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Flutlicht Fussball Film Festival Basel

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27.–29. Januar 2017 ‹Bar du Nord› Badischer Bahnhof Basel


Editorial Mämä Sykora

Wie der Sport selber gehen auch Fussballfilme diesen Weg. Der überwiegende Teil sind nämlich – man muss es so sagen – un­ bedrängte Fehlpässe. Man kann die Arbeit der Organisatoren des Flutlicht-Festivals nicht genug würdigen, die sich durch massenhaft unwürdige Machwerke quälen, um euch, dem Pu­ blikum, jene Perlen präsentieren zu können, bei denen man ihn sehr wohl anbringen kann, diesen Ausdruck: «Grosses Kino!» Doch nicht nur auf die Qualität achten die Selektionäre, sondern löblicherweise auch darauf, dass das Programm der riesigen Vielfalt des Fussballs Rechnung trägt. Einheimisches Schaffen, auf die Leinwand gebannt für einmal nicht nur von Regisseuren, sondern von Fans und Spielern selber, bietet der Eröffnungstag. Man reist am Samstag durch die wilde(n) Geschichte(n) des eng­ lischen Fussballs und beschliesst den Sonntag mit einem Blick auf jene Winkel Brasiliens, die vom hellen Licht der WM-Schein­ werfer nicht erfasst wurden. Wir vom Fussballmagazin ‹Zwölf› freuen uns, auch bei der drit­ ten Austragung unseren Einwurf beisteuern zu können. Der Samstag steht zwar unter dem Thema ‹Feiern und absaufen›, was uns gänzlich fremd ist, aber wir werden uns in die Materie einarbeiten und darauf hoffen, dass unser Einwurf nicht direkt im Aus landet. Vielleicht murmelt gar der eine oder die andere danach: «Grosses Kino».

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Fussballer auf Weltreise Die Spieler des FC Basel sahen auf ihrer Weltreise 1964 nicht nur Fussballplätze unterschiedlichster Provenienz.

«Grosses Kino», raunt man sich auf der Tribüne anerkennend zu, wenn wieder einmal ein Akteur auf dem Rasen Ausser­ gewöhnliches vollbracht hat. Wer ab und zu im Stadion ist, der weiss: Das passiert nur selten. Sehr selten. Den Grossteil der Zeit sieht man Fehlpässe, Missverständnisse, Verstolperer und Flan­ ken, für die selbst die Balljungen noch weit laufen müssen. Und genau deshalb ist Fussball so ein grossartiger Sport: Weil diese Momente, in denen man «grosses Kino» raunen darf, so spär­ lich gesät sind, dafür aber umso bedeutsamer sind. Sie erfreuen, ­begeistern, bleiben in ihrer Einzigartigkeit ein Leben lang in Er­ innerung. Wie etwa ein Meistertitel des FC B… des FC Biel.

Mämä Sykora weiss (fast) alles über Fussball. Mittlerweile lebt er als Chefredaktor des Schweizer Fussballmagazins ‹Zwölf› sowie als gefragter Experte von diesem Wissen (WoZ).

Grosses Kino


Inhaltsverzeichnis und Programm

Freitag, 27. Januar 2017

Paul Gascoigne «I like to help create team spirit in the dressing room. I feel that I‘ve got loads of love to give»

Michaud, Odermatt und Uli der Knecht 18:30 Türöffnung, Barbetrieb 20:00 Der FC Basel auf Weltreise 1964 21:30 ‹Hannes Pussy Schmidhauser› Im Anschluss Festivalparty mit Rev. Stoned Eye

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Samstag, 28. Januar 2017 Grapschen, saufen und protestieren 15 12:00 Türöffnung, Barbetrieb 17 ​12.45 Classic ‹Awaydays› 17 15.00 ‹Don‘t say that word› Schweizer Premiere 19 ​16.45 ‹Kurzpass 1› 20 18.00 ‹Underhill› Schweizer Premiere 25 19.15 ‹Einwurf› Zwölf-Special 27 ​20.30 ‹Gascoigne› Kontinental Premiere 29 Im Anschluss England Talk 31 23.00 Nocturne ‹Marvellous› 33

Sonntag, 29. Januar 2017 10.30 12.30 13.00 15:45 16:30

Rio, Maracanã und Wichtigeres 35 Flutlicht-Brunch 37 Lesung Max Küng 37 ‹El camino a Rio› Europa Premiere 39 ‹Kurzpass 2› 40 ‹O futebol› Schweizer Premiere 43 Tribüne und Kassenhäuschen 45 Impressum und Dank 47

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3 Flutlicht ist das erste Schweizer Film Festival. Jeweils über 350 Besucherinnen und Besucher haben 2014, 2015 und 2016 diesen Steilpass angenommen und für eine stimmungsvolle Zuschauerkulisse gesorgt.

Editorial Mämä Sykora


Freitag, 27. Januar 2017

Eine weit weniger exotische Beziehung zum Film pflegte ab ­jener Zeit Bruno Michaud, von 1959 bis 1970 angesehener Libero beim FC Basel. Wie viele Hobbyfilmer griff auch er regelmässig zur seiner Super-8-Kamera und hielt Alltags- und Familien­ szenen fest. Frisuren, Kleidung, Autos. Keine Modeerscheinung entging den privaten Kameras jener Zeit und blieb – im Gegen­ satz zu den oft flüchtigen Handyfilmchen im endlosen Überfluss des Internets – als kompakte Kultur- und Konsumgeschichte auf Filmspulen erhalten. Ein aus rotblauer Sicht ganz besonderer solcher Schatz schlummerte im Familienarchiv von Michauds Nachkommen. Er ermöglicht nicht nur ungesehene Einblicke in die Weltreise der Cupsieger-Mannschaft von 1963 (u.a. mit dem 21-jährigen Karl Odermatt), sondern auch einen Eindruck davon, wie ein junger Mann Mitte des 20. Jahrhunderts die weite Welt entdeckt – unbelastet von der Bilderflut, die reisenden Fussbal­ ler heute vorauseilt →S. 9.

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Wältrais Dr FC Basel, dasch denn Muusig, macht e Raisli, ei botzduusig, wo sie schutte, schutte, schutte, Daag und Nacht. Will sone Wältrais schandbar toll isch, und me maischtens – dito – voll isch, hätt d’Nationalmannschaft au gärn so ebbis gmacht.

Natispieler und Leinwandheld. Diese Kombination schaffen Fussballer der Gegenwart höchstens noch im Vorprogramm: als Hauptdarsteller in Coca-Cola-Werbespots. Sinn und Zweck? Optimierung des Bankkontos. Eine weit leidenschaftliche­ re Beziehung zum Film pflegte Hannes Schmidhauser. In den 1950er-Jahren war der Tessiner nicht nur begnadeter Fussballer sondern – gleichzeitig – auch erfolgreicher Schauspieler. Eine Symbiose, die ihn an einem Tag in das Filmstudio oder auf die Bühne des Theater Basel, am andern auf den Rasen des Zürcher Hardturms bringen konnte. Ersteres auch einmal zu Lasten ei­ nes Spieleinsatzes. Nicht nur aus heutiger Sicht ein kaum mög­ lich erscheinender Spagat, den der elegante Womanizer und rustikale Sportler in einer Person vollzog. Eine Persönlichkeit, die es weit über seine Rolle als Uli der Knecht an der Seite von Liselotte Pulver zu würdigen gilt → S. 13.

‹Seelische Grausamkeit› Schmidhauser war auch als Regisseur und Produzent tätig. Sein Film «Seelische Grausamkeit» (1963) passte nicht in die Schweiz der Sechziger Jahre und fiel bei Kritikern und Publikum durch. Das Publikum hatte wenig Interesse an der Geschichte über ein junges Ehepaar, das bei Gericht auf den Scheidungstermin wartete.

Michaud, Odermatt und Uli der Knecht


20.00 Uhr Moderierte Dokumentation 28 Jahre alt ist Bruno Michaud als er im Januar 1964 mit dem FC Basel zu einer abenteuerlichen Weltreise aufbricht. Mit dabei: seine handliche Super-8-Kamera und jede Menge Filmrollen. ­ 52 Jahre nach der Rückkehr hebt Flutlicht den Familienschatz und macht die Zeitdokumente des ehemaligen FCB-Captains und – Liberos der Öffentlichkeit zugänglich. Der Überraschungs-Cupsieger von 1963 erbte die minutiös ­geplante Showkampfreise von Meister FC Zürich, der die Stra­ pazen wegen der anhaltenden Europacuperfolge (bis zum Halb­ finale gegen Real Madrid) kurzfristig nicht auf sich nehmen wollte. So brach der FCB am 11. Januar 1964 mehr oder weni­ ger in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf nach Bankok, Hong­ kong, Kuala Lumpur, Singapur, Sidney, Tahiti und Los Angeles, um sich dort mit lokalen Grössen zu messen. Michaud, Oder­ matt, Frigerio, Blumer, Kiefer, Walter und Konsorten erlebten dabei nicht nur Annehmlichkeiten. In Hongkong gab es wegen Knappheit nur alle drei Tage fliessend Wasser und Michaud ver­ letzte sich auch noch am Knie. Dafür endschädigte so mancher Klamauk in Hotelpools, freizügig tanzende Tahitianerinnen und der Handshake mit dem König von Singapur.

Flutlicht-Gast: Karl Odermatt

Beim Screening wird eine ausführliche Reise- und Spiel­ dokumentation abgegeben.

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Der FC Basel auf Weltreise 1964

Das Spiel in Hongkong Der Match wurde 3:2 gewonnen, doch erhielten die FCB-Spieler schlechte Kritiken der Zeitungen aus Hongkong. Dafür waren die Spieler froh, ausser dem Beinbruch von Peter Füri keine weiteren Verletzungen aus dem harten Spiel der Hongkong-Auswahl davon getragen zu haben.

Die nette Geste Laut der National Zeitung muss eine Geste des jungen Goalies Marcel Kunz besonders nett gewesen sein: Der Ex-Gerlafinger bot seinen Platz spontan dem älteren Hanspeter Günthardt an. Zuhause blieben auch Hans Weber wegen einer Knöchelverletzung und Klaus Huber infolge einer Oberschenkelverletzung.

18.30 Uhr Türöffnung und Barbetrieb


In 30 Tagen um die Welt

Basel/Frankfurt→Istanbul→Karachi→Kalkutta→Bangkok→ Hongkong→Kuala Lumpur→Singapore→Darwin→Sydney→ Melbourne→Auckland→Nandi (Fiji)→Papeete→Honolulu→ Tijuana→Los Angeles→New York→Zürich/Basel

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Schweiz, 1964/2016 ca. 40 Minuten Ohne Ton Bruno Michaud, Unbekannt Filmclub Riehen Aimée Michaud/Rafael Graf/Flutlicht Bruno Michaud, Karl Odermatt, Roberto Frigerio, Heinz Blumer, Josef Kiefer, Kurt Walter u.a.

Der Reiseblues 0:7 lautete das Goalverhältnis aus zwei Spielen nach der Rückkehr in die Meisterschaft von 1963/64. Am Ende stand der FCB mit 26 Punkten auf dem siebten Platz (von vierzehn Mannschaften). Meister wurde mit 39 Punkten der FC La Chaux-de-Fonds.

Die Resultate der FCB-Weltspiele Hongkong 2:3/Kuala Lumpur 2:5/Singapore 2:2 und 2:4/Sydney 2:2/Melbourne 3:2/Auckland 1:4/Papeete 0:0/Tijuana 1:2/Los Angeles 2:1

Land/Jahr Dauer: Sprache/UT Aufnahmen Digitalisierung Konzept/Schnitt Protagonisten


Der Tessiner Hannes Schmidhauser war in den 1950-Jahren ein Ausnahmetalent: auf dem Fussballplatz genauso wie auf dem Filmset. Seine Kickerkarriere startete er beim FC Locarno, später spielte er für den Zürcher Grasshopper Club und für die Schweizer Nationalmannschaft. In den Kinos erreichte er Kult­ status v.a. in den Gotthelf-Verfilmungen Uli, der Knecht und Uli, der Pächter. In seinem Dokumentarfilm kombiniert der Regisseur Victor Tognola zahlreiche Archivaufnahmen mit Interviews von Schmidhauser und dessen Weggefährten. Der Film lässt eine Ära wieder aufleben und versetzt den Zuschauer in eine Zeit, in der Fussballstars gleichzeitig auch noch Leinwandhelden sein konnten.

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‹Pussy› Schmidhauser Nördlich des Gotthards wird immer noch geglaubt, er sei ein Deutschschweizer gewesen und im Tessin erinnert man sich nur an seine Karriere als Fussballspieler. Höchste Zeit also, diese kulturell und sportlich engagierte Persönlichkeit näher kennenzulernen.

21.45 Uhr Dokumentation

Das aussergewöhnliche Leben eines Schweizer Volkshelden In den Medien wurde Schmidhauser klischeehaft als ‹Uli› und ‹Fussballstar› wahrgenommen. Die Rolle als ‹Uli› verfolgte den Schauspieler bis über seinen Tod hinaus. ‹Uli der Knecht› ist tot. So lautete auch die Schlagzeile am Schweizer Fernsehen, als er am 29. Januar 2000 im Alter von 74 Jahre verstarb. Schmidhauser wollte keine Grabstätte, seine Asche wurde in den Lago Maggiore gestreut.

Hannes ‹Pussy› Schmidhauser

Eingeladene Flutlicht-Talkgäste: Victor Tognola, Regisseur Mario Cortesi, Verleger und Schmidhauser-Kenner

Land/Jahr Schweiz, 2012 Dauer: 101 Minuten Sprache/UT DE und IT/de Produktion Frama Film Int. Regie Victor Tognola Darsteller Hannes Schmidhauser u.a. Drehbuch/Idee Victor Tognola


Die Spielfeldszene von 1987 prägte sich nicht nur in das kol­ lektive Bildgedächtnis aller Fussballfans ein, sie charakterisiert auch wunderbar das ruppige Bild, das die Festlandeuropäer­ innen und -europäer vom Englischen Fussball so gerne pflegen. Bis heute und trotz Fernsehmilliarden, Hochglanz-Shows und David Beckham. In eben dieser Szene packt Vinnie Jones vom FC Wimbledon Paul Gascoigne von Newcastle United – pardon – hinterrücks und unsanft an den Eiern. Dass letzterer die S ­ ache mit Humor nahm und Jones nach Abpfiff eine Rose schickt, schönte das Abbild nur bedingt, denn der ‹Grapscher› antwortet seinerseits mit einer geschenkten Klobürste. Was auch immer den Inselfussball ausmacht und prägt. Was auch immer man in seinen Protagonistinnen und Protagonisten erkennt. Er bildet eine wahre Fundgrube an charakteristischen Gesichtern und Geschichten, die wohl nur er selbst hervorbrin­ gen kann. In den letzten Jahren ist daraus eine Reihe bemer­ kenswerter Spiel- und Dokumentarfilme entstanden, die Flut­ licht teilweise erstmals auf dem Festland zeigt. Angefangen mit der Dokumentation über den ebenso spannenden wie ernüch­ ternden Lebenswandel eben dieses Paul Cascoignes →S. 29, über die ‹wahre› Geschichte des Tausendsassas Neil Baldwin und seine aussergewöhnliche Beziehung zu Stoke City →S. 33 bis hin zum nostalgischen Blick auf die Anhänger des unglamourösen Barnet Football Clubs und deren Auszug aus dem ebenso be­ scheidenen wie liebgewonnenen Heimstadion →S. 23.

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Grapschen, saufen und protestieren

Februar 1988, Wimbledon FC gegen Newcastle United 0:0. Vor dem Spiel meinte ‹The Axe› zu Gascoigne: «Ich bin Vinnie Jones. Ich bin ein verdammter Outlaw. Heute gibt es nur mich und dich, du Fettsack, nur dich und mich…». Noch heute hält Jones mit 3 Sekunden den Rekord für die schnellste Gelbe Karte in der englischen Premier League (1992 im Spiel Chelsea FC vs. Sheffield United FC).

Vinnie Jones Nach der Karriere als Fussballer begann für Vinnie Jones ‹The Axe› die des Schauspielers. So spielte er in den Guy Ritchie-Filmen ‹Lock, Stock & Two Smoking Barrels› und ‹Snatch› mit. Mit 68 Filmen ist er als Schauspieler in mehr Filmen aufgetreten, als dass er als defensiver Mittelfeldspieler Goals (16) erzielte.

Samstag, 28. Januar 2017


12.00 Uhr Türöffnung und Barbetrieb

Awaydays

Lacoste-Poloshirts, Lois-Jeans und Adidas-Forest-Hills-Schuhe – das zeichnet ‹The Pack› aus, eine Gruppe von Hooligans aus den Arbeitervierteln nördlich von Liverpool, die aufgrund i­ hrer Bru­ talität im ganzen Land gefürchtet ist. Als der 19-jährige Carty in diese Schlägergruppe aufgenommen wird, besteht sein Leben schon bald nur noch aus Warten auf das nächste Auswärtsspiel. Immer tiefer versinkt er in einem Strudel aus Gewalt, Hass, One-Night-Stands und dem ultimativen Kick. Der Spielfilm Awaydays basiert auf dem gleichnamigen Bestel­ lerroman von Kevin Sampson. Darin verarbeitet der heu­ te 55-jährige Autor seine eigenen Erlebnisse mit ‹The Pack›. Der Film wartet zudem mit einem starken Soundtrack auf: Mit von der Partie sind unteren anderem Ultravox, Joy Division und The Cure.

Land/Jahr Grossbritannien, 2009 Dauer 105 Minuten Sprache/UT ENG/de Produktion David A. Hughes Regie Pat Holden Darsteller Stephen Graham, Nicky Bell, Liam Boyle, Oliver Lee, Lee Battle Drehbuch/Idee Kevin Sampson

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12.45 Uhr Spielfilm

Awaydays «We just kill time in as many sophisticated ways as possible. Pointless jobs. Pointless lives. Work. Television. Football».

Die Awaydays Soundtracks Cabaret Voltaire, Echo & The Bunnymen, Magazine, Simple Minds, Joy Division, The Cure, Steeleye Span, Ultravox, Elvis Costello, The Rascals, The Amnesiacs. Noch Fragen?

Flutlicht-Classic


Don‘t say that word

Land/Jahr Japan, 2015 Dauer 70 Minuten Sprache/UT JPN/eng Produktion Shota Watanabe Regie Takuma Sato Darsteller Haruna Hori, Gaku Hosokawa, Ryota Hotei u.a. Drehbuch/Idee Takuma Sato

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Auszeichnung als bester Film am Yokohama Football Film Festival 2015 Das Festival findet dieses Jahr vom 11. bis 14. Februar statt und zeigt elf Dokumentar- und Spielfilme. http://www.2016.yfff.org/

Schweizer Premiere Die junge Japanerin Natsu ist Assistentin in einem High­ schoolteam. Als einzige Frau unter jungen Männern kümmert sie sich um die Mannschaftstrikots und sorgt für die Geträn­ ke. Nach e­inem miserablen Turnier wird ihr nahegelegt, das Team zu ­verlassen. Trotz Mobbing und fehlender Anerkennung will Natsu weitermachen – denn sie glaubt an die Mannschaft. ­Kaima Satos Drama, das beim Yokohama Football Film Festival 2015 als bester Film ausgezeichnet wurde, nutzt den Fussball, um ein ent­larvendes Bild der modernen japanischen Gesell­ schaft zu zeichnen, in der Tore und Erfolg mehr zählen, als Liebe und Leidenschaft.

Die Japanische Filmindustrie produziert weltweit die drittmeisten Spielfilme Unsere Tipps aus dem 2016: After the Storm, Like Father, Like Son, Still The Water, R100, Why Don’t You Play in Hell?

15.00 Uhr Spielfilm


‹Kurzpass 1› 16.45 Uhr

Abseits Dastan will Fussball spielen, er will dazugehören, er will sein wie alle anderen. Und doch fällt er auf. Oder vielmehr seine kopftuchtragende, muslimische Mutter. Als sie zum ersten Mal anstelle seines Vaters ein Fussballspiel von ihm besucht, wird sie zur Zielscheibe des Gespötts seiner Kollegen.

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Land/Jahr Schweiz, 2016 Dauer 15 Minuten Sprache/UT DE/de Produktion ZhdK, Filippo Bonacci Regie Cosima Frei Darsteller Shkelzim Meta, Rula Badeen u.a. Drehbuch/Idee Ken Zumstein

Oscar Gemeinsam mit seinem Vater verfolgt Oscar das Spiel seines eigenen Sohnes. Als der Kleine ein Tor schiesst, freut sich der Grossvater ausgelassen über die Treffsicherheit seines Enkels. Der überbordende Stolz seines Papas kränkt Oscar, denn in sei­ ner eigenen Fussballerzeit glänzte der vor allem durch Abwe­ senheit. Roberto Martinez hat seinen Kurzfilm als Diplomarbeit an der Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst realisiert. Land/Jahr Schweiz, 2009 Dauer 9 Minunten Sprache/UT DE/keine Produktion HGKZ (heute ZHdK) Regie Roberto Martinez Darsteller Domenico Pecoraio, Andrés Algar u.a. Drehbuch/Idee Ken Zumstein


Trophy thief Ben ist ein Teenager und guter Fussballer. Er hofft, dass er die Auszeichnung zum besten Spieler der Saison erhält und sich damit seine Familienprobleme in Luft auflösen. Als der Pokal dann an den falschen Spieler geht, nimmt er das Schicksal in die eigenen Hände. Land/Jahr Australien, 2015 Dauer 14 Minuten Sprache/UT ENG/keine Produktion Peter Magdas Regie: Dave Edwardz Darsteller Isaac Natoli, Kate Skinner, Ben Wood u.a. Drehbuch/Idee Peter Magdas

Ein Fan findet sein Fussballsammelalbum aus Kindheitstagen. Darin fehlt das Bild von einem einzigen Spieler: Rodilla. Er macht sich auf die Suche nach dem Sticker. Rodilla ist, nach Libre indirecto und Maxima pena, bereits der dritte Kurzfilm von Juanjo Gimenez der bei Flutlicht gezeigt wird. Land/Jahr Spanien, 2009 Dauer 15 Minuten Sprache ESP/eng Produktion Juanjo Gimenez, Xose Zapata Regie Juanjo Gimenez Darsteller Jacob Torres, Fernando Rodilla u.a Drehbuch/Idee Juanjo Gimenez, Pere Altimira

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Rodilla


Football League Two Sie ist nach der Premier League, der Football League Championship und der Football League One die vierthöchste Spielklasse im englischen Fußball. Innerhalb der Football League ist sie die dritthöchste und eine Profi-Liga.

Am 20. April 2013 hat der Englische Barnet Football Club nach 106 Jahren sein letztes Spiel im altehrwürdigen Heimstadion Underhill ausgetragen. Vom unnachgiebigen Führungsgremium ­ dazu gezwungen, mussten sich der Klub und seine Fans von ihrem baufälligen, aber traditionsreichen ‹Wohnzimmer› ver­ abschieden. Gleichzeitig stand der Verein am Tabellenende der League Two (vierthöchste englische Spielklasse) und die Mann­ schaft musste an jenem Tag ihr letztes Spiel gewinnen, um den Abstieg noch zu verhindern. Der Dokumentarfilm von Simon Emmett und Ant Shurmer zeigt anhand von persönlichen, ziemlich nostalgischen und häufig witzigen Rückblicken und Anekdoten diverser Fans, was den bescheidenen, unglamourösen Klub und sein historisches Stadion so besonders macht. Eine selten schrullige und herz­ zerreissende Geschichte. Land/Jahr Grossbritannien, 2015 Dauer 40 Minuten Sprache/UT ENG/eng Produktion SE Photography/Spring69 Regie Simon Emmett und Ant Shurmer Darsteller Diverse Drehbuch/Idee Simon Emmett

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18.00 Uhr Dokumentarfilm

Simon Emmett Der Regisseur Simon Emmett ist auch Fotograf und arbeitet für Vanity Fair, Rolling Stone, Vogue, Esquire, GQ und viele andere mehr. Bekannt ist der Londoner ausserdem für seine Celebrity Portraits von Adele, Rihanna, Rod Stewart, Cameron Diaz, Michael Caine, Bryan Ferry, Tony Blair usw.

Underhill


Paul Gascoigne «Ich war sehr stolz darauf, bei einer WM für England zu spielen. In jedem Spiel habe ich wirklich sehr, sehr gute Leistungen gezeigt. Die ganze Welt lag mir zu Füssen, wissen Sie?»


Flutlicht-Einwurf

zwölf-Special

Fussball, das ist grosse Unterhaltung. Manchmal zumindest. Kein Wunder, ist der Weltsport Nummer eins auf allen Kanälen präsent. Die zwölf-Redaktion hat in der Rappelkiste gegraben und fördert allerhand Schräges, Skurriles und Peinliches hervor aus der unheiligen Allianz zwischen den Königen Fussball und Fernsehen. Zusammenstellung und Moderation Mämä Sykora Journalist, Chefredaktor ‹zwölf› Fussballgeschichten aus der Schweiz Sascha Török Kulturtäter, Art Director ‹zwölf› Fussballgeschichten aus der Schweiz

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zwölf – Fussball-Geschichten aus der Schweiz Unsere Empfehlung: Abonniert das Heft! Darin werden alle zwei Monate die besten Fussball-Geschichten aus der Schweiz erzählt. www.zwoelf.ch/abobestellung

Der Grosserfolg von 2015 und 2016 ist wieder am Start! Mit Mämä Sykora und Sascha Török

zwölf Special Mämä Sykora und Sascha Török wissen nicht nur mit ihrem legendären ‹Quiz der Populärkultur› zu begeistern! Wer sie die letzten Jahre bei uns erlebt hat weiss, von was wir hier schreiben!

19.15 Uhr Der cineastische Out-Einwurf


Gascoigne

Land/Jahr Grossbritannien, 2015 Dauer 86 Minuten Sprache/UT ENG/eng Produktion Salon Pictures Limiteds Regie Jane Preston Darsteller Paul Gascoigne Gary Lineker, Jose Mourinho, Wayne Rooney u.a. Drehbuch/Idee Jane Preston

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Paul ‹Gazza› Gascoigne «Ich soll Heroin gespritzt haben, betrunken ins Wasser gesprungen oder aus einem Casino getorkelt sein. Dabei habe ich nur in meinem Garten gesessen.»

Kontinental Premiere Die Weltmeisterschaft 1990 in Italien war die Wiedergeburt des englischen Fussballs. Angeführt wurden die Three Lions vom jungen Paul Gascoigne, der sich bis zum Ausscheiden seines Teams im Halbfinale in die Herzen der Fussballnation gespielt hat. Schnell wurde er zu einem internationalen Superstar und hat mit seinem unwiderstehlichen Kampfgeist und seiner aus­ sergewöhnlichen Technik eine ganze Generation von Spielern und Fans geprägt. Allerdings hatte der charismatische Mittel­ feldspieler schon während seiner aktiven Laufbahn mit persön­ lichen Problemen und seinem Hang zum Alkohol zu kämpfen. Im Dokumentarfilm von Jane Preston kommt Paul Gascoigne ­ selbst zu Wort und gibt vorsichtig, aber ehrlich Einblick in sein Leben. Die Interviews mit seinen ehemaligen Kollegen Gary Lineker, Jose Mourinho und Wayne Rooney ergänzen das Bild von einer bemerkenswerten Karriere und aufwühlenden ­Lebensgeschichte.

GAZZA GAZZA GAZZA Der Film von Jane Preston ‹Gascoigne› erschien anlässlich des 25. Jubiläums der WM 1990 in Italien. Das Bild des verheulten Gascoigne nach der Halbfinalniederlage gegen Deutschland machte aus Paul Gascoigne eine öffentliche Figur. So öffentlich, dass englische Journalisten über elf Jahre lang sein Telefon abhörten.

20.30 Uhr Dokumentarfilm


Der Englandversteher Hanspeter Künzler ‹Düsi› lebt im Londoner Stadtteil Kilburn in einem Townhouse, das bis unter den Rand mit Platten, Büchern und Kunst gefüllt ist. Nur noch seine Frau Lou (eine erfolgreiche Kinderbuchautorin), die Töchter Lily und Isabel, die Katzen Pingu und Chicken und der Hund Dennis the Menace finden knapp Platz (Dominik Imseng).

Wer das Phänomen Paul Cascoigne begreifen will, muss nicht nur psychologisch vorgehen, sondern auch England verstehen – oder zumindest bewundern. Seinen Fussball, seine jüngere ­ Geschichte, seine sozialen Milieus und gesellschaftlichen Ent­ wicklungen. Ausgehend von der Dokumentation über das ehe­ malige Enfant terrible der Premier League sprechen wir mit Hanspeter ‹Düsi› Künzler über das ‹ganze Wesen› des Engli­ schen Fussballs. Der Zürcher lebt seit Jahrzehnten in London und verfolgt als Fussballkenner und Sportkorrespondent u.a. für die Neue Zürcher Zeitung alle möglichen Regungen des Insel­ fussballs und seiner Protagonisten. Für die NZZ, Radio SRF, das DU oder die Tageswoche trifft er vor allem aber auch Musik­ grössen wie Fela Kuti, Elton John, die Arctic Monkeys oder P.J. Harvey und spürt kulturelle Strömungen jenseits des Main­ streams nach. Der ideale Gesprächspartner im Grenzbereich englischer Fussball(-)Kultur. Flutlicht-Talkgäste Hanspeter ‹Düsi› Künzler Fussball-, Musik- und Kunstjournalist und Autor Christoph Beutenmüller Autor und Verleger ‹London Fussball Guide›

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Flutlicht-Podiumsdiskussion

England, Musik und Fussball «Musik und Fussball mussten in England erst zueinander finden. Es gab zwar schon immer Songs über Fussball. Aber Musiker, die wirklich Fussballfans waren, waren lange rar. In den 1970er Jahren waren Rod Stewart und Elton John Fussballfans, und in den 1980er Jahren gab die The Wedding Present, die Fussball liebten. Mit Britpop wurde Fussball schliesslich vollends hip, denken wir nur an die Leidenschaft von Oasis für Manchester City.» Hanspeter Künzler im Interview mit Dominik Imseng

Anschliessend


Flutlicht ‹Nocturne›

Neil Baldwin kämpft zwar mit grossen Lernschwierigkeiten, aber er hat Appetit auf das Leben: Er tritt als Clown im Zirkus auf, macht sich an der englischen Keele Universität kurzerhand selbst zum inoffiziellen Begrüsser der Neustudenten und leitet später das inoffizielle Fussballteam der Universität. 1992 wird er zum Materialwart und Maskottchen seines geliebten Fussball­ klubs Stoke City. Doch Neil Baldwin meistert noch mehr: Aus religiösem Interesse wird er Laienprediger, im Parlament lädt er sich selbst zum Tee mit einem Minister ein, und an der Cam­ bridge Universität freundet er sich mit Prinz Andrew an und landet schliesslich auf der offiziellen königlichen Liste für die jährlichen Weihnachtskarten. Marvellous ist eine erfrischende Komödie über das wahre Leben Neil Baldwins, der sich von nichts und niemandem behindern lässt. Und er tut dies nicht rücksichtslos, sondern mit Herz, Ehr­ lichkeit und viel Humor. Baldwin ist heute 70 Jahre alt, Träger eines Ehrendoktortitels der Keele Universität und gilt bei Stoke City noch immer als Legende.

Land/Jahr Grossbritannien, 2014 Dauer 88 Minuten Sprache/UT ENG/eng Produktion BBC, Katie Swinden, Peter Bowker Regie Julian Farino Darsteller Toby Jones, Gemma Jones, Tony Curran Drehbuch/Idee Peter Bowker

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23.00 Uhr Spielfilm; Komödie

Neil Baldwin When people have asked me what (the film) is like, I’ve said to them, «At the end of it, if you haven’t cried or you haven’t laughed, then you’re not human.»

Ausgezeichnet Marvellous erhielt 2015 den British Academy Television Award (BAFTA) für das ‹beste Einzeldrama› und Gemma Jones erhielt den Preis für die ‹beste Nebendarstellerin› für ihre Darstellung von Baldwins Mutter. Toby Jones war nominiert für den British Academy Television Award for Best Actor .

Marvellous


Filmstadt Rio Die Internet Movie Database (IMDb) bietet eine Auswahl von mehr als 300 Titeln mit Rio de Janeiro als Schauplatz an.

Südamerikas Fankultur unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von derjenigen in Europa. Und es braucht auch einen Blick über die am Bildschirm transportierten kunterbunten Klischees ­hinaus, um ihre ganze Bandbreite zu erfassen und zu verste­ hen. Nicht zuletzt deshalb, weil sich in den einzelnen Ländern der Z ­ ugang zu den Teams und die Leidenschaft am Fussball sehr vielfältig manifestieren. In Argentinien anders als in Chi­ le anders als in Kolumbien anders als in Uruguay. Gemeinsam ist ­ihnen, dass der Sport nicht nur von persönlicher Bedeutung ist, sondern immer auch ein wichtiger sozialer und politischer ­Faktor. Einige Fussballfans nutzten die erste Weltmeisterschaft in Latein­amerika seit Mexiko 1986, um sich vor und während des Turniers in Brasilien 2014 mit ihrer Beziehungen zum Fussball auseinanderzusetzen. Lustvoll und kritisch →S. 39. Oder aber mit einem intimen Blick auf die eigene kleine Familien- und Fussballwelt, die neben dem Trubel in Brasilien ins Wanken ge­ rät und bald wichtiger wird als die Resultate der Seleção →S. 43.

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Rio, Maracanã und Wichtigeres

Freie Spiele in Brasilien Brasilien setzte für die Fussball-WM 770 Millionen Franken für die Sicherheit ein. 157‘000 Polizisten und Soldaten wurden aufgeboten. Zum Einsatz kamen alle Waffengattungen der Streitkräfte. Die Marine setzte unter anderem 13‘000 Soldaten, vier Fregatten, eine Korvette und 21 Patrouillenboote ein. Die Luftwaffe 24 Kleinflugzeuge, drei Radarflugzeuge und elf Hubschrauber.

Sonntag, 29. Januar 2017


Wenn du dein Haus verlässt Max Küng hat keine Webseite und keinen Eintrag auf Wikipedia. Dafür ein paar Bücher geschrieben: Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück, 2016, Wir kennen uns doch kaum, 2015, Buch No. 2, 2008, Einfälle kennen keine Tageszeit, 2005

11 Uhr Reservation: bar@garedunord.ch Geniesse am Sonntagmorgen das Festival und die Bar du Nord ganz speziell bei einem reichhaltigen Brunch. und Lesung. ­ Das Brunchbuffett startet ab 11 Uhr und ist für CHF 30.– p.P. zu ­haben. Für den Brunch bitte reservieren. Der Brunch ist nicht in der Tageskarte inbegriffen.

Flutlicht-Lesung

Lieber Max Küng, 12.30 Uhr Mit Max Küng verstehst du etwas von Fussball? – Wir werden hören. Max Küng wurde 1969 in Maisprach geboren. Mit seiner kaufmän­ nischen Lehre bei der UBS in Liestal verfolgte er noch das Ziel, Bankdirektor zu werden – reicher Bankdirektor. Daraus wurde genauso wenig wie aus der später begonnenen Ausbildung zum Computerprogrammierer. Gut so, denn von seinen besten Qua­ litäten profitieren nun alle. Seit im Jahr 2000 im ‹Magazin› des ‹Tages-Anzeigers› sein erster Beitrag erschienen war, starteten auch immer mehr Baslerinnen und Basler mit seinen witzi­ gen Kolumnen und klugen Beiträgen in das Wochenende. 2016 ­erschien sein ebenso pointenreicher und scharfsinniger Roman ‹Wenn du dein Haus verlässt, beginnt das Unglück›.

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Flutlicht-Brunch

Zürcher Bahnhofstrasse. Bally. Zara. Küng. In Zürich an der Bahnhofstrasse gab es früher das luxuriöse Modegeschäft Bally. An diesem prangten fünf Kugeln mit dessen Initialen. Heute steht dank LED-Technik in 81 leuchtenden Punkten jeden Tag ein anderes Wort, das die Zürcher Denkmalpflege absegnet. Dort steht dann ‹MAGER›, ‹FAMOS› oder wie anfangs Dezember: ‹KÜNG›.

10.30 Uhr Türöffnung


Europa Premiere Wer sind diese Menschen, die keine Kosten und Mühen scheu­ en, um ihre Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilen zu sehen? Was treibt sie an und woher kommt ihre Leidenschaft – insbesondere vor dem geschichtlichen Hinter­ grund ihres jeweiligen Heimatlandes? Der Dokumentarfilm El camino a Rio geht diesen und weiteren Fragen nach und fokus­ siert gleichzeitig die sozialen Themen im Zusammenhang mit dem Fussball. Im Zentrum steht dabei die Fussballhistorie der südamerikanischen Mannschaften, wobei das Augenmerk auf Argentinien gelegt wird. El camino a Rio ist eine Produktion von Fussballfans für Fuss­ ballfans und wurde mit bescheidenem Equipment realisiert (die Filmemacher selbst sprechen von ‹alternativen Mitteln›), was man dem Film jedoch zu keinem Zeitpunkt anmerkt. Land/Jahr Argentinien, 2016 Dauer 137 Minuten Sprache/UT ESP/eng Produktion FIACA Regie Emanuel Josué Galván Darsteller Emanuel Josué Galván (Narrator) Drehbuch/Idee Emanuel Josué Galván

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13 Uhr Dokumentarfilm

Salvemos al futbol Die argentinische Opfervereinigung ‹Salvemos al futbol› (Rettet den Fussball) führt in ihrer Statistik 312 Opfer von Fussballspielen in Argentinien auf (www.salvemosalfutbol.org).

Fussballkrieg Ausschreitungem mit Todesfolgen am Rande von WM-Qualifikationsspielen zwischen Honduras und El Salvador führten 1960 zu einem militärischen Konflikt zwischen beiden Ländern. Er dauerte vom 14. bis 18. Juli und wird auch 100-Stunden-Krieg genannt.

El camino a Rio


‹Kurzpass 2› 14.45 Uhr

Der Platzwart Ein Junge, der plötzlich im Leben eines einsamen und freud­ losen Platzwarts auftaucht, schenkt ihm ein paar Momente der Freude. Land/Jahr Deutschland, 2016 Dauer 9 Minuten Sprache/UT DE/keine Produktion Föx TV & Mutterschiff Film Regie Felix Schwadorf Darsteller Markus Beauchamp, York von Schirach, Mike Lindner, Louise & Leandros Pappas Drehbuch/Idee Felix Schwadorf

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Spectators Spectators ist ein Animationsfilm, der den Fokus auf die Zu­ schauerränge statt auf das Fussballspiel lenkt. Dabei beobachten wir soziale Interaktion und die Diversität des menschlichen Ver­ haltens, die bei Fussballspielen oft in der Masse untergeht. Spectators hat unter anderen den BAFTA Scotland New Talent Award for Animation 2014 gewonnen. Land/Jahr Grossbritanien, 2013 Dauer 4 Minuten Sprache/UT Ohne Dialog Produktion Ross Hogg Regie Ross Hogg Darsteller Keine Drehbuch/Idee Ross Hogg


Ball Der Klassenbeste einer irakischen Dorfschule erhält vom Lehrer einen Fussball geschenkt. Damit hat er das Sagen und die an­ deren Kinder haben seinen Regeln zu folgen. Doch als der Ball während des Spiels auf einem Minenfeld landet, raufen sich die Kinder zusammen und kreieren sich einen neuen Ball, einen der allen gehört.

Bounce Guillaume Blanchet hat während zwei Jahren die Welt bereist und immer war ein Ball dabei. Der Kurzfilm ist eine animierte Postkarte dieser Reise und führt uns an bekannte und weniger bekannte Orte und deren Menschen. Bounce steht, genauso wie der eigens dafür geschriebene Song, für Freiheit und Lebens­ freude. Land/Jahr Frankreich, 2014 Dauer 4 Minuten Sprache/UT Ohne Dialog Produktion Guillaume Blanchet Regie Guillaume Blanchet Darsteller Guillaume Blanchet Drehbuch/Idee Guillaume Blanchet

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Land/Jahr Kurdistan (Nordirak) 2009 Dauer 10 Minuten Sprache/UT Kurdisch/eng Produktion Ministry of Culture and Youth; Cinama Directorate of Sluleymanieh Regie Brwa Kamil Atar Darsteller: Diverse Drehbuch/Idee: Brwa Kamil Atar


Sergio Oksman Der Filmemacher wurde 1970 in São Paulo geboren und studierte Journalismus in Brasilien und New York. Heute lebt er in Madrid, wo er Film unterrichtet und die Produktionsfirma Dok Films Productions leitet.

Schweizer Premiere Sergio und sein Vater haben sich über 20 Jahre lang nicht mehr gesehen. Am Tag vor dem Beginn der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien kehrt Sergio in seine Heimatstadt São Paulo zu­ rück. Er hofft – so wie früher – einige Spiele mit seinem Vater anschauen zu könne. Der Plan, mit ihm einen Monat am Puls und im Rhythmus der WM-Spiele zu verbringen, wirkt auf den ersten Blick perfekt. Doch das Projekt zur Wiederbelebung der Vater-Sohn-Beziehung, entwickelt sich zunehmend zu einem gefährlichen Ritual. Land/Jahr Spanien, 2015 Dauer 70 Minuten Sprache/UT POR/eng Produktion DOK Films Regie Sergio Oksman Darsteller Simão Oksman, Aílton Braga, Sergio Oksman Drehbuch/Idee Carlos Muguiro, Sergio Oksman

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16.15 Uhrr Dokumentarfilm

1950 bis 2014 So lange musste die Fussballhochburg Brasilien warten, bis sie ihre zweite Fussball-WM austragen durfte. Die Freude teilten lange nicht alle. Die Proteste im Vorfeld des Turniers waren die grössten Unruhen seit dem Ende der Militärdiktatur in den 1980er-Jahren.

O futebol


Bar du Nord (im Badischen Bahnhof Basel) Schwarzwaldallee 200 CH–4058 Basel www.garedunord.ch/bardunord

Kassenhäuschen Die Tageskarten ermöglichen den Eintritt zu sämtlichen Filmvorführungen und Rahmenveranstaltungen (exkl. Brunch) des jeweiligen Tages. Tageskarte Fr., 27. Januar 2017 Tageskarte Sa., 28. Januar 2017 Tageskarte So., 29. Januar 2017

CHF 20.– CHF 25.– CHF 20.–

Bis zum 16. Januar 2017 kann über die Webseite zudem die attraktive ‹Saisonkarte› für alle drei Tage bestellt werden. Saisonkarte (Fr.-So., 27.-29. Januar 2017) www.flutlichtfestival.ch/billette

Verein Flutlicht – Fussball Film Festival c/o hartmann bopp St. Alban-Tal 40a 4052 Basel Postkonto-Nummer: 85-631903-6 IBAN: CH55 0900 0000 8563 1903 6

CHF 50.–

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Flutlicht-Brunch Beginn den Sonntag mit dem herrlichen Brunch, den unser Gastgeber ‹Bar du Nord› auftischt! Bitte reservier Dir einen Platz für 30.– p.P. direkt bei bar@garedunord.ch.

Flutlicht trägt seine drei Heimspiele auch 2017 im Basler Kultur- und Fussballtreffpunkt Bar du Nord aus.

KulturLegi Mit dem KulturLegi*-Ausweis können Personen mit geringem Einkommen 50% günstiger unsere Billette beziehen (nur an der Tageskasse einlösbar).

Tribüne


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Dank Ein spezieller Dank geht an die Familie Michaud, für das private FCB-Filmmaterial. Gare du Nord Technik Mario Henkel Jean-Marc Desbonnets Management Maya Zimmermann Ursula Freiburghaus Bar du Nord Management Bruno Zilmann Booking Markus Schwark Programm Markus Schwark, Philipp Grünenfelder Dieter Bopp Texte Philipp Grünenfelder Umlaut – Büro für Kommunikation Basel Markus Schwark, Dieter Bopp Art Director Dieter Bopp Hartmann Bopp Basel Fotografin Daniela Radic Basel, danielaradic.com Filmrechte Wir haben uns bemüht, sämtliche Rechteinhaber ausfindig zu machen und ihr Einverständnis zur Ausstrahlung einzuholen. Sollten Copyright inhaber übersehen worden sein, bitten wir um Kontaktaufnahme. Adresse Verein Flutlicht – Fussball Film Festival St. Alban-Tal 40a CH-4052 Basel www.flutlichtfestival.ch steilpass@flutlichtfestival.ch Programmänderungen vorbehalten.

Abspann Substantiv männlich; Abspann(e)s, Abspanne; Liste von Mitwirkenden, die am Ende einer Veranstaltung gezeigt und im Abspann genannt werden.

Impressum und Dank


Flutlicht Fussball Film Festival Basel Programm 2017  

Flutlicht ist das erste Schweizer Film Festival, das den Ball aufnimmt und eine Auswahl dieser Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen sowie ein...

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