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Ihr gutes Recht Sachwalterschaft, Vertretungsbefugnis, Vorsorgevollmacht und PatientenverfĂźgung Foto:istock/Squaredpixels


Impressum Herausgeber: Fonds Soziales Wien, Guglgasse 7–9, 1030 Wien, Tel.: 05 05 379. Redaktion, Gestaltung und Fotos: Fonds Soziales Wien, Unternehmenskommunikation. Druck- und Satzfehler vorbehalten. Gedruckt auf ökolog. Druckpapier aus der Mustermappe »ÖkoKauf Wien«. Artikel-Nr.: 1229. 5. Auflage Stand: Februar 2017.

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Inhaltsverzeichnis

Vorwort

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Sachwalterschaft

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Vertretungsbefugnis

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Vorsorgevollmacht

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PatientenverfĂźgung

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Zusätzliche Informationen

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Vorwort Sehr geehrte Wienerinnen, sehr geehrte Wiener, unsere Stadt wird zugleich immer jünger wie auch immer älter. Klar ist, dass wir die Wiener Lebensqualität für alle Altersgruppen weiterhin Foto: © PID/Bohmann

sicherstellen wollen. Aufgrund langfristiger Prognosen und Planungen werden die Angebote der Stadt Wien im Bereich der Pflege und Betreuung stetig ausgebaut und an die zukünftigen Herausforderungen angepasst. Im Zusammenhang damit steht auch diese Broschüre, die das SeniorInnenbüro der Stadt Wien gemeinsam mit der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft zusammengestellt hat. Denn wir möchten, dass Sie sich Ihrer Rechte bewusst sind. Sie haben schon heute Gelegenheit, viele wesentliche Regelungen zu treffen! Auch wenn Sie eines Tages vielleicht nicht mehr alles selbst entscheiden können: Wie Sie etwa eine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung gestalten müssen, um Ihre Wünsche im Zweifelsfall auch durchsetzen zu können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Informieren Sie sich, denn Sie haben viele Möglichkeiten, sich abzusichern – nutzen Sie sie!

Sandra Frauenberger Stadträtin für Soziales, Gesundheit und Frauen

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Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser, das eigene Leben selbstbestimmt zu gestalten – diesen Wunsch haben alle Generationen. Doch mit zunehmendem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Anspruch nicht immer erfüllbar und schon gar keine Selbstverständlichkeit ist. Was bedeutet es, aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung nicht mehr alle Entscheidungen selbst treffen zu können? Was braucht es und welche Vorsorge können Sie treffen, um auf eine solche Situation bestmöglich vorbereitet zu sein? Das Wichtigste ist, dass Sie sich rechtzeitig informieren, welche rechtlichen Möglichkeiten es gibt, damit Ihre Wünsche berücksichtigt werden. So können Sie bereits jetzt festlegen, durch wen Sie im Falle des Falles vertreten werden möchten oder welche medizinische Behandlung für Sie (nicht) in Frage kommt. In dieser Broschüre finden Sie hilfreiche Informationen zu Themen wie Sachwalterschaft, Patientenverfügung & Co. Wenn Sie weitere Fragen haben: Rufen Sie uns an oder kommen Sie ins SeniorInnenbüro! Wir nehmen uns Zeit und beantworten Ihre Fragen. Denn wer heute vorsorgt, braucht sich morgen nicht zu sorgen!

Drin Susanne Herbek SeniorInnenbeauftragte der Stadt Wien

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SeniorInnen-Service-Telefon 01/40 00 – 8580

Foto: istock/Ridofranz

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Sachwalterschaft Wann wird eine Sachwalterin/ein Sachwalter bestellt? Wenn eine Person über 18 Jahre die erforderlichen Entscheidungen und Handlungen für sich selbst nicht mehr treffen kann, ohne dabei Gefahr zu laufen, benachteiligt zu werden und keine andere Möglichkeit zur Regelung gegeben ist, kann eine Sachwalterin/ein Sachwalter bestellt werden. Diese Aufgabe können z. B. vertretungsbefugte Angehörige, Vorsorgebevollmächtigte, Familienmitglieder oder MitarbeiterInnen von psychosozialen Diensten wahrnehmen. Durch eine Sachwalterverfügung können Betroffene rechtzeitig Personen als Sachwalterin/als Sachwalter vorschlagen, von denen sie annehmen, dass sie ihre Wünsche und Interessen am besten und im Sinne der/des zukünftig Betroffenen vertreten. Liegen keine hinderlichen Umstände vor, wird das Pflegschaftsgericht (Bezirksgericht) auch die vorgeschlagene Person – wenn diese zustimmt – mit der Sachwalterschaft betrauen.

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Sachwalterschaft

Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger

Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Zusätzliche Informationen

Wer bestellt eine Sachwalterin/einen Sachwalter? Die Sachwalterin/der Sachwalter wird vom Pflegschaftsgericht (Bezirksgericht) bestellt. Vorgeschlagen kann die Sachwalterbestellung von jeder Person werden, die den Verlust der Selbstbestimmungsmöglichkeit erkennt oder davon betroffen ist. Anträge müssen bei jenem Gericht gestellt werden, das für den Wohnort der/des Betroffenen zuständig ist. Das Verfahren selbst ist kostenlos, allenfalls können Kosten für ein notwendiges medizinisches Gutachten entstehen. Auflagen für Sachwalterinnen/Sachwalter Für SachwalterInnen gelten – wenn sie nicht nur zur Vertretung in einer einzelnen Angelegenheit betraut sind – eine Reihe von Auflagen: ●●Der Kontakt mit der betreuten Person hat mindestens einmal im

Monat persönlich zu erfolgen, bei akutem Bedarf häufiger. ●●Über die Kontakte ist das Pflegschaftsgericht von der Sachwalterin/

vom Sachwalter einmal im Jahr zu informieren. ●●Die dauernde Verlegung des Wohnsitzes bzw. der Abschluss eines

Heimvertrages bedarf der gerichtlichen Zustimmung. ●●Bei bestimmten medizinischen Behandlungen oder deren Ableh-

nung ist – wenn keine Verbindliche Patientenverfügung vorliegt – ebenfalls eine gerichtliche Zustimmung nötig. ●●Belege müssen gesammelt und aufbewahrt werden. Das Gericht

kann der Sachwalterin/dem Sachwalter jederzeit eine Rechnungslegung auftragen. ●●Eine Sachwalterin/ein Sachwalter kann maximal fünf Sachwalter-

schaften übernehmen. Wenn eine Rechtsanwältin/ein Rechtsanwalt bestimmt wird, dann maximal 25 Fälle. Als Sachwalterin/Sachwalter kann auch ein Sachwalterverein beauftragt werden. Auch in diesem Fall ist vom Verein eine bestimmte Person zu nominieren, die die Vertretung persönlich übernimmt. 7


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Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger Durch nahe Verwandte können viele Angelegenheiten des täglichen Lebens für handlungs- und geschäftsunfähige Angehörige geregelt werden. Zu den nächsten Angehörigen zählen die/der im gemeinsamen Haushalt lebende Ehegattin/Ehegatte, die Lebensgefährtin/der Lebensgefährte (wenn sie/er mit der/dem Betroffenen bereits seit mindestens drei Jahren zusammenlebt), die eingetragene Partnerin/der eingetragene Partner sowie volljährige Kinder bzw. die eigenen Eltern. Auch Enkelkinder und Großeltern gelten als nächste Angehörige. Zu den sogenannten Vertretungsrechten zählen unter anderem: ●●Erledigung der Alltagsgeschäfte ●●Organisation der allenfalls erforderlichen Pflege ●●Entscheidung über leichte medizinische Behandlungen

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Sachwalterschaft

Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger

Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Zusätzliche Informationen

●●Beantragung von Leistungen (z. B. Pflegegeldantrag, Wohnbeihilfen,

Rezeptgebührenbefreiung, Rundfunkgebührenbefreiung, Telefonkostenzuschuss, Versicherungsleistungen) Damit eine Vertretungsbefugnis wirksam wird, ist in einer Notariatskanzlei die Ausstellung einer „Bestätigung über die Meldung des Wirksamwerdens der Vertretungsvollmacht“ zu verlangen. Diese ist kostenpflichtig. Wenn diese Bestätigung z. B. bei Ämtern, Versicherungen, Geldinstituten, Wohnungseigentümern, medizinischen Einrichtungen oder Pflegeeinrichtungen vorgelegt wird, kann die jeweilige Einrichtung davon ausgehen, dass die Befugnis zu Recht besteht. Voraussetzungen ●●Nachweis des Verlustes der Einsichts- und Urteilsfähigkeit der/des

Angehörigen (medizinisches Zeugnis) ●●Bescheinigung des Naheverhältnisses (z. B. Heiratsurkunde, Melde-

zettel, Geburtsurkunde) Sind die genannten Voraussetzungen erfüllt, wird die Bestätigung ausgestellt und in das „Österreichische Zentrale Vertretungsverzeichnis“, ÖZVV, (kostenpflichtig) eingetragen. Gleichzeitig informieren Notarin/ Notar oder Rechtsanwältin/Rechtsanwalt über die mit der Vertretungsbefugnis verbundenen Rechte und Pflichten. Einwand gegen die Vertretungsbefugnis Gegen die Ausstellung einer Vertretungsbefugnis kann von anderen Angehörigen beim Pflegschaftsgericht oder in einer Notariats- oder Rechtsanwaltskanzlei Einwand erhoben werden. In diesem Fall entscheidet das Gericht, ob eine Sachwalterin/ein Sachwalter zu bestellen ist oder wer die Vertretungsbefugnis übertragen bekommt. Auch in diesem Fall ist es sinnvoll, seinen Willen rechtzeitig, z. B. in Form einer Vorsorgevollmacht, festzulegen. 9


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Vorsorgevollmacht Eine Sachwalterin/ein Sachwalter wird dann bestellt, wenn die Entscheidungsfähigkeit der/des Betroffenen nicht mehr gegeben ist und andere Maßnahmen (z. B. Vertretungsbefugnis) nicht ausreichen (siehe Seite 6). Mit einer Vorsorgevollmacht kann man bereits vor dem Verlust der Handlungs- bzw. Geschäftsfähigkeit bestimmen, wer als Bevollmächtigte/als Bevollmächtigter entscheiden bzw. die Interessen der/des Betroffenen vertreten soll. Die/der Bevollmächtigte muss der Betrauung ausdrücklich zustimmen. In diesem Fall ist keine Sachwalterin/ kein Sachwalter durch das Pflegschaftsgericht zu bestellen, außer die/der Bevollmächtigte wird nicht im Sinne der Vollmacht tätig oder gefährdet das Wohl der Person, die die Vollmacht erteilt. Die Angelegenheiten, zu deren Erledigung die Vollmacht erteilt wird, müssen detailliert angeführt werden. Die Vollmachtgeberin/der Vollmachtge-

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Sachwalterschaft

Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger

Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Zusätzliche Informationen

ber kann auch für bestimmte Angelegenheiten genaue Vorgaben machen. Die/der Bevollmächtigte darf in keinem Abhängigkeitsverhältnis zur Vollmachtgeberin/zum Vollmachtgeber stehen (z. B. Mitarbeiterin/ Mitarbeiter der betreuenden Einrichtung). Die Vollmacht ist eigenhändig zu schreiben und zu unterschreiben. Wenn die Vollmacht mit Schreibmaschine/Computer oder fremdhändig geschrieben ist, muss diese von drei unbefangenen, eigenberechtigten und sprachkundigen Zeuginnen/Zeugen bestätigt werden. Die Vollmacht sollte von einer Notarin/Rechtsanwältin bzw. von einem Notar/ Rechtsanwalt oder bei Gericht erstellt werden, dafür muss man mit Kosten rechnen. Eine solche Vollmacht erscheint dann sinnvoll, wenn es um die Festlegung eines bestimmten Pflegeheimes, die Bestimmung des Wohnortes bzw. den Verkauf/die Vermietung eines Hauses/einer Wohnung oder große finanzielle Ausgaben geht. Außerdem kann die Vollmacht im „Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis“ (ÖZVV) registriert werden – dieses Service ist kostenpflichtig. Muss dennoch eine Sachwalterin/ein Sachwalter bestellt werden, kann man durch eine Sachwalterverfügung seinen Wunsch über die zu bestellende Person vorweg bekannt geben. Diese Sachwalterverfügung kann auch gemeinsam mit einer Patientenverfügung erstellt und in das Register eingetragen werden.

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Patientenverfügung Wozu dient eine Patientenverfügung? Das Recht auf Selbstbestimmung ist ein Grundrecht. Daher kann jede/ jeder einer medizinischen Behandlung zustimmen oder sie ablehnen. Wenn PatientInnen selbst in der Lage sind, ihren Willen gegenüber den ÄrztInnen auszudrücken (z. B. Zustimmungserklärung für Operationen), haben die MedizinerInnen dies auch zu berücksichtigen. Um dieses Recht auf Selbstbestimmung auch dann sicherzustellen, wenn sich die Betroffenen krankheitsbedingt nicht (mehr) selbst äußern können oder sie eine tödliche Krankheit haben, besteht die Möglichkeit, eine schriftliche Patientenverfügung abzufassen. Diese Willensäußerung ist von den behandelnden ÄrztInnen zu beachten. Wer kann eine Patientenverfügung verfassen? Eine Patientenverfügung muss persönlich abgefasst werden; eine Familienangehörige/ein Familienangehöriger, eine vertretungsbefugte Per-

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Sachwalterschaft

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Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Zusätzliche Informationen

son oder eine Sachwalterin/ein Sachwalter sind dazu nicht berechtigt. Die Patientenverfügung kann jederzeit formlos widerrufen werden. Sie sollte außerdem spätestens nach fünf Jahren neuerlich mit Datum und Unterschrift bestätigt werden, die Verbindliche Patientenverfügung ist nach fünf Jahren neu zu verfassen. Es empfiehlt sich auch, in der Patientenverfügung eine Vertrauensperson zu nennen. Sie kann für Entscheidungen im Sinne der/des Betreuungsbedürftigen beratend herangezogen werden. Welche Schritte sind zu setzen? Informationen, Erstberatung und eine Arbeitsmappe mit Hilfsmaterialien erhalten Wienerinnen und Wiener bei der Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft. Bei den niedergelassenen VertrauensärztInnen – in den meisten Fällen die Hausärztin/der Hausarzt – werden dann die medizinischen Inhalte ausführlich erörtert. Von ärztlicher Seite ist immer zu prüfen, ob die Patientin/der Patient über die nötige Einsichts- und Urteilsfähigkeit verfügt. Danach folgt ein umfassendes Aufklärungsgespräch über die von der/dem Betroffenen abgelehnten medizinischen Maßnahmen und die daraus resultierenden Konsequenzen. Diejenigen PatientInnen, die eine Verbindliche Patientenverfügung erstellen wollen, müssen zudem mit der Patientenanwaltschaft, einer Notarin/einem Notar oder einer Rechtsanwältin/ einem Rechtsanwalt in Verbindung setzen, um die Verfügung auf Vollständigkeit und Verständlichkeit prüfen zu lassen. Wie wird die Patientenverfügung umgesetzt? Für den Fall, dass PatientInnen zum Zeitpunkt der anstehenden Behandlung nicht mehr einsichts- und urteilsfähig sind oder sich nicht mehr eindeutig äußern können, können sie durch eine schriftliche Patientenverfügung bestimmte medizinische Behandlungen ablehnen. Diese gilt jedoch nicht bei einem Unfall. Hier steht die medizinische 13


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Notfallversorgung im Vordergrund, außer es besteht die Möglichkeit, die NotfallversorgerInnen über das Bestehen einer Patientenverfügung rechtzeitig zu informieren. Die Patientenverfügung sollte leicht auffindbar aufbewahrt werden. Bei einem Spitalsaufenthalt sollten die MedizinerInnen über Existenz und Inhalt informiert werden. Bei der Österreichischen Notariats- oder Rechtsanwaltskammer wurde ein gesondertes Register eingerichtet. Die Eintragung in dieses Register ist kostenpflichtig. Das „Österreichische Zentrale Vertretungsverzeichnis“ ist ein von der Rechtsanwaltskammer geführtes Register, in dem alle einer Notarin/ Rechtsanwältin bzw. einem Notar/Rechtsanwalt vorgelegten Vorsorgevollmachten registriert werden können. Arten der Patientenverfügung 1. Beachtliche Patientenverfügung Die Beachtliche Patientenverfügung ist eine Willensäußerung, die die behandelnden ÄrztInnen bei ihrer Entscheidung über die weitere Behandlung berücksichtigen müssen. Alle vor dem 1. Juli 2006 verfassten Patientenverfügungen fallen nunmehr in die Kategorie „Beachtliche Patientenverfügung“. Inhalt sind jene medizinischen Behandlungsschritte, die allenfalls abgelehnt werden. Die Gültigkeitsdauer ist nicht festgelegt. Es empfiehlt sich aber, die Verfügung alle drei bis fünf Jahre zu erneuern. Die Verfügung kann jederzeit widerrufen werden, auch z. B. mündlich oder durch Hand- und Kopfzeichen (wenn die Person nicht mehr in der Lage ist zu sprechen).

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Sachwalterschaft

Vertretungsbefugnis nächster Angehöriger

Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Zusätzliche Informationen

Für die Erstellung bestehen keine Formvorschriften. Sie kann sowohl schriftlich als auch mündlich abgegeben werden (z. B. vor den behandelnden ÄrztInnen). Eine mündliche Beachtliche Patientenverfügung muss von den MedizinerInnen bzw. vom Pflegepersonal in der PatientInnendokumentation angeführt werden. 2. Verbindliche Patientenverfügung Durch diese – genau geregelte – Form der Patientenverfügung werden MedizinerInnen in ihren Handlungen an den PatientInnenwillen gebunden. Für die ÄrztInnen gibt es keinen Handlungsspielraum. Was in der Verbindlichen Patientenverfügung festgelegt ist, ist zu beachten und zu erfüllen, wenn es rechtlich gedeckt ist (so kann keine Sterbehilfe verlangt werden), nicht den guten Sitten widerspricht oder nicht durch den Fortschritt der medizinischen Erkenntnisse als überholt zu betrachten ist. Bei der Abfassung einer Verbindlichen Patientenverfügung ist die Einhaltung genauer Vorschriften zu beachten: ●●Konkrete Beschreibung der abgelehnten medizinischen Behandlungen ●●Abschätzbarkeit der Folgen dieser Ablehnung (durch nachweisliche

medizinische Beratung) ●●Schriftliche Abfassung vor einer Rechtsanwältin bzw. Notarin/

einem Rechtsanwalt bzw. Notar oder einer rechtskundigen Mitarbeiterin/einem rechtskundigen Mitarbeiter einer PatientInnenanwaltschaft oder einer PatientInnenvertretung Die Verbindliche Patientenverfügung gilt für jeweils fünf Jahre und muss nach Ablauf ihrer Gültigkeit durch ein neuerliches ärztliches Beratungsgespräch und eine Unterschrift bei einer rechtlichen Vertretung bestätigt werden. Erfolgt diese „Verlängerung“ nicht, wird die Verbindliche Patien-

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SeniorInnen-Service-Telefon 01/40 00 – 8580 Mo–Fr: 8:00–16:00 Uhr

tenverfügung automatisch zu einer Beachtlichen Patientenverfügung. Für die verpflichtende ärztliche (Hausärztin/-arzt) sowie rechtliche Beratung (Rechtsanwältin/-anwalt, NotarIn) fallen Kosten an. Erfolgt die rechtliche Beratung durch eine rechtskundige Mitarbeiterin/einen rechtskundigen Mitarbeiter einer PatientInnenvertretung, entstehen für diesen Teil in der Regel keine Kosten. Die Eintragung in das Register ist mit Kosten verbunden. Bei der Wiener Rechtsanwaltskammer (www.rakwien.at) und der Österreichischen Notariatskammer (www.notar.at) liegen Listen von Kanzleien auf, die ein Beratungspaket (mit einem fixen Kostensatz) anbieten.

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Sachwalterschaft

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Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Zusätzliche Informationen

Patientenverfügung Rechtsanwaltskammer Wien 1., Ertlgasse 2 (Ecke Rotenturmstraße) Tel.: 01/533 27 18 – 0 Fax: 01/533 27 18 – 44 E-Mail: kanzlei@rakwien.at Internet: www.rakwien.at

Österreichische Notariatskammer für Wien, Niederösterreich und Burgenland 1., Landesgerichtsstraße 20 Briefanschrift: Postfach 150, 1011 Wien Tel.: 01/402 45 09 – 0 Fax: 01/406 34 75 E-Mail: kammer@notar.or.at Internet: www.notar.at

Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft (WPPA) 5., Schönbrunner Straße 108 (Eingang Sterkgasse) Tel.: 01/587 12 04 Fax: 01/586 36 99 E-Mail: post@wpa.wien.gv.at Internet: www.patientenanwalt.wien.at

Unabhängige Patientinnenund Patienteninformationsstelle (UPI) 5., Schönbrunner Straße 108 (Eingang Sterkgasse) Tel.: 01/544 22 66 Fax: 01/586 36 99 E-Mail: post@wpa.wien.gv.at Internet: www.patientenanwalt.wien.at

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Zusätzliche Informationen Vertretungsnetz Sachwalterschaft, Patientenanwaltschaft, Bewohnervertretung (VSP) Zentrale 20., Forsthausgasse 16–20 Tel.: 01/330 46 00 E-Mail: verein@vsp.at Internet: www.vsp.at

Sachwalterschaft Infos zu Sachwalterschaft für Wien: Mobil: 0676 – 833 08 11 88

für die Bezirke 1, 3, 4, 5, 6, 11: 5., Ziegelofengasse 33/2/5 Tel.: 01/586 08 95 E-Mail: wien-ziegelofeng@sachwalter.at

für die Bezirke 10, 12, 23: 12., Wilhelmstraße 43 Tel.: 01/813 59 86 – 0 E-Mail: wien-wilhelmstr@sachwalter.at

für die Bezirke 2, 20, 22: 2., Taborstraße 46a/6 Tel.: 01/216 60 11 E-Mail: wien-taborstr@sachwalter.at

für die Bezirke 13, 14, 15, 21: 15., Pfeiffergasse 4/D/1/1 Tel.: 01/892 26 42 E-Mail: wien-pfeifferg@sachwalter.at

für die Bezirke 7, 8, 9, 16, 17, 18, 19: 1., Teinfaltstraße 1 Tel.: 01/535 16 11 E-Mail: wien-teinfaltstr@sachwalter.at

Patientenanwaltschaft (VSP in Spitälern) Ihr Kontakt in Wien: wien-ows@patientenanwalt.at Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien – Universitätsklinik für Psychiatrie 9., Währinger Gürtel 18–20 Tel.: 01/404 00 – 30 580

Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe Otto-Wagner-Spital 14., Baumgartner Höhe 1 Tel.: 01/914 28 03

Sozialmedizinisches Zentrum Süd Kaiser-Franz-Josef-Spital – Psychiatrische Abteilung 10., Kundratstraße 3 Tel.: 01/606 87 74

Sozialmedizinisches Zentrum Ost Donauspital – Psychiatrische Abteilung 22., Langobardenstraße 122 Tel.: 01/288 02 – 3022

Bewohnervertretung 5., Ziegelofengasse 33/2/5 Mobil: 0676 – 833 08 31 00 E-Mail: wien1@bewohnervertretung.at


Sachwalterschaft

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Vorsorgevollmacht

Patientenverfügung

Zusätzliche Informationen

Weitere Adressen: Hospiz Österreich Dachverband von Palliativ- und Hospizeinrichtungen 4., Argentinierstraße 2/3 Tel.: 01/803 98 68 Fax: 01/803 25 80 E-Mail: dachverband@hospiz.at Internet: www.hospiz.at

Bundesministerium für Justiz 7., Museumstraße 7 Tel.: 0800 99 99 99 Internet: www.bmj.gv.at

Für die Vereinbarung eines Beratungstermins kontaktieren Sie bitte direkt die Beratungsstellen unter den angegebenen Telefonnummern oder E-Mail-Adressen.

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SeniorInnenbüro der Stadt Wien Als zentrale Vertretung der älteren Generation ist das SeniorInnenbüro Anlauf-, Informations- und Beratungsstelle für alle Wiener SeniorInnen. Mit der SeniorInnenbeauftragten Drin Susanne Herbek haben die SeniorInnen eine Stimme, die als Bindeglied zwischen

01/40 00 – 85 80

Politik und Verwaltung fungiert und die ihre Interessen und Anliegen vertritt.

Unter 01/40 00 – 85 80 informieren und beraten die MitarbeiterInnen von Montag bis Freitag von 8:00 bis 16:00 Uhr zu Themen wie Freizeitmöglichkeiten, Weiterbildung, Gesundheit, Pflege und Betreuung, Wohnen, ehrenamtliches Engagement und vieles mehr. Informationen finden Sie auch in den kostenlosen Broschüren, die Sie beim SeniorInnen-Service-Telefon bestellen können.

Fonds Soziales Wien Der Fonds Soziales Wien (FSW) sorgt dafür, dass die Wienerinnen und Wiener die Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Das Angebot umfasst Leistungen der Pflege und Betreuung, Behindertenhilfe, Wohnungslosenhilfe sowie Grundversorgung für Asylwer-

01/24 5 24

berInnen. Unter der Nummer 01/24 5 24 beraten, informieren und vermitteln

die MitarbeiterInnen täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr Hilfeleistungen zu Pflege und Betreuung, Wohn- und Pflegeeinrichtungen sowie Leistungen aus der Behindertenhilfe.

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Informationsmaterial Die kostenlosen FSW-Broschüren informieren Sie umfassend zu interessanten, seniorInnenrelevanten Themen. Sie können diese beim FSW-Broschürenservice unter 01/24 5 24 täglich von 8:00 bis 20:00 Uhr bestellen oder unter www.fsw.at herunterladen.

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Notizen

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E-Mail post@senior-in-wien.at

SeniorInnenbüro der Stadt Wien Guglgasse 7–9, 1030 Wien

Homepage www.senior-in-wien.at

UK.: 83000

SeniorInnen-Service-Telefon 01/40 00 – 85 80, Mo–Fr 8:00–16:00 Uhr

Ihr gutes Recht - Sachwalterschaft, Vertretungsbefungnis, Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung  

Informationen und Adressen bei Fragen zu gesetzlichen Vertretungsmöglichkeiten - Version 7/2016

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