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Nachflieger: Keine Angst vor hohen Bergen! .

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09 September 2009

FLUGSIMULATION

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09 Flugzeuge Payware FS9 & FSX

FS9 & FSX

Sky Simulation Douglas DC9

Die Franzosen waren die ersten, die mit ihrer Caravelle 1955 zum ersten Mal abhoben und das Segment bedienen konnten. Die Triebwerke waren von den Flügeln nach hinten gewandert und nun am Schwanz der Maschine angebracht. Die Engländer gingen den gleichen Weg mit der BAC 111, die Russen entwickelten die Tupolev 134. Douglas ging zunächst eine Kooperation mit Sud Aviation ein und wollte deren Caravelle in den USA vermarkten, was jedoch nicht fruchtete und so begann man ein eigenes Projekt, die DC9. Diese flog das erste Mal 1965 und wurde in fünf Varianten etwa 1000 Mal gebaut, bevor sie durch die MD80/90er Reihe abgelöst wurde. Die letzte von der DC9 abstammende Maschine war die Boeing 717, die 2006 eingestellt wurde. Die Entwicklung der DC9 begann 1962, nachdem die Kooperation mit Sud Aviation baden ging Die erste

sionen waren die DC9-40, wieder eine Spezialanfertigung für SAS und schließlich die DC9-51, die von Eastern Airlines und Swissair initiiert wurde. Mit 96 Exemplaren war sie die letzte der klassischen DC9. Alle DC9 Modelle werden von Pratt & Whitney JT8D Triebwerken angetrieben, ebenso wie die 727, 737 und Caravelle 10. Diese überaus erfolgreiche Triebwerksreihe wurde bis zur MD80 hin weiterentwickelt, gilt heute aber als ineffizient und zu laut, weswegen in Europa nur noch sehr wenige DC9 anzutreffen sind, zumeist stark modifizierte Privatjets. Man vergisst oft genug, dass die DC9 damals zwar ihrer Zeit in diversen Systembereichen und Automa

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Am Anfang des Jet Zeitalters stand in den 50er Jahren die Langstrecke auf der Prioritätenliste der Airlines. Die ersten Passagierjets waren denn auch auf die prestigeträchtigen Nordatlantikrouten ausgelegt. Boeing und Douglas lieferten sich ein Kopf an Kopf-Rennen und entwickelten die Modelle 707 und DC8. Die Fluggesellschaften jedoch verlangten nach Kurzstreckenjets. Und so sahen sich die Hersteller nach einem Konzept um, welches die Kurzstrecken-Nachfrage befriedigen könnte.

sind, dass man noch selber was machen muss in einem Flugzeug. Die DC9 hat zum Beispiel kein echtes Autoschubsystem. Auch wenn es bei späten Modellen welche in den Cockk pits findet, so waren sie nur für den Anflug vorgesehen. Auch Autoland kann die DC9 nicht. Es ist interessant wenn man in Foren darüber liest, wie sich „Spezialisten“ über die „Bugs“ bei diesen Fliegern auslassen, die schlicht von Unkenntnis der Sachlage zeugen. Die DC9 verlangt Handarbeit und Uhrenlesen, sie ist kein „Set and Forget“ Flieger sondern noch ein echtes Pi

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ist Sky Simulation für die MD11 und DC10 bekannt. Offenbar bleibt man beim gleichen Hersteller und legt nun eine umfassende DC9 Packung vor, die gleich alle zivil produzierten DC9 Modelle enthält. Vertrieben wird das Produkt exklusiv über Simmarket. Das erste was mir nach der problemlosen Installation auffiel waren zwei umfangreiche PDF Dateien, die im Flugzeugverzeichnis zu finden sind. Die eine ist ein umfangreiches Systemhandbuch mit 105 Seiten, die andere ein Tutorial Flug mit deren 39. Dazu ist auf der Webseite auch noch eine Checkliste zu finden (wieso man die nicht mitgeliefert hat?). Dort sind auch die Bemalungen zu finden, was die Downloadgröße des Produktes in Grenzen hält. Bei der Dokumentation punktet Skysim deutlich. Solche Handbücher möchte man bei vielen an sich guten Addons sehen, die man aber mangels Anleitung nur mangelhaft nutzen kann. Vor allem das Tutorial ist sehr gut gemacht, man kann sich damit durch die Prozeduren der DC9 vortasten und bekommt einen guten Eindruck davon, was dieser Flieger leisten kann. Leider fehlen die Performancedaten. Außenmodell und Eyecandy. Sky Simulation zeigte bereits in der Vergangenheit gute Außenmodelle, auch die DC9 ist sehr schön gelungen. Stimmige Texturen und ausgereifte Animationen machen diese Flieger zu einer Augenweide. Dazu kommt ein nettes kleines Panel im Cockpit, 18

welches auch im Virtuellen Cockpit mit SHIFT-6 aufzurufen ist. Es kontrolliert alle Türen und Bodenfahrzeuge, von denen es einige gibt. Vom Air Starter bis zum Ground Power Unit, Gepäcktraktor mit Förderband und Catering Truck ist alles da, was man so braucht und es kann einfach per Knopfdruck geschaltet werden, was man gerade braucht, es sind dazu keine Affengriffe oder Keyboard Assignments nötig, wie bei vergleichbaren Addons. Spaßig dabei sind etwa die Koffer, die je nach Flugphase ein oder ausgeladen werden, sowie der offenbar von Flöhen geplagte Mann am Headset, der sich beständig in der Frisur kratzt. Im Cockpit viel Nostalgisches. Das 2D Cockpit entspricht dem heutigen Standard recht locker. Es ist photoreal aufgebaut, das heißt auf einer Phototextur basierend, welcher die Instrumente aufgesetzt sind. Die Verteilung der Panels und deren Aufruf durch Sim-Icons ist sinnvoll und passt durchaus. Grafisch macht das 2D Panel einen guten Eindruck, sowohl in der blauen als auch braunen Version. Das 3D-Panel hingegen ist zwar von der Funktion her in Ordnung, grafisch jedoch nur knapp genügend. Die blaue Version ist dabei leicht besser, ich kann nur dazu raten, diese und nicht die braune zu installieren. Skysim hat ein Tool angekündigt, mit dem man zwischen diesen hin und her schalten können soll, bisher kam

aber noch nix auf die Website. Macht nix, ich würde eh beim blauen Panel bleiben. Von der Systemtiefe her ist die DC9 gut gelungen und durchaus als ernst zu nehmendes Realo Addon zu verstehen, wenn sie auch den Level einer PMDG oder Level D nicht erreicht, dies aber auch gar nicht versucht. Dennoch ist sie wesentlich tiefer modelliert als zum Beispiel CLS oder vergleichbaren Geräten. Für eine Airliner Simulation dieser Generation ist die Systemtiefe nach meinem Dafürhalten ausreichend, die wenigen Systeme, die nicht modelliert sind, werden durch die Tatsache kompensiert, dass man hier allein einen nicht automatisierten Flieger bewegt, bei dem im Pannenfall eine Zweimann Besatzung durchaus alle Hände voll zu tun bekäme. Arbeitet man sich durch das Tutorial, so wird schnell klar, dass ohne Handbuch und Checkliste kein vernünftiges Fliegen möglich ist. Die Hydrauliksysteme beispielsweise müssen per Hand in Betrieb genommen werden, bevor man Landeklappen und Slats setzen kann. Richtig so. Deren Beispiele gäbe es viele, ich persönlich denke, das Niveau der Systemtiefe ist dem Flieger recht ideal angepasst und sowohl für Puristen als auch für Anfänger akzeptabel ist. Ergänzt durch die sehr gute Dokumentation kann man mit diesem Addon wirklich was lernen. Um sich ein realistisches Flu-


Eins fürs Ohr und was aufs Auge! Die Sounds sind ansprechend und generell gut gelungen. Ein Copilot spricht diverse Prozeduren und Eckwerte an, was im Flug hilfreich ist. Generell entsprechen die Sounds dem, was ich mir unter der Cockpitatmosphäre einer DC9 vorstelle. Die Warnungen und Meldungen sind nervig genug, um auch den nachlässigsten Piloten zu wecken, speziell die Glideslope und Terrain Warnungen. Die Außensounds sind aber eher etwas unpersönlich ausgefallen und eher Allerweltsgeräusche. Flugerlebnis Ein kurzer Testflug bestätigt den durchwegs guten Eindruck dieses Addons, aber auch die Notwendigkeit, sich mit den technischen Details zu befassen. Ein Start Up von dunkel und kalt wird einige Minuten in Anspruch nehmen, das Tutorial bietet hier auch außerhalb der vorgegebenen Strecke genügend Anhaltspunkte.

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rollen und mit kleinen Steuerausschlägen auf dem Rollweg zu halten. Im Startanlauf ebenso. Die Rotation erfordert einen positiven Steuerausschlag, der dem Original gut entspricht. Vollgeladen braucht die DC9 gut 2500 m um in die Luft zu kommen, auch das entspricht der Realität. Der Steigflug ist zunächst gemächlich, dies ist keine MD80 sondern eben eine schwächer motorisierte DC9. Der Autopilot ist für Leute, die nur die neueren digitalen Autopiloten kennen, gewöhnungsbedürftig, tut aber was er soll, wenn man ihn einzusetzen weiß. Auch hier steht das Studium des Handbuches zunächst im Vordergrund, das letzte Kapitel ist nahezu komplett dem Autopiloten gewidmet. Und das berechtigt: der AP kann recht viel, vom normalen Kurs und Höhe halten über GPS Navigation bis hin zu automatischen Anflügen bis auf die CAT I Minima. All das funktioniert gut. Eine automatische Schubregelung existiert nur für die Anflüge und auch dort nicht bei allen Untervarianten. Im händisch geflogenen ILS Anflug muss man darauf achten, nicht hinter die Masse/Kraft Kurve zu kommen, vor allem bei höheren Landegewichten. Die DC9 ist im Default Modus vollgeladen, also unbedingt vor dem Start den Treibstoff der Strecke anpassen, sonst ist das Landegewicht oft zu hoch. Ansonsten ist die DC9 aber ausgesprochen stabil und auch für Anfänger gut auf dem ILS zu halten. Platzrunden oder Nicht Präzisi-

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gerlebnis zu verschaffen, sollte man daran denken, dass die DC9 in einem Zeitalter herausgekommen ist, in welchem man „GPS“ allenfalls für einen neuen Brotaufstrich hielt. Hier wurde nach VOR’s und NDB’s navigiert, die überlebenden DC9’s wurden erst nach und nach mit GPS oder anderen Flächennavigationsgeräten ausgerüstet. Dennoch beherrscht diese DC9 das Fliegen nach (FS)-GPS mit einem speziellen Modus des Autopiloten.

ons- Anflüge sind anspruchsvoll aber ebenfalls gut zu fliegen. Aus dem VC heraus ist die Sicht hervorragend, Track IR ist empfohlen. Auch einmotorig macht die DC9 durchaus einen positiven Eindruck. Die Leistung ist natürlich nun noch schwächer, was sorgfältiges Power/ Pitch Management erforderlich macht, das Einhalten der vitalen Geschwindigkeiten ist hier wesentlich. Dennoch kann man sie auch mit einem ausgefallenen Motor gut fliegen und mit etwas Geschick auch landen. Fazit Die Sky Simulations DC9 ist eine gute Repräsentation der frühen DC9 Reihen. Gute Flugeigenschaften und ein ausreichend modelliertes Cockpit lassen hier eine realitätsnahe Simulation dieser Urviecher der Lüfte zu. Der eigentlich einzige Kritikpunkt betrifft das Virtuelle Cockpit, welches nicht wirklich schön gemacht ist, den Zweck aber erfüllt. Das Handbuch und das Tutorial muss lobend erwähnt werden. Wer sich unter FS X mit der DC9 abgeben will, der kommt an diesem Addon nicht vorbei. Urs Wildermuth

SkySimulations DC-9 Series Pro & Contra: Sehr gute Dokumentation und Tutorial Schönes Außenmodell mit ansprechenden Animationen Bodenfahrzeuge und Handling steuerbar aus dem Cockpit Gutes Flugmodell Virtuelles Cockpit könnte schöner sein

Die FS 9 Version der DC-9 wird in Kürze erscheinen.

Hersteller: Sky Simulations Preis: Euro 29.90 Web: www.skysimulations.com

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FlightXPress Review DC9  

Auszug aus der FlightXPress September 2009

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