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Scheidegger & Spiess Kunst I Fotografie I Architektur Frühjahr 2021


Wichtige Neuerscheinungen Herbst 2020 Dance Me to the End of Love Ein Totentanz Herausgegeben von Stephan Kunz und Stefan Zweifel In Zusammenarbeit mit dem Bündner Kunstmuseum Chur Broschur 344 Seiten, 137 farbige und 39 sw Abbildungen 16 × 23 cm 978-3-03942-000-1 Deutsch sFr. 49.– | € 48.–

Totentänze, auch Makabertänze genannt, vergegenwärtigen als Bildmotive den Tod und dessen Einfluss auf unsere irdische Existenz. Dieses Buch widmet sich nicht der klassischen Ikono­grafie des Totentanzes, sondern stellt die Bewegung, die Ekstase und die Metamorphose bis hin zur Auflösung im Tod ins Zentrum. Es bildet einen medialen Rausch ab, der sich von der Antike bis in die Gegenwart zieht.

ISBN 978-3-03942-000-1

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783039 420001

Immer nur das Paradies Augusto Giacometti – Die Tagebücher 1932–1937

Der Maler Augusto Giacometti (1877–1947), Abkömmling der berühmten Bergeller Künstlerfamilie und geboren in Stampa, lebte ab 1915 in Zürich, wo er in seinem Atelier an der Rämi­ strasse Sammlerinnen und Auftraggeber empfing und zu einer einflussreichen Figur des städtischen wie auch des nationalen Kunstlebens wurde. Seine bislang nicht publizierten Tage­bücher der Jahre 1932 bis 1937 zeigen ihn auch als verletzliche Persön­ lichkeit, die das zunehmend dramatische Weltgeschehen von sich fernhielt und schrieb: «Man sollte immer nur das Paradies malen».

Herausgegeben und kommentiert von Caroline Kesser Gebunden 280 Seiten, 84 farbige und 14 sw Abbildungen 18,5 × 23 cm 978-3-85881-684-9 Deutsch sFr. 49.– | € 48.– ISBN 978-3-85881-684-9

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783858 816849

Richard Speer

The Space of Effusion Sam Francis in Japan Herausgegeben und mit einem Vorwort von Debra Burchett-Lee In Zusammenarbeit mit der Sam Francis Foundation in Pasadena, CA Gebunden 224 Seiten, 140 farbige und 50 sw Abbildungen 24 × 30 cm 978-3-85881-861-4 Englisch sFr. 75.– | € 68.– ISBN 978-3-85881-861-4

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783858 818614

Sam Francis (1923–1994), einer der führenden Vertreter des Abstrakten Expressionismus, reiste 1957 erstmals nach Japan, wo er rasch mit einem weiten Kreis von Künstlern, Schriftstel­ lern, Filmemachern, Architekten und Musikern der Avant­ garde in Kontakt kam. Diese Monografie zeichnet erstmals Francis’ Verbindungen zur Kunst- und Kulturszene Japans der Nachkriegsjahre und seine komplexe, sich stetig fortent­ wickelnde Beziehung zu der Ästhetik Ostasiens über fast vier Jahrzehnte nach.


Schriften der Fondazione Marguerite Arp, Locarno Band 1

Erstveröffentlichung der Briefe und Postkarten von Sophie Taeuber-Arp an ihre wichtigsten Sammler und Förderer

Herausgegeben von der Fondazione Marguerite Arp

Mit Faksimile-Abbildungen ausgewählter Briefe und Postkarten

Kommentiert und mit einem Beitrag von Walburga Krupp sowie einem Vorwort von Simona Martinoli

Kommentiert von der führenden Spezialistin für Leben und Schaffen von Sophie Taeuber-Arp Erscheint anlässlich der Retrospektive Sophie Taeuber-Arp. Gelebte Abstraktion im Kunstmuseum Basel (20. März bis 20. Juni 2021)

Gestaltet von Sabine Hahn Broschur ca. 92 Seiten, ca. 25 farbige und sw Abbildungen 17 × 24 cm 978-3-03942-017-9 Deutsch ca. sFr. 25.– | € 25.– Erscheint im März 2021

Die Briefe und Postkarten von Sophie Taeuber-Arp an ihre ersten und wichtigsten Sammler

Die italienische Ausgabe erscheint bei Edizioni Casagrande, Bellinzona

ISBN 978-3-03942-017-9

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783039 420179

Briefe von Sophie Taeuber-Arp an Annie und Oskar Müller-Widmann Das Basler Ehepaar Annie und Oskar Müller-Widmann begann schon früh, expressi­ onistische Kunst zu sammeln, und entdeckte gegen Ende der 1920er-Jahre auch die abstrakte Kunst für sich. Das Haus des Paars auf dem Bruderholz in Basel war ein Treffpunkt, an dem die herausragenden Protagonistinnen und Protagonisten der Mo­ derne verkehrten, darunter auch Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp. Oskar und Annie Müller-Widmann wurden zu engen Freunden der beiden und die ersten und über Jahre hinweg wichtigsten Sammler ihrer Werke. Erstmals werden nun in diesem Band die Briefe und Postkarten veröffentlicht, die Sophie Taeuber-Arp zwischen 1932 und 1942 an das Ehepaar Müller-Widmann schrieb. Darin geht es um das künstlerische Schaffen, um Ausstellungen und andere Projekte, aber auch um private Umstände des Künstlerinnenlebens. Das geschlossen erhaltene Konvolut stellt ein äusserst wichtiges Zeugnis zu Leben und Schaffen Sophie Taeuber-Arps dar. Sämtliche Postkarten werden als Faksimiles abgebildet, die Texte aller Briefe und Karten sowohl in Originalsprache transkribiert als auch in deutscher Übersetzung wiedergegeben. Walburga Krupp, die führende Kennerin von Sophie Taeuber-Arps Schaffen, hat die Briefe kommentiert und arbeitet in einem Essay die Besonderheiten dieses Briefwechsels heraus. Walburga Krupp war 1990–2012 Kuratorin der Stiftung Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp in Rolandseck und ist Co-Kuratorin der grossen Taeuber-Arp-Retrospektive in Basel, New York und London 2021. Simona Martinoli ist Kuratorin der Fondazione Marguerite Arp in Locarno und Dozentin an der Università della Svizzera italiana in Mendrisio.

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Die Überwindung von «High» und «Low»: Die legendäre Wiener Werkstätte und ihre Dependance in Zürich


Herausgegeben vom Kunsthaus Zürich

Die erste umfassende Darstellung der Verbindungen der Wiener Werkstätte mit Zürich und der Schweiz

Mit Beiträgen von Tobias G. Natter, Rainald Franz, Niklaus M. Güdel, Monika Mayer und Elisabeth Schmuttermeier

Ein höchst attraktives Buch zu den sehr populären Künstlern Klimt und Hodler, das einen frischen Blick von aussen auf den Schweizer Nationalkünstler wirft

Gestaltet von Lena Huber Gebunden ca. 208 Seiten, ca. 150 farbige und sw Abbildungen 22 × 27 cm 978-3-03942-016-2 Deutsch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Reichhaltig illustriert mit Abbildungen von rund 180 Werken, darunter Gemälde, Entwürfe, Möbel, Schmuck etc. Erscheint anlässlich der gleich­ namigen Ausstellung im Kunsthaus Zürich (21. Mai bis 29. August 2021)

Erscheint im Mai 2021

ISBN 978-3-03942-016-2

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783039 420162

Hodler, Klimt und die Wiener Werkstätte Als die Malerei in Wien um 1900 mit Gustav Klimt (1862–1918) einen Höhepunkt erreichte, forderte dieser die Überwindung der traditionellen Unterscheidung von «hoher» und «angewandter» Kunst. Seinen Überlegungen legte Klimt eine «ideale Gemein­ schaft der Schaffenden und Geniessenden» zugrunde. Zum nachhaltigen Motor einer modernen Designentwicklung wurde das Schaffen der 1903 gegründeten Wiener Werkstätte. Zu den Kunden der Wiener Werkstätte zählten Klimts wichtigste Auftrag­ geberinnen – aber auch der Schweizer Künstler Ferdinand Hodler (1853–1918), der 1913 dort das Mobiliar für seine Genfer Wohnung in Auftrag gab. Seit der für Hodler bahnbrechenden Ausstellung in der Wiener Secession von 1904 war er mit deren Ideen bestens vertraut. Ausgehend von diesem engen Verhältnis wirft das Buch zur gleichnamigen, von Tobias G. Natter kuratierten Ausstellung aus Wiener Perspektive einen frischen Blick auf den Schweizer Nationalkünstler. Erstmals werden darin auch die weiteren Beziehungen der Wiener Werkstätte zu Zürich und zur Schweiz dargestellt, die 1917 mit der Grün­ dung einer eigenen Filiale an der Zürcher Bahnhofstrasse ihren Höhepunkt fanden. Der Band ist reichhaltig illustriert mit Abbildungen von rund 180 Werken, darunter Gemälde, Entwürfe, Möbel, Schmuck und anderes mehr. Tobias G. Natter ist freier Kurator für führende Kunstmuseen weltweit, Autor zahlreicher Publikationen und Herausgeber der Werkverzeichnisse Klimt (2012) und Egon Schiele (2017). Rainald Franz ist Kustos der Sammlung Glas & Keramik am Museum für angewandte Kunst MAK in Wien. Niklaus M. Güdel ist Direktor der Archives Jura Brüschweiler, Schriftsteller und Kunstkritiker. Monika Mayer leitet Archiv und Provenienzforschung am Museum Belvedere in Wien. Elisabeth Schmuttermeier ist ehemalige Kuratorin und Leiterin des Wiener Werkstätte Archivs am Museum für angewandte Kunst MAK in Wien.

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Einblicke in eine pulsierende Szene: Porträts von rund fßnfzig innovativen Schweizer Modelabels


Herausgegeben vom Museum für Gestaltung Zürich, Karin Gimmi und Christoph Hefti

Ein höchst attraktiver Überblick der innovativen Schweizer Modeszene, der rund fünfzig Labels und ihre aktuellen Arbeiten präsentiert

Gestaltet von Marietta Eugster

Reich illustriert mit Modeshootings und Kampagnenbildern

Broschur ca. 140 Seiten, ca. 200 farbige Abbildungen 23 × 28,5 cm 978-3-03942-015-5 Deutsch / Englisch ca. sFr. 29.– | € 29.–

Eingebettete Print-in-MotionVideos zeigen Designer in ihren Ateliers und Interviews mit Modeexperten und -expertinnen Erscheint anlässlich der gleich­ namigen Ausstellung im Museum für Gestaltung Zürich (Standort Ausstellungsstrasse, bis 11. April 2021)

Erscheint im Februar 2021

ISBN 978-3-03942-015-5

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Wild Thing – Modeszene Schweiz

Mode ohne Massenproduktion, ohne Hollywood und internationale Fashion Weeks? Fernab vom Scheinwerferlicht und vom Diktat der grossen Modezentren erproben in der Schweiz kleine Labels, Kollektive, junge Studienabsolventinnen und Studienabsol­ venten sowie etablierte Modemarken ihr Potenzial. Kreative Gestalterinnen und Ge­ stalter positionieren sich auf eigene Faust in Berlin, jonglieren im Modezirkus in Paris mit oder richten in der Schweiz clevere Businesssysteme ein. Das Buch Wild Thing – Modeszene Schweiz, das anlässlich einer Ausstellung im Mu­ seum für Gestaltung Zürich erscheint, nimmt sich dieser Entwicklung und der daraus entstehenden Produkte an. Es vermittelt aktuelle Themen – wie den Minimalismus oder die Infragestellung etablierter Identitätszuschreibungen –, die Entwürfe, Design­ konzepte und Prozesse prägen. Zahlreiche Abbildungen zeigen Looks und Kreationen bedeutender Labels, ausgewählte Outfits, Stofferfindungen und Kollektionspräsenta­ tionen. Zusammen mit kurzen Interviews, Porträts der Designerinnen und Designer und Themenbeiträgen entsteht so eine höchst attraktive Momentaufnahme der kreati­ ven und pulsierenden Modeszene Schweiz. Das Buch ist zudem mit kurzen Print-in-Motion-Videos verknüpft, die starten, wenn Lesende die Kamera ihres Mobiltelefons oder Tablets auf die entsprechende Abbildung richten. Zu sehen sind Videos zu Designern, Interviews mit Modeexpertinnen und Modeexperten sowie Beiträge von Modeschulen. Karin Gimmi ist Kunsthistorikerin und Kuratorin am Museum für Gestaltung Zürich. Christoph Hefti ist Designer und lebt in Zürich und Brüssel. 2009 wurde er mit dem Schweizer Grand Prix Design ausgezeichnet.

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Der Beginn einer neuen Schaffensphase: Paul Klees Studien zur polyphonen Malerei

Weiterhin lieferbar in der Reihe Schlüsselwerke der Schweizer Kunst:

Walburga Krupp Sophie Taeuber-Arp – Equilibre 978-3-85881-662-7 Deutsch / Englisch sFr. 29.– | € 29.–

Angelika Affentranger-Kirchrath Franz Gertsch – Rüschegg 978-3-85881-663-4 Deutsch / Englisch sFr. 29.– | € 29.–


Herausgegeben von Angelika Affentranger-Kirchrath

Eine fundierte Studie zu Paul Klees Gemälde Ad Parnassum, einem Schlüsselwerk im Schaffen des Malers

Gestaltet von Arturo Andreani Gebunden ca. 96 Seiten, ca. 40 farbige Abbildungen 21,5 × 25 cm 978-3-03942-011-7 Deutsch / Englisch ca. sFr. 29.– | € 29.–

Beleuchtet den Entstehungshintergrund von Klees Suche nach einer polyphonen Malerei in Analogie zur mehrstimmigen Musik

Erscheint im April 2021

ISBN 978-3-03942-011-7

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783039 420117

Oskar Bätschmann

Paul Klee – Ad Parnassum Schlüsselwerke der Schweizer Kunst In den 1920er-Jahren begann Paul Klee (1879–1940), sich intensiv mit der polyphonen Malerei – der mehrstimmigen Malerei in Analogie zur Musik – auseinanderzusetzen. Die Studien des unermüdlichen Experimentators fanden ihren Anfang zunächst am Bauhaus in Dessau, entwickelten sich während seiner Zeit an der Kunstakademie Düsseldorf weiter und fanden ab 1933 mit Klees Rückkehr nach Bern ihren Abschluss. Der international anerkannte Kunsthistoriker Oskar Bätschmann erkundet in diesem Band dessen Haupt- und Schlüsselwerk Ad Parnassum (1932). Das Gemälde entstand kurz nach Klees Weggang vom Bauhaus und steht sinnbildlich für eine neue Ära sowie die Selbstfindung des Künstlers. Bätschmann dokumentiert das Streben des Künstlers nach einer Verbindung von Musik und Malerei in den Klängen der Farben und in der rhythmischen Bewegung farbiger Punkte. Reich illustriert setzt das Buch am Beispiel dieses Schlüsselwerks Klees polyphones Kunstverständnis in einen kunsthistorischen Kontext und gibt Aufschluss über das synästhetische Denken, das in jenen Jahren aufkam. Oskar Bätschmann lehrte bis 2009 als Professor für Kunstgeschichte der Neuzeit und der Moderne an der Universität Bern. Er war Mitglied der Paul-Klee-Stiftung und Mitinitiator des von 1998 bis 2004 erschienenen Catologue raisonné des Künstlers.

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Eine zeitgemässe und reflektierte Auseinandersetzung mit der Art brut am Beispiel einer beeindruckenden Sammlung


Herausgegeben von Markus Landert

Kunstschaffen von Aussenseitern der Gesellschaft ist ein Thema von anhaltender Aktualität und erhält zunehmende Aufmerksamkeit

Mit Beiträgen von Martina Denzler, Markus Landert, Rolf Röthlisberger und Astrid Sedlmeier

Präsentiert erstmals einen Überblick über eine herausragende Sammlung von Aussenseiterkunst und Art brut

Gestaltet von Urs Stuber In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Thurgau

Erscheint anlässlich der gleich­ namigen Ausstellung im Kunst­ museum Thurgau (21. März bis 19. Dezember 2021)

Gebunden ca. 320 Seiten, 320 farbige Ab­ bildungen 23 × 30 cm 978-3-03942-014-8 Deutsch ca. sFr. 59.– | € 58.– Erscheint im März 2021

ISBN 978-3-03942-014-8

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783039 420148

Jenseits aller Regeln Aussenseiterkunst – ein Phänomen

Während über dreissig Jahren hat Rolf Röthlisberger, passionierter Sammler und ehe­ maliger Leiter des Psychiatrie-Museums der Klinik Waldau bei Bern, eine beeindru­ ckende Sammlung von Aussenseiterkunst zusammengetragen, die von den 1920erJahren bis ins frühe 21. Jahrhundert reicht. Sie vereint Werke von künstlerisch tätigen Menschen, die wegen psychischer Krankheit, kognitiver Beeinträchtigung oder ande­ rer widriger Umstände am Rand der Gesellschaft stehen. Mit den Künstlerinnen und Künstlern in engem Kontakt stehend, erwarb Röthlisberger die Werke bei persönlichen Besuchen in Kliniken, Ateliers oder Privatwohnungen direkt von ihnen. Dieses Buch, das anlässlich einer Ausstellung im Kunstmuseum Thurgau erscheint, präsentiert erstmals eine grosse Auswahl von Werken aus der Sammlung Rolf Röthlis­ bergers. Neben der Sammlung als solcher rückt die Theorieentwicklung rund um die Aussenseiterkunst in den Fokus. Markus Landerts Essay widmet sich dem Umgang mit der Kunst aus einer verrückten Welt. Kurztexte von Martina Denzler, Astrid Sedl­ meier und Markus Landert untersuchen die Schwerpunkte der Sammlung anhand von Hauptwerken. Ein Interview mit Rolf Röthlisberger schliesslich gibt Einblick in die Entstehung seiner herausragenden Sammlung. Markus Landert ist Kunsthistoriker und Direktor des Kunstmuseums des Kantons Thurgau / Ittinger Museum. Er ist Autor zahlreicher Artikel zur Art brut.

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Kunst und Heilung: Emma Kunz’ faszinierendes Gesamtwerk im Spiegel der Gegenwart


Herausgegeben von Yasmin Afschar

Greift mit Spiritualität und alter­ nativen Heilmethoden aktuelle Themen auf, die Kunstschaffende und die Gesellschaft gleicher­ massen beschäftigen

Mit Beiträgen von Yasmin Afschar, Lars Bang Larsen, Elise Lammer, Ingo Niermann, Marco Pasi, Julia Voss u.a.

Die künstlerischen Arbeiten der Forscherin und Naturheilpraktikerin Emma Kunz finden international grosse Beachtung und wurden in jüngster Zeit in Venedig, München, London und Tel Aviv gezeigt

In Zusammenarbeit mit dem Aargauer Kunsthaus, Aarau Gestaltet von Atlas Studio Broschur ca. 208 Seiten, ca. 200 farbige Abbildungen 23 × 31 cm 978-3-85881-682-5  Deutsch / Englisch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Werkabbildungen und Interviews zeigen künstlerische Positionen der Gegenwart im Dialog mit dem Werk und Wirken von Emma Kunz Erscheint zur gleichnamigen Ausstellung im Aargauer Kunsthaus, Aarau (23. Januar bis 24. Mai 2021)

Erscheint im März 2021

ISBN 978-3-85881-682-5

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Kosmos Emma Kunz Eine Visionärin im Dialog mit zeitgenössischer Kunst

Die Aargauer Forscherin, Naturheilpraktikerin und Künstlerin Emma Kunz (1892– 1963) schuf Zeichnungen auf der Grundlage von Fragen und Visionen, die sie durch Pendeln auf Millimeterpapier kartografierte. Davon ausgehend erarbeitete sie kom­ plexe Systeme aus Linien, Formen und Flächen. Das Werk der Autodidaktin, die das Pendel auch für ihre Arbeit als Heilerin verwendete, ist ein frühes Beispiel eines erwei­ terten Kunstbegriffs. Im Buch tritt Kunz’ Wirken in einen Dialog mit Positionen der zeitgenössischen Kunst. Werke von Agnieszka Brzeżańska, Joachim Koester, Goshka Macuga, Shana Moulton, Rivane Neuenschwander, Mai-Thu Perret und anderen nehmen Themen auf, die dem Schaffen von Emma Kunz verwandt sind, und erlauben so einen frischen Blick darauf. Neben Interviews mit den Künstlerinnen und Künstlern widmen sich Essays der Wir­ kungsgeschichte des Visionären in der Kunst und heben die Aktualität der Arbeiten von Emma Kunz hervor. Ein innovativer Ausstellungsrundgang per 3D-Laserscan­ technologie vervollständigt das Buch. Yasmin Afschar ist Kunsthistorikerin und seit 2018 Kuratorin am Aargauer Kunsthaus, Aarau.

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Ruth Schweikert

Nach dem Wochenende

Weekend Project I, 2003, 30-teilige Serie, Eitempera auf Leinwand, montiert auf MDF, je 41 x 32 cm, Privatsammlung 15

Schaumgeboren ist Aphrodite, die Göttin der Liebe und der Schönheit; von Zeiträumen träumte ihr, von Äonen und Augenblicken, von Ewigkeitssehnsucht und rasendem Stillstand auch. Raumträume, die sich in Traumräume verwandeln, während Betrachter*innen gedankenverloren vor dreissig Tableaus stehen, die je ein mit dunkelgelber, weisslich schäumender Flüssigkeit (mehr oder minder) gefülltes (Bier-)Glas zeigen. Sogleich steigen weitere Bilder auf, Erinnerungen an Sommerabende unter Platanen, an Blätterrauschen, Kieselsteine und Seeluft; wechselnde Lichtspiele, die eine Zeit lang haften bleiben auf menschlichen Netzhäuten, während am Nebentisch jemand eine Geschichte erzählt, von einem japanischen Pilz namens Matsutake, oder wie Indonesien, damals niederländisch Ostindien, zur Weltausstellung 1900 in Paris einen gigantischen Baldachin verschifft habe, gewoben von Tausenden von Spinnen, ein hochfiligranes, phantastisches Kunstwerk der Natur – das sich bei seiner Ankunft, wirft eine andere ein, im Hafen von Marseille in einen Haufen Schimmel verwandelt hatte. Weekend Project I, 2003, 30-teilige Serie, Eitempera auf Leinwand, montiert auf MDF, je 41 x 32 cm: ebenso sorgfältig wie die Pinselstriche sind auch die Materialangaben zum Werk; gemalt hat Christoph Hänsli die dreissig Bilder im Jahr 2003, in Erinnerung vielleicht an, in Vorwegnahme und / oder während des schon damals – etwas übereilt! – sogenannten Jahrhundertsommers; wer ihn erlebt hat, erinnert sich an eine schier endlose Aneinanderreihung überhitzter Tage; genauso gut allerdings, denke ich, könnten die Vorlagen aus den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts stammen oder gar aus den Roaring Twenties. Trinkgefässe und Tranksame, die Gläser, das Bier: Beides hat sich, seit meine längst verstorbenen Grosseltern sich in einem Berliner Biergarten zum ersten Mal zuprosteten, nicht wesentlich verändert; auch die verwendeten Arbeitsmaterialien, Eitempera und Leinwand, gehören seit vielen Jahrhunderten zum Werkzeug bildender Künstler*innen. Einzig die (unsichtbar verhüllten) MDF-Platten verweisen auf eine Zeit ab den späten Achtzigerjahren, als die mitteldichte Holzfaserplatte sich weltweit verbreitete. Dreissig Tableaus also mit dreissig Feierabendbieren, keines ganz ausgetrunken, Schaum oder Schaumspuren in jedem Glas; an einen Einzelnen denke ich, an dreissig Momentaufnahmen im Laufe der Zeit, von Frühling bis Hochsommer, von Spätherbst bis Wintereinbruch, oder gar von 1941 bis 2018, vom ersten, heimlichen Bier des vierzehnjährigen Maurerlehrlings bis zum letzten, unter Auslassung einiger Hunderter oder Tausender Stangen, Chübeli, Herrgöttli, je nach Trinktemperament, Lebensdauer und Bierdurst. An dreissig Freund*innen dachte ich, die sich auf ein Feierabendbier treffen – bloss wo? Denn weit und breit ist kein Biergarten in Sicht, weder ein nettes Quartier-Restaurant noch eine Hafenbar, auch keine Kleine Kneipe in unserer Strasse, und so trinkt jede*r für sich, zu Hause im Nirgendwo, oder nirgendwo zu Hause, Somewheres, Anywheres and everyone beyond, vor normiert-neutralem Bildhintergrund, der nichts von sich preisgibt, keine weiteren 16

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Kommode, 1999, Eitempera auf Leinwand, 94 x 115 cm Ohne Titel, 1996, Eitempera und Acryl auf Leinwand, 170 x 230 cm, Kunstsammlung der Zürcher Kantonalbank

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Die stille Poesie des Alltäglichen, mit Texten von zehn bekannten Autorinnen und Autoren

Ohne Titel, 2001 / 02, neun Koffer, Auskleidung Acryl auf Baumwolle, je ca. 18 x 55 x 40 cm, Installation variabel

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Beratung, 2013, Öl und Acryl auf Leinwand, montiert auf MDF, 27 x 51.5 cm, Privatsammlung

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32 Fenchelsalami, 2017, Gips, Acryl, Pigment, Lack, Schnur, sortiert, je 33 x 6 x 6 cm, Installation variabel

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Herausgegeben von Franziska Stern-Preisig

Zeigt zwischen 1998 und 2020 entstandene Arbeiten des inter­ national beachteten Schweizer Malers und Konzeptkünstlers Christoph Hänsli in einer Aus­ stellungspräsentation

Mit Beiträgen von Christian Hackenberger, Cathérine Hug, Juerg Judin & Pay Matthis Karstens, Tim Krohn, Friedrich Meschede, Gianna Molinari, Erik Porath, Judith Schalansky, Ruth Schweikert und Ulrike Vedder

Mit Texten zu den Werken von zehn bekannten Schriftstellerinnen, Galeristen, Kuratorinnen, Künstlern und Wissenschaftlerinnen

Gestaltet von Atelier Pol, Bern In Zusammenarbeit mit der Villa Renata, Basel Broschur 100 Seiten, 39 farbige Abbildungen 21,5 × 29,5 cm 978-3-03942-002-5 Deutsch sFr. 39.– | € 38.– Lieferbar

ISBN 978-3-03942-002-5

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Christoph Hänsli – Die Konferenz der Dinge

Der Schweizer Konzeptkünstler Christoph Hänsli (*1963) – international bekannt ge­ worden durch das Werk Mortadella – bedient sich in erster Linie der Malerei als Medium. Als Motive wählt er häufig Gegenstände, die an Alltäglichkeit kaum zu überbieten sind. So entstehen empathische Porträts von Staubsaugern, Koffern, Bier­ gläsern, Archivschachteln oder auch vom Hauptschalter eines Krematoriums. Vergäng­ lichkeit, Abwesenheit und Erinnerung sind wichtige Themen seines Schaffens. In diesem Buch haben zehn Autorinnen und Autoren ein Bild gewählt, das sie beson­ ders anspricht, und einen Text dazu verfasst. Dazu gehören die Schriftstellerinnen Judith Schalansky, Ruth Schweikert und Gianna Molinari und der Schriftsteller Tim Krohn, die Galeristen Juerg Judin und Pay Matthis Karstens, der Kurator Friedrich Meschede und die Kuratorin Cathérine Hug, die Literaturwissenschaftlerin Ulrike Vedder, der Chemieprofessor Christian Hackenberger und der Philosoph, Medienwis­ senschaftler und Künstler Erik Porath. So ist eine wunderbar liebevolle Hommage an die berückende Banalität der Dinge entstanden. Franziska Stern-Preisig ist die Gründerin und Geschäftsführerin der Villa Renata in Basel.

Scheidegger & Spiess Frühjahr 2021

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Herausgegeben vom Kunsthaus Zürich

Erscheint anlässlich der Fertigstellung von David Chipperfields Erweiterungsbau für das Kunsthaus Zürich im Dezember 2020

In Zusammenarbeit mit der Einfachen Gesellschaft KunsthausErweiterung

Die Fertigstellung des neuen Erweiterungsbaus markiert den grössten Entwicklungssprung in der Geschichte des Kunsthaus Zürich

Gestaltet von Stefan Hunziker Corti, Büro4 Broschur 52 Seiten, 57 farbige und 5 sw Abbildungen 19 × 23 cm 978-3-85881-696-2 Deutsch 978-3-85881-875-1 Englisch 978-3-85881-876-8 Französisch sFr. 15.– | € 15.– Lieferbar ISBN 978-3-85881-696-2

Kunsthaus Zürich: ein Kunstmuseum für das 21. Jahrhundert

ISBN 978-3-85881-875-1

Deutsch Englisch

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783858 816962

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783858 818751

ISBN 978-3-85881-876-8

Französisch

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783858 818768

Das neue Kunsthaus Zürich Museum für Kunst und Publikum

Weiterhin lieferbar:

Die Baugeschichte des Kunsthaus Zürich 1910–2020 978-3-85881-676-4  Deutsch 978-3-85881-859-1  Englisch 978-3-85881-860-7  Französisch sFr. 19.– | € 19.– ISBN 978-3-85881-676-4

ISBN 978-3-85881-859-1

Deutsch Englisch

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783858 816764

ISBN 978-3-85881-860-7

Französisch

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Im Dezember 2020 wird David Chipperfields markanter Erweiterungsbau des Kunst­ haus Zürich fertiggestellt. Damit ist das Kunsthaus auf nahezu doppelte Grösse ge­ wachsen und – zusammen mit den vorangegangenen Umbauten und Sanierungen der älteren Gebäude – zu einem zeitgemässen Kunstmuseum des 21. Jahrhunderts ge­ worden. Nach dem im Frühjahr 2020 erschienenen Band Die Baugeschichte des Kunsthaus Zürich 1910–2020 stellt dieses Buch nun das neue Kunsthaus umfassend vor. Es zeigt auf, wie die Bauaufgabe für ein Museum im 21. Jahrhundert gelöst werden konnte. Konzise Texte, Aussagen von Projektbeteiligten und von künftigen Besucherinnen und Nutzern sowie zahlreiche Abbildungen zeichnen den Entstehungsprozess des Er­ weiterungsprojekts und den Bauablauf nach und betrachten das vollendete Werk aus unterschiedlichen Perspektiven. Das Buch beleuchtet auch die Bedürfnisse, die ein Museumsbau heutzutage erfüllen muss. Es untersucht, welche architektonischen und städtebaulichen Qualitäten gefragt sind und welche finanziellen und organisatorischen Herausforderungen dies alles für die Projektrealisierung bedeutete. In einem Gespräch mit Expertinnen und Experten wird schliesslich der Frage nachgegangen, wie der Neubau und das neue Kunsthaus insgesamt die unmittelbare Umgebung und die Stadt als Ganzes verändern. Das Kunsthaus Zürich ist eines der führenden Kunstmuseen Europas und ab 2021 das grösste der Schweiz. Seine Sammlung umfasst Werke vom Mittelalter bis zur Gegenwart mit besonderen Schwerpunkten auf dem französischen Impressionismus und Postimpressionismus sowie der klassischen Moderne.

Scheidegger & Spiess Frühjahr 2021

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Herausgegeben von The Missing Link

Untersucht das Phänomen Traum in seiner Vielfältigkeit als Angriff auf unsere Selbstverständlichkeiten ebenso wie hinsichtlich der Ausweitung unserer Möglichkeiten

Gestaltet von Studio Sauvage Gebunden ca. 256 Seiten, ca. 150 farbige und sw Abbildungen 22,5 × 28,5 cm 978-3-03942-018-6 Deutsch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Behandelt eine breite Themen­ palette aus Kunst, Architektur, Psychologie, Theater, Film und Wissenschaft Bietet neue Texte von Künstlerinnen, Kulturwissenschaftlern, Architektinnen und Psychoanalytikern, die aller hier erstmals veröffentlicht werden

Erscheint im April 2021 ISBN 978-3-03942-018-6

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Mit Beiträgen u.a. von Elisabeth Bronfen, Olaf Knellessen, Una Szeemann, San Keller, Andres Bosshard, Florian Faller und Manuel Zahn

783039 420186

Träume gestalten die Entwürfe unserer Welt und unserer Kultur

Traumstationen – Geheimagent Traum Versuche zur Spannung zwischen Anonymität und Individualität

Träume sind nicht nur Ausdruck der Psyche, sondern auch Verarbeitungen von Er­ fahrungen mit der uns umgebenden Welt. Sie bringen unterschiedlichste Zeiten und Räume zusammen. Dieses Buch ist aus einem Gemeinschaftsprojekt des Psychoana­ lytischen Seminars Zürich und des Zürcher Theaters Neumarkt mit Künstlerinnen, Intellektuellen und Psychologen zum Thema hervorgegangen. Dies unter aktiver Teil­ nahme der Bevölkerung: An verschiedenen Orten wurden «Traumboxen» aufgestellt, in die man aufgeschriebene Träume einwerfen konnte, zudem wurden Träume über eine telefonische Hotline, eine E-Mail-Adresse und sogar eine mobile Traumstation, eine Velo-Rikscha, gesammelt. Im Buch wird das Phänomen Traum nun u. a. von Künstlerinnen, Kulturwissenschaft­ lern, Architektinnen und Psychoanalytikern in seiner Vielfältigkeit und seinem Schil­ lern, in seiner Lust wie in seinem Schrecken, als Angriff auf unsere Selbstverständlich­ keiten wie hinsichtlich der Ausweitung unserer Möglichkeiten untersucht. So bringt es – wie der Traum selbst – unterschiedliche Medien zusammen: die Sprache, den Text und seine Geschichten ebenso wie den Film und die Bilder, die Musik und ihre Stim­ men. Entstanden ist eine spannende Mischung von Text- und Kunst-Beiträgen, die ein weites Themenfeld aufspannen, das vom Traum in Game-Design und Experimental­ film bis hin zu Shakespeare reicht, der Traum, Bühne und Wahn ständig miteinander verwoben hat. The Missing Link ist eine Initiative des Psychoanalytischen Seminars Zürich. Der gleichnamige Preis für Psychoanalyse wird für hervorragende Arbeiten im interdisziplinären Austausch der Psychoanalyse mit anderen wissenschaftlichen Disziplinen verliehen.

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SEPTEMBER 5, 2016, NEW YORK

CHARLIE SCHEIPS

INTERVIEW SECTION NEWS P 93 ELECTION P 107 EXPERTISE P 122 FUTURE P 145 DREAMS P 156

I think there are larger social forces than the president of the United States. CULTURAL HISTORIAN

LYDIA FAITHFULL, LAS VEGAS, NV

JESSE LEE JONES, NASHVILLE, TN

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Ein faszinierendes Porträt der USA in Zeiten der Ungewissheit

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social forces, void the antics just a consumer. revolutionary act cornerstone Darwinian jukebox pictures policies? Climate change social control and vote. Blind trust, porno it’s online, common thread ideology. capture moments, weaker 47

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Herausgegeben von Ludovic Balland mit Pauline Mayor

Eine neue Auswahl und Zusammenstellung aus dem Material, das Ludovic Balland 2016 für sein viel beachtetes «Archiv amerikanischer Leserinnen und Leser» zusammengetragen hat

Fotografien und Texte von Ludovic Balland. Mit Vorworten von Julien Gester, Brice Matthieussent und Hilar Stadler

Die Originalausgabe American Readers at Home wurde mit dem German Design Award 2019 in Gold und in den Wettbewerben der Schönsten Deutschen Bücher und Schönsten Schweizer Bücher 2018 ausgezeichnet

Gestaltet von Ludovic Balland Broschur 276 Seiten, 69 farbige und 139 sw Abbildungen 24 × 33 cm 978-3-85881-880-5 Englisch sFr. 39.– | € 38.– Lieferbar

ISBN 978-3-85881-880-5

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American Readers at Home – New Cut

«Ein faszinierendes Zeitdokument der Widersprüchlichkeiten», schrieb Die Zeit, als American Readers at Home 2018 erschien. Der Schweizer Publizist Daniel Binswanger nannte es «die Psychoanalyse der amerikanischen Mediennutzung». Bald schon war das Buch vergriffen, was wohl auch an den vielen Auszeichnungen lag, die es erhielt: German Design Award 2019 in Gold, Schönste Deutsche Bücher, Schönste Schweizer Bücher. Nun legt der Gestalter und Fotograf Ludovic Balland eine neue Zusammenstellung seines viel beachteten Materials vor: American Readers at Home – New Cut. Auf 276 Seiten verbinden sich Fotografien von Stadtlandschaften, Interviews mit ameri­ kanischen Zeitungslesern über ihre Mediengewohnheiten, Fotoporträts derselben Men­ schen sowie Faksimiles von Zeitungsseiten und zu Collagen zusammengefügte State­ ments über den Zustand der USA im 21. Jahrhundert. Aufgenommen hat Ludovic Balland die Interviews und die Fotografien im Präsidentschaftswahlkampf 2016. Aber nichts davon hat an Aussagekraft oder Dringlichkeit verloren – im Gegenteil! Julien Gester, Kulturjournalist für Libération, und der Kurator Hilar Stadler haben neue Vorworte beigesteuert. Ludovic Balland lebt und arbeitet als Grafikgestalter und Entwickler kompletter Buchkonzepte in Basel. Er ist Professor für Typografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.

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Die Welt mit der Kamera befragen: Das Lebenswerk der Fotojournalistin Pia Zanetti


Herausgegeben von Peter Pfrunder mit Jürg Trösch

Erste umfassende Monografie über Pia Zanetti, eine der wichtigsten Schweizer Fotojournalistinnen

Mit Beiträgen von Nadine Olonetzky und Peter Pfrunder

Reich illustriert, auch mit teilweise bisher unveröffentlichtem Material aus dem Archiv der Fotografin

In Zusammenarbeit mit der Fotostiftung Schweiz und Codax Publisher

Erscheint anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz (23. Januar bis 23. Mai 2021)

Gestaltet von Hanna Williamson-Koller

Klappenbroschur 196 Seiten, 153 farbige und 199 sw Abbildungen 24 × 34 cm 978-3-03942-008-7 Deutsch sFr. 49.– | € 48.– Erscheint im Januar 2021 ISBN 978-3-03942-008-7

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Pia Zanetti. Fotografin

Die Fotografin Pia Zanetti, geboren 1943, arbeitete nach ihrer Lehre als Fotografin in Basel ab 1963 für die wichtigsten in- und ausländischen Printmedien und für zahlreiche NGOs. Hartnäckig behauptete sie sich in einer Domäne, die lange Zeit von Männern dominiert wurde. Sie bereiste zunächst Europa, später die ganze Welt. Dabei galt ihr Interesse immer den Menschen, die sie auf der Strasse, bei der Arbeit oder in der Freizeit aufnahm. Einfühlsam, kritisch und präzis hielt sie kleine und grosse Dramen fest – in einem Alltag, der immer auch von der Politik mitgeprägt war. Pia Zanetti. Fotografin gibt mit einem umfangreichen Bildteil Einblick in das lang­ jährige und vielfältige Schaffen der Fotojournalistin. Aus ihrem Archiv wurden jene Aufnahmen ans Licht geholt, die mehr als Dokumente sind – einprägsame Bilder, in denen Pia Zanetti Ereignissen und Begegnungen mit Menschen ein Stück Poesie abge­ rungen hat. Nadine Olonetzky zeichnet Pia Zanettis Werdegang und ihr Schaffen nach, Peter Pfrunder beschäftigt sich mit ihrem charakteristischen Blick und der Wir­ kung ihrer Bilder. Eine Würdigung von Leben und Werk einer Fotografin, die mit der Kamera die Solidarität und den Widerstand gegen Unrecht festhielt, aber auch jene glücklichen Momente einfing, in denen Träume wahr werden. Peter Pfrunder ist Publizist mit Spezialgebiet Fotografie, Kultur- und Alltagsgeschichte und seit 1998 Direktor und Kurator der Fotostiftung Schweiz.

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Ernst Heiniger in seinem Wohnatelier an der Bahnhofstrasse, Zürich, 1945-65

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Von Engwang im Thurgau nach Hollywood: Fotograf und Kurzfilmpionier Ernst A. Heiniger 79

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machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rhetorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort “und” und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immernoch. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem New York City, 1940 → S. 50 gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rhetorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort “und” und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immernoch. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rhetorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy.

Testen im Schnee, 1940 → S. 50

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Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort “und” und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immernoch. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rhetorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme wäre sie zigmal umgeschrieben worden und alles, was von ihrem Ursprung noch übrig wäre, sei das Wort “und” und das Blindtextchen solle umkehren und wieder in sein eigenes, sicheres Land zurückkehren. Doch alles Gutzureden konnte es nicht überzeugen und so dauerte es nicht lange, bis ihm ein paar heimtückische Werbetexter auflauerten, es mit Longe und Parole betrunken machten und es dann in ihre Agentur schleppten, wo sie es für ihre Projekte wieder und wieder mißbrauchten. Und wenn es nicht umgeschrieben wurde, dann benutzen Sie es immernoch. Weit hinten, hinter den Wortbergen, fern der Länder Vokalien und Konsonantien leben die Blindtexte. Abgeschieden wohnen sie in Buchstabhausen an der Küste des Semantik, eines großen Sprachozeans. Ein kleines Bächlein namens Duden fließt durch ihren Ort und versorgt sie mit den nötigen Regelialien. Es ist ein paradiesmatisches Land, in dem einem gebratene Satzteile in den Mund fliegen. Nicht einmal von der allmächtigen Interpunktion werden die Blindtexte beherrscht – ein geradezu unorthographisches Leben. Eines Tages aber beschloß eine kleine Zeile Blindtext, ihr Name war Lorem Ipsum, hinaus zu gehen in die weite Grammatik. Der große Oxmox riet ihr davon ab, da es dort wimmele von bösen Kommata, wilden Fragezeichen und hinterhältigen Semikoli, doch das Blindtextchen ließ sich nicht beirren. Es packte seine sieben Versalien, schob sich sein Initial in den Gürtel und machte sich auf den Weg. Als es die ersten Hügel des Kursivgebirges erklommen hatte, warf es einen letzten Blick zurück auf die Skyline seiner Heimatstadt Buchstabhausen, die Headline von Alphabetdorf und die Subline seiner eigenen Straße, der Zeilengasse. Wehmütig lief ihm eine rhetorische Frage über die Wange, dann setzte es seinen Weg fort. Unterwegs traf es eine Copy. Die Copy warnte das Blindtextchen, da, wo sie herkäme


Herausgegeben von Katharina Rippstein, Fotostiftung Schweiz

Erste umfassende Monografie zum Schaffen von Ernst A. Heiniger als Fotograf und Filmer

Mit Beiträgen von Patricia Banzer, Katharina Rippstein und Muriel Willi

Präsentiert reiches und teilweise erstmals publiziertes Bildmaterial aus Heinigers Archiv

Gestaltet von Anna Haas

Erscheint anlässlich der gleich­ namigen Ausstellung in der Fotostiftung Schweiz (4. Juni bis 10. Oktober 2021)

Gebunden ca. 256 Seiten, ca. 80 farbige und 120 sw Abbildungen 22,5 × 28,5 cm 978-3-03942-006-3 Deutsch ca. sFr. 49.– | € 48.– Erscheint im Juni 2021

ISBN 978-3-03942-006-3

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Good Morning, World! Fotografien und Filme von Ernst A. Heiniger

Ernst A. Heiniger (1909–1993) begann 1929 autodidaktisch im Stil des Neuen Sehens zu fotografieren. In den 1930er-Jahren betrieb er mit Heiri Steiner in Zürich ein inno­ vatives Atelier für Fotografie und Grafik, gestaltete Plakate und publizierte mit Puszta Pferde 1936 eines der ersten modernen Fotobücher der Schweiz. Anlässlich der Weltausstellung der Photographie in Luzern lernte er 1952 Walt Disney kennen. Diese Begegnung animierte den Schweizer, der sich in den 1940er-Jahren dem Dokumentar­ film zugewandt hatte, zum Sprung über den Atlantik. Heinigers Filme Ama Girls über japanische Taucherinnen und Grand Canyon liefen jeweils vor Disneys Animationsfil­ men und wurden beide 1959 als beste Kurzfilme mit Oscars ausgezeichnet. Ernst A. Heinigers Archiv befindet sich seit 2014 in der Fotostiftung Schweiz und bildet die Basis für diese erste umfassende Monografie. Reich bebildert mit den wich­ tigsten Fotografien, Fotografiken, Buchgestaltungen und Filmstills, stellt das Buch Heinigers umfangreiches Schaffen in einer repräsentativen Auswahl vor. In den beglei­ tenden Essays geht Patricia Banzer auf biografische Spurensuche, Katharina Rippstein untersucht Heinigers Landschaftsfotografie und Muriel Willi nimmt eine fotohistori­ sche Einordnung seines Werks vor. Ernst A. Heiniger, geboren 1909 in Engwang (Kanton Thurgau), hatte von 1942 bis 1986 ein Wohnatelier an der Zürcher Bahnhofstrasse. Ab 1953 war er für seine Filmprojekte in den USA und der ganzen Welt unterwegs und starb 1993 in Los Angeles. Katharina Rippstein ist Leiterin des Bildarchivs der Fotostiftung Schweiz und kuratiert im Frühjahr 2021 die dortige Ausstellung zu Ernst A. Heiniger in Zusammenarbeit mit Teresa Gruber, Koordinatorin der Sammlung und Kuratorin der Fotostiftung Schweiz.

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Das Phänomen Bauernsterben als persönliches fotografisches Tagebuch

Weiterhin lieferbar:

Tomas Wüthrich Doomed Paradise 978-3-85881-642-9 Deutsch / Englisch / Penan ISBN 9783858813374 sFr. 49.– | € 48.–

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Fotografien von Tomas Wüthrich

Künstlerisch-dokumentarische und sozioökonomische Annäherung an das Thema Bauernsterben anhand eines zugänglichen Einzelschicksals

Texte von Peter Pfrunder und Balz Theus Gestaltet von Atlas Studio

Besticht durch die intime und unmittelbare Bildsprache von Wüthrichs Fotografien

Gebunden 168 Seiten, 73 Duplex-Abbildungen 22 × 30 cm 978-3-85881-681-8 Deutsch 978-3-85881-878-2 Französisch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Erscheint zur Ausstellung Mur blanc #04: Tomas Wüthrich HOF NR. 4233 im Musée gruérien, Bulle (4. Februar bis 18. April 2021)

Erscheint im Januar 2021 ISBN 978-3-85881-681-8

ISBN 978-3-85881-878-2

Deutsch Französisch

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Tomas Wüthrich

Hof Nr. 4233 Ein langer Abschied Der Fotograf Tomas Wüthrich wuchs auf einem Bauernhof in Kerzers im Kanton Frei­ burg auf. Als dieser aufgelöst werden muss, hält er die letzten zwölf Monate täg­licher Arbeit seiner Eltern und die Momente der Aufgabe des Hofs mit der Kamera fest: die Unterschrift des Vertrags mit dem neuen Pächter, den Abtransport der Kühe, das letz­ te grosse Aufräumen im leeren Stall. Entstanden sind Bilder von einer Nähe, wie sie nur selten zu sehen sind. Seine schwarz-weissen Fotografien zeigen ein individuelles Schicksal, das stellvertretend für das kollektive Bauernsterben und den tiefgreifenden Wandel steht, in dem sich die Landwirtschaft in der Schweiz schon seit vielen Jahren befindet. Das Buch zeigt eine sorgfältige Auswahl und Anordnung von 73 Fotografien. Peter Pfrunder, Direktor der Fotostiftung Schweiz, verortet die Bildserie historisch inner­ halb der Bauernfotografie. Der Journalist Balz Theus beleuchtet den bäuerlichen Strukturwandel und eröffnet mittels Gesprächsauszügen mit den Eltern Wüthrichs einen intimen Einblick in ihr Leben. Tomas Wüthrich ist seit 2000 freischaffender Fotograf und lebt in Liebistorf (FR).

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Am Puls der Zeit – Bilder eines Spitals WA LT ER REINH A R T

Spitalbauten prägen ein Ortsbild. Während andere Wahrzeichen einer Stadt eher auf eine Bewahrung ihrer historischen Substanz bedacht sind, stellen Spitäler Zweckbauten dar, die kontinuierlich den sich ändernden Bedürfnissen des Gesundheitswesens anpasst werden müssen. Stetiger Wandel ist deshalb die Regel. Solche Umbauten werden von Zeit zu Zeit von grossen Neubauten abgelöst, welche als Meilensteine in die Spitalgeschichte eingehen.

der bekannte Fotograf Albert Steiner im Auftrag des Spitals 1941 gemacht hatte. Albert Steiner ist berühmt geworden durch seine einzigartigen Landschaftsfotografien des Engadins, was seine vorliegenden Architekturfotografien besonders reizvoll macht. Das Grossbauprojekt SUN hat Ralph Feiner von Anfang an bis zur Eröffnung im Jahr 2020 fotografisch begleitet. Ralph Feiner, welcher für seine Architekturfotografien weitherum bekannt geworden ist, war auf Anhieb begeistert von der Idee eines Fotobuches, in dem die Schwarz-Weiss-Fotografien von damals in einen Dialog treten sollen mit den heutigen digitalen Farbbildern. Klarer könnte man die Entwicklung der Fototechnik nicht darstellen als mit einer solchen Gegenüberstellung am gleichen Objekt. Der Buchtitel Steiner und Feiner war geboren.

Für Graubünden war das Jahr 1941 ein solcher Meilenstein, als auf einer grünen Wiese in Chur erstmals ein Zentrumsspital erbaut wurde, damals Rätisches Kantons- und Regionalspital genannt. Die Architekten waren Fred G. Brun und Rudolf Gaberel, welche als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervorgegangen waren. Zu jener Zeit war ein Spital ein Krankenhaus, dessen hauptsächliche Aufgabe es war, Kranke und Gebrechliche zu beherbergen. Die durchschnittliche Spitalaufenthaltsdauer betrug damals mehr als einen Monat und die Anzahl Verpflegungstage war ein gängiger Leistungsindikator.

Die Silbergelatine-Kontaktabzüge von Albert Steiner wurden mit digitaler Technik reproduziert. Ralph Feiner fotografierte in vergleichbarer Weise den Neubau. Es ging nicht darum, das gleiche Sujet zu suchen und Alt und Neu direkt zu vergleichen. Das wäre auch kaum möglich gewesen, zu unterschiedlich war der Zweck der beiden Bauvorhaben. 1941 waren es Patientenzimmer mit eng stehenden Betten, Aufenthaltsräume für Patienten, Pikettzimmer, Ärzte- und Schwesternesszimmer. Albert Steiners Fotografien, auf der Rückseite mit Bleistift beschriftet, zeigen zum Beispiel «Zugang zum Sonnenbad», «Diakonissen-Schwester bei der Speiseverteilung», «Frühjahrsstimmung, Krankenschwestern und Patienten» und «Schwestern draussen beim Entspannen».

Ein weiterer Meilenstein in der Baugeschichte des Kantonsspitals Graubünden folgte fast 80 Jahre später mit dem Projekt SUN (Sanierung, Umbau und Neubau), dessen erste Etappe 2020 abgeschlossen wurde. Gebaut wurde es von Astrid Staufer und Thomas Hasler Architekten, welche den Wettbewerb gewonnen hatten. Der Neubau, ohne neue stationäre Betten, war nötig geworden, um durch eine grundsätzliche Reorganisation der Abläufe und Patientenpfade mit den rasanten Entwicklungen im ambulanten Bereich Schritt halten zu können. Solche Meilensteine sind Anlass, um auf die Geschichte zurückzuschauen. In diesem Zusammenhang wurde im Staatsarchiv des Kantons Graubünden eine einmalige Serie von 60 Schwarz-Weiss-Fotografien entdeckt, die

Im Jahr 2020 gab es keine derartigen Bilder mehr. Gebaut wurden verschiedene hochinstallierte Bereiche, die es 1941 noch gar nicht gab; Intensivstation, Interme-

sen und Ordensschwestern. Er streckt seine linke Hand einem im Bett liegenden Patienten rettend entgegen, mit der rechten Hand entlässt er offensichtlich genesene Kinder in die Obhut ihrer Eltern. Das verherrlichende Bild des Spitalgeschehens wird irritiert durch einen Kaktus, den der Künstler unverhofft auf die Spitalmauer gesetzt hat. Was er damit symbolisieren wollte, gibt uns Rätsel auf und bleibt sein Geheimnis. Der Eingang selber war eine schlichte Metalltüre, umrahmt von Malereien (Bild Seite 12). Zwei blühende Bäumchen, ein Pferd, mit dem ein gebrechlicher, alter Mann von einem Helfer zu einer weiss gewandeten Gestalt mit wallendem Haar gebracht wird, welche die rechte Hand helfend ausstreckt. Links von der Türe ein «seitliches Kontroll-Fenster für die Nachtschwester», wie es Albert Steiner betitelt hat.

diate Care, Endoskopie, Dialysestation, Schlaflabor und Poliklinik, um nur einige zu nennen. Auch die Tiefgarage war ein Novum. Das Bauvolumen hat überwältigende Dimensionen. Dabei war 2020 erst die eine Hälfte des Hauses H bezugsbereit. Für die Vollendung des Bauvorhabens müssen Teile des alten Gebäudes von 1941 weichen, bevor die weiteren, hochmodernen Räume wie zusätzliche Operationssäle, Notfallstation, Strahlentherapieräume, Labor und andere gebaut werden können. Diese temporäre Schnittstelle zwischen Alt und Neu ziert den Buchumschlag; das Aufeinandertreffen des wappengeschmückten Baus von 1941 und der ersten Etappe des Neubaus von 2020. Die Fotoserien dieses Buches aus zwei verschiedenen Zeitepochen sind Zeugen der Entwicklung der Spitalarchitektur, wie auch der Architektur im Allgemeinen. Auch wenn das Buch nicht primär die technischen Fortschritte in der Medizin über die Zeit darstellen will, führt es doch in aller Deutlichkeit vor Augen, wie vieles sich im Gesundheitswesen geändert hat. Aus dem Krankenasyl ist ein bedeutender und florierender Wirtschaftszweig geworden. Die Fotografien sagen auch etwas aus über die Entwicklung der Gesellschaft, die das Spital baute. Sie stehen für die Befindlichkeit, den Wohlstand und die Ansprüche der Gesellschaft. Unmerkliche Änderungen im Zeitenwandel werden wahrnehmbar.

2020 befindet sich der Haupteingang auf der gegenüberliegenden, südlichen Seite des Spitals, der von der Hauptverkehrsachse zugänglich ist. Für die künstlerische Gestaltung des neu entstandenen Spitalplatzes wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den der aus dem Unterengadin stammende Künstler Not Vital (*1948) gewann. Er schuf die monumentale, begehbare Skulptur aus blau-gelb bemaltem Eisen mit dem Titel Scarch (SCulpture-ARCHitecture, siehe oben). Eine geschwungene Treppe führt hinauf und über ein Kulminationsplateau wieder hinunter, wobei man eine Achterbahn absolviert. Die Zahl 8, die dem Werk zugrunde liegt, ist das Symbol für Unendlichkeit und Glück.

Die Wandlung der Rolle eines Spitals zeigt sich gut in der Gestaltung des Eingangsbereichs, was die zwei Fotografien veranschaulichen. 1941 befand sich der Eingang auf der Nordseite. Ein Churer Weinhändler stiftete das frei stehende, monumentale Wandmosaik Krankheit und Genesung, das der Oberengadiner Künstler Turo Pedretti (1896–1964) schuf (oben links). In der Bildmitte steht der gebietende Arzt. Er ist umgeben von Diakonis-

Dass die Idee dieses Buches schliesslich in die Wirklichkeit umgesetzt werden konnte, ist dem Kantonsspital und dessen Mitarbeitenden, allen voran dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Dr. Arnold Bachmann, zu verdanken.

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Gesundheit im Fokus: Albert Steiners und Ralph Feiners Blick auf ein Krankenhaus

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Herausgegeben von Walter Reinhart

Architekturfotografie aus zwei Epochen: Bilder des berühmten Landschaftsfotografen Albert Steiner von 1941 treffen auf Ralph Feiners Fotografien von 2020

Mit Beiträgen von Karin Fuchs, Köbi Gantenbein, Stephan Kunz und Walter Reinhart

Veranschaulicht auf eindrückliche Weise Entwicklungen in der Fotografie, dem Gesundheits­ wesen und den Ansprüchen der Gesellschaft an Spitäler

In Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Graubünden Gestaltet von Spescha Visual Design Gebunden ca. 152 Seiten, ca. 90 farbige und sw Abbildungen 22 × 29 cm 978-3-85881-689-4 Deutsch ca. sFr. 49.– | € 48.– Erscheint im April 2021

ISBN 978-3-85881-689-4

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Albert Steiner und Ralph Feiner Architekturfotografie des Kantonsspitals Graubünden 1941/2020

1941 wurde der berühmte Engadiner Landschaftsfotograf Albert Steiner damit beauf­ tragt, das im selben Jahr fertiggestellte Rätische Kantons- und Regionalspital der Zürcher Architekten Fred G. Brun und Rudolf Gaberel in Chur zu fotografieren. Aus dem Auftrag an Steiner ist ein einmaliges Zeitdokument in Form gut erhaltener Schwarz-Weiss-Abzüge entstanden. Achtzig Jahre später wird das Grossprojekt «Sanierung, Umbau und Neubau» (SUN) des nun Kantonsspital Graubünden genannten Krankenhauses nach den Plänen des in Frauenfeld beheimateten Büros Staufer & Hasler realisiert. Den ersten Teil des Neubaus hat der bekannte Bündner Architekturfotograf Ralph Feiner im Jahr 2020 dokumentiert. In diesem Buch erzählen Albert Steiners analoge Schwarz-Weiss-Fotografien und Ralph Feiners digitale Farbbilder von den Entwicklungen in der Fotografie und der Spitalarchitektur. Aus ihrem Blick auf die Bauten in Chur sind auch die gewandelte Bedeutung des Gesundheitswesens und die deutlich gesteigerten Ansprüche unserer Gesellschaft an Krankenhäuser ablesbar. Walter Reinhart ist ehemaliger Chefarzt des Kantonsspitals Graubünden und Präsident der Stiftung Bündner Kunstsammlung.

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Ironie des Alltags: Momentaufnahmen aus vierzig Jahren


Mit einem Beitrag von Daniele Muscionico

Ein besonderer Beitrag zur Geschichtsbetrachtung, wie er nur fotografisch zustande kommen kann

Gestaltet von Vieceli & Cremers Gebunden ca. 160 Seiten, ca. 180 DuplexAbbildungen 23,5 × 30 cm 978-3-03942-012-4 Deutsch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Eine humorvolle und bisweilen satirische Begegnung mit dem Alltag in der Schweiz Der Grossteil der Bilder wird in diesem Buch erstmals überhaupt publiziert

Erscheint im März 2021

ISBN 978-3-03942-012-4

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Mäddel Fuchs – Irgendwo und überall Gesammelte Momente

Ohne Chronologie lose zusammengeführt, bilden diese rund 160 Momentaufnahmen von Mäddel Fuchs einen besonderen Beitrag zur Geschichtsbetrachtung, wie er nur fotografisch zustande kommen kann. Das Buch schöpft aus dem umfangreichen Be­ stand des Schweizer Fotografen, aus vierzig Jahren kontinuierlichen Fotografierens. Erweisen sich einige Bilder als leicht zugänglich, verlangen andere eine vertiefte Aus­ einandersetzung, eine Beschäftigung mit Thema und Darstellung. Wieder andere sind an historische Ereignisse gebunden oder fordern die Betrachterinnen und Betrachter mit ihren Zeichen- und Sprachspielereien. Der begleitende Text der Kulturjournalistin Daniele Muscionico ergründet Mäddel Fuchs’ Bildwelten, vor allem aber seine Lust, querzudenken und dort Zusammenhänge zu entdecken, wo sich neue Wahrheiten und abgründige Gedankenräume auftun. Seine humorvollen und bisweilen satirischen Begegnungen mit dem Alltag zeigen die unendliche Vielfalt unserer Lebenswelt, von vergnüglich bis aufwühlend. All diesen lebenserhellenden Momenten ist das Buch gewidmet. Mäddel Fuchs, geboren 1951, wuchs in Zürich und Trogen auf und wurde auf autodidaktischem Weg Fotograf. Bekannt ist er für seine fotografischen Langzeitprojekte zur landwirtschaftlichen und kulturellen Tradition des Appenzellerlandes.

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lysse s’était grimé le visage afin d’échapper aux algorithmes de reconnaissance faciale du cyclope. À la tombée du jour, il embarqua furtivement sur son radeau. Il allait falloir ramer encore longtemps, mais Ithaque serait bientôt en vue. Et avec elle, la liberté...

VERS LA LIBÉRATION – ÉVASION ET RETOUR À ITHAQUE

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En moyenne, dans le monde, un individu passe 2 heures et 24 minutes par jour sur les réseaux sociaux. En France, 61% des personnes interrogées affirment regarder leur smartphone ou une tablette dès le réveil et près des deux tiers se jugent incapables de vivre sans ces appareils plus d’une journée.

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epuis longtemps, Ulysse avait cédé à l’hubris, s’entourant de toutes les technologies que la Lotos Corporation revendait au prix fort. Grâce à ces gadgets, il lui semblait possible de dépasser sa condition par trop humaine et d’ainsi résister à l’angoisse de sa propre obsolescence. Malgré tout, il pressentait confusément que cette magie technicienne l’éloignait de sa véritable destinée, de tout ce à quoi ses ancêtres avaient patiemment œuvré. Regardant vaguement la ville à travers son hublot, il se souvenait des propos que lui avait tenus la sorcière Nausicaa, fille d’Alkinoos roi des Phéaciens : « La tâche dévolue à l’Homme moderne n’est plus celle de son auto-transformation par ses qualités intrinsèques ; son évolution est désormais dictée par la logique propre de l’appareillage cybernétique. »

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LES LOTOPHAGES

IVAN ILLICH, LA CONVIVIALITÉ (1973).

« L’installation du fascisme technobureaucratique n’est pas inscrite dans les astres. Il y a une autre possibilité (...) . »

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Aboubacar, rue Robespierre, Bagnolet, 2020

Aminata, rue Jules Ferry, Montreuil, 2019

Nyake, avenue de la Résistance, Montreuil, 2019

Boure, passage du Génie, Paris, 2019

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Higanbana - it does bloom when its leaves shed, and wilts as its leaves grow. Two elves, Mañju and Saka were asked to guard the flower’s petals and leaves, respectively. However, the two grew curious about each other, and arranged a meeting. It was love at first sight, but Amaterasu, the sun goddess, punished them for their disobedience. They were fated to never meet again.

Being the daughter of a Kuomintang General, Dongyu and her family had to flee China as the Communist army looked set to gain control. She was onboard the SS Kiangyu heading to Taiwan when she perished at sea. However, death could not extinguish Franklin’s love for her. He could not bear the thought of her spirit wandering for all eternity in the afterworld alone. Franklin would marry Dongyu through a ghost marriage before fleeing China himself.

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Herausgegeben von Lydia Dorner

Eine Dokumentation der vierten Ausgabe des Prix Elysée für Fotokünstlerinnen und Fotokünstler in der Mitte ihrer Laufbahn

In Zusammenarbeit mit dem Musée de l’Elysée, Lausanne Gestaltet von Atelier Cana

Präsentiert die acht für die Finalrunde nominierten Arbeiten aus 255 Bewerbungen aus fünfzig Ländern

Broschur ca. 152 Seiten, ca. 80 farbige Abbildungen 23,5 × 32 cm 978-3-03942-013-1 Englisch / Französisch ca. sFr. 39.– | € 38.–

Erscheint im Vorfeld der Preisverleihung im Juni 2021

Erscheint im Januar 2021

ISBN 978-3-03942-013-1

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Einblicke in die Werkstatt der Bewerberinnen und Bewerber um den Prix Elysée für Fotobuchprojekte

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Prix Elysée The Nominees’ Book 2020–2022

Seit 2014 lobt das Musée de l’Elysée in Lausanne, eines der renommiertesten Fotomu­ seen Europas, den Prix Elysée aus. Junge Fotokunstschaffende sind jeweils eingeladen, ein Fotobuchprojekt einzureichen. Der Preis ist die Realisierung des Buches, das einen grossen Schritt in der Karriere des Gewinners oder der Gewinnerin bedeutet. Anlässlich der vierten Ausgabe des Wettbewerbs gewährt das Museum in diesem Band Einblick in den bewegten Entwicklungsprozess von der fotografischen Arbeit bis zum gedruckten Buch. Vorgestellt werden die Projekte der Nominierten Alexa Brunet, Ar­ guiñe Escandón & Yann Gross, Magali Koenig, Thomas Mailaender, Moises Saman, Assaf Shoshan, Alys Tomlinson und Kurt Tong. Skizzen, erste Entwürfe und fotogra­ fische Studien dokumentieren die jeweilige Buchentstehung vom Konzept bis zur Bild­ auswahl und Gestaltung. Gespräche mit den Nominierten reflektieren deren enge Zusammenarbeit mit dem Museum und vertiefen die visuellen Portfolios. So wird der individuelle Schaffensprozess sichtbar und zugleich ein Querschnitt gegenwärtiger fotokünstlerischer Produktion präsentiert. Lydia Dorner ist Ausstellungsverantwortliche am Musée de l’Elysée, Lausanne.

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En 1975, c’est à dire 25 ans avant un changement de siècle, nous avons commencé à réaliser certaines pièces en commun. C’est aussi à cette date là que nous avons décidé qu’elles feraient partie d’une construction appelée Archives du futur. Ce serait une œuvre construite dans la durée et la diversité. Avec le temps ce travail a pris la forme d’une traversée dont les pièces constituent un moment particulier et dont les titres sont les boîtes noires qui l’accompagnent. Chacune est une trajectoire à l’écoute de ses interférences. Ce sont les chapitres d’une mémoire organique. D

1975, das heisst mehr als 25 Jahre vor der Jahrhundertwende, haben wir begonnen, gewisse Arbeiten gemeinsam zu realisieren. Zur selben Zeit haben wir beschlossen, dass sie alle einem Projekt, genannt Archives du Futur – Archive der Zukunft –, angehören würden. Über die Zeit sollte daraus ein Werk der Dauer und Vielfalt werden. Daraus ist eine Reise durch die Geschichte und der Geschichten geworden. Jede Werkgruppe ist ein Anhaltspunkt, jeder Titel eine Kapsel der Erinnerung, in der sich Sinn und Widersinn treffen. Sie sind die Kapitel eines organischen Gedächtnisses.

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In 1975, which is to say, twenty-five years before the turn of the century, we began making certain works of art together. This is also when we decided that they would be part of a construction we called Archives of the Future. It would be a work of art constructed over time in a variety of media. As time passed, the project took the form of a journey whose pieces constitute a particular moment and whose titles are the black boxes accompanying it. Each one is a trajectory monitoring its interferences. They are the chapters of an organic memory.

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Olivier Kaeser & Jean-Paul Felley

entretien lors de l’exposition sombras eléctricas au centre culturel suisse à paris Interview conducted during the exhibition Sombras Eléctricas at the Swiss Cultural Centre in Paris

Olivier Kaeser et Jean-Paul Felley : Est-ce qu’il y a un propos général à ton exposition ? Silvie Defraoui : Cette exposition fait partie, comme tout ce que j’ai fait depuis 1975, des Archives du futur. Il est mieux, je crois, de vous lire partiellement un fragment du texte que nous avons rédigé avec Chérif Defraoui à propos de ce projet et qui figure aussi dans le dernier catalogue rétrospectif : « C’est une œuvre construite dans la durée et la diversité. Avec le temps, ce travail a pris la forme d’une traversée dont les pièces constituent un moment particulier et dont les titres sont les boîtes noires qui les accompagnent. Ce sont les chapitres d’une mémoire organique. » Le titre de l’exposition : Sombras eléctricas (ombres électriques), est la traduction exacte du mot par lequel les chinois désignent le cinéma. Je l’ai choisi, car mon travail en général est basé sur la projection, dans les différents sens du terme. On projette par la pensée, les images peuvent être projetées. Mais il y a aussi la pro­ jection sur un même plan de plusieurs événe­ ments mêmes géographiquement éloignés. Not­ re mémoire ne fonctionne pas autrement. 11

Ein Künstler-, Kunstpädagogenund Lebenspaar und sein herausragendes, vielschichtiges Werk

Olivier Kaeser and Jean-Paul Felley: Is there a general idea behind this exhibition? Silvie Defraoui: Like everything I’ve done since 1975, this ex­ hibition is part of the Archives of the Future. It’s best, I think, to read you part of a descrip­ tion that Chérif Defraoui and I wrote about this project, which also appears in our most recent retrospective catalogue: “This is an artwork constructed in duration and diversity. Over time, this work has taken the form of a journey whose pieces constitute a particular moment and whose titles are the black boxes that accompany them. These are the chapters of an organic memory.” The title of the exhibition, Sombras Eléctricas (electric shadows), is the exact translation of the word the Chinese use for the cinema. I chose it because my work in general is based on projection, in the various meanings of the term. We project by thought, and images can be projected. But there is also the projec­ tion of several events, even if geographically distant, onto the same surface. Our memory functions in just this way. Superimposed images are often present in my pieces. They are found throughout the

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Chérif Defraoui

titres des archives du futur : xx

la fiction en tant que moyen d’anticipation Fiction As a Means of Anticipation

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Speaking of fiction today, in regards to photo­ graphy, always brings me back to an old story from Sufism that a friend told me. An elephant was enclosed in a dark hut. Upon exiting, the visitors discussed their impressions. Some said that in the darkness they touched a fan. And others said they recognized an elephant’s ear. Clearly, we could still ask ourselves who is wrong and who is right. But it is more interest­ ing to examine the construction of this dark­ room that has the characteristic of making the simplest interpretations contradict each other to such a point. Our hypothesis can be summed up by saying that, in its complete form, what we call a camera obscura never really existed, even if it gives the impression of controlling both the history of representation and its industrial development. There is the box with the projection of an upside­down im­ age on a surface that was produced in Renais­ sance workshops; but people have always acted as if its invention fell out of the sky. Yet it is easy to show that the model for this box had existed for a long time, but for a different and very similar use: that of projecting mental images and recording them, at a time when

Parler de fiction aujourd’hui, à propos de la photographie, me ramène toujours à une histoire ancienne venue du soufisme que raconte une amie. Dans une case obscure, on a enfermé un éléphant. Les visiteurs, qui en sortent, échangent leurs impressions. Il y a ceux qui disent que, dans le noir, ils ont touché un éventail. Et il y a ceux qui disent qu’ils ont reconnu une oreille d’éléphant. Evidemment, on pourrait encore se demander qui a tort et qui a raison. Mais il est plus intéressant d’examiner la construction de cette chambre noire qui a la propriété de rendre aussi contradictoires les interprétations les plus simples. Notre hypothèse peut se résumer à dire que, sous sa forme complète, ce qu’on appelle camera obscura n’a jamais vraiment existé, même si elle donne l’impression de commander et l’histoire de la représentation et son développement industriel. Il y a cette boîte avec la projection d’une image renversée sur un plan qu’on fabrique dans les ateliers de la Renaissance; mais on a toujours fait comme si son invention était tombée du ciel. Or il est facile de montrer que le modèle de cette boîte existait depuis longtemps, mais pour un usage différent et très proche : celui de la projection des images mentales et de leur enregistrement, à une époque

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Autoportraits, 1973/1990 Doma, Poétique, (Lieu de Mémoire II), 1975 Chronologie, 1975 Jardins exotiques, 1975/1979 Estuaire, 1975/1976 Table de matières, 1975 Suerte en el tejado, 1976 Los misterios de Barcelona, 1976/1977 Lieux de mémoire, Rooms, 1976 Les naturalisations, 1977 Archétypes et artifices, 1976/1977 Perquisition « El Tango », 1977 La Route des Indes, 1978 Les cours du temps, 1978 Soif de savoir, 1978 Performances secrètes, 1978 Cartographie des contrées à venir, 1979 L’Europe après les pluies, 1979 Les inscriptions, 1979 Boîte à musique, 1980 Les instruments de divination, 1980 Aerolights, 1980 Singsang, 1980/2019 Indices de variations, 1981 Fragments (Indices de variations), 1981 Les formes du récit, 1980/1983 La pagode africaine, 1982 Conversations sur un radeau, 1982/1983 Mirador, 1983 Rencontres élémentaires, 1983/1984 La fable des membres, 1985

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Bifurcation, 1985 Pavillon, 1985 Révolution, 1985 Croisement d’accords, 1985 La querelle des images I, 1985 La querelle des images II, 1986 Homme, femme, serpent, 1986 Cariatides, 1986 Les taches du léopard, 1986 Das Bild im Boden, 1986/2015 Conversation par­dessus les eaux, 1986 Un cercle est toujours fermé, 1986 Et si la terre perdait son pouvoir d’attraction ?, 1986 Orient/Occident, 1987 La nuit les chambres sont plus grandes, 1987 Bilderstreit, 1987 La traversée du siècle, 1988 Métamorphoses, 1988 Les frontières de l’ordre, 1988 Algèbre, 1988/1989 Cires, 1988/1989 Jardin suspendu, 1990 Passages, 1990 Tables de multiplication, 1990 Vocabulaire, 1990 Tragelaph, 1990 Le jour, les fenêtres sont plus petites, 1990 Stations de l’océan, 1991 Marines et paysages, 1991 Acanthus, 1991

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Mit Beiträgen von Bigna Guyer, Daniel Kurjaković, Marie-Louise Lienhard, Hans Rudolf Reust, Corinne Schatz, Philip Ursprung, Anna Vetsch und Denys Zacharopoulos; Interviews von Jean-Paul Felley  /  Olivier Kaeser und Christophe Kihm; Vorlesungstexte von Silvie und Chérif Defraoui

Silvie und Chérif Defraoui sind wichtige Pioniere der multidisziplinären und multimedialen Kunst und der Kunstpädagogik in der Schweiz Alle Texte und Interviews in Originalsprache Deutsch oder Französisch sowie in Übersetzung Englisch

Fotografien von Georg Rehsteiner

Ihr digitales Werkverzeichnis www.archives-du-futur.com wird ab Frühjahr 2021 online nutzbar sein

Gestaltet von Katarina Lang Gebunden ca. 256 Seiten, 14 farbige Abbildungen 18 × 24 cm 978-3-03942-004-9 Deutsch / Französisch / Englisch ca. sFr. 39.– | € 38.–

Das Buch ergänzt und vertieft den Inhalt des digitalen Werkverzeichnisses

Erscheint im Februar 2021

ISBN 978-3-03942-004-9

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Silvie & Chérif Defraoui – Archives du Futur 14 Kommentare 1984–2020

Die Künstlerin Silvie Defraoui realisierte ab 1975 gemeinsam mit ihrem Mann Chérif (1932–1994) einen bedeutenden Teil ihres Werks. Silvie & Chérif Defraoui fassten ihre Foto- und Videoarbeiten, Installationen, Skulpturen und Performances unter dem Titel Archives du Futur zusammen. Sie lehrten an der Genfer École supérieure des Beaux-Arts und gründeten dort das legendäre Atelier Média Mixtes, das eine Reihe renommierter Kunstschaffender hervorbrachte. Ab Februar 2021 werden die Archives du Futur, denen Silvie Defraoui seit Chérifs Tod weitere Werke anfügte, als digitales Werkverzeichnis online zu erforschen sein. Dieses Lesebuch begleitet, ergänzt und vertieft die digitale Dokumentation. Es versammelt 14 Kommentare namhafter Kunsttheoretiker und Kuratorinnen zu einzelnen Arbeiten der beiden, die ab 1984 in verschiedenen Kunstzeitschriften und Ausstellungskatalogen publiziert oder neu für dieses Buch verfasst wurden. Sie reflektieren sowohl das vom Künstlerpaar gemeinsam als auch das von Silvie Defraoui eigenständig geschaffene Werk. Interviews mit Silvie Defraoui und ausgewählte Vorlesungen aus der gemein­ samen Lehrtätigkeit erhellen Intentionen und thematische Schwerpunkte. Der Band lädt zur Erkundung eines künstlerischen Werks ein, das durch die Verschmel­ zung von Dualitäten – Erinnerung und Gegenwart, Morgen- und Abendland, Mann und Frau, Tradition und Erfindung – hochaktuell ist. Silvie Defraoui, geboren 1935 in St. Gallen, stellt ihr Werk international aus. Sie lebt in Vufflens-le-Château. Chérif Defraoui, geboren 1932 in Genf, verbrachte seine Kindheit in Alexandria und Kairo, kehrte für sein Studium nach Genf zurück, wo die Zusammenarbeit mit Silvie begann. 1994 starb Chérif Defraoui in Vufflens-le-Château.

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Miriam Cahn (*1949)

Christian Marclay (*1955)

Die tiefen grossen Augen in den Gesichtern, Gestalten und Wesen beherrschen die Malerei von Miriam Cahn unausweichlich. Wie gebannt sind wir mit ihrem Blick konfrontiert. Auch sie fixieren uns, forschend, skeptisch … oder gar vertraut? Miriam Cahn hielt sich stets von der langjährigen Dominanz einer rein formalen, medienspezifischen und institutionskritischen Selbstbefragung der Kunst fern. Stattdessen lotete sie malend ihr Selbstverständnis aus, ihre Erfahrungen als Frau, als politisch informierte Zeitgenossin: «Ich, Mensch.» Die frühen schwarz-weissen Zeichnungen in Kohle auf fragilem Papier enthalten noch explizite Hinweise auf gesellschaftliche Verhältnisse. Einige Motive haben als Graffiti sogar direkt den öffentlichen Raum infiltriert. Die farbigen Gesichter und Körper von Menschen und Tieren aus den Werken der Julius Bär Kunstsammlung zeigen Wesen in ihrer nackten Verwundbarkeit, ausgesetzt in ortlosen, weit ausufernden Sphären – aber auch in ihrer Selbstbehauptung gegenüber den zudringlichen Blicken. Die leuchtende Farbigkeit dieser stilisierten Gestalten erinnert an die herausfordernd intensiven Kontraste des Expressionismus. Zugleich sind die verschwimmenden Konturen von einem unfassbaren Licht durchsetzt, als könnten sie sich jederzeit auch wieder auflösen. Ölbilder wie Tier (1995) oder die dreiteilige Serie ‹Ohne Titel› (1993) mit Pigmenten und Leim auf Papier zeigen die Spuren ihres unmittelbaren Farbauftrags. Das volle Risiko des Moments soll immer spürbar bleiben. Miriam Cahn ist es wichtig, dass sie ihre Bilder nur selten noch überarbeitet. Indem sich die Geste des Malens nicht verbirgt und nicht angezweifelt wird, tritt sie ungeschützt auf wie eine direkte Anrede, die kein Wort scheut, nicht die Verletzlichkeit, nicht die Sinnlichkeit und kein Tabu.

Seit Beginn seiner Karriere spielt Christian Marclay mit allen möglichen Erscheinungsformen der Musik sowie mit ihren Trägern und betätigt sich sowohl als DJ, Musiker und Musikproduzent als auch als Performer und obsessiver Sammler. Seine Ausbildung erfolgte an diversen Kunstschulen. Symbolische Räume, die Kunstschaffende in unterschiedlichen Zeiten zwischen Musik, Performance, Konzert und Ausstellung eröffnet haben, faszinieren ihn. Fotografie, Assemblage, Collage und Video machen nur einen Teil seiner künstlerischen Kompositionsmittel aus. Denn an Musik ist Christian Marclay interessiert und ergründet mittels Bildern synergetische Verknüpfungen von Tönen, Klängen und Geräuschen mit visuellen Medien. Stets mit einem Augenzwinkern versehen, bieten ihm Klang und Musik eine grosse Bandbreite möglicher Metaphern für die künstlerische Praxis. So macht er sich etwa mit einer Reihe von Plakaten über den Begriff der Urheberschaft lustig und unterläuft unsere Erwartungen. Der zerzauste, energische Rockmusiker Christian Marclay ist als romantischer Chansonnier mit Gitarre fast nicht mehr wiederzuerkennen. Die Serie ‹False Advertising› (1994) offenbart auf humorvolle Weise, welche Bedeutung das Publikum dem Bild des Urhebers zuschreibt und welche Erwartungen an den Stil sich daran knüpfen, sei es in der Musik oder der Kunst. In Actions: Splat Splooch Whap Blub Squich (2014), einer Malerei in Kombination mit Siebdruck auf Papier, kehrt er die Idee einer etwas vagen modernistischen Vorstellungswelt um, dass die Abstraktion zur Harmonie führe. In dieser Serie von Gemälden, die bespritzt sind mit Lautmalereien, erklingt der Akt des Malens. In den Videoarbeiten offenbart sich seine Virtuosität vielleicht am deutlichsten. Telephones (1995) besteht aus Fragmenten von Hollywoodszenen, in denen Schauspieler*innen telefonieren. Alle diese Sequenzen folgen in einer sorgfältig choreografierten, charakteristischen Ästhetik aufeinander, um sich dann in ein fantastisches Konzert zu verwandeln. Christian Marclay erfindet hier eine Form, die sich über die Definitionen und Werkzeuge musikalischer Komposition hinwegsetzt.

Hans Rudolf Reust Kunstkritiker, Dozent an der Hochschule der Künste Bern und Präsident der Kunstkommission Parlamentsgebäude

Miriam Cahn

Samuel Gross Freier Kurator, Genf

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Miriam Cahn (*1949), Tier (6.7.1995), Öl auf Leinwand, 50 × 36 cm

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Christian Marclay

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Christian Marclay (*1955), Actions: Splat Splooch Whap Blub Squich (2014), Siebdrucktinte und handgemaltes Acryl auf Papier, 213,5 × 148,2 cm

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Ausweitung und Vielfalt – Gedanken zur aktuellen Schweizer 248

Kunstszene

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Klodin Erb (*1963), Schafspelz (2008), Öl auf Leinwand, 150 × 200 cm

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Eine herausragende Unternehmenssammlung mit Schweizer Kunst im Fokus

Marc-Antoine Fehr (*1953), La pièce d’eau et faisanderie à Pressy (1999), Gouache auf Papier, 15 × 50 cm

Marion Tampon-Lajarriette (*1982), Camera 1, Plan 8 (2008), 3D-Videoanimation, Loop, 5’ 20’’, Edition von 8 + 2 AP

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368

André Thomkins (1930–1985), G’ heuet (1985), Öl auf Leinwand, 61 × 61 cm

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Camillo Paravicini (*1987), Untitled Portraits (2014), Silbergelatine-Print auf Barytpapier, 9-teilig (Detail), je 18 × 24 cm, Edition von 5

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Nicolas Party (*1980), Still Life (2014), Kreide auf Leinwand, 120 × 100 cm

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Herausgegeben von Barbara Staubli und Barbara Hatebur

Ein Überblick der Julius Bär Kunstsammlung und ihrer Entstehungsgeschichte

Mit Beiträgen von Alexandra Blättler, Giovanni Carmine, Samuel Gross, Barbara Hatebur, Daniel Morgenthaler, Hans Rudolf Reust, Kristin Schmidt, Barbara Staubli, Nadine Wietlisbach und Isabel Zürcher

Eine dynamische Mischung aus Kunstwerken etablierter Schweizer Kunstschaffender und von Nachwuchstalenten spiegelt die Sammelleidenschaft der Bank Julius Bär der vergangenen 40 Jahre bis heute

Gestaltet von Bonbon

In konzisen und illustrierten Texten werden 35 Künstlerinnen und Künstler vorgestellt, u.a. John M Armleder, Silvia Bächli, Miriam Cahn, Lutz & Guggisberg, Markus Raetz, Shirana Shahbazi und Roman Signer

Gebunden 404 Seiten, 333 farbige und 25 sw Abbildungen 22 × 29 cm 978-3-85881-694-8 Deutsch 978-3-85881-874-4 Englisch sFr. 99.– | € 97.– Erscheint im Januar 2021 ISBN 978-3-85881-694-8

ISBN 978-3-85881-874-4

Deutsch Englisch

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Umgeben von Kunst Die Julius Bär Kunstsammlung

Die Kunstsammlung der Bank Julius Bär umfasst eine grosse Auswahl zeitgenössi­ scher Schweizer Kunst. Mehr als 5000 Kunstwerke in verschiedensten Medien – da­ runter Gemälde, Skulpturen, Fotografien, Videos und Zeichnungen – prägen heute die Sitzungsräume, Personalrestaurants, Büros, Foyers und Gänge der Bank an all ihren Standorten weltweit. Seit ihrer Gründung 1981 durch Hans J. Bär (1927–2011) ist die Sammlung Ausdruck der tiefen Überzeugung, dass Kunst am Arbeitsplatz die Ge­ sprächskultur fördert. Dieses Buch präsentiert eine umfassende Übersicht über die Werke aus der Sammlung und bietet Einblicke in deren Entstehung und Entwicklung über die letzten vier Jahr­ zehnte. 35 künstlerische Positionen, u. a. von John M Armleder, Silvia Bächli, Miriam Cahn, Lutz & Guggisberg, Markus Raetz, Shirana Shahbazi und Roman Signer, werden in ausführlichen Werkgruppen illustriert und von einem Kurztext begleitet. Barbara Staubli ist Kunsthistorikerin und Kuratorin der Julius Bär Kunstsammlung. Barbara Hatebur ist Kunsthistorikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Julius Bär Kunstsammlung.

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Von Schanghai nach Zürich: ein ungewöhnliches Künstlerinnenleben im Kontext seiner Zeit

Weiterhin lieferbar:

Eugen Früh und seine Brüder Auf den Spuren einer Künstlerfamilie in Zürich 978-3-85881-421-0 Deutsch ISBN 978-3-85881-421-0 sFr. 49.– | € 48.–

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Herausgegeben von der Eugen und Yoshida Früh-Stiftung

Erste Monografie über Erna Yoshida Blenk anlässlich ihres 25. Todestages am 9. Juli 2021

Mit Texten von Matthias Fischer und Annelise Zwez sowie mit einem Vorwort von Bettina Gockel

Bietet reiches und grösstenteils exklusives Material wie Fotos, Dokumente und Werkabbildungen

Gestaltet von Guido Widmer

Zeigt kaum bekannte Aufnahmen von Galerien und Kunstorten sowie Kunstschaffenden im Zürich der 1930er- bis 1970er-Jahre

Gebunden ca. 256 Seiten, ca. 200 farbige und sw Abbildungen 22 × 28 cm 978-3-03942-005-6 Deutsch ca. sFr. 49.– | € 48.– Erscheint im März 2021

ISBN 978-3-03942-005-6

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Erna Yoshida Blenk Ein Künstlerinnenleben

Erstmals wird mit dieser Monografie das Leben und Werk der Zürcher Malerin und Illustratorin Erna Yoshida Blenk (1913–1996) umfassend dargestellt. Als Kind eines Schweizer Vaters und einer japanischen Mutter in Schanghai geboren, absolviert die junge Frau den Vorkurs der Kunstgewerbeschule Zürich bei Otto Meyer-Amden und Ernst Gubler. Sie beginnt ihre Laufbahn als Illustratorin für bekannte Verlage und macht sich bald auch mit ihrer Malerei einen Namen. Ihre Werke, darunter viele Still­ leben, weisen oft ostasiatische Motive und Themen auf. Die Kraft ihres Werks liegt in der ihr eigenen Position zwischen Impressionismus und weiteren Stilrichtungen der Moderne. Erna Yoshida Blenk verkörpert in gewisser Weise exemplarisch das weibliche Kunst­ schaffen in der Schweiz und in der Zürcher Szene der 1930er- bis 1970er-Jahre. Das Buch illustriert dies anhand zahlreicher, bislang unveröffentlichter Fotografien und Dokumente aus dem Archiv der von ihr in die Wege geleiteten Eugen und Yoshida Früh-Stiftung. Zusammen mit den Erinnerungen von Zeitzeuginnen bietet die Publi­ kation erhellende Einblicke und Facetten einer vergangenen, heute kaum noch be­ kannten Kunstwelt. Die Eugen und Yoshida Früh-Stiftung in Zürich, gegründet 1997, bewahrt den künstlerischen Nachlass des Ehepaars Früh-Blenk.

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Ein Dialog zwischen Naturwissenschaften und Malerei


Mit Beiträgen von Laura Corman und Nadine Olonetzky

Erste grosse Monografie zur Schweizer Malerin Barbara Ellmerer

Gestaltet von Katarina Lang und Rebecca de Bautista

Präsentiert Ellmerers Schaffen der letzten zehn Jahre

Gebunden ca. 128 Seiten, ca. 90 farbige Abbildungen 24 × 34 cm 978-3-03942-007-0 Deutsch / Englisch ca. sFr. 49.– | € 48.–

Zahlreiche grossformatige und Detailabbildungen, die Ellmerers Wiedergabe wissenschaftlicher Prozesse in ihrer Malerei erlebbar machen

Erscheint im April 2021

ISBN 978-3-03942-007-0

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Barbara Ellmerer – Sense of Science Paintings

Fällt ein Apfel zu Boden, sehen wir die Wirkung der Schwerkraft. Doch nicht alle Naturgesetze sind so offensichtlich. Die Malerin Barbara Ellmerer nimmt unsichtbare Prinzipien aus Physik, Biologie und Kosmologie als Ausgangspunkt, um sie in Bilder zu übertragen. Sie schickt uns in ein Reich aus Farbe und Formen, in dem Kräfte, Bewegungen und Prozesse aus der Natur sinnverwandt umgesetzt und nachfühlbar werden. So erfasst sie auch etwas Unerklärliches, das uns daran erinnert, wie sehr die Welt noch immer ein Wunder ist. Barbara Ellmerer – Sense of Science. Paintings präsentiert eine Auswahl von Ölbil­ dern und Arbeiten auf Papier aus der Schaffensperiode von 2010 bis 2020. Ellmerers teils grossformatige Bilder werden nicht nur vollständig, sondern auch in Detailver­ grösserungen gezeigt: So werden Pinselspuren, Farbqualitäten, Oberflächen, Tiefen, Bewegungen und Gewichte sinnlich erfahrbar und der Wechsel der Medien – von der Malerei über die Fotografie zur Reproduktion im Buch – fruchtbar eingesetzt. Die Quantenphysikerin Laura Corman knüpft in ihrem Text an ein mit der Künstlerin geführtes Galeriegespräch an und erläutert die Verbindungen von Ellmerers Werk zur Naturwissenschaft. Die Kulturjournalistin und Fotoexpertin Nadine Olonetzky be­ schreibt die Möglichkeiten der Kunst, unsichtbare Prozesse nachvollziehbar zu ma­ chen. Barbara Ellmerer, geboren 1956 in Meiringen, studierte an der F+F Schule für Kunst und Design, Zürich, und an der Universität der Künste, Berlin. Nach längeren Aufenthalten in Spanien, Italien, New York und Delhi lebt sie in Zürich.

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Herausgegeben von Christoph Vögele

Albert Trachsel ist ein wichtiger Vertreter des Symbolismus und der frühen Moderne in der Schweiz, dessen Werk auch international Beachtung findet

Mit Beiträgen von Diana Blome, Robin Byland, Larissa Ullmann und Christoph Vögele

Erste umfassende Monografie zu dem Künstler seit mehr als 30 Jahren

In Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Solothurn

Zeigt zahlreiche öffentlich kaum zugängliche Werke aus Privatsammlungen und Faksimiles von Originalblättern aus dem Album Les Fêtes réelles

Gestaltet von Guido Widmer Gebunden 192 Seiten, 139 farbige und 3 sw Abbildungen 22,5 × 28,5 cm 978-3-03942-001-8 Deutsch sFr. 49.– | € 48.–

Erscheint anlässlich der gleich­ namigen Ausstellung im Kunst­ museum Solothurn (bis 7. Februar 2021)

Lieferbar

ISBN 978-3-03942-001-8

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Architektur-Visionär und wichtiger Künstler zwischen Symbolismus und früher Moderne

783039 420018

Albert Trachsel (1863–1929) Eine Retrospektive

Der Genfer Maler, Zeichner und Aquarellist Albert Trachsel (1863–1929) zählt zu den wichtigsten und eigenwilligsten Gesamtkünstlern um 1900. Nach einem Studium der Architektur reist er nach Paris, wo er sich mit den Symbolisten austauscht und neben Ferdinand Hodler und Félix Vallotton 1892 beim ersten Salon de la Rose-Croix aquarel­ lierte Zeichnungen kühner Fantasiearchitekturen aus seinem Album Les Fêtes réelles ausstellt. Zurück in Genf wendet sich Trachsel ab 1902 autodidaktisch der Ölmalerei zu. Ab 1904 entsteht sein symbolistisches Hauptwerk, die Traumlandschaften, die sich durch ein strahlendes Kolorit sowie eine auffällige Abstraktion auszeichnen. Mehr als 30 Jahre nach der letzten grossen Einzelausstellung zeigt das Kunstmuseum Solothurn nun eine umfassende Retrospektive zu Albert Trachsel. Reich bebildert, bietet die vorliegende Monografie einen detaillierten Überblick seines Schaffens und gibt Aufschluss über die Rezeptionsgeschichte sowie über die bedeutenden Schweizer Sammler seines Werks, Oscar Miller, Josef und Gertrud Müller und Richard Kisling. Zudem wirft der Band neues Licht auf die einflussreiche Künstlerfreundschaft mit Ferdinand Hodler. Er betont ausserdem die Essenz des Geistigen in der beginnenden Moderne, das sich auf einzigartige Weise mit Trachsels symbolistischer Grundhaltung verbindet. Christoph Vögele ist Kunsthistoriker und seit 1998 Konservator des Kunstmuseums Solothurn. Autor zahlreicher Publikationen und Kurator vieler Ausstellungen zur Schweizer Gegenwartskunst.

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Herausgegeben von Carla Burani und Beat Wismer

Martin Disler zählt zu den herausragenden Figuren der Schweizer Kunst des ausgehenden 20. Jahrhunderts, seine Malerei fand in den achtziger Jahren auch international grosse Beachtung

Mit Beiträgen von Carla Burani, Demosthenes Davvetas, Rolf Winnewisser und Beat Wismer sowie einem Gedicht von Martin Disler

Erstmals konzentriert sich diese Monografie auf Dislers reiches und bislang zu wenig beachtetes Schaffen der späten Jahre

In Zusammenarbeit mit dem Kirchner Museum Davos

Enthält ein bisher unveröffentlichtes Gedicht Dislers, das die grossen, sein gesamtes Werk durchziehenden Themen reflektiert

Gestaltet von Anne Hoffmann Broschur ca. 128 Seiten, ca. 70 farbige und 25 sw Abbildungen 20,5 × 27,5 cm 978-3-85881-699-3  Deutsch / Englisch sFr. 35.– | € 29.–

Erscheint anlässlich der gleich­ namigen Ausstellung im Kirchner Museum Davos (bis 18. April 2021)

Erscheint im März 2021

Ein Künstler des grossen Formats: Martin Dislers bislang wenig beachtete späte Schaffensjahre

ISBN 978-3-85881-699-3

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783858 816993

Theater des Überlebens Martin Disler – die späten Jahre

Martin Disler (1949–1996) war in den 1980er-Jahren der wohl bekannteste junge Schweizer Künstler überhaupt. Zuerst vor allem als Zeichner beachtet, wurde er nach 1980 zum international gefeierten Maler. In seinem letzten Lebensjahrzehnt, das er in weitgehender Abgeschiedenheit verbrachte, wandte er sich auch der Plastik zu. Seit seiner Jugend und bis zuletzt arbeitete er auch als Dichter und literarischer Autor. In allen Disziplinen war er Autodidakt, immer ringend um eine ganz eigene Bildsprache, aber auch um die ganz grossen Themen, die sein gesamtes vielfältiges Werk durch­ ziehen: Liebe und Sex, Zorn und Zärtlichkeit ebenso wie Krieg und Gewalt, Krank­ heit und Tod. Galt er zur Zeit seiner grössten Erfolge als Vertreter einer wilden oder neo-expressiven Malerei, so war er doch immer ein gänzlich unabhängiger Einzel­ gänger. Diese Monografie widmet sich erstmals den verschiedenen Disziplinen in Dislers spä­ tem Schaffen. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bedeutung des Körpers gelegt und auf dessen Rolle im kreativen Akt, also auf Körpersprache, Tanz, Bewe­ gung, Gestik, Ausdruck, Abstraktion und Figuration. Carla Burani ist Kunsthistorikerin und Direktorin des Kirchner Museum Davos. Beat Wismer ist Kunsthistoriker. Als Direktor des Aargauer Kunsthauses, Aarau (1985–2007) organisierte er 2007 die erste posthume Retrospektive des Malers Martin Disler.

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Herausgegeben von Irma Städtler und Werner Ignaz Jans

Erste Monografie zum Schaffen der Bildhauerin Irma Städtler

Mit einem Text von Dorothe Freiburghaus Gestaltet von Guido Widmer Gebunden 136 Seiten, 66 farbige und 94 sw Abbildungen 19 × 27 cm 978-3-85881-698-6 Deutsch sFr. 49.– | € 48.– Erscheint im Januar 2021

ISBN 978-3-85881-698-6

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783858 816986

Aus Stein geformte Darstellungen urmenschlicher Gefühle

Irma Städtler – Steine

Irma Städtlers Figuren schälen sich aus dem Gestein in einem Ringen um Sichtbarkeit und Schutz. Wuchtige Hände stemmen sich aus Alabaster und Kalkstein, suchen Halt und klammern sich fest. Sie umschlingen die gewundenen Körper, die aus Städtlers Plastiken wachsen. Die 1956 geborene Schweizer Bildhauerin lässt mit ihren Skulptu­ ren gedrungene Körperwelten entstehen, steinerne Gehäuse, in die sie für die ihnen innewohnenden Gestalten Öffnungen bricht. Das Buch zeigt die Vielfalt und Entwicklung von Städtlers Werken, die zwischen 1986 und 2019 entstanden sind. Ein Panoptikum von Türmen, Stelen, Trögen, Zellen und Figurengruppen, die urmenschlichen Gefühlen und Bedürfnissen Form geben. Irma Städtler, geboren 1956, erwarb ihre künstlerische Ausbildung 1977–1980 an der damaligen Kunstgewerbeschule Zürich (heute Zürcher Hochschule der Künste ZHdK). Sie lebt und arbeitet in Riet bei Winter­ thur und in Bistagno, Piemont. Werner Ignaz Jans, geboren 1941, studierte nach einer Grafikerlehre von 1961 bis 1965 an der Kunstakademie Düsseldorf. Von 1970 bis 1990 war er Lehrer an der Schule für Gestaltung, Zürich. Seit 1965 arbeitet er als freier Bildhauer.

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Mit Beiträgen von Paul Harris und Johan Myburg und einem Gespräch mit Angus Taylor von Johan Thom

Erste Monografie über den südafrikanischen Bildhauer Angus Taylor Diskutiert Taylors Schaffen im Kontext seiner Biografie und der gesellschaftlichen Situation Süd­ afrikas

Gestaltet von Sabine Hahn Gebunden ca. 224 Seiten, ca. 150 farbige Abbildungen 24 × 30 cm 978-3-85881-870-6 Englisch ca. sFr. 65.– | € 58.–

Betrachtet seine Methoden, Praktiken und Philosophie

Erscheint im Mai 2021

ISBN 978-3-85881-870-6

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Monumentale Skulpturen zwischen traditionellem südafrikanischem Kunsthandwerk und zeitgenössischer Kunst

783858 818706

Angus Taylor Mind Through Materials

Der südafrikanische Bildhauer Angus Taylor, 1970 in Johannesburg geboren und Alumnus der University of Pretoria, ist vor allem bekannt für seine monumentalen Arbeiten, die er neben dem klassischen Medium Bronze aus einer besonderen Auswahl an Materialien seiner unmittelbaren Umgebung fertigt – schwarzer Granit, roter Jas­ pis, Stroh oder die rote Erde der Umgebung Pretorias. Aus der Symbiose dieser Mate­ rialien mit einer traditionell künstlerischen Handwerkstechnik entstehen so Werke von zeitgemässer Unverkennbarkeit, die den Künstler wegweisend in der figurativen landmark sculpture positionieren. Mit dieser Monografie wird erstmals ein umfassender Einblick in Angus Taylors künstlerisches Schaffen vorgelegt. Sie illustriert und diskutiert Schlüsselwerke seiner Karriere, die seit der Gründung seines Ateliers Dionysus Sculpture Works im Jahr 1997 bis heute entstanden sind, und geht auf Taylors Methoden, Praktiken und per­ sönliche Philosophien ein. Dadurch wird sein Werk sowohl persönlich-biografisch als auch gesellschaftlich kontextualisiert. Das Buch bietet somit eine fundierte Einfüh­ rung in das innovative und charakteristische Werk des Künstlers. Paul Harris ist Kunstsammler und Besitzer der Ellerman House Wine Gallery in Kapstadt, an deren Ausstattung Angus Taylor beteiligt war. Johan Myburg ist Kunstpublizist und Kurator und als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Bildende Künste an der North-West University in Johannesburg tätig. Johan Thom ist bildender Künstler, der sich zwischen Video, Installation, Performance und Skulptur positioniert. Zurzeit ist er Dozent am Institut für Bildende Künste an der University of Pretoria.

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Die unbekannte Schwester: Ottilia Giacometti verewigt von ihrem Vater Giovanni und ihrem Bruder Alberto

Erlesene Landschaftsmalerei aus vier Jahrhunderten Landschaften – Orte der Malerei 978-3-85881-691-7 Deutsch sFr. 29.– | € 29.–

Ottilia Giacometti – Ein Porträt Werke von Giovanni und Alberto Giacometti 978-3-85881-672-6 Deutsch sFr. 25.– | € 25.–

Neue Technologien und klassische Referenzen: Der Videokünstler Jean Otth

Wo und wann immer Varlin unterwegs ist, zeichnet er Menschen: blitzschnell, überaus pointiert und schonungslos

Jean Otth Works 1964–2013 978-3-85881-855-3 Englisch / Französisch sFr. 39.– | € 38.–

Ulrich Binder Varlin als Zeichner 978-3-85881-664-1 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

Auf den Spuren Jean-Jacques Rousseaus: eine fotografische Erkundung der Flora des Kantons Neuenburg

Von Verführung und Vergänglichkeit: Anna Halm Schudels Blumen-Bilder Blossom 978-3-85881-621-4 Deutsch / Englisch sFr. 59.– | € 48.–

Olga Cafiero – Flora Neocomensis Fotografische Ermittlung Neuenburg 2019 978-3-85881-683-2 Deutsch / Französisch sFr. 49.– | € 48.–

Die Monografie über das Fotografenpaar Michael und Luzzi Wolgensinger, ausgezeichnet mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2020/21 in Gold Mit vier Augen Das Fotoatelier Luzzi und Michael Wolgensinger 978-3-85881-479-1 Deutsch sFr. 65.– | € 58.–

Ein Spaziergang durch Bern, zur Architektur der 1930er-Jahre ausserhalb der berühmten Altstadt Bern modern Wohnbauten der 1920er- und 1930er-Jahre in den Berner Quartieren 978-3-85881-635-1 Deutsch sFr. 29.– | € 29.–

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Wie Mensch und Natur sich verbünden: Ein inspirierender Reader zu Ökologie und Posthumanismus in der Kunst

Künstlerische und wissenschaftliche Antworten auf existenzielle globale Herausforderungen The Glacier’s Essence Grönland – Glarus: Kunst, Klima, Wissenschaft 978-3-85881-665-8 Deutsch / Englisch / Kalaallisut sFr. 65.– | € 58.–

Potential Worlds Planetary Memories & Eco-Fictions 978-3-85881-864-5 Englisch sFr. 39.– | € 38.–

Eine hochaktuelle Analyse der sich auflösenden Globalisierung in fesselnder Kombination aus Bild und Text

Von keiner realen öffentlichen Figur gibt es mehr fiktionale Repräsenta­tionen als vom amerikanischen Präsidenten

Charlie Koolhaas City Lust London Guangzhou Lagos Dubai Houston 978-3-85881-804-1 Englisch sFr. 59.– | € 58.–

Lea N. Michel The President of the United States on Screen 164 Presidents, 1877 Illustrations, 240 Categories 978-3-85881-858-4 Englisch sFr. 39.– | € 38.–

Burri komplett: Erstmals wird sein gesamtes Werk zusammengeführt, mit zahlreichen bisher unveröffentlichten Arbeiten

Vom Konstruktivismus über Art déco zurück zu Avantgarde und zum Bauhaus: Sowjetische Innenarchitektur und Möbel

René Burri – Explosion des Sehens 978-3-85881-661-0 Deutsch 978-3-85881-845-4 Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Soviet Design From Constructivism to Modernism 1920–1980 978-3-85881-846-1 Englisch sFr. 99.– | € 77.–

Die schwierige Verteidigung des Bauhauses gegen seine Anbeter – «Für Kunst-, Design- und ArchitekturInteressierte ein Muss!» Bücherrundschau

Eine intellektuelle Autobiografie und Reflexion des Schweizer Architekten Marcel Meili über die Entwicklung des Engadins im 20. Jahrhundert

Philipp Oswalt Marke Bauhaus 1919–2019 Der Sieg der ikonischen Form über den Gebrauch 978-3-85881-620-7 Deutsch 978-3-85881-856-0 Englisch sFr. 39.– | € 38.–

Marcel Meili Steiners Postauto Eine Bildgeschichte 978-3-85881-675-7 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

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Kaum öffentlich zu sehen: Albert Anker als Zeichner und Aquarellmaler

Reliefs und monumentale Skulpturen: Das erste Buch zu Hans Arps Werken im Zusammenhang mit Architektur

Albert Anker Zeichnungen und Aquarelle 978-3-85881-660-3 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

Public Arp Hans Arp – Architekturbezogene Arbeiten 978-3-85881-652-8 Deutsch sFr. 39.– | € 38.–

Die Neuausgabe einer massgeblichen Monografie über Max Bill

Eine Einführung in Schaffen, Wirkung und Nachlass des bedeutenden Kunsthistoriker-Paars

Max Bill: ohne Anfang, ohne Ende 978-3-85881-578-1  Deutsch / Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Sieben Jahre in der Sowjetunion: Eine akribische Recherche über eine besondere Phase im Leben des Architekten Hans Schmidt Jürg Düblin In Stalins Reich Die Moskauer Jahre des Architekten und Städteplaners Hans Schmidt 1930–1937 978-3-85881-653-5 Deutsch sFr. 49.– | € 48.–

Die Welt der Giedions Sigfried Giedion und Carola Giedion-Welcker im Dialog 978-3-85881-610-8 Deutsch 978-3-85881-819-5 Englisch sFr. 99.– | € 97.–

Porträts, Flaniermeilen und Fabrikhallen: Vincenzo Vicari als Chronist des Tessins

Auf der Suche nach einer neuen Moderne: das grosse Schweizer Architekten- und Designer-Paar

Vincenzo Vicari Fotograf Das Tessin im Wandel der Zeit 978-3-85881-692-4 Deutsch sFr. 44.– | € 44.–

Trix und Robert Haussmann Protagonisten der Schweizer Wohnkultur 978-3-85881-561-3 Deutsch sFr. 65.– | € 58.–

Ein Jahrhundert Elefantentradition im Schweizer National-Circus Knie 100 Jahre Knie-Elefanten Geschichte und Perspektiven der Elefantenhaltung in Wort und Bild 978-3-85881-677-1 Deutsch 978-3-85881-869-0 Französisch sFr. 39.– | € 38.–

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Strukturen und Dynamiken im Werk dieser Schlüsselfigur der PerformanceKunst

Westliche und afrikanische Imagination: Kunst, Fotografie und Text aus dem Kongo neu gedacht

Psychoanalytikerin trifft Marina Abramovic´ Künstlerin trifft Jeannette Fischer 978-3-85881-546-0 Deutsch 978-3-85881-794-5 Englisch sFr. 19.– | € 19.–

Fiktion Kongo Kunstwelten zwischen Geschichte und Gegenwart 978-3-85881-643-6 Deutsch 978-3-85881-835-5 Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Umfassende Darstellung von Leben und Werk Giovanni Segantinis anhand von 60 ausgewählten und kommentierten Hauptwerken

Eine herausragende Fotokünstlerin, experimentierfreudig und sorgfältig komponierend Jan Groover, Photographer Laboratory of Forms 978-3-85881-838-6 Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Giovanni Segantini 978-3-85881-522-4 Deutsch 978-3-85881-783-9 Englisch 978-3-85881-784-6 Italienisch sFr. 49.– | € 48.–

Fotografische Experimentierlust: Simone Kappelers Amerika-Roadtrip als Akt der Befreiung

Radikale Positionen: 35 aufstrebende internationale Fotografinnen und Fotografen im Fokus

Simone Kappeler – America 1981 978-3-85881-679-5 Deutsch / Englisch sFr. 69.– | € 68.–

reGeneration 4 The Challenges for Photography and Its Museum of Tomorrow 978-3-85881-857-7 Englisch / Französisch sFr. 59.– | € 58.–

«Eyes That Saw steht mindestens in einer Reihe mit Marshall MacLuhans Publikationen oder S, M, L, XL.» Textem

Die erste umfassende Darstellung von Produktion und Kultur modernen Designs in einer grenzübergreifenden dynamischen Region des Alpenraums

Eyes That Saw Architecture after Las Vegas 978-3-85881-820-1 Englisch sFr. 49.– | € 48.–

Design from the Alps 1920–2020 Tirol Südtirol Trentino 978-3-85881-649-8 Deutsch / Englisch / Italienisch sFr. 49.– | € 48.–

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Der Verlag Scheidegger & Spiess wird vom Bundesamt für Kultur mit einem Strukturbeitrag für die Jahre 2021–2024 unterstützt.

Stand Dezember 2020

Michael Klein c/o Vertreterbüro Würzburg Huebergasse 1 97070 Würzburg Deutschland Tel. +49 931 174 05 Fax +49 931 174 10 klein@vertreterbuero-wuerzburg.de

Die angegebenen Franken-Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen für die Schweiz inklusive MwSt. – Die angege­benen Euro-Preise sind gebundene Ladenpreise für Deutschland inklusive MwSt. und unverbind­liche Preisempfehlungen für Österreich. Für Preise, Beschreibungen und Erscheinungstermine bleiben Änderungen und Irrtum vorbehalten. Umschlagbild: Schmuckdesign von Vanessa Schindler. Foto © Chaumont-Zaerpour. Aus dem Buch: Wild Thing – Modeszene Schweiz, siehe S. 7.

Aenne Biermann Fotografin Herausgegeben von Simone Förster und Thomas Seelig In Zusammenarbeit mit der Stiftung Ann und Jürgen Wilde, Pinakothek der Moderne, München, und dem Museum Folkwang Essen Broschur 184 Seiten, 68 farbige und 35 sw Abbildungen 21 × 28 cm 978-3-85881-673-3 Deutsch ISBN 978-3-85881-673-3 sFr. 39.– | € 38.–

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Aenne Biermann (1898–1933) zählt zu den festen Grössen der Fotografie der 1920er- und 1930er-Jahre. Diese mit dem Deut­ schen Fotobuchpreis 2020/21 in Gold ausgezeichnete Mono­ grafie präsentiert ihr Werk als Beispiel für Moderneströmun­ gen jenseits der Zentren der Avantgarde und thematisiert die Verflechtungen von Laienkunst und Avantgardefotografie in den 1920er-Jahren wie auch das Selbstverständnis bürgerlicher Frauen in Bezug auf künstlerische Produktion und individuelle Entwicklungen.