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Jahresbericht 2009 | 2010


Impressum Herausgeber: PARITÄTISCHE BuntStiftung Bergstr.11 99192 Neudietendor f Tel.: 036202 | 26-0 Fax: 036202 | 26-234 www.buntstiftung.de

Redaktionsschluss:

Gestaltung | Satz: Frank Diehn | www.fRanKon.de fdiehn@paritaet-th.de

Fotos: www.fotolia.com www.pixelio.de www.photocase.de Der PARITÄTISCHE Thüringen

31.08.2010

v.i.S.d.P Stefan Werner | Profiler swerner@paritaet-th.de

Druck: LASERLINE Druckzentrum BERLIN Scheringstraße 1 13355 Berlin - Mitte www.laser-line.de


Inhalt

Impressum Inhalt Vorwort

1. 20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

3. Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen Kinder und Jugendliche Armut und Bildung Beschäftigung

4. Wir sind für Sie da – Die Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen 5. Der PARITÄTISCHE Thüringen regional

Grußwort Dr. Ulrich Schneider

Frauen und Familie

PARITÄTISCHE Kreisgruppenarbeit

Das Profil des PARITÄTISCHEN Thüringen

Ältere Menschen

Unsere Mitgliedsorganisationen

Verbandspolitische Schwerpunkte 2009/2010

Menschen mit Behinderung

Einwurf – Warum wir so und nicht anders arbeiten

Gesundheit

Die PARITÄTISCHEN Unternehmen

PARITÄTISCHES Ehrenamt und Engagement

Kennzahlen

Der PARITÄTISCHE und Europa

2. Das Jahr in Bildern

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1. VORWORT

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Vorwort

Wir bleiben am Ball 20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – 20 Jahre Jahresbericht. Einige PARITÄTERINNEN und PARITÄTER halten mit diesem Jahresbericht die 20. Rückschau auf ein vergangenes Jahr in den Händen und das ist gut so! Genau genommen könnte an dieser Stelle auch das Vorwort des Jahresberichtes 2008/2009 stehen. Sicher ist Ihnen noch der krisenbedingte, kritische Ausblick auf das was uns erwartet und wie wir dem mutig entgegensehen und begegnen können, aus dem letzten Jahresbericht in Erinnerung. Lediglich die Tatsache, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in Thüringen und vor allem in den Kommunen ankommen wird, ist nunmehr Gewissheit. Natürlich sind in der Zwischenzeit noch einige Krisen dazu gekommen – Eurokrise, Koalitionskrise – Bundespräsidentenwahl – die ein oder andere, kleinere oder größere Unternehmenskrise – und man hat nicht nur den Eindruck, dass einiges aus dem Ruder läuft, vielmehr scheint die solidarische, eine am Gemeinwohl interessierte Gesellschaft in Frage zu stehen. Auch an dieser Stelle hat die SchwarzGelbe- Koalition in den zurückliegenden Monaten nicht gegeizt und ein Sparpaket auf den Weg gebracht, welches im Kern Armut manifestiert und sinnbildlich für die Entsolidarisierung der Gesellschaft steht.


Aber der PARITÄTISCHE wäre nicht da wo er heute steht, wenn er sich nur als Chefankläger verstünde, der lediglich lauter, aber am Ende wie andere auch nur klagt, ohne Lösungen und den Blick nach vorn anzubieten. So ist dieser Jahresbericht eine Rennfahrt durch die PARITÄTISCHEN Fachbereiche, verbandspolitischen Schwerpunkte, Aktionen, alte und neue Dienstleistungen und Projekte des zurückliegenden Jahres. Ein Jahr, das von kleinen und großen Erfolgen und auch manchen Rückschlägen geprägt war. Auch deshalb gab es im zurückliegenden Jahr schon mal den ein oder anderen Boxenstop. So verläuft beispielsweise die Arbeit mit der ministeriellen Ebene nicht immer reibungslos. Andererseits ist die Arbeit des PARITÄTISCHEN durch einen Werkstattcharakter geprägt. Da muss optiert werden. Da ist nicht immer gleich die richtige Übersetzung gefunden, wie dem Verband wichtige Themen weiter vorangebracht werden können. Nicht selten verändern sich die Rahmenbedingungen, so dass Lösungsansätze und Perspektiven neu gedacht und verändert werden müssen. Eine Aufgabe, bei der sich vor allem die BuntStiftung in ihrer bündelnden Funktion gefordert sieht. Für sie heißt das, den dafür nötigen dialogischen und konstruktiven Prozess zwischen den PARITÄTISCHEN Unternehmen ergebnisorientiert, ohne große Reibungsverluste und im PARITÄTISCHEN Sinne zu steuern.

Eine nicht immer leichte Aufgabe. Nichts desto trotz setzten die PARITÄTISCHEN Unternehmen alles daran mit ihren jeweiligen Stärken immer mit voller Kraft ins Rennen zu gehen. So auch die PARITÄTISCHE Tarifgemeinschaft Thüringen e. V. – kurz PATT. Nicht nur mit einem frischen Auftritt, vielmehr mit einer bis dato einmaligen Fachkräftestudie für die Sozialwirtschaft inklusive großer medialer Aufmerksamkeit, ist PATT in das Rennen gegangen. Mit Blick auf das Thüringer Kindertagesstättengesetz hatte der PARITÄTISCHE Landesverband seinen Zieleinlauf. Bis zum Schluss war ordentlich Druck auf dem Kessel, den der Landesverband selbst auch öffentlich immer wieder befeuert hat. Im Ergebnis kann man mit einem Platz auf dem Treppchen zufrieden sein. Nicht in allen, wohl aber in den wesentlichen Punkten konnte sich der PARITÄTISCHE durchsetzen.

Ganz anders die PARITÄTISCHEN Bildungsunternehmen parisat gGmbH, das PARITÄTISCHE Bildungswerk und gemeinsam mit der PARITÄTISCHEN BuntStiftung und dem Landesverband in der PARITÄTISCHE Akademie im Bereich Bildung und Qualifizierung auf ganzer Linie punkten konnten. Neben erfolgreich abgeschlossenen und begonnenen Projekten haben unglaublich viele Menschen von den Angeboten der genannten Unternehmen profitiert. Und bereits jetzt läuft die Planung für das nächste Jahr in vollen Zügen. Dabei geht es vor allem um die Vermittlung von aktuellem Fach- und Methodenwissen. Wir gestalten Thüringen ist der Leitgedanke des PARITÄTISCHEN. Dazu braucht es Gestaltungskompetenz, die in den Ausbildungen, Schulungen, Seminaren und Workshops der PARITÄTISCHEN Bildungsunternehmen vermittelt werden. Dazu gehört auch das Angebot des neu gegründeten Case Management Instituts.

Vorwort

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BILDUNG wird großgeschrieben, auch beim PARITÄTISCHEN. Dementsprechend beteiligt sich der Verband mehr denn je an der Bildungsdebatte und der Gestaltung von Schule. Insbesondere der PARITÄTISCHEN BuntStiftung liegt dieses Thema am Herzen. Neben der bündelnden und gestaltenden Funktion innerhalb des PARITÄTISCHEN Thüringen, geht die Stiftung beim Thema Schule offensiv in die Öffentlichkeit und sucht die Auseinandersetzung, so auch beim PARITÄTISCHEN Rad(t)schlag, das Veranstaltungsformat der Stiftung für sozialpolitische Debatten. Darüber hinaus sind es die Impulse, die mitten aus der Gesellschaft kommen, die die PARITÄTISCHE BuntStiftung in Bewegung setzen. Grund genug, auch die Projekte im Bereich des Freiwilligen Engagements weiter zu bewegen und mit anderen Akteuren der Zivilgesellschaft erstmalig den Kinder- und Jugendpreis Thüringen auszuloben sowie das Thema Wissenschaft und Forschung für die Sozialwirtschaft voranzutreiben. Gerade in diesem Bereich gibt es mit Blick auf die Sozialwirtschaft noch eine Menge zu erforschen. Neben der Begleitung von Studienabschlussarbeiten und entsprechenden Forschungsprojekten, geht es der Stiftung vor allem um Erkenntnisgewinne, die die Sozialwirtschaft inhaltlich wie strukturell weiterbringen.

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Vorwort

Damit verbunden ist auch, dass der PARITÄTISCHE Thüringen und seine 330 Mitgliedsorganisationen zukünftig mehr denn je deutlich machen, welche Potenziale sie bieten und welchen Beitrag sie zur Wertschöpfung und dem Gelingen einer solidarischen, demokratischen und am Gemeinwohl interessierten Gesellschaft leisten. Es geht um nicht mehr als die Systemrelevanz der Sozialwirtschaft. Daraus lassen sich die Kraft und die Argumentation saugen, auch in Krisenzeiten die notwendigen politischen und wirtschaftlichen Forderungen im Interesse der Menschen zu stellen, die unsere Dienstleistungen und Angebote brauchen.

In der Krise die Chance zur Neuorientierung nutzen, das Soziale in den Blick zu nehmen und in dessen Infrastruktur zu investieren, bleibt Auftrag und Ziel des Verbandes. Sowie es die Auflage eines Konjunkturprogramms gegen Armut braucht, braucht es auch ein Investitionsprogramm für das Bürgerschaftliche Engagement. Wenn wir in Zukunft die demografischen Herausforderungen meistern wollen, dann wird dies nur mit einer stärkeren Kopplung zwischen hauptamtlichen Fachkräften und jenen, die sich freiwillig engagieren, gehen. Aber hierzu braucht es auch eine tragfähige und finanziell untersetzte Infrastruktur zum Ausbau von Anlaufstellen für Menschen, die sich engagieren wollen. In den Bereichen KITA, Schule und Pflege wird dies besonders deutlich. Vor allem in einem ländlich geprägten Land wie Thüringen braucht es Kristallisationspunkte im Gemeinwesen. Schon jetzt sind in einigen Regionen Kindertagesstätten oder Schulen die einzigen Orte des gemeinschaftlichen Lebens. Man darf das nicht nur beklagen. Es wird darum gehen solche Orte als Ressource zu verstehen und hier Kerne zu entwickeln, die das Gemeinwesen attraktiv und lebenswert machen. Entscheidend ist es, die zukünftigen Entwicklungen nicht dem Zufall zu überlassen. Für den PARITÄTISCHEN Thüringen ist das Motor und Antrieb, weiter am „Kompetenzzentrum für strategische Sozialplanung“ zu arbeiten.


Mit den angesprochenen wie mit anderen Themen konnte der PARITÄTISCHE Thüringen mit seinen Unternehmen auch gegenüber den politischen Vertretern durchaus punkten und ein ums andere Mal auch überzeugen. Ungewiss bleibt indessen, wie die Parteien die aufgezeigten Baustellen ganz konkret bearbeiten wollen. Aber auch hier bleibt der PARITÄTISCHE am Ball.

Evemarie Schnepel Präsidentin der PARITÄTISCHEN BuntStiftung

Rolf Höfert Vorstandsvorsitzender des PARITÄTSCHEN Thüringen

Reinhard Müller Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN

Vorstand - Der PARITÄTISCHE Thüringen e. V.

Vorwort

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1. 20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

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20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

Grußwort Dr. Ulrich Schneider Hauptgeschäftsführer | Der PARITÄTISCHE - Gesamtverband -

Liebe Leserinnen und Leser, zwei ganz besondere Höhepunkte hat das Jahr 2010 aus PARITÄTISCHER Sicht zu bieten: das Abschneiden der Nationalmannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika und das 20-jährige Jubiläum des Landesverbandes Thüringen. Auch wenn sich vielleicht nicht direkt erschließt, was diese beiden zweifellos großen Ereignisse miteinander zu tun haben, so lassen sich mit einem kleinen Augenzwinkern doch ein paar Parallelen ziehen. Da sei zunächst die schlechte Ausgangslage genannt, die es in beiden Fällen zu meistern galt. Die Deutsche Mannschaft hat entgegen düsterer Voraussagen einiger Experten mit dem dritten Platz ein bemerkenswertes Ergebnis errungen. Nicht wenige Stimmen hatten durch die Serie an Ausfällen in der Vorbereitung mit einem Scheitern der deutschen Mannschaft in der Frühphase des Turniers gerechnet. Und doch: Mit Zielstrebigkeit, dem Glauben an die eigene Stärke und einer jungen talentierten Mannschaft ist es dem Team um Bundestrainer Jogi Löw gelungen, die Erwartungen zu übertreffen. Die Erwartungen ebenfalls übertroffen hat die Mannschaft des PARITÄTISCHEN in den neuen Bundesländern, obwohl auch dort zu Beginn völlig offen war, wie die Entwicklung vonstattengehen würde.


Der Aufbau der Wohlfahrtsverbände in den neuen Bundesländern stellte sich von Beginn an ebenfalls als schwieriges Unterfangen heraus. Da die Freie Wohlfahrtspflege in der DDR noch weitgehend unmöglich war, stand man nach der friedlichen Revolution von 1989 vor der Herausforderung, tragfähige wohlfahrtsverbandliche Strukturen in ein System zu integrieren, das diese in dieser Form gar nicht vorsah. Indes: Der PARITÄTISCHE gründete sich nicht irgendwie und konnte auch nicht allein vom Westen aus gegründet werden. Der PARITÄTISCHE konnte nur aus den Initiativen freier sozialer Arbeit in den neuen Ländern heraus wachsen und musste von ihnen getragen werden. Und diese Bereitschaft von Menschen, nach 40 Jahren staatlicher Bevormundung nun ihre eigenen Wege auf dem Feld sozialer Arbeit in Selbsthilfe oder Hilfe für andere zu gehen, war eine außerordentliche Leistung und findet in einem beeindruckenden, das Private häufig zurückstellende Engagement für die Sache ihren Niederschlag.

Dabei gibt der Blick in eine Expertise über den PARITÄTISCHEN Thüringen für den Zeitraum 1992/1993 interessante Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Landesverbandes. Zum einen wird einem die schwierige Ausgangslage bewusst, in der man sich damals befand, zum anderen dokumentiert diese Fakten- und Gedankensammlung auch den bemerkenswerten Aufbau des Verbandes bis zum heutigen Tag. Zu Beginn des Jahres 1992 waren beispielsweise nicht mehr als vier Mitarbeiter/innen neben dem Landesgeschäftsführer beschäftigt – zum Jahresende 1993 hatte sich die Zahl mit über zehn bereits mehr als verdoppelt. Auch die Anzahl der Mitgliedsorganisationen verdoppelte sich nahezu innerhalb weniger Monate von 82 auf 151 Mitglieder. Man ließ sich also von der schwierigen Ausgangslage nicht beirren, sondern baute Schritt für Schritt ein schlagfertiges Team auf, das sich in der Vergangenheit beweisen konnte und gleichzeitig fit ist für kommende Aufgaben.

Dass die Zusammenarbeit zwischen freien und öffentlichen Trägern zunächst als „durchaus kooperativ“, gleichzeitig aber auch als „mühsam“ beschrieben wurde, überrascht heute wenig. Natürlich konnte nicht erwartet werden, dass die eingespielten und letztlich auch erfochtenen Kooperationsformen der alten Bundesländer einfach übernommen werden konnten. Das im Westen zugrunde liegende Modell von Ehrenamtlichkeit und normativer Prägung auf der einen Seite und gesamtgesellschaftlicher Daseinsvorsorge und Verantwortlichkeit auf der anderen Seite, ist zunächst in den neuen Ländern nicht erlebt und bewusst angeeignet, sondern gesetzt worden. Dennoch ist es den Menschen gelungen, für diese Ideen zu werben und Zustimmung auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu erarbeiten.

20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

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Es ist das Verdienst vieler Menschen, dass sich heute auch im Osten Deutschlands Menschen für die Freie Wohlfahrtspflege engagieren, und damit eine eigentlich alte Tradition wieder fortführen. In Thüringen kann der PARITÄTISCHE auf eine stolze Geschichte zurückblicken, freilich mit langer Unterbrechung in den Zeiten des Nationalsozialismus und der SED-Diktatur. Es war dem Mut und der Begeisterung der Menschen in den neuen Bundesländern nach 1990 zu verdanken, dass sich der PARITÄTISCHE als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege auch in Thüringen durchsetzen konnte. Der Landesverband Thüringen hat sich in den letzten 20 Jahren von der talentierten Nachwuchshoffnung zur verdienten Persönlichkeit in der Mannschaft des PARITÄTISCHEN entwickelt. Es ist gelungen, sich in allen Mannschaftsteilen gut aufzustellen und ein schlagkräftiges Team zu formen. So steht eines außer Frage: Der PARITÄTISCHE Landesverband Thüringen bleibt auch in Zukunft am Ball!

Dr. Ulrich Schneider

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20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

Das Profil des PARITÄTISCHEN Thüringen Der PARITÄTISCHE Thüringen ist einer der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege. Unter seinem Dach befinden sich aktuell 330 Mitgliedsorganisationen – von großen Behinderteneinrichtungen und Pflegeheimen über Kinder- und Jugendzentren, Frauenhäuser, Schuldnerberatungsstellen bis hin zu Interessengemeinschaften und Selbsthilfeinitiativen. Vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie dem demografischen Wandel, wachsender Armut, hoher Arbeitslosigkeit und anhaltender Abwanderung fördert der PARITÄTISCHE die Entwicklung von sozialen Dienstleistungen, Strukturen und Personalentwicklung in der Sozialwirtschaft, Vernetzung, gesetzliche Rahmenbedingungen/politische Positionen sowie neue Modelle und Initiativen. Gesellschaftliche Veränderungsprozesse - vor allem in Krisenzeiten - brauchen Begleitung und Dynamik. Der PARITÄTISCHE und seine Mitgliedsorganisationen begleiten Menschen, die von Veränderungsprozessen in besonderer Art und Weise gefordert sind.


– ein Ausschnitt

Der Blick auf den Landeshaushalt 2011 und die damit verbundenen Einsparungen von 130 Mio. Euro zeigt, wie groß die Herausforderungen sind. Die sich daraus ergebenden Aufgaben werden nicht leicht zu lösen sein, zumal der PARITÄTISCHE Thüringen nicht immer Gehör findet. Deshalb lässt der Verband noch lange nicht nach, auch wenn die Arbeit auf der Ebene der Ministerien ganz im Sinne der Krebsstrategie läuft: Manchmal muss man zwei Schritte zurückgehen, um einen nach vorn zu machen.

Haushaltskrise und kein Ende in Sicht

Wie viel Transparenz darf es denn sein

Dabei bringt der PARITÄTISCHE Thüringen seit 20 Jahren die notwendige Dynamik mit, gesellschaftliche Defizite klar zu benennen, Alternativen zu entwickeln und den vielen Stimmlosen eine Stimme zu geben. 20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen sind ein guter Anlass, mit 330 Mitgliedsorganisationen auf das soziale Netzwerk zu schauen, das gemeinsam aufgebaut wurde.

Verbandspolitische Schwerpunkte 2009/2010

Mit Engagement reagiert der PARITÄTISCHE Thüringen auf die drohende Kürzungswelle in den Thüringer Kommunen und unterstreicht in den Gesprächen mit Politik und Wirtschaft immer wieder die Forderung der Kommunen nach umfassenden, auch finanziellen Hilfen durch den Bund und das Land. Es ist davon auszugehen, dass die vermeintlichen „Sparhaushalte“ das Land teuer zu stehen kommen werden. Die drohenden Kürzungen werden dazu führen, dass die soziale Infrastruktur in weiten Teilen zum Erliegen kommt. So werden beispielsweise wichtige Beratungs- und Betreuungsdienste den Bürger/-innen genommen. Dementsprechend baut der PARITÄTISCHE Thüringen auf nachhaltige Gespräche und gemeinsam mit den Kommunen, Landkreisen, dem Land und dem Bund entwickelte Lösungsstrategien.

Die Systemrelevanz sozialer Dienstleistungen entscheidet sich aus Sicht des PARITÄTISCHEN nicht nach Kassenlage, zumal die Erfahrung zeigt, dass Nachsorge unterm Strich mehr kostet als die Prävention.

Die Negativ-Schlagzeilen über die Spendenverwendung bei Unicef und die Geschäftsführervergütung der Berliner Treberhilfe haben das breite Vertrauen in die Sozialwirtschaft gründlich erschüttert. Das wiegt umso schwerer als sich die Sozialwirtschaft an den Werten messen lassen muss, die sie sich selbst gesetzt hat. Die benannten Vorfälle haben in der Sozialwirtschaft die Diskussion um die Frage, welche Art Transparenz sinnvoll und nötig ist, von Neuem in Gang gebracht. Der Wunsch nach mehr Transparenz berührt im mindesten drei Teilaspekte: die größere Transparenz von Leistungen und Angeboten, die erhöhte Transparenz der Unternehmen selbst und die verbesserte Transparenz der Sozialwirtschaft als ganzer.

20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

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Dabei interessieren die Leistungen und Angebote zuvorderst unter dem Gesichtspunkt Kosten für die Allgemeinheit einerseits und den langfristigen Wirkungen und ihrem Nutzen für die Allgemeinheit andererseits. Bei der Betrachtung der Unternehmen stehen dagegen hier die der gemeinnützigen Zielsetzung angemessene, zeitnahe Mittelverwendung und da die zur langfristigen Bestandssicherung und Fortentwicklung notwendige „Wirtschaftlichkeit“ im Mittelpunkt. Der Wunsch nach verbesserter Transparenz der Sozialwirtschaft insgesamt wird schließlich von dem Erkenntnisinteresse getragen, durch die vollständige Aufdeckung der Mittelzu- und -abflüsse von und zur Gesamtwirtschaft, darunter im Besonderen zwischen Sozialwirtschaft und Staat, eine angemessene Beurteilungsgrundlage der tatsächlichen ökonomischen Lastentragung zu gewinnen. Die Gegenseite dieser Betrachtung verkörpert die Aufschlüsselung ihres Wertschöpfungsbeitrags sowohl hinsichtlich seiner qualitativen Natur als auch hinsichtlich der quantitativ-werkmäßigen Seite.

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20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

Der PARITÄTISCHE Thüringen hat in seiner Positionierung zur Transparenzfrage konkrete Schritte in diese Richtung angeregt. Bereits 2008 legte der Landesvorstand seinen Mitgliedsvereinen ab einer sinnvollen Mindestgröße die freiwillige Veröffentlichung ihrer Jahresabschlüsse nach den Publizitätsstandards der Kapitalgesellschaften nahe. Parallel dazu wurde ein Modellprojekt auf den Weg gebracht, das zu mehr Klarheit über das sozioökonomische Wechselspiel zwischen der freigemeinnützigen Sozialwirtschaft und der sie umgebenden Gesamtwirtschaft führen soll. Inzwischen haben sich die PARITÄTISCHEN Kreisgruppen in Gera und im SaaleHolzland-Kreis dieses Vorhaben zu eigen gemacht und sich die erstmalige Aufstellung einer „Regionalen Sozialwirtschaftsbilanz“ zum Ziel gesetzt. Noch sind alle am Anfang. So es gelingt, den ehrgeizigen Zeitplan einzuhalten, werden die beiden Modellprojekte im Sommer 2011 abgeschlossen und ausgewertet sein und als Praxisbeispiele für eine breitere Diskussion zur Verfügung stehen.

Der PARITÄTISCHE Thüringen forscht und entwickelt Niemand befasst sich so wenig mit sich selbst wie die Sozialwirtschaft. Neben den offensichtlichen Herausforderungen Grund genug für die PARITÄTISCHEN Unternehmen, im Besonderen die PARITÄTISCHE BuntStiftung, sich verschiedenen Themen- und Innovationsfeldern in der Sozialwirtschaft zu widmen. Die Spannweite reicht dabei von neuen Instrumenten der Planung bis hin zu konkreten Produkten, wie beispielsweise das „Kompetenzzentrum für strategische Sozialplanung“ (siehe Jahresbericht 2008/2009) oder Qualifizierungsangebote zu Organisations- und Personalentwicklungsprozessen. Besonderes Augenmerk galt in diesem Jahr der Personalpolitik und Planung sozialwirtschaftlicher Unternehmen. Kritisch anzumerken ist, dass das „Kompetenzzentrum für strategische Sozialplanung“ die konkrete Arbeit noch nicht aufgenommen hat. Hier hat unter anderem auch die nötige Motivation gefehlt, die am Kompetenzzentrum beteiligten Akteure mitzunehmen.


Erste Fachkräftestudie speziell für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft In der Personalpolitik und Planung sozialwirtschaftlicher Unternehmen hat man sich bisher nur auf vage Prognosen verlassen. Noch besteht wenig Klarheit über Ausmaß und Zeitpunkt eines drohenden bzw. in Teilbereichen schon eingetretenen Fachkräftemangels in der Sozialwirtschaft. Um innovativ und mit ausreichendem sowie passgenau ausgebildetem Personal arbeiten zu können, braucht die Sozialwirtschaft eine belastbare Datengrundlage, mit der sie eine zukunftsfeste Personalentwicklung vorantreiben kann. Die PARITÄTISCHE Tarifgemeinschaft Thüringen e. V. (PATT) hat es möglich gemacht.

Mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds, des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Technologie und Arbeit sowie des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und Gesundheit hat sich PATT den drängenden Fragen zum Fachkräftebedarf in der Sozialwirtschaft 2010 bis 2020 gestellt. Bereits im März 2009 startete PATT mit dem Forschungsprojekt „Fachkräfteentwicklung in der Thüringer Gesundheits- und Sozialwirtschaft“. Ziel des Projektes war es, im Bereich der Thüringer Gesundheitsund Sozialwirtschaft durch geeignete Untersuchungen der Personalsituation und der Fachkräfteentwicklung in Thüringen den tatsächlichen Umfang eines künftigen Fachkräftebedarfs zu ermitteln. Dabei machen die vorliegenden Ergebnisse vor allem deutlich, über welche Dimensionen wir in diesem Bereich reden und dass hier zügig und überlegt gehandelt werden muss. An der Fachkräftestudie sind vor allem die Personalverantwortlichen in sozialwirtschaftlichen Unternehmen, insbesondere des PARITÄTISCHEN Thüringen, aktiv einbezogen worden. Das hält nicht nur mögliche Vorbehalte gegenüber den Untersuchungsergebnissen gering, vielmehr erhöht es die Akzeptanz für erforderliche Veränderungsprozesse in der Branche. Im Ergebnis entstand eine weitreichende Studie mit einer belastbaren Datengrundlage für branchenbezogene Entwicklungstrends.

Die Fachkräfteentwicklung in der Thüringer Gesundheits- und Sozialwirtschaft

Neue Herausforderungen für personalwirtschaftliches Handeln

PARITÄTISCHE Tarifgemeinschaft Thüringen e. V. (PATT)

20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

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Diese Studie bildet speziell für die Gesundheits- und Sozialwirtschaft in Thüringen die Basis für künftige innovative Projekte im Bereich der Organisations- und Personalentwicklungsprozesse sowie der Weiterbildungen und Beratungen. Über die Studie hinaus gibt es entsprechende Trendgutachten der drei arbeitnehmerstärksten Leistungsbereiche der Sozialwirtschaft (der Jugendhilfe, dem Pflegebereich und der Behindertenhilfe), die die Weiter- und Neuentwicklung von Ausbildung und Qualifizierung in den Blick nehmen. Das positive Signal ist sicherlich, dass der Sozial- und Gesundheitssektor ein Wachstumsmarkt ist. Aus Sicht des PARITÄTISCHEN Thüringen darf dieser Jobmotor nicht durch Fachkräftemangel ausgebremst werden. Ein Grund mehr, warum der PARITÄTISCHE Thüringen intensiv an der Weiter- und Neuentwicklung von Ausbildung und Qualifizierung arbeitet. In diesem Kontext fördert der Verband vor allem innovatives unternehmerisches Handeln, damit die Verluste an verfügbaren Fachkräften und Wissen nicht zum wirtschaftlichen Aus für Einrichtungen und Dienste der Sozialwirtschaft werden. Natürlich können noch keine abschließende Lösung präsentiert werden, wie und mit welchen Möglichkeiten die verschiedenen Akteure sich den aktuellen Herausforderungen stellen können. Aber ein erster Schritt ist getan.

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20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

Arbeitsmarktpolitik

Das Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz

Ein Jahr ist vergangen, das es arbeitsmarktpolitisch „in sich“ hatte. Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, Instrumentenreform und eine Vielzahl von wenig abgestimmten Ausschreibungen auf Landes- und Bundesebene. Für alle beteiligten Akteure viel Arbeit, so auch für den PARITÄTISCHEN Thüringen. In jedem Fall kann das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte Projekt Pro Arbeit eine Erfolgsbilanz ziehen. Auch Europa und das damit verbundene PARITÄTISCHE Europabüro Ostthüringen, gewinnt im Zuge des internationalen und transnationalen Fachkräfte- oder Erfahrungsaustausches zunehmend arbeitsmarktpolitische Bedeutung. Mehr dazu unter „Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen“.

Am 29. April 2010 hat der Thüringer Landtag nach langem und zähem Ringen, die Reform des Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetzes beschlossen. Eine endlose Geschichte geht damit scheinbar zu Ende. Mit dem verabschiedeten Gesetz konnten wesentliche Forderungen des PARITÄTISCHEN Thüringen und der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege umgesetzt werden. Dennoch konnte sich der PARITÄTISCHE Thüringen nicht in allen Punkten durchsetzen. Mehr dazu unter „Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen“.


Sozialpolitische Debatte zum „aktivierenden“ Staat In der aktuellen sozialpolitischen Debatte hat die Diskussion um den „aktivierenden“ Staat, die Zivilgesellschaft, um Selbsthilfe, Bürgerschaftliches Engagement und Gemeinsinn Konjunktur. So wird unter anderem die Selbsthilfe heute von allen relevanten Akteuren als unbestritten wichtige Säule im System der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung anerkannt. Auch der länderübergreifende Fachtag „Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung - Engagement mit Zukunft?!“ des PARITÄTISCHEN konnte diesen Befund bestätigen. Im Rahmen des Freiwilligen und Bürgerschaftlichen Engagements stand die Debatte um die Verkürzung des Zivildienstes und einige Projekte auf dem Programm. Darüber hinaus forderte der PARITÄTISCHE ein Zukunftsprogramm für Selbsthilfe und Bürgerschaftliches Engagement. Nicht alles zu PARITÄTISCHER Zufriedenheit bewegt werden, so dass auch in diesen Bereichen noch einiges zu tun ist. Mehr dazu unter „Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen“.

Armut in Thüringen

Mehr Chancen für Frauen und Familien

Auch wenn der PARITÄTISCHE Thüringen über das Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zur Regelsatzberechnung erfreut ist, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch immer über 60.000 Kinder und Jugendliche in Thüringen arm sind. Auch das Sparpaket der Schwarz-Gelben Koalition zeigte einmal mehr, dass es im politischen Raum nicht selten an sozialpolitischer Sensibilität fehlt. Hier gegenzusteuern war und bleibt für den PARITÄTISCHEN ein weiterhin dickes Brett, das noch gebohrt werden muss.

Gern feiert die Welt den Internationalen Frauentag. Ein Blick auf die aktuelle Situation von Frauen stimmt dabei wenig feierlich. In Thüringen sind es vor allem arbeitslose Frauen, die Schwierigkeiten haben, sich im Arbeitsmarkt zu platzieren. 35 Prozent der von Armut betroffenen Menschen in Deutschland sind alleinerziehende Mütter. Um so dramatischer stellt sich die Situation der kommunalen Haushalte mit Blick auf die soziale Infrastruktur für Frauen und Mütter dar. Genau hier setzt auch das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderte PARITÄTISCHE Projekt „CORA - Netzwerk Thüringer Frauenzentren zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ an. Mehr zum Thema Frauen und Familie unter „Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen“.

Vor allem die soziale Infrastruktur und Investitionen in Bildung und Betreuung stehen an dieser Stelle im Vordergrund. In diesem Kontext begrüßt der PARITÄTISCHE Thüringen auch den Zuwachs von Schulen in freier Trägerschaft und sieht sich in der Diskussion um das Modell der „Bürgerschule“ bestätigt. Mehr dazu unter „Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen“.

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Alten- und Krankenpflege in Thüringen Der Bereich der Alten- und Krankenpflege ist nach wie vor ein Wachstumsbereich in der Sozialwirtschaft. Die Anzahl an Pflegebedürftigen der ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen und -angebote sowie in der Pflege Beschäftigten nimmt weiterhin zu, was gleichzeitig die zentrale Herausforderung für diesen Bereich darstellt. Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz, die fachliche und konzeptionelle Weiterentwicklung der Pflegeangebote sowie die Qualitäts- und Transparenzanforderungen an Pflege- und Betreuungsleistungen sind die bestimmenden Themen. Bessere Rahmenbedingungen zu schaffen ist das erklärte Ziel des PARITÄTISCHEN Thüringen. Als Vertreter der Interessen seiner Mitgliedsorganisationen im Dialog mit Kostenträgern und Entscheidern auf Landes- und Bundesebene war der Verband auch im vergangenen Jahr aktiv und wirbt weiterhin für einen offenen und innovativen Blick auf Pflege. Mehr Details zum Thema unter „Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen“.

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Menschen mit Behinderung in Thüringen Die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung steht vor großen fachlichen und politischen Herausforderungen, auch vor dem Hintergrund der knapperen finanziellen Mittel in den kommunalen und Landeshaushalten. Dabei erfordern sowohl das Gesetz als auch der Respekt vor Menschen mit Behinderungen, das Grundrecht auf Selbstbestimmung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mehr denn je zu achten und zu fördern. Für den PARITÄTISCHEN Thüringen heißt das, sich in mehreren Richtungen stark zu machen. Auch der PARITÄTISCHE kann hier keine Lösungen aus dem Ärmel zaubern. Nicht selten sind es die kleinen Schritte die gegangen werden müssen. Einer dieser Schritte ist das Thüringer Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit. Mehr dazu unter „Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen“.


Einwurf – Warum wir so und nicht anders arbeiten Lang ist es her, dass wir uns auf den Weg gemacht haben, den PARITÄRISCHEN Mitgliedsorganisationen möglichst passgenaue Unterstützung anzubieten. Passgenau und damit auf die Spezifika der Organisationen bezogen wie aber auch die Großwetterlage in der Entwicklung der sozialen Arbeit, der Jugendhilfe, der Qualifizierung etc. zu analysieren und zukunftsweisende Lösungsstrategien auszutüfteln. Wenn wir auch nicht am Ziel sind, dieses auch nicht in einer Perfektion erreichen können, haben wir auf diesem Weg trotz mancher, letztendlich aber nötigen, Umwege vieles gelernt. Gelernt haben wir zum Beispiel, dass nicht die Spezialisten alles wissen, sondern dass spezielles Wissen von vielen gemeinsam zu entwickeln ist. Das z. B. unsere Mitglieder viel viel mehr an Erfahrungen und Erkenntnissen haben, auf die wir setzen können, wenn wir dies zusammentragen und vernetzen. Gelernt haben wir von der großen Fülle, dem Reichtum der unterschiedlichen Arbeit in den PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen zu profitieren und gemeinsame Projekte in Angriff zu nehmen.

Die PARITÄTISCHEN Unternehmen, die wir in Neudietendorf haben, arbeiten mit eigenen Schwerpunkten und gleichwohl hochintensiv an gemeinsamen Problemstellungen. Und nicht zuletzt haben wir auch gelernt und lernen immer wieder, dass unsere Mitarbeiter die Lösungsansätze in der gemeinsamen Arbeit selbst suchen und finden müssen. Da gibt es keine Vorschriften zum gemeinsamen Arbeiten sondern eine Haltung zur kollegialen Lösung, quer über alle Hierarchien, quer durch alle Unternehmen, ob sie PATT, parisat, BuntStiftung, Bildungswerk oder Landesverband heißen.

Strategien und Innovation in der Sozialwirtschaft sind ja selten die genialen Ideen von Einzelnen (da muss man sogar eher kritisch gucken), sondern das intelligente Zusammenspiel von ganz unterschiedlichen Professionen. Dabei gibt es wahrlich nicht immer den geraden Weg, da müssen Verantwortlichkeiten häufig neu bestimmt werden, da gibt es durchaus auch manchmal den Schritt zurück. Wir betreiben dabei - ganz viel auch gemeinsam - intensive Personalentwicklung um die Qualität der Beratung und Unterstützung zu effektivieren. Nach wie vor sind wir wild entschlossen als PARITÄTISCHER Thüringen zu gestalten und dabei mit recht unkonventionellen Methoden zu arbeiten. Von diesem Gestaltungsauftrag nehmen wir die PARITÄTISCHEN Untenehmen und ihre Arbeitsweisen natürlich nicht aus. Unsere größte Konstante wird auch in Zukunft die Garantie auf Veränderung sein. Reinhard Müller | Landesgeschäftsführer

20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

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Die PARITÄTISCHEN Unternehmen BuntStiftung

DER PARITÄTISCHE

parisat

PBW

PATT

Krügerverein

PARITÄTISCHE BuntStiftung Thüringen

Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Landesverband Thüringen e. V.

parisat gGmbH paritätische soziale arbeit in Thüringen

PARITÄTISCHES Bildungswerk Landesverband Thüringen e. V.

Die PARITÄTISCHE Tarifgemeinschaft Thüringen e. V.

Verein Prof. Herman A. Krüger e. V.

Telefon: 036202 26-0 Telefax: 036202 26-234 E-Mail: info@buntstiftung.de Internet: www.buntstiftung.de

Telefon: 036202 26-0 Telefax: 036202 26-234 E-Mail: info@paritaet-th.de Internet: www.paritaet-th.de

Telefon: 036202 26-233 Telefax: 036202 26-234 E-Mail: kontakt@parisat.de Internet: www.parisat.de

Telefon: 036202 26-151 Telefax: 036202 26-234 E-Mail: kontakt@pbw-thueringen.de Internet: www.pbw-thueringen.de

Telefon: 036202 26-233 Telefax: 036202 26-234 E-Mail: patt@paritaet-th.de Internet: www.paritaet-th.de

Telefon: 036202 26-232 Telefax: 036202 26-234 E-Mail: eisner@paritaet-th.de

Stiftungsdirektor

Landesgeschäftsführer

Geschäftsführerin

Pädagogische und geschäftsführende Leitung

Geschäftsführerin

Geschäftsführerin

Reinhard Müller

Reinhard Müller

Christine Fiedler

Michael Schröter

Sabine Ruhe

Ilona Helena Eisner

Sekretariat Kerstin Neue Telefon: 036202 26-200 Telefax: 036202 26-199

Sekretariat Tina Gerber Telefon: 036202 26-233

Sekretariat Sabine Huhn Telefon: 036202 26-164

Sekretariat Sabine Huhn Telefon: 036202 26-164

Sekretariat Manuela Milke Telefon: 036202 26-202

Stiftungspräsidentin Evemarie Schnepel Sekretariat Kerstin Neue Telefon: 036202 26-200

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BuntStiftung

DER PARITÄTISCHE

parisat

PBW

PATT

Krügerverein Verein Prof. Herman A. Krüger e.V.

Die BuntStiftung • organisiert die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wohlfahrtswesen • fördert die Gestaltung des Gemeinwesens und die Entwicklung des freiwilligen und bürgerschaftlichen Engagements • übernimmt für alle PARITÄTISCHEN Unternehmen die Steuerung gemeinsamer Aufgaben und Prozesse

DER PARITÄTISCHE Landesverband • stellt die Interessenvertretung der ca. 320 Mitgliedsorganisationen in den Mittelpunkt • bietet fachliche Beratung und Unterstützung • und nimmt die sozialanwaltschaftliche Vertretung für NotFor-Profit Organisationen wahr und setzt sich für die Förderung der Bürgergesellschaft ein

Die parisat gGmbH

• ist eine Tochtergesellschaft des PARITÄTISCHEN • Landesverbandes • bietet individuelle, auf die Mitgliedsorganisation konzentrierte, Entwicklungs-, Beratungs- und Unterstützungsleistungen • und managt die PARITÄTISCHE AKADEMIE als Plattform für PARITÄTISCHE Bildungs- anbieter in Thüringen

Das PARITÄTISCHE Bildungswerk

Der Arbeitgeberverband PATT

• ist öffentlich anerkannter Träger der Erwachsenenbildung

• stärkt Arbeitgeberkompetenzen der Mitgliedsorganisationen

• vernetzt und unterstützt die Bildungsarbeit sowie das bürgerschaftliche Engagement und Selbsthilfepotential seiner Mitgliedsorganisationen

• und befasst sich mit der Qualifizierung der Arbeitgeber, mit Personalentwicklung und der Entwicklung von Arbeitszeitund Vergütungsmodellen

Der Krügerverein • setzt sich für den Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit und die berufliche Integration von Menschen mit Benachteiligungen ein • bietet Arbeitsgelegenheiten und fördert die Motivation und Eigeninitiative der Hilfebedürftigen • und setzt sich für das Gemeinwesen vor Ort ein und unterbreitet soziokulturelle Angebote

20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

19


PARITÄTISCHE BuntStiftung Thüringen

Bergstraße 11 • 99192 Neudietendorf Zentrale Einwahl: 036202-26200 Fax: 036202-26199 Email: info@buntstiftung.de Internet: www.buntstiftung.de

„Wer ist Wer“ in der PARITÄTISCHEN BunStiftung Stiftungsvorstand

Stiftungsrat

Evemarie Schnepel

Reinhard Müller

Stiftungspräsidentin Tel.: 036202 26-200 info@buntstiftung.de

Stiftungsdirektor Tel.: 036202 26-201 rmueller@buntstiftung.de

Jelka Wetzel ehemalige Vorsitzende des PARITÄTISCHEN Landesverbandes Lothar Bausch Volkssolidarität LV Thüringen Prof. Hans Eberhardt Thüringen-Kliniken • Saalfeld-Rudolstadt gGmbH Dr. Nikolaus Dorsch INNOVA sozialwerk e. V.

Stab der PARITÄTISCHEN BuntStiftung

Elke Lieback pro familia LV Thüringen e. V.

Kerstin Neue

Christiane Landsiedel

Stefan Werner

Sekretariat des Stiftungsvorstandes Tel.: 036202 26-200 kneue@buntstiftung.de

Referentin des Stiftungsvorstandes Tel.: 036202 26-208 clandsiedel@buntstiftung.de

Profiler Tel.: 036202 26-231 swerner@buntstiftung.de

Uwe Kintscher Lebenshilfe Erfurt e. V. Prof. Heike Ludwig Fachhochschule Jena/FB Sozialwesen

Forschung

20

Bürgerschaftliches Engagement

20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

Stiftungsservice

Steuerung der PARITÄTISCHEN Unternehmen

Jochen Fasco Thüringer Landesmedienanstalt

Stand: 30.09.2010

Norbert Schremb Härterei Reese GmbH u. Co. KG


Der PARITÄTISCHE Wohlfahrtsverband Landesverband Thüringen e. V.

„Wer ist Wer“ im PARITÄTISCHEN Thüringen

Bergstraße 11 • 99192 Neudietendorf Zentrale Einwahl: 036202 26-0 Fax: 036202 26-234 E-Mail: info@paritaet-th.de Internet: www.paritaet-th.de

Stab der Geschäftsführung Pascal Jedlitzke

Andreas Beck

Nicole Walter

Kerstin Neue

IT-Referent Tel.: 036202 26-205 pjedlitzke@paritaet-th.de

Qualifizierungsberaterin Tel.: 036202 26-281 nwalter@paritaet-th.de

Persönlicher Referent der Landesgeschäftsführung Tel.: 036202 26-160 • abeck@paritaet-th.de

Reinhard Müller Landesgeschäftsführer Tel.: 036202 26-201 rmueller@paritaet-th.de

Steffen Richter Programmmanager Tel.: 036202 26-222 srichter@paritaet-th.de

Corinne Laudan Betriebsmanagerin Tel.: 036202 26-211 claudan@paritaet-th.de

Sekretärin der Geschäftsführung Tel.: 036202 26-200 kneue@paritaet-th.de

Einbindung / Mitwirkung im Stab: K. Philipps, Gremienreferentin; H.G. Rupp, Controllingbeauftrager

Team 1 • Mitgliederservice

Betriebswirtschaft Steuerung durch Corinne Laudan Corinne Laudan

Betriebswirtschaftliche Beratung Tel.: 036202 26-211 claudan@paritaet-th.de

Hans-Georg Rupp

Betriebsw. Beratung & Projektsupport Tel.: 036202 26-115 hrupp@paritaet-th.de

Kerstin Heß

Fördermittel Tel.: 036202 26-226 khess@paritaet-th.de

Sigrid Bomeier

Mitgliedsorganisationen Pflegesatz | Entgelte Tel.: 036202 26-214 sbomeier@paritaet-th.de

Burkhard Hempel

Entgelte & Verhandlungen Tel.: 036202 26-156 bhempel@paritaet-th.de

Gabriele Schack

Sekretariatsbereich Tel.: 036202 26-235 gschack@paritaet-th.de

Team 2 • Mitgliederservice Steffen Richter

Kinder- und Jugendhilfe Tel.: 036202 26-222 srichter@paritaet-th.de

Sandra Schulz

GWA | Migration | Sozialplanung Schuldnerberatung | Ehrenamt Tel.: 036202 26-207 sschulz@paritaet-th.de

Kreisgruppen | Gemeinwesenarbeit Schule | Armut | Off. Jugendhilfe Tel.: 036202 26-239 sosswald@paritaet-th.de

Karola Schmidt

Sekretariatsbereich Tel.: 036202 26-230 kschmidt@paritaet-th.de

Tel.: 036202 26-220 sgenzel@paritaet-th.de

Fachliche Einbindung Mitwirkung Team 2

Reimund Schröter

Nicole Walter

Projekt Pro Arbeit Steuerung durch die parisat gGmbH Tel.: 036202 26-225 cfiedler@parisat.de

Ralf Schneider

Behindertenhilfe & Sozialhilferecht Tel.: 036202 26-224 rschneider@paritaet-th.de

Julia Heidekrüger

Frauen | Familie | Beratungsstellen Tel.: 036202 26-217 jheidekrueger@paritaet-th.de

Britta Richter

Susanne Genzel

Christine Fiedler Stand: 30.09.2010

Stefan Oßwald

MultiplikatorInnen Thüringer Bildungsplan

Tel.: 036202 26-220 rschroeter@paritaet-th.de Fachliche Einbindung / Mitwirkung Team (1): V. Oberschachtsiek - Freiberuflicher Berater - Entgelte & Verhandlungen E. Schreiber - parisat gGmbH – Europabüro

Team 3 Interner Service

Fachberatung & Lobby | Teamleitung: Steffen Richter & Renate Rupp

Pflege | Hospiz | Seniorenwirtschaft Tel.: 036202 26-229 brichter@paritaet-th.de

Qualifizierungsberaterin

Teamleitung: Hannelore Loos Renate Rupp

Selbsthilfe / Gesundheit / Psychiatrie / Suchthilfe Tel.: 036202 26-223 rrupp@paritaet-th.de

Koordinierungsstelle CORANetzwerk zur Förderung der Vereinbarkeit Familie und Beruf

Julia Heidekrüger

Netzwerkkoordination Tel.: 036202 26-115 jheidekrueger@paritaet-th.de

Katharina Philipps

Netzwerkkoordination Tel.: 036202 26-131 kphilipps@paritaet-th.de

Katharina Böhning

Verwaltung Tel.: 036202 26-154 kboehning@paritaet-th.de

Hannelore Loos

Personal Tel.: 036202 26-213 hloos@paritaet-th.de

Edith Handschuh

Finanz- & Personalbuchhaltung Tel.: 036202 26-159 ehandschuh@paritaet-th.de

Nicole Zerull Katrin Roos

Fördermittel- & Personalverwaltung Tel.: 036202 26-203 kroos@paritaet-th.de

Martina Schulz

Dienstleistungen im Profilingbereich Tel.: 036202 26-238 mschulz@paritaet-th.de

Frank Diehn

Layout & Design Tel.: 036202 26-250 fdiehn@paritaet-th.de

Finanz- & Personalbuchhaltung Tel.: 036202 26-159 nzerull@paritaet-th.de

Beate Radtke

Haus der PARITÄT / Krüger-Villa Hausverwaltung & Raumplanung Tel.: 036202 26-100 bradtke@paritaet-th.de

Dieter Macheleid Hausmeister Tel.: 036202 26-101

Sylvia Kriesel Parkpflege

Fachliche Einbindung / Mitwirkung Team 3:

Juliane Nyuyki

Koordinierungsstelle Projektkoordination Tel.: 036202 26-158 jnyuyki@paritaet-th.de

Tina Gerber

Verwaltung Tel.: 036202 26-233 tgerber@paritaet-th.de

Servicestelle Suhl / SM

Gabriele Weschenfelder Beraterin Tel.: 03681 352088

Christian Thoma Verwaltung Tel.: 03681 352088

Servicestelle Gera

Ildiko Martin

Verwaltung Tel.: 0365 5524230

Birgit Möser

Post | Zentrale | Bibliothek Tel.: 036202 26-240 & 241 bmoeser@paritaet-th.de

Kathrin Kratzsch

Post | Zentrale | Bibliothek Tel.: 036202 26-242 kkratzsch@paritaet-th.de

Corinne Laudan - Finanzen Pascal Jedlitzke - IT


parisat gGmH Bergstraße 11 • 99192 Neudietendorf Zentrale Einwahl: 036202 26-233 Fax: 036202 26-234 E-Mail: kontakt@parisat.de Internet: www.parisat.de

„Wer ist Wer“ in der parisat gGmbH Kathrin Salberg

Christine Fiedler

Qualitätsmanagementbeauftragte Tel.: 036202 26-153 ksalberg@parisat.de

Tina Gerber

Geschäftsführerin Tel.: 036202 26-225 cfiedler@parisat.de

Sekretariat der Geschäftsführung Tel:. 036202 26-233 · tgerber@paritaet-th.de

PARITÄTISCHE Akademie

Arbeit & Europa

Beratung

Leitung: Michael Schröter Tel.: 036202 26-227 • mschroeter@parisat.de

Steuerung/Leitung durch die Geschäftsführerin

Leitung: Sandra Eggers Tel.: 036202 26-108 • seggers@parisat.de

Verwaltungsmanagement

Annette Kusserow Tel.: 036202 26-1152 akusserow@parisat.de

Bildungsplanung und Projektkoordination profi

Kathrin Salberg

Tel.: 036202 26-153 ksalberg@parisat.de

Europabüro Friedrich-Engels-Straße 5 07545 Gera Tel.: 0365 5524-230 Fax: 0365 5524-231

Dana Hartenstein-Drobny

Barbara Dittmar

Tel.: 036202 26-102 bdittmar@parisat.de

Christin Bliedung

Tel.: 036202 26-113 cbliedung@parisat.de

Projektkoordination dhartenstein-drobny@ paritaet-th.de

Christina Martens

Beratung cmartens@paritaet-th.de

Elke Schreiber Stefanie Möller

Tel.: 036202 26-297 smoeller@parisat.de

Daniel Wetzel

Tel.: 036202 26-212 dwetzel@parisat.de

Sabine Ruhe

Tel.: 036202 26-215 sruhe@paritaet-th.de

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20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

Regionales Integrationsprojekt Suhl | Pro Arbeit in Trägerschaft des PARITÄTISCHEN Thüringen, Landesverband Steuerung durch parisat

Gabriele Weschenfelder

Projektkoordination Tel.: 03681 352088 gweschenfelder@paritaet-th.de

Pro Gründen Dirk Wegler

Projektkoordination Tel.: 0361 6546718 wegler@ enterprise-thueringen.de

Management- & Organisationsberatung Tel.: 036202 26-108 seggers@parisat.de

Brigitte Schramm

Genossenschaften Management- & Organisationsberatung Tel.: 036202 26-216 bschramm@parisat.de

Jannette Klein

Projektkoordination Tel.: 036202 26-210 jklein@paritaet-th.de

Enterprise mit Beratungsstellen in Erfurt, Gera, Jena, Mühlhausen, Suhl

Beratung eschreiber@paritaet-th.de

www.enterprise-thueringen.de

Ildikó Martin

Gründen in Gruppen

Projektassistenz imartin@paritaet-th.de www.europabuero.paritaet-th.de

Sandra Eggers

Stand: 30.09.2010

Brigitte Schramm

Tel.: 036202 26-216 bschramm@parisat.de


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Kennzahlen Projektförderung 2009

Projektförderung 2009

Anzahl der befürworteten Anträge nach Maßnahmeart - 101 Anträge

Aufteilung der befürworteten Anträge nach Maßnahmeart - Gesamtvolumen 90.000 € Sonstige Maßnahmen 13.230 € • 21%

Sonstige Maßnahmen 23 Anträge • 23%

Beratungs- und Prüfungskosten 25 Anträge • 24 %

sächliche Ausstattung 18.574 € • 18% Beratungs- und Prüfungskosten 31.550 € • 35 % Fort-/ & Weiterbildung 14.680 € • 16%

sächliche Ausstattung 18 Anträge • 18 %

ehrenamtlich Tätigkeit 16 Anträge • 16 % Fort-/ & Weiterbildung 19 Anträge • 19 %

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20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

ehrenamtliche Tätigkeit 14.020 € • 16 %


1. Stand Mitgliedsorganisationen

5. Einnahmengliederung/ -entwicklung Der PARITÄTISCHE Thüringen

Jahr

2007

2008

2009

Anzahl Mo's

320

322

327

2. Anzahl der MitarbeiterInnen in PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen (Berufsgenossenschaft)

2007

Betrag in TEUR

Prozent

Lottomittel

1.182

43 %

Mitgliedsbeiträge

629

21 %

Jahr

2007

2008

2009

Zuwendungen Projekte/ Sontige Erträge

1.015

36 %

MitarbeiterInnen

20.802

20.100

20.389

gesamt

2.826

100 %

2008

Betrag in TEUR

Prozent

Lottomittel

1.192

38 %

2009

Mitgliedsbeiträge

632

20 %

Zuwendungen Projekte/ Sontige Erträge

1.334

42 %

gesamt

3.158

100 %

2009

Betrag in TEUR

Prozent

Lottomittel

1.185

33 %

Mitgliedsbeiträge

666

18 %

Zuwendungen Projekte/ Sontige Erträge

1.792

49 %

gesamt

3.643

100 %

3. Mitarbeiter-Entwicklung der PARITÄTISCHEN Unternehmen in Thüringen Jahr

2007

2008

Mitarbeiter gesamt

61

65

70

- davon im PARITÄTISCHEN LV

39

42

43

in geförderten Projekten

21

19

23

- davon im PARITÄTISCHEN LV

7

8

14

Auszubildende

1

-

-

- davon im PARITÄTISCHEN LV

1

-

-

(ohne Arbeitsgelegenheiten)

20 Jahre PARITÄTISCHER Thüringen – wir bleiben am Ball

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2. Das Jahr in Bildern

01

Umweltteam „Ökoprofit“ 10.05.2010 Vorstandsklausur in Eisenach Krakau-Reise Juli 2010 Krakau-Reise Juli 2010 19.05.2010 - Podiumsdiskussion Kreisgruppe Saale-Holzlandkreis

6. 7.

Sozialraumkonferenz Sozialraumkonferenz in Sömmerda am 03.03.2010

02

06

12

Das Jahr in Bildern

8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15.

03

07

11

26

1. 2. 3. 4. 5.

04

08

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Sozialministerin Taubert zum Jahresempfang Leitungsklausur im Januar 24.02.2010 - Jahresempfang 18.08.2009 - ESF-Jahrestag 08.12.2009 - DadA-Fachtag in Pößneck 17.09.2009 - GWA Gera 15.09.2009 - Fachtag Migration 18.11.2009 - Mitgliederversammlung

05

09

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16. 17. 18. 19. 20. 21. 22.

04.05.2010 - Fachtag „Pro Arbeit“ 10.05.2010 - Vorstandsklausur in Eisenach 04.05.2010 - Fachtag Selbsthilfe – Prof. Wohlfahrt 04.05.2010 - Fachtag Selbsthilfe – Prof. Huber 04.05.2010 - Fachtag Selbsthilfe – Prof. Wagner 13.01.2010 - Fachtag „Bildung aus erster Hand“ Startschuss zum Kinder- und Jugendpreis am 25.03.2010

23. Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Reinhard Müller im März 2010 24. 25. 26. 27.

03.12.2009 - Preisträger PARITÄTISCHER Wettbewerb 2009 04.12.2009 - Demo Kürzungen in Erfurt Sommerfest am 11.08.2010 Ministerpräsidentin Lieberknecht zur Verleihung des Kinder- u. Jugendpreises am 31.08.2010

28. Preisträger Kinder- und Jugendpreis am 31.08.2010

16

17

20

24

18

21

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26

19

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23

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Das Jahr in Bildern

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3. Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

28

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen


Steffen Richter Referent Kinder- und Jugendhilfe Tel.: 036202 | 26-222 E-Mail: srichter@paritaet-th.de

Kinder und Jugendliche Der PARITÄTISCHE Thüringen ist der Meinung: Soziale Dienstleistungen sind systemrelevant! Für den Bereich der sozialen Infrastruktur und der Daseinsvorsorge sind beispielsweise Kindertageseinrichtungen, flexible erzieherische Hilfen für Kinder, Jugendliche und deren Familien, Jugendclubs, Frauen- und Familienzentren von zentraler Bedeutung. Genauso wie die Handlungsfähigkeit des Sozialstaates sichergestellt sein muss, so müssen die sozialen Dienstleister im Interesse ihrer Klienten handlungsfähig bleiben. Bei den Verantwortlichen in Kommunen und Landkreisen ist deshalb die Bereitschaft gefragt, in die Zukunft zu investieren. Gravierende Einsparungen, die heute vorgenommen werden, produzieren nicht kalkulierbare zukünftige Folgekosten.

Die Themen •

Pflichtleistungen vs. „freiwillige“ Leistungen

Die Fortschreibung des Landesjugendförderplans

Die Arbeit des Landesjugendhilfeausschusses (LJHA)

Verabschiedung des Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetzes

Fachkräfteentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe

Multiplikatorenarbeit und die Fachtagung „Frühe Bildung“

PARITÄTISCHES Jugendwerk (PJW) jetzt Fachgruppe offene Kinder- und Jugendarbeit

Pflichtleistungen vs. „freiwillige“ Leistungen Im Bereich der gesetzlichen Pflichtleistungen stellt sich die Frage, wie die Einsparungen mit dem Anspruch der Kinder und Jugendlichen auf diese Leistungen zu vereinbaren sind. Die Fallzahlen werden, wie es die Statistiken zeigen, nicht sinken. Somit können die beabsichtigten Einsparungen nur durch „Veränderungen“ in der Bewilligungspraxis realisiert werden. Das widerspricht dem gesetzlichen Auftrag zur Jugendhilfeplanung, welchen die öffentlichen Träger der örtlichen Jugendhilfe (also die Jugendämter) innehaben. Im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung haben die Jugendämter den Auftrag, dafür Sorge zu tragen, dass die erforderlichen und geeigneten Dienste und Einrichtungen rechtzeitig und ausreichend zur Verfügung stehen. Dieser Argumentationslinie folgend, müsste die soziale Infrastruktur ebenso wie der Bankensektor auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten erhalten und entsprechend finanziert werden. Der PARITÄTISCHE Thüringen hat sich deshalb auf die Fahnen geschrieben, die Systemrelevanz der sozialen Infrastruktur und einen finanziellen Schutzschirm für diesen Bereich einzufordern. In Gesprächen mit kommunalen Verantwortungsträgern, der Presse und nicht zuletzt gemeinsam mit der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege wurde dieser Forderung Nachdruck verliehen.

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

29


Die Fortschreibung des Landesjugendförderplans

Die Arbeit des Landesjugendhilfeausschusses (LJHA)

Der Landesjugendförderplan stellt für überregionale Angebote der außerschulischen Jugendbildung finanzielle Mittel zur Verfügung. Der aktuelle Plan läuft offiziell Ende 2010 aus. Die Planungsgruppe für die aktuelle Fortschreibung hat ihre Arbeit im März 2010 aufgenommen und wird sie voraussichtlich erst im Juni 2011 beenden. Um dennoch eine Planungssicherheit der Träger zu gewährleisten, wurde die Laufzeit des aktuellen Plans bis Ende 2011 verlängert. Um eine höhere Chancengleichheit und Transparenz im Fortschreibungsverfahren zu gewährleisten, hat eine Vorbereitungsgruppe Leitprinzipien und fachpolitische Schwerpunktsetzungen für die Fortschreibung vorgelegt. Die LIGA Thüringen wird in der Planungsgruppe mit zwei stimmberechtigten und zwei stellvertretenden Mitgliedern eine kontinuierliche Arbeit absichern. Das PARITÄTISCHE Jugendwerk wird über die Strukturen des Landesverbandes in diesen Prozess einbezogen werden.

Mit den Landtagswahlen in Thüringen startete auch eine neue Legislaturperiode des LJHA. Aus Sicht des PARITÄTISCHEN ist die Arbeit des LJHA in der vergangenen Legislaturperiode wenig bedeutend für die Jugendpolitik in Thüringen zu bewerten. In der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode des LJHA am 07.12.2009 wurde vom Kinder- und Jugendhilfereferenten des PARITÄTISCHEN Thüringen, Steffen Richter, der Tagesordnungspunkt „Resümee der inhaltlichen Arbeit des LJHA in der vergangenen Legislaturperiode“ eingebracht. Dabei wurde deutlich, dass die projektbezogene Arbeit als ein Instrument der Zusammenarbeit zwar sinnvoll ist, aber die Mehrzahl der Mitglieder des Ausschusses die Möglichkeit eines kontinuierlicheren Fachaustausches vermisst. Dementsprechend soll in der neuen Legislaturperiode eine solche Kontinuität der Zusammenarbeit wieder etabliert werden.

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

In der konstituierenden Sitzung des LJHA am 15.03.2010 ist es gelungen, eine Strategiegruppe zu installieren, in welcher gemeinsam von Vertretern der Verwaltung, der kommunalen Spitzenverbände, der LIGA Thüringen und der Landtagsfraktionen die Themen und die Sitzungen des LJHA inhaltlich vorbereitet werden. Der PARITÄTISCHE Thüringen setzt sich verstärkt dafür ein, dass der Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse erhöht und die öffentliche Wahrnehmung in die Kinder- und Jugendhilfestrukturen der Thüringer Landkreise und kreisfreien Städte forciert wird. Des Weiteren soll die Arbeit der kommunalen Jugendhilfeausschüsse stärker in die Arbeit des LJHA eingebunden werden.


Verabschiedung des Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetzes Am 29. April 2010 hat der Thüringer Landtag die Reform des Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetzes beschlossen. Mit dem verabschiedeten Gesetz wurden vor allem wesentliche Forderungen des PARITÄTISCHEN Thüringen umgesetzt. Als Beispiele seien nur die verbesserten Personalschlüssel und die Berücksichtigung von Vor- und Nachbereitungszeiten genannt. Dennoch konnte man sich nicht mit allen Forderungen durchsetzen. Demnach sind die Personalschlüssel für Kinder über drei Jahre nicht so verbessert worden, wie im internationalen Vergleich erforderlich. Die Verankerung des Subsidiaritätsprinzips im Gesetz ist positiv zu bewerten. Gleichwohl steckt, wie in anderen Punkten des Gesetzes, der Teufel im Detail. So auch bei der Fachberatung als integraler Bestandteil des Systems. Das Ziel von Fachberatung ist die Herstellung und Sicherung einer hohen Qualität der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern. Laut Gesetz halten zukünftig die Jugendämter die Fachberatung vor.

Damit fallen spezifische Ansprüche an die Fachberatung und Beratungsbedürfnisse, z. B. kleinerer Träger, hinten runter. Trotzdem braucht es eine an dem PARITÄTISCHEN Qualitätsstandard ausgerichtete, kontinuierliche Fachberatung für Kindertageseinrichtungen. Dementsprechend wird der PARITÄTISCHE alles Notwendige tun, um für seine Mitgliedsorganisationen eine dauerhafte und nachhaltige Fachberatung zu etablieren.

Fachkräfteentwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe Die Erhöhung des Personalschlüssels im Thüringer Kindertageseinrichtungsgesetz, der Altersdurchschnitt insbesondere in Teams von Kindertageseinrichtungen und die Auswirkungen der demografischen Entwicklung stellen die Träger von Einrichtungen und Angeboten der Kinder- und Jugendhilfe aktuell und zukünftig vor große Herausforderungen. Strategien altersgerechter Personalentwicklung, innovative Personalakquisemodelle, die Reform von Fachschulausbildungen aber auch neue Wege bei der Prüfung von im Ausland erworbenen Bildungsabschlüssen sind notwendige Themen, mit denen sich der PARITÄTISCHE Thüringen und die Träger auch im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe beschäftigen müssen. Die LIGA Thüringen hat sich der Thüringer Landesregierung als strategischer Partner angeboten.

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

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Susanne Genzel Multiplikatorin Thüringer Bildungsplan Tel.: 036202 | 26-220 E-Mail: sgenzel@paritaet-th.de Reimund Schröter Multiplikator Thüringer Bildungsplan Tel.: 036202 | 26-220 E-Mail: rschroeter@paritaet-th.de

Multiplikatorenarbeit und die Fachtagung „Frühe Bildung“ Die beim PARITÄTISCHEN Landesverband tätigen Multiplikatoren unterstützen, beraten und begleiten im Rahmen der Implementierung des Thüringer Bildungsplans für Kinder bis 10 Jahre (TBP-10) seit 2008 kontinuierlich die ca. 210 PARITÄTISCHEN Kindertageseinrichtungen. Kern der Arbeit ist ein Beratungsangebot, das differenzierten fachlichen Thematiken bzgl. der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern aber auch der Entwicklung pädagogischer Qualität in Konzeptions- und Organisationsfragen gerecht wird. Die Multiplikatoren initiieren und begleiten außerdem regionale und überregionale institutionsübergreifende Vernetzungs- und Kooperationsveranstaltungen. Trägerübergreifend waren die Multiplikatoren auch stets in die Planung, Organisation und Gestaltung der Fachgruppe Kita/Tagespflege als auch der strategischen Steuerungsgruppe „PARITÄTISCHES Forum Bildungsplan“ eingebunden. In diesem Kontext fand am 13.01.2010 die PARITÄTISCHE Fachtagung mit dem Titel „Frühe Bildung – Die neuen Herausforderungen für pädagogische Fachkräfte“ statt. Mit über 100 Teilnehmern/innen und fachlich fundierten Referaten und ergebnisreichen Workshops konnte die Tagung auf ganzer Linie überzeugen und damit als träger- und institutionsübergreifender Baustein zur Implementierung des TBP-10 einen professionellen Beitrag leisten.

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

Perspektivisch werden die Arbeit und Erfahrungen der Multiplikatoren in das zu entwickelnde professionelle sowie qualifizierte Fachberatungssystem für alle PARITÄTISCHEN Kindertageseinrichtungen einfließen. Damit gibt der Dachverband eine serviceorientierte Antwort auf die Bedarfe unserer Mitgliedsorganisationen.

PARITÄTISCHES Jugendwerk (PJW) jetzt Fachgruppe offene Kinder- und Jugendarbeit Am 23.04.2010 entschied das PJW in seiner Versammlung die Änderung seiner Arbeitsstruktur. Bisher gab es die Organe PJW-Versammlung und den PJW-Beirat, welcher die Versammlungen inhaltlich und fachlich vorbereitete. Diese Struktur wurde aber als zu uneffektiv, bezogen auf den output sowie die inhaltliche Arbeit, bewertet. Nunmehr ist die PJW-Arbeit als Fachgruppe offene Kinder- und Jugendarbeit definiert, was einen besseren fachlichen und inhaltlichen Austausch der PARITÄTISCHEN Akteure der offenen Kinder- und Jugendarbeit ermöglicht.


Stefan Oßwald Referent Armut und Lebenslagen | Schule | GWA | Kreisgruppenkoordinator Tel.: 036202 | 26-239 E-Mail: sosswald@paritaet-th.de

Armut und Bildung Auch im zurückliegenden Jahr stellten Studien, Fachartikel und Medienberichte einmal mehr klar was wir bereits wissen, es sind die armen Kinder und Jugendlichen in Deutschland, deren Chancen auf Bildung und Teilhabe immer kleiner werden. Nicht nur, dass jedes vierte Kind in Thüringen von Sozialtransfers abhängig ist, darüber hinaus haben diese Kinder auf Grund ihrer sozialen Herkunft auch die schlechteren Bildungschancen. Allen guten thüringer Ergebnissen einschlägiger Bildungstests zum Trotz, schlägt auch in Thüringen nur jedes siebte dieser Kinder einen höheren Bildungsweg ein. Dementsprechend sind nachhaltige Erfolge in der Armutsbekämpfung nach Meinung des PARITÄTISCHEN Thüringen nur mit einer umfassenden Bildungsförderung zu erwarten.

Die Themen •

Das 2. gemeinsame „Soziale Wort” zum Thema Bildung

Bildung und Schule im PARITÄTISCHEN - Fachgruppe der Schulen in freier Trägerschaft

Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht hier? – Die Geschichte einer Sozialraumkonferenz in Sömmerda zur sozialen Verantwortung für Kinder

Der PARITÄTISCHE Thüringen – überwältigt von Thüringer Spendenbereitschaft

Was Armut und Schulden mit knappen Kassen und Qualität zu tun haben

Qualitätsstandards der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung in Thüringen

Kinder- und Jugendpreis Thüringen „Weil Armut ungleich macht“

Das 2. gemeinsame „Soziale Wort” zum Thema Bildung Auch an der Erarbeitung des zweiten Sozialen Wortes unter dem Titel: “Bildung als ein Schlüssel zur Überwindung der Kinderarmut in Thüringen” hat der PARITÄTISCHE Thüringen mitgewirkt. Das gemeinsame Soziale Wort wurde von einem Aktionsbündnis vieler Thüringer Sozialverbände am 14. April 2010 im Rahmen der 2. Thüringer Armutskonferenz im Landtag vorgestellt und der Landesregierung sowie den Fraktionsvorsitzenden übergeben. Das Fazit ist eindeutig. Das Bildungssystem und die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen ausgleichender wirken. Schule muss sich verändern. Es braucht die frühe Förderung und die Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern. Ebenso braucht es eine stärkere Zusammenarbeit von Schule mit außerschulischen Bildungsträgern und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe. Noch immer gibt es soziale Sollbruchstellen im Bildungssystem. Der Freistaat ist nicht per se der beste Produzent von Bildung. Hier sind ergänzende Alternativen wie Schulen in freier Trägerschaft gefragt, zu denen alle Kinder die gleichen Zugangschancen haben müssen. Genau an dieser Stelle setzt sich der PARITÄTISCHE für die moderne Bürgerschule ein, die die individuelle Persönlichkeitsentwicklung jeder Schülerin und jedes Schülers fördert und Ausgrenzung verhindert. Nicht zuletzt trägt die Idee der Bürgerschule auch der EU-Forderung nach

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

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Inklusion von Kindern mit Behinderung Rechnung (siehe Jahresbericht 2008/2009). Darüber hinaus braucht es die Öffnung der Schule ins Gemeinwesen. Eine Reihe von PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen arbeitet bereits eng mit Thüringer Schulen zusammen. Diese Projekte gilt es stabil und dauerhaft zu gestalten.

Bildung und Schule im PARITÄTISCHEN – Fachgruppe der Schulen in freier Trägerschaft Die Fachgruppenarbeit des PARITÄTISCHEN Thüringen hat sich als regelmäßiges Austauschtreffen aller PARITÄTISCHEN Schulträger etabliert. In den zwei Mal pro Jahr stattfindenden Treffen werden aktuelle Entwicklungen zur Schulentwicklung und deren Auswirkungen diskutiert. Eine sehr gute Zusammenarbeit hat sich mit dem Bildungsministerium auf der einen Seite und mit den Fachpolitikern auf der anderen Seite entwickelt, so dass sich sowohl ministerielle (z. B. Fragen zur Finanzierung von Schulen in freier Trägerschaft oder gemeinsamer Unterricht) aber auch politische Entwicklungen (z. B. Gemeinschaftsschule) in die Runde tragen und in der Runde diskutieren lassen. So wurde seitens des Ministeriums in Aussicht gestellt, die Fachgruppe bei der Novellierung des Gesetzes der Schulen in freier Trägerschaft 2010 zu beteiligen.

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht hier? – Die Geschichte einer Sozialraumkonferenz in Sömmerda zur sozialen Verantwortung für Kinder Im Rahmen der Debatte zur Kinderarmut in Thüringen wurde stets die Bildung von Sozialraumkonferenzen in besonders benachteiligten Stadtgebieten bzw. Regionen angeregt. Im Vordergrund steht dabei, alle relevanten Träger und Organisationen in sozialen Räumen zu bündeln und zu vernetzen, um Maßnahmen gegen Kinderarmut zu forcieren, zu begleiten und zu entwickeln. Auf Initiative des PARITÄTISCHEN Thüringen und des THEPRA Quartiersmanagements hat sich in Vorbereitung auf eine Sozialraumkonferenz der Runde Tisch „Neue Zeit und Salzmannsiedlung“ bestehend aus PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen, Jugendamt, Stadtverwaltung, Schulen, der Polizeiinspektion und anderen Trägern sozialer Arbeit in Sömmerda im Juni 2009 gegründet. Wie die in den Sömmerdaer Stadtteilen „Neue Zeit und Salzmannsiedlung“ bestehenden Angebote insbesondere für von Armut betroffene Kinder und Familien weiterentwickelt werden können, war das Thema der am 3. März 2010 stattgefundenen Sozialraumkonferenz.

Neben dem Bürgermeister Wolfgang Flögel, Christiane Meiner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Friedrich-Schiller-Universität Jena, und Norbert Scheitz, Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit, beteiligten sich über 40 Personen an der Sozialraumkonferenz und wagten auch einen selbstkritischen Blick. So wurde Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Abstimmung der verschiedenen Angebote diskutiert, Lösungsansätze dazu ausgetauscht und Zukunftspläne gesponnen. Ein zentrales Anliegen der Konferenz war das Erarbeiten von konkreten Ergebnissen und Maßnahmen. Erstes Ergebnis war die Feststellung, dass die Konferenz bereits ein gutes Ergebnis ist, da sich die Möglichkeit, gemeinsam auf gleicher Augenhöhe miteinander ins Gespräch zu kommen, nur selten oder gar nicht bietet. Schlussfolgernd wird der Runde Tisch seine Arbeit fortsetzen, weitere Akteure vor Ort einbinden und neue Gelegenheiten der Zusammenarbeit schaffen. Ebenso verständigte man sich auf drei konkrete Vorhaben bis Ende 2010. Zum einen soll ein Faltblatt entstehen, das die Angebote bündelt, zielgruppengerecht aufbaut und für alle Kinder und Familien in Sömmerda zugänglich ist. Am 20. September 2010 will der Runde Tisch mit vielen verschiedenen Akteuren in Sömmerda ein Fest zum Weltkindertag veranstalten und für den Spätherbst 2010 ist eine Kinderkonferenz geplant.


es sich mehrheitlich um Einzelspenden, was besonders erfreulich ist, da es zeigt, wie breit mittlerweile die Aktion in die Thüringer Bevölkerung strahlt.

Was Armut und Schulden mit knappen Kassen und Qualität zu tun hat

Der PARITÄTISCHE Thüringen – überwältigt von Thüringer Spendenbereitschaft Bereits zum dritten Mal fand die Aktion “Thüringen sagt Ja zu Kindern”, eine Gemeinschaftsaktion von Parlament, Sozialministerium, TLZ, Antenne Thüringen und dem PARITÄTISCHEN Thüringen, statt. Auch dieses Mal gingen die Spendengelder wieder an sieben Projekte aus dem Bereich Kinderschutz und Projekte für von Armut betroffene Kinder und Jugendliche. Vom Ergebnis der Aktion „Thüringen sagt ja zu Kindern“ ist der PARITÄTISCHE Thüringen schier überwältigt. 119.000 Euro Spendengelder zeigen, wie ernst die Menschen in Thüringen es mit den Kindern und ihrer Sorge um sie meinen. Bei den Spenden handelte

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veröffentlichte Anfang 2005 die alarmierende Zahl von 3,1 Millionen überschuldeter Haushalte, in denen ca. 6 Millionen Menschen leben. In knapp der Hälfte dieser Haushalte leben Kinder. Heute arbeiten deutschlandweit in ca. 1.100 Schuldnerberatungsstellen rund 1.700 Berater/innen. Aktuell kann der Bedarf auch in Thüringen nicht abgedeckt werden. Der Beratungsbedarf wird dabei immer komplexer, zumeist sind die Ratsuchenden von multiplen Problemlagen wie Suchtkrankheiten, psychischen Problemen und fehlenden Schul- bzw. Berufsabschlüssen betroffen. Aufgrund der Auswertung der Bedarfsplanung der Verbraucherinsolvenzberatung in Thüringen sah der ursprüngliche Richtlinienentwurf zur Förderung von Verbraucherinsolvenzberatungsstellen in Thüringen eine Änderung des Beratungsschlüssels von einer Beratungsfachkraft pro 100.000 auf 80.000 vor. Die zum 1. Januar 2010 in Kraft getretene Richtlinie berücksichtigt aufgrund

der angespannten Haushaltssituation in Thüringen, diesen Bedarf nicht. Trotzdem versuchen die Schuldner- und/oder Verbraucherinsolvenzberatungsstellen unter dem Dach des PARITÄTISCHEN Thüringen hervorragende Arbeit zu leisten. Wer bei der Beratung spart, muss an anderer Stelle teuer bezahlen. Der gesamtwirtschaftliche Nutzen einer effektiven Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung übersteigt bei weitem die Kosten. Schon deshalb müssen sie auch auf solide finanzielle Füße gestellt werden.

Qualitätsstandards der Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatung in Thüringen Am 19. März 2010 wurden die Qualitätsstandards für die Schuldnerund Verbraucherinsolvenzberatungsstellen in Thüringen von der Sozialministerin Heike Taubert, Vertreter/-innen der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen e. V. und der LAG Schuldnerberatung Thüringen unterzeichnet. Der Prozess der fachlichen und inhaltlichen Begleitung der Entwicklung von Qualitätsstandards wurde durch Kathrin Salberg, parisat gGmbH, gewährleistet. Mit der Verabschiedung der Änderung und Neufassung der Richtlinie Verbraucherinsolvenzberatungsstellen müssen die „Qualitätsstandards für die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstellen in Thüringen“ von den Beratungsstellen implementiert und eingehalten werden. Bis Ende 2010 sollen die Standards evaluiert und ggf. angepasst werden.

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

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Kinder- und Jugendpreis Thüringen „Weil Armut ungleich macht“ Erstmalig haben die PARITÄTISCHE BuntStiftung und die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen, Christine Lieberknecht, den Kinder- und Jugendpreis Thüringen unter dem Motto „Weil Armut ungleich macht“ ausgeschrieben. Mit dem Preis sollten besonders herausragende Angebote gewürdigt werden, die Teilhabe und Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche ermöglichen und dazu beitragen, Bildungsgerechtigkeit herzustellen und Bildungsbarrieren abzubauen. Viele Vereine, Organisationen und Initiative haben sich beworben. Im Rahmen der Preisverleihung betonten die Initiatoren immer wieder die Bedeutung des Engagements gegen Kinderarmut. In ihrer Festrede hob Ministerpräsidentin Liebknecht insbesondere den Aspekt der Bildung hervor. Auch die Präsidentin der PARITÄTISCHEN BuntStiftung, Evemarie Schnepel unterstrich einmal mehr, dass Bildungschancen keine Frage der sozialen Herkunft sein dürfen. Aus Sicht von Prof. Dr. Norbert Kleinheyer, Verbandsgeschäftsführer des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen und Mitinitiator des Preises hätten alle Projekte den Preis verdient. Zum Schluss haben sich bei der Jury drei Projekte durchgesetzt. Mit je 5.000 Euro wurden das Projekt „Kanu Camps“ der Volkssolidarität Südthüringen e. V. und

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

das Projekt „Jugendliche beraten Jugendliche am Sorgentelefon“ des Sozialwerkes Meiningen gGmbH ausgezeichnet. Der erste Preis in Höhe von 10.000 Euro ging an den Verein symbioun e. V. mit seinem Angebot „Gesunde und glückliche Kinder“. Bis zur Preisverleihung wusste keiner der Vereine von seiner Auszeichnung. Entsprechend groß war die Überraschung bei den Gewinnern. Alle drei ausgezeichneten Projekte stehen stellvertretend für die vielen anderen Projekte und das Engagement der vielen anderen Vereine, Organisationen und InitiatiKinder- und Jugendpreis Thüringen der PARITÄTISCHEN BuntStiftung und der Sparkassen-Finanzgruppe ven. Auch im nächsten Jahr werden Hessen-Thüringen unter Schirmherrschaf t der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht die Initiatoren den Kinder- und Jugendpreis Thüringen ausschreiben. Das Motto des Preises ist noch nicht gefunden. Aber man darf gespannt sein.

Mach mit! acht!

ich m e l g n u t u m Weil AK ri n d e r u n d J u g e n d p r e i s .buntstift

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ung.de


Christine Fiedler Geschäftsführerin parisat | Bundeskoordinatorin Jugendsozialarbeit Der PARITÄTISCHE GV Berlin Tel.: 036202 | 26-225 E-Mail: cfiedler@paritaet-th.de

Beschäftigung im Bund und Thüringen Ein Jahr ist vergangen, das es arbeitsmarktpolitisch „in sich“ hatte; Urteile des Bundesverfassungsgerichtes, Instrumentenreform und eine Vielzahl von wenig abgestimmten Ausschreibungen auf Landes- und Bundesebene. Für alle beteiligten Akteure viel Arbeit. Das Bundesverfassungsgerichtsurteil zur Organisationsstruktur im SGB II wurde über Jahre verzögert, dann wurde es zeitlich eng und überlagert von dem Urteil zu den Regelsätzen. Sozusagen ganz nebenbei wurde die Reform der Instrumente umgesetzt, die für viele Träger Umstellungen brachte. Auch die vielen Sonderprogramme, ob Bundes- oder Landesprogramme, ob sie IDA, Gute Arbeit für Alleinerziehende oder TIZIAN hießen, erschwerten den Über- nicht selten auch den Durchblick.

Die Themen •

Arbeitsmarktpolitik im Bund

Arbeitsmarktpolitik im Land

Pro Arbeit – Erfolg ohne Zukunft

Pro Gründen – ein Netzwerk mit Erfolg

Jugendsozialarbeit – Bundeskoordinatorenarbeit im Gesamtverband

Case Management – Wir bilden aus!

Arbeitsmarktpolitik im Bund Dem Ruf des ständigen Wandels bleibt sich die Arbeitsmarktpolitik treu. Vor allem das SGB II stand in der Diskussion, die nicht nur von zwei Bundesverfassungsgerichtsurteilen, sondern auch vom taktischen Wahlgeplänkel geprägt war. Soll nach dem Urteil der Regelsatz nun erhöht, was das Gericht nicht explizit gefordert hat, oder sogar gesenkt werden? Diese Frage ist trotz vieler öffentlicher Diskussionen nicht geklärt. In der Frage der Organisationsstruktur gibt es aber Gewissheit. Nach Vorschlägen für eine gemeinsame Arbeit der Ämter war urplötzlich die Trennung beschlossene Sache und in Gesetzesentwürfe gegossen, schnell wieder abgelöst vom gemeinsamen Jobcenter. Froh darüber, dass die Trennung nicht beschlossen wurde, zählen der Umgang mit den Betroffenen und der Politikstil in dieser Angelegenheit nicht zu den guten Beispielen. Zu den Betroffenen in diesem Prozess gehören mindestens drei Gruppen, diejenigen die hoffen und angewiesen sind auf das Jobcenter, diejenigen, die dort selbst Beschäftigung haben und diejenigen, die Angebote entwickeln und umsetzen. Und allen wurde es in diesem Prozess nicht leicht gemacht. Den Langzeitarbeitslosen wurden die Auswirkungen einer rechtlichen Trennung der unterschiedlichen Versorgungsleistungen verdeutlicht: Doppelte Wege, doppelte Anträge und doppelte

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

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Jeannette Klein Netzwerkkoordinatorin | Beraterin „Pro Gründen“ Tel.: 036202 | 26-210 E-Mail: jklein@paritaet-th.de Dirk Wegler Netzwerkkoordination Tel.: 0361 | 6546718 E-Mail: wegler@enterprise-thueringen.de

Widerspruchsverfahren. Auch die Träger haben unsichere Zeiten hinter sich. Maßnahmen über das Jahr 2010 hinaus sind rechtlich schwierig. Kaum jemand möchte sich mit unsicheren Strukturperspektiven finanziell binden. Langfristige Absprachen, grundsätzlich schon schwierig, gibt es kaum noch. Die Umsetzung ist noch nicht vollbracht. Die Zahl der Optionskommunen wird sich erhöhen. Normalität wird wohl erst Mitte nächsten Jahres einziehen, eine lange Zeit für Langzeitarbeitslose und Träger.

Arbeitsmarktpolitik im Land Thüringen hat sich auch finanziell in der Arbeitsmarktpolitik zurück gemeldet. Unter der großen Koalition ist ein Landesarbeitsmarktprogramm aufgelegt worden. Es setzt genau dort an, wo die Armutsprojekte TIZIAN begonnen haben. Vermeidung von Armut und Integration vor allem von Langzeitarbeitslosen mit Kindern ist das Ziel. So wird unter Einbindung vorhandener Strukturen wie die Kompetenzagenturen und TIZIAN-Projekte in jedem Landkreis und jeder kreisfreier Stadt mindestens ein regionales Integrationsprojekt gefördert. Eine große Anzahl PARITÄTISCHER Träger erhielt den Zuschlag. Vor allem Kooperationsprojekte werden gefördert. Eine zeitgemäße Wahl, wie wir meinen. Begleitet wird dieses Programm von transnationalen Projekten.

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

Pro Arbeit - Erfolg ohne Zukunft Aus diesem überaus erfolgreichen Projekt wird zwar der methodische Ansatz weitergeführt, aber der Beschäftigungszuschuss ist schlicht gesagt den politisch Verantwortlichen zu teuer. Allen an dem Prozess Beteiligten war vorab klar, dass es Regelungen für eine langfristige Finanzierung geben muss. Jetzt auf den Eingliederungstitel und die Planungen der Jobcenter zu verweisen, ist nicht fair. Im Zuge der Neuregelungen wäre es möglich gewesen, die Frage der Deckungsfähigkeit von Aktiv- und Passivleistungen neu zu klären. Pro Arbeit hat es gezeigt. Es ist möglich, nicht mehr vermittelbare Langzeitarbeitslose beruflich zu integrieren. Dieser Ansatz konnte in fast allen Modellregionen in die regionalen Integrationszentren eingebracht werden. Somit ist die Überführung vom Modell in ein Regelangebot gelungen.

PRO GRÜNDEN - ein Netzwerk mit Erfolg

Es ist fast ein Jahr vergangen, seit das thüringenweite Netzwerk PRO GRÜNDEN unter Trägerschaft der parisat gGmbH an den Start ging. Am 1. Juli 2009 begannen die 17 Berater/-innen an zehn Standorten in Thüringen ihre Arbeit mit dem Ziel, Menschen mit einem besonderen Beratungsbedarf aus der Arbeitslosigkeit heraus auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu begleiten. Um dieses intensive und thüringenweite Beratungsangebot bestehend aus einem individuellen Coaching und Weiterbildung gewährleisten zu können, schlossen sich mehrere Träger mit zum Teil bereits bestehenden Projekten der Gründungsunterstützung zusammen. Bereits im ersten Jahr konnte sich PRO GRÜNDEN als einzigartiges Netzwerk der zielgruppenspezifischen Existenzgründungsberatung in Thüringen etablieren, weil:


das Netzwerk Wege aus der Arbeitslosigkeit unterstützt •

das Netzwerk allen hilft, die gründen wollen – gleich, ob allein oder in der Gruppe, ob jung oder älter, ob Frau oder Mann

Insgesamt nahmen 406 Teilnehmer/-innen das Beratungsangebot des Netzwerkes wahr. Geplant waren 273 Teilnehmer/-innen. In 2009 konnten 78 Gründungen realisiert werden, was einer Zielerreichung von 132 % entspricht. Zudem konnte das Beratungsangebot um zwei weitere regelmäßig stattfindende Sprechtage in Gotha und Hildburghausen erweitert werden. Auch das erste Halbjahr von 2010 zeichnet eine große Nachfrage des Angebotes und eine erfolgreiche Entwicklung ab.

Jugendsozialarbeit – Bundeskoordinatorenarbeit im Gesamtverband

Die Förderkulisse ist vielfältig, aber kaum noch durchschaubar. Notwendig sind Programme, die individuelle Lösungen anbieten. Ebenso notwendig sind gemeinsame Anlaufstellen für arbeitslose Jugendliche. Die ewige Diskussion, ob das SGB II, III oder VIII zuständig ist, führt nicht zu Lösungen. Aufgrund der Suche nach Lösungen für eine Neuorganisation der Strukturen im SGB II ist leider ein geplanter Modellversuch in Thüringen noch nicht zustande gekommen.

das Netzwerk dabei Beratung und Weiterbildung verbindet

die Begleitung nicht mit der Gründung endet – bis zu einem Jahr nach der Gründung ist Unterstützung möglich

alle Leistungen und Angebote des Netzwerkes kostenfrei sind

Finanziert wird das Netzwerk durch das Thüringer Ministerium für

das Netzwerk thüringenweit an zehn Standorten vertreten und jeder Ansprechpartner, jede Ansprechpartnerin Lotse durch das Netzwerk ist

Sozialfonds.

die fünf Projekte des Netzwerkes über umfangreiche Kompetenzen verfügen, die sie auch gemeinsam nutzen und einander zur Verfügung stellen

das Netzwerk mit der Mikrofinanzagentur Gründungskapital geben kann

Wirtschaft, Arbeit und Technologie aus Mitteln des Europäischen

EUROPÄISCHE UNION Europäischer Sozialfonds

Obwohl die Zahl der Jugendlichen deutschlandweit und vor allem in Ostdeutschland sinkt, werden die Problemlagen nicht geringer. Schwierige Übergänge von der Schule in den Beruf, viele, aber wenig passgenaue, Übergangsprogramme, soziale Disparitäten bei der Chancengleichheit und überzogene Anforderungen von Unternehmen.

��� und weil das Netzwerk maßgeschneiderte Starthilfe gibt für alle, die ihre Lebenssituation nachhaltig verbessern wollen.

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

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Case Management – Wir bilden aus! In nahezu allen Handlungsfeldern der sozialen Arbeit, der Pflege und der Medizin ist der Nachweis fachlicher Expertise unter hoher Berücksichtigung ökonomischer Faktoren zum selbstverständlichen Qualitätsstandard geworden. Case Management wird als zielorientiertes, ressourcenstärkendes sowie tragfähiges Steuerungsinstrument bei den Faktoren gerecht. Die durch die qualifizierte Beratungsarbeit des PARITÄTISCHEN Thüringen erkannte wachsende Bedeutung unserer Mitgliedsorganisationen an optimaler Ressourcenerschließung und –nutzung, an bedarfsgerechter Versorgung und Leistungsvernetzung unterstreicht gleichermaßen den Bedarf an qualifizierter Case Management-Weiterbildung.

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

Der PARITÄTISCHE Thüringen mit dem Bildungsbereich seiner Tochtergesellschaft parisat gGmbH – der PARITÄTISCHEN Akademie Thüringen - ist seit September 2009 für vorerst vier Jahre von der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) als Case Management-Institut zertifiziert worden. Das grundsätzliche Interesse an unserem Weiterbildungsangebot ist erfreulicherweise groß. Die Case Management-Weiterbildung umfasst 214 Unterrichtseinheiten und ist berufsbegleitend für ein Jahr konzipiert. Um die Teilnahme an unserer kostenpflichtigen Weiterbildung einer breiteren Masse an Interessenten zu ermöglichen, werden auch Fördermöglichkeiten eruiert. Mit unserer Case Management-Weiterbildung schafft der PARITÄTISCHE Thüringen ein weiteres wichtiges Qualifizierungsangebot und leistet somit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Fachkräftesituation in Thüringen.

Silke M. 28 Jahre, ausgebildete Einzelhandelskauffrau, alleinerziehend, zwei Kinder, seit 2,5 Jahren auf Job-Suche • Margitta B., 47 Jahre, Abschluss Dipl. Ing., betreut seit 8 Jahren pflegebedürftige Schwiegermutter, sucht wohnortnahe Teilzeittätigkeit • Tanja G., 43 Jahre, körperbehindert, alleinerziehend, im Ehrenamt aktiv, nahm geringfügige Tätigkeit mit dem Ziel, Minderung der Leistung nach SGB II auf • Maria G., ausgebildete Erzieherin, 27 Jahre, seit einem Jahr auf Job-Suche • Henriette M., 32 Jahre, Dipl. Agrarwissenschaftlerin, kann sich mit Realitäten nicht abfinden, seit 2 Jahren Arbeit suchend und gesundheitliche Probleme • Katja O., 46 Jahre, musste ihre Arbeit aufgrund einer Erkrankung aufgeben, Maßnahme zur beruflichen Rehabilitation wahr, ist im Besuchsservice und in der Seniorenbegleitung selbstständig tätig, baut Kontakte über die Alltags- und Familienhilfen aus • Karin T., 46 Jahre, geschieden, vereinsamt, sucht einen neuen Job, • Edeltraud N., 41 Jahre, geschieden, zwei Kinder, Zeitarbeiterin, sucht dringend Kinderbetreuung während ihrer Schichtarbeit • Sigrid P., 49 Jahre, Lohnbuchhalterin, geriet aufgrund von Mobbing am Arbeitsplatz in eine psychische Krise, seit 2,5 Jahren beschäftigungslos, ist seit Mai in der Alltags- und Familienhilfe angestellt Marion K., 50 Jahre manisch depressiv, ausgebildete Dekorateurin, nicht mehr arbeitsfähig, EU-Ren- te • Christine F., Einzelhandelskauffrau, 29 Jahre, ohne Fahrerlaubnis, arbeitete bislang in Aushilfsjobs oder als 1 €-Jobberin • Cindy S., 23 Jahre, keine Berufsausbildung (Abbruch der ersten Lehre), beginnt neue Ausbildung als Kosmetikerin • Rainer D., 51 Jahre depressiver und demotivierter gelernter Maler, seit 12 Jahren keine Arbeit • Jutta P., 53 Jahre, ausgebildete Heilpädagogin, hat nach langer Krankheit ihren Job verloren • Mandy Z., 27 Jahre, familiäre Bedarfsgemeinschaft, keinen Schulabschluss, drei Kinder • Yvonne D. 36 Jahre, verheiratet, zwei Kinder, ausgebildete Bürokauffrau, Diagnose Multiple Sklerose, immer mal wieder auf Job-Suche • Simone J., verheiratet, 34 Jahre, Fachkraft für Buchführung, Arbeit suchend seit 3 Jahren, sucht eine Stelle in einem Steuerbüro, gern auch andere Tätigkeiten • Vera B., 30 Jahre, alleinerziehend, 2 Kinder, sucht einen Telearbeitsplatz, um von zu Hause aus zu arbeiten • Beate R., 42 Jahre ausgebildete Lehrerin, Arbeit suchend seit 5 Jahren, sucht eine Be- schäftigung im Berufs- oder Weiterbildungsbereich, gern Arbeit mit Jugendlichen • Anja L., 51 Jahre, Köchin, 6 Jahre beschäftigungs- los, litt immer wieder unter Depressionen, nahm aufgrund der Qualifizierung „Chance sozial“ eine geringfügige Beschäftigung in einem Pflegeheim auf • Kerstin, L. Verkäuferin alleinstehend, 39 Jahre, hat eine Weiterbildung im Pflegebereich erfolgreich absolviert und sucht einen Job im Pflegebereich • Renate K., 45 Jahre, alleinerziehend, Bürokauffrau würde gern im Betreuungsbereich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten • Christine T., 51 Jahre, Krankenschwester kann Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben, Weiterbildung als Bürokauffrau, sucht seit 4 Jahren eine Arbeit im kaufmännischen Bereich • Rosalinde B., 66 Jahre psychisch labil, wird ehrenamtlich betreut • Manja Ch. 33 Jahre, verwitwet, 2 Kinder, Steuerfachangestellte, arbeitend, sucht eine bessere Kinderbetreuung • Gabi K., 56 Jahre, ist seit 20 Jahren beschäftigungslos, besitzt weder Führerschein noch Auto, erarbeitet sich derzeit Betätigungsfelder im eigenen Dorf im Bereich der Alltags- und Familienhilfe • Lisa P., 29 Jahre, Ausbildung in der Pflege, 1 Kind, verheiratet, sucht eine Stelle mit familienfreundlichen Dienstzeiten • Beatrice M., 49 Jahre, verheiratet, Geschäftsführerin eines mittelständischen Unternehmens, betreut ihren Enkel und braucht hierfür eine Unterstützung • Reinhild G., 38 Jahre, Abteilungsleiterin, verheiratet, braucht Unterstützung bei der Betreuung ihrer behinderten Tochter • Ewa W., promovierte Musikerin, verheiratet, Migrantin, braucht Hilfe bei der Integration in die Gesellschaft • Kerstin D., 56 Jahre, psychisch erkrankt, seit 3 Jahren beschäftigungslos, fand neues Betätigungsfeld in der Alltags- und Familienhilfe • Friederike O., 45 Jahre, Wohnbereichsleiterin, musste ihre Arbeit wegen Burn-outs aufgeben und wurde zur Nichtleistungsempfängerin, ist seit April aktiv in der Alltags- und Familienhilfe tätig • Birgit P., 38 Jahre, Bürokauffrau, 4,5 Jahre beschäftigungslos, war immer wieder temporär tätig, wurde über Qualifizierung „Chance sozial“ aktiviert und begann eine Ausbildung zur Altenpflegerin • Anita. R., 42 Jahre, 4 Jahre beschäftigungslos, Erzieherin, und gelernte Fußpflegerein, meldete nun ein Kleingewerbe an und arbeitet im Bereich der Alltags- und Familienhilfen im ländlichen Raum • Gabi T., 58 Jahre, Frührentnerin, betreut seit Juni als Leihoma zwei Kinder im Alter von 1 und 5 Jahren im ländlichen Raum • Pamela J., 48 Jahre, Buchhalterin, bildete sich aus privatem Interesse in der Pflanzenheilkunde weiter und gibt in Mehrgenerationenhaus Kurse und Vorträge zum Thema „Kräuter, ihre Wirkung und Verarbeitung“ als Honorarkraft •

Bildvorlage: © TAlex - Fotolia.com • Layout: © Frank Diehn - www.fRanKon.de

Sandra Eggers Leiterin Management | Organisationsberatung Tel.: 036202 | 26-108 E-Mail: seggers@pariasat.de


Katharina Böhning CORA-Netzwerk | Koordinierungsstelle Tel.: 036202 | 26-154 E-Mail: kboehning@paritaet-th.de Katharina Philipps CORA-Netzwerk | Koordinierungsstelle Tel.: 036202 | 26-131 kphilipps@paritaet-th.de

Frauen und Familie Noch immer wandern zu viele junge Frauen aus Thüringen ab. Immer noch sind es vor allem arbeitslose Frauen, die Schwierigkeiten haben, sich im Arbeitsmarkt zu platzieren. Die Notwendigkeit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in vielen Unternehmen angekommen, allein die Umsetzung ist vielerorts noch eine Baustelle. Was es braucht sind kreative Ideen und neue Beschäftigungsfelder sowie die Öffnung von Zugängen in den Arbeitsmarkt. Passgenaue Angebote vor Ort sind da ein erfolgversprechender Ansatz. Grundsätzlich hat sich auch im zurückliegenden Jahr der PARITÄTISCHE für den Bereich Frauen- und Familienarbeit stark gemacht. Mit Blick auf die angespannte Haushaltslage von Bund, Ländern und Kommunen hatte und hat der PARITÄTISCHE einen klaren Auftrag. Neben dem grundsätzlichen Servicepaket wird es vor allem darum gehen, alle Finanzierungsmöglichkeiten und „neuen Wege“ für diesen Bereich auszuloten.

Die Themen •

CORA – gemeinsam für Frauen

Mehrgenerationenhäuser

Erziehungsberatung

Der Krüger-Verein und das Frauen- & Familienzentrum „Krügerei“

CORA – gemeinsam für Frauen CORA wird als Projekt seit Februar 2009 als „CORA - Netzwerk Thüringer Frauenzentren zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ mit insgesamt sieben Teilprojekten in sechs Mitgliedsorganisationen durchgeführt. Das Projekt wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen der Integrationsrichtlinie gefördert.

Das CORA-Netzwerk Verein Prof. H. A. Krüger e. V., Teilprojekt “Servicestelle Frauen und Familie“ (Neudietendorf) SOS Kinderdorf e. V., Teilprojekt „WEG – Wagen Entwickeln Gestalten“ (Gera) Ökus e. V., Teilprojekt „LUISE – Frauenzentrum als Kommunikationsstützpunkt mit modellhaftem Dienstleistungsservice“ (Saalfeld-Rudolstadt) LIFT gGmbH, Teilprojekt „Aufbau und Etablierung einer Dienstleistungsdrehscheibe“ (Nordhausen) Frauenbildungs- und Begegnungsstätte ko-ra-le e. V., Teilprojekt „ Leben und Beruf im Eichsfeld“ (Heiligenstadt) Frauen- und FamilienZentrum Erfurt e. V., Teilprojekt „ Hand in Hand - ein Projekt zur Verbesserung der Beschäftigungschancen von Frauen in Thüringen“ (Erfurt) PARITÄTISCHER Wohlfahrtsverband Landesverband Thüringen e. V., Teilprojekt „Koordinierungsstelle“ (Neudietendorf)

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

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Julia Heidekrüger Referentin Frauen und Familie Tel.: 036202 | 26-221 E-Mail: jheidekrueger@paritaet-th.de

In den vergangenen 18 Monaten hat sich sowohl auf Netzwerkebene aber auch in den einzelnen Teilprojekten einiges entwickelt. So werden in den Teilprojekten Bedarfe und individuelle Rahmenbedingungen von Frauen, Familien, Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen zur Förderung einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf erkundet. Darüber hinaus werden Frauen, Familien, Unternehmen, Einrichtungen und Institutionen im Hinblick auf die beschriebene Problematik informiert und sensibilisiert und Netzwerkstrukturen zur Erprobung und Vermittlung von personennahen familienunterstützenden Dienstleistungen aufgebaut. Derzeit werden neben einer Dienstleistungsdrehscheibe in Nordhausen auch ein Dienstleistungsservice in Saalfeld und eine Servicestelle mit regionalen Beschäftigungsund Qualifizierungsangeboten für die Region NesseApfelstädt aufgebaut. Daneben werden im Rahmen der CORA-Teilprojekte spezielle Beratungs- und Begleitungsangebote zu den Themen Berufswegplanung, zu Beschäftigungsoptionen und -chancen, Bewerbungscoaching und zur „Alternative Selbstständigkeit“ entwickelt und etabliert. Die CORA-Koordinierungsstelle begleitet und unterstützt die Mitarbeitenden der Teilprojekte in Form von Fachberatung, dem Angebot und der Realisierung eines fachlichen Begleitprogramms, abgestimmt auf

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

die Fortbildungsbedarfe der Projektmitarbeiter/-innen. Ebenso zählen verschiedene Aktivitäten zum bundesund landesweiten Mainstreaming und zur Öffentlichkeitsarbeit, die Evaluation der Netzwerkarbeit und Unterstützung bei der Einbindung in bestehende Netzwerke auf Landes- und Bundesebene zum Service der Koordinierungsstelle. „… wir sind inzwischen zu der Überzeugung gekommen, dass mit dem Projekt CORA die Angebotspalette des Frauen- und FamilienZentrums um beschäftigungspolitische Aktivitäten und Angebote nicht nur bereichert, sondern vervollkommnet wurde….“ Leiterin des Frauenzentrums

Mehrgenerationenhäuser Seit 2008 unterstützt das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend 500 Mehrgenerationenhäuser bundesweit mit einem Zuschuss von 40.000 Euro. In Thüringen haben sich durch das Aktionsprogramm 30 Mehrgenerationenhäuser etabliert. Ende 2011 läuft die Förderung des Bundes zur Finanzierung der Personal- und Sachkosten für die Mehrgenerationenhäuser aus. Für viele Mehrgenerationenhäuser in Thüringen ist unklar, wie es nach Ablauf der Förderung weitergeht.

Bisher hat es den Anschein, dass der Bund, der Freistaat Thüringen und die Kommunen sich weitestgehend aus der Verantwortung herausnehmen. Dies bedeutet für die Mehrgenerationenhäuser eine große Herausforderung, da der Großteil an Mehrgenerationenhäusern im ländlichen Raum verortet ist, wo sich die wirtschaftlichen Bedingungen seit der Wiedervereinigung stetig verschlechtert haben. Auch der PARITÄTISCHE widmet sich der Frage, inwieweit die Mehrgenerationenhäuser zukünftig ihre Arbeit fortsetzen können. Um sich einen detaillierten Überblick über die Lage zu verschaffen, unterstützte der PARITÄTISCHE Thüringen unter anderem eine Bachelorarbeit zum Thema „Mehrgenerationenhäuser – Eine Analyse der ländlichen Mehrgenerationenhäuser in Nordthüringen unter dem Aspekt eines nachhaltigen Finanzierungskonzeptes“. In dieser Forschungsarbeit werden Strukturen und Arbeitsweisen der Mehrgenerationenhäuser im ländlichen Nordthüringen dargestellt, um daraus weitere Finanzierungsmöglichkeiten nach Ende der Bundesförderung abzuleiten. Vor dem Hintergrund demografischer und wirtschaftlicher Dynamiken haben sich Mehrgenerationenhäuser in kleinen Gemeinden zu Anziehungspunkten des öffentlichen Lebens entwickelt. Aus diesem Grund sollte das innerhalb politischer Diskussionen nicht als Belastung im Sinne von Kosten, sondern als Entlastung und gewinnbringend für ganze


Landstriche Thüringens betrachtet werden. Dementsprechend ist aus Sicht des PARITÄTISCHEN eine Finanzierung über die ländliche Infrastrukturförderung notwendig.

werden. Schon deshalb sieht der PARITÄTISCHE Thüringen keinen Spielraum für weitere Personaleinsparungen in den Beratungsstellen.

Erziehungsberatung

Der Verein Prof. Herman A. Krüger und das Frauen- & Familienzentrum „Krügerei“

Der PARITÄTISCHE sieht in der Erziehungs- und Familienberatung einen der elementarsten und niedrigschwelligen Bestandteile der sozialen Infrastruktur. Kritisch betrachtet der PARITÄTISCHE, dass laut dem 13. Kinderund Jugendbericht der Bundesregierung die Zahl der Beratungen – bei annähernd gleichem Personal – seit 1993 um 60 % gestiegen ist. Die personelle Besetzung steht daher in keinem vertretbaren Verhältnis zum tatsächlich gegebenen Unterstützungsbedarf der Familien sowie den erweiterten Beratungsaufgaben und steigenden Anforderungen. Aus PARITÄTISCHER Sicht muss ein stabiler Fachkräftebestand, welcher diesen Anforderungen gerecht wird, abgesichert werden. Berater/-innen in Einrichtungen der Erziehungsberatung verfügen aufgrund ihrer Qualifikationen über hohe Schnittstellenkompetenzen, diese könnten laut dem 13. Kinder- und Jugendbericht noch stärker genutzt werden, wenn mehr Personalkapazitäten zur Verfügung gestellt würden. Sinkt der Personalschlüssel weiter, besteht die Gefahr, dass Familien vom sozialen Hilfenetz nicht mehr rechtzeitig aufgefangen

Zum Jahresanfang 2009 begann der Krüger-Verein mit der Etablierung des Frauen- & Familienzentrums „Krügerei“ in den Räumen der Krügervilla, konzipiert als ein für alle Frauen und Familien zugängliches und täglich geöffnetes Zentrum mit niedrigschwelligen Angeboten. Das Leitbild der „Krügerei“ war und ist seine Ausrichtung als gemeinwesenorientierter, offener Ort der Begegnung, Beratung und Begleitung, Information und Kultur. Mit seinen Angeboten macht das Frauen- & Familienzentrum „Krügerei“ der sonst recht strukturschwachen Region ergänzende, unterstützende, kulturelle und präventive Angebote, die von einem wachsenden, interessierten und aufgeschlossenen „Kundenstamm“ frequentiert werden. Besonders gefragt sind Gesundheits- und Präventivveranstaltungen, Möglichkeiten der Begegnung und des Austausches, gemeinsame Freizeitaktivitäten und kulturelle Angebote wie Ausstellungen und Lesungen.

Die Einbindung in die regionalen Netzwerke und die gemeinsame Entwicklung von Strategien zur Sozialraumentwicklung mit ansässigen Vereinen und Initiativen gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung und ermöglicht die Integration in die lokalen Strukturen. Die steigenden Nachfragen neuer Interessens- und Zielgruppen sowie das Interesse überregionaler Institutionen an Kooperationen und Vernetzungen sind Indiz für eine gelungene regionale Ausstrahlung und Akzeptanz des Krüger-Verein und des Frauen- & Familienzentrums „Krügerei“.

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Britta Richter Referentin Pflege, Hospiz und Seniorenwirtschaft Tel.: 036202 | 26-229 E-Mail: brichter@paritaet-th.de

Ältere Menschen Die heute gegebene Altersstruktur in Deutschland wird die Bevölkerungsentwicklung für die nächsten Jahrzehnte nachhaltig prägen. Dies manifestiert sich in der steigenden Zahl der älteren Bevölkerung und damit einhergehend der steigenden Anzahl der Pflegebedürftigen. Statistische Berechnungen gehen von bis zu 25 Millionen der über 65-Jährigen für das Jahr 2050 aus. Laut Pflegestatistik des Bundes hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen gegenüber dem Jahr 1999 im Dezember 2007 um 11,4 Prozent auf knapp 2,3 Millionen erhöht. Davon ausgehend wird sich die Anzahl der Pflegebedürftigen unter derzeitigen Voraussetzungen bis 2040 fast verdoppeln.

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Die Themen

Pflege – Zwischen Anspruch und Realität

Pflege – Zwischen Anspruch und Realität

Umsetzung der Pflege-Transparenzvereinbarung – Mehr Qualität durch mehr Transparenz

Fortführung der Verhandlungen auf Landesebene – Und kein Land in Sicht

Rahmenvertragsverhandlungen auf Grundlage § 75 SGB XI – ambulant und stationär

Thüringen.

Verhandlungsfortführung im Bereich Häusliche Krankenpflege mit den Ersatzkassen

Verhandlungsfortführung im Bereich Häusliche Krankenpflege mit den Primärkassen

Arbeitstreffen der Leistungserbringerverbände mit den Kostenträgern zur Klärung aktueller Probleme in der Umsetzungspraxis – Der schnelle Diskurs

Die Einführung der Mindestlohnverordnung – DAS Mittel gegen Lohndumping

Vom Pflegebedarf zum Fachkräftebedarf …Oder: Wer pflegt die Pflege?

Unter dem Dach des PARITÄTISCHEN Thüringen agieren 53 Träger im Bereich der Pflege und Altenhilfe. Unter das vielfältige Angebotsspektrum fallen 23 vollstationäre Altenpflegeeinrichtungen sowie 56 ambulante Pflegedienste und Sozialstationen. Neben dem wird die Angebotslandschaft erweitert durch Vorhaltung von Tagesund Nachtpflege, Kurzzeitpflege, ambulante Hospizdienste, Tagesbetreuung für Menschen mit Demenz, Angehörigengruppen, Ambulant Betreutes Wohnen sowie niedrigschwellige Betreuungsangebote.

Das Max-Planck-Institut für demografische Forschung prognostiziert, dass Thüringen im Jahr 2060 neben Brandenburg das älteste Bundesland sein wird. Waren im Jahr 1999 noch knapp 60.000 Personen pflegebedürftig so stieg die Anzahl derer auf über 72.000. Durchschnittlich kommen auf 1.000 Bewohner 31 Pflegebedürftige in


Das wirkt sich natürlich auch auf den Ausbau der professionellen Unterstützungsstrukturen und Dienstleistungen im Pflege- und Altenhilfebereich aus und macht die Herausforderungen für den PARITÄTISCHEN deutlich. Das bedeutet im Kern: Die Entwicklung und Umsetzung von bedarfs- und qualitätsorientierten Versorgungsalternativen sowie die fachliche Unterstützung zum Erhalt und zur Fortentwicklung bestehender Versorgungsstrukturen. Jedoch werden die Bestrebungen gehemmt durch starre gesetzliche Bestimmungen und Regelungen und gleichbleibend niedrige Vergütungsstrukturen. Dem gegenüber stehen der stetig wachsende Mangel an Fachkräften und erhöhte Qualitätsanforderungen. Anspruch und Wirklichkeit stehen sich hier in ungleichem Maß gegenüber. Wie im zurückliegenden Jahr wird der PARITÄTISCHE die Interessen und Bedarfe der Mitgliedsorganisationen aktiv und dialogisch nach außen – gegenüber Kosten- und Entscheidungsträgern – vertreten und sich den Herausforderungen mit dem Blick in die Zukunft stellen.

Umsetzung der Pflege-Transparenzvereinbarung – Mehr Qualität durch mehr Transparenz Mit Genehmigung der Qualitätsprüfrichtlinien (QPR) durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) führt der MDK neben originären Qualitätsprüfungen seit dem 01.07.2009 auch die Prüfungen auf Grundlage der PflegeTransparenzvereinbarung (PTV) durch. Ziel war es, für die Verbraucher verständliche Darstellungen der Leistungen und der Qualität von Pflegeeinrichtungen – ambulant wie stationär – veröffentlichen zu können. Dieses Vorhaben stößt bis heute auf heftige Kritik durch die Trägerverbände der Leistungserbringer. Die Kernkritik wird an der Tatsache festgemacht, dass der überwiegende Teil der Kriterien im Bereich der pflegerischen Leistung und der pflegerischen Maßnahmen anhand der Dokumentation gemessen wird. So kann eine Einrichtung hervorragend pflegen und betreuen, jedoch wegen der Versäumnisse hinsichtlich der fachgerechten Dokumentation einer negativen Bewertung unterliegen. Der PARITÄTISCHE bietet hier über die Angebote der PARITÄTISCHEN Akademie Fortbildungen an, um die Einrichtungen und Dienste fortan bei der Umsetzung der geforderten Kriterien der Pflegetransparenzvereinbarung für den Pflegeprozess und die Pflegedokumentation und in Vorbereitung auf die Qualitätsprüfungen zu unterstützen. Nicht zuletzt sollte es im eigenen Interesse liegen, die vereinbarten Leistungen in einer möglichst hohen Qualität zu

erbringen, um die bestmögliche Pflege und Betreuung der Bewohner und Patienten zu gewährleisten.

Fortführung der Verhandlungen auf Landesebene – Und kein Land in Sicht? Die Jahreshälften 2009 und 2010 waren stark geprägt von einem dichten Verhandlungsgeschehen in allen Teilbereichen des sich auf Pflege beziehenden Leistungsrechts. Die Verhandlungen waren durch unterschiedliche Interessenlagen von einem zähen Klima geprägt. Aus PARITÄTISCHER Sicht haben die Verhandlungen noch kein befriedigendes Ergebnis gebracht. Ziel des PARITÄTISCHEN bleibt weiterhin, die Versorgungsstrukturen für die Mitgliedseinrichtungen zukunftsweisend und praxisnah zu verändern und dies gesetzlich zu verankern. Rahmenvertragsverhandlungen auf Grundlage § 75

SGB XI – ambulant und stationär Die am 01.07.2008 in Kraft getretenen Novellierungen des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes haben Ende Sommer 2008 in Thüringen zur Aufnahme der Rahmenvertragsverhandlungen nach § 75 SGB XI für den ambulanten und stationären Bereich geführt. Die im Gesetz verankerten Grundlagen müssen auf Landesebene konkretisiert und angepasst werden. Weiterhin zeigen sich die Verhandlungsverläufe analog zueinander durch die

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unterschiedlichen Interessenlagen der Kostenträger und Leistungserbringer als schleppend und schwierig in der Kompromissfindung, besonders für die neu zu verhandelnden Personalanhaltswerte, welche in einer neuen Qualität auf die Bedarfe der Zukunft hin festgeschrieben werden sollen. Such hier wird sich der PARITÄTISCHE stark machen.

Verhandlungsfortführung im Bereich Häusliche Krankenpflege mit den Ersatzkassen Die Verhandlungen mit den Ersatzkassen zur Erarbeitung eines neuen Leistungs- und Vergütungsverzeichnisses zur Erbringung Häuslicher Krankenpflege gemäß § 132 a Absatz 2 SGB V läuft bereits seit 2006. Die Auseinandersetzung um eine leistungs- und sachgerechte Vergütung zeigt sich als schwierig und kompromissfern. Das Ziel einer budgetneutralen Umstrukturierung der Leistungen konnte bisher nicht erreicht werden. Der PARITÄTISCHE Thüringen hat sich auch im zurückliegenden Jahr für eine leistungsgerechte Vergütungsstruktur, die der Kostenentwicklung und den Erfordernissen der Erbringung zur häuslichen Pflege gerecht wird, eingesetzt. Jetzt will er das Verhandlungsgeschehen in diesem Sommer zu einem zufriedenstellenden Abschluss bringen.

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Verhandlungsfortführung im Bereich Häusliche Krankenpflege mit den Primärkassen Auch hier befinden sich die Leistungserbringerverbände seit September 2008 im aktiven Verhandlungsgeschehen. Das derzeitige Leistungs- und Vergütungsverzeichnis über die Versorgung mit Häuslicher Krankenpflege gemäß § 132 a Absatz 2 SGB V sowie zur Versorgung mit Haushaltshilfe gemäß § 132 a Absatz 1 SGB V soll hinsichtlich inhaltlicher Anpassungsbedarfe und der Steigerung der einzelnen Leistungen verhandelt werden. Auch bezüglich der am 17.09.2009 angepassten Neufassung der Häuslichen Krankenpflege-Richtlinien bedarf es einer Anpassung des Leistungsverzeichnisses. Im Juni 2010 konnten sich die Leistungserbringerverbände mit der AOK PLUS auf eine Erhöhung der Vergütung für die Leistungen um 2,95 % ab 01.07.2010 mit anderthalb Jahren

Laufzeit einigen. Dies kann vorerst als ein Erfolg gewertet werden. Jedoch haben sich im Verhandlungsverlauf die Primärkassen in ihren Zielsetzungen auseinander dividiert, wodurch die AOK PLUS vorerst allein die Verhandlungen bestreiten wird. Die anderen Primärkassen - BKK, IKK und Knappschaft - haben zu eigenen Verhandlungen aufgerufen. Hintergrund ist, dass sich die AOK PLUS nicht auf einen gemeinsamen Rahmenvertrag einigen möchte. Die Gespräche mit den kleinen Primärkassen brachten

für beide Seiten ein praxistaugliches und zukunftsweisendes Ergebnis mit einer Vergütungserhöhung um 2,95 % in Verbindung mit einem Rahmenvertrag, der ab dem 01.07.2010 in Kraft getreten ist.

Arbeitstreffen der Leistungserbringerverbände mit den Kostenträgern zur Klärung aktueller Probleme in der Umsetzungspraxis – Der schnelle Diskurs!? Seit September 2009 nutzen die Leistungserbringerverbände den fachlichen Diskurs zur Klärung von aktuellen Problemen in der Handlungspraxis mit den Kostenträgern. Ziel ist hier, gemeinsam mit den jeweiligen Vertretern der Kostenträger Lösungen und Strategien bei Unstimmigkeiten hinsichtlich der Umsetzung von Verordnungen und Bestimmungen sowie ungeklärter Handlungsweisen der Kostenträger zu finden. Der PARITÄTISCHE nutzt intensiv diese Möglichkeit, um u. a. die Problemanzeigen seiner Mitgliedsorganisationen auf kurzem Wege aufzunehmen und zur Klärung auf die Arbeitsebene zu transportieren.


Die Einführung der Mindestlohnverordnung – Das Mittel gegen Lohndumping Die Einführung der Mindestlohnverordnung wird vom PARITÄTISCHEN Thüringen als notwendiger und zukunftsweisender Schritt in die richtige Richtung gewertet, von dem alle Beteiligten profitieren können. Der Mindestlohn gibt ungelernten Pflegehilfskräften die Chance, unter fairen Lohnbedingungen zu arbeiten. Die Unternehmen können davon profitieren, weil ein maßvoller Mindestlohn vereinbart worden ist, der die Gefährdung von Arbeitsplätzen vermeidet. Jedoch müssen auch die Pflegekassen ihr Entgeltniveau entsprechend anpassen. Hier sind die Arbeitgeber und der PARITÄTISCHE Thüringen als fachlicher Unterstützer, in den kommenden Verhandlungen der Entgelte und vertraglichen Regelungen, gemeinsam in der Pflicht, die Umsetzung der Verordnung voranzutreiben. Der PARITÄTISCHE Arbeitgeber Tarifvertrag Thüringen (PATT) bietet durch seine Vergütungsgruppeneinteilungen bereits jetzt schon die Möglichkeit der Eingruppierung von Pflegehilfskräften über den kommenden gesetzlichen Mindestlohn. Es ist angedacht, in den nächsten Tarifverhandlungen diesen gesetzlichen Mindestlohn für Pflegehilfskräfte entsprechend den speziellen Anforderungen der PARITÄTISCHEN Tarifgemeinschaft in Thüringen einzuarbeiten. Hierzu berät der PARITÄTISCHE

Thüringen sowie der PARITÄTISCHE Arbeitgeber Tarifvertrag Thüringen die Mitgliedsorganisationen im Bereich der Pflege.

Vom Pflegebedarf zum Fachkräftebedarf … Oder: Wer pflegt die Pflege? Die von dem PARITÄTISCHEN Arbeitgeber Tarifvertrag Thüringen (PATT) in Auftrag gegebene Studie zur „Fachkräfteentwicklung in der Thüringer Gesundheits- und Sozialwirtschaft“ (siehe verbandspolitische Schwerpunkte 2009/2010) zeigt den Fachkräftebedarf und die Entwicklungstrends in der Pflege auf und macht den hohen Handlungsdruck in diesem Bereich deutlich. Verstärkt wird der Druck durch das „schlechte“ Image der Pflegeberufe, die demografische Dynamik inklusive der Abwanderung sowie die schlechte Entlohnung der Dienstleistung. All diese Punkte führen zu dem Schluss, dass das gesellschaftlich vorherrschende Bild der Pflege und dementsprechend der Pflegenden im positiven Sinne verändert und verbessert werden muss. Es ist dringend notwendig, an den Rahmenbedingungen zu arbeiten, in und mit denen Pflege stattfindet. Neben der Erhöhung der Pflegesätze heißt dies auch, die Arbeitsbedingungen für die Pflegekräfte zu verändern: Hier sind zum einen adäquate Personalentwicklungsinstrumente gefragt, aber auch entsprechende Angleichungen in der Erstausbildung. Der PARITÄTISCHE Thüringen sieht hohen

Handlungsbedarf auf politischer Ebene, die Hürden für eine Modernisierung der Pflegeausbildung abzubauen. Erforderlich sind zukünftig unterschiedliche Zugänge zum Pflegeberuf. Dazu müssen verschiedene Qualifizierungsmodule entwickelt werden, die dem stärker differenzierten Bedarf näher kommen. Der PARITÄTISCHE Thüringen hat die Chance, unter Nutzung der synergetischen Unternehmen den Bereich Pflege konzentriert in den Bereichen der Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie in der Personalentwicklung nach vorne zu bringen.

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Ralf Schneider Referent Behindertenhilfe Tel.: 036202 | 26-224 E-Mail: rschneider@paritaet-th.de

Menschen mit Behinderung Der PARITÄTISCHE Thüringen stand und steht vor großen Herausforderungen. Die geplante Reform der Eingliederungshilfe, die Umsetzung der UNKonvention, die Erarbeitung eines einheitlichen Hilfebedarfsfeststellungsverfahrens und insbesondere die Bedarfe älterer Menschen mit Behinderung waren zentrale Themen des vergangenen Jahres und werden die PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen, die Betroffenen, deren Angehörige und den Landesverband auch in Zukunft weiter begleiten.

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Themen: •

Inklusion – Chance und Herausforderung für alle

Selbstbestimmt leben

Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe

Bedarfe älter werdender Menschen mit Behinderung

Barrierefreiheit und Beratung für Menschen mit Behinderungen in Krakau

Inklusion – Chance und Herausforderung für alle „2010 - das Jahr der Inklusion“, so titelt „dieGesellschafter.de“ in ihrer Märzausgabe 2010. Tatsächlich hat der Begriff Inklusion spätestens seit Inkrafttreten der UNKonvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung zunehmend an Strahlkraft gewonnen. Bei Vielen ist angekommen, dass Menschen mit Behinderung als Teil der Gesellschaft selbstverständlich gleich behandelt werden müssen, dass Sonderwelten, Sonderdenken nach Möglichkeit von vornherein vermieden werden müssen, dass Integrationsbemühungen überflüssig werden, wenn Menschen mit Behinderung von Anfang an volle Teilhabe genießen können. Dass der Weg dahin beschritten werden muss, also ein Prozess ins Laufen gebracht werden muss, darin ist man sich weitgehend einig. Selbstredend gibt es enorme Abweichungen, an welchen Stellen überhaupt etwas getan werden muss, und wenn ja, was. Und was ist zurzeit leistbar? Die UN-Konvention stellt gewohnte Sichtweisen auf den Kopf. Bestes Beispiel: Nicht aus einer mindestens sechs Monate bestehenden „Funktionsbeeinträchtigung“ eines Einzelnen (lt. SGB IX) erwächst eine Behinderung, sondern aus der Wechselwirkung der Beeinträchtigung behinderter Menschen und den Barrieren in der Gesellschaft. „Man ist nicht behindert, man wird behindert.“ Diese Erkenntnis ist nicht neu, durch die UN-Konvention erhält sie jedoch einen erheblichen Schub.


Doch was macht das Jahr 2010 zum Jahr der Inklusion? Die Tatsache, dass 2010 eine größere Anzahl an Veranstaltungen zur UN-Konvention stattfindet, zeigt Zweierlei: Zum einen wird das große Interesse dokumentiert, zum anderen wird großer Diskussionsbedarf deutlich. An welchen Stellen und wie groß Handlungsbedarf besteht, darüber gibt es verständlicherweise unterschiedliche Auffassungen. Auch im Hinblick auf Barrierefreiheit setzt die UN-Konvention einen Impuls. Danach müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Hindernisse und Zugangsbarrieren zu beseitigen. Gebäude, Straßen, Transportmittel, Schulen, Wohnhäuser, medizinische Einrichtungen und Arbeitsstätten sind so zu gestalten, dass sie für Menschen mit Behinderung frei zugänglich sind. Ferner wird unter dem Begriff universelles Design definiert, dass Produkte, Umfelder, Programme und Dienstleistungen so zu gestalten sind, dass sie von allen Menschen möglichst weitgehend und ohne Anpassung genutzt werden können. An dieser Stelle ist vielfach bereits jetzt eine Umorientierung in der Gesellschaft zu entdecken, und zwar ohne, dass es um „Integrationsbemühungen“ geht. Vielmehr sind es immer häufiger handfeste wirtschaftliche Interessen, welche die immer größer werdende Gruppe älterer Menschen als Konsumenten in den Blick nehmen. Für den Bereich des Tourismus ist lange belegt, dass sich Barrierefreiheit auch für die Anbieter im Wortsinne „auszahlt“. Im

Wohnungsbau, in der Stadtplanung gewinnt Barrierefreiheit an Bedeutung. Unter dem gleichen Gesichtspunkt wird auch das PARITÄTISCHE Projekt „cebith“ aktiv. Unternehmensleitungen und Mitarbeiter/ -innen verschiedenster Branchen sollen fit gemacht werden für diese Herausforderung: Was bedeutet Barrierefreiheit für mein Unternehmen und meine Tätigkeit darin und wie kann ich meine Angebote entsprechend optimieren. Damit wird verschiedensten Personengruppen Teilhabe ermöglicht oder erleichtert. Keineswegs nur Menschen mit Behinderung sondern auch Senioren, Kinder, Familien, letztlich alle, profitieren davon. Unterstützt wird das Vorhaben durch den vom PARITÄTISCHEN initiierten Verein Barrierefrei in Thüringen e. V. (bith). Ihm gehören Menschen mit Behinderung, VertreterInnen aus der Forschung, der Wohnungswirtschaft, dem Behindertensport, der Ausbildung und der Familienarbeit an.

„Wir leben in einer alternden Gesellschaft, jedem von uns können sich über kurz oder lang Barrieren in den Weg stellen. Hier gilt es, Vorsorge zu treffen. Vor allen Dingen gilt es aber, die Barrieren in den Köpfen der Verantwortlichen abzubauen“, Petra Michels, Vorsitzende bith e. V.

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Was tut bith e. V. •

bith e. V. ist „Netzwerker“ und führt Personen und Institutionen, die mit Ideen, Konzepten, eigenen Erfahrungen und eigenen Projekten an der Umsetzung der Barrierefreiheit in allen Lebensbereich arbeiten und arbeiten wollen zusammen und unterstützt die Realisierung hieraus entstehender Projekte.

bith e. V. unterstützt Bürgerschaftliches Engagement und regt Initiativen zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements für ein barrierefreies Gemeinwesen an.

bith e. V. ist „Mahner“ und zeigt akute Handlungsbedarfe auf („Mahner“).

bith e. V. ist „Motivator“ und benennt Beispiele guter Praxis.

bith e. V. ist „Experte“ und regt Fachveranstaltungen an und unterstützt deren Durchführung.

bith e. V. ist „Lobbyist“ und berät Entscheidungsträger in Unternehmen, Politik und Verwaltung.

Vorstand v.l.n.r. Reinhard Müller, Petra Michels, Peter Resch

Erfolg und Teilhabe durch Abbau von Barrieren Verein Barrierefrei in Thüringen (bith e. V.) Wir sind derzeit 12 Mitglieder, die einen Beitrag für mehr Barrierefreiheit in Thüringen leisten wollen. Unsere Mitglieder kommen bspw. aus der Behindertenselbsthilfe, der Familienarbeit, der Forschung, der Bildung, dem Behindertensport, der Wohnungswirtschaft etc.

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bith e. V. ist „Lautsprecher“ und organisiert Öffentlichkeitsarbeit

bith e. V. ist „Partner“ und strebt zur Verwirklichung seiner Ziele an, eng mit dem Centrum für Barrierefreiheit in Thüringen („cebith“) - organisiert im PARITÄTISCHEN Thüringen e. V. - zusammen zu arbeiten.

Bei Interesse und weiteren Nachfragen wenden Sie sich vertrauensvoll und unverbindlich an Petra Michels, Vorsitzende bith e. V.. Telefon: 036601 209461 E-Mail: petramichels@t-online.de Postanschrift: bith e.V. Bergstraße 11 99192 Neudietendorf


Selbstbestimmt leben Ebenfalls keine neuen Erkenntnisse enthält die UN-Konvention, aber doch die selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, folglich die Erwartung an die Vertragsstaaten, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Menschen mit Behinderung ihren Aufenthaltsort wählen und entscheiden können, wo und mit wem sie leben möchten. Gefordert wird unter anderem, dass gemeindenahe Unterstützungsdienste eingerichtet werden müssen, um „Isolation und Absonderung von der Gesellschaft“ zu verhindern. Der Anspruch „Inklusion“ richtet sich dabei natürlich an die Gesetzgeber sowie die klassischen Protagonisten im Bereich „Behindertenhilfe“, an Rehabilitations- oder Kostenträger, an die Träger von Einrichtungen und Diensten. Ein wesentlicher Teil der notwendigen Veränderungen wird unter dem Begriff „Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe“ bearbeitet.

„örtliche Teilhabeplanung“ macht deutlich, dass ein solcher Anspruch nur über eine konsequente Steuerung und Planung erreicht werden kann. In Thüringen wird es einen Landesaktionsplan geben, der Handlungsbedarfe und Lösungsvorschläge zur Umsetzung der UN-Konvention auf Landesebene vorgibt. An der Erarbeitung des Aktionsplanes werden Menschen mit Behinderung unmittelbar beteiligt, wobei wichtig ist, dass auch Vertreter/ innen aus anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft und Verkehr mitwirken müssen. Nur so lässt sich erreichen, dass Inklusion als Ganzes gedacht und „gemacht“ werden kann. Sofern im Jahr 2010 tatsächlich ein effektiver Prozess mit konkreten Beschlüssen in Gang käme, dann könnte man 2010 tatsächlich auch in Thüringen als Jahr der Inklusion bezeichnen.

Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe Doch der Anspruch geht darüber hinaus. Er richtet sich darauf, ein Gemeinwesen so zu entwickeln, dass Menschen mit Behinderung ebenso wie Menschen ohne Behinderung in ihrer Gemeinde, ihrem Stadtteil die volle Teilhabe verwirklichen können. Folglich sind Stadtplaner, Verwaltung, kulturelle Einrichtungen entsprechend auszurichten, ein in jeder Hinsicht barrierefreies Gemeinwesen zu gestalten. Der Begriff

Bereits 2007 hat die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) einen ersten Beschluss zur Weiterentwicklung des SGB XII, der Eingliederungshilfe, gefasst. Sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene fanden seitdem intensive und auch kontroverse Diskussionen zur Ausrichtung der Eingliederungshilfe in den verschiedensten Aspekten statt. Hinzu kommt, dass die Länder große finanzielle Schwierigkeiten haben und nicht wissen,

wie sie in Zukunft die immer weiter steigenden Kosten der Eingliederungshilfe zahlen sollen. Der Paradigmenwechsel in der Eingliederungshilfe wurde bereits mit der Schaffung des SGB IX eingeleitet. In der Auseinandersetzung mit den Vorlagen lässt sich feststellen, dass bei einer konsequenten Umsetzung des SGB IX vieles von dem, was in der Arbeitsgruppe der ASMK jetzt vorgeschlagen wird, bereits heute umgesetzt werden könnte. Die Eckpunkte für eine Reformgesetzgebung wurden im Rahmen der Bund-Länder-Arbeitsgruppe der ASMK erarbeitet, mit Verbänden und anderen Beteiligten erörtert und von der 86. ASMK im November 2009 gebilligt. Die ASMK hat die Bundesregierung gebeten, zur Umsetzung der Eckpunkte den Entwurf eines Reformgesetzes zur Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe so rechtzeitig vorzulegen, dass dieses in der 17. Legislaturperiode verabschiedet werden kann. Die jetzt angestrebte Weiterentwicklung der Eingliederungshilfe darf aus Sicht des PARITÄTISCHEN nicht den Sparzwängen der Kommunen und Länder zum Opfer fallen.

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Hilfebedarfsfeststellung

Wohnen

In Thüringen steht die Entwicklung eines einheitlichen Verfahrens zur Hilfebedarfsfeststellung im Zentrum der gemeinsamen Beratung einer Arbeitsgruppe der LIGAVerbände mit dem TMSFG und den kommunalen Spitzenverbänden. In der Arbeitsgruppe wurde verabredet, bis Ende 2010/2011 einen einheitlichen Feststellungsbogen für die Anwendung in ganz Thüringen zu erarbeiten.

Eine Weiterentwicklung im Bereich des Wohnens im Kontext der Eingliederungshilfe findet aufgrund des nicht verabschiedeten Thüringer Wohn- und Betreuungsgesetzes derzeit nur begrenzt statt. Die bestehende Unsicherheit, welchen Rahmen das neue Gesetz bietet, verunsichert potentielle Träger neuer Wohnformen. Der PARITÄTISCHE Thüringen hat seine Anforderungen an das neue Gesetz bereits mehrfach formuliert. Darüber hinaus unterstützt und fördert der PARITÄTISCHE Thüringen neue Projekte in der Eingliederungshilfe durch Beratung, Unterstützung bei der Fördermittelakquise und bei erforderlichen Entgeltverhandlungen.

Von Seiten der Leistungsträger sollte deshalb bis zum Frühjahr 2010 ein erster Entwurf unter Beteiligung der örtlichen Träger erarbeitet werden, der dann zur Diskussion gestellt wird. Der PARITÄTISCHE Thüringen hofft, dass in dem von Leistungsträgerseite zugesagten zeitnahen Entwurf die von den Praktikern benannten Anforderungen an ein entsprechendes Instrument und die erforderlichen Rahmenbedingungen aufgenommen werden.

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So konnte zu Beginn des Jahres mit Förderung durch die Stiftung Deutsches Hilfswerk ein Beratungszentrum für Frauen und Familien mit dem Titel „Krise rund um die Geburt“ in Jena an den Start gehen. Der Träger – Aktion Wandlungswelten e. V. – sah den Bedarf und entwickelte ein schlüssiges Konzept. Der PARITÄTISCHE Thüringen wird auf politischem Weg versuchen, das wichtige Projekt über die Förderungszeit hinaus weiter zu sichern.

Bedarfe älter werdender Menschen mit Behinderung Die Zahl der Menschen mit Behinderung und mit besonderem Hilfebedarf wird in den kommenden Jahren steigen und der außerfamiliäre Hilfebedarf weiter zunehmen. Das aktuell bestehende Unterstützungsangebot reicht aus Sicht der PARITÄTISCHEN Mitgliedsorganisationen zur Deckung des zu erwartenden individuellen Bedarfes nicht aus. Um den älter werdenden Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen gerecht zu werden bedarf es einer intensiven, handlungsfeldübergreifenden Zusammenarbeit aller relevanten Akteure. Es gilt, mehr als Lösungen für den Pflegebedarf von älter werdenden Menschen mit Behinderung zu suchen und zu vereinbaren. Hier sind die Bereiche altersgerechtes Wohnen, Freizeitgestaltung, Bildung, Arbeit, Pflege, Sterbebegleitung auch im Sinne der Inklusion zu beleuchten. Des Weiteren sind Fragen der Aus- und Weiterbildung des Personals bezogen auf die Zielgruppe neu auszurichten. Ohne ein qualifiziertes Hilfebedarfsfeststellungsverfahren können wir den berechtigten Bedarfen der Zielgruppe nicht gerecht werden. Der PARITÄTISCHE fordert hier gemeinsam mit der LIGA Thüringen seit langem die Einrichtung eines „Runden Tisches“ unter Federführung des Sozialministeriums. Innerhalb des PARITÄTISCHEN hat sich eine Strategiegruppe „Älter werdende Menschen mit Behinderung“ gebildet, die u. a. Fragen zur Schnittstelle


Eingliederungshilfe/Pflege, Finanzierung, Erweiterung der ambulanten Angebotslandschaft und Qualifizierung bearbeitet.

Barrierefreiheit und Beratung für Menschen mit Behinderungen in Krakau Die Verbesserung der Barrierefreiheit und das Etablieren eines Beratungsangebotes für Menschen mit Behinderung war das Ziel eines Projektes in Krakau. Das Krakauer Forum Gesellschaftlicher Organisationen (KraFOS e. V.) und der PARITÄTISCHE Thüringen verwirklichten mit Unterstützung durch Aktion Mensch dazu ein Projekt, welches Ende Juli 2010 sehr erfolgreich abgeschlossen werden konnte. In dieser Zeit konnten die polnischen Partner im Krakauer Stadtteil Nowa Huta eine Beratungsstelle mit den Schwerpunkten Recht und Sozialberatung aufbauen, die schnell sehr in Anspruch genommen wurde und perspektivisch weitergeführt werden soll. Ferner wurden mit Hilfe studentischer Hilfskräfte bauliche Barrieren im öffentlichen Raum und in öffentlichen Gebäuden erhoben und in einer Informationsschrift veröffentlicht. Ähnliche Projekte für andere Stadtteile von Krakau sind geplant. Das gemeinsame Projekt führte auch zu einem noch intensiveren Kontakt des PARITÄTISCHEN mit KraFOS und zu der Überlegung, weitere gemeinsame Aktivitäten in Angriff zu nehmen.

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Renate Rupp Referentin Gesundheit, Selbsthilfe, Suchthilfe und Psychiatrie Tel.: 036202 | 26-223 E-Mail: rrupp@paritaet-th.de

Gesundheit und Selbsthilfe Der PARITÄTISCHE lässt nicht nach, die politisch Verantwortlichen immer wieder aufzufordern, Gesundheit in unserem Sozialstaat nicht zum Luxusgut werden zu lassen. Vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen sind durch die Erhöhung der Zuzahlungen in den vergangenen Jahren erheblich belastet worden. Hier steht die soziale Gerechtigkeit auf dem Spiel. In der aktuellen sozialpolitischen Debatte hat die Diskussion um den „aktivierenden“ Staat, die Zivilgesellschaft, um Selbsthilfe, Bürgersinn und Gemeinsinn Konjunktur. Selbsthilfe wird heute von allen relevanten Akteuren als unbestritten wichtige Säule im System der gesundheitlichen und psychosozialen Versorgung anerkannt.

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Die Themen •

Gesundheitsförderung – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Gesundheitsförderung – Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt

Zukunftsprogramm Selbsthilfe und Bürgerliches Engagement

Stärkung der Selbsthilfe durch Beratung, Fort- und Weiterbildung

Ausbau von Selbsthilfeangeboten in Thüringen

Gesundheitsförderung – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe Gesundheitsförderung, ein Querschnittthema, das in allen Lebensbereichen sowohl alters- als auch geschlechtsunabhängig gestaltet werden muss. In der Ottawa-Charta wurde deutlich gemacht, dass ohne ein Einwirken auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Prozess der Gesundheitsförderung nicht vorangetrieben werden kann. Der Thüringer Koalitionsvertrag von CDU und SPD legt dabei besonderes Augenmerk auf die Prävention. Dementsprechend sollten die Thüringer Gesundheitsziele umgesetzt, weiterentwickelt und evaluiert werden. Der PARITÄTISCHE hat sich von Beginn an mit


den Gesundheitszielen - mit Blick auf die Bedarfe Betroffener, aber auch mit Blick auf die Bedarfe der Einrichtungen und Dienste der Mitgliedsorganisationen - auseinandergesetzt und eingebracht und wird dieses weiter tun.

zu sehen. Hier muss trotz unterschiedlicher Gesetzeslagen (z. B. bei Anspruchsberechtigung) und Fördertöpfe sowie Verfügungsgewalten bezüglich der Finanzierung stärker vernetzt gedacht, gehandelt werden.

Gesundheitsförderung – Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt

Thüringen als „Gesundheitsland“ ist ein schönes Bild und wäre ein guter Werbeslogan. Allerdings findet eine dafür nötige Gesundheitsberichterstattung auf Landes- und kommunaler Ebene bisher kaum statt. Der PARITÄTISCHE fordert, dass sich die politisch Verantwortlichen des Landes, der Städte und Kommunen für diese Aufgabe gemeinsam engagieren und dies als Steuerungspotential erkennen. Auch hier wird sich der PARITÄTISCHE im Interesse der Betroffenen und der Träger der Einrichtungen und Dienste weiter aktiv einbringen.

Der PARITÄTISCHE Thüringen unterstützt die Schwerpunktsetzung des 13. Kinder- und Jugendberichtes auf das Thema „Gesundes Aufwachsen, Gesundheitsförderung in der Kinder- und Jugendhilfe“. Eine wesentliche politische und konzeptionelle Herausforderung sieht der PARITÄTISCHE in der Betonung der Kommission auf die „Gesundheitsförderung aller Kinder und Jugendlichen“. Im Sinne des Inklusionsgedankens ist zu begrüßen, dass nicht erneut in die Gesundheitsförderung behinderter und nicht behinderter Kinder und Jugendlicher kategorisiert wurde. Es bleibt allerdings festzustellen, dass es wenig empirische Ergebnisse zu der Frage, was Kinder und Jugendliche gesund erhält, gibt. Der PARITÄTISCHE Thüringen schlägt daher vor, den Fokus stärker auf die Forschung gesundheitsfördernder Faktoren zu legen. Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe sind im Kontext der Gesundheitsförderung nicht isoliert, sondern in Verbindung mit den Strukturen/Aufgaben des Gesundheitssystems, der Eingliederungshilfe und der Rehabilitation

Zukunftsprogramm Selbsthilfe und Bürgerschaftliches Engagement

auch einen Blick in die Zukunft zu wagen und daraus entsprechende Forderungen abzuleiten. Als zentrale Probleme der Selbsthilfe wurden u. a. die Überalterung und hohe Belastung der Selbsthilfeaktiven, die fehlende Gewinnung von Nachwuchsaktiven, die steigende Professionalisierung und die konkurrierenden Austauschangebote im Internet genannt. Nicht zuletzt wurden auch die Sparzwänge von Bund, Ländern und Kommunen, aber auch der Krankenkassen diskutiert. Dementsprechend fordert der PARITÄTISCHE Thüringen ein „Zukunftsprogramm Selbsthilfe und Bürgerschaftliches Engagement“. Gerade die Verschränkung von Selbsthilfe und Bürgerschaftlichem Engagement wird zukünftig eine größere Rolle spielen. Folgerichtig wird der PARITÄTISCHE den Weiterentwicklungsprozess der Selbsthilfe gemeinsam mit den Betroffenen und den relevanten Partnern in Gesellschaft und Politik weiter forcieren.

Am 4. Mai 2010 fand im Haus der PARITÄT in Neudietendorf der Fachtag „Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung - Engagement mit Zukunft?!“ statt. Im Mittelpunkt der Tagung mit über 80 Teilnehmenden stand die Untersuchung zu den Perspektiven der Selbsthilfe und der Selbsthilfeunterstützung, die Prof. Dr. Norbert Wohlfahrt im Auftrag des PARITÄTISCHEN Gesamtsverbandes durchgeführt hat. In Workshops hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, neben der Analyse der aktuellen Situation

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Stärkung der Selbsthilfe durch Beratung, Fortund Weiterbildung Der PARITÄTISCHE Landesverband Thüringen hält gemeinsam mit den PARITÄTISCHEN Unternehmen parisat gGmbH, PARITÄTISCHES Bildungswerk Thüringen und PARITÄTISCHE Buntstiftung kontinuierliche Angebote zur Stärkung der Selbsthilfe durch Beratung, Fortund Weiterbildung vor. Das Aufgabenspektrum umfasst die Fach- und Organisationsberatung für Organisationen der Wohlfahrtspflege, Weiterbildung für Fachkräfte und Ehrenamtliche im Sozial- und Gesundheitswesen sowie im Bereich des fachlichen Mainstreaming. Darüber hinaus verfolgt er weiterreichende sozialpolitische Fragestellungen im Rahmen von Forschungs- und Modellprojekten. 2009/2010 erlebte der PARITÄTISCHE eine hohe Zunahme von Teilnehmer/-innen aus dem Selbsthilfebereich. Über 800 Teilnehmer/-innen schulten sich zu Fragen der Öffentlichkeitsarbeit und Sponsoring, finanziellen, rechtlichen und organisatorischen Fragen der Vorstandsarbeit, zu Fachfragen zum Persönlichen Budget oder auch „Wie spreche ich mit meinem Arzt?“.

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

Ausbau von Selbsthilfeangeboten in Thüringen Die Selbsthilfeförderung, die im SGB V geregelt ist, findet seit 2008 auf zwei Wegen statt: die kassenübergreifende Gemeinschaftsförderung und die kassenindividuelle Förderung. Die Selbsthilfe braucht – trotz allem hohen persönlichen Einsatz der Aktiven – konsequente und dauerhafte finanzielle Unterstützung ihrer Arbeit. In der Öffentlichkeit, auf politischer Ebene und im Dialog mit den Sozialversicherungsträgern trat der PARITÄTISCHE Thüringen für die notwendigen Rahmenbedingungen der Selbsthilfe ein. Des Weiteren berät und akquiriert der PARITÄTISCHE Fördermittel zur Umsetzung von Projekten, die über die Fördermöglichkeiten des SGB V hinausgehen. So konnte u. a. ein Zuschuss zur Erstellung und den Druck einer Broschüre und die Gestaltung der Internetseite des Landesselbsthilfeverbandes Thüringen für Osteoporose e. V. ermöglicht werden.

Unter dem Dach des PARITÄTISCHEN Thüringen befinden sich 30 große, zumeist landesweit tätige, gesundheitsbezogene Selbsthilfeorganisationen mit rund 480 Selbsthilfegruppen und rund 14.000 Mitgliedern. Darunter fallen Selbsthilfeorganisationen von Personen mit Sinnesbehinderung oder -einschränkung (Erblindung, Sehbehinderung, Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit), mit Sucht- oder psychischer Erkrankung, Diabetes, Osteoporose, Schwerst- und Mehrfachbehinderung, Parkinson, Rheuma, Multiple Sklerose, Muskelerkrankung, onkologische Erkrankung, Aphasie, Morbus Bechterew und AIDS.


Christiane Landsiedel Referentin des Stiftungsvorstandes Tel.: 036202 | 26-208 E-Mail: clandsiedel@paritaet-th.de Sandra Schulz GWA | Migration | Sozialplanung Schuldnerberatung | Ehrenamt Tel.: 036202 | 26-207 E-Mail: sschulz@paritaet-th.de

PARITÄTISCHES Ehrenamt und Engagement Perspektivisch können Hilfestrukturen allein durch professionelle Fachkräfte nicht abgesichert werden. Hier ist ein neues, zeitgemäßes Bürgerschaftliches Engagement gefragt. Die veränderten Arbeitswelten, Zu- und Abwanderungen und die Vielfalt von Lebensstilen bedingen Änderungen der sozialen Infrastruktur und machen partnerschaftliche Kooperationen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren aus Sicht des PARITÄTISCHEN Thüringen notwendig. Bürgerschaftliches Engagement ist nicht nur eine tragende Säule im Gemeinwesen und Garant für kommunale Daseinsvorsorge, sondern entwickelt sich auch zu einem bedeutenden Bildungsfaktor.

Die Themen •

Freiwilligendienst aller Generationen

Nach dem Zivildienst ist vor … oder Freiwilligendienste – Der letzte Schrei?!

DadA – Kinder gestalten unsere Zukunft?!

PARITÄTISCHER Wettbewerb

Bundesverdienstkreuz für Reinhard Müller

Freiwilligendienste aller Generationen Am 1. Februar 2009 begann die Arbeit der „Mobilen Kompetenzteams” und „Qualifizierungsmaßnahmen” im Rahmen des Bundesprogramms „Freiwilligendienst aller Generationen”. Die Projektarbeit wird sich bis Ende 2011 unter Trägerschaft des PARITÄTISCHEN Thüringen fortsetzen. Die Koordination wird dabei durch die PARITÄTISCHE BuntStiftung realisiert. Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Projekt informiert und berät zu den Möglichkeiten, sich als Freiwillige/r für mindestens ein halbes Jahr für das Gemeinwesen zu engagieren. Kern des „Freiwilligendienstes aller Generationen“ in Thüringen sind die zwei Mobilen Kompetenzteams. Diese werden durch die Freiwilligenagentur Jena (Bürgerstiftung ZwischenRAUM) und die Freiwilligenagentur Erfurt (Schutzbund der Senioren und Vorruheständler) umgesetzt. Sie beraten und unterstützen Menschen bei der Suche nach Einsatzstellen. Sie unterstützen darüber hinaus soziale Einrichtungen und Kommunen beim Aufbau von Freiwilligendiensten und bieten Beratung und Begleitung an. Dabei ist die Qualifizierung von Freiwilligen und Multiplikatoren ein wichtiger Baustein. Im Sinne qualitativ anspruchsvoller Aufgaben ist die Qualifizierung Anerkennung und Wertschätzung ehrenamtlicher Arbeit.

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Nach dem Zivildienst ist vor … oder Freiwilligendienste – Der letzte Schrei?! Als die Diskussion um die Verkürzung des Zivildienstes auf sechs Monate Ende März 2010 medial „hoch kochte“, veranstalteten der PARITÄTISCHE Thüringen und die Starthilfe Sondershausen e. V. am 29.03.2010 einen Fachtag „Freiwilligendienste – Der letzte Schrei“. Neben den über 70 Teilnehmenden diskutierte auch ein prominent besetztes Podium mit Heike Taubert (Thüringer Sozialministerin), Katrin Göring-Eckardt (Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages), Reinhard Müller (Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Thüringen) und Jürgen Rauschenbach (Geschäftsführer der Starthilfe Sondershausen e. V.). Einig waren sich die Teilnehmenden und Akteure des Fachtages darin, dass der demografische Wandel nach neuen Lösungen verlange, wenn es um die Gewinnung von Fachkräften in Thüringen geht, dass die Freiwilligendienste auch im Hinblick auf die Verkürzung des Zivildienstes weiter ausgebaut und dass zukünftig verstärkt die chancenarmen Jugendlichen in den Blick genommen werden müssen. Wie die Option der freiwilligen Verlängerung um sechs Monate angenommen wird, lässt sich nur erahnen. Sicher ist, dass die 222 anerkannten Zivildienststellen unter dem Dach des PARITÄTISCHEN Thüringen die 578 Plätze für Zivildienstleistende schon jetzt nur teilweise besetzen können. Verschiedene PARITÄTISCHE Einrichtungen nehmen auch

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deshalb das Freiwillige Soziale Jahr alternativ in den Blick. Denn sowohl der Zivildienst als auch die Freiwilligendienste bieten den Einrichtungen und Trägern der Sozialwirtschaft die Möglichkeit, die Jugendlichen für die am „schlechten“ Image leidenden Berufe im sozialen Sektor zu gewinnen.

DadA – Kinder gestalten unsere Zukunft?! Auch im Jahr 2009 stand die Förderung und Stärkung von Eigenengagement und Eigenverantwortung von Kindern im Gemeinwesen im Vordergrund des Bundesmodellprojektes „DadA – Demokratie auf dem Acker“, ein Gemeinschaftsprojekt des PARITÄTISCHEN Thüringen und des Bildungswerkes BLITZ e. V. Mit der Etablierung der Kindergruppen in Hermsdorf und Keila sowie dem Kinderdorf in den Sommerferien konnten die oft „überhörten“ Kleinen an demokratische Partizipationsstrukturen herangeführt werden. Am 08.12.2009 fand in Zusammenarbeit mit dem Thüringer Sozialministerium (TMSFG) die erfolgreiche Fachtagung „Schau mir in die Augen Großer“ statt.

Durch die Kreisgruppenveranstaltungen und die Lobbygespräche mit den Thüringer Ministerien konnte die Hauptzielsetzung der DadA-Inhalte erfolgreich angeregt werden. Doch nicht überall wo Teilhabe und Partizipation draufstehen, sind diese auch drin. Um das zu ändern, startete im September 2009 eine Fortbildung für die Beratungslehrer/-innen der Thüringer Schulen (in Kooperation mit ThILLM). Mit diesem Angebot konnte ein entscheidender Schritt in der Flächenwirkung von DadA getan werden. An der Strategie zur Implementierung von DadA wurde ferner mit den Multiplikatoren für den Thüringer Bildungsplan gearbeitet. Im August 2010 endete DadA nach drei Jahren mit einer nicht ganz gewöhnlichen Abschlussveranstaltung in Jena. Auch hier wurde Beteiligung von Kindern hautnah praktiziert, um dies in einem solchen Rahmen der Praxis, Verwaltung und Politik schmackhaft zu machen. Ausführliche Informationen zum Projekt sind auf der Homepage des PARITÄTISCHEN Thüringen nachzulesen. DadA wird gefördert durch das Bundesprogramm des BMFSFJ „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“.


PARITÄTISCHER Ehrenamtstag Am 3. Dezember 2009 fand, unter der Federführung der PARITÄTISCHEN BuntStiftung, bereits zum 9. Mal der PARITÄTISCHE Ehrenamtstag statt. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung steht das Freiwillige, Bürgerschaftliche Engagement von PARITÄTERINNEN und PARITÄTERN in Thüringen. Im Rahmen der Festveranstaltung mit über 80 Gästen würdigte die PARITÄTISCHE BuntStiftung die durch den Vorstand der Stiftung in Zusammenarbeit mit einer Jury des PARITÄTISCHEN Landesvorstandes ausgewählten Projekte und Einzelpersonen gebührend.

Bundesverdienstkreuz für Reinhard Müller

Den 1. Preis - dotiert mit 1500 € - erhielt das Projekt „Kindern eine Zukunft geben“ des Thü-ringer Landesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien e. V.. An Radio Lotte in Weimar vergab die Jury den 2. Preis dotiert mit 1000,- € - für das Projekt „Radioopoly - die Radiobrücke Weimar-Erfurt”. Mit dem 3. Preis - dotiert mit 500,-€ - wurde der Greizer Arbeitslosenselbsthilfe e. V. für das Projekt „Pflege brachliegender Kleingärten” ausgezeichnet.

Am 11. März 2010 wurde der Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Thüringen, Reinhard Müller, mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. In der Thüringer Staatskanzlei verlieh Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht den Orden im Namen des Bundespräsidenten. Seit 1992 ist Müller Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN Thüringen. Das Credo eines gestalterisch wirkenden und innovativen Spitzenverbandes der Wohlfahrtspflege hat Müller entscheidend mitgeprägt.

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Menschen mit Migrationshintergrund In Thüringen leben ca. 2,1 % Ausländer sowie ein etwas höherer Prozentsatz an Spätaussiedlern der GUS-Staaten, Asylbewerber und jüdische Kontingentflüchtlinge. Insgesamt geht man von 5,2 % Menschen mit Migrationshintergrund in Thüringen aus. Nicht nur durch den hohen Anteil von Kindern und Jugendlichen gewinnt Integrationspolitik in Thüringen zunehmend an Bedeutung.

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Die Themen •

„Nicht“ auf Augenhöhe

Neue Migrationsberatungsstelle für Erwachsene (MBE) in Gotha

„Nicht“ auf Augenhöhe „Nicht“ auf Augenhöhe ist die allgemeine Stimmung von Menschen mit Migrationshintergrund im Land, obwohl sich Deutschland in den letzten Jahren zum Einwanderungsland entwickelt hat und die Integrationsarbeit ein wichtiges Thema geworden ist. Pluralität und Vielfalt der Lebenswelten stellen uns vor neue Aufgaben. Die Fremdheitskompetenz und Toleranz unserer Gesellschaft wird daran gemessen werden, inwieweit ein Maß für die Akzeptanz von kulturellen Unterschieden gefunden wird und wie sich Zugewanderte hier mit ihrer Kultur- und Sprachkompetenz eine Existenz aufbauen können. Integration ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und kann als Aufgabe nicht einer speziellen Gruppe zugeordnet werden. Integration als ein Gebot von sozialer Gerechtigkeit und Gleichbehandlung kann nur funktionieren, wenn sich jede Bürgerin und jeder Bürger dafür verantwortlich fühlt. Der PARITÄTISCHE Thüringen hat die Aufgabe, in seinem Bereich dafür zu sorgen, dass seine Angebote von allen Teilen der Bevölkerung gleichermaßen genutzt werden können. Die Möglichkeiten unserer Gesellschaft zur Integration von Zugewanderten sind noch zu wenig ausgeschöpft und die Voraussetzungen zur Partizipation in allen gesellschaftlichen Bereichen sind nicht gleichermaßen in Thüringen gegeben.


Neue Migrationsberatungsstelle für Erwachsene (MBE) in Gotha Bereits seit dem 1. Januar 2005 unterstützt die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) Menschen mit Migrationshintergrund über 27 Jahre bei der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration. Sie hat dabei vor allem die Aufgabe, als Grundberatungsangebot neu zugewanderten Erwachsenen Integrationsförderung (individuelle Integrationsplanung auf Basis des Case Managements, Vermittlung an andere Dienste und Einrichtungen) anzubieten. Des Weiteren steht sie auch Zuwanderinnen und Zuwanderern, die sich bereits länger als drei Jahre in Deutschland aufhalten, aber einen Förderbedarf haben, mit begleitenden Hilfen insbesondere vor, während und nach dem Integrationskurs zur Verfügung. Die MBE wird durch das Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert. Derzeit gibt es 46 PARITÄTISCHE MBE-Einrichtungen in Deutschland.

In Thüringen wird die Migrationsberatung für Erwachsene unter PARITÄTISCHEM Dach bisher nur von THEPRA Landesverband Thüringen e. V. in Erfurt durchgeführt. Ab 1. März 2010 konnte eine weitere MBE-Einrichtung unter der Trägerschaft von L’amitié – Multikulturelles Zentrum Stadt und Landkreis Gotha e. V. - vor Ort eingerichtet werden. Mit dieser Neueinrichtung wird der so genannte weiße Fleck in der geförderten Migrationsberatungslandschaft für Erwachsene in Gotha Stadt und Landkreis beseitigt und engagierte ehrenamtliche Beratungsstrukturen werden zukünftig durch eine Bundesförderung weiter professionalisiert. Durch das Anknüpfen an die bereits bestehende Beratungsarbeit kann so auf die bisher erfolgreich geleistete Integrationsarbeit vor Ort aufgebaut werden.

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Christina Martens Beratung | Transnationale Arbeit Tel.: 0365 | 5524230 E-Mail: cmartens@paritaet-th.de Elke Schreiber Beratung Tel.: 0365 | 5524230 E-Mail: eschreiber@paritaet-th.de

Der PARITÄTISCHE und Europa Das Beratungsangebot des Europabüros Ostthüringen ist auf eine große Resonanz gestoßen. Über 500 Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Unternehmen haben diese Möglichkeit allein im Jahr 2009 genutzt. Mit Hilfe des Europabüros können Organisationen zum Beispiel ihre Mitarbeitenden für einen begrenzten Zeitraum in das europäische Ausland entsenden. Mit Hilfe eines Fachkräfte- oder Erfahrungsaustausches ist es möglich, Kenntnisse zu erwerben, die dem eigenen Betrieb zum Vorteil erwachsen können. Zudem können die gewonnenen Kontakte mit den ausländischen Partner/-innen zu einer dauerhaften gewinnbringenden Zusammenarbeit führen.

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Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

Die Themen •

Europa in der Schule

Besuch aus Thüringens Partnerregion „Kleinpolen“

Europa in der Schule Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit besteht in der Information von Jugendlichen über ihre Möglichkeiten in Europa nach dem Schulabschluss. So organisierten die Mitarbeiter/-innen über das allgemeine Beratungsangebot hinaus verschiedene den Unterricht unterstützende Veranstaltungen, um den Schülerinnen und Schülern einen kleinen Einblick über mögliche Wege und Chancen auf ihrem zukünftigen Weg zu geben. Themen wie der Europäische Freiwilligendienst und Praktikum im Ausland standen dabei ebenso im Mittelpunkt wie Jugendinitiativen, Studieren in Europa oder das Freiwillige Soziale Jahr. Bereits nach kurzer Zeit hat sich das Programm so weit etabliert, dass das Angebot des Büros in zahlreichen Schulen Ostthüringens in die Unterrichtsplanung aufgenommen wurde.


Besuch aus Thüringens Partnerregion „Kleinpolen“ Im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Thüringer Partnerregion „Kleinpolen“ hat der PARITÄTISCHE zusammen mit dem Europabüro Ostthüringen Vertreterinnen der Sozialorganisation KraFOS aus Krakau eingeladen. Der polnische Partner arbeitet seit mehreren Jahren erfolgreich mit dem Sozialverband und dem Ostthüringer Büro in Gera zusammen. Neben dem Besuch der Mitgliederversammlung des PARITÄTISCHEN haben Magdalena Sikora und Danuta Noszka-Lesniewska im November die Kreisgruppe des PARITÄTISCHEN in Gera besucht. Während dieser Veranstaltung wurden Erfahrungen zum Thema „Barrierefreiheit“ und „Menschen mit Behinderungen“ im deutsch-polnischen Vergleich ausgetauscht. Das Treffen sorgte nicht nur für großes Interesse bei den Teilnehmenden, sondern motivierte die Gäste darüber hinaus, miteinander in Kontakt zu bleiben und auf der Arbeitsebene auch in Zukunft weitere praktische Erfahrungen auszutauschen.

Aus den PARITÄTISCHEN Fachbereichen

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4. Wir sind für Sie da – Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen

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Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen


Sigrid Bomeier Mitglieder | Entgeltservice Tel.: 036202 | 26-214 E-Mail: sbomeier@paritaet-th.de

Kerstin Heß Fördermittelservice Tel.: 036202 | 26-226 E-Mail: khess@paritaet-th.de

Burkhard Hempel Referent Entgelt und Verhandlungen Tel.: 036202 | 26-156 E-Mail: bhempel@paritaet-th.de

Hans-Georg Rupp Referent Projektentwicklung Tel.: 036202 | 26-115 E-Mail: hrupp@pasritaet-th.de

Mitgliederservice des PARITÄTISCHEN Thüringen

Betriebswirtschaftliche Beratung

Rahmenverträge

Eine der Kernaufgaben des PARITÄTISCHEN Thüringen ist es, seine Mitgliedsorganisationen bestmöglich zu unterstützen und zu beraten. In Zeiten von wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich tiefgreifenden Veränderungen ist Beratung, Vertretung bei Leistungsbeschreibungen sowie Unterstützung bei Entgelt- und Finanzierungsfragen ein wichtiger Baustein, um Mitgliedsorganisationen und deren Einrichtungen weiter auf Erfolgskurs zu halten. Ganz gleich ob Altenhilfe, Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, andere soziale Bereiche oder Investitionsvorhaben, wenn es um Unterstützung im Entgeltbereich geht, ist die Entgeltgruppe des PARITÄTISCHEN Thüringen ein wichtiger Partner für seine Mitgliedsorganisationen. Dabei ist die Unterstützung nicht nur durch aktuelles Fachwissen, sondern auch durch die Kreativität des Hineindenkens der PARITÄTISCHEN Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geprägt. Im Rahmen der PARITÄTISCHEN Expertengruppen gibt es die Möglichkeit des Austausches von Erfahrungen und Informationen. Auch die Interessenvertretung der Mitgliedsorganisationen gegenüber Politik und Öffentlichkeit gehört zum Service des PARITÄTISCHEN und wird entsprechend großgeschrieben. Gerade in herausfordernden Zeiten ist diese Kernaufgabe von zentraler Bedeutung.

Wirksam sozialen Notlagen begegnen und dabei nicht selbst auf der Strecke bleiben – das ist das Spannungsfeld, in dem sich auch PARITÄTISCHE Mitgliedsorganisationen bewegen. Auch die Sozialwirtschaft verlangt kaufmännische Versiertheit. Im Vordergrund stehen oft Fragestellungen der Kostensteuerung und des Risikomanagements und damit verbundene Probleme der strategischen Unternehmensausrichtung und der Ertragslage. An dieser Stelle lohnt die Beratung des PARITÄTISCHEN.

Mitgliedsorganisationen des PARITÄTISCHEN Thüringen haben die Möglichkeit, Rahmenverträge mit verschiedenen Firmen zu nutzen. So gibt es Vergünstigungen in den Bereichen Neukauf von Kraftfahrzeugen, Nutzung von Mietwagen, Auto-Leasing, Treibstoffe, Kfz-Ersatzteile, Kfz-Reparaturen, Soft- und Hardware, Telefon, Büromaterial, Hauswirtschaft, Lebensmittel, Versicherungen, betriebliche Altersvorsorge, GEMA und Beratung zur Verbesserung des Energieeinsatzes. Aktuelle Informationen gibt es hierzu im ServiceNet.

Ohne Moos nichts los – Zugang zu Fördermitteln Mehr denn je sind Mitgliedsorganisationen bei der Finanzierung von sozialen Angeboten auf Förderungen aus Stiftungs- und Lotteriemitteln angewiesen. Dort, wo die Finanzierung über sozialgesetzliche Leistungen nicht möglich ist, bietet der PARITÄTISCHE unter anderem Zugänge zu Lotterien wie die GlücksSpirale oder die Aktion Mensch und die Stiftung Deutsches Hilfswerk. Das PARITÄTISCHE Beraterteam steht Trägern, die diese Mittel in Anspruch nehmen, mit einem umfassenden Service bei.

parisat – kompetent beraten, qualifizieren und begleiten Die parisat gGmbH (paritätische soziale arbeit thüringen) ist als 100-prozentige Tochter die gemeinnützige Dienstleistungsgesellschaft des PARITÄTISCHEN Thüringen. Sie bietet den Mitgliedsorganisationen des PARITÄTISCHEN und anderen Trägern der Freien und Öffentlichen Wohlfahrtspflege Beratung, Information, Qualifizierung und Vernetzung in den Bereichen Personalund Organisationsentwicklung, Ehrenamtliches Engagement und Vorstandsmanagement. Die parisat gGmbH managt darüber hinaus die „PARITÄTISCHE Akademie Thüringen“, eine Plattform für die Bildungs- und Qualifizierungsangebote der PARITÄTISCHEN Unternehmen

Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen

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Michael Schröter Pädagogischer Leiter Tel.: 036202 | 26-227 E-Mail: mschroeter@parisat.de

und der Mitgliedsorganisationen. Des Weiteren sind die PARITÄTISCHEN Bildungsanbieter im PARITÄTISCHEN Bildungswerk organisiert, das vor allem die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertritt.

PARITÄTISCHES Bildungswerk – lernen ein Leben lang Neben der Interessenvertretung gegenüber Politik und Öffentlichkeit steht die Erwachsenenbildung im Mittelpunkt der Arbeit des PARITÄTISCHEN Bildungswerks Landesverband Thüringen e. V. (PBW). Darüber hinaus fördert das Bildungswerk, als anerkannter Träger der Erwachsenenbildung, das lebenslange Lernen. Zur Stärkung der Sozialwirtschaft setzt sich das Bildungswerk mit seinen Mitgliedern und Kooperationspartnern für die Erwachsenenbildung ein und entwickelt bedarfsgerechte Bildung.

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Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen

Die PARITÄTISCHE Akademie – Wir stehen für Bildung Die PARITÄTISCHE Akademie Thüringen ist eine Erfolgsgeschichte. Als Plattform für die Bildungs- und Qualifizierungsangebote der PARITÄTISCHEN Unternehmen führt sie das Wissen und die Erfahrungen der PARITÄTISCHEN Unternehmen zusammen und unterbreitet ein breites Spektrum an Beratungs- und Qualifizierungsangeboten. Im Praxistest haben sich diese Angebote bei unseren Nutzern und Kunden etabliert. Exemplarisch steht hierfür das weiterhin erfolgreich laufende Führungskräftetraining. Mit ihren Angeboten leistet sie einen wesentlichen Beitrag zur Professionalisierung und Profilbildung der Unternehmen in der Sozialwirtschaft. Ohne qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können die Unternehmen im sozialwirtschaftlichen Sektor nicht erfolgreich agieren und Maßstäbe in der Arbeit setzen. Die Gewinnung von ausreichenden Fachkräften, die Erhaltung bzw. Erhöhung des Qualifikationsniveaus der Mitarbeiter/innen, die Anpassung der Personalentwicklungsstrategien, die Anpassung des Managements von Wissen und Innovation sowie die Übertragung des Erfahrungswissens von älteren Arbeitnehmenden und Nachwuchskräften sind die Aufgaben von heute und morgen.

Abschlussarbeiten und Praktika Die PARITÄTISCHEN Unternehmen bieten mit ihren spezifischen Themenfeldern und der großen Bandbreite relevante und interessante Arbeitsfelder für angehende Absolventinnen und Absolventen verschiedener Fachrichtungen Thüringer Hochschulen, z. B. Sozialwesen, Politikwissenschaften, Erziehungswissenschaften sowie Wirtschaftswissenschaften & BWL. In diesem Zusammenhang gibt es vielfältige Möglichkeiten für thematische Abschlussarbeiten (z. B. Diplom-, Master- oder Bachelorarbeiten) und deren Begleitung und Betreuung.


Sabine Ruhe Geschäftsführerin PATT e. V. Tel.: 036202 | 26-215 E-Mail: sruhe@paritaet-th.de

PATT hat’s Die PARITÄTISCHE Tarifgemeinschaft Thüringen e. V. (PATT) setzt auf einen frischen Auftritt. Mit der Vorstandsentscheidung, neben dem Namen auch das Gleichheitszeichen zu führen, unterstreicht PATT einmal mehr, dass PATT eine Arbeitgebervertretung speziell für die Sozialwirtschaft ist. Die Besinnung auf die Gleichwertigkeit von Ungleichem, die nach gleichem Respekt und gleichen Möglichkeiten verlangt, als Prinzip menschlichen und gesellschaftlichen Miteinanders ist vor allem in der Arbeitswelt aktueller denn je. Dementsprechend liegen die Vorteile des PATT-Tarifwerkes auf der Hand: Regelmäßige Gehaltsentwicklung entsprechend der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Branche, eine Flexibilisierung der Arbeitszeit entsprechend der Anforderungen der Leistungsempfänger und eine stärker leistungsbezogene Vergütung. Doch nicht nur der speziell für die Sozialwirtschaft zugeschnittene Tarifvertrag macht PATT attraktiv für Arbeitgeber der Sozialwirtschaft. PATT beteiligt sich neben dem Kerngeschäft auch aktiv an Veränderungsprozessen und der öffentlichen Meinungsbildung. Neben Fachtagen, Informationsveranstaltungen und Fortbildungsangeboten bietet PATT Arbeitgebern Handlungsempfehlungen für ihre Unternehmens- und Personalarbeit.

So kann´s geh´n – die Qualifizierungsberatung in der Sozialwirtschaft - Eine Dienstleistungsgeschichte in vier Akten Den Anfang für eine erfolgreiche Qualifizierungsberatung bildet immer ein intensives Erstgespräch. Ziel dieser Gespräche ist es, zunächst aktuelle und zukünftige Qualifizierungs- und Fachkräftebedarfe sichtbar zu machen, um im zweiten Schritt passgenaue Maßnahmen für das Unternehmen bzw. dessen Mitarbeiter/-innen zur Deckung der jeweiligen Bedarfe zu finden. So entwickelte sich auch der Kontakt zum Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus… gGmbH mit der Geschäftsstelle in Nohra. „Wir sind ein sozialer Dienstleister für ambulante und stationäre Altenpflege und Hospizarbeit, Betreutes Wohnen, Wohnungsberatung und Demenzbetreuung in Artern, Bad Berka, Erfurt und Weimar. Wir beschäftigen zurzeit 160 Mitarbeiter. Die Qualifizierungsanforderungen der Kostenträger werden immer höher angesetzt. Wir sind bestrebt durch eine optimale Weiterbildungsplanung in allen Einrichtungen den Fachkräftebedarf zu halten und zu erweitern“, sagte damals Kathleen Fox, Qualitätsmanagementbeauftragte beim Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus... gGmbH.

Beim Trägerwerk Soziale Dienst wohnen plus… gGmbH zeigt sich schnell, dass im Jahr 2010 vier ihrer Mitarbeiterinnen aus ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen für die Funktion zu Leitenden Pflegefachkraft (PDL) qualifiziert werden müssen. Mit Hilfe ihrer Kontakte zu Bildungsträgern konnte eine geeignete berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahme gefunden werden. „Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Fortbildungsmöglichkeiten aber auch die dazugehörigen Förderungen. Man sieht manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, welche Maßnahme ist effektiv, kann man sie berufsbegleitend absolvieren, stimmt der Preis oder kann sie gefördert werden? Das sind Frage, die man sich immer wieder stellt, um eine passende Qualifizierung für die Mitarbeiter im Unternehmen zu finden. Ein Glück ist, dass wir seit 2000 eine Mitgliedorganisation vom PARITÄTISCHEN Thüringen sind. Das Angebot der Qualifizierungsberatung nehmen wir gerne in Anspruch. Die Zusammenarbeit beruht auf einem System des Nehmens und Gebens. Ein fachlicher Austausch in den Beratungsgesprächen ist immer gewährleistet“, sagt Kathleen Fox mit Blick auf die Qualifizierungsberatung.

Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen

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Nicole Walther Qualifizierungsberaterin Tel.: 036202 | 26-281 E-Mail: nwalther@paritaet-th.de

Doch bevor alle Mitarbeitenden ihre Qualifizierung starten konnten, galt es noch die Finanzierung zu klären. Auch hier unterstützt die Qualifizierungsberaterin. Am Ende konnten sich vier der Teilnehmenden über eine komplette Übernahme der Weiterbildungskosten durch die Agentur für Arbeit im Rahmen des WeGebAuProgrammes (Weiterbildung geringqualifizierter und beschäftiger älterer Mitarbeiter im Unternehmen) und eine Mitarbeiterin über eine Förderung durch das so genannte „Meister-BAföG“ (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) freuen.

Alle sozialwirtschaftlichen Organisationen, die in der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen angesiedelt sind, können von diesem Angebot der kontinuierlichen Begleitung durch die Qualifizierungsberatung profitieren. Ein besonderer Bonus dabei ist, dass die Beratungsleistungen für die Unternehmen immer kostenlos sind, denn die Thüringer Qualifizierungsberaterinnen und -berater werden durch das Thüringer Wirtschaftsministerium aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Freistaates Thüringen gefördert. Qualifizierungsberatung • Bilanz 2009

„Meistens finden wir durch die Beratung von Frau Walther die passenden Maßnahmen für unsere Mitarbeiter, wie in diesem Fall. Die fünf Pflegefachkräfte in unseren Einrichtungen sind hoch motivier,t die Weiterbildung zur Wohnbereichleitung und Pflegedienstleitung am 21. zu starten“, sagte Kathleen Fox im Juni 2010.

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Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen

183 persönliche Beratungsgespräche

65 Unternehmen mit Qualifizierungsbedarfen

Infos: www.qualifizierte-fachkraefte.de


Beate Radtke Verwaltungsmitarbeiterin Tel. 036202 | 26-100 E-Mail: bradtke@paritaet-th.de

Einfach anders tagen – das Haus der PARITÄT und die Krüger-Villa Das Haus der PARITÄT ist der ideale Rahmen für Wohlbefinden und konstruktive Atmosphäre. Abseits vom täglichen Stress lädt das Haus der PARITÄT zu Tagungen, Seminaren, Konferenzen und Feiern ein. Alles gute Voraussetzungen für erfolgreiches Arbeiten. Die modern eingerichteten Tagungsräume sind barrierefrei angelegt. Die Cafeteria mit großer Freiterrasse und Blick auf den Thüringer Wald sorgt für Ihr leibliches Wohl. Der nebenan gelegene 1,4 Hektar große „Krüger-Park“ lädt zu erholsamen Pausen ein. Auch die Krüger-Villa bietet moderne, barrierefreie Beratungs- und Schulungsräume in klassischem Ambiente. Das Haus der PARITÄT und die KrügerVilla liegen nur wenige Schritte voneinander entfernt, so dass beide Häuser für Großveranstaltungen kombiniert werden können.

Dienstleistungen des PARITÄTISCHEN Thüringen

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5. Der PARITÄTISCHE Thüringen regional

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Der PARITÄTISCHE Thüringen regional

PARITÄTISCHE Kreisgruppenarbeit – stark vor Ort Die Mitgliedsorganisationen des PARITÄTISCHEN Thüringen sind regional in 22 Kreisgruppen organisiert. In regelmäßigen Treffen der Mitgliedsorganisationen werden vordergründig die sozialpolitische Einflussnahme aber auch (Fach)Veranstaltungen vor Ort organisiert und durchgeführt. Im Super-Wahljahr 2009 standen die PARITÄTISCHEN Kreisgruppen im besonderen Fokus der Aufmerksamkeit. Hier standen zu konkreten regionalen Schwerpunkten Spitzen- und Lokalpolitiker aller Parteien Rede und Antwort (siehe Jahresbericht 2008/2009). Kreisgruppenarbeit ist und bleibt ein wesentlicher Baustein der Arbeit des PARITÄTISCHEN Thüringen. Nach wie vor ist das Kreisgruppenpartner-Modell als Begleit- und Unterstützungssystem vor Ort zielführend und Kernstück der regionalen Arbeit des PARITÄTISCHEN Thüringen.

Neben organisations- und einrichtungsübergreifenden Themen sind es inhaltliche und gestalterische Fragen (z. B. demografischer Wandel und Personalentwicklung), die in den Kreisgruppen angesprochen und diskutiert werden. Dabei spielen Fragen der Finanzierung der sozialen Infrastruktur und die Verteilung der zur Verfügung stehenden Gelder sowie die Zuständigkeiten von Land und Kommune eine zentrale Rolle.


Ein Schwerpunktthema der Kreisgruppenarbeit 2009/2010 war die regionale sozialwirtschaftliche Bilanz im Zuge der bundesweiten Transparenzdebatte. Bereits 2009 initiierte der PARITÄTISCHE das Modellprojekt “Regionale Sozialwirtschaftsbilanzen”. Nach der Information auf der Mitgliederversammlung 2009 und der anschließenden Veröffentlichung des Teilnahmewettbewerbs durch Rundschreiben im Dezember 2009 wurden die Intentionen und die Zielstellung des Modellversuchs in zahlreichen Kreisgruppen vorgestellt. In aller Regel verlief die Diskussion in den Kreisgruppen durchaus kontrovers bezogen auf die Standort- und Zielbestimmung der jeweiligen Kreisgruppe. Im Ergebnis werden in zwei Kreisgruppen des PARITÄTISCHEN praxistaugliche Lösungen für die Aufstellung regionaler Sozialwirtschaftsbilanzen entwickelt und erprobt.

Der PARITÄTISCHE Thüringen regional

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Mitgliedsorganisationen

THÜRINGEN Unser Spitzenverband

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Der PARITÄTISCHE Thüringen regional


Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

"assistere" Verein zur Förderung der persönlichen Assistenz für Menschen mit Behinderungen

Allergie-, Neurodermitis- und Asthmahilfe Thüringen e. V. (ANAT)

ASB Ortsverband Georgenthal e. V.

„Glashaus“ Thüringer Verein pro drogenfreies Leben e. V.

Alternative e. V.

"Haus auf dem Berge" gemeinn. GmbH

Ambulante Sozialpflegerische Dienste e. V.

1. Suhler Betreuungsverein e. V.

AnSchubLaden e. V.

Advent-Wohlfahrtswerk e. V.

Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Suhl e. V.

AG Fallschirm gGmbH

Arbeiter-Samariter-Bund Kreisverband Saale-Holzland-Kreis e. V.

AIDS-Hilfe Thüringen e. V.

ASB Ortsverband Hermsdorf e. V. ASB Ortsverband Saalfeld e. V. ASB Regionalverband Ostthüringen e. V. Auftakt e. V. autismus Mittelthüringen e. V. Verein zur Förderung autistischer Menschen Barrierefrei in Thüringen e. V. (bith e. V.)

AIDS-Hilfe Weimar & Ostthüringen e. V.

ASB - gemeinnützige Gesellschaft für stationäre und ambulante Seniorenhilfe gGmbH

Aktion Sonnenschein Thüringen e. V.

ASB Behinderten- und Rehabilitaions gGmbH

Behinderte und ihre Freunde e. V.

Aktion Wandlungswelten Tagesklinik gGmbH

ASB Kreisverband Altenburg/Schmölln e. V.

Behindertenverband Saale-Orla-Kreis e. V.

AKTION WANDLUNGSWELTEN gemeinnützige Stiftung

ASB Kreisverband Arnstadt e. V.

Behindertenverband des Kreises Sonneberg e. V.

AKTION WANDLUNGSWELTEN gGmbH

ASB Kreisverband Eisenach e. V.

Beratungszentrum „Lucie“

Aktion Wandlungswelten Jena e. V. Geschäftsstelle

ASB Kreisverband Erfurt e. V.

Betreuung zu Hause e. V.

AKTION WANDLUNGSWELTEN Tageszentrum gGmbH

ASB Kreisverband Jena e. V.

Betreuungsverein Beistand e. V.

AKTION WANDLUNGSWELTEN WeGe gGmbH

ASB Kreisverband Schmalkalden-Meiningen-Hildburghausen e. V.

Betreuungsverein Kyffhäuser e. V.

AKTION WANDLUNGSWELTEN Wohnverbund gGmbH Aktionskreis für Frieden e. V. Aktivkreis der Generationen e. V. Albert-Schweitzer-Kinderdorf Thüringen e. V.

ASB Kreisverband Sömmerda e. V. ASB Kreisverband Sonneberg e. V. ASB Kreisverband Unstrut-Hainich-Kreis e. V. ASB Kreisverband Gotha e. V. ASB Landesverband Thüringen e. V.

Begegnungszentrum Jena e. V.

Betreuungsverein Lebensbrücke e. V. Betreuungsverein Lebenskraft e. V. Betreuungsverein Schleiz e. V. Bewährungs- u. Straffälligenhilfe Thüringen e. V. BeWeTh - Berufs- und Weiterbildungs GmbH Thüringen

Der PARITÄTISCHE Thüringen regional

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Mitgliedsorganisationen Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Bildungscamp Christes e. V.

Die Ranch - Christliche Lebenshilfe e. V.

Frauen für Frauen e. V. im Frauenzentrum ungeschminkt

Bildungswerk BLITZ e. V.

Die SeniorenbegleiterInnen e. V.

Frauen helfen Frauen e. V. Meiningen

Blinden- und Sehbehindertenverband Thüringen e. V.

DLRG - Landesverband Thüringen Deutsche Lebensrettungsgesellschaft

Frauen- und Familienbegegnungsst. „Düne“ e. V.

Blindeninstitutsstiftung Brennessel e. V. - Frauen-Kommmunikations- und Bildungszentrum

DMSG Landesverband Thüringen e. V. DSB - Deutscher Schwerhörigenbund Ortsverein Weimar

Bürgerstiftung ZwischenRAUM

Dt. Guttempler-Orden (I.0.G.T.) Distrikt Bayern-Thüringen e. V.

Bürgerzentrum e. V. „Zur Grünen Aue“

Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e. V.

Corona Gemeinnütziger Verein für Menschen und Umwelt e. V.

Eltern für Kinder e. V. Ilmenau

DAS PRIORAT für Kultur und Soziales gemn. e. V. Demokratischer Frauenbund Landesverband Thüringen e. V. Deutsche Parkinson Vereinigung e. V. LV Thüringen Deutsche Rheuma-Liga LV Thüringen e. V. Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew LV Thür. e. V. Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Thüringen e. V.

Elterninitiative für krebskranke Kinder Jena e. V. Elterninitiative zur Förderung hyperaktiver Kinder e. V. Erfurter Tafel e. V. ERGO gGmbH EURATIBOR e. V. Familien- und Beratungszentrum Altenburger Land

Frauen- und Familienverein Arnstadt e. V. Frauen- und Familien Zentrum Erfurt e. V. Frauenakademie e. V. Frauenbildungs- und Begegnungsstätte KO-RA-LE e. V. Frauengruppe Großbreitenbach e. V. Frauenverein des Landkreises Stadtroda e. V. Frauenverein Greiz e. V. Frauenzentrum „Towanda“ e. V. Frauenzentrum Weimar e. V. Freidenker-Wohlfahrtsverband HUMANITAS e. V. Freie Waldorfschule Eisenach Wartburgkreis e. V. Freie Waldorfschule Erfurt e. V.

Deutscher Familienverband Landesverband Thüringen e. V.

Förder- und Bildungswerk Gartenbau, Landschaftspflege, Umwelt und Forsten Thürinen e. V.

Deutscher Kinderschutzbund Landesverband Thüringen e. V.

Förderverein "Haus auf dem Berge" e. V.

FRÖBEL Thüringen gGmbH

Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Erfurt e. V. Wohnprojekt "Mit dir"

Förderverein Frechdachs e. V.

FUSSEL - Förderverein Unabhängige Schule Südharz-Ellertal

Förderverein Soziales Zentrum Sollstedt e. V.

Deutscher Pflegeverband (DPV)Hessen Rheinland-Pfalz-Saarland-Thüringen e. V.

Geburtshaus - Bewußte Geburt und Elternschaft e. V.

Frau AKTIV e. V. Frauenbüro

Gemeinnützige VdK Sozialdienstleistungs- und Service GmbH

Diabeteszentrum für Kinder und Jugendliche (e. V.)

Frauen für Frauen Bildungs- und Begegnungsstätte Frauenzentrum e. V.

Geraer Tafel e. V.

74

PARITÄTISCHE Mitgliedsorganisationen

Freies Radio Erfurt e. V.


Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Greizer Arbeitslosenselbsthilfe e. V.

Jenaer Frauenhaus e. V.

Landesselbsthilfeverband Thüringen für Osteoporose e. V.

Grenzenlos gGmbH

JiM - Die Jugendinitiative e. V.

Landesverband der Hörgeschädigten Thüringen e. V.

Gut Sambach gGmbH

Jugend hilft Jugend e. V.

Haus der kleinen Leute e. V.

Jugendzentrum / Schullandheim Gleichberge“ e. V.

Landesverband der Pflege- und Adoptivfamilien in Thüringen e. V.

Helfergemeinschaft für das Werkheim "Am Hügel" e. V.

Kinder- und Jugendheim „Frohe Zukunft“ Nordhausen e. V.

Landesverband für Körper- und mehrfachbehinderte Thüringen e. V.

HID - HAUEN ist DOOF e. V. Verein für Gewaltprävention

Kinder- und Jugendheim Benshausen e. V.

Landesverband für Menschen mit Behinderungen e. V.

Hilfe für Behinderte Gera e. V.

Kinder- und Jugendhilfe Werratal e. V.

Hilfe für Frauen in Not e. V. Gera

Kinder- und Jugendhilfehaus Lebens(t)räume

Landesverband Thüringen für die Rehabilitation der Aphasiker e. V.

Hilfe für Kinder von Tschernobyl e. V. in Jena e. V.

Kinderarche Thüringen e. V.

Hilfe zur Selbsthilfe "Begegnung Jena e. V."

Kindergartenverein Schleusingen e. V.

Hilfe zur Selbsthilfe Neue Hoffnung Eisenach e. V.

Kinderland „Bummi“ e. V.

Hilfswerk für jugendliche Diabetiker gGmbH Kinder- und Jugendheim An der Glockengießerei

Kindersprachbrücke Jena e. V.

HK-Pflegedienst gGmbH Horizont e. V. IFAP-Institut für angewandte Pädagogik e. V. Initiative Waldorfpädagogik Erfurt e. V. Freie Kita INNOVA Sozialwerk e. V. Interessengruppe Waldorfpädagogik Gera e. V. Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) Landesverein Thüringen e. V. Internationales Bildungs- und Sozialwerk e. V.

Kindervereinigung Erfurt e. V. Kindervilla Ilmtal e. V. KISO - Herbsleben e. V. KLS KAHLA Logistik Service gemeinnützige GmbH Kontakt in Krisen e. V. KreativCenter Gera e. V. Kreisjugendring Kyffhäuserkreis e. V. Kunst für Menschen e. V. L‘amitie‘ - Multikulturelles Zentr. Stadt u. Landkr. Gotha

Landleben e. V. Ländliche Kerne e. V. Lebens- und Arbeitsgemeinschaft an den Gleichbergen e. V. Lebensbrücke e. V. Sondershausen Lebensgemeinschaft Sambach e. V. Lebensgemeinschaft Wickersdorf LebensGut-Cobstädt e. V. Lebenshilfe Erfurt Service gGmbH Lebenshilfe für Behinderte Schleiz e. V. Lebenshilfe für geistig Behinderte Altenburg e. V. Lebenshilfe für geistig Behinderte Bad Salzungen e. V. Lebenshilfe für geistig Behinderte Kreisvereinigung Heiligenstadt Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Leinefelde-Worbis e. V.

PARITÄTISCHE Mitgliedsorganisationen

75


Mitgliedsorganisationen Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung in der Stadt Eisenach und im Wartburgkreis e. V.

Lebensräume e. V.

Obereichsfelder Bildungswerk e. V.

Lebensumwege e. V.

Offene Begegnungsstätte für Suchtkrankenhilfe und andere Personengruppen e. V.

Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung LV Thüringen e. V. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Erfurt e. V. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Greiz e. V. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung KV Jena e. V. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Zeulenroda e. V. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Saale-Holzland-Kreis e. V. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Saalfeld-Rudolstadt e. V. Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Sömmerda e. V.

Lernen durch Nachahmung e. V. LIFT Gesellschaft zur sozialen Integration und Arbeitsförderung gGmbH

Ökus e. V. Betriebsstätte Ortsvereinigung Lebenshilfe Gera Stadt/Land e. V.

LV der Gehörlosen e. V. Thüringen

parisat gGmbH

LV der Schullandheime in Thüringen

PARITÄTISCHE BuntStiftung Thüringen

LV Interessenvertretung „Selbstbestimmt Leben“ in Thüringen e. V.

Paritätisches Bildungswerk Landesverband Thüringen e. V.

LV Thüringen der Angehörigen psychisch Kranker e. V. M.I.T. Mensch.Innovation.Technik. gGmbH Markus-Gemeinschaft e. V. Max-Zöllner-Stiftung Weimar Menschlichkeit e. V.

PERSPEKTIV e. V. Pro Civitate gGmbH pro familia Landesverband Thüringen e. V. Pro Life e. V. Pro Seniore Zentralverwaltung - Deutschmühlental Psychosoziales Netz Hildburghausen

Lebenshilfe Ilm-Kreis e. V.

MitMenschen e. V.

Lebenshilfew Meiningen e. V.

naterger e. V. Ostthüringen

Lebenshilfe Neuhaus/Rwg. e. V.

Netzwerk Frauen und Arbeit e. V. Frauenzentrum

Lebenshilfe Suhl e. V.

Netzwerk Regenbogen e. V.

Lebenshilfe Werkstätten Gera gGmbH

Neue Arbeit e. V.

Regionalverband hörgeschädigter und tinnitusbetroffener Menschen Kyffhäuserkreis e. V.

Lebenshilfewerk Ilmenau/Rudolstadt

neue ebenen e. V. Landesgeschäftsstelle Thüringen

Reha-Sport-Bildung e. V.

Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e. V.

NEUSTART gGmbH

Rennsteig Werkstätten gGmbH

Lebenshof - sozialtherapeutische Gemeinschaft

Nichtkommerzielles Lokalradio LOTTE in Weimar e. V.

Ring Humanitärer Hilfe e. V.

76

PARITÄTISCHE Mitgliedsorganisationen

Qualitätsgemeinschaft Berufliche Rehabilitation e. V. Quer-Wege e. V. Regenbogen Freie Schule Erfurt e. V.


Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

RÜCKGRAD e. V.

Starthilfe Sondershausen e. V.

Trägerwerk Soziale Dienste e. V.

Saale-Betreuungswerk der Lebenshilfe Jena gGmbH

Stiftung Kinderhospiz Mitteldeutschland e. V.

TROCKENE OASE e. V.

Schleizer Werkstätten gGmbH

Stiftung Wendepunkt-Alternative

Unternehmer in Not e. V.

Schlupfwinkel und Sorgentelefon Gera e. V.

Studentenwerk Thüringen

Schuldnerberatung Jena

Suchthilfe in Thüringen gGmbH Fachklinik Rusteberg

V. zur Förderung und Unterstützung sozial benachteiligter und hilfebedürftiger Bürger e. V.

Schutzbund der Senioren und Vorruheständler Thüringen e. V.

Suhler Werkstätten gGmbH

Senioren-Schutz-Bund SSB "Graue Panther" e. V.

symbioun e. V.

Seniorenwerk Gemeinnützige Heimträgergesellschaft mbH

Tagungshaus Rittergut e. V.

SOS Alltag e. V. SchuldnerInnen und Insolvenzberatung

TCC "Haus Neubruch" Sozialwerk in Thüringen e. V.

SOS Kinderdorf e. V. Erziehungs- und Familienberatungsstelle

Thepra Landesverband Thüringen e. V.

Sozial- Kinder- und Jugendhaus "Regenbogen" e. V.

Thepra Regionalverein Südthüringen e. V.

Verband der Behinderten Kreisverband Suhl und Umgebung e. V.

Sozialdienst Elisabeth von Thüringen e. V.

Thüringer LV der Psychiatrieerfahrener e. V.

Verband der Behinderten Wartburgkreis e. V.

Soziale Betreuungs- und Verwaltungsgesellschaft gGmbH

Thüringen-Kliniken "Geogius Agricola" GmbH

Verband für Behinderte Greiz e. V.

Soziale Initiative Camburg e. V.

Thüringer Arbeitsloseninitiative - Soziale Arbeit e. V.

Verein "Die Brücke" e. V.

Soziales Arbeitnehmer- Bildungswerk in Thüringen e. V.

Thüringer Arbeitslosenverband Landesverband

Verein „Frauen für Frauen“ e. V. Ilmenau

Sozialpädagogischer Verein "Dreiklang" Eisenach e. V.

Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten e. V.

Sozialverband VdK Hessen-Thüringen e. V. Sozialwerk der Christengemeinschaft in Ostdeutschland Sozialwerk des Demokratischen Frauenbundes Landesverband Thüringen e. V. Sozialwerk DJV Landesverband Thüringen e. V. Sozialwerk für Hörgeschädigte e. V.

Thüringische Krebsgesellschaft e. V. Trägerwerk Soziale Dienste in Thüringen e. V. Trägerwerk Soziale Dienste in Thüringen GmbH Trägerwerk Soziale Dienste wohnen plus... gGmbH

Verband der Behinderten des Landkreises Eichsfeld e. V. Verband der Behinderten Eisenberg e. V. Verband der Behinderten Kreisverband Arnstadt e. V. Verband der Behinderten Kreisverband Gotha e. V. Verband der Behinderten Kreisverband Kyffhäuserkreis e. V.

Verein der WbG "Erfurt" eG zur Nachbarschaftshilfe und zur Hilfe in Not e. V. Verein für Frauen und Kinder in Not e. V. Verein für Behinderte Kahla e. V. Verein für Bildung und Erziehung Thüringen e. V. Verein zur Förderung, Ausbildung, Rehabilitation (FAR) e. V. Verein für SozialeLebenshilfe e. V.

PARITÄTISCHE Mitgliedsorganisationen

77


Mitgliedsorganisation

Mitgliedsorganisation

Verein Prof. Herman A. Krüger e. V.

Volkssolidarität Pößneck e. V.

Verein Waldorfkindergarten Eisenach e. V.

Volkssolidarität Regionalverband Mittelthüringen e. V.

Verein zur Förderung der Waldorfpädagogik Suhl e. V.

Volkssolidarität Regionalverband Oberland e. V.

Verein zur Förderung und Bildung Jugendlicher e. V.

Volkssolidarität Regionalverband Ostthüringen e. V.

Verein zur internationalen Hilfe für Kinder in Not e. V.

Volkssolidarität Regionalverband Sömmerda e. V.

Verein zur sozialen und beruflichen Integration e. V.

Volkssolidarität Regionalverband Zeulenroda e. V.

Vereinigung Freier Kindergarten Jena e. V.

Volkssolidarität Ostthüringen gGmbH

Vereinigung Waldorfpädagogik Weimar e. V.

Volkssolidarität Südthüringen e. V.

Vereinigung zur Förderung blinder und sehbehinderter Kinder und Jugendlicher e. V.

Volkssolidarität Thüringen gemeinnützige GmbH

Volkssolidarität Kreisverband Altenburger Land e. V. Volkssolidarität Kreisverband Artern e. V. Volkssolidarität Kreisverband Gera e. V. Volkssolidarität Kreisverband Gotha e. V. Volkssolidarität Kreisverband Greiz e.V Volkssolidarität Kreisverband Nordhausen e. V. Volkssolidarität Kreisverband Saalfeld/Rudolstadt e. V. Volkssolidarität Kreisverband Sondershausen e. V. Volkssolidarität KV Hildburghausen e. V. Volkssolidarität KV Schmalkalden/Meiningen e. V. Volkssolidarität Landesverband Thüringen e. V. Volkssolidarität Landkreis Eichsfeld e. V.

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PARITÄTISCHE Mitgliedsorganisationen

Waldorfkindergarten Weimar e. V. WEG DER MITTE e. V. WENDEPUNKT e. V. Wohnbehagen-Service-Ilmkreis (WSI) GmbH wohnen plus... gemeinn. Betreuungs- und Service GmbH Zentrum für Familie und Alleinerziehende e. V.


Union Versicherungsdienst GmbH Seit 50 Jahren im Dienst des Paritätischen Partner für Versicherungsangelegenheiten des Paritätischen und seiner Mitgliedsorganisationen für Versicherungen, Risikominimierung und Schadenbetreuung für die Gestaltung von Altersvorsorgelösungen als Versicherungsstelle für Menschen mit Behinderung und chronisch Kranke www.versicherungsstelle-ccb.de Union Versicherungsdienst GmbH Paritätische Vorsorge Holger Kirchner Brühl 65 � 04109 Leipzig Telefon +49 (0) 341 41546-19 � Telefax +49 (0) 341 41546-29 E-Mail hkirchner@union-verdi.de www.union-verdi.de � www.paritätische-vorosorge.de paritaetische_thueringen_jahresbericht_quer_2010_4c.indd 1

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Jahresbericht - Der PARITÄTISCHE Thüringen