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Martina Mettner

Fotopraxis mit Perspektive 16 erfolgreiche Projekte und ihre Macher

fotofeinkost


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© Fotofeinkost Verlag Dr. Martina Mettner www.fotofeinkost-verlag.de

Lektorat: Dr. Jörg Tykwer Druck: Kessler Druck + Medien, Bobingen Printed in Germany 1. Auflage 2014

ISBN 978-3-9813869-2-9


Inhalt 7

Einleitung

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Welche Fotopraxis hat Perspektive?

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Warum gerade die? 16 Bildautoren im Interview

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Carlos Spottorno fotografierte in Südeuropa „The Pigs“

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Ekkehart Keintzel fotografiert den urbanen Raum: Istanbul

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Andreas Meichsner visualisiert den Charme der Norm

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Ahrens + Steinbach wollen gemeinsam hoch hinaus

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hiepler, brunier, fotografierten weltweit für „Industrious“

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Für Jürgen Scriba ist die Kamera ein Laborinstrument

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James Mollison bevorzugt die typologische Herangehensweise

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braschler / fischer rücken Menschen ins Rampenlicht

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Robert Maybach fotografiert traditionsbewusste Menschen

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Oliver Stegmann beobachtet das Leben im Zirkus

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Alexander Schneider fotografierte „Am Grünen Band Österreichs“

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Ulla Lohmann teilt mit uns ihre Neugier auf die ganze Welt

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Julia Runge nährt die Hoffnung mit einem sozialen Projekt

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Kai Löffelbein zeigt die Kehrseite der Hightech-Gesellschaft

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Patrick Willocq auf dem Weg von Bikoro nach Bokonda

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Bénédicte Vanderreydt über die Selbstinszenierung von Teenies

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Kurzbiografien


Einleitung Wem die Fotografie als Beruf oder Hobby am Herzen liegt, der kann die grundsätzlichen Veränderungen in diesem Bereich kaum übersehen. Fotografieren kann jetzt jeder und Bildmaterial ist global und oft kostenlos verfügbar. Leicht austauschbare fotografische Dienstleistungen werden zunehmend schlechter bezahlt. Es ist höchste Zeit, über eine zukunftsorientierte Form der fotografischen Praxis nachzudenken – und diese auch auszuüben. Sich von der Massenproduktion abzuheben, kann allerdings nur bedeuten, anspruchsvoller zu werden und sich selbst mehr zu fordern. Die nächsthöhere Stufe in der redaktionellen Fotografie heißt: Vom Bildverkäufer zum Produzenten von Inhalten zu werden. Und wo handwerkliche Qualifikation von Auftraggebern nicht mehr gewürdigt wird, sollte man die Chance ergreifen, zum Anbieter visueller Lösungen aufzusteigen. Dazu gehört, nicht nur ans Gedruckte zu denken, sondern an alle medialen Optionen. Von vornherein digitale Präsentationsformen einzuplanen, erlaubt später eine größere Öffentlichkeit herzustellen, was wiederum dazu dient, den eigenen Namen bekannt zu machen und für Kooperationen mit der Industrie interessant zu werden. Die Fotografie hat Zukunft, wenn die Ausübenden verstehen, dass sie als Person gefragt sind, als Experte, als Verantwortlicher für die visuelle Umsetzung von Inhalten, oder als jemand, der etwas zu sagen oder zu vermitteln hat. Und dafür ist die thematische Serie im Unterschied zum Einzelbild die Erfolg versprechende Produktionsform. 16 Praxisbeispiele untermauern dies im Anschluss an den Textteil, der die Situation analysiert, zum Umdenken anregt und konkrete Tipps bereithält. Es wurde bewusst nach inspirierenden Fotoprojekten gesucht, deren Autoren über unterschiedlich lange Erfahrung verfügen sollten und über diverse Lebens- und Ausbildungswege zur thematischen Fotografie kamen. Solche, die an ihrem ersten Langzeitprojekt arbeiten und einem Beruf als Manager oder Architekt nachgehen, sind ebenso vertreten, wie erfahrene und sehr bekannte Bildautoren mit einer Vielzahl an internationalen Preisen und Veröffentlichungen. Fotografie den entscheidenden Schritt weiter – Sie haben ihn schon vollzogen: Carlos Spottorno, Ekkehart Keintzel, Andreas Meichsner, Ahrens + Steinbach, hiepler, brunier, J. Scriba, James Mollison, braschler / fischer, Robert Maybach, Oliver Stegmann, Alexander Schneider, Ulla Lohmann, Julia Runge, Kai Löffelbein, Patrick Willocq, Bénédicte Vanderreydt. Und Sie?

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Die Zukunft ist unscharf, aber die Perspektive f端r Fotografen und Assistenten sollte klar sein. Foto: Fritz Brunier


„Nur wer Herz und Hirn investiert, wird Aufmerksamkeit ernten.“

Welche Fotopraxis hat Perspektive? Ist die Fotografie noch ein Traumberuf? Auf jeden Fall! Allerdings datieren die meisten Vorstellungen und Ideen über die Arbeit des Fotografen aus dem 20. Jahrhundert. Sie gelten kaum mehr. Die Digitalisierung und vor allem das Internet schufen im Positiven wie im Negativen radikale Veränderungen, die vielen erst langsam bewusst werden. Fotografie ist heute keine einfache Möglichkeit mehr, gut zu verdienen und mit wenig Anstrengung garantierte Honorare zu erhalten. Sie ist aber mehr denn je ein Medium, seinem Anliegen visuellen Ausdruck zu verleihen und dafür Beachtung zu erlangen – auch, weil es so viel mehr Möglichkeiten gibt, zu veröffentlichen. Eine bessere Zukunftsperspektive haben jene, die nicht zuerst ans Geldverdienen denken, sondern daran, was sie gerne für wen fotografieren möchten. Daraus ergeben sich alle weiteren Schritte automatisch – und in der Regel führen diese zum gewünschten Erfolg, wie die später folgenden Interviews eindrucksvoll belegen. Der Königsweg ist dabei die thematische Serie oder allgemeiner ausgedrückt: das Fotoprojekt im Unterschied zum Einzelfoto. Bei dem einen steht der visualisierte Inhalt im Vordergrund, beim Einzelfoto zählt die fototechnische Ausführung. Letztere büßte stark an Prestige ein, seit die Aufnahmetechnik deutlich weniger Fachkenntnisse voraussetzt. Dank Softwareanwendungen und Automatikfunktionen können auch Ungelernte ganz ordentliche Ergebnisse abliefern. Die Zeiten, in denen sich Fotografen auf ihre handwerklichen Fähigkeiten und ihr technisches Know-how als Verdienstgrundlage verlassen konnten, sind daher bereits vorbei. Ein systematisches Umdenken ist dringend erforderlich.

Teilhaben oder bewahren? Vierzehnjährige Mädchen sind heute instinktiv Fotografinnen, wie Bénédicte Vanderreydt in ihrer Serie „I am 14“ zeigt. Sie inszenieren sich vor der Kamera und veröffentlichen auf sozialen Plattformen. Sie agieren zugleich als Model, Stylistin, Regisseurin, Fotografin, Publizistin. Sie posten 50 Bilder am Tag. An diesem Beispiel wird sinnfällig, dass es inzwischen zwei Arten Fotografie gibt: Nennen wir sie „Sharing“, das unmittelbare Teilhabenlassen, und „Keeping“, das Aneignen und Behalten eines Momentes wie es das schon zu analogen Zeiten gab – meist zum Zwecke des Bildrechteverkaufs.

Von Fotografinnen und Fotografen, die mit einem Interviewbeitrag im Buch vertreten sind, werden die Namen hervorgehoben.

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Statt für einen Auftraggeber vielseitig zu arbeiten, heißt es heute, sich zu spezialisieren und unterschiedliche Medien zu beliefern.

Die Konsequenz ist, dass durch das kostenlose Teilen von Bildern zu Ereignissen in den digitalen Netzwerken ein kommerzielles Bildangebot wenig lukrativ, wenn nicht überflüssig erscheint. Das betriff t letztlich den gesamten Tages- und Sportjournalismus. Wann immer die fotografische Leistung daraus besteht, zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu sein, wird sich damit keine berufliche Perspektive mehr verbinden. Da nützen – leider – auch die jahrelange Erfahrung und das gute Auge nichts. Dafür sorgen schon die technische Entwicklung (automatische Kameras mit hochauflösenden Videos, aus denen man Einzelbilder entnehmen kann), zufällig Anwesende oder die Protagonisten selbst (zum Beispiel Sportler mittels Helmkamera). Zusatzinformationen (früher für die Bildunterschriften) werden bei Google Glass automatisch eingespiegelt. Auch solche Entwicklungen im Bereich Augmented Reality lassen sich nicht länger als futuristisch wegdiskutieren. Um diesen fundamentalen Wandel noch einmal zu verdeutlichen: Die visuelle Ausbeutung der Realität zum Zwecke des persönlichen Profits ist passé! Wir leben in einer Kultur des Sharing, vor allem, wenn es um Ereignisse geht. Und die Bildwelt hat sich auch ethisch ein wenig weiterentwickelt: Es ist keineswegs mehr legitim, ungefragt zu fotografieren und die Ergebnisse kommerziell zu verwerten. Eng damit verknüpft ist, dass das Einkommensmodell der Nutzungshonorare kaum mehr taugt. In Zeiten von Downloadpauschalen bei Bildagenturen liegen die Kosten pro Bild im Centbereich und abgerechnet gegenüber Fotografen wird gar bis zum dreistelligen Bereich hinter dem Komma! Trotzdem denken und handeln journalistisch arbeitende Fotografen – altersunabhängig – oft noch wie Bildverkäufer. Bilder sind aber im Überfluss vorhanden und daher per se nicht viel wert. Das Pfund, mit dem man wuchern kann, heißt „Content“. Es sind die Inhalte, nicht die Abbilder, für die man Honorare verlangen und bekommen kann. Die Wirtschaft floriert, das Geld ist da. An die Stelle des alten Modells vielseitig für einen (redaktionellen) Auftraggeber zu fotografieren, tritt heute die Anforderung, spezialisiert zu arbeiten und für diverse mediale Kanäle attraktive Inhalte zu produzieren.

Uns geht‘s ja noch gold

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Während viele andere Berufe und der gesamte Einzelhandel vom Aussterben bedroht sind, geht es den Fotografen im Prinzip noch gold. Die Honorare fließen nicht mehr so üppig wie im vergangenen Jahrhundert, aber der Bedarf an visuellen Inhalten wird weiter wachsen. Die Situation in dieser Berufsgruppe ist jedoch prekär aufgrund der weitverbreiteten Haltung, man produziere etwas Einzigartiges, die Geldgeber müssten es nur merken. Als gäbe es ein Recht darauf, mit dem, was man gerne machen möchte, Geld zu verdienen. Käme ein Musiker auf diese Idee? Oder


ein Sportler? In allen anderen Bereichen sind sich die Ausübenden darüber im Klaren, dass sie in einem Wettbewerb stehen und unentwegt Spitzenleistungen abliefern müssen, um in dem jeweiligen Metier kommerziell erfolgreich zu sein. Und dass sie dazu viel Zeit, Schweiß und Disziplin investieren müssen. Nur Kamerabesitzer meinen, der kleine schwarze Kasten sei ein Zauberding, mit dem sie mühelos aus Stroh Gold spinnen könnten. Soll das Statement, dass man es ernst meint mit der Fotografie, kein Lippenbekenntnis bleiben, muss man bereit sein, mit alten Vorstellungen zu brechen und sollte sich gar nicht erst auf jene Privilegien einrichten, die Fotografen in den Achtziger- und Neunzigerjahren genossen. Die schönen Zeiten der Fotografie als hochbezahltes Handwerk sind bereits weitgehend vorbei. Jetzt heißt es, die Fotografie auf ein neues Niveau zu heben, das sich deutlich abgrenzt vom alten sowie vom alltäglichen Gebrauch der Kamera durch die Generation Smartphone.

Technikbeherrschung reicht nicht mehr als alleinige Qualifikation Das klassische Praxismodell ist das der Technikbeherrschung. Es kam – und kommt noch – in der Werbefotografie zum Tragen, wo sehr spezifische Anforderungen vom Fotografen handwerklich perfekt umgesetzt werden. Als Vorstellung ist das noch der Fotograf im Studio oder on Location, mit viel Lichtequipment und einem Team aus Assistenten, Visagist, Model, Artdirector und so weiter. Für Fotografen, die schon länger berufstätig sind, verlief die geschäftliche Entwicklung in den letzten Jahren und Jahrzehnten eher ab- als aufwärts. Eine Ursache ist, dass mit dem Digitalen die Wertschätzung von Handwerk verlorenging. Man kann das leicht überprüfen beim kritischen Blick auf Anzeigen in Magazinen, vor allem bei Werbeanzeigen aus dem Modebereich. Dilettantisch gesetztes Licht gilt als schick, dass die Models verkrampft wirken, fällt offenbar nicht auf. Und selbst das beworbene Produkt muss man nicht zwingend gut erkennen können. Anders gesagt: Ob der Fotograf unterschiedliche Lichtführungen beherrscht und Regie führen kann, spielt nur eine geringe Rolle. Der eigentliche Look wird sowieso in der Postproduction kreiert. Die jungen Mitarbeiter in Werbeagenturen kennen es nicht anders. Die permanente Verfügbarkeit von Fototechnik durch Smartphones oder Tabletcomputer, die abnehmende Notwendigkeit der Lichtsetzung dank besserer Sensoren, und die Zugänglichkeit von Bildbearbeitungsroutinen für jedermann führten dazu, dass das Handwerk nicht mehr gewürdigt wird. Dagegen hätte man schon in den Neunzigerjahren „Aufklärungsprogramme“ für Industriekunden, redaktionelle Bildeinkäufer und Werbeagenturen setzen können – allen voran die entsprechenden Verbände. Statt darüber zu stöhnen, dass niemand mehr Ahnung von Fotografie habe, muss jeder

„Der Reiz von Instagram ist, dass jeder noch so unbegabte Mensch, dank digitaler Helferlein und attraktiver Filter, zu einem hervorragenden Fotografen werden kann.“ Zitat aus dem Werbe-Fachmagazin „Lead digital“ (bit.ly/1bxx4CA)

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Fotograf selbst Zeit und Ideen investieren, wie er seine Fachkenntnis vermitteln kann. Es reicht eben schon sehr lange nicht mehr, einfach Fotos auf die Website zu stellen, in der Erwartung, „jeder“ würde erkennen, wie gut die sind. Bildunterschriften und Making-of-Videos sind ein relativ einfacher und sinnvoller Weg, den Wert der eigenen Arbeit und den betriebenen Aufwand zu vermitteln. Warum finden es viele Fotografen schwierig, das, was sie können, in Worte zu fassen? Sie lehnen das als „Verkaufe“ ab, als sei das etwas Unanständiges. Der wahre Grund ist vielleicht Unsicherheit oder auch Bequemlichkeit. Um zu sagen, was man innerhalb des weiten Feldes der Fotografie am besten kann, muss man sich selbst Rechenschaft ablegen. Das scheut so mancher bis es zu spät ist. Ein Klient aus dem Sportjournalismus kam erst zur Beratung, als er von der Kündigung durch die Bildagentur, für die er fest gearbeitet hatte, erfuhr. Warum hatte er das nicht seit Jahren kommen sehen? Weil es in der Natur des Menschen liegt, davon auszugehen, ihn würde es nicht treffen. Wer heute noch ernsthaft denkt, es reiche, gut zu fotografieren, um damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist schlicht unrealistisch. Man muss wissen, was man will und in diesem Markt seine Nische finden. Dazu gehört dann auch, andere wissen zu lassen, was genau man anzubieten hat. Wem das schwerfällt, sollte ernsthaft seinen Berufswunsch in Zweifel ziehen oder, wenn der Beruf schon ergriffen ist, über Lösungsmöglichkeiten nachdenken. Da sich die eigenen Gedanken dabei meist im Kreis drehen, hilft es, sich in einem Beratungsgespräch die eigene Situation analysieren und individuelle Lösungsmöglichkeiten entwerfen zu lassen.

Für den Erfolg muss man als Person Profil gewinnen

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Für eine sinnvolle Praxis jetzt und in der Zukunft geht es um die Person, um Individualität, um etwas Spezielles, persönliches Interesse und Leidenschaft; mindestens aber um die kommerziell zu findende Nische und ein persönliches Profil. Manchmal könnte man angesichts der Probleme einer Branche voller Individualisten, die ihr Potenzial nicht nutzen, geradezu verzweifeln. Fotografen, gleich welchen Alters und welchen Ausbildungsstandes, lassen in der Regel ihre Website nicht für sich arbeiten, sondern nutzen sie lediglich als Schaufenster. Um im Bild zu bleiben: Sie hoffen, dass jemand zufällig vorbeikommt und es nicht beim Windowshopping bleibt. Das Kontrastmodell wäre: Zu wissen, wen man als Kunden möchte, und sich so zu präsentieren, dass der von sich aus die Site besucht, verweilt und Lust bekommt, zu kaufen. Warum kaufen wir? Das kann man sich leicht selbst fragen. Wir brauchen etwas und nehmen das, was am preisgünstigsten ist. Das ist der Fall, wenn das Produkt oder die Dienstleistung ein geringes Prestige hat oder man wenig Wert auf eine besondere Qualität legt. Oft handelt es sich um stan-


dardisierte Massenprodukte. Ehrlicherweise muss sich so mancher Fotograf eingestehen, dass sein Angebot sich kaum von Mitbewerbern unterscheidet. Damit läuft er sehr stark Gefahr, sich in eine abwärts bewegende Preisspirale zu begeben. Überall wird gespart, an Dienstleistungen mit wenig Prestige zuallererst. Wir kaufen häufig Dinge, die wir nicht dringend brauchen, die uns aber gefallen oder gut aussehen lassen (zum Beispiel als Benutzer eines gerade erschienenen Smartphones). Dabei geht es ums Habenwollen und weniger um den Preis. Übertragen auf die Fotografie heißt das: Der Fotograf hat ein Image, ist zumindest in der Branche bekannt. Die Hipness des Fotografen überträgt sich auf das Produkt. Oder er kann eine Bildstrecke zu einem Thema anbieten, das sonst niemand bearbeitet hat. Image, Exklusivität oder Originalität sind wichtige Erfolgsfaktoren. Wir kaufen auch aus Sympathie. Wir finden das Angebot nett oder erliegen dem Verkäufer. Gerade bei den besser bezahlten Jobs in der Fotografie geht es oftmals darum, mehrere Tage zusammenzuarbeiten. Auch hier ist das Honorar selten das entscheidende Kriterium, denn dazu sucht sich der Auftraggeber jemanden aus, der zum eigenen Team, zur Firma oder zum Image der Agentur passt. Und, es ist wie es ist: Wer gut gelaunt ist und gepflegt aussieht, hat bessere Chancen. Das Dumme ist: Fotografen denken, sie würden wegen ihrer Fotos engagiert. Sie denken oft wie Bildagenturen. Sie wollen Fotos verkaufen. Die sind aber, um zum Anfang des Kapitels zurückzukommen, per se nicht mehr viel wert. Das bedeutet, die eigene Denk- und Verhaltensweise ernsthaft auf den Prüfstand zu stellen: Klammert man noch am Bildverkauf? Oder hat man schon verinnerlicht, dass Fotografen – zunehmend – als Person engagiert werden? Was im Grunde natürlich sehr zu begrüßen ist. Dazu müssen sie als Person sichtbar und attraktiv sein. Diese Attraktivität kann sich aus verschiedenen Quellen speisen, vom eigenen Auftreten als kompetenter Ansprechpartner für Bildlösungen über den unverkennbaren Look der Fotos bis zum attraktiven Projekt, das jeder gerne zeigen oder veröffentlichen würde. Fotografinnen und Fotografen mit positiver Zukunftsperspektive verkaufen keine (entwerteten) Fotos. Sie bieten stattdessen (wertvollen) Content an. Sie warten nicht darauf, dass ein Auftrag auf sie zukommt. Sie produzieren freie Projekte zu Themen, die ihnen entweder wichtig sind oder für die es eine Marktlücke gibt. Speziell im Editorialbereich schlagen sie selbst Themen vor, statt auf einen Auftrag zu warten. In Zeiten, in denen jeder eine Kamera hat, müssen sie als Dienstleister Experten sein für die Visualisierung von Inhalten oder Aufgaben. Diese Visualisierung ist hybrid geworden und nicht mehr an Printmedien gebunden.

Fotografen denken wie Bildverkäufer. Sie sollten aber wie Anbieter von visuellen Inhalten (Content) auftreten.

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Carlos Spottorno: „The Pigs“ Ekkehart Keintzel: „Gated Istanbul“ Andreas Meichsner: „The Beauty of Serious Work“ Ahrens + Steinbach: „Frauen in typischen Männerberufen“ hiepler, brunier,: „Industrious“ J. Scriba: „element_1 Fire“ James Mollison: „The Disciples“ braschler / fischer: „China“ Robert Maybach: „Golden Blossoms“ Oliver Stegmann: „Zirkus“ Alexander Schneider: „Am Grünen Band Österreichs“ Ulla Lohmann: „Die Anga in Papua-Neuguinea“ Julia Runge: „Growing Hope“ Kai Löffelbein: „Crtl-X – A Topography of E-Waste“ Patrick Willocq: „On the Road from Bokoro to Bokonda“ Bénédicte Vanderreydt: „I am 14“


Warum gerade die? 16 Bildautoren im Interview Die Interviewpartner, denen ich für Ihre Kooperationsbereitschaft herzlich danke, sind Fotografinnen und Fotografen mit erfolgreich durchgeführten freien und beauftragten Fotoprojekten. Einige Bildautoren kannte ich, einige lernte ich kennen, weil sie sich von mir beraten ließen, andere fielen mir durch Veröffentlichungen auf. Die Kriterien für die Auswahl waren dabei so komplex wie anspruchsvoll: Unterschiedliche fotografische Bereiche wie Porträt/Menschen, Architektur, Industrie, Natur und Landschaft sollten abgedeckt werden. Dazu suchte ich Interviewpartner mit und ohne fotografische Ausbildung, aber keine Absolventen einer Kunsthochschule, weil künstlerische Fotografie das Thema des ergänzenden Buches „Fotografie mit Leidenschaft“ ist. Sie sollten Beispiele liefern für die Bedeutung freier Arbeiten in kommerzieller wie künstlerischer Hinsicht, aber keine zu werbliche Bildsprache verwenden. Einige Interviewpartner waren zuvor und einige sind noch in einem anderen Beruf tätig. Da die außerfotografischen Erfahrungen stets eine erhebliche Bereicherung für die Fotografie bedeuten, war auch dies ein wichtiger Aspekt. Zudem illustriert die Zusammenstellung der Beiträge insgesamt, dass die Trennung der Fotowelt in Amateure und Profis überholt ist. Es besteht nur noch ein grundsätzlicher Unterschied zwischen freien und kommerziellen Arbeiten – und selbst dieser verschwimmt, wie man anhand der beauftragten Kunstprojekte erfahren kann. Da jetzt und in Zukunft die Person mit ihrem Können, Wissen, Interesse und ihrer Leidenschaft entscheidender ist als die jedermann verfügbare Technik, werden die Bildautoren nach ihren Erfahrungen befragt und die Bildbeispiele knapp gehalten. Das dazugehörige Fotomaterial ist ohnehin online zugänglich; Informationen über die Durchführung eines Projektes, Finanzierungs- und Veröffentlichungsoptionen werden jedoch nur in den Interviews gegeben. Der Fokus liegt auf europäischen Fotografen mit Schwerpunkt im deutschsprachigen Raum, wobei die Projekte oft global angesiedelt sind. Es wäre natürlich leicht gewesen, beeindruckende Beispiele aus den USA und Kanada aufzuführen. Die Verhältnisse dort sind, speziell in der Berufsfotografie, jedoch vollständig andere und gar nicht so gut auf Europa zu übertragen. Interviews mit nichtdeutschsprachigen Partnern wurden auf englisch geführt und von mir übersetzt. Den Anfang macht Carlos Spottorno, weil er mit „The Pigs“ einige tradierte Regeln der Fotografie über den Haufen wirft und, wie dieses Buch insgesamt, Strukturen und Konventionen hinterfragt. Er vollzieht in seiner Karriere die spannende Symbiose aus Kunst und Werbung. Wie er das realisiert, wollte ich genauer wissen. Er spricht auch über ein beauftragtes Projekt zur Kinderarbeit, bei dem klar wird, wie wichtig und richtig es ist, heute als Experte aufzutreten und nicht „nur“ als Bilderlieferant.

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Bei „The Pigs“ geht es unter anderem um die Immobilienkrise in Südeuropa. Mit Ekkehart Keintzel bleiben wir in der Region und beim Thema Immobilien – abgeschlossenen Wohnsiedlungen für Besserverdienende in Istanbul. Ekkehart Keintzel ist Architekt und repräsentiert den passionierten Fotografen ohne kommerziellen Zwang, der ein Fotothema professionell angeht. Die von Keintzel mit der Kamera aufgesuchten so genannten Gated Communities stehen für Ordnung und Sicherheit. Das ist wiederum genau das durchgängige Thema der recht bekannten freien Arbeiten von Andreas Meichsner, zuletzt umgesetzt in der Serie „The Beauty of Serious Work“, in der TÜV-Mitarbeiter bei Meichsner der Ausübung ihres Berufes und oftmals absurd wirkenden Tätigkeiten gezeigt werden. Auf Berufsbilder hat sich das Fotografen-Duo Ahrens + Steinbach spezialisiert. Während Meichsner seine Motive aufräumt, möglichst unsichtbar ausleuchtet und cool ins Bild setzt, zeigen die Motive von Ahrens + Steinbach die Industrie in ihren spannenden und teilweise recht farbenfrohen Facetten. „Frauen in typischen Männerberufen“ ist das gewählte Beispielprojekt, das illustriert, wie man eine Marktlücke mittels eines freien Projektes erobern und erfolgreich besetzen kann – ganz kommerziell gedacht, aber aus Begeisterung für das Thema entstanden. Sie sind zugleich das erste von drei Beispielen für Teamwork. Beim zweiten Fotografen-Duo, hiepler, brunier, aus Berlin, geht es ebenfalls um das Fotografieren in der Industrie. Mit Meichsner und Keintzel sind sie Fotografen mit einem Architekturschwerpunkt. hiepler, brunier, können einerseits von der Aufgabe berichten, luxuriös ausgestattet und ganz nach der eigenen Vorstellung, 16 Zementwerke in 13 Ländern zu fotografieren. Mit ihrem Bericht führen sie andererseits auf den harten Boden der Realität zurück, wenn es um „normale“ Aufträge aus der Industrie geht. Mit offenem Feuer soll man nicht spielen, aber J. Scriba ist studierter Physiker und weiß bei seinen technisch aufwendigen Kunstkonzepten genau, was er tut. Kunden bietet er Lösungen an, die ziemlich umfangreich sind, wie er anhand der Ausstattung einer Hotellobby erläutert. Mit den unterschiedlichen Erscheinungen von Flammen realisierte Scriba zugleich eine freie Arbeit, die dem typologischen Ansatz von James Mollison sehr ähnlich ist. Der in Italien lebende britische Fotograf hat beeindruckende Projekte realisiert – von den Hautfarben der Menschenaffen über Outfits von Musikfans bis zum Rangeln auf Schulhöfen. Da die Variation seiner Arbeitsweise so interessant ist, hätte die Beschränkung auf nur eines seiner Projekt zu kurz gegriffen. Man könnte auch dem Schweizer Fotografenpaar braschler / fischer einen vergleichenden Ansatz zuordnen, rückten sie doch bei vielen ihrer großen Fotoprojekte Personen mittig und als Ganzkörperansicht ins Bild. Die kleinen Unterschiede werden so besonders deutlich. braschler / fischer verfolgen jedoch nicht die Absicht, die Fotos als Tableau zu präsentieren, sondern für sie steht das Bühnenhafte ihrer Inszenierung im Vordergrund. Jede Person bekommt ihre eigene kleine Plattform, darf im Scheinwerferlicht stehen und ungeteilte Aufmerksamkeit genießen. braschler / fischer fotografieren


die ganz großen Bildstrecken für europäische Publikumsmagazine und publizieren Bildbände. Robert Maybach zeigt ein technisch ähnliches Vorgehen, allerdings in einem wesentlich handlicheren Projektumfang als die weltweit tätigen braschler / fischer. Werbe- und Porträtfotograf Maybach bleibt im heimischen Linz und fotografierte dort Frauen in Tracht. Ein gutes und inspirierendes Thema. Mit kleinen Brüchen werden die Trachten modern ins Bild gesetzt. Kostüme und Tradition sind auch das Interesse von Oliver Stegmann. Er findet eine ihm ganz fremde Welt ebenfalls in unmittelbarer Nähe, nämlich in Zirkussen, die in Zürich gastieren. Die Fotografie nutzt er als Gegenpol zu seinem anstrengenden Alltag als Manager und realisiert bei seinen kleinen Fluchten wunderbare Stimmungsbilder im Stil der klassischen Schwarzweiß-Fotografie. Auch Naturfotograf Alexander Schneider bleibt im Lande und fotografierte redlich am Grünen Band Österreichs entlang. Mit ihm lässt sich belegen, dass es gerade in der Naturfotografie nur ein kleiner Schritt vom typischen Amateurfoto für Wettbewerbe zum erfolgreichen Fotoprojekt ist, das so viel mehr Resonanz und Erfüllung bietet als die Aneinanderreihung unzusammenhängender Einzelfotos. Natur ist auch der Schwerpunkt von Ulla Lohmann, die sich auf indigene Völker und Vulkane spezialisiert hat. Sie ist der beste Beweis, dass sich selbst ein ausgeprägter Reiseimpuls mit einem starken Gefühl für Verantwortung kombinieren lässt. Im Interview sprechen wir unter anderem über das „Rezept“ für Fotos, die wie ihre in Geo oder National Geographic publiziert werden. Mit Reisen zu den vermeintlich interessanten Plätzen auf der Welt wird die Finanzierung zum Thema. Die Studentin Julia Runge nutzte Crowdfunding, um ein soziales Projekt in Simbabwe zu fotografieren. Auch Fotojournalist Kai Löffelbein verfolgt ein Anliegen mit seinem großen Fotoprojekt über E-Waste. Auftrags- und Veröffentlichungshonorare, Preisgelder und Stipendien sind die Quellen, aus denen persönliche Projekte heute finanziert werden. Gegen Ende dieser Kapitel gibt es in den Interviews immer wieder Bezüge zu indigenen Kulturen, zu Afrika im Allgemeinen und zum Kongo im Speziellen. Berufswechsler Patrick Willocq verlebte seine prägenden Kindheitsjahre in Zaire, heute DR Kongo. Er liefert ein ungewöhnliches Beispiel für biografisch motivierte Arbeiten und dass Erstlingswerke jenseits von Klischees tatsächlich möglich sind. Bénédicte Vanderreydt zeigt mit ihrer Serie über vierzehnjährige Mädchen den Wertewandel in der Fotografie durch die Veralltäglichung mittels Smartphones und digitalen sozialen Netzwerken*, die Durchdringung und Vermischung des „Authentischen“ mit Werbeklischees, und viele andere Aspekte, die zu denken geben – hinsichtlich der Fotografie im Besonderen und unserer Zukunft im Allgemeinen. * „Soziale Netzwerke“ sind eigentlich Familie, Freunde, Nachbarn. Um den Unterschied zu kommerziellen, keine Privatheit gewährenden Plattformen wie Facebook nicht einzuebnen, werden diese hier als „digitale soziale Netzwerke“ bezeichnet.

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Alle Links zu den FotografenWebsites und Videos unter: Fotofeinkost-Verlag.de/FPMP-links


Kurzbiografien

Robert Maybach: Golden Blossoms Kopftuchtr채gerinnen, Goldhauben- und Kopftuchfrauen, Ortsgruppe Neukirchen bei Altm체nster


Ahrens + Steinbach Projekte Homepage: ahrens-steinbach-projekte.de Homebase: Köln Diplom-Fotodesignerin Silvia Kröger-Steinbach wurde 1971 in Lindlar geboren, Christian Ahrens 1964 in Gießen. Seit 2008 bilden sie ein Team. Fotogloria vertritt sie. Schwerpunkte: Arbeitswelt, Kampagnen im Personalmarketing, Zukunftsthemen und -technologien Besonderheit: Arbeiten im Team und einzeln

braschler / fischer Homepage: braschlerfischer.com Homebases: Zürich, New York Monika Fischer wurde 1971 in der Schweiz geboren, ihr Mann Mathias Braschler 1969. Seit 2003 arbeiten sie zusammen. Schwerpunkt: Outdoor-Porträts weltweit Themen: USA, China, Klimawandel, Fußball Bildbände (Auswahl): Dt. Ausgaben im Verlag HatjeCantz „China“, 2012 | „Schicksale des Klimawandels“, 2011 „Die Schweizer“, 2013


hiepler, brunier,

Ekkehart Keintzel

Homepage: hiepler-brunier.de Homebase: Berlin David Hiepler wurde 1969 als Sohn deutsch-schweizerischer Eltern geboren und wuchs in Düsseldorf und Basel auf. Fritz Brunier (links im Bild) ist Jahrgang 1972 und wuchs im Allgäu auf. Seit 1996 arbeiten sie zusammen. Schwerpunkt: Architektur und Landschaft Bildbände: „Industrious“, Verlag TeNeues, 2012 „stillgestellt“, Panatom Book, 2012 Porträtfoto: Simon Schnepp

Homepage: keintzel-architekten.de | ioet.me Homebase: Berlin Beruf: Architekt Beruf 1960 als Sohn österreichischer Eltern in Köln geboren, Studium der Architektur in Wien, 1990 Heirat mit der Architektin Pirjo Sipiläinen in Finnland, zwei Kinder. Schwerpunkt: Architektur im urbanen Raum Themen: Umnutzung von Gebäuden, Istanbuls Gated Communities; Stadtentwicklung und gesellschaftliche Veränderung, Stadtlandschaft und Stadtraum


Kai Löffelbein

Ulla Lohmann

Homepage: kailoeffelbein.de Homebases: Hannover, Berlin Kai Löffelbein, Jahrgang 1981, studierte zunächst in Berlin Politikwissenschaft und später Fotojounalismus und Dokumentarfotografie an der FH Hannover. Seit 2007 arbeitet er als freier Fotograf für Magazine, Zeitungen sowie für verschiedene NGOs. Er erhielt bereits viele Preise, unter anderem den Henri Nannen Preis, Unicef-Photo of the Year, und 2014 den Magnum Emergency Fund Grant. Mitglied der Agentur Laif. Schwerpunkt: Dokumentarische Projekte und Reportagen Großprojekt: „ewaste-trail.com“ Bewegtbild: „Hidden Hong Kong“, vimeo.com/93356457

Homepage: ullalohmann.com Homebase: München 1977 in der Pfalz geboren, lebt Ulla Lohmann heute mit ihrem Mann Basti Hofmann in Hohenschäftlarn, südlich von München. Sie arbeitet regelmäßig für internationale Publikationen wie GEO und National Geographic sowie für TV-Sender. Schwerpunkt: Expeditionsfotografie, Dokumentarfilme Themen: Aktive Vulkane, indigene Kulturen Besonderheit: Workshops für National Geographic Premium; aktiv in Outdoorsportarten Buch: „Abenteuer Dolomiten“, National Geographic, 2014


Robert Maybach

Andreas Meichsner

Homepage: robertmaybach.com Homebase: Linz 1976 in Linz geboren, absolvierte er zunächst ein Studium der Industriemathematik, bevor er sich ganz der Fotografie zuwandte. Seit 2010 ist er mit einem Studio in Linz selbstständig. Schwerpunkt: People, Porträts Serien: Golden Blossoms | Tosca | Bubble Days: Wake of Steel

Homepage: andreasmeichsner.de Homebase: Berlin 1973 in Hannover geboren, studierte er dort erst Architektur, dann Fotografie, machte 2006 sein Diplom bei Prof. Rolf Nobel, nachdem er seit 2004 als Fotograf selbstständig war. Besonderheit: lernte japanisch für ein Studienjahr in Hiroshima Schwerpunkt: Architekturfotografie, Menschen in ihrem Umfeld Freie Projekte: 32.000.00 | Arkadia Willkommen im Club | Costa Iberica Schneetreiben | The Beauty of Serious Work Monografien: „Alles in Ordnung“, Kehrer Verlag 2011 | „The Beauty of Serious Work“, Kehrer Verlag 2013 Porträtfoto: Frank Schinski


James Mollison Homepage: jamesmollison.com Homebase: Venedig 1973 in Nairobi, Kenia, geboren als Sohn britischer Eltern. Aufgewachsen in England, dort Studium von Kunst, Design und Fotografie. Seit 2011 bei Fabrica in Italien; verheiratet, zwei Söhne. Schwerpunkt: Typologische Serien, Reportagen Themen: Kindheit, Identität Bildbände (Auswahl): „James & Other Apes“, Introduction by Jane Goodall, Chris Boot, London 2004 (Cover-Abb. oben rechts) „The Disciples“, Introduction by Desmond Morris, Chris Boot, London 2008 „Where Children Sleep“, Chris Boot, London 2010 (Abb.) „Play Ground“, Aperture, New York 2015

Julia Runge Homebase: Berlin 1990 in Berlin geboren. Lebte und arbeitete 2010-11 in Namibia, Afrika. Seit 2012 Studentin an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Zweiter Platz beim Entrepreneur 4.0 Award 2014 sowie Publikumspreis für „Growing Hope“. Schwerpunkt: Soziales Engagement, Afrika Besonderheit: Crowdfunding, Kooperation mit Josephine Lange (Film) Fotos und Making-of bei Entrepreneur 4.0: bit.ly/1j8r4tA


Alexander Schneider

Jürgen Scriba

Homepage: schneider-foto-perg.at Homebase: Perg OÖ 1947 an der österreichischen Donau geboren. Biologielehrer am Gymnasium in Perg, Oberösterreich. Widmet sich seit der Pensionierung ganz der Fotografie. Seit den 70er-Jahren Fotoclubmitglied, seit 2003 Obmann des Perger Fotoclubs. Seit 2014 erlangt er neue Sichtweisen durch die Verwendung einer Fotodrohne. Schwerpunkt: Naturfotografie Thema: „Am Grünen Band Österreichs“ veröffentlicht als Buch im Leykam Verlag, 2012, und als Multimediapräsentation.

Homepage: jscriba.com Homebase: Hamburg 1969 in El Paso, USA, geboren. Promovierter Physiker. War Wissenschaftsredakteur bei den Magazinen „Focus“ und „Spiegel“. Nach seiner Tätigkeit als Entwicklungsvorstand der Biotech-Firma Advalytix, die er 2000 mitbegründete, lebt er seit 2006 als Medienkünstler in der Nähe von Hamburg. Bewegtbild: jscriba.com/timescapes/timescapes.html Porträtfoto: Karl Bartos


Carlos Spottorno Homepage: spottorno.com Homebase: Madrid 1971 in Budapest geboren als Sohn spanischer Eltern. Aufgewachsen in Rom, Paris und Madrid. Begann seine berufliche Laufbahn als Artdirector in einer Werbeagentur, wechselte 2001 zur Fotografie. Schwerpunkt: Dokumentarische Langzeitprojekte Themen: Politik und Gesellschaft Bildbände (Auswahl): „China Western“, La Fabrica Ediciones, Madrid 2010 „The Pigs“, Phree und RM Verlag, 2013

Oliver Stegmann Homepage: oliverstegmann.com Homebase: Zürich Beruf: Manager in der Automobilindustrie Beruf 1970 in Basel geboren, studierte Ökonomie (lic.rer.pol.); verheiratet, zwei Töchter. Schwerpunkt: Menschen in magischen Momenten, Schwarzweiß-Fotografie Themen: Langzeitbeobachtungen zu Artisten im Zirkus, Religionsausübung in Mexiko


Bénédicte Vanderreydt

Patrick Willocq

Homepage: benedictevanderreydt.com Homebases: Brüssel, Paris 1980 in Brüssel geboren, studierte sie dort ‚Communication and Media‘ (Magister an der IHECS), an der Schauspielschule Xavi Gratacos in Barcelona sowie Fotografie in Paris an der l‘école de l‘image Gobelins. Besonderheit: Sie arbeitet parallel als Schauspielerin, beim Radio und an ihren freien fotografischen Projekten. Schwerpunkt: Inszenierte Fotografie Serie: „I am 14“ bekam 2014 bei der ‚Bourse du Talent‘ den ‚Coup de Coeur‘ Award der BNF (Bibliothèque François Mitterrand) in Paris und wurde 2014 von Tobias Zielony für SCHAU in Dortmund nominiert. Einzelausstellung in der Galerie d‘Hauterives, Brüssel. Bewegtbild: bit.ly/1rsseTa

Homepage: patrickwillocq.com Homebases: Hongkong, Paris, Kinshasa 1969 in Straßburg, Frankreich, geboren, wuchs er sieben Jahre lang in Zaire auf (heute: DR Kongo), dann in Irland, Singapur und Ägypten. 1987 ging er zur Ausbildung nach Frankreich. Er arbeitete zwanzig Jahre lang für multinationale Konzerne in Singapur, auf den Philippinen, in Hongkong und in China. 2012 wandte er sich Vollzeit der Fotografie zu, die er schon immer als Hobby betrieben hatte. Für seine im Kongo realisierten Projekte erhielt er unmittelbar internationale Anerkennung und Auszeichnungen. Schwerpunkt: Inszenierte Fotografie Serien: Kinshasa My Love | On the Road from Bikoro to Bokonda, DR Congo | I am Walé Respect Me Bewegtbild: patrickwillocq.com/video


Dr. Martina Mettner

Fotografie mit Leidenschaft

Homepages: fotofeinkost.de erfolg-als-fotograf.de | fotofeinkost-verlag.de Homebase: Aarbergen (Taunus) 1956 in Wuppertal geboren, Studium der Soziologie in Frankfurt am Main, Promotion über die Entwicklung des Berufsbildes „künstlerischer Fotograf“. Chefredakeurin von Fotozeitschriften; leitende Tätigkeit in der Unternehmenskommunikation. Seit 2002 Beratung von Fotografinnen und Fotografen, seit 2009 online aktiv unter der Marke „Fotofeinkost“. Schwerpunkt: Denkt, schreibt und spricht über die Praxis der Fotografie als Ausdrucksmittel. Bücher (Auswahl) im Fotofeinkost Verlag: „Wie man ein großartiger Fotograf wird“, 2010 „Erfolg als Fotograf“, 2010, 2012 „Fotografie mit Leidenschaft“, 2012

224 Seiten mit ausführlichen Bildbesprechungen sowie konkreten Tipps zu Fotoprojekten für Freizeitfotografen, Fotojournalisten, Werbefotografen. Das Buch versteht sich als Wegweiser durch die künstlerische Fotografie von legendären Genies wie Nadar und Atget über das Fotobuch als Ausdrucksmedium bis zu Beispielen von jungen Fotografen; vom Fotoprojekt bis zum Kunstmarkt.

Foto: Carsten Büll

Erfolg als Fotograf Darin steht auf 216 Seiten ohne Bilder, wie Ihre Kunden Sie finden und was Sie sonst noch wissen müssen, um heute als freier Fotograf erfolgreich zu sein – inklusive praktischer Beispiele und Anleitungen.

Für je 39,80 € bei: fotofeinkost-verlag.de

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Fotopraxis mit Perspektive  

3 kurze Auszüge aus dem Buch "Fotopraxis mit Perspektive - 16 erfolgreiche Projekte und ihre Macher" von Martina Mettner 216 Seiten, über 10...

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3 kurze Auszüge aus dem Buch "Fotopraxis mit Perspektive - 16 erfolgreiche Projekte und ihre Macher" von Martina Mettner 216 Seiten, über 10...

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