Page 23

34

10th International Hamburg Symposium „Sport and Economics“

eSport ist durch kommerzielle Turnieranbieter, die Finanzierung über Sponsoren und einen schwachen Verband gekennzeichnet. In den konventionellen Medien (TV, Print) ist er bislang weitgehend unbeachtet geblieben und existiert in Deutschland bis heute praktisch ausschließlich in den „neuen Medien“. Die im Internet publizierten Beiträge werden teilweise direkt durch die Veranstalter produziert, zeichnen sich durch einen hohen Anteil von Live-Übertragungen aus, die später „on-demand“ zur Verfügung stehen, und zielen auf eine junge Fangemeinde. Derzeit können zwei zentrale Fragestellungen analysiert werden. Dies ist zum einen, ob der eSport in seiner aktuellen Ausgestaltung, bspw. hinsichtlich der Rolle des Verbandes und der medialen Vermarktung, die zukünftige Entwicklung im Hochleistungssport vorweg nimmt. Zum anderen ist es möglich, seine Kombination aus Wettbewerbsorientierung und digitalen Spielen als Vorstufe zu einem vollends virtualisierten Sport anzusehen, bei dem die Kontrahenten bspw. nicht mehr an einem physischen Ort versammelt sein müssen.

Transfereffekte von E-Sportangeboten in die Sportpraxis? Ausgewählte Ergebnisse einer empirischen Studie am Beispiel Baseball Michael Fröhlich Digitale Spiele sind einerseits fester Bestandteil der Lebenswelt von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geworden und andererseits stellen digitale Spiele einen nicht zu vernachlässigenden, zunehmenden Wirtschaftsfaktor dar. Digitale Spiele sind immer mit einer motorischen – klein- (z.B. Finger) bzw. großmotorischen (z.B. Gleichgewichtsanforderung) – Aktivität assoziiert und daher u. a. für die Sportwissenschaft von Interesse. Nach Wiemeyer (2009) stellt sich daher die Frage: Welche Transfereffekte sind von Digitalen Spielen zum realen Spielen und umgekehrt zu erwarten? Generell können empirische Studien zu möglichen Transfereffekten im Sport auf zwei Ebenen verortet werden: sensomotorische bzw. perzeptive Ebene sowie kognitive Ebene. Im Rahmen des Vortrages werden Ergebnisse vorgestellt, welche sich bei realer Handlungstätigkeit – schlagspezifisches Baseballtraining – beim Baseballspielen im Gegensatz zu einem digitalen Baseballspiel – The Bigs von 2ksports – einstellen. Des Weiteren werden Hinweise zum Regellernen in Abhängigkeit der applizierten Spielform sowie auf den Aneignungsprozess gegeben.

10th International Hamburg Symposium „Sport and Economics“

23

Abstracts

Sportgroßveranstaltungen im Spannungsfeld von Ökonomie, Politik und Medien – Ein Rückblick auf 10 Jahre internationale Symposien "Sport und Ökonomie" in Hamburg Martin-Peter Büch, Wolfgang Maennig & Hans-Jürgen Schulke Mit dem 10. Hamburger Symposium zu Sport und Ökonomie schließen wir die erste Dekade besonderer Veranstaltung zu Sportevents. In diesem Zeitraum hat sich die Forschungsrichtung "Sportökonomie" national wie international dynamisch entwickelt, wie sich auch die sportlichen Großveranstaltungen enorm vermehrt und ausdifferenziert haben. Dies ist Anlass für die Initiatoren der Veranstaltung, einen Rückblick auf die Beiträge des Symposiums zur internationalen Entwicklung zu werfen und ein erstes Resümee zu ziehen. Nach Anmerkungen zur Entstehung des Symposium "Sport und Ökonomie" folgt die Darstellung eines Kompetenzzentrums für die Entwicklung internationaler Sportgroßveranstaltungen. Weiter wird das Referat den Wandel von Sportgroßveranstaltungen im Spiegel internationaler Diskussionen vor dem Hintergrund der Themen und Thesen der bisherigen internationalen Referenten des Symposiums aufzeigen. Anschließend soll der Einfluss des Symposiums auf die fachwissenschaftliche Diskussion und die Organisationspraxis von Großveranstaltungen erörtert werden, bevor die Umsetzung der Diskussionen der Symposien an einem aktuellen Beispiel aus dem CSR-Bereich dargestellt wird. Ersichtlich geht es bei diesem Beitrag nicht um eine nostalgische Verklärung, sondern um eine kritische Bilanz und ein Blick auf noch zu behandelnde Themen. In lockerer Form wird Christian Hinzpeter mit den Organisatoren auf neun Symposien schauen, bei denen immer der Sport im Mittelpunkt stand.

Strukturen großer Fußballturniere im Fernsehen – eine Längs- und Querschnittsanalyse zur Qualität der TV-Berichterstattung von Großfußballabenden Thomas Horky Liveübertragungen von Fußball-Länderspielen erreichen vor allem bei den großen Turnieren wie Welt- oder Europameisterschaften seit Jahren die höchsten Einschaltquoten im deutschen Fernsehen. Vor allem die Spiele mit deutscher Beteiligung stehen dabei im Zentrum der medialen Aufmerksamkeit – sie sorgen für eine Hochkonjunktur des Fernsehsportjournalismus und können als Beispiele für Media Events gelten. In den Strukturen der Übertragungen dieser „typischen

Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  
Programmhaft 10. Internationales Hamburger Symposium "Sport und Ökonomie"  

Beinhaltet den Ablauf sowie Informationen zu den Referenten und Vorträgen des 10. Internationalen Hamburger Symposiums, 16.07. - 17.07.2010...

Advertisement