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Praxisvergleich Smart-Metering-Produkte 2010

Dr. Harald Schäffler ist Geschäft sführer der Forschungsgruppe Energie- und Kommunikationstechnologien EnCT

Die Studie zeigt auf, welche Energieversorger die gesetzlichen Vorgaben zur Einführung variabler Tarife bereits umsetzen und in welcher Form. EnCT hat die Smart-Metering-Produkte – bestehend aus einem intelligenten Zähler, einem variablen Tarif und einem Feedback-System sowie optional einer Monatsrechnung – daraufhin untersucht, ab welchem Energieverbrauch sie sich für den Endkunden lohnen und die Kosten bewertet.

Die vorliegenden Ergebnisse bieten den Verantwortlichen aus Geschäftsführung, Marketing und Vertrieb einen praxisnahen Leitfaden für die Produktentwicklung.

Dr. Harald Schäffler (Hrsg.)

Mit Simulationsrechnungen und verschiedenen Handlungsszenarien wird die Vorteilhaftigkeit der Angebote für unterschiedliche Kundengruppen analysiert. Weiterhin wird das Marktpotential der Produkte auf Basis des Jahresenergieverbrauchs aufgezeigt.

www.enct.de ISBN 978-3-86238-600-0

9 783862 386000

Forschungsgruppe Energieund Kommunikationstechnologien


Harald Schäffler (Hrsg.)

Praxisvergleich Smart-Metering-Produkte 2010 Komponenten, Strategien, Potentiale

Freiburg, Mai 2010 Š 2010 EnCT GmbH


Werter Leser! Die Daten der vorliegenden Studie basieren auf Recherchen im März 2010. Die Marktentwicklung ist allerdings sehr dynamisch. Daher kann trotz großer Sorgfalt keine Garantie auf Vollständigkeit gegeben werden. Die Angaben zu den einzelnen Produkten haben wir öffentlich zugänglichen Dokumenten entnommen. Sollten trotzdem einzelne Angaben unrichtig sein oder fehlen, bitten wir dies zu entschuldigen. Hinweise und Anregungen nehmen wir gerne entgegen.

Bibliographische Information der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar

© 2010 EnCT GmbH, Freiburg. Erschienen im Foitzick-Verlag, Augsburg. Zuschriften an info@enct.de

Redaktion und Lektorat: Harald Schäffler, Elmar Albertsmeyer, Till Fuder Layout und Satz: Benjamin Blankenburg Umschlaggestaltung: Schäffler & Kollegen GmbH, Augsburg Druck und Bindung: buch bücher dd AG, Frensdorf Titelabbildung: Istockphoto Bildnachweis: Sämtliche Abbildungen, wenn nicht anders vermerkt: © EnCT GmbH, Freiburg. Abb. 1 S. 8, Abb. 1 S. 10, Abb. 1 S. 12, Abb. 1 S. 68: © Istockphoto

Das Werk ist, einschließlich all seiner Teile, urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

ISBN 978-3-86238-600-0


„Smart-Metering-Produkte erhöhen die „Smart-Metering-Produkte erhöhen die Verbrauchstransparenz für die Kunden Verbrauchstransparenz für die Kunden und erweitern die Möglichkeiten der und erweitern die Möglichkeiten der Verbrauchssteuerung. Dafür müssen die Verbrauchssteuerung. Dafür müssen die Kunden aber deutlich höhere EnergieKunden aber deutlich höhere Energiekosten kosten in Kauf nehmen.“ in Kauf nehmen.“

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Das Wichtigste in Kürze Im März 2010 hat die Forschungsgruppe Energie- und Kommunikationstechnologien EnCT GmbH eine Marktanalyse durchgeführt. Diese zeigt, dass in Deutschland derzeit 15 Energieversorger Smart-Metering-Produkte anbieten. Sie bestehen aus einem intelligenten Zähler, einem zeitvariablen Tarif, einem Internet-Portal oder einem Display. Bei einigen Produkten ist auch eine monatliche Rechnung in dem Produktpaket enthalten. Einige Energieversorger bieten diese optional an. Mit Ausnahme von einem Anbieter, der bundesweit auftritt, ist die Lieferregion in der Regel auf das angestammte Versorgungsgebiet begrenzt und wird z. T. nochmal auf bestimmte Ortschaften oder Stadtviertel bzw. auf Bestandskunden beschränkt. Auf Grund der gesetzlichen Vorgabe in Deutschland, dass die elektrische Energie bei Privat- und Gewerbekunden mit einem Verbrauch von unter 100.000 kWh/a nach dem Standardlastprofil (SLP) beschafft und berechnet werden muss, bietet sich für die Energieversorger derzeit nur ein geringer Spielraum für eine Tarifgestaltung an. Deshalb werden z. Zt. ausschließlich zeitvariable Tarife mit in der Regel zwei Preisstufen angeboten, die eine relativ geringe Preisdifferenz von durchschnittlich 4 ct/kWh aufweisen. Es gibt zwar ein Tarifmodell mit vier Tarifstufen und einer maximalen Preisdifferenz von ca. 11 ct/kWh, dieser Tarif ist aber wohl als „Marktexperiment“ einzustufen. Mehrere Lieferanten bieten allerdings inzwischen auch Tarife mit drei Preisstufen an, wobei die dritte Preisstufe in der Regel an Wochenenden gilt.

Smart-Metering-Produkte erhöhen für Kunden die Verbrauchstransparenz und erweitern die Möglichkeiten der Verbrauchssteuerung. Wie Simulationsrechnungen zeigen, müssen hierfür aber die meisten Kunden deutlich höhere Energiekosten in Kauf nehmen. Haushalte mit ein bis zwei Personen, die pro Jahr 2.000 kWh oder weniger verbrauchen, müssen hierfür Mehrkosten von durchschnittlich 4 bis 11 % in Kauf nehmen. Auch durch Verbrauchsreduzierungen und Lastverlagerungen lassen sich diese Mehrkosten bei dieser Kundengruppe im Durchschnitt nicht gänzlich reduzieren.

Herausgeber: Dr. Harald Schäffler Geschäftsführer der EnCT GmbH Tel: +49 761 6116779-0 Fax: +49 761 6116779-99 harald.schaeffler@enct.de

Kunden mit einem mittleren bis hohen Jahresenergieverbrauch (Haushalte mit drei und mehr Personen und einem Energieverbrauch ≥ 3.400 kWh pro Jahr) können die Mehrkosten durch Verbrauchsreduzierung und Lastverlagerungen z. T. nicht nur kompensieren, sondern ihre Energiekosten sogar im Durchschnitt senken. Dass dies nur für diese Kundengruppe gilt, liegt an den relativ hohen Grundgebühren bei Smart-Metering-Produkten. Denn diese sind im Durchschnitt ca. 65 € pro Jahr höher als bei ähnlichen konventionellen Produkten. Diese Kostenbewertungen beziehen sich ausschließlich auf die in dieser Studie ermittelten Durchschnittswerte der Smart-Metering-Produkte. Im Einzelfall können Smart-MeteringProdukte auch für Kunden mit geringem Energieverbrauch lohnend sein.

DA S WICHTIGSTE IN KÜRZE

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„ … spätestens bis zum 30. Dezember 2010 für Letztverbraucher von Elektrizität einen Tarif anzubieten, der einen Anreiz zu Energieeinsparung oder Steuerung des Energieverbrauchs setzt.“

§ 40 Abs. 3 EnWG

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1. Einleitung Seit Januar 2010 sind in Deutschland nach §21b Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) die Energieversorger verpflichtet, in Neubauten und bei größeren Renovierungen Messeinrichtungen einzubauen, „die dem jeweiligen Anschlussnutzer den tatsächlichen Energieverbrauch und die tatsächliche Nutzungszeit widerspiegeln“. Auf Kundenwunsch müssen die Energieversorger diese sog. intelligenten Zähler (Smart Meter) auch für bestehende Messeinrichtungen anbieten. Auf welche Weise diese Widerspiegelung erfolgen soll, lässt das Energiewirtschaftsgesetz allerdings offen. Darüber hinaus verpflichtet das 2008 novellierte EnWG die Energieversorger, auf Kundenwunsch eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung zu vereinbaren (§40 Abs. 2 EnWG) sowie ab dem 30.12.2010 für alle Kundengruppen Tarife anzubieten, die „einen Anreiz zu Energieeinsparung oder Steuerung des Energieverbrauchs“ (§40 Abs. 3 EnWG) bieten. Diese Anforderungen erfüllen vor allem zeit- und lastvariable Tarife. Die vorliegende Marktanalyse zeigt erstmalig für Deutschland, wie diese gesetzlichen Vorgaben des EnWG in der Praxis von den Energieversorgern umgesetzt werden. Betrachtet werden dabei ausschließlich sog. Smart-MeteringProdukte, in denen ein intelligenter Zähler mit einem in der Regel zeitvariablen Tarif, einem Feedback-System, wie z. B. einem InternetPortal oder einem Display, sowie einer Monatsrechnung und weiteren Zusatzdiensten zu einem Bündelprodukt zusammengefasst sind. Eine weitere Bedingung war, dass die Produkte marktverfügbar sind, d. h., dass sie in einem Versorgungsgebiet allen oder zumindest einem Teil der Endkunden, wie z. B. Bestandskunden oder Kunden in bestimmten Ortschaften oder Stadtvierteln, angeboten und auch in Rechnung gestellt werden.

Nicht betrachtet wurden Produkte, die im Rahmen von Feldtests erprobt, aber nicht abgerechnet werden, sowie klassische Stark-/ Schwachstrom- bzw. HT-/NT-Tarife, die zusammen mit konventionellen Zwei-Tarifzählern verwendet werden. Diese Tarifmodelle bieten in der Regel keinen Anreiz zur Lastverlagerung im Sinne §40 Abs. 3 EnWG, sondern nur einen Anreiz zu einem erhöhten Verbrauch während der Schwachlastzeiten in den Nachtstunden. Die Studie umfasst neben der Einleitung drei Kapitel. Im folgenden zweiten Kapitel wird die Methodik der Marktanalyse und der Tarifsimulationen erläutert. Im dritten Kapitel werden die Smart-Metering-Produkte sortiert nach Anbieter im Einzelnen erläutert und analysiert. Das vierte Kapitel gibt einen Überblick über den Markt und analysiert auf der Basis von Mittelwerten Vertriebsstrategien und Marktpotentiale. Den Abschluss bildet ein Literaturverzeichnis sowie ein Anhang mit Informationen zur Forschungsgruppe EnCT. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie basieren auf Literatur- und Internetrecherchen, einer Marktumfrage sowie auf Tarifsimulationen. Die Marktentwicklung ist allerdings sehr dynamisch. Daher kann trotz sorgfältiger Recherchen keine Garantie auf Vollständigkeit der Marktübersicht gegeben werden. Viele Energieversorger bewerben ihre Smart-Metering-Produkte auch eher „im Verborgenen“. Daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Smart-Metering-Produkte angeboten werden. Hinweise diesbezüglich nehmen wir gerne für die nächste Auflage entgegen. Die Angaben zu den einzelnen Produkten haben wir öffentlich zugänglichen Dokumenten entnommen. Sollten trotzdem einzelne Angaben unrichtig sein oder fehlen, bitten wir dies zu entschuldigen. Hinweise und Anregungen nehmen wir auch hierzu gerne entgegen.

EINLEITUNG

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3.2 EnBW „Intelligenter Stromzähler“/„Bonus-Tarif“ Die EnBW Energie BadenWürttemberg AG (EnBW) bietet zwei Smart-Metering-Produkte in Kombination mit einem unternehmensspezifischen elektronischen Stromzähler an5. Ähnlich wie beim Produkt von Yello Strom (vgl. Kap. 3.15), sind in dem Produkt „Intelligenter Stromzähler“ umfangreiche Komponenten enthalten, z. B. ein Zugang zu einem Internet-Portal, die PC-Software „EnBW-Stromradar“, das ein Verfolgen des Energieverbrauchs in Echtzeit ermöglicht, sowie eine monatliche Verbrauchsrechnung. Das Produkt „Bonus-Tarif“ hingegen nutzt den elektronischen Zähler nur zur Abbildung des Energieverbrauchs im Zusammenhang mit dem zeitvariablen Tarif. Es entspricht in den sonstigen Merkmalen den üblichen Produkten der EnBW. Die Smart-Metering-Produkte werden derzeit nur den Bestandskunden angeboten. Die Merkmale des Smart-Metering- und des Vergleichsprodukts zeigen die folgenden Tabellen. Bei der Ermittlung der Gesamtkosten wurde die einmalige Anschlussgebühr nicht berücksichtigt.

Tab. 3:  Merkmale des Produkts „Intelligenter Stromzähler“ der EnBW AG

EnBW AG

Smart-Metering-Produkt

Vergleichsprodukt

Produktbezeichnung

EnBW Intelligenter Stromzähler

AktivPrivat (2. Stufe)

Grundpreis

179,40 €/a

89,88 €/a

Anschlussgebühr

99,90 €

-

Anzahl Preisstufen

2

1

Höhe Preisstufen

siehe Graphik

21,11 ct/kWh

Internet-Portal

inklusive

 

Display

inkl. PC-Softw.

 

Rechnung

Monatsrechnung

monatliche Abschlagszahlungen mit Jahresrechnung

Zusatzdienste

PC-Software, SMS Mitteilungsservice

 

Voraussetzung / Übertragung

DSL

Lieferregion

Bestandskunden im Versorgungsgebiet

DSL

Anmerkung

    Verbrauchsvariabler Stufentarif, berücksichtigt ist Preis für Verbrauch zwischen 1.200 und 4.800 kWh/a

Abb. 5:  Tarifstruktur des Produkts „Intelligenter Stromzähler“ der EnBW AG

5

Aktuelle Informationen unter www.enbw.com/content/de/privatkunden/produkte/strom/enbw_isz/index.jsp

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P ra x isvergleich S mart- M etering - P rodukte 2 0 1 0


EnBW AG

2.000 kWh/a

3.400 kWh/a

4.800 kWh/a

AktivPrivat (2. Stufe)

512 €

808 €

1.103 €

Gesamtkosten (ohne Kundenreaktion)

 

 

 

EnBW Intelligenter Stromzähler (ohne Kundenreaktion)

590 €

877 €

1.164 €

Differenz

78 €

69 €

61 €

Prozent

15%

9%

6%

Amortisationszeit (Jahre)

nicht möglich

nicht möglich

nicht möglich

Gewinnschwelle

14.995 kWh  

 

 

EnBW Intelligenter Stromzähler (mittlere Kundenreaktion)

567 €

838 €

1.109 €

Differenz

55 €

30 €

6 €

Prozent

11%

4%

1%

Amortisationszeit (Jahre)

nicht möglich

nicht möglich

nicht möglich

Gewinnschwelle

5.412 kWh  

 

 

EnBW Intelligenter Stromzähler (starke Kundenreaktion)

545 €

802 €

1.058 €

Differenz

33 €

-6 €

-45 €

Prozent

7%

-1%

-4%

Amortisationszeit (Jahre)

nicht möglich

16,5

2,2

Gewinnschwelle

3.344 kWh

Gesamtkosten (mittlere Kundenreaktion)

Gesamtkosten (starke Kundenreaktion)

Tab. 4:  Untersuchungsergebnisse für das Produkt „Intelligenter Stromzähler“ der EnBW AG

Abb. 6:  Gesamtkosten des Produkts „Intelligenter Stromzähler“ der EnBW AG

Abb. 7:  Prozentuale Mehrkosten des Produkts „Intelligenter Stromzähler“ der EnBW AG gegenüber einem konventionellen Produkt des gleichen Energieversorgers

E n B W „ I ntelligenter S tromzähler “/„ B onus -Tarif “ | P roduktanalyse

21


„Die Möglichkeiten, die intelligente Zähler „Smart-Metering-Produkte erhöhen die für die Tarifgestaltung bieten, werden Verbrauchstransparenz für die Kunden derzeit von den Energieversorgern nur und erweitern die Möglichkeiten der sehr eingeschränkt wahrgenommen.“ Verbrauchssteuerung. Dafür müssen die Kunden aber deutlich höhere Energiekosten in Kauf nehmen.“

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5. Ausblick Die Marktanalyse macht deutlich, dass von den ca. 800 Energieversorgern in Deutschland derzeit nur sehr wenige ihren Kunden Smart-Metering-Produkte anbieten bzw. aktiv vermarkten. Da die mit diesen Produkten verbundenen Gesamtkosten in der Regel höher sind, als diejenigen von konventionellen Standardprodukten, sind Smart-Metering-Produkte derzeit auch nur für Kunden mit einem relativ hohen Energieverbrauch ökonomisch vorteilhaft. Die Möglichkeiten, die intelligente Zähler für die Tarifgestaltung bieten, werden derzeit von den Energieversorgern nur sehr eingeschränkt wahrgenommen. Wesentliches Hemmnis hierfür ist die Verpflichtung, bei Endkunden mit einem Jahresverbrauch kleiner als 100.000 kWh die Kosten nach dem Standardlastprofil-Verfahren zu berechnen. Preisschwankungen in der Beschaffung können unter diesen Rahmenbedingungen nicht an die Kunden weitergegeben werden. Dies ist auch das Ergebnis des Gutachtens, das von Ecofys, EnCT und der Sozietät Becker Büttner Held im Auftrag der Bundesnetzagentur erarbeitet und Anfang 2010 veröffentlicht wurde19. In diesem Gutachten wird vorgeschlagen, ein neues Bilanzierungsverfahren auf der Basis einer „Zählerstandsgangerfasssung“ einzuführen. Hierbei wird in vorgegebenen Zeitintervallen (z. B. 15 Minuten) der abrechnungsrelevante Stand eines geeichten Energieverbrauchszählers erfasst und der Kostenberechnung zugeführt. Dieser Vorschlag wurde von der Bundesnetzagentur in ihrem „Bericht Wettbewerbliche Entwicklungen und Handlungsoptionen im Bereich Zähl- und Messwesen und bei variablen Tarifen“ aufgegriffen, der am 10. März 2010 veröffentlicht und dem Bundeswirtschaftsministerium übergeben wurde.20 Das Bundeswirtschaftsministerium hat dabei angekündigt, die notwendigen Gesetzesänderungen zügig anzugehen21.

19

Ecofys, EnCT, BBH (2010a und 2010b)

20

BNetzA (2010), S. 4.

21

BMWi (2010)

M A R K T P O T E N T I A L | AU S B L I C K

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Literaturverzeichnis BNetzA (2010): Bericht Wettbewerbliche Entwicklungen und Handlungsoptionen im Bereich Zählund Messwesen und bei variablen Tarifen. Bonn BDEW (2010): Presseinformation „Haushaltsgröße beeinflusst Strombedarf“, 25. Februar 2010. BMWi (2010): Pressemitteilung „Impulse für moderne Messgeräte bei Strom und Gas („Smart Meter“): Bundesnetzagentur übergibt BMWi umfassenden Bericht. 11. März 2010, http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Presse/pressemitteilungen,did=334214.html Bundesregierung (2007): Eckpunkte für ein integriertes Energie- und Klimaprogramm. http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/klimapaket_aug2007.pdf. Ecofys, EnCT, BBH (2010a): Gutachten „Einführung von lastvariablen und zeitvariablen Tarifen“ im Auftrag der Bundesnetzagentur. Ecofys, EnCT, BBH (2010b): Gutachten „Ökonomische und technische Aspekte eines flächendeckenden Rollouts intelligenter Zähler“ im Auftrag der Bundesnetzagentur. Europäische Kommission (2009a): Entwurf einer „Interpretative note on Directive 2009/72/EC concerning common rules for the internal Market in electricity and on directive 2009/73/EC concerning common rules for the internal market in natural gas – Retail Markets“ der EU-Kommision vom 11.09.2009, Ziff. 4.7. Europäische Kommission (2009b): RICHTLINIE DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES über gemeinsame Vorschriften für den Elektrizitätsbinnenmarkt und zur Aufhebung der Richtlinie 2003/54/EG. Europäische Kommission. KEMA (2009): Endenergieeinsparungen durch den Einsatz intelligenter Messverfahren (Smart Metering). Studie im Auftrag des BMWi, Bonn RWI / Forsa (2008): Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung / Forsa – Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH: Erhebung des Energieverbrauchs der privaten Haushalte für das Jahr 2005. Statistisches Bundesamt (2009): Haushalte nach Haushaltstypen. http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Bevoelkerung/Haushalte/ Tabellen/Content75/Haushaltstypen,templateId=renderPrint.psml.

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6. Portrait der EnCT GmbH Die Forschungsgruppe Energie- & Kommunikationstechnologien EnCT GmbH ist ein interdisziplinäres Forschungs- und Beratungsunternehmen und wurde 2008 in Freiburg als Splitt-off des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE gegründet. Geleitet von der Vision einer nachhaltigen Energieversorgung, unterstützt EnCT Unternehmen aus der Energie- und IKT-Wirtschaft bei der Entwicklung und erfolgreichen Markteinführung von profitablen Effizienzprodukten, die Endkunden helfen, Energie effizienter einzusetzen und den Anteil von erneuerbaren Energien zu erhöhen. Hierzu zählen z. B. variable Energietarife, Visualisierungs- und Feedback-Systeme, intelligente Geräte und Anlagen sowie energiebasierte Dienstleistungen. Fundament der EnCT-Expertisen sind wissenschaftliche Ergebnisse aus umfangreichen Marktforschungen und empirische Erfahrungen aus zahlreichen nationalen und internationalen Feldversuchen. EnCT ist Partner in zahlreichen nationalen Leuchtturmprojekten und internationalen Forschungskooperationen. Zu den Kunden der EnCT gehören namhafte nationale und europäische Energie- und IKT-Unternehmen sowie Behörden und Ministerien. Die Leistungen von EnCT gliedern sich entlang des Entwicklungsprozesses in vier Bereiche:

Abb. 71: Das Leistungsportfolio der EnCT GmbH

Ihr Ansprechpartner: Dr. Harald Schäffler Geschäftsführer Tel: +49 761 6116779-0 Fax: +49 761 6116779-99 harald.schaeffler@enct.de

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Tarifsimulation Die Herausforderung

• • • • •

Unsere Lösung

Ihr Input • Lastgang (SLP, verbraucherspezifisch) • Kostenprofil (Beschaffung, Entgelte, usw.) • Tarifmodelle (zeitvariabel, verbrauchsabhängig, usw.) • Reaktionsverhalten des Verbrauchers

Wie hoch ist der Deckungsbeitrag Ihrer neu entwickelten Tarifmodelle? Ist Ihr Angebot attraktiv gegenüber Mitbewerbern? Welche dem EnWG entsprechende Tarife lohnen sich für Sie? Wie ändern Ihre Kunden ihr Verbrauchsverhalten? Wie können Sie Ihre Angebote optimieren?

Unser Output • Vergleich von bis zu fünf Tarifmodellen und von bis zu drei Stufen von Kundenreaktionen • Jahres- und Monatssummen für Verbrauch, Erlöse, Kosten und Deckungsbeitrag • Ergebnisse pro Tarifmodell, Verbrauchsverhalten und Preisstufe • Lastgang nach Änderung des Verbrauchsverhaltens, Energieeinsparung und Lastverlagerung

Ihr Nutzen

• • • •

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Sie erfahren unmittelbar, ob sich neue Tarifmodelle in verschiedenen Varianten für Sie rechnen Sie können einschätzen, wie attraktiv Ihr Tarif für Ihre Kunden im Verhältnis zur Konkurrenz ist Sie erhalten in kürzester Zeit eine robuste Entscheidungshilfe für neue Tarifprodukte Unsere Berechnung greift auf Forschungsergebnisse zurück und liefert Ihnen so valide Prognosen für die Verbrauchsverhaltensänderung Ihrer Kunden Die Ergebnisse der Tarifsimulation helfen Ihnen, Ursachen für ökonomische Schwachstellen Ihrer Tarifmodelle zu identifizieren und zu beheben

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Geographische Kundenanalyse Die Herausforderung

• • • •

Unsere Lösung

Wo lohnen sich Kundenbindungs- und Kundenrückgewinnungsmaßnahmen in Abhängigkeit von Energieverbrauch und Bonität? Gibt eine spezifische räumliche Verteilung Ihrer Wechselkunden? In welchen Stadtteilen bevorzugen die Kunden bestimmte Produkte? Gibt es Stadtteile mit einer grundsätzlich geringen Kundenbonität?

Die von Ihnen bereitgestellten Daten über Ihre Kunden werden von uns mittels eines Geographischen Informationssystems (GIS) räumlich dargestellt.

Ihr Input

Ihre Kundendaten (Bonität, Wechsler, Verbrauch, Vertragsart, Produkte)

Unser Output

Ihr Nutzen

• • •

Kartographische Darstellung Ihrer Kundendaten Unterschiedliche Maßstabsebenen Auftragsspezifische Auswertungen

Sie erkennen unmittelbar und kostengünstig geographische Verteilungsmuster ihrer Kunden und ihres Marktpotentials. Sie erhöhen die Erreichbarkeit Ihrer Zielgruppen. Sie können Ihr Marketingbudget effizienter einsetzen. Sie haben die Möglichkeit beispielsweise in Regionen mit vielen Wechselkunden gezielt Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

• • •

MARK TPOTENTIAL | PORTR AIT DER ENC T GMBH

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Praxisverlgeich Smart-Metering-Produkte 2010  

Smart-Metering-Produkte erhöhen die Verbrauchstransparenz für die Kunden und erweitern die Möglichkeiten der Ver brauchssteuerung. Dafür müs...

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