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Rotpunktverlag. Programm FrĂźhjahr 2019


»Facettenreich, klarsichtig und global gedacht: Fiona Jeffries’ Gespräche mit einigen unserer besten Denkerinnen, Aktivistinnen und Theoretikern setzen sich geradeheraus und kämpferisch mit der Angst in unseren Köpfen auseinander.«

Fiona Jeffries, geboren 1968 in Vancouver, promovierte Kommunikationswissenschaftlerin, befasst sich als Autorin, Dozentin und Aktivistin mit den Themen Gewaltfreiheit, Recht auf Stadt und globale soziale Gerechtigkeit. Darüber hinaus engagiert sie sich in alternativen Medienprojekten. In Kanada lehrt sie an der Carleton University im Programm zur Förderung der Menschenrechte, zudem ist sie Gastwissenschaftlerin im Centre for Policy Studies on Culture and Communities der Simon Fraser University. Fiona Jeffries lebt in Ottawa.

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Foto: Shannon Harris

Nina Power


Wehrt euch! Vom Widerstand in schwierigen Zeiten ■ Deutsche Ausgabe ergänzt durch einen

aktuellen Beitrag von Carolin Emcke

■ Presseschwerpunkt

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Die Angst regiert. Mit der Angst vor dem Fremden wird Politik gemacht, mit der Angst vor sozialem Abstieg werden Wahlen gewonnen. Sei es in Deutschland, in den USA, in Osteuropa oder in Brasilien – immer öfter präsentiert sich eine erstarkende Rechte als heroisches Rebellenlager gegen eine ungerechte Ordnung. Unsere offenen Gesellschaften werden auf eine Weise herausgefordert, wie es noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre. Was können wir dieser Angst entgegensetzen? Das fragt die kanadische Publizistin Fiona Jeffries in diesem ermutigenden und absolut dringlichen Buch. Was hat Menschen in der Geschichte immer schon zum Widerstand ermutigt? Acht Denkerinnen und Denker, acht kluge Gespräche zur Lage der Welt gestern, heute und morgen, darunter: die Philosophin Carolin Emcke über den neuen Autoritarismus; die Feministin Silvia Federici über Gewalt gegen Frauen und den Widerstand gegen Faschismus; die Soziologin Nandita Sharma über Nationalismus, Grenzen und Migration; der Sozialtheoretiker David Harvey über Neoliberalismus und die Stadt; oder der Historiker Marcus Rediker über die Figur des Rebellen in der Geschichte.

Fiona Jeffries

Wir haben nichts zu verlieren außer unserer Angst Vom Widerstand in schwierigen Zeiten Gespräche mit Carolin Emcke, David Harvey, Silvia Federici u. a. Aus dem Englischen von Sabine Wolf Originaltitel: Nothing to Lose but Our Fear ca. 200 Seiten, Broschur Format 13,5 × 20,4 cm ca. € (D) 22,– | € (A) 22,90 | Fr. 26.– ISBN 978-3-85869-819-3, WG 1973 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im Februar


Marcos Buser, geboren 1949, Geologe und Sozialwissenschaftler, ist seit über 40 Jahren auf dem Gebiet der Kernenergie und der Entsorgung chemotoxischer Sonderabfälle tätig. Er betreut große Abfallprojekte in der Schweiz wie auch in den Nachbarländern und arbeitet eng mit Universitäten, internationalen Institutionen, Regierungsbehörden und privaten Ingenieurbüros zusammen. Er war u. a. Mitglied der EKRA-Expertenkommission für das Schweizer Endlagerkonzept (1999– 2002) und der Eidgenössischen Kommission für nukleare Sicherheit (2008–2012). Seit 2008 hat Marcos Buser mehrere Studien über die langfristige Kennzeichnung von Endlagern und die Folgen der Giftmüllentsorgung für zukünftige Gesellschaften veröffentlicht. Seine früheren soziologischen Studien beschäftigten sich mit dem Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf die Umweltgesetzgebung.

»Eine Frage treibt Buser seit langem um: Wie lässt sich die Sicherheit einer Deponie garantieren, deren Müll erst nach Hunderttausenden Jahren für Menschen harmlos sein wird. ›Endlich habe ich die Muße, Bücher darüber zu schreiben‹, sagt der Geologe. Für all jene, die den kämpferischen Mann kennen, muss das wie eine Warnung klingen.«

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Foto: Dennis Yulov

Martin Läubli, Tages-Anzeiger


Verantwortung für die Zukunft übernehmen ■ Presseschwerpunkt ■ Der Autor steht für Veranstaltungen

zur Verfügung

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Noch bis in die 1970er-Jahre schien die Frage, wohin mit dem Atommüll, ein zweitrangiges Problem. Die Kernenergie boomte – auch dank einer gut vernetzten Lobby, die im Hintergrund die Fäden zog. Umweltbewegung, Bürgerinitiativen und die beunruhigenden Bilder von Zwischenlagern, in denen Fässer vor sich hin rosten, haben das verändert. Marcos Buser kennt den Prozess der Endlagersuche aus dem Inneren. Er war vier Jahre lang Mitglied der Kommission für nukleare Sicherheit in der Schweiz – bis er aus Protest zurücktrat. Seine Kritik: Die Leitplanken bei der Suche nach einem Endlager für radioaktive Abfälle sind entlang der Interessen der Atomwirtschaft abgesteckt. Die Politik trabt hinterher. Aber kann und darf die Industrie eine Verantwortung übernehmen, die sich über Jahrtausende erstreckt? Marcos Buser sagt klar: Nein. Dieses Buch beleuchtet die Geschichte der Atomenergie international und in der Schweiz: das große, utopische Versprechen und das böse Erwachen angesichts des ungelösten Entsorgungsproblems. Aus seiner jahrzehntelangen Erfahrung schöpfend, schildert Marcos Buser die Mechanismen der Atompolitik, die Einflussnahme der Industrie – und den Umgang mit Kritik und Warnungen. Nicht zuletzt plädiert er für eine neue Debattenkultur – eine, die Risiken offen ins Gesicht schaut, anstatt sie unter den Teppich zu kehren.

Marcos Buser

Wohin mit dem Atommüll? Das nukleare Abenteuer und seine Folgen Ein Tatsachenbericht

ca. 250 Seiten, Broschur Format 12 × 19 cm ca. € (D) 22,– | € (A) 22,90 | Fr. 26.– ISBN 978-3-85869-820-9, WG 1973 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im März


Nachdenken über die Schweiz, Europa und die Welt

■ 100 Jahre Literaturnobelpreis für Carl Spitteler 2019 ■ Lesereise in der Schweiz ■ Erscheint zeitgleich auf Französisch (Editions Zoé)

und Italienisch (Edizioni Casagrande)

Camille Luscher (Hg.)

Neue Schweizer Standpunkte Im Dialog mit Carl Spitteler Dorothee Elmiger, Pascale Kramer, Catherine Lovey, Adolf Muschg, Fabio Pusterla, Daniel de Roulet, Monique Schwitter, Tommaso Soldini Aus dem Französischen und Italienischen von Yla von Dach, Yves Raeber, Barbara Sauser und Andrea Spingler ca. 140 Seiten, Broschur Format 12 × 19 cm ca. € (D) 22,– | € (A) 22,90 | Fr. 26.– ISBN 978-3-85869-821-6, WG 1118 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im Januar

»Ohne Zweifel wäre es nun für uns Neutrale das einzig Richtige, nach allen Seiten hin die nämliche Distanz zu halten«, schreibt Carl Spitteler 1914 in seiner Rede »Unser Schweizer Standpunkt«. Doch was heißt das schon: die nämliche Distanz. Soll man sich also nicht einmischen? Oder bietet gerade die Neutralität eine Chance, sich zu engagieren? Aktiv zu werden? Spitteler verfasste seine Rede kurz nach Beginn des Ersten Weltkriegs, inmitten des »Klangs der Kriegstrompete« und »militärischer Kommandorufe«. Solche Klänge sind auch heute noch zu vernehmen, hundert Jahre nachdem der Dichter mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden ist; wenn auch ungleich diffuser und komplexer. Acht bekannte Schweizer Autorinnen und Autoren reflektieren hier Spittelers Rede aus heutiger Perspektive und entwickeln dabei ihre jeweils eigenen, neuen Standpunkte: Wie steht es heute um den Wert der Neutralität, um das Verhältnis der Schweiz zu ihren europäischen Nachbarn? Was bedeuten Engagement und Enthaltung in Zeiten humanitärer Katastrophen und weltweiter Migration? Haben Nationen noch Sinn? Grenzen? Und wie steht es derweil um den Zusammenhalt im eigenen Land, um die Überwindung der Sprachgrenzen, die Spitteler doch so sehr am Herzen lag?

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Die Digitalisierung in den Dienst der Menschen stellen

■ Der Autor steht für Veranstaltungen

zur Verfügung

Ludger Eversmann, geboren 1953 im Münsterland, war nach seinem Studium der Philosophie und Psychologie zunächst als Jazzmusiker tätig. Ein Studium der Wirtschaftsinformatik mit Promotion führte ihn in die IT-Beratung. Er hat zwei Bücher zum Thema Postkapitalismus und Digitalisierung veröffentlicht und lebt heute als freier Berater und Autor (u. a. für Telepolis und der Freitag) in Hamburg.

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Es wird höchste Zeit, dass wir uns die Digitalisierung sinnvoll zunutze machen – und zwar so, dass alle etwas davon haben! Denn dass der Kapitalismus seine Entwicklungsmöglichkeiten ausgeschöpft hat, darauf deutet vieles hin. Noch leben wir im Überfluss, aber das Versprechen auf immer mehr Wachstum, auf eine immer glänzendere Zukunft ist angesichts endlicher Ressourcen sowieso nicht einlösbar. Also, was tun? Der Philosoph und Wirtschaftsinformatiker Ludger Eversmann spürt auf dieser hochspannenden Gedankenreise der Frage nach, wie wir den technischen Fortschritt in den Dienst einer neuen ökonomischen Ordnung stellen können – und wie diese Ordnung jenseits der Systemfehler des Kapitalismus aussehen könnte. Im Dialog mit klassischen und zeitgenössischen Theoretikern und Philosophen – u. a. Aristoteles, Marx, Rifkin, Brynjolfsson – sucht dieses Buch nach verständlichen Antworten auf ein komplexes Problem: Wie wird die Arbeit in Zukunft verteilt sein? Gibt es ein »digitales Athen«, wo das Problem der (Über-)Produktion gelöst ist und Maschinen die Sklavenarbeit machen? Was machen dann die Menschen? Wem gehören die Maschinen? Wartet dort das »gute Leben«?

Ludger Eversmann

Marx’ Reise ins digitale Athen Eine kleine Geschichte von Kapital, Arbeit, Waren und ihrer Zukunft

ca. 220 Seiten, Broschur Format 10,7 × 16,8 cm ca. € (D) 12,90 | € (A) 13,90 | Fr. 15.– ISBN 978-3-85869-822-3, WG 1973 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im April


Basrie Sakiri-Murati wurde 1971 im Kosovo geboren. Im Juni 1989 emigrierte sie aufgrund politischer Aktivitäten in die Schweiz. Heute ist sie als akkreditierte Übersetzerin für Justizbehörden sowie für verschiedene soziale Institutionen tätig und arbeitet als medizinische Praxisassistentin. Basrie Sakiri-Murati lebt mit ihren beiden Kindern in Bern.

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Foto: Julia Höntzsch

»Ich weiß nicht, wie spät es war, irgendwann nach Mitternacht. Ich konnte die Augen nicht aufmachen vor lauter Erschöpfung. Vielleicht wollten sie nicht sehen, wo ich angekommen war, wo ich meine Zukunft verbringen sollte. Ich war im Exil in der Schweiz, einem Land, das ich nur aus dem Geografieunterricht kannte. Weit weg von meinem Zuhause, meiner Familie und allem, was ich liebte.«


Von einem Leben zwischen zwei Welten, zwei Kulturen

■ Tagebuch einer Flucht ■ Leben in der Diaspora ■ Die Autorin steht für Veranstaltungen

zur Verfügung

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Basrie Sakiri-Murati wurde früh politisiert. Als Schülerin engagierte sie sich Ende der 1980er-Jahre für eine »Republik Kosovo«. Es waren unruhige Zeiten, immer wieder kam es zu Protesten gegen die serbische Regierung, die von der Armee mit Gewalt bekämpft wurden. Politische Aktivistinnen und Aktivisten waren der Verfolgung ausgesetzt, es drohten Gefängnis und Folter. Auch die Autorin geriet ins Visier von Milosevics Schergen. Sie musste untertauchen, versteckte sich mit anderen »Illegalen« wochenlang bei Verbündeten oder im kalten Wald. Als die Situation schließlich zu bedrohlich wurde, musste sie fliehen: in die Schweiz – weit weg von ihrer Heimat, ihrer Familie und all ihren Freunden. Über diese aufwühlende Zeit von politischem Aufbegehren und Flucht hinaus erzählt das Buch auch von der Ankunft der damals Achtzehnjährigen in der Schweiz, von Erfolg und Enttäuschung, persönlichem Glück und dem großen Leid, das ihre Familie während des Kosovokriegs erleiden musste – während sie in der Ferne hilflos zuschaute. Bleibende Spuren ist ein berührender, wohltuend leiser Bericht von einem Leben zwischen zwei Welten, zwei Kulturen.

Basrie Sakiri-Murati

Bleibende Spuren Mein Weg vom Kosovo in die Schweiz

ca. 280 Seiten, gebunden Format 13,5 × 20,4 cm ca. € (D) 28,–  |  € (A) 28,90  |  Fr. 32.– ISBN 978-3-85869-823-0, WG 1116 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im April


Der schräge Bericht einer Ostseeumrundung mit dem Fahrrad ■ Der Autor steht für Veranstaltungen

zur Verfügung

■ Auftakt der Reihe Reisegeschichten

im Rotpunktverlag

Dres Balmer, geboren 1949 in Grindelwald, war Lehrer und Delegierter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Seit vielen Jahren arbeitet er als Reisejournalist für verschiedene Zeitschriften, Zeitungen und Radiosender. Im Rotpunktverlag erschienen: Route 66 (2012) und Rund ums Schwarze Meer (2016). Dres Balmer lebt in Bern.

Dres Balmer

Reh am Rapsfeld oder eine Radreise rund um die Ostsee

Mit Übersichtskarte und Etappenplan Rund 20 Schwarz-Weiß-Fotos ca. 160 Seiten, Flexcover Format 12,4 × 20,4 cm ca. € (D) 22,– | € (A) 22,90 | Fr. 26.– ISBN 978-3-85869-824-7, WG 1322 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im April

»Manchmal steigt man morgens aus dem Bett und denkt, dass man es nicht schaffen wird, aber innerlich lacht man darüber und erinnert sich an die vielen Male, die man das schon gedacht hat.« Ab und zu muss Dres Balmer an Charles Bukowski denken, wenn die Beine wieder schwer sind. Er radelt um die Ostsee. 6624 Kilometer in 60 Tagen, von Lübeck aus einmal rundherum, durch Dänemark, Schweden, Finnland, Russland, das Baltikum, Polen und wieder zurück nach Lübeck. Er erkennt, dass man nicht in die Südsee muss, um die irdisch-himmlische Unendlichkeit zu erfahren. Noch viel öfter aber wird er mit den profanen Fragen und Widrigkeiten des Lebens konfrontiert: Hunger. Gegenwind. Autofahrer. Warum nur raucht niemand mehr filterlose Zigaretten? Und überhaupt – wo ist sie denn nun, diese Ostsee? Einmal notiert er in seinem Tagebuch: »Velofahren, so heißt es gemeinhin, ist etwas Sportliches. Velofahren ist gut für den Körper, gut für die Figur, doch Velofahren ist auch Nachdenken, Erinnern, und am Abend ist Velofahren Schreiben. Der Sport ist beim Velofahren bloß eine willkommene Nebenerscheinung.« Ein Reisebericht der anderen Art, launisch und schräg gerade dort, wo vermeintlich nur der Alltag lauert. Dres Balmer ist der Bukowski unter den Radfahrern.

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Wege und Wissen für die individuelle Bretagne-Reise

■ Der einzige deutschsprachige Wanderführer

zum Zöllnerpfad

■ 22 Touren und rund 30 Varianten ■ Presseschwerpunkt

Dagmar Beckmann, geboren 1952, ist Journalistin und Autorin von Kriminalromanen, Christoph Potting, geboren 1950, ist Journalist und Medienproduzent. Gemeinsam haben sie Reisebücher über das Elsass und über Irland in der Reihe »Anders reisen« (Rowohlt Verlag) veröffentlicht. Sie verbringen ihr Leben zwischen Frankfurt am Main, der Bretagne und dem Ortasee in Norditalien.

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Bretagne – schroffe Steilküsten, weite Dünenlandschaften, endlose Strände, die sich bei Flut das Wasser zurückerobert, einsame Inseln, hübsche Hafenstädtchen, alte Leuchttürme. Der Fernwanderweg GR 34 verläuft auf der Trasse des einstigen Zöllnerpfads, des Sentier des douaniers. Fast immer direkt am Meer, 1700 Kilometer die gesamte bretonische Küste entlang, gut gepflegt und markiert. Die Reisejournalisten Dagmar Beckmann und Christoph Potting stellen einige der attraktivsten Küstenabschnitte des GR 34 in sechs Hauptregionen vor: der wilde Norden rund um Saint-Malo, die Côte de Granit Rose mit ihren berühmten Felsskulpturen, das einsame Pays des Abers, das historisch bedeutsame Douarnenez, die malerische Riviera, wo einst Proust und Churchill weilten, und schließlich die quirligen Küstenorte des Südens. Wandern, Wege, Wissen – jedes der 18 Kapitel ist einem »typischen« Thema der Bretagne gewidmet: Natur- und Küstenschutz, Austern, Algen und Salz, Militärbastionen, Segelabenteuer, Fischerei und Tourismus. Anschaulich und unterhaltsam geschrieben, mit allen nötigen Informationen und Tipps zu Einkehr, Unterkunft und Transport, ist dieses Buch der ideale Begleiter für eine individuelle Bretagne-Reise!

Dagmar Beckmann | Christoph Potting

Küstenwandern in der Bretagne

Entdeckungstouren auf dem Zöllnerpfad Wandern | Erleben | Genießen

Mit Routenskizzen, Übersichtskarten und Serviceteil Zahlreiche Farbfotos 296 Seiten, Klappenbroschur Format 13,5 × 20,4 cm ca. € (D) 29,– | € (A) 29,80 | Fr. 34.– ISBN 978-3-85869-825-4, WG 1322 Erscheint im Januar


»Auf elegante Weise verschränken Konrad und Ruth Michel Richter Kunst- und Tourismusgeschichte, ihren eigenen Blick auf die Gebirgspanoramen mit den Blicken der Maler und haben dabei immer mehr im Sinn als nur den Tourismus.« Stefan Fischer, Süddeutsche Zeitung Johann Ludwig Bleuler, Alte und neue Teufelsbrücke (1860), Sammlung Museum für Kommunikation, Bern

Berner Oberland

2., akt. Auflage 2011, 360 S. € (D) 39,– | € (A) 40,10 | Fr. 43.– ISBN 978-3-85869-431-7

Graubünden

2., akt. Auflage 2015, 432 S. € (D) 39,– | € (A) 40,– | Fr. 45.– ISBN 978-3-85869-594-9

Alexandre Calame Heinrich Danioth Charles Giron Max Gubler Johann Ludwig Bleuler Jost Muheim Hans Conrad Escher Johann Jakob Meyer William Turner Hans Beat Wieland Caspar Wolf Rudolf Koller Samuel Butler Fritz Zbinden Isabelle Tabin-Darbellay Themistokles von Eckenbrecher 12


Wandern im Kunstmuseum Natur ■ 4 Kantone: Uri, Tessin, Wallis, Graubünden ■ Der 3. Band der beliebten Reihe ■ Presseschwerpunkt ■ Die Autoren stehen für Veranstaltungen

zur Verfügung

Ruth Michel Richter, geboren in Baden, Studium der Geschichte und Anglistik in Zürich und Aberdeen. Bekannte Wanderbuchautorin sowie Redaktorin und freie Journalistin. Konrad Richter, geboren in Hannover, Studium der Germanistik und Publizistik in Zürich. Verfasste zahlreiche Bücher, Reise- und Fotoreportagen. Heute hauptsächlich als freier Fotograf tätig.

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Die Gotthardregion – das sind vier Kantone, vier unterschiedliche Kulturen, drei Sprachen, eine reiche Geschichte und viel faszinierende Kunst. Wichtige Pässe verbinden Uri, die Leventina, die Surselva und das Goms. Allen voran der Gotthardpass – kürzeste Nord-Süd-Verbindung und historische Mythenmaschine im Herzen der Schweiz, im Zentrum Europas. Seit je überquerten ihn Reisende, Säumer, Kaufleute, Abenteurer, Dichter und Maler. Heute verbindet man den Gotthard mit kühnen Bauwerken wie der Teufelsbrücke, dem NEAT-Tunnel oder den Festungsbauten im Bergmassiv. Doch die Region hat mehr zu bieten als Durchgangsverkehr und Réduit: stille Bergseen und versteckte Täler, ursprüngliche Dörfer und lichte Hochebenen. Wunderbare Szenerien, festgehalten auf zahlreichen Gemälden, Stichen und Aquarellen. Auf vierzehn attraktiven Wanderungen spüren die Autorin Ruth Michel Richter und der Fotograf Konrad Richter einigen dieser Kunstwerke nach. Nebst Künstlern und ihren Bildern beleuchtet das Buch die gesamte Gotthardregion mit ihren kulturellen, historischen und geografischen Besonderheiten. Den Abbildungen aus einer Zeitspanne von mehr als zweihundert Jahren stehen aktuelle Fotografien gegenüber, was überraschende Einblicke bietet in die massiven Veränderungen durch die zunehmende Mobilität.

Ruth Michel Richter | Konrad Richter

Wandern wie gemalt Gotthardregion

Auf den Spuren bekannter Gemälde Selisberg – Bellinzona – Disentis – Goms Fotos von Konrad Richter Mit zahlreichen Abbildungen und Fotos Routenskizzen und Serviceteil ca. 380 Seiten, Flexcover Format 13,5 × 20,4 cm ca. € (D) 40,– | € (A) 40,90 | Fr. 45.– ISBN 978-3-85869-826-1, WG 1322 Erscheint im Mai


Zeitschriften Gibt es eine westeuropäische Nation, die der kolonialen Machtausübung unverdächtiger scheint als die Schweiz? Haben »wir« damit überhaupt etwas zu tun? Dieser Frage geht Heft 72 des Widerspruchs nach. Die verschiedenen Texte sind Anregung für eine Auseinandersetzung mit der postkolonialen Geschichte und Gegenwart der Schweiz. Sie untersuchen Verstrickungen der Schweizer Wirtschaft in die gewaltvolle europäische Kolonialisierung und stellen emanzipatorische, postkoloniale Kämpfe und Diskurse vor. Dazu gehört auch die Forderung nach einer neuen, dekolonisierten Geschichtsschreibung, die dem Umstand Rechnung trägt, dass wir längst in einer postmigrantischen, interkulturellen Gesellschaft leben. Widerspruch 72 versammelt Stimmen, die für die Anerkennung unterschiedlicher Identitäten, Kulturen und Realitäten streiten und eine (international) gleichberechtigte Teilhabe fordern. Widerspruch, Heft 72 172 Seiten, Broschur, Format 14,8 × 21 cm € (D) 18,– | € (A) 18,50 | Fr. 25.– ISBN 978-3-85869-817-9, ISSN 1420-0945, WG 1733 Im Dezember 2018 erschienen

Autorinnen und Autoren (u. a.) Patricia Purtschert, Jovita dos Santos Pinto, Bernhard C. Schär, Hans Fässler, Wolfgang Kaleck, Elisabeth Joris, Ulrich Brand, Markus Wissen

1003 erotische Eroberungen in Spanien, fünfzig Dinge, die Sie in Ihrem Leben noch tun sollten, zehn Gebote, fünf verbotene Lebensmittel oder drei Bücher für die einsame Insel – Listen prägen unser Leben, von der Wunschliste über den Einkaufszettel und die To-doListe zum Legat, von der Adressliste über die Rang- und die Wahlliste zur roten oder gar schwarzen Liste. Wer verzeichnet, sammelt, inventarisiert und archiviert, bringt Ordnung ins Chaos und verwandelt Einzelteile in ein sinnvolles, dauerhaftes Ganzes  – tun dies nicht auch Dichterinnen und Erzähler? Was verbinden sie mit dem Thema »Liste, Archiv, Inventar«?

Viceversa Literatur 13 Jahrbuch der Schweizer Literaturen »Listen und Inventare« Mit Fotografien von Yvonne Böhler und Bildern von Pascale Favre ca. 240 Seiten, gebunden, Format 15 × 23 cm € (D) 30,– | € (A) 31,– | Fr. 34.– ISBN 978-3-85869-827-8, ISSN 1662-0380, WG 1115 Erscheint im Mai

Porträts: Zsuzsanna Gahse, Claude Tabarini und Massimo Daviddi schaffen Inventare je eigener Art und geben Einblick in ihre Arbeitsweise und in ihr Werk. Inédits: Die Deutschschweizer Autorinnen Judith Keller und Gianna Molinari, der Tessiner Giorgio Genetelli und der Romanischbündner Benedetto Vigne, die frankofonen Mathias Howald und Muriel Pic erstellen für Viceversa Listen, tragen Wörter und Sätze zusammen, denken über Archive nach. Ob in Form von Aufzählungen, Balladen, Einträgen, Gesprächen, Erinnerungen, Kurzgeschichten, Playlists oder Prosagedichten – von »Aphorismen« bis »Alte Zöpfe« entsteht eine reiche und vielfältige Sammlung.

Zu Gast: Serhij Zhadan präsentiert die Schulklasse einer kleinen ukrainischen Siedlung und erzählt das Schicksal der elf Schüler und ihrer Lehrerin vor und nach dem Krieg, von 1991 bis heute. Übersetzen: Diesmal erhalten zwei Übersetzerinnen und ein Übersetzer aus den USA Carte blanche für einen Schweizer Text, den sie auf Englisch übersetzen. Tess Lewis, Alta L. Price und John Taylor präsentieren ihre Wahl aus der deutschen, italienischen und französischen Schweiz. Das literarische Jahr 2018: Eine Chronik verzeichnet die Ereignisse des Literaturjahrs und Kurzkritiken stellen die wichtigsten Neuerscheinungen aller Landesteile vor.

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Wanderführer Das wildromantische Bündner Tal – ein Wanderziel für alle Jahreszeiten.

Die schönsten Bergwanderungen der Schweizer Alpen – spannend für Kinder und Erwachsene.

Remo Kundert | Werner Hochrein

Bergfloh

Daniel Fleuti | Andrea Kippe

Die schönsten Berg- und Hüttenwanderungen mit Kindern in der Schweiz

Wanderwelt Val Müstair Wanderungen und Schneeschuhtouren zwischen Ofenpass und Glurns

Mit Spielvorschlägen, Farbfotos, Routenskizzen und Serviceteil 288 Seiten, Klappenbroschur 2., aktualisierte Auflage 2018 € (D) 37,– | € (A) 38,– | Fr. 42.– ISBN 978-3-85869-814-8

Mit Farbfotos, Routenskizzen und Serviceteil 320 Seiten, Klappenbroschur, 2018 € (D) 34,– | € (A) 34,90 | Fr. 38.– ISBN 978-3-85869-780-6

»Ein kleines Meisterwerk, das zweifellos das Zeug zum Klassiker hat.«

»Es gibt sie noch, die gegen den Trend geschriebenen Bergbücher.«

René P. Moor, wanderwerk.ch

Kölner Stadtanzeiger

Werner Bätzing

Grande Traversata delle Alpi Bernhard Herold | Tim Shaw

Nationalpark Val Grande Unterwegs in der Wildnis zwischen Domodossola und Lago Maggiore Mit Farbfotos, Routenskizzen und Serviceteil 296 Seiten, Klappenbroschur 4., aktualisierte und überarbeitete Neuauflage 2017 € (D) 29,– | € (A) 29,90 | Fr. 34.– ISBN 978-3-85869-735-6

Mit Routenskizzen und Serviceteil, Klappenbroschur 8., aktualisierte Auflage 2018

Teil 1: Der Norden Vom Wallis ins Susa-Tal 224 Seiten ISBN 978-3-85869-811-7 € (D) 24,– | € (A) 24,70 | Fr. 26.50

Teil 2: Der Süden Vom Susa-Tal ans Mittelmeer 296 Seiten, ISBN 978-3-85869-812-4 € (D) 26,– | € (A) 26,80 | Fr. 28.–

Paket Norden und Süden ISBN 978-3-85869-813-1 € (D) 44,– | € (A) 45,30 | Fr. 49.–

»Eine herausragende Sammlung lesenswerter Texte zur Schweiz.« Bücherrundschau

»Dieses Buch hat das Mairatal bekannter gemacht als alle Zeitungsartikel und das Weitersagen oder gar das Internet.« Frankfurter Allgemeine Zeitung

Andreas Simmen (Hg.)

Ursula Bauer | Jürg Frischknecht

Wunderbar schwerelos zeigt sich die Welt

Antipasti und alte Wege

Literarische Wanderungen in der Schweiz

Zahlreiche Schwarz-Weiß- und historische Fotos Mit Routenskizzen und Serviceteil 344 Seiten, Flexcover, 2018 € (D) 35,– | € (A) 35,90 | Fr. 42.– ISBN 978-3-85869-802-5

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Valle Maira –  Wandern im andern Piemont Mit Schwarz-Weiß-Fotos und historischen Bildern Mit Routenskizzen und Serviceteil 304 Seiten, Klappenbroschur 9. Auflage 2018 € (D) 29,– | € (A) 29,80 | Fr. 34.– ISBN 978-3-85869-815-5


Rotpunktverlag Coverfoto: Tagebuch von Basrie Sakiri-Murati

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Belletristik im Rotpunktverlag.

VORSCHAU FRĂœHJAHR 2019


Romain Gary war Weltkriegspilot, Filmregisseur, Diplomat und Literat. 1914 als Roman Kacew in eine jüdische Familie in Wilna geboren, kam er 1928 nach Frankreich, 1938 zur französischen Luftwaffe, 1946 in den diplomatischen Dienst, wo er den Namen Romain Gary annahm. Er schrieb rund 30 Romane und hat fünf Pseudonyme benutzt. Als einziger Autor erhielt er zweimal den Prix Goncourt, 1956 für seinen Roman Die Wurzeln des Himmels, 1975 unter dem Pseudonym Émile Ajar für Du hast das Leben vor dir. Romain Gary war mit der Nouvelle-Vague-Legende Jean Seberg verheiratet. Ein Jahr nach deren mysteriösem Tod nahm er sich 1980 das Leben.

Foto: Jeanloup Sieff

Die Jagd nach dem Blau, sein letztes zu Lebzeiten veröffentlichtes Buch, erschien im Original 1980 – und ist im deutschsprachigen Raum noch zu entdecken.

»Onkel, diese Pariser haben gesagt, Sie seien übergeschnappt.« Ambroise Fleury blieb stehen. Nicht im Entferntesten beleidigt, schien er sogar eher zufrieden. »Ach ja? Das haben sie gesagt?« Da schleuderte ich ihm aus der Höhe meiner ein Meter vierzig diesen Satz entgegen, den Marcellin Duprat einmal über Kunden des Clos Joli fallen ließ, die sich über die Rechnung beschwert hatten: »Das sind Leute niederer Herkunft!« »Es gibt keine Menschen niederer Herkunft«, sagte mein Onkel. Er beugte sich vor, legte vorsichtig JEAN-JACQUES ROUSSEAU ins Gras und setzte sich hin. Ich ließ mich neben ihm nieder. »Sie haben mich also für verrückt erklärt. Tja, stell dir vor, diese feinen Herren und Damen haben recht. Es liegt doch auf der Hand, dass ein Mann, der sein ganzes Leben den Drachen widmet, irgendwie einen kleinen Spleen haben muss. Nur stellt sich hier die Frage der Interpretation. Manche nennen das einen Spleen, andere sprechen vom ›göttlichen Funken‹. Manchmal ist es sehr schwer, das eine vom anderen zu unterscheiden. Doch wenn du jemand oder irgendetwas wirklich liebst, dann gib ihm alles, was du hast, ja sogar alles, was du bist, und kümmere dich nicht darum, was andere dazu sagen.« Heiterkeit huschte über seinen dicken Schnurrbart. »Das ist es, was du wissen musst, wenn du ein guter Postbeamter werden willst, Ludo.«


Rasant, ironisch, herzergreifend: Garys letzter Roman über unerschrockenen Widerstand und eine unerschütterliche Liebe ist im deutschen Sprachraum noch zu entdecken!

Romain Gary

Die Jagd nach dem Blau Roman Aus dem Französischen von Jeanne Pachnicke Originaltitel: Les Cerfs-volants ca. 380 Seiten, gebunden Format 12,5 ×20,4 cm ca. € (D) 24,– | € (A) 24,90 | Fr. 28.– ISBN 978-3-85869-828-5, WG 1100 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im Februar

Papierdrachen in Zeiten des Krieges Der elternlose Ludo lebt in einem Dorf in der Normandie bei seinem Onkel, dem Landbriefträger Ambroise Fleury. Der gilt als leicht durchgeknallt und erfreut die Kinder rundum mit seinen selbst gebauten Drachen: BLAUER VOGEL, ZITTERBACKE, JEAN-JACQUES ROUSSEAU. Ludo, ein wahrer Fleury, denen die »Fähigkeit des Vergessens« nicht gegeben ist, leidet an »Gedächtnisüberschuss«; er kann das halbe Kursbuch der Bahn aufsagen. Auch nicht aus dem Kopf geht ihm Lila, Tochter polnischer Adliger, die ihn nach Jahren des Wartens endlich auf den Sommersitz der Familie einlädt. Die Liebe ist kompliziert, im Weg steht nicht nur Lilas deutscher Cousin Hans, sondern bald auch der Krieg. Nach der Besatzung der Deutschen, verbunden mit Razzien und Deportationen, schließt Ludo sich der Résistance an, während der Onkel sieben gelbe Sterne am Himmel aufsteigen lässt. Romain Garys letzter zu Lebzeiten publizierter Roman erzählt rasant, ironisch, hintergründig von der Weigerung, sich anzupassen, dem großen Widerstand im Kleinen und einer unerschütterlichen Liebe.

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Romain Gary (Émile Ajar) Du hast das Leben vor dir Roman Aus dem Französischen von Christoph Roeber 2. Auflage 2018, 248 Seiten € (D) 24,– | € (A) 24,50 | Fr. 28.– ISBN 978-3-85869-761-5


Foto: Ralph Ribi Lisa Elsässer, geboren 1951 im Kanton Uri, schreibt Lyrik und Prosa. Diverse Ausbildungen, u. a. als Bibliothekarin und Buchhändlerin. Von 2005 bis 2008 studierte sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig; heute lebt sie in Walenstadt. Sie wurde für ihr Schaffen mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2018 mit dem Werkpreis des Kantons St. Gallen und dem Hauptpreis der Zentralschweizer Literatur förderung. Im Rotpunktverlag er schienen: Feuer ist eine seltsame Sache (2013) und Fremdgehen (2016).

»Das Ende liegt jetzt näher. Wenn die Zeit zwischen Geburt und Tod gemessen würde, bin ich über die Mitte hinaus. Wenn ich morgen sterben müsste, wäre ich länger schon, ohne es zu wissen, über sie hinaus gewesen. Dann wäre ich also in der Mitte des Lebens schon an dessen Ende gewesen. Aber wer spricht denn jetzt vom Sterben! Jetzt denke ich manchmal daran. Es wird ein Gefühl, in dem die Freude am Leben und die Gewissheit über das andere miteinander tanzen. Ich stehe daneben und schaue ihnen zu. Sie finden keinen gemeinsamen Takt, sie bewegen sich wie völlig unmusikalische Wesen. Beide haben noch nicht erkannt, dass eines sich dem anderen überlassen müsste, damit von einem Tango gesprochen werden könnte. Wer führt wen?«


»So unbestechlich Lisa Elsässer das menschliche Tun und Lassen auch beobachtet, sie stellt ihre Figuren niemals bloß, sondern begegnet ihnen mit Empathie.« Werner Morlang

Lisa Elsässer

Erstaugust Erzählungen

ca. 180 Seiten, gebunden Format 12,5 ×20,4 cm ca. € (D) 22,– | € (A) 22,90 | Fr. 26.– ISBN 978-3-85869-829-2, WG 1100 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im März

Über die Mitte hinaus Eine Frau macht einen Sprachkurs in London und lernt nur ein einziges Wort. Wie einen gefrorenen See betreten zwei ungleiche Schwestern das Feld ihrer Kindheit und kommen sich im Nebel für immer abhanden. Erst August, denkt das aufs Land verschickte Kind am ersten August und wartet weiter auf Post. In ihren Geschichten verbindet Lisa Elsässer profane Widerstände mit den großen Lebensthemen: Liebe, Sehnsucht, Verlust. Getragen von der poetischen Sprache der Lyrikerin, vorangetrieben von der Lust am Erzählen, erforscht sie blinde Flecken der Kindheit, wagt sie zwanglose Liaisons, die ohne viel Worte auskommen, belauert sie die Existenz des Nachbarn auf dem Balkon gegenüber, die der eigenen verdächtig nahe rückt. Über allem schwebend die Vergänglichkeit, die sich unerwartet, und sei es beim Picknick am See, kristallisiert: »Es kann sein, dass morgen einer von uns allein aufstehen, die Brote allein essen muss. Er muss dann sogar allein leben!«

Die Autorin steht für Lesungen zur Verfügung


Freitag, 14. Mai 1942 Liebe Fifon, Dein Freund kommt jeden Tag um Mittag herum in Siders vorbei, häng ein großes weißes Laken ans Fenster Deines Zimmers, wenn Du frei bist, er wird am Samstag schon um halb zwei auf der kleinen Straße nach Salgesch warten, gleich hinter der Eisenbahnbrücke, eine halbe Minute nach den letzten Häusern der Stadt. Wir werden in einem der kleinen Dörfer der Ebene einen Imbiss nehmen; wenn das nicht möglich ist, dann komm wenigstens für einen Augenblick, damit er Dich einmal küssen und in die Arme schließen kann, bevor er wieder geht. Weder Tag noch Nacht kann er seine Gedanken von Dir lösen, und er träumt von seiner roten Tulpe. Maurice Ich zeichne Dir noch einmal die Stelle auf, die ich meine und wo wir uns verpasst haben, denn es ist ganz nah und dazu etwas abseits, ich werde das Vergnügen haben, Dich kommen, laufen zu sehen und Dir auf der Stelle einen Kuss zu geben. M. Mach morgen Samstag das vereinbarte Zeichen, für heute muss ich los.

Siders, Samstagnachmittag, 30. Mai 1942 Maurice, wir besitzen eine ganze Welt, wir können uns nie langweilen, wir können nie wirklich unglücklich sein! Ich habe vielleicht auf das Absolute verzichten müssen, doch ich werde weiterhin das Spiel lieben, das sich für das Absolute ausgibt. Du auch, Du magst es auch zu spielen, das heißt, an ein Märchenspiel zu glauben, Dich mit Leib und Seele darauf einzulassen, stets auf der Hut, es nicht zu forcieren, nicht zu erschrecken. Akzeptieren wir auch die Farce und das Groteske, das ganze Kasperltheater, hauen wir kräftig auf die Gendarmen ein, aber nehmen wir sie für das, was sie sind, bemalte Holzklötze. Ich spiele mit Fluchtgedanken für den Tag, an dem ich mit Theoda fertig bin. »Nach Paris, nach Paris … auf einem grauen Pferd …« Deine Fifon

S. Corinna Bille (1912–1979) und Maurice Chappaz (1916–2009), beide Schriftsteller aus dem Wallis, werden meist in einem Atemzug genannt. Bille wuchs als Tochter eines Malers und einer Bergbäuerin auf. Mit fünfzehn begann sie zu schreiben; ihr erster Roman, Theoda, erschien 1944; 1975 wurde ihr der Prix Goncourt de la Nouvelle verliehen. Zahlreiche Werke liegen in deutscher Übersetzung im Rotpunktverlag vor. Chappaz war nicht nur Dichter, sondern auch Weinbauer, Hilfsgeometer beim Bau des Staudamms der GrandeDixence sowie Umweltaktivist. Zahlreiche Wanderungen und Reisen. Publikation von über 40 Werken. 1997 wurde er mit dem Großen Schillerpreis und dem Prix Goncourt de la Poésie ausgezeichnet. Das Paar Bille-Chappaz, dem die Beschwörung der Natur als archaischer Kraft gemeinsam ist, gilt heute als ein Mythos der Schweizer Literatur.


»Die intime Spiegelung der Begegnung von zwei Menschen, die ebenso leidenschaftlich der Walliser Natur wie dem Schreiben verfallen waren.« NZZ am Sonntag S. Corinna Bille Maurice Chappaz

Ich werde das Land durchwandern, das Du bist Briefwechsel 1942–1979 Herausgegeben und aus dem Französischen übersetzt von Lis Künzli Originaltitel: Jours fastes ca. 380 Seiten, gebunden mit 16 Seiten Fotografien und Faksimiles Format 13,5 ×20,4 cm ca. € (D) 34,– | € (A) 34,90 | Fr. 38.– ISBN 978-3-85869-830-8, WG 1112 Auch als E-Book erhältlich Erscheint im März

Nähe auf Distanz Corinna Bille und Maurice Chappaz waren ein Liebespaar, ein Schriftstellerpaar und später Eltern von drei Kindern. Um sich jeder ein eigenes Leben zu bewahren, entschieden sie sich für die Nähe auf Distanz, wohnten meist getrennt oder waren viel auf Reisen. Diesem Umstand verdanken wir einen so umfassenden wie faszinierenden Briefwechsel, fast vom Tag ihrer ersten Begegnung 1942 an bis zum Tod von Corinna Bille im Jahr 1979, der nun erstmals auf Deutsch erscheint. Wir lesen berührende, zärtliche Liebesbotschaften wie auch Zeilen gegenseitiger Enttäuschung, und wir verfolgen den intensiven Austausch zur Entstehung zweier Lebenswerke, die damit verbundenen Krisen, das Ringen um den zum Schreiben unabdingbaren Freiraum inmitten von Familie, finanzieller Bedrängnis und täglichen Sorgen. Und wenn etwa der Grenzsoldat Maurice Chappaz den Dienstalltag beschreibt und Corinna Bille die Schwierigkeiten, für ihr zu Beginn verheimlichtes Kind zu sorgen, werden auch die zeitlichen Umstände greifbar, wie hier die Auswirkungen des Kriegs in der Schweiz, was aus dem SchriftstellerBriefwechsel zudem ein besonderes Zeitdokument macht.

Leseprogramm »Ich werde das Land durchwandern, das Du bist« mit Regula Imboden und Joey Zimmermann. Premiere am 25. März im sogar Theater, Zürich


Jetzt aktuell

»Ein bemerkenswertes Buch: farbig, plastisch, spannend, mitunter beklemmend. Die Atmosphäre des Einwanderlandes Schweiz in den frühen 1960er Jahren ist präzis erfasst, die Figuren – Vater, Mutter, Kind, Nachbarn, Chef, auch die Nonna im italienischen Ripa – überzeugen. Ein starker Text!« Manfred Papst, NZZ am Sonntag

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Vincenzo Todisco Das Eidechsenkind Roman 216 Seiten, gebunden 3. Auflage 2018 € (D) 24,– | € (A) 24,80 | Fr. 28.– ISBN 978-3-85869-783-7

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Rotpunkt, Frühjahr 2019  

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