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Dezember/Februar

10. Jahrgang ı Österreich € 3,00

www.fondsexklusiv.at

ISSN 1609-9370

exklusiv

04/2012

DAS ANLAGEMAGAZIN FÜR FINANZDIENSTLEISTER

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Verbrennt Inflation Ihre Rendite?

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Top-Vermögensverwalter beziehen Stellung

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nachhaltige aktienfonds

ROUNDTABLE-DISKUSSION

GEFÄHRLICHE GEWÄSSER

Gut ausgewählt und mit etwas Geduld „grüne“ Mehrerträge erzielen

Berater unter Druck: Mehr Qualität, neue Regularien, schwierige Märkte

Anleger mit Schiffsbeteiligungen ziehen jetzt vor Gericht

JIM ROGERS

Der „Indiana Jones der Finanzwelt“ erläutert ausführlich, warum die glorreichen Zeiten der Wall Street wohl definitv vorbei sind

JEFF KLEIN Warum Unternehmen, die nicht nur auf Profit abzielen, in der Krise weitaus besser positioniert sind


Eine Klasse für sich.

Die neuen DWS TRC Fonds mit Trend- und Risikosystem. Vorausschauend fahren – das können Ihre Kunden jetzt auch mit ihrer Fondsanlage. Wir haben drei unserer besten Aktienfonds-Klassiker mit einem starken Extra ausgestattet: dem neuen DWS Trend Risk Control (TRC). Damit können sie an der Wertentwicklung unserer bewährten Top-Fonds partizipieren und Trends und Risiken im Blick behalten. Denn mit DWS TRC sollen gleichzeitig • Markttrends frühzeitig erkannt und genutzt sowie • Aktienmarktrisiken mit Hilfe ausgewählter Indikatoren schnell identifiziert werden.

Fondsinnovation des Jahres 2012.1 TRC überzeugt! Der DWS TRC Top Dividende wurde von €uro als Fondsinnovation des Jahres 2012 ausgezeichnet. Setzen auch Sie auf eine Geldanlage mit System – die neuen DWS TRC Fonds: • DWS TRC Top Dividende • DWS TRC Deutschland • DWS TRC Top 50 Asien

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Dies ist eine Marketingmitteilung, keine Analyseempfehlung, keine Finanzanalyse, keine Anlageberatung oder Anlageempfehlung und kein Verkaufsangebot. Die DWS/DB Gruppe ist nach verwaltetem Fondsvermögen der gößten deutsche Anbieter von Publikumsfonds. Quelle: BVI, Stand: Ende August 2012. Eine Anlageentscheidung sollte ausschließlich auf Grundlage des Kundeninformationsdokuments und des veröffentlichten Prospekts sowie sämtlicher ergänzender Angebotsunterlagen erfolgen. Allein diese Unterlagen sind verbindlich. Die vorgenannten Unterlagen erhalten Sie in elektronischer oder gedruckter Form kostenlos in deutscher Sprache bei Ihrem Finanzberater, bei Deutsche Bank AG Filiale Wien, 1010 Wien, Fleischmarkt 1, auf der Webseite www.dws.at, und bei DWS Investment GmbH, D-60327 Frankfurt am Main, Mainzer Landstraße 178–190. Der Verkaufsprospekt enthält ausführliche Risikohinweise. Gesamtkostenquote p. a. (Stand 30.09.2011): DWS TRC Deutschland: 1,45 %, DWS TRC Top Dividende und DWS TRC Top 50 Asien: 1,5 %. Jede Anlageentscheidung bedarf der individuellen Abstimmung auf die persönlichen Verhältnisse (z. B. Risikobereitschaft) des Anlegers. Angaben über die Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung des Fonds zu. Das Sondervermögen weist aufgrund seiner Zusammensetzung/der vom Fondsmanagement verwendeten Techniken eine erhöhte Volatilität auf, d. h. die Anteilspreise können auch innerhalb kurzer Zeiträume stärkeren Schwankungen nach unten oder nach oben unterworfen sein. Jeder DWS TRC Fonds investiert dauerhaft mindestens 85 % seines Vermögens in Anteile des jeweiligen Masterfonds. Bis zu 15 % des Wertes jedes TRC Fonds dürfen in Derivate zur Absicherung investiert werden. Damit können bis zu 80 % des Aktienmarktrisikos des jeweiligen Masterfonds abgesichert werden. 1Quelle: €uro, 02/2012


Investmentkultur Editorial

Nicht zurücklehnen! Liebe Leserinnen, liebe Leser! Wer hätte das gedacht?! Das Jahr 2012 wird ein gutes Börsenjahr! Sofern nicht doch noch unerwartete Hiobsbotschaften die Börsen einbrechen lassen, wird der ATX dieses Jahr mit einem zweistelligen Plus verabschieden. Aktuell sind es gar rund 15 Prozent. Gestützt haben den Leitindex vor allem zwei Entwicklungen: Auf nationaler Ebene die Unterbewertung vieler Aktien, während auf europäischer Ebene die monetären Beruhigungspillen der Europäischen Zentralbank ihre Wirkung nicht verfehlten. Der Blick in den Süden Europas lässt aber keinen Zweifel: Überwunden ist die europäische Staatsschuldenkrise noch lange nicht. Wird der Euro Bestand haben? Können die Griechen Mitglied der Währungsunion bleiben? Und wird die extreme Verschuldung der EU-Staaten die Inflation kräftig anheizen und den Kaufkraftverlust unseres Geldes verschärfen? Bislang scheint sich die Masse der Österreicher darum wenig zu scheren. Laut Angaben der Oesterreichischen Nationalbank liegt fast jeder zweite Euro des insgesamt 475 Milliarden Euro umfassenden Finanzvermögens privater Haushalte auf Giro- und Spareinlagen. Dabei liegt deren Verzinsung unterhalb der Preissteigerungsrate. Mit anderen Worten: Das Geld verliert jedes Jahr an Wert. Und dieser Preis der Verschuldung könnte noch dramatisch steigen. Klare Antworten auf diese Fragen und Prognosen hinsichtlich der künftigen Entwicklungen lassen sich seriös nicht geben. Wohl aber Einschätzungen darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit verschiedene Szenarien eintreten könnten. Deshalb haben wir in der Titelstory dieser Ausgabe ab Seite 10 sechs renommierte Vermögensverwalter um ihre Lagebeurteilung gebeten. Ebenso blicken wir über den „Großen Teich“ ins Obama-Land. Auch dort hat die Verschuldung längst Höchststände erreicht und das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ nicht nur einmal an den Rand der Pleite geführt. Die Investmentlegende Jim Rogers sieht diese Entwicklungen sowohl in Europa als auch in seiner Heimat sehr kritisch und senkt daher für beide Märkte den Daumen. Im Gespräch mit unserer New Yorker Redakteurin Bettina M. Gordon verrät der „Indiana Jones der Finanzwelt“ ab Seite 24, in welchen Bereichen er derzeit investiert. Weitere Anlagealternativen wie nachhaltige globale Aktienfonds finden Sie ebenso in dieser Ausgabe wie eine Analyse zur Lage bei geschlossenen Schiffsfonds. Ab Seite 44 lesen Sie außerdem unseren großen Roundtable zu aktuellen Fragen der Finanzberatung, die vielen Beratern unter den Nägeln brennen. In der lebhaften Diskussion beklagten die Vertreter namhafter Versicherer auch die sinkende Vorsorgebereitschaft bei den Endkunden, obwohl der Handlungsbedarf eher zugenommen hat. Im Einzelnen mögen die Gründe hierfür verständlich sein. Am Ende kommt dieses Zurücklehnen dem Sparbuch-Sparen gleich: Man hat von vornherein verloren. Genau das gilt es, den Kunden unverblümt aufzuzeigen: Der leichtere Weg führt eben oft nicht ans Ziel.

Kay Schelauske, Chefredaktion k.schelauske@fondsverlag.com

exklusiv

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Inhalt 04/12

24 Jim Rogers

92 Jeff Klein

20 Afrika-Fonds

44 Vorsorge-Roundtable

Der „Indiana Jones der Finanzwelt“ ist sehr skeptisch

10 Titel: Finanzielle Repression

Kommt das dicke Ende noch, wie etwa die große Inflation oder ein Währungsdebakel? FONDS exklusiv bat sechs renommierte Vermögensverwalter um ihre Markteinschätzung

trader´s corner 06 Chartanalyse

10 Brandherd: Inflation Sechs Top-Vermögensverwalter

Der Aufwärtstrend beim Gold ist nach wie vor intakt

MBA gegen Traktor tauschen

32 Grüne Chancen global nutzen Ertragssteigernd und mit gutem

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Welche Alternativen Liechtensteiner Versicherer bieten Berater unter Druck: Mehr Qualität gefordert

Geschlossene Fonds VAI-Kommentar

60 Gefährliche Gewässer

Anleger mit Schiffsbeteiligungen ziehen vor Gericht

Finanzdienstleister

Gewissen investieren

36 „Vorhaltig“ investieren Talk mit Öko-Pionier Alfred Platow, Ökoworld

exklusiv

68 News

74 Gespräch mit Michael Holzer

78 Expertengespräch Dividendenfonds führen Anleger

58

44 Roundtable-Diskussion

Wann kommt der Run auf Aktien des Schwarzen Kontinents?

24 Interview mit Jim Rogers Der US-Investmentguru rät:

66 Fachgruppe NÖ

40 Liechtenstein-Special

56 Impressum

20 Afrika-Fonds

„Globales Aktienportfolio ist die beste Empfehlung“

Mehr Qualität, neue Regularien und schwierige Märkte

beziehen Stellung

18 Glänzender Einstieg

pensionsvorsorge

38 Interview mit T. Heß, WWK

Investmentfonds

Der Schwarze Kontinent wird für Anleger interessant

Die Ausrichtung des Kapitalismus ist neu zu definieren

64 Fachakademie

sanft an die Aktie heran

84 Recht

MIFID II und ihre möglichen Konsequenzen für die Finanzbranche

86 EU-Finanzaufsicht

Neue Zeiten für Europas Banken

88 Der XING-Spezialist:

Ihnen bleiben nur 10 Sekunden!

92 Interview mit Jeff Klein

65 Wie man ÖISG-Mitglied wird

Der Fachgruppenobmann sieht 2013 gute Chancen für den ge- werblichen Vermögensberater

„Arbeiten für das Gute“

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Die enthaltenen Informationen stellen keine Anlageempfehlung oder sonstigen Rat dar. Verkaufsprospekte und weitere Unterlagen sind kostenlos erhältlich beim Herausgeber Veritas Investment GmbH, mainBuilding, Taunusanlage 18, 60325 Frankfurt und in Österreich bei der Zahlstelle Société Générale S.A., Paris, Zweigniederlassung Wien, Prinz-Eugen-Straße 32, A-1040 Wien.


Trader’s corner Chartanalyse ANALYST: BJÖRN HEIDKAMP; ROSS TRADING GMBH RH = Ross-Haken Chartformation

S&P 500 (Quartalschart)

Erst Kurse unter 1.258 Punkten beenden den aktuellen Aufwärtsimpuls

DAX (Monatschart)

Unter 6.480 Punkten neutralisiert sich das positive Chartbild

EURO BUND FUTURE (Monatschart)

Der langfristige Aufwärtstrend bleibt weiterhin eindeutig intakt

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exklusiv

S&P 500: Wahlen dominierten die US-Börsen! Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des S&P 500 von 1995 bis heute, bei Kursen von 1.414 Indexpunkten. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des S&P 500 für jedes Quartal ab. Im Zuge der seit Oktober 2011 bestehenden Aufwärtsbewegung erreichte der S&P 500 im September 2012 bei 1.475 Punkten das bisherige Jahreshoch. Die Unentschlossenheit der Investoren vor der Präsidentschaftswahl in den USA spiegelte sich in der richtungslosen Konsolidierung der letzten Wochen zwischen 1.475 und 1.396 Punkten wider. Überschreitet der wichtigste US-Börsenindex das aktuelle Bewegungshoch bei 1.475 Punkten nachhaltig, so eröffnet sich Aufwärtspotenzial bis in den Bereich von 1.550 bis 1.576 Punkten. Hier befinden sich massive Widerstände in Form des Allzeithochs aus Oktober 2007 und einem wichtigen Hoch aus dem Januar 2000. Diese harten Widerstände stellen die Hochs einer seit über 12 Jahren andauernden Seitwärtsbewegung dar! Kurse unter 1.258 Punkten beenden den aktuellen Aufwärtsimpuls, jedoch erst Kurse unter 1.075 Punkten verschlechtern die seit März 2009 positive Chartsituation.

DAX mit saisonaler Stärke? Der abgebildete Chart zeigt die Kursentwicklung des deutschen Aktienindex DAX von 2006 bis heute, bei Kursen von 7.364 Indexpunkten. Jeder Notierungsstab stellt die Kursbewegung des DAX für einen Monat dar. Seit Juni 2012 legte unser deutsches Börsenbarometer um mehr als 26 Prozent zu. Dieser Aufwärtsimpuls endete vorerst im September bei 7.479 Punkten und wurde von einer richtungslosen Konsolidierung abgelöst. Typischerweise ist bei dieser Konsolidierung zwischen 7.479 und 7.120 Punkten ein Rückgang der Volatilität zu beobachten. Überschreitet der DAX den harten Widerstandsbereich zwischen 7.479 und 7.600 Punkten, so eröffnet sich weiteres Kurspotenzial bis an das im Juni 2007 erreichte Allzeithoch bei 8.152 Punkten. Bei Kursen unter 7.120 Punkten ist mit einer Korrektur auf die Aufwärtsbewegung von Juni bis September 2012 zu rechnen. Diese dürfte dann in den Fibonacci-Bereich zwischen 6.900 und 6.500 Punkten führen. Kurse unter 6.480 Punkten neutralisieren das positive Chartbild. Eine richtungslose Seitwärtsbewegung scheint dann wahrscheinlich. Extrem verschlechtern würde sich das Chartbild erst bei Kursen unter 5.900 Punkten.

Euro Bund Future: Test des Allzeithochs? Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Euro Bund Futures von 2004 bis heute, bei Kursen von 141,95%. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro Bund Futures für jeden Monat ab. Im Juli 2012 erreichte der Bund Future, der Gradmesser für den europäi­ schen Anleihemarkt, ein neues Allzeithoch bei 146,26%. Danach unterschritten die Kurse des Bund Futures den wichtigen Unterstützungsbereich von 140% und drehten an der eingezeichneten Aufwärtstrendlinie bei 138,41%. Der langfristige Aufwärtstrend bleibt weiterhin eindeutig intakt. Überschreitet das europäische Zinsbarometer die Marke von 142% signifikant, so entsteht weiteres Aufwärtspotenzial. Die nächsten Widerstände sind mit 144,16 und 145,17% zu nennen, danach naht das Allzeithoch. Bei Kursen über 146,26% ist mit einer Fortsetzung der Rally bis auf 148 bis 150% zu rechnen. Sollte das Unterstützungsniveau von 138,30% unterschritten werden, so eröffnet sich dem Bund Future Korrekturpotenzial in die Zone von 135 bis 133%. Kurse darunter trüben das langfristig positive Chartbild ein.


EN H NG IC TU TL ÜT NA CH O SS H M AU UC A

Fidelity Funds - Global Dividend Fund

Trader’s corner Chartanalyse

EURO/USD (Quartalschart)

Bei Kursen über 1,3230 US-Dollar verbessert sich das Chartbild

GOLD (Monatschart)

Jetzt fließt Einkommen. Regelmäßig.

Euro/USD im Trendkanal! Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 1998 bis heute, bei Kursen von 1,2831 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro-Futures für jedes Quartal ab. Seit Oktober 2008 handelt der EUR/USD in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung zwischen 1,1914 und 1,5150 USD. Innerhalb dieser Schiebezone hat sich seit Mai 2011 ein Abwärtstrend­ kanal ausgebildet. Der seit Juli 2012 bestehende kurzfristige Aufwärtsimpuls endete im September bei 1,3183 USD knapp über der oberen Trendkanallinie. Aktuell bleibt der eingezeichnete Abwärtstrendkanal in Kraft. Als nächsttiefere Unterstützungen sind der Bereich zwischen 1,2750 und 1,25 USD zu nennen. Kurse darunter implizieren weiteres Abwärtspotenzial bis an die Tiefs der angegebenen Schiebezone zwischen 1,1914 und 1,2051 USD. Bei Kursen über 1,3230 USD verbessert sich das Chartbild. Im Bereich von 1,3480 USD befinden sich die nächsten massiven Widerstände.

Gold in engen Grenzen eingeklemmt!

Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des GoldFutures von 2003 bis heute, bei Kursen von 1.719,10 USD/Unze. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Gold Futures für jeden Monat ab. Im September 2011 erreichte das gelbe Edelmetall bei 1.908,60 USD/Unze das bisherige Allzeithoch. Danach korrigierte der Goldpreis mehrmals in die Zone zwischen 1.526,50 und 1.530 USD/Unze. den letzten Monaten konnte sich der Goldpreis von diesem UnterstütHistorisch niedrige ZinsenIn drücken die Renditen von Anleihen und Bareinlagen. zungsbereich absetzen, scheiterte jedoch vorerst an den massiven WiViele Anleger suchen nachderständen Alternativen, um1.795 regelmäßig Einkommen zu beziehen. zwischen und 1.804 USD/Unze. Seit über einem Jahr ist das gelbe Edelmetall in der Zone von 1.804 und 1.526,50 USD/Unze eingeklemmt. Hier bietet sich der Fidelity Global Dividend Fund mit seinen Dividendentiteln an. Kurse über3,3 1.805 eröffnen Gold-Future weiteres Potenzial Sein Ziel: eine Ausschüttung von %*USD/Unze pro Jahr. Ihre dem Kunden haben die Wahl: bis zum Allzeithoch. Goldpreise darüber generieren das ultimative techAusschüttungen fließen vierteljährlich oder sogar monatlich auf ihr Konto. nische Kaufsignal! Bei Kursen unter 1.526,50 USD/Unze eröffnet sich dem Gold Future gröUnd das investierte Kapital arbeitet weiter. ßeres Korrekturpotenzial bis 1.300 USD/Unze.

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Selbstverständlich birgt diese Anlage Risiken durch Aktien- und Wechselkursschwankungen. In der Vergangenheit entwickelten sich Dividendenwerte jedoch Rohöl langfristig stabiler als der Gesamtmarkt. Bieten Sie Ihrenweiter Kundenneutral ein regelmäßiges ROHÖL (Monatschart) Zusatzeinkommen – mit dem Fidelity Global Dividend Fund. Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des Rohöl-

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Futures von 2004 bis heute, bei Kursen von 84,86 USD/Barrel. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Rohöl-Futures für jeden Monat ab. Die Notierungen des schwarzen Goldes erreichten im September 2012 knapp den dreistelligen Bereich, ehe die Kurse wieder auf das jetzige Niveau fielen. Nach unten findet Rohöl mit den Chartmarken 80,75 und 71 USD/Barrel starke Unterstützung. Ausgehend von diesem Bereich kann es jederzeit zu Richtungswechseln kommen, ohne an der langfristig neutralen Situation etwas zu verändern. Seit Mai 2011 schwingt der Rohöl-Future aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung hin und her. Die Begrenzungsmarken dieser Schiebezone sind am Hoch bei 115,55 und 110,33 USD/Barrel und am Tief bei 80 und 75 USD/Barrel zu markieren. Erst Kurse außerhalb des angegebenen Bereiches etablieren einen neuen langfristigen Trend.

* Kalkulation basierend auf der Preisfeststellung am 23.10.2012 von 10,88 Euro (monatlich ausschüttend) bzw. 10,95 Euro (vierteljährlich ausschüttend) je Anteilspreis. Dies stellt eine erwartete Ausschüttung dar und wird je nach Anteilsklasse monatlich oder vierteljährlich einer Prüfung unterzogen, ggf. angepasst und auf Wunsch ausgezahlt. Ausschüttungen können schwanken und die erwartete Ausschüttung wird nicht garantiert. Sie kann vom Börsengeschehen und makroökonomischen Faktoren beeinflusst und in Ausnahmefällen aus dem Fondskapital bedient werden. Fidelity Worldwide Investment wurde 1969 gegründet, betreut ein Fondsvermögen von 224,2 Milliarden Euro und beschäftigt 5.700 Mitarbeiter in 24 Ländern in Europa, Nahost, Afrika und der Asien-Pazifik-Region (Stand 30.09.2012). In Österreich ist Fidelity seit 1998 fest verwurzelt, mit Firmensitz in Wien. Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800/88 66 56 ist Fidelity montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Fidelity erteilt 07 zum exklusiv keine Anlageempfehlungen. Die Broschüre „Basisinformationen über die Vermögensanlage in Investmentfonds“ mit Details zu Chancen und Risiken einer Fondsanlage und die wesentlichen Anlegerinformationen Fidelity Funds - Global Dividend Fund: ISIN LU0731782826 (monatlich ausschüttend) erhalten Sie kostenlos bei der Servicestelle FIL Investment Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus, Deutschland sowie bei der österreichischen Zahlstelle UniCredit Bank Austria AG, Vordere Zollamtsstraße 13, 1030 Wien, Österreich oder über www.fidelity.at. Herausgeber: FIL (Luxembourg) S.A., 2a rue Albert Borschette, 1021 Luxembourg, Luxemburg. Fidelity, Fidelity Worldwide Investment, das Fidelity Worldwide Investment Logo und das F Symbol sind eingetragene Warenzeichen von FIL Limited. MK6996


Trader’s corner Chartanalyse

EURO/USD (Quartalschart)

Bei Kursen über 1,3230 US-Dollar verbessert sich das Chartbild

GOLD (Monatschart)

Über 1.805 USD/Unze eröffnet sich weiteres Potenzial bis zum Allzeithoch

ROHÖL (Monatschart)

Seit Mai 2011 in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung

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exklusiv

Euro/USD im Trendkanal! Der abgebildete Chart zeigt die historische Kursentwicklung des Währungspaares EUR/USD von 1998 bis heute, bei Kursen von 1,2831 USD. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Euro-Futures für jedes Quartal ab. Seit Oktober 2008 handelt der EUR/USD in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung zwischen 1,1914 und 1,5150 USD. Innerhalb dieser Schiebezone hat sich seit Mai 2011 ein Abwärtstrend­ kanal ausgebildet. Der seit Juli 2012 bestehende kurzfristige Aufwärtsimpuls endete im September bei 1,3183 USD knapp über der oberen Trendkanallinie. Aktuell bleibt der eingezeichnete Abwärtstrendkanal in Kraft. Als nächsttiefere Unterstützungen sind der Bereich zwischen 1,2750 und 1,25 USD zu nennen. Kurse darunter implizieren weiteres Abwärtspotenzial bis an die Tiefs der angegebenen Schiebezone zwischen 1,1914 und 1,2051 USD. Bei Kursen über 1,3230 USD verbessert sich das Chartbild. Im Bereich von 1,3480 USD befinden sich die nächsten massiven Widerstände.

Gold in engen Grenzen eingeklemmt! Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des GoldFutures von 2003 bis heute, bei Kursen von 1.719,10 USD/Unze. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Gold Futures für jeden Monat ab. Im September 2011 erreichte das gelbe Edelmetall bei 1.908,60 USD/Unze das bisherige Allzeithoch. Danach korrigierte der Goldpreis mehrmals in die Zone zwischen 1.526,50 und 1.530 USD/Unze. In den letzten Monaten konnte sich der Goldpreis von diesem Unterstützungsbereich absetzen, scheiterte jedoch vorerst an den massiven Widerständen zwischen 1.795 und 1.804 USD/Unze. Seit über einem Jahr ist das gelbe Edelmetall in der Zone von 1.804 und 1.526,50 USD/Unze eingeklemmt. Kurse über 1.805 USD/Unze eröffnen dem Gold-Future weiteres Potenzial bis zum Allzeithoch. Goldpreise darüber generieren das ultimative technische Kaufsignal! Bei Kursen unter 1.526,50 USD/Unze eröffnet sich dem Gold Future größeres Korrekturpotenzial bis 1.300 USD/Unze.

Rohöl langfristig weiter neutral Der abgebildete Chart zeigt die langfristige Kursentwicklung des RohölFutures von 2004 bis heute, bei Kursen von 84,86 USD/Barrel. Ein Notierungsstab bildet das Kursverhalten des Rohöl-Futures für jeden Monat ab. Die Notierungen des schwarzen Goldes erreichten im September 2012 knapp den dreistelligen Bereich, ehe die Kurse wieder auf das jetzige Niveau fielen. Nach unten findet Rohöl mit den Chartmarken 80,75 und 71 USD/Barrel starke Unterstützung. Ausgehend von diesem Bereich kann es jederzeit zu Richtungswechseln kommen, ohne an der langfristig neutralen Situation etwas zu verändern. Seit Mai 2011 schwingt der Rohöl-Future aus der Perspektive des langfristigen Monatscharts in einer großen neutralen Seitwärtsbewegung hin und her. Die Begrenzungsmarken dieser Schiebezone sind am Hoch bei 115,55 und 110,33 USD/Barrel und am Tief bei 80 und 75 USD/Barrel zu markieren. Erst Kurse außerhalb des angegebenen Bereiches etablieren einen neuen langfristigen Trend.


INTERVIEW Investmentfonds

„Sektor Erneuerbare Energien holt auf“ Interview mit Mike Judith, Head of Austria und Vice President bei DNB Asset Management

Advertorial

FONDS exklusiv: Herr Judith, nachdem der Sektor der Erneuerbaren Energien im laufenden Jahr alles andere als optimistische Schlagzeilen hervorgebracht hat, gibt es nun gute Nachrichten für die Anleger, richtig? Mike JuDith: Ja, das stimmt. Die Aktien aus diesem Bereich haben sowohl im August als auch im Sep­ tember erstmals besser abgeschnit­ ten als die weltweiten Aktienmärkte, nämlich um 3,9 beziehungsweise 0,6 Prozentpunkte. Im Oktober wiede­ rum sah es nicht so gut aus, aber auch hier haben wir durch eine intelligen­ te Titelselektion mit den weltweiten Märkten Schritt halten können. Ei­ nige Unternehmen haben eine deut­ liche Unterbewertung sowohl zur Branche als auch zum entsprechen­ den Gesamtmarkt aufgebaut. Jon Si­ gurdsen, unser leitender Fondsmana­ ger des Aktienfonds DNB Renewable Energy und des im selben globalen Universum gemanagten Long/Short­ Fonds DNB ECO Absolute Return, hat richtig agiert und mit letzterem Fonds 13,64 Prozentpunkte seit Auf­ lage p.a. (Stand 31.10.2012) gelie­ fert. Und wie ist ihm dies in so einem schwierigen Umfeld gelungen? M. J.: Nun, mit seiner marktneutralen Strategie kann der Fondsmanager, unabhängig von der Entwicklung des Aktienmarktes, eine positive Rendite erwirtschaften, denn er kann sowohl Long­ als auch Shortpositionen ein­ gehen. Das hat in von Unsicherheit geprägten, schwankungsintensiven Marktphasen seinen Vorteil. Hier

der Welt sind fehlende oder schlechte Stromnetze ein Hindernis für die Im­ plementierung und damit den Erfolg des Ausbaus der Erneuerbaren Ener­ gien. Das gilt insbesondere beim Bau von Windparks am Land und auf dem Meer.

Mike Judith, DNB Asset Management

zahlt sich unsere Präsenz, Markt­ kenntnis und langjährige Erfahrung aus. Die Überkapazitäten in der Wind­ und Solarindustrie haben in den vergangenen Monaten zu Um­ satz­ und Gewinneinbrüchen sowie zu einer Konsolidierung des Marktes bei Erneuerbare Energien­Unterneh­ men geführt. Hier musste man sehr genau unterscheiden können, wer zu den Gewinnern und wer zu den Ver­ lierern zählt – das ist uns offensicht­ lich gelungen. Wo sehen Sie in Zukunft für den Sektor das größte Potenzial? M. J.: Anleger sollten insbesondere Chancen wahrnehmen, die sich ihnen in einigen Subsektoren durch starke, globale Player bieten. Wir sehen be­ sonders im Bereich des Netzausbaus spannende Entwicklungen für die kommenden Jahre. Fast überall auf

Gibt es noch andere Bereiche, die Anleger im Auge behalten sollten? M. J.: Unbedingt. Wir sehen eben­ so gute Perspektiven im Bereich der Transporteffizienz. Ein anhaltend hohes Öl­ und Gaspreisniveau sowie die zunehmend strikten Emissions­ standards machen den Einsatz ener­ giesparender Techniken immer ren­ tabler. In der Automobilbranche werden es wiederum vor allem die Nischenan­ bieter sein, die das Geschäft unter sich aufteilen. So setzt unser Erneuer­ bare Energien­Team beispielsweise auf Valeo, einen weltweit agierenden französischen Automobilzulieferer, dessen Innovationskraft bislang nicht angemessen von den Investoren wahrgenommen wurde. Da Renault und insbesondere auch Peugeot mit Problemen kämpfen, sieht der Markt Valeo ebenfalls skeptisch. Doch zu Unrecht, denn das Unternehmen konzentriert sich erfolgreich auf die Themen Energieeffizienz und Emis­ sionssenkung und ist dabei äußerst innovativ. Es produziert beispiels­ weise Energiemanagement­Lösungen für Antriebssysteme und hat kürzlich Innovationen wie neue LED­Beleuch­ tungssysteme oder Klimatisierungs­ module für Nutzfahrzeuge auf den Markt gebracht.

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Titelstory Investmentfonds

Mit Sachwerten gegen die finanzielle Repression Die Kapitalmärkte zeigen drohende Untiefen wie zinslose Risiken und die Gefahren politischen Versagens – und doch wurde aus 2012 ein gutes Börsenjahr. Doch wie geht es nun weiter? Kommt noch ein dickes Ende, wie etwa die große Inflation und ein Währungsdebakel? FONDS exklusiv hat sechs renommierte Vermögensverwalter um von Wolfgang Regner ihre Markteinschätzung gebeten.

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exklusiv

und den Export in den Peripherieländern fördern.“ Derzeit glauben offenbar viele Anleger daran, dass mit der massiven Verbal­ attacke der EZB gegen Euro-Short-Spekulanten nun alles gerettet sei. „Dem ist aber keineswegs so, vielmehr wird die Illusion einer Rettung aufrechterhalten,“ meint Martin Mack, geschäftsführender Gesellschafter bei Mack & Weise. „Sollte dieser Rettungsamoklauf weitergehen, so wird es nicht nur ein dramatisches Ende um den Euro geben, sondern auch die Kaufkraft der Menschen fahrlässig aufs Spiel gesetzt.“ Wie viel Zeit bleibt uns noch? „In zwölf Monaten müssen die Weichen gestellt sein. Im Norden gibt es Rettungsmüdigkeit, im Süden grassiert angesichts gefühlt harter Sparschnitte die Anpassungsmüdigkeit. Wer weiß, was nach Mario Monti in Italien kommt. Wir laufen auf das Entscheidungsspiel zu“,

glaubt Ehrhardt. So haben in Spanien die Banken 3.700 Milliarden Euro an Krediten ausstehen. Gehen nur zehn Prozent kaputt – und das ist noch eine optimistische Rechnung –, dann kommt noch so einiges auf Europa zu. Thomas Grüner, Chef der VermögensverwaltungGrüner-FisherInvestments, sieht ebenfalls diese Gefahren, glaubt jedoch an ein gutes Ende: „Aus psychologischer Sicht ist nun jeder mögliche Ausgang der Eurokrise, der nicht im totalen Armageddon endet, für die Märkte eine Erleichterung und positive Überraschung. ‚Absichern‘ ist in diesem Sinne langfristig nicht mehr sinnvoll. Die Liquidität schaffenden Maßnahmen der EZB waren überfällig und gehen in die richtige Richtung.“ Doch was wäre die Alternative? Dazu Mack: „Ich denke, dass es das Sinnvollste wäre, wenn Deutschland allein die Eurozone verlassen würde. So könnte

Foto: Fotolia.de, beigestellt (6)

D

er Euro wird in der ­heu­tigen Form nicht überleben“, sagt Vermögensverwalter Jens Ehr­­hardt. Zwar haben sich die Finanzmärkte zuletzt als Folge der Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), falls nötig unbegrenzt Anleihen maroder Euro-Staaten zu kaufen, deutlich beruhigt. Dennoch werden einige Länder aus dem Euro ausscheiden müssen. „Nicht von heute auf morgen, aber in den nächsten Jahren führt da kein Weg daran vorbei. Es ist allerdings gefährlich, wenn dies ungeordnet abliefe. Die Folgen wären Kapitalflucht bis hin zu einem Bank-Run in den betroffenen Ländern, was Kettenreaktionen auslösen würde. Die Märkte müssen Schritt für Schritt darauf vorbereitet werden“, erklärt der CEO der DJE Kapital AG in Pullach bei München. „Zudem sollte die EZB die Leitzinsen schrittweise weiter senken, bis auf nahe null. Das würde den Euro nach unten drücken


Titelstory Investmentfonds

man das unglückselige Experiment Euro noch einigermaßen kontrolliert beenden. Denn irgendwann – und die Zeit wird kommen – kann Deutschland die Rettungsmaßnahmen nicht mehr mittragen. Schon jetzt stehen durch die diversen Rettungsschirme und andere Maßnahmen, allein was deutsche Hilfsgelder bzw. Garantien anbelangt, gut 800 Milliarden Euro im Feuer. Das entspricht immerhin den Steuereinnahmen auf Bundesebene von drei Jahren. Die wären bei einem Austritt natürlich zum Großteil futsch“, führt Mack aus. „Bereits heute hat sich Deutschland mit fast 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts als Euro-Retter engagiert, sodass der deutsche Verschuldungsgrad potenziell bereits bei über 110 Prozent liegt“, sagt auch Ehrhardt. Doch 25 Euro-Rettungsgipfel haben das Problem bisher nur verschlimmert. Die sog. „PIIGS-Staaten“ sind nahezu fast alle im freien Fall, was die Konjunktur anbelangt. „Die Schulden im Zeitraum 2007 bis zum ersten Quartal 2012 sind um zusätzlich eine Billion Euro angeschwollen, und eine tragfähige fundamentale Ökonomie ist nicht vorhanden“, untermauert Mack seine skeptische Einstellung. Nur eine Auflösung der Eurozone würde das entscheidende Problem lösen, nämlich die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit der südeuropäischen Länder. licht am ende des tunnels? „Wir haben vermutlich den Tiefpunkt der Euro-Krise bereits hinter uns. Es ist inzwischen gesellschaftlich akzeptiert, dass Regierungen sparen müssen, dass Länder deregulieren müssen, dass soziale Wohltaten gekürzt werden“, widerspricht hingegen Hendrik Leber, CEO bei Acatis Investment. Damit sei die Rettung des Euro zwar noch nicht zur Gänze gesichert, aber: „Man ist ja bescheiden geworden. Es hat sich schon einiges zum Positiven verändert. Wir werden in den PIIGSLändern nie die Rechtssicherheit von

Deutschland haben, Korruption und Schwarzmarkt werden dort nicht gänzlich verschwinden. Aber schon eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit wird große positive Folgen haben“, erwartet Leber. Und weiter zu den mittelfristigen Aussichten: „Einige Regierungen können noch stürzen. Es ist auch möglich, dass Länder wie Griechenland doch noch austreten. Doch wird das den Euro im Kern nicht mehr berühren. Irgendwann wird sich auch die Wirtschaft wieder erholen. Ab diesem Punkt ist die Krise dann tatsächlich vorbei, weil das Wachstum automatisch für schrumpfende Defizite sorgen wird. Die langfristigen Konstruktionsfehler des Euro sind damit nicht beseitigt, periodische Strukturkrisen und ein dauerhafter EUinterner Finanzausgleich werden uns erhalten bleiben“, differenziert Leber. „Bisher haben wir nur Scheinlösungen gesehen“, findet Philipp Vorndran, Investmentstratege bei Flossbach von Storch. „Es scheint so, als habe sich die Situation durch die Eingriffe und Ankündigungen der EZB kurzfristig leicht verbessert. EZB-Präsident Draghi hat eindeutig klargestellt, dass er den Zinsspread zwischen Deutschland und den Peripheriestaaten drücken möchte, und wir sind davon überzeugt, dass ihm dies auch gelingen wird. Das bedeutet zunächst einmal ein Aufatmen an den

Märkten. An den Strukturproblemen innerhalb der Eurozone, speziell der extrem unterschiedlichen Wettbewerbsfähigkeit, ändert dies natürlich nichts. Die EU-Politik traut sich beispielsweise noch immer nicht an das Thema eines zweiten griechischen Schuldenschnittes heran, der meiner Ansicht nach völlig unvermeidlich ist. Um auf ein tragbares Schuldenniveau von maximal 60 Prozent des BIP zu kommen, müssten nochmals etwa zwei Drittel der heutigen Schulden gestrichen werden.“ Ein weiteres Problem ist, dass ein Großteil des bisher eingesetzten Rettungskapitals nicht in die gewünschten Bereiche der Realwirtschaft geflossen ist. Bedeutet das also, dass die Eurozone in einer negativen Spirale gefangen bleibt? Vorndran: „Strukturell leider ja. An den unterschiedlichen kulturellen und ökonomischen Rahmendaten hat sich ja nichts geändert. Mit Hilfe der EZB wird allerdings wieder einmal Zeit erkauft.“ Und wie wird dann die Eurozone in etwa fünf Jahren aussehen? „Das weiß heute seriös keiner zu beantworten“, so Vorndran. Aber der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass die Eurozone nicht mehr dasselbe Aussehen haben wird wie derzeit noch. Sie ist einfach zu heterogen. Ob aber einzelne, schwache Staaten austreten oder

„Eine wirksame Entschuldung wird mit erheblichen Schmerzen für die große, breite Masse der Bevölkerung einhergehen.“ Philipp Vorndran,

Flossbach von Storch

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„Im Endspiel um den Euro wird es aufgrund der extremen Kosten der Rettungsmaßnahmen zu Zinssteigerungen kommen.“

Prozent. Hauptproblem ist aber der Personalmangel – die immer zahlreicheren Uni-Absolventen wollen einfach nicht am Förderband stehen. Das führt zu steigenden Lohnkosten. Dennoch ist die chinesische Inflationsrate zuletzt auf 1,8 Prozent gefallen.“ Dafür kann China in monetärer Hinsicht jetzt wieder Gas geben.

Martin Mack,

Mack & Weise

ein großer Starker? Beides hätte sein Für und Wider.“ Italien lebe immer noch in der Kultur einer Abwertungsvolkswirtschaft (seit 1979 hat die Lira zwölfmal abgewertet) und die französischen Politiker und Bürger verdrängen beharrlich, dass die Stunde auch für die Grande Nation geschlagen hat. „Die nächste Euro-Bombe könnte in Frankreich platzen“, vermutet auch Martin Mack. „Die stolzen Franzosen werden sich zu gut sein, um sich unter eine echte, mit harten Sanktionen gestärkte Fiskalunion zu beugen. Der Fiskalpakt ist daher auch recht vage formuliert. Doch seit den massiven Steuererhöhungen des neuen sozialistischen Präsidenten Hollande liegt das französische Unternehmertum darnieder. Angesichts eines Grenz­ steuersatzes von 75 Prozent gibt es kaum noch Unternehmensneugründungen und etablierte Firmen hegen Abwanderungspläne. So wollte der Milliardär Bernard Arnault, Großaktio­ när des Luxuskonzerns LVMH, allen Ernstes um die belgische Staatsangehörigkeit ansuchen. Diesen Plan hat er zwar verworfen, doch ein sinkendes Rentenantrittsalter – wenn dieses überall anderswo um zwei, drei Jahre hinaufgesetzt wird –, das kann nicht funktionieren und Frankreich wird die Zeche in Form deutlich höherer Zinsen für seine Anleihen bezahlen müssen. Schon jetzt ist die französische Auto-

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exklusiv

industrie kaum konkurrenzfähig und muss vom Staat alimentiert werden“, erklärt Mack. Inflation oder eher deflation? „Wir erwarten zunächst einen deflatorischen Schock“, nimmt sich Mack auch kein Blatt vor den Mund. „Die Weltwirtschaft geht im Gleichklang nach unten. Durch die Konjunkturschwäche hat die Industrie kaum Preis­überwälzungsspielräume und kämpft dazu noch gegen Überkapazitäten in der Produktion.“ Auch Jens Ehrhardt glaubt, dass die aktuellen Inflationserwartungen übertrieben hoch sind. „Die chinesischen Produktionsanlagen sind weit von TopAuslastungen entfernt – statt über 90 vor zehn Jahren sind es heute ca. 65

„Notenbank-Akrobatik löst leider keine Probleme dauerhaft. Sie kann lediglich glätten oder überbrücken.“ Hendrik Leber, Acatis

Auch Hendrik Leber befürchtet eher eine Deflation, also sinkende Preise. „Es wird wohl zu einem Japan-Szenario kommen. Das langjährige Deleveraging führt automatisch zu einem Konsumverzicht. Ohne Konsumrausch gibt es keine Inflation. Es kann aber in manchen Ländern eine importierte Inflation geben, nicht jedoch im Euroraum. Vermutlich wird es wegen der schwachen Konjunktur zum Abwertungswettlauf der – heute noch großen – Industrienationen kommen.“ Winfried Walter, Gesellschafter der Schneider, Walter & Kollegen Vermögensverwaltung AG, stellt klar: „Die wirk­lich großen Schuldenberge der USA und der Eurozone können nur dadurch sinken, indem sie weginflationiert werden. Der andere Weg, jener des steigenden Wachstums nämlich, ist durch die rezessiven Tendenzen in den Industrie­ staaten versperrt. Auch die Alterna­tive, sich die Schulden durch qualitativ überlegene Produkte im Außenhandel zurückzuverdienen, ist kaum gangbar.


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Bleibt nur noch die Monetarisierung der Schulden.“ Daher sieht Walter auf die westliche Welt eine starke Inflations­welle zurollen. „Auch der Trend zu Linksregierungen wirkt schon inflationär.“ Kein Ende ohne Schrecken In der gleichen Tonart geht es auch bei Hendrik Leber weiter. „Der Preis für die Verschuldung wird bezahlt werden müssen, und er wird hoch sein. Noten­ bank-Akrobatik löst keine Probleme dauerhaft, sie kann sie nur glätten oder überbrücken. Der Preis dafür ist häufig ein sich anschließender dramatischer Kaufkraftverlust“, so Leber. Auch Mack traut den öffentlichen Bekundungen von Politik und Notenbanken nicht über den Weg. „Die EU-Notenpresse wird entgegen allen Beteuerungen der hilflosen Politiker am Ende nicht wieder zurückgefahren werden können, denn sonst würde das System in genau diesem Moment in sich zusammenbrechen. Daher wird es im ‚Endspiel um den Euro‘ aufgrund der extremen Kosten der Rettungsmaßnahmen zu Zinssteigerungen kommen. Die Anleger werden irgendwann höhere Renditen auf Staatsanleihen verlangen. Denn es ist nicht zu erwarten, dass die EU-Politiker zur ökonomischen Vernunft kommen werden.“ Auch Vorndran sieht noch schwere Zeiten auf die Normalbürger zukommen. „Eine wirksame Entschuldung wird mit erheblichen Schmerzen für die große, breite Masse der Bevölkerung einhergehen. Das Tückische an dieser ‚Finanziellen Repression‘ ist jedoch, dass die Bürger von der Inflationierung und Monetarisierung nicht viel merken, denn trotz negativer Realzinsen setzt die Mehrheit immer noch auf real fast zinslose Nominalwerte wie Sparbücher oder über Lebensversicherungen auf Anleihefonds. Die relevante Frage lautet daher aus meiner Sicht: Wird die Generalabrechnung mit einigermaßen moderaten Inflationsraten einhergehen, und damit meine ich Preissteige-

„Die wirklich großen Schuldenberge der USA und der Eurozone können nur dadurch sinken, indem sie weginflationiert werden.“ Winfried Walter,

Schneider, Walter & Kollegen

rungen so um die vier bis fünf Prozent, oder wird die Angst um den Erhalt der Kaufkraft breite Massen erfassen und schließlich zu unkontrollierbaren Inflationsentwicklungen führen?“ Und Vorndran ergänzt: „Auch die EZB hat ihre Geldbasis mittlerweile mehr als verdoppelt und seit Jahresbeginn 2012 rund 1,5 Billionen Euro ins Finanzsystem gepumpt. Eine solche Explosion der Zentralbank-Geldmenge M0 ist sehr wohl für die zukünftige Preisinflation maßgeblich, es braucht nur einen Katalysator, durch den sich das Inflationspotenzial aus der massiv gestiegenen Geldbasis in reale Preisinflation verwandelt. Ein solcher Katalysator könnte beispielsweise ein verbesserter Immobilienmarkt in den USA oder eine Stabilisierung des euro­ päischen Bankensystems sein. Und ob die EZB in einem solchen Fall dann wirklich Gegenmaßnahmen ergreift, erscheint höchst zweifelhaft. Der dann notwendige Entzug von Liquidität hätte nämlich für die klammen Staaten höhere Zinskosten zur Folge, das Letzte, was sie gebrauchen könnten.“ ANLEGER-HERAUSFORDERUNGEN Schon die aktuelle Situation konfron­ tiert Investoren mit erheblichen Heraus­forderungen. „Wir haben heute eine Zentralbank-Geldwirtschaft. Die Märkte sind nicht mehr frei, die Zentralbanken werden dafür sorgen, dass

der Realzins negativ bleibt, sodass sich überschuldete Staaten und Banken über die Zeit sanieren können. Das läuft in der Euro-Zone ebenso wie global“, erwartet Flossbach-Stratege Vorn­ dran. „Die Börsen sind heute von Politik und Notenbanken gesteuert. Wenn EZB-Chef Draghi sagt, dass er mit aller Gewalt den Euro überleben lassen will, laufen die Börsen wieder. Es kommt heute nicht mehr so sehr auf die Unternehmensgewinne oder die Konjunktur an, sondern darauf, was die Zentralbanker tun“, sagt auch Jens Ehrhardt. Doch Aktionen der Notenbanken oder der Politik sind Risiken, die viel schwerer vorauszusehen sind wie beispielsweise die Unternehmensgewinne. „Es gibt keine risikolosen Investments mehr. Es hat sie nie gegeben“, erklärt Vorndran. „Damit ist der Nobelpreisgekrönten Portfoliotheorie von Harry Markowitz die Basis entzogen worden.“ In der Tat: Die als „Finanzielle Repression“ bezeichnete Nullzinsenpolitik macht es immer schwerer, auskömmliche Renditen bei moderaten Risiken zu erzielen. Hendrik Leber sieht dies etwas anders: „Die Börsen werden nur kurzfristig (konjunkturell) durch Politik und Notenbanken beeinflusst. Langfristig hat die Börse mit beiden nicht viel zu tun. Stromverbrauch, Schokoladenkonsum und Pillenverschreibungen werden durch reale Bedürfnisse und nicht durch Zinspolitik

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„Es kommt heute nicht mehr so sehr auf die Unternehmensgewinne oder die Konjunktur an, sondern darauf, was die Zentralbanken machen.“ Jens Ehrhardt,

DJE Kapital

getrieben. Die echten Nachrichten werden in den Unternehmen produziert und nicht in der Politik.“ Und Grüner schließt sich an: „Politische Unwägbarkeiten gab es schon immer. Oft in der Geschichte waren die berühmten ‚geopolitischen Risiken‘ wesentlich größer als heute. Die Börsen waren und sind eben in gewisser Weise unberechenbar. Das ist heute nicht anders als früher. Doch die Zukunftsangst ist heute weit verbreitet. Das macht die kommenden Jahre eher ‚anfällig‘ für positive Überraschungen.“ Daran glaubt Mack aus mittelfristiger Sicht nicht: „Parallel zu den Aktionen von Politik und Notenbank wird schließlich eine immer höhere Inflation auch getrieben durch einen schwachen Euro, die Schulden auf ein tragfähiges Maß reduzieren und gleichzeitig die Pensions­vorsorge für die breite Bevölkerung mehr als nur anknabbern.“ palette an Marktprognosen Was die Einschätzung der Finanzmarktentwicklung angeht, so brachte unsere Umfrage eine breite Palette an Meinungen hervor. Jens Ehrhardt – einer der allerersten Fondsmanager, der markttechnische Indikatoren ins Portfoliomanagement eingeführt hatte – geht davon aus, dass mittelfristig die Umsetzung der Notenbankprogramme die Börsen stützen sollte. Ehrhardt: „Viele professionelle Anleger

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wie z. B. die großen Pensionsfonds sind in Aktien stark unterinvestiert. Sie werden früher oder später gezwungen sein, ihre Aktienquoten zu erhöhen. Auch die monetären Faktoren sind positiv für Aktien, einzig unsere Stimmungsindizes sind kurzfristig negativ zu werten. Aktuell sind viele Anleger wohl zu optimistisch geworden.“ Thomas Grüner sieht die Lage an den Aktienmärkten grundsätzlich ebenfalls positiv: „Die globalen Aktienmärkte sind in Relation zu Anleihen so günstig bewertet wie nie. Man kann dieses Phänomen vernünftig nicht mehr erklären. Anfang 2000 war das genau umgekehrt. Es hat sich eine ‚umgekehrte Blase‘ gebildet. Aktien sind heute in stärkerem Maße fundamental unterbewertet als sie Anfang 2000 überbewertet waren.“ Dem kann sich Martin Mack gar nicht anschließen. „Die Märkte werden heute nur aufgrund der Hoffnungen an die Politik und die Notenbanken am Leben erhalten, immer weniger durch Gewinnunterstützung. Daher werden zunächst die Enttäuschungen wegen der schwächer als erwartet ausfallenden Unternehmensgewinne überwiegen. So musste z. B. Fiat seine Absatzprognose von 6,0 Millionen Autos auf nur 4,3 Millionen zusammenstreichen. Deshalb erachten wir die Unternehmensbewertungen derzeit als zu hoch“, erläutert Mack seine Sichtweise.

Auch Jens Ehrhardt will eine Abwärtskorrektur bei Aktien kurzfristig nicht ausschließen. „An der New Yorker Wall Street, die sich zuletzt überdurchschnittlich entwickelte, könnte bereits 2013 Ernüchterung einkehren. Die Wirtschaft hat sich längst nicht so stark erholt wie erhofft. Demnächst laufen Konjunkturhilfen aus. Beide Konzepte der Präsidentschaftskandidaten würden die Verbindlichkeiten des Staates weiter in die Höhe treiben. Die Jahre nach der Wahl sind oft keine guten Börsenjahre, weil man die Probleme anpacken muss und die Wirtschaft leidet“, resümiert Ehrhardt. Hendrik Leber wiederum bricht eine Lanze für Europa. „Die Aktienkurse in Europa sind derzeit noch leicht unterbewertet, gemessen an zehnjährigen Durchschnittsbewertungen. Es steckt noch sehr viel Unsicherheit in den Kursen drin. Europa wird gegenüber den USA aber langsam stärker und interessanter. Neben den eher spärlichen Südländern finde ich auch nordeuropäische Aktien recht attraktiv.“ Für die Emerging Markets ist Leber eher zurückhaltend gestimmt, vor allem wegen möglicher Probleme in China. „Privatanleger sollten derzeit von Top-Staatsanleihen, auch vom Gold auf aktuellem Niveau, lieber die Finger lassen. Vorsichtig sollten sie auch in China agieren. Hier haben wir überall Blasen.“ Winfried Walter seinerseits hat sich in der Vergangenheit nur wenig mit makroökonomischen Fragen beschäftigt. Das jedoch geht seit dem Ausbruch der Finanzkrise nicht mehr. „Es reicht nicht mehr aus, einfach den Bottomup-Manager zu spielen, sich also nur auf die Analyse der Unternehmen zu konzentrieren. Die entscheidende Frage lautet: Was bringt uns global voran? Die Antwort: Die Emerging Markets, deren starkes Wachstum weitergehen wird. EU-Europa ist jedoch noch zu wenig auf die Schwellenländer ausgerichtet. 70 Prozent des Handels erfolgen noch immer innerhalb der EU. Trotz


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„Die Zukunftsangst ist heute weit verbreitet. Das macht die nächsten Jahre eher anfällig für positive Überraschungen.“ Thomas Grüner,

Grüner Fisher Investments

allen Unkenrufen bin ich für China mittelfristig durchaus optimistisch gestimmt. Das Riesenland ist erfolgreich dabei, seine Handelsstrukturen stärker auf den eigenen Binnenmarkt auszurichten. Dazu werden soziale Sicherungssysteme aufgebaut, was dazu führt, dass ein Teil jener 50 Prozent des Nettoeinkommens, das die Chinsen derzeit unter der Matratze horten, um für schlechte Zeiten gerüstet zu sein, in die Märkte fließen und einen Konsumboom auslösen wird. Zum Teil sehen wir diesen ja bereits. Die Folge wird ein Wohlstandsschub für ganz Asien sein.“ ziel ist Die Kaufkraft erhalten Womit wir schon bei der Anlagestrategie angelangt sind. Flossbach-Stratege Vorndran zieht seine Schlüsse aus der „Finanziellen Repression“: „Die Schuldenquote der Staaten muss sinken. Unserer Meinung nach kann das heute nur noch mit Hilfe negativer Realrenditen gelingen. In Anleihen der großen Schuldenstaaten zu investieren ist gleichbedeutend mit einer Spende an die Staatskassen. Wir empfehlen daher, einen substanziellen Teil des Vermögens in Sachwerte zu stecken, und zwar in Edelmetalle, die eigengenutzte Wohnimmobilie, ausgesuchte Wandelanleihen sowie Qualitätsaktien. Qualität heißt: Die Bilanzen müssen solide sein, das Geschäftsmodell global und mit einem Schutzwall versehen und das Management primär dem Aktionär

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verpflichtet. Es sollten keine Unternehmen sein, in deren Geschäft der Staat z. B. mit Sondersteuern leicht eingreifen kann, wie z. B. bei nationalen Versorgern oder Energieunternehmen, die nur in ihrem Heimatland aktiv sind. Generell suchen wir starke Marken, also Unternehmen mit Preismacht, die in der gesamten Welt operativ tätig sind, auch in den Schwellenländern.“ Auch Walter outet sich als Aktien-Fan. „Entschieden wird die Finanzkrise in den Unternehmen: Durch die Qualität ihrer Produkte oder den Mangel desselben. Wir konzentrieren uns auf Qualitätsunternehmen, die Werte für ihre Anleger schaffen und nicht Kapital vernichten“, erklärt Walter. Gute Unternehmen haben kaum Schulden. Und die Bewertungen sind immer noch attraktiv, selbst bei einem durchaus möglichen Rückgang der Unternehmensgewinne um zehn Prozent. Der Boom bei festverzinslichen Wertpapieren ist vorbei.“ Auch Thomas Grüner ist bei Anleihen vorsichtig, besonders was die stark gestiegenen Segmente Emerging Markets Staats- und Corporate Bonds sowie Zinspapiere hoch verschuldeter Staaten betrifft. „Schauen Sie sich die Renditen von Ländern wie Kolumbien oder dem heute sogar schon als ‚solide‘ geltenden Mexiko an. Das Risiko wird hier nicht mehr vernünftig bezahlt.“

Eine vernünftige Aktienquote sollte, so Grüner, in keinem gut diversifizierten Portfolio fehlen. „Die hohen Dividendenrenditen im Vergleich zu den rekordtiefen Renditen von Anleihen mit bester Bonität lassen uns den Begriff ‚Fixed Income‘ als überholt erscheinen. Fixzinsen erzielen Sie derzeit fast nur noch mit erstklassigen Aktien und deren hohen und auch oft nachhaltigen Dividendenzahlungen.“ Während Aktien als die am höchsten eingeschätzte Assetklasse gelten, scheiden sich beim Gold die Geister. Leber und Grüner zeigen sich skeptisch. „Gold hat seine besten Zeiten hinter sich“, so Grüner. Und weiter: „Es ist schon kurios: Während uns die Statistik sagt, dass die globalen Aktien­märkte nach einem sehr schwachen Jahrzehnt in der Folgedekade immer kräftig zulegen, wird diese Tatsache ignoriert und man fürchtet sich bei Aktien vor einem wiederholt schwachen Jahrzehnt. Bei Gold verhält es sich genau umgekehrt.“ Entsprechend seiner Makro-Einschätzung ist Mack im Superfonds „M&W Privat“ sehr defensiv aufgestellt. „Wir halten 50 Prozent Cash bzw. die Hälfte davon in kurzlaufenden deutschen Bundesanleihen und gut 30 Prozent in physischem Gold. Auf vernünftigem Bewertungsniveau sind auch Aktien mit einer nachhaltigen Dividendenstärke und Strategie ein Thema, derzeit ist deren Niveau jedoch noch deutlich zu hoch.“

Auf den Punkt gebracht An den Finanzmärkten werden Anleger mit politischen Risiken und Mini-Zinsen für Anleihen konfrontiert. Investoren sind selbst gefragt, nach Auswegen aus der Rendite-Krise zu suchen. Der verstärkte Umstieg auf Aktien gleicht zwar für viele einem Sprung ins kalte Wasser, dennoch wird er von der Mehrheit der Vermögensverwalter empfohlen. Gleiches gilt für eine größtmögliche Flexibilität bei der ­Asset Allocation. Rohstoffe, insbesondere Gold, Immobilien bzw. Immobilienaktien, aber auch Anleihen finanzstarker Länder und Unternehmen sollten in keinem Depot fehlen.


Wer glaubt denn noch ans Familienglück Nichts gegen Sozialromantik. Aber seien wir nüchtern. Wer trägt in einem Unternehmen denn wirklich Verantwortung? Mit Sicherheit der gute alte Patron, der den Familienschatz seines Unternehmens über Generationen erhält und vermehrt. Gewiss, einem Entrepreneur, der so langfristig denkt, entgeht manch schneller Gewinn. Aber er opfert sein Unternehmen nicht für ein Quartalsergebnis. An diesen durch solide Werte getragenen, langfristigen Zielen nimmt der BB Entrepreneur Europe Fonds Mass. Unsere Anlagespezialisten haben die heimlichen Stars unter den eigentümergeführten Unternehmen in einem Fonds zusammengebracht. Investieren Sie jetzt in Ihr langfristiges Anlegerglück. ISIN B-EUR: LU0415391860

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Obige Angaben sind Meinungen von Bellevue Asset Management und sind subjektiver Natur. Die vergangene Performance ist keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Unterlagen zum BB Entrepreneur Europe (Lux) Fonds können kostenlos bei der österreichischen Vertreterin Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, Graben 21, 1010 Wien, bezogen werden.


Gold Investmentfonds

Glänzender Einstieg

Trotz der jüngsten Goldpreiskorrektur sehen Experten den Aufwärtstrend intakt. Dabei bieten sich zahlreiche interessante Investmentformen an.

Georg Steiner, Leiter des Geschäftsbereichs Edelmetall-Halbzeuge/Recycling bei Deutschlands ältester Goldund Silberscheideanstalt Heimerle + Meule GmbH, sieht einen handfesten Grund für die steigende Nachfrage nach Gold, aber auch nach anderen Edelmetallen: „In wirtschaftlich unsicheren Zeiten sinkt bei vielen Anlegern das Vertrauen in die aktuellen Währungen. Gold, aber auch Silber, Platin und Palladium sind als Wertanlage begehrter denn je“, so der Experte und fügt hinzu: „Die Nachfrage nach handfesten Werten steigt praktisch unaufhörlich.“ Doch das ist nicht alles, wie Jochen Hitzfeld, Commodity-Analyst bei UniCredit Research, aufzeigt: „Ähnlich wie in den 1970er Jahren bilden negative Realzinsen eine zentrale Unterstützung.“

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Von der Schatulle in den Tresor Damit wird schnell klar: Der historisch wichtigste Preistreiber, die Schmuckindustrie, hat einen sinkenden Einfluss auf den Preis. Inzwischen langen Notenbanken kräftig zu, im Vorjahr wurden 430 Tonnen gekauft, so viel wie seit 1964 nicht mehr. Auch immer mehr Anleger decken sich etwa mittels Gold-ETFs (sind nicht UCITS-konform) ein. Hier wurde allein im Oktober ein neuer Rekord mit einem weltweiten Bestand von fast 2600 Tonnen erreicht. Das entspricht immerhin einer Jahresminenproduk­tion. Hier bleibt vielen Anlegern nur der Griff zu Gold-ETCs, die als Zertifikate ­konstruiert sind und teils ebenfalls mit physischem Gold gedeckt sind. Achtung, Emittentenrisiko! Umso weniger verwundern die heftigen Zwischenkorrekturen. Finanzanle­ ger haben meist „zittrigere“ Hände als Schmuckkäufer. Stehen die Zeichen auf den Aktienmärkten erst einmal auf

„Rot“, wird in der Regel gerne auch das Gold abverkauft. Der Markt ist sehr liquide und folglich ein guter Weg, rasch an Cash zu gelangen. Und dann springt ohnedies wiederum die Schmuckindustrie quasi als Stütze ein. Gerade in den Emerging Markets ist Goldschmuck immer unerschwinglicher geworden. Bei tieferen Preisen würden viele wieder vermehrt kaufen. Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank, hat jedenfalls ein klares Preisziel vor Augen: Aus aktueller Sicht hält er 2013 einen Anstieg des Goldpreises in Richtung 2.075 Dollar je Unze (laut Hansen die nächste charttechnische Marke) durchaus für möglich. Gold für jeden Geschmack Die direkteste Form ist freilich der Kauf von physischem Gold. Dies kann mittels Münzen oder Barren erfolgen. Die Größen bei letzterem Produkt ­variieren von einem Gramm bis hin

Preisspiegel Während Zertifikate den Goldpreis nachbilden, bieten Turbozertifikate gehebelte Kurschancen – allerdings mit entsprechendem Risiko Zertifikat

Emittentin

Xetra Gold ETFS Physical Gold Turbo long stop loss 1350 $

Deutsche Börse Commodities ETF Securities RBS

Quelle: comdirect; Angaben vom 29. Oktober 2012

ISIN

Spread

CH0002783535 LU0223332320 AT0000675095

0,05% 0,08% 0,39%

physisch hinterlegt ja ja nein

Foto: Heimerle+Meule GmbH

K

aum eine Assetklasse hat in den vergangenen Jahren für derart Kontroverse auf den Märkten gesorgt wie das Gold. Immerhin: Der Preis des glänzenden Edelmetalls befindet sich seit mehr als einem Jahrzehnt im Aufwärtstrend. Von der Preiskorrektur, die Mitte Oktober bei der Marke von knapp weniger als 1.800 Dollar je Unze einsetzte, sollten sich Anleger nicht verschrecken lassen, was die meisten offenbar ohnedies nicht tun.


Gold

Investmentfonds

Gold-FONDS

(Sortierkriterium 5-Jahres-Performance)

Fondsname

Gesellschaft

Falcon Gold Equity A JBM - Gold Equity Fund EUR Pioneer Funds Austria - Gold Stock T BlackRock Global Funds - World Gold A2 DWS Invest Gold & Precious Metal Equities (USD) LC

Falcon Private Bank Swiss&Global AM Pioneer Inv. Austria Black Rock DWS

ISIN CH0002783535 LU0223332320 AT0000675095 LU0055631609 LU0273159177

Performance in % pro Jahr 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre -5,3% 11,9% 7,7% -5,7% 14,9% 5,4% -6,3% 6,0% 3,8% -0,5% 7,8% 3,2% -4,3% 6,4% 2,9%

Aufgrund von Kosteneinsparungen und steigenden Dividendenzahlungen könnten Goldminenaktien schon bald wieder in die Anlegergunst kommen

TER 1,4% 2,0% 1,7% 2,1% 1,8%

Quelle: Morningstar; Angaben vom 29. Oktober 2012 *Total Expense Ratio - zu Deutsch die Gesamtkostenquote - setzt jährliche interne Kosten ins Verhältnis zum Durchschnitt des Fondsvermögens.

Precious Metal Equities, hinzu. Somit verteuer­ten sich auch die Preise etwa für Ausrüstungen sowie die Löhne für dringend benötigte Fachkräfte. Und dann gibt es freilich noch regionale Punkte: „In Südafrika belasten etwa Streiks die Minenbranche“, so Tenekedshijew. Zudem muss in der Region inzwischen tief gegraben werden, um an neue Vorkommen zu gelangen. Der DWS-Experte bevorzugt deshalb geografisch allen voran Kanada und Südamerika und zeigt weiters auf: „Gerade bei den großen Gold­ minenkonzernen ist mittlerweile eine Tendenz Richtung Kosteneffizienz zu erkennen, es wird nicht mehr auf Wachstum um jeden Preis gesetzt. Das könnte allmählich der Performance helfen und einen Aufholprozess zum Goldpreis einläuten“, fügt Teneked­ shijew hinzu. Umso mehr lockt dabei auch noch die bislang anhaltende günstige Aktienbewertung im historischen Vergleich, aber auch in Relation zum Goldpreis, auf die Pioneer-Profi Grusch noch verweist.

Negative Realzinsen beflügeln den Goldpreis 12

US-Leitzins, real

%

Goldpreis (rs)

USD/Unze 2.000

10

1.800

8

1.600 1.400

6

1.200

4

1.000

2

800

0

600

2011

2007

2003

1999

1995

0 1991

200

-6 1987

400

-4 1983

-2

1979

Allerdings hat ein Goldinvestment einen wesentlichen Nachteil: Es ist eine zinslose Anlage. Demgegenüber beginnen immer mehr Goldminengesellschaften Dividenden auszuschütten oder sogar zu erhöhen. „Auch im Hinblick auf die wachsende Konkurrenz von Gold-ETFs ist man in der Branche wesentlich mehr auf das Thema Dividendenzahlungen sensibilisiert“, unterstreicht Alfred Grusch, Fondsmanager des Pioneer Investments Austria - Gold Stock. Besonders „krea­tiv“: Im Vorjahr entschloss sich eines der weltweit größten Flaggschiffe, Newmont Mining, die Dividendenzahlung an den Goldpreis zu binden. Immerhin: Die Rendite liegt per 29.10. bei 2,6

Aufholpotenzial wird erwartet Tatsächlich können die Goldminenwerte mehr Aufmerksamkeit gebrauchen. Die Performance der Branchenaktien hinkt vor allem seit Anfang 2011 dem Underlying hinten nach. Dabei war der Crash von 2008 schon schmerzhaft genug, die Pleite von Lehman Brothers erschwerte bzw. verteuerte die Finanzierung vieler Projekte und Übernahmen. Anfang 2011 begannen dann auch noch die Kosten kräftig anzusteigen. Der Ölpreis legte nach dem Zwischentief von 2009 wieder zu, das heizte die Energiekosten an. „Angesichts der hohen Goldnotierung wollten viele Gesellschaften vom Boom profitieren und versuchten die Produktion hochzufahren“, fügt Manuel Tenekedshijew, CoFondsmanager des DWS Invest Gold &

1975

Münzen gibt es von 1/10 Unze bis zu einer Unze. Die bekanntesten Prägungen sind der Wiener Philharmoniker sowie der kanadische Maple Leaf. Der südafrikanische Kruger Rand enthält einen geringeren Feingoldgehalt von 91,66 Prozent statt 99,99 Prozent. Was Münzen insgesamt auszeichnet: Sie haben ein Nominale, das aber weit unter dem aktuellen Goldkurs liegt.

Prozent, der Branchendurchschnitt bei rund 1,5 Prozent. „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass weitere Branchengranden dieser Form der Ausschüttung bald folgen dürften“, ist Grusch überzeugt.

1971

zu einem Kilo. Die Spanne zwischen dem An- und Verkaufskurs ist bei großen Einheiten geringer, es gibt dafür aber nicht die Möglichkeit zu kleinen Abverkäufen. Heimerle + Meule bietet unter anderem sogenannte CombiBarsTM an. Steiner dazu: „Sie bestehen aus einem Verbund von 50 bzw. 100 1-g-Barren aus Feinmetall, die an Sollbruchstellen miteinander verbunden sind. Durch einfaches Knicken lassen sich einzelne 1-g-Barren verlustfrei voneinander trennen und im Erbschafts- oder Krisenfall stückchenweise veräußern.“

Quelle: Unicredit

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afrika Investmentfonds

ging Markets-Investoren glänzt Afrika mit seinem Rohstoffreichtum und seiner deutlich wachsenden Bevölkerung, die den Binnenkonsum antreibt.

Investoren konnten 2012 am Schwarzen Kontinent schöne Kursgewinne verzeichnen. Dies ist als Gegenreaktion zu den heftigen Verlusten im Zuge der revolutionären Entwicklung vor allem im arabisch geprägten Nordafrika zu sehen. Wie es nun von Wolfgang Regner weitergeht, erfahren Sie hier.

F

ür Afrika-Investoren ist das Jahr 2012 ausgesprochen erfolgreich verlaufen. Doch das ist nur ein schwacher Trost für die schweren Verluste des Vorjahres. Immerhin konnten einige Länderindizes bis zu 60 Prozent zulegen, so etwa der ägyptische CSE Case 30 Index oder der Nigeria-Index, der immerhin um 30 Prozent anstieg. Hauptgrund für diese Entwicklung war die über weite Strecken eingetretene Ruhe nach den turbulenten Umbruchstagen im Zuge des sog. „arabischen Frühlings“. Denn kaum hatte sich der Staub wieder etwas gelegt, bekamen die Anleger ihren Blick frei auf die großen Anlagechancen, die sich v.a. in den Ländern südlich der Sahara bieten.

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„Die immer bessere Infrastruktur und die demografische Entwicklung in Afrika deuten auf mindestens zwei Jahrzehnte starken Wachstums hin“, sagt Mark Mobius, Emerging Markets-Experte der Fondsgesellschaft Franklin Templeton. „Sechs von zehn der wachstumsstärksten Märkte der vergangenen zehn Jahre finden wir in Afrika. Von einem zunehmend ver­ trauenswürdigenInvestorenumfeldund besserer Wirtschaftspolitik, gepaart mit der steigenden Nachfrage aus Industrie- und Schwellenländern nach den Rohstoffen des Kontinents, werden auch die lokalen, noch jungen börsennotierten Unternehmen profitieren,“ erklärt Mobius. In der Tat: Für Emer-

Starkes Wachstum Dieser positive Kreislauf zeigt bereits Wirkung. Für die nächsten fünf Jahre prognostiziert der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in Sub-Sahara-Afrika als Ganzes von über fünf Prozent. In einzelnen Ländern wie Nigeria, Ghana und Kenia werden sogar noch stärkere Zuwachsraten erwartet. Ein Wachstum in dieser Größenordnung lässt eine aufstrebende Mittelschicht sowie dynamische inländische Volkswirtschaften entstehen, wodurch sich Gelegenheiten für Konsumunternehmen ergeben und gleichzeitig ein gewisser Schutz vor den Problemen der Industrieländer besteht. „Die Markt-Penetrationsraten in den meisten Produktgruppen sind signifikant niedriger als in anderen Volkswirtschaften“, erläutert Sebastian Kahlfeld, Fondsmanager des DWS Invest Africa. „Zeitgleich führt eine Be-

Foto: Fotolia.de

Afrika – Ein Kontinent wird erwachsen

Dabei kommt dem Kontinent zugute, dass seitens der großen Schwellenländer wie China oder Brasilien starkes Interesse daran besteht, die zu einem Großteil noch nicht entwickelten Rohstoffvorkommen und umfangreiche Agrarflächen für das Wachstum ihrer eigenen Volkswirtschaften zu nutzen. Im Gegenzug erhalten die afrikanischen Länder die so dringend benötigte Infrastruktur, wie z. B. Transport­ anbindungen, Kraftwerke, Schulen und Krankenhäuser, sodass auch eine weitere große Ressource Afrikas – nämlich eine große und junge Bevölkerung – ins Spiel kommt. „Durch Bildung, Mobilität und den Zugang zu Kapitalressourcen verbessern sich die Perspektiven und die Produktivität von über einer Milliarde Menschen mit einem Durchschnittsalter von nur 20 Jahren ganz erheblich“, meint Mobius.


Gold · SIlBer · PlaTIN · PalladIum Welcher edelmetall-Typ sind Sie? schleunigung des Wirtschaftswachstums in reformorientierten Ländern dazu, dass die Bevölkerung einen größeren Anteil an dieser Entwicklung nimmt. Potenzial ergibt sich folglich in jedem entsprechend aufgestellten Land, in jedem relevanten Sektor. Insbesondere der Finanz-, Rohstoff- und der Konsumsektor stechen besonders heraus, auch wenn dies sich von Land zu Land unterschiedlich darstellen mag.“ Die politischen Risiken stehen für das Management des besonders in Sub-Sahara-Afrika positionierten DWS Invest Africa nicht im Vordergrund. „Die Medien kolportieren meist nur die schlechten Nachrichten aus Afrika“, weiß Kahlfeld. „Der Kontinent umfasst aber 54 Länder, und viele sind demokratisch und vergleichsweise stabil. Letztlich hängt es von der jeweiligen Regierung ab, wie sie bestimmte Themen behandelt, und die letzten Jahre haben hier so viele positive wie negative Beispiele gebracht.“ Der DWS-Fondsmanager weist darauf hin, dass die Wirtschaft der meisten afrikanischen Staaten selbst in der Finanzkrise noch deutlich gewachsen ist. „Interessanterweise werden die Volksaufstände in Nordafrika meist negativ beleuchtet.“ „Über die damit verbundenen Chancen zu einem Aufbruch nach mehr Freiheit, Selbstbestimmung und Unternehmertum wird kaum gesprochen“, sagt JeanPierre Gerber, Mitglied des Management-Teams BB African Opportunities Fund von Bellevue Asset Management. „Während unserer jüngsten Geschäftsreise nach Kairo haben wir uns mit verschiedenen Regierungsvertretern, führenden Unternehmern und Exponenten der Zentralbank getroffen. Von allen Seiten, inklusive der Vertreter der führenden Islamistenparteien, wurde uns signalisiert, dass das Schaffen von Rahmenbedingungen für nachhaltiges Wirtschaftswachstum an oberster Stelle stehe. Bürokratische und rechtliche Hürden sollen abgebaut und ein investi­ tionsfreundliches Klima wieder hergestellt werden. Insofern sind wir heute der Meinung, dass der arabische Frühling für Länder wie Ägypten oder Tunesien ein Meilenstein zum Aufbruch in eine neue Ära und zu neuer Prosperität darstellt. Eine koordinierte Ausbreitung desselben südlich der Sahara erscheint eher unwahrscheinlich, zumal viele dieser Länder heute schon über demokratische Institutionen verfügen.“ In der Tat: „Länder wie Nigeria können trotz negativer Pressenachrichten weiterhin beachtliche Fortschritte in der Reform des Bankensektors, der Ölförderung und in dem Ausbau der Energieinfrastruktur aufweisen, die einen beachtlichen Reformwillen und Konsequenz in der Umsetzung beweisen“, meint Gerber.

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AFRIKA-FONDS (nach der 3-Jahres-Performance gereiht) Name

Fondsanbieter

ISIN

Coronation All Africa A JPM Africa Equity A (acc) - EUR BB African Opportunities B CHF DWS Invest Africa A2 Charlemagne Magna Africa A Nordea-1 African Equity BP Silk - African Lions R JB EF Northern Africa-CHF A Wallberg Blackstar African Fund NESTOR Afrika Fonds B

Coronation International Limited JPMorgan Asset Mgmt (Europe) S.a.r.l. Bellevue Asset Management AG DWS Investment S.A. Charlemagne Capital (IOM) Ltd. Nordea Investment Funds S.A. IPConcept (Luxemburg) S.A. Swiss & Global Asset Management AG Wallberg Invest S.A. Nestor Investment Management S.A.

IE00B2RGH034 LU0355584979 LU0433847596 LU0329761075 IE00B0TB5201 LU0390856663 LU0389403337 LU0303756885 LU0357146421 LU0407232692

Performance 3 Jahre (in %) 15,72 14,37 11,69 9,38 6,77 5,86 3,11 1,91 1,05 -2,51

Daten per 06.11.2012; Quelle: Morningstar Inc.

Positiver Aufholprozess Im Hinblick auf die politische Willensbildung gibt es ebenfalls mehr Fortals Rückschritte. „Die Präsidentschaftswahlen im bevölkerungsreichsten Land Nigeria sind 2011 relativ ruhig und geordnet abgelaufen. Ebenso hat Kenia eine Verfassungsreform durchgeführt, die die Regierung zu mehr Transparenz gegenüber der Bevölkerung zwingt. Seitdem fließt sichtbar mehr Geld in den Bau von Infrastruktur statt wie früher in undurchsichtigen Kanälen zu versickern. Im rohstoffarmen und vor fast zwei Jahrzehnten durch einen Bürgerkrieg gebeutelten Ruanda setzt Präsident Paul Kagame heute auf Dienstleistungen im Bereich von Informations- und Kommunikationstechnologie, u.a. auch der Förderung von IT-Projekten zur Effizienzsteigerung im Warenaustausch zwischen den Ländern der Eastern African Community. Das Land weist seit Jahren nunmehr reale BIP-Wachstumsraten um sieben Prozent aus“, erläutert Gerber.

Afrikas spiegelt sich zudem der rasante Anstieg der Einkommen wider. Laut Schätzungen ist das Pro-KopfEinkommen in der Region von weniger als 700 US-Dollar im Jahr 2002 auf über 1.800 USD in 2010 gestiegen. Bis 2013 wird eine weitere Verdoppelung für möglich gehalten. „Über 100 Mil­lio­nen Haushalte, das wäre ein Anstieg um 50 Prozent, werden bis 2020 über freies Einkommen verfügen, das gespart und wieder investiert werden kann“, weiß BB-Experte Gerber. Dazu könnte noch eine „Grüne Revolution“ kommen, denn 60 Prozent des globalen nicht bebauten Farmlandes befindet sich in Afrika und die Ernteerträge sind wegen mangelnder Technologie (Bewässerung, Düngung) sehr niedrig.

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Auch bei den Unternehmen wird die Transparenz und die Corporate Governance immer besser. Das schlägt sich positiv auf die Profitabilität nieder. „In vielen Branchen gelten Returns on Investments von 30 Prozent als Durchschnitt. Investitionen amortisieren sich in der Regel schnell und die risikobehaftete Zeitspanne bleibt damit kurz“, erklärt Templeton-Schwellenländer-Guru Mobius. Ihm gefallen neben Südafrika auch Ägypten, Kenia oder Nigeria. „Südafrika zeichnet sich durch einen liquiden Aktienmarkt aus. Nigeria ist das zweitgrößte Land in Sub-Sahara-Afrika und verfügt über umfangreiche natürliche Ressourcen, deren Nutzung derzeit jedoch durch mangelnde Infrastruktur erschwert wird. Kenia, das nach den schweren politischen Unruhen 2007 eine neue Verfassung erhalten hat, ist einerseits attraktiv aufgrund seiner umfangreichen Naturgüter, andererseits aber auch als Ausgangspunkt für einen Großteil der Investitionen in Afrika. Ein gut regulierter Telekommunikationsmarkt ermöglicht darüber hinaus ein Engagement im Bereich des Mobilfunks.

Reformen und Strukturwandel 120

Externe Verschuldung in % des BIP

• Substanzielle Reduktion der Verschuldung der Öffentlichen Haushalte

100 Advanced economies Emerging economies Sub-Saharan Africa

80

Dazu kommt, dass sich ein erheblicher Teil der Umsätze aufgrund des in weiten Teilen Afrikas vorherrschenden Barzahlungsverkehrs nicht in der Statistik niederschlägt. Auch die Selbstversorgerlandwirtschaft macht noch immer rund ein Viertel der Wirtschaftsleistung Afrikas aus und wird in keiner volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung berücksichtigt. Daher ist das Volkseinkommen in vielen afri­ kanischen Ländern höher als offiziell ausgewiesen. Im Konsumpotenzial

Das dürfte sich dramatisch ändern und eine gute Basis für den Aufschwung des Kontinents bilden.

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• Verbessertes Inflation Management

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Gesamtinflation in % (YOY) 40 35 30 25 20 15 10 5 0

• Nachhaltigerer Umgang mit den verfügbaren öffentlichen Mitteln

Advanced economies Emerging economies Sub-Saharan Africa

1995 2002

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• Entstehung von lokalen Rentenmärkten Emission von Schuldverschreibungen in Lokalwährung und verlängerten Laufzeiten • Aufbau von Fremdwährungsreserven (reichen für die grössten Länder für bis zu mehr als 6 Monate Import-Äquivalente)

Quelle: IMF, Bellevue Asset Management


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Fokus auf Sub-Sahara-Afrika „Langfristig sehen wir das größte Potenzial in SubSahara-Afrika, sowohl im Rohstoffsektor als auch in Banken- und verbraucherorientierten Sektoren. Die Bewertungen sind günstig und bieten ein hohes Wachstum, das auf teilweise sehr innovativen Wegen der Bevölkerung Zugang zu modernen Dienstleistungen bietet, wie z. B. Mobile Banking. Auf Branchen­ ebene erwarten wir, dass die nigerianischen Banken kurz- und mittelfristig viel Potential haben“, sagt DWS-Fondsmanager Kahlfeld. Nach zahlreichen Reformen ist der dortige Bankensektor heute einer der gesündesten und am besten kapitalisierten der Welt. „Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen (KGV) im Bereich von neun bis zwölf und Umsatzwachstumsraten zwischen 20 und 30 Prozent sind Börsen wie in Lagos, Nairobi oder Accra attraktiv bewertet. Die Bewertung ist indes kaum der alleinige Maßstab, viel wichtiger sind für uns Faktoren wie Erfahrung des Managements, solide Finanzierung, Strategie und Geschäftsmodell jedes einzelnen Unternehmens, in das wir investieren“, erklärt BB-Manager Gerber seine Anlagestrategie. Dazu lässt sich das Risiko durch Investments in Unternehmen, die einen Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit in Afrika haben, deren Sitz aber in Ländern wie Kanada oder Großbritannien ist, weiter kontrollieren. So können auch exotische, aber aussichtsreiche Märkte wie Angola, Mosambik und Demokratische Republik Kongo abgedeckt werden. Auch Kooperationen mit oder Übernahmen von afrikanischen Unternehmen durch große Konzerne aus Europa und Asien zeigen immer wieder attraktive Opportunitäten auf. „In Nigeria setzen wir neben Finanzwerten auch auf infrastrukturnahe Unternehmen wie etwa West Africa Port Cement (WAPCO). WAPCO wurde 2001 von Lafarge übernommen, produziert dank dem Know-how von Lafarge effizienter und qualitativ hochwertiger“, erläutert Gerber. Unser Resümee: Der große Run auf Afrika hat noch nicht eingesetzt – aber es könnte bald soweit sein!

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Auf den Punkt gebracht Nach dem Abflauen der politisch-religiösen Unruhen im arabisch geprägten Nordafrika haben sich die Anleger beruhigt und sind wieder auf den Schwarzen Kontinent zurückgekehrt. Fundamental ist der Ausblick weiterhin positiv, vor allem den Ländern in der Sub-Sahara-Region wird ein Wachstum von fünf bis sechs Prozent vorhergesagt. An den Gründen für diese starke Performance hat sich nichts geändert: ein hoher Bevölkerungsanteil an jungen Menschen, große Rohstoffvorkommen und solide Finanzen, was die Staatsverschuldung und das Bankensystem anbelangt. Privatanleger sollten auf einen der in der Story genannten Afrika-Fonds setzen. Ausführliche Hinweise zu Chancen und Risiken entnehmen Sie bitte dem letztgültigen Verkaufsprospekt. Maßgeblich sind die Angaben im Verkaufsprospekt sowie der aktuelle Halbjahres- und Jahresbericht. Den Verkaufsprospekt, die Berichte sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen in deutscher Sprache erhalten Sie kostenlos bei der23 Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG, Graben 21, A-1010 Wien.


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Interview Wall Street

Tausche MBA gegen Traktor Für Investmentguru Jim Rogers ist die Welt ein Dorf: Hände weg von den USA, sagt er. Möglicherweise „long gehen“ in Russland. Definitiv investieren in Myanmar. Griechenland in den Bankrott schicken, aber in der EU behalten. Schweizer Franken kaufen. Und Traktor fahren lernen, denn die Zukunft gehört den Landwirten. von Bettina M. Gordon

Fotos: Nathalie Schueller

FONDS exklusiv: Wir fahren zwar gerade durch die Straßen von New York, doch als Europäerin interessiert mich natürlich am meisten, wie es mit der Europäischen Union im Jahr 2013 weitergehen wird. Ihre Prognose? Jim Rogers: Angela Merkel hat allen Grund, die Welt zusammenzuhalten, bevor Deutschland im Herbst 2013 zur Wahl geht, denn sonst würde sie beim Urnengang verlieren. Nach der Wahl sehe ich allerdings schwierige Zeiten auf uns zukommen. Ob das jetzt den Zerfall der EU bringen wird oder nicht, wird sich weisen. Ich glaube aber nicht, dass der Euro, so wie wir ihn heute kennen, überleben wird. Es wird den Euro aber hoffentlich in ­einer anderen Variante weiter geben. Sollten Griechenland bzw. Spanien die EU verlassen? J. R.: Was ich gerne sehen würde, wäre, dass Griechenland sich weigert, seine Schulden zu bezahlen, bankrott geht und sich innerhalb der EU neu organisiert. Griechenland sollte meiner Meinung nach im Euro bleiben, denn das wäre besser für die Griechen, aber auch für die übrige Welt. Sollte Griechenland aus der EU ausscheiden, dann werden

die Griechen eine eigene Währung drucken und die „alte Drachme“ aufleben lassen. Jeder Investor weiß, was dies bedeutet: die Währung würde wieder in Verzug geraten, es gäbe Inflation, die Währung würde kollabieren, niemand würde in Griechenland investieren und das Land würde erst recht den Bach runter gehen. Wenn Griechenland aber innerhalb der EU neu starten würde, dann würden Investoren sagen „OK, das ist eine gesunde Währung“, hier kann ich investieren.

Aber man kann die Fehler Griechenlands nicht einfach ignorieren... J. R.: Nein, das kann man nicht. Die Griechen haben schwere Fehler gemacht, mit denen wir nun umzugehen haben. Mein Vorschlag ist es eben, Griechenland in den Bankrott zu schicken und dann neu anfangen zu lassen. Ich würde das mit jedem EU-Land machen, das de facto bankrott ist. Wie Sie schon sagten, einfach herumzusitzen und die Probleme und Fehler zu ignorieren, können wir uns nicht

FONDS exklusiv-Redakteurin Bettina M. Gordon im Gespräch mit Jim Rogers in New York

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Interview Wall Street

Jene Länder, die die EU verlassen werden, werden innerhalb der Eurozone und für die Finanzmärkte ein Chaos auslösen. Diesem Druck ist der Euro wahrscheinlich nicht gewachsen.

leisten. Politiker können die Tatsache verleugnen, aber nicht wir. Sehen Sie sich an, was in Island war: Island konnte nicht zahlen und ist kollabiert. Das Land hat sehr schwierige Zeiten durchgemacht und die Menschen, die die Krise verursacht haben, haben stark gelitten. Aber heute ist Island wieder eine boomende Wirtschaft. Glauben Sie, das wird tatsächlich so passieren? J. R.: Ich fürchte, dass Griechenland die EU verlassen wird, denn das ist der leichte Weg. Das ist sicherlich nicht der beste Weg für Griechenland oder andere Länder in Schwierigkeiten, aber es ist der leichteste Weg, und den gehen Politiker meistens. Wie wird Europa in zehn Jahren, also 2022, aussehen? J. R.: Sie werden bald Politiker sehen, die sagen: „Ich rette uns aus dem Schlamassel, indem ich uns aus der EU hinausführe.“ Manche Politiker werden auf dieser Plattform Wahlen gewinnen und andere Politiker werden ihrem Beispiel folgen. Sollten zwei, drei oder vier Länder aus der EU austreten,

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dann wird das den Euro ungeheuer unter Druck setzen und für Aufruhr sorgen. Sollte der Euro diesem Druck standhalten, dann wäre diese Währung die stärkste der Welt, stärker als der Dollar, da die USA ja weiterhin Schulden um Schulden anhäufen. Sie glauben jedoch nicht, dass der Euro diesem Druck gewachsen ist? J. R.: Jene Länder, die die EU verlassen werden, werden innerhalb der Euro­ zone und für die Finanzmärkte ein Chaos auslösen. Diesem Druck ist der Euro, so wie wir ihn heute kennen, wahrscheinlich nicht gewachsen. Die Jahre 2015 und 2016 werden furchtbare Jahre werden. Ich hoffe, Ihr Einkommen als Journalistin ist gesichert, denn es werden viele Leute bankrott gehen in den kommenden Jahren, da es keine Auswegwährung für den Euro gibt. Keine der unterzeichneten Schuldverschreibungen, Kontrakte oder Darlehen der vergangenen Jahre beinhaltet eine Klausel für den Fall, dass der Euro nicht mehr bestehen sollte, wenn der Vertrag fällig wird. Nehmen wir an, ein Vertrag verpflichtet mich, 100 Millionen Euro zurückzuzahlen, aber bei

Fälligkeit gibt es keinen Euro mehr. Die Schuldennehmer haben kein Problem damit, die zahlen vielleicht mit unbrauchbaren Drachmen retour, aber der Kreditgeber geht Pleite. Deshalb befürworte ich, dass bankrotte Länder innerhalb der EU Pleite gehen und sich neu strukturieren sollen. Aber so smart sind Politiker nicht, sie wählen den „leichteren“ Weg.

Die Zukunft sieht also alles andere als rosig aus. J. R.: Wir werden schwierige Zeiten ­sehen, diesmal noch schwieriger, als es seit 2008 für viele ist. Wir haben vor zehn Jahren, in 2002, wirtschaftliche Probleme in der Welt gesehen. Die Krise in 2007-2008 war härter, weil die Schuldenlast so viel höher war, als noch im Jahr 2002. Alle vier bis sechs Jahre sehen wir einen wirtschaftlichen Abschwung. Das war immer so und wird auch immer so bleiben, denn irgendetwas löst diesen Abschwung aus. Die nächsten Troubles kommen auf uns in 2013/2014 zu und sie werden härter sein, als was wir bisher gesehen haben, weil wir auf einem grandiosen Schuldenberg sitzen. Sollte die Welt das


Interview Wall Street

überleben, dann kommt um 2020/2022 ein wirklicher Albtraum auf uns zu. Ich sage schon heute, seien Sie sehr, sehr vorsichtig. Kaufen Sie Gold und Silber und werden Sie Landwirt. Können Sie Traktor fahren, Bettina? Nein, aber das kann ja nicht so schwer sein. Sie meinen das total im Ernst, richtig? J. R.: Todernst. Amerikas Schuldenlast wächst in Billionen-Höhe – pro Jahr! Das sind unmögliche Ziffern. Aber das betrifft nicht nur die USA, sondern auch Großbritannien oder Belgien, die nicht überleben können mit einer derartigen Schuldenlast. Man spricht zwar viel in Europa von Sparmaßnahmen und Einschränkungen, aber mit der Ausnahme von Bulgarien oder Estland, beispielsweise, häuft doch praktisch

jedes EU-Land mehr Schulden an, als es im Vorjahr hatte. Die Lösung für die Schuldenlast ist aber sicher nicht, noch mehr Schulden zu machen! Historisch gesehen war es immer so, dass, wenn die Schulden zu hoch wurden, eine Inflation herbeigeführt wurde, die die armen Dummköpfe, die das nicht kommen sahen, völlig ausradiert hat. Die Schulden wurden weginflatio­ niert, wenn Sie so wollen, und viele sind verarmt, während einige Spekulanten in die High Society aufgestiegen sind. Das ist beispielsweise in den zwanziger Jahren in Deutschland passiert oder schon davor in Österreich. 1914 war Österreich das Zentrum der Welt, vier Jahre später waren Währung, Gesellschaft und Einfluss wie weggefegt. So etwas Unvorhersehbares und Unvorstellbares wird wieder passieren.

Mir vergeht gerade die gute Laune. So ein Wandel steht bereits vor der Tür? J. R.: Innerhalb der nächsten zehn Jahre, ja. Der Verfall ist ja schon im Gange. Lehman Brothers war beispielsweise ein Unternehmen, das in seiner 150-jährigen Geschichte den US-Bürgerkrieg, Weltkriege, die große Depression, Hungersnot etc. gesehen hat und 2008 trotzdem von der Bildfläche verschwunden ist, genauso wie Bear Stearns, die 80 Jahre lang gewirtschaftet hatten. Wir werden noch Universitäten Pleite gehen sehen, Museen, Spitäler, Städte und Bundesstaaten. Wir werden Regierungen und Länder scheitern sehen. Wenn wir hier in der Limousine den Broadway hinunterfahren, schaut es zwar so aus, als wäre die Welt intakt. Ist sie aber nicht...

Der Indiana Jones der Finanzwelt ist sesshaft geworden „Hi, it´s Jim. I am in the Lobby. Where are you?“ Meine Fotografin Nathalie Schüller und ich steuern gerade auf das Michelangelo Hotel zu, als Jim Rogers bereits anruft. Er ist 15 Minuten zu früh und happy, uns zu sehen, denn die Gruppe, mit der er zusammensitzt, scheint ihn gelangweilt zu haben. Er verabschiedet sich rasch, bindet sich eine blaue Masche – sein Markenzeichen – um den Hals und ab geht´s in die schwarze Limousine, die uns drei zum Reuters Building am Times Square bringen wird. Jim ist nur mehr Gast in New York, seit er die Stadt, in der er sein Vermögen machte, verließ und nach Asien auswanderte.

Er verkaufte sein Haus, das er knapp drei Jahrzehnte zuvor um 105.000 Dollar erstanden hatte, um 16 Millionen Dollar (die Transaktion war der teuerste Immobilienverkauf auf der Upper West Side) und zog mit seiner Familie nach Singapur, wo er mit 65 Jahren nochmals Vater einer zweiten Tochter wurde.

Das letzte Mal haben Jim und ich uns noch in seinem riesigen Haus am Riverside Drive auf der Upper West Side getroffen. Fast jeder Winkel des 900 Quadratmeter großen Hauses war vollgepackt mit den Memorabilien, die Jim und seine Frau Paige während ihrer Millenniums Tour, als die beiden drei Jahre lang nonstop um den Erdball reisten, aufgesammelt hatten. Von chinesischen Ming Vasen bis zum Eisbärfell war so ziemlich alles zu finden. Und an fast allen Gegenständen klebten gelbe Post-It Notes mit chinesischen Symbolen, die allerdings nur Jim´s damals vierjährige Tochter Happy und das chinesische Kindermädchen deuten konnten.

In Singapur leben die Rogers nun auf 550 Quadratmetern mit Pool, Garagen und Fitnessraum und Jim bringt seine Kids mit dem Fahrrad zur Schule. Er ist sehr angetan vom Inselstaat. „New York ist eine Dritte Welt-Stadt im Vergleich zu Singapur“, sagt er heute und ist selbst überrascht, dass er NY nicht vermisst. Die Kids – Hilton Augusta, genannt Happy, ist neun Jahre alt und ­Beeland Anderson, Baby Bee, ist vier – sprechen mittlerweile besser Mandarin als ihre chinesischen Mitschüler. „Happy hat in den ersten drei Jahren in der Schule mehr gelernt, als ich in meinen ersten 12 Schuljahren“, bestätigt Jim die Storys über die elitäre und harte Schulausbildung in weiten Teilen Asiens.

Jim, der schon in den 90er Jahren prophezeite, dass das 21. Jahrhundert China gehört, hatte 2007 von den Post-It Notes offenbar genug:

Obwohl Jim im Oktober 70 wurde, ist er energiegeladen und wortge-

wandt wie eh und je. Er charmiert die Damen in seinem Umfeld wie ein südländischer Junggeselle und bringt uns oft zum Lachen. Als Jim, Nathalie und ich durch die Straßen des Dritte Welt-Big Apples zu Terminen bei Reuters und CNBC fahren, sprechen wir über Investmentchancen, Zukunftsperspektiven und ob die „Masters of the Universe“ der Finanzindustrie bald einmal abdanken und den Platz an der Sonne einem anderen Industriesektor übergeben müssen. Sie müssen. Dem Grand Seigneur der Finanzwelt kann das aber ziemlich egal sein. Der geht mittlerweile sowieso lieber mit seinen Mädchen zum Kinderspielplatz als an die Wall Street.

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Interview Wall Street

Wie werden die Politiker auf die Krisen reagieren? J. R.: So wie immer. Sie werden Geld drucken. Das ist der falsche Weg, aber der einzige, den sie kennen. Sehen Sie sich doch nur Japan an. In den frühen 90er Jahren hat es geheißen: „Wir lassen unsere Leute nicht scheitern“, und die Regierung hat jeden gestützt, so wie die EU bereit ist, dies heute zu tun. Der japanische Aktienmarkt ist heute, 20 Jahre später, auf 80 Prozent des Marktwertes, den er damals hatte. Schulden zu machen für Leute, die gescheitert sind, hat noch niemals funk­ tioniert. Doch die Gelddruckmaschinen sind bereits angeworfen und sobald die Zeiten noch schlimmer werden, Ende 2013/2014, dann werden die Maschinen SEHR viel Geld drucken. Weit mehr als für die dritte Phase von Quantitative Easing, QE3? J. R.: Die Herrschaften der US-Noten­ bank haben doch nicht einmal QE3 angekündigt, weil sie noch so beschämt sind, dass die beiden vorherigen Programme fehlgeschlagen sind. Natürlich hilft es ein paar Sektoren für eine Weile, wenn Geld in den Markt gepumpt wird, aber langfristig hält diese Wirkung nicht an. Wo ist die US-Wirtschaft heute, boomt sie etwa? Es war in der Geschichte noch niemals der Fall, dass Gelddrucken jener Faktor war, der eine Wirtschaft wieder florieren ließ. Niemand sagt uns, wie viel Geld derzeit gedruckt wird, aber der

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Geldbestand (Money Supply) wächst an. Das ist nicht die Lösung unserer Probleme, das macht unsere Probleme nur noch schlimmer. Wird Amerika in eine Rezession gleiten? J. R.: Solange Geld gedruckt wird und die Steuerschulden immer mehr wachsen, ja, natürlich. Wie gesagt, die Lösung der Schuldenlast ist nicht, noch mehr Schulden anzuhäufen. Die Notenbank kann nichts Effektives dagegen tun? J. R.: Nun, sie könnten allesamt zurücktreten. Die Europäische Zentralbank hat doch ebenfalls Anleihen von maroden Ländern gekauft und manche bejubeln diesen Schritt und halten ihn für eine Lösung. Wie soll denn das gehen? Mario Draghi sollte genauso zurücktreten! Warum nimmt er das Geld der Steuerzahler und kauft wertlose Anleihen, nur um andere Politiker in ihrer Stellung zu halten? Wie kann jemand glauben, dass das gut für die Welt sein soll? Auch Draghi sollte sich der Realität stellen. Lasst Unternehmen und Menschen Pleite gehen, sonst schiebt man das Problem nur in die Zukunft hinaus und macht es noch schlimmer. Wer sollte für die monetäre Politik in der Welt zuständig sein? J. R.: Ich würde mir wünschen, der Markt wäre für die Geldmarktpolitik verantwortlich. Das Problem sind nicht

die Zentralbanken an sich, sondern, dass es nur sehr wenige gute Zentralbanker gibt, wie beispielsweise in Australien oder in Indien. Die Notenbankchefs dort leisten weit bessere Arbeit als ihre Counterparts hier in Amerika oder in Europa. Die Zentralbanker sind meist nur Bürokraten, Politiker und Akademiker, die sich hochgedient haben. Aber sie sind nicht unbedingt besser qualifiziert als Sie oder ich oder der Betonpfeiler dort drüben. Kreiert die US-Notenbank eine Blase im Aktienmarkt, die uns Investoren bereits beunruhigen muss? J. R.: Die FED kreiert sowohl eine Blase im Aktienmarkt als auch im Anleihenmarkt. Ich glaube, die Blasen werden bald platzen, aber das habe ich schon vor einem Jahr gesagt, mein Timing ist also nicht so besonders. Jetzt interessiert mich natürlich brennend, wo legen Sie Ihr Geld an? J. R.: Ich habe gerade eine Menge Geld in Myanmar investiert. 1962, als das Land noch als Burma bekannt war, war dies das reichste Land Asiens. Dann kam eine Militärdiktatur und in den vergangenen 50 Jahren wurde das Land völlig niedergewirtschaftet und rangiert nun ganz hinten auf den asiatischen Rankings. Doch das Land ist jetzt in einem demokratischen Reformprozess und die Machthabenden sind dabei, die begangenen Fehler zu korrigieren, neue Gesetze zu erlassen,


Interview Wall Street

Street Smarts – Das Leben des Jim Rogers

Nachdem der „Indiana Jones of Finance“ zweimal die Erde umreiste, fünf Bücher über seine Reisen und Investmentstrate­ gien publizierte, in seinen 60ern noch schnell zwei Mädchen zeugte und seine Familie von New York nach Singapur umsiedelte, ist es nun soweit: 2013 kommen Jim Rogers’ Memoiren heraus. FONDS exklusiv konnte schon mal exklusiv darin lesen.

R

ogers hat in seinem jüngsten Werk „Street Smarts, Adventures on the Road and in the Markets“ allerdings nicht nur seine Erinnerungen über das eigene Leben niedergeschrieben, sondern vor allem auch auf die „lessons learned“, seine Erfolge, Niederlagen und Lebensweisheiten fokussiert. Jim´s Schreibstil ist wie immer schmissig und pointiert und gibt Einblick in das Leben eines Mannes, dessen Karriere an der Wall Street eher zufällig begann. „Mein Abenteuer in den Märkten begann im Frühling 1964. Ich studierte in Yale und brauchte einen Sommerjob. Meine Karriere an der Wall Street war genauso wenig von langer Hand geplant, wie mein Studium an der Yale Universität. Man kann sagen, ich bin in beides hineingestolpert. Vor dem Sommer 64 wusste ich nur, dass die Wall Street irgendwo in New York ist und im Jahr 1929 dort etwas Schlimmes passiert war. Ich glaube nicht, dass ich den Unterschied zwischen Aktien und Anleihen kannte, geschweige denn von Währungen und Rohstoffen. Ich bezweifle, dass ich überhaupt wusste, dass der Preis von Kupfer im Markt steigen und fallen kann.“

Software spricht, in das Sie unbedingt investieren sollen, dann ignorieren Sie den Ratschlag. Konzentrieren Sie sich auf die Sparte, von der Sie etwas verstehen und Sie werden Veränderungen sehen, lange bevor Wall Street oder beispielsweise ich das sehen, denn Sie sind es, der sich tagein und tagaus mit dem Thema beschäftigt. Das wird Ihnen Erfolg bringen – nicht mein Ratschlag.“

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Der Sommerjob wurde zur großen Leidenschaft: „Auf einmal hat mein Studium der Geschichte und der aktuellen Weltgeschehnisse Sinn gemacht und war nicht mehr nur Theorie. Ich habe verstanden, wie Ereignisse in der Welt die Märkte beeinflussen und wie sich Entwicklungen vorhersagen lassen.” Das mit dem Vorhersagen ist ihm aber nicht immer gelungen. In den späten 60er Jahren spekulierte Rogers und er verdreifachte sein Vermögen, um kurz darauf alles zu verlieren. „Das war eine sehr lehrreiche Erfahrung für mich. Es zeigte, wie wenig ich über die Märkte wusste, auch wenn ich der Meinung war, alles zu wissen. Deshalb sage ich zu jedem jungen Menschen: Habt keine Angst davor, Fehler zu machen. Es ist sogar gut, ein oder besser sogar zweimal alles zu verlieren und bankrott zu gehen, denn es lehrt uns, wie viel wir nicht wissen. Aber wenn ihr Fehler macht, dann bitte zu Beginn eurer Karriere, denn es ist besser, 20.000 Dollar über Nacht zu verlieren statt 20 Millionen Dollar.” 1970 heuerte Rogers bei der Investmentbank Arnhold and S. Bleichroder an und lernte dort George Soros kennen. Drei Jahre später gründeten die beiden den Quantum Fund. Ihr Erfolg war atemberaubend: in den darauf folgenden

zehn Jahren legte der S&P 500 um 47, der Quantum Fund dagegen um sagenhafte 4.200 Prozent zu. 1980, gerade mal 37 Jahre alt, zog sich Rogers „in die Pension“ zurück und begann sein Leben als Weltenbummler, Autor und natürlich sehr erfolgreicher Privatinvestor. „Leute fragen mich ständig, wo sie ihr Geld anlegen sollen. Mein Rat: Hört nicht auf mich, hört auf niemanden. Erfolgreich wird man als Investor nur, wenn man in etwas investiert, von dem man etwas versteht. Woran sind Sie interessiert, wo kennen Sie sich aus? Autos, Mode, Medien – was immer es ist, über irgend etwas wissen Sie besonders gut Bescheid. Angenommen, Sie lieben Autos, dann lesen Sie jede Fachzeitschrift über die Automobilindustrie und Sie werden wissen, wann in der Industrie eine neue, positive Veränderung kommt. Vielleicht wird ein neuer, treibstoffsparender Motor entwickelt, der einen großen Teil des Marktes dominieren wird. Oder ein neuer Highway wird erschlossen und Menschen können einen neuen Teil des Landes erreichen, der bisher nicht per Auto erreicht werden konnte. Es werden dort Hotels und Restaurants entstehen etc. Wenn Sie etwas Interessantes lesen, vertiefen Sie Ihr Wissen und investieren Sie in dieser Industrie. Und wenn ein Freund oder Investor von dem neuen Tech-Unternehmen mit der tollen

In den 15 Jahren, in denen Jim und ich uns nun kennen, hat er sich merklich verändert. Der Mann, der nach eigenen Aussagen all jene seiner Freunde, die Kinder hatten, immer bemitleidete – „Kinder waren für mich immer eine Zeit- und Geldverschwendung. Ich wollte reisen und Abenteuer erleben. Heute weiß ich, was für Spaß Kinder machen und ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich meine beiden Mädchen habe“ –, ist etwas sanfter geworden, mehr selbstreflektierend und offen, auch wenn er sich sein Ego und seinen Ruf als einer, der gegen den Strom schwimmt, bewahrt hat. Wenn Sie viel Geld verdienen wollen, dann diversifizieren Sie nicht. Broker empfehlen immer ihren Kunden zu diversifizieren. Das ist hauptsächlich, um sich selbst vor eventuellen Klagen zu schützen. Wenn Sie zehn verschiedene Aktien kaufen, dann besteht die Chance, dass ein paar davon gut abschneiden. Selbst wenn sieben von zehn gut gehen, werden Sie zwar verdienen, aber nicht reich werden. Reich werden Sie, wenn Sie eine Anlage finden, die gut geht, sich darauf fokussieren und ihre Ressourcen dort reinstecken. Seien Sie aber sicher, auf das richtige Pferd zu setzen, sonst ist Ihr Geld schnell dahin. „Welche Lebenserfahrung gibst Du an Deine Töchter weiter, um sie auf die Zukunft vorzubereiten?“, frage ich Jim, während wir vor seinem Auftritt im Kudlow Report im Green Room von CNBC sitzen. „Finger weg von den Jungs“, scherzt er augenzwinkernd und wirft sich noch eine Handvoll Erdnüsse ein. „Im Ernst, ich sage ihnen, seid neugierig und skeptisch und glaubt nicht einfach, was ihr hört, seht oder liest. Hinterfragt alles und macht euch euer eigenes Bild! Seid beharrlich und ausdauernd! Es gibt unzählige smarte, talentierte, gut aussehende und toll ausgebildete Menschen, die keinen Erfolg in ihrem Leben haben, weil es ihnen an Durchhaltevermögen fehlt. Das ist die wichtigste Lebenserfahrung, die ich meinen Töchtern schon jetzt beibringe: Durchhalten und niemals aufgeben!“

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Interview Wall Street

Investoren anzulocken und sich wieder zu einem ordentlichen Land zu entwickeln. China hat 1978 Ähnliches getan, und Sie wissen selbst, wo China heute steht. Myanmar hat knapp 60 Millionen hart arbeitende, disziplinierte Einwohner, unglaubliche natürliche Ressourcen und gemeinsame Grenzen mit Indien, China und Thailand, was alles ein großer Vorteil ist. Aber wohl kaum einen florierenden Aktienmarkt. J. R.: Nein, das nicht, aber sie sind dabei, einen aufzubauen, und bis dahin kann man andere Wege finden, um zu in­ves­­tieren. Ich bin groß in ein Unter­neh­ men eingestiegen, das an der Börse in Singapur gelistet ist und den Großteil des Geschäfts in Myanmar lukriert. Es gibt also Mittel und Wege, um hier zu investieren. Was in Myanmar passiert, wird übrigens auch in Nordkorea geschehen, auch hier wird es großartige Chancen geben. In Europa kenne ich kein Land, das derart niedergewirtschaftet war und nun einen echten Aufschwung erleben wird. Rumänien und Bulgarien versuchen das Richtige zu tun, sind aber zu unbeweglich oder faul, um wirklich etwas zu bewegen. Wo investieren Sie noch? J. R.: Zu meiner eigenen Überraschung überlege ich mir zum ersten Mal in meiner Karriere, in Russland zu investieren. Ich war vor kurzem in Wladiwostok und habe eine Rede von Vladimir

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Putin gehört, der ich in weiten Teilen nur zustimmen konnte. Und wo ich anderer Meinung war, hat Putin mich zum Nachdenken angeregt. Keine Angst vor Instabilität und Korruption im Land des Herrn Putin? J. R.: Instabilität und Korruption gibt es überall, da müssen wir nur hier aus dem Fenster sehen auf New York City. Diese Sorgen muss man sich überall machen. Oder kennen Sie ein Land, mit der Ausnahme von Singapur, wo Korruption kein Thema ist? Wie steht es mit Investitionen hier in den Vereinigten Staaten? J. R.: Ich shorte Aktien aus Schwellenländern und besitze praktisch keine US-Aktien. Wenn die FED beginnt, viel Geld zu drucken, dann wird das den Aktienmarkt weiter in die Höhe treiben, aber der Wert des Geldes sinkt. Ich kaufe daher Wertanlagen wie Silber oder Gold. Der Boom in Rohstoffe ist noch nicht vorbei. Sollte sich die Weltwirtschaft verbessern, dann werden die Preise für Rohstoffe signifikant steigen, denn es wird zu ordentlichen Engpässen kommen. Sollte sich die Weltwirtschaft nicht erholen und die Zentralbanken große Geldmengen drucken, dann muss sich jeder Investor absichern, indem er Zucker oder Reis, also etwas von Wert, kauft. In welche Währungen sind Sie derzeit investiert?

J. R.: Ich halte Yen, US-Dollar und Schweizer Franken als große Positionen. Der Schweizer Franken ist jetzt an den Euro gekoppelt, was ein schwerer Fehler ist. Die Schweiz wird jede Menge Franken drucken müssen, um die Währung zu stützen. Oder aber, und dieses Szenario ist nicht unwahrscheinlich, der Schweizer Franken wird sich loslösen vom Euro, sollte der Euro kollabieren. Das würde den Schweizer Franken stark in die Höhe treiben. Auch der US-Dollar und der Hong Kong-Dollar sind aneinander gebunden und ich bin in beide Währungen investiert, denn wenn der Hong KongDollar sich eines Tages löst, wird er Teil des chinesischen Renmimbi, den ich besitzen möchte. Im Sommer 1964 haben Sie erstmals an der Wall Street gearbeitet und sind seit damals in der Finanzwelt zu Hause. Stört es Sie, dass die Wall Street mittlerweile einen schlechten Ruf hat? J. R.: Es gab in der Geschichte immer lange Zyklen, in denen einmal die Finanzgurus die „Masters of the Universe“ waren, gefolgt von einem langen Zyklus, in dem die Personen, die tatsächlich etwas produzieren, den Platz an der Sonne einnahmen. Bettina, Sie sind noch jung, Sie können sich nicht vorstellen, wie es war, als ich vor meinem Abschluss an der Yale Universität stand. Damals haben meine Professoren gesagt, ich sei verrückt geworden, weil ich an die Wall Street wollte.


Interview Wall Street

Die Regierung verabschiedet neue Regeln und Regulierungen. Das bringt die Finanzwelt nur noch weiter unter Druck. Die glorreichen Zeiten der Wall Street sind definitiv vorbei.

In den 50er, 60er und 70er Jahren war die Wall Street ein Saftladen sondergleichen. Wenn an der New York Stock Exchange drei Millionen Aktien gehandelt wurden, dann galt dies als ein großer Tag. Im Sommer 1964 stand der Dow Jones bei 800 Punkten. In 1982, also 18 Jahre später, stand der Dow Jones ebenfalls bei 800 Punkten und das nach einer Zeit von heftiger Inflation. Die Wall Street war ein schrecklicher Platz und kein Abgänger der Harvard Business School wollte dorthin. Dann hat sich das Blatt gewandelt... J. R.: Richtig. Im Jahr 1958 haben nur 5.000 Studenten einen MBA (Master of Business Administration) abgeschlossen. Heute schließen allein in den USA mehr als 200.000 junge Menschen einen MBA ab, weitere Zehntausende machen ihren MBA weltweit. College Studenten basteln bereits in ihren Studentenherbergen an Hedge Fonds und Tausende strömen nach Studienabschluss in die Finanzwelt. Die Konkurrenz ist unglaublich hart geworden, ich kann wirklich niemandem raten, in die Finanzwelt zu gehen!

Also, so schlimm kann es doch nicht sein, wenn noch immer Rekordboni ausbezahlt werden. J. R.: Sicher, es verdienen manche noch immer immens, aber der Wettbewerb steigt und die Profitabilität sinkt rapid. Allein seit 2008 haben Tausende ihren Arbeitsplatz verloren und Unter­ nehmen wie Lehman Brothers, die über beide Ohren geleveraged waren, sind bankrott gegangen, andere Unternehmen, die ebenfalls bankrott waren, haben nur überlebt, weil sie von der Regierung gerettet wurden. Morgan Stanley oder Goldman Sachs haben ernüchternd viel Fremdkapital in ihrer Bilanz, sie sind hoch geleveraged und niemand respektiert sie mehr. Zusätzlich verabschiedet die Regierung neue Regeln und Regulierungen und das bringt die Finanzwelt nur weiter unter Druck. Goldman Sache hatte einmal immensen Einfluss, doch das ist vorüber. In den 30er Jahren ist die Wall Street schon einmal in der Versenkung verschwunden – es steht uns ein ähnliches Szenario bevor. Die glorreichen Zeiten der Wall Street sind vorbei, die Zeit der Produzenten ist angebrochen.

Ist es tatsächlich Zeit, um Traktorfahren zu lernen? J. R.: Unbedingt. Kaufen Sie sich eine Landwirtschaft und lernen Sie das Geschäft! Während tausende Studenten Betriebswirtschaft studiert haben, ist kaum jemand auf die Idee gekommen, Landwirtschaft zu studieren. Fakt ist jedoch, dass in den vergangenen zehn Jahren die Welt mehr Nahrungsmittel konsumiert als produziert hat und das Inventar landwirtschaftlicher Produkte mittlerweile sehr niedrig ist. Wir brauchen Nahrung, doch die Produzenten werden immer weniger – die Landwirtschaftsindustrie steht vor einem kompletten Turnaround. Die Löhne werden steigen, Anleger werden hier investieren, Managementkapazitäten ausgebaut werden und neue Leute werden in diesen Sektor strömen. In den kommenden zehn Jahren wird sich die Landwirtschaftsindustrie spektakulär entwickeln. Sie werden sehen, in schon wenigen Jahren werden die Aktienbroker mit dem Taxi und die Bauern in Lamborghinis vorfahren!

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Globale NH-Aktienfonds Investmentfonds

„Grüne“ Chancen global nutzen Global ausgerichtete Aktienfonds zeigen, dass es geht: Ertragssteigernd mit gutem Gewissen investieren. Die Fondsmanager beschreiten aber unterschiedliche Wege, um die ethisch-ökologischen Anforderungen an das Investment zu erfüllen. Das Ziel, die Benchmark zu schlagen, gelingt dabei oft nicht. von Kay Schelauske

Überhaupt werden Kapitalanlagen in Produktion und Handel von Waffen von immer mehr Investoren ausgeschlossen. Das ist ebenso erfreulich wie der anhaltende Aufwärtstrend bei nachhaltigen Geldanlagen. Ihr Volumen hat sich in den drei deutsprachigen Ländern gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozent erhöht. Als wichtigste Triebfeder für weiteres Markt-

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wachstum gilt die Nach­frage ins­titu­ tioneller Investoren. „Die Vermögensverwalter sehen die Entwicklung äußerst optimistisch“, sagt die FNGGeschäftsführerin Claudia Tober und fügt hinzu: „Viele Befragte erwarten einen Bedeutungszuwachs der Integration ökologischer, sozialer und Governance-Kriterien in die traditionelle Finanzanalyse.“ Noch gilt aber wie in den Vorjahren: Nachhaltiges Investment bleibt ein Nischenmarkt. Fragt sich nur, warum das so ist. Studien haben gezeigt, dass ethisch-ökologische Anlagekriterien auf Dauer keine Performancebremse sind, sondern sich auf lange Sicht eher kurssteigernd auswirken. Gleichwohl sind immer wieder Phasen zu konstatieren, in denen die Benchmark nicht geschlagen wird. So führt der „Sustainable Growth“ von ING Investment Management zwar aktuell das Ranking von global ausgerichteten „grünen Aktienfonds“ auf Drei-

Jahres-Sicht an. Gleichwohl schafft es auch Fondsmanager Hendrik-Jan Boer nicht, den Weltindex MSCI World dauerhaft zu schlagen – und verfehlt damit das selbst gesteckte Ziel einer jährlichen Outperformance von zwei Prozent. Erzielt werden soll diese v.a. über die Einzeltitelauswahl. Denn bezogen auf die Regionen und Branchen gesteht sich das Fondsmanagement eine maximale Abweichung um fünf Prozent gegenüber dem MSCI World-Index zu. Die Nachhaltigkeitsanalyse des Fonds ist zweigeteilt: Erstens werden Gesellschaften ausgeschlossen, die mit Tabak, Glücksspiel oder Rüstung Profite erzielen. Auch Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen sind „no-goes“. Zweitens greift ein Best-in-Class-Ansatz. Abseits von diesen für Nachhaltigkeitsfonds „roten“ Anlagebereichen öffnet dieser Ansatz Unternehmen auch kritischer Sektoren den Weg ins Portfolio, sofern sie

Foto: Fotolia.de

E

s ist ein großer Schritt für uns alle, dass immer mehr Finanzinstitute Herstellern von Streumunition den Geldhahn zudrehen“, sagte Volker Weber, Vorstandsvorsitzender des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), bei der jüngsten Vorstellung des aktuellen Marktberichts. Denn in Deutschland, Österreich und der Schweiz steht ein Anlagevolumen von insgesamt über einer Billion Euro nicht mehr für Investments in Produzenten dieser Menschen verachtenden Waffen zur Verfügung.


Globale NH-Aktienfonds Investmentfonds

„Konjunkturgetriebene Sektoren werden besser performen, weil Investoren zunehmend Vertrauen in die Weltwirtschaft gewinnen.“

Investiert wird branchenseitig breit gestreut in 60 bis 90 Einzeltitel. Während es keine wirklichen Titelschwergewichte gibt, fällt auf, dass fast die Hälfte des Fondsvolumens, dem Weltindex folgend, in den USA investiert ist. Das eigens gesteckte Anlageziel, die Benchmark um drei Prozent pro Jahr zu übertreffen, erreicht auch Fondsmanager Bruno Bertocci kaum.

Bruno Bertocci,

Portfoliomanager, UBS Global Asset M.

best-in-class-Ansatz verschafft kritischen branchen eintritt Der Konzern Rio Tinto flog aus dem Portfolio, weil, nach Angaben Boers, den formulierten Handlungsregeln keine Taten folgten. Die britisch-australische Gesellschaft wird nicht nur wegen Umweltsünden in der Mongolei hart kritisiert. Ebenso soll sie für Zwangsumsiedlungen und Menschenrechtsverletzungen in Afrika und Indonesien verantwortlich sein. Nach wie vor investiert ist der „Sustainable Growth“ in Xstrata. Dabei ist das Schweizer Bergbauunternehmen einen Merger mit dem Rohstoffhändler Glencore eingegangen, der ebenfalls massiv in der öffentlichen Kritik steht. So soll die Gesellschaft u. a. in einem kongolesischen Naturschutzgebiet Minenarbeiten durchgeführt haben, obwohl dies selbst nach dortigem Recht verboten ist. Ebenfalls im Spitzenfeld, aber auf EinJahres-Sicht deutlich erfolgreicher ist der „Eco Performance“ von UBS Global Asset Management unterwegs. Das Fondsmanagement setzt auf überwiegend großkapitalisierte Unternehmen, die in Sachen Umweltschutz, soziale

Verantwortung und Unternehmensführung eine überdurchschnittliche Leistung erbringen. Hierfür wird auf eine Reihe von Positiv- wie Negativkriterien zurückgegriffen. Ergänzend zu den bereits genannten, dürfen die Portfolio-Titel in folgenden Bereichen nicht mehr als fünf Prozent ihrer Gewinne erzielen: Alkohol, Atomkraft, Gentechnik in der Landwirtschaft, Pornografie sowie Waldwirtschaft ohne Ziel der FSC-Zertifizierung. Außerdem müssen die Gesellschaften in einem von vier Themenfeldern überzeugen, die in dem Fonds unterschiedlich gewichtet sind: Energieeffizienz (52 Prozent), Umweltschutz (zehn Prozent), Gesundheit und Demografie (14 Prozent), Soziales (24 Prozent).

Nachhaltige Investmentstrategien im Überblick

Themenbasiert

4,523

Best-in-Class

13,115

Normenbasiert

11,255

Ausschlüsse

17,079

Integration

11,424

Engagement

7,927 0

5

10

15

20

Quelle: „European SRI Study 2012, Eurosif

innerhalb ihrer Branche am stärksten ethisch-ökologischen Anforderungen gerecht werden. Wie grenzwertig das in der Praxis sein kann, zeigt sich am Beispiel der Bergbaubranche.

Mit zwei globalen Aktienfonds befindet sich Dexia Asset Management in den derzeitigen Top Ten. Die Fonds sind nach luxemburgischem bzw. belgischem Recht aufgelegt, werden aber identisch gemanagt. Das Nachhaltigkeitsscreening folgt einem gemischten Ansatz: Nach einem Best-in-Class-Ansatz kommen nur die besten 35 Prozent der Titel jedes Sektors im Hinblick auf ökologische, soziale Aspekte und solche der Unternehmensführung für ein Investment in Frage. Zweitens müssen die Unternehmen die zehn Grundsätze des „UN Global Compact“ der Vereinten Nationen einhalten. Schließlich sind Hersteller bzw. Händler von Landminen, Bomben sowie chemischer, nuklearer und biologischer Waffen nicht investierbar. Gleichwohl gilt die Herstellung und der Handel konventioneller Waffen nicht als tabu, sofern hieraus nicht mehr als drei Prozent der Einnahmen resultieren.

Mrd. Euro

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0

5

10

15

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Globale NH-Aktienfonds Investmentfonds

Globale nachhaltige Aktienfonds im Überblick (sortiert nach Wertentwicklung 3 Jahre) Performance in % pro Jahr 1 Jahr 3 Jahre 15,8 33,9 15,3 33,4 17,6 33,2 16,7 32,3 16,5 31,6 14,6 30,5 17,7 30,2 17,4 29,7

ISIN

Fondsvolumen (in Mio. Euro)

ING (L) Invest SICAV Aberdeen Global SICAV UBS EF Management Company Dexia Asset Management Dexia Asset Management SAM Sustainable Asset Management Allianz Global Investors Lux. Sarasin Investmentfonds

LU0119216553 LU0278938138 LU0076532638 LU0113400328 BE0946893766 LU0188782162 LU0158827195 LU0097427784

31,4 31,2 79,2 20,1 30,2 31,3 20,7 83,2

KBC Eco Fund World

KBC Asset Management

BE0133741752

14,0

14,8

28,4

BL Equities Horizon

Banque de Luxembourg

LU0093570173

46,3

12,9

27,1

Fondsname

Gesellschaft

ING (L) Invest Sustainable Equity (Growth) Aberdeen Global - Responsible World Equity Fund1 UBS (Lux) EF - Eco Performance2 Dexia Equities L Sustainable World Dexia Sustainable World SAM Sustainable Global Active Fund Allianz RCM Global Sustainability Sarasin Sustainable Equity - Global A

Fondswährung: US-Dollar 2Fondswährung: Schweizer Franken, Wertentwicklung per 26. Oktober 2012, Nachhaltiges-Investment.org (SBI)

1

Mit einem Anteil von 55 Prozent am Gesamtvolumen ist der „Sustainable World“ stark von den Entwicklungen in den USA abhängig. Branchen- und Titelbezogen sind die Fondsinvestments breit gestreut. Allerdings dürfte manchen potenziellen Investoren weniger gefallen, dass auf der Top2Position der Mineralölkonzern Exxon Mobil zu finden ist. Von dem nicht nur wegen seiner „Street-View-Aktivitäten“ kritisierten Suchmaschinenanbieter Google hat man sich im Übrigen erst im vergangenen Monat getrennt. diszipliniert an- und verkaufen Beim „Ökovision Classic“ der Ökoworld Lux schaffen es solche, zumindest als kritisch zu bewertende Titel nicht ins Portfolio. Dies liegt nicht nur daran, dass der Fondsanbieter keinen Best-in-Class-Ansatz nutzt. Jeder potenzielle Portfoliotitel wird von einem elfköpfigen Expertenrat untersucht, der sich drei Mal im Jahr trifft. Dabei wird geprüft, ob die Unternehmen ­einer Reihe von Negativkriterien, wie Kinderarbeit, Atomenergie und Diskriminierung von Menschen zuzuordnen sind. Ebenso müssen sie einige Positivkriterien erfüllen, die sich insbesondere auf umwelt- und sozialverträgliches Handeln und Produzieren beziehen. Bei Gesprächen mit Pressevertretern anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Gremiums zeigte sich, dass die in unterschiedlichen Bereichen arbeitenden Fachleute mit gro-

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ßer Leidenschaft und Fachkenntnis und durchaus kontrovers diskutieren. Können berechtigte Zweifel nicht ausgeräumt werden, wird auf eine Titelaufnahme verzichtet. Spätestens nach drei Jahren werden die Entscheidungen unter dem Licht jüngster Entwicklungen überprüft. Ein aufwendiger, aber nachhaltiger Auswahlprozess. Auffallend: Seitdem der Ex-Dekafonds­ manager Alexander Mozer vor rund einem Jahr die Verantwortung für das Management übernommen hat, kann der „Ökovision Classic“ auch bei der Kursentwicklung gegenüber Mitbewer­bern punkten. Mozer betont, dass das dreiköpfige Fondsmanagement beim Aktienkauf und -verkauf sehr diszipliniert vorgeht. Entscheidend sei dabei, wie sich die relative Stärke bzw. die relative Schwäche eines Portfoliotitels entwickelt. „Wenn eine Aktie mittel­fristig nicht unsere Erwartungen erfüllt, verkaufen wir sie“, ergänzt der Fondsmanager. Aktuell umfasst das Portfolio 50 bis 80 Titel. Deutlich gestiegen sind zwei Bereiche: Titel aus den Emerging Markets haben sich in den zurückliegenden drei Jahren mehr als verfünffacht und stellen heute 15 bis 20 Prozent des Portfolios. Branchenseitiges Wachstum zeigt sich vor allem im Gesundheitssektor. Hier ist inzwischen etwa jeder fünfte Portfoliotitel beheimatet. Wo sehen die Fondsmanager in den

nächsten zwölf Monaten viel versprechende Ertragschancen? „Konjunkturgetriebene Sektoren wie Halbleiter, Industriewerte, Baustoffe, Energie- und Konsumwerte werden besser performen, weil Investoren zunehmend Vertrauen in die Weltwirtschaft gewinnen“, meint UBS-Fondsmanager Bertocci. Boer sieht in drei Bereichen Ertragschancen: „In der IT-Branche aufgrund strukturell besserer Wachstumsaussichten, bei den hochwertigsten Unternehmen der Konsumgüterindustrie und im Gesundheitssektor angesichts seiner defensiven Merkmale.“ Die Gesundheitsversorgung stellt auch für Mozer ein weiterhin wichtiges Anlagefeld dar. Positiv bewertet er außerdem die Bereiche Wasser und Abwasser, Energie sowie die Unterversorgung von Menschen in den Emerging Markets. Hier bestehe dringender Handlungsbedarf. Mozer: „Jeden Tag kommen weltweit 200.000 Babys zur Welt.“

Auf den Punkt gebracht Nachhaltige global ausgerichtete Aktienfonds erfreuen Anleger zurzeit. Gleichwohl können die Fondsmanager ihre Benchmark, den Welt­index, selten durchgehend schlagen. Wer ethisch-ökologisch korrekt investieren will, dem bleibt ein Blick in die Nachhaltigkeitsund Anlagestrategie des Fonds nicht erspart. Gerade der Best-in-Class-Ansatz erlaubt den Fondsmanagern manche Investments, die mit persönlichen Vorstellungen oft nicht kompatibel sein dürften.


Fondsvermögensverwaltung: Win-Win-Strategie für Berater und Anleger Strategiedepots bieten für unterschiedliche Rendite-/Risikoprofile der Anleger eine individuelle Lösung, für Berater besteht nur geringer administrativer Aufwand.

Advertorial

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dministration, Kundenbetreu­ ung, Neukundengewinnung und Asset Management. Für viele Berater ist es eine Herausfor­ derung, im Tagesgeschäft nicht nur bestehende Kunden mit einem wett­ bewerbsfähigen Konzept gut zu be­ treuen und Neukundengeschäft zu generieren, sondern auch geeignete Anlageprodukte zu finden und zu analysieren. Damit betätigen sich die Berater ein Stück weit als Asset Mana­ ger – eine keineswegs triviale Heraus­ forderung, da es nicht damit getan ist, Fonds nur nach Performancerankings auszuwählen. Basis des Erfolgs sind Analyseprozesse, die umfangreiches Datenmaterial sowie persönliche Er­ fahrung und zeitliche Kapazität erfor­ dern. Insgesamt ein schwieriger Spa­ gat, der eigentlich nicht zu schaffen ist. Sinnvoll ist es daher, nach alter­ nativen Optionen zu suchen und ent­ sprechend die Vorteile einer profes­ sionellen Fondsvermögensverwaltung (Fonds VV) zu nutzen. Eine Fonds VV investiert in unterschiedliche Fonds mehrerer Gesellschaften. Dabei er­ folgt eine Diversifikation über meh­ rere Assetklassen und Asset Manager, bestenfalls auch über unterschiedliche Risikoprofile. Das Management wird von einem Vermögensverwalter mit KWG-Lizenz übernommen. Sein Au­ genmerk liegt auf der Einhaltung der vorgegebenen Strategie, die auch den Austausch von Fonds vorsieht: Es er­ folgt ein regelmäßiges Re-Balancing der Gewichtungen innerhalb einer Strategie. Diese können sich durch Wertänderungen bei einzelnen Fonds verschieben, sodass eine ehemals fest­ gelegte Struktur angepasst werden muss. Unabhängig von fixen Zeitpunk­ ten erfolgt ein Fondsaustausch in Ab­

Rainer Ottemann, Managing Director max.xs financial services AG

hängigkeit von der Marktentwicklung oder wenn es für eine bestimmte As­ setklasse besser geeignete Fonds gibt. Dabei besteht das Ziel stets darin, in die besten Fonds der jeweiligen Peer Group zu investieren. Ein Fonds VV-Portfolio reduziert für den Berater den administrativen Aufwand erheblich. Nur bei der erst­ maligen Beratung gilt es, die ausführ­ liche Dokumentation des Beratungs­ gesprächs inklusive Einstufung der Risikotragfähigkeit des Kunden zu erstellen. Im Zusammenhang mit der Kundenberatung fertigt der Berater

max.xs financial services AG mainBuilding Taunusanlage 19 60325 Frankfurt am Main

die Eröffnungsunterlagen samt Ver­ mögensverwaltungsvertrag inklusive Beschreibung der Anlagestrategien und Aufklärung zu den Konditionen an. Außerdem informiert er über die Risiken und Widerrufsmöglichkeiten. Anschließender Vertragspartner des Kunden ist der Vermögensverwalter. Der Vorteil: Für Berater reduzieren sich Haftungsrisiken und adminis­ trativer Aufwand. Die Abläufe sind immens vereinfacht, da es keine weiteren Protokollierungspflichten bei Nachzahlungen, Auszahlungen, Fondstausch oder anderen Trans­ aktionen gibt. Damit kann sich der Berater verstärkt auf seine Kunden konzentrieren, des­ sen Bedürfnisse und Wünsche aufneh­ men und optimale Lösungen anbieten. Das führt zweifelsohne zu einer Stei­ gerung der Beratungsqualität. Allein durch mögliche Weiterempfehlungen und Zeitersparnisse steigert der Be­ rater sein Neukundenpotenzial erheb­ lich. Die Fondsvermögensverwaltung bietet umfassende Transparenz, ist auf langfristige Kundenbeziehungen ausgelegt und bietet damit für Berater und Anleger eine klassische Win-WinSituation.

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Interview Investmentfonds

„Von kurzfristigen Erfolgen unabhängig machen“ „Wem ethisches und ökologisches Handeln wichtig ist, der findet im Finanzbereich die Verbindung zwischen eigenem Tun und dem Handeln Dritter“, sagt Alfred Platow, Öko-Pionier und Verwaltungsratvorsitzender der Ökoworld Lux S. A. In den Emerging Markets gilt dies unter von Kay Schelauske anderen Vorzeichen.

Was müsste sich verändern? A. P.: Schon damals haben wir von ökologisch-ethischem Investment ge­ sprochen und das werden wir auch zukünftig tun. Denn die Begriffe Ökologie und Ethik lassen sich klar definieren. Schon vor 20 Jahren habe ich als Ziel die Ökologisierung der Wirtschaft ausgerufen, also dass Ökonomie und Ökologie auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen. Das gelingt in Teilen. Es ist messbar, dass Unternehmen, die ökologischen und ethischen Anforderungen in ih-

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rem Handeln und ihrer Produkt- und Dienstleistungskette gerecht werden, langfristig wirtschaftlicher agieren und einen höheren Profit erzielen als jene, die das nicht tun. Die Gesellschaften haben einen Vorsprung. Gleichwohl stellen ökologisch-ethische Investments volumenmäßig nach wie vor einen Nischenmarkt dar. Ein Grund liegt sicherlich darin, dass vie­ le Anleger daran zweifeln, dass sie mit ihrem „grünen“ Investment wirklich etwas bewegen. Berechtigte Zweifel? A. P.: Es kommt auf das Handeln des Einzelnen im privaten und beruflichen Bereich an. Wird das ökologische Engagement überdurchschnittlich reflektiert, angefangen beim Kauf eines Kühlschranks über die Mobilität und darüber hinaus, und spielt Ethik im Leben eine Rolle, dann stellt der Finanz-

bereich genau die Verbindung zwischen eigenem Tun und dem Handeln Dritter dar. Und mit Blick auf unseren „Ökovision Classic“ kann ich sagen: Als wir 1996 mit dem Fonds gestartet sind, war eine Reihe junger Menschen dabei, die insbesondere aus Erbschaften über eine Million D-Mark in den Ökovision investierten. Die Anleger sind heute noch investiert. Das zeigt, dass ihre Investments sowohl mit ihrer Weltanschauung als auch ihren finanzpolitischen Zielen übereinstimmen. Rechnen Sie damit, dass die „grüne Geldanlage“ zukünftig mit einem grö­ ßeren Schritt aus ihrem Nischendasein heraustreten kann? A. P.: Ja, denn bei vielen Unternehmen, gerade auch im Bankensektor, steht ein Generationenwechsel an. Die jüngere Generation von Vorständen, die heu-

Foto: beigestellt

FONDS exklusiv: Der unabhängige Anlageausschuss des „Ökoworld Öko­ vision Classic“ feiert heuer sein 20-jäh­riges Bestehen. Im Jahr 1996 wurde der globale Aktienfonds aufgelegt. Wie hat sich nachhaltiges Investieren in dieser Zeit verändert? Alfred Platow: Vor 20 Jahren gab es eine Gruppe von Menschen, vornehmlich Intellektuelle, die sich auf unterschiedlichen Wegen, sei es wissenschaftlich oder finanzwirtschaftlich, mit dem Thema auseinandersetzten. Zehn Jahre später, im Jahr 2002, ist das Thema in den USA ebenso wie in Frankreich und bei uns stark aufgeweicht und politisiert worden. In den letzten zehn Jahren hat eine totale Verwässerung des Begriffs Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft stattgefunden. Nahezu jedes Unternehmen stellt sich als nachhaltig dar. Denn es gibt keine genauen Definitionen. Das schafft totale Verwirrung.


Interview Investmentfonds

te zwischen 40 und 50 Jahre alt sind, haben andere Möglichkeiten über langfristige Prozesse nachzudenken. Sie können sich unabhängig von kurzfristigen Erfolgen machen. Genau das ist die Basis für ökologisch-ethisches Handeln. Deswegen ist mir der Begriff „Nachhaltigkeit“ zu sehr nach hinten gerichtet. Es geht um ein nach vorn gerichtetes Handeln, also um „Vorhaltigkeit“. Wer so in der Wirtschaft unterwegs ist, hat die Chancen, Veränderungen durchzuführen. Das gilt weltweit. Ich war kürzlich auf der interna-

sich so weiterentwickeln kann, dass es Unternehmen an der Börse gelistet hat, die Qualität und keinen Ramsch für das eigene Land produzieren. Besonders stark fündig geworden sind wir in Bereichen wie Bildung, Ernährung und Gesundheitsmarkt. Letztgenannter Bereich ist wie beim „Ökovision Classic“ ein Schwerpunkt und wird wohl zum Jahresende 20 Prozent der Portfoliotitel in unserem „Growing Markets 2.0“ stellen. Ein solches Universum zusammenzustellen war nicht einfach und hat viel Zeit in Anspruch genommen.

„Der Begriff „Nachhaltigkeit“ ist mir zu sehr nach hinten gerichtet. Es geht jedoch um ein nach vorn gerichtetes Handeln, also um „Vorhaltigkeit“. Alfred Platow, Ökoworld Lux S.A.

tionalen Finanzmesse in Peking. Dort habe ich erlebt, wie Banker im Alter zwischen 30 und 40 Jahren ,vorhaltige‘ Fragen an mich gestellt haben, die vor zehn Jahren noch undenkbar gewesen wären. Es tut sich da etwas. Auch bei der Ökoworld. Sie haben jetzt mit dem „Growing Markets 2.0“ einen ethisch-ökologischen Emerging Mar­ kets-Fonds aufgelegt. Warum hat das vergleichsweise lange gedauert? A. P.: Wir wollten keinen weiteren dieser Fonds auflegen. Die am Markt erhältlichen Fonds der Generation 1.0 profitieren primär davon, dass diese unter-, aber sich schnell entwickelnden Länder etwas exportieren oder ihre Ressourcen zur Verfügung stellen. Für Ökoworld wäre ein solches Vorgehen völlig kontraproduktiv. Was machen Sie anders? A. P.: Wir haben in verschiedenen Ländern, sei es in Südafrika, Brasilien oder Thailand, nachgeschaut, wie die dorti­ gen Betriebe mehr für den eigenen Konsum produzieren können, damit ihre Lebensqualität besser wird. So haben wir Zeit, Arbeit und Geld investiert, um herauszufinden, wie ein Land

Beim „Ökovision Classic“ legen Sie bekanntermaßen strenge Ausschluss­ kriterien an. Können Sie diesen in den Emerging Markets wirklich gerecht werden, angesichts von z. B. Men­ schenrechtsverletzungen oder inhu­ manen Arbeitsbedingungen in China oder Südafrika? A. P.: Nein, beim „Growing Markets 2.0“ müssen wir auf die Verhältnisse Rücksicht nehmen, die sich aufgrund der sozialen Entwicklungen in den Emerging Markets durchsetzen. Natürlich investieren wir beispielsweise nicht in den chinesischen Elektronikzulieferer Foxconn, da dort unmenschliche Arbeitsbedingungen öffentlich geworden sind. Gleichwohl gibt es in den Schwellenländern eine Vielzahl interessanter Titel, wie z. B. den südafrikanischen Einzelhandelskonzern Woolworths, der stark auf Bio-Lebensmittel setzt und mit der hierzulande bekannten Marke Woolworth überhaupt nichts zu tun hat. Ob aber die hygienischen und Arbeitsbedingungen bei dessen Zulieferern akzeptabel sind, das können wir nicht überprüfen. Dafür sind die Firmen zu klein. Darüber gibt es weder Berichte noch können die Stätten besichtigt werden. Hier unterscheidet

sich der Fonds fundamental von unserem global ausgerichteten Aktienfonds, also nicht Ökovision, sondern Ökoreal. Dennoch steht unser neuer Schwellenländerfonds für Investments in ausgewählte Unternehmen in den Emerging Markets, die vorher von unserem unternehmenseigenen Nachhaltigkeits-Research auf ethischen Anspruch, Sozialverträglichkeit und ökologische Kriterien bestmöglich geprüft wurden. Gilt das auch für Investments in chine­ sische Unternehmen? A. P.: Für unseren Emerging MarketsFonds haben wir aussichtsreiche Unternehmen u. a. aus dem Bereich Medizintechnik gefunden, bei denen wir den Eindruck haben, dass dort vernünftig produziert wird. Aber eine Garantie dafür gibt es nicht. Wir nehmen dieses Risiko also in Kauf, sind dabei aber ganz wach und aufmerksam. Ethisch-ökologisch orientierten Anle­ gern ist dies möglicherweise zu wenig. Was könnte für sie dennoch Motiva­ tion für ein Investment sein? A. P.: Beim „Ökovision Classic“ blicken wir auf 20 Jahre Erfahrungen zurück und sind uns sicher, dass die mehrheitlich großen Unternehmen unsere ethisch-ökologischen Anforderungen erfüllen. Bei an kleinen und mittelständischen Börsen gelisteten Unternehmen in den Emerging Markets ist das nicht möglich. Wer dort mit seiner Kapitalanlage wirtschaftliche und sozialpolitische Entwicklungen gewinnorientiert fördern will, kann dies nicht ohne Risiken tun. Gleichwohl sehen unsere hauseigenen Finanzmarktanalysten in vielen Titeln der Growing Markets weiterhin deutliches Kurspotenzial. Dies liegt zum einen an der günstigen Konstellation zwischen Aktien-Bewertung und Wachstumsperspektiven einzelner Unternehmen. Zum anderen an der Tatsache, dass viele der aussichtsreichen Werte auch heute noch nicht auf dem Radar der großen Brokerhäuser zu finden sind.

exklusiv

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Interview Pensionsvorsorge

„Globales Aktienportfolio ist die beste Empfehlung“ „Mit Geldwerten lässt sich nach Abzug von Steuern und Inflation kaum noch ein auskömmliches Altersvermögen aufbauen“, sagt Thomas Heß. Der Organisationsdirektor des Partnervertriebs bei den WWK Versicherungen erläutert, warum Gold, Immobilien und Rohstoffe nur bedingt eine Lösung bieten.

Wie meinen Sie das? T. H.: Geldwertanlagen wie beispiels­ weise Termingelder oder festverzins­ liche Wertpapiere bieten vor dem Hintergrund eines lang anhaltenden Niedrigzinsumfeldes für viele Kun­ den eine zu geringe Rendite, um eine auskömmliche Altersvorsorge

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zu überhöhten Preisen, die vielleicht in der Zukunft nie mehr erreicht wer­ den. Selbst der Inflationsschutz bietet dann keinen Ausgleich mehr.

Thomas Heß, Organisationsdirektor

Partnervertrieb WWK Versicherungen

aufzu­bauen. Kunden, die eine höhere Renditechance anstreben, kommen also an Aktien bzw. entsprechenden Fonds­investments nicht vorbei. Wären Anleger mit einem Einstieg in andere Sachwertanlagen genauso gut gestellt wie in globalen Aktienfonds? T. H.: Ja, aber nur als Beimischung. Kommen in der Bevölkerung Ängste vor einer steigenden Inflation oder Währungsreform auf, wird verstärkt in greifbare, also physische Anlagen investiert, allen voran Gold, Immobi­ lien und Rohstoffe. Diese große Nach­ frage treibt die Preise der Sachwerte in die Höhe, da das Angebot relativ klein und überschaubar ist. Der An­ leger investiert damit möglicherweise

Warum ist es für den Anleger ratsam, über eine Fondspolizze in internatio­ nale Aktienfonds einzusteigen und nicht per Direktinvestment? T. H.: Bei langfristigen Verträgen müssen Österreicher auf den Versi­ cherungsbeitrag nur vier Prozent Ver­ sicherungssteuer entrichten. Damit kann später die komplette Ablaufleis­ tung steuerfrei vereinnahmt werden. Beim direkten Fondsinvestment wer­ den die erzielten Erträge durch die Vermögenszuwachssteuer belastet und der Vermögensaufbau entspre­ chend geschmälert. Nur die Fondspo­ lizze bietet zudem eine lebenslange Verrentung. Welche Gründe sprechen dann für eine Fondspolizze aus Ihrem Haus? T. H.: Unter den Qualitäts- und Ser­ viceversicherern zählt die WWK Fondspolizze marktweit zu den güns­ tigsten Produkten, bei gleichzeitig umfassendem Fondsangebot. Außer­ dem garantieren wir Kunden, die heu­ te einen Vertrag abschließen, lebens­ lang zu einhundert Prozent die aus den heutigen Sterbetafeln zugesagten Leistungen. Der Kunde kann sich so­ mit eine gesicherte Altersversorgung aufbauen, ganz gleich, wie lange er später leben wird.

Foto: beigestellt

FONDS exklusiv: Herr Heß, viele Bür­ ger halten sich bei ihrer Pensionsvor­ sorge zurück, weil sie kein Vertrauen mehr in die Geldanlage haben. Welche Anlageempfehlung würden Sie den Beratern mit auf den Weg geben? Thomas Heß: Bei langfristigen Sparprozessen ist die Anlage in ein breites, international ausgerichte­ tes Portfolio von Aktien großer und profitabler Hersteller die beste Emp­ fehlung. Das Kapital wird weltweit in verschiedenen Währungen, Regio­ nen, Branchen und Gesellschaften investiert, für deren Auswahl ein erfolgreicher Fondsmanager verant­ wortlich ist. Die Vergangenheit zeigt, dass sich mit solchen globalen Invest­ ments langfristig Erträge jenseits der Inflationsrate erzielen lassen. Wird das Kapital monatlich eingezahlt, sorgen die Kursschwankungen noch für einen günstigeren durchschnitt­ lichen Einstiegspreis. Eines ist doch klar: Es ist schwer vorstellbar, dass Weltmarken wie Coca-Cola, Daimler oder Nestlé alle auf einmal nichts mehr wert sind. Das ist bei Geldwer­ ten anders.


Lebensversicherung Pensionsvorsorge

UFOS PREMIUM – die fondsgebundene Lebensversicherung der Wiener Städtischen UFOS PREMIUM kombiniert optimal die Vorteile einer fondsgebundenen Lebensversicherung mit den Ertragschancen an den internationalen Kapitalmärkten und der klassischen Lebensversicherung mit der Möglichkeit der Veranlagung in den Deckungsstock nach VAG.

W

er weniger Risiko eingehen will, veranlagt bis zu einem Anteil von 90 Prozent im klassischen Deckungsstock nach VAG mit garantierter Mindestverzinsung und unverbindlicher Gewinnbeteiligung*, das bedeutet, dass mit UFOS PREMIUM optional auch in die klassische Lebensversicherung mit Deckungsstock nach VAG veranlagt werden kann.

Advertorial; Foto: Wiener Städtische, Bubu Dujmic

Kursgewinne der Fonds können mittels Lock-In in den klassischen Deckungsstock nach VAG umgeschichtet werden. Der Prozentsatz für den LockIn ist ab einer Wertentwicklung des Fonds von fünf Prozent frei wählbar. „Ringturm Panorama Fonds“ Der Dachfonds „RT Panorama Fonds“ wird von der Ringturm KAG gemanagt und ist exklusiv über die fondsgebundene Lebensversicherung der Wiener Städtischen erhältlich. Er vereint die besten fünf Subfonds, die nach den Kriterien „bewährter und erfolgreicher Managementansatz“ sowie einer herausragenden Entwicklung innerhalb der jeweiligen Fonds-Vergleichsgruppe ausgewählt wurden.** Der Dachfonds hat eine flexible Aktienquote von 15 bis 60 Prozent, die je nach Markttrend aktiv angepasst wird.

„Der Kunde bestimmt, wie sein Geld investiert wird, je nach Risikobereitschaft stehen unseren Kunden über 100 erstklassige Investmentfonds unterschiedlichster Anlageklassen zur Auswahl.“ Dr. Ralph Müller,

Vertriebsvorstand Wiener Städtische Versicherung

Pensionsvorsorge Alle kennen die Diskussion um die Sicherheit der staatlichen Pensio­ nen. UFOS PREMIUM bietet eine fondsgebundene Pensionsvorsorge in Ergänzung zum staatlichen Pen­ sionssystem. Ob der Kunde am Ende der Versicherungslaufzeit das angesparte Fondsguthaben auf einmal ausbezahlt haben oder die Rentenoption in Anspruch nehmen will, entscheidet er erst zum Ablauf der Versicherung. UFOS PREMIUM auf einen Blick: • Umfangreiche Fondsauswahl sowie Veranlagungsmöglichkeit in den klassischen Deckungsstock nach VAG.

• Kursgewinne absichern mit dem Lock-In in den klassischen Deckungsstock nach VAG. • Veranlagungswechsel 2x im Monat kostenlos. • Vertragsanpassungen wie Zuzahlungen, Teilentnahmen, Änderungen der Prämienhöhe und der Zahlungsdauer während der Laufzeit möglich. • Auszahlung als Kapital, Pension oder Kombination aus beidem möglich. • Rententafelgarantie.*** • KESt-frei vorsorgen. • Attraktive Zusatzbausteine für Prämienerlass bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit, Eltern- und Hospizkarenz, unverschuldeter Arbeitslosigkeit möglich.

* Da die in künftigen Jahren erzielbaren Überschüsse nicht vorausgesagt werden können, beruhen Zahlenangaben über die zu erwartende Gewinnbeteiligung (Überschussbeiträge, Gewinnansammlungsguthaben, Prämienrückgewähr usw.) auf Schätzungen, denen die gegenwärtigen Verhältnisse zugrunde gelegt sind. Solche Angaben sind daher unverbindlich. Die tatsächlich zur Auszahlung gelangende Gewinnbeteiligung hängt allein von den während der Laufzeit des Vertrags erzielten Überschüssen ab. ** Bitte beachten Sie, dass die Wertentwicklung der Vergangenheit keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zulässt. *** Bitte beachten Sie, dass zukünftige vertragliche Änderungen zu einer Umstellung der vertraglichen Rententafel führen können.

exklusiv

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Liechtenstein Pensionsvorsorge

Polizzen als Krisenschutz Nach Sonderkonjunkturen und Steuerdiskussionen herrscht wieder Normalität im Fürstentum. Die große Verunsicherung vieler Sparer wegen der anhaltenden Staatsschuldenkrise in Europa könnte den Versicherern wieder Auftrieb geben: Mit Sachwert-Anlagen aller Art werden die größeren Anlagefreiheiten voll ausgeschöpft. von Kay Schelauske

Belastend habe sich zudem die generelle Verunsicherung der Anleger

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auf­grund der schwelenden Staatsschuldenkrise in Europa ausgewirkt. Bleibt abzuwarten, ob der Trend von Dauer ist. Den jüngsten Erfahrungen von Vertriebsprofis zufolge, die hierzulande für Liechtensteiner Produktlösungen werben, müssten ihnen genau diese Entwicklungen in die Hände spielen. Denn in Europa wie in den USA überspringen die Staatsschulden Höchststände. Die Sorgen um die Stabilität des Geldwertes und einem Auseinanderbrechen des Euroraumes wachsen. „Flüchten Sie in Sachwerte“, wird als Lösung propagiert. Berechtigterweise, doch nicht unerwartet. Denn genau hier liegt eines der zentralen Produktfelder, auf denen sich die Liechtensteiner deutlich von österreichischen Versicherern abheben. „Aufgrund der Verunsicherung bei den Anlegern erfahren wir bei unseren jüngsten Roadshows starken Zuspruch“, freut sich Rolf B. Pieper,

Finanzmarktexperte der mandare AG in Liechtenstein. Besonders im Fokus steht aktuell der „TerraMetal Fund“, der in Seltene Erden und Strategische Metalle investiert. Beide befinden sich in einer für Investoren hervorragenden Ausgangssituation: eine steigende Nachfrage bei einem knappen Angebot lässt die Preise steigen. „Ein besonderes Merkmal des Fonds ist es, dass er keine Papiere handelt, sondern die Werte physisch im HochsicherheitsZollfreilager in der Schweiz einlagert“, sagt Pieper. Weitere angebotene Fondslösungen sind erstens der „MF Selection“: Bei einer Zielgewichtung von 60 Prozent Gold, 30 Prozent Silber sowie Platin und Palladium als Beimischungen werden die Edelmetalle ebenfalls physisch hinterlegt, heißt es. Als „besonderen Krisenschutz“ erhalte der Sparer gar einen physischen Auszahlungsanspruch. Zweitens, der „Forestry

Foto:Fotolia.de

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urück zur Normalität. So bewertet der Liechtensteinische Versicherungsverband (LVV) den zuletzt massiven Rückgang bei den Prämieneinnahmen. Eine Reihe von Sonderkonjunkturen liegt hinter dem Fürstentum. Sei es die Abschaffung des Steuerprivilegs auf Lebensversicherungen in Deutschland im Jahr 2004, die Bankenkrise im Jahr 2008 oder anschließend die italienische Steueramnestie „Scudo fiscale“. Nach diesen Ausnahmejahren ist jetzt eine Normalisierung eingetreten, heißt es. Vor allem durch einen Einbruch im Einmalanlagen-Geschäft hatten sich die Bruttoprämien so im vergangenen Jahr auf 4,8 Milliarden Schweizer Franken nahezu halbiert. Die Summe der verwalteten Kapitalanlagen hat sich indessen oberhalb von 29 Milliarden Schweizer Franken stabilisiert.


Liechtenstein Pensionsvorsorge

Growth Fund“, hier wird das Kapital in kommerziell nachhaltige Holzplantagen, Grund und Boden sowie Private Equity investiert. Drittens, der „Solid Anchor Fund“, bei einer Zielallokation von zwölf bis 18 alternativen und klassischen Investmentfonds wird auch in spezialisierte Immobilien, Rohstoffe, Kunst- und Weinanlagen investiert, die einer möglichst geringen Korrelation unterliegen sollen. Zugriff auf diese reinen Sachwerte-Fonds erhalten Sparer im Rahmen der Fondspolice „mylife“, mit der konform mit den heimischen Gesetzesregelungen für das Pensionsalter vorgesorgt werden könne. Pieper: „Anleger möchten wahre Werte und Substanz, keine Zertifikate, Bezugsrechte oder intransparente gehebelte Produkte.“ Edelmetalle als Krisenschutz Auf einen „Krisenschutz“ setzt auch die Vienna-Life Lebensversicherung mit ihrer „Kapitalschutz Real-WertPolizze“: Die angebotenen FondsStrategien eröffnen dem Versicherungsnehmer ebenfalls eine physische Veranlagung in Gold bzw. Silber zu 80 bzw. 50 Prozent sowie eine Anlage in dem strategischen Metall Rhenium. Ergänzend können Fonds gewählt werden, die in Energie-Rohstoffaktien, Gold, Agrarrohstoffe und Agrarunternehmen investieren. Zur Diversifikation wird eine ManagedFuture-Strategie offeriert. Noch fürst-

licher wird es für Anleger, die bspw. aus einer Lebensversicherung mindestens 50.000 Euro anlegen wollen. Über die „Individual-Life-Polizze“ können sich Versicherungsnehmer, nach Angaben der hundertprozentigen Tochtergesellschaft der Vienna Insurance Group in Wien, eine Versicherungslösung ganz nach ihren Bedürfnissen gestalten lassen – angefangen bei der Fondsauswahl bis zu einem erhöhten Hinterbliebenenschutz. Im vergangenen Jahr hat sich WealthAssurance, Liechtensteiner Tochtergesellschaft der deutschen Signal Iduna Gruppe, mit EinmalbeitragsPolizzen dem Retailmarkt geöffnet. Bislang galt der Fokus ausschließlich vermögenden Privatkunden. Mit der Fondspolizze „PIP-Fundlife“ erhalten Versicherungsnehmer Zugriff auf vier Themenstrategien: alternative Investments, nachhaltige Anlagen, Edelmetall- und Dachfonds. Kooperationspartner sind das Liechtensteinische Beratungsunternehmen LIAM und die Fondsplattform von Moventum. Letztere biete einen Zugriff auf ein Universum von über 9.000 Fonds, einschließlich Exchange Traded Funds, kurz ETF’s. Ebenfalls im Vertriebsfokus ist die „Multi-Sachwert-Polizze“, die mit dem Kooperationspartner Telefunken Invest Management aufgelegt wur-

Prämieneinnahmen eingebrochen Verbuchte Bruttoprämien (in Millionen Schweizer Franken) 9406 8785 6805

6899 5939 4802

Quelle: FMA/LVV

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de. Hier wird das Kapital zu gleichen Anteilen in drei Bereichen investiert: Privat Equity-Finanzierungen aus unterschiedlichen Entwicklungsphasen; Immobilien, bei denen die Projektentwicklung und Revitalisierung von bspw. Telefunken-Häusern im Vordergrund steht, sowie in den Bereich Neue Energien, konkret Wind- und Sonnenenergie sowie Biogas. Zehn Prozent werden in cash gehalten, u.a. in Festgeldern und Geldmarkttiteln. Auch hier soll eine Wechselwirkung der nicht bzw. nur gering miteinander korrelierenden Anlageklassen dafür sorgen, dass in jeder Marktphase Gewinne erzielt werden können. Taggeld mit 2,5 Prozent Eine umfassende Produktpalette bietet der Liechtensteinische Versicherer Prismalife an. Das beginnt bei einem „Taggeld“ zur kurz- bis mittelfristigen Geldanlage. Hier gewährt der Versicherer heuer einen Zinssatz von 2,5 Prozent per anno, bei täglicher Verfügbarkeit und einschließlich Todesfallschutz, der auch separat abgeschlossen werden kann. Positiv fällt zudem der dreistufige BU-Schutz auf. In der „Kompakt“-Variante greift der Versicherungsschutz ab einer 50-prozentigen Berufsunfähigkeit, in der „Exxellent“-Variante ist zudem ein Schutz gegen schwere Krankheiten inkludiert. Bei drohender Berufsunfähigkeit und in gesundheitlich schwierigen Fällen hat der Versicherungsnehmer zudem Zugriff auf eine Hotline, wie es heißt. Hierüber lassen sich Informationen über medizinische Versorgungen und eine ärztliche Zweitmeinung einholen, und es wird der Kontakt zu medizinischen Einrichtungen, Beratern und Ärzten im In- und Ausland hergestellt. Im Rahmen ihrer Rentenversicherung „PrismaFlex“ nutzt natürlich auch die Prismalife die bestehenden Anlagefreiheiten und offeriert Investments u. a. in Sachwerte-Fonds und börsengehandelten Exchange Traded Funds.

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Liechtenstein Pensionsvorsorge

Verwaltete Kapitalanlagen gefestigt

erscheinen. Aber erinnern wir uns: Die Lehman-Krise und ihre Folgen hätte sich zuvor auch kaum jemand vorstellen können.

Summe der Kapitalanlagen (in Millionen Schweizer Franken)

29383 22310

29527

29076

20363

16384

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Quelle: FMA/LVV

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In jüngster Zeit macht der Versicherer besonders in Sachen Kostentransparenz auf sich aufmerksam. Das Deutsche Finanz-Service Institut (DFSI) hatte unlängst die Kostentransparenz verschiedener Lebensversicherer bei fondsgebundenen Polizzen untersucht. Im Ergebnis wurde die Kostenstruktur der Prismalife als „besonders transparent“ bewertet. Geprüft wurden u. a. der Ausweis einmaliger und laufender Kosten, Angaben über die gesamte Kostenbelastung des Vertrags sowie deren Auswirkungen auf die zu erwartende Rendite. Wie wichtig das Thema ist, macht der Versicherer an den Ergebnissen einer jüngsten Umfrage in Deutschland deutlich: Danach wollen 85 Prozent der Befragten eine genaue Aufschlüsselung der Kosten in Euro und Cent. Auch hierzulande dürfte das Interesse daran groß sein. Standortvorteile im Wandel Apropos Transparenz, wie steht es eigentlich um die Standortvorteile des Fürstentums jenseits der größeren Freiheiten bei der Kapitalanlage? Normalität ist wohl auch in der Standortdiskussion eingekehrt. Anders als früher werden das Versicherungsgeheimnis und das Konkursprivileg vonseiten der Branche kaum noch ins Feld geführt. So gehen die Auffassungen darüber inzwischen auseinander, ob das für die Pensionsvorsorge gesparte Vertragsguthaben im Falle einer Insol-

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venz des Versicherten tatsächlich der Konkursmasse entzogen und damit gesichert bliebe. Das Versicherungsgeheimnis gewährleiste zwar, dass die persönlichen Kundendaten vor Dritten geschützt sind, was vielen Versicherungsnehmern aus ganz persönlichen Gründen nach wie vor wichtig ist, wie vonseiten dortiger Versicherungsexperten betont wird. Klar ist aber auch: Sobald nationale Behörden des Heimatstaates des Versicherten im Zuge von Ermittlungen, bspw. wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung, Kundendaten anfordern, kommen die Gesellschaften diesen Anliegen nach. Aber im Normalfall sollte das hiesige Versicherungsnehmer nicht sonderlich interessieren. Viel wichtiger ist, dass die Liechtensteiner Polizzen der österreichischen Gesetzgebung entsprechen, damit die Versicherten von staatlichen Förderungen für die Pensionsvorsorge uneingeschränkt profitieren können. Genau dies wird von den genannten Gesellschaften unisonso bestätigt. In puncto „Krisenschutz“ hebt der Finanzmarktexperte der mandare den Anlegerschutz hervor, da die Vertragsdepots in Liechtenstein als Sondervermögen gelten. Dadurch seien die Vertragsguthaben selbst bei einem Zusammenbruch von Versicherungsgesellschaften geschützt. Das mag zwar manchem als unrealistisch

Losgelöst von solchen düsteren Kri­sen­szenarien könnte aber die finan­ziel­le und politische Stabilität des Fürstentums mit dem Schweizer Franken als starke und stabile Währung selbst für hiesige Sparer an Bedeutung gewinnen. Denn auch Österreich könnte als Mitglied der Europäischen Union früher oder später Federn lassen müssen, womöglich sogar im Zuge einer Vergemeinschaftung europäischer Schulden. Polizzen bieten Versicherten mehr Flexibilität Weitere Vorteile winken schließlich noch immer in der Flexibilität vieler Polizzenlösungen sowohl in der Anspar- als auch in der Auszahlungsphase. So lassen sich variable Laufzeiten, teils bis zum Endalter von 99 Jahren, festlegen und damit Erbschaftsregelungen im Rahmen einer Versicherung vorteilhaft für Versicherte und Angehörige vereinbaren. Zudem sind Zuzahlungen, Beitragspausen und Kapi­tal­entnahmen, einschließlich der Möglichkeit von Polizzendarlehen, oftmals großzügiger gestaltet als in vielen heimischen Produktofferten.

Auf den Punkt gebracht Die große Verunsicherung aufgrund der anhaltenden Euro-Staatsschuldenkrise ebnet für Vorsorgesparer offenbar zunehmend den Weg ins Fürstentum. Denn liechtensteinische Versicherer nutzen verstärkt die größeren Freiheiten bei der Kapitalanlage am heimischen Standort: Sachwerte aller Art, angefangen bei Private Equity über Metalle und alternative Investments, bis hin zu Kunst und Wein lassen sich über Fonds im Rahmen einer Versicherung zum Vermögensaufbau für das Alter nutzen. Weitere Vorteile bieten die Flexibilität und Liechtenstein selbst.


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Roundtable Pensionsvorsorge

„Berater müssen leistung und Verdienst kommunizieren“

Kommt es zu einem Provisionsverbot? Bedarf es einer ungezillmerten Provisionierung? Und wie können Berater ihr ramponiertes Image verbessern? Denn die Vorsorge für den Ruhestand ist wichtiger denn je. Über diese Fragen diskutierten Vertreter namhafter Versicherer kontrovers beim Roundtable „Pensionsvorsorge im Vertriebsfokus“ bei FONDS exklusiv. von Kay Schelauske

Die Teilnehmer des Roundtables (v.l.n.r.): Kay Schelauske/FONDS exklusiv, Thomas Heß/WWK, Michael Miskarik/HDI, Philip Steiner/Nürnberger, Christian Wurl/Wüstenrot, Karl Taschler/Generali, Gerhard Heine/Wiener Städtische, Andreas F. Promberger/APK

FONDS exklusiv: Kaum ein anderes Thema sorgt in der Finanzbranche für so viel Diskussionsstoff wie ein mögliches Provisionsverbot für unabhängige Berater. Wie bewerten Sie den Diskussionsstand innerhalb der EUKommission, Herr Miskarik? Michael Miskarik: Ein generelles Provisionsverbot dürfte nach den letzten Verhandlungsrunden vom Tisch sein. Das würde einem ganzen Berufsstand massiv schaden und diesen letztlich auch massiv gefährden. Zudem wäre eine deutliche Ungleichbehandlung im Vermittlermarkt die Folge.

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Philip Steiner: Nach meinem Kenntnisstand soll das Provisionsverbot in der Unabhängigen Finanzberatung in der Finanzmarkt-Richtlinie MiFID II statuiert werden. Dann dürfte es aber auch in der Versicherungsvermittlungs-Richtlinie IMD II kommen. Karl Taschler: Eine Prognose mag ich nicht abgeben. Ich vermute, dass man sich auf eine Offenlegung verständigen wird. Ich bin mir alles andere als sicher, dass es zu einem Provi­ sionsverbot kommen wird.

Gerhard Heine: Ich sehe keinen Veränderungsbedarf in diesem Bereich. Sollte das Provisionsverbot tatsächlich kommen, wird es für die Branche einen erheblichen Umbruch zur Folge haben. Im Lebens-Bereich könnten Makler künftig verstärkt mit zwei Gewerbescheinen unterwegs sein, dem für Makler und dem für Mehrfach-Agenten. Thomas Heß: Sollte der Provisionsempfang bei der unabhängigen Beratung künftig verboten werden, würde dies ausschließlich den Finanzmakler


Roundtable Pensionsvorsorge

treffen. Denn der Makler nimmt für sich in Anspruch, dem Kunden einen anbieterübergreifenden Überblick zu verschaffen, während sich der Mehrfach-Agent auf eine kleine Zahl verschiedener Angebote beschränkt. Im Ergebnis dürfte sich der Markt dann aufteilen: Die einen werden Honorarberater, weil sie sich zutrauen, alleine von den Mandaten ihrer Kunden leben zu können. Der überwiegende Teil wird allerdings als Mehrfach-Agent unterwegs sein, um seinen tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung zu tragen. Wie die Gesellschaften aber mit Honorarberatern umgehen und deren Produkte von diesen bewertet werden, da wage ich keine Prognose. Aber eine solche Entwicklung dürfte den Markt sehr stark durcheinanderwirbeln. Andreas F. Promberger: Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass es zu keinem Provisionsverbot, sondern zu einer Offenlegung kommen wird. Als Branche müssen wir aber auch selbstkritisch festhalten, dass wir es im Jahr 2007 im Zuge der Diskussionen mit den Konsumentenschützern im Rahmen des Versicherungsvertragsgesetzes versäumt haben, für klare dauerhafte Regelungen zu sorgen. Natürlich wird es Makler geben, die sich mit einer Offenlegung schwer tun. Aber es ist auf jeden Fall besser als eine Honorarberatung. Die beste

Lösung wäre aber eine ungezillmerte Vergütung, da bei einer reinen Honorarberatung ein Großteil der Maklerschaft verloren ginge. Denn es ist selbst bei großzügigen Übergangsfristen schwer, Kunden auf ein neues Verfahren umzustellen. P. S.: Bei der Offenlegung der Provisio­ nen im Bereich der Lebensversicherung sollten die beiden Provisionssysteme berücksichtigt werden. Es macht einen Unterschied, ob die Provision einmalig als Abschlussprovision oder über die ganze Laufzeit ausbezahlt wird. So sollten bei der laufenden Provisionierung die Kosten auf Jahresbasis dargestellt werden. Wird bspw. bei einem Vertrag mit einer Jahresprämie von tausend Euro eine Provision von 50 oder 60 Euro fällig, ist das für den Kunden verständlich und nimmt der Offenlegung den Schrecken. Herr Wurl, hat der österreichische Staat im Hinblick auf die nationale Gesetzgebung Möglichkeiten, in diesen Prozess einzugreifen? Christian Wurl: Nein, auch Österreich muss die Anforderungen, die sich aus der europäischen Gesetzgebung ergeben, im eigenen Land entsprechend umsetzen. Sonderlösungen sind hier nicht möglich. Das Provisionsverbot ist, wie ich von unseren Juristen erfahren habe, noch nicht endgültig vom Tisch. Die Grünen-

Fraktion hat es wieder auf die Agenda gebracht. Vielen ist gar nicht klar, was ein solches Verbot in der Praxis bedeuten würde. Heute kann sich der Kunde mehrere Berater kommen und verschiedene Produkte zeigen lassen, ohne nur einen Cent dafür zu bezahlen. Künftig wird er 500 und mehr Euro auf den Tisch legen müssen, um sich mithilfe eines Beraters einen Marktüberblick zu verschaffen. Oder der Kunde orientiert sich über das Internet. Ein Ersatz für eine Beratung ist dies jedoch nicht. K. T.: Der normale Konsument, der eigentlich geschützt werden soll, wird so in die gebundene Finanzberatung getrieben. Das kann eigentlich nicht im Sinne des Gesetzgebers sein. T. H.: Die Qualität der Beratung zeigt sich meines Erachtens nicht in der Vergütungsform. Ein Beispiel: Wenn ich Schmerzen im Rücken habe, gehe ich zum Arzt. Der Arzt untersucht mich, stellt eine Diagnose und empfiehlt mir eine Therapie, alles auf Honorarbasis. Dann erhalte ich ein Rezept und gehe damit zum Apotheker. Der verkauft mir auf Provisionsbasis ein Schmerzmittel, ein Gel, je nachdem, was mir hilft. Ganz ehrlich: Ich war schon bei katastrophal schlechten Ärzten und bin anschließend vom Apotheker ganz gut aufgefangen worden, umgekehrt aber genauso. Ebenso ist es in

„Viele Kunden wissen nicht, welche Vorteile ihnen Rahmenverträge innerhalb der Betrieblichen Kollektivversicherung eröffnen.“ Karl Taschler,

Leiter Unabhängige Vertriebe für Wien, Niederösterreich und Burgenland, Generali

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Roundtable Pensionsvorsorge

„Ein wenig Werteorientierung würde unseren ­Berufsstand wieder ins rechte Licht rücken. Doch dieses ernsthafte, ehrliche Interesse am Kunden vermisse ich leider vielfach.“ Michael Miskarik,

Niederlassungsleiter Österreich, HDI

der Finanzberatung: Es gibt welche, die verkaufen wie wild, um Provisio­ nen zu kassieren. Andere beraten stundenlang, um höhere Honorare zu generieren. G. H.: Bei Berufsgruppen wie Rechtsanwälten und Steuerberatern ist es für den Kunden völlig normal, dass er ein Beratungshonorar bezahlt. Unüblich ist es allerdings, Geld für eine Versicherungsberatung zu bezahlen. Es gilt, zu überzeugen, dass Versicherungsberatung eine wertvolle Dienstleistung darstellt, die ebenso wie jede andere honoriert werden sollte. A. P.: Ich kenne sehr gute Makler, die haben ihren Stolz und kein Problem mit einer Offenlegung. Denn der Kunde würde dann erkennen, wie sie für ihre Leistung entlohnt werden. Es geht also darum, dass ein Berater seine Dienstleistung seriös anbietet und klar kommuniziert, wie viel Geld er dafür bekommt. Dies muss ja nicht auf den letzten Cent geschehen. Lässt der Berater nicht allzu häufig außer Acht, dass die Pensionsvorsorge

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ein langfristiger Prozess ist und auch im eigenen Interesse entsprechend ­begleitet werden müsste? C. W.: Nach Jahren, in denen sich der Blick vorwiegend auf die Rendite beim Vermögensaufbau richtete, ist das Kerngeschäft, nämlich die Sicherheit der Pensionsvorsorge, in den Hintergrund getreten. Die durchschnittlichen Vertragslaufzeiten sind zurückgegangen. Hier sollten Berater wie Anbieter alles daran setzen, diesen Trend wieder umzukehren. Denn es gilt, alles zu tun, damit vorzeitige Reduktionen vermieden und keinesfalls gefördert werden. M. M.: Auffallend ist, dass Lebensversicherungen vielfach nicht auf Basis eines qualifizierten Beratungsprozesses verkauft werden. Vielmehr wird die Polizze, die eine tragende Säule der kapitalgedeckten Altersvorsorge darstellen sollte, z. B. an den Abschluss anderer Versicherungsprodukte gekoppelt. Kurzum, es wird verkauft und dafür Provision kassiert. Im Zuge der Vertragslaufzeit wird der Kunde meines Erachtens nach wie vor zu wenig darauf sensibilisiert, wie er seine

Pensionsvorsorge an die sich laufend ändernden Lebensumstände anpassen kann. Auf diese Weise würde der Berater den Kunden nicht nur an sich binden, sondern den Vertrag aufwerten und Zusatzgeschäft generieren. Grundvoraussetzung für die Nachhaltigkeit von Vorsorgelösungen ist es, dass die Beratung auf Basis einer persönlichen Bedarfsanalyse durchgeführt wird. Manchmal steht also die tatsächliche Qualität der Beratungsleistung in keinem Verhältnis zu den Abschlusskosten. Als Versicherer sind wir in folgenden Bereichen massiv gefordert: Erstens müssen wir die Qualifizierung und die Ausbildung unserer Berater deutlich unterstützen. Hier ist die gesamte Branche in einer Bringschuld, und zwar über alle Vertriebswege hinweg. Nur so werden uns in Zukunft unsere Kundinnen und Kunden ihr Vertrauen schenken. Und zweitens? M. M.: Ein Vergütungsmodell, das sich über die gesamte Prämienzahlungsdauer eines Vertrags erstreckt, würde alle Beteiligten besser stellen: Der Kunde erzielt deutlich bessere Werte, der Berater wird für seine laufende Betreuung seriös entlohnt und kommt auch nicht in die Situation, eventuell unverdiente Provisionsanteile zurückzahlen zu müssen. Und zu guter Letzt müssen wir als Versicherer nicht so viel Aufwand damit betreiben, un­ verdiente Abschlussprovisionen zurückzufordern. Somit eine Win-WinSituation. A. P.: Wenn die großen Komposit-Versicherer eine Provisionierung voran­ treiben würden, die es dem Berater entlohnen würde, seine Kunden regelmäßig zu betreuen, dann würden auch die unseriösen Berater vom Markt verschwinden. G. H.: Wir haben vor rund zehn Jahren eine laufende Provisionierung eingeführt. Bis heute nutzt aber keine Handvoll Vermittler diese Option.


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www.wuestenrot.at * Die Höhe des als Bonus ausbezahlten „Inflationsschutzes“ richtet sich nach der tatsächlichen Inflation in Österreich im Jahr der Einzahlung laut Statistik Austria, begrenzt mit maximal 3 % p.a. Maßgeblich ist der VPI 2010, der jeweils am 15. Jänner des darauffolgenden Jahres auf der Homepage der Statistik Austria (www.statistik.at) veröffentlicht wird. Der Inflationsschutz wird auf die jährlich einbezahlten Versicherungsbeiträge (inkl. Versicherungssteuer) in den ersten 3 Kalenderjahren ab Versicherungsbeginn gewährt und im Nachhinein zum Anfang des Folgejahres in Form einer jährlichen Beitragsgutschrift dem Vertrag gutgeschrieben. Dadurch verringert sich die nachfolgende Einzahlung um den gutgeschriebenen Betrag. Eine Barablöse ist nicht möglich. Aktion gültig für von 1.10. – 31.12.2012 abgeschlossene Neuverträge der FIXkostenversicherung/T156, Überlebensvorsorge/T123, Familienvorsorge/T102 sowie der JACKPOT-Vorsorge/T109 jeweils mit einem Mindestbeitrag von 50 Euro pro Monat. Spätestmöglicher Versicherungsbeginn ist der 1.1.2013. Nicht mit anderen Aktionen kombinierbar.

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Roundtable Pensionsvorsorge

„Aus dem Sachwertbereich Aktien werden Gelder abgezogen, weil die Ängste vor hohen Kursschwankungen größer sind als vor einer negativen Realverzinsung.“ Thomas Hess,

Organisationsdirektor/ Leiter Partnervertrieb WWK

C. W.: Die gleiche Erfahrung haben wir auch gemacht. Herr Miskarik, wie drückt sich denn die mangelhafte Begleitung von Kunden aus? M. M.: Wenn im 61. Vertragsmonat die Stornoquote ansteigt, ist im Beratungsprozess, am point of sale, etwas schief gelaufen. Ebenso haben wir fest­gestellt, dass Verträge mit Monats­prämien von 25 bis 35 Euro eine erhöhte Stornowahrscheinlichkeit haben. Der Betrag reicht im Regelfall für eine qualifizierte Pensionsvorsorge nicht aus und bietet somit jedem Mitbewerber ein willkommenes Argument. Im Umkehrschluss ist es überhaupt nicht einzusehen, dass Beratung und Qualität in unserem Geschäft nichts wert sein dürfen. Wir müssen steigenden Informations­ pflichten und erhöhtem Qualifizierungsbedarf Folge leisten. Das erachte ich als sinnvoll und notwendig, aber es kann nicht sein, dass unsere hochwertige Dienstleistung nichts kosten darf. Das passt schlicht und ergreifend nicht zusammen.

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exklusiv

G. H.: Auch wenn die Beratungsqualität oftmals kritisiert wird, bin ich davon überzeugt, dass mehr als 90 Prozent der Vermittler anständig berät, ganz gleich, ob eigener oder externer Vertrieb. Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche. M. M.: Ich habe kürzlich den Readers Digest Vertrauensindex 2012 erhalten. Danach führt der Feuerwehrmann die Liste der vertrauenswürdigsten Berufe an. Eher abgeschlagen findet man Gewerkschaftsführer, Autoverkäufer, Taxifahrer sowie den Finanz- und Vermögensberater. Folglich kommen viele unsere Bemühungen beim Kunden nicht an, sonst würden die Ergebnisse freundlicher aussehen. Wenn wir unser Image kontinuierlich verbessern, erscheinen auch angemessene Berater-Einkommen als gerechtfertigt. T. H.: Diese und ähnliche Studien zeigen allerdings auch: Werden dieselben Personen um eine Bewertung ihres Finanzberaters gebeten, also jener Person, die regelmäßig bei ihnen vor Ort ist, bewegt sich die Ein-

stufung im oberen Drittel. Es ist also das ­abstrakte Berufsbild, das hier so schlecht abschneidet. Gibt es bei Ihnen Ansätze bzw. Ideen, wie sich junge Menschen trotz dieses verheerenden Images für den Beruf des Finanzberaters begeistern lassen? T. H.: Eine attraktive Vergütung ist sicherlich ein Hygienefaktor, der heute grundsätzlich gegeben, aber bedroht ist. Das zweite ist eine fundierte Ausbildung. Durch unsere Ausschließlichkeitsorganisation verfügt die WWK über die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen, um auch den Maklern Qualifizierungen und Fortbildungen unterschiedlicher Art anbieten zu können. Hier gibt es auch für junge Menschen viele attraktive Angebote, die einen Einstieg in den Beruf des Finanzberaters interessanter gestalten. Sind allerdings die ­zukünftigen Einkommensaussichten unklar, wird es schwer, qualifizierte junge Menschen zu gewinnen. Deshalb sind stabile Rahmenbedingungen für unsere Branche unerlässlich. M. M.: Warum entscheiden sich so wenige junge Menschen für eine Karriere in unserer so wichtigen Branche? Sie haben Angst vor der Kundenakquise und scheitern oft genau aus diesem Grund. Keiner mag im Bekanntenund Freundeskreis Kunden ansprechen. Es ist in der Tat ein schwieriges Unterfangen, aber wir haben gute Erfahrungen damit gemacht, Vermittlern mit einem großen Sachbestand, die wenig bis kein Leben-Geschäft produziert haben, einen jungen, gut ausgebildeten Berater zur Seite zu stellen. Besonders bewährt hat sich diese Vorgehensweise, wenn die SachBerater einige Jahre vor der Pension stehen und so ihren Bestand schrittweise an den jungen Berater übergeben können. Das schafft Vertrauen bei den Kunden. A. P.: Der Finanzberater ist ein seriöser Beruf, der vielfältige Fähigkeiten und


Altersvorsorge

Je früher, desto besser. Mit der Altersvorsorge verhält es sich, wie mit so vielem im Leben: Wer rechtzeitig mit seinem Vorhaben beginnt, wird seine Ziele besser und leichter erreichen. Machen Sie mit Ihren Kunden eine Vorsorgebilanz und zeigen Sie ihnen, welchen Einfluss der Vorsorgehorizont auf das Ergebnis hat – Ihre Kunden werden erstaunt sein. Je früher sie mit der Eigenvorsorge beginnen, desto unbeschwerter können Ihre Kunden sein. Mit den vielfältigen Versicherungslösungen der NÜRNBERGER lässt sich eine individuelle Altersvorsorge aufbauen und Risiken absichern. Außerdem sind Ihre Kunden auch für einen allfälligen Pflegeaufwand gut gerüstet. Sicherheit und Eigenvorsorge für die Pension.

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„Der Sparer wird bei der Pensionsvorsorge nicht auf die Fondspolizze verzichten können. Das gilt erst recht mit Blick auf Solvency II.“ Christian Wurl,

Leiter Produktmanagement Leben, Wüstenrot

extrem viel Wissen erfordert. Er steht im Wettbewerb und muss natürlich verkaufen können. Wer dazu nicht in der Lage ist, sollte etwas anderes machen. Ein Mentor kann jungen Berufseinsteigern dann zweifelsohne eine wichtige Stütze geben. Ganz wichtig ist aber, dass der Makler erkennt, dass seine Leistung etwas wert ist. Er nimmt den Kunden ja nichts weg, sondern gibt ihnen etwas. Ich kenne einige Makler, die in ihrem Arbeitsund Wohnumfeld ein gutes Ansehen genießen. Herr Steiner, mit welchen Aktivitäten werden Sie Berater künftig verstärkt unterstützen? P. S.: Wir werden uns im nächsten Jahr ausschließlich mit den Lücken beschäftigen, also mit den Pensions­ lücken, den BU-Lücken und den Pflege-Lücken. Hiervon ausgehend soll der Makler auf der Grundlage einer individuellen Bedarfsanalyse zum Abschluss kommen. Ich habe keinen Zweifel, dass sich mit einer bedarfsorientierten Beratung ausreichend Umsätze erzielen lassen. Schließlich ist der Vorsorgebedarf beim Kunden

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nicht geringer, sondern eher größer geworden. M. M.: Das freut mich, wir gehen ­einen ähnlichen Weg. Aufgrund der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Situation halten sich viele Vermittler vom Leben-Geschäft fern. Sie wollen keine Risiken in ihrem Bestand, was durchaus nachvollziehbar ist. Gleichwohl kann sich der Makler dies heute kaum mehr leisten. Er hat im Interes­ se des Kunden zu agieren, ihn auf allfällige Risiken hinsichtlich Berufsunfähigkeit, Alterspension etc., auf Basis qualifizierter Argumente, zu sensibilisieren. Dann kann der Kunde in Ruhe entscheiden, wie er vorgehen will, ob er sehenden Auges zum Pensionsantritt in die Altersarmut rutschen oder dagegen aktiv etwas unternehmen will. G. H.: Wir haben oft versucht, unsere Vermittler, die sich auf das Sachgeschäft spezialisiert haben, zum Verkauf von Lebensversicherungen zu motivieren – aber auch wir stellen fest, dass selbst Vermittler mit guten Sachbeständen und entsprechendem Cross-Selling-

Potenzial sich nicht leicht überzeugen lassen, Lebensgeschäft anzubieten. Herr Miskarik, wie greifen Sie dem Makler beim Beratungsprozess unter die Arme? M. M.: Der Makler erhält einfach zu handhabende Tools, die ihm auf professionelle Weise eine durchgängige Beratung ermöglichen. Durch die Freischaltung zum „Registration officer“ erhält er Zugang zum Pensionskonto seines potenziellen Kunden und kann so mit ihm über seine tatsächlich vorhandenen Versorgungslücken sprechen sowie über Maßnahmen, mit denen sie sich schließen lassen. Erste Erfahrungen damit zeigen, dass dieser Beratungsansatz echte Betroffenheit beim Kunden erzeugt, da viele erstmals ihre tatsächlichen Ansprüche bzw. Versorgungslücken realisieren. G. H.: Wir bieten technischen Support, der den rechtlichen Rahmenbedingungen entspricht, um die Qualität des Beratungsgesprächs mit den entsprechenden Unterlagen zu unterstützen. Die Fondspolizze wird dabei oft als zu risikoreich erachtet, Herr Promberger. A. P.: In Österreich hat mich schon immer gestört, dass die Fondspolizze stets als spekulative, hoch volatile Anlage dargestellt wird. Das ist aber Nonsens. Denn das Produkt lässt sich auch extrem konservativ gestalten. Garantiefonds können ebenso eingebunden werden. Herr Taschler, wo wird die Generali Schwerpunkte setzen? K. T.: Vorrangiges Ziel ist es, beim Kunden das Bewusstsein zu schaffen, dass eine Pensionsvorsorge für ihn unerlässlich ist. Unter Einsatz elektronischer Beratungstools geht es dabei um das Aufzeigen der Pensionslücke ebenso wie des Deckungsbedarfs und der oftmals komplexen Risikosituationen. Da es im privaten Bereich aufgrund der steuerlichen Situation weiter sehr schwierig bleiben wird, Geschäft zu


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„Ganz wichtig ist die Bestandssicherung. Hier konnten wir deutliche Mehrerträge erzielen.“ Philip Steiner,

Vorstand Vertrieb, Nürnberger Österreich

schreiben, setzen wir verstärkt auf die betriebliche Altersversorgung. Viele Kunden wissen bspw. nicht, welche Vorteile ihnen Rahmenverträge innerhalb der Betrieblichen Kollektivversicherung eröffnen. C. W.: Wir werden den Beratungsprozess unserer Vermittler ebenfalls durch elektronische Tools unterstützen und wollen auf wesentlichen Feldern wie Kundenbetreuung, Produktportfolio und Ausbildung noch stärker werden. T. H.: Ein interessantes Modell, das wir als Produktgeber entwickelt haben, sind Teil-Haftungsdächer. Konkret übernehmen wir die Ausbildung für einen Berater eines Vertriebsunternehmens, der im Gegenzug in einem Geschäftsfeld für eine bestimmte Zeit in die Teil-Ausschließlichkeit der WWK wechselt. Diese Vermittler sind dann nicht als Makler, sondern auch für den Kunden offensichtlich als Agenten unseres Hauses unterwegs. Das nenne ich Partnerschaft: Wir investieren und bilden aus, erhalten dafür zunächst die daraus resultierenden Umsätze für eine bestimmte

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Zeit, während der Berater dann mit seinem erarbeiteten Know-how in die Unabhängigkeit seiner Vertriebsgesellschaft wechseln kann. K. T.: Es ist sehr wichtig, am Markt Schritt für Schritt eine Akzeptanz dafür zu erreichen, dass eine qualifizierte Beratung in den komplexen Bereichen der Pensionsvorsorge viel Geld kostet. M. M.: Wir unterscheiden zwischen Kauf- und Verkaufssparten. Die Lebens-Sparte ist definitiv Letztere. Es mag blauäugig klingen, aber wirklich erfolgreich ist nur derjenige, der individuell berät und ernsthaft an der Risikoabsicherung seines Gegenüber interessiert ist. Zudem würde ein wenig Werteorientierung unseren Berufsstand wieder ins rechte Licht rücken. Doch dieses ernsthafte, ehrliche Interesse am Kunden vermisse ich leider vielfach. Wie sind hier Ihre Erfahrungen, Herr Promberger? A. P.: Es geht nicht mehr nur ­darum, einfach Verkäufer zu sein. Junge Menschen haben ihr Selbstbewusstsein

und Stolz, möchten lernend ­etwas erreichen, zu dem sie auf­schauen können. Ich lehre seit 15 Jahren an der Universität, und da muss ich manchen Studenten schon den Zahn ziehen, dass es nicht so einfach nach dem Motto geht: Magister machen, Produkte verkaufen, schnell viel Geld verdienen und schon steht der Porsche vor der Tür. Nein, der junge Finanzberater muss zunächst einiges leisten, benötigt Startkapital und ggf. einen Partner und hat dann oft eine mehrjährige finanzielle Durststrecke zu überstehen. Deshalb müssen wir ganz schnell den Ruf loswerden, in der Finanzbranche könne durch einfaches Verkaufen schnelles Geld verdient werden. C. W.: Die gesamte Branche hat ein großes Interesse, dass die steuerlichen Anreize in der Pensionsvorsorge erhöht werden. Die frühere Erwartungshaltung von Kunden, dass Fondspolizzen Ertragszuwächse von mindestens 30 Prozent erzielen müssten, hat sich ja längst gedreht. Je nachdem, wie die Börsen laufen, kann sich das aber schon im nächsten Jahr wieder ändern. Für uns als Versicherer und den Vertrieb ist es nicht immer leicht, mit diesen Stimmungsschwankungen klar zu kommen. Aktuell ist die Unisex-Umstellung in aller Munde. Herr Heß, hat dieses Thema bei Ihnen bisher für steigende Umsätze gesorgt? T. H.: Von meinen Mitarbeitern und Geschäftspartnern höre ich, dass die Unisex-Umstellung in Österreich kein großes Thema ist, weil die meisten Bürger die Ablaufleistung einer Verrentung vorziehen. Nur bei Letzterer wirken sich aber die nach Unisex angepassten Sterbetafeln aus. Trotzdem können wir seit den ersten Novembertagen einen signifikanten Anstieg bei unserem Vorsorgegeschäft feststellen. Sollte sich dieser Eindruck in den nächsten Wochen bestätigen, können wir in der Tat von


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„Sollte das Provisionsverbot kommen, wird es für die Branche einen erheblichen Umbruch zur Folge haben.“ Gerhard Heine, Leiter Alternativer Vertrieb, Wiener Städtische

einem Unisex-Boom sprechen, und zwar vor allem bei der Absicherung biometrischer Risiken. Stichwort biometrische Risiken. Teilen Sie die Einschätzung, dass dieser Bereich zu den Kernthemen im Jahr 2013 zählen wird? T. H.: Ja, hier gibt es einen realen Bedarf, der nicht erst in ferner Zukunft, sondern heute vorhanden ist. Denn jeder kann schon morgen schwer erkranken oder einen Unfall erleiden. Anders als bei der staatlich geförderten Vorsorge bewerten die Medien das Thema in ihren Veröffentlichungen positiv. Bei der Absicherung der Berufsunfähigkeit gibt es im Gegensatz zu Deutschland ein riesiges Geschäftspotenzial und auch die Zahl der Gesellschaften, die hier nennenswerte Umsätze erzielen, ist noch überschaubar. Wir werden deshalb im Frühjahr 2013 eine Produktlinie zur Absicherung der eigenen Arbeitskraft neu anbieten. Das Pendant aus Deutschland läuft bereits seit Jahren sehr erfolgreich. Wie sind Ihre Erwartungen im Hinblick auf das eigentliche Vorsorgegeschäft?

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T. H.: Das Niedrigzinsniveau dürfte weiter bestehen bleiben. Geldwertanlagen wie beispielsweise Termingelder oder festverzinsliche Wertpapiere bieten deshalb für viele Kunden eine zu geringe Rendite, um eine auskömmliche Altersvorsorge aufbauen zu können. Kunden, die eine höhere Renditechance anstreben, kommen also an Aktien bzw. entsprechenden Fondsinvestments nicht vorbei. Das sollte der WWK als Anbieter von Fondspolizzen mittelfristig gutes Geschäftspotenzial erschließen. Herr Heine, was können Sie Besitzern klassischer Lebensversicherungen mit Blick auf die anhaltende Niedrigverzinsung entgegnen? G. H.: Die klassische Lebensversicherung wird auch in Zukunft als zentraler Bestandteil der Pensionsvorsorge eine hohe Bedeutung haben. In jedem Fall ist das eingezahlte Kapital samt Garantieverzinsung gesichert und der Kunde erhält ab Pensionsbeginn eine lebenslange Rente. Ein weiteres Asset ist die Rententafelgarantie, dafür wird die zum Vertragsabschluss gültige Rententafel herangezogen. Das

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„Die beste Lösung wäre eine ungezillmerte Vergütung, da bei einer reinen Honorarberatung ein Großteil der Maklerschaft verloren ginge.“ Andreas F. Promberger,

Prokurist Maklerbetreuung, APK

bedeutet, die ausbezahlte Rente ist in Zeiten steigender Lebenserwartung höher, da von einer geringeren durchschnittlichen Auszahlungsdauer der Rente ausgegangen wird. Und die Ablaufleistung? G. H.: Wie hoch die Ablaufleistung zum Vertragsende ausfallen wird, hängt von verschiedenen Bedingungen ab und lässt sich heuer nicht sagen. Vor dem Hintergrund von Solvency II wird sich aber zeigen müssen, welche Versicherer angesichts der erhöhten Deckungsanforderungen überhaupt noch klassische Lebensversicherungen weiter anbieten werden. Aber welche Alternativen hat der Sparer bei vergleichbarer Sicherheit – das Sparbuch? Der Kunde erhält hier rund 0,5 Prozent Verzinsung pro Jahr, wovon der Finanzminister 25 Prozent KESt einbehält. Und die Inflation liegt momentan bei 2,8 Prozent. Man muss die Produkte im Kontext bewerten. A. P.: Fakt ist aber leider, dass sich die Rechnungszinssätze von Altverträgen nicht mehr erwirtschaften lassen. Das gilt bei uns ebenso wie in Deutschland und ist in der Branche unbestritten. Im Bond- und Equity-Bereich unserer Versicherung haben wir eine Performance von 8,6 bzw. 16 Prozent yearto-day erwirtschaftet. Dies gelingt jedoch nicht nur durch deutsche und österreichische Staatsanleihen, son-

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dern bedarf eine breite Streuung von Staatsanleihen, verstärkte Gewichtung von europäischen Unternehmensanleihen, Emerging Markets und eine bestimmte globale Aktienquote, ohne die sich entsprechende Erträge nicht erzielen lassen. Aus meiner Sicht werden sich im nächsten Jahr nur mit der fondsgebundenen Versicherung nennenswerte Umsätze generieren lassen. Der Grund liegt auf der Hand: Gut gemanagte Fonds können derzeit sehr gute historische Performancewerte vorweisen. Und die beeinflussen die Kaufentscheidung des Kunden bekanntermaßen sehr. C. W.: Auf die fondsgebundene Versicherung wird der Sparer bei seiner Pensionsvorsorge nicht verzichten können. Dies gilt erst recht mit Blick auf Solvency II. Für viele Makler ist die fondsgebundene Vorsorge eine besondere Herausforderung, weil sie aufgrund der Marktvolatilität gegenüber ihren Kunden auch vorübergehende negative Performanceergebnisse rechtfertigen müssen, bis die Börsen dann wieder anziehen. Auch der richtige Zeitpunkt für den Einstieg ist entscheidend. A. P.: Ich erinnere mich an ein sehr großes Unternehmen, das im Zuge des Kurseinbruchs im Jahr 2008 etwas Fatales gemacht hat: Zahlreiche fondsgebundene Polizzen wurden

in klassische Lebensversicherungen übertragen. Mit den folgenden Jahren 2009 und 2010 gab es dann die besten Börsenjahre, die wir je gesehen haben. T. H.: Auf einen nachdenklich stimmenden Richtungswechsel bei der Fondsanlage hat heute der Bundesverband der deutschen Investmentgesellschaften BVI hingewiesen: Im Umfang von sechs Milliarden Euro wurden Anteile von Aktienfonds verkauft und dafür in fast gleichem Umfang prozyklisch Anteile von Rentenfonds gekauft. Das halte ich für eine fatale Entwicklung. Ausgerechnet in einem Umfeld steigender Inflationsrisiken werden Gelder aus dem Sachwertbereich Aktien abgezogen, weil die Ängste vor hohen Kursschwankungen größer sind als vor einer negativen Realverzinsung. Hier sind wir als Fondspolizzen-Anbieter gefragt, die Bevölkerung besser über die langfristigen Chancen der Aktienanlage zu beraten. Herr Miskarik, auf welche Trends setzen Sie im nächsten Jahr? M. M.: Immer wenn das Neugeschäft schwer zu akquirieren ist, geht man an die Bestände. An dieser Stelle sind intelligente Antworten und Lösungen zur Bestandssicherung gefordert. Hier unterstützen wir unsere Geschäftspartner mit unserem Value-at-riskAnsatz und bieten damit eine neue


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IMPRESSUM MEDIENINHABER UND REDAKTION FONDSMAGAZIN Verlagsgesellschaft m.b.H. Donaufelder Straße 247, 1220 Wien Tel.: +43 1 713 70 50, Fax: DW 40 ISDN: +43 1 713 71 61 E-MAIL: office@fondsverlag.com HERAUSGEBER Mag. Gerald Schröter CHEFREDAKTION Mag. Linda Kappel, Kay Schelauske VERLAGSLEITUNG Michael Görner

Story an. Dabei werden die Kundenportfolios nicht mehr an der Fondsauswahl, sondern an der Risikotragfähigkeit des Kunden ausgerichtet. Darüber hinaus werden wir auch in Zukunft stark auf das Thema Biometrie setzen. Wir haben mehrfach ausgezeichnete BU-Produkte und werden diese konsequent, z. B. im Bereich der Berufsgruppen, weiterentwickeln. Drittens steht das Pflegethema als unterschätztes Risiko auf unserer Agenda. C. W.: Auch im Finanzbereich lernen wir aus den Entwicklungen. Vor zehn Jahren haben wir auf das CPPI-Modell geschworen. Keiner hat zumindest in dieser Intensität damit gerechnet, dass die Produkte im Jahr 2008 reihenweise im Cash-lock landeten. Auch haben wir auf Mischportfolien gesetzt, in der Erwartung, dass die Märkte mittelfristig steigen. Tatsächlich gab es irrsinnige Amplituden, aber insgesamt haben sich die Märkte seitwärts bewegt. Mit den neuesten Ansätzen ,MultiAsset‘ und ,Risk-Parity‘ verändern sich die Portfolio-Zusammensetzungen im Verhältnis zu den jeweiligen Volatilitäten. 90 bis 95 Prozent der Fondskäufe in Österreich basieren auf solchen Modellen, die auch von uns als Fondspolizzen-Anbieter aufgenommen wurden. Heuer scheinen dies tatsächlich die sinnvollsten Ansätze zu sein. Klassische Mischportfolios dürften hingegen über die nächsten zehn Jahre kaum die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Auf welchen Feldern werden Sie besonders aktiv werden, Herr Steiner? P. S.: Auch bei uns stehen die Absicherung biometrischer Risiken und die bedarfsorientierte Beratung unter Einbindung der Pensionslücke ganz oben auf der Agenda. Im Bereich der fondsgebundenen Versicherung sind unsere in diesem Jahr herausgebrachten Portfolios sehr gut angekommen. Ganz wichtig ist schließlich die Bestandssicherung. Wir haben gerade mit dem Vertrieb den Bestand überprüft, da viele vor Jahren berechnete Deckungsbedarfe überholt sind. Durch anschließende Kundengespräche und Upselling-Aktionen konnten wir deutliche Mehrerträge erzielen. Auch für das nächste Jahr gilt: Je umfassender wir als Versicherer den Makler unterstützen, desto größer wird der vertriebliche Erfolg ausfallen.

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CHEF VOM DIENST Andreas Berger SEKRETARIAT Michaela Oprea Grafisches Konzept & Produktion Mario Groschner AUTOREN David Bauer, Andreas Dolezal, Bettina M. Gordon, Andreas Jagersberger, Mag. Linda Kappel, Johannes Muschik, Heino Reents, Wolfgang Regner und Kay Schelauske ANZEIGEN Mag. Danja Bauer (Tel.: +43 1 713 70 50-13) Alexander Lößner (Tel.: +43 1 713 70 50-12) ANZEIGENPREISE Preisliste: September 2010 DRUCK UND HERSTELLUNG Druckerei Berger, 3580 Horn, Wiener Straße 80 VERTRIEB Morawa Pressevertrieb GmbH 1140 Wien, Hackingerstraße 52 ERSCHEINUNGSWEISE: vierteljährlich PREIS: 3,00 Euro (inkl. MwSt.) ISSN 1609-9370

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Allen Artikeln, Empfehlungen, Charts und Tabellen liegen Informationen zugrunde, die die Redaktion für vertrauenswürdig hält, eine Haftung für deren Richtigkeit kann die Redaktion jedoch nicht übernehmen. Jeglicher Haftungsanspruch muss daher grundsätzlich abgelehnt werden. Die in FONDS exklusiv gemachten Angaben dienen der Unterrichtung und sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren.

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Für alle Beiträge und Tabellen bei FONDS exklusiv sind sämtliche Rechte vorbehalten: Nachdruck, Übernahme in elektronische Medien oder auf InternetSeiten auch auszugsweise nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags.


AdvertoriAl Pensionsvorsorge

dialog lebensversicherung startet mit innovationen in das neue Jahr Die Dialog Lebensversicherung ist Österreichs führender Spezialversicherer für biometrische Risiken. Die top-gerateten Produkte – Ablebens-, Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen – stellen für den Versicherungsmakler und Finanzdienstleister die erste Wahl dar.

D

ie hervorstechende Eigenschaft der Ablebensversicherungen ist deren einmalige Variabilität. Während der Wettbewerb überwiegend nur einen konstanten Summenverlauf zu bieten hat, enthält die Dialog-Produktreihe RISK-vario® vier verschiedene Varianten: konstanter Summenverlauf, linear fallender Verlauf, annuitätisch fallender Verlauf (z.B. exakt an den Verlauf einer Baufinanzierung angepasst) oder jährlich völlig frei wählbarer Verlauf. Ergänzt wird das Portfolio durch die Varianten Anpassung an einen zu erwartenden Kapitalbedarf („Zeitrente“) oder jährliche Anpassung an ein bestimmtes Sparziel („Sparplan“). Als neueste Variante ist in diesem Jahr die „Absicherung des privaten Pensionsaufbaus“ dazugekommen. All diese Produktvarianten gibt es in drei Prämienzahlungsmodalitäten: gegen laufenden Beitrag, als Einmalerlag oder risikoadäquat kalkuliert. So ergeben sich 3 x 7, also insgesamt 21 Wahlmöglichkeiten. Auf diese Weise wird immer eine passgenaue Vorsorge geschaffen, der Kunde bezahlt keinen Euro zuviel für seinen Risikoschutz. Wegen der unzureichenden Pensionshöhe der gesetzlichen Versorgung gewinnt die private Berufsunfähigkeitsversicherung in Österreich immer mehr an Bedeutung. Die Dialog als Anbieter hochwertiger und zugleich preisgünstiger Produkte profitiert hiervon in Form hoher Zuwachsraten. Ein Erfolgsmodell im Markt ist der Tarif SBUsolution®, dessen Prämien altersab-

Mit Innovationen in das Jahr 2013: DialogVorstandsdirektor RüdigeR R. BuRchaRdi (li.) und Österreich-Vertriebsdirektor

PRok. helmut kaRneR

hängig und damit stets risikoadäquat kalkuliert sind. Er verhilft speziell Berufsanfängern, Existenzgründern und jungen Familien zu einem Top-Berufsunfähigkeitsschutz gegen Beiträge, die der Markt sonst nicht zu bieten hat. So verbleibt dem Versicherungsnehmer noch genügend Liquidität, um z.B. mit dem Aufbau einer eigenen Altersvorsorge zu beginnen. LückenLoses Beratungs- und antragsverfahren Grundlegende Innovationen hat die Dialog im Service eingeführt. Mit der Entwicklung von Bedarfsrechnern für die Todesfall-, Berufsunfähigkeits- und Kreditabsicherung wurde zugleich ein lückenloser Beratungs- und Antragsprozess eingerichtet, der dem Nutzer auf der Dialog-Internetseite oder als App für iPad und Tablet PC’s zur Verfügung steht. Der Prozess umfasst die

fünf Schritte im Beratungs- und Antragsverfahren: verkaufsunterstützende Technik für den Gesprächseinstieg (u.a. Salesstorys), Aufnahme der persönlichen Kundensituation, Aufzeigen der exakten Versorgungslücke, Aufzeigen des Angebots und der Kosten und schließlich der befüllte Antrag. Durch den lückenlosen elektronischen Prozess entsteht ein medienbruchfreier Beratungsworkflow, der dem Makler das verschafft, was für ihn am wichtigsten ist: mehr Zeit für die Beratung seiner Kunden. neue unisex-regeLung Bringt vieLe verBesserungen Eine große Herausforderung bedeutete die Umsetzung der gesetzlichen Unisex-Regelung. Sie wirkt sich prämienmäßig vor allem in der Ablebensversicherung aus, die für Männer günstiger, für Frauen teurer wird. Um ihren Vertriebspartnern zu einem gesteigerten Jahresendgeschäft zu verhelfen, hatte die Dialog bereits im Vorfeld eine Übergangsregelung eingeführt, die für nichtrauchende Männer eine um 12,5 Prozent abgesenkte Prämie enthielt. Mit den definitiven Unisex-Tarifen werden zugleich etliche Verbesserungen in den Bedingungswerken eingeführt, die z.B. garantierte Pensionssteigerungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung oder bei allen Produkten erweiterte Nachversicherungsgarantien enthalten. So gewinnt der Makler noch mehr Flexibilität, um auf jede Bedarfssituation seiner Kunden einzugehen.

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KOMMENTAR Alternative Investments

Die „neue Finanzmarktnormalität“ Dem Einfluss von extremen Ereignissen am Finanzmarkt auf Investmententscheidungen widmete sich die dritte Investorentagung der Vereinigung Alternativer Investments (VAI).

I

setzungsentwurf vorgelegt, der auch den Vertrieb an nicht professionelle Anleger reguliert und grundlegende Änderungen für die bisherigen ge­ schlossenen KGModelle beinhaltet.

n der Finanzwelt dominieren die Wahrscheinlichkeiten extremer Er­ eignisse. Finanz- und Realmarkt haben sich in den letzten 25 Jahren drastisch voneinander entfernt. Ne­ gative Realzinsen, Geldmengenexpan­ sion und Eurokrise unterstreichen den von Mohamed El-Erian geprägten Begriff der „Neuen Normalität“. Befassten sich die zwei vorangegange­ nen Veranstaltungen dieser VAI-Serie im November 2011 und im Mai 2012 mit den Themen „Investmentmanager im Spannungsfeld zwischen Rendite und Sicherheit“ und Alternativen zum „zinslosen Risiko“, so standen bei die­ ser Investorentagung Diversifizierung und Risikoabsicherung im Fokus. Bei österreichischen institutionellen Anlegern ist gerade im derzeitigen Marktumfeld eine große Unsicherheit bei der Wahl der richtigen Investition spürbar, während international Insti­ tutionelle den Anteil von Alternative Investments in ihren Portfolios seit Jahren steigern. Im Eröffnungsreferat „Adopting A Risk Parity Approach“ stellte Nabeel Abdoula, Fulcrum Asset Management LLP, das Konzept Risk Parity (Risi­ kogleichgewichtung) vor, wonach in einem Portfolio nicht die prozentua­ le Gewichtung der Anlagesegmente, sondern der prozentuale Risikobeitrag entscheidend ist. Dabei ging er auf die Wahl der einzelnen Anlagesegmente in einem solchen Portfolio und den daraus resultierenden Einfluss auf die Performance und Volatilität ein. Hanspeter Bader von Unigestion SA erklärte im Anschluss, wie die optimale

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Martin Greil, Generalsekretär der VAI

Allokation zu den diversen Segmenten des Privat Equity-Marktes – wie Buyouts, Venture Capital, Distressed Debt, Mezzanine etc. – in Abhängigkeit zur Renditeerwartung und Risikotoleranz des Investors bestimmt werden kann. Der dritte Fachvortrag „Einsatz von Smart Analytics zur Risikomessung von Hedge Funds“ von Wolfgang Mair, Delotte FSI Advisory, beleuchtete ak­ tuelle Risikoquantifizierungskonzepte. Er ging auf die operative Umsetzung vor dem Hintergrund steigenden Kos­ tendrucks und kommender Regularien für Investment Manager ein. Nach der Pause wurde das Thema Re­ gulierung von Richard Apfelbacher, MPC Capital AG, erneut aufgegriffen. Er stellte die Auswirkungen der AIFMRichtlinie auf Emissionshäuser dar. In Deutschland hat das Bundesministe­ rium für Finanzen bereits einen Um­

VAI

Im darauf folgenden Vortrag „Absi­ cherung gegen Tail Risiken“ betonte Stefan Scholz, Man Systematic Strate­ gies, dass die „Neue Normalität“ nicht neu sei. Tail Ereignisse treten immer wieder auf. Die jüngste Geschichte un­ terscheidet sich nicht vom größten Teil des 20. Jahrhunderts. Seiner Meinung nach bieten Volatilitätsinvestments die beste Absicherung gegen Tail Risiken. Zum Abschluss der Veranstaltung kam mit Daniel Feix, Leiter Fondsmanage­ ment bei C-Quadrat, ein Vertreter der Investorenseite zu Wort. Die Veranstaltungsserie, die im Früh­ jahr 2013 fortgesetzt wird, richtet sich an Pensionskassen, Kapitalanla­ gegesellschaften, Banken, Versiche­ rungen und Dachfondsmanager. Die Vereinigung Alternativer Investments will mit ihren Fachtagungen öster­ reichische institutionelle Investoren über neueste Möglichkeiten der Ver­ anlagung in Alternative Investments informieren. Mit produktneutralen Fachvorträgen sollen Trends des ak­ tuellen Marktumfelds aufgegriffen, aktuelle und relevante Entwicklungen für die angesprochenen Zielgruppen sowie Erkenntnisse über die Markt­ situation thematisiert werden.

Die Vereinigung Alternativer Investments (VAI) ist die erste unabhängige Interessenvertretung der Alternativen Investment-Branche in Österreich. Die VAI wurde 2003 gegründet und versteht sich als zentrale Anlaufstelle in allen Belangen von Alternativen Investments. Die Vereinigung Alternativer Investments setzt sich für die sachgerechte Information zum Thema Alternative Investments sowie für die Förderung von Alternativen Investments in Österreich ein.


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Gefährliche Gewässer Nicht nur in Deutschland, auch in Österreich wurden Schiffsbeteiligungen einst von heimischen Banken und den deutschen Emittenten selbst intensiv beworben. Die Risiken und die Provisionen wurden dabei verschwiegen, behaupten viele Anleger und ziehen nun vor Gericht.

A

ls im Binnenland Österreich im Frühjahr 2012 erstmals Hochseefrachtschiffe auch durch die Titelseiten der Tageszeitungen kreuzten, hatte das eher mit einem Zufall zu tun. Seit Wochen war FPÖ-Nationalratspräsident Martin Graf mit seinen Aktivitäten bei der Privatstiftung Gertrud Meschar in den überwiegend negativen Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde, dass die Stiftung auch Anteile an einem geschlossenen Fonds für eine ­Flotte von Kühlschiffen erworben hatte. 2007 wurden nämlich andere Wert-

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papiere vom Stiftungsvorstand verkauft und ein Teil des Erlöses in den Schiffsfonds investiert. Die in Aussicht gestellten Ausschüttungen blieben allerdings bald aus. Mehr noch: Zuletzt wurden die Anleger Ende Oktober aufgefordert, zu entscheiden, ob sie das Kapital des Fonds um 15 Prozent aufstocken wollen, um einen finanziellen Engpass zu verhindern. So mancher wird sich gewundert haben, wie Martin Graf und seine FPÖ-Freunde im Stiftungsrat auf die exotisch anmutende Idee gekommen

waren, ausgerechnet in Kühlschiffe (sogenannte Reefer) zu investieren, die vor allem zum Transport von Bananen aus Übersee verwendet werden. Auf den zweiten Blick zeigt sich aber, dass die Schiffsfonds in den Jahren vor der Finanzkrise von österreichischen Banken gemeinsam mit den deutschen Emittenten intensiv vermarktet worden waren. Beim „MPC Reefer Flottenfonds 2“ etwa, an dem sich auch die MescharStiftung beteiligt hatte, waren die Raiffeisenbanken für das Marketing in Österreich zuständig. Hochglanz-

Foto: Fotolia.de

von Thomas Müller


Dass die Schiffstransport-Volumina auch weiterhin jährlich um zehn Prozent zulegen werden, galt bei den Fondshäusern de facto als Tatsache. Mit dem einst sprudelnden Geld der Anleger wurden aber nicht nur vorhandene Schiffe wie die MS Merkur Sky von den Fonds gekauft, sondern

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Eine Rally hat den Sektor auf neue Rekordhochs gehievt

Die Erholung für Unternehmensbeteiligungen setzt sich fort

Finanzberatung: Schmerzhafte Prozesse beinhalten eine Riesenchance

MICHAEL J. GELB

MICHAEL KEPPLER

03/2012

Der „Quant-Shop“-Manager erklärt, warum zwischen Wirtschaftswachstum und der Börsenkursentwicklung kein Zusammenhang besteht

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Wie neue wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass mentale Kapazität im fortgeschrittenen Alter sogar zunehmen kann

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02/2012

DAS ANLAGEMAGAZIN FÜR FINANZDIENSTLEISTER

Einige deutsche Anleger des MPC Reefer Flottenfonds 2 vertritt die Passauer Anwältin Bettina Wittmann. „Meiner Erfahrung zufolge wurden diese Schiffsbeteiligungen von den Anlageberatern bzw. von den Kreditinstituten als sichere Kapitalanlage zur Zeichnung angeboten, obwohl eine Schiffsbeteiligung niemals als zur Altersvorsorge geeignet angepriesen werden darf“, so ihre Kritik.

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Dezember/Februar

DAS ANLAGEMAGAZIN FÜR FINANZDIENSTLEISTER

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Bei der Auflage des Fonds im Jahr 2006 waren freilich noch andere Töne zu hören. 195 Prozent Gesamtmittelrückfluss binnen elf Jahren stellte MPC in Aussicht, der damalige Österreich-Vorstand Peter Maierhofer sprach von „planbaren Renditen bei konservativer Kalkulation“.

Tausende deutsche Kläger In Deutschland, wo die mit Abstand meisten maritimen Fonds aufgelegt wurden, sorgen diese schon seit ­längerem für Berichterstattung auf den Wirtschaftsseiten. 52 Milliarden Euro soll das Gesamtvolumen hier betragen und ist damit auf Rang 2 hinter den Immobilienfonds mit 72 Milliarden Euro, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die oben genannten Problem-Fonds sind aller­dings keine Einzelfälle. Experten schätzen, dass etwa 800 Fonds finanzielle Schwierigkeiten haben, das sind mehr als 20 Prozent der deutschen Schiffe. Sie sind von einer Insolvenz bedroht oder schon in selbige geschlittert. Spätestens dann schlägt die Stunde der Rechtsanwaltskanzleien, und in Deutschland wollen bereits Tausende Anleger den Verlust ihres Ersparten nicht so einfach hinnehmen und wandten sich an die Gerichte.

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Juni/August

Einige davon wurden sogar eigens für den österreichischen Markt lanciert. Einer davon war der MPC-Fonds des Containerschiffs MS Merkur Sky, der heuer Ende Juni Insolvenz anmelden musste. Ein Sanierungskonzept konnte die Anleger nicht davon überzeugen, 2,7 Millionen Euro an erforderlichem neuen Kapital bereitzustellen, um die Insolvenz zu verhindern. Die meisten nahmen offenbar lieber den herben Verlust des investierten Kapitals über 14 Millionen hin, als weiteres Geld in das Abenteuer Schifffahrt zu stecken.

auch der Bau von neuen Schiffen finanziert. Das Ergebnis war ein Überangebot und ein Absturz der Charterraten, die für Transporte bezahlt werden. Daher konnte und könnte auch die wirtschaftliche Erholung nach dem Beinahe-Infarkt an den Börsen von 2008 zu keiner Entspannung bei den Schiffsfonds führen.

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broschüren mit schönen Bildern und Promotion-Veranstaltungen mit Buffet machten Stimmung. Selbst in die Kundenzeitung der Raiffeisenbank Loosdorf (NÖ) schaffte es die „Coole Investmentchance“. So wie die Emittentin Münchmayer Petersen Capital (MPC) waren auch andere große Namen aus Deutschland wie HCI, König & Cie. oder Dr. Peters in Österreich aktiv und unterhielten teilweise sogar eigene Büros in Wien. Wie viel Geld aus Österreich derzeit auf hoher See ist, ist nicht genau bekannt. Nach Schätzungen von MPC AustriaGeschäftsführer Kurt Cowling haben rund 16.000 österreichische Anleger über 600 Millionen Euro in seine Fonds gesteckt.

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Ihr Ansatz bei den bisher eingebrachten Klagen sind jedoch die sogenannten „Weichkosten“, also jene Kosten, die für Vertriebsprovisionen anfallen: „In diesem Fall waren es ungefähr 26 Prozent, die im Beratungsgespräch

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SCHIFFSFONDS Geschlossene Fonds

schaftlich eine Lücke zu schließen. Es bestehen ernsthafte systematische Zweifel an der grundsätzlichen Tragfähigkeit dieser Modelle.“ Sein Fazit: Möglicherweise müssen hier nicht nur Zivilgerichte tätig werden, sondern es sollte auch die Strafjustiz aktiv werden.

nicht offen gelegt wurden, obwohl das nach deutscher Rechtsprechung ab 15 Prozent verpflichtend gewesen wäre.“ Wittmann verweist aber auch auf die Verantwortung der Emittentin MPC, denn im Auflagejahr 2007 sei sich die Transport-Branche bereits darüber weitgehend einig gewesen, dass die Kühlschiffe immer mehr von den praktikableren Kühlcontainern verdrängt werden. Anlegern, die sich damals falsch beraten fühlen, rät die Anwältin, nicht zu lange mit rechtlichen Schritten zu zögern. Denn mit den ersten schlechten Nachrichten über den Fonds beginnt die Verjährungsfrist von drei Jahren zu laufen. Spätestens wenn Ausschüttungen ausbleiben oder Kapitalerhöhungen gefordert werden, muss angenommen werden, dass auch der Laie sich der wahren Risiken bewusst ist. „Die Anleger wurden benützt“ Während in Deutschland neben den Banken auch die Emittenten aufgrund der Prospekthaftung geklagt werden, konzentrieren sich österreichische Anleger und ihre Anwälte vorerst auf die heimischen Vertriebspartner. „Es ist viel schwieriger, ein Unternehmen im Ausland zu klagen. Gegen die Emittenten können wir derzeit nur vorgehen, wenn sie selbst in Österreich im Vertrieb aktiv waren wie

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etwa MPC“, sagt der Wiener Anwalt Benedikt Wallner, der bereits mehr als zwei Dutzend Fälle von Schiffsbeteiligungen bearbeitet. „Und jeden Tag kommen weitere Fälle dazu. Das sind in der Regel risikoaverse Leute, die gar nicht spekulieren wollten und denen ihre Hausbank einen Schiffsfonds empfohlen hat“, weiß er aus den Beratungsgesprächen. Als Kommanditisten habe man die Anleger quasi zu Unternehmern gemacht. Auf die Risiken und den spekulativen Charakter der Fonds sei dabei nicht hingewiesen worden, erzählen Wallners Klienten. Dabei sind Risikohinweise in den Kapitalmarktprospekten durchaus vorhanden, wie der Anwalt auf seiner Website anhand des Fonds „HCI Shipping Select 26“ zeigt. Dass die Privatanleger selbst die recht umfangreichen Prospekte studieren, wird von den Richtern eher nicht erwartet, wie bereits einige höchstgerichtliche Urteile der letzten Jahre zeigen (FONDS exklusiv berichtete). Benedikt Wallner vermutet hier Absprachen oder gar eine Art „Pyramidenspiel“ hinter den Schiffsfonds, denn trotz der Überkapazitäten an Frachtschiffen seien diese intensiv vermarktet worden. Ein Gutachten des Wirtschaftsprüfers Manfred Biegler schlägt in dieselbe Kerbe: „Die Anle­ ger wurden nur benützt, um wirt-

Eine der ersten Klagen aus Österreich in Sachen Schiffsfonds hat ein Klient von Benedikt Wallner gegen die Erste Bank wegen Falschberatung eingebracht. 116.000 Euro beträgt hier die Schadensumme. Der Prozess hat bereits begonnen, ein Urteil ist frühestens im Jänner zu erwarten. Zuletzt wurde Anfang November ein erstes Musterverfahren gegen MPC Austria von Anlegern der „Merkur Sky“ eingebracht, die 100.000 Euro abschreiben mussten. Die Anleger der 14 „Bananenschiffe“ hatten bis 26. November Zeit, über die Kapitalerhöhung abzustimmen. Eine Entscheidung lag zu Redaktionsschluss noch nicht vor. Wenn die Sanierung auch hier scheitert, müssen einige Schiffe verkauft werden, wenn nicht sogar alle, wie MPC zuletzt mitteilte. Mit dem Erlös von geschätzten 4 Millionen US-Dollar pro Schiff könnten gerade mal die Darlehen bei den Banken bedient werden. Für die Anleger bliebe dann aber voraussichtlich nichts mehr übrig.

Auf den Punkt gebracht Zahlreiche Schiffsfonds kamen nach 2008 in Zahlungsschwierigkeiten, die Anleger mussten neues Kapital einzahlen, um Insolvenzen zu verhindern, einige mussten ihr Investment bereits abschreiben. Auch in Österreich beginnen nun erste Verfahren der Anleger gegen die Vertriebspartner, die angeblich falsch beraten haben. Experten vermuten, dass bereits die Fonds-Modelle grundsätzlich nicht trag­ fähig gewesen seien.


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ÖISG bietet rechtliche, außergericht­ liche Hilfe – werden Sie Mitglied! Der Österreichische Interessenverband zum Schutz in Geldangelegenheiten ist seit nunmehr einem Jahr tätig und hat im Moment hauptsächlich Beschwerden zu dem Thema Fremdwährungskredite. Mit Hilfe von einem Pool von Rechtsanwälten wird versucht, den Mitgliedern rechtliche Auskünfte zu ihren Problemen bei Geldangelegenheiten zu geben.

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orerst beschränken sich die Anfragen bei Fremdwährungskrediten darauf, dass Banken verstärkt versuchen, die Kunden aus dem CHF in den EURO zu bringen. Dies manchmal mit Mitteln, die wir nicht verstehen bzw. akzeptieren können. Vielfach wird Druck aufgebaut, um vom Kunden (dem Kreditnehmer) eine Entscheidung Richtung Ausstieg aus der Fremdwährung zu erreichen. Das finden wir ist so nicht okay. Jedenfalls muss, bevor dem Kunden zu dieser Entscheidung angeraten wird, auch die Alternative des Verbleibens in der Fremdwährung aufgezeigt werden. Leider wird, wie wir auch schon gesehen haben, oft bei diesen Vergleichen nicht alles so dargestellt, wie es eigentlich ist. Es werden sehr oft bei der Tilgungsträgerbetrachtung LINEARE Hochrechnungen dargestellt, womit man dem Kunden signalisiert, eigentlich ist dein Tilgungsträger sehr schlecht und es wäre vielleicht besser, diesen aufzulösen. Wenn man diese Hochrechnung dann aber gemäß den Berechnungen des jeweiligen Institutes PROGRESSIVmacht,soerkenntmansehr oft, dass diese sehr wohl auf Linie sind und das erwirtschaften, was geplant war. Ebenso kann man sich, bevor man dieses Produkt auflöst, auch ansehen, wie kann man innerhalb des Produktes eine Umschichtung vornehmen, um schon ein besseres Ergebnis zu erzielen. Und dies spart Kosten und Gebühren und bringt dem Kunden mehr. Ebenso wird in diesen Vergleichen vergessen bzw. gar nicht betrachtet, dass

Vorgangsweise des ÖISG? Der ÖISG soll eigentlich durch präventive Maßnahmen bei den Mitgliedern durch Tips und eventuell rechtliche Unterstützung durch ausgewählte Rechtsanwaltskanzleien helfen, die Streitigkeiten mit dem Produktanbieter außergerichtlich zu lösen. Dies ist meist im Sinne des vermeintlich oder tatsächlich Geschädigten, aber auch im Sinne des Schädigers. Denn langwierige Gerichtsverfahren bringen niemand etwas, um endlich nach zig Jahren dann ein Urteil zu haben, mit dem man erst nicht zufrieden ist. In v.l.n.r: Michael Veit, Ing. Eduard Springinsfeld, Mag. Friedrich Potolzky vielen Fällen kommt (Finanzreferent), Stephanie Gerhardus, Heribert Laaber, Josef Kohl, ohnehin ein Vergleich Michael Holzer (Generalsekretär), KR Prof. Johann Massenbauer (Präsident) raus, da wäre es doch besser, dies schon vorher unkomplizierter u. unkonventionelSZENARIO-RECHNER auf der ler zu lösen. Wir als ÖISG sind davon ­Homepage des ÖISG Mit dem Fremdwährungskreditszena- überzeugt, dass dies auch für den Proriorechner kann der User sich genau duktanbieter, -emittenten der bessere ausrechnen, wie viel Zinsersparnis bzw. Weg ist, zum Teil bekommen wir bereits Kursverlust bis jetzt bei seinem Kredit an- nach so kurzer Zeit auch dieses Signal. gefallen ist. Sehr gut ist auch die Variante, sich das „Ablaufszenario“ auszu­rechnen. Wie kann ich Mitglied werden? Bei dieser Berechnung wird hoch- Einfach unter www.öisg.at auf der gerechnet, Annahme, dass die Zinsen Startseite unter „Registrieren“ angleichbleiben, wie hoch dann die Gesamt­ melden, Sie werden kurze Zeit daersparnis an Zinsen wäre und wohin der nach ­freigeschaltet und können alle Inhalt der Page ­nutzen. Kurs des CHF zum EUR fallen könnte, Kosten für Mitglieder: damit es noch immer kein Verlust ist. € 12 p.a. mit Abbucher – Einfach mal reinklicken unter € 14 p.a. mit Erlagschein! www.öisg.at. es seit Beginn des Einstiegs des Kunden in den Fremdwährungskredit eine ZINSERSPARNIS für den einzelnen gegeben hat. Diese gehört ausgerechnet und den nun vorliegenden Kursverlusten jedenfalls gegengerechnet, denn nur so erhält man ein richtiges finanzmathematisches Bild.

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FachGruppe NÖ Finanzdienstleister

Imagearbeit wird vorangetrieben Neben der Imagearbeit setzt die Fachgruppe der niederösterreichischen Finanzdienstleister ihre Schwerpunkte derzeit auf Aus- und Fortbildung sowie Rechtssicherheit bezüglich Provisionen.

ARBEITSKREIS IMAGE Nach erfolgreicher Umsetzung der Entwicklung einer eigenen Imagebroschüre für den gewerblichen Vermögensberater war der erste Ansturm so groß, dass diese mittlerweile nachproduziert werden musste. Die Broschüre ist ab sofort wieder in der Geschäftsstelle der Fachgruppe erhältlich. Man kann sie aber auch per Mail kostenlos anfordern: finanzdienstleister@wknoe.at. Werner Zainzinger, Obmann-Stellvertreter und Leiter des Arbeitskreises Image, zeigt sich zufrieden: „Die Broschüre wird von den Kollegen gut angenommen. Mit ihr können wir ein nachvollziehbares Bild unserer Arbeit und Funktion nach außen erzeugen. Ich kann nur jedem raten, diese Broschüre zu verwenden.“ Eine weitere Image-Aktivität hat der Fachgruppenausschuss heuer beschlossen: Es soll ein Imagefilm fürs Internet, aber auch die jeweils eigene Homepage der Vermittler produziert werden. Mit möglichen Produzenten wurden bereits einige Termine wahrgenommen, eine Erstauswahl ist bereits Werner Zainzinger MBA, Obmann-Stv. zustande ge-

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kommen. Bei der kommenden Klausur, an der alle Funktionäre der Fachgruppe teilnehmen, wird noch der Feinschliff des Konzeptes vorgenommen. Die Produktion könnte sodann im ersten Quartal 2013 abgeschlossen sein. Mit dieser Ausgabe von FONDS exklusiv wurde auch eine Imagemappe versendet. Diese soll erstens dazu dienen, die Checklisten, die der Fachverband in Abstimmung mit den Fachgruppen herausgibt, zu transportieren, und zweitens, um selbst Offerte, Angebote, Berechnungen etc. dem Kunden in ansprechender Form übergeben zu können. Die Mappen sind unter der bereits genannten Mailadresse kostenpflichtig bezugsfähig. AUS- und WEITERBILDUNGSVERPFLICHTUNG – nicht nur für den neuen Wertpapiervermittler (WPV) Die Fachgruppe Finanzdienstleister NÖ beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit mit dem Thema Aus- und Weiterbildungsverpflichtung. Die aktuellen Entwicklungen in der Branche, die nunmehr fix vorgegebene Verpflichtung, wenn auch nur für den Wertpapiervermittler, sich zumindest 40 Stunden in drei Jahren nachweislich weiterzubilden, stellt für die Fachgruppe einen weiteren Ansporn dar, intensiver daran zu arbeiten. Auch dieses Thema wird in der Klausur explizit weiter gemeinsam bearbeitet. Das Ziel ist, für 2013 einen Plan zu entwickeln, wie nicht nur der Wertpapiervermittler ausbildungsmäßig unterstützt werden und fachlich gestärkt werden kann, sondern vor allem der gewerbliche Vermögensberater (VB). Jeder Berater soll jene Ausbildung machen können, die ihm zusagt, egal, ob Universität, Fachhochschule, universitärer Lehrgang etc. Die jeweiligen Ausbildungswege werden in

einem Raster erfasst. Mittels Punkten werden Qualifikation und Leistungslevel sichergestellt. In Andreas Puchinger, NiederösterObmann-Stv. reich verantwortlich für dieses Projekt ist Andreas Puchinger, Obmann-Stellvertreter und Leiter des Arbeitskreises: „Wir wollen damit einen Beitrag zur Stärkung sowohl des WPV als auch des VB leisten.“ Naturgemäß werde die Qualifizierungsmaßnahme bei Fertigstellung des Projekts laufend medial beworben, denn nur so ergebe sich für den Einzelnen auch die Motivation, mitzumachen. PROVISIONSGUTACHTEN der Rechtsanwaltskanzlei Brandl & Talos Aufgrund der Anfragen von einigen Mitgliedern, wie sich die Provisionsweiterbezahlung gestaltet, wenn man z.B. den Maklerpool oder die Wertpapierfirma wechselt, wenn man in Pension geht oder wenn man den Bestand veräußert, wurde die Beauftragung eines Gutachtens beschlossen. Fachgruppenobmann Michael Holzer: „Wir wollen damit endlich Rechtssicherheit für die Kollegen schaffen. Es darf nicht vom Pool oder Produkt­ anbieter abhängig sein, was (weiter-)bezahlt wird oder nicht, egal, unter welchen Bedingungen das Geschäft endet. Wir werden uns einige Fälle ansehen und diese notfalls rechtlich unterstützen, wenn sich für Mitglieder Nachteile ergeben sollten.“ Der Fachverband unterstützt das umfangreiche Gutachten kostenmäßig mit 50 Prozent. Es ist für Mitglieder im internen Bereich abrufbar.

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ie Fachgruppe der niederösterreichischen Finanzdienstleister hat einige wichtige Punkte für Mitglieder auf ihrer Agenda:


partnervertrieb Finanzdienstleister

„Die Weichen für 2013 sind gestellt“ Die BAWAG P.S.K. hat sich für 2013 gut gerüstet: Das Qualitätspartner-Konzept wird weiter geschärft, die Kompetenz-Center für Bauen und Wohnen in Wien weiter ausgebaut. Gleichzeitig wird das Partnergeschäft durch diverse Maßnahmen effizienter.

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„Die jeweiligen Vertriebspartner bekommen von uns die adäquate ­ Unterstützung.“

ereits heuer hat die BAWAG P.S.K. an der strategischen Ausrichtung gefeilt: „Filialkonzept und Partnerbetreuung wurden neu aufgeteilt“, erklärt Andreas Smolle vom Alternativen Vertrieb Wien/NÖ/Bgld bei der BAWAG P.S.K. Zudem wurde im Herbst die KreditBox auf den Markt gebracht, diese Neueinführung habe sich rasch etabliert und positiv auf den Gesamtvertrieb ausgewirkt. „Damit haben wir die Voraussetzungen geschaffen, um im Jahr 2013 mit dem Thema Kredit präsenter auf dem Markt zu sein“, so Smolle weiter.

Foto: beigestellt

Der Gesamtmarkt der Hypothekarkredite ist an die zehn Milliarden Euro schwer. „Bereits heute landet jeder fünfzehnte Wohnbaukredit zur Bewertung auf einem BAWAG P.S.K.-Tisch.“ drei-säulen-modell Die Strategie für das kommende Jahr ruht auf drei Säulen, präzisiert Smolle. Einerseits werde das Geschäft mit den Qualitätspartnern forciert – das sind jene Partner, deren Umsetzungsquote besonders hoch ist. Diesen Qualitätspartnern wird ein persönlicher Ansprechpartner für die Abwicklung zur Seite gestellt. Daneben genießen sie das „Top Service Level Agreement“, d.h. die Einreichung bis zur Kreditvertragsunterschrift mit dem Kunden nimmt bloß sieben Bankarbeitstage in Anspruch. Die Prüfung beziehungsweise ein erstes Feedback an den Partner erfolgt innerhalb von 24 Stunden.

Andreas Smolle, Alternativer Vertrieb Wien/Niederösterreich/Burgenland

Die zweite Säule betrifft das Geschäft mit den Standardpartnern. „Hier findet eine Konzentration im BAWAG P.S.K. Bauen- und Wohnen-Center Wien statt“, erklärt Smolle. Die Finanzierungsspezialisten im Competence Center geben anlassbezogen Unterstützung mit ihrer Expertise und bei der Einreichung. Hier beträgt die Durchlaufzeit acht bis zehn Tage bis zur Kreditunterzeichnung. Für jene Vertriebspartner, die das Hypothekarkreditgeschäft selbst nicht aktiv betreiben, hat die BAWAG P.S.K. ein Tipp-Geber-Modell entwickelt. Die Beratungsleistung wird an einen BAWAG P.S.K.-Mitarbeiter ausgelagert. Mit dieser Bündelung der Kräfte will die BAWAG P.S.K. Ressourcen effizienter nutzen und Leerläufe vermeiden.

Die vollständige Implementierung aller Maßnahmen ist für das erste Quartal 2013 anberaumt. Produktseitig finde weiterhin die Finanzierungsmöglichkeit mit einer Laufzeit von mehr als 40 Jahren Anklang, so Smolle. Der Fokus werde künftig verstärkt auf die risiko­ adäquate Bepreisung je nach Bonität des Kunden gelegt. Ganz neue Wege werde man bei den Konsumkrediten gehen. Einerseits würden nun Konsumkredite forciert, andererseits wolle man mit Kunden gemeinsam gute Lösungen zur Neuordnung erarbeiten, falls mehrere Kredite bei mehreren Instituten aufgenommen wurden. Durch das Zusammenfassen gewinne der Kunde einen besseren Überblick bei gleichzeitig verbesserten Konditionen.

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News Finanzdienstleister

Weniger Leistungen bei Berufsunfähigkeit Nürnberger rät Lebensrisiko privat abzusichern

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ünftig wird es aufgrund von Aktivitäten des Gesetzgebers im Bereich der Invaliditäts- bzw. Berufsunfähigkeitspensionen nur mehr bei dauerhafter Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit Pensionen geben. Befristete Pensionen sollen für alle, die am 1. Jänner 2014 jünger als 50 Jahre sind, abgeschafft werden, informiert die Nürnberger Versicherung. Und weiter: Wer seinen Beruf gesundheitsbedingt vorübergehend nicht mehr ausüben kann, erhält künftig keine staatliche Pension mehr, sondern befristetes Rehabilitationsgeld von der Gebietskrankenkasse bzw. es erfolgt eine Umschulung in einen Dr. Barbara Neumayr, vergleichbaren Beruf und berufProduktmanagerin, NÜRNBERGER liche Reintegration. Nur wenn Versicherung AG Österreich die Person dauerhaft invalid oder die berufliche Umschulung nicht zweckmäßig und zumutbar ist, erfolgt eine Pensionsgewährung wie bisher. „Die neue Regelung wird sehr viele Menschen betreffen“, sagt Barbara Neumayr. Die Produktmanagerin des Versicherers rät daher jetzt umso mehr zum Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung, wofür zwei tarifliche Absicherungswege offeriert werden.

Templeton legt neuen Afrika-Fonds auf Märkte sind gute Beimischung dank niedriger Korrelation

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ranklin Templeton Investments hat mit dem „Templeton Africa Fund“ (LU0744128314) einen neuen Aktienfonds mit Fokus auf afrikanische Unternehmen lanciert. LeadFondsmanager ist Dr. Mark Mobius, Vorsitzender der Templeton Emerging Markets Group. „Diese jungen Märkte weisen eine über weite Strecken niedrige Korrelation zu sowohl Industrieländer- als auch Schwellenländeraktien auf. Deshalb eignet sich der Fonds gut zur Diversifikation“, sagt Co-Manager Carlos von Hardenberg. Einen Beitrag über Afrika-Fonds lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 20.

Gute Ertragsaussichten auf dem Schwarzen Kontinent

Über zehn Jahre Plus von 5,6 Prozent p.a.

Erste anbieterneutrale Anleger-Plattform für „Financial Education“ am Start

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rund zum Feiern: Zu seinem zehnjährigen Bestehen kann der „Legg Mason Western Asset Global Multi Strategy Fund“ (ISIN IE0031618964) ein Plus von rund 124 Prozent aufweisen. Damit wurde, nach Angaben von Western Asset, die MorningstarVergleichsgruppe, die auf Zehn-JahresSicht einen Zuwachs von rund 100 Prozent erreichte, deutlich übertroffen. Die Ausschüttung des 1,9 Milliarden US-Dollar großen Fonds lag in der Zeit bei durchschnittlich 5,6 Prozent p.a.

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Unter „www.anlegerakademie.at“ neue Seminarangebote für Privatanleger über Anlageprodukte und Beratungsgespräche

ktuellen Studien zufolge wünschen sich 93 Prozent der befragten Österreicher mehr Finanzbildung. Diesem Trend folgend, hat die Schiketanz Capital Advisors GmbH (SCA), eine in Wien ansässige Wertpapierfirma, gemeinsam mit namhaften Unterstützern das Projekt „anlegerakademie.at“ ins Leben gerufen. Unter „www.anlegerakademie.at“ haben private Anleger Zugriff auf die erste hundertprozentig produkt- und anbieterneutrale sowie werbefreie Plattform für Financial Education. „Den österreichischen Anlegern wären viele verlustreiche Erfahrungen erspart geblieben, wenn sie ein wenig mehr finanzielles Basiswissen gehabt hätten“, sagt Initiator Andreas Dolezal und Prokurist der SCA. Ziel der angebotenen Seminare sei es, Merkmale der gängigsten Anlageprodukte zu verdeutlichen und Einsatzmöglichkeiten aufzuzeigen. Zudem sollen die Teilnehmer in die Lage versetzt werden, im Beratungsgespräch die richtigen Fragen zu stellen.

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Flexibler Rentenfonds von Western Asset schlägt Vergleichsgruppe


INTERVIEW Finanzdienstleister

„Objektive Transparenz in die Pensionsdebatte bringen“ Die Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft wird im Frühjahr 2013 im Rahmen einer Roadshow namhafter Fondshäuser über die gesetzliche Pensionsversicherung informieren. Direktor Thomas Neumann erklärt die Sichtweise der SVA bezüglich Pensionen.

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fONdS exklusiv: Wie brisant stellt sich das Thema der sogenannten ,Pensions­ lücke‘ aus der Sicht eines Sozialver­ sicherungsträgers dar? thOmaS NeumaNN: Es wird Refor­ men im Pensionssystem geben müs­ sen. Angesichts der demografischen Entwicklung scheint es klar, dass die Finanzierbarkeit der staatlichen Pen­ sionen, also der sogenannten ersten Säule, in der derzeitigen Form nicht mehr gegeben ist. Ein Umlagesystem ist nur so gut, wie eine vernünftige Relation zwischen aktiven Erwerbs­ tätigen und jenen, die Leistungsemp­ fänger sind, vorherrscht. In Österreich ist es zudem so, dass das Pensionsantrittsalter im internatio­ nalen Vergleich mit unter 60 Jahren immer noch sehr niedrig ist. Als das ASVG im Jahr 1956 beschlossen wur­ de, belief sich die durchschnittliche Pensionsbezugsdauer auf fünf Jahre, heute sind es mehr als 20 Jahre. Welche Maßnahmen konkret in An­ griff zu nehmen sind, dies obliegt der Politik zu entscheiden. Aber ich denke, es steht fest, dass das Pen­ sionsantrittsalter angehoben werden muss, zusätzlich zu anderen mögli­ chen Maßnahmen. Haben Sie den Eindruck, dass Dienst­ nehmern und Selbstständigen die Problematik in gleicher Art und Weise bewusst ist? t. N.: Ich denke, bei Selbstständigen ist das Thema ein wenig präsenter, weil der Selbstständige sieht, wie viel er aktiv an die Sozialversicherung an Pensionsversicherung einbezahlt,

dritte Säule sind in Österreich im internationalen Vergleich unterre­ präsentiert und bedürfen einer Stär­ kung.

Dr. Thomas NeumaNN, Direktor der SVA

der gewerblichen Wirtschaft, Leiter des Geschäftsbereichs Kundenmanagement

während der Dienstnehmer sich u.U. kaum Gedanken darüber macht, wie viel im Rahmen der Lohnverrechnung dafür abgezogen wird. Aber generell ist die Pensionslücke in der Bevölke­ rung noch nicht so stark verankert. Die SVA wird im Rahmen einer Road­ show im kommenden Frühjahr in Österreich vertreten sein. Hier wird die Eigenvorsorge für das Alter im Vordergrund stehen. Wie bezieht die SVA zu diesem Thema Stellung? t. h.: Wir sehen die verschiedenen Zugänge als sinnvolles Miteinander. Jede Finanzierungsform hat ihre Be­ rechtigung und ist notwendig. Die private Altersvorsorge, die dritte Säule, zusätzlich zur zweiten Säule, der betrieblichen Vorsorge, ist eine sinnvolle Ergänzung. Die zweite und

Welche Ziele verfolgt die SVA im Rah­ men der Kooperation mit den KAGs? t. N.: Wir möchten gerne Transparenz herstellen, die gesetzlichen Grund­ lagen der Sozialversicherung nahe bringen. Dies werden wir künftig auch verstärkt über das Pensionskonto tun. Ab 2014 wird es hier Neuerungen ge­ ben. Dann wird für jeden – nicht nur für Menschen, die knapp vor der Pen­ sion stehen – am Pensionskonto der aktuelle Stand der Pension automa­ tisch ausgewiesen. Jeder wird sehen, welche Ansprüche er bereits erworben hat und wie die entsprechende Pen­ sionsleistung aussähe. Wir möchten insofern auch einen Beitrag leisten, indem wir die gesetz­ lichen Rahmenbedingungen erklären und objektiv über die Pensionshöhe informieren. Die Entscheidung, ob zusätzlich in die private Altersvor­ sorge investiert werden soll, muss jedem Einzelnen überlassen bleiben. Anreize für die zweite und dritte Säu­ le, zum Beispiel steuerliche Begünsti­ gungen, sind sicher sinnvoll, um die gesamte Altersvorsorge zu stärken. Wir danken für das Gespräch! FONDS exklusiv wird die Leser auf der Homepage www.fondsexklusiv.at unter der Rubrik Veranstaltungen laufend über die geplante Roadshow der Fonds­ häuser Allianz Invest, DWS, Fidelity und Templeton informieren.

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News Finanzdienstleister

RWB mit neuer Vertriebsleitung

Wolfgang Jonas unterstützt Partner in Salzburg und Oberösterreich

S Uniqa

Neuer Sprecher bei Uniqa Finanz-Service Arnd Münker verantwortet auch das Group Asset Management

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rnd Münker ist seit 1. Oktober dieses Jahres Sprecher der Geschäftsführung der Uniqa Finanz-Service GmbH und hat damit die Leitung des Group Asset Managements übernommen. Die Geschäftsführung der Gesellschaft besteht aus drei Mitgliedern: Neben Münker sind dies Andreas Bertl und Franz Hagmann. Der 45-Jährige trägt damit die Verantwortung für die Veranlagungsstrategie der Gruppe. Münkers Fokus liege darauf, liability-driven Asset Strategien zu forcieren und die Investmentprozesse auf die Anforderungen von Solvency II auszurichten.

Neuer Fonds für Real Estate-Anleger

M&G-Fonds für REITs und ImmoUnternehmen neu zugelassen

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b sofort können Anleger in den „M&G Global Real Estate Securities Fund“ (ISIN GB00B2Q7GD31) investieren. Der globale Aktienfonds investiert in börsengehandelte Immo­ bilien-Aktiengesellschaften (sogenannte REITs) sowie in andere Immobilienunternehmen. Fondsmanagerin Gillian Tiltman verfolgt bei der Auswahl ihrer in der Regel 40 bis 60 Einzeltitel einen langfristigen Bottom up-Ansatz. Dabei hat Tiltman einen großen Handlungsfreiraum, da der Fonds an keinen Vergleichsindex gebunden ist.

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Keine neuen Höchststände in 2013

Fidelity rechnet mit volatilen, seitwärts laufenden Märkten

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orgen um die politische und wirtschaftliche Lage in Europa und vor allem den USA belasten die Aktienmärkte zunehmend. Diese ,Wall of Worry‘ wird die Märkte auch in 2013 bestimmen, meint Jeff Hochman, Leiter der technischen Analyse bei Fidelity Worldwide Investment, und rechnet daher weiter mit hoher Volatilität über alle Anlageklassen hinweg. Hochman: „Bei Aktien könnte es zwar wieder eine Rally geben. Ich halte es aber für unwahrscheinlich, dass die US- oder europäischen Märkte im kommenden Jahr substanziell neue Höchststände erreichen werden.“ Vielmehr wird erwartet, dass sich die Kurse mittelfristig seitwärts bewegen, mit zyklischen Schwankungen von ein bis vier Monaten Dauer.

Jeff Hochman, Fidelity Worldwide Investment: Der Aktienanteil professioneller Investoren wird in absehbarer Zeit kaum steigen.

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Arnd Münker,

eit Anfang September ist Wolfgang Jonas, MAS, für den RWB Vertrieb in Oberösterreich und Salzburg verantwortlich. Der 38-Jährige leitet die Regionaldirektion für Salzburg und Oberösterreich mit dem Ziel, den Vertrieb der Private Equity-Produkte von RWB zu steuern und die Vertriebspartner zu unterstützen. Der akademische Wirtschaftsmanager, bis 2010 Geschäftsführer der Treugeld Vermögensplanung GmbH mit Sitz in Salzburg, begann vergangenes Jahr mit einem MBA-Studium und gründete die Praemium Vermögensberatung GmbH. 2012 entschied er sich für den Einstieg bei dem Private EquitySpezialisten. Jonas: „Die RWB bietet neben ihrer wertschöpfungsorientierten Unternehmensphilosophie, die auch ich meinen Kunden immer vorlebe, interessante Produkte in einem ertragreichen Umfeld. Mit ihren Dachfonds investiert die RWB weltweit in Unternehmen, die Erfolg versprechende Produkte und Leistungen und nachhaltige Erfolgs-Chancen offerieren.“ Mit rund 130 Fondsbeteiligungen in weltweit 16 Staaten zählt sich die Gesellschaft zu den erfahrenen Dachfondsinvestoren im deutschsprachiWolfgang Jonas, MAS, RWB Vertrieb gen Raum. 


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News Finanzdienstleister

Neue Anlagechancen in vielen Teilen Asiens Invesco: Bevölkerungsanstieg bald kein Wachtsumsfaktor mehr

I Martin Bruckner,

Chief Investment Officer Allianz Gruppe Österreich

Österreich holt im Euro-Ranking auf Allianz Euro Monitor: Zehn Staaten sind abgerutscht

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ehn von 17 Mitgliedstaaten der Euro-Zone haben sich in 2012 gegenüber dem Vorjahr in ihrer Gesamtbewertung verschlechtert, so die Ergebnisse des „Allianz Euro Monitor“. Österreich konnte seine Bewertungen im Vergleich zu den anderen Euroländern weitgehend halten und einen Platz gut machen. „Um Klassenprimus zu werden, müsste Österreich vor allem bei der Solidität der Staatsfinanzen zulegen“, kommentiert Martin Bruckner, Chief Investment Officer der Allianz Gruppe in Österreich. Gerade die politischen Fortschritte hin zu mehr europäischer Integration würden zu einem allmählichen Abebben der Schuldenkrise beitragen.

n vielen Teilen Asiens dürfte die Bevölkerungsentwicklung das Wachstum bald nicht mehr positiv beeinflussen“, sagt Annabel Betz, Client Portfolio Director Invesco Asia-Pacific, und ergänzt: „Andererseits bietet die veränderte Altersstruktur der Region auch zahlreiche interessante Anlagechancen.“ Von der ersten demografischen Dividende könnten neben den Philippinen und den größeren Asean-Märkten Niedriglohnländer wie Bangladesch, Kambodscha und Myanmar profitieren. Auf Branchenebene sieht Betz zunehmend Anlagechancen in demografisch relevanten Sektoren wie Versicherungen und Gesundheit sowie bei Bildungsangeboten, Freizeitund Erholungsdienstleistungen.

Marktführer bei Bauspardarlehen

Wüstenrot: Bausparen mit Startzinsen bis zu fünf Prozent

Auch im Bausparen schaffe das Unternehmen die Trendwende: Bereits seit Mitte dieses Jahres lagen die monatlichen Ergebnisse auf dem Niveau des Vorjahres. Im Monat Oktober habe man gar mit rund 20.000 Bausparver-

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trägen einen Zuwachs um 8,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. „Bausparen ist für jedermann verständlich, besonders risikoarm und nach wie vor die einzige geförderte Sparform in Österreich. Bausparen ist das Finanzierungsinstrument, wenn man sich den Traum vom Eigenheim erfüllen möchte und 25 Jahre lang mit einer gewissen Sicherheit planen will“, erläutert Franz Meingast, Vorstandsdirektor der Wüstenrot Gruppe, und fügt hinzu, dass Investitionen in Immobilien gerade in Zeiten wie diesen eine sehr gute Wahl sind. Bis zum 31. Dezember 2012 erhalten Bausparer 4,5 Prozent, junge Kunden bis zum Alter von 26 Jahre sogar fünf Prozent Startzinsen in den ersten

Franz Meingast, Vorstand Wüstenrot Gruppe

zwölf Monaten. „Wir belohnen die Treue der Bausparer zum Jahresschluss mit den besten Startzinsen am Markt und passend für Weihnachten auch noch mit einem Reisegutschein im Wert von 150 Euro“, betont Meingast. Damit habe Wüstenrot aktuell das beste Angebot aller österreichischen Bausparkassen.

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it 42,1 Prozent Marktanteil im Neugeschäft und rund 7.200 Finanzierungen per Ende des dritten Quartals dieses Jahres konnte Wüstenrot, nach eigenen Angaben, entgegen dem Markttrend um 2,5 Prozent zulegen und damit die Marktführerschaft bei Bauspardarlehen übernehmen. Branchenweit sei das Geschäftsvolumen hingegen in den ersten drei Quartalen im Vergleich zum Vorjahr um rund 160 Millionen Euro bzw. 6,5 Prozent zurückgegangen.


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interview Finanzdienstleister Fachgruppe NÖ

Große Chancen, aber auch große Herausforderungen Der gewerbliche Vermögensberater muss sich neu ausrichten – dies meint zumindest Michael Holzer, Obmann der Fachgruppe der Finanzdienstleister der Wirtschaftskammer Niederösterreich. Im Interview erklärt er, worauf es künftig ankommen wird.

„Wir sollten uns als Begleiter des Kunden sehen – ein Leben lang.“ Michael Holzer,

Obmann der Fachgruppe der Finanzdienstleister Wirtschaftskammer NÖ

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exklusiv

ins Regal stellen und immer wieder wahllos verkaufen. Man muss Hintergrund-Informationen einholen, um entscheiden zu können, ob das Produkt zu meinem Kunden passt. Im Grunde gehe ich als Berater bereits eine Haftung ein, bevor ich das Produkt überhaupt das erste Mal verkauft habe. Da ein entsprechendes Screening, die Analyse ein hohes Arbeitspensum bedeutet, macht es Sinn, sich an Spezialisten zu wenden und eventuell Kooperationen einzugehen, beispielsweise mit einem Pool. Die Aktivitäten eines Beraters werden auf jeden Fall in der Zukunft

viel aufwändiger sein, auch hinsichtlich der Aus- und Fortbildung. Das scheint im Alleingang für selbstständige Berater gar nicht machbar, angesichts der hohen Zahl an Produkten ist es unwahrscheinlich, alle im Detail zu durchleuchten... m. h.: Ja, wichtiger als jedes Produkt im Detail zu kennen ist es, für die unterschiedlichen Kunden die passenden Investmentprodukte und -ideen herauszufiltern. Wenn ich weiß, dass jemand bereits Erfahrung mit unternehmerischen Beteiligungen hat, kann ich andere Produkte wählen, als bei

Foto: beigestellt

FONDS exklusiv: Die Finanzkrise und ihr Nachhall hat zur Folge, dass sich Finanzberater und -vermittler neu ausrichten müssen – und dies nicht nur in legistischer Hinsicht. Was braucht es, um heute als Vermögensberater und -vermittler erfolgreich zu sein? michael holzer: Auch bezüglich Beratung ist heute eine Neuorientierung nötig. Der qualifizierte Berater muss sich heute mehr denn je fragen, welche Produkte er in sein Portfolio aufnimmt und anbietet. Man kann heute nicht mehr ein einmal auf den Markt gebrachtes Produkt sozusagen


interview

Finanzdienstleister Fachgruppe NÖ

einem Kunden, der soeben erste Kapitalmarkt-Erfahrungen sammelt. Man kann nicht alle Kunden über einen Kamm scheren und ein und dasselbe Produkt über den gesamten Kundenstock verkaufen. Selbstverständlich ist jeder Berater dazu angehalten, Kapitalmarktprospekte nicht nur nach Hause zu tragen, sondern auch zu lesen, gezielt zu hinterfragen, sich mit Kollegen auszutauschen, um dann entscheiden zu können, ob man ein bestimmtes Produkt mitverkaufen möchte oder nicht. Selbst das in einer Produktkategorie beste Produkt muss für einen bestimmten Kunden noch nicht das beste sein. Hier sehe ich die große Chance für den gewerblichen Vermögensberater, der ja gänzlich bank- und versicherungsunabhängig agieren kann: Er kann eine gute Auswahl treffen. Die Anleger sind heute bereits mündiger, es stehen ihnen mehr Informationsquellen zur Verfügung. Dennoch aber hat sich der eine oder andere eine blutige Nase geholt und das Vertrauen nicht nur in die Märkte an sich, sondern auch in die Beratungsleistung ist immer noch erschüttert. Wie soll der Berater vorgehen? m. h.: Man muss den Kunden da abholen, wo er ist. In der Vergangenheit wurde die Produktauswahl fallweise ziemlich leichtfertig getroffen. Das heißt zum Teil auch „zurück zu den basics“, die gute alte Anlagepyramide beherzigen. Es ist freilich aber auch klar, dass das Sparbuch nicht allein seligmachend ist. Es braucht Alternativen, sonst werden die Anleger ihre Sparziele für die Pension nicht erreichen. Wir sollten uns als Begleiter bis zum Pen­ sionsantritt des Kunden sehen. Auch im Kreditgeschäft ist das Knowhow des Beraters gefragt. Finanzierungen sind für den Laien häufig ein spanisches Dorf.

Was kann die Fachgruppe hier unterstützend tun, um den Boden für die Berater gut aufzubereiten? m. h.: Wir wirken auf mehrfache Art und Weise unterstützend. Aktuell fahren wir eine umfassende ImageKampagne. Mit Broschüren und auch mit einem Image-Film, der noch in der Entstehung ist, möchten wir das Bild des objektiven Beraters als kompetente Top-Anlaufstelle in der Bevölkerung verankern. Der Image-Film wird den Beratern für die eigene Homepage zur Verfügung gestellt werden, jeder Vermittler und Berater kann im Nachspann die eigenen Kontaktdaten integrieren.

ist ein Bereich, in dem der Berater der Zukunft stärker aktiv werden muss. Viel Geschäft kommt immer noch über den bereits vorhandenen Kundenstock, über den Weg der Empfehlungen zustande. Und für die Neukundengewinnung ohne Mundpropaganda muss sich der Berater aktiv der Außenwelt zeigen. Er muss die Medien seiner Region nutzen, eine Homepage haben... Auch hier haben wir von der Fachgruppe zahlreiche interessante Pakete für den Berater. In den Regionalstellen werden z. B. Veranstaltungen organisiert, wo sich die Berater einbrin-

Es geht vor allem darum, für die unterschiedlichen Kunden die jeweils passenden Produkte herauszufiltern. Wie kann ein Vermögensvermittler und -berater Kunden für sich gewinnen, die noch über keine WertpapierErfahrung verfügen? m. h.: Das erfordert Zeit und Geduld. Es geht darum, den Kunden langsam an das Thema heranzuführen und ihm zunächst die risikoloseren Wertpapiere nahezubringen. Ihre Funktionsweise, das Risiko usw. müssen aufgezeigt werden, beispielsweise mit ausgewählten Anleihen. In einem späteren Schritt, zwei oder drei Jahre danach, kann man auch andere Wertpapiere besprechen, gute Investmentfonds etwa. Der Berater der Zukunft muss sich auch als „Financial Educator“ verstehen. Dieser Gedanke wird auch von der Europäischen Union betont und gefördert. Es ist aber bestimmt nicht so einfach, Neukunden dazuzugewinnen, die noch keine oder wenig Investment­ erfahrung besitzen? m. h.: Stimmt, auch das Marketing

gen können. Es gibt auch Angebote, wo Zeitungseinschaltungen in Regionalmedien zu günstigen Konditionen genutzt werden können. Für all diese Maßnahmen braucht es kein RiesenBudget. Wird die Honorarberatung die provisionsbasierte Beratung definitiv ablösen? m. h.: Definitiv lässt sich noch nichts dazu sagen. Die Richtlinien der Europäischen Union sind noch nicht durch. Und bis zur nationalen Umsetzung wird es sicher Übergangsfristen geben. Was für uns als gewerbliche Vermögensberater in jedem Fall wesentlich ist: Klar zu machen, dass die Dienstleistung der qualifizierten Beratung etwas kostet Ob dies künftig vom Kunden oder Produktpartner bezahlt wird oder in einer Mischform von beiden, wird sich zeigen. Nähere Infos per E-Mail unter: finanzdienstleister@wknoe.at bzw. www.finanzdienstleister-noe.at

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Perspektiven Finanzdienstleister

Der Berater und Vermittler der Zukunft muss allfinanztauglich sein Die Bank Austria Finanzservice GmbH ist für das kommende Jahr zuversichtlich. Die Bereiche Finanzierung und Veranlagungen entwickeln sich stark. Dies ist nur ein Grund, warum der Beruf gute Perspektiven bietet.

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Die BAF war jedenfalls frühzeitig für die Umstellung per 1. September 2012 gerüstet, um die betroffenen Partner bestmöglich zu unterstützen. Mit die-

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„Auf mehreren Beinen steht es sich besser – Vermögensberater benötigen heute Expertise in mehreren Produktfeldern.“ Siegfried Prietl, Geschäftsführer Bank Austria Finanzservice GmbH

sem Stichtag mussten ja Finanzdienstleistungsassistenten, die ihr Gewerbe nach dem 1. September 2011 angemeldet hatten, die Befähigung zum Wertpapiervermittler nachweisen und damit auch das entsprechende Vertretungsverhältnis bekannt geben. Gleichzeitig hätte aber eine hohe Zahl an Partnern Bereitschaft signalisiert, mit der BAF als vertraglich gebundener Vermittler – und damit exklusiv – zusammenzuarbeiten, sagt Prietl. Die kommenden Monate bringen weiterhin große Umstellungen: Die EU-Direktiven MiFID II, Wohnimmobilienkredite, IMD2 und deren Umsetzung stehen an. Prietl: „Das Hauptthema für die Branche werden die Provisionen sein.“ Langfristig gehe es Richtung Honorarberatung. kommerzieller bereich stark Dass die Kapitalmärkte derzeit heraus­

fordernder sind als vor sechs oder sieben Jahren bedeutet, dass auch Berater und Vermittler stärker gefordert sind. Sie könnten sich nicht mehr nur auf ein Produkt oder einige wenige fokussieren. „Beispielsweise hat sich heuer bei der Bank Austria Finanzservice die Sparte ,Kommerzielle Finanzierung‘ innerhalb kürzester Zeit als Erfolgs­story herausgestellt.“ Wer sich in diesen Bereichen fachlich zu Hause fühlt, dem dürfte die Arbeit nicht ausgehen. Auch die Bau- und Wohnfinanzierung habe sich in den vergangenen Monaten sehr erfreulich entwickelt, sodass sich die Bank Austria Finanzservice auch für 2013 eine anhaltend gute Nachfrage erwartet – angefeuert auch von den weiterhin tiefen Zinsen. „Die vergangenen Monaten waren die besten in den letzten vier Jahren“, bestätigt Prietl.

Foto: beigestellt

ie Branche der Finanzdienstleister auch für die Jugend schmackhaft zu machen und so auch den Nachwuchs zu sichern – das ist Siegfried Prietl, Geschäftsführer der Bank Austria Finanzservice GmbH, ein wichtiges Anliegen. „Der Beruf des Vermögensberaters ist ein spannender, bei dem man sich immer auf neue Kundenbedürfnisse einstellen muss. Die Existenzberechtigung des Vermögensberaters ist nicht zuletzt aufgrund der Komplexität der Finanzlösungen mehr denn je gegeben“, sagt Prietl, der auch Ausschuss-Mitglied im Fachverband der Finanzdienstleister in der Wirtschaftskammer ist. Auch erfahre die Branche schön langsam einen Imagewandel, wenngleich man noch „teils die Hiebe der Vergangenheit einstecken muss“. Prietl, der täglich mit Vermögensberatern im Gespräch ist, zeigt sich jedoch von der Qualität und dem großen Fachwissen der Vermögensberater überzeugt. Die verpflichtende Aus- und Weiterbildung für den Wertpapiervermittler Neu (Anm.: 40 Stunden innerhalb von drei Jahren) ist gar nicht so wenig und versteht sich ja zusätzlich zu all den Maßnahmen und Schritten, die ohnehin gesetzt werden“, meint Prietl. Die Bank Austria Finanzservice (BAF) bietet in Kooperation mit der Fachakademie für Finanzdienstleister alle für den Wertpapiervermittler erforderlichen Fortbildungsseminare an.


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EXPERTEN-gespräch Dividendenfonds

Die Teilnehmer des Experten-Gesprächs (v.l.n.r.): Nicole Kerschbaumer, Country Head and Business Development Austria von Allianz Global Investors (AGI); Werner Painsy, Direktor DWS Österreich; Linda Kappel, Chefredaktion FONDS exklusiv; Denise Kissner, Product Specialist Equities, DWS Investments; Christian Pabst, Direktor Österreich, Fidelity Worldwide Investment.

„dividendenfonds: leichter einstieg aufs aktienparkett“ Vieles spricht derzeit und weiterhin für die Anlage in Dividendenfonds: Sie haben einen Sachwertcharakter, bieten regelmäßige Ausschüttungen, weisen oftmals ein asymmetrisches Risiko-Rendite-Profil auf und sind in der Regel schwankungsärmer als andere Aktien. Vermögensberater könnten so auch Aktienungeübten Gusto machen. Das Gespräch leitete Linda Kappel FONDS exklusiv: Dividendenfonds sind seit Monaten in aller Munde. In den Medien wird laufend über sie berichtet. Fondsgesellschaften, die noch keinen Fonds mit Fokus auf Dividendentitel hatten, legen einen auf oder überlegen zumindest, es zu tun. Klingt nach einem neuen Hype. Die nun schon seit Jahren anhaltenden Turbulenzen an den Kapitalmärkten und das Niedrigzinsumfeld haben das Interesse an Dividendenstrategien zweifellos verstärkt. Was spricht für Dividendenfonds, sind sie in jedem Fall eine gute Wahl? Denise Kissner: Das Interesse an Dividendenfonds hat enorm zugenommen. Dies belegen auch die Suchaktivitäten zum Thema ,Divi-

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dendenaktie‘ bei Google, die seit Anfang 2007 bis August 2012 um mehr als 50 Prozent gestiegen sind. Globale Dividendenfonds sahen in den vergangenen 68 von 70 Wochen Nettomittelzuflüsse in Höhe von 56 Milliarden US-Dollar. Zeitgleich verbuchten Aktienfonds insgesamt seit 2011 Nettomittelabflüsse von fast 200 Milliarden US-Dollar. In der Vergleichsgruppe für unseren Dividendenfonds ist die Anzahl auf rund 70 global anlegende Dividendenfonds gestiegen, das verwaltete Fondsvolumen in diesen Fonds stieg in den vergangenen zehn Monaten um rund 35 Prozent an. Es sieht also tatsächlich so aus, als würden nun alle auf diesen

Zug aufspringen. Von einer Überhitzung kann aber keine Rede sein: So entfallen beispielsweise nur sieben Prozent des verwalteten Vermögens aller in Europa registrierten aktiv gemanagten global anlegenden Fonds auf Dividendenfonds. Dividendenanlagen existieren ja schon länger, oder? D. K.: Dividendenanlagen haben eine lange Tradition. Die Dividende gibt es bereits seit dem 17. Jahrhundert. Der erste aktiv gemanagte Dividendenfonds in Kontinentaleuropa kam 1999 auf den Markt, in Großbritannien gab es bereits Ende der 1980erJahre Vorreiter auf diesem Gebiet.


experten-gespräch Dividendenfonds

Aktuell gibt es eine ganze Reihe von Gründen, die für Dividendenfonds sprechen: Im gegebenen Marktumfeld, das von Alternativlosigkeit geprägt ist, will der Kunde eine Anlage mit Sachwertcharakter, eine attraktive Ausschüttung, eben eine reale Rendite, die über der Inflation liegt. Gleichzeitig soll die Anlage eine niedrige Volatilität aufweisen. Dem entsprechen Dividendenstrategien häufig, denn Dividendeninvestments sind im Regelfall schwankungsärmer als andere tradi­ tionelle Aktieninvestments. Und sie weisen oftmals eine Asymmetrie in ihrem Rendite-Risiko-Profil auf. Das ist es auch, was diese Fonds für die Vermögensberater und -vermittler interessant macht. Das lässt sich dem Kunden gegenüber gut kommunizieren. Über einen kompletten Konjunkturzyklus hinweg sollte eine Dividendenstrategie den traditionellen Aktienmarkt übertreffen. Zwar können sie in stark steigenden Märkten nicht voll an Kurssteigerungen partizipieren, haben aber in Seitwärtsmärkten und vor allem in fallenden Märkten klar die Nase vorn. Dividenden bieten den Anlegern in schwachen Marktphasen eine Art Puffer und können somit mögliche Kursverluste abfedern. Allerdings weist nicht jeder Dividendenfonds ein derartiges Profil auf. Der Berater muss wirklich genau hinsehen, denn „Dividendenfonds“ ist

„Mit einer guten Auswahl an dividendenstarken Aktien und Titeln mit nachhaltigem Dividendenwachstum erhält man ein asymmetrisches Risikoprofil und damit einen Puffer in fallenden Märkten, allein über die Aktienauswahl.“ Denise Kissner,

Product Specialist Equities, DWS Investments

kein geschützter Begriff. Auch unser Fondsmanagement schaut bei der Titelauswahl genau hin, denn eine hohe Dividendenrendite muss nicht immer etwas mit Wert- und Nachhaltigkeit zu tun haben. Bei Unternehmen mit einer hohen einstelligen oder sogar zweistelligen Dividendenrendite steht oft eine Dividendenkürzung ins Haus. Renditen von über rund sieben Prozent sollten vom Anleger bzw. Fondsmanager kritisch hinterfragt werden. In schwierigen Marktphasen reicht es also nicht aus, nur auf die absolute Höhe der Dividende zu schauen. Es gilt auch die Nachhaltigkeit in Form der Ausschüttungsquote, das künftige Dividendenwachstum und die Bilanz­ qualität zu prüfen, um langfristig die vielversprechendsten Unternehmen zu selektieren.

„Die Kunden legen derzeit großen Wert auf Ausschüttung. Sie wollen sehen, was sie verdient haben und das Geld dann gegebenenfalls auch ausgeben.“ Werner Painsy,

Direktor Österreich, DWS Investments

NICOLE KERSCHBAUMER: Wir bei der Allianz Global Investors glauben, dass gerade in Zeiten der ,Financial Repression‘ Dividenden ,name of the game‘ sind. Das wird sich bei nahezu allen Anbietern durchziehen. Wir glauben, dass eine Phase der Neuorientierung vor der Tür steht. Es findet ein Umdenken statt, im Sinne von Verantwortungsübernahme im Asset Management sowohl institutionellen Anlegern, aber auch den Retail-Kunden gegenüber und natürlich auch bezüglich des Anlageprozesses und des Angebots. Daneben ist es ja auch erwiesenermaßen so, dass Dividendentitel Stabilität in ein Portfolio bringen, und es liegt daher in der Verantwortung jedes großen Asset Managers, dieses Thema breit zu streuen. In einer Zeit der finanziellen Repression wird das Thema Risiko neu definiert: Wo liegt es denn eigentlich, im Renten- oder im Aktienbereich? Wir befinden uns an den Kapitalmärkten im Risk-on-risk-off-Modus. Das muss man richtig erkennen und dementsprechend beraten. Der Trend geht daher in Richtung MultiAsset-Lösungen und Dividendenprodukte stellen hier mit Sicherheit ein „Core-Produkt“ dar. D. K.: Typisch für eine Finanzrepres­ sion sind negative Realrenditen. Das ist langfristig eine Art Vermögens­ transfer vom Sparer hin zum Schuld-

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EXPERTEN-gespräch Dividendenfonds

„Ich denke, dass Europa in diesem Aktien-Segment nun angesagt ist: die Ausschüttungen sind höher als in den USA und die europäischen Unternehmen sind zudem sehr aktionärsfreundlich.“ Nicole Kerschbaumer,

Country Head and Business Development Austria von Allianz Global Investors (AGI)

ner oder vereinfacht ausgedrückt eine „versteckte Preiserhöhung“. In Zeiten negativer Realrenditen gilt: „Sicherheit kostet mit Sicherheit Geld.“ Anleger können langfristig ihr Vermögen nur sichern, indem sie Risiken eingehen – zum Beispiel ihr Vermögen langfristig in Aktien investieren statt es in vermeintlich sicheren Staatspapieren zu belassen. Für Anleger, die auf diesem Gebiet soeben erste Schritte wagen, sind Dividendenaktien eine gute Einstiegsmöglichkeit. CHRISTIAN PABST: Der Kunde sucht Sicherheit und Einkommen beziehungsweise Zusatzeinkommen. Interessanterweise ist dieses auch schon in früheren Jahren aus einem Bereich gekommen, den der Anleger ursprünglich gar nicht so sehr auf seinem Radar hatte: aus der Dividende. In den vergangenen zehn Jahren haben wir von 2003 bis 2007 tolle Aktienjahre gesehen; alle Aktienanleger haben fast ausschließlich auf die Kursentwicklung der Papiere gesetzt. Kaum jemand hat auch auf die Dividende geachtet. Ich will das sog. ,verlorene Jahrzehnt‘ für Aktien, das wir aufgrund der IT-Blase, von 9/11 und der ab 2007 infolge der Subprime-Krise einsetzenden globalen Finanzkrise gar nicht wegreden. Aber rückblickend hätte man mit guten Dividendenstrategien doch einen positiven Ertrag er-

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wirtschaften und mit dem Zusatzertrag durch Dividenden im Plus bleiben können. In den vergangenen 70 bis 80 Jahren hat es immer wieder Phasen gegeben, wo die Dividendenrendite den größten Teil des Gesamtertrags gebracht hat, etwa in den 1940er-Jahren oder den 1970er-Jahren – hier stammen mehr als zwei Drittel der gesamten Performance von der Dividendenrendite. D. K.: Das können wir nur bestätigen. 40 bis 50 Prozent der Gesamtrendite am Aktienmarkt stammen langfristig aus Dividenden, in Seitwärtsmärkten wie in den vergangenen zehn Jahren sind Dividenden sogar die Hauptrenditequelle. Ganz wesentlich ist hierbei der Zinseszinseffekt, der bei Aktien von Unternehmen entsteht, die Jahr für Jahr ihre Dividende erhöhen – idealerweise analog ihres Gewinnwachstums. Der Zinseszins aus Dividendenwachstum ist beispielsweise für Anleger sehr interessant, die über Jahre oder Jahrzehnte für ihr Alter vorsorgen möchten. WERNER PAINSY: Dem kann ich nur zustimmen. Bei den aktuell geltenden Rechnungszinsen in der Versicherungsindustrie zuzüglich der tiefen Gewinnbeteiligungen droht abzüglich Inflation bei klassischen Versicherungslösungen eine negative Realrendite. Wir sehen daher auch auf der institutionellen Sei-

te, etwa von den Versicherungen, eine hohe Nachfrage nach Dividendenstrategien, um langfristig Leistungsversprechen erfüllen zu können. Kommen wir zur Produktwelt: Was bieten die jeweiligen hier vertretenen Häuser an, worin unterscheiden sich die Fonds voneinander? D. K.: Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Fonds, die sich eher auf Aktien mit hoher Dividendenrendite konzentrieren, und denjenigen, bei denen das Dividendenwachstum im Vordergrund steht. Die DWS achtet bei der Portfoliokonstruktion darauf, die beiden Bereiche mit der Nachhaltigkeit der Dividendenzahlungen in Einklang zu bringen und diese je nach Marktsituation zu gewichten. Der global anlegende DWS Top Dividende wurde vor mittlerweile fast zehn Jahren aufgelegt, der Schwerpunkt liegt auf großkapitalisierten Unternehmen. Daneben verfolgen wir mit den Fonds DWS Invest Emerging Markets Top Dividend Plus, DWS Invest II Asian Top Dividend, DWS Invest II European Top Dividend und DWS Invest II US Top Dividend regionale Strategien. ­Darüber hinaus bieten wir mit dem DWS Invest Top Dividend Premium einen Dividendenfonds mit einer sogenannten Covered-Call-Writing-Strategie an, um Zusatzerträge und somit eine Aus-


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EXPERTEN-gespräch Dividendenfonds

schüttung von sieben Prozent p.a. für den Anleger zu erzielen. Der Anleger verzichtet hier im Gegenzug auf die volle Partizipation an der Kursentwicklung. N. K.: Im Allianz-Gesamtkonzern verfügen wir über unterschiedliche Dividendenprodukte, die von unterschiedlichen Teams gemanagt werden, in Summe werden in Dividendenstrategien elf Milliarden Euro gemanagt. Für die Asien- und Europa-Fonds stützen wir uns vor allem auf einen fundamentalen Analyseansatz, beim US-Produkt durchleuchten wir sehr genau die Bilanzen. Der Allianz European Equity Dividend wurde 2009 aufgelegt und das ist gleichzeitig auch jene Region, wo wir derzeit die meisten Chancen sehen. Das Portfolio ist mit 30 bis 50 Titeln im Schnitt konzentriert. Ich denke, wir sind uns alle einig, dass Europa in diesem Segment nun angesagt ist, die Ausschüttungen sind höher als in den USA, die europäischen Unternehmen sind aktionärsfreundlich. C. P.: Fidelity hat als erstes Dividendenprodukt den Asian Pacific Dividend Fund lanciert, dann kam der European Dividend Fund und heuer das entsprechende globale Produkt. In letzterem sehen wir derzeit die stärkste Nachfrage. Ich glaube, das liegt daran, dass die Kunden erkannt haben, dass hier die Spielwiese für den Manager größer ist. Es gibt weltweit derzeit rund 550 Unternehmen, die eine Dividendenrendite von mehr als vier Prozent zahlen. Dennoch ist das Portfolio mit rund 50 Unternehmen sehr konzentriert, wobei die zehn größten Positionen aus den USA und aus Europa stammen. Festhalten möchte ich hier auch noch, dass wir als einer der wenigen Anbieter quartalsweise bis hin zu monatlichen Ausschüttungen anbieten. Den regelmäßigen Cashflow am Konto schätzen die Anleger derzeit sehr. Beim Fidelity Global Dividend Fund

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„Der Kunde sucht Sicherheit und Einkommen bzw. Zusatzeinkommen. Interessanterweise ist dieses auch schon in früheren Jahren aus einem Bereich gekommen, den der Anleger ursprünglich nicht so sehr auf seinem Radar hatte: nämlich aus der Dividende.“ Christian Pabst,

Direktor Österreich Fidelity Worldwide Investment

wurde die Ausschüttung bei Auflage auf 3,6 Prozent p.a. fixiert. Die Höhe wird quartalsweise überprüft. Das klingt zwar jetzt nicht nach so viel, aber wir wollen lieber auf der sicheren Seite sein. Was wir auf keinen Fall wollen, was manche Mitbewerber tun, ist, Substanz ausschütten. W. P.: Den Trend hat die DWS frühzeitig erkannt und bietet ausschüttende Varianten an. N. K.: Bei der Allianz Global Investors bieten wir ebenfalls Ausschüttungen, auch monatliche, an. Auch das könnte ein Anreiz für unbedarftere Aktienanleger sein oder sogar auch für Pensionisten, wenn sie zusätzlich zur Rente immer auch einen Anteil aus der Veranlagung bekommen, ohne deshalb in einem besonders komplizierten Anlagevehikel investiert sein zu müssen. Und ein Investmentfonds ist ja auch ein vergleichsweise kostengünstiges Anlagevehikel. D. K.: Noch ein Wort zu den Regionen: Auch wenn Europa der klassische Markt für Dividenden ist, sollte man den Blick auch in Richtung Emerging Markets und Asien richten.

Diese Länder sind heute teils schon sehr weit entwickelt, etwa bezüglich Kapitaldisziplin und auch im Hinblick auf Dividendenzahlungen. Dividendenfonds sind unserer Meinung nach eine sehr gute Art und Weise, risiko- und volatilitätskontrolliert in Emerging Markets zu investieren und so am Wachstum dieser Länder teilzuhaben. Welche Branchen erachten Sie derzeit als interessant? D. K.: Dividenden sind für uns integraler Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung. Besonders interessant finden wir aktuell die IT-Branche. In der Vergangenheit zählte sie nicht zu den klassischen Dividendenzahlern. Wir beobachten insgesamt einen Wandel in der Branche. Immer mehr Unternehmen zahlen attraktive Dividenden und weisen ein überdurchschnittliches Dividendenwachstum auf. C. P.: Auch die Healthcare-Branche ist derzeit sehr interessant, verlässliche Dividendenzahler sind zudem im Finanzbereich zu finden, beispielsweise die Bank HSBC. Danke für das informative Gespräch!


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Der Umbau des Regulierungsumfeldes geht weiter Die Novelle zur MiFID bringt weit reichende Änderungen und für die Finanzbranche erheblichen Anpassungsbedarf mit sich. Der wesentlichste noch strittige Punkt betrifft das mögliche Provisionsverbot. von Dr. David Christian Bauer*

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Unklar ist derzeit insbesondere die Frage eines möglichen Provisionsverbots für die Anlageberatung. Vor der Entscheidung des EU-Parlaments stand zur Diskussion, ob Provisionszahlungen grundsätzlich immer an den Kunden weitergereicht werden müssten. Damit sollte gesichert werden, dass Kunden objektiv – dafür aber wohl nur gegen Honorar – beraten werden und keine Versuchung besteht, Produkte zu verkaufen, bei denen man als Vermittler oder Berater bessere Provisionen erzielen kann. In letzter Minute kam es allerdings im

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„Ein ,beratungsfreier Verkauf’ soll nur noch bei wenigen Finanz­ instrumenten zulässig sein, darunter können auch Investmentfonds fallen.“ David C. Bauer, Partner bei DLA Piper Weiss-Tessbach Rechtsanwälte

EU-Parlament nicht zu einer derartig radikalen Lösung. Insbesondere die sozialdemokratische Fraktion meinte, dadurch könnte Beratung für kleinere Anleger unleistbar werden. Die Provisionen und ihre Höhe sollen daher nur offen gelegt werden müssen, aber nicht an den Kunden weitergereicht. Allerdings steht nunmehr im Raum, dass Berater, die unabhängig von Anbietern sind, keine Provisionszahlungen mehr annehmen dürfen bzw. diese an den Kunden weiterleiten müssen. Ob es bei dieser Absicht des EU-Parlaments bleibt, ist allerdings noch offen: Der ECOFIN-Rat hätte am 13.11.2012 über die Vorschläge zur MiFID II abstimmen sollen. Diese Abstimmung wurde vertagt. Möglicherweise wird diese Abstimmung am 4.12.2012 oder zu einem späteren Zeitpunkt stattge-

funden haben (zu Redaktionsschluss herrschte hierüber noch keine Klarheit). Es ist daher nach wie vor offen, wie die Frage der Provisionen letztlich aussehen wird. Klar ist jedenfalls, dass in diesem Bereich in Zukunft (noch) mehr Transparenz herrschen wird. Abgesehen von diesem medienwirksamen Thema wird MiFID II noch eine Reihe weiterer wesentlicher Neuerungen mit sich bringen, wobei diese einerseits im Rahmen der MiFID II (Richtlinie) und andererseits im Rahmen der sogenannten MiFIR („Markets in Financial Instruments Regulation“), also einer unmittelbar anwendbaren EUVerordnung, umgesetzt werden sollen. Zu den Neuerungen zählt etwa die Einführung sogenannter Organized Tra-

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edem in der Finanzbranche Tätigen ist die mit der englischen Bezeichnung „MiFID“ bezeichnete Richtlinie bekannt, die in Österreich im Wertpapieraufsichtsgesetz 2007 (WAG) umgesetzt wurde. Nicht zuletzt aufgrund der Finanzkrise ist die Regulierung auf europäischer Ebene weiterhin im Umbruch. Die EU-Kommission hat bekanntlich am 20.10.2011 einen Vorschlag zur Neuregelung der MiFID vorgelegt. Diese „MiFID II“ wurde nun im EU-Parlament mit einigen Abänderungen beschlossen. Nun findet die weitere Abklärung mit dem EU-Ministerrat statt. Wenngleich somit noch nicht alle Details feststehen, ist es wichtig, sich mit den grundlegenden Änderungen zu befassen, die MiFID II mit sich bringen wird. Für die Finanzbranche ist jedenfalls erheblicher Anpassungsbedarf abzusehen.


gesetz

Finanzdienstleister

ding Facilities (OTF). Hierbei handelt es sich um eine neue Form von Handelsplattformen, die auf organisierter Basis multiple Kauf- und Verkaufsinteressen von Dritten, bezogen auf Finanzinstrumente, zusammenbringen sollen. Damit sollen organisierte Handelsaktivitäten auch außerhalb der bisher unter MiFID I definierten Einrichtungen (regulierte Märkte, MTFs und systematische Internalisierer) geregelt werden. Bei systematischen Internalisierern handelt es sich um Wertpapierfirmen, die in organisierter und systematischer Weise regelmäßig Handel für eigene Rechnung durch Ausführung von Kundenaufträgen außerhalb eines geregelten Marktes, eines MTF oder eines OTF in einem bilateralen System betreiben. Da mit der Einführung von OTFs sogenannte „Dark Liquidity Pools“ von der Regulierung erfasst werden, sollen OTFs eine Regulierung aller organisierten Handelsaktivitäten außerhalb der bisherigen regulierten Märkte und MTFs bieten. Im Ergebnis bedeutet dies, dass nur noch nichtclearingfähige OTC-Handelsgeschäfte auch künftig über einen nicht-regulierten Handelsplatz gehandelt werden können. Clearingfähige OTC-Derivate sollen in Hinkunft ausschließlich auf einem geregelten Markt, MTF oder OTF gehandelt werden müssen. Aktives Interessenkonfliktmanagement OTFs werden nicht auf eigene Rechnung Kundenaufträge ausführen dürfen und müssen wie MTFs in Hinkunft ein System haben, das etwaige Interessenkonflikte erkennen und regeln lässt. Interessenkonflikte sollen generell nicht mehr durch eine bloße Offenlegung umgangen werden können. Vielmehr soll es ein aktives Interessenkonfliktmanagement geben. In Hinkunft werden auch die Anforderungen an die Handelstransparenz erweitert. Es werden nicht nur ­Aktien, sondern auch weitere Finanzinstrumente, wie etwa aktienähnliche

Instrumente, Anleihen, strukturierte Finanzprodukte sowie OTC-Derivate erfasst. Im Rahmen der Vorhandels­ transparenz müssen in Zukunft regulierte Märkte, MTFs, OTFs und systematische Internalisierer in Echtzeit Daten über die Kursspanne und die Markttiefe veröffentlichen und das verbindliche Kauf- oder Verkaufsinteresse anzeigen. Weiters ist zu gewährleisten, dass die Angebote die aktuelle Marktlage widerspiegeln. Auch die Nachhandelstransparenz soll erhöht werden. Mit diesen Transparenzregeln soll bewirkt werden, dass die Märkte und die Preisbildung besser überschaubar werden und bestexecution Aufträge besser umgesetzt werden können. Im Zusammenhang mit den Anlegerschutz- und Wohlverhaltensregeln wird der Anwendungsbereich der sogenannten „best-execution“ eingeschränkt. Ein „beratungsfreier Verkauf“ soll nur noch bei wenigen Finanzinstrumenten zulässig sein (ausschließlich nicht-komplexe Finanzinstrumente). Unter die komplexen Finanzinstrumente können auch Investmentfonds fallen sowie alle Finanzinstrumente mit derivativer Komponente, kreditfinanzierte Geschäfte sowie Asset-backed Securities. Produkthersteller müssen in Hinkunft jährlich überprüfen, ob die eigenen Produkte noch zielgruppenorientiert sind. Dies gilt allerdings nicht für Fremdprodukte. Bei der Beratung muss dem Kunden schriftlich und persönlich mitgeteilt werden, auf welcher Grundlage die Empfehlung beruht und inwiefern damit die individuellen Bedürfnisse des Kunden erfüllt werden. Weiters müssen Kundenkategorien gebildet werden, für die bestimmte Anlageprodukte geeignet sind. Mindestens alle sechs Monate nach der Beratung müssen Performance Reports erstellt und übergeben werden. Bei wesentlichen

negativen Änderungen der Marktbedingungen ist der Kunde unverzüglich zu warnen. Einmal pro Jahr ist die Eignung des Produkts für den Kunden zu überprüfen. Damit werden erhebliche Nachberatungspflichten geschaffen. Geplant ist auch, dass Wertpapierfirmen alle Telefongespräche und E-Mails mit Kunden aufzeichnen müssen und diese für drei Jahre aufbewahren müssen. Weitere Neuerungen wird MiFID II auch bei der Regulierung des Hochfrequenz- und des algorithmusgesteuerten Handels bringen. Durch entsprechende Vorkehrungen sollen Liquiditätsengpässe und Marktverzerrungen im computergesteuerten Handel vermieden werden. Weiters werden Warenderivativmärkte erstmals umfassend geregelt. Dazu gehören Transparenzvorschriften und Positionsobergrenzen. Weiters soll die Aktivität von Banken und Wertpapierfirmen (bzw. deren Zweigniederlassungen) aus vergleichbaren Drittländern im EU-Raum erleichtert werden. Behörden bekommen mehr Kompetenzen Generell wird MiFID II auch die Kompetenzen und die Eingriffsrechte der Behörden stärken. Insgesamt bedeutet die Richtlinie eine ganz erhebliche Umstellung und auch Belastung für Banken und Wertpapierfirmen. Die Umsetzung in nationales Recht soll bis Ende 2015 erfolgen. Es wird dringend empfohlen, sich mit entsprechender fachlicher Beratung auf die künftigen Änderungen einzustellen. Die Auswirkungen können insgesamt jedenfalls die Bedeutung der Eigenmittelvorschriften von Basel III erreichen und sollten daher entsprechend zügig evaluiert werden. * Dr. David Christian Bauer ist Rechtsanwalt und Partner bei DLA Piper Weiss-Tessbach Rechtsanwälte GmbH in Wien. Schwerpunkte seiner Beratung sind Bank- und Kapitalmarktrecht, Gesellschaftsrecht und Stiftungsrecht.

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EU-FINANZAUFSICHT Finanzdienstleister

Neue Zeiten für Europas Banken Am 1. Jänner 2011 begann die Europäische Finanzaufsicht offiziell mit ihrer Arbeit. Das System besteht aus drei Behörden, die jeweils ein Segment des Marktes überwachen. In diesem Beitrag widmen wir uns der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) und ihren Aufgaben. Von Johannes Muschik*

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Echte Aufsicht statt bloSSem Gedankenaustausch Vor 2011 lag die Koordination der grenzüberschreitenden Bankenauf­ sicht bei einem Ausschuss von Ver­ tretern nationaler Aufsichtsbehör­ den. Dieses Committee of European Banking Supervisors (CEBS) wurde gemäß einer Entscheidung der Euro­ päischen Kommission vom 5. Novem­ ber 2003 gegründet. Es sollte beitra­ gen, die Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft einheitlich umzuset­

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„Der aktuelle Entwurf zur Bankenunion sieht vor, dass marode Banken künftig direkt Geld aus dem Rettungsschirm beantragen können.“ Johannes Muschik, Geschäftsführer der Vermittlerakademie

zen. Die 27 zuständigen nationalen Behörden wendeten nämlich unter­ schiedliche Regularien an. Damit sich ihre Aufsichtsniveaus ­einander annä­ hern, sollten vor allem ihre Koopera­ tion und der Austausch von Informa­ tionen verbessert werden. Dass ein „Gedankenaustausch“ nicht ausreicht, um Europas Banken zu be­ aufsichtigen, dämmerte den Verant­ wortlichen spätestens bei Ausbruch der Krise 2008. Damals wurde offen­ sichtlich, dass die Mitgliedstaaten un­ tereinander verschiedene Auffassun­ gen vertraten, wie man die finanzielle Lage von Finanzinstituten bewertet. Ihre unzureichende Harmonisierung der nationalen Aufsichtsbestim­ mungen verschärfte die finanzielle

Instabilität in der EU. Brüssel hatte keine gemeinsame Handhabe gegen­ über den Banken. Als Reaktion da­ rauf wurde das vorhandene Komitee in eine echte Behörde umgewandelt und die European Banking Authori­ ty (EBA) mit Sitz in London aus der Taufe gehoben. Europäische Rahmen­ bedingungen für Banken Von der EU-Kommission war von An­ fang an geplant, die Bankenaufsicht zu einer kraftvollen Behörde auszu­ bauen. Die European Banking Autho­ rity hat Aufsichtsrat, Verwaltungsrat, Exekutivdirektor, vierzig Mitarbeiter (Stand 2011), diverse nicht stimm­ berechtigte Vertreter europäischer Kommissionen und Ausschüsse. Die

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n der Finanzkrise mussten Euro­ pas Staaten die Banken mit öffent­ lichen Geldspritzen stützen und Garantien in noch nie dagewesenem Umfang übernehmen. Von Oktober 2008 bis Oktober 2011 genehmigte die Europäische Kommission 4,5 Bil­ lionen Euro (bzw. 37% des EU-BIP) an Beihilfen für Finanzinstitute. Die damit verbundene Verschlechterung der öffentlichen Finanzen wurde dem Steuerzahler aufgebürdet. Bin­ nenmarktkommissar Michel Bar­ nier fand hierzu bei der Vorstellung der EU-Aufsichtsbehörden deutliche Worte: „Die Finanzkrise hat den Steuerzahler eine Menge Geld gekos­ tet. Wir müssen den Behörden die nötige Handhabe geben, damit sie Bankenkrisen in Zukunft angemes­ sen bewältigen können. Andernfalls werden am Ende wieder die Bürger die Zeche zahlen, während die Ban­ ken weitermachen wie bisher, weil sie sich darauf verlassen können, geret­ tet zu werden.“


EU-FINANZAUFSICHT Finanzdienstleister

Prüftätigkeit der European Banking Authority umfasst zwar auch Geld­ wäsche und Wirtschaftskriminalität, das Hauptaugenmerk liegt jedoch bei bankenrelevanten Themen wie Eigen­ kapital, Liquidität, Krediten und Be­ teiligungen. Dazu arbeitet die EBA Standards aus, die als Rahmen für nationale Bankenaufseher gelten. Bis auf zwei Ausnahmen hat sie jedoch kein unmittelbares Eingriffsrecht in nationale Belange. Direkt durchgrei­ fen kann die EBA nur bei Verstößen gegen geltendes europäisches Recht und immer dann, wenn nationale Aufsichtsbehörden in Bezug auf Fi­ nanzmarktregulierung uneinig sind. Zum Prinzip gehört auch, dass sich die Beschlüsse der EBA nicht direkt auf die finanzielle Verantwortlich­ keit von Mitgliedsstaaten auswirken dürfen. So brauchen etwa Entschei­ dungen über finanzielle Hilfspakete für Griechenland weiterhin die Zu­ stimmung der EU-Länder und kön­ nen nicht im Alleingang von der EBA verordnet werden. Im Kontext zu Griechenland prüft die Europäische Bankaufsichtsbehörde aber Kapital­ anlagen der Banken, insbesondere wertgeminderte Staatsanleihen. RegelmäSSige Stresstests für Banken Die im Zusammenhang mit der EBA öffentlich am stärksten wahrgenom­ mene Maßnahme ist der „Stresstest“. Damit gemeint ist die Prüfung des EU-Bankensystems auf seine Wider­ standsfähigkeit gegenüber hypothe­ tischen Stress-Ereignissen. Dabei wird die Stärke einzelner Institute, aber auch des gesamten Systems ab­ geschätzt und veröffentlicht. Noch 2010 waren insgesamt 90 Ban­ ken in 21 Ländern untersucht wor­ den. Die Ergebnisse waren ernüch­ ternd. Bei Ausbruch einer neuerlichen Finanzkrise wären 20 Institute mit einer Ausfallssumme von 26,8 Mil­ liarden Euro zusammengebrochen. Die EBA nahm dies zum Anlass, eine

höhere Eigenkapitalausstattung der Geldinstitute zu fordern. Damit rief sie einen mächtigen Gegenspieler in Brüssel auf den Plan, die BankenLobby. Die argumentiert bis heute, dass die Prognosefähigkeit der Mo­ delle äußerst begrenzt ist. Als Bei­ spiel werden irische Banken genannt, die den Test bestanden und bald ­darauf dennoch ins Straucheln ge­ rieten. Weiter ins Treffen führt man, dass die EBA quasi im Alleingang eigene Vorstellungen vom Eigenka­ pital anlegt, ohne auf Basel 3 Bezug zu nehmen. Dort ist eine stufenweise Erhöhung der Kernkapitalquote vor­ gesehen, wofür die Banken zehn Jah­ re Zeit haben. EBA-Chef Andrea Enria wies diese Kritik von Anfang an zurück: Aus dem Jahr 2010 seien Lehren gezogen worden, weshalb den Tests eine „sehr konservative Definition“ zugrunde liege. Dass die Stresstests effektiv sind, können übrigens nicht einmal Kritiker bestreiten. Nach Bekanntga­ be der Ergebnisse 2010 stockten 71 Kreditinstitutsgruppen in nur einem Jahr ihr Kapital um mehr als 200 Mil­ liarden Euro auf. Weitere 27 Banken konnten die neuen Eigenkapitalvor­ gaben der EBA zwar nicht zur Gänze erfüllen, verbesserten aber ihre Ka­ pitalausstattung um zusammen 116 Milliarden Euro. Das europäische Bankensystem wurde insgesamt so­ lider und widerstandsfähiger gegen neuerliche Finanzkrisen. Bankenunion stellt EBA in Frage Pläne der EU-Kommission für eine zentrale Bankenunion tauchten erst­ mals nach der Lehman-Pleite 2008 auf, scheiterten jedoch damals am Widerstand der Nationalstaaten. Im Juni 2012 griff EU-Kommissions­ präsident Barroso diese Pläne erneut auf, diesmal mit Rückendeckung vieler Mitgliedsländer. Seine Vision einer Bankenunion umfasst eine ge­ meinsame Aufsicht und Einlagensi­

cherung. Wenn eine irische Bank in Konkurs geht, zahlen also auch ös­ terreichische Banken und am Ende vielleicht der heimische Steuerzahler. Dazu kommt ein gemeinsam finan­ zierter Rettungs- oder Abwicklungs­ fonds für gescheiterte Banken. Der aktuelle Entwurf zur Banken­ union sieht vor, dass marode Ban­ ken künftig direkt Geld aus dem Rettungsschirm beantragen kön­ nen und keinen Umweg mehr über die Regierung ihrer Länder nehmen müssen. Darauf haben es Politik und Wirtschaft konkret abgesehen. Erst kürzlich hatte die portugiesische Re­ gierung mitgeteilt, dass sie drei Ban­ ken mit 6,6 Milliarden Euro aus dem Hilfspaket für ihr Land stützen will. Und Spaniens Bankia, die viertgrößte Bank des Landes, braucht dringend 23 Milliarden Euro frisches Kapital vom ESM. Die zentrale Aufsicht über eine Bankenunion soll bei der Euro­ päischen Zentralbank (EZB) liegen, die dazu die meisten Befugnisse der EBA übernehmen wird. * Der Autor Johannes Muschik ist Geschäftsführer der Vermittlerakademie (Wien) und Deputy-Chairman von FECIF, dem EU-Dachverband der Versicherungsvermittler und Finanzberater (Brüssel).

Auf den Punkt gebracht • Am 1. Jänner 2011 begann die EBA, European Banking Authority, mit ihrer Arbeit. Sie soll die nationalen Behörden koordinieren und überwachen. • Die EBA führt jährliche Stresstests der EUBanken durch und verordnete den Banken deutlich höhere Eigenmittel. • Kommt die Bankenunion, müsste die EBA ihre Befugnisse weitgehend an die Europäische Zentralbank abtreten. Ein solcher Schritt muss von allen 27 Staaten einstimmig gebilligt werden.

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xing Finanzdienstleister

Ihnen bleiben nur 10 Sekunden! Handeln Sie jetzt! Das eigene Profil ist DIE zentrale Anlaufstelle auf XING. Hier sucht man nach weiteren Informationen über Ihr Produkt, Ihre Dienstleistung und auch über Sie selbst als Person. Daher gehört die Optimierung des eigenen Profils zu den wichtigsten Aktivitäten auf dem Weg zu einer optimalen Nutzung von XING.

Joachim Rumohr beschäftigt sich seit rund 7 Jahren mit XING und hat bereits hunderte von Seminaren und Fachvorträgen über die optimale Nutzung von XING gehalten.

Daher ist neben dem ersten positiven Eindruck wichtig, dass Sie schnell auf den Punkt kommen und dem interes­

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sierten Leser in wenigen kurzen Sätzen klar werden kann, ob es sich lohnt, auf dem aufgerufenen Profil zu bleiben und sich weiter mit Ihnen zu beschäftigen. Der erste Eindruck – Das Profil-Bild! Das Profil-Bild ist und bleibt das wichtigste Element für den ersten Eindruck. Und für diesen gibt es ja bekanntlich keine zweite Chance. So­ fern Sie entscheiden, ein XING-Profil anzulegen und dieses zur Akquise zu nutzen, wird es zur Pflicht, sich auch wie ein Profi zu präsentieren. Viele XING-Mitglieder sind sich nicht

darüber im Klaren, wie wichtig ein gu­ tes Profilfoto ist und dass darüber ein Großteil der Persönlichkeit transpor­ tiert wird. Und weil es im XING-Profil kaum Möglichkeiten der Gestaltung gibt, steht und fällt die Wirkung des Gesamt-Profils mit dem Profilfoto. Es trägt dazu bei, dass Ihre Seite von vornherein positive Resonanz erhält und dadurch Ihrem Angebot mehr Be­ achtung geschenkt wird. Meist sind Bilder mit einem helleren Hintergrund für die Vorschau in klei­ nem Format wesentlich besser geeig­ net. Entscheiden Sie sich außerdem

Foto: Beatrice Hermann

Sie haben nur maximal ZEHN Sekunden! Innerhalb dieser sehr kurzen Zeit­ spanne entscheiden Profilbesucher darüber, ob dem aufgerufenen Profil noch mehr der eigenen wertvollen Zeit eingeräumt wird. Anders als in einem persönlichen Gespräch ist die nächste Informationsseite nur einen Maus­ klick entfernt. Findet der Besucher innerhalb weniger Sekunden nicht die gewünschten Informationen, dann ist er auch schon wieder weg.


xing

Finanzdienstleister

für ein Foto, das Ihrer Zielsetzung entspricht. Sind Sie zum Beispiel auf Jobsuche, empfiehlt es sich, ein Bild zu verwenden, das Sie bedenkenlos für Ihre Bewerbungsunterlagen be­ nutzen würden. Lassen Sie am besten professionelle Aufnahmen von einem guten Fotogra­ fen machen. Beachten Sie dabei aber, dass nicht jeder Berufsfotograf auto­ matisch auch gute Porträtaufnahmen erstellen kann. Wenn Sie keinen Fo­ tografen kennen, schauen Sie sich die Profile von Menschen aus Ihrer Stadt an und fragen Sie bei ansprechenden Bildern das Mitglied, wen es beauf­ tragt hat. Setzen Sie Impulse – Beschriften Sie Ihr Schaufenster! Eine gute Schaufensterbeschriftung sollte deutlich zeigen, was man im Ge­ schäft kaufen kann. Im Vergleich zum XING-Profil haben auch Sie die Mög­ lichkeit, Ihr Schaufenster zu beschrif­ ten und so schon vor dem Klick auf Ihr Profil deutlich zu machen, was der Be­ sucher bei Ihnen erwarten kann. Dazu dient das Feld Unternehmens­ name, das zusammen mit Ihrem Na­ men und Ihrem Profilbild an vielen Stellen auf XING sichtbar ist. So zum Beispiel in der Profilbesucherliste, in Eventgästelisten, in Suchergebnislis­ ten und oberhalb von geschriebenen Artikeln in Gruppen. Achten Sie beim nächsten Aufruf von XING darauf, welche Inhalte Sie im Feld Unternehmensname bei anderen Mitgliedern finden und Sie werden erkennen, dass bei einigen schon am Unternehmensnamen das dahinter stehende Angebot sehr deutlich wird. Diese Mitglieder setzen Impulse und sorgen so für zusätzliche Profilbesu­ cher. Ich kenne Mitglieder, die nach der Än­ derung des Unternehmensnamens bis zu zehnfach mehr Profilbesucher ver­

zeichnen konnten. Und je mehr Profil­ besucher Sie haben, desto mehr kom­ men auch mal in Ihr Ladengeschäft und kaufen etwas! Damit Sie Ihre eigene aktuelle Be­ schriftung prüfen können, rufen Sie einfach ein beliebiges XING-Profil auf. Ihren eigenen Eintrag finden Sie dann in der rechten Seitenleiste und sehen dort, wie die Außenwirkung Ihrer „Be­ schriftung“ ist. Ihre Schaufensterauslage entscheidet Die „Über mich“-Seite hat eine zentra­ le Position im XING-Profil und eignet sich daher hervorragend zur Darstel­ lung Ihres Angebots. Sie haben hier zudem die Möglichkeit, eigene Grafi­ ken einzusetzen und dadurch die Auf­ merksamkeit enorm zu steigern.

Im Networking ist der menschliche Faktor ­immens wichtig. Sympathie und Charakter sind oft ­­erfolgsentscheidend. Am besten erkennen Sie den Effekt, wenn Sie sich einige Profile auf XING ansehen, auf denen dies von den Mit­ gliedern bereits erfolgreich umgesetzt wurde. Suchen Sie beispielsweise nach Peter Claus Lamprecht aus Hamburg, Cornelia Wüst aus Salzburg oder schauen sich das Profil vom Autor ­Joachim Rumohr an. Überall können Sie schnell das ei­ gentliche Angebot erkennen und sich entscheiden, ob Sie dem Profil und da­ mit der Person weitere Zeit widmen. Bei Interesse werden Sie auf den Link „Mehr“ im Profil klicken und somit das Ladengeschäft betreten. Ein Klick, der für den Profilinha­ ber und damit auch für Sie selbst übrigens auf XING sichtbar ist. In der Liste der Besucher Ihrer „Über

mich“-Seite können Sie sehen, wer in den letzten drei Tagen auf Ihrer „Über mich“-Seite und damit in Ih­ rem Ladengeschäft war. Sinnvoller­ weise nehmen Sie dann auch direkt Kontakt auf, denn hier ist jemand an Ihrer Dienstleistung bzw. Ihrem Pro­ dukt interessiert. Die Kontaktaufnahme ­vereinfachen Vielleicht ist Ihnen bereits aufgefal­ len, dass die eigenen Kontaktdaten für andere XING-Mitglieder nicht einsehbar sind. Diese müssen einzeln freigeschaltet werden. Wenn Sie je­ doch wollen, dass jeder Profilbesucher direkt Ihre Telefonnummer sehen kann, dann nutzen Sie dafür das Feld Profil-Status und tragen hier den Satz „Sie erreichen mich unter“ gefolgt von Ihrer Telefonnummer ein. Zeigen Sie Persönlichkeit Geben Sie Ihrem Profil Persönlichkeit. Es geht gerade im XING nicht nur um Fakten und Business. Im Networking ist der menschliche Faktor immens wichtig. Sympathie und Charakter sind oft erfolgsentscheidend. Persön­ liches zählt, Geschäftliches ergibt sich! Gemeinsame Interessen ermöglichen beispielsweise erste Anknüpfungs­ punkte für die Kontaktaufnahme und das erste Gespräch. Fangen Sie noch HEUTE an Fangen Sie gleich jetzt an und set­ zen die Tipps um. Planen Sie für die Zukunft regelmäßig Zeiten ein und ­bauen Sie Ihre Eigendarstellung auf XING weiter aus, denn nur mit einem aussagekräftigen Profil lohnen sich die nächsten Schritte. Ausblick auf den dritten Teil Lesen Sie im nächsten Teil, wie Sie Ihr persönliches Netzwerk auf XING aufund ausbauen. Welche Kontakte ma­ chen Sinn und wen sollte man ­lieber ablehnen – wie pflegt man seine Kon­ takte online und bleibt im Kopf seiner Kunden?

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Kolumne Finanzdienstleister

Willkommen auf der Titanic Alles ist so schlecht, die Krise macht uns kaputt, wie wird das weitergehen? Egal, ob Finanzdienstleister oder Anleger, immer wieder gewinne ich den Eindruck, dass sich manche Leute zu Tode fürchten. Das ist aber mit Sicherheit keine Lösung. Warum nutzen Finanzdienstleister und Anleger die aktuellen Herausforderungen nicht für eine Neuorientierung!? Veränderungen werden uns ­ohnehin nicht erspart bleiben, also machen wir doch das Beste daraus.

Wir brauchen tief greifende Veränderungen Auf gut Altwienerisch „wurschteln“ ­immer noch zu viele Akteure planlos herum. Und dabei nehme ich die Anleger nicht aus. Denn das blinde Ver­ trauen ins Sparbuch oder Modelle wie die Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge sind auch nur eine Art von Ratlosigkeit oder – wenn ich es drastischer formuliere – von Verantwortungslosigkeit gegenüber dem eigenen Geld. Wer sich nicht den Tatsachen stellt und neu orientiert, den wird die Realität irgendwann einholen. Die Hoffnung, dass in der Finanzdienstleistung und bei der Geldanlage bald wieder „Milch & Honig“ fließen werden, können wir vergessen. Besonders viel Hilfe von außen brauchen wir auch nicht erwarten. Was bleibt uns also anderes übrig, als die Zügel selbst in die Hand zu nehmen? Ja, si-

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Andreas Dolezal, Finanzdienstleister & Unternehmensberater

cher, das wird schmerzhaft und Kräfte raubend und nicht alle – Produktanbieter, Berater und Anleger – werden es schaffen, aber seien wir uns ehrlich: Wo ist die Alternative? Runter von der bequemen Couch! Der bekannte Wirtschaftsökonom Stephan Schulmeister, der vieles etwas dramatischer – manche sagen auch realitätsnaher – sieht als andere kluge Köpfe, meint, dass wir das Schlimmste noch vor uns haben. So erschreckend seine Theorie sein mag, ganz auszuschließen ist es wohl nicht. Was, wenn er Recht hat? Wie viele oder besser gesagt wie wenige Berater

und Anleger sind darauf vorbereitet? Es hat keinen Sinn, wenn wir uns in die eigene Tasche lügen. Es reicht nicht, sich als Anleger die Bank mit den höchsten Sparbuchzinsen oder als Berater das Heil in ewig gleichen Produkten mit neuem „MarketingMascherl“ zu suchen. Mit so wenig Eigenverantwortung meistern wir die auf uns alle zukommenden Herausforderungen nie und nimmer. In den vergangenen Jahren waren die Ereignisse an den Finanzmärkten dramatisch, ebenso weit reichend müssen auch die Veränderungen sein. Sonst brauchen wir mit dem Neugestalten erst gar nicht zu beginnen. Wer erst in zwanzig Jahren erkennen will, dass sich die Kaufkraft seines Guthabens am Sparbuch halbiert hat oder die private Pensionsvorsorge deutlich weniger auszahlt als ursprünglich versprochen, der möge so weitermachen wir bisher. Von diesen Beratern und Anlegern möchte ich mich an dieser Stelle höflich, aber doch verabschieden. Mögen sie in Frieden ihrem finanziellen Untergang entgegen­ steuern. Mit allen anderen freue ich mich darauf, die Finanzdienstleistung sowie das Thema Geldanlage und Finanzplanung neu zu gestalten. Liebe Kollegen und Kunden, auf zu neuen Ufern, denn Krisen bringen nicht nur Herausforderungen, sondern eröffnen auch neue Chancen!

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nbestritten ist, dass die rosigen Zeiten vorbei sind. Das gilt für die Finanzmärkte ebenso wie für Produktanbieter, Berater und Anleger. Unbestritten ist auch, dass alle Genannten vor massiven Herausforderungen stehen. Neue Regulierungen wie MiFID II und AIFM, das niedrige Zinsniveau oder auch die zunehmende Unfinanzierbarkeit des Pensions- und Pflegesystems zwingen uns zum Umdenken. Sich jammernd im Schneckenhaus zu verkriechen hilft niemandem.


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Interview

Bewusster Kapitalismus

Working for Good Glaubt man den Medien, dann stehen uns schwere Zeiten bevor. Glaubt man Unternehmensberater Jeff Klein, dann muss sich nicht jeder Unternehmer davor fürchten. Wer sein Business mit Herz und Hirn und zum Wohle aller Interessenvertreter betreibt, der wird auch in der Krise brillieren. von Bettina M. Gordon

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Fotos: Kwaku Alston

eff Klein ist kein typischer Businessmann. Sein Unternehmen heißt „Working for Good“ (Arbeiten für das Gute) und er ist im Führungsteam von Conscious Capitalism Inc., einer Bewegung, die CEOs und Aufsichtsräte aus der ganzen Welt zusammenbringt, um die Wertehaltung, als auch die Ausrichtung des Kapitalismus neu zu definieren. Und ohne Scheu spricht der begeisterte Surfer und Jiu-Jitsu-Kämpfer darüber, dass er im Business stark auf seinen Körper hört: „Guter Geschäftsinstinkt bedeutet zu spüren, was um einen herum vorgeht und was kommen wird. ,Aus dem Bauch‘ heraus ist nicht nur eine Floskel, sondern ein Asset.“ Jeff Klein ist einer jener Menschen, die die Geschäftswelt stetig und mit Nachdruck nachhaltig zum Besseren verändern. FONDS exklusiv: In wenigen Wochen beginnt 2013, und sowohl in ­Amerika, als auch in Europa geht die Sorge vor der Eurokrise und einer möglichen weiteren Rezession um. Werden jene Unternehmen, die auf Gewinn­maxi­ mierung fokussieren, besonders ­unter Druck geraten?

Jeff Klein: Die weitverbreitete Meinung „Das Geschäft des Geschäftes ist Geschäft zu machen“ verliert immer mehr an Glanz. Es ist für mich keine Frage, ob Unternehmen, die einen derart engen Fokus haben, immer weniger werden, die Frage ist nur, wie lange es dauern wird, bis diese Geisteshaltung ein endgültiges Ende finden wird. Langfristig kann sich kein Unternehmen mehr erlauben, nur das eigene Wohl im Auge zu behalten, so wie es besonders in den vergangenen drei Jahrzehnten sehr stark praktiziert wurde. Warum soll das nicht gehen? J. K.: Der extreme Fokus zahlreicher Unternehmer und Top-Manager auf die eigene Bereicherung und die Zufriedenstellung der Aktionäre hat ein Betriebsklima geschaffen, in dem die Mitarbeiter unzufrieden und unglücklich sind. Sie sehen, wie die Führungsriege nur an sich selbst denkt, aber nicht an das Wohl des Teams und der einzelnen Mitarbeiter. Das kreiert eine Kultur des Misstrauens und der Abstumpfung und die Mitarbeiter gehen nicht mehr mit Enthusiasmus an die Arbeit, sondern machen Dienst nach Vorschrift. Im heutigen Wettbewerb

ist „Dienst nach Vorschrift“ nicht genug. Kein Unternehmen kann mit einer solchen Firmenkultur langfristig reüssieren. Auch die Konsumenten haben heute ganz andere Ansprüche an ein Unternehmen als noch vor zehn Jahren. Als Menschen entwickeln wir uns ständig weiter und adaptieren. Wir wollen nicht nur überleben, sondern auch wachsen und blühen, wenn Sie so wollen. Als Marketingexperte fokussieren Sie natürlich besonders auf die Wünsche der Kunden. Was hat sich hier in der jüngeren Vergangenheit verändert? J. K.: Konsumenten – und vergessen Sie bitte nicht, dass auch Mitarbeiter Konsumenten sind – fordern heute mit Nachdruck, dass die Geschäftswelt darauf reagiert, dass wir in keiner abgekapselten, sondern integralen Welt leben und dass das angebotene Service, Produkt oder die Dienstleistung eine Unternehmens einen Effekt auf diese Welt hat, sei es auf lokaler Ebene bis hin zu weltweiten Auswirkungen. Konsumenten lehnen immer mehr und mehr Produkte ab, die die Umwelt schädigen oder negative Einflüsse auf andere Menschen haben.

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Interview Bewusster Kapitalismus

Die Basis eines sog. ,bewussten Unternehmens‘ ist die Erkenntnis, dass ein Unternehmen dazu da ist, um zu dienen. Wohlgemerkt, zu dienen – und nicht um sich zu bedienen!

Kunden wollen sehen, dass ein Unternehmen nicht nur auf Profit fokussiert, sondern eine Mission verfolgt, die fundamental das Wohl der Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten, das soziale Umfeld, die Umwelt (die Interessenvertreter) und außerdem, aber nicht ausschließlich den Erfolg bzw. Gewinn des Unternehmens im Auge behält. Eine Reihe von Konsumenten kauft nur mehr von Unternehmen, die sich auch sozial engagieren und aktiv die Welt zum Positiven verändern wollen. Und sie erwarten, dass die Unternehmen der Gesellschaft helfen und Gutes erreichen, weit über das Service oder Produkt hinaus, das sie anbieten. Business ist eine kraftvolle Quelle positiver Veränderung!

Airlines. Diese Führungsriege hat sich schon seit Jahren dem positiven Einfluss auf ihre Umgebung verschrieben. Whole Foods ist ein Unternehmen mit einer Mission und einer Bestimmung. Whole Foods verkauft nicht nur hochwertige, gesunde Lebensmittel, sondern klärt die Kunden über gesundes Essen, Lifestyle, Kochen und soziales Engagement auf. Whole Foods wählt seine Lieferanten nach der Qualität ihrer Produkte und der Umweltverträglichkeit in der Erzeugung aus. Wenn das Unternehmen eine große Entscheidung trifft, dann hat das Management das Wohl aller Interessenvertreter im Auge und die nächsten Schritte werden nur gesetzt, wenn sie mit ihrer Mission übereinstimmen.

Nimmt die Bewegung „Bewusster Ka­ pitalismus“ deshalb so an Bedeutung zu? Die nächste Conscious CapitalismKonferenz im April 2013 wird ja welt­ weit im Web übertragen werden. J. K.: Die Gründer dieser Bewegung sind CEOs von mittelständischen bis milliardenschweren Unternehmen, wie beispielsweise die börsennotierte Nahrungsmittelkette Whole Foods oder die Fluglinie Southwest

All das bewirkt, dass die Angestellten, Kunden, Lieferanten etc. eine enge, emotionale Bindung zu Whole Foods aufgebaut haben , die selbst in der jüngsten Krise nicht schwächer, sondern sogar stärker geworden ist. Diese Orientierung zum Bewussten Kapitalismus ist nicht nur gut für alle Beteiligten, es ist im Endeffekt sogar rentabler für das Unternehmen, denn die Unternehmen der „Conscious Capitalism“-Gruppe

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verzeichnen allesamt höhere Profite als der Großteil ihrer Konkurrenten. Wie gesagt, Business kann die kraftvolle Quelle zur positiven Veränderung sein und Bewusster Kapitalismus ist gleichzeitig rentabler als für Firmen, die diese geistige Haltung nicht verfolgen. Was genau sind die Parameter einer Conscious Company, also eines „be­ wussten“ Unternehmens? J. K.: Die Basis eines sog. „bewussten Unternehmens“ ist die Erkenntnis, dass ein Unternehmen dazu da ist, um zu dienen. Wohlgemerkt, zu dienen – und nicht um sich zu bedienen! Es dient den Gründern, Mitarbeitern, Kunden, dem sozialen Umfeld und der Umwelt. Bewussten Managern ist klar, was für einen Einfluss wir untereinander innerhalb des Unternehmens haben, ebenso auch auf unsere Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und die Umwelt. „Conscious Leader“ wissen, was für eine höhere Bedeutung sie mit dem Business verfolgen und sie wollen für alle Interessenvertreter einen Mehrwert schaffen. Wer mit diesen Werten und mit einer solchen Geisteshaltung Geschäfte macht, der hinterfragt in jeder kritischen Situation: Welcher Schritt unterstützt meine Mission am besten? Was für einen Mehrwert ­kreiere ich damit für meine Interessenvertreter? Wie unterstützt dies die Langlebigkeit meines Unternehmens? Warum sind solche Unternehmen bes­ ser positioniert, um mögliche künftige Krisen zu überstehen? J. K.: Weil sie eine viel stärkere Bindung zu all den Menschen haben, mit denen sie in Kontakt sind. Wenn ein Unternehmen einem Kunden nur etwas verkaufen will, dann ist das eine transaktionsorientierte, seichte und oberflächliche Bindung. Ein Fehler von unternehmerischer Seite und die Kunden kaufen beim Konkurrenten. Nicht so bei Unternehmen, die ein starkes Netz gesponnen haben, wo es mehrere menschliche Anknüpfungspunkte gibt und wo Vertrauen herrscht und eine


Interview

Bewusster Kapitalismus

emotionale Bindung aufgebaut wurde. Als der CEO von Whole Foods vor einigen Jahren einen Fehler machte, der in den Medien rauf und runter gespielt wurde, so hat dies dem Ansehen des Unternehmens oder dem Aktienpreis nicht im Mindesten geschadet. Warum? Weil die Mitarbeiter und Kunden sowie die Geschäftspartner hinter Whole Foods stehen und wissen, dass die Führungsriege die Werte, die sie propagieren, auch wirklich lebt und dass der CEO einfach einen Fehler begangen hatte. Wenn Sie als Unternehmer wirklich die Kraft verstehen, die aus dieser Werthaltung kommt und Ihre Werte, Ihre Mission und Ziele verfolgen – ohne manchmal den Weg des geringeren Widerstandes zu gehen und kurzfristig Profite einfahren wollen, an­statt nachhaltig zu denken –, dann wird Ihr Unternehmen so stark sein, dass es Krisen überstehen und aus Krisen sogar stärker hervorkommen kann. Als Marketingexperte propagieren Sie eine Strategie, die alle Interessenver­ treter (nicht nur die Kunden) anspricht, aber v.a. die Mission rüberbringt und nicht nur ein bestimmtes Produkt.

J. K.: Marketing ist der andauernde Prozess, die verschiedenen Beziehungen zu kultivieren. Marketing hilft das vorhin angesprochene Netz zu knüpfen, das sowohl die Werte, die ich mit meinem Umfeld teile, transportiert, als auch die Mission und den tieferen Sinn meines Unternehmens kommuniziert. Der Verkauf eines Produktes ist nur ein Teil meiner Beziehung, der wichtigere Teil ist die Verbindung zwischen den Menschen innerhalb eines Unternehmens mit den Menschen ­außerhalb des Unternehmens. Marketing muss das Herz der Kunden ansprechen, nicht mehr nur den Ver­ stand, richtig? J. K.: Ja. Kunden sagen heute „Hör auf, mir etwas verkaufen zu wollen. Hör auf, mir zu sagen, was ich denken soll. Zeig mir, dass du mich verstehst, dass dir mein Wohl am Herzen liegt und dass du mit mir eine Verbindung aufbauen willst. Und dass wir gemeinsam etwas kreieren können.“ Immer mehr Unternehmen sind auch auf Social Media-Plattformen engagiert und setzen auf interaktive Kommunikation. Aber wer wirklich ein starkes Netz aufbauen

möchte, der sollte sich als Auftakt jeder Marketingstrategie folgende Fragen stellen: Wer sind wir als Unternehmen? Was ist unser Zweck, unser Sinn? Warum gibt es uns überhaupt? Wie kann ich meine Mission vorantreiben? Wie kann ich mehr Wert für meine Leute, Umwelt und Gesellschaft kreieren? Wie kann ich meine Beziehungen zu den Menschen noch mehr vertiefen? Wie baue ich noch mehr Vertrauen auf? Der größte Unterschied zum klassischen „Cause Marketing“ – dem Marketing für soziale oder karitative Zwecke – ist das aktive Miteinbeziehen der Interessenvertreter und die emotionale Bindung zu ihnen. Wenn alles glatt geht, dann ist es recht einfach, authentisch und mit Integri­ tät zu arbeiten. In Krisenzeiten ist das nicht so leicht. Was sind die wichtigs­ ten Charaktereigenschaften eines be­wussten und gegenwärtigen Leaders? J. K.: Sie haben Recht, sich persönlich weiterzuentwickeln und an sich zu arbeiten ist nicht immer einfach, weder im Kontext von Business noch im Privatleben. Die bewussten Leader sind vor allem „servant leaders“, sie

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Interview Bewusster Kapitalismus

gleichermaßen auf diese Angst und stimuliert den Instinkt, zu kämpfen oder davonzulaufen. Im Business sind wir leider immer der Meinung, wir müssen rasch handeln und haben eine „Go-Go-Go-Mentalität“ entwickelt.

sind im Dienst für die Mission des Unternehmens und im Dienst der Interessenverteter. Sie legen Augenmerk darauf, zu lernen und sich weiterzuentwickeln und fördern dies innerhalb der Organisation. Auch die Organisation ist ein Wesen, das sich weiterentwickelt und wächst unter der richtigen Führung. Die bewussten Leader haben ein gesundes Ego und sind gleichzeitig auch bescheiden. Wie Doug Rauch, der Gründer der Kette Trader Joe´s, so treffend sagt: „Bescheidenheit bedeutet nicht, über sich selbst geringschätzig zu denken, sondern über andere mit mehr Wertschätzung zu denken.“ Wir leben in turbulenten Zeiten und viele Menschen haben Angst vor der Zukunft. Wie geht man als Unterneh­ mer oder Angestellter am besten mit Angst um? J. K.: Das ist eine sehr gute Frage. Angst hat durchaus ihre Berechtigung, wenn sie uns vor Gefahr warnt. Das Problem ist nur, dass unser Körper nicht unterscheiden kann, ob wir tatsächlich in Gefahr sind – vor uns liegt ein Löwe, der uns fressen will – oder ob wir nur Angst haben vor der Möglichkeit der Gefahr – hinter der nächsten Ecke könnte ein Löwe liegen, der uns fressen will. Unser Körper reagiert

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Richtig wäre es aber, ganz bewusst inne­zuhalten, wenn man Angst verspürt, ein paar tiefe Atemzüge zu nehmen und in Ruhe zu hinterfragen, ob es vielleicht nur die Gedanken in meinem Kopf sind, die mich so angsterfüllt machen. Sehr oft sind es Storys in unserem Kopf, die Angst auslösen, aber keine reale Gefahr darstellen. Aber aus der Panik heraus treffen wir dann oft schlechte Entscheidungen, da unser IQ nachweislich sinkt, wenn der Fluchtoder Kampfinstinkt überhand nimmt. Ich kann es nicht genug empfehlen: tief atmen, einen Schritt zurück machen und die Sache in Ruhe betrachten. Aber was, wenn die Gefahr echt ist und mein Unternehmen durch eine Wirtschaftskrise massiv unter Druck kommt? J. K.: Dann entscheiden die Leader und das Team den nächsten Schritt. Der Schlüssel dabei ist, die Mission des Unternehmens, die Verpflichtung gegenüber den Interessenvertretern und die Integrität des Unternehmens in Krisenzeiten nicht über Bord zu werfen, sondern hochzuhalten. Hier drei Beispiele, wie Bewusste Kapitalisten die jüngste Wirtschaftskrise bewältigten: Die Container Store-Kette, ein Einrichtungshaus, das mehrmals von Fortune zum besten Arbeitsplatz Amerikas gewählt wurde, hatte Umsatzeinbußen und musste die Profitmargen erhöhen, weil das Volumen stark gesunken war. Die Container Store-Führungsriege hat sich dann einfach mit der gesamten Lieferkette zusammengesetzt und gemeinsam Wege gefunden, einzusparen und somit Margen zu erhöhen, anstatt den Lieferanten einfach das Messer anzusetzen. Es gab keine Entlassungen, nicht einmal unter den Teilzeitangestellten.

Oder Patagonia, die bekannte Kette für Sportausrüstung, hat ihre Mitarbeiter gebeten, Einsparungsvorschläge zu bringen. Sie haben sich der Kreativität der eigenen Leute bedient und tatsächlich so viel eingespart, dass kein einziger Mitarbeiter gefeuert werden musste. Für die Führungsriege von Whole Foods war in der Krise klar, dass die Integrität des Teams und der Unternehmenskultur immer an oberster Stelle steht. Sie meinten, dass wenn durch Entlassungen das Vertrauen und die Loyalität der Mitarbeiter und Kunden leiden würde, dann könnten sie gleich selbst die Läden dicht machen. So hat sich Whole Foods entschieden, 17 Prozent des Unternehmens an eine Private Equity-Firma zu verkaufen und so die Kriegskassa aufzufüllen, wenn Sie so wollen. Der Verkauf hat dem Aktienkurs nicht geschadet, im Gegenteil. Im November 2008 hat die Aktie mit rund acht Dollar notiert und heute steht der Aktienkurs bei rund 94 Dollar. Alle drei erwähnten Unternehmen sind gestärkt aus der Krise gekommen, weil sie ihren Werten und Prinzipien treu geblieben sind. Mehr zur Arbeit des Marketingexperten und Unternehmensberaters Jeff Klein finden Sie im Internet unter: www.WorkingForGood.com bzw. unter www.ConsciousCapitalism.org.


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