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GELATIN


4. bis 9. Juni 2013: Gelatin erschließt die Löcher

Musikalische Begleitung: Schuyler Maehl | Mundi | Kern/Quehenberger | Agusta Eva Erlendsdottir | Joonas Ahonen | Lukas Lauermann Christoph Berner Florian Berner | Bree Zucker | Andrew W.K. & Cherie Lily

Ausstellung: 10. Juni bis 29. September 2013

Fotos von den Aktionstagen am 4. und 8. Juni 2013 von Reinhard Amminger

© Reinhard Amminger

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21er Haus | Schweizergarten | ArsenalstraĂ&#x;e 1 | 1030 Wien

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Galettene:

Zunächst waren es die aus Blätterteig bestehenden äußeren Schichten des Dreikönigskuchens, die das aus acht Künstlern bestehen-

Kuchen oder Sex oder alle drei

de Kollektiv Galettene in den 1980er-Jahren inspirierten. Sie waren der Ansicht, dass Kunst eine ähnliche Funktion erfüllt, indem sie eine kranke, korrumpierte Gesellschaft lediglich schichtweise

Die wahre Geschichte von Gelitin von Liam Gillick

überlagert. Die Mandelcreme-Füllung, so üppig und süß, stand gewissermaßen für die Verlockungen einer typisch österreichischen, auf Kuchen und Torten gegründeten Gemütlichkeit. Für sie waren die Probleme der Gesellschaft nicht Armut, Heuchelei oder Unterdrückung, vielmehr glaubten sie, dass die moderne europäische

Künstler, die zusammenarbeiten, profitieren von der Schaffung ei-

Kultur zu bequem, zu verführerisch ist. Die Verfahrensweise von

ner semiautonomen Gruppe. Durch den Zusammenschluss entsteht

Galettene war einfach: die Menschen gleichzeitig zu beglücken

eine gewisse Fähigkeit, dem Druck entgegenzuwirken, der als Fol-

und zu stressen. Ihre Methoden waren praktisch unsichtbar: Sie

ge übermäßiger Projektionen und Erwartungen entsteht. Manchen

brachten sich ins österreichische Alltagsleben ein und erzeugten

Künstlergruppierungen fehlt es an individuellen Persönlichkeiten -

Bioprodukte von hoher Qualität – vorwiegend Kuchen und Brot -,

und das ist das Problem: sie sind ein Kollektiv und unterwerfen sich

um das kritische Potential einer endlosen Suche nach Qualität auf-

den übergeordneten Zielen der Zusammenarbeit. Gelitin vermei-

zuzeigen. Sie verfochten die Ansicht, dass eine solches Anheben

det weder Druck, noch gehen die Beteiligten völlig im Kollektiv auf.

der Qualität auf dem Sektor der Backwarenproduktion insbeson-

Sie behaupten eine Position, die zwischen offener Durchsetzung in-

dere auf die Bildungsbürger unwiderstehliche Anziehungs- und

dividueller Identität und dem Ausweichpotential der Gruppe liegt.

Verführungskraft ausüben würde und zu einem gesteigerten Bedürfnis nach noch mehr Qualität, zu einer Ablehnung der Massen-

Am Anfang war alles ganz anders. Eine Geschichte vol-

produktion und letztlich zum Zusammenbruch des Kapitalismus

ler

schließlich

führen würde. Der Prozess würde sich langsam vollziehen und in

der Beschluss, der zur Folge hatte, dass die Hälfte der ursprüngli-

bester linker Tradition vor allem die Kritik und Unterminierung

chen, nach der berühmten Galette de Rois, dem Dreikönigskuchen,

anderer mit sich bringen, die sich mit dem neuen Ernährungsbe-

benannten Mitglieder von Galettene [sic], nach Frankreich auf-

wusstsein befassten. Ihre unübertroffene Leistung war der heimlich

brach, um in der Dordogne ein gemeinschaftliches Leben zu füh-

von ihnen geplante Österreichische Weinskandal 1985, als

ren. Die vier verstoßenen jüngsten Mitglieder gingen zurück nach

Weißwein mit dem Frostschutzmittel Glykol versetzt wur-

Wien, wo sie sich, ihren früheren Partnern zum Spott, den neuen

de; er führte zu einem neuen ökologischen Bewusstsein hin-

Namen Gelatin, später Gelitin, zulegten. Seit Mitte der 1990er-Jah-

sichtlich

Kämpfe

und

Auseinandersetzungen

und

der

künftigen

österreichischen

Weinproduktion.

re hört man wenig von der zurückgezogen lebenden französischen Gruppierung, wogegen ihre ehemaligen Wiener Protégés

Diese Kritik am Umweltbewusstsein auf dem Weg über die Le-

uns seither mit einem Übermaß an kollektiver Libido, zersetzen-

bensmittelproduktion wurde vom Kunststudenten und frühen

der Kritik und konsequentem Exzeptionalismus überschwemmen.

Mitglied von Galettene, Wolfgang Gantner, sorgfältig doku55


mentiert. Er arbeitete damals als Lehrling in einem Fotolabor in

Universität für Angewandte Kunst studieren. Anfangs ging alles

Neuhofen an der Krems knapp südlich von Linz, wo er die älte-

schief. Die teuren Anzüge, die er sich zulegte, und sein anspruchs-

ren Gründungsmitglieder ihre Filme gratis entwickeln ließ - wo-

voller Umgang mit Nahrung, wozu auch Installationen üppiger

bei er ihnen die fertigen Fotos passender Weise direkt vor den

Biokost-Mahlzeiten gehörten, lagen nicht im Trend der Zeit. Er-

Augen seiner Vorgesetzen aushändigte -, die bezahlten Beträ-

wartungsgemäß fiel er zunächst bei der Diplomprüfung durch und

ge kassierte und sie ihnen während ihrer nächtlichen Bemühun-

bestand sie erst, nachdem er widerwillig eine oberflächlich-post-

gen, die in die traditionelle Galette de Rois eingebackenen win-

strukturalistische Begründung für seine Obsession mit Stil und

zigen Porzellanfıguren zu perfektionieren, wieder zurückgab.

Ökologie zusammengestoppelt hatte. Von der ursprünglichen Gruppe nie wirklich akzeptiert, traf er nun erneut auf Ablehnung.

Gantner wurde 1970 in Salzburg geboren, im selben Jahr wie alle

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anderen abtrünnigen Gelitin-Mitglieder außer dem vier Jahre äl-

Florian Reither empfand die Dinge nie als so schwierig. Es war er,

teren Florian Reither, der die ursprüngliche Gruppe als letzter ver-

der sich immer gegen die Einschränkungen der ersten lnkarnati-

ließ. Reither wurde gegen einigen Widerstand schließlich in die

on dessen auflehnte, was später Gelitin werden sollte. Er wuchs in

neue Gruppe aufgenommen, unter der Voraussetzung, dass er alle

München in relativem Luxus auf. Sein Vater hatte neun Kinder mit

Porzellanformen in der Bäckerei vernichtete und in die Mandelsä-

vier verschiedenen Frauen, weshalb das Familienleben alles ande-

cke pisste, zum Beweis seiner Loyalität gegenüber einer neuen,

re als langweilig war. Glücklicherweise ließ seine Mutter, eine Kin-

kollektiven Geltendmachung der Freiheit. Gantner Wuchs in einem

derpsychologin, ihre Arbeit immer an der Türschwelle zurück, so

großen Haus am Stadtrand von Salzburg auf. Er hatte sich der ur-

dass Florian sich in aller Freiheit zeichnerisch und schriftlich betä-

sprünglichen, aus acht Künstlern bestehenden Galettene-Gruppe

tigen konnte, wobei er bereits als Kind außergewöhnlichen Weit-

unbedingt anschließen wollen, um das Trauma zu überwinden, dass

blick und einnehmenden Esprit bekundete. Es war weniger der

er als Kind in einem Hochbett für drei Buben hatte schlafen müs-

großbürgerliche Lebensstil, den er gewohnt war und den er liebte,

sen. Er konnte nicht glauben, dass eine Kindheitshölle in nächster

als vielmehr die Münchner Kunstszene, an der er Schaden nahm.

Nähe zu zwei älteren Brüdern das Höchstmaß an Gruppenpoten-

Das kleinliche Hickhack und Punktesammeln, das er auf Vernissa-

tial sein sollte, fühlte sich jedoch von der Idee einer idealisierten

gen und Symposien überall in der Stadt beobachtete, veranlasste

Bruderschaft angezogen, zum Trost für sein Kindheitstrauma. Er

ihn zu einer statistischen Analyse von Beziehungen. Anstatt über

hasste das Chaos und verachtete das blödsinnig gute Aussehen

Bilder und Wörter nachzudenken, wendete er sich den Zahlen zu.

seiner Brüder. Selber ein schmuddeliger, verwilderter und unkul-

Auch heute noch entspannt er sich beim Lesen der Börsenberich-

tivierter Teenager, fühlte er sich zu den elegant gekleideten Mit-

te oder bei der demografischen Aufschlüsselung von Besucher-

gliedern von Galettene mit ihrer Hassliebe zum Bürgertum ange-

zahlen, nach denen er sich jedes Mal erkundigt, wenn Gelitin ein

zogen. Eines Tages sah er sich in seinem idiotischen Fotolabor-job

neues Projekt für eine öffentliche Institution entwickelt. Es war

mehreren eleganten älteren Männern gegenüber, die ihm einen

diese Liebe zu den Zahlen, die sein Interesse für die ursprüngliche

Geschmack von Raffinesse vermittelten: Es waren die ursprüng-

Galettene-Gruppe weckte. Als junger Mann, damals noch Student

lichen, älteren Gruppenmitglieder, die vorschlugen, er solle sei-

an der Kunstakademie in Wien, verbrachte er die Mittagspause im-

nen aussichtslosen Berufsweg doch aufgeben und in Wien an der

mer allein mit seiner kleinen Tochter (die geboren wurde, während


er noch ins Gymnasium ging) in den feinsten Cafés, wo er sich stets

gekleideten Mann und begann ein neues Leben als Teil von Galet-

in den Finanzteil der Zeitung oder in den neuesten Bericht über

tene. Die Struktur der Beichte verließ ihn von nun an nie mehr und

österreichische Bankgeschäfte vertiefte. Seine Freude an den teu-

wurde zur Grundlage seiner ästhetischen Experimente. Ganz und

ren Anzügen, die er bestellte, aber in echter Demimonde-Manier

gar befreit und von der im Entstehen begriffenen Gruppe zum Stu-

selten bezahlte, und seine Begeisterung für die Welt der Zahlen

dium der Politikwissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit ermutigt,

beeindruckten die älteren Mitglieder derart, dass sie ihn auf der

schloss er erwartungsgemäß das Universitätsstudium nie ab. Er er-

Stelle aufnahmen, da sie in ihm die ideale Person für die Analyse

wies sich als zu schwach, dem Drang zur praktischen Umsetzung

der Geschmacks- und Entwicklungsrichtungen im Kern der stän-

all der vernommenen Beichtgeständnisse zu widerstehen und war

dig wachsenden österreichischen Ernährungsbewegung sahen.

häufig zu müde, um seine Arbeiten an der Hochschule zu Ende zu führen, da es ihm seine neu entdeckte sexuelle Befreiung schwer

Ali Janka, das dritte der Splittergruppe, wuchs in relativ bescheide-

machte, seinen Aufgaben, nämlich dem Backen von Brot und Ku-

nen Verhältnissen im Wiener Bezirk Hernals nahe Schloss Neuwal-

chen, nachzukommen. Sein Bestreben, mit möglichst vielen Leuten

degg auf. So manchen Tag und viele Nächte verbrachte er auf den

ins Bett zu gehen, machte den Studienabschluss unmöglich und

Straßen von Wien, auf der Suche nach etwas Höherem. Er schwänz-

stiftete Chaos in der ursprünglichen Gruppe, die ihre Begierden

te oft die Schule und half seiner Mutter in ihrem Elektrowarenge-

zwar immer gebeichtet, sie aber nie in die Tat umgesetzt hatte.

schäft, bis eines Tages ein Priester auf der Suche nach Glühbirnen in Form von Kerzenflammen auftauchte; der junge Ali war hingeris-

Nicht, dass Gelitin je die Absicht zur Zusammenarbeit gehabt hät-

sen von seinem schwarzen Gewand und seinem ruhigen Auftreten.

te. Sie waren in einen Kreis älterer Kunstliebhaber hineingezogen

Von da an endete alle Sehnsucht und alles Schulschwänzen, und er

worden und endeten durch Nichthandeln allein. Es gibt keinen

verschrieb sich dem Leben eines Ministranten. In einem hübschen

Kopf der Gruppe, da niemand die frühen Arbeiten, in deren Mit-

weißen Chorhemd mit rüschenbesetztem Kragen und glänzenden

telpunkt die aufstrebende österreichische obere Mittelschicht ge-

Schuhen stand er strahlend neben dem Priester, hielt Kerzenhal-

standen war, wirklich begriffen hatte. Gelitin entstand nicht aus

ter, Löschhütchen oder das Bändchen, das als Lesezeichen der di-

freiem Willen, sondern durch Verstoßung. Sie wurden zurückgelas-

cken und schweren Bibel diente, in seinen vollkommen geformten

sen und eher infolge eines Mangel als eines Übermaßes an Vorha-

Händen und war überhaupt ein Herz und eine Seele mit seinem

ben in eine Situation gedrängt, die reich an Potential war. So kam

Priester. Seine Aufklärung ging Hand in Hand mit dem Beichtvor-

es, dass die vier Jüngsten, die sich mittlerweile Gelitin nannten,

gang. Es gehörte zu seinen Aufgaben, anwesend zu sein, wenn der

Mitte der 1990er-Jahre in New York auftauchten. Sie versuchten,

Priester den vom rechten Wege abgekommenen Gläubigen die

sich stellvertretend für die ursprüngliche Gruppe im World Trade

Beichte abnahm. Ali versuchte, die anschaulichen Beschreibungen

Center einzumieten, Wurden jedoch ausgelacht und verließen das

moralischer Verworfenheit und sexueller Devianz innerlich abzu-

Gebäude, nur um fünf Jahre später, im Jahr 2000, mit ihrem be-

wehren, doch als er sechzehn wurde, hielt er es nicht länger aus.

rühmt-berüchtigten Balkonprojekt The B-Thing zurückzukehren.

Nachdem er Ohrenzeuge einer ganzen Reihe bis dahin offenbar

Die ursprüngliche Gruppe hatte inzwischen riesige Mengen an Ca-

besonders stark unterdrückter, außerordentlicher Bekenntnisse

tering-Zubehör bestellt, im Versuch, zu einem subtilen Störfaktor

geworden war, ging er aus der Kirche, folgte dem reumütigen, gut

in der Entwicklung der neuen Bauernmärkte zu werden, die über57


all in der City entstanden; ein Teil dieses Materials ist im Hinter-

traten, während sie ihre Versuche einer totalen Untergrabung des

grund der Fotografien zu sehen, die The B-Thing dokumentieren.

Geschmacks in Angriff nahmen, indem sie durch exzessives Brainstorming bestimmten, was auf dem Gebiet der Bio-Cuisine produ-

Tobias Urban ist das einzige Landei der Gruppe. Er wuchs als Sohn

ziert werden sollte. Die verstoßenen restlichen Gruppenmitglieder

eines Schweinezüchters auf, der später Fleischhauer wurde, und

sahen sich durch Armut und ihr eigenes kindlich-mädchenhaftes

war zwölf Jahre alt, als seine Familie nach Schattendorf an der ös-

Potential dazu genötigt, etwas anderes zu machen. Zwischen ih-

terreichisch-ungarischen Grenze zog. Montags marschierten die

nen bestand eine besondere Beziehung, nicht intellektuell, son-

Schweine ins Geschäft, das sie mittwochs als Würste verließen. Die

dern in der ungezwungenen Art, wie sie miteinander umgingen

Hauptaufgabe seiner drei Schwestern bestand im Fabrizieren von

und sich schließlich von bürgerlichen Angstvorstellungen befrei-

Würsten und dem Bedienen der Kunden, wohingegen Urban wie

ten. Sie warfen alle Pläne, Strategien, Rezepte und eleganten An-

ein kleiner Prinz behandelt wurde. Sich selbst überlassen, brach-

züge über Bord und begannen mit einer Reihe bemerkenswerter

te er Stunden damit zu, in Erwartung des Zusammenbruchs des

Freiformaktivitäten. Sich nicht länger um die Kunstwelt und auch

Ostblocks Zeichnungen im großen Maßstab zur Neugestaltung

nicht um die Ängste der oberflächlichen, umweltbewussten Mit-

der nahen Grenzdörfer anzufertigen. Ein ernster, wortkarger und

telklasse scherend, die sie hinter sich gelassen hatte, beschloss die

kritischer Teenager, war er der einzige, der die ursprüngliche Ga-

kümmerliche junge Gruppe, sich bei Ausstellungen zu zeigen und

lettene-Gruppe auf eigene Faust kontaktiert hatte und nicht bloß

um Künstlerstipendien zu bewerben und so gewissermaßen die

ihrem Einfluss unterlegen war. Er hatte ihnen heimlich Bio-Würste

bestehende Liste zu ergänzen, welche die eigentlichen Gründer

angeboten, hergestellt von seiner ältesten Schwester nach altem

hinterlassen hatten, als sie mit ihren originalen Moog-Synthesizern

Familienrezept, bekam jedoch eine Abfuhr und wurde wiederholt

und dem Rest ihrer Porzellanformen aufs französische Land zogen,

zurückgewiesen. Urban hatte der ursprünglichen Gruppe erst eine

das vielleicht noch immer mit ein paar unverfälschten Genüssen,

Woche angehört und war ebenso sprachlos wie die übrigen Anhän-

zumindest im Bereich von Essen und Trinken, aufwarten konnte.

ger, als die Gründer nach Frankreich aufbrachen. Mit einem soli-

Von da an ist die Geschichte von Gelitin wohlbekannt. Ihre frühen

den Familienhintergrund versehen hatte er früh geheiratet, in der

Arbeiten unterscheiden sich in nichts von ihren späteren; ihnen ist

Hoffnung, die Annehmlichkeiten eines Familienlebens würden ihm

wenig an Entwicklung gelegen und noch weniger an Fortschritt.

Ruhe und Halt geben. Seine eigenen Töchter waren allerdings weit

Ihre Arbeitsweise ist zufallsbedingt, ihr künftiger Weg unbekannt.

entfernt von den passiven, dienstwilligen Schwestern, mit denen

Ihre Mitglieder sind sowohl in greifbarer Nähe als auch irgendwie

er aufgewachsen war. Angesichts der Aktionen der wilden, unge-

außer Reichweite: im Stich gelassen, gedemütigt, aber zufrieden.

bärdigen jungen Mädchen erkannte er schließlich sein eigenes Potential und machte die anderen Mitglieder der neu formierten Gelitin-Gruppe mit ihrer Energie und ungezähmten Klasse bekannt.

Für Gelitin lautete die Frage jetzt nicht mehr: „Was sollen wir pro-

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duzieren?“ Die ursprüngliche Gruppe war nicht interessiert an den

Liam Gillick ist bildender Künstler und lebt in New York.

Problemen der Kunst - dies waren Fragen, die in den Hintergrund

Übersetzung: Lilian Faschinger


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Gelatin | Loch  

5. Juni bis 29. September 2013 Museum für zeitgenössische Kunst | 21er Haus | Schweizergarten | 1030 Wien Fotos & Copyright: Reinhard Am...

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