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Scheidegger & Spiess Kunst I Fotografie I Architektur Herbst 2020


Die wichtigsten bereits lieferbaren Novitäten des

Frühjahrs 2020

Herausgegeben von Mélanie Bétrisey und Marc Donnadieu

René Burri – Explosion des Sehens

Gebunden 240 Seiten, 106 farbige und 148 sw Abbildungen 21 × 27 cm 978-3-85881-661-0 Deutsch 978-3-85881-845-4 Englisch sFr. 49.–  |  € 48.–

«Ein umfangreich illustriertes Lesebuch, das tiefe Einblicke in die Arbeitsweisen Burris liefert und auf beeindruckende Weise veranschaulicht, wie kreativ und spielerisch er mit dem Medium Fotografie umgegangen ist.» Patrick Brakowsky, Schwarz­ weiss 135

ISBN 978-3-85881-661-0

ISBN 978-3-85881-845-4

Deutsch Englisch 9

783858 816610

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783858 818454

Soviet Design

Kristina Krasnyanskaya und Alexander Semenov

From Constructivism to Modernism. 1920–1980

Gebunden 448 Seiten, 257 farbige und 171 sw Abbildungen 24,5 × 30 cm 978-3-85881-846-1 Englisch ISBN sFr.978-3-85881-846-1 99.– | € 77.–

«Mit rund vierhundert Abbildungen und jeweils erläuternden Texten, außerdem einer Fülle von bisher unveröffentlichtem Material, wird dieses Buch zum ersten Standardwerk über sowjetisches Design.» Steffen Kühn, KULTUR-EXTRA 9

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783858 818461

Walburga Krupp

Sophie Taeuber-Arp – Equilibre

Gebunden 96 Seiten, 39 farbige und 4 sw Abbildungen 21,5 × 25 cm 978-3-85881-662-7 Deutsch / Englisch ISBN 978-3-85881-662-7 sFr. 29.– | € 29.–

Schlüsselwerke der Schweizer Kunst

783858 816627

Das kleinformatige Gemälde Equilibre (1931) markiert die definitive Hinwendung von Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) zur Malerei. In diesem Buch geht Walburga Krupp auf die Schlüsselrolle dieses Werks ein. Sie zeigt, wie das Bild nicht nur auf frühere Arbeiten Taeuber-Arps verweist, sondern darüber hinaus auch einen Ausblick auf die künstlerischen Themen der Folgejahre birgt.


The President of the United States on Screen

Lea N. Michel

164 Presidents, 1877 Illustrations, 240 Categories

Broschur 464 Seiten, 1877 farbige Abbildungen 16,5 × 23 cm 978-3-85881-858-4 Englisch sFr. 39.– | € 38.– ISBN 978-3-85881-858-4

Das überraschendste und unterhaltsamste Buch zur US-Wahl 2020! «Der von Lea N. Michel zusammengestellte Bilderreigen zeigt, dass der US-Präsident auch im Kino eben nicht immer vertrauenswürdig erscheint. Dass er ein Bösewicht sein kann, ein Irrer oder ein Trottel.» Ulrike Knöfel, Der Spiegel

Marke Bauhaus 1919–2019

Broschur 336 Seiten, 827 farbige und 127 sw Abbildungen 20 × 28 cm 978-3-85881-620-7 Deutsch 978-3-85881-856-0 Englisch sFr. 39.– | € 38.–

Der Sieg der ikonischen Form über den Gebrauch

ISBN 978-3-85881-856-0

Deutsch Englisch

783858 816207

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783858 818560

«Der jakobinische Enthüllungseifer dieses missvergnügten Autors würde an reine Lektürequälerei grenzen, wenn das Buch nicht so gründlich recherchiert und sachlich kühl geschrieben wäre. Es leistet beste aufklärerische Ursachenforschung über die Wirkungsmacht von künstlerischen Hoffnungsträgern, die den Hunger nach Heilsversprechen stillen.» Michael Mönninger, Süddeutsche Zeitung

Schnee von gestern

Herausgegeben vom Alpinen Museum der Schweiz

Fundstücke zur Skikultur. Ein Postkartenbuch

40 farbige und sw Postkarten zum Heraustrennen und Textheft mit 28 Seiten zusammen in Festeinband 12 × 16,5 cm 978-3-85881-668-9 Deutsch sFr. 24.– | € 24.– ISBN 978-3-85881-668-9

«Diese Postkarten könnte man heraustrennen und verschicken – eine schöne Idee, gewiss. Aber auch schade für die rundum geglückte Publikation mit klugen Texten und eben wunderbar nostalgischen Fotos, Postern und arrangierten Fundstücken aus der Sammlung.» Daniel Anker, bergliteratur.ch 9

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783858 818584

Philipp Oswalt

ISBN 978-3-85881-620-7

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Charlie Koolhaas

City Lust

Gebunden 412 Seiten, 354 farbige Abbildungen 20,5 × 30 cm 978-3-85881-804-1 Englisch sFr. 59.– | € 58.– ISBN 978-3-85881-804-1

London Guangzhou Lagos Dubai Houston

783858 818041

«Charlie Koolhaas hat eine Art Alltagsfotografie entwickelt, ungeschönt und deshalb spannungsreich. Im Kontrast mit ihrem kenntnisreichen Essay über die heutigen globalen Handelswege und deren alltägliche Protagonisten entsteht ein wunderbares Bekenntnis zu unserer heutigen städtischen Welt.» Steffen Kühn, KULTUR-EXTRA Scheidegger & Spiess Novitäten Frühjahr 2020

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100 Jahre Knie Elefanten Geschichte und Perspektiven der Elefantenhaltung in Wort und Bild

Herausgegeben von Franco Knie und Kurt Müller

«Der Circus Knie schaut zurück auf ein Jahrhundert ElefantenDressur in Europa, die er mitgeprägt hat. Er tut dies liebevoll, aber auch kritisch. Das Buch ist aufwendig und auffällig gestaltet, reich bebildert und sowohl in den Bildlegenden wie auch in den Textbeiträgen durchaus kritisch.» Helene Arnet, Tages-Anzeiger

Broschur 266 Seiten, 170 farbige Abbildungen 17 × 23 cm 978-3-85881-677-1 Deutsch 978-3-85881-869-0 Französisch sFr. 39.– | € 38.– ISBN 978-3-85881-677-1

ISBN 9783858818690

Deutsch

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Herausgegeben von Simone Förster und Thomas Seelig Broschur 184 Seiten, 68 farbige und 35 sw Abbildungen 21 × 28 cm 978-3-85881-673-3 Deutsch sFr.978-3-85881-673-3 39.– | € 38.– ISBN

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783858 818690

Aenne Biermann Fotografin «Der hochwertig aufgemachte Band besticht mit seinen grossformatigen Abbildungen, die einen hervorragenden Einblick in das Werk von Aenne Biermann als eine herausragende Vertreterin der Neuen Sachlichkeit bieten.» Herbert PardatscherBestle, Bücherrundschau

783858 816733

Eyes That Saw

Herausgegeben von Stanislaus von Moos und Martino Stierli

Architecture after Las Vegas Das Buch Learning from Las Vegas hat 1972 die Architekturwelt in Aufregung versetzt und beeinflusst bis heute unser Verständnis von Architektur. Diese neue Sammlung von Essays eminenter Architektur- und Kunsthistoriker, Architektinnen und Künstler betrachtet den Klassiker aus neuen Blickwinkeln, aufbauend auf dem Wissen um dessen tiefgreifenden Einfluss auf zeitgenössische Architektur und Kunst.

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783858 816771

Französisch

Broschur 504 Seiten, 197 farbige und 110 sw Abbildungen 14 × 21 cm 978-3-85881-820-1 Englisch sFr. 49.– | € 48.– ISBN 978-3-85881-820-1

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783858 818201

Angelika Affentranger-Kirchrath

Franz Gertsch – Rüschegg

Gebunden 96 Seiten, 45 farbige und 3 sw Abbildungen 21,5 × 25 cm 978-3-85881-663-4 Deutsch / Englisch sFr. 29.– | € 29.– ISBN 978-3-85881-663-4

Schlüsselwerke der Schweizer Kunst

783858 816634

Rüschegg ist das erste Landschaftsmotiv, das der 1930 geborene Schweizer Künstler Franz Gertsch im Holzschnittverfahren ausgeführt hat. Angelika Affentranger-Kirchrath setzt sich in dem Buch ausführlich mit der besonderen Rolle von Rüschegg im Schaffen Gertschs auseinander und zeigt auf, wie sich darin frühere Arbeiten widerspiegeln und zeitgleich bereits später entstandene Gemälde antizipiert werden. Scheidegger & Spiess Novitäten Frühjahr 2020

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Herausgegeben vom Aargauer Kunsthaus und der Kunsthalle Bielefeld

Broschierte Ausgabe des reich bebilderten Standardwerks über Sophie Taeuber-Arp zum attrak­ tiven Sonderpreis

Mit einem Vorwort von Madeleine Schuppli und Friedrich Meschede

Präsentiert die gesamte Breite von Taeuber-Arps Schaffen: bildende und angewandte Kunst, Architektur, Szenografie, Tanz

Mit Beiträgen von Rahel Beyerle, Sarah Burkhalter, Medea Hoch, Walburga Krupp, Brigitte Maier, Sigrid Schade, Thomas Schmutz, Maike Steinkamp und Rudolf Suter

Zeigt mehr als 200 Werke, darunter viele selten ausgestellte Stücke aus Privatsammlungen

Gestaltet von Anne Hoffmann

Grosse Retrospektive zu Sophie Taeuber-Arp mit Stationen im Kunstmuseum Basel (Frühling 2021), in der Tate Modern, London (Sommer 2021), und im MoMA, New York (Herbst 2021)

Broschur 288 Seiten, 432 farbige und 5 sw Abbildungen 24 × 31 cm 978-3-85881-680-1 Deutsch ca. sFr. 29.– | € 29.– Erscheint im September 2020

Das Standardwerk zum Universaltalent Sophie Taeuber-Arp in einer broschierten Neuausgabe

ISBN 978-3-85881-680-1

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783858 816801

Sophie Taeuber-Arp – Heute ist Morgen Anlässlich der grossen Retrospektive zu Sophie Taeuber-Arp, die 2021 im Kunst­ museum Basel, in der Londoner Tate Modern und im MoMA in New York gezeigt wird, erscheint diese preisgünstige Sonderausgabe der erfolgreichen Monografie Sophie Taeuber-Arp – Heute ist Morgen. 2014 erstmals erschienen zu Ausstellungen im Aargauer Kunsthaus und in der Kunsthalle Bielefeld, zeigt sie die ganze Bandbreite dieser Ausnahmekünstlerin. Mit mehr als 200 Arbeiten – viele davon selten ausgestellte Stücke aus Privatsammlungen – und in Texten namhafter Autorinnen und Autoren wird die gattungsübergreifende Denk- und Vorgehensweise von Sophie Taeuber-Arp erkundet. Anders als frühere Publikationen gewichtet dieses Buch ihre freie und angewandte Kunst gleich. So wird Taeuber-Arps Pionierleistung für die Moderne erneut erlebbar: Ihr Heute verwies immer schon auf das Morgen.

Weiterhin lieferbar:

Sophie Taeuber-Arp (1889–1943) absolvierte eine kunstgewerbliche Ausbildung in St. Gallen, München und Hamburg. 1915 lernte sie in Zürich Hans Arp kennen, mit dem sie in Frankreich zusammenlebte, bis sie 1942 in die Schweiz fliehen musste und kurz darauf verstarb.

Sophie Taeuber-Arp – Heute ist morgen Originalausgabe, gebunden 978-3-85881-432-6 Deutsch 978-3-85881-757-0 Englisch sFr. 59.–  |  € 58.–

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ISBN 978-3-85881-432-6

ISBN 978-3-85881-757-0

Deutsch

Englisch

783858 814326

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Scheidegger & Spiess Herbst 2020

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Das ist genau die Steigerung des Masstabes der Figuren von unten nach oben.

3. August 1932 In der Scuola di San Rocco. Grosszügigkeit. Es ist schwer, den Grund der Komposition herauszufinden. Die zwei, die ich hier gezeichnet habe, sind die durchsich­ tigsten. Das Farbige ist zurückgedrängt zu Gunsten einer Hell­dunkel­ Wirkung. Grossartigkeit in den Bewegun­ gen, in den Köpfen und in den Draperien. – Mit dem Vaporetto nach San Marco zurückgefahren und bei Paganelli zu Mittag gegessen. Paganelli hat ein ganzes Bündel Banknoten auf dem Tisch gehabt und hat sie gezählt. Ich musste an das Bild von Welti denken.4 Er wird nie den eigentlichen Wert dieses Geldes erfahren. Er wird es nie aktiviert sehen. Er geniesst nur die Zahl. Er wird sein ganzes Leben lang im Laden stehen und Geld anhäufen, und sich an die Zahl freuen. – Am Nachmittag am Lido auf der Terrasse.

Vor dem St. Marco liegen der „Conte Verde“ und ein englischer Kreuzer. Es ist interessant zu sehen wie der „Conte Verde“ spiessig aussieht neben dem Kreuzer. Er ist wie ein gemästeter Bürger. „Salonausstattung.“

4. August. Photos gekauft für Poeschel, von den Mosaiken in der Vorhalle von St. Marko. Dann zu Orsoni, um Mosaiksteine zu kaufen.5 Zwei Arten Gold. Angelo Orsoni, Sottoportico dei Vitelli. Der Garten von Orsoni war wieder von einer Seligkeit wie damals 1913 und 1914. Blühende Oleander. Dann die kleine offene Werkstatt, wo die Mädchen sind mit den Maschinen, die aussehen wie Nähmaschinen. Dieses Mal waren die Mädchen still und haben nicht gesungen. Aber es war mir wieder, als müsste ich fragen, ob Orsoni nicht eine Tochter habe, um sie zu heiraten. Der Sohn sagte mir, dass es schlecht gehe. Die Zeiten seien schlecht. Möge Gott dieses Wunderding, diese fabrica di smalti, erhalten.

4 AG denkt an Albert Weltis Bild „Der Geiz“ (1900-1902), das einen von einem Teufel begleiteten Alten beim Geldzählen in einer Barke zeigt. Kunsthaus Zürich, Inv. 988. 5 Die Mosaikstein-Fabrik Orsoni existiert bis heute.

Ruskin 1877 gewohnt hat. Viele Maler sind dort. Sie stehen nachlässig da, es wirkt wie Pose, und malen mit der Pfeife im Mund. Einer hat eine sympathische Palette gehabt, (so wie die Farben auf der Palette ausgesehen haben). Aber das Resultat war doch nichts. Nachher war ich in Nostra Donna della Salute. Ich habe die Kirche aussen lieber als im Inneren. Innen ist sie irgendwie kalt. Schön ist der Chor der so ist.

6. August 1932

Eine symmetrische Architektur und darüber eine andere Division de la figure mit anderen mit unsymmetrischen Figuren.

Viele Herzen aus Silber sind dort und viele kleine Bilder die man der Kirche aus Dankbarkeit für eine Heilung geschenkt hat. Rührend ist das alles. Kleine Bilder und kleine Stickereien.

Das ist auch so. Symmetrische Architektur als Grund­ masse. Darüber die unsymmetrischen Figuren Die soziale Frage ist noch nicht gelöst. Wenn ich am Morgen bei Florian sitze und üppig mein Frühstück geniesse mit Brötchen, Butter, Schlagrahm und mit schöner, weisser Papierserviette, und die Kinder dort vorbeikommen und mit ihren grossen Augen den Schlagrahm anschauen und bewundern – – – dann, ja dann merkt man, dass die Sache nicht stimmt.6

Das ist ungefähr der ganze Grundriss. Ich habe nicht sehr gern das Aneinanderstossen der beiden Formen.

5. August 1932 Am Vormittag über den Ponte dell’ Accademia nach den Zattere. Ich gehe immer sehr gerne dort hinüber. Grosse Schiffe sind dort. Ein Schiff, das “Gauge“ hiess, war dort. Es fährt nach Brindisi. Dann ist dort das Haus, wo 34

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darüber, wenn das alles fertig ist, und ich wieder mit meiner Arbeit sein kann und malen kann. Erst jetzt sehe ich wie das Malen schön ist. – Gestern Lauterburg kennen gelernt. Er ist sehr sympathisch und ganz so, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Freitag, 9. September 1932 Mit Kaganovitch in Aarau, um das Bild „Erinnerung an italienische Primitive“48 zu sehen. Man hat uns mit dem Auto abgeholt und wieder zur Bahn zurückgeführt. Jenny und seine Frau waren sehr herzlich und nett. Es war eine kleine Entschädigung für die Art, wie Meyer­Pünter mit mir war (der Brief, den er mir geschrieben hat). Am Abend 5¼ Uhr mit den Herren der Kirchenpflege Unterstrass mit Risch und Arter ins Stadthaus, um das Glasfenster zu sehen. Dann im Fraumünster, um den Entwurf anzuschauen. Dann mit den Herren zu Risch, um die Entwürfe für Chur, Winterthur und Klosters zu sehen. Samstag, 10. September 1932 Die Pastellskizze gemacht für die Farbgebung des Innen­ raumes der Pauluskirche in Unterstrass. Am Nachmittag im Tagebuch von Delacroix gelesen. Am Abend zum Nachtessen mit Risch und Frau Hertz bei De Boni. Dort Lauterburg und Pauli ngetroffen. Nach 12 Uhr mit einem Taxi nach Hause. Sonntag, 11. September 1932 Eröffnung der grossen Picasso­Ausstellung im Kunst­ haus.49 Es war interessant das Publikum zu sehen. Viel Snobismus. Und alles auf Geistigkeit aufgezogen. – Schön sind die blauen Sachen von Picasso. Das warme Blau. Ich muss oft hinaufgehen. – In der Rede, die Wartmann50 gehalten hat, hat er von Picasso erzählt, wie Picasso war, als er in’s Kunsthaus kam. Dass P. zu seinem Sohn sagte: Ah voilà ton oiseau, te rapelles­ tu? Wart­ 50

48 Es wird sich um das quadratische Gemälde Erinnerung an italienische Primitive I (Hartmann 1336) gehandelt haben. Bei Bernheim-Jeune ausgestellt war das ebenfalls 1927 entstandene, hochformatige Erinnerung an italienische Primitive II (Hartmann 1337) aus dem Kunsthaus Chur. 49 Diese Ausstellung, die erste eigentliche Retrospektive von Picassos Werk, warf hohe Wellen, begeisterte und verunsicherte das Zürcher Publikum. Die Fachwelt zeigte sich beeindruckt von dessen Kraft und Vielfalt, war sich aber nicht einig, ob es auch Bestand haben werde. 50 Der Schweizer Kunsthistoriker Wilhelm Wartmann (1882-1970) leitete von 1909 bis 1949 das Kunsthaus Zürich.

mann war gewissermassen darüber erstaunt, dass P. keine theoretischen Erklärungen über seine Bilder gege­ ben hat. Dass P. so einfach und natürlich gesprochen hat, ohne Getue und gar nichts. Diese Kunsthistoriker und diese Intellektuellen wie Wartmann sollten wissen, dass sie diejenigen sind, die Theorien machen. Nicht der Künstler. Die Natur wächst, blüht und gedeiht ohne die Naturwissenschaftler. – Zum Mittagessen mit Poeschels und Risch in’s Zürichhorn hinausgefahren. Nachher zurück in’s Atelier und Delacroix gelesen bis 6 Uhr. Am Morgen im Kunsthaus hatte ich ein gutes Gefühl von Bewegungsfreiheit. Montag, 12. September 1932 Mit Kaganovitch in Frauenfeld, um ihm das Fenster zu zeigen.51 Wir haben in Frauenfeld zu Mittag gegessen in einem einfachen Wirtshaus. Es war sehr nett. – Am Nachmittag 4½ Uhr zu Rosettli52 in’s Atelier. Frau Ziegler war dort. Wir haben Tee getrunken und viel von dem Buch der Jo van Ammers­Küller53 erzählt. Vom Gesetz­ mässigen, dass bei einem Mann eine Frau immer durch eine Jüngere abgelöst wird. Unfehlbar. Dass der Mann dadurch eine Art zweite Jugend erlebt. Der Jungbrunnen. Warum schauen alte Männer der Susanna im Bade zu. Warum sind es nicht Jünglinge?

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51 Das perfekt in Hans Wiesmanns schlichten Neubau der Evangelischen Stadtkirche Frauenfeld integrierte Chorfenster mit dem Thema „Das Leben Christi“ und mehreren rein dekorativen Flächen stammt von 1930. 52 Rosettli war AGs Kosename für Elisabeth Ziegler, die 1908 geborene, einzige Tochter von Emil und Marta Ziegler-Huber, die zu seinen wichtigsten Sammlern gehörten und enge Vertraute waren. In diesem Tagebuch wird immer wieder deutlich, dass AG für die dreissig Jahre jüngere Frau mehr als nur väterliche Gefühle hegte. Rosettli fühlte sich anscheinend ihrerseits zu AG hingezogen. 53 Jo van Ammers-Küller war eine niederländische Erfolgsautorin, die ihrer nationalsozialistischen Gesinnung wegen nach dem Krieg Publikationsverbot hatte. Mit ihren auch die Frauenemanzipation thematisiernden Romanen war sie in bürgerlichen Kreisen sehr geschätzt. 54 Es muss sich um die Monographie von Waldemar George handeln, die im Dezember 1932 in den Éditions des Quatre Chemins erschien.

Dienstag, 13. September 1932 Den ganzen Tag an der Liste geschrieben (die Biblio­ graphie) für das neue französische Buch54. Am Mittag ist das Rosettli gekommen. Sie war reizend.

Italienisch hören. – Nachher mit Frl. Zehnder in die Konditorei. Dann sie zu ihren Freundinnen begleitet an der Falkenstrasse. Dann zum Bahnhof gegangen zum Essen. Kaffee mit Milch, Brot und Käse. (Pane e cascialo blasato27) Am Abend in der Kronenhalle Morgenthaler28 angetrof­ fen. Ich habe mit ihm artig sein wollen und „collegial“. Wenn ich sah, dass ihn ein Thema nicht interessiert hat, habe ich ein anderes angeschlagen. Aber es war nichts zu wollen. Alles hat ihn nicht interessiert. Plötzlich sagte er „Kaganovitch ist da“. Also, da liegt der Hase im Pfeffer. Dass kein Buch über ihn erschienen ist!29 Sind das Colle­ gen? Aber wieder: Me ne frego. Freitag, 26. August 1932 Am Nachmittag an der 8. Versammlung des Comités für den Wirtschaftsbund bildender Künstler.30 Baumberger hat von Russland erzählt. In einer aggressiven, unange­ nehmen Art. So unangenehm war das. Ich musste mich immer fragen, warum es so unangenehm sei. Ich bin mir so allein vorgekommen und so ganz anders. Aber wahr­ scheinlich passt das für Baumberger.31 Samstag, 27. August 1932 Der „Orangenverkäufer“ ist heute fertig geworden. Ich glaube, er ist ganz gut. Ich werde jetzt, sobald ich die Leinwand bekomme, mit „Algier“ beginnen. Auch da soll die Ausführung sehr rasch gehen. Laufen lassen, ja nicht bremsen und nicht nörgeln. Losziehen.

Mittwoch, 14. September 1932 Das Herumreisen mit Kaganovitch ist nun fast zu Ende. Ich bin froh darüber. Heute die Liste fertig gemacht und Korrespondenzen erledigt. Morgen werde ich wieder malen. Ich freue mich.

Samstag, 28. August 1932 Am Vormittag 11½ Uhr mit dem Tram zum Zürichberg hinaufgefahren. Oben kam ich zu einer flachen Waldlich­ tung. Zwei Burschen haben Fussball gespielt. (Zeichnung: Waldlichtung) Wie sie miteinander gesprochen haben, konnte ich sehen, dass es Brüder waren. Es war so wohltuend zuzuhören.

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6 Soziale Ungerechtigkeit ist sonst kein Thema in AGs Tagebuch.

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27 Dieser Italienisch und Bergeller Dialekt mischende Begriff bedeutet wohl Brot und gebratener Käse. 28 Der mit der berühmten Puppenschöpferin Sasha Morgenthaler-von Sinner verheiratete Ernst Morgenthaler (1887-1962) war ein arrivierter figurativer Maler und stand zu AG offenbar in einem gewissen Konkurrenzverhältnis. 29 In der von Kaganovitch betreuten, in den Éditions des Quatre Chemins erschienenen Reihe „Schweizer Künstler“ kam Gotthard Jedlickas Monographie über Morgenthaler erst 1933 heraus. S. Anm. 107. 30 Der Wirtschaftsbund Bildender Künstler (WBK) war eine Genossenschaft zur Interessensvertretung und Beschaffung von Aufträgen mit Sitz in Zürich. Er existierte von 1932 bis 1944. AG war mit anderen namhaften Persönlichkeiten aus Politik und Kultur im Vorstand. 31 Otto Baumberger (1889-1961) war ein vielseitiger, einst dem Expressionismus verpflichteter Maler, Zeichner und Grafiker. AG teilte sein gesellschaftkritisches Engagement kaum.

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Aufzeichnungen und Skizzen des bedeutenden Koloristen und Kunstpolitikers Augusto Giacometti

aus hätte ich gewünscht, dass Walser alle Felder bekom­ men hätte. – Es war interessant, dass Bodmer59 sagte, bei der Wandmalerei stehe heute alles in Frage. Alles sei offen. Man könne nicht sagen wie sie aussehen müsse. Ich glaube, es ist auf allen Gebieten so. Bei allem kann man ein Fragezeichen setzen. Die philosophischen Syste­ me, die Ethik, die Gesetze Moses. Es ist ja wahr, dass man bei dieser Einstellung das Gefühl hat, den Boden unter den Füssen zu verlieren. Man steht in der Luft. Aber wahrscheinlich ist nur aus dieser Einstellung eine Wiedergeburt möglich. Aus dem Chaos eine Wieder­ geburt. Aus dem Chaos noch einmal Erde und Wasser trennen. Also die Schöpfung noch einmal. Nachsehen im „Faust“ wo es heisst: Die schöne Welt – – Ein Gott hat sie zerschlagen. Mittwoch, 21. September 1932 Am Vormittag ist Frau Ziegler gekommen. Dann gegen Mittag Frau Kaganovitch mit der kleinen Karin. Es ist interessant zu sehen, wie so ein kleines Mädchen von 5 Jahren schon eine ganze Frau ist. „Ta barbe e ta mousta­ che“ sagte sie. Eine Frau en miniature. – Am Nachmittag im Kunsthaus, um Picasso zu sehen. Es ist beim Publi­ kum viel Snobismus da. Und viele kommen nur, weil man das gesehen haben muss. Das Publikum ist schon eine S­Bande. Viele stehen geziert da und spielen den Hochin­ tellektuellen. Den Übersensiblen. Sie spielen den, der mit der „Harmonie der Sphären“ in Beziehung steht. Sie stehen da, sehr schlank, mit dünnen Lippen und verzie­ hen keine Miene. Jede Fröhlichkeit, jedes Sich­gehenlas­ sen und jede Natürlichkeit würde ja das hochintellektuel­ le Aussehen untergraben. – Am Abend im Bahnhof Baldini60 angetroffen, Ottavio Ganzoni61, Zendralli62 und Meuli von Castasegna. Sehr spät nach Hause um 1½ Uhr.

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59 Der Zürcher Maler Paul Bodmer (1886-1983) war in den Dreissiger Jahren ein gefragter Wandmaler. Sein bekanntestes Werk sind die Malereien im Kreuzgang des Fraumünsters in Zürich. 60 Es muss sich um den Arzt Guido Baldini handeln, den Sohn von Augusto Baldini, dem AG den Auftrag für sein erstes Wandbild verdankte. 1905 entstand Der Traum (Hartmann 537) für dessen Villa in Orden bei Maloja. 61 Der Architekt Ottavio Ganzoni (1873-1963) hatte 1906 Baldinis Villa La Motta gebaut. S. Anm. 60. 62 Der Lehrer und Publizist Arnoldo Marcelliano Zendralli (1887–1961), der 1938 die „Quaderni grigionitaliani“ gründete, war einer der besten Kenner von AGs Leben und Werk. Er regte ihn zum Verfassen seiner Memoiren an, die er in seine Monographien über ihn integrierte. Darin publizierte er auch Fragmente aus den zahlreichen Briefen, die er im Rahmen einer umfangreichen Korrespondenz von AG bekommen hatte. Die Originalbriefe sind heute verschollen.

Donnerstag, 24. November 1932 Mit der ganz kleinen Skizze für das Glasfenster in der Pauluskirche angefangen. Ich freue mich sehr. Es ist eine ganz andere Sache als ein Bild. Und dieses Andere ist so erfrischend und prachtvoll. Eine Komposition machen können. Komponieren können. Disponieren, ordnen, verteilen, betonen. Es ist wie die Erschaffung der Welt. Man ist ein Herrgott im Kleinen. Man ist der Herr der Sache, hat alle Mittel und alle Möglichkeiten, und ist für die Sache verantwortlich. Man drückt ihr den eigenen Stempel auf. Es ist ganz etwas anderes als das Malen nach der Natur, z.B. als die Pastelle, die ich in Afrika gemalt habe, Dort kam der Eindruck von aussen her, von der Natur. Und es handelte sich darum, diesen Eindruck zu heben und ihn so rein und so intensiv und unbe­ schwert als möglich zu bringen. Der Natur gewissermas­ sen entgegenzukommen. − Bei einer Komposition (Glas­ fenster) kommt das, was man bringen will, von Innen nach Aussen. Es ist also ein entgegengesetzter Vorgang. Indem es zuerst innen ist, ist es für andere Menschen zuerst unsichtbar. Es wird erst sichtbar wenn es ausge­ drückt ist. Bei der Komposition ist es also Ausdruck. Beim Malen nach der Natur ist es Eindruck. Bei mir müssen sich beide Sachen abwechseln. Seit ungefähr Mitte Februar habe ich bis jetzt immer nach der Natur gemalt. Nun kommt mir das Komponieren als Ergänzung, pracht­ voll vor. Ich habe immer diese beiden Sachen gehabt. Schon damals in Pars 1899.

94 Johann Gustav Kruck (1875-1934) war von 1917 bis 1934 Zürcher Stadtrat. Er war als Kunstförderer bekannt, Passivmitglied der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten (GSMBA) und von 1931 bis1934 als Vertreter der Stadt im Vorstand der Zürcher Kunstgesellschaft.

Freitag, 25. November 1932 An der kleinen Skizze noch gearbeitet und das Papier vorbereitet und zusammengeklebt für die grosse Skizze. Samstag, 26. November 1932 An der grossen Skizze angefangen. – Am Abend mit Herter und Stadtrat Kruck94. Dann mit Herter in der Corso­Bar. 1½ Uhr nach Hause. 72

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Gestaltet von Bruno Margreth

Erstmalige Publikation der bislang unbekannten Tagebücher von Augusto Giacometti

Klappenbroschur ca. 256 Seiten, ca. 50 farbige und 20 sw Abbildungen 18,5 × 23 cm 978-3-85881-684-9 Deutsch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Auszüge der Tagebücher sind als Faksimile abgebildet Erweitert das Wissen über die Künstlerfamilie Giacometti und ihr weniger bekanntes Mitglied Augusto

Erscheint im August 2020

ISBN 978-3-85881-684-9

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Wirft neues Licht auf die Kunstund Kulturszene Zürichs in der bewegten Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg

783858 816849

Caroline Kesser

Immer nur das Paradies Augusto Giacometti – Die Tagebücher 1932–1937 Der Maler Augusto Giacometti (1877–1947) entstammt der berühmten Bergeller Künstlerfamilie. Geboren in Stampa, lebte er ab 1915 in Zürich, wo er in seinem Atelier an der Rämistrasse Sammlerinnen und Auftraggeber empfing. Giacometti machte sich mit symbolistischen Gemälden einen Namen und bekam grosse öffentliche Aufträge für Fresken, Glasfenster und Mosaike. Er wird als Pionier der Abstraktion heute vor allem für die unvergleichliche Leuchtkraft seiner Farben bewundert. Als Mitglied der Eidgenössischen Kunstkommission war er zudem schweizweit einflussreich. In den Jahren 1932 bis 1937 schrieb Giacometti vier Tagebücher. Bislang unpubliziert, zeigen sie ihn als verletzliche Persönlichkeit, die das zunehmend dramatische Weltgeschehen von sich fernhielt und schrieb: «Man sollte immer nur das Paradies malen». Die renommierte Kunsthistorikerin Caroline Kesser hat die aufschlussreichen Selbstzeugnisse für diese Buchausgabe transkribiert. In einer Einführung und in Kommentaren liefert sie Erhellendes zu Werk und Umfeld des Künstlers und holt Vergessenes und Unbekanntes ans Licht. Reich illustriert mit den Skizzen aus den Tagebüchern, mit Ölgemälden, Fresken und Pastellen, gibt Immer nur das Paradies einen Einblick in Giacomettis Atelieralltag und Reisen sowie in die Zürcher Kulturszene jener Jahre. Caroline Kesser ist Kunsthistorikerin, Kunstkritikerin für die Neue Zürcher Zeitung sowie Autorin zahlreicher Essays.

Scheidegger & Spiess Herbst 2020

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Zum 100. Geburtstag: Neue Perspektiven auf das Werk von Hans Josephsohn


Herausgegeben von Claudia Keller und Bärbel Küster

Eine innovative Auseinandersetzung mit dem Werk von Hans Josephsohn

Mit Fotografien von Jules Spinatsch

Präsentiert wichtige neue Erkenntnisse und unveröffentlichtes Material aus bislang unzugäng­lichen Quellen

In Zusammenarbeit mit dem Kesselhaus Josephsohn, St. Gallen

Mit einem Gespräch mit dem Schweizer Architekten Peter Märkli über seinen Mentor Hans Josephsohn, dessen Werk und das Museum La Congiunta

Gestaltet von Karin Holzfeind Gebunden ca. 240 Seiten, ca. 130 farbige und sw Abbildungen 22 × 28 cm 978-3-85881-687-0 Deutsch ca. sFr. 45.– | € 38.–

Eine Fotostrecke von Jules Spinatsch ermöglicht einen neuen Blick auf die Skulpturen in öffent­ lichen Räumen

Erscheint im Oktober 2020 ISBN 978-3-85881-687-0

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Gestundete Zeit 100 Jahre Hans Josephsohn

Hans Josephsohn gilt als einer der bedeutendsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts in der Schweiz. Er schuf in sechs Jahrzehnten ein umfangreiches, radikal eigenständiges Œuvre. 1920 in Königsberg geboren, emigrierte er zunächst nach Italien und dann nach Zürich, wo er von 1938 bis zu seinem Tod 2012 lebte. Josephsohn, einer der vielen Geflüchteten des 20. Jahrhunderts, war kein Zeitflüchtiger: Seine Zeit ist, mit Ingeborg Bachmann gesprochen, eine «gestundete Zeit», eine aufgeschobene, eine gedehnte Zeit im Bewusstsein ihrer Präsenz. Anlässlich von Josephsohns 100. Geburtstag diskutieren die Beiträge in diesem Band Aspekte von Zeit­lichkeit im Umgang mit dem Material sowie Arbeitstechniken, Übersetzungsprozesse und Narrationsformen. Sie beleuchten das oft als zeitlos-archaisch beschriebene Werk Josephsohns in zeithistorisch-politischen und künstlerischen Kontexten. Eine Fotostrecke von Jules Spinatsch wirft einen neuen Blick auf die Skulpturen in öffent­lichen Räumen.

Weiterhin lieferbar:

Claudia Keller ist Germanistin, Komparatistin und Kunsthistorikerin und arbeitet als wissenschaftliche Oberassistentin am Deutschen Seminar der Universität Zürich.

Gerhard Mack Hans Josephsohn 978-3-85881-163-9 Deutsch 978-3-85881-701-3 Englisch Sonderpreis sFr. 59.– | € 58.– ISBN 978-3-85881-163-9

Bärbel Küster ist Kunsthistorikerin und lehrt seit 2017 als Professorin für moderne und zeitgenössische Kunst am Kunsthistorischen Institut der Universität Zürich.

ISBN 978-3-85881-701-3

Deutsch Englisch

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余白 ( yohaku )

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2 Arrival in a Horizontal City

Francis’s arrival in Tokyo in September 1957 was an epiphany. Recalling it almost 20 years later in an interview with documentarian Michael Blackwood (1975), he could still vividly picture his descent into Tokyo before it became the vertical, skyscraper-packed metropolis it is today: “When I first came to Japan, my arrival was at night, and my first impression was this dark, horizontal city, no verticality at all except small signs with kanji, which I couldn’t read but which I felt I knew. I had this terrific feeling of déjà vu, that I’d already seen it and I’d already been there…It was something familiar to me—no perspective—all things sit in an undifferentiated space…Each human being then takes on that relationship of being related to everything else all at once. I get that feeling in Japan, that wherever you go, it’s like water is coming in to fill up whatever basin is left. Space is a basin, and the humanity is filling it up unconsciously.” Two decades later, in an essay for Ikebana Sōgetsu magazine, he would recall the hushed anticipation he had felt as his plane touched down in Tokyo under cover of night:

Dropped in on airy current silently, within myself, alone. My arrival was secret to myself…For me it was a journey in the dark, lit by the candle of my soul. And the candle of my soul I put up to the art of Japan in my own way…I could say in another way that this was the beginning of a deep-sea night journey. The paintings and things

Frankenthaler, Franz Kline, David Smith, Morris Graves, and Richard Serra, to name only a few— Francis committed himself to Japan more comprehensively. He established studios and built a home there, where he lived and worked for extended periods; collaborated extensively with Japanese artists and writers; married a Japanese painter, then, after their divorce, married a budding Japanese filmmaker, fathering children with both; integrated Japanese materials and techniques into his practice; studied and spoke the language, if haltingly; and was instrumental in giving many of his Japanese colleagues their first exposure to the American and international art scenes. He did not just give “lip service” to Japan—he walked the walk. Yoshiaki Tōno contended that “his relation to Japan [was] deeper than that of any living Western artist at the time” (1997, 36). Japan fed Francis’s intellectual curiosity and stoked his prolific output. In fact, he is believed to have cre-

I saw in the dawn light were truly seen in my mind’s eye: Zen ink painting and ink writing (haiku). I have been turning these over intently ever since. I knew that in my heart were all the root and core of the holy images of man past and present, for I saw them from within in the images I held up to the light of my mind. Here in the Japanese evening I was seeing them in a timelessness that transcends myself…I saw Japan—her form unknown to me—become my preferred form. In this way was the Orient opened to me and I opened to the Orient…I was imprinted by the hand that truly wrought the images I was standing in front of. I was being nurtured by everything to which I reverberated. I felt there was no filter, no lens, no glass, no eye, even before my perceptions. There can be no resistance when an artist is in this position. For me there was no Japanese art, no painting, no pottery, no separation. I saw that the thing I knew as an idea of Japanese painting was in reality a speck on the robe of the image that is the whole way that is the Japanese way. The whole thing as it is, is the art of Japan. So I stopped looking at Japanese art and looked wherever the spirit moved me. I saw the spark everywhere in a movement made by a leaf, in the sound of the hammer, in the cry of a man, in the one and the many, in the accidental and the intentional, always through reverberation. I felt I had fallen into the hole of Fate. I know now I was that hole of Fate—as I was also the image I was seeing. (Francis 1977)

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figure 18 Sam Francis, Untitled Triptych, 1983. Acrylic on canvas, 243.84 x 852.17 cm (96 x 335 ½ in. overall estimated), created in Los Angeles (Santa Monica). Museum of Modern Art, Toyama, Japan, Gift of The First Bank of Toyama Co., through Nantenshi Gallery, Tokyo (1989). Photo by Brian Forrest, Santa Monica.

figure 1 7 a , b Yamaguchi Soken (Japan, 1759–1818), Flowers and Plants of the Four Seasons, Edo Period (late eighteenth–early nineteenth century). Pair of six-panel screens, ink and color on gold leaf paper, each overall 154.3 x 254.1 cm /60 ¾ x 100 1/16 in.). Los Angeles County Museum of Art (LACMA), Japanese Art, Gift of Jerry Louise and Robert Johnson (M.82.149.2a-b). Photo © Museum Associates/LACMA.

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ated at least 1,152 unique works in Japan, a tally that is second only to his Southern California production among the seven major locales where he painted (Burchett-Lere and Zebala 2019, 108). His involvement with Japan was by no means limited to time spent within its physical borders. His interest in East Asian philosophy and art began in earnest in his California childhood and young adulthood, intensified during his years in Paris, blossomed fully during the 1960s and ’70s when he stayed most frequently in Japan, and continued into his later years when he was living primarily in Santa Monica. In a sense, he carried Japan within himself wherever he roamed. Section I of this study traces the chronology of Francis’s travels to Japan and his interactions with important figures in post-World War II Japanese art. In retrospect, it seems inevitable that Francis would become a catalyst for East/West exchange,

figure V I A gathering of family and friends, Tokyo, c. 1965–66. Left to right: Shūzō Takiguchi, Takako Idemitsu, Yoshiaki Tōno, Sam Francis (center), Hiroko Narasaki, Arata Isozaki, Mako Idemitsu, Hideo Kaido. Photographer unknown.

the birth of important movements in art, music, and cinema. The synergy between the Art Informel phenomenon in Europe and the Gutai group in Japan had an especially seismic impact on the emergence of Japan as a player on the global cultural stage. Sam Francis was at ground zero at this singular moment. From 1957, when he first traveled to Japan, until the late 1980s and early 1990s, he was part of a coterie of influential thinkers who congregated in Tokyo but traveled widely inside and outside Japan; who socialized, published, performed, and exhibited together; and who in myriad ways spurred one another’s creative growth and career development. This circle included architect Arata Isozaki; critic Yoshiaki Tōno; poets Shūzō Takiguchi, Makoto Ōoka, and Mamoru Yonekura; artist and flower master Sōfū Teshigahara; painters Toshimitsu Imai, Hisao Dōmoto, Hideo Kaido, Teruko Yokoi, and Takako Idemitsu; Japanese-American

sculptor Isamu Noguchi; ceramicist Fujio Koyama; oil magnate and art collector Sazō Idemitsu; Gutai artists Jirō Yoshihara and Atsuko Tanaka; filmmakers Hiroshi Teshigahara and Mako Idemitsu; Korean-Japanese artist and Mono-ha theorist Lee Ufan;1 Mono-ha artist Kishio Suga; writer Taeko Tomioka; gallerist/impresario Kusuo Shimizu; and composers Toshi Ichiyanagi, Tōru Takemitsu, and Teizō Matsumura. In salons and izakayas, galleries, museums, and universities, the ideological ferment among these creators in this time and place rivaled that of Paris in the 1920s, New York in the late 1940s, Northern California during the Beat era, and the East Village art scene of the 1980s. It was a glorious environment in which to think, make, and share. [figs. VI and VII] While many well-known American artists at the time were broadly influenced by East Asian aesthetics—Mark Tobey, Robert Motherwell, Helen

and the Unbound (1984), another multi-panel work, uniquely painted on both sides, previously owned by the Idemitsu Museum until 2018 (244 x 610 cm). [fig. 46] Of these three-dimensionally oriented panel paintings, The Bound and the Unbound could be considered arguably the most overtly Japanese-influenced piece Francis ever made. The 1988–89 exhibition of Francis’s work traveled to the Museum of Modern Art, Seibu Takanawa, Karuizawa; Museum of Modern Art, Shiga; the Ohara Museum of Art, Kurashiki; and the Setagaya Art Museum, Tokyo. The exhibition is documented by a catalogue featuring essays by Tōno, Ōoka, Takashi Tsuji, Masataka Ogawa, and Kenzaburō Ōe (Ogawa et al. 1988). Francis traveled to Japan to attend the show. Takiguchi’s papers are fastidiously indexed in a climate-controlled library on the campus of Keio University Art Center in the Mita neighborhood of Tokyo. They are overseen by archivist Midori Moriyama, who dons blue latex gloves whenever

she handles the contents. In this antiseptic, laboratory-like setting, hundreds of photographs, letters, manuscripts, and ephemera attest to Takiguchi’s rise to prominence. Among these are records of his travels across Japan with Sam Francis, essays he wrote about the painter’s work, and photographs of his cluttered writing studio, appointed with works he acquired as gifts or trade from prominent artists he wrote about, Francis among them. There are also postcards to him from the painter’s third wife, Teruko Yokoi (“Sam wants to go back to California. He works day and night”), Christmas cards, and newsy postcards sent to Takiguchi by Francis’s fourth wife, Mako Idemitsu (“Osamu and Shingo are in Hawaii…Jasper [Johns] is renting a house in Malibu and will stay a long time”). Takiguchi was a fan but also a mentor to the artist, and his writings about his exhibitions imparted an imprimatur that enhanced the painter’s cachet among Japanese collectors. In Francis, Takiguchi gained

figure 43, 44 and 45 Sam Francis, You the Yellow (three from the series of nine works). Acrylic and/or gouache and ink on paper, each 30 x 41.75 cm (11 13/16 x 16 7/16 in.), created in Tokyo in collaboration with Shūzō Takiguchi. Undisclosed collection, formerly Idemitsu Museum of Arts, Tokyo. Photos courtesy Sotheby’s.

figure 22 Sam Francis, Untitled (Drawing for Sculpture), 1979. Acrylic on paper, 35.24 x 27.62 cm (13 7/8 x 10 14/16 in.), created in Los Angeles (Santa Monica). Private collection Delaive, Amsterdam. Photo by Brian Forrest, Santa Monica.

figure V I I Left to right: Kusuo Shimizu, Sam Francis, Takako Idemitsu, Yoshiaki Tōno, Tokyo, c. mid-1960s. Photographer unknown.

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Zwischen Abstraktion und Tradition: Sam Francis’ fruchtbare Auseinandersetzung mit der japanischen Kultur

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What is perhaps most noteworthy about these highly symbolic reminiscences is the degree to which the artist experienced Japan as a boundary-dissolving force, removing distinctions between subject and object (“no separation”) and between himself as observer and observed. He sees Japanese people and cities in the pictorial terms of a figure/ground relationship, filling up the tabula rasa of empty space. Japanese art he sees not as a collection of discrete objects, but as a way of being, an interrelationship between “the one and the many,” which he experiences “always through reverberation.” This characterization is akin to the Japanese idea of yohaku (余白), an invisible but consequential reverberation that follows from an action or encounter, like sound waves reverberating when a bell is struck, spreading out through a village and the countryside surrounding it, heard by untold ears, marking time in unknowable lives.

figure 176 Sam Francis, Untitled Four Panels, 1984. Acrylic on canvas, 427 x 685.5 cm (168 18 x 269 7/8 in.) (the outer panels) / 427 x 137 cm (168.11 x 53.94 in.) (the inner panels), created in Los Angeles (Santa Monica). Ritz-Carlton Hotel, Tokyo, formerly Idemitsu Museum of Arts, Tokyo. Photo by P. Trawinsky, Paris.

figure 23 Sam Francis, Untitled, conceived 1979, cast posthumously 2003. Chromed steel sculpture, edition of 20, 39 x 28 x 5 cm (15.4 x 11 x 2 in.). Gallery Delaive, Amsterdam. Photo courtesy Gallery Delaive

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It is notable that he uses the phrase “deep-sea night journey” to describe his arrival in the East. The night-sea journey is a concept discussed in Carl Jung’s Symbols of Transformation (1952) as well as in mythologist Joseph Campbell’s The Hero with a Thousand Faces (1949) as a symbolic journey back into the mother’s womb, out of which the individual will be reborn. Campbell refers to this journey as a primal regression into “the belly of the whale.” So Francis—who as a child lost his mother and later grew obsessed with Herman Melville’s gargantuan white whale and became famous for colossally scaled paintings that were predominantly white—was wading into primal amniotic waters when he undertook his night-sea journey to the horizontal city. Once on Japanese soil, he quickly set about creating what was to become known as the Tokyo Mural, working in seclusion in a classroom converted into

figure 10 Sam Francis working on the Tokyo Mural in Mita studio, Tokyo, fall 1957. Photo by FrançoisRené Roland, Paris.

figure 1 1 Toshimitsu Imai (left) with Sam Francis and Sōfū Teshigahara in front of the completed Tokyo Mural, November 1957. Photo by Yoshitaka Uchida. Courtesy Sogetsu Art Foundation, Tokyo.

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a studio at the Sōgetsu’s Mita campus, drinking tea and snacking on kanpyo sushi rolls as he painted deep into the night. The 26-foot-long finished mural was displayed opposite a painting by Georges Mathieu in the Sōgetsu’s Kaikan Hall. [figs. 10, 11, 12, and 13] By any measure the mural is an extraordinary statement of where Francis had come from and where he was headed. Its broad horizontal expanse reads like a timeline, its clustered forms— punctuated by a porous white interval in its center that gapes like the inside of bones or igneous rocks—traveling from left to right, terminating with an open margin that seems willful and prescient. Its cell-like gestures, predominantly blue, harken to the crepuscular paintings that came before in Paris, even as its central white gap and conspicuous right-hand margin foretell series that would follow, among them Blue Balls, Edge, Fresh Air, and Matrix. It was an ambitious work by a man who had something to prove. To behold it today is to see a fulcrum frozen in time, a tender moment of potential energy about to unleash: anterior, tensile, poised. While working on the mural, Francis roomed with Imai and did a collaborative painting performance with him on the eve of the “World Contemporary Art Exhibition,” curated by Tapié. Working in tandem, the artists produced a two-foot-square piece,

which they conceptualized in broadly semiotic terms as a “sign” of unspecified context. It was subsequently displayed in the Kyōbashi neighborhood of Tokyo (Mizuho, Atsuo, and Hideya 1998). This was among the first and last collaborative paintings Francis coauthored and also one of his only public performances. Unlike Mathieu, who thrived on spectacle, Francis was an intensely private artist, most comfortable alone in his studio in the witching hours. This also set him apart from the Gutai artists he soon came to know, among them Shōzō Shimamoto, who stood atop ladders and dropped paint-filled vessels onto canvases; Saburōo Murakami (1925–1996), who hurled his body through paper screens; and Kazuo Shiraga (1924–2008), who famously painted with his feet, often suspended above the picture plane. During his initial two-and-a-half months in Japan, Francis also began working on a series of paintings known as Japan Line in which the white spaces advanced in Tokyo Mural became more pronounced, taking up greater swathes of canvas or panel, delimited by broadly diagonal gestures of dripped paint. [figs. 14, 15, and 16] Of the eponymous 1957 painting that initiated the series, curator and art historian Peter Selz later remarked that “the asymmetry of the composition, as well as the assured

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Herausgegeben von Debra Burchett-Lere

Sam Francis ist einer der angesehensten amerikanischen Künstler und zählt zu den Protagonisten des Abstrakten Expressionismus

In Zusammenarbeit mit der Sam Francis Foundation in Pasadena

Die erste Monografie, die Sam Francis’ Auseinandersetzung mit Japan und der japanischen Kultur umfassend untersucht

Gestaltet von Sabine Hahn Gebunden ca. 224 Seiten, ca. 180 farbige Abbildungen 24 × 30 cm 978-3-85881-861-4 Englisch ca. sFr. 75.– | € 68.– Erscheint im August 2020

ISBN 978-3-85881-861-4

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Richard Speer

The Space of Effusion Sam Francis in Japan Sam Francis (1923–1994), einer der führenden Vertreter des Abstrakten Expressionismus, erlangte schon in den 1950er- und 1960er-Jahren durch seine Reisen internationale Bekanntheit und liess sich von den zahlreichen Ländern, die er besuchte, in seinem Werk inspirieren. Bedeutend für sein weiteres Schaffen war vor allem Japan, das er 1957 erstmals bereiste und wo sich Francis ein fortdauerndes Netzwerk aufbaute. Schon früh setzten Kritiker seinen Gebrauch des Negativraums in Verbindung zum japanischen Konzept ma (間), einem symbolisch aufgeladenen Raum zwischen Objekten oder Ideen. Dieses Buch untersucht Sam Francis’ Faszination für die Kultur Japans und gibt mit rund 180 Abbildungen Einblick in die Parallelen zwischen traditioneller japanischer Kunst und seinem Schaffen als abstrakter Künstler. Basierend auf Archivrecherchen und Gesprächen mit japanischen Künstlerkollegen sowie seiner Familie und Freunden, wird zudem der Einfluss des Künstlers auf Vertreter der Bewegungen Gutai und Monoha und auf Protagonistinnen und Protagonisten in Musik, Film und Literatur aufgezeigt. Das Buch erscheint anlässlich der Ausstellung Sam Francis and Japan: Emptiness Overflowing im Herbst 2020 im LACMA, Los Angeles. Richard Speer ist Kritiker, Autor und Kurator und lebt in Portland, USA. Er ist Co-Kurator der Ausstellung Sam Francis and Japan: Emptiness Overflowing im LACMA, Los Angeles, im Herbst 2020. Debra Burchett-Lere ist Direktorin und Kuratorin der Sam Francis Foundation in Pasadena.

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Le Corbusier versus De Stijl Die Villa La Roche in Auteuil, 1923–1925

1  Dem Katalog des Salon d’Automne vol ist zu entnehmen, dass Le Corbusier und Jeanneret damals zwei Modelle von Privat häusern au stellten Katalognummern und Erstaunicherweise nennt Le Corbusier im Œuvre complète nur die bei den Salons dAutomne von und ausgestellten Projekte siehe Le Corbusier, P. Jeanneret, Œuvre complète, hrsg. von O. Stonorov und W. Boesiger, Zürich Girsberger S. und S.Wie verschiedene Doku mente belegen, wurde das Modell des Doppelhauses La RocheJeanneret sicher beim Salon von ausgestellt. In einem Brief vom September informiert Le Corbusier den seitens der Banque Immobilière de Paris mit der Parzellierung der Grundstücke beauftragten Architekten Plousey, dass bereits unter der Kuppel des Salon dAu tomne ein Platz für ein grosses Modell des Doppelhauses reserviert worden warDe plus, les hôtels qui seront cons truits autour du rond point doivent être exposés en grande maquette au Salon d Automne où une place m est d ores et déjà retenue sous la coupole, Le Corbusier an Plousey, Brief vom. September, FLC H. In einem anderen Brief an Raoul La Roche erwähnt Pierre Jeanneret die Fertigstellung eines Modells, Brief vom. Oktober, FLC P. Aus dem Ausstellungskatalog geht nicht hervor, ob auch Zeichnungen gezeigt wurden, aber Le Corbusier erwähnt in seiner Erwiderung auf Auguste Perrets Artikel in den Spalten des ParisJournal vom 20. Dezember zwei unter dem Modell ausgestellte Pläne, die Perret besser konsultiert hätte, bevor er seine Kritik an der Anordnung der Fenster formuliert hätte. Der Salon d’Automne war vom 12. November bis zum 12. Dezember geöffnet. Im Begleitkatalog wird der 20. September als letzter Abgabetermin des Materials angegeben.

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2  S. E. Rasmussen, «Le Corbusier. Die kommende Baukunst?», in: Wasmuths Monatshefte für Baukunst, X, Nr. 9, September 1926, S. 378−393, hier S. 381. Le Corbusier bezieht sich in einem Brief an Werner Hegemann, den Redakteur der Zeitschrift, auf diesen Text: «J’ai mis mes lunettes de travail et j’ai lu scrupuleusement la dissertation de Monsieur Rasmussen qui s’est donné beaucoup de mal à ce sujet. Remerciez l’en», Le Corbusier an Werner Hegemann, Brief vom 28. September 1926, FLC E2-4-196. 3  Erstaunlicherweise scheint die Fondation Le Corbusier nur ein einziges grafisches Zeugnis der Version des beim Salon d’Automne von 1923 ausgestellten Projekts zu besitzen. Dabei handelt es sich um die südöstliche Fassade des Hauses, FLC 15216. Die Erfindung der Einbuchtung in Form eines Trichters geht sehr wahrscheinlich auf die freihändigen Korrekturen in der Zeichnung FLC 15109 zurück, die kurz vor der Modellversion entstanden sein müssen. Kurz nach dieser Version entstanden die Zeichnungen FLC 15205, 15206, 15207, 15285 (15207 und 15285 sind fast identisch. Allerdings scheint es, als sei die Bibliothek im zweiten Obergeschoss in der Version FLC 15207 vergessen worden) und das Foto eines Zwischengeschosses (entresol), die Teil der fotografischen Dokumentation der Villa ist (auf diesem Plan umfasst die kleine Terrasse noch – wie beim Modell – wie ein Kringel den Stamm der Akazie). In diesen Zeichnungen ruht die Gemäldegalerie bereits auf Pilotis. In der zum Square gewandten Fassade wird die Tür zum kleinen Balkon von zwei Fenstern flankiert. Ein Foto des Modells, das in der Fondation Le Corbusier aufbewahrt wird, weist Retuschen auf, die mit diesen Zeichnungen übereinstimmen. Die Lösung der Gemäldegalerie auf Pilotis datiert mindestens auf Ende des Jahres 1923. L. Sorel, der an die südöstliche Seite des Grundstücks angrenzende Nachbar, schreibt Le Corbusier am 5. Januar 1924: «la construction qui me fait face, avec son vide en dessous, ne peut m’intéresser», FLC H1-3-15. Die Zeichnungen sind alles andere als

Ungeachtet der schwierigen Verhandlungen mit potenziellen Auftraggebern und Grundstücksbesitzern sollen hier die interessanteren Entwicklungen des Doppelhaus-Projekts La Roche-Jeanneret verfolgt werden: nämlich das Verhältnis zwischen Wandfläche und Öffnung. Je mehr das Haus seine definitive Form annimmt, desto grösser wird die Anzahl der Innen- und Aussenöffnungen, die mit der Gliederung des Wandgefüges zusammenfallen. Mit anderen Worten: Diese Öffnungen bilden mit mindestens einem Element des Wandgefüges – sei dieses vertikal (eine Wand) oder horizontal (der Fussboden oder die Zimmerdecke) – eine Ecke. Und zwar so, dass die Raumgrenzen in den Ecken «offen» erscheinen. Da diese Entwicklung insbesondere die Villa La Roche betrifft, wird sich die Analyse auf dieses Gebäude konzentrieren. Nach der Präsentation des Doppelhauses beim Salon d’Automne von 1923 kommt dieses Kompositionsprinzip zunehmend zur Anwendung und bekommt einen systematischen Charakter.1 Das heisst, dass ein bereits relativ weit fortgeschrittenes Projekt durch die systematische Anwendung einer formalen – und als solche erkennbaren – Regel mit dem Ziel verändert wurde, das gesamte Wandgefüge kompositorisch zu vereinheitlichen. Infolgedessen wurde die Raumhülle nicht mehr durch ein geschlossenes Wandgefüges definiert, in dem die Öffnungen wie herausgeschnitten wirken. Vom Grundsatz her hatte dies zur Folge, dass die geschlossenen Wände und die Öffnungen auf ein und dieselbe Stufe gestellt wurden; die «Leeren» der Öffnungen und die «Geschlossenheiten» der Mauern wurden auf analoge Weise be- handelt: «[…] das Fenster hat sich gleichsam in eine Wandfläche verwandelt. […] In der Architektur Le Corbusiers [kommt] weder ein räumlicher noch plastischer Eindruck zustande, weil die einzelnen Flächen nur als abstrakte Figuren verwendet werden», hatte der Architekturkritiker Steen Eiler Rasmussen in Bezug auf die Eckverbindung zwischen dem grossen Fenster und der Brüstung der Bibliothek in der Eingangshalle des Hauses La Roche bemerkt.2 Das Wandgefüge kann also als ein Aggregat von geschlossenen oder offenen Flächen bezeichnet werden, die in der Regel geradlinig verlaufen und Villa La Roche in Auteuil

Studie der nordöstlichen, zum Square du Docteur Blanche gerichteten Fassade, Entwurf vom September 1923 (FLC 15110). Unten Studie der südöstlichen Fassade, Entwurf für den Salon d’Automne von 1923, mit der Einbuchtung in Form eines Halbtrichters, der die Akazie umfängt (FLC 15216, Detail).

Zwei Ansichten des auf dem Salon d’Automne von 1923 präsentierten Modells (FLC L2-12-3 und 1).

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Villa La Roche in Auteuil

untereinander rechtwinklig angeordnet sind. Dieses Bild vermitteln auch die üblicherweise reproduzierten Grundrisse mit den geschwärzten Schnittstellen der Mauern. Die auffälligsten Erscheinungen der Wandauflösung seien hier aufgeführt: In dem Modell, das beim Salon d’Automne 1923 ausgestellt wurde, besass die zum Square gerichtete Fassade der Gemäldegalerie eine einzige Öffnung, die auf einen kleinen Balkon führte. In einer nachfolgenden Version, als die Galerie bereits auf Pilotis ruhte, wurde diese Wand dann von drei Fenstern durchbrochen. In der definitiven Ausführung trennen schliesslich zwei Bandfenster die horizontale Dachfläche von den beiden Seitenwänden der Galerie. Die Bandfenster trennen von diesen Wänden jedoch auch die nach Nordosten gewandte hintere Mauer ab, die bis zum Erdboden reicht. Dieser Effekt wird auch durch die nun seitlich verschobene Öffnung zum kleinen Balkon sowie durch das kleine «Schaufenster» erzielt, das teilweise mit der Kante der nordöstlichen und der südöstlichen Fassade zusammentrifft.3 Besonders signifikant ist die Veränderung an der südöstlichen Fassade, die eine Einbuchtung erhalten hatte, um dem Baumstamm, den Ästen und Zweigen einer Akazie Raum zu geben, die zwar an der Grenze des Nachbargrundstücks wuchs, aber auf die Parzelle La Roche hinüberwuchs. In dem beim Salon d’Automne ausgestellten Modell und in den Zeichnungen, von denen einige später datieren, aber mehr oder weniger mit dem Modell übereinstimmen, hat diese Einbuchtung die Form eines Halbtrichters, der unten einen Durchmesser von weniger als zwei Metern und oben einen von mehr als drei Metern aufweist. Im ersten Geschoss wurde die geschwungene Oberfläche in ihrer Gesamtheit von einem Bandfenster beschnitten; die Basis der Einbuchtung bildete eine kleine kringelförmige Terrasse, die den Baumstamm umschloss. Im definitiven Projekt wird dieser Halbtrichter durch eine quaderförmige Einbuchtung ersetzt. An ihrer Längsseite befindet sich im ersten Obergeschoss ein Bandfenster, an ihren Schmalseiten sind im zweiten Obergeschoss, auf der Höhe der Bibliothek, zwei Fenster angebracht. Die Basis der Einbuchtung bildet jetzt eine kleine eingezogene Terrasse, die man seitlich durch eine schmale, matte Flügeltür betritt. Die Ausdehnung der Öffnungen von Wand zu Wand sowie die alternierende symmetrische Verteilung von Wand und Öffnung – eine Öffnung zur Längsseite im ersten Obergeschoss und eine Öffnung zu jeder Schmalseite im zweiten Obergeschoss – illustrieren auf exemplarische Weise

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Von L. Sorel an «Monsieur Jeanneret architecte» adressierter Brief, in dem er auf das Problem der Akazie hinweist, die zwar auf seinem Grundstück wächst, aber bis auf das Grundstück La Roche übergreift (FLC H1-3-20). Der kleine Balkon an der südöstlichen Fassade gegenüber der Akazie. Die trichterförmige Einbuchtung, die in dem auf dem Salon d’Automne von 1923 ausgestellten Modell vorhanden war, wurde nun durch eine Form ersetzt, die sich in das formale System des Gebäudes einfügt und eine denaturalisierten Architektur ablöst (Foto des Autors).

Titelblatt der Zeitschrift De Stijl, Nr. 5, 1923, Hans Richter gewidmet, illustriert mit einem Bild aus seinem Filmmoment oben rechts W. van Leusden, Entwurf eines Elektrotrans- formators und einer Bedürfnisanstalt, der anlässlich der De Stijl-Ausstellung in der Galerie L’Effort moderne, Paris 1923, vorgestellt wurde. Unten Die «Rubin’sche Vase», die S. E. Rasmussen als Beispiel für «falsche Beziehungen» anführte (Wasmuths Monatshefte für Baukunst, S.378, Nr. 9, 1926).

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Villa La Roche in Auteuil

Auf dem Weg zu einer Dekonstruktion des Wandgefüges Axonometrische Darstellung der Villa La Roche

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Villa La Roche in Auteuil

Alle Aufsätze eines der bedeutendsten Architekturtheoretiker über eine zentrale Figur der Architekturmoderne

modernen Stahlbetonarchitektur erkennt Marcel Mayer bei den Puristen, die Struktur und Rahmen unter einer einheitlichen Verputzhaut verbergen, eine «romantische Tendenz».50

dem Architekten auch emotional verbunden, wie der Briefwechsel zwischen den beiden belegt. Vgl. hierzu A. Perret, M. Dormoy, Correspondance 1922–1953, hrsg. von A. B. de Araujo, Paris: Éditions du Linteau 2009. 47  «Dans la villa de Garches, construite depuis un an seulement, une grosse crevasse, produite par le jeu des matériaux, laisse deviner la poutre, le poteau, le gousset, affirmant ainsi la structure que Le Corbusier avait voulu dissimuler» (M. Dormoy, «Le Corbusier», in: L’Amour de l’Art, XI, Nr. 5, Mai 1930, S. 213–218; das Zitat be- findet sich auf S. 216, Anm. 1). Ich verdanke dem überaus gut belegten Text von J.-C. Vigato, Le jeu des modèles, les modèles en jeu, Villers-lesNancy: C. E. M. P. A 1980, den Hinweis auf die in dieser und in den folgenden Anmerkungen wiedergegebenen «doktrinären» Positionen. 48  «En quoi est cette maison? En carton? En plâtre? Elle est, paraît-il, en béton […]» (M. Dormoy, «Le faux béton», in: L’Amour de l’Art, X, Nr. 4, April 1929, S. 127–132, Bildunterschrift zum Hôtel particulier in Versailles von André Lurçat, S. 128). 49  «L’on s’est battu contre le formalisme et l’on voit maintenant de grandes parois nues enrober de construction dont rien ne transpire au-dehors» (M. Dormoy, «Contre le nouveau formalisme», in: L’Architecture d’Aujourd’hui, Nr. 9, Dezember 1932, S. 4–6).

Drei Beispiele für «anatomische» Architektur entsprechend der Definition von Theo van Doesburg: H. P. Berlage, Amster- damer Börse, 1898–1903; der Innenraum führt die strukturellen Beziehungen der Konstruktionselemente vor (Foto des Autors). oben rechts A. und G. Perret, Gebäude in der rue Franklin 25 bis, Paris, 1903; die Hauptfassade zeichnet sich durch die Erkennbarkeit des tragenden Bauskeletts aus (Foto des Autors). unten L. Mies van der Rohe, Projekt für ein Bürogebäude, 1923; eine reine Bekundung der konstruktiven Lösung.

Blick auf die Baustelle der Halle, wo das heterogene Materialgefüge zu sehen ist, das später durch den Verputz vereinheitlicht werden wird (FLC L2-12-14).

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Villa La Roche in Auteuil

50  M. Mayer, «L’Architecture du béton armé. Les Romantiques»,

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Polychromie als «architektonische Camouflage» Zur Verflüchtigung von Anzeichen stofflicher Konsistenz des Bauwerks trägt ferner die Polychromie bei, insbesondere dann, wenn die farbigen Oberflächen bis zur Kante eines Volumens oder einer Trennmauer reichen; der «Mauerkörper» (das tektonische Element) wird von zweidimensionalen, körperlosen und unterschiedlich farbig gefassten Flächen aufgehoben. Die Polychromie entmaterialisiert insofern die Architektur, als beim Verschieben einer Fläche im Raum kein physischer Halt mehr erforderlich ist, sondern es ausreicht, die Fläche mit einer passenden Farbe zu streichen. In Bezug auf die Villa La Roche bekräftigt Le Corbusier: «Im Inneren gestatten die ersten Polychromieversuche, die auf den charakteristischen Reaktionen der Farben beruhen, die «architektonische Camouflage», d.µµh. die Behauptung oder im Gegenteil die Aufhebung einiger Volumina. Das Innere des Hauses muss weiss sein, aber damit dieses Weiss zur Geltung kommt, ist eine gut festgelegte Polychromie erforderlich: Die im Schatten liegenden Wände werden blau sein, die der direkten Lichteinstrahlung ausgesetzten Wände werden rot sein; man lässt einen Baukörper verschwinden, indem man ihn in Erdbraun anstreicht». 51 Für die Gruppe De Stijl ist die systematische Verwendung der Farbe in der Architektur ein Postulat älteren Datums.52 In dem Artikel «Die Bedeutung der Farbe in der Architektur», den er in L’Esprit Nouveau publizieren zu können hoffte, sprach sich van Doesburg dafür aus, dass Proportionen, Dimensionen und Distanzen im Raum nicht auf Polychromie verzichten könnten und dass der Einsatz von Farbe, der darauf beschränkt sei, «den konstruktiven und ‹anatomischen› Charakter der Architektur» zu betonen, nunmehr der Vergangenheit angehöre. In seinem Kommentar zur De Stijl-Ausstellung von 1923 hatte Le Corbusier zugegeben, dass die von den Holländern in Innenräumen realisierte Farbigkeit «die grösste Aufmerksamkeit verdiene».53 Die Art der Verwendung der Polychromie im Innenraum, wie sie Le Corbusier zum ersten Mal in der Villa La Roche gebrauchte, verdankt vermutlich einiges dem Vorbild der Gruppe De Stijl. Dennoch bestehen beträchtliche Unterschiede zwischen der architektonischen Polychromie von De Stijl und

Die in der Eingangshalle angewendete Polychromie soll die Wände entmaterialisieren, die jetzt den Eindruck einander gegenübergestellter farbiger Flächen vermitteln; Stand Ende der 1990er-Jahre (Foto des Autors). Unten Foto des Wohnzimmers der Villa Jeanneret, koloriert für die Veröffentlichung in L’Architecture vivante, Herbst 1927. 33

Villa La Roche in Auteuil


Herausgegeben von Catherine Dumont d’Ayot und Annalisa Viati Navone

Die Aufsätze des bedeutenden Architekturtheoretikers Bruno Reichlin über den Jahrhundert­ architekten Le Corbusier erstmals auf Deutsch und in einem Band versammelt

Gestaltet von Viola Zimmermann Broschur ca. 500 Seiten, ca. 100 farbige und 300 sw Abbildungen 15 × 22 cm 978-3-85881-669-6 Deutsch 978-3-85881-854-6 Französisch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Die Essays wurden vom Autor neu durchgesehen und überarbeitet Reich illustriert mit zahlreichen Skizzen, Plänen, Modellansichten und historischen Fotografien

Erscheint im Oktober 2020 ISBN 978-3-85881-669-6

Deutsch

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783858 816696 ISBN 978-3-85881-854-6

Französisch

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783858 818546

Bruno Reichlin

Le Corbusier. Von der «eleganten Lösung» zum «offenen Werk» Schriften über Architektur 1978–2018 Bruno Reichlin gehört zu den wichtigsten Architekturtheoretikern des 20. Jahrhunderts. In seiner Beschäftigung mit Schlüsselwerken von Le Corbusier fasst er sowohl das Wesen des Bauwerks als auch dessen theoretische Untermauerung in den Blick. Das Verständnis dafür, wie sich Zeichen und Symbole in Bauwerken manifestieren, und ein breiter Referenzrahmen – von der Literatur über den Film bis zur bildenden Kunst – zeichnen Reichlins Texte und seine Architekturpraxis aus. Dieses Buch vereint dreizehn Essays zum Werk von Le Corbusier, die Reichlin während rund vierzig Jahren verfasst hat. Anhand von Bauten wie der Villa La Roche, dem Carpenter Center, der Petite Maison und den Villen Savoye und Mandrot sowie dem Projekt für das Krankenhaus in Venedig werden zahlreiche Facetten der Kreativität Le Corbusiers in ihrem Prinzip und in ihrer Umsetzung in den Gebäuden erforscht. Ein umfangreicher Bestand an historischen Materialien wie auch eigens für die Essays angefertigte analytische Diagramme begleiten die Texte. Bruno Reichlin, geboren 1941, ist Architekt, Architekturhistoriker und -theoretiker. Neben seinen Forschungs- und Lehrtätigkeiten führte er bis Mitte der 1980er-Jahre zusammen mit Fabio Reinhart ein Architekturbüro in Lugano, das einen wegweisenden Beitrag zur internationalen Architekturdebatte geleistet hat. Catherine Dumont d’Ayot ist Dozentin am Departement Architektur der ETH Zürich. Neben ihren Lehraufträgen engagiert sie sich in Ausstellungs-, Publikations- und Architekturprojekten. Annalisa Viati Navone ist Architekturhistorikerin und als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Archiv der Moderne an der Accademia di architettura der USI in Mendrisio tätig.

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Baukultur der Nachkriegszeit: Das Büro Danzeisen + Voser schrieb mit seinen Bauten ein Stück Architekturgeschichte der Ostschweiz


Herausgegeben vom Bund Schweizer Architekten BSA Ostschweiz

Das erste Buch über das Schaffen der Architekten Danzeisen + Voser, basierend auf unveröffentlichtem Material aus Privatarchiven

Gestaltet von Tilo Richter Gebunden ca. 240 Seiten, ca. 300 farbige und sw Abbildungen 22,5 × 27 cm 978-3-85881-667-2 Deutsch ca. sFr. 65.– | € 58.–

Dokumentiert Danzeisen + Vosers wegweisende Projekte zu neuen Wohnformen, die im gegenwärtigen Diskurs um bauliche Verdichtung hochaktuell sind Ein wichtiger Beitrag zur Schweizer Architekturgeschichte der Nachkriegszeit, die insbesondere für die Ostschweiz nur lückenhaft aufgearbeitet ist

Erscheint im September 2020

ISBN 978-3-85881-667-2

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783858 816672

Katrin Eberhard

Danzeisen + Voser Bauten und Projekte 1950–1986

Weiterhin lieferbar:

Heinrich Danzeisen und Hans Voser gehören in der Ostschweiz zu den profiliertesten Architekten der Nachkriegszeit. Elegante Einfamilienhäuser stehen in ihrem Werk neben raffiniert in das Gelände gesetzten Teppichsiedlungen, lichtdurchflutete Indus­ triehallen neben repräsentativen Geschäftshäusern. Allen Projekten gemein ist der hohe gestalterische und städtebauliche Anspruch der Architekten. Nach dem erfolgreichen Buch über das Werk von Heinrich Graf, 2011 bei Scheidegger & Spiess erschienen, gibt der Bund Schweizer Architekten BSA Ostschweiz mit Danz­ eisen + Voser eine weitere bedeutende Architekturmonografie zur Baukultur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts heraus. Die Autorin Katrin Eberhard präsentiert und analysiert das umfangreiche Schaffen des Architekturbüros anhand von bislang unveröffentlichten Fotografien und Planmaterial aus verschiedenen Privatarchiven. Dank der hohen Dichte an Projekten in St. Gallen ist das Buch auch ein Stück Baugeschichte der Stadt. Katrin Eberhard ist Architektin und Architekturhistorikerin. Sie forscht und publiziert zur Baukultur des 19. bis 21. Jahrhunderts.

Katrin Eberhard Heinrich Graf 1930–2010 Bauten Projekte Interieurs 978-3-85881-337-4 Deutsch ISBN 9783858813374 sFr. 69.–  |  € 68.–

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783858 813374

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Innenleben und Aussenwirkung des Ceneri-Basistunnels – eine fotografisch-journalistische Annäherung


Fotografien von Mikael Olsson, Reportage von Sara Groisman

Ein Bild- und Textband zum Eisenbahn-Grossprojekt Ceneri-Basistunnel, dessen Inbetriebnahme im Dezember 2020 die künftige Entwicklung des Kantons Tessin in mehrfacher Hinsicht stark prägen wird

Mit einem Vorwort von Olimpio Pini und Daniele Stocker. Herausgegeben von Nadja Vitt In Zusammenarbeit mit Edizioni Casagrande, Bellinzona

Mit Landschaftsaufnahmen des bekannten schwedischen Fotografen Mikael Olsson

Gestaltet von Emanuel Tschumi

Die Textreportage von Sara Groisman thematisiert die Auswirkungen der neuen Infrastrukturen auf die Menschen in der noch enger zusammenwachsenden MonteCeneri-Stadt

Gebunden ca. 112 Seiten, ca. 50 farbige Abbildungen ca. 27 × 22 cm 978-3-85881-693-1 Deutsch / Italienisch ca. sFr. 39.– | € 38.–

Mit ausführlichen Informationen zu Planung, Bau und Betrieb des Basistunnels

Erscheint im September 2020

ISBN 978-3-85881-693-1

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783858 816931

Città Monte Ceneri  Eine Fahrt in das Tessin von morgen

Im Dezember 2020 wird der Ceneri-Basistunnel dem Betrieb übergeben, der letzte wichtige Baustein des Eisenbahn-Grossprojekts AlpTransit. Er wird sowohl den internationalen Warenverkehr als auch die künftige Entwicklung des Kantons Tessin stark beeinflussen, in dessen Kultur auch heute noch die Unterscheidung zwischen diesseits und jenseits dieses Gebirgsübergangs – Sopraceneri und Sottoceneri – tief verwurzelt ist. Dank des Tunnels und der verkürzten Fahrzeiten verschmelzen die Städte Lugano, Bellinzona und Locarno zu einem Lebens- und Wirtschaftsraum, einer «Città Monte Ceneri» sozusagen. Das Buch nimmt uns in den Fotografien von Mikael Olsson vor der Inbetriebnahme mit in die Umgebung und das Innere des Tunnels: Ein stilles, abstraktes Universum, das in Sara Grois­mans Textreportage von vielfältigen lokalen Stimmen und Standpunkten belebt wird. Ergänzt wird der Band durch ausführliche Informationen zu Planung, Bau und Betrieb des Basistunnels.

Mikael Olsson ist ein schwedischer Fotograf, dessen Fotografien in zahlreichen Ausstellungen gezeigt wurden, u.a. auf der Architekturbiennale Venedig 2018. Sara Groisman ist Journalistin und Mitherausgeberin des bei Edizioni Casagrande erschienenen Buchs Bellinzona Grand Tour.

Scheidegger & Spiess Herbst 2020

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P-00016_1936-39 A1 16 Ponte presso Palagnedra con vista su Verdasio, 1936-1939

P_16 A1 16 Ponte presso Palagnedra con vista su Verdasio, 1936-1939

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LE_286-21_ FVV_5.78_1935 LE 286 Inaugurazione della mostra ticinese Ottocento e contemporanea al Castello di Trevano, 1° maggio 1937. Al centro, lo Spartaco di Vincenzo Vela

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LE_635_17_1938 Partita di calcio Lugano - Lucerna (Lega Nazionale), giocata allo stadio del Campo Marzio a Lugano il 15 maggio 1938 e finita 3 a 1

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LE_529-23_1937 LE 529 Castello Bianco, onorevole alla radio (RSI) (foto 21-28), 1937

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Porträts, Flaniermeilen und Fabrikhallen: Der Fotograf Vincenzo Vicari als Chronist des Tessins

LE 551 Partita di calcio Lugano - Grasshoppers, giocata allo stadio del Campo Marzio a Lugano il 23 gennaio 1938 e finita 2 a 1

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Vincenzo Vicari: ritratto/autoritratto Gianmarco Talamona

Vincenzo Vicari allo specchio Costruire il ritratto di un fotografo storico che non sia stato tra i grandi nomi della storia della fotografia internazionale è il più delle volte un’operazione ardua a causa della pochezza delle tracce biografiche che questi ha lasciato dietro di sé. Uno stato di cose che riflette la scarsa self importance del fotografo stesso, a sua volta determinata da un contesto sociale e culturale che non attribuiva al fotografo quel valore che gli sarebbe stato riconosciuto soltanto negli ultimi decenni del XX secolo. Così, indagando su questa o quella figura della fotografia ticinese dell’Ottocento o del Novecento, ci si ritrova a fare i conti con notizie frammentarie e slegate tra loro (dati anagrafici, inserzioni commerciali sulla stampa, necrologi, iscrizioni a Registro di commercio, dati derivati dai timbri sulle fotografie o sulle buste) solo raramente accompagnate da documenti “parlanti” quali copialettere1 e registri dei lavori eseguiti.2 Normalmente, l’archivista o lo storico ritengono un piccolo miracolo il solo fatto che l’archivio di un fotografo non sia stato completamente distrutto o disperso. Nulla di tutto ciò avvicinandosi alla figura di Vincenzo Vicari. Egli del suo essere fotografo ha lasciato innumerevoli e sistematiche testimonianze, non solo quelle indirette formate, oltre che dal suo archivio accuratamente inventariato, dalle immagini pubblicate in questo periodico o in quella monografia, o dagli accenni alla sua attività reperibili nella stampa quotidiana, bensì vere e proprie fonti di carattere biografico nelle quali l’anziano fotografo ha composto il proprio autoritratto. Un autoritratto vivo, articolato, non esente da autocelebrazione, nel quale Vicari conferma la propria centralità nella piccola storia della fotografia ticinese. Gli scritti in questione sono essenzialmente quelli giunti al termine della sua vita professionale, negli anni novanta, favoriti dalla notorietà acquisita. Il più significativo è il libro-intervista I primi 85 anni, autopro1 È il caso, per esempio, di Valentino Monotti o di Roberto Donetta, che ci hanno lasciato una parte delle loro corrispondenze. 2 Si pensi ai quaderni nei quali Ernesto e Max Büchi iscrivevano i dati dei loro scatti destinati all’edizione di cartoline e di cui sembrerebbe esserne sopravvissuto soltanto uno, il quarto, relativo agli anni 1922-1934 (Archivio di Stato del Cantone Ticino, fondo Ernesto e Max Büchi). 60

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Herausgegeben von Damiano Robbiani

Bringt einen der bedeutendsten Tessiner Fotografiebestände des 20. Jahrhunderts ans Licht

Mit Beiträgen von Antonio Mariotti, Damiano Robbiani, Gianmarco Talamona und Nelly Valsangiacomo

Zeigt ein äusserst vielfältiges Bild des Tessins fern ab vom Klischee «Sonnenstube der Schweiz»

Gestaltet von Alberto Bianda und Vera Bianda

Beleuchtet ein bislang weitgehend unbekanntes Kapitel der Schweizer Fotografiegeschichte

Broschur ca. 350 Seiten, ca. 190 farbige und sw Abbildungen 17 × 24 cm 978-3-85881-692-4 Deutsch ca. sFr. 44.– | € 44.–

Im Herbst 2020 werden verschiedene Ausstellungen zu Vicari im Tessin eröffnet, u.a. Vincenzo Vicari. Fotografo del Ticino che cambia im MASI in Lugano (30. August 2020 bis 10. Januar 2021)

Erscheint im August 2020 Die italienische Ausgabe erscheint bei Edizioni Casagrande, Bellinzona

ISBN 978-3-85881-692-4

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783858 816924

Vincenzo Vicari, Fotograf Das Tessin im Wandel der Zeit

Der Fotograf Vincenzo Vicari (1911–2007) war einer der vielfältigsten Chronisten des Tessins. Ob als Studio- oder Reportagefotograf, mit seinen Luftaufnahmen oder Industriebildern – Vicaris Œuvre, das im Stadtarchiv in Lugano aufbewahrt wird, bildet ein ausserordentliches visuelles Gedächtnis dieses südlichen, italienischsprachigen Kantons der Schweiz. Das Buch unternimmt eine Reise durch Vicaris Bildwelt und erzählt die Geschichten, nicht nur Luganos, sondern des gesamten Tessins, die sich aus seinen Fotografien erschliessen. Rund 190 seiner Bilder, bisher unveröffentlicht oder wenig bekannt, illustrieren das von 1930 bis 1990 dauernde Schaffen Vicaris und damit die Entwicklung des Kantons und seiner Bewohner im vorigen Jahrhundert. Textbeiträge von Damiano Robbiani, Gianmarco Talamona, Antonio Mariotti und Nelly Valsangiacomo verorten Vicaris fotografisches Werk im Kontext seiner Zeit. Damiano Robbiani ist promovierter Historiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Archivio storico della Città di Lugano.

Scheidegger & Spiess Herbst 2020

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Auf den Spuren Jean-Jacques Rousseaus: Eine fotografische Erkundung der Flora des Kantons Neuenburg

Weiterhin lieferbar:

Yann Mingard – Grundlinie Fotografische Ermittlung Neuenburg 2015 978-3-85881-497-5 Deutsch / Französisch ISBN 978-3-85881-497-5 sFr. 49.– / € 48.–

Batirama – Serge Fruehauf Fotografische Ermittlung Neuenburg 2017 978-3-85881-583-5 Deutsch / Französisch ISBN 978-3-85881-583-5 sFr. 49.– / € 48.–

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783858 815835

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783858 814975


Fotografien von Olga Cafiero

Erste fotografisch-künstlerische Auseinandersetzung mit JeanJacques Rousseau und seinen Herbarien

Texte von Thierry Béguin, PierreEmmanuel Du Pasquier, Timothée Léchot und Danaé Panchaud

Die dritte Fotografische Ermittlung Neuenburg widmet sich – nach den Themen Infrastruktur und Mobilität (2015) und Bauen (2017) – der Pflanzenwelt des Kantons

Gestaltet von Onlab, Genf (Thibaud Tissot, Vanya Golubovic) Gebunden ca. 144 Seiten, ca. 200 farbige Abbildungen 24 × 32,5 cm 978-3-85881-683-2 Deutsch / Französisch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Erscheint anlässlich der Ausstellung Flora Neocomensis im MahN Musée d’art et d’histoire de Neuchâtel (Anfang Juli 2020)

Erscheint im Juli 2020

ISBN 978-3-85881-683-2

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783858 816832

Olga Cafiero – Flora Neocomensis Fotografische Ermittlung Neuenburg 2019

In der dritten Fotografischen Ermittlung Neuenburg nimmt uns Olga Cafiero mit auf eine Reise zu den Spuren des Philosophen und Schriftstellers Jean-Jacques Rousseau, um die lokale Flora zu entdecken. Die Fotografin hat den Schweizer Kanton Neuenburg erkundet und dabei verschiedene Kategorien von Pflanzen mit ihrer Kamera festgehalten: invasive, geschützte, gewöhnliche und abwesende – all jene, die auch der Botaniker Rousseau während seines Aufenthalts in Môtiers (1762–1765) einst gesammelt und studiert hat. Ein Index von 130 Blumen, die Cafiero während ihrer Spaziergänge aufspürte, dokumentiert ihre Arbeit ähnlich einem Herbarium. Mit der Erarbeitung von Serien und einer Bildsprache, die jeder Serie eigen ist, liefert die Fotografin eine originelle Interpretation des floralen Erbes von Neuenburg von grosser künstlerischer und ästhetischer Qualität. Olga Cafiero, geboren 1982 in Como, ist eine schweizerisch-italienische Fotografin. Ihre Werke werden seit 2008 regelmässig in der Schweiz und im Ausland ausgestellt.

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legislation

training

regulation

1930–1948

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awards

career

practice

catalogue

Diversity

tood by its audience. This essay concentrates in particular on the way this visual discourse was used by the SFOC to implement the strategic vision of the 2002 reorganisation. Catalogues are peculiar Author publications. On the one hand, they are “‘orthopedic’ In 2002, the Swiss Design devices for memory” {FalAwards (SDA) were relaunguieres:1996vh p5} that are ched after an extensive routinely used as sources of reorganization process that knowledge on exhibitions was one of the most radical {JoyeuxPrunel:2015wv p81changes since the awards’ 84}. They are presented and foundation in 1917. Officially, used as archival devices; yet the Swiss Federal Office of as Derrida argued, the archiCulture (SFOC) inaugurated ve is already a production as a new format for the compe- much as the record of an tition to reflect changes in event {Anonymous:1995bs designers’ practices and p17}. Furthermore, most provide them with better exhibition catalogues are support {Anonymmade before the show they ous:1999un, Anonymare documenting has opeous:2002vz, Coen:2003ur}. ned and, therefore, cannot But the relaunch was also tell us what took place {Baused to strengthen the rok:2018vp p48}. Far from position of the SFOC and neutral, catalogues are reposition it at the centre of “multi-layered documents in the Swiss design scene. The which factual information is changes were introduced at embroidered with ideologithe occasion of the yearly ex- cal or situated views” {Joyhibition of the awardees’ euxPrunel:2015wv p84}. In work, which took place that 2002, these views were year at the Museum für especially strong. The SDA Gestaltung in Zurich. The catalogue aimed to create a relaunch was communicated layer of reflection on the not only through press retheme of the exhibition – leases and speeches but networks – and provided a also on a visual level. While nuanced and playful disprevious exhibitions offered course which created a minimal context or discourse visual meta-narrative that {Jaunin:2001uf}, in 2002 an benefitted both the awarunprecedented level of dees and the SDA. attention given to the curaIn 1989, the SFOC published tion, set design and the the first SDA catalogue (Fig. accompanying catalogue. 1). This publication and the Because it was addressed subsequent annuals until primarily to designers, the 2000 did not project any specatalogue made extensive cific editorial direction and use of visual discourses that were similar to publications would have been undersby other design competitiawards/ career/ practice/ catalogue

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team

studio

workflow

Gygi

specialists

managed by Albert Hollenstein between 1957 and 1974. Split into different team/ departments (typography, studio/ graphic design/advertising workflow/ and later audiovisual), the specialists Studio gathered creative specialists (art directors, Author copywriters, illustrators, photographers, typesetters This is a drawing on textile and typographers), administfor a Christmas card made in rative members (accountant, 1960 by the Swiss graphic secretaries) and salesmen. designer Guido Weber, one As the photographic mateof the employee of the Sturials reveal, the Studio had an dio Hollenstein. Based in open-plan structure and was Paris, the studio was founded split into several units (creain 1957 and managed by the tion, the photography lab, Swiss-trained typographer typography, typesetting and Albert Hollenstein. The audiovisual) in which diffedrawing represents the rent competencies were employees grouped together spatially distributed. This in a Santa sleigh, positioning photograph shows this them as playful subjects. distribution: on the ground Albert Hollenstein, identifiafloor were the typographers ble by his haircut and his supervised by the creative, glasses, is represented alone administrative and commeron the reindeer leading the cial teams on the first floor. sleigh. The separation betThe organization of the ween the employees and Studio had a visual manifesHollenstein is clearly manitation. A hand-drawing fested and evidenced by the designed for a Christmas textual information included card in 1960 by Kurt Weibel on the Christmas card, which (one of the numerous Swiss refers to ‘Hollenstein and his graphic designers who team’, reflecting both the worked at the Studio) illustrahierarchical organization of tes the architectural and the Studio and its collective organizational structure of dimension. the Studio as this picture The team appeared as a shows. On the front cover, a visual and a discursive cross-sectional view, maps strategy to represent and the different activities which position the Studio as a are spatially distributed on collective and professional two floors. Inside the docustructure in opposition to the ment, a drawing composed individual graphic designer like a graphic novel, repreartist. sents some of specialists at These photographs taken in work (photographers, illustthe mid-sixties represent rators, typographers) as to views of the second Studio perform “the chain of speciaHollenstein located in rue lists”. At the end of this chain, Véron in Paris. The Studio the employees are grouped Hollenstein was founded and together in front of a painting

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schools

typographie

location

Training schools/ typographie/ location/ repetition Author Unlike the field of professional practice, graphic design education in Switzerland has mostly been discussed in celebratory publications (Budliger 1978; Hugli 1983; Hoffmann/Weingart 1985; Musée de l’Athénée 1995), in monographs on designers also working as teachers (Caflish/Rüdin/Wälchli 1973; Wichmann 1989; Arrausi 2000; Bignens 2006), or in self-published educational books in which graphic designers lay out their personal theories (Müller-Brockmann 1961; Hofmann 1965; Ruder 1967; Lutz 1987; 1997; Weingart 2000). What was the federal and regional framework of the higher schools and vocational training in Switzerland in the first half of the 20th century, and what effect did it have on graphic design education? What specific conditions of the Swiss educational landscape fostered the status of “Swiss graphic design and typography”? How do educational strategies change throughout time, and how are they affected by cultural specificities, institutional policy or individual concerns? Art and design education in the 19th century in

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team

studio

workflow

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team

studio

workflow

specialists

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team

studio

workflow

specialists

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awards

career

practice

catalogue

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awards

career

practice

catalogue

ons and exhibitions in the 1990s and early 2000s (Fig. 2). They listed the year’s winners and showed a selection of images of their work sometimes accompanied by a brief description and a short curriculum vitae. Besides short introductory texts, there was no written discourse such as essays or interviews. Production, design and editorial means remained limited, and the work was supposed to speak for itself. The catalogues intended to be a simple commemorative record rather than a place for discourse or critique.

specialists

(as to symbolize a vernissage) which is materialized by a piece of folding paper. Inside it, the face of Albert Hollenstein is illustrated. The status of Hollenstein within the organization is clearly manifested through this drawing. Isolated from the workers, he represented himself as the head of this organization.

repetition

Switzerland was modelled either after the tradition of the Ecole des Beaux-Arts (as in Geneva) or the German Kunstgewerbeschulen (as in Zürich). In the mid-20th century, the latter type of educational institution arguably provided fertile soil for the emergence of “Swiss graphic design and typography” by acting in concert with the vocational training taking place in companies. This case study reflects the educational landscape in Switzerland and its specificities mainly during the early 20th century, focusing on particular on the Kunstgewerbeschule Zürich in comparison with similar institutions (Morgenthaler 1972; Schwarz 2007). The role played by arts and crafts schools in Germany in the education of designers and, in turn, their influence through professional associations such as the Deutsche Werkbund, have also been documented and offer a promising avenue for comparison (e.g. Puhle 1993; Fiedler 1999; Breuer et al. 2012). This case study is based on research carried out by Rudolf Barmettler, a preliminary mapping that deals with the didactic methods of Alfred Willimann (1900– 1957) and Walter Käch (1901–1970) at the Kunstgewerbeschule Zürich, as well as their predecessors. Furthermore, a study by Jonas Niedermann (2013) charts the professional connections surrounding Willimann and Käch in the early 20th century. Peter Vetter has also recently undertaken research on the teaching philosophy of Ernst

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schools

typographie

location

Keller (1891–1968). Departing from these projects, significant instances are to be extracted for the purpose of reappraisal with regard to design pedagogical theories (Goldstein 1996;

repetition

Buchholz/Theinert 2007). Literature dealing with higher education reforms of the time needs to be consulted to gain a broader overview (Wingler 1977), and a contextualisation in terms Rudi Meyer

Rudi Meyer (Basel 1943), graphic design student at AGS Basel between 1959 and 1963. SBischler, 2018.03.07, Telephone, German Theo Eble

«Da waren die Bleistiftzeichnungen bei Theo Eble, hunderte Stunden Arbeit. Jeder hatte sich ein Objekt ausgesucht, der Zeichensaal wurde abgedunkelt, es gab eine einzige 1000 Watt Glühbirne, die eine fast sakrale Stimmung erzeugt hat, und man sass immer am selben Platz und hat unglaublich detailliert seinen Gegenstand abgezeichnet. Uns wurde beigebracht, wie man Bleistifte anspitzt, alles über die Härtegrade. Und wie man mit kreisenden Bewegungen ohne Papier zu töten den Untergrund «behandelt». Das hat Eble als eine Art Pädagogik entwickelt.

Schweizer Grafikdesign: Neue Perspektiven auf die Geschichte eines weltweiten Exporterfolgs

Rudi Meyer, Student work from graphic design class, course Light and Shadow with Theo Eble, Allgemeine Gewerbeschule Basel, 1958–1963

Fig. 1

Fig. 2

Fig. 1

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collector

curating

affichomanie

Amateur collector/ curating/ affichomanie/ network A poster collector curating the stock of history Sara Zeller In poster history collectors are considered to have played an important role. Ever since the emergence of the modern illustrated poster during the mid-19th century, it has been a popular item to collect. The lively passion for the new medium lead to a veritable poster craze known as affichomanie. Posters were affordable for everyone and easy to handle. The first generation of collectors usually bought directly from artists, printers or clients rather than from dealers. Thus, they took pride in their network. Since they were in close contact with poster producers and clients, it was also the collectors who began to write down the history of the poster based on their “participatory witness accounts”. In the context of these publications the term amateur in the sense of the etymology of the word in French „celui qui aime“ as a self-description of the collector appears. From then onward the term is often used within the discourse. Private collectors can also be held respon-

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sible for paving the way for the poster into museums. Their unwavering interest in the medium increased its status, boosted its market value and made it an attractive item for institutional collections. Furthermore, the amateurs were first to organize large international poster exhibitions in major cities throughout Europe and the USA around the end of the 19th century. Even though they are little known nowadays, private poster collectors played a vital part within Switzerland’s graphic design scene. The following essay examines the role of private collectors within the history of Swiss graphic design, focusing on the example of Fred (Franz Alfred) Schneckenburger (1902-1965), who between 1921–1955 established the probably largest poster collection in Switzerland. From 1930 to 1958 Schneckenburger was employed as manager in the sales department of Schweizer Schleif- und Schmirgelindustrie Frauenfeld SIA. Presumably from 1948 onwards he also took care of the company‘s advertising. Accordingly, his professional responsibilities resulted in a number of overlaps with his activities as a poster collector. Because of his other passion, his great interest in experimental theatre, he mingled with the Zurich avant-garde scene, made acquaintance to artists and teachers at the Kunstgewerbeschule Zürich. Extraordinarily, Schneckenburger‘s entire collection has been preserved, as he could sell the approximately 15,000 posters to the Kunstgewerbemuseum Zürich in 1955.

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A few years before the sale, the collector curated several exhibitions in Switzerland and abroad, which he also documented himself. Hence, his view on his collection is still comprehensible today and therefore an interesting source for further research.

The poster collection as a historico-cultural archive Das Plakat als Zeitspiegel (Eng. The poster as a mirror of times) at the Helmhaus Zurich from 14.01.–18.02.1949 was the largest and most reviewed exhibition entirely curated by Schneckenburger himself. Most of the 909 exhibits of international origin were thematically structured. About half of the exhibits had a political content and were organized after certain historical events or time periods as “The Spanish War” (“Der Spanische Krieg”) or “Rise of National Socialism” (“Entwicklung des Nationalsozialismus”). The other half of the exhibits were cultural or commercial posters and displayed within descriptive categories as “Tourism Posters” (“Verkehrsplakate”) or “Movie Posters” (“Filmplakate”) (Fig. 1). Already from 1941 onwards, parts of Schneckenburger’s collection had regularly been displayed as a part of poster exhibitions at museums or cultural manifestations in Switzerland. These exhibitions usually focused on the early development of the medium

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or presented an overview of (Swiss) poster production up to the present day. Schweizer Plakatkunst from 1941 at the Kunstmuseum Luzern was an introspective look at Swiss poster design, reflecting the country‘s inwardly-directed attitude during World War II. In 1942 the Museum Allerheiligen in Schaffhausen showed Das Plakat im 19. und 20. Jahrhundert, an international poster show drawing from Schneckenburger‘s collection. In 1944 Schneckenburger for the first time presents his own selection of posters with a focus on international political propaganda Das politische Plakat im Wandel der Zeiten at the Volkshaus Zurich. The very title of this exhibition makes visible what is to be continued in the Helmhaus five years later: The idea of viewing posters as historical documents. In the foreword of the exhibition catalogue of Das Plakat als Zeitspiegel, Schneckenburger consequently frames his entire collection under this aspect: “Normally, poster collections are created according to purely artistic criteria. I have always been fascinated by the poster as a vivid mirror of time, and that‘s why I started collecting from this point of view 30 years ago. I think that the result proved me right, because can you reproduce a certain period of time more 1 2

Drucker/McVarish 2013. Johanna Drucker, Emily McVarish, Graphic Design History: A Critical Guide, xxxx, yyyy, 2013 cf. Drucker 2006, xxx; Drucker/McVarish 2013, xxx. It seems worth noting that even though Johanna Drucker does not seem to consider Müller Brockmann’s work as a serious attempt at writing history, her Graphic Design history does, as mentioned above, start with a similar silhouette of a hand from the same cave.

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Fig. 3 Fig. 2

Fig. 3

Fig. 4 Fig. 1 L’affiche miroir du temps, Société royal de beaux-arts de Liège, exhibition catalogue cover, cover, unknown designer, 1954.wn, 1950, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich. Fig. 2: Het affiche als beeld van de tijd, Stedelijk Museum Amsterdam, 13.10.–27.11.1950, installation shot, photographer unknown, 1950, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich.

Fig. 3 Das Plakat als Zeitspiegel, Helmhaus Zurich, 14.01.–18.02.1949, installation shot, photographer unknown, 1949, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich. Fig. 3 L’affiche miroir du temps, Société royal de beaux-arts de Liège, exhibition catalogue cover, cover, unknown designer, 1954.wn, 1950, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich.

Fig. 1 L’affiche miroir du temps, Société royal de beaux-arts de Liège, exhibition catalogue cover, cover, unknown designer, 1954.wn, 1950, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich. Fig. 2: Het affiche als beeld van de tijd, Stedelijk Museum Amsterdam, 13.10.–27.11.1950, installation shot, photographer unknown, 1950, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich.

Fig. 3 Das Plakat als Zeitspiegel, Helmhaus Zurich, 14.01.– 18.02.1949, installation shot, photographer unknown, 1949, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich. Fig. 3 L’affiche miroir du temps, Société royal de beaux-arts de Liège, exhibition catalogue cover, cover, unknown designer, 1954.wn, 1950, Album Schneckenburger, Poster Collection, Museum für Gestaltung Zürich.


Volume 1: Visual Arguments Volume 2: Multiple Voices Volume 3: Tempting Terms Volume 4: Appendix

Swiss Graphic Design Histories

Herausgegeben von Davide Fornari, Robert Lzicar, Sarah Owens, Michael Renner, Arne Scheuermann und Peter J. Schneemann Gestaltet von Simone Farner und Naima Schalcher 4 Bände in Schuber, broschiert total ca. 814 Seiten, ca. 230 farbige und sw Abbildungen 16,5 × 24 cm 978-3-85881-868-3 Englisch ca. sFr. 99.–  |  € 97.– Erscheint im November 2020 ISBN 978-3-85881-868-3

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Scheidegger & Spiess

Neue, vielseitige und wissenschaftlich fundierte Darstellungen des erfolgreichen Kulturguts Schweizer Grafikdesign Blickt über die meist im Fokus stehenden Zentren Basel und Zürich in verschiedene Landesteile und behandelt Schweizer Grafikdesign über die Grenzen der Schweiz hinaus

Legislation Apprenticeship Training Regulation Ornament Graphic Teaching Print Education Typography Team Organization Studio Swiss Design Awards Swiss Federal Office of Culture Design Promotion Catalogue Legislation Apprenticeship Training Regulation Ornament Graphic Teaching Print Education Typography Team

Organization Legislation Apprenticeship Training Regulation Ornament Graphic Teaching Print Education Typography Team Organization Studio Swiss Design Awards Swiss Federal Office of Culture Design Promotion Catalogue Legislation Apprenticeship Training Regulation Ornament Graphic Teaching Print Education Typography

Team Teaching Print Education Typography Team Education Typography Team Organization Studio Swiss Design Awards Swiss Federal Office of Culture Design Promotion Catalogue Legislation Apprenticeship Training Regulation Education Typography Team Organization Studio Swiss Design Awards Swiss Federal Office of Culture

Regulation Ornament Graphic Teaching Print Education Typography Team Organization Design Promotion Catalogue Legislation Apprenticeship Training Regulation Typography Team Organization Studio Swiss Design Awards Swiss Federal Office of Culture Design Promotion Catalogue Legislation Apprenticeship Training Regulation Apprenticeship

Training Regulation Ornament Graphic Teaching Print Education Typography Team Organization Studio Swiss Design Awards Swiss Federal Office of Culture Design Promotion Catalogue Legislation Apprenticeship Training Regulation Ornament Graphic Teaching Print Education Typography Team Organization Legislation

Rückt bislang zu wenig gewürdigte oder gänzlich übersehene Netzwerke, Praktiken und Medien erstmals ins Licht Präsentiert reiches und grossteils bislang unveröffentlichtes Material, Gespräche mit Persönlichkeiten aus dem Schweizer Grafikdesign sowie designhistorische Beiträge, die über den gängigen Kanon hinausgehen

Swiss Graphic Design Histories In vier umfangreichen und reich illustrierten Bänden hinterfragt Swiss Graphic Design Histories bestehende Narrative zum Schweizer Grafikdesign und rückt zuvor über­ sehene Netzwerke, Praktiken und Medien erstmals ins Licht. Visual Arguments präsentiert und analysiert älteres und neueres Archivmaterial, von grafischen Artefakten bis hin zu schriftlichen Dokumenten. Multiple Voices versammelt Stellungnahmen und Ausschnitte aus Interviews mit Gestalterinnen und Gestaltern, die das Grafikdesign hierzulande mitprägten. Die Essays in Tempting Terms befassen sich anhand von Schlüsselbegriffen mit Phänomenen des Grafikdesigns in der Schweiz, die der etablierte Kanon bisher meist ignorierte, und werfen neue Fragen auf. Der letzte Band erschliesst die drei anderen mit einem Index aller Schlagworte, einem Glossar und einer Bibliografie und rundet diese umfassende Neueinordnung des Schweizer Grafikdesigns ab. Davide Fornari ist Professor an der École cantonale d’art de Lausanne ECAL und leitet dort den Bereich Research and Development. Robert Lzicar ist Professor für Designgeschichte und Leiter des Master of Arts in Design an der Hochschule der Künste Bern HKB. Sarah Owens ist Professorin für Designtheorie und Visuelle Kulturen und Leiterin des Master of Arts in Design an der Zürcher Hochschule der Künste ZHdK. Michael Renner ist Professor für Visuelle Kommunikation und Leiter des Instituts Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung und Kunst der FHNW in Basel. Arne Scheuermann ist Professor für Designtheorie und Leiter des Institute of Design Research an der Hochschule der Künste Bern HKB. Peter J. Schneemann ist Professor und Leiter der Abteilung für Kunstgeschichte der Moderne und der Gegenwart an der Universität Bern.

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Herausgegeben von Laurence Schmidlin

Zeigt erstmals in der Schweiz bisher nur selten sowie noch nie ausgestellte Werke der bedeutenden amerikanischen Künstlerin Kiki Smith

Mit Beiträgen von Amelia Jones, Lisa Le Feuvre und Laurence Schmidlin

Erste Dokumentation von Smiths bislang nicht publizierter Aus­ einandersetzung mit der mensch­ lichen Sinneswahrnehmung

In Zusammenarbeit mit dem Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne

Erscheint zur gleichnamigen Ausstellung im Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne (9. Oktober 2020 bis 10. Januar 2021)

Gestaltet von Noémie Gygax, Neuenburg Broschur 192 Seiten, ca. 120 farbige Abbildungen 16,5 × 21 cm 978-3-85881-867-6 Englisch / Französisch ca. sFr. 39.– | € 38.–

Der menschliche Körper im Fokus – eine sinnliche Annäherung an unser materielles Sein

Erscheint im Oktober 2020

ISBN 978-3-85881-867-6

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Kiki Smith Hearing You with My Eyes

Das Werk von Kiki Smith ist eine Meditation über den menschlichen Körper. Die 1954 geborene amerikanische Künstlerin beobachtet unsere Physis in ihrer Materialität und unter vielerlei Bedingungen, die ihre irdische Existenz ausmachen – sei es unter dem Blickwinkel der Politik, der Spiritualität, der Kontrolle oder des Ekels. Sie begreift den Körper als Hülle und in einzelne Fragmente zerlegbar und arbeitet zunächst vor allem auf Papier, da dessen Brüchigkeit sie an die menschliche Haut erinnert. Darauf folgt die Gestaltung lebensgrosser Skulpturen als Ausdruck von Smiths Auseinandersetzung mit der Beziehung des Menschen zu seiner Umgebung. Die Textbeiträge dieser neuen Monografie befassen sich mit der sinnlichen Dimension von Smiths Œuvre, das ein aktives Wahrnehmen voraussetzt und nach einer Schärfung und nicht selten nach einer Neugewichtung der menschlichen Sinne verlangt. So konfrontiert das reich illustrierte Buch die Leserin und den Leser mit dem eigenen Körper, indem es dazu auffordert, die eigene Rolle in dem uns umgebenden Ganzen zu reflektieren. Laurence Schmidlin ist Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne.

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Gestaltet von Evelina Laviano

Die erste umfassende Monografie seit zwei Jahrzehnten zum Schaffen des japanisch-amerikanischen Künstlers Jun Kaneko

Gebunden ca. 256 Seiten, ca. 200 farbige Abbildungen 24 × 30 cm 978-3-85881-865-2 Englisch ca. sFr. 75.– | € 68.–

Zeichnet erstmals überhaupt Kanekos Werdegang von den Anfängen bis heute nach und bietet eine detaillierte Übersicht und Unter­suchung seines Gesamtwerks

Erscheint im September 2020

ISBN 978-3-85881-865-2

Basierend auf ausführlichen Gesprächen des Autors mit Jun Kaneko seit 2002 9

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In enger Beziehung zum Material: Jun Kaneko geht mit seinen Keramikarbeiten an die Grenzen des Möglichen

Glen R. Brown

Jun Kaneko A Retrospective Der 1942 im japanischen Nagoya geborene und seit 1986 in Omaha im US-amerikanischen Bundesstaat Nebraska lebende Künstler Jun Kaneko spielte eine entscheidende Rolle in der Etablierung moderner Keramikkunst. Dieses Buch bietet eine vollkommen neue und detaillierte Betrachtung seiner Keramik, aber auch seiner Zeichnungen, Malerei, Installationen und Bühnenausstattungen für Opern. Neben Kanekos künstle­rischer Ausbildung, seiner Verbindung zum bekannten California Clay Movement und seinen wichtigen öffentlichen Aufträgen legt das Buch als erstes überhaupt einen Schwerpunkt auf die letzten zwanzig Schaffensjahre. Basierend auf Gesprächen mit Jun Kaneko seit 2002, reflektiert Glen R. Brown jene Konzepte, die Kanekos Kunst bestimmt haben, und verortet sie zwischen dem Ethos des japanischen Shintoismus, westlicher art informel und Abstraktem Expressionismus. Auf dieser Grundlage wird Kanekos unermüdlicher Schaffensprozess mit seinen zahlreichen Werken gewürdigt – von den kolossalen glasierten Keramik-Dangos zu den farbenfrohen Bühnenbild- und Kostümentwürfen für Opern wie Madama Butter­ fly, Die Zauberflöte und Fidelio. Glen R. Brown ist Professor für Geschichte, Theorie und Kritik der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts an der Kansas State University. Er ist zudem Experte für historische und zeitgenössische Keramik und publiziert regelmässig zu zeitgenössischem Schmuck und Schmiedekunst.

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Algaculture, Near Future Algae Symbiosis Suit–Prototype, 2010

Monochrome, 2019

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MARK DION

Nature has been variously described, analyzed, and illustrated—yet how, and in what context, was this knowledge, were ideas about nature and images of it developed? How can a notion of “environment” be understood, if humanity believes itself dominant? The American artist Mark Dion has been tackling these questions since the 1980s. The institutions and sciences relating to natural history and general history are often both partners in his works as well as their central topic. In his installation The Library for the Birds of Zürich (2016/2020), the artist collects together various books of ornithology in a monumental cage. The work is meant as a library for birds, so these latter are actually present too: zebra finches and canaries flutter around in the cage and perch on the books or the tree that simultaneously serves as a bookshelf. Dion intended the visitors to go into the cage and meet the birds, not by way of books, but directly. Together with the books, the work displays artifacts and objects for hunting and for catching creatures. Dion combines these instruments with the publications to show that the history of natural science cannot be divorced from the history of making creatures into possessions. However, the birds seem unimpressed by the books about their species and by the artifacts: they use the library as a habitat. In this way, the idea of making human knowledge about their origins into a present to the birds is unmasked as an absurd and arrogant scheme: the creatures use the cage according to their own rules.

Jakob Kudsk Steensen, RE–ANIMATED, 2018

Mark Dion (b. New Bedford, MA, USA, 1961) lives in Copake, New York. His work has been presented in exhibitions at MOCA Toronto (2019), Whitechapel Art Gallery, London (2018), Institute of Contemporary Art, Boston (2017), MARTa Herford (2015/2016), Museum Het Domein, Sittard (2013), Museum of Modern Art, New York (2004), Migros Museum für Gegenwartskunst, Zurich, (2003), and Tate Gallery, London (1999). In addition, he has exhibited in natural history museums including the Naturhistorisches Museum Wien, Vienna (2017), British Museum of Natural History, London (2007), and Musée Océanographique de Monaco together with Nouveau Musée National de Monaco (2011). RK

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Wie Mensch und Natur sich verbünden: Ein inspirierender Reader zu Ökologie und Posthumanismus in der Kunst

Debrisphere. Visibile Manifestations of Invisible Forces, 2019–20

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KORAKRIT ARUNANONDCHAI

In his multilayered works, Korakrit Arunanondchai investigates the intersection between spirituality and technology, animism and artificial intelligence, collective and personal experience. He looks at the reappearance of spirituality through machines, proposing a hybrid, androgynous, and bionic space, bringing Western and Eastern philosophies in line with each other. His work Painting with history in a room filled with people with funny names 3 (2015) draws upon an extensive body of video footage that he has been filming and collecting since 2012. Presented as an epilogue to a series of works in which the artist develops a fictional double self, a Thai denim painter, the video documents the painter’s dialogue with a drone named Chantri—a figure inspired by the Hindu and Buddhist mythological bird Garuda. The work aims to negotiate the term “otherness” as perceived within the context of Western art history, and arose from his first solo show as a non-white, male, Western painter at CLEARING gallery in 2013. The work creates an alternative ritual space by merging multiple social realities, autobiographical events, and pop culture, where all are equally the “other,” all bearers of funny names. Likewise, the video With history in a room filled with people with funny names 4 (2017) takes on the non-human perspective of Chantri. A key element is his documentary footage of his grandmother suffering from dementia, which triggered a question: What are the mechanisms of empathy and of human consciousness? The video formally adheres to the principle of a river in which everything flows organically into everything else, appearing to be interchangeable and interconnected with another recurring element: soil. The video editing is divided into breathing sequences based on Buddhist trauma meditation, in which practitioners become aware of their own breath and allow all bad thoughts and emotions in. Korakrit Arunanondchai (b. Bangkok, Thailand, 1986) lives and works in New York and Bangkok. His work has been exhibited in institutions around the world, including the Secession, Vienna (2019), Kasseler Kunstverein, Kassel (2018), Kiasma Museum of Contemporary Art, Helsinki (2017), Mori Art Museum, Tokyo (2017), Jim Thompson Art Center, Bangkok (2016), S. M. A. K., Ghent (2016), Ullens Center for Contemporary Art, Beijing (2015), Palais de Tokyo, Paris (2015), and MoMA PS1, New York (2014). He also participated in the 58th Venice Biennale (2019), Whitney Biennial (2019), Baltic Triennial XIII (2018), 9th Berlin Biennale (2016), 20th Biennale of Sydney (2016), among others. AF With history in a room filled with people with funny names 4, 2017

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Serpent River Book and Serpent Table, 2017


Herausgegeben von Suad GarayevaMaleki und Heike Munder

Ein illustrierter Reader zur Koexistenz von Mensch, Tier und Natur auf unserem Planeten und Ideen zu möglichen Zukunftsszenarien

Mit Essays von Benjamin H. Bratton, T. J. Demos, Reza Negarestani und Jussi Parikka und Beiträgen von Milena Bürge, Anna Fech und Rabea Kaczor

Mit neuen Essays der führenden Theoretiker und Kulturkritiker Benjamin H. Bratton, T. J. Demos, Reza Negarestani und Jussi Parikka, die alle massgeblich an den aktuellen Diskursen beteiligt sind

Gestaltet von Studio Marie Lusa Broschur ca. 280 Seiten, ca. 140 farbige Abbildungen 17 × 23 cm 978-3-85881-864-5 Englisch ca. sFr. 45.– | € 38.–

Präsentiert Werke und Positionen von 36 internationalen Künstler*innen, die sich mit den ökologischen und sozialen Folgen der Ausbeutung von Ressourcen beschäftigen Ausstellungen Potential Worlds 1: Planetary Memories (bis Herbst 2020) und Potential Worlds 2: EcoFictions (Herbst 2020 bis Frühling 2021) im Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich

Erscheint im Juni 2020

ISBN 978-3-85881-864-5

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Potential Worlds Planetary Memories & Eco-Fictions

Monira Al Qadiri Maria Thereza Alves Korakrit Arunanondchai Ozan Atalan Alberto Baraya Anca Benera & Arnold Estefán Ursula Biemann Dora Budor Burton Nitta (Michael Burton & Michiko Nitta) Cao Fei Carolina Caycedo Julian Charrière Carl Cheng Cooking Sections Mark Dion Jimmie Durham Peter Fend Tue Greenfort Joana Hadjithomas & Khalil Joreige Helen Mayer Harrison & Newton Harrison Louis Henderson Mishka Henner Reena Saini Kallat Kiluanji Kia Henda Jakob Kudsk Steensen Mary Maggic Almagul Menlibayeva Mileece* MOON Kyungwon & JEON Joonho Katja Novitskova Tabita Rezaire Zina Saro-Wiwa Himali Singh Soin Adrián Villar Rojas Pinar Yoldas Zheng Bo

Die ökologische Krise, die wir aktuell erfahren, drängt zu einem Neudenken unseres Verhältnisses zur Natur und zu den natürlichen Ressourcen sowie des (Zusammen-) Lebens auf dem Planeten Erde. Unsere Koexistenz muss neu entworfen werden – posthumane Denkkonzepte, die den Menschen als Teil und nicht als Zentrum der Welt verstehen, und technologische Entwicklungen sollen dazu beitragen. In Potential Worlds: Planetary Memories & Eco-Fictions widmen sich 36 internationale historische und gegenwärtige künstlerische Positionen den ökologischen und sozialen Konsequenzen unserer Vergangenheit und Gegenwart und fordern unser bestehendes Verständnis des Daseins auf der Welt heraus. Essays von Benjamin H. Bratton, T. J. Demos, Reza Negarestani und Jussi Parikka bearbeiten Aspekte wie Kolonialismus, Ressourcen, Posthumanismus und Ökologie und diskutieren die Rolle und Wirkkraft der Kunst. Kurztexte zu den einzelnen Positionen und eine Einleitung der Herausgeberinnen runden diesen dichten illustrierten Reader ab. Suad Garayeva-Maleki ist seit 2014 Chefkuratorin und seit 2018 künstlerische Direktorin des YARAT Contemporary Art Space in Baku, Aserbaidschan. Heike Munder ist seit 2001 Kuratorin und Direktorin des Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich.

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There is a Lobster on the Phone that You May Like to Dial Ajuan and Kuzma in conversation with Arnau Salvadó

Arnau Salvadó — Ajuan, in a previous interview you said that you started working with Kuzma because: “Imagine you’re on the moon. And you have no oxygen. And you have no house. And you have no rocket ship to fly home on. And somebody is waving to you from the foot of that mountain over there.” Did you find each other at a very difficult time of your lives? Were you sort of saviors for each other? Or is this description just another way to express yourself like you do visually? Kuzma Vostrikov — Life gets easier as the years go by. Partners, friends, relatives just die. But it gets simpler and simpler to come up with new ones. You’re like a serial killer: you have the experience. The more husbands you’ve buried, the more you want to get married. Existence is something else. It doesn’t change with the years. Being closer to death does nothing to improve one’s sense of humor. Time is becoming more complex for us all. And if you use conflict the right way, meaning if you suffer as you’re supposed to, the spectator applauds you, because it’s hard to fake him out. Feeling someone else’s pain, we’re all big fans of pushing the button that amps up the voltage. If you’ve demeaned yourself enough, you’ll get through without contest. Because suffering is a result. Ajuan Song — I believe in Karma. In this universe, everything happens by its order and time. When people meet at the right time in the right place. In 2014, we both newly landed in New York and felt estranged by the energy of this city. There was output we were each struggling for and looking for, and we both felt a synergy coming from on our first meeting. It is not coincidence but destiny. Life is Surrealist in a way. You never know what will be in front of you. You’d better be openminded and prepared because maybe there is a lobster on the phone that you would like to dial. Arnau — After working together for five years, how has your relationship evolved professionally? And what’s the most important thing you’ve learnt from each other? Kuzma — We were made so we could work. We’re bees. You and I are at work right now. China had a one-child policy. But Ajuan has three sisters. She’s fearless. She dives into water and doesn’t care how hot or cold it is. In winter she swims in an ice-covered pond where there aren’t even any bacteria. They all died off long ago. When I was three years old, there was no way I could be dragged into the hot sea, not even in a heat wave. One time my uncle tossed me, fully dressed, into the water by force. But he was right. Ajuan is patient as hell. She’s politically gifted. She could be an American president. I’m learning every day, with steam-engine efficiency, that I’m an overgrown boy. Ajuan sucks up new knowledge like a serial maniac, like the Library of Congress. Looking at her at one point, I thought how wrong it was to have been so proud of myself for all those years. Ajuan — We have been working together on three projects, but we also have personal projects going on: Kuzma is writing. I am experimenting with photography. The more you know someone, the less you know someone. There is always something new, and that is where you can learn from each other. Kuzma has a great vision. He is sharp and precise, which is always very helpful when I have some ideas nowhere to land. He would pull me out of it and make reconsider something.

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Sketch for Striped Augustin

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Internet Red

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Gravity Sentiment

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Wave-Particle Duality

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Deep Learning ← Synergy of Comfortable Circumstances

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Title

Bunte Parallelwelt: Das russisch-chinesische Künstlerduo bewegt sich in einer bildreichen erweiterten Realität 138

The Last Lucy

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Altruism of Regret

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Soup of the Day

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Title

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Inviolability of Sorrow


Herausgegeben von Anna Gvirts

Präsentiert ein bislang in Buchform unveröffentlichtes Projekt der in New York lebenden Künstler Kuzma Vostrikov und Ajuan Song

Mit Beiträgen von Rosa JH Berland, Anthony Haden-Guest, Lilly Wei sowie Gesprächen mit Kuzma Vostrikov und Ajuan Song von Arnau Salvadó und Iona Whittaker

Lädt ein zur Diskussion über Technologie, Urheberschaft, Schönheit und die Rolle der Fotografie in der zeitgenössischen visuellen Kultur

Gestaltet von Zaven

Erste Monografie über Kuzma Vostrikov und Ajuan Song als Solokünstler und als Duo

Gebunden 160 Seiten, 110 farbige Abbildungen 24 × 30 cm 978-3-85881-863-8 Englisch sFr. 49.– | € 48.– Erscheint im August 2020

ISBN 978-3-85881-863-8

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783858 818638

Kuzma Vostrikov and Ajuan Song Absolutely Augmented Reality

Der aus Russland stammende Kuzma Vostrikov und die in China geborene Ajuan Song inszenieren mit der Serie Absolutely Augmented Reality eine Parallelwelt aus Porträts und multimedialen Arbeiten, die unsere Beziehung zueinander und zur Welt als zunehmend digitale Erfahrung zeigt. Mit einer Fülle von Kostümen, Requisiten und bunten Sets erschaffen sie eine «erweiterte Realität» voll hybrider Kreaturen, surrealer Motive und kanonischer Posen, die durch ihre Multidimensionalität zu einer Neuinterpretation der Wirklichkeit einlädt. Die erste Monografie zum Schaffen von Kuzma Vostrikov und Ajuan Song zeigt 110 Farbabbildungen und ausgewählte Skizzen. Eine kurze Einführung der Kunsthistorikerin Rosa JH Berland und Essays der Kunstkritiker Anthony Haden-Guest und Lilly Wei sowie Gespräche von Iona Whittaker und Arnau Salvadó mit Vostrikov und Song ergänzen den Bildteil. Kuzma Vostrikov lebt in New York und arbeitet als Künstler multidisziplinär in den Bereichen experimentelle Fotografie, Film und Text. Ajuan Song lebt als Künstlerin und Fotografin in New York. Ihr Werk umfasst analoge und digitale Fotografie und Multimediaarbeiten. Anna Gvirts lebt und arbeitet als Künstlerin, Fotografin und konzeptionelle Buchgestalterin in ihrer Geburtsstadt Moskau und in New York.

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Organische Geometrie: Die Arbeiten der Künstlerin Hong Seung-Hye bewegen sich zwischen Figur und Abstraktion

2000 digital drawing dimension variable 2000 digital drawing dimension variable

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2012 installation view of Square Square at Atelier-Hermes, Seoul Photo by Nam Kiyong © Fondation d’entreprise Hermes

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2004 digital drawing dimension variable 2000 installation view of Organic Geometry at Kukje Gallery, Seoul Photo by Kwon oyeol

2004 digital drawing dimension variable

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Tree Speak_Compass, 2012 futura std heavy, LED, polyurethane coated steel, resin, pebbles 120 x 110 x 250 cm Collection of Leeum, Seoul Photo by Nam Kiyong © Fondation d’entreprise Hermes

Complementary Installation, 2004 table, wall painting Photo by Kwon oyeol

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2016 installation view of Point·Line·Plane at SeMA Buk-Seoul Museum of Art, Seoul Photo by KDK

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2016 installation view of Point·Line·Plane at SeMA Buk-Seoul Museum of Art, Seoul Photo by KDK

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Mit Beiträgen von Hwang In, Beck Jee-sook, Michael Lim, Yun Nanjie und Hong Seung-Hye

Erste englischsprachige Monografie zur gefeierten koreanischen Künstlerin Hong Seung-Hye

Gestaltet von Evelina Laviano

Bietet einen Überblick über Hongs künstlerische Karriere

Gebunden ca. 224 Seiten, ca. 200 farbige Abbildungen 24 × 30 cm 978-3-85881-866-9 Englisch ca. sFr. 75.– | € 68.–

Mit Essays namhafter koreanischer Kritiker, Kuratorinnen und Forschender, die Hongs Entwicklung seit Jahren verfolgen

Erscheint im September 2020

ISBN 978-3-85881-866-9

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783858 818669

Hong Seung-Hye Organic Geometry

Die 1959 in Seoul geborene Hong Seung-Hye nimmt dank ihrer formalen Kühnheit eine einzigartige Position in der koreanischen Kunstszene ein. Spielerisch bewegen sich ihre Arbeiten zwischen dem Abstrakten und dem Figurativen, der Fläche und dem Dreidimensionalen. Hong nutzt für die Installation ihrer Werke sowohl den öffentlichen Raum wie den klassischen White Cube. Diese erste ausserhalb Koreas publizierte Monografie zeichnet die Entwicklung von Hongs reichem Œuvre nach: von den frühesten Papiercollagen bis zu ihren neuesten Videoarbeiten, in denen Hong die Comicfigur Snoopy neu interpretiert. So bietet diese Anthologie mit über 200 Abbildungen eine umfassende Übersicht über die erstaunliche Vielfalt von Hong Seung-Hyes künstlerischem Werk. Hong Seung-Hye lebt und arbeitet in Seoul und unterrichtet als Professorin am Department of Fine Arts der Seoul National University of Science & Technology. Beck Jee-sook ist Direktor des Seoul Museum of Art. Hwang In hat zahlreiche Ausstellungen in Korea und Japan kuratiert und Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technologie initiiert. Michael Lim ist als Kunst- und Designkritiker in Seoul tätig. Yun Nanjie unterrichtet am Department of Art History an der Ehwa Womans University in Seoul.

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Zeugnis einer Künstlerfreundschaft: Eigenhändig illustrierte Postkarten berichten von Freuden, Schaffen und inneren Nöten


Herausgegeben von Patricia Bieder und Hugo Stüdeli

Präsentiert eine aussergewöhnliche und bislang unveröffentlichte Postkartenkorrespondenz von grossem künstlerischem Reiz

Mit einem Beitrag von Patricia Bieder

Von Johanna Fülscher sind die Illustrationen im legendären «Fülscher-Kochbuch» ihrer Schwester Elisabeth bekannt; das vorliegende Buch lässt sie erstmals als Künstlerpersönlichkeit in den Vordergrund treten

Gestaltet von Guido Widmer Gebunden ca. 120 Seiten, ca. 100 farbige Abbildungen 18 × 24,5 cm 978-3-85881-688-7 Deutsch ca. sFr. 39.– | € 38.–

Das Buch bietet weitere Einsichten in das künstlerische Schaffen von Otto Morach

Erscheint im August 2020

ISBN 978-3-85881-688-7

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783858 816887

Trotzdem fröhliche Grüsse! Otto Morach und Johanna Fülscher – ein Postkartenwechsel

Das Buch gibt Einblick in den regen Postkartenwechsel zwischen Otto Morach (1887– 1973) und Johanna Fülscher (1893–1978) aus dem Jahr 1918. Morach gilt als Hauptvertreter des Schweizer Kubismus und war Mitbegründer der Künstlergruppe Das Neue Leben. Neben seinen expressionistisch-kubofuturistischen Gemälden und Zeichnungen hat er sich auch in verschiedenen Bereichen der angewandten Kunst hervorgetan, vom Werbeplakat bis hin zu Textilkunst und Marionettentheater. Die aus Winterthur stammende Johanna Fülscher hat Puppen, Kissen und Taschen entworfen und war als Malerin, wissenschaftliche Zeichnerin und Illustratorin aktiv – so hat sie etwa das bekannte Kochbuch ihrer Schwester Elisabeth Fülscher mit Zeichnungen ausgestattet. Die rund hundert von Morach und Fülscher eigenhändig gestalteten Postkarten werden in diesem Buch erstmals und in chronologischer Reihenfolge gezeigt. Sie zeugen von einem vertrauten Kontakt: Neben Reflexionen über das eigene Schaffen werden heitere Alltagsgeschichten zum Bildmotiv. Ebenso eindringlich sind persönliche Nöte, die Gefahr der Spanischen Grippe oder Gedanken an den Krieg dargestellt. Die reizvollen Sujets erweisen sich als aussergewöhnliche Quelle für das weitere Verständnis der beiden künstlerischen Positionen. Patricia Bieder ist Kunsthistorikerin und freischaffende Kuratorin und arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft SIK-ISEA. Hugo Stüdeli ist ein Neffe und der Nachlasserbe von Otto Morach und hat die Postkarten von Johanna Fülscher mit jenen von Otto Morach zusammengeführt.

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Mit Beiträgen von Mirjam Fischer und Klaus Merz

Künstlerbücher bilden einen zentralen Bestandteil im Werk des Schweizer Künstlers Klaus Born

Gestaltet von Julia Born

Dieser Band ermöglicht erstmals einen umfassenden Überblick über Borns beeindruckendes Schaffen auf diesem Feld

Gebunden ca. 248 Seiten, ca. 500 farbige Abbildungen 23 × 30 cm 978-3-85881-685-6 Deutsch ca. sFr. 65.– | € 58.–

Enthält einen Originalbeitrag von Klaus Merz

Erscheint im Oktober 2020

ISBN 978-3-85881-685-6

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783858 816856

Farbräume lesbar und erfahrbar machen: Klaus Borns Buchunikate

Klaus Born – Bücher Bilder zum Lesen

Seit bald fünf Jahrzehnten verfolgt Klaus Born konsequent seinen Weg in der Malerei. Gleichzeitig entstehen zahlreiche Künstlerbücher, die als eine Art Parallelgeschichte seines Werks gelesen werden können. Bereits früh entdeckte Born alte Schulhefte und Bücher zum Bemalen und Bezeichnen. Leere und bedruckte Seiten fordern ihn ständig zu einem künstlerischen Dialog heraus. Bis heute sind mehr als 300 Buchunikate entstanden, die in ihren Formaten ebenso variieren wie im Umfang oder in der technischen Bearbeitung. Darunter finden sich Hefte und Bücher in Öl, Leimfarbe, Kreide bemalt oder in Bleistift, Tusche und Kohle überzeichnet. Dieser Band führt Klaus Borns Künstlerbücher nun in einem eigentlichen Metabuch zusammen. Die darin reproduzierten, aus ihrem ursprünglichen jeweiligen Kontext gelösten Buchseiten lassen im freien Zusammenspiel neue Verbindungen und Narrative entstehen. So wird erstmals ein umfassender Überblick über Borns beeindruckendes Künstlerbücher-Konvolut möglich und damit ein wesentlicher Beitrag zur Landschaft der zeitgenössischen Schweizer Kunst sichtbar. Klaus Born, geboren 1945 im glarnerischen Hätzingen, absolvierte eine Buchhändlerlehre und bildete sich 1973–1977 an der Kunstgewerbeschule in Zürich zum Zeichnungslehrer aus. Er war freier Mitarbeiter im Kupferdruckatelier von Peter Kneubühler in Zürich und verbrachte mehrere Studienaufenthalte in Rom, Paris, Marokko und Kalifornien. Mirjam Fischer ist Kunsthistorikerin, Buchproduzentin und Gründerin von mille pages, Zürich. Klaus Merz lebt als Erzähler und Lyriker in Unterkulm (AG). Seine Romane, Prosa und Gedichte wurden vielfach ausgezeichnet.

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Herausgegeben vom Kunsthaus Zürich

Präsentiert eine Auswahl hochkarätiger Werke der Landschaftsmalerei aus der Sammlung des Kunsthaus Zürich

Mit Beiträgen von Philippe Büttner, Paul Joannides und Yves Guignard

Erscheint anlässlich der gleichnamigen Ausstellung im Kunsthaus Zürich (17. Juli bis 8. November 2020)

Gestaltet von Lena Huber Broschur 144 Seiten, 85 farbige Abbildungen 17 × 23,5 cm 978-3-85881-691-7 Deutsch ca. sFr. 29.– | € 29.– Erscheint im Juli 2020

ISBN 978-3-85881-691-7

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783858 816917

Erlesene Landschaftsmalerei aus vier Jahrhunderten

Landschaften – Orte der Malerei Meisterwerke der Landschaftsmalerei 1450–1800

Die Sammlung des Kunsthaus Zürich umfasst einen umfangreichen Bestand erlesener Landschaftsmalerei. Dieses Buch führt daraus eine Auswahl von rund fünfzig Gemälden zusammen, welche die Entwicklung der Landschaft als eigenständiges Motiv der Malerei auf das Schönste veranschaulichen. Der Bogen spannt sich dabei vom Spätmittelalter bis ins 18. Jahrhundert. Vertreten sind die italienische und niederländische Kunst des 16. Jahrhunderts und insbesondere die grosse Epoche der niederländischen Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts, in der vor allem die holländischen Meister wie Hendrick Avercamp, Jan van Goyen, Jacob van Ruisdael oder Nicolaes Berchem neue Massstäbe setzten. Dazu gesellen sich bedeutende italienische Landschaftsdarstellungen des Barocks und des 18. Jahrhunderts. Ein einführender Essay von Philippe Büttner, ein Text von Paul Joannides zu einem vom Kunsthaus Zürich 2019 erworbenen, Tizian zugeschriebenen Landschaftsbild sowie Dokumentationen von Yves Guignard zu den einzelnen Werken ergänzen die Abbildungen. Philippe Büttner ist Kunsthistoriker und Sammlungskonservator am Kunsthaus Zürich. Paul Joannides ist emeritierter Professor für Kunstgeschichte der University of Cambridge und Experte für die Kunst der italienischen Renaissance. Yves Guignard ist wissenschaftlicher Assistent im Bereich Sammlung am Kunsthaus Zürich.

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Kaum öffentlich zu sehen: Albert Anker als Zeichner und Aquarellmaler

Wo und wann immer Varlin unterwegs ist, zeichnet er Menschen: blitzschnell, überaus pointiert und schonungslos

Albert Anker Zeichnungen und Aquarelle 978-3-85881-660-3 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

Ulrich Binder Varlin als Zeichner 978-3-85881-664-1 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

Carole A. Feuermans lebensechte Figuren begegnen uns als präzise gefasste Momentaufnahmen

Sprache vermittelt Assoziationen: Lawrence Weiners konzeptionelle Arbeit eröffnet weite Interpretationsräume

Carole A. Feuerman Fifty Years of Looking Good 978-3-85881-844-7 Englisch sFr. 65.– | € 58.–

Lawrence Weiner Attached by Ebb and Flow 978-3-85881-847-8 Englisch / Italienisch sFr. 39.– | € 38.– Erscheint im September

Virtuosität auf Papier: Zeichenkünste von Raffael bis Guercino

Mehr als nur Gestein: Kalk ist auf vielfältige Weise eine Grundlage der Bündner Baukultur und prägt das Handwerk bis heute

Die Poesie der Linie Italienische Meisterzeichnungen 978-3-85881-678-8 Deutsch sFr. 25.– | € 25.–

bern modern

Bern ist mehr als seine berühmte Altstadt. Seit dem 19. Jahrhundert harmonisch über die Aarehalbinsel hinausgewachsen, wohlgestalt insbesondere in der Gründerzeit, nahm es auch die Bauformen der Moderne auf oft bewundernswürdige Weise auf. Öffentliche Bauten von Architekten wie Salvisberg und Brechbühler gehören zum Kanon der Epoche. Weniger bekannt sind die zahlreichen Wohnhäuser, die der Stadt in den Jahren 1928-1941 ein neues Gesicht und eine gewisse Noblesse verliehen. Auf sie konzentriert sich dieser Band, nicht ohne auch den nachfolgenden städtebaulichen Niedergang und jüngere, hoffnungsvollere Entwicklungen zur Diskussion zu stellen. Neben dem vor langer Zeit ausgewanderten Berner Journalisten Markus Jakob, dessen Hassliebe zu seiner Geburtsstadt hier in ausgiebigen Spaziergängen zum Ausdruck kommt, liefern der Architekturhistoriker Dieter Schnell und der bauart-Architekt Yorick Ringeisen dazu erhellende Einsichten, und der einstige Berner Kunsthalle-Leiter Ulrich Loock nimmt die höchst lebendige Berner Kunstszene der 1930er Jahre ins Visier. In den Fotografien von Adrian Scheidegger und Thomas Telley wird anschaulich, was diese bisher kaum beachteten Wohnbauten auszeichnet. Im Berner Stadtbild haben sie bis heute ihren Auftritt, indem sie einen Kompromiss zwischen einer absolutistischen Moderne und bernischer Behäbigkeit fanden. Ihre Architekten sind in Vergessenheit geraten, aber ihre Bauten runden sich zum Bild einer sanften Berner Moderne, die vielleicht auch zukunftsweisend ist.

Ein Spaziergang durch Bern, zur Architektur der 1930er-Jahre ausserhalb der berühmten Altstadt

ISBN 978-3-85881-635-1

Printed in Austria ISBN 978-3-85881-635-1

isbn 978–9–86984–132–8

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783858 816351

berner wohnbauten der 1930er jahre in den quartieren

Bern modern Berner Wohnbauten der 1930er Jahre in den Quartieren 978-3-85881-635-1 Deutsch sFr. 29.– | € 29.– Erscheint im September

Chalchera – Kalk in Transformation Natur, Handwerk und Kunst ausgehend von einem historischen Kalkofen im Engadin 978-3-85881-671-9 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

bern modern berner wohnbauten der 1930er jahre in den quartieren dammweg 25 –27 überbauung breitfeld überbauung breitfeld überbauung breitfeld 05 baugruppe viktoria 06 baugruppe viktoria 07 baugruppe viktoria 08 brügglerweg 7–9 09 alpenstrasse 17–21 10 gryphenhübeliweg 12–14 11 ostring 36 / 38 12 schillingstrasse 28 13 jubiläumsstrasse 97–99 14 schwarztorstrasse 1–3 15 scheuermattweg 16 16 monbijoustrasse 90 17 holzikofenweg 29 18 roschistrasse 19 murtenstrasse 1 20 murtenstrasse 3–7 21 federweg 21–23 22 brünnenstrasse 108–112 23 länggasse 24 sennweg 25 länggasse 26 baugruppe bierhübeli 27 baugruppe bierhübeli 28 baugruppe bierhübeli 29 baugruppe bierhübeli

baugruppe bierhübeli baugruppe bierhübeli baugruppe bierhübeli baugruppe bierhübeli 34 baugruppe bierhübeli I lorrainestrasse 1 II brünnenstrasse 40 III viktoriastrasse 70 IV hallwylstrasse 15 / bernastrasse 21–23 V bernastrasse 15 VI jubiläumsstrasse 101 VII elfenauweg 68 VIII freiburgstrasse 41 g IX laupenstrasse 9–11 X laupenstrasse 9–11 XI baltzerstrasse 1–5

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Eine filmische Reise durch Zeit und Raum: Christoph Schaub erkundet mit der Kamera das Wesen der Spiritualität in der Architektur Architektur der Unendlichkeit Ein Film von Christoph Schaub DVD mit Begleitbuch 978-3-85881-916-1 Deutsch / Englisch sFr. 39.– | € 39.–

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Scheidegger & Spiess Backlist 36


Die unbekannte Schwester: Ottilia Giacometti verewigt von ihrem Vater Giovanni und ihrem Bruder Alberto

Tradition und Avantgarde: Nesa Gschwend schafft mit ihren Arbeiten ein zeitloses Abbild der condition humaine

Ottilia Giacometti – Ein Porträt Werke von Giovanni und Alberto Giacometti 978-3-85881-672-6 Deutsch sFr. 25.– | € 25.–

Nesa Gschwend Memories of Textiles 978-3-85881-674-0  Deutsch /Englisch sFr. 35.– | € 29.–

Neue Technologien und klassische Referenzen: Der Videokünstler Jean Otth

Streifzug durch stimmungsvolle Arrangements: Nives Widauer lädt in die Villa Nix und präsentiert ihre Installationen und Werke

Jean Otth Works 1964–2013 978-3-85881-855-3 Englisch / Französisch sFr. 39.– | € 38.– Erscheint im Juni

Nives Widauer Villa Nix 978-3-85881-659-7 Deutsch / Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Eine Erkundung von Le Corbusiers visueller Kunst und ihres Einflusses auf seine Rezeption als Architekt in den USA

Fotografische Experimentierlust: Simone Kappelers Amerika-Roadtrip als Akt der Befreiung Simone Kappeler – America 1981 978-3-85881-679-5 Deutsch / Englisch sFr. 69.– | € 68.–

Le Corbusier Lessons in Modernism 978-3-85881-848-5 Englisch 978-3-85881-853-9 Italienisch sFr. 39.– | € 38.–

Radikale Positionen: 35 aufstrebende internationale Fotografinnen und Fotografen im Fokus

Eine intellektuelle Autobiografie und Reflexion über die Entwicklung des Engadins im 20. Jahrhundert dieses Schweizer Architekten

reGeneration 4 The Challenges for Photography and Its Museum of Tomorrow 978-3-85881-857-7 Englisch / Französisch sFr. 59.– | € 58.– Erscheint im Juni

Marcel Meili Steiners Postauto Eine Bildgeschichte 978-3-85881-675-7 Deutsch sFr. 39.– | € 38.– Erscheint im Juni

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Die Neuausgabe einer massgeblichen Monografie über Max Bill

Reliefs und monumentale Skulpturen: Das erste Buch zu Hans Arps Werken im Zusammenhang mit Architektur

Max Bill: ohne Anfang, ohne Ende 978-3-85881-578-1 Deutsch / Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Public Arp Hans Arp Architekturbezogene Arbeiten 978-3-85881-652-8 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

Eine Einführung in Schaffen, Wirkung und Nachlass des bedeutenden Kunsthistoriker-Paars

Einer der wichtigsten Künstler Amerikas und Chronist des afro-amerikanischen Alltags im 20. Jahrhundert

Die Welt der Giedions Sigfried Giedion und Carola Giedion-Welcker im Dialog 978-3-85881-610-8 Deutsch 978-3-85881-819-5 Englisch sFr. 99.– | € 97.–

Jacob Lawrence Lines of Influence 978-3-85881-825-6 Englisch sFr. 65.– | € 58.–

Technische Perfektion, Lebendigkeit und eine lange Zusammenarbeit: Die erste Monografie über das Fotografenpaar Michael und Luzzi Wolgensinger

Sieben Jahre in der Sowjetunion: Eine akribische Recherche über eine besondere Phase im Leben des Architekten Hans Schmidt Jürg Düblin In Stalins Reich Die Moskauer Jahre des Architekten und Städteplaners Hans Schmidt 1930–1937 978-3-85881-653-5 Deutsch sFr. 49.– | € 48.–

Mit vier Augen Das Fotoatelier Luzzi und Michael Wolgensinger 978-3-85881-479-1 Deutsch sFr. 65.– | € 58.–

Mit Liebe zum Detail: Die Rückführung von Le Corbusiers letztem Bauwerk in den Originalzustand

Die eindrückliche Dokumentation der Bildungsreise, die Le Corbusier und sein Freund August Klipstein 1911 unternahmen

Pavillon Le Corbusier Zürich Restaurierung eines Architektur-Juwels 978-3-85881-493-7 Deutsch 978-3-85881-852-2 Englisch sFr. 39.– | € 38.–

Ivan Žaknić Klip and Corb on the Road The Dual Diaries and Legacies of August Klipstein and Le Corbusier on their Eastern Journey, 1911 978-3-85881-817-1 Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Scheidegger & Spiess Backlist 38


Strukturen und Dynamiken im Werk dieser Schlüsselfigur der Performance-Kunst

Das Schaffen der Schweizer Performance-Künstlerin Manon aus den letzten zehn Jahren

Jeannette Fischer Psychoanalytikerin trifft Marina Abramović Künstlerin trifft Jeannette Fischer 978-3-85881-546-0 Deutsch 978-3-85881-794-5 Englisch sFr. 19.– | € 19.–

Manon 978-3-85881-639-9 Deutsch / Englisch / Französisch sFr. 49.– | € 48.–

Westliche und afrikanische Imagination: Kunst, Fotografie und Text aus dem Kongo neu gedacht

Matisse als begnadeter Plastiker: Verwandlungen und Parallelen zu seinem malerischen und zeichnerischen Werk

Fiktion Kongo Kunstwelten zwischen Geschichte und Gegenwart 978-3-85881-643-6 Deutsch 978-3-85881-835-5 Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Matisse – Metamorphosen 978-3-85881-650-4 Deutsch 978-3-85881-836-2 Englisch 978-3-85881-840-9 Französisch sFr. 49.– | € 48.–

Von Verführung und Vergänglichkeit: Anna Halm Schudels Blumen-Bilder

Eine herausragende Fotokünstlerin, experimentierfreudig und sorgfältig komponierend

Blossom 978-3-85881-621-4 Deutsch / Englisch sFr. 59.– | € 48.–

Die erste umfassende Darstellung von Produktion und Kultur modernen Designs in einer grenzübergreifenden dynamischen Region des Alpenraums Design from the Alps 1920–2020 Tirol Südtirol Trentino 978-3-85881-649-8 Deutsch / Englisch / Italienisch sFr. 49.– | € 48.–

Jan Groover, Photographer Laboratory of Forms 978-3-85881-838-6 Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Auf der Suche nach einer neuen Moderne: das grosse Schweizer Architekten- und Designer-Paar Trix und Robert Haussmann Protagonisten der Schweizer Wohnkultur 978-3-85881-561-3 Deutsch sFr. 65.– | € 58.–

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Scheidegger & Spiess Niederdorfstrasse 54 8001 Zürich Tel. +41 (0)44 262 16 62 www.scheidegger-spiess.ch info@scheidegger-spiess.ch

Vertrieb Patrick Schneebeli Tel. +41 (0)44 253 64 53 p.schneebeli@scheidegger-spiess.ch

Marketing Domenica Schulz Tel. +41 (0)44 253 64 56 d.schulz@scheidegger-spiess.ch

Presse und PR Chris Reding Tel. +41 (0)44 253 64 51 presse@scheidegger-spiess.ch

Verlagsleitung Thomas Kramer Tel. +41 (0)44 253 64 54 t.kramer@scheidegger-spiess.ch

Auslieferungen

Vertreter

Schweiz AVA Verlagsauslieferung AG Centralweg 16 8910 Affoltern a.  A . Tel. 044 762 42 00 Fax 044 762 42 10 avainfo@ava.ch

Schweiz Sebastian Graf Graf Verlagsvertretungen GmbH Uetlibergstrasse 84 8045 Zürich Tel. 079 324 06 57 sgraf@swissonline.ch

Deutschland, Österreich, Belgien, Luxemburg, Niederlande GVA Postfach 2021 37010 Göttingen Deutschland Tel. +49 (0)551 384 200-0 Fax +49 (0)551 384 200-10 bestellung@gva-verlage.de

Deutschland Hans Frieden c / o G.V.V. Groner Strasse 20 37073 Göttingen Tel. 0551 797 73 90 Fax 0551 797 73 91 g.v.v@t-online.de

Österreich Stefan Schempp Verlagsvertretungen Wilhelmstrasse 32 80801 München Deutschland Tel. +49 89 230 777 37 Fax +49 89 230 777 38 stefan.schempp@mnet-mail.de Michael Klein c/o Vertreterbüro Würzburg Huebergasse 1 97070 Würzburg Deutschland Tel. +49 931 174 05 Fax +49 931 174 10 klein@vertreterbuero-wuerzburg.de

Scheidegger & Spiess ist Mitglied von SWIPS, Swiss Independent Publishers

Der Verlag Scheidegger & Spiess wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2016–2020 unterstützt.

Stand Mai 2020 Die angegebenen Franken-Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen für die Schweiz inklusive MwSt. – Die angege­benen Euro-Preise sind gebundene Ladenpreise für Deutschland inklusive MwSt. und unverbind­liche Preisempfehlungen für Österreich. Für Preise, Beschreibungen und Erscheinungstermine bleiben Änderungen und Irrtum vorbehalten. Umschlagbild: Kuzma Vostrikov & Ajuan Song, Travel into a Good Mood, 2017 © Kuzma Vostrikov & Ajuan Song Aus dem Buch: Kuzma Vostrikov and Ajuan Song. Absolutely Augmented Reality, siehe S. 29.

The Glacier’s Essence Grönland – Glarus: Kunst, Klima, Wissenschaft Radierungen von Martin Stützle und Fotografien von Fridolin Walcher Mit Texten von Nadine Olonetzky, Gabriela Schaepman-Strub, Konrad Steffen und Thomas Stocker sowie einem Vorwort von Benedikt Wechsler Broschur 272 Seiten, 137 farbige Abbildungen 23 × 30,5 cm 978-3-85881-665-8 Deutsch / Englisch / Kalaallisut (Grönländisch) sFr. 65.– | € 58.–

«Ein wunderbar gestalteter Bildband, der die künstlerischen und wissenschaftlichen Perspektiven der globalen Erwärmung und den Rückzug der Gletscher zusammenbringt.» Transhelvetica

ISBN 978-3-85881-665-8

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783858 816658

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Scheidegger & Spiess, Herbst 2020  

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