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2013

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28. August

Vettel dominiert Belgien und die WM

• Update auf dem Transfermarkt • Portrait des möglichen IndyCar-Rückkehrers Juan-Pablo Montoya • Rennanalysen aus GP2, GP3, weiteren Nachwuchsserien und IndyCar

Red Bull Content Pool

Vettel dominiert Belgien und die WM.


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Formel-Woche im neuen Design

Püntklich zum Ende der Sommerpause wurde FormelWoche ein neues Kleid verpasst. Künftig soll gehobener Wert auf szenischen Fotorgrafien und aussagekräftigen Grafiken gelegt werden. Einen ersten Eindruck davon erhalten sie bei unserer Titelstory zum Großen Preis von Belgien. Gleich zu Beginn werden Sie durch den NeuBlondschopf Sebastian Vettel empfangen. Auch der Weltmeister nutzte die Sommerferien, um seine Erscheinung zu überarbeiten. Aber auch das Porträt über den ehemaligen WilliamsFahrer Juan Pablo Montoya besticht durch großformatige Fotos aus einer früheren Phase Montoyas Karriere. Außerdem gehen wir den Spekulationen nach, wohin der Weg für den Kolumbianer gehen könnte. Einen großen Block nehmen in dieser Ausgabe auch die GP2 und GP3 Meisterschaft ein. Wir beschäftigen uns nicht nur mit den Rennen des vergangenen Wochenendes, sondern auch mit dem möglichen GP2-Meisterteam Rapax. Daniel Geradtz Herausgeber Formel-Woche Eric Vargiolu / DPPI

FORMEL-WOCHE 13/2013

Inhalt

Ungewohnte Farbe: Vettels Haare erstrahlen in Blond

Vettel hat keine Gegner mehr

6 Wende gegen Force India 10 Belgische Wurzeln 11 Spa-Francorchamps noch immer faszinierend

12 13 News Räikkönen zu Force India? 14 Mögliches Fahrerfeld 2014 15


Inhalt

Rapax wieder Meister?

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So verliert man den Titel Die Sieger in Spa

19 20

Dixon von kontroverser Strafe gebremst Das Vollgastier Montoya zu Andretti? News

22 24 29 30

Britische Formel Ford + F3 Sudamericana

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Galgenfrist f端r Coletti

Daimler

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Start 4


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Start

Doch am Renntag selber geriet der Hauptsponsor des belgischen Rennens von Greenpeace-AKtivisten in Kritik. Mit dem Motto „Save the Arctic!“ wurde vor und nach dem Rennen friedlich protestiert. Dazu rollten die Umweltschützer je ein Banner vom Dach der Haupttribüne und des Boxengebäudes. Sie wollten darauf aufmerksam machen, dass das Mineralölunternehmen immer intensiver darauf drängt, in der Arktiv nach Öl zu bohren. Doch davon bekamen die Zuschauer vor den Fernsehern recht wenig mit. Die Weltregie machte förmlich einen Bogen um die Transparente. Schließlich ging es ja um den großen Financier des Belgien GP. Im Programm von RTL gab es immerhin die Vorbereitungen zu sehen. Man gab Greenprace eine Plattform. Am Ende zeigt dies dennoch eine Sache ganz deutlich: Der hoch professionelle F1-Zirkus ist dennoch auszutricksen. Denn wie Greenpeace in einem Video darstellt, wurden die Antennen auf dem Podium, bereits Wochen vorher angebracht. Passend zum Start der Siegerehrung wurden sie dann per Knopfdruck ausgefahren. Während einer langen Kameraeinstellung auf Sebastian Vettel wurden die Botschaften schließlich vom Podest entfernt. Foto: Ferrari Screenshot: RTL

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Eigentlich sollte es so aussehen wie im großen Bild: Ferrari-Sponsor Shell machte schon vor dem Großen Preis von Belbien eine Promotion-Aktion zusammen mit den beiden Fahrern Fernando Alonso und Felipe Massa. Das ursprünglich aus den Niederlanden stammende Unternehmen unterstrich die lange Tradition und ließ die Piloten im 1950er Jahre Outfit auftreten.


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Formel-1 Spa-Francorchamps

Vettel hat keinen Gegner mehr von Michael Zeitler

Sebastian Vettel dominiert den Belgien Grand Prix – und immer mehr auch die Weltmeisterschaft 2013. Damit nimmt er seinen Verfolgern erneut wichtige Punkte im Kampf um den Titel ab. Fernando Alsono verbleibt als einziger ernsthafter Konkurrenz um die WM-Krone.

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er soll Sebastian Vettel noch aufhalten? Red-Bull-Teamchef Christian Horner fasst drei Fahrer ins Auge: „Fernando Alonso, Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen darf man nicht unterschätzen, die muss man immer im Auge behalten.“ Bei noch acht auszustehenden Rennen hat Vettel aber 46 Punkte Vorsprung und kann sich daher schon fast zwei Nullnummern leisten und bliebe immer noch vorn.


Formel-1 Spa-Francorchamps

Die Gegner, die Horner sieht, sind keine mehr: Fernando Alonso raste von Startplatz neun auf Rang zwei – dafür muss es Applaus geben. Das Klagelied ist ein Altbekanntes: Ferrari muss im Qualifying nachlegen. Aber selbst das würde nicht reichen, um Vettel zu packen: Selbst als Alonso auf Rang zwei hinter Vettel fuhr, vergrößerte sich sein Rückstand noch von sieben auf 17 Sekunden.

Kimi Räikkönen blieb heute sogar ohne Punkte. Damit ist seine Rekordjagd nach 27 Rennen in den Punkten beendet. Das gesamte Belgien-Wochenende war für den Weltmeister von 2007 zum Abhaken. Im Qualifying kam er drei Sekunden zu spät über die Ziellinie und konnte daher auf abtrocknender Strecke keine weitere Runde mehr fahren. Das Resultat war Startplatz acht. Im Rennen kam

der Finne nicht nach vorne. Schwarze Staubwolken deuteten überhitzende Bremsen an. Räikkönen musste seinen Lotus Renault vorzeitig abstellen. Teamkollege Romain Grosjean kam über Rang acht nicht hinaus – Lotus war in Belgien nicht stark genug. Besonders bei den Höchstgeschwindigkeiten hapert es, deswegen dürfte Lotus auch in Monza in zwei Wochen nur eine zweitrangige Rolle spielen.

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Frederic le Floch / DPPI

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Das Ende eine Serie: Kimi Räikkönen sieht nach 38 Rennen erstmals nicht das Ziel

als Favorit in das Rennen gehen sollte. Für die WM wird das aber wohl nicht reichen. Denn anders als in Spa gibt es dort nur eine Abstimmungsvariante, die zielführend ist. Alles muss auf Höchsgeschwingkeit gesetzt werden, Kurven sind quasi nicht verhoanden und können vernachlässigt werden. Klarer Vorteil für Red Bull Die meisten Teams konzentrieren sich längst auf die Saison 2014. Mit der Einführung der Turbomotoren gibt es größere Änderungen. Wer heute das aktuelle Auto weiterentwickelt, der kann zwar für die restlichen Saisonrennen noch zulegen, aber hat

Mercedes vor zwei Jubiläen Die Ausgangslage von Lewis Hamilton war gut: Der Brite startete von der Pole-Position. Zwar war das bereits die vierte Pole in Folge, aber dieses Mal hatte Hamilton durchaus Glück. Er erwischte auf abtrocknender Strecke den perfekten Zeitpunkt und durfte als Letzter eine gezeitete Runde fahren. Diesen Vorteil nutzte er perfekt und raste zu seiner 31. Pole-Position. Für das Mercedes-Team war es die 36. Pole-Position, rechnet man die Vorgängerteams seit Tyrrell dazu. Für Mercedes als Motorenhersteller war es sogar die 99. Pole-Position. Damit jagt Mercedes in Italien die 100. Pole-Position – und den 100. Sieg. MZ

Daimler

Und auch Lewis Hamilton konnte Vettel in Belgien nichts entgegensetzen. Dabei galt der Brite auf der so genannten Ardennen-Achterbahn als der große Favorit. Mercedes ist bei den Höchstgeschwindigkeiten als besser im Vergleich zum Red BullRenault. Red Bull arbeitete allerdings ein Setup mit sehr flachen Flügel heraus und konnte so den Rückstand auf Mercedes aufholen. Mercedes setzte dagegen auf steilere Flügel – weil man auch im Rennen auf Regen hoffte. Der kam aber nie. Hamilton musste sich nicht nur Vettel, sondern auch Alonso geschlagen geben. Das ist ein kleiner Rückschlag für das MercedesWerksteam, das in Monza trotzdem

8 dadurch keine Vorteile mehr für die Saison 2014. Ein bisschen Weiterentwicklung wird zumindest bei den Topteams natürlich noch betrieben. Niki Lauda, Vorsitzender des Mercedes-F1Team-Aufsichtsrats, glaubt, dass die Verbesserungen durch die Weiterentwicklung aber zwei Zehntelsekunden nicht überschreiten dürften.

Lotus

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Formel-1 Spa-Francorchamps

Das heißt übersetzt: Der Red BullRenault RB9 ist derzeit das beste Auto im Feld. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Konkurrenz aufschließen kann, schrumpft immer mehr. Mit dem Italien GP folgt nun das schwierigste Rennen des Jahres für das Weltmeisterteam, danach aber dürften die Austro-Briten und damit auch Sebastian Vettel wieder wie gewohnt stark auftrumpfen. Zusammen mit dem riesigen Punktepolster ist Vettel der absolute Topfavorit auf den WM-Titel. Es wäre der vierte Titel in Folge – das schafften vor ihm nur Juan-Manuel Fangio und Michael Schumacher. In Belgien sicherte sich Vettel jedenfalls seinen fünften Saisonsieg, den 31. insgesamt. Das Red-Bull-Team kommt (mit den Vorgängerteams) auf 40 Siege, der Motorenhersteller Renault auf deren 157. Vettel gewann 2011 bereits den Belgien GP. Im gleichen Jahr gewann er auch zum letzten Mal in Monza. Wenn das kein gutes Omen für den Heppenheimer und seine Red Bull Truppe ist.


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Formel-1 Spa-Francorchamps FORMEL-WOCHE 13/2013

Ergebnisse 11. Rennen

1. Sebastian Vettel Red Bull-Renault 2. Fernando Alonso Ferrari 3. Lewis Hamilton Mercedes 4. Nico Rosberg Mercedes 5. Mark Webber Red Bull-Renault 6. Jenson Button Mclaren Mercedes 7. Felipe Massa Ferrari 8. Romain Grosjean Lotus-Renault 9. Adrian Sutil Force India-Mercedes 10. Daniel Ricciardo Toro Rosso-Ferrari 11. Sergio Pérez McLaren Mercedes 12. Jean-Eric Vergne Toro Rosso-Ferrari 13. Nico Hülkenberg Sauber-Ferrari 14. Esteban Gutiérrez Sauber-Ferrari 15. Valtteri Bottas Williams-Renault 16. Giedo van der Garde Caterham-Renault 17. Pastor Maldonado Williams-Renault 18. Jules Bianchi Marussia-Cosworth 19. Max Chilton Marussia-Cosworth 20. Paul di Resta Force India-Mercedes 21. Kimi Räikkönen Lotus-Renault 22. Charles Pic Caterham-Renault Schnellste Runde: Sebastian Vettel 1:50,756

44 Runden +16,869 +27,734 +29,872 +33,845 +40,794 +53,922 +55,846 +1:09,547 +1:13,470 +1:21,936 +1:26,740 +1:28,258 +1:40,436 +1:47,456 +1 Runde +1 Runde +1 Runde +2 Runden +18 Runden +19 Runden +36 Runden

Daimler

Grosser Preis von Belgien

Unfall Bremsen Ölkreislauf

Gesamtwertung 1. Red Bull-Renault 2. Mercedes 3. Ferrari 4. Lotus-Renault 5. McLaren Mercedes 6. Force India-Mercedes 7. Toro Rosso-Ferrari 8. Sauber-Ferrari 9. Williams-Renault 10. Marussia-Cosworth 11. Caterham-Renault

312 235 218 187 65 61 25 7 1 0 0

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12. Sergio Pérez (MEX) 18 13. Jean-Eric Vergne (FRA) 13 14. Daniel Ricciardo (AUS) 12 15. Nico Hülkenberg (GER) 7 16. Pastor Maldonado (VEZ) 1 17. Valtteri Bottas (FIN) 0 18. Esteban Gutiérrez (MEX) 0 19. Jules Bianchi (FRA) 0 20. Charles Pic (FRA) 0 21. Giedo van der Garde (NED) 0 22. Max Chilton (GBR) 0

Ferrari

197 151 139 134 115 96 67 53 47 36 25

Red Bull Content Pool

1. Sebastian Vettel (GER) 2. Fernando Alonso (ESP) 3. Lewis Hamilton (GBR) 4. Kimi Räikkönen (FIN) 5. Mark Webber (AUS) 6. Nico Rosberg (GER) 7. Felipe Mass (BRA) 8. Romain Grosjean (FRA) 9. Jenson Button (GBR) 10. Paul di Resta (GBR) 11. Adrian Sutil (GER)


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Force India

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Formel-1 Spa-Francorchamps

Der Top-Team-Schreck: Force India ärgert immer wieder die Großen

Wende gegen Force India Am Samstag hätte es in der Qualifikation beinahe eine Sensation gegeben, als Paul di Resta aussichtsreich auf dem ersten Rang lag. Aber Force India wurde doppelt auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

von Michael Zeitler an hat alles richtig gemacht, aber es sollte einfach nicht sein. Für den dritten QualiAbschnitt war wieder Regen vorhergesagt. Trotzdem gingen alle Fahrer zunächst mit Slicks auf die Strecke. Alle, bis auf Paul di Resta. Als es zu regnen begann, mussten alle an die Box, um sich Intermediates-Pneus abzuholen. Nur Paul di Resta konnte draußen bleiben und gleich zu Beginn, als die Strecke noch nicht so nass war, eine Rundenzeit auf den Asphalt brennen.

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Der Regen wurde stärker und Fahrer für Fahrer scheiterten zunächst an der Di-Resta-Zeit. Gerade einmal zehn Minuten dauert das Q3. Zeit genug für die Strecke, nach dem kurzen Schauer wieder abzutrocknen. Gegen Ende purzelten daher wieder die Zeiten – und mit ihnen Di Resta von der fast schon sicher geglaubten Pole-Position auf Rang fünf. Belgien ein gutes Pflaster Natürlich war auch Rang fünf ein ordentliches Quali-Resultat, aber man war eben zu nah dran an einer Sensation, um sich darüber freuen zu können. Der Ort jedenfalls hätte gepasst, denn in Belgien hat das Force-IndiaTeam bereits mehrfach glänzen kön-

nen. 2009 fuhr Giancarlo Fisichella sensationell auf Startplatz eins, damals ganz ohne Regen, sondern einfach nur, weil der Force India Mercedes damals auf so Hochgeschwindigkeitskursen wie in Spa mit das schnellste Auto war. Im Rennen verlor Fisichella nur knapp und auch nur, weil Kimi Räikkönen im Ferrari KERS hatte, Fisichella aber nicht. Als Force India noch Jordan hieß, gab es ebenfalls einige Höhepunkte in Belgien. Unvergessen ist natürlich das Debüt von Michael Schumacher 1991. Der Deutsche schied damals in der Eau Rouge durch einen Kupplungsschaden in Runde eins aus, aber Teamkollege Andrea de Cesaris war auf dem Weg zumindest zu einem Podestplatz, wenn nicht sogar zum Sieg, als auch der Italiener mit einem technischen Gebrechen liegen blieb. 1994 holte sich dann Rubens Barrichello im Jordan Hart völlig überraschend die Pole-Position, nachdem er auf abtrocknender Strecke den idealen Zeitpunkt erwischte. Eine Pole für Di Resta hätte perfekt in diese Reihe gepasst. Stattdessen gab es auch im Rennen eine herbe Enttäuschung. Rang neun für Adrian Sutil bedeuteten immerhin zwei Punkte.

Zu wenig, um den fünften Platz noch länger gegen McLaren Mercedes verteidigen zu können. Jenson Button wurde Sechster, ein Resultat, für das Force India nicht stark genug war. Di Resta abgeräumt Paul di Resta musste das Rennen sogar aufgeben, nachdem er von Pastor Maldonado abgeräumt wurde. Maldonado wollte in die Box fahren, doch neben ihm fuhr besagter Di Resta, um einen Angriff auf den Venezuelaner zu starten. Di Restas Rennen war auch bis dahin nur mittelprächtig: Genau wie Sutil kam er am Start alles andere als gut weg, das Renntempo war darüber hinaus einfach zu langsam. Force India kann jedes Jahr wieder die Topteams ärgern. Aber wie schonin der letzten Saison im Kampf gegen Mercedes, scheint man auch dieses Jahr im Duell mit McLaren den Kürzeren zu ziehen. Der Einbruch kam, als Pirelli die Reifen nach den Schäden in Silverstone angepasst hat. Bis dahin kam Force India hervorragend mit den schwer zu handhabenden Pneus zurecht. In den vergangenen Jahren war Force India in der zweiten Saisonhälfte besser als in der ersten. Dieses Jahr scheint es andersherum zu sein.


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Formel-1 Spa-Francorchamps

Jules Bianchi hat belgische Wurzeln. Nach dem Qualifying keimte Hoffnung auf ein belgisches Wunder-Resultat auf, denn der Marussia-Fahrer schaffte es auf den 15. Startplatz. Im Rennen kam dann jedoch die bittere Antwort.

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Am Ende standen für Van der Garde, Bianchi und Chilton die Startplätze 14, 15 und 16 zu Buche. Jules Bianchi holte damit die beste Startposition in der F1-Teamgeschichte des MarussiaTeams! Van der Gardes 14. Platz wurde 2010 in Belgien, ebenfalls in einem nassen Zeitfahren, von Heikki Kovalainen getoppt: Der Finne stellte den Lotus Renault damals auf Startplatz 13. Marussia versus Caterham Solche Positionen sind für die beiden Hinterbänklerteams Caterham und Marussia wie Siege. Solche Positionen entscheiden nämlich über Rang zehn oder elf in der Konstrukteursmeisterschaft. Das ist wie ein Rennen um den Titel oder doch nur den Platz des ersten Verlierers. Rang zehn bedeutet, dass man als letztes Team in den Genuss von Preisgeldern kommt. Hier geht es um Millionen – und ums Überleben. Derzeit ist Marussia Zehnter, dank Bianchis 13. Platz in Malaysia. Damals war Marussia schneller als Caterham, inzwischen hat sich das Kräfteverhältnis wieder gedreht. Bianchi stach gerade zu Beginn der Saison als der mit

Abstand beste Fahrer aus dem Quartett der beiden Teams hervor. Hätte es auch am Sonntag geregnet, wäre Bianchi gut für eine Sensation gewesen. Ausgerechnet in Belgien, wo der Franzose seine Wurzeln hat. Sein Großonkel Lucien Bianchi ist Belgier und war ebenfalls F1-Pilot. Lucien und Bruder Mauro Bianchi zogen mit ihrem Vater von Italien nach Belgien, als dieser Rennmechaniker von Johnny Claes wurde, ebenfalls ein früherer belgischer F1-Pilot. Lucien und Mauro kamen so mit dem Rennsport in Berührung, die verdienten sich ihre Sporen und Einkünfte aber nicht als Mechaniker, sondern als Rennfahrer. Beide waren vor allem bei Sportwagenrennen aktiv, Lucien Bianchi schaffte es aber auch bis in die Formel-1. Großneffe Dritter beim Monaco GP Auch wenn Jules Bianchi großes Talent bescheinigt wird, so ist die Messlatte von Lucien Bianchi durchaus hoch: 1968 wurde er Dritter beim Monaco GP in einem Cooper BRM.

Es war seine einzige Saison in einem Werksteam, ansonsten fuhr er lediglich für kleine Privatteams wie die Ecurie National Belge, BRP oder der Scuderia Centro Sud. Bianchi war ein Allrounder, siegte 1968 beim 24-Stundenrennen von Le Mans an der Seite von Pedro Rodriguez in einem von John Wyer eingesetztem Ford GT 40. Zudem war er im Rallye-Auto erfolgreich. Ein Jahr später starb er in Le Mans bei einem Unfall im Training zum Langstreckenklassiker. Jules Bianchi will die Familien-Geschichte weiterschreiben. Sein Marussia-Cockpit für 2014 ist ihm so gut wie sicher. Aber er hat auch Aufstiegschancen. Ihm werden Kontakte zu Ferrari, Force India und Sauber nachgesagt. Sein Manager ist kein geringerer als Nicolas Todt, dem Sohn des FIA-Präsidenten Jean Todt. Nicolas Todt gilt als einer der besten Fahrermanager in der Formel-1. Schon früh nahm er zum Beispiel Felipe Massa unter seine Fittiche und brachte den Brasilianer in die Formel-1, erst zu Sauber, dann zu Ferrari.

Joost Evers

von Michael Zeitler ei wechselhaften Bedingungen haben die kleinen Teams immer die größten Chancen. Sie können mehr Risiko eingehen, denn geht die Strategie schief, dann ist man halt Letzter – wie immer. Geht die Strategie allerdings auf, dann hat man die einmalige Chance, ein großes Resultat einzufahren. Das war auch im Qualifying zum Belgien GP so, als sich Caterham-Fahrer Giedo van der Garde und die beiden Marussia-Piloten Jules Bianchi und Max Chilton mit Slicks auf die feuchte Piste trauten – und allesamt den Einzug ins Q2 schafften!

Lucien Bianchi 1968 beim Großen Preis der Niederlande

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Belgische Wurzeln


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Formel-1 Spa-Francorchamps

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Spa-Francorchamps noch immer faszinierend Es ist die wohl berühmteste Kurve der Formel-1: Die Eau Rouge. Die F1Flitzer rasen das Tal hinab, in einem kleinen links-rechts-links-Geschlängel geht es wieder den Berg hinauf. In der Talsenke wirken KompressionsKräfte, die Fahrer werden in ihre Sitze gedrückt. Am Ausgang der Kurve sehen sie für einen Sekundenbruchteil nur noch den Himmel, nicht mehr die Strecke. Das ganze passiert bei fast 300 Stundenkilometern – und bei Vollgas! Das ist die Beschreibung, die früher eine Fahrt in die Hölle und zurück war. Heute fahren alle Fahrer die Eau Rouge mit Vollgas, ohne auch nur vom Gaspedal zu lupfen. Das war bis vor wenigen Jahren noch ganz anders, hier trennte sich die Spreu vom Weizen. Wer Eau Rouge voll nahm, der war aus einem besonderen Holz geschnitzt. Wer heute Eau Rouge nicht mehr voll nimmt, der hat den Beruf verfehlt. Die Faszination Eau Rouge ist geblieben, Kurven wie solche gibt es nur noch ganz wenige in der Formel-1. Die Eau Rouge ist damit zurecht die bekannteste Kurve der Formel-1. Und das nicht nur, weil die Kurven auf den modernen Kursen so attraktive Namen wie Kurve 1 und Kurve 2 bekommen… Die Eau Rouge wurde über die Jahre entschärft, die Auslaufzonen asphaltiert, Streckenbegrenzungen nach hinten versetzt, Sturzräume geschaffen. Darüber hinaus produzieren die F1-Boliden immer mehr Abtrieb. All das führt dazu, dass aus der Eau-Rouge-Kurve eine Gerade wurde. Aber der Adrenalinstoß bleibt, 44 Mal im Rennen hüpft das Herz in die Hose. Schon alleine wegen solch einmaligen Streckenpassagen muss der Belgien GP unbedingt im Kalender bleiben. Obwohl McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh verrät: Der Belgien GP ist neben dem Auftritt in Monza der teuerste überhaupt. Die F1-Teams bauen für Spa und Monza eigene Pakete, die wegen der besonderen Streckencharakteristik jeweils nur bei diesem einen Rennen zum Einsatz kommen können. Aber die Formel-1 verschleudert so viel Geld, da ist es im Belgien GP gut angelegt. Die Strecke in Spa bleibt für Fahrer und Fans faszinierend.

Eau Rouge ist und bleibt eine Foto: Pirelli Faszination.

Michael Zeitler


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Formel-1 News FORMEL-WOCHE 13/2013

Keine breiteren Reifen 2014 Ein Vorstoß von Mercedes wurde abgewehrt: Es wird 2014 keine breiteren Hinterräder geben. Angedacht war ein Durchmesser von 690 Millimeter, nun bleiben die Dimensionen aber wie gehabt: 330 Millimeter in der Breite, 660 im Durchmesser. Der Vorstoß von Mercedes soll den Hintergrund haben, dass der Turbomotor von Mercedes so viel Leistung generieren wird, dass die Hinterachse und die Reifen noch mehr belastet werden dürften. Das wirkt sich negativ auf den Reifenverschleiß aus. Experten leiten aus der Mercedes-Nachfrage ab, dass der deutsche Automobilhersteller den besten Turbomotor auf Kiel gelegt hat. Die anderen Teams sprachen sich gegen eine Veränderung der Reifendimensionen aus, denn das hätte unter anderem eine Neukonstruktion der Getriebeeinheit erfordert – und das würde Geld kosten. Allerdings wird es sehr wohl Änderungen geben: Den Teams wird es künftig gestattet sein, vorne und hinten unterschiedliche Reifenmischungen aufzuziehen. Sollte es Probleme mit dem Reifenverschleiß geben, behält sich Pirelli indes vor, die Reifenmischungen auch während der Saison zu ändern. MZ Pirelli

Sauber

Gute Nachrichten bei Sauber und Lotus Die Medien haben sich derzeit auf Sauber und Lotus eingeschossen: Beide Teams sollen finanziell angeschlagen sein, die Fahrer vermissen angeblich ihr Gehalt. In Belgien gaben beide Teams Entwarnung. Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn ließ wissen, dass die ersten Gelder der russischen Sponsoren eingetroffen sind. Nicolas Hülkenberg soll sein Gehalt inzwischen erhalten haben. Lotus-Chef Gerard Lopez erklärte gegenüber „Auto, Motor und Sport“ indes, was es mit den 120 Millionen Euro Schulden wirklich auf sich hat: Das meiste Geld schuldet Lotus dem eigenen Besitzer, also der Investmentfirma Genii Capital von Lopez. Genii Capital wird auch weiterhin Geld zuschießen, um die weitere Konkurrenzfähigkeit des Lotus-Teams zu gewährleisten. Parallel dazu sucht man weiterhin nach

Sitzt Sergey Sirotkin in Zukunft im Sauber?

Investoren. Zwar stehen diese Schlange, aber Lopez und seine Mannschaft haben gewisse Ansprüche, wollen Werbeflächen und Teamanteile nicht unter Wert verkaufen. New York auf der Kippe? Noch immer wird am Kalender für die F1-Saison 2014 gebastelt. Was sich abzeichnet: Der Österreich GP wird zurückkehren, dazu wird erstmals auch in Russland gefahren (in der OlympiaStadt Sotschi). Eigentlich war auch die Premiere in New Jersey geplant, die schon in dieser Saison hätte stattfinden sollen. F1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone hat nun allerdings angedeutet, dass der Grand Prix möglicherweise wieder nicht stattfinden wird. Der Indien GP soll ebenfalls gestrichen werden – als Warnschuss für die Organisatoren. Von den Teams hört man, dass nirgends die Einreise

so kompliziert ist, wie in Indien. Das boomende asiatische Land ist aber für die Formel-1 wichtig. Im Frühjahr 2015 soll der Indien GP zurückkehren. Der Spanien GP wird indes anders als ursprünglich geplant in Barcelona stattfinden. Valencia soll Gerüchten zu Folge um die Auflösung des bis 2018 laufenden Vertrags buhlen. Die Kosten dafür sollen sich aber auf 33 Millionen Euro belaufen. Die Veranstalter des Japan GP können durchatmen: Der Vertrag für die Austragung des Japan GP ist bis 2018 verlängert worden. Lotus in Italien mit neuem Auto Lotus plant im WM-Endspurt eine Schlussattacke. Bereits für den Belgien GP hatte das Team aus Enstone ins Auge gefasst, den Boliden Radstand um zehn Zentimeter zu verlängern. Der Vorteil wäre mehr Platz zwischen den Vorderrädern und den Seitenkästen – Platz, der wichtig ist, um den Luftfluss um das Auto zu beruhigen. Allerdings erfordert ein solcher Umbau nicht nur einen neuen Crashtest, sondern auch die Entwicklung vieler neuer Aerodynamik-Komponenten, um weiterhin ein stimmiges Konzept zu haben. Der erste Einsatz wurde daher auf den Italien GP verschoben. Dann soll auch das passive DRSSystem endlich im Rennen zum Zug kommen. MZ


Räikkönen zu Force India? So viele wilde Gerüchte gab es noch nie. Auf dem Transfermarkt ist es ruhiger, als es den Anschein hat. Das Update.

von Michael Zeitler

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ls Schlüsselfigur im TransferSchach um die Cockpits für die kommende Saison gilt Kimi Räikkönen. Erste Experten haben Zweifel, sie fürchten sogar, dass der Finne komplett zwischen Stuhl und Bank fallen könnte. Bei genauer Betrachtung sind die Optionen von Räikkönen bei weitem nicht so üppig, wie vermutet. Bei Red Bull sollen die Würfel gefallen sein, gegen Räikkönen, für Daniel Ricciardo. Aus dem Räikkönen-Lager bestätigt man zumindest, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten sind und es schon länger keine Gespräche mit Red Bull mehr gab. Viele haben die Bestätigung der RicciardoBeförderung am Rande des Belgien GP erwartet, doch dazu kam es nicht. Nur Mark Webber verplauderte sich und gratulierte seinem Landsmann zu seiner Nachfolge. Räikkönen gilt als einer der vier besten Fahrer im Feld, dass die Wahl Red Bulls trotzdem auf Ricciardo fällt, liegt auf der Hand:

Er ist billiger als Kimi, er dürfte sich eher als Nummer zwei hinter Sebastian Vettel fügen – und er kommt aus dem eigenen Förderprogramm. Massa mit Frist Statt Red Bull galt vor dem Belgien GP nun Ferrari als das neue Team von Räikkönen. Mit Ferrari wurde Räikkönen 2007 Weltmeister, bei Ferrari wurde er Ende 2009 aber noch vor Ablauf seines Kontrakts abgesäbelt und gegen Fernando Alonso ausgetauscht. Ferrari dementiert die Verpflichtung von Räikkönen. Es ist auch nur schwer vorstellbar, dass der Platzhirsch Alonso einen so schnellen Fahrer wie Räikkönen neben sich duldet. Ferrari hat aus der Nummer-1-Fahrerpolitik nie einen Hehl gemacht, was will man da mit Räikkönen? Felipe Massa hat bei Ferrari angeblich noch eine Gnadenfrist bis einschließlich des kommenden Italien Grand Prix. In Belgien kämpfte er zwar mit

Lotus

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F1-Transfermarkt Update

Im Fokus der Medien: Kimi Räikkönen, dessen Zukunft noch ungewiss ist

14 einem fehlerhaften KERS-System, seine Leistung war dennoch eher mittelprächtig. Die Fakten sprechen gegen den Brasilianer. Als Nachfolger gelten Jules Bianchi, Nicolas Hülkenberg und mit Abstrichen auch das Force-IndiaDuo Paul di Resta und Adrian Sutil. Die neueste Räikkönen-Option gemäß den Medien ist nun McLaren. Ausgangspunkt sind Aussagen von Jenson Button, wonach die Option auf seine Dienste von McLaren noch nicht gezogen wurde. Teamchef Martin Whitmarsh sprach allerdings Klartext: McLaren wird nächstes Jahr an Jenson Button und Sergio Pérez weitermachen. Wohin sollte Button auch wechseln? Mercedes-Motor wichtig? Aber die Richtung McLaren könnte stimmen: Räikkönen machte die Journalisten in Budapest darauf gefasst, dass seine Entscheidung womöglich für dumm gehalten werden würde. Das lässt Raum für Spekulationen. Insider gehen davon aus, dass Mercedes nächstes Jahr den stärksten Turbo-Motor hat. Für den Gewinn der Weltmeisterschaft könnte es 2014 also unabdingbar sein, mit einem Mercedes-Triebwerk zu fahren. Force India baut Mercedes-Motoren ins Heck und wird in der F1-Szene immer ernster genommen. Die Verpflichtung von Räikkönen wäre ein ganz großer Schachzug von Räikkönen. Oder meinte er gar Williams? Am wahrscheinlichsten bleibt aber ein Verbleib von Räikkönen bei Lotus. In Belgien gab es allerdings Gerüchte über eine mögliche Verstimmung: Den Medientermin am Donnerstag ließ Räikkönen sausen, offiziell, weil er krank war. Inoffiziell soll er aber weiterhin auf sein Gehalt warten und deswegen die Arbeit verweigert haben. Inzwischen ist aber klar, dass es um die Finanzen des Lotus-Teams nicht so schlecht bestellt ist, wie vermutet wird. Das in Zusammenhang mit den Freiheiten, die Räikkönen bei Lotus genießt, könnte ihn zu einem Verbleib bewegen.


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F1-Transfermarkt Update

Red Bull Renault

Sebastian Vettel

Daniel Ricciardo

Mercedes

Lewis Hamilton

Nico Rosberg

Ferrari

Fernando Alonso

Jules Bianchi

Lotus Renault

Kimi Räikkönen

Romain Grosjean

McLaren Mercedes

Jenson Button

Sergio Pérez

Force India Mercedes

Paul di Resta

Adrian Sutil

Toro Rosso Renault

Jean-Eric Vergne

António Félix da Costa

Sauber Ferrari

Nico Hülkenberg

Sergey Sirotkin

Williams Mercedes

Pastor Maldonado

Valtteri Bottas

Marussia Ferrari

Max Chilton

Felipe Nasr

Caterham Renault

Charles Pic

Heikki Kovalainen

bestätigte Fahrer

nicht bestätigte Fahrer

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Mögliches Fahrerfeld 2014


16 deren fuhren mit den harten Pneus. Die Herangehenweise war deshalb gewagt, weil es im Sprint keine vorgeschriebenen Boxenstopps mit Reifenwechsel gibt. Dies bekam Coletti zu soüren. Seine Reifen machten schlapp und er wurde nach der Hälfte des Rennens chancenlos zurückgereicht. Womöglich spekulierte der Monegasse auf einsetzenden Regen. Der kam aber nie.

Alastair Staley/GP2 Media Service

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GP2 Spa-Francorchamps

Fünfkampf um den Titel

Seit einiger Zeit zehrt Stefano Coletti von seinem Vorsprung. Wie lange noch?

Galgenfrist für Coletti Stefano Coletti blieb in Spa wieder punktlos, aber auch Felipe Nasr patzte. Sam Bird und James Calado melden sich zurück.

von Michael Zeitler n den letzten acht Rennen blieb Stefano Coletti sieben Mal außerhalb der Punkte! Dass der Rapax-Pilot jetzt noch die Tabelle anführt, dafür darf er sich bei Felipe Nasr bedanken. Der Brasilianer räumte im Hauptrennen von Spa-Francorchamps seinen Teamkollegen Jolyon Palmer ab und schied aus. Das Sprintrennen musste er als Strafe von ganz hinten aus in Angriff nehmen. Als Achter (nach einer Strafe für Tom Dillmann) holte er immerhin noch einen Punkt, aber das reichte nicht, um Coletti die Tabellenführung abzuringen. Coletti führt nun noch fünf Punkte vor Nasr – und dahinter reihen sich drei weitere Kontrahenten dicht an dicht.

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Wieso blieb Coletti in Belgien wieder ohne Zählbares? Das Abschlusstrai-

ning vor dem Qualifying war noch viel versprechend, endete es doch mit einer Bestzeit von Coletti. Gerade das Qualifying war zuletzt stets das Problem – so auch dieses Mal: Coletti kam über Startplatz 20 nicht hinaus. In Belgien gab es dafür eine einfache Erklärung: Ein Plattfuß hinderte ihn an einer flotteren Runde. Clos räumt Coletti ab Colettis große Stärke ist sein Drang nach vorne. Kein Fahrer hat 2013 besser und mehr überholt (gerade in den Anfangsphasen des Rennens) als der Monegasse. Doch im Feld mit 26 motivierten und engagierten GP2Fahrern ist ein Durchmarsch natürlich mit gewissen Risiken verbunden. Das bekam Coletti in Belgien auch zu spüren: Nach einer Kollision mit Dani Clos kam er über Rang 14 nicht hinaus. Vom 14. Startplatz ging es dann im Sprint am Sonntagmorgen schnell nach vorne. Nach kurzer Zeit war er schon Sechster. Die Strategie von Coletti war allerdings zu riskant: Als einziger Fahrer wagte er es, mit den weichen Reifen zu fahren. Alle an-

Neben Nasr ist jetzt auch Fabio Leimer auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Zusammen mit dem Racing Engineering Team kommt der Brasilianer immer besser in Fahrt. Sein Teamkollege Julián Leal räumte sogar noch mehr ab, holte Rang zwei im Sprintrennen und insgesamt 20 Punkte. Nur Sam Bird (29) und James Calado (21) holten mehr Zähler als Leal. Bird und Calado waren die beiden Sieger in Belgien. Bird gewann das Hauptrennen und war dabei nie in Gefahr. Von der PolePosition aus kontrollierte und dominierte er das Rennen. Endlich konnte das Russian-Time-Team seine Schnelligkeit voll ausspielen. Es war der vierte Sieg für das Team, alle durch Bird herausgefahren. Für den Briten war es sogar der fünfte GP2-Sieg. „Ich habe in Monaco gewonnen, in Silverstone und jetzt in Spa – das sind drei historische Kurse, das bedeutet viel für mich.“ 14 Punkte fehlen Bird nur noch auf Coletti, das ist nicht mehr viel bei sechs verbleibenden Rennen. James Calado war zunächst im Verfolgerfeld von Bird. Die Aussicht auf ein starkes Resultat wurde durch einen verpatzten Boxenstopp getrübt. Immerhin rettete er Rang acht – und damit die Pole-Position für das Sprintrennen. Diese Pole setzte der ARTPilot in den ersten Saisonsieg um und konnte die am Ende heranstürmenden Julián Leal und Adrian QuaifeHobbs in Schach halten. Für das ARTTeam war es der 32. GP2-Erfolg, für Calado der dritte, nachdem 2012 an gleicher Stell zuletzt triumphierte.


GP2 Spa-Francorchamps

Ergebnisse 15.+16.Rennen

Spa-Francorchamps

Hauptrennen Sprintrennen 1. Sam Bird Russian Time 25 Runden 1. James Calado ART 18 Runden 2. Marcus Ericsson DAMS +7.001 2. Julían Leal Racing Engineering +0,447 3. Alexander Rossi Caterham +8,242 3. Adrian Quaife-Hobbs Hilmer +1,532 4. Fabio Leimer Racing Engineering +13,950 4. Stéphane Richelmi DAMS +17,905 5. Tom Dillmann Russian Time +15,353 5. Fabio Leimer Racing Engineering +29,053 6. Julián Leal Racing Engineering +18,643 6. Jolyon Palmer Carlin +33,284 7. Stéphane Richelmi DAMS +26,086 7. Johnny Cecotto Arden +37,321 8. James Calado ART +27,559 8. Felipe Nasr Carlin +40,455 9. Robin Frijns Hilmer +28,425 9. Tom Dillmann Russian Time +40,052 10. Adrian Quaife-Hobbs Hilmer +30,497 10. Mitch Evans Arden +43,421 11. Mitch Evans Arden +33,190 11. Simon Trummer Rapax +44,373 12. Simon Trummer Rapax +33,341 12. Sergio Canamasas Caterham +45,170 13. Stefano Coletti Rapax +33,837 13. Nathanaël Berthon Trident Racing +45,987 14. Johnny Cecotto Arden +48,970 14. Sam Bird Russian Time +47,459 15. Jolyon Palmer Carlin +49,347 15. Marcus Ericsson DAMS +50,141 16. Daniel Abt ART +52,471 16. Daniel Abt ART +50,726 17. Jake Rosenzweig Barwa Addax +57,102 17. Daniël De Jong MP +50,818 18. Vittorio Ghirelli Venezuela GP Lazarus +57,982 18. Vittorio Ghirelli Venezuela GP Lazarus +53,466 19. Rio Haryanto Barwa Addax +1:03,628 19. Dani Clos MP +54,532 20. Dani Clos MP +1:20,316 20. René Binder Venezuela GP Lazarus +59,796 21. Ricardo Teixeira Trident Racing +1:27,365 21. Jake Rosenzweig Barwa Addax +1:03,052 22. Nathanaël Berthon Trident Racing +1:28,885 22. Alexander Rossi Caterham +1:18,035 23. Sergio Canamasas Caterham +6 Runden 23. Stefano Coletti Rapax +1:21,639 24. Felipe Nasr Carlin +20 Runden 24. Ricaro Teixeira Trident +1:27,956 25. Daniël De Jong MP +22 Runden 25. Rio Haryanto Barwa Addax +1 Runde 26. René Binder Venezuela GP Lazarus +25 Runden 26. Robin Frijns Hilmer +17 Runden Schnellste Runde: Tom Dillmann 1:59,644 Schnellste Runde: Alexander Rossi 1:59,880

Gesamtwertung 1. Stefano Coletti (MON) 135 2. Felipe Nasr (BRA) 130 3. Fabio Leimer (SUI) 128 4. Sam Bird (GBR) 121 5. James Calado (GBR) 111 6. Marcus Ericsson (SWE) 82 7. Stéphane Richelmi (MON) 71 8. Jolyon Palmer (GBR) 68 9. Jon Lancaster (GBR) 65 10. Tom Dillmann (FRA) 63 11. Mitch Evans (NZL) 56 12. Robin Frinjs (NED) 47 13. Alexander Rossi (USA) 47

14. Julián Leal (COL) 42 15. Adrian Quaife-Hobbs (GBR) 34 16. Johnny Ceccotto (VEZ) 32 17. Kevin Ceccon (ITA) 28 18. Nathanaël Berthon (FRA) 21 19. Rio Haryanto (INA) 20 20. Simon Trummer (SUI) 18 21. René Binder (AUT) 11 22. Daniel Abt (GER) 3 23. Conor Daly (USA) 2 24. Daniël De Jong (NED) 1 25. Jake Rosenzweig (USA) 0 26. Kevin Giovesi (ITA) 0

1. Carlin 2. Russian Time 3. Racing Engineering 4. Rapax 5. DAMS 6. Hilmer 7. ART 8. Arden 9. Trident 10. Caterham 11. MP 12. Barwa Addax 13. Venezuela GP Lazarus

198 184 170 153 153 125 114 88 49 47 24 20 11

FORMEL-WOCHE 13/2013

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Rapax wieder Meister? Stefano Coletti und das Rapax-Team liegen auf Meisterschaftskurs in der GP2. Die Italiener führten 2010 schon Pastor Maldonado zum Titelgewinn. von Michael Zeitler

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ie GP2-Rennwagen sind kompliziert. Daraus macht die Teamführung von Rapax keinen Hehl. Die Konsequenz: Man setzt auf mindestens einen erfahrenen Fahrer. Pastor Maldonado wurde 2010 in seiner vierten Saison GP2-Meister für das Rapax-Team, Stefano Coletti fährt seit 2009 in der GP2. Er führt derzeit die Tabelle an, auch wenn er in Belgien die zweite Nullnummer in Folge schob und Federn lassen musste. Die Wurzeln des Rapax-Teams sind vielfältig. Das eine Gen kommt von Tancredi Pagiaro, der heute Chef des Lazarus-Teams ist. Er stampfte 1997 das GP-Racing-Team aus dem Boden, das 1998 und 1999 schon in der GP2Vorgängerserie Formel-3000 an den Start ging und 2007 in die GP2 zurückkehrte. Damals fusionierte man mit dem Team des dreimaligen F1Weltmeisters Nelson Piquet – dem zweiten Gen des Rapax-Teams. Piquet setzte in den 90er Jahren schon einmal ein Team in der Formel-3000 ein. 2005 kehrte er in die GP2 zurück

– um die Laufbahn seines Sohnes Nelson Piquet Junior Schwünge zu verleihen. Mit dem Zusammenschluss des GP-Racing-Teams 2007 – Piquet jr. fuhr längst für Renault in der Formel-1 – zog sich Piquet immer mehr zurück. Dafür wirkte Giancarlo Minardi mit, der eines der berühmtesten F1-Teams gründete. Ende 2009 verkaufte Piquet seine letzten Anteile am Team, genauso auch Pagiaro. Damit wurde aus dem Piquet-Team das Rapax-Team. Hinter Rapax steckt eine Gruppe italienischer Geschäftsmänner. Repräsentiert werden diese durch die Brüder Gianfranco und Valter Sovernigo. Seit Ende der 90er Jahre traten diese auch schon als Manager verschiedener Fahrer auf und verdienten sich ihre Sporen. Als Teammanager agiert Andrea Bergamini, der zuvor in der Organisation der Tourenwagen-WM mitmischte. Die Technikspitze des 25 Mann starken Teams bilden Marco Galuppi (zuvor beim Ex-F1-Team Scuderia Italia) und Marco Gadola. Das Team ist unweit von Venedig beheimatet.

Alastair Staley/GP2 Media Service

FORMEL-WOCHE 13/2013

GP2 Spa-Francorchamps

Kann Rapax den Erfolg von 2010 wiederholen?

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News Frijns wieder dabei Sauber-Testfahrer Robin Frijns war in Belgien wieder mit von der Partie. Er kehrte in das Hilmer-Team zurück, wo er Jon Lancaster ersetzte. Adrian Quaife-Hobbs, der in Budapest das Cockpit von Frijns übernahm, bleibt für den Rest der Saison an Bord. Frijns war in Belgien wieder unter den Top-10 zu finden: Rang neun im Hauptrennen bedeuteten zwei Punkte für den talentierten Niederländer. Quaife-Hobbs beendete das Sprintrennen als Dritter. Ilmer liegt derzeit auf dem sechsten Platz in der Team-Wertung Abt mit neuem Motor Nach dem Qualifying war Daniel Abt stinksauer: Wieder klagte er über mangelnde Leistung seines Mécachrome-Motors. Die Offiziellen hatten dieses Mal ein Einsehen und gestatteten dem ART-Team einen Motorwechsel am Wagen des Deutschen. Großartige Resultate gab es trotzdem nicht: Abt wurde zwei Mal 16. Die Qualifikation mit altem Antrieb schloss er auf dem 24. Platz ab. Bird zu Williams? Mit einem Sieg im Hauptrennen meldete sich Sam Bird im Titelkampf zurück. Ein möglicher GP2Titelgewinn könnte Bird endlich in die Formel-1 hieven. Kontakte soll es mit dem Williams-Team geben. Birds GP2-Team Russian Time und Williams spannen zusammen und fördern gemeinsam den Nachwuchs. Williams träumt von einem eigenen Nachwuchskader à la Red Bull. Derzeit ist Bird Testfahrer bei Mercedes. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff ist Teilhaber bei Williams, Williams fährt nächstes Jahr mit Mercedes-Motoren. Mehr Vitamin B geht nicht. Ob es zu einem F1-Debüt kommt, muss abgewartet werden: Williams ist mit Pastor Maldonado und Valtteri Bottas zufrieden. MZ


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von Michael Zeitler ie GP3-Saison 2013 bleibt umkämpft. In Belgien haben sich zwei neue Gesichter in die Siegesliste eingetragen: Daniil Kvyat siegte im Hauptrennen, Alexander Sims am Sonntag im Sprint. Es gab aber nicht nur zwei neue Sieger, sondern auch einen neuen Tabellenführer: Facu Regalia übernahm die Spitze von Tio Ellinas.

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Ellinas war in Spa nicht zu beneiden. Startplatz fünf im Hauptrennen war ordentlich. Mit einer solchen Konstant hamstert man sich in einer so konkurrenzfähigen Meisterschaft wie 2013 zum Titel. Doch beim Start kam Ellinas nicht vom Fleck, nach der ersten Runde war er nicht mehr in den Top-20! Was folgte, war eine furiose Aufholjagd, die erst auf dem achten Platz endete. Rang acht bedeutete immerhin vier Punkte, vor allem aber auch die Pole-Position für das Sprintrennen. Das war wichtig. Ellinas im Pech Mit einem Sieg im Sprint wollte sich der Zypriot die Tabellenführung zurückerobern. Aber wieder war der Start das Problem. Der übermotivierte Melville McKee, der vom zweiten Rang aus ins Rennen gin, rammte Ellinas in Kurve eins. Erst fiel Ellinas weit zurück, in der dritten Runde stellte er seinen von Marussia Manor eingesetzten Dallara Mécachrome in der Box ab: Die Spurstange hatte die Kollision nicht heil überstanden. Es war sein erster Ausfall der Saison. Auch McKee musste später im Rennen noch aufgeben.

Duell zwischen Daly und Ellinas Daly ist auch einer der Kontrahenten von Regalia um die Meisterschaft. Der US-Amerikaner wurde in Belgien zwei Mal direkt vor Regalia Zweiter und liegt in der Gesamtwertung nun 14 Punkte hinter Regalia auf Rang zwei. 30 Punkte nimmt er aus Belgien mit, nur Kvyat war mit 31 Punkten erfolgreicher. Harvey hat sich in Belgien wohl aus dem Titelrennen verabschiedet –

mit einem irren Unfall, als er in den Boliden von Carlos Sainz Junior krachte und böse abflog. Beim Einschlag in die Leitplanke wurde die Hinterachse mit samt dem Getriebe aus dem Boliden gerissen. Vier Rennen stehen noch aus, mehrere Fahrer haben nicht nur rechnerische, sondern auch realistische Titelchancen. Dazu gehören neben Regalia, Daly und Ellinas unter anderem auch Kevin Korjus und Daniil Kvyat. Letzterer holte sich im Samstagslauf seinen ersten Sieg, nachdem er am Start seinen Teamkollegen und Red-Bull-Junior-Partner Sainz ausbeschleunigte. Damit muss der Spanier weiterhin auf seinen ersten Triumph in der GP3 Meisterschaft warten. In der letzten Saison war Ellinas in Monza mit einem zweiten Rang am Samstag und einem Sieg beim letzten Saisonrennen einer der Fahrer, der die meisten Punkte mit aus Italien heim brachte. Sollte ihm das auch in diesem Jahr wieder gelingen, könnte ihn das wieder in den Kampf um den Titel zurück bringen.

Sam Bloxham/GP3 Media Service

Die beiden GP3-Rennen in Belgien entwickelten sich stets gegen Tio Ellinas. Jetzt ist Facundo Regalia der neue Führende.

Vom Pech Ellinas’ profitierte Facundo Regalia. Mit dem Argentinier hat vor der Saison wahrlich keiner gerechnet. Bisher hat der 21-Jährige dafür in nicht einmal stark besetzten Meisterschaften wie der italienischen und spanischen Formel-3, sowie der Auto-GP zu wenig gezeigt. Bei ART fährt Regalia zwar in einem Topteam, aber dafür hat Regalia auch zwei richtig starke Fahrer an seiner Seite: Jack Harvey wurde letztes Jahr britischer F3Meister, Conor Daly fährt bereits seine dritte GP3-Saison. Dennoch ist der unerfahrenere Regalia in der Gesamtwertung vorne.

Auf dem Weg zum ersten Sieg: Daniil Kvat in Spa-Francorchamps

FORMEL-WOCHE 13/2013

So verliert man den Titel

GP3 Spa-Francorchamps


Die Sieger in Spa

20 Alastair Staley/GP3 Media Service

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GP3 Spa-Francorchamps

Daniil Kvyat: Die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Daniel Ricciardo Nachfolger von Mark Webber bei Red Bull werden wird. Dann würde ein Platz bei Toro Rosso frei werden, das an einen Red-Bull-Junior gehen dürfte. Antonio Felix da Costa wäre der wahrscheinliche Nachfolger, weil der Portugiese von den Red-Bull-Junioren über die meiste Erfahrung verfügt. Aber 2013 enttäuscht Da Costa bisher: In der Renault-WorldSeries ging er als der Topfavorit überhaupt an den Start, doch der Gewinn der Meisterschaft ist Alexander Sims: Als Last-Minute-Mann raste er zum Sieg immer unwahrscheinlicher. Räikkönen-Test für Koiranen Da staunten die Räikkönen-Fans Wie gut Da Costa wirklich ist, weiß keiner. Sein Dallara Zytek hatte am Red-Bullnicht schlecht: Kimi Räikkönen Ring in Österreich zuletzt in beiden Rennen Motorprobleme. Auf einem Flugklemmte sich in der Sommerpauplatz ging das Arden-Caterham-Team deswegen bei Testfahrten auf Ursachense hinter das Steuer eines Dallara forschung und entlarvte ein größeres Elektronik-Problem. Mit der Behebung Mécachrome aus der GP3! Der dessen sollte Da Costa nun für die restlichen Rennen wieder schneller sein. Das Test wurde vom Koiranen-Team Problem für viele Experten: Es fehlen einfach Vergleichswerte mit einem anbetreut. Deren Teammanager Afa deren Red-Bull-Junior. Daniil Kvyat ist da in der GP3 in einer anderen Position. Heikkinen und Kimi Räikkönen kennen sich, kommen ja beide aus Er muss sich bei MW Arden gegen Carlos Sainz Junior durchsetzen. Beim F1Finnland. Der Test war mehr als Nachwuchstest machte der Sohn der Rallye-Legende den besseren Eindruck, nur eine Spaßveranstaltung: Der aber in der GP3 liegt Kvyat deutlich vorne. Beide sind für ein F1-Stammcockpit F1-Weltmeister 2007 sollte mit allerdings noch nicht reif genug. Man darf erwarten, dass beide 2014 zunächst Koiranen Konzepte erarbeiten, wie eine Saison in der Renault-World-Series einlegen werden. Möglicherweise verdas Überholen in der GP3 wieder pflichtet Toro Rosso deswegen 2014 übergangsweise einen Bezahlfahrer als erleichtert werden soll. In Belgien Teamkollegen von Jean-Eric Vergne. gab es prompt einige Überholmanöver, gerade Tio Ellinas oder PatAlexander Sims: Er reiste erst in letzter Minute nach Spa-Francorchamps, nach ric Niederhauser begeisterten mit einem Last-Minute-Anruf von Trevor Carlin. Bei Carlin stieg Eric Lichtenstein vielen Überholmanövern. vorzeitig aus: Der Schritt in die GP3 kam für den Argentinier wohl doch etwas zu früh. Sein Management will ihn nun in einer anderen Serie unterbringen, Allerdings hatte das mit dem Tests vermutlich in der Zweiliter-Klasse der Formel-Renault. Alexander Sims ist als nichts zu tun: Zwar wurden ersErsatz bisher nur für das Rennwochenende in Belgien bestätigt worden. te Konzepte erarbeitet, aber für Belgien wurden die noch nicht Gut möglich, dass Carlin für die restlichen Saisonrennen einen seiner F3-Fahrer angewandt. Kimis Kommentar in die GP3 hievt. Jordan King oder Harry Tricknell wären mögliche Kandidaten. zum Test: „Wenn die Boliden jetzt Sims entpuppt sich als Lieblings-Edelreservist: In dieser Saison kam der Brite noch einen Motor hätten, wären bei Status bereits zum Zug, als Adderly Fong wegen anderer Verpflichtungen sie schön zu fahren“. F1-Fahrer nicht an den Start gehen konnte. Sims wurde damals Zweiter – und nun geam Steuer von Nachwuchs-Rennwann er auch noch. Nachdem Melville McKee Tio Ellinas im Sprint am Start wagen sind selten geworden. abgeschossen hatte, war der Weg frei für Sims. Es war sein zweiter GP2-Sieg Mark Webber, Mitbesitzer des nach dem Triumph in Istanbul 2011. GP3-Teams MW Arden, fuhr 2010 mal in seinem GP3-Renner. MiDamals war Sims bei Status noch Stammfahrer und als McLaren-Junior auf chael Schumacher bereitete sich dem Weg in die Formel-1. Inzwischen konzentriert er sich vermehrt auf Sportauf sein F1-Comeback 2010 mit wagen-Rennen, wo er unter anderem privat eingesetzet McLaren MP4-12C GP2-Tests für Super Nova vor. NelGT3 bewegt. Doch vom Formel-Sport kommt er nicht ganz los: Auch in der son Piquet probierte 1992 einen F3-Europameisterschaft ist er inzwischen wieder im Einsatz, fährt dort den F3000-Boliden seines eigenen Dallara Nissan von Three Bond. Nach dem Sieg in Spa ist es nicht unmöglich, Teams. James Hunt testete in Vordass Carlin die Saison mit Sims zu Ende fährt. Für Carlin war es jedenfalls der bereitung auf einen Williams-Test fünfte Sieg in der GP3, der erste seit dem Triumph von António Félix da Costa mit dem Pacific-F3000-Team. MZ in Budapest im Vorjahr. MZ


GP3 Spa-Francorchamps

Ergebnisse 11.+12.Rennen

Spa-Francorchamps

1. Lauf 1. Daniil Kvyat MW Arden 13 Runden 2. Conor Daly ART +0,413 3. Facu Regalia ART Grand Prix +1,160 4. Kevin Korjus Koiranen GP +1,772 5. Alexander Sims Carlin +4,628 6. Nick Yelloly Carlin +4,965 7. Melville McKee Bamboo Engineering +5,713 8. Tio Ellinas Marussia Manor +5,978 9. Robert Visoiu MW Arden +6,869 10. Dino Zamparelli Marussia Manor +7,760 11. Giovanni Venturini Trident +8,569 12. Luís Sá Silva Carlin +8,895 13. Patrick Kujala Koiranen GP +9,585 14. Lewis Williamson Bamboo Engineering +10,225 15. David Fumanelli Trident +11,039 16. Samin Gómez Jenzer +11,640 17. Jimmy Eriksson Status +12,374 18. Ryan Cullen Marussia Manor +13,052 19. Carmen Jordá Bamboo Engineering +13,560 20. Alex Fontana Jenzer +15,157 21. Aaro Vainio Koiranen GP +15,162 22. Jack Harvey ART Grand Prix +4 Runden 23. Carlos Sainz MW Arden +4 Runden 24. Patric Niederhauser Jenzer +11 Runden 25. Adderly Fong Status Grand Prix +11 Runden 26. Josh Webster Status Grand Prix +12 Runden 27. Emanuele Zonzini Trident +13 Runden Schnellste Runde: Daniil Kvyat 2:06,456

2. Lauf 1. Alexander Sims Carlin 13 Runden 2. Conor Daly ART +8,314 3. Facu Regalia ART +10,773 4. Nick Yelloly Carlin +15,100 5. Kevin Korjus Koiranen +16,251 6. Daniil Kvyat MW Arden +18,230 7. Dino Zamparelli Marussia Manor +18,963 8. Robert Visoiu MW Arden +20,051 9. Patric Niederhauser Jenzer +21,799 10. Lewis Williamson Bamboo Engineering +24,203 11. Giovanni Venturini Trident +25,019 12. Alex Fontana Jenzer +27,531 13. Carlos Sainz MW Arden +29,280 14. David Fumanelli Trident +32,874 15. Jimmy Eriksson Status +35,087 16. Adderly Fong Status +47,162 17. Ryan Cullen Marussia Manor +47,784 18. Josh Webster Status +52,127 19. Carmen Jordá Bamboo Engineering +1:31,826 20. Patrick Kujala Koiranen +1:38,328 21. Luís Sá Silva Carlin +1 Runde 22. Aaro Vainio Koiranen +1 Runde 23. Emanuele Zonzini Trident +1 Runde 24. Samin Gómez Jenzer +3 Runden 25. Mellville McKee Bamboo Engineering +7 Runden 26. Jack Harvey ART +8 Runden 26. Tio Ellinas Marussia Manor +11 Runden Schnellste Runde: Alexander Sims 2:07134

Gesamtwertung 1. Facu Regalia (ARG) 115 2. Conor Ealy (USA) 101 3. Tio Ellinas (CYP) 95 4. Kevin Korjus (FIN) 93 5. Daniil Kvyat (RUS) 88 6. Aaro Vainio (FIN) 75 7. Jack Harvey (GBR) 75 8. Nick Yelloly (GBR) 68 9. Carlos Sainz (ESP) 64 10. Robert Visoiu (ROM) 43 11. Alexander Sims (GBR) 43 12. Melville McKee (GBR) 29 13. Patric Niederhauser (SUI) 29

14. Giovanni Venturini (ITA) 15. Lewis Williamson (GBR) 16. Alex Fontana (SUI) 17. Dino Zamparelli (GBR) 18. David Fumanelli (ITA) 19. Adderly Fong (HKG) 20. Eric Lichtensein (ARG) 21. Patrick Kajula (FIN) 22. Luís Sá Silva (MAC) 23. Jimmy Eriksson (SWE) 24. Emanuele Zonzini (SMR) 25. Samin Goméz (VEZ) 26. Josh Webster (GBR)

26 22 18 10 6 2 0 0 0 0 0 0 0

1. ART 2. MW Arden 3. Koiranen 4. Marussia Manor 5. Carlin 6. Bamboo Engineering 7. Jenzer 8. Trident 9. Status

291 195 168 105 95 51 47 32 18

FORMEL-WOCHE 13/2013

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Chris Jones

die führenden Fahrzeuge gemeinsam zum letzten Halt. Es entstand ein Durcheinander in der Boxengasse. Dixon hat seine Box direkt hinter der von Power. Beim Losfahren kam es dann zum folgenschweren Zwischenfall: Dixon touchierte Travis Law von der Power-Boxencrew. Law kam zu Fall und riss auch noch Justin Bosch mit zu Boden. Glücklicherweise blieben beide unversehrt, aber die Rennleitung sah sich gezwungen zu handeln: Dixon erhielt eine Durchfahrtsstrafe. Damit war der Sieg futsch. Zwischenfall in der Box

In Sonoma feierte Will Power seinen ersten Saisonsieg

Dixon von kontroverser Strafe gebremst Will Power gewann sein erstes Saisonrennen. Profitiert hat der Australier dabei von einer kontroversen Strafe gegen Scott Dixon.

von Michael Zeitler as Ganassi-Team war fest entschlossen: Man wollte in Sonoma ein starkes Resultat. Nach vier Siegen in Folgen ist das Meisterschaftsrennen so offen wie nie. Zudem verstarb vor dem Rennen Floyd Ganassi, der Vater von Chip Ganassi, im Alter von 87 Jahren. Er drängte sich nie in den Vordergrund, war aber im eine wichtige Stütze des Teams. Gerade in den Anfangsjahren des konnte sich Ganassi der Hilfe seines Vaters immer wieder erfreuen.

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Bereits im Qualifying setzte Ganassi auf alles oder nichts. Dario Franchitti pokerte hoch und fuhr die ersten Quali-Teile mit einem Satz Reifen! Trotzdem schaffte er es bis in die letzte Session, hatte dort als einziger Fahrer noch frische Pneus zu Verfügung und raste deshalb ungefährdet auf die Pole-Position. Sein Teamkollege Scott Dixon qualifizierte sich als Zweiter – er ist das heiße Ganassi-Eisen im Titelkampf-Feuer. Die Dominanz in Zahlen: Will Power auf Rang drei fehlten mehr als vier Zehntel.

Während des Rennens war die richtige Ganassi-Reihenfolge schnell hergestellt: Dixon übernahm nach dem ersten Boxenstopp die Führung. Zwischen Dixon und Franchitti brachte sich Will Power in Angriffsposition. Je mehr Runden gefahren wurde, desto besser kam sein Dallara Chevrolet in Fahrt – aber immer wieder machte eine Gelbphase seine Schnelligkeit auf der Ausdauer zunichte. Dixon schnellster Mann Es war keine dominante Vorstellung von Dixon, aber doch eine kontrollierte. Weder Will Power, noch Justin Wilson konnten Dixon ernsthaft angreifen. Aber sie klemmten sich ins Heck des Dallara Honda. Das Rennen war indes äußerst turbulent: Gleich acht Mal musste das Safety-Car auf die Strecke! Das wirbelte freilich auch das Klassement mehrmals durcheinander – und die Strategien der Teams. In der vorletzten Safety-Car-Phase rund 20 Runden vor Schluss kamen

Über die Strafe wurde eifrig debattiert. Kein Zweifel besteht, dass Travis Law einen Reifen von Power in der Hand hielt und zurück an die Boxenmauer gehen wollte. Dabei machte er um das Heck von Power einen großen Bogen – und lief damit förmlich auf Dixon zu. Der Neuseeländer war deshalb stinksauer, unterstellte Law sogar Absicht: „Er ist direkt auf uns zugekommen, das hat er mit Absicht gemacht, er wollte, dass ich einen weiteren Bogen fahre.“ Auf den ersten Blick sieht es tatsächlich so aus, als hätte Law den Zusammenstoß ausgelöst. Die Rennleitung der IndyCar verteidigte sich aber und zeigte Aufnahmen aus der Vogelperspektive. Hierauf war klar zu erkennen, dass Dixon den Boxenbereich von Power um eine kleine Ecke durchquerte. Die Argumentation der Rennleitung: Das sorge für ein gewisses Sicherheitsrisiko. Penske-Teampräsident Tim Cindric: „Man muss die Mechaniker in der Box schützen. Im umgekehrten Fall hätten wir eine Strafe akzeptiert, aber es ist keine einfache Entscheidung.“ Denn die Entscheidung könnte den Titelåkampf beeinflussen. Bei vier noch ausstehenden Rennen und einer bestechenden Ganassi- und DixonForm ist zwar noch alles offen, aber in Sonoma konnte Hélio Castroneves mit seinem siebten Platz die Führung in der Tabelle zunächst einmal ausbauen. Will Power gewann sein erstes Rennen seit Brasilien 2012.

FORMEL-WOCHE 13/2013

FORMEL-WOCHE 13/2013

IndyCar Sonoma


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IndyCar Sonoma

1. Will Power 2. Justin Wilson 3. Dario Franchitti 4. Marco Andretti 5. Simon Pagenaud 6. Ryan Hunter-Reay 7. Hélio Castroneves 8. James Hinchcliffe 9. Simone de Silvestro 10. Sébastien Bourdais 11. Graham Rahal 12. Tristan Vautier 13. Tony Kanaan 14. Ernesto Viso 15. Scott Dixon 16. JR Hildebrand 17. Ryan Briscoe 18. James Davison 19. Ed Carpenter 20. Charlie Kimball 21. Sebastián Saavreda 22. Lucas Luhr 23. Takuma Sato 24. Josef Newgarden 25. James Jakes

Sonoma Penske Dale Coyne Ganassi Andretti Schmidt Peterson Hamilton Andretti Penske Andretti KV Dragon Rahal Letterman Lanigan Schmidt Peterson Hamilton KV Andretti Ganassi Barracuda Ganassi Dale Coyne Ed Carpenter Ganassi Dragon Sarah Fisher Hartman AJ Foyt Sarah Fisher Hartman Rahal Letterman Lanigan

Dallara Chevrolet Dallara Honda Dallara Honda Dallara Chevrolet Dallara Honda Dallara Chevrolet Dallara Chevrolet Dallara Chevrolet Dallara Chevrolet Dallara Chevrolet Dallara Honda Dallara Honda Dallara Chevrolet Dallara Chevrolet Dallara Honda Dallara Honda Dallara Chevrolet Dallara Honda Dallara Chevrolet Dallara Honda Dallara Chevrolet Dallara Honda Dallara Honda Dallara Honda Dallara Honda

85 Runden +1,193 +3,403 +4.126 +4,704 +5,107 +8,538 +9,023 +9,285 +11,208 +12,035 +15,105 +17,760 +18,520 +20,216 +20,761 +29,478 +43,776 +1 Runde + 2 Runden +4 Runden +4 Runden +18 Runden +27 Runden +47 Runden

Gesamtwertung 1. Hélio Castroneves (BRA) 2. Scott Dixon (NZL) 3. Ryan Hinter-Reay (USA) 4. Marco Andretti (USA) 5. Simon Pagenaud (FRA) 6. Dario Franchitti (GBR) 7. Justin Wilson (GBR) 8. Will Power (AUS) 9. James Hinchcliffe (CAN) 10. Charlie Kimball (USA)

479 440 417 409 380 379 361 356 350 335

11. Tony Kanaan (BRA) 12. Ernesto Viso (VEZ) 13. Takuma Sato (JAP) 14. Sébastien Bourdais (FRA) 15. Ed Carpenter (USA) 16. Graham Rahal (USA) 17. Josef Newgarden (USA) 18. Simona de Silvestro (SUI) 19. James Jakes (GBR) 20. Tristan Vautier (FRA)

331 287 272 261 261 252 251 248 237 210

21. Sebastián Saavreda (COL) 172 22. Oriol Servià (ESP) 167 23. Alex Tagliani (CAN) 163 24. Mike Conway GBR) 149 25. Ryan Briscoe (AUS) 100 26. JR Hildebrand (USA) 93 27. Ana Beatriz (BRA) 72 28. Carlos Muñoz (COL) 67 29. AJ Allmendinger (USA) 65 30. Pippa Mann (GBR) 29

Chris Jones

Jim Haines

Chris Jones

Die Top-3 in der Gesamtwertung

FORMEL-WOCHE 13/2013

Ergebnisse 15. Rennen


BMW

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Portrt Juan-Pablo Montoya

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Portrt Juan-Pablo Montoya

Zuletzt kursierten Gerüchte, wonach Juan Pablo Montoya vor einem Wechsel in die IndyCar-Serie stünde. Montoya - da werden Erinnerungen wach. In fünfeinhalb Jahren Formel 1 unterhielt er die Zuschauer, reizte seine Bosse - und rieb sich so manches Mal mit dem Weltmeister. Ein Rückblick. von Johannes Mittermeier Dass Juan Pablo Montoya noch nie ein Blatt vor den Mund genommen hat, muss man denen, die seine Karriere verfolgt haben, nicht erst näher bringen. Dass er auch im gesetzteren Rennfahreralter von inzwischen 37 Jahren wenig vom unanstößigen Phrasen-Duktus hält, verwundert dementsprechend nicht. Mitte 2006 wurde Montoya bei McLaren Mercedes entlassen - wie sich die Formel-1 seitdem aufgestellt hat, missfällt einem Racer wie ihm: „Mit all diesen technischen Hilfsmitteln brauchst du nicht mehr zu lernen, wie man richtig überholt. Du holst den Typen ein, stellst deinen Flügel flach und fährst auf der Geraden einfach an ihm vorbei.“ Klappe zu, Action tot. Als die Formel-1 noch den Sport in den Vordergrund rückte (und den Show-Gedanken als Requisit verwendete), benötigte es keine exogenen Eingriffe, um Spannung zu generieren. Es genügte, Juan Pablo Montoya in einen schnellen Boliden zu setzen und ihm einen Deutschen an die Seite sowie einen anderen Deutschen vor die Nase zu setzen. Diese Deutschen hießen zufälligerweise beide Schumacher mit Familiennamen, und Montoya entwickelte gegen beide rasch eine ausgeprägte Antipathie. Zusammengenommen waren es die Grundlagen, die auf der Rennstrecke zu den besten Szenen führten. 2001: Der Draufgänger Die Hahnenkämpfe mit „In-Team“- und Erzfeind sind Legende. Genau wie der Charakterkopf Montoya selbst, einer, der unangenehme Wahrheiten nicht in schwülstige Floskeln zwängte und auf der Strecke keine Gnade kannte, nicht einmal den Ansatz davon. Das hat ihm sicherlich mehr geschadet als genutzt, aber so war eben Montoya - unverbogen und unsagbar gut darin, ein Rennauto um den Rundkurs zu prügeln. Sieben Siege konnte er in der Formel 1 erzielen, ein Witz für einen Mann seiner Klasse.

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Das Vollgastier


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IndyCar Series

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den Frontflügel ab, eine Strafe wird allerdings nur Montoya auferlegt. Dieser kultiviert via Boxenfunk seine direkte - und meistens derbe - Ausdrucksweise. Heutige PR-Abteilungen würden vor Scham geradewegs im Boden versinken. In Brasilien schließt sich ein obligatorischer Zwischenfall an: Schumacher übertölpelt Pole-Setter Montoya an exakt jener Stelle, wo er im Vorjahr von selbigem düpiert wurde. Zwei Kurven später fehlt dem drängelnden Montoya die Nasenspitze... Zurück zu den Wurzeln: Gibt Juan-Pablo Montoya ein IndyCar Comeback?

Oder die logische Konsequenz aus zu viel Starrsinn und Unüberlegtheit. Juan Pablo Montoya ist ein recht unbeschriebenes Blatt, als er Anfang 2001 in die Formel 1 einsteigt. Zwar hat er 1999 den Titel bei den Champ Cars und im Jahr darauf die prestigeträchtigen 500 Meilen von Indianapolis gewonnen - doch in Europa sind Piloten der amerikanischen Serien in etwa so (un)bekannt wie Formel1-Fahrer jenseits des großen Teichs. So stellt der Kolumbianer eine mittelgroße Unbekannte in einem Feld dar, das normalerweise keine Faktoren unberücksichtigt lässt. Was die Formel 1 zu erwarten hat, wird ihr allerdings bald klar... Der GP Australien 2001 bedeutet auch die Premiere für Fernando Alonso (damals 19, im Minardi) und Kimi Raikkönen (21, Sauber). Montoya ist bei seinem ersten Rennen „schon“ 25 Jahre alt. Er startet für BMW-Williams und klopft salopp an die Tür: „Jeder ist schlagbar.“ Schon in Sao Paulo zeigt der respektlose Newcomer, welche Klingen er zu schlagen gedenkt. Nach einer Safety-Car-Phase quetscht er sich im Senna-S knallhart an Weltmeister Michael Schumacher vorbei. Das hatten sich noch die wenigsten getraut. Es ist ein Vorgeschmack auf seine kompromisslose Art des Überholens, die ihm viele Bewunderer einbringt - und einige Kritiker. In Brasilien verhindert

nur ein dilettantischer Auffahrunfall des überrundeten Jos Verstappen, dass Montoya im dritten Rennen zum ersten Mal siegt. Und so verstreichen die Gelegenheiten reihenweise: In Österreich weicht er im Duell mit dem überlegenen Schumacher keinen Millimeter von der Seite, landet erst zusammen mit dem Ferrari-Mann in der Wiese und fällt später mit Motorschaden aus. Auf dem Hockenheimring, seinerzeit noch ein Highspeed-Tempel, ist es fast zwangsläufig der unerschrockene Montoya, der im Qualifying die letzten Bremsklötze aus dem Kopf verbannt. Er rast zur Pole Position und im Rennen erneut in Technik-Trouble. Wieder ein Ausfall in Führung liegend, ein weiterer möglicher Sieg, der ihm durch die Finger gleitet. In Italien gewinnt Montoya sein erstes Formel-1-Rennen. Ausgerechnet Monza, ausgerechnet am Wochenende nach dem 11. September. Die Freude ist nachhaltig getrübt, sie muss es sein. Montoya ist ein stiller Sieger. Er beendet die Saison auf Platz sechs, unterliegt Teamkollege Ralf Schumacher nach Punkten. Seinen Stempel hat er der Serie längst aufgedrückt. 2002: Der Vorlaute Im Zweikampf Schumacher versus Montoya wird die zweite Runde eingeläutet. Beim GP Malaysia fährt sich der Weltmeister am BMW-Williams

Ferrari ist in hohem Maße zu stark für die Konkurrenz. Michael Schumacher erlebt am 12. Mai in Spielberg seine größte Blamage (Stallorder) und wird bereits am 21. Juli in Frankreich vorzeitig Weltmeister. Trotz der frappierenden Dominanz der Scuderia Schumacher und Rubens Barrichello siegen in 15 von 17 Läufen - gelingt es Montoya, stolze siebenmal die Pole- Position zu ergattern. Allein: In einen Sieg vermag er die Ausgangspositionen nie umzuwandeln, auch wegen der Unzuverlässigkeit seines Arbeitsgeräts. Dennoch begeistert seine riskante Fahrweise in einer statisch gewordenen Formel 1 die Beobachter. Nur in der eigenen Box lösen die HarakiriAktionen nicht immer Jubelstürme aus. BMW-Motorsportchef Mario Theissen rühmt seinen heißblütigen Angestellten als „Vollgastier“, schränkt jedoch ein: „Es gibt diszipliniertere Fahrer als ihn.“ Montoya trägt sein Herz im Gasfuß und auf der Zunge. In der WM wird er Dritter, acht Punkte vor seinem Teamkollegen Ralf Schumacher. Immerhin. 2003: Der WM-Kandidat Montoya fasst die Formel 1 klassisch auf: Ein Haufen furchtloser Kerle fährt um die Wette, und am Ende gewinnt der Schnellste. Im modernen Motorsport aber zählt vor allem jene Eigenschaft, die Michael Schumacher gerne als „präzise am Limit“ beschreibt. Um sich eine ganze Saison an der Spitze


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zu bewegen, ist Montoya in letzter Instanz zu launisch und inkonstant. Er labt sich (zu sehr) an einzelnen Highlights wie atemberaubenden Überholmanövern, die er freilich in einer Regelmäßigkeit liefert wie kein anderer. Gefragt, ob er sich für den mutigsten Rennfahrer halte, antwortet Montoya einmal lässig: „Sagen wir so: Der Feigste bin ich jedenfalls nicht.“ Manchmal wäre es ratsamer gewesen, die Pragmatik vor die Emotion zu stellen. Und trotzdem hätte er 2003 alle (Vor-)Urteile widerlegen können. Der BMW-Williams ist wahrscheinlich der beste Wagen im Feld, Montoya gewinnt in Monte Carlo und (mit einer Minute Vorsprung) auf dem Hockenheimring. Er ist im WM-Fight involviert, kämpft gegen Michael Schumacher und McLaren-Mann Kimi Raikkönen. Am Nürburgring brandet die alte Rivalität zwischen Montoya und Schumacher neu auf: Der Deutsche dreht sich im Rad-an-Rad-Duell in den Kies, kann das Rennen nur durch die Mithilfe von Streckenposten fortsetzen. Montoya kommt - zurecht - straffrei davon.

ter. Hätte, wäre, wenn: Eine Niederlage auf italienischem Boden hätte für das zu diesem Zeitpunkt wankende Ferrari-Team den K.o. bedeuten können...

Es gibt diese kleinen Momente, deren Ausgang über Sein oder Nichtsein eines kompletten Jahres entscheiden kann. Monza, erste Runde nach dem Start. In der zweiten Schikane attackiert Montoya (wer sonst?) den führenden Schumacher (wen sonst?), schiebt sich augenscheinlich vorbei - und zieht doch den Kürzeren. Schumacher gewinnt, Montoya wird Zwei-

Dass BMW-Williams in der Saison 2004 auffällt, liegt nicht etwa an Höchstleistungen. Der Glanz des 2003er Lacks ist ab. Vielmehr rümpft man sprichwörtlich die Nase, denn eine unorthodoxe Form der Frontpartie verwandelt die blau-weißen Renner in „Rochen“. Nicht schön, auch nicht schnell - zur Saisonhalbzeit korrigieren die Designer ihr gewagtes Experiment.

Früher im Jahr, beim GP Frankreich, fühlt sich Montoya gegenüber Stallgefährte und Rennsieger Ralf benachteiligt. Beleidigt beschließt er, BMW-Williams den Rücken zu kehren. Für 2004 scheitert ein Wechsel zu McLaren-Mercedes noch, am Jahresende wird jedoch sein Transfer für die übernächste Saison bekannt. Ziemlich früh für die schnellebige F1-Welt. Montoyas letztes WM-Fünkchen erlischt derweil in den USA. Bei einer Kollision mit Ferrari-Fahrer Barrichello belegen die Rennstewards den verständnislosen Kolumbianer mit einer Strafe, die ihm ein Rennen vor Schluss alle Chancen auf die Krone nimmt. Die Aufruhr ist groß, und der Automobilweltverband FIA wird mal wieder zur „Ferrari International Assistance“... 2004: Der Hitzkopf

Juan-Pablo Montoya hat dennoch allerhand zu bemängeln. Das Auto lahmt, Michael Schumacher wird zur Voodoo-Puppe und elektronische Fahrhilfen wie die Startautomatik zum persönlichen Ärgernis: „Du drückst einen Knopf und los geht’s. Langweilig. Du überholst drei Gegner, nur weil dein System besser funktioniert als ihres.“ Wie gut, dass wenigstens DRS noch ein fernes Zukunftsgespinst ist. 58 Punkte reichen bloß zum fünften Rang in der Weltmeisterschaft. Dafür kracht es am laufenden Band. Verbal und sportlich. Montoyas Zielscheiben: Der Schumacher-Clan. In San Marino kommt er sich nach schöner Tradition mit Michael ins Gehege. Das anschließende Wortgefecht bleibt ohne erkennbaren Punktsieger. Montoya zischt, Schumacher sei „stupid or blind“, blöd oder blind. Schumacher spottet, beim nächsten Mal artig zu blinken. Das „nächste Mal“ ist Monaco - und der Ferrari-Pilot erinnert sich nicht an seine Ankündigung. Montoya drückt ihn während einer Safety-Car-Phase (unabsichtlich) in die Leitschienen. Ein Riesen-Aufreger und reichlich dumm gelaufen. Ralf Schumacher macht ebenfalls schlechte Erfahrungen mit dem cholerischen Südamerikaner. Am Nürburgring rauschen die beiden Teamkollegen im Startgetümmel ineinander, wie bereits 2001 in Ameri-

Mit acht Podestplatzierungen in der Saisonmitte wird Juan-Pablo Montoya zum WM-Kandidat im Jahr 2003

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Williams

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ka. So ist das, wenn von zwei Platzhirschen keiner nachgeben will. Und das vier Jahre lang. Weitere negative Vorkommnisse: Beim GP Kanada werden beide BMWWilliams aus der Wertung genommen, regelwidrige Bremsbelüftungen. Ein Rennen später trifft Montoya erneut eine Disqualifikation - Ralf um ein Haar viel Schlimmeres. Der Deutsche verunglückt in der berühmten Steilkurve von Indianapolis schwer, liegt mehrere Minuten regungslos im zerstörten Auto. Und hat sämtliche Schutzengel. Sechs Rennen Zwangspause, keine Folgeschäden. Zum Ende seiner BMW-Williams-Liaison trumpft Montoya noch einmal auf. Geradezu sensationell ist sein Manöver in Spa, wo er Michael Schumacher in der Bus-Stop-Schikane auf der Außenbahn übertölpelt. Das letzte Rennen in Brasilien wird zur finalen Kür: Der erste und einzige Saisonsieg, insgesamt sein vierter in der Formel 1.

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Juan-Pablo Montoya zieht weiter zu McLaren-Mercedes. Mission: Weltmeister werden. So hoch die Erwartung an ein Duell der Superlative mit Kimi Raikkönen, so groß auch die Ernüchterung. Montoya gewinnt drei Rennen (Großbritannien, Italien, Brasilien), steht jedoch deutlich im Schatten Raikkönens, der den WM-Titel im Rauch der zahlreichen Motor- und Getriebeschäden verliert. Montoya sammelt 60 Zähler, der „Iceman“ mit 112 fast doppelt so viele. Eine Klatsche. Dazu kommen sieben Siege des Finnen, während Montoya deren drei sammelte. McLaren wusste um die aufbrausende Naturell Montoyas, wollte die Diva bändigen, seine Unbeherrschtheit zügeln. Doch das Heim für Schwererziehbare verfehlt seinen Zweck. Gerade als Raikkönen im Endspurt auf tatkräftige Unterstützung angewiesen ist, zeigt Montoya Nerven. Sowohl in der Türkei als auch in Belgien schenkt er zweite Plätze durch Fahrfehler her.

Kunstgriff der Designer: 2004 hatte der Williams eine „Rochen-Nase“

Williams

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Es profitiert jeweils Fernando Alonso, also derjenige, der Michael Schumachers Rekordjagd beenden sollte. Raikkönen wird Vize, Montoya Vierter. Mercedes-Sportchef Norbert Haug kritzelt einen doppelt unterstrichenen Hinweis auf dessen To-Do-Liste: „Juan muss gucken, dass er in die Strümpfe kommt!“ 2006: Der moralische Weltmeister Die Relation zu McLaren-Mercedes steht unter keinem glücklichen Stern. Im wahrsten Sinne. Ein zweiter Rang in Monaco ist Montoyas letzter von 30 Podiumsplätzen. Danach wird er Sechster in Silverstone, verursacht in Montreal einen Unfall mit Nico Rosberg und kegelt in Indianapolis auch Kollege Raikkönen von der Piste. Das Worst-CaseSzenario. Zugleich kündigt Montoya seinen Absprung in die oberste Liga der NASCAR an. Ob er gedacht hätte, so früh auf geschlossene Fahrzeuge umzusatteln, mit 30 Jahren und nach 94 Formel-1-Rennen? Ron Dennis entlässt Montoya im Anschluss an das Amerika-Debakel aus seinem Vertrag, und der großspurige Egozentriker wird für einen Moment zum Leisetreter: „Es tut mir leid, dass ich in diesem Jahr nicht meine und die Erwartungen des Teams erfüllen konnte.“ Bereits in Frankreich saß er nicht mehr im McLaren. Nachfolger Pedro de la Rosa - schon seit 2002 keine vollständige Saison mehr gefahren - macht nicht unbedingt einen schlechteren Eindruck, hält sich aber aus teaminternen Duellen heraus. Aber auch in der NASCAR läuft es nicht wie erwartet. Im nunmehr achten Sprint Cup Jahr ist der Kolumbianer bis auf zwei Siege seinen Erwartungen nicht gerecht geworden. Die Reue beschränkt sich tatsächlich auf diesen raren Augenblick des Innehaltens. Mit ein bisschen Abstand ist Montoya wieder Montoya, so wie ihn alle kennen und viele lieben gelernt haben: „Ich wäre wahrscheinlich Weltmeister geworden, aber ich habe mich entschieden zu gehen...“


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Nach seinem Aus bei Ganassi könnte Juan Pablo Montoya bei einem weiteren Team mit einem großen Namen im US-Motorsport andocken.

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n der Karriere von Juan-Pablo Montoya beginnt ein neues Kapitel. Seit 2006 fuhr er für Ganassi im NASCAR Sprint Cup. Nun wird der Vertrag des Kolumbianers nicht mehr verlängert. Montoya will endlich wieder siegen und will daher ein Top-Cockpit, entweder in der NASCAR, der IndyCar oder im SportwagenBereich. Montoyas Favorit ist die IndyCar. Kontakte hat er längst geknüpft: Das Team von Michael Andretti arbeitet derzeit fieberhaft daran, die nötigen Sponsoren für eine Montoya-Verpflichtung aufzutreiben. Die Finanzen sind der Knackpunkt: Sie werden darüber entscheiden, ob die Rückkehr von Montoya in die höchste amerikanische Formel-Rennserie klappen wird oder nicht. Die Kosten belaufen sich auf sechs Millionen US-Dollar, dieses Geld aufzutreiben, wird nicht leicht. „Ich habe den Formel-Sport immer im Herzen getragen“, wird Montoya zitiert. In der Formel-1 war er ein Exot, ein Draufgänger, aber auch einer, der schnell im Abseits stand. Das Kapitel Formel-1 ist abgeschlossen, in der IndyCar würde sich Montoya aber pudelwohl fühlen. Der 37-Jährige feierte in der IndyCar auch schon zahlreiche Erfolge. Bei insgesamt 41 Rennstarts ging er elf Mal als Sieger nach Hause. 1999 feierte Montoya bei Ganassi sein Debüt. Sein rigoroses und kompromissloses Auftreten auf der Strecke erweckte bei den Fans viele Sympathien, nicht aber bei seinen Kontrahenten. Kritik gab es unter anderem von Michael Andretti, der letzt Chef von Montoya werden soll. Montoya beendete die Saison punktgleich mit Dario Franchitti, hatte aber mehr Siege und wurde so Meister. 2000 litt Montoya unter den auf den Rundstreckenkursen nicht konkurrenzfähigen Toyota-Motoren. Dafür machte er mit Ganassi einen Abstecher zum Indy-500 – und gewann es überlegen. Mit seinem G-Force Oldsmobile lag Montoya 167 der 200 Runden in Front. Ob er an solche Erfolge anknüpfen wird, wird sich zeigen. Jetzt beginnt erst einmal das Rennen um die sechs Millionen Dollar. MZ

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Montoya zu Andretti?


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IndyCar mit Wintermeisterschaft? Den Lehrern wird ja oft nachgesagt, so viele Ferien wie kein anderer Arbeiter zu haben. Aber es gibt noch einen Beruf, wo man mehr Freizeit hat: IndyCar-Rennpilot. Die Winterpause dauert ein halbes Jahr, den Fahrern fällt die Decke auf den Kopf, die Teams haben keine Einkünfte. Anders als in der Formel-1 entwickeln die Teams ihre Wagen im Winter auch nicht weiter, weil nach wie vor Einheitschassis zum Einsatz kommen. Der ehemalige Teambesitzer Derrick Warwick arbeitet derzeit an der Zukunft der IndyCar-Meisterschaft und deutet Pläne an, auch in den Wintermonaten IndyCar-Rennen auszutragen. Zur Debatte stehen laut

„ Autosport“ drei Optionen: Die Saison könnte schon im Januar oder Februar in Übersee starten. Zweitens könnte es im Winter Rennen außerhalb der Meisterschaft geben. Und schließlich ist auch eine eigene Wintermeisterschaft im Gespräch. Möglich wäre dann auch eine Zusammenarbeit mit einer Gruppe namens World Series Operations, die bereits die frühere A1GP-Meisterschaft reaktivieren wollte - es blieb allerdings bei den Bemühungen. Keine Option ist eine Verlängerung der IndyCar-Meisterschaft in den Herbst hinein. Man will einer Kollision mit der nationalen Football-Meisterschaft NFL, die als populärste Sportliga der USA gilt, aus dem Weg gehen.

Chris Jones

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IndyCar News

Angst vor Football: Die IndyCar Serie geht der NFL bewusst aus dem Weg

IndyCar statt F1 in New Jersey? Die IndyCar-Organisatoren arbeiten an zwei SensationsRennen: Debattiert wird erstens ein Rennen auf dem früheren F1-Kurs in Indianapolis. Der Lauf könnte im Vorfeld des Indy-500 stattfinden. Der Infield-Kurs soll in Kürze zumindest getestet werden. Darüber hinaus wird spekuliert, dass die IndyCars 2014 anstelle der Formel-1 in New Jersey auftreten könnten. F1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone deutete kürzlich an, dass das geplante Rennen dort erneut verschoben oder gestrichen werden könnte.

Rekord: Bei Euromotorsport 1992 und bei Scandia 1997 kamen gleich zehn Fahrer zum Zug. Und auch Dale Coyne setzte schon mal mehr Fahrer ein: 1991 fuhren acht Piloten mit einem Lola Cosworth von Dale Coyne: Dale Coyne selbst, Paul Tracy, Buddy Lazier, Randy Lewis, Ross Bentley, Dennis Vitolo, Jeff Wood und Michael Greenfield.

Hildebrand und Filippi bestätigt Bryan Herta hat neben Luca Filippi nun auch JR Hildebrand für die restlichen Saisonrennen bestätigt. Die beiden teilen sich den Dallara Honda, den zu Beginn der Saison noch Alex Tagliani pilotierte. Hildebrand durfte bereits am Wochenende in Sonoma für Herta ran. Der US-Amerikaner begann die Saison mit Panther, wurde dann aber ausrangiert.

Alguersuari für Panther? So langsam hat Jaime Alguersuari die Hoffnung auf ein F1Comeback aufgegeben. Der Spanier war vor der Saison als Force-India-Pilot im Gespräch, nachdem er seinen Platz bei Toro Rosso verloren hat. Als Pirelli-Testfahrer blieb er mit der Formel-1 zwar in Kontakt, nun will jüngste F1-Pilot aller Zeiten aber wieder Rennen fahren. Gerüchten zu Folge hat er Gespräche mit dem Panther-Team geführt. Renneinsätze noch 2013 sind nicht ausgeschlossen, werden aber vor allem für 2014 angepeilt. Bei Panther kam dieses Jahr auch schon Alguersuaris Landsmann Oriol Servía zum Zug.

Wieder Davison für Dale Coyne James Davison fuhr auch in Donoma den zweiten Dallara Honda von Dale Coyne. Vor dem Rennen machten sich auch Rio Hirakawa, sowie Alex Tagliani Hoffnungen auf den Platz neben Justin Wilson, den in Baltimore dessen Bruder Stefan Wilson übernehmen wird. Insgesamt fuhren damit 2013 sechs verschiedene Fahrer für Dale Coyne. Das ist kein

Neues Team von Greg Picket? Der Start von Lucas Luhr in Sonoma könnte erst das erste Kapitel sein: Derzeit arbeitet der Deutsche an einer vollen Saison 2014. In der ALMS fuhr Luhr für das Team von Greg Picket, der seine Mannschaft 2014 in der IndyCar an den Start schicken könnte. Das Debüt lief aber nicht wie erhofft: Luhr kam in Sonoma nicht ins Ziel. MZ


Nachdem Raphael Raucci die Führung in der Gesamtwertung am vorletzten Rennwochenende in Interlagos übernehmen konnte, baute der Brasilianer seinen Vorsprung gegenüber Felipe Guimarães in Curitiba weiter aus. Er beendete beide Läufe auf dem zweiten Rang, bekam am Samstag allerdings die volle Punktzahl für die Gesamtwertung gut geschrieben, da mit Bruno Etman ein Fahrer aus der B-Wertung gewann. Etman, der auf älterem Material am Start ist, sicherte sich bereits die Pole-Position, die er in den Sieg umwandelete. Im zweiten Rennen siegte Guimarães, der nach

seinem Ausfall am Vortag Schadensbegrenzung betrieb. Lucilio Baumer, mit dem er kollidierte, konnte erst gar nicht mehr an den Start gehen. Für Guimarães war der Weg zum Sieg vermeintlich einfach. Er führte über die gesamte Distanz von 24 Runden. Auf dem dritten Rang lief wie zuvor der 15-jährige Artur Fortunato ein. Trotz des Sieges wuchs der Rückstand des Piloten aus dem britischen Hitech-Piloten an. Bei noch acht verbleibenden Meisterschaftsrennen ist der Kampf um den Titel allerdings weiterhin offen. Die nächsten Rennen finden Ende September auf dem Autódromo Internacional Nelson Piquet in Brasilia statt. DG

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F3 Sudamericana: Raucci baut Vorsprung aus

Nachwuchs F3 Sudamericana

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Guimarães feiert den siebten Saisonsieg

Ergebnisse 1. Lauf in Curitiba 1. Bruno Etman (Cesário F3) 2. Raphael Raucci (Hitech) 3. Artur Fortunato (Cesário F3) 4. Gustavo Myasava (Hitech) 5. Higor Hoffmann (Cesário F3) 6. Elias Azevedo (Cesário F3) 7. Leonardo de Souza (Kemba) 8. Pedro Serrano (RR)

2. Lauf in Curitiba 1. Felipe Guimarães (Hitech) 2. Raphael Raucci (Hitech) 3. Artur Fortunato (Cesário F3) 4. Elias Azevedo (Cesário F3) 5. Bruno Etman (Cesário F3) 6. Gustavo Myasava (Hitech) 7. Leonardo de Souza (Kemba) 8. Pedro Serrano (RR)

Fahrerwertung 1. Raphael Raucci (BRA) 2. Felipe Guimarães (BRA) 3. Gustavo Myasava (BRA) 4. Higor Hoffmann (BRA) 5. Gustavo Frigotto (BRA) 6. Gustavo Lima (BRA) 7. Leonardo de Souza (BRA) 8. Ayman Mostafa (BRA)

Britische Formel weiterhin nicht Ford: Cammish aufzuhalten

Ergebnisse

Mit den Saisonerfolgen 19 bis 21 hat Dan Cammish auch beim siebten Meisterschaftswochenende in Knockhill seine Dominanz bestätigt. Der Brite hat in dieser Saison keinen anderen Fahrer siegen lassen, sondern heimste alle Triumphe selber ein. „Ich hatte ein gutes Auto, konnte aber aufgrund der Reifensituation nicht ganz mithalten“, erklärte Nico Maranzana, der die drei Rennen auf dem zweiten Rang beendete. Gleichzeitig war sich der Argentinier sicher, im Augenblick in einer Verfassung zu sein, um Cammish schon am nächsten Rennwochenende in Rockingham schlagen zu können. Dort kann der JTR-Fahrer bereits die Meisterschaft für sich entscheiden. Dazu braucht er seinen 199 Punkte großen Vorsprung lediglich zu konservieren. DG

1. Lauf in Knockhill 1. Dan Cammish (JTR) 2. Nico Maranzana (Jamun) 3. Sam Brabham (JTR) 4. Harrison Scott (Falcon) 5. Juan Rosso (Jamun) 6. Jayde Kruger (Jamun) 7. James Abbott (Radical) 8. Andy Richardson (Richardson) 9. Camren Kaminsky (JTR)

2. Lauf in Knockhill 1. Dan Cammish (JTR) 2. Nico Maranzana (Jamun) 3. Harrison Scott (Falcon) 4. Sam Brabham (JTR) 5. Jayde Kruger (Jamun) 6. Juan Rosso (Jamun) 7. Andy Richardson (Richardson) 8. Camren Kaminsky (JTR) 9. James Abbott (Radical)

3. Lauf in Knockhill 1. Dan Cammish (JTR) 2. Nico Maranzana (Jamun) 3. Jayde Kruger (Jamun) 4. Juan Rosso (Jamun) 5. Harrison Scott (Falcon) 6. Sam Brabham (JTR) 7. Camren Kaminsky (JTR) 8. Andy Richardson (Richardson) 9. James Abbott (Radical)

Fahrerwertung 1. Dan Cammish (GBR) 2. Nico Marazana (ARG) 3. Harrison Scott (GBR) 4. Juan Rosso (ARG) 5. Sam Brabham (GBR) 6. James Abbott (GBR) 7. Camren Kaminsky (USA) 8. Andy Rchardson (GBR) 9. Jayde Kruger (RSA)

157 140 72 46 32 20 20 12

647 448 447 354 301 300 265 259 246


Impressum Herausgeber: Daniel Geradtz Chefredakteur: Michael Zeitler Redaktion: Johannes Mittermeier Alexander Millauer Layout: Daniel Geradtz Michael Zeitler

Formel-Woche 13/2013  

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