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Workbook flowconcept

Das Magazin | Ausgabe 5 | 2012

Thema: Lebenswelten

* Kulturrucksack NRW * Dialog Verantwortung * Von null bis 27


Thema

Inhalt 03 Editorial 04 Familie und Erziehung Der abenteuerliche Sprung ins Familienleben

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06 Jugend und Finanzen Von null bis 27 – dazwischen liegen Welten 08 Kinder und Kultur Ein Rucksack voller Möglichkeiten 12 Schüler und Universität Connect – gemeinsam forschen und entwickeln 14 Frauen und Prävention Frauen sind oft Opfer häuslicher Gewalt 16 Menschen und Wohnungsnot Wohin mit den Wohnungsnotfällen? 18 Gesellschaft und Wandel GVB-Demografie-Check 20 Mittelstand und Verantwortung Dialog Verantwortung – für mehr Nachhaltigkeit im Mittelstand 22 Mitarbeiter und Agenturwelt

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Editorial

Mit offenen Augen unterwegs in realen und virtuellen Lebenswelten Das Schöne an der Agenturarbeit ist, dass sie uns immer wieder ermöglicht, in neue Lebenswelten einzutauchen, die unseren Horizont und unser Wissen immens bereichern. Einstellungen und Werteorientierungen, Lebensbedingungen und Lebensstile, schnelllebige Trends und unverhoffte Entwicklungen – sie fordern uns in der täglichen Arbeit permanent dazu heraus, neugierig, offen und beweglich zu bleiben. Die rasante Entwicklung digitaler Medien, der demografische Wandel wie auch politische und wirtschaftliche Veränderungen in Zeiten von Euro- und Staatsschuldenkrisen machen mehr denn je neue Formen einer intensiven, glaubwürdigen und vertrauensvollen Kommunikationsarbeit notwendig. Dazu gehört, dass wir unser breites Repertoire an Erfahrungen, an Kompetenzen und an Kommunikationsformen immer wieder neu erfinden, anpassen und weiterentwickeln müssen. Sich einlassen können auf Menschen und ihre Themen, ihre Bedürfnisse und Ziele erfordert ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen, Weitsicht und Kreativität. Nur wem es gelingt, sich wirklich in die Lebenswelten hineinzudenken, bereit ist, die individuelle Sprache und die Kultur zu verstehen, kann den Kunden mit einem überzeugenden Kommunikationskonzept dort abholen, wo er gerade steht. Erfolgreich sind wir immer dann, wenn es uns gelingt, mit den richtigen Ideen, einer klugen Kampagne und zielgruppengerechten Kanälen wirksame Botschaften zu kommunizieren.

Jeder Kommunikationsauftrag bietet uns die große Chance, sich mit der Gesellschaft, in der wir leben, mit ihren Werten und auch mit den Verhaltensweisen einzelner Zielgruppen intensiv auseinanderzusetzen. Manchmal sind wir verwundert, manchmal sind wir gerührt, manchmal auch konstruktivkritisch. Immer aber sind wir wissensdurstig, mit Herzblut dabei und im besten Sinne unseres Auftrages zu 100 Prozent engagiert – dankbar dafür, wieder ein großes Stück Kompetenz und Lebenserfahrung hinzugewinnen zu dürfen. Mit der neuesten Ausgabe unseres Workbooks geben wir Ihnen facettenreiche Einblicke in die verschiedenen Lebenswelten unserer Agenturarbeit der vergangenen Monate: angefangen bei einem gelungenen Elternstart über Jugendkultur und Jugendwelten bis hin zu den Auswirkungen des demografischen Wandels für Banken, von Präventionsmaßnahmen gegen Frauengewalt und Wohnungslosigkeit bis hin zum Dialog über die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen und eine gewinnbringende Lektüre.

Gabriele Greenlee Geschäftsführerin


Familie und Erziehung

Der abenteuerliche Sprung ins Familienleben Wenn junge Eltern von den ersten Tagen, Wochen und Monaten mit ihrem Neugeborenem sprechen, dann schildern sie trotz größten Glücks oft ein Wechselbad der Gefühle: Da mischt sich Stolz und Freude mit Liebe und Dankbarkeit. Aber es schwingen auch schon mal andere Stimmungen mit, die geprägt sind von Unsicherheit, Überforderung, Schlafmangel und Hilflosigkeit.

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Ohne Frage, die ersten Wochen mit einem Neugeborenen sind anstrengend. Ein Baby stellt das Leben und die Beziehung komplett auf den Kopf. Selbst wer sich perfekt auf die neue Situation vorbereitet, weiß nie, was wirklich auf ihn zukommt. Zeit wird knapper, Zeit wird schlechter planbar, Zeit zu zweit als Paar wird zur Ausnahme. Dafür bestimmt der Nachwuchs den Rhythmus von Tagen und Nächten. Hebammen schätzen, dass im Durchschnitt allein 78 Wochenstunden für die Babypflege aus Füttern, Wickeln und Beschäftigung zusammenkommen: ein Fulltime-Job mit Überstunden – aber ohne feste Arbeitszeiten. Hinzu kommt, dass spätestens mit der Geburt auch eine neue Definition der Rollen in der Beziehung ansteht. Wie lassen sich Job und Kind vereinbaren? Vollzeit-Mutter und Alleinverdiener versus Karrierefrau und Hausmann? Oder eher Teilzeitmodell und Tagesmutter? Wer kümmert sich um das Baby? Wer geht arbeiten und wie viel? Wie wird der Alltag neu organisiert und wer kümmert sich um was? Viele Fragen, die viele Entscheidungen verlangen. Aber ganz gleich, für welches Rollenmodell sich junge Paare entscheiden – zu 100 Prozent konfliktfrei geht die neue Lebensphase selten an den Start.

Den richtigen Weg finden – am besten nicht allein!

Eines steht fest: Das erste Jahr ist das schönste und spannendste, zugleich aber auch das schwierigste und anstrengendste Jahr im neuen Familienleben. Daher ist es umso hilfreicher, wenn junge Eltern Unterstützung erfahren, um den Start in diesen neuen Lebensabschnitt auf bestmögliche Art zu meistern. Ab Sommer 2012 bietet Elternstart NRW jungen Eltern ein neues gebührenfreies Familienangebot, das Mütter und Väter in den ersten zwölf Lebensmonaten unterstützt. Das vom Familienministerium NRW finanzierte Programm will Hilfe und Sicherheit in der neuen Elternrolle geben. Eltern sollen sich mit anderen über die Themen des neuen Alltags und den Umgang mit ihrem Säugling austauschen können. Eine pädagogische Fachkraft gibt zusätzlich Anregungen und Tipps für den Familienalltag, damit Eltern die Entwicklung ihres Kindes im ersten Jahr entspannt und bewusst erleben können. Im Auftrag des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen hat flowconcept das Kommunikationskonzept zum Elternstart entwickelt und versorgt die Einrichtungen der Familienbildung und weitere Multiplikatoren wie Beratungsstellen und Kinderarztpraxen mit öffentlichkeitswirksamen Medien.

Was ist Elternstart NRW? Elternstart NRW ist ein Familienbildungsangebot für Mütter und Väter in NordrheinWestfalen mit einem Kind im ersten Lebensjahr. Themen des kostenfreien Angebots von ca. 150 Einrichtungen der Familienbildung sind die frühkindliche Entwicklung, die Eltern-Kind-Beziehung und der Umgang mit neuen und auch anstrengenden Familiensituationen. Eltern haben bei fünf Treffs die Möglichkeit, in einer kleinen Gruppe mit anderen Eltern ihre Themen und Fragen einzubringen und sich auszutauschen. Weitere Infos unter www.familienbildung-in-nrw.de.


Jugend und Finanzen

Von null bis 27 – dazwischen liegen Welten

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Die Gewinnung junger Kunden ist für Banken eine tägliche Herausforderung. Sie sind eine der spannendsten Zielgruppen überhaupt, auch wenn sie es den Beratern nicht einfach machen, handelt es sich doch um eine Beziehung, die zu Beginn noch auf wackeligen Füßen steht. Umso mehr Engagement und Geld wird in den Aufbau der Kundenbeziehung investiert. Schließlich werden die jungen Zielgruppen demografisch gesehen immer kleiner. Wie kann also ein erfolgreicher Beziehungsaufbau gelingen, der schon früh Hemmschwellen abbauen und im Laufe der Jahre immer wieder neue Distanzen überwinden soll?

Allerdings: Keine andere Zielgruppe ist so heterogen. Hinsichtlich ihrer Lebenswelten unterscheiden sich junge Menschen in ihren jeweiligen Altersklassen immens. Es gibt nicht die eine Zielgruppe „Kinder und Jugendliche". Einstellungen, Interessen, Wünsche und Ziele sind individuell und ändern sich stetig. Szenen, Jugendkulturen und Schwarmströmungen kommen und gehen. Hinzu kommt: Keine Zielgruppe ist mit zunehmendem Alter so kritisch, so gut informiert und so wechselbereit wie junge Erwachsene. Sie machen sich ein eigenes Bild, sind selbstbewusst und wollen doch gleichzeitig umworben werden.

Eines steht fest: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind eine begehrte Zielgruppe für viele Unternehmen. Die Kinder von heute sind die Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner von morgen. Sie sind schon früh markenaffin und entwickeln Markenpräferenzen, die oft für lange – wenn nicht alle – Zeiten prägend sind. Sie beeinflussen ihre Eltern und ihr soziales Umfeld bei vielen Kaufentscheidungen. Und nicht zuletzt verfügen Sie über ein Einkommen in Höhe eines zweistelligen Milliardenbetrages.

Wer also diese Zielgruppe nachhaltig erreichen will, muss sich gut in ihren Lebenswelten und Gewohnheiten auskennen, muss Altersunterschiede überbrücken können, ohne sich lächerlich zu machen, muss kompetent und authentisch wirken, ohne aufdringlich zu wirken, muss genauso aktiv wie seriös sein und seine Versprechen zu 100 Prozent einhalten. Es ist Kreativität gefragt und das Wissen, wie intelligente und gute Strategien erfolgreich werden können.

Hohe Ansprüche, zugegeben. Nur wer immer wieder Lust auf neue Einsichten hat und bereit ist, sich auf die altersspezifischen Charakteristika der sich permanent wandelnden Kinder- und Jugendkultur einzustellen, kann die Zielgruppe erfolgreich für sich erschließen. Hilfestellung für die Jugendberaterinnen und Jugendberater der Genossenschaftsverbände Bayern, Baden-Württemberg, Weser-Ems sowie Rheinland und Westfalen bietet das von flowconcept konzipierte Impuls- und Notizbuch „IdeenReich“. Auf mehr als 100 Seiten sind Fakten, Initiativen, Anlässe und passende Produkte für jede Lebensphase zusammengestellt. Von der Geburt über Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene bis hin zu den Berufsstartern und Studenten reichen die Einsichten in die Lebenswelten junger Menschen. Die Kommunikationsstrategien haben vor allem ein Ziel: Nach vielen Jahren der Beziehungspflege soll es mit dem Abschluss der Berufsausbildung oder dem Studium endlich heißen: „Herzlich willkommen bei der VR Bank. Jetzt sind Sie unser Privatkunde!“


Kinder und Kultur

Ein Rucksack voller Möglichkeiten Kultur Rucksack NRW Kunst und Kultur leisten einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsbildung junger Menschen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Türen zu kultureller Bildung, zu Kulturorten und Kulturangeboten für alle so weit wie möglich offen stehen. Das ist in Deutschland nicht unbedingt der Fall.

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Kinder und Kultur

Bildungs- und Teilhabechancen sind ungleich verteilt. Die Schere zwischen Bildungsarmut und Bildungsreichtum geht eher auseinander. Aber das soll sich in Nordrhein-Westfalen zukünftig ändern. „Frühe kulturelle Begegnungen sind für junge Menschen besonders prägend. Deshalb ist es ein wichtiger Auftrag für die kulturelle Bildung, alle Kinder von klein auf mitzunehmen“, begründet Ute Schäfer, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, ihre ehrgeizigen politischen Ziele auf dem Weg zum Kinder- und Jugendkulturland in Nordrhein-Westfalen.

Das partnerschaftlich angelegte Programm des Landes und der Kommunen will in erster Linie zusätzliche Angebote für die Zielgruppe erschließen. Dazu gehören Veranstaltungen, Workshops und Mitmachaktionen aus allen Sparten der Kultur. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf solchen Angeboten, bei denen die jungen Menschen selbst aktiv werden können. 28 Pilotkommunen sind im Startjahr bereits dabei und machen mit individuellen Projekten Lust auf Kultur. Nach der einjährigen Probezeit sollen weitere Kommunen dazukommen, sodass 2015 eine flächendeckende Beteiligung mit rund 100 Kulturrucksack-Städten gegeben ist.

Der Kulturrucksack NRW ist das Leuchtturmprojekt, mit dem die nordrhein-westfälische Landesregierung einen weiteren großen Schritt in diese Richtung machen will. Nordrhein-Westfalen hat mit seiner reichen Kulturlandschaft dafür beste Voraussetzungen. Zukünftig sollen die Kompetenzen noch besser genutzt, die Vernetzung gestärkt und Kunst und Kultur für neue Zielgruppen geöffnet werden. Vor allem sollen altersgemäße kulturelle Angebote für alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund erreichbar und bezahlbar werden. „Kein Kind zurücklassen“, lautet das Motto. Dafür hat das Kulturministerium jährlich rund drei Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.

Die zentrale Plattform aller Kommunikationsmaßnahmen rund um den Kulturrucksack NRW liefert flowconcept. Das landesweite Internetportal www.kulturrucksack.nrw.de führt die Projekte, Angebote und Initiativen aller Akteure zusammen. Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrer sowie Multiplikatoren können sich hier gezielt, einfach und umfassend informieren. Gesonderte überregionale und lokale Seiten machen das breit gefächerte Angebot übersichtlich und transparent. Die Konzeption, Gestaltung und Programmierung der Internetplattform lag genauso in den Händen der Agentur wie die Entwicklung des Markenlogos Kulturrucksack und die Gestaltung verschiedenster Printmaterialien für das Ministerium und die Kommunen.

Die erste Phase des Kulturrucksacks NRW ist 2012 an den Start gegangen. Er wendet sich an Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren. Diese Altersgruppe steht besonders im Fokus, weil es zum einen für das Grundschulalter bereits zahlreiche Angebote der Begegnung mit Kunst und Kultur gibt. Zum anderen besteht für die Zielgruppe ein besonderer Bedarf an altersgerechten Angeboten, da sie jungen Menschen in dieser von der Pubertät geprägten Lebensphase Spaß, Experimentierfreude sowie selbstbewusstseinsfördernde Impulse und Erfahrungen geben können.

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www.kulturrucksack.nrw.de


Schüler und Universität

Connect – gemeinsam forschen und entwickeln

Im Sommer 2012 geht die Universität Duisburg-Essen mit einem neuen Projekt an den Start: „Connect – gemeinsam forschen und entwickeln“ lautet das innovative Programm, das sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe richtet.

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Erstmals erhalten Sekundarschüler im westlichen Ruhrgebiet die Möglichkeit, schon während der Schulzeit Uni-Luft zu schnuppern. Connect erweitert die schulische Praxis durch einen erfahrungsorientierten Lernansatz, der sie in Kontakt mit Methoden des forschenden Lernens und mit Personen aus der Wissenschaft bringt. Was sich theoretisch anhört, geht tatsächlich aber ganz praktisch zu. In gecoachten Gruppen werden regional relevante Fragestellungen gemeinsam mit einem Team von wissenschaftlichen Mitarbeitern und Studierenden der Universität Duisburg-Essen bearbeitet.

Das Zentrum für gesellschaftliches Lernen und soziale Verantwortung (UNIAKTIV) ist Initiator des Programms. UNIAKTIV steht für eine aktive Form des Lernens an Hochschulen und die Verbindung von universitärer Lehre und gesellschaftlicher Verantwortung. Mit Connect erweitert UNIAKTIV sein Angebot und fördert den Dialog zwischen Universität und Schule.

Design Thinking: Kreatives Chaos erwünscht! Die Laufzeit des Connect-Programms ist auf fünf Jahre ausgelegt und startet mit einem fünftägigen Workshop vom 27. bis 31. August 2012 an der Gesamtschule Duisburg. Dann wollen Lehrende und Schüler gemeinsam Vorstellungen und Lösungen entwickeln, die sich an der Themenstellung „Leben in Duisburg-Mitte. Visionen für das Jahr 2030“ orientieren. Zur Verfügung stehen insgesamt 40 Plätze, um die sich Oberstufenschüler aller Schulformen bewerben können. Der Workshop hat viel zu bieten. Nicht nur das Kennenlernen neuer Kreativitätsmethoden wie das Design Thinking lockt die Schülerinnen und Schüler zur Teilnahme. Sie können mit der Teilnahme auch eine erste studienadäquate Leistung vor Aufnahme eines eventuellen Fachstudiums an der Universität Duisburg-Essen erbringen. Für die Universität geht es neben der aktiven Gestaltung des Übergangs Schule –Universität in erster Linie um die langfristige Gewinnung von zukünftigen Studenten. Dr. Jörg Miller, Diplom-Pädagoge, Mitbegründer und Projektleiter von UNIAKTIV, bringt die Ziele der Universität auf den Punkt: „Eines unserer zentralen Anliegen ist es, durch den revolutionären Lernansatz bei den Schülerinnen und Schülern Neugier für ein potenzielles Studium an der Universität Duisburg-Essen zu entwickeln.“

Fest steht: Gute Ideen sind kein Zufall. Vielmehr helfen kreative Rahmenbedingungen in Unternehmen und Projekten, um Ideen und neues Wissen entstehen zu lassen. Den Beweis für diese Behauptung tritt die neue, innovative Kreativitätsmethode Design Thinking an. Sie kommt aus Amerika und kombiniert Fertigkeiten im Bereich der Kreativität mit systematischen Analysetechniken. Dabei werden die Phasen des Verstehens, Beobachtens, der Ideenfindung, der Entwicklung eines Prototyps und letztlich eine Phase des Testens durchlaufen. Die Methodik setzt dabei auf intensive Teamarbeit und kreative Werkzeuge. Neu am Ansatz sind inspirierende „Denkräume“ in offenen Raumkonzepten mit modernen Möbeln, die viel Bewegungsfreiheit bieten und in denen Ideen laufen lernen können. Ziel ist es, überraschende Lösungen für alltagsrelevante Themenstellungen zu finden.


Frauen und Prävention

Frauen sind oft Opfer häuslicher Gewalt Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung! Das Risiko, durch einen nahestehenden Mann Opfer von Gewalt zu werden, ist für Frauen überall auf der Welt groß. Sie erleben Demütigungen, Beleidigungen, Prügel, Kontrolle, sexuelle Gewalt, soziale Isolation ... Gewalt gegen Frauen ist die weltweit verbreitetste Menschenrechtsverletzung. Eine Studie des Europarates besagt, dass häusliche Gewalt die Hauptursache für den Tod oder die Gesundheitsschädigung bei Frauen zwischen 16 und 44 Jahren ist und damit noch vor Krebs und Verkehrsunfällen rangiert. Auch bei uns in Deutschland ist Gewalt gegen Frauen ein allgemeines gesellschaftliches Problem. Rund ein Viertel aller Frauen hat im Verlauf ihres Lebens schon einmal körperliche oder sexuelle Gewalt in der Partnerschaft erfahren. Nach Angaben des Landesinnenministeriums sind die Fälle von häuslicher Gewalt in NRW sogar gestiegen: 2010 wurden 22.791 Strafanzeigen erstattet. Das sind mehr als je zuvor.

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Gewalt ist kein Schicksal – raus aus der Opferrolle Gewalt gegen Frauen ereignet sich fast immer zu Hause, hinter verschlossenen Türen – quer durch alle Bildungsschichten, alle sozialen Schichten und unabhängig vom kulturellen Hintergrund. Die Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstellen in NRW wissen, wie wichtig es ist, erste Warnzeichen zu erkennen und zu beachten. In ihrer Arbeit unterstützen sie betroffene Frauen bei der Krisenintervention und tragen durch individuelle Hilfe langfristig zum Abbau von Gewalt gegen Frauen und Mädchen bei. Frauen haben ein Recht auf Leben, haben ein Recht auf Freiheit und persönliche Sicherheit, haben ein Recht auf Gleichberechtigung. „Dieser Auszug aus der Erklärung der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 20.12.1993 über die Beseitigung von Gewalt gegen Frauen hat nicht an Aktualität verloren und muss jeden Tag mit Leben gefüllt werden, auch in NRW“, wird Marianne Wüstefeld, Geschäftsführerin des Dachverbandes der autonomen Frauenberatungsstellen NRW, nicht müde zu betonen.

Neue NRW-Plakatkampagne macht auf „Warnsignale“ aufmerksam Zum 25. November 2011, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“, haben die Frauenberatungsstellen in NRW eine landesweite Plakatkampagne gestartet, mit der ein weiteres Zeichen zur Bekämpfung der Gewalt an Frauen und Mädchen gesetzt werden soll. Drei verschiedene Poster weisen auf die Bedeutung der Wahrnehmung erster Warnsignale hin, denn der beste Schutz ist das Wissen einer möglichen Gefährdung. „Prävention steht im Vordergrund der Initiative, denn das frühzeitige Erkennen erster Signale kann die Eskalation von Gewalt verhindern“, weiß Martina Schmitz. Sie hat die von flowconcept umgesetzte und vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Kampagne für den Dachverband federführend auf den Weg gebracht: „Mit dieser Aktion gehen wir in eine neue Offensive, um das so wichtige Thema in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Ein Grund mehr für den Start der Plakataktion: Seit dem 1. Januar 2012 ist das Gewaltschutzgesetz zehn Jahre in Kraft. Es schafft eine klare Rechtsgrundlage für Schutzanordnungen des Zivilgerichtes. Opfer können seither gegen Gewalttäter oder Stalker frühzeitig gerichtliche Hilfe erlangen. „In diesen zehn Jahren lässt sich ein wesentlicher Fortschritt im Kampf gegen Gewalt in der Familie erkennen. Dennoch dürfen wir in unseren Bemühungen für Frauenrechte nicht nachlassen“, so Martina Schmitz. Immer noch zu oft bleiben Betroffene aus Scham oder Angst stumm. „Unsere Aufgabe ist es, diesen Frauen Mut zu machen, das Schweigen zu brechen!“


Menschen und Wohnungsnot

Wohin mit den Wohnungsnotfällen? Das Forschungsprojekt ExWoSt wurde 2007 als regionales Netzwerk zur Vermeidung und Behebung von Wohnungsnotlagen im Landkreis Minden-Lübbecke gegründet. Die Ergebnisse des Projektes wurden im Juli 2011 im Rahmen einer eintägigen Fachtagung der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Fakten: Das Ausmaß der Wohnungslosigkeit in Deutschland ist dramatisch gestiegen – trotz sinkender Arbeitslosenzahlen und einer weiter wachsenden deutschen Wirtschaft.

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Tauschten Ergebnisse und Erfahrungen des Modellvorhabens im Kreis Minden-Lübbecke aus: Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Träger, Institutionen und Unternehmen im Podiumsgespräch.

Auslöser sind Armut, Trennungen und persönliche Krisen Wohnungsnot ist ein aktuelles und ernst zu nehmendes Problem. Ursula Büchsenschütz, Leiterin der Fachstelle „Wohin mit den Wohnungsnotfällen?“ im Kreis Minden-Lübbecke, erklärt warum: „Trotz der verschiedenen Instrumente zur sozialen Absicherung sind immer wieder Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen oder unmittelbar bedroht. Die Gründe, die zu Mietschulden und Zwangsräumungen führen, sind vielfältig. Als häufigste Faktoren gelten konfliktbeladene Lebensumstände wie Arbeitslosigkeit, Krankheit, Zerbrechen von Ehen und Familien, häusliche Gewalt, psychische Probleme und Suchterkrankungen.“ Fachstelle „Wohin“ bietet kostenlose Hilfe Auf der Suche nach pragmatischen Lösungen wurde im Landkreis Minden-Lübbecke bereits 2007 ein regionales Netzwerk zur Vermeidung und Behebung von Wohnungsnotlagen geschaffen. Die Fachstelle „Wohin“ ist sichtbares Ergebnis dieses Netzwerkes. Seit 2009 kümmert sich Ursula Büchsenschütz mit ihrem Team um Menschen in Wohnungsnot im Kreis Minden-Lübbecke. Die kostenlose Beratung und Unterstützung hilft Menschen, Wohnverhältnisse zu sichern und Unterkünfte zu vermitteln. Ihr Ziel: schnelle Unterstützung bieten. Dabei arbeitet die Fachstelle eng mit sozialen und frauenspezifischen Einrichtungen, dem Kreis, den Kommunen, der Wohnungswirtschaft und dem Land NRW zusammen. „Nur so können Zeiten und Wege im Sinne aller Beteiligten, insbesondere der Betroffenen, verkürzt werden“, ist Ursula Büchsenschütz überzeugt.

Im vergangenen Jahr hat die Fachstelle 517 Haushalte beraten – Tendenz steigend. Aber nicht nur die wachsende Zahl an Fallberatungen stellt das Team vor vielfältige Herausforderungen. Besonders die ländliche Struktur des Kreises erschwert die Wohnraumversorgung der Betroffenen. Es fehlt vor allem an geeignetem Wohnraumbestand, insbesondere an kleineren, preiswerten Ein- bis Zweiraumwohnungen. Je nachdem wie der einzelne Fall gelegen ist, sucht die Fachstelle in Kooperation mit bekannten und auch neuen Akteuren im Kreis nach zielführenden Lösungen. Modellprojekt macht Erfahrungen im ländlichen Raum übertragbar Die flächendeckende Fachstellenarbeit in Form der Etablierung eines Beratungs- und Unterstützungsangebotes für Menschen in Wohnungsnot im Kreis Minden-Lübbecke gilt als Modellprojekt für andere ländliche Regionen. Mit wissenschaftlicher Begleitung wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens ExWoSt die spezifischen Rahmenbedingungen des ländlichen Raumes untersucht. Im Fokus stand die Vernetzung relevanter Akteure, zu denen auch die Wohnungswirtschaft und die Kommunen gehören. Die Frage, wie nachhaltige Trägerstrukturen aufgebaut und gefestigt werden können, stand dann auch im Mittelpunkt einer Fachtagung zum Abschluss des Forschungsprojektes. Netzwerkarbeit kann viel bewegen Rund 100 bundesweite Vertreterinnen und Vertreter verschiedenster Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe nutzten das Angebot, um sich über die gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen des Modellvorhabens zu informieren. Die von der Fachstelle „Wohin“ mit Unterstützung von flowconcept organisierte Fachtagung im Preußenmuseum Minden bot mit Präsentationen, Inputvorträgen und einer von Gabriele Greenlee moderierten Podiumsdiskussion wertvolle Impulse für den Aufbau funktionierender Hilfestrukturen. Jürgen Evers, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gesellschaft für Innovative Sozialforschung und Sozialplanung e.V. (GISS) brachte das Fazit einvernehmlich auf den Punkt: „Keiner der Beteiligten kann die Problematik für sich allein lösen. Zentrale Voraussetzung für die Realisierung sozialintegrativer Hilfen im ländlichen Raum sind gute Netzwerkstrukturen und ein arbeitsteiliges und kooperatives Vorgehen bei jeder einzelnen Fallbearbeitung.“


Gesellschaft und Wandel

GVB-DemografieCheck Überalterung, Binnenwanderung, steigende Erbfälle: Schreckgespenst oder Chance für Genossenschaftsbanken? Franz Neheider, Produktmanager beim Genossenschaftsverband Bayern, gibt im Interview mit der Workbook-Redaktion Auskunft zu den Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf den Finanzdienstleistungssektor.

Der GVB-Demografie-Check: regionale Auswirkungen transparent machen Wie werden sich die Bevölkerungszahlen in Bayern bis zum Jahr 2029 entwickeln? Wie wird sich die Altersstruktur im eigenen Landkreis/Regierungsbezirk verändern? Welche Auswirkungen hat die drohende Überalterung auf den Kundenbestand der einzelnen VR-Bank? Welchen Einfluss hat der demografische Wandel auf den Personalbereich? Welche Veränderungen ergeben sich daraus für die Ertragsentwicklung? Diese und andere Auswirkungen des demografischen Wandels macht der in Zusammenarbeit mit flowconcept für den Genossenschaftsverband Bayern konzipierte und programmierte Demografie-Check frühzeitig transparent. Das interaktive Tool bietet einen kompakten Überblick über die Facetten der demografischen Entwicklung und erlaubt den Banken eine Vielzahl an Simulationsmöglichkeiten. Hierfür werden sowohl regionale Bevölkerungsprognosen als auch Daten aus dem Kundengeschäft der einzelnen Primärbanken herangezogen. Demografie-Kennzahlen können auf der Ebene aller 96 bayerischen Landkreise uns kreisfreien Städte abgerufen werden. Der Demografie-Check macht die wichtigsten Handlungsfelder für die einzelne Primärbank deutlich. Konkrete Handlungsempfehlungen können für das Kundengeschäft, die Personalentwicklung und das regionale Engagement abgeleitet werden und zeigen Perspektiven sowie Strategiemöglichkeiten auf.

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Welche Auswirkungen hat die mit den drei Schlagworten „weniger, älter, bunter“ umschriebene demografische Entwicklung in Deutschland für die Finanzwirtschaft? Der demografische Wandel verändert unsere Gesellschaft und unser Land in unaufhaltsamer Weise. Menschen und Unternehmen müssen sich auf die anstehenden Veränderungen einstellen. Das gilt selbstverständlich auch für die gesamte Bankenwelt. Die strukturellen Veränderungen der Bevölkerung erfordern langfristig ein Umdenken und neue Strategien in allen Lebensbereichen. Die Genossenschaftsbanken sind traditionell stark in der Region verankert. Welche Konsequenzen hat die demografische Entwicklung für örtlich verwurzelte Unternehmen wie die Volksbanken Raiffeisenbanken? Grundsätzlich hängt die demografische Entwicklung stark von der Region ab. Strukturschwache Gebiete wird es viel härter treffen als große Metropolregionen. Die Attraktivität der Region und vor allem das Arbeitsplatzangebot werden hier entscheidende Faktoren sein. Das hat Wanderungsbewegungen innerhalb Deutschlands zufolge, von denen einige Gebiete profitieren werden, andere hingegen werden mit einem schmerzlichen Bevölkerungsrückgang zu kämpfen haben. Da regional ansässige Institute wie die Genossenschaftsbanken nicht die Möglichkeit haben, auf alternative Märkte mit höheren Wachstumsraten auszuweichen, sind sie besonders gefordert. Sie müssen ihre Geschäftspolitik diesen Entwicklungen unter Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten im lokalen Marktumfeld rechtzeitig anpassen. Wie umschreiben Sie die Risiken der demografischen Entwicklung? Der demografische Wandel wird tief greifende Veränderungen mit sich bringen. Im Finanzdienstleistungssektor werden die Regionalbanken von diesen Veränderungen am stärksten betroffen sein. Ihre wirtschaftlichen Erfolge hängen sehr eng mit der Entwicklung ihres Marktumfeldes zusammen. Vor allem die Alterung der Gesellschaft und die Wanderungsbewegungen werden sich direkt auf das Nachfrageverhalten der Kunden auswirken. Die Banken werden sich daher vor allem beim Beratungsangebot und in der Gestaltung ihrer Vertriebswege darauf einstellen müssen. Sehen Sie auch Chancen, die sich aus den Veränderungen ergeben können? In jedem Veränderungs- und Anpassungsprozess stecken immer auch Chancen. So werden sich neue Kundenbedarfe entwickeln, aus denen sich schon heute neue, interessante Handlungsfelder ableiten lassen. Wachstumschancen sehe ich vor allem in den Bereichen Zukunfts-, Alters-, Gesundheits- und Pflegevorsorge, im Bereich der Erbschafts- und Vermögensübertragung sowie bei der finanziellen Beratung der Zielgruppen „55 plus“ und „Generation Y“.

Wie können sich die Banken weitsichtig auf zukünftige Entwicklungen einstellen? Für die VR-Banken wird es immens wichtig sein, Potenziale und Strukturen ihres Standortes und der Region zu kennen. Der GVB-Demografie-Check erlaubt einen detaillierten Blick auf die demografische Entwicklung im jeweiligen Landkreis. So können Auswirkungen auf das Kundengeschäft sowie auf die Ergebnisentwicklung simuliert werden. Die so ermittelten Kennzahlen dienen als Frühwarnsystem und Basis für die Definition konkreter Handlungsfelder.

Sie haben seitens des bayerischen Genossenschaftsverbandes an der Entwicklung des GVB-Demografie-Checks mitgearbeitet. Welchen Nutzen bietet dieses Instrument den Volksbanken Raiffeisenbanken? Der GVB-Demografie-Check fordert dazu auf, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Er unterstützt unsere Mitgliedsbanken dabei, die Auswirkungen des demografischen Wandels greifbar zu machen. Das Tool analysiert Daten, prognostiziert die Zukunft und macht Auswirkungen transparent. Es zeigt individuelle Chancen und Risiken für die einzelne Primärbank auf und ermöglicht die Ableitung von Handlungsempfehlungen mit dem Fokus auf das Kundengeschäft, die Personalentwicklung und das regionale Engagement. Herr Neheider, vielen Dank für das Interview.


Mittelstand und Verantwortung

Dialog Verantwortung – für mehr Nachhaltigkeit im Mittelstand Für viele Unternehmen in Deutschland ist Corporate Social Responsibility seit Jahren ein wichtiges Thema. Das gilt nicht nur für große Konzerne – auch der Mittelstand denkt nachhaltig! Die Übernahme gesellschaftlichen Engagements ist gerade in inhabergeführten klein- und mittelständischen Betrieben sehr oft eine Selbstverständlichkeit – obwohl die Maßnahmen nicht immer konsequent strategisch angelegt sind. Das soll sich in Zukunft ändern: In dem Netzwerk „Dialog Verantwortung“ haben sich verschiedene Partner zusammengetan, um die freiwillige Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung durch Unternehmen weiter zu fördern und zur Professionalisierung von CSR-Aktivitäten beizutragen. Zum Auftakt der Kooperation zwischen den IHKs in NRW, dem Westdeutschen Handwerkskammertag, dem Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik und dem Paritätischen Nordrhein-Westfalen fand gefördert vom Wirtschaftsministerium NRW ein eintägiger Kongress in Mülheim an der Ruhr statt. „Wir erarbeiten für NRW eine eigene CSR-Strategie“, erklärte Staatssekretär Günther Horzetzky zur Begrüßung der rund 300 Gäste. „Ziel dieser CSR-Strategie ist es, die in unserem Land vorhandenen Kompetenzen für ein nachhaltiges Wirtschaften sichtbar zu machen und das Profil der in Nordrhein-Westfalen arbeitenden Unternehmen zu schärfen.“ Fragestellungen, die es im Rahmen der eintägigen Veranstaltung zu diskutieren galt, gab es viele: „Wie können besonders kleine und mittelständische Firmen zu einer nachhaltigen Führungsstrategie kommen?“, „Welche Konzepte lassen sich in welchem Betrieb umsetzen“?, und „Kommt man gemeinsam mit Wissenschaft und zivilgesellschaftlichen Initiativen vielleicht zu besseren Ergebnissen?“ Der von flowconcept im Auftrag des Kulturwissenschaftlichen Institutes Essen (KWI) und des Labors für Organisationsentwicklung der Universität Duisburg-Essen organisierte Kongress bot den Rahmen, in dem sich kleine und große Unternehmen, Vertreter von Hochschulen sowie der Bürgergesellschaft gemeinsam über die gesellschaftliche Verantwortung der Wirtschaft in NRW austauschen konnten. Das dominierende Thema am 8. September 2011 war die Verbindung von Theorie und Praxis. Ausgewählte Best-Practice-Beispiele gaben einen Einblick in die verschiedenen Facetten nachhaltiger Unternehmenswelten.

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Dr. Arndt Neuhaus, Vorstandsvorsitzender RWE Deutschland AG, im Interview mit Pinar Atalay

Von den Besten lernen – vorbildliche Projekte im Kurzporträt Ökomanagement in der Bäckerei Schüren Seit Jahren arbeitet der Hildener Bäckermeister Roland Schüren mit Hochdruck an dem ehrgeizigen Ziel, sein Unternehmen CO2-neutral mit Energie zu versorgen. In der Backstube wird durch die entstehende Abwärme warmes Wasser erzeugt, das für Spülmaschinen und Heizungen sowie zum Abtauen der Kühlanlagen eingesetzt wird – und auch die Bäcker duschen damit. Unverkaufte Backwaren werden einer Verwertung zugeführt, die die Umwelt am wenigsten belastet. Verbleibende Restmengen werden direkt vor Ort für die Herstellung neuer Backwaren genutzt, indem das Altbrot zu 100 Prozent im Biomasse-Heizkessel für die Beheizung der Backöfen genutzt wird. Der Stromverbrauch in den Filialen wird nahezu vollständig aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Für dieses nachhaltige Energiekonzept wurde das Unternehmen bereits mehrfach ausgezeichnet. Kleine Käfer im Weiterbildungsinstitut WBI Das Team des WBI besteht aus engagierten und qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, auf deren hohe fachliche Kompetenz und pädagogische Erfahrung das Weiterbildungsinstitut nach Familienzeiten nicht lange verzichten möchte. Seit 2009 leitet eine Tagesmutter, selbst Mutter zweier Kinder, auf freiberuflicher Basis die unternehmenseigene Kindertagespflege-Gruppe. Die „Kleinen Käfer“ bestehen aus unter dreijährigen Kindern der Mitarbeiter/-innen des Weiterbildungsinstitutes. Damit haben die Fachkräfte nach ihrer Elternzeit schnell die Möglichkeit, an ihren Arbeitsplatz zurückzukehren. Insbesondere die enge Anbindung an das Unternehmen lässt die Zeiten bis zum Wiedereinstieg nach der Familienzeit deutlich verkürzen.

UNIAKTIV der Universität Duisburg-Essen Dass gesellschaftliches Engagement auch im wissenschaftlichen Bereich einer Hochschule funktioniert, zeigt das Projekt UNIAKTIV der Universität Duisburg-Essen. Im Rahmen des pädagogischen Konzeptes engagieren sich Studierende für die Zivilgesellschaft in der Region, in der die Universität verortet ist. Ziel ist es, theoretische Kenntnisse in die Praxis umzusetzen und bei den Studierenden ein Verständnis von gesellschaftlichem Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. Zu den bereits realisierten Projekten gehören beispielsweise die Planung eines Sinnesgartens für Demenzkranke, die Einrichtung eines Internetkurses für Senioren oder die Leitung eines Sprachkurses für Migranten. In Zeiten knapper kommunaler Kassen profitieren in besonderem Maße soziale, ökologische und kulturelle Einrichtungen von den Studierenden, die neben der guten Absicht auch Know-how auf hohem Niveau mitbringen.

Über das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) ist das Forschungskolleg der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), zu der sich die Universitäten Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen zusammengeschlossen haben. Das KWI erforscht die Grundlagen der modernen Kultur in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften mit Blick auf aktuelle relevante gesellschaftliche Fragen. Mit seinen Veranstaltungen sucht das KWI den Dialog mit einer breiteren Öffentlichkeit.


Mitarbeiter Themaund Agenturwelt

Dem flow-Gefühl auf der Spur

Kommunikation und Design brauchen eine transparente und offene Arbeitswelt in inspirierenden Räumen, um Kreativität und Ideen entstehen zu lassen. Innovative Netzwerkstrukturen und virtuelle Anwendungen fördern das Zusammenarbeiten von fest angestellten Mitarbeitern und Freelancern unabhängig von Ort und Zeit. Ob in München, Salzburg oder Detmold – um gemeinsam kreativ zu sein und Wissen schnell zu teilen, erlauben webbasierte Softwarelösungen und moderne Raumkonzepte ein flexibles teamwork- und projektbezogenes Arbeiten.

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Auf den Weg gebracht … Mai 2012

Stührenberg GmbH in Detmold feiert 50-jähriges Firmenjubiläum.

Mai 2012

Raiffeisenverband Südtirol geht mit Informationssteuerungsportal zur Optimierung der Marketingarbeit online.

Mai 2012

Drei Genossenschaftsbanken fusionieren zur VR-Bank Werdenfels und positionieren sich neu.

Mai 2012

Volksbank Hellweg eG veröffentlicht Geschäftsbericht.

Juni 2012

VR-Bank Tölzer Land startet Testimonialkampagne mit dem Slogan „Mein Stück Heimat“.

Juni 2012

Gartengestalter Enzo Giardino präsentiert sich mit neuem Internetauftritt.

Juni 2012

VR Bank Starnberg-Herrsching-Landsberg eG stattet ihre Filialen mit einer „Wertewand“ aus.

Juli 2012

Gemeinde Oberhaching und Gewerbeverband Oberhaching-Deisenhofen e.V. geben gemeinsam das „Oberhaching-Spiel“ heraus.

August 2012

Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen NRW eröffnet „Die Akademie“ mit eigenem Corporate Design.

Impressum Herausgeber flowconcept Agentur für Kommunikation GmbH Gabriele Greenlee Regina Kremer Jörg Hoblitz

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Genau hinhören. Trends erspüren. Kopf und Herz ansprechen. flowconcept ist eine inhabergeführte Agentur für Kreation, Inszenierung und Führung von Unternehmensmarken. Wir sind ein 20-köpfiges Team an den Standorten Oberhaching und Detmold. Seit 15 Jahren entwickeln wir erfolgreich bundesweite Kampagnen, Informationsportale, Web-to-Print-Anwendungen sowie Kommunikationsund Veranstaltungskonzepte für unsere Kunden. Dazu zählen Mittelständler, Dienstleister und Banken ebenso wie Verbände, öffentliche Verwaltungen, Ministerien und soziale Einrichtungen.

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