksamkeit und die Emotionen so vieler Menschen weltweit. Sie liefern besondere Anknüpfungen für internationale Kontakte und weltweite Verständigung in friedlicher Absicht. Die UNO hat die Bedeutung des Sports und seiner Großveranstaltungen seit längerem wahrgenommen und dafür durch die Einrichtung eines Sonderberater für Sport im Dienst von Entwicklung und Frieden für den Generalsekretär der Vereinten Nationen eine institutionelle Voraussetzungen geschaffen. Zunehmend findet der Sport Eingang in Erklärungen zu verschiedenen gesellschaftlichen Fragen. Der UNO-Generalsekretär nimmt an wichtigen internationalen Tagungen zur Sportentwicklung aktiv teil, Kontakte zu Organisationen wie dem IOC und den Spitzenverbänden werden konstruktiv gepflegt. Die aktive Rolle der UNO soll an drei Beispielen verdeutlicht werden: (1) dem Einfluss der Olympischen Spiele 2008 in Peking auf die politische Entwicklung in China (2) den Wirkungen der Fußball-WM 2010 in Südafrika auf den afrikanischen Kontinent und (3) der Bedeutung von Großveranstaltungen auf den Sport mit geistiger Behinderung am Beispiel der Weltspiele 2009 in Boisee und der National Games in Bremen 2010. Die Beispiele werden auch aus Sicht persönlicher Erfahrungen und Einschätzungen referiert und Ansätze zu konkreten Maßnahmen aufgezeigt. Der Referent vertritt die Auffassung, dass die Möglichkeiten zur Kooperation bislang nicht ausgeschöpft sind und sich noch stärker auf konkrete Hilfen für die Betroffenen vor Ort konzentrieren müssen.

eSport – digitale Medien, digitaler Sport? Markus Breuer Der elektronische Sport (eSport), also das wettbewerbsmäßige Nutzen von Computer- und Videospielen (Müller-Lietzkow, 2006), wird in Deutschland von ca. 1,5 Millionen, meist jungen, Menschen betrieben. Live-Events wie die „Intel Friday Nights“ locken Zuschauer in vierstelliger Höhe an.

Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  

Beinhaltet den Ablauf sowie Informationen zu den Referenten und Vorträgen des 10. Internationalen Hamburger Symposiums, 16.07. - 17.07.2010...

Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  

Beinhaltet den Ablauf sowie Informationen zu den Referenten und Vorträgen des 10. Internationalen Hamburger Symposiums, 16.07. - 17.07.2010...

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