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Wieser Frühjah r 2019 „Wo man liest, da lass dich nieder“


© Foto: Arnold Pöschl

Antescriptum Liebe Leserinnen, liebe Leser! Liebe Buchhändlerinnen, liebe Buchhändler! Das Frühjahr ist eine gute Zeit für das Neue.

N

eu bei Wieser sind 10 Bücher von jungen, zeitgenössischen Autorinnen und Autoren aus Tschechien, die unterschiedlicher nicht sein könnten – märchenhafte Erzählungen, mythische Texte, psychologische Prosa, Mikrodramen – ein Kaleidoskop der jüngeren Geschichte dieses Landes, das in diesem Jahr Gast auf der Leipziger Buchmesse sein wird.

(Literatur aus Böhmen und Mähren) Aber auch ein literarischer Krimi aus der Feder des tschechischen Autors Marek Toman, Gedichte und Erzählungen von Stanislav Struhar und vieles andere erweisen unserem Nachbarland Reverenz. Der Bogen des Frühjahrsprogramms des Wieser Verlags spannt sich weiter über Kochbücher mit Rezepten aus Georgien bis zu Eschenbachs „Willehalm“ in der Mittelalter-Reihe von Europa erlesen – die Neuübertragung von Franz Viktor Spechtler ist wahrlich aktueller denn je – als Erinnerungsruf aus dem Mittelalter, aufeinander zuzugehen. Lesen wir weiter, entdecken wir die Literatur unserer Nachbarn und machen uns so Unbekanntes zum Freund. Meint mit herzlichen Grüßen Ihr, Dein, Euer Lojze Wieser 2 | Frühjahr ’19


Inhalt Wolfram von Eschenbach

Willehalm �����������������������������������  3 Marek Toman

Die große Neuigkeit vom schrecklichen Mord an Šimon Abeles Krimi �����������������������������������������

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Literatur aus Böhmen und Mähren ��������   6 470 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck Ins Neuhochdeutsche übertragen von Franz Viktor Spechtler EUR 29,90 ISBN 978-3-99029-341-6 Erscheinungstermin: März 2019

Stanislav Struhar

Stará zahrada/Der alte Garten Gedichttrilogie ��������������������������������� 12 Stanislav Struhar

Fremde Männer Zwei Erzählungen ������������������������������ 12 Hugo Ramnek

Das Letzte von Leopold Eine Fabelei ������������������������������������ 13 Axel Karner

Die Zunge getrocknet Zeichnungen Wilhelm Dabringer ���������������� 13 EUROPA ERLESEN

Kalabrien ������������������������������������ 14 Kosovo und Metochien ��������������������� 14 Anton Thuswaldner

Die unbekannte Größe Ein Essay zum literarischen Werk von Ernst Brauner  15 Horst Peter Groß / Manfred Prisching / Klaus Theweleit

Pop-Kultur Historische und aktuelle Perspektiven einer kulturellen Revolution ��������������������� 15

Wolfram von Eschenbach

Willehalm Willehalm gehörte neben dem Parzival zu den berühmtesten und beliebtesten Romanen im Mittelalter. Beide umfang­ reichen Werke haben sich in vielen Ausgaben erhalten, der Willehalm wurde wie kein zweites Werk der Zeit mit Buchillustrationen ausgestattet. Der Autor, dessen Interpretationen der Geschichtsverläufe nicht dem herrschenden Kanon entsprach, war Wolfram von Eschenbach, ein schon zu Lebzeiten gefeierter Dichter, der auf seinen Lesereisen an den Fürstenhöfen viel Zuspruch erfuhr. Geboren um 1170 in Franken und später am Hof des Grafen Hermann von Thüringen tätig, schildert er im Willehalm zwei große Sarazenen-Schlachten im südlichen Frankreich. Er beruft sich auf die tradierten Epen und spannt einen großen Bogen in die Gegenwart des 13. Jahrhunderts. Dabei bricht er mit der herrschenden Kreuzzugspropaganda der Heidenvernichtung. Wolfram liefert – wie schon zuvor im Parzival – einen offenen Blick auf Christen und Moslems. Breite Dialoge über Glauben, Liebe und Toleranz werden unter anderem von Gyburg geführt, der Frau von Willehalm mit muslimischer Herkunft. Der Salzburger Germanist Franz V. Spechtler hat in bewährter Weise dieses wertvolle und umfangreiche Epos in das Neuhochdeutsche übertragen und damit dieses frühe Dokument der Völkerverständigung zugänglich gemacht.

Franz Viktor Spechtler Professor für Ältere Deutsche Sprache und Literatur an der Universität Salzburg und Spezialist für mittelhochdeutsche Dichtung Österreichs. Er habilitierte mit einer Arbeit zu Ulrich von Liechtenstein und transkribierte dessen Dichtungen Frauendienst und Frauenbuch. Spechtler ist Verfasser zahlreicher Monographien und Aufsätze zu verschiedenen mediävistischen Themen. © Foto: Autor

Bei Wieser erschienen: Ulrich von Liechtenstein (2000); Walther von der Vogelweide (2003); Mönch von Salzburg (2004); Oswald von Wolkenstein (2007); Neidhard, der freche Dichter aus Österreich (2013); Parzival (2016). Ferner gemeinsam mit Barbara Maier: Ich – Ulrich von Liechtenstein. Literatur und Politik im Mittelalter (1999). | 3


390 Seiten, gebunden, Lesebändchen · EUR 24,90 · ISBN 978-3-99029-324-9 · Erscheinungstermin: Februar 2019

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Die große Neuigkeit vom schrecklichen Mord an Šimon Abeles Krimi

D

er erfahrene Anthropologe Ladislav hat einen spannenden Auftrag: In der Theynkirche, im Herzen der Prager Altstadt, soll ein Grab aus dem 17. Jahrhundert aufgespürt und untersucht werden – das Grab des Jungen Šimon Abeles, um dessen frühen Tod sich ein düsteres Geheimnis rankt. Starb Šimon, jüdischer Abstammung und der Legende nach vom Wunsch getrieben, zum Christentum zu konvertieren, wirklich gewaltsam von der Hand seiner Familie, wie es die damalige Rechtsprechung entschied? Oder war dieses Urteil des Blutgerichts, das seinen Vater und einen anderen Verwandten dem peinlichen Verhör unter Folter aussetzte und das Leben kostete, eine Inszenierung kirchlicher und weltlicher Macht, um antijüdische Vorurteile zu schüren?

Während Ladislav die Sache mit modernen wissenschaftlichen Methoden angeht, verschwindet plötzlich sein eigener Sohn, der 15-jährige Simon, spurlos. Welche Rolle spielt dabei das Computerspiel, dem Simon verfallen ist und dem ein düsterer Ruf vorauseilt? Je tiefer Ladislav in den Sog der erforschten historischen Begebenheiten gerät, desto rätselhafter und verzwickter erscheint auch die Geschichte seines Sohnes. Schließlich scheinen sich beide Geschichten auf unheimliche und gefährliche Weise immer weiter zu verschränken und verwickeln. Doch gerade, als alles völlig hoffnungslos erscheint, nimmt die Sache eine unerwartete Wendung …

Mehr Literatur aus Böhmen und Mähren ab Seite 6

© Foto: Autor

© Foto: Knut Gerwers

Marek Toman Geb. 1967, studierte an der Philosophischen Fakultät der Karlsuniversität und arbeitete 1992–1997 beim Tschechischen Rundfunk. Seit 1997 ist er Angestellter des Außenministeriums der Tschechischen Republik, Prosa-Autor und Publizist. Er veröffentlichte die Gedichtbände Já [Ich] (1987), Jedna kabina pro dva osudy [Eine Kabine für zwei Schicksale](1999) und Citoskelety [Gefühlsskelette] (2002). Er veröffentlichte die Kinderbücher O Ryzce a Vraníkovi [Über Ryzka und Vraník] (2003), Dobytí ostrova Saaremaa [Die Eroberung der Insel Saaremaa] (2007, auch auf Estnisch und Finnisch) und Můj Golem [Mein Golem] (2010, auch auf Ungarisch). Můj Golem wurde für den Literaturpreis Magnesia Litera nominiert und für das White Ravens Festival besonderer Kinderbücher der Internationalen Jugendbibliothek München aufgenommen. Tomans jüngstes Kinderbuch heißt Cukrárna u Šilhavého Jima [Die Konditorei zum Schielenden Jim] (2018).

Raija Hauck Geb. 1962, Dr. phil., Studium in St. Petersburg, Brno, Odessa. Slawistin, Übersetzerin, Lektorin an der Universität Greifswald. Leitet Übersetzungsworkshops und Kulturaustauschprojekte im In- und Ausland. Zahlreiche Veröffentlichungen. | 5


Literatur aus böhmen und Mähren

6 | Frühjahr ’19


© Foto: David Konecny

© Foto: David Konecny

ISBN 978-3-99029-331-7 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-287-3 (Větrné mlýny) EUR 17,90

ISBN 978-3-99029-338-6 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-295-8 (Větrné mlýny) EUR 17,90

Eugen Brikcius

Michal Viewegh

Und das Fleisch ward Wort

Die definition von Liebe

Ein philosophierender Dichter in Prosa und Lyrik, der auf Tschechisch, Deutsch, Englisch und Latein schreibt. Anknüpfungen an den Dadaismus und Huldigungen der Mystifikation gehören ebenso zu seinem Schaffen wie die Organisation von Events und Happenings als bildender Künstler. Seine Texte vereinen dionysische und apollinische Prinzipien: Sie sind ein wahrer Sinnesrausch, zielen aber gleichzeitig auf Vollkommenheit, Schönheit und Vernunft ab. Er liebt die Entmystifizierung, nur um den Mythos sogleich wieder neu zu schaffen: den Eigenmythos.

Er gehört zu den beliebtesten tschechischen Prosaautoren nach 1989. Als Meister des Dialogs und schwungvoller psychologischer Charakterisierungen balanciert er geschickt zwischen Unterhaltungs- und Hochliteratur. Seine stark handlungsorientierten Geschichten sind thematisch in den gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Entwicklungen und Veränderungen des letzten halben Jahrhunderts verankert. Seine Motive schöpft der Autor oft direkt aus dem eigenen Leben. Manchmal ironisch und sarkastisch, häufiger humorvoll.

EUGEN BRIKCIUS Geboren 1942 in Prag. Er studierte Philosophie an der Karls-Universität in Prag und schloss sein Studium am University College in London ab. Er arbeitete als Maurergehilfe, Elektrokarrenfahrer, Berater in der Galerie Václav Špála für zeitgenössische Kunst in Prag, später als Englischlehrer, Übersetzer und Beamter. Von 1973 bis 1974 war er acht Monate lang wegen Diffamierung der Sowjetunion in Haft. Zurzeit lebt er in Wien und in Prag als Schriftsteller, Philosoph und Performer. 2015 erhielt er den prestigeträchtigen Jaroslav-Seifert-Preis für Literatur.

MICHAL VIEWEGH Geboren 1962 in Prag. An der Karls-Universität Prag studierte er Tschechisch und Pädagogik. Er arbeitete als Lehrer und Verlagsredakteur. Seit 1995 ist er freiberuflich tätig. Er veröffentlichte rund dreißig Bücher, die in über zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Er schreibt mit Humor und Ironie über Sex und Liebe. Oft wird er mit Nick Hornby verglichen. Seine Bücher erscheinen regelmäßig seit den späten Neunzigern und wurden in 23 Sprachen übersetzt. Er erhielt den Jiří-Orten-Preis (1993) und den MagnesiaLitera-Preis der Leser (2005).

Übersetzerin: KRISTINA KALLERT Geboren 1962 in Weißenburg, studierte Germanistik und Ostslawistik in Regensburg und St. Petersburg, später Bohemistik an der Masaryk-Universität in Brünn. Kallert arbeitete als Lektorin für Russisch (Universität Regensburg) und als DAAD-Lektorin in Brünn, sie lebt inzwischen als freie Übersetzerin in Regensburg.

Übersetzerin: KATHARINA HINDERER Verfügt über eine mehr als zehnjährige Erfahrung als Übersetzerin im Medien-Business, sie ist zertifizierte Übersetzerin aus dem Tschechischen und Englischen ins Deutsche. Sie lebt in Leipzig.

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© Foto: David Konecny

© Foto: David Konecny

ISBN 978-3-99029-336-2 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-292-7 (Větrné mlýny) EUR 17,90

ISBN 978-3-99029-334-8 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-294-1 (Větrné mlýny EUR 17,90

Markéta Pilátová

Vladimíra Valová

Der Held von Madrid

Ins Landesinnere

Eine Schriftstellerin, die an mythische, märchenhafte Quellen des Erzählens anknüpft. Die den Spagat schafft zwischen der Tschechischen Republik und Lateinamerika, zwischen den dramatischen Ereignissen des zwanzigsten Jahrhunderts und der Gegenwart, zwischen bildhafter Poesie und handlungsbezogener Prosa. Ihre Texte erinnern an Beschwörungsformeln, Zaubersprüche, Hexerei. Wild, chaotisch, phantastisch. Am ehesten dem magischen Realismus zuzuordnen. Stets voll Elan und Genuss.

Fände in der Tschechischen Republik ein Wettbewerb in existenzieller Kurzprosa statt, so würde Vladimíra Valová einen der ersten Plätze belegen. Sie schreibt sparsam, geballt und berührt tief im Inneren. Sie thematisiert Grenzsituatio­ nen und Wendepunkte im Leben. Psychologische Mikrodramen des grauen Alltags, die in zwei, drei schnellen Zügen die Pointe erreichen – der Rest wird beim Lesen durch die eigene Phantasie, die eigene Erfahrung ergänzt.

MARKETÁ PILÁTOVÁ Geboren 1973 in Kroměříž. Studium der Romanistik und Geschichte an der Palacký-Universität Olmütz. Sie war an Universitäten in der Tschechischen Republik und in Spanien tätig, unterrichtete Tschechisch in Brasilien und Argentinien und arbeitete als Journalistin. Sie schreibt Romane, Literatur für Kinder und Poesie. Ihr Roman Žluté oči vedou domů (Die gelben Augen führen nach Hause) wurde für den Magnesia-Litera-Preis und den Josef-Škvorecký-Preis nominiert und in 5 europäische Sprachen übersetzt. Heute lebt sie in Brasilien. Übersetzerin: SOPHIA MARZOLFF Geboren 1971, studierte slawische und romanische Sprachen. Sie übersetzt aus dem Tschechischen (u. a. Daniela Fischerová, Květa Legátová, Stanislav Komárek und Miloš Urban) sowie aus dem Französischen und aus dem Italienischen.

8 | Frühjahr ’19

VLADIMÍRA VALOVÁ Geboren 1978 in Třebíč. Nach ihren Studien arbeitete sie als Redakteurin und Fotografin bei der Tageszeitung Třebíčský Deník. Heute ist sie als Angestellte in einer Buchhandlung in Třebíč tätig. 2017 veröffentlichte sie ihren ersten Erzählband Do vnitrozemí (Ins Landesinnere). Übersetzerin: CHRISTINA FRANKENBERG Sie studierte Bohemistik an der Humboldt-Universität in Berlin und der Karls-Universität in Prag und promovierte zum Thema „Das Bild der Deutschen in der tschechischen Prosa nach 1945“. Als stellvertretende Direktorin des Tschechischen Zentrums Berlin kuratiert sie kulturelle Programme des Hauses, vor allem in den Bereichen Literatur, Film und Bohemistik. Sie übersetzt zeitgenössische Prosa sowie Texte zu Literatur, Kunst und Geschichte, u. a. für Literaturfestivals, die Tschechischen Zentren und das Kulturministerium der Tschechischen Republik. Übersetzungen von ihr erschienen in Zeitschriften und Anthologien. Christina Frankenberg ist auch als Literaturvermittlerin tätig und moderiert regelmäßig Lesungen und Filmgespräche für verschiedene Institutionen und Festivals.


© Foto: David Konecny

© Foto: David Konecny

ISBN 978-3-99029-332-4 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-289-7 (Větrné mlýny) EUR 17,90

ISBN 978-3-99029-333-1 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-295-8 (Větrné mlýny) EUR 17,90

Jiří Hájíček

Jiří Kratochvil

Dann blühen die GRäser

Die Causa Neufundländer

Der hauptsächlich in realistischer Prosa schreibende Autor schöpft thematisch aus Erinnerungen an die südböhmischen Dörfer nach dem Zweiten Weltkrieg. In einem Rahmen aus schöngeistiger Literatur übt er die Funktion eines Chronisten, Dokumentaristen, Historikers aus. Anhand der dramatischen Geschichten bestimmter Individuen zeigt er die brutalen Bewegungen und Spannungen der großen geschichtlichen Ereignisse auf. Freiheit wird bei ihm dem (vor allem kommunistischen) Totalitarismus gegenübergestellt. Dabei behandelt er die grundlegenden Kategorien der menschlichen Existenz: Schuld, Strafe und Vergebung.

Er gilt als großer Erzähler der postrevolutionären tschechischen Prosa, dessen Stil vom literarischen Experiment, von der Postmoderne und vom magischen Realismus geprägt ist. In seinen Werken spiegelt sich seine Faszination vom Genius Loci Brünn und vom Wankelmut der Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts wider. Er knüpft seine Erzählungen nach Spinnenart: dehnbar und stabil, gründlich aufgebaut, aber auch trügerisch, betörend, hinterlistig. Sein reiches Werk übt eine starke Sogwirkung aus, die Ursprünge liegen jenseits der Vernunft in Archetypen, in Mythen – an den Anfängen allen Erzählens.

JIŘÍ HÁJÍČEK Geboren 1967 in Budweis. Dort absolvierte er die Hochschule für Landwirtschaft. Seit 1993 arbeitet er als Bankangestellter. Ist seit den Achtzigerjahren literarisch tätig. 2006 erhielt er den Magnesia-Litera-Preis für seinen Roman Selské baroko (Bäuerliches Barock). Sein Roman Rybí krev (Das Fischblut) wurde mit dem Magnesia-Litera-Preis für das Buch des Jahres 2013 ausgezeichnet.

JIŘÍ KRATOCHVIL Geboren 1940 in Brünn, wo er an der Masaryk-Universität Tschechisch und Russisch studierte. Während des kommunistischen Regimes konnte er bis 1989 nicht als Schriftsteller tätig sein, arbeitete u. a. als Bibliothekar, Archivar, Kranführer, Nachtwächter, Telefonist, Heizer, Denkmalpfleger und Redakteur in der Brünner Zweigstelle des Tschechischen Rundfunks. Heute ist er als Autor von Romanen, Novellen, Erzählungen, Theaterstücken und Hörspielen sowie als Essayist und Publizist tätig. Er erhielt viele literarische Preise wie den Tom-Stoppard-Preis (1991), den EgonHostovsky-Preis (1996), den Karel-Čapek-Preis (1998) und den Jaroslav-Seifert-Preis (1999).

Übersetzerin: JULIA MIESENBÖCK Geboren 1985. Österreichische Bohemistin und Übersetzerin, die zurzeit in Prag lebt. Sie studierte an der Universität Wien Bohemistik, Tschechisch und Komparatistik, schrieb für die Prager Zeitung, arbeitete im Tschechischen Zentrum, später als Deutschlehrerin im Ausland, zunächst an der Jagiellonen-Universität in Krakau und jetzt am GoetheInstitut in Prag.

Übersetzerin: NINA RITSCHL Geboren 1987, studierte Übersetzen und Dolmetschen für Deutsch, Englisch, Italienisch und Tschechisch an der Universität Wien. 2014 erhielt sie im Rahmen des internationalen Literaturübersetzungswettbewerbs der Tschechischen Zentren den Preis für die beste österreichische Übersetzung.

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© Foto: David Konecny

© Foto: David Konecny

ISBN 978-3-99029-335-5 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-291-0 (Větrné mlýny) EUR 17,90

ISBN 978-3-99029-339-3 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-294-1 (Větrné mlýny) EUR 17,90

Iva Pekárková

Dora Čechova

Noch so einer

Ich wollte KeiN Lenin WERDEN

Eine Weltenbummlerin, Prosaikerin im Körper einer Reporterin, die schwungvolle Geschichten aus einer multikulturellen Welt erzählt. Die Ereignisse in der Heimat betrachtet sie mit einem Blick von außen, die globalen Entwicklungen dafür aus unmittelbarer Nähe. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, verzichtet auf Sentimentalität, ihre Literatur ist direkt und unverblümt – in Wort, Stil und der gewählten Thematik. Sie ist intensiv, in einer sich permanent entwickelnden Bewegung, frei von Vorurteilen und Ideologien. Rein, außergewöhnlich, notwendig.

Eine Erzählerin mit halb tschechischer, halb russischer Seele. Ihre Texte sind wie Studien, wie Porträts. Konzentriert und gründlich ausgearbeitet. Am häufigsten widmen sie sich dem Thema Paarbeziehungen. Čechova beleuchtet vor allem die Sichtweise der weiblichen Figuren in einer natürlich poetischen und weichen Sprache. Ihre Erzählungen wenden sich häufig der Vergangenheit zu, jedoch ohne Nostalgie, Schwermut oder Ängste – ganz im Gegenteil! Sie öffnet dadurch Türen für das Mögliche, das Zukünftige.

IVA PEKÁRKOVÁ Geboren 1963 in Prag. Studium der Mikrobiologie und Virologie an der Karls-Universität Prag. 1985 emigrierte sie in die Vereinigten Staaten von Amerika. Von 1997 bis 2005 lebte sie in der Tschechischen Republik, seit 2005 in Großbritannien. Ihre Romane sind stark autobiographisch. Sie schreibt offen über ihre Sexualität, veröffentlichte rund fünfundzwanzig Werke (Romane, Novellen, Erzählbände, belletristisch überarbeitete Reportagen, Sammlungen von Blogeinträgen), zuletzt Levhartice (Die Leopardin, 2013), Beton (Beton, 2014) und Pečená zebra (Gebratenes Zebra, 2015). Übersetzerin: MARTINA LISA Studierte in Leipzig Mittlere und Neuere Geschichte und Deutsch als Fremdsprache. Magisterarbeit zur böhmischen Exulantengemeinde in Pirna. Mitarbeit an einem Forschungsprojekt zur Mentalitäts- und Migrationsgeschichte im 17. Jahrhundert: die kommentierte Herausgabe der Chronik des Václav Nosidlo von Geblice.

10 | Frühjahr ’19

DORA ČECHOVA Geboren 1971 in einem Zug zwischen Moskau und Prag. Sie studierte Erstellung von Texten und Drehbüchern am Jaroslav-Ježek-Konservatorium Prag. Heute unterrichtet sie an einer Kunstschule. Sie veröffentlichte die beiden Erzählbände Nechtěl jsem být Leninem (Ich wollte kein Lenin werden, 2012) und Padaná letní jablka (Heruntergefallene Sommeräpfel, 2015) sowie ein Werk mit Gesprächen mit dem Bildhauer Olbram Zoubek Život a sochy Olbrama Zoubka (Leben und Skulpturen von Olbram Zoubek, 2014). Übersetzerin: KATHRIN JANKA Geboren in Freiburg/Breisgau, studierte Slawistik (Russisch, Tschechisch), Osteuropäische Geschichte, Germanistik und Allgemeine Vergleichende Literaturwissenschaften an der FU Berlin, an der Karls-Universität Prag und in Potsdam. 2009 Lehrauftrag für Bohemistik an der HU Berlin. Seit 2015 aktiv in der Jungen Weltlesebühne Berlin (Übersetzer lesen für SchülerInnen) und in der Flüchtlingsarbeit. Unterrichtet Tschechisch und kreatives Schreiben.


© Foto: David Konecny

© Foto: David Konecny

ISBN 978-3-99029-337-9 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-293-4 (Větrné mlýny) EUR 17,90

ISBN 978-3-99029-330-0 (Wieser Verlag) ISBN 978-80-7443-286-6 (Větrné mlýny) EUR 17,90

Petra Soukupová

Michal Ajvaz

Montagmorgen

Die Rückkehr des alten Warans

Die preisgekrönte Prosaautorin und erfahrene FernsehDrehbuchautorin schreibt, als ob sie einen Film drehen würde: visuell, handlungsorientiert, klar und deutlich. Ihr Fachgebiet sind familiäre Beziehungen, die psychologische Prosa – und das sowohl für Erwachsene als auch für Kinder. Während ihre Geschichten für Erwachsene persönliche Zerrüttungen und das Scheitern von Beziehungen beleuchten, sind ihre Kinderbücher von der Suche nach Hoffnung geprägt. In beiden Fällen mit der Unnachgiebigkeit der Psychoanalyse und gleichzeitig mit beneidenswerter formaler Leichtigkeit.

Was macht eigentlich einen magischen Realisten, Phantasten, Surrealisten aus? Auf jeden Fall handelt es sich dabei um Schlüsselfiguren der tschechischen Literatur nach 1989. Als Philosoph neuer Welten, Denker des Möglichen und Unmöglichen nimmt Ajvaz die Einflüsse des Surrealismus, der absurden Grotesken und Experimente in sich auf. Als Reisender jenseits der Grenzen der Wirklichkeit. Als Autor all jener, die mit geschlossenen Augen träumen und dichten. Seine Literatur ist gleichzeitig Theater, Malerei und Film – und macht der Forderung „Alle Macht der Phantasie!“ alle Ehre.

PETRA SOUKUPOVÁ Geboren 1982 in Česká Lípa. Sie studierte Drehbuch und Dramaturgie an der Prager Akademie der Musischen Künste. Heute arbeitet sie als Dramaturgin für Fernsehserien. Sie schreibt Drehbücher und Prosa, darunter drei Bücher für Erwachsene und ein Buch für Kinder. Ihr erster Roman K moři (Ans Meer) gewann den prestigeträchtigen Jiří-Orten-Preis für junge Autoren. Ihr zweites Buch Zmizet (Verschwinden) erhielt den Magnesia-Litera-Preis als Buch des Jahres 2010. Ihre Bücher wurden in Slowenien, Polen, Bulgarien, Italien, Kroatien, Ungarn, Bosnien und Herzegowina publiziert. An neuen Übersetzungen ihrer Bücher arbeitet man in Serbien, Makedonien, Albanien und in der Ukraine.

MICHAL AJVAZ Geboren 1949 in Prag. Er studierte Tschechisch und Ästhetik an der Karls-Universität Prag. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings arbeitete er unter anderem als Hausmeister, Nachtwächter und Pumpenwart. Seit 1994 ist er freischaffend tätig. Er debütierte 1989 mit dem Gedichtband Vražda v hotelu Intercontinental (Mord im Hotel Intercontinental). Es folgten rund zwanzig weitere Prosawerke und postmodern-philosophische essayistische Titel, zum Beispiel Prázdné ulice (Leere Straßen, 2004), Cesta na jih (Die Reise in den Süden, 2008) und Lucemburská zahrada (Jardin du Luxembourg, 2011). Seine Bücher wurden in neunzehn Sprachen übersetzt.

Übersetzerin: JOHANNA POSSET Österreichische Übersetzerin (aus dem Tschechischen, Slowakischen und Deutschen), Dolmetscherin und Universitäts-Professorin. Sie studierte Bohemistik an der Universität Prag. Ihre bekannteste Arbeit befasst sich mit den tschechischen „Samisdat“-Periodika 1968–1989, erstmals publiziert 1991.

Übersetzerin: VERONIKA SISKA Geboren 1976 in Prag, aufgewachsen in München. Studium der französischen Sprache und Kultur in Paris sowie neuere deutsche Literatur und Slawistik mit Schwerpunkt tschechische Literatur in München und Prag. Mitarbeit in der Redaktion des Biographischen Lexikons zur Geschichte der böhmischen Länder. Sie übersetzt Prosa und Lyrik, Film, journalistische, literatur- und geschichtswissenschaftliche Texte sowie Reiseliteratur.

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ca. 120 Seiten, gebunden, Lesebändchen, EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-340-9 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: März 2019

ca. 120 Seiten, gebunden, Lesebändchen, EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-325-6 Auch als E-Book erhältlich Erscheinungstermin: März 2019

Stanislav Struhar

Stanislav Struhar

Stará zahrada Der alte Garten

Fremde Männer Zwei Erzählungen

Gedichttrilogie Mit der Gedichttrilogie Der alte Garten, die bereits viel Beachtung fand und nun in der vierten Auflage vorliegt, stellt Stanislav Struhar sein bislang persönlichstes Buch vor, ein in sich geschlossenes Werk von großer poetischer Substanz und Tiefe, an dem er jahrelang gearbeitet hatte. Schon anfangs der 1980er Jahre verfasste er die ersten Gedichte für seine Gedichttrilogie, und darin erzählte er nicht nur von seiner Kindheit und Jugend in zerrissener Familie, sondern auch von seinem Leben in der Tschechoslowakei, in dem er als Regierungsgegner ständigen Repressionen ausgesetzt war. Seine Gedichte, die durch seine ungebrochene Sprachkraft und seinen unverwechselbaren Stil geprägt sind, trug er schließlich auf seiner gefährlichen Flucht zusammen mit seiner Frau Yvona nach Österreich. Die Schwierigkeit der Emigration und vor allem die Trennung von ihrem damals dreijährigen Sohn Stanislav, der bei den Großeltern in Zlín zurückbleiben musste, hinterließ er in subtilen und elegischen Kompositionen, deren erschütternde Wirkung auch durch das hervorgerufen wird, was in ihnen nicht ausgesprochen ist. In seinem umfangreichen literarischen Werk nimmt seine Gedichttrilogie gewiss eine Sonderstellung ein. Mit der Unterstützung seines Sohnes Stanislav, der in Wien als Buchhändler lebt, schuf er hier eine sensible Neuübertragung seiner Gedichte, die nun in beiden Sprachen sein lyrisches Werk wieder aufscheinen lässt.

12 | Frühjahr ’19

Daniel Nach dem Tod seiner Eltern fühlt Daniel sich in Wien manchmal einsam, doch die tschechische Sprache, die er einst zu Hause sprach, hat er nicht verlernt. Er arbeitet in einem Souvenirladen, wo es an Touristen nicht mangelt, doch in seinem Privatleben gibt es nur mehr seine Schwester und seine kleine Nichte. Eines Tages lernt er Sigrun kennen, und in sein Leben kehrt die Freude zurück. Doch Sigruns erstes Geheimnis lässt nicht lange auf sich warten … Tillmann Tillmann war noch klein, als er mit seinen Eltern als Flüchtling aus der DDR nach Österreich kam, und zu seinen Verwandten in Leipzig pflegt er keine Kontakte. Nach dem Abschluss seines Studiums in Wien arbeitete er bei einer Werbeagentur, und wenngleich er seine Stelle verlor, weigert er sich dennoch, die Trafik seiner Eltern zu übernehmen. Als er von seiner Freundin, einer Wiener Rechtsanwältin, verlassen wird, steht er vor einer ungewissen Zukunft. Da begegnet er einer jungen Tschechin … Mit seinen Erzählungen erweist sich Stanislav Struhar als Meister der leisen Töne und der präzisen Beobachtung.


© Foto: Autor

© Foto: Sigrid Kramer

120 Seiten, gebunden, Lesebändchen · EUR 21,00 ISBN 978-3-99029-346-1 Erscheinungstermin: März 2019

ca. 60 Seiten, gebunden, Lesebändchen · EUR 14,90 ISBN 978-3-99029-342-3 Erscheinungstermin: März 2019

Hugo Ramnek

Axel Karner

Das Letzte von Leopold

Die Zunge getrocknet

Eine Fabelei

Zeichnungen Wilhelm Dabringer Fünf Gedichte in vier Sprachen und eine Nulllinie

Kann man einen Aristokarpfen zum Helden einer Geschichte machen? Hugo Ramnek kann. Sein Leopold ist ein Fisch, der keinen Leser und erst recht keine Leserin kalt lässt. Und auch nicht Milka Bistritz, die lebenspralle Bachforelle, die Leopolds adelsstarres Herz zu erobern sucht. Das Letzte von Leopold ist eine mit allen sprachlichen Wassern gewaschene Abenteuer- und Liebesgeschichte voll komischer Strudel und satirischer Wirbel. Sie erzählt mit leichtflüssiger Melancholie und zärtlichem Witz vom dramatischen Dammbruch einer gestauten Liebe. Und lässt kein Auge trocken. In Ramneks Seen und Bächen tummeln sich viele weitere Gestalten, die schräg sind – nach landläufigen Vorstellungen. Aber sie sind ja nicht an Land. Zwei davon sind Harpo & Carpo. Ihre Karpfenverse und Krapfenreime zeigen auf hintergründig verspielte Art, dass alles anders ist – weil alles fließt. Hugo Ramnek geboren 1960 in Klagenfurt/Celovec, aufgewachsen in Bleiburg/Pliberk, studierte Anglistik und Germanistik in Wien und Dublin und besuchte die Schauspiel-Schule Zürich. Er lebt seit 1989 als Schriftsteller, Gymnasiallehrer und Leseperformer in Zürich. Im Wieser Verlag erschienen: Der letzte Badegast, Roman, 2010. Ausgezeichnet mit der Anerkennungsgabe der Stadt Zürich. Kettenkarussell, Erzählung, 2012. Nominiert für den Bachmannpreis. Momentum, Texte zu Bildern von Arno Popotnig, 2013. Meine Ge-Ge-Generation: Eine Jukebox, 2017. Diverse literarische Preise für Prosa und Lyrik. Theaterproduktionen: Die Tomatensuppenschleuder (sogar theater, Zürich, 2016). Einersdorfer Genesis (Bleiburger Theatertage, 2016).

im totenkleid liegt das land lautete der literarische Befund des gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Zustandes Kärntens. Eine beschränkende Realität, in der politische und kulturelle Unterdrückung in Form offener Gewalt oder subtiler Ausgrenzung zu Sprachlosigkeit und Bildverlust führten. In der gemeinsamen Arbeit verbinden der Lyriker Axel Karner und der bildende Künstler Wilhelm Dabringer Gedichte in der Mehrsprachigkeit Kärntens mit einer durchlaufenden Bildgeschichte. Es ist der klare Strich der Graphik, der die sprachlichen Grenzen überwindet, eine Verbindung herstellt zwischen den politischen Distanzen und die voneinander abgegrenzten emotionalen Räume verdichtet. Die Zunge getrocknet ist die Darstellung einer dem Untergang geweihten, hoffnungslosen seelischen Landschaft, in der durch die Entmenschlichung kreative Prozesse unmöglich werden. Übersetzt ins Slowenische von Ivana Kampuš. Axel Karner Geboren 1955 in Zlan, Kärnten, war Lehrer für evang. Religion, darstellendes Spiel und soziales Lernen und lebt als Autor in Wien. Er schreibt Lyrik und Kurzprosa in Dialekt und Schriftsprache. Bei Wieser: Die Stacheln des Rosenkranzes. Lissabonner Gedichte. (2007), Chanson Grillée. Gedichte. Illustriert von Anne Seifert (2010), Der rosarote Balkon (2012), Der weiße Zorn. Ein Gedicht. (2015). Wilhelm Dabringer Geboren 1948 in Kärnten, studierte das Lehramt bildnerische Erziehung an der Akademie der bildenden Künste in Wien und war Lehrer in Wien-Simmering sowie Lehrbeauftragter an der Universität für angewandte Kunst für Fachdidaktik. Er ist Autor mehrerer Schulbücher und war als Illustrator an zahlreichen Publikationen beteiligt. | 13


Europa Erlesen Kalabrien

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ca. 300 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-343-0 Erscheinungstermin: März 2019

alabrien hat Jahrhundertlang europäische Dichter, Reisende, Krieger, Forscher mit der Schönheit seiner Berg- und Meerlandschaften stets überrascht. Homer lässt den schiffbrüchigen Odysseus in der üppigen Mündung des Flusses Lamato stranden und August von Platen ermahnt seinen Freund Friedrich Fugger von Cosenza aus mit der Feststellung: „Du irrst dich sehr … Calabrien ist das herrlichste Land in der Welt.“ Und heute? Nach einem misslungenen Industrialisierungsversuch befindet sich Kalabrien im Umbruch. Dank einer mutigen, jungen Generation von Tierzüchtern und Herstellern von Milch- und Fleischprodukten, von Weinbauern und Olivenölproduzenten, von Zitrusfrüchte- und Gemüseanbauern hat das Land zum ureigenen Wesen als Agrarlandschaft zurückgefunden. Der heutige Kalabrien-Reisende kann den Umbruch überall in seinen vielfältigen Formen erleben. Mit begeisterten, aber auch sehr kritischen Texten von Homer bis Rino Gaetano: Seneca/Tommaso Campanella/Giacomo Casanova/Hermann von Riedesel/ Henry Swinburne/Friedrich Leopold von Stolberg/August von Platen/Duret de Tavel/ Edward Lear/Vincenzo Padula/George Gissing/Norman Douglas/Kazimiera Alberti/ Corrado Alvaro/Maria Brandon-Albini/Mario La Cava/Cesare Pavese/Alberto Savinio/Giorgio Bocca/Kuno Raeber/Pier Paolo Pasolini/Saverio Strati/Ingeborg Bachmann/Gino Chiellino/Paolo Rumiz/Vito Teti/Francesco Micieli/Mario Fortunato/ Patrizia Giancotti/Angela Bubba/Rino Gaetano.

Gino Chiellino: geboren 1946 in Kalabrien. Lebt seit 1970 in Deutschland. Als deutschsprachiger interkultureller Literaturwissenschaftler, Schriftsteller, Essayist und Übersetzer hat er Wesentliches zur Entstehung der interkulturellen Literatur und Literaturwissenschaft in der deutschen Sprache beigetragen. Zuletzt sind von ihm erschienen: der Roman Der Engelfotograf. Eine Kindheit in Kalabrien (2016), die Gedichtsammlung Die Sehnsucht der Seerose nach der Libelle (2017) und der Essayband Freie Platzwahl (2018). Im Juli 2018 ist die Chiellino-Bibliothek- und Forschungsstelle für interkulturelle Literatur an der Universität Viadrina (Frankfurt a. O.) eröffnet worden. Premio Internazionale di Poesia Alfonso Gatto, 2018, für sein gesamtes lyrisches Werk. www.chiellino.eu

Kosovo und Metochien

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as der Kosovo erfahren hat, muss ausschließlich Leid gewesen sein, nichts als Schmerz, der fünf Jahrhunderte lang für jede Generation in seinem ganzen Ausmaß immer wieder neue Leiden hervorbrachte.  Rebecca West (Schwarzes Lamm und grauer Falke, 1941/42)

ca. 300 Seiten, gebunden, Lesebändchen, Prägedruck EUR 14,95 · ISBN: 978-3-99029-344-7 Erscheinungstermin: März 2019

Verstörend wie die Geschichte des Kosovo ist die Literatur, die sich mit der Region auseinandersetzt. Als Spiegelbild eines zerrissenen Landes im Herzen Südosteuropas reflektiert sie die unversöhnlichen ethnischen Spannungen seiner Bewohner und polarisiert mit unvereinbar scheinenden Sichtweisen und Realitäten. Mit Texten von: David Albahari, Fatos Arapi, Martin Camaj, Miloš Crnjanski, Eqrem Basha, Flora Brovina, Evlija Çelebi, Beqë Cufaj , Rrahman Dedaj, Mary Edith Durham, Darinka Jevrić, Adem Gajtani, Enver Gjerqeku, Fahredin Gunga, Georg von Gyurkovics, Johann Georg von Hahn, Sabri Hamiti, Peter Handke, Carola Hoffmeister, Ismail Kadare, Ibrahim Kadriu, Elisabeth Kaestli, Kolë Kamsi, Vuk Karadžić, Muhamed Kërveshi, Anna Kim, Christine von Kohl, Vladimir Kopicl, Ludwig Laher, Ferdinand Laholli, Barbara Maier, Din Mehmeti, Esad Mekuli, Lovro Mihačević, Slobodan Milošević, Bekim Morina, Ali Musaj, Beqir Musliu, Miodrag Pavlović , Ali Podrimja, Vasko Popa, Marian Prelaj, Rexhep Qosja, Musa Ramadani, Ivan Rastegorac, Ismet Rebonja, Azem Shkreli, Gerd Wolfgang Sievers, Llazar Siliqi, Marin Sirdani, Andrzej Stasiuk, Veton Surroi, Miroslav Tešić, Rebecca West, Lojze Wieser, Kate Xukaro, Feridun Zaimoglu u. a.

Christine Zucchelli: studierte Europäische Ethnologie und Sprachwissenschaften in Innsbruck und Dublin, und arbeitet als Reiseleiterin und freiberufliche Autorin kulturwissenschaftlicher Bücher; ausgedehnte Aufenthalte in Südosteuropa, u. a. in Albanien und Kosovo. Im Wieser Verlag erschienen von ihr bisher Europa erlesen: Albanien (2013), Tirana (2015), Hall in Tirol (2016). Der vorliegende Band entstand in Zusammenarbeit mit ihrem Gatten Günter Zucchelli, vormals Leiter eines Infrastrukturprojekts im Kosovo. 14 | Frühjahr ’19


Die unbekannte Größe Ein Essay zum literarischen Werk von Ernst Brauner ie geht man um mit einem Autor, der zu den Unberechenbaren der österreichischen Literatur gehört? Im Normalfall schreibt einer kontinuierlich an seinem Werk, ein Buch geht aus dem vorigen hervor, und die Kontinuität bleibt gewahr. Bei Ernst Brauner aber muss man gefasst sein auf Sprunghaftigkeit. Gerade noch hat er sich mit einem Roman beschäftigt, der von Macht, Gewalt und dem Kampf um Einfluss in Nordafrika erzählt und das Camus’sche Erbe hochhält, im nächsten Augenblick befinden wir uns im Österreich der siebziger Jahre, wo politische Glücksritter das System angreifen. Und dann interessiert ihn die Psychologie besonders. Man sieht, dieser Mann ist nicht zu fassen. ca. 100 Seiten, gebunden, Lesebändchen EUR 16,90 · ISBN 978-3-99029-345-4 Erscheinungstermin: März 2019

© Foto: Autor

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Anton Thuswaldner Geboren 1956 in Lienz, arbeitet als Literaturkritiker in Salzburg, tätig auch als Juror, darunter 20 Jahre lang für den Aspekte-Preis des ZDF. Österreichischer Staatspreis für Literaturkritik 1996. Herausgeber und Verfasser von Büchern, zuletzt erschien der Essay Mit dem Barock fängt alles an. Warum Salzburg ist, wie es ist. (Müry Salzmann Verlag).

Horst Peter Groß / Manfred Prisching  /Klaus Theweleit

POP-KULTUR

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Edition Kunst | Wissenschaft | Gesellschaft Quer denken bei Wieser Nr. 14 EUR 7,95 · ISBN 978-3-99029-328-7 Bereits erschienen Zu den Bänden 1 bis 13 der Reihe: https://uniclub.aau.at/universitaets-club/publikationen/

ie Anfänge der Pop-Kultur finden sich in bildnerischen und musikalischen Subkulturen um die Mitte des vorigen Jahrhunderts. Inzwischen hat ein über Musik und bildende Kunst hinausgehender Megatrend die einst subversiven und widerständigen Bewegungen in ein hegemoniales Mainstreamkonzept geformt, das mit Attributen wie Kulturindustrie, Massenkultur, Massenkonsum, Trivialisierung, Oberflächlichkeit, schrille Mode und Starkult beschrieben wird. Obwohl der Pop-Kultur nach wie vor die Chiffre des Rebellischen anhaftet, steht sie mittlerweile für das Programm der globalen Verwertung nicht nur des eigentlichen kulturellen Feldes Pate, sondern wird zu einem gesamtgesellschaftlichen Lifestyle-Phänomen, das bis ins Politische hineinreicht.

© Gerhard Maurer

Historische und aktuelle Perspektiven einer kulturellen Revolution Dr. Horst Peter Groß Philosoph, Unternehmensberater, Leiter des Instituts zur Förderung von Wissenschaft und Forschung der Kärntner Sparkasse AG. 1988–2005 Mitglied des wissenschaftlichkünstlerischen Beirats des Universitätskulturzentrums Unikum; 1997–2003 Mitglied des Universitäts­beirats, 2003–2008 Vorsitzender des Universitätsrats der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt; seit 1995 Präsident des Universitäts. club|Wissenschaftsverein Kärnten.

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Der Wieser Verlag wird vom Bundeskanzleramt (Sektion II, Kunst und Kultur) gefördert / Gefördert vom Land Kärnten Kultur / Založbo Wieser podpira Urad vlade Republike Slovenije za Slovence v zamejstvu in po svetu / Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Österreichische Verlage

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Ein erprobter Geschichtenerzähler ist Lojze Wieser, der nach dem ersten Band nun den zweiten von Der Geschmack Europas vorlegt. Der Kärntner Slowene, Buchverleger im Hauptberuf, Erzähler und Poet der Neigung nach, begibt sich diesmal mit seinem TV-Team nach Istrien, Epirus, Flandern, Böhmen, in den dänischen Süden und nach Fünen, nach Sizilien und in die Südoststeiermark. Band eins wurde heuer in China mit dem Gourmands International Award in der Kategorie des weltbesten TV-Film-Begleitbuchs ausgezeichnet. Seine schönen Europa-Bücher sind vor allem lakonisch-poetische Tagebücher einer programmatischen kulturell-kulinarischen Reise, deren nächste Etappe man gespannt erwartet.

Slowenien · Slovenija Avrora AS, distribucija in založništvo, d.o.o. Podljubelj 20, p. p. 168, 4290 Tržič Tel. +386 (0)059 932107, Fax +386 (0)059 949 970 E-Mail: info@avrora.si · info@galarna.si

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Katalog Frühjahr 2019 Art Director: Lojze Wieser Redaktion: Erika Hornbogner, Silvia Krause Grafische Umsetzung: Dietmar Schöffauer Lektorat und Korrektur: Josef G. Pichler und Thomas Kohlwein Fotonachweise: Siehe Hinweis bei den einzelnen Bildern im Katalog

© Foto: Lojze Wieser

Wieser Verlag GmbH

Hej du, im Radio … (Mit Christian Berger und Marius Gabriel, Frankfurt 2018)

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Wieser, Frühjahr 2019  

Wieser, Frühjahr 2019

Wieser, Frühjahr 2019  

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