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F e b r u a r 2 01 3

F l or a l i n sz en i ert I V AUX -Sekt

s c h en k a n l a ss | Frauent ag 20 13 S a i s o n | B eet- u nd Balkonp flanzen F l e u r o p In ter national | Nied erlande 5 F r a gen a n . . . | Petra Konrad


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Inhalt

Editorial

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VAUX-Sekt – Die perfekte Geschenkidee

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Neuer Mobile-Shop für Premiumansprüche

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Deutscher Gartenbau – Eine Bestandsaufnahme

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Interview: ZVG-Präsident Jürgen Mertz 10 Serie Nachwuchsförderung II 12 kurz und wichtig 16 Frauentag – Schenken aus Tradition 18 Wettbewerbe für Nachwuchsfloristen 2013 20 Serie „ Fleurop international“: Fleurop Niederlande 22 Saison: Beet- und Balkonpflanzen 24 Anzeigen 28 Geburtstage und Jubiläen 29 5 Fragen an ... Petra Konrad 30 Vorschau 31 Titel

„VAUX-Sekt in frühlingshaftem Kranz“. Gestaltet von Andreas Müller, Berlin.

Impressum

Herausgeber Fleurop AG Lindenstraße 3-4 12207 Berlin Magazin-Leitung Winnie Maria Lechtape Tel.: 030/713 71-213 winnie.lechtape@fleurop.de Redaktion Yvonne Eißler Sten Seliger magazin@fleurop.de Grafik Antje Zickuhr Laura Ritschel Anna Sichelska Druck Druckerei in St. Pauli Große Freiheit 70 22767 Hamburg Fotos Oliver Ziebe (Titel, S. 4-6 u. S. 13) Kai Sparke (S. 8/9) Zentralverband Gartenbau e. V. (S. 10/11) Jutta Peistrup (S. 12) Peter Johann Kierzkowski (S. 14) Fleurop Interflora Nederland (S. 22/23) Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Erfurt (S. 24-26) Christian Reese (S. 27) Petra Konrad (S. 30/31) Shutterstock.de (S. 22) Papier Circle Silk premium white, 100% recycled

Editorial

Liebe Fleurop-Partner, noch liegt der Valentinstag vor uns, doch am 8. März steht mit dem Internationalen Frauentag gleich der nächste Blumenschenkanlass vor der Tür. Erfahren Sie in der aktuellen Magazin-Ausgabe spannende Details zur Entstehung und Entwicklung des Frauentages, und wie Sie mit aufmerksamkeitsstarken Aktionen das Interesse Ihrer Kunden wecken können. Auf den Seiten 4-6 möchten wir Sie zu einer wirkungsvollen floralen Präsentation des Schloss VAUXSektes in Ihrem Fachgeschäft inspirieren. Konkrete Kalkulationen und Beschreibungen sollen Ihnen dabei ­Unterstützung leisten. In der Serie „Fleurop international“ werfen wir dieses Mal einen Blick auf die Niederlande: Wie unterscheidet sich Fleurop Niederlande von unserer Fleurop AG? Welche Vorteile oder Problemstellungen begegnen den niederländischen Floristen? Wir befragten dazu Jeroen de Zwart, den neuen Hauptgeschäftsführer unserer Kollegen im Nachbarland. Ab März können Sie in der Rubrik „Leserbriefe“ das Wort ergreifen. Wir freuen uns auf Ihre Wünsche und Anregungen zum neuen Fleurop-Magazin. Welche Beiträge haben Ihnen besonders gut gefallen? Was können wir besser machen? Welche Themen vermissen Sie noch? Schicken Sie uns einfach eine kurze­ E­-Mail an: magazin@fleurop.de

Viel Freude beim Lesen wunscht Ihnen Ihr Redaktionsteam


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die perfekte

geschenk idee Dekorationstipps „Was soll ich nur schenken …?“ Wenn Ih- f o t o s Geschmäcker sind verschieden – gehen Sie darauf ein! Kunden mit Liebe zum Detail werden von dem raffire Kunden mit ratsuchendem Blick im Ge- nierten Spiel mit der Verpackung begeistert sein. Liebhaber klassischer Floristik hingegen können Sie eher mit der Sektflasche in einem üppigen Kranz überzeugen. schäft stehen und die Augen ruhelos auf und ab wandern, sind Sie nicht nur als FloV AU X - S e k t i n r a f f i n i e r t V AU X - S e k t i n rist, sondern auch als Ideengeber gefragt. d e k o r i e r t e r V e r p a c k u n g f r ü n g s aftem Kranz hl i h Warum also nicht gleich den Spieß umdrehen und als Inspiration ansprechende 1 Flasche Sekt VAUX 15,95 € 1 Flasche Sekt VAUX 15,95 € Geschenkkreationen präsentieren? Zum 1 Ranunkel 2,00 € 17 Rosen 34,00 € Beispiel eine floristisch dekorierte SektBärengras, Bast, Rinde 1,00 € 2 Skimmie 7,00 € flasche. Mit dem VAUX Brut verfügen Sie über eine hochwertige Sektcuvée aus 2 Galax-Blätter 0,50 € 6 Hypericum 9,00€ Weißburgunder, weißgekeltertem Spät10 min Arbeitsaufwand 6,50 € 2 Limonium 4,00 € burgunder und Riesling, die ein Erlebnis 3 Santini 4,50 € für die Geschmacksnerven ist. Auch zu Summe 25,95 € 5,00 1 Bund Galax € einem optischen Blickfang wird das Präsent, wenn Sie es mit ebenso erstklassiger Ranunkeltriebe 10,00 € Floristik umspielen – Ihrer Kreativität sind Mixgrün 2,00 € hier keine Grenzen gesetzt. 1 Urnenkranz 12,50 € 30 min Arbeitsaufwand

Setzen Sie eigene Akzente! Mit einer floristisch dekorierten Schloss VAUX-Themenecke bieten Sie nicht nur einen Blickfang in Ihrem Fachgeschäft, sondern inspirieren Ihre Kunden auch zu originellen Geschenkideen. foto

Martin Schön, Inhaber des Floristik-Fachgeschäftes „Florales am KaDeWe“ in der Passauer Straße 34 in Berlin, hat zusammen mit seinem Mitarbeiter Andreas Müller eine eigene Schloss VAUX-Themenecke mit mehreren Arrangements in seinem Laden eingerichtet. Dabei setzten sie ganz auf die Farbe Orange und ergänzten die Präsentation durch Kerzen, Vasen und Deko-Artikel. Ihre floristischen Ideen spielen nicht nur mit der Sektflasche als Gestaltungsobjekt, sondern auch mit der Verpackung. Da letztere eher schlicht gehalten ist, lässt sie genügend Raum für Kreativität und Vielfalt. Auf diese Weise sind ganz unterschiedliche Werkstücke entstanden, die so auch verschiedene Zielgruppen ansprechen. Als Anregung zum Nacharbeiten stellen wir Ihnen die einzelnen floristischen Dekorationen genauer vor. Die Übersicht der verwendeten Pflanzen und Materialien liefert einen ersten Anhaltspunkt für die Kalkulation. Natürlich sind bei den verwendeten Blüten und dem Beiwerk auch andere Varianten möglich.

Summe

Besonders reizvoll bei diesem Werkstück ist der spielerische Umgang mit der Verpackung: In ihrer ursprünglichen Form wird sie zwar zerstört, durch die floristische Umgestaltung bekommt sie aber eine ganz neue Wertigkeit. Mit geringem Arbeitsaufwand lässt sich so ein effektvolles Geschenk zaubern: Einfach in Etiketthöhe ein Fenster in den Karton schneiden und die Schnittränder der Verpackung mit aufgeklebter Rinde verzieren. Danach ein Wasserröhrchen mit einem Galax-Blatt umwickeln, mit Heißkleber fixieren und in die Schachtel stecken. Die Ranunkel mit einem weiteren Galax-Blatt und einer Bastschleife verzieren und in das Wasserröhrchen schieben. Dem Ganzen geben Sie mit rundgebogenem Bärengras den letzten Schliff.

19,50 € 123,45 €

In diesem wunderschönen, frühlingshaften Kranz kommt der VAUX besonders gut zur Geltung: Die üppigen Rosen nehmen die warmen Orangetöne der Sektverpackung auf, Ranunkeltriebe, Hypericum und Beiwerk sorgen für gelbe, rote und grüne Akzente. Grundlage für dieses Werkstück ist ein Urnenkranz. Dieser hat den Vorteil, dass er in der Mitte geschlossen ist und die Flasche damit eine sichere Auflagefläche hat – so kann das Geschenk unkompliziert transportiert werden. Auch die Form einer Geburtstagstorte wäre als Variante denkbar. Die Blumen werden in Steckschaum fixiert. Je nach Saison eröffnen sich hier viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, im Sommer können auch Wiesenblumen verwendet werden.


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neuer

mobile-shop

für premiumansprüche f o t o s Es soll etwas Besonderes sein, hochwertig und stilvoll aussehen? Für Kunden mit gehobenem Anspruch bieten diese drei Geschenkvarianten eine Anregung. Ob edel und modern inszeniert, exotisch oder eher klassisch – hier ist für jeden etwas dabei.

V AU X - S e k t – e d e l u m s p i e l t m i t F r a n z ö s i s c h e n T u lp e n

V AU X - S e k t m i t A n t h u r i e ausladend hoch dekoriert

V AU X - S e k t l i e g e n d a u f edler schwarzer Schale

1 Flasche Sekt VAUX

15,95 €

1 Flasche Sekt VAUX

15,95 €

1 Flasche Sekt VAUX

15,95 €

5 Französische Tulpen

17,50 €

1 Anthurie

6,50 €

2 Rosen

6,00 €

Mulenbeckie-Reisig

3,00 €

1 Rose

2,50 €

1 Klee (mit Wurzelballen)

1,80 €

2 Aspedistrablätter

2,00 €

Muscheln

3,00 €

Hartriegel

2,00 €

Moos

3,00 €

10 min Arbeitsaufwand

6,50 €

Muscheln, Moos, Schmuckdraht 3,00 € 15 min Arbeitsaufwand

9,75 €

Summe

49,20 €

Zusatzartikel: Vase

45,50 €

Gesamt

94,70 €

Arbeitsmaterial: Plastikröhrchen, Moos, Kiefernrinde, Heißkleber, 3,00 € Schmuckdraht 10 min Arbeitsaufwand Summe

Eine sehr edle und moderne Dekoration des Sekts bietet die Variante mit weißen Französischen Tulpen. Hier kommt die Flasche auf einer Vase, einem Korb oder Sektkühler zu liegen. Zunächst umwickelt man dazu die Flasche mit Mulenbeckie-Reisig oder einem sonstigen Geäst, damit sie auf dem Gefäß festen Halt hat. Dann kann man die Stiele der Tulpen nachschieben, in die gewünschte Form biegen und mit einem kleinen Stück Schmuckdraht feststecken. Für den Moosbogen wird ein grüner Draht dicht mit Moos umwickelt und mit angeklebten Muscheln verziert. Durch ihre langen Stiele werden die Französischen Tulpen im Gefäß mit Wasser versorgt und halten so bis zu einer Woche.

6,50 €

Summe

36,25 €

Zusatzartikel: Tiziano Schale

55,50 €

Gesamt

86,75 €

38,45 €

Soll es eher extravagant sein? Dann wäre vielleicht die auffällig dekorierte Geschenkverpackung mit Anthurie und Rose eine Idee! Dazu den Karton oben öffnen, die Laschen ins Innere der Schachtel klappen und den Hartriegel sowie die Blumen an der Flasche vorbei hineinschieben. Für eine längere Haltbarkeit empfiehlt es sich, die Anthurie und die Rose in Wasserröhrchen zu stecken. Die Rindenstücke werden mit Heißkleber am Karton befestigt, ebenso die Aspedistrablätter. Zur Fixierung des gerollten Blattes einfach das Stielende durch das Blatt stecken. Das großzügig um die Verpackung geschlungene Aspedistrablatt sorgt in Kombination mit der Anthurie für einen Hauch von Exotik und Luxus!

Edel und naturverbunden zugleich mutet dieses Präsent an. Die Sektflasche ist hier auf Moos gebettet, das auf einer hochwertigen Tiziano Schale liegt. Der Wurzelballen des Klees lässt sich unauffällig im Moos verstecken und kann immer wieder aufgegossen werden. Als Alternative zum Klee ist auch Efeu oder eine andere kleine Rankepflanze möglich. Einen frischen Akzent bringen Rosenblätter, die farblich auf die VAUX-Verpackung abgestimmt sind. Damit die abgelösten und aneinandergereihten Blätter auch beim Transport schön zusammen bleiben, empfiehlt es sich, sie auf Schmuckdraht aufzufädeln. Zur besseren Haltbarkeit kann man sie zusätzlich mit Clear Life einsprühen.

Wie stellen Sie sich den Schloss VAUX-Sekt als perfektes Geschenk vor? Lassen Sie Ihrer Phantasie freien Lauf und gestalten Sie selbst ein Werkstück. Im MerkurPortal bieten wir Ihnen die Möglichkeit, Fotos hochzuladen und sich mit den Kollegen auszutauschen. Gerne können Sie auch kreative Anregungen für wirkungsvolle Präsentationen eines eigenen Themenbereichs im Geschäft liefern. Die Produktverbindung aus Sekt und Floristik soll Ihre Kunden auf einen Blick als hochwertige Geschenkidee überzeugen.

Fleurop stellt sich den aktuellen Marktanforderungen Die Verbreitung von Smartphones ist im vergangenen Jahr weiter stark gestiegen. Nach Angaben des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) besitzen inzwischen 38 Prozent aller Bundesbürger ab 14 Jahren ein solches internetfähiges Mobiltelefon, welches in der Regel über einen berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert wird. Von den unter 30-Jährigen haben sich sogar schon zwei Drittel (65 Prozent) damit ausgestattet.

Für viele der Smartphone-Nutzer gehört mobiles Shoppen bereits heute zum Alltag – sie genießen den Vorteil, überall und jederzeit online einkaufen zu können. Schon seit dem Jahr 2003 bedient Fleurop diese Kundengruppe mit einem eigenen Mobile-Shop, 2010 erfolgte dessen letzte Weiterentwicklung. Durchschnittlich 700 Verkäufe im Monat werden darüber getätigt. Allerdings sind verschiedene Details bei der Realisierung eines solchen Angebots zu beachten, zum Beispiel die wesentlich kleineren Displaygrößen der Smartphones gegenüber den Bildschirmen von herkömmlichen Computern. Der Nutzer muss deshalb vor allem über lebhafte Bilder angesprochen werden, eine gute Lesbarkeit ist nur bei kurzen Texten gegeben. Für ein positives Einkaufserlebnis sollte die Bedienung der mobilen Anwendung außerdem besonders unkompliziert und schnell auszuführen sein. Aufgrund der rasanten technischen Entwicklung und nach einer umfassenden Marktanalyse musste festgestellt werden, dass der bestehende Fleurop-Mobile-Shop gegenüber Konkurrenzangeboten Nachteile aufweist und damit dem Premiumanspruch der Fleurop AG nur noch bedingt genügt. Die Schwachstellen wurden definiert und bewegten die Geschäftsführung dazu, der Umsetzung einer neuen Version noch in diesem Frühjahr zuzustimmen. Sandy Fürstenberg aus dem Marketing-Team begrüßt diese Entscheidung: „Der aktuelle Mobile-Shop entspricht nicht mehr den gängigen Marktanforderungen und Trends, wodurch große Umsatzpotentiale verschenkt werden. Ziel ist es, eine zeitgemäße Variante zu kreieren, die einladend wirkt und möglichst viele Kunden zum Kauf animiert.“ Vor allem junge Zielgruppen mit einem Faible für digitale Produkte sollen angesprochen werden. Sobald der neue Mobile-Shop online abrufbar ist, informieren wir Sie natürlich über die Details der verbesserten Handhabung.


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B e e t - u n d B a lko np f la nz en s ind ein w i c h t i g e s S t a n db e i n f ü r d e n deut s chen Ga rt enba u: D e r S e lb s tv e r s o r g u n g s g r a d b et rä g t f a s t 8 0 P ro z ent . Zahlen und Fakten Blumen und Pflanzen bilden einen bedeutenden Wirtschaftssektor mit einem jährlichen Umsatz von über 8 Milliarden Euro allein in Deutschland. Während im Bereich Schnittblumen weltumspannende Geschäfte an der Tagesordnung sind, kommen Topf- und Beetpflanzen bis heute größtenteils aus heimischem Anbau. Wie erklärt es sich dann, dass die Zahl der Produktionsbetriebe in Deutschland immer weiter zurückgeht? Prof. Dr. Kai Sparke gibt uns interessante Einblicke in die Ursachen und Hintergründe. Er ist ausgebildeter Gärtner, hat an der Hochschule Weihenstephan Gartenbauwissenschaft studiert und in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Heute verantwortet er das Fachgebiet Gartenbauökonomie an der Hochschule Geisenheim.

deutscher gartenbau eine bestandsaufnahme

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Prof. Dr. Kai Sparke

Laut Statistischem Bundesamt gab es im Jahr 2010 in Deutschland etwa 6.900 Gartenbaubetriebe, die Blumen und Zierpflanzen kultivieren. Zu Beginn der 90er Jahre waren es hingegen noch zirka 14.000. Somit hat im Lauf der letzten 20 Jahre rund jeder zweite Betrieb aufgegeben. „Dieser sogenannte Strukturwandel geht weiter, und jährlich scheidet ein gewisser Anteil an Betrieben aus der Zierpflanzenproduktion aus“, gibt Sparke einen für die Branche ernüchternden Ausblick.

A u t o m a t i s i e r u n g – Fl u c h u n d Segen zugleich Die Ursachen für den Rückgang des heimischen Anbaus liegen dabei gar nicht in der Kernkompetenz, also dem gartenbaulichen Bereich, sie sind vielmehr ein ökonomisches Problem: Heute produzieren weniger Betriebe Blumen und Zierpflanzen als früher, weil der technische Fortschritt mit der Automatisierung der Produktion zwar die Arbeit erleichtert, aber auch viel Kapital erfordert. „Der Zierpflanzenbau ist eine der kapitalintensivsten Branchen in der deutschen Wirtschaft überhaupt. Viele Betriebe konnten oder wollten dabei nicht mithalten“, so Sparke. „Manche haben auch die Produktion aufgegeben und sich dafür auf den Endverkauf konzentriert.“ Die Abbildung (rechts) zeigt, dass dies jedoch keinen Rückgang in der Produktionsmenge an Blumen und Zierpflanzen bedeutet. Von 1990 bis 2010 nahm der Produktionswert der erzeugten Blumen und Zierpflanzen um 36 Prozent zu. Im gleichen Zeitraum betrug die allgemeine Preissteigerung 45 Prozent. Das lässt wiederum auf relativ stagnierende oder sogar fallende Erzeugerpreise schließen. Laut Sparke ist zu vermuten, dass es eigentlich fast alle Blumen- und Zierpflanzenarten auch aus deutscher Produktion gibt. Manche Er-

zeugnisse sind allerdings nur in kleinen, regionalen oder spezialisierten Betrieben erhältlich. Die Produktion von Pflanzen mit hohem Arbeits- und Wärmebedarf ist zwar vielfach in andere Länder oder sogar Kontinente abgewandert – berühmtestes Beispiel sind Schnittblumen aus Afrika –, aber insbesondere empfindliche Produkte oder solche mit hohem Transportaufwand wie Beet- und Balkonpflanzen kommen nach wie vor zum Großteil aus Deutschland. Orchidee ist Königin der Topfpflanzen „In den Top Ten der meistverkauften Beet- und Balkonpflanzen finden sich seit eh und je Geranien, Stiefmütterchen, Primeln und Chrysanthemen“, berichtet Sparke. „In den letzten zwei Jahrzehnten hat es hier nur eine markante Änderung gegeben: ‚Erica gracilis’ ist von ‚Calluna vulgaris’ als herbstliche Heidepflanze abgelöst worden.“ Bei den blühenden Zimmerpflanzen haben sich Orchideen in den Vordergrund gedrängt. Waren sie vor knapp 20 Jahren nur an zehnter Stelle, so liegen sie heute mit 30 Prozent Marktanteil an der Spitze und mit großem Vorsprung vor Dauerbrennern wie Weihnachtssternen, Topfrosen oder Alpenveilchen. Rosen dominieren mit einem Anteil von 40 Prozent weiterhin den Schnittblumenmarkt. Hier haben Nelken an Bedeutung verloren, während zum Beispiel Sonnenblumen und Amaryllis inzwischen in den Top Ten sind. Bei Beet- und Balkonpflanzen wird die Nachfrage der Verbraucher nach wie vor zum größten Teil aus deutscher Produktion bedient. Der sogenannte Selbstversorgungsgrad beträgt knapp 80 Prozent. Bei Topfpflanzen liegt er immerhin noch bei 66 Prozent, gefolgt von Zimmerpflanzen mit 44 Prozent. Schnittblumen kommen nur zu etwa 20 Prozent aus heimischen Anbaubetrieben. Überraschenderweise haben sich diese Werte im Zeitverlauf kaum geändert. Vor knapp 20 Jahren lag die Selbstversorgung bei Schnittblumen beispielsweise bei 21 Prozent. Ein Export von Blumen und Zierpflanzen findet laut Sparke kaum statt: „Deutschland ist ein im europäischen Vergleich sehr attraktiver Markt mit ausgabefreudigen Verbrauchern“, meint er. Bedeutsame Ausfuhren lassen sich nur bei

1,153

1990/91

1,355

1995/96

Entwicklung in 5-jahresschritten Produktionswert in Milliarden Euro

1,480

2000/01

1,510

2005/06

Gehölzen feststellen. Hier überzeugt die Qualität der deutschen Traditionsbaumschulen Abnehmer in ganz Europa. G r o SS e H e r a u s f o r d e r u n g e n für den Gartenbau In naher Zukunft muss sich der Deutsche Gartenbau jedoch einigen Herausforderungen stellen. So sind etwa steigende Energiepreise und die Energiewende ein wichtiges Thema – insbesondere für ­energieintensive Unterglasbetriebe. Auch der demografische Wandel mit seinen Konsequenzen für den Arbeitsmarkt ist ein Problem, das die gesamte Branche betrifft. Beim aufkommenden Nachwuchsmangel ist der Gartenbau mit seinen Arbeitsbedingungen im Vergleich zu anderen Branchen in einer ungünstigen Wettbewerbsposition. Und als Damoklesschwert schwebt immer wieder die Diskussion um den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Blumen und Zierpflanzen über der Branche. Sollte er auf den vollen Mehrwertsteuersatz angehoben werden, würde das vermutlich zu spürbaren Verwerfungen bei der Nachfrage nach Blumen und Zierpflanzen und in der Branchenstruktur führen. Ein Vorteil wiederum ist, dass der Gartenbau noch nie besonders stark in die europäische Agrarpolitik mit all ihren Regelungen, Subventionen und Einschränkungen eingebunden war und sich dadurch im Markt und Wettbewerb frei entfalten konnte. Allerdings ist die Branche mit ihren vielen kleinen und mittleren Familienunternehmen darauf angewiesen, dass der Staat für vernünftige Rahmenbedingungen und europaweit einheitliche Wettbewerbschancen sorgt, sich um die Ausbildung kümmert und die Forschung unterstützt. Gerade im Hochschulbereich hat der Gartenbau in der Vergangenheit erhebliche Einschnitte erlebt. Welche Konsequenzen solche Entscheidungen nach sich ziehen, zeigt Sparke anschaulich auf: „Fehlende Hochschulausbildung führt zu fehlenden Fachschulund Berufsschullehrern, zu fehlenden gärtnerischen Fachkräften und am Ende zu der Frage, wer noch Blumen und Zierpflanzen anbauen kann.“

1,560

2010/11

Produktionswert der in Deutschland erzeugten Blumen und Zierpflanzen.

Grafik


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A kt u e l l er Tr en d: d er t äglich e Lebens rau m d e r M e nsc he n E rw ei t er t sich z uneh mend um d en be re ic h G arte n u nd B al ko n.

Gartenbau – Der Verbraucher verlangt nach regionalen Produkten

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Jürgen Mertz

Vergangenen Herbst wurde Jürgen Mertz aus Hadamar zum neuen Präsidenten des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) gewählt. Der gebürtige Hesse engagierte sich ehrenamtlich bereits seit vielen Jahren in der Branche. Seit 1999 ist er Präsident des Landesverbands Gartenbau Hessen, beim ZVG war er schon sechs Jahre als Vizepräsident tätig. Zunächst als Vorstandsmitglied und später als Vorstandsvorsitzender der Sozialversicherung für den Gartenbau trat er nachhaltig für die Interessen der Gärtner ein. Den Bezug zur Praxis hat er dabei nie verloren: Nach seiner Ausbildung in einer großen Klostergärtnerei absolvierte er in Geisenheim die Ausbildung zum Gärtnermeister. Bis 2005 führte er eine eigene Produktionsgärtnerei, ehe er an einem neuen Standort mit dem Bau eines Gartencenters auf den Endverkauf umschwenkte. Seine zusätzliche kaufmännische Ausbildung kam ihm dabei zugute. Fleurop-Magazin: Herr Mertz, was verbinden Sie ganz persönlich mit dem Thema Gartenbau? Mertz: Sie erwarten jetzt sicherlich von mir die Antwort, dass es die Möglichkeit ist, mit wunderbaren Produkten und in der Natur arbeiten zu können. Das alleine ist es nicht. Ich bin von meiner Ausbildung her sehr kaufmännisch geprägt und da zählt in erster Linie, dass man mit den tollen Produkten im Gartenbau unternehmerisch etwas erreichen und Geld verdienen kann. Fleurop-Magazin: Was waren Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Leistungen des ZVG in den letzten Jahren? Mertz: Wir haben uns in den vergangenen fast 65 Jahren seit Bestehen des ZVG an vielen Fronten für die Belange der deutschen Gärtner und Floristen eingesetzt. Die Bilanz, denke ich, ist durchweg positiv. Nehmen wir als erstes die Etablierung von Bundesgartenschauen. Ein Erfolgsmodell, das aus dem gesellschaftlichen Bild nicht mehr wegzudenken ist und bei dem der ZVG geistiger Vater und von Beginn an ideeller Träger ist. Die „Entente Florale“ ist ein weiteres Beispiel für erfolgreiches Engagement in Sachen Grün. Und mit „Hortigate“ haben wir ein Wissensportal im Internet geschaffen, das seinesgleichen in der Agrarwirtschaft sucht. Auch den niedrigen Umsatzsteuersatz bei Blumen und Pflan-

zen konnten wir bis heute erhalten – trotz vieler Widerstände. Nicht zu vergessen das Investitionsprogramm zur Förderung des effizienten Energieeinsatzes in unseren Betrieben. Ziel der weiteren Arbeit wird es hier sein, den Gartenbau in Sachen Energie weiter voranzutreiben. Die Neuordnung der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung und der Teilerfolg beim Kampf um den Erhalt der Gartenbauberufsgenossenschaft waren der jüngste Großeinsatz für unsere Gärtner. Fleurop-Magazin: Auf welche Ursachen führen Sie den Rückgang des heimischen Anbaus in den letzten Jahren zurück? Mertz: Die Ursachen sind vielfältig: Internationaler Wettbewerbsdruck bei tendenzieller Marktsättigung, Konzentration auf die heimischen Einzelhandelsmärkte oder Betriebsnachfolgeprobleme. Fleurop-Magazin: Wo sehen Sie aktuell die größten Probleme und Herausforderungen für den Deutschen Gartenbau? Mertz: Die Probleme haben sich nicht grundsätzlich verändert. Nachwuchssicherung wird ein zentrales Thema sein. Der internationale Wettbewerbsdruck wird nicht nachlassen. Aktuell verspüren wir den Druck durch die Wirtschaftskrise: Weil um uns herum die Märkte zusammenbrechen, wird zu viel Ware auf den deutschen Markt

umgelenkt. Die Energieprobleme sind nicht gelöst, geschweige denn die Energiewende gemeistert. Nicht unbedingt vor Probleme, zumindest aber vor große Herausforderungen wird uns die Nachhaltigkeitsdebatte stellen. Und was uns die nationale und europäische Politik noch aufbürden wird, wissen wir heute noch nicht. Einfacher wird es sicher nicht werden, wenn wir beispielsweise an Klima- oder Verbraucherschutz denken. Fleurop-Magazin: Wie steht es um die Produkte aus dem regionalen Gartenbau und deren Vermarktung? Mertz: Regionale Produkte sind im Kommen, das spüren wir insbesondere im Bereich Obst und Gemüse. Der Verbraucher verlangt danach. Von diesem Trend werden auch Blumen und Pflanzen profitieren können. Ich sehe das als Chance für die heimische, marktnahe Produktion. Fleurop-Magazin: Welche Pflanzen machen auf dem Markt momentan den größten Anteil aus? Mertz: Die wertmäßig größte Produktgruppe sind zwischenzeitlich die Beet-, Balkon- und Gartenpflanzen mit rund 45 Prozent Anteil am gesamten Blumen- und Pflanzenmarkt. Umsatzstärkste Pflanze bleibt zwar die Geranie, aber bei weitem nicht mehr mit der Dominanz wie früher. Das Sortiment ist enorm breit und tief geworden. Jedes Jahr kommen neue Arten und Sorten auf den Markt. Aber das macht ihn für uns interessant und ist auch eine Chance für die heimische Produktion. Schnittblumen folgen mit rund 35 Prozent Marktanteil. Die Rose ist und bleibt mit großem Abstand vor der Chrysantheme die Nummer 1 im Sortiment. Daran wird sich vermutlich wenig ändern. Blühende und Grüne Zimmerpflanzen machen in der Summe rund 20 Prozent des Marktes aus. An der Spitze finden wir mit großem Abstand die Topforchidee. Im Hauptsortiment sehen wir wenig Bewegung, die Klassiker Weihnachtssterne, Alpenveilchen, Rosen und Azaleen liegen vorn.

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Cyclamen sind typische Vertreter für Beet- und Balkonpflanzen aus heimischer Produktion.

Fleurop-Magazin: Bei welchen Pflanzen sehen Sie für die Zukunft noch Potenzial? Mertz: Dem aktuellen Trend folgend, dass sich der tägliche Lebensraum der Menschen zunehmend um den Gartenbereich erweitert, sehe ich insbesondere im Beet-, Balkon- und Gartenpflanzenbereich noch Potential sowie bei allen Dienstleistungen rund um Pflanze und Garten. Der starke Zuwachs im Bereich der Stauden ist hierfür ein gutes Beispiel, aber auch bei Kübelpflanzen und mobilem Grün. Fleurop-Magazin: Welche Vertriebswege herrschen momentan vor und welche wären künftig interessant? Mertz: Die letzte Warenstromanalyse bei Blumen und Pflanzen liegt schon etwas länger zurück, aber die Tendenz dürfte auf der Einzelhandelsebene ihre Richtung nicht verändert haben. Bei Schnittblumen dominiert nach wie vor der Facheinzelhandel mit rund 70 Prozent Marktanteil, jedoch mit abnehmender Tendenz. Die Blumenfachgeschäfte haben hier große Anteile verloren und werden weiter unter Druck bleiben. Der Lebensmitteleinzelhandel wird weitere Marktanteile gewinnen. Bei Topfpflanzen sowie Beet- und Balkonpflanzen gehen wir noch von rund 60 Prozent Marktanteil des Fachhandels aus. Auch hier wird sich

die Konzentration weiter fortsetzen, die Großfläche dominieren. Veränderungen wird es sicher im Großhandel geben. Wir werden die großen Player wie Landgard haben, aber auch deren Vermarktungswege werden sich verändern. Prognosen gehen davon aus, dass die Versteigerungsuhr an Bedeutung verlieren wird. Fleurop-Magazin: Was liegt Ihnen für Ihre ZVG-Präsidentschaft persönlich am meisten am Herzen? Mertz: Drei Dinge sind mir besonders wichtig. An erster Stelle ist die Sicherung des Berufsnachwuchses zu nennen. Eine Nachwuchswerbekampagne haben wir gerade auf die Schiene gesetzt. Zweitens wird das Thema Energieversorgung und Energiewende ein wichtiges bleiben und uns fordern. Nicht zuletzt wird es darum gehen, den Gartenbau und die positive Wirkung seiner Produkte in der Öffentlichkeit noch intensiver in den Fokus zu rücken. Diese Anforderungen sind nur mit starken Verbänden zu meistern, insofern steht für mich immer im Fokus meines Amtes, dass die Verbandsstrukturen den Anforderungen der Zeit genügen und wenn nötig, Anpassungen vorgenommen werden. Vielen Dank für das Gespräch!


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Nachwuchsförderung II In der Januar-Ausgabe des Fleurop-Magazins starteten wir eine dreiteilige Serie zum Thema Nachwuchsförderung in der FloristikBranche. Nachdem im ersten Teil der dramatische Rückgang der Auszubildendenzahlen und die Gründe dafür beschrieben wurden, zeigen wir mit diesem Beitrag Möglichkeiten und konkrete Maßnahmen auf, um der bestehenden Misere entgegenzuwirken.

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Dr. Jutta Peistrup

Jutta Peistrup ist seit 1985 Lehrerin an der als Oberstufenzentrum für Agrarwirtschaft fungierenden Peter-Lenné-Schule in Berlin-Zehlendorf und amtierende Leiterin des Fachbereichs Floristik. Mit dem seit 2005 festzustellenden Rückgang der Auszubildendenzahlen hadert sie sehr. Möglichkeiten, die aus ihrer Sicht zu einer Verbesserung der Situation beitragen könnten, sind: I I „Der im Jahr 1996 von der Kultusministerkonferenz beschlossene Rahmenlehrplan für den Ausbildungsberuf Florist bedarf dringend einer Überarbeitung, da mittlerweile neben der Handlungsauch die Kompetenzorientierung im fachlichen und überfachlichen Bereich den Mittelpunkt der Unterrichtsarbeit darstellt.“

I I „Überfachliche Kompetenzen der Auszubildenden wie Zuverlässigkeit, Geduld und Umsichtigkeit müssen gefördert und gefordert werden, damit den Ausbildungsbetrieben wieder personalkompetente Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zur Verfügung stehen!“ I I „Die Bedeutung der Ausbildung für den Berufsstand muss von Verbänden und Unternehmen gleichermaßen anerkannt und in den Fokus gerückt werden, damit der Nachwuchs gesichert werden kann. Präsentationen von Unternehmensvertretern vor den Schülern oder Exkursionen, zum Beispiel in die Floristikfachbetriebe oder die Fleurop-Zentrale, erhöhen den Praxisbezug und bereichern die Ausbildung.“ I I „Betriebe sollten untereinander kooperieren, zum Beispiel in der Form, dass Auszubildende die Möglichkeit erhalten, verschiedene Unternehmensstrukturen im Laufe ihrer Ausbildungszeit kennenzulernen.“ I I „Nachwuchswettbewerbe sind und bleiben äußerst wichtig. Es muss aber darauf geachtet werden, dass die Leistungskriterien dem Stand des jeweiligen Ausbildungsjahres angepasst sind. Auch sollte bei solchen Events der Teamgedanke im Vordergrund stehen, sodass sich jeder Auszubildende mit seinen Stärken einbringen kann.“ Interessante Ansätze, über die es sich nachzudenken lohnt. Bei unserer Recherche trafen wir weitere Fachlehrer, Ausbilder, Unternehmens- und Verbandsvertreter, die ebenfalls gute Strategien im Kopf haben, mit denen der Rückgang der Auszubildendenzahlen gestoppt werden könnte. Diese Ideen zu bündeln und daraus werthaltige Konzepte und Kampagnen abzuleiten, muss dauerhaft zur wichtigsten Aufgabe der gesamten Branche werden, um dem Beruf des Floristen auch langfristig eine solide Perspektive zu geben.

B e s t e h e n d e M a SS n a hm e n Die Geschäftsführer der Landesverbände des Fachverbandes Deutscher Floristen (FDF) stellten auf einer Konferenz in Frankfurt am Main am 28. November 2012 ihre eingeleiteten Aktivitäten vor. Es zeigte sich, dass Vertreter des FDF den Ausbildungsberuf des Floristen in Schulen bewerben, mit Info-Ständen an Berufsinformations-Börsen teilnehmen und Berufsberatern bei den Agenturen für Arbeit fachspezifische Informationen liefern. Außerdem hat der Bundesverband ein Fachgremium bestellt, dessen Experten sich mit dem alarmierenden Nachwuchskräftemangel auseinandersetzen. Als sehr positiv ist auch die Ausbildungsplatzbörse auf der Homepage des FDF (www.fdf.de) zu bewerten, auf der Suchende kostenlos ihr Interesse an einer Lehre zum Floristen formulieren können. Auf das Thema Öffentlichkeitsarbeit angesprochen, antwortete Nicola Fink vom FDF: „Grundsätzlich unterstützen wir jede Form der öffentlichen Darstellung des Berufs und vermitteln Floristen bei Anfragen auch gerne an interessierte Medienvertreter.“ Eine echte Vorbildwirkung für alle weiteren Bestrebungen geht zudem vom „Tag der Ausbildung“ auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen aus. Er fand am 23. Januar 2013 bereits zum zwölften Mal statt. Ziel dieser Initiative ist es, Schüler der Klassenstufen 9 und 10 aus allgemeinbildenden Schulen über die Berufe Gärtner und Florist zu informieren. Dies geschieht durch den Kontakt mit anwesenden Experten, Imagefilme, Broschüren und andere Präsentationsmittel. Die Landesverbände Gartenbau Rheinland und Westfalen-Lippe, der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau NRW, der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauern sowie der FDF laden mit Unterstützung des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG) und der Messe Essen jährlich zu dieser Nachwuchswerbeveranstaltung ein.

überfachliche

kompetenzen

fördern und fordern

Die Florist-Auszubildenden Daniela Haß, Melanie Brummer, Julia Wollner und Denise Holz (von links nach rechts) präsentieren selbstgefertigte Sträuße im Gewächshaus der Peter-Lenné-Schule.

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Denise Holz bei der Arbeit an ihrem Werkstück.


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Fl e u r o p g i b t S t a r t s c h u s s f ü r „ W i r s i n d Fl o r i s t i k “ - k a mp a g n e a u f d e r I P M Auch die Fleurop AG nutzte die IPM 2013 intensiv, um auf die beunruhigende Nachwuchskräftesituation hinzuweisen. Mit dem Start der Kampagne „Wir sind Floristik“ präsentierten Fleurops Junge Wilde den zahlreich erschienenen Branchenvertretern eine einzigartige florale Kunstinstallation, die das Nachwuchsproblem der Floristik-Branche wirkungsvoll darstellte. Durch eine Blackbox gehend, konnten die faszinierten Messebesucher einerseits FloralDesign auf höchstem Niveau bewundern und andererseits durch Informationstexte auf Monitoren erfahren, wie sich die niedrigen Auszubildendenzahlen auf die Floristik-Branche in Deutschland auswirken. Tatkräftige Unterstützung bei der Gestaltung der Blackbox erhielten die Jungen Wilden von hochmotivierten FloristAuszubildenden des Herwig-Blankertz-Berufskollegs aus Recklinghausen, die sichtlich stolz waren, an diesem außergewöhnlichen Projekt mitwirken zu dürfen. Der amtierende Deutsche Meister der Floristen, Jürgen Herold, äußerte sich im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung der Kunstinstallation entsprechend angetan: „Wir von den Jungen Wilden sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Zusammenarbeit mit den Azubis. Aus meiner Sicht kann man die Nachwuchskräfteproblematik der Branche floristisch nicht besser darstellen, als es uns gelungen ist. Natürlich liegt Kunst immer im Auge des Betrachters, aber das Interesse der Messebesucher bestätigt unsere Arbeit.“ Zukünftig möchte Fleurop natürlich nicht nur auf die Problematik aufmerksam machen, sondern durch eine Nachwuchskräfteoffensive in diesem Jahr auch selbst verstärkt zum Erhalt des Florist-Berufs beitragen. In einem ersten Schritt wurde pünktlich zum Start der IPM eine weitere Azubi-Börse auf der größten Online-Plattform für Floristen in Deutschland, dem MerkurPortal, freigeschaltet. Das kostenfreie Angebot unter https://merkurportal.fleurop.de kann ebenso wie die bereits vorhandenen Verlinkungen zur Next-Generation-Börse beziehungsweise zur Jobbörse auch von externen Usern eingesehen und mit Inhalten gefüllt werden.

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FloristShop: An der richtigen Stelle sparen. foto

Fleurops Junge Wilde mit Schülern des Herwig-Blankertz-Berufskollegs.

Weiterhin sollen zukünftig Workshops und Projekttage für Auszubildende sowie Weiterbildungen für Berufsschullehrer von Fleurop organisiert, personell unterstützt und medienintensiv begleitet werden. Natürlich werden wir Sie rechtzeitig über alle Fleurop-Aktivitäten informieren, die sich um das Thema Nachwuchsförderung drehen. Einen ausführlichen Überblick zur IPM 2013, inklusive weiterer Statements zur Kunstinstallation der Jungen Wilden, finden Sie, ebenso wie den dritten Teil dieser Serie, in der März-Ausgabe des Fleurop-Magazins.

„ W ir m ö c hte n m it d e r B la c k b o x au f rü tte l n. Z u m E ine n z e i g e n w i r d e n B e su c he rn f l o ristisc h e H a n d we rksku nst, z u m A nd e re n e r f a h r e n S ie , d ass u nse re B ranc he e in e r n s t zu ne hm e nd e s N ac hwu c hspro b l e m h a t . “ I l ka S ied e n b u r g

(links) Faszinierte Pressevertreter bei einer Führung durch die Kunstinstallation. (rechts) Messebesucher stehen vor der Blackbox Schlange.

Mi t e is r p f r tie e u Da tie n a r ga

merkurportal.fleurop.de/shop Lieferung innerhalb von 1-2 Werktagen Zahlung über Fleurop-Monatsabrechnung Versandkostenpauschale 3,95 EUR Viele Floristikbedarfsartikel


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Einladung RegionalveRsammlung 2013

Am 14. Februar ist Valentinstag. FLEU_Typo_590x200_Aufkleber_39L.indd 2

„ Am 1 4 . F e b r u a r i s t Va l e n t i n s ta g .“ Überlassen Sie am umsatzstärksten Tag des Jahres nichts dem Zufall: Nutzen Sie für die gezielte Kundenansprache die Werbemittel für den Valentinstag aus dem POS-Paket! Besonders wirkungsvoll ist es, wenn Sie die A1-Plakate im Kundenstopper draußen vor dem Geschäft platzieren. Auch die breitformatigen Aufkleber für die Schaufenster mit dem Hinweis auf das Datum sind ein starker Blickfang. Zusatz a rti ke l zum Va le nti n stag Besonders beliebt am Valentinstag sind auch die Zusatzartikel. Richten Sie sich darauf ein und vergessen Sie nicht, jetzt einen ausreichenden Vorrat zu bestellen. Erfahrungsgemäß entscheiden sich an diesem Tag viele Kunden für die Motivkarte „Rote Rose“, die Schokoladenherzen von Lindt oder einen Sekt als zusätzliche Aufmerksamkeit. R o s e n h e r z s t a t t S t r a u SS Empfehlen Sie Verliebten als Alternative zum Strauß auch mal ein Rosenarran-

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gement in Herzform. Auf fleurop.de gibt es den herzförmigen Steckschaum dazu bereits ab 2,39 € pro Stück. Einfach im FloristShop unter der Rubrik ‚Steckschaum’ die OASIS® FOAM FRAMES® Herzen in der gewünschten Anzahl bestellen. Ordertracking Das erhöhte Auftragsvolumen am 14. Februar ist für alle am besten zu bewältigen, wenn sämtliche Informationen lückenlos vorliegen. Achten Sie deshalb bitte bei Aufträgen ins In- und Ausland auf vollständige Lieferanschriften und notieren Sie unbedingt auch eine Telefonnummer des Empfängers. Für das Ordertracking ist es wichtig, dass Sie gleich nach der Lieferung den Auftrag entsprechend markieren. Dadurch ist der Vermittler informiert, eine Übersicht über die noch offenen Aufträge geschaffen und zusätzliche Nachfragen werden reduziert. A n n a hm e s c hl u s s a m Va le nti n stag Dieses Jahr fällt der Valentinstag auf einen Donnerstag. Die Vermittlung von Aufträgen zum 14.02. ist daher im Inland noch am selben Tag bis 15:00 Uhr möglich.

Ab 00:00 Uhr desselben Tages wird – wie gewohnt – der Expresszuschlag fällig. Aufträge über den zentralen Auftragsservice müssen bis spätestens 14:00 Uhr vermittelt sein. Für Aufträge ins Ausland gelten frühere Termine und Preise laut Hauptumsatztagen (siehe Merkur-Verzeichnis). Für Europa ist am 14.02. um 13:00 Uhr Schluss, in Richtung USA geht es noch bis 15:00 Uhr. Wegen der Zeitverschiebung können rechtzeitige Valentinsgrüße nach Fernost nur bei einer Bestellung bis zum 13.02. um 18:00 Uhr garantiert werden. Urlaub in der K arnevalswoche Da der Valentinstag mitten in der Karnevalswoche liegt, ist es dieses Jahr besonders wichtig, dass Sie beim Team Partnerservice (Telefon: 030/71371-171) rechtzeitig melden, wenn Sie Ihr Geschäft während dieser Zeit schließen. Dann kann Ihr Urlaub im Merkur-Verzeichnis eingetragen werden und es wird vermieden, dass Aufträge vergeblich vermittelt werden. Oder probieren Sie gleich selbst einmal aus, Ihre Abwesenheit im MerkurPortal unter „Mein Merkur“ einzugeben.

Termine der Regionalv e r s a mml u n g e n 2 0 1 3

Regionale Ansprechp a r t n e r a u f e i n e n Bl i c k

In der letzten Ausgabe des Fleurop-Magazins haben wir Sie bereits darüber informiert, dass die Regionalversammlungen in diesem Jahr teilweise in attraktiven Gärtnereien durchgeführt werden. Detaillierte Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen entnehmen Sie bitte Ihrer persönlichen Einladung. Nachfolgend sehen Sie noch einmal die konkreten Termine in den einzelnen Fleurop-Regionen:

Im Bereich „Intern“ des MerkurPortals haben wir für Sie die Rubrik „Regionen & Kontakt“ angelegt. Darunter finden Sie ab sofort eine Deutschland-Karte mit den zwanzig Fleurop-Regionen. Durch einen Klick auf den gewünschten Ausschnitt erhalten Sie alle wichtigen Kontaktinformationen zum entsprechenden Verwaltungsrat und den zuständigen Fleurop-Mitarbeitern.

n e u: G e sch ä f t sdate n u n d U rl au b e se lbststä n d ig erfassen Im MerkurPortal können Sie seit kurzem Ihre Geschäftsdaten aktualisieren und die Urlaubszeiten selbstständig eintragen. Nutzen Sie diese Möglichkeit und erfassen Sie unter „Mein Merkur“ Ihre Daten unkompliziert und zeitsparend. Der FleuropPartnerservice wird die Änderungen nach vorheriger Prüfung zeitnah freischalten. Es ergeben sich für Sie folgende Vorteile:

P OS - W e r b u n g a u f CD 21.02., 15:30 Uhr Bln.-Brandenburg-Altmark 25.02., 15:30 Uhr Karlsruhe-Stuttgart 26.02., 16:30 Uhr Schwäb. Alb-Bodensee 27.02., 15:30 Uhr Südbaden-Schwarzwald 28.02., 16:30 Uhr Eifel-Saar-Pfalz 01.03., 15:30 Uhr Rhein-Main 04.03.,16:30 Uhr Nord- und Osthessen 05.03., 15:30 Uhr Niederrhein 06.03., 15:30 Uhr Köln-Bonn-Koblenz 07.03., 15:30 Uhr Ruhrgebiet-Sauerland 12.03., 15:30 Uhr Bremen-Osnabrück 12.03., 15:30 Uhr Hannover-Bielefeld 13.03., 16:30 Uhr Hamburg 14.03., 16:30 Uhr Schleswig-Holstein 15.03., 15:30 Uhr Mecklenb.-Vorpommern 18.03., 16:30 Uhr Chemnitz-Dresden 19.03., 15:30 Uhr Regensburg-Passau 20.03., 16:30 Uhr München-Augsburg 21.03., 15:30 Uhr Franken 22.03., 16:30 Uhr Erfurt-Leipzig

Mit dieser Ausgabe des Fleurop-Magazins erhalten Sie erstmalig eine CD mit unterstützenden Marketingmaterialien für Ihr Fachgeschäft. Darauf befindet sich ein zwölfminütiger Film für Bildschirmpräsentationen am POS. Dieser Film ist das wichtigste Marketing-Instrument der Kampagne „Wir sind Floristik“, die auf der IPM vorgestellt wurde. Bilder und Texte sind gleichrangig arrangiert und greifen wirkungsvoll ineinander, sodass Sie Ihre Kunden mit der Präsentation direkt ansprechen werden. Auf der CD finden Sie außerdem ein Desktopmotiv in verschiedenen Dateiformaten sowie den FleuropSong „The world needs flowers“ in einer neuen, romantischen Balladenversion. Den Titel können Sie GEMA-frei in Ihrem Geschäft abspielen.

• Sie können Änderungen unabhängig von unseren Geschäftszeiten vornehmen. • Übermittlungsfehler werden minimiert. • Mögliche Fehler können sofort korrigiert werden. Registrierung als Fairtr ade-Partner beachten Sobald Sie Fairtrade-Rosen beziehen, müssen Sie sich einmalig im Blumen-Finder der Fairtrade-Organisation unter www.fairtrade-deutschland.de/fuer-unternehmen/floristen registrieren. Damit stimmen Sie den gültigen Auszeichnungsrichtlinien für fair gehandelte Blumen zu und machen Ihr Engagement für Konsumenten online sichtbar.


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frauentag – auf die sympathische geste kommt es an!

Schenken aus Tradition Blumen verschenken zum Frauentag? Was für die einen eine Frage der Ehre ist, fällt anderen im Alltagstrott gar nicht auf. Noch immer ist der 8. März ein Datum, das hierzulande ganz unterschiedliche Reaktionen hervorruft. Hartnäckig hält sich das Klischee, dass der Frauentag nur ein Überbleibsel aus DDR-Zeiten ist. Wir haben einmal genauer hingeschaut, ob das wirklich stimmt. Für Floristen lohnt es sich in jedem Fall, Hinweise auf diesen Schenkanlass und kleine floristische Aufmerksamkeiten schon in der Woche vor dem 8. März im Schaufenster zu präsentieren. Denn egal, welchen persönlichen Bezug die Beschenkte zum Frauentag hat, eine Blume wird ihr ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.

„Der Frauentag ist in den alten Bundesländern eher unbekannter als in den neuen Bundesländern“, hat Thomas Westhelle, Fleurop-Außendienstmitarbeiter in Nordrhein-Westfalen, die Erfahrung gemacht. Tatsächlich denken in den westlichen Bundesländern auch heute noch viele, der Frauentag sei eine Erfindung der DDR. Ein Irrtum, der sich mit einem Blick auf die Geschichte aufklären lässt (siehe Information rechts). Der Ursprung führt bis ins Jahr 1911 zurück, zu den Anfängen der Frauenrechtsbewegung: Die Idee war, mit einem internationalen Tag länderübergreifend an die Gleichberechtigung von Frauen zu appellieren und für deren politisches Wahlrecht zu kämpfen. Bis 1933 war der 8. März auch in Deutschland bundesweit ein Thema, aufgrund seiner Herkunft aus dem Sozialismus gestaltete sich der Umgang damit

nach 1945 jedoch unterschiedlich: Während in der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR der Brauch, Frauen an diesem Tag Blumen zu schenken, gepflegt wurde, geriet er im Westen zunehmend in Vergessenheit. Heute wissen deshalb viele nicht mehr, dass der Frauentag eine sehr alte Tradition hat und von internationaler Dimension ist. Tradition wirkt bis heute Erhalten hat sich jedoch die nette Geste, Frauen am 8. März mit einem Blumengruß zu überraschen und ihnen damit hohe Wertschätzung entgegenzubringen. „Im Osten ist der Frauentag für die Floristen ein Selbstläufer“, berichtet Annegret Petasch, die als Fleurop-Außendienstmitarbeiterin viel in den neuen Bundesländern unterwegs ist. Dort stellt der Frauentag

immer noch ein gesellschaftliches Ereignis dar und wird vor allem im Berufsleben gewürdigt. „Das Datum bietet einen lieben, netten und unverfänglichen Anlass, auch mal anderen Frauen Blumen zu schenken“, so Petasch. „Dann sind auch rote Rosen vom Chef okay, ohne dass jemand Hintergedanken hätte.“ Eine schöne Tradition also, die mit einem sympathischen Augenzwinkern gepflegt wird. Im privaten Bereich spielt der Frauentag auch bei Spätaussiedlern und Mitbürgern aus anderen Ländern wie der Türkei, Italien oder Russland eine wichtige Rolle. Für sie gehört es zum guten Ton, der Mutter oder anderen Frauen mit großen Blumensträußen ihren Respekt zu zeigen. Evelin Riemer-Davis, Inhaberin der „Blumenecke“ in Rodenbach bei Kaiserslautern, hat beispielsweise viele Kunden aus Russland und Kasachstan. „Am Frauentag werden vor allem langstielige, großblütige Rosen verlangt, gebunden zu bombastischen bunten Sträußen mit Schleierkraut und vielen Accessoires wie Bändern und großen Manschetten“, bemerkt sie deutliche kulturelle Unterschiede bei den floristischen Vorstellungen. Bei älteren Kunden seien auch Nelken und Chrysanthemen gefragt. Fl o r i s t i s c h e A n r e g u n g e n fü r Fr au e ntag b i ete n Für Partner-Floristen in Regionen, wo dieses Datum weniger präsent ist, lohnt es sich, den Frauentag wieder aktiv in Erinnerung zu rufen. Lassen Sie Ihren Ideen freien Lauf und ziehen Sie die Aufmerksamkeit potentieller Kunden auf sich! Gudrun

Tröltzsch, frühere Inhaberin von „Blumen Tröltzsch“ in Oelsnitz im Vogtland, hatte beispielsweise einmal sämtliche repräsentative Betriebe im Ort angeschrieben und auf ihren Fleurop-Service zum Frauentag hingewiesen. Am allerwichtigsten sei aber die Schaufensterwerbung: „Wir haben immer schon eine Woche im Voraus mit Flyern und Fähnchen auf den 8. März hingewiesen und im Schaufenster fertige kleine Sträußchen für diesen Anlass präsentiert“, erzählt sie. Neben roten Rosen, die besonders gefragt sind, empfiehlt sie auch bunte Frühblüher-Sträuße aus Tulpen, Fresien und Narzissen. Den Frauentag als Schenkanlass zu bewerben bringt – etwa im Vergleich zum Valentinstag – gleich zwei Vorteile für Floristikbetriebe mit sich: Zum einen sind Blumen am Frauentag ohne Konkurrenz durch andere Artikel wie Schmuck, Pralinen oder Parfum. Zum anderen bleiben die Einkaufspreise für Blumen, mit Ausnahme von Rosen, am Frauentag normal. Das heißt, Sie können schöne Sträuße zu günstigen Preisen anbieten. Nutzen Sie auch das POS-Plakat für den Straßenaufsteller, um Aufmerksamkeit zu erregen. Eine ganz persönliche Form der Kundengewinnung praktizierte Fleurop-Außendienstmitarbeiterin Sabine Reinke früher in ihrem Floristikfachgeschäft in Kirchheim/Teck. „Wir haben unseren Kundinnen am 8. März immer eine Nelke geschenkt“, berichtet sie. „Hübsch zurechtgemacht mit schönem Beiwerk und einem auffälligen Anhänger, der auf den Internationalen Frauentag aufmerksam machte.“

historischer Hintergrund

Wa s h at e s e i g e ntli ch m it d e m Fr au e ntag au f sich? Am 19. März 1911 feierten Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und die Schweiz den ersten Frauentag. Zu verdanken war dies unter anderem der deutschen Sozialistin Clara Zetkin: Sie hatte auf der „Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz“ am 27. August 1910 in Kopenhagen die Einführung eines internationalen Frauentages vorgeschlagen – ohne jedoch ein bestimmtes Datum zu favorisieren. Die Idee dazu kam aus den USA. Erklärtes Ziel war es, einen besonderen nationalen Kampftag für das Frauenstimmrecht zu initiieren und zu erreichen, dass künftig auch Frauen an Wahlen teilnehmen dürfen. In den ersten Jahren dominierte der revolutionäre Charakter und der Frauentag fand seinen festen Platz in der sozialistischen Bewegung. 1918 wurde schließlich das freie, geheime, aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt. Neben dem übergeordneten Anliegen, Frauen in allen gesellschaftlichen Belangen Männern gleichzustellen, spielte nach dem Ersten Weltkrieg auch das Eintreten für Frieden eine wichtige Rolle. Während der NS-Zeit wurde der Frauentag aufgrund seiner Entstehung aus sozialistischen Bewegungen offiziell verboten. Gefeiert wurde der 8. März trotzdem – mit versteckten Aktionen als Erkennungsmerkmal von Widerstand und sozialistischer Untergrundarbeit. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam der Frauentag im geteilten Deutschland eine sehr unterschiedliche Bedeutung. Die sowjetische Besatzungszone führte ihn 1946 wieder ein. In der DDR hatte der 8. März dann zunächst den Charakter einer sozialistischen Veranstaltung, erst in den späten 80ern wurde er festlicher, ungezwungener und weniger ideologisch begangen. Im Westen

Ill u s t r a t i o n Clara Zetkin (­ 1857-1933) war eine sozialistische deutsche Politikerin, Friedensaktivistin und Frauenrechtlerin.

veranstalteten Sozialdemokratinnen zwar seit 1948 wieder Frauentage, doch ging die ursprüngliche Bedeutung allmählich verloren. Die Themen Frieden und Kampf gegen die Wiederbewaffnung standen stattdessen im Fokus. Erst mit dem Engagement der neuen Frauenbewegung Ende der 60er Jahre rückte der 8. März in der Bundesrepublik und anderen Ländern wieder stärker ins Bewusstsein, um ihn für die Einforderung von Frauenrechten zu nutzen. 1975, im internationalen Jahr der Frau, richteten die Vereinten Nationen erstmals am 8. März eine Feier aus. Im Dezember 1977 beschloss die Generalversammlung der UN das Datum als Internationalen Frauentag anzuerkennen. Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern wird der Frauentag sowohl im Privaten als auch im Arbeitsleben aktiv gefeiert. Bis heute ist er fester Bestandteil der ostdeutschen Kultur und in zahlreichen Ländern – etwa in Armenien, Georgien, Kasachstan, Moldawien, Russland, Weißrussland, Serbien und in der ­Ukraine – s­ ogar ein gesetzlicher Feiertag.


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Wettbewerbe Für NachwuchsFloristen 2013

MÄRZ 02.03.

18. BGN-Nachwuchsfördercup innerhalb der SPRING Ort: Blumengroßmarkt Nordbayern in Rednitzhembach Ein Wettbewerb für alle Auszubildenden der Floristik mit Bewertung einer fachkundigen Jury nach den Bewertungsrichtlinien der Floristenprüfung. Er findet alle 2 Jahre statt, die Teilnahme ist kostenlos. www.b-g-n.de  

02.03.

FDF-Landesmeisterschaft der Floristen in Thüringen Ort: Messe Erfurt Im Foyer der Messe Erfurt werden, wie schon 2012 während der Thüringen Ausstellung, die Landesmeisterschaften der Floristen ausgetragen. Da diese Veranstaltung zukünftig in den ungraden Jahren zwischen den Deutschen Meisterschaften stattfinden soll, wird ausnahmsweise vom turnusgemäßen zweijährigen Rhythmus abgewichen. www.thueringen-ausstellung.de  

02. – 03.03.

FDF-Landesmeisterschaft der Floristen in Bayern Ort: Messe Nürnberg Die bayerische Landesmeisterschaft 2013 wird auf der GARTEN 2013 in der Messe Nürnberg ausgetragen und das Foyer der Halle 12 in eine Blumenlandschaft verwandeln! www.freizeitmesse.de/themenwelten/   garten

09.03.

Heinz-Czeiler-Cup innerhalb der Garten München Ort: Messe München Nachwuchsfloristen stellen ihr Können live unter Beweis und zaubern die schönsten Kreationen rund um das Thema Tulpen. www.garten-muenchen.de  

14.03.

Landeslehrlingswettbewerb der Blumenbinder und Floristen innerhalb der Tiroler Frühjahrsmesse Ort: Messe Innsbruck (Österreich) Unter dem Motto „Flowers and modern technology” findet der Landeslehrlingswettbewerb der österreichischen Floristen statt. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall, können doch Ideen für die eigene Tischdekoration aufgegriffen und viele Tricks von den Floral-Designern abgeschaut werden. www.fruehjahrsmesse.at  

15.03.

29. Kölner Frühling Ort: Blumengroßmarkt Köln Teilnehmen können Floristen mit abgeschlossener Ausbildung aus ganz Deutschland sowie aus dem Ausland. Es sind immer vier bis fünf Arbeiten zu jeweils unterschiedlichen Themen zu fertigen, die von einer Fachjury bewertet werden. Die Besucher dürfen den Wettbewerbsteilnehmern beim Arbeiten über die Schulter schauen und sich Ideen mitnehmen. www.koelner-fruehling.de  

02. – 07.07.

16. – 17.03.

Azubi-Wettbewerb innerhalb der Norgaflor Ort: Blumengroßmarkt Hamburg Gemeinsam mit den FDF-Landesverbänden in Norddeutschland wird vom Gartenbauverband Nord ein Wettbewerb für Auszubildende (2. und 3. Lehrjahr) als Teil des Rahmenprogramms der Norgaflor ausgerichtet. Thematisiert wird der Blumenverkaufsanlass Ostern. www.dega-gartenbau.de  

10. – 11.08.

MAI 21. – 25.05.

AUGUST FDF-Landesmeisterschaft der Floristen in Norddeutschland Ort: Halbinsel Hamburg-Wilhelmsburg Die Internationale Gartenschau auf der Halbinsel Hamburg-Wilhelmsburg dient in diesem Jahr als Veranstaltungsort für die zusammengefasste Landesmeisterschaft der Floristen aus den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. www.igs-hamburg.de  

SEPTEMBER RHS Chelsea Florist of the Year 2013 innerhalb der Blumen- und Gartenausstellung Chelsea Ort: Royal Hospital Chelsea in London (GB) Die Royal Horticultural Society veranstaltet gemeinsam mit der British Florist Association diesen Wettbewerb, der im Rahmen der berühmten Chelsea Flower Show stattfindet. Floristen können dabei in zwei Kategorien antreten: Für Teilnehmer von 16 bis 25 Jahren geht es um den Titel „RHS Young Chelsea Florist of the Year“. Floristen ab 26 Jahren kämpfen um den Titel „RHS Chelsea Florist of the Year“. Die Teilnehmer qualifizieren sich über regionale Wettbewerbe, die in ganz Großbritannien stattfinden. www.britishfloristassociation.org/rhs  chelsea-2013

JULI 07.07.

WorldSkills Leipzig 2013 – Die WM der Berufe Ort: Messe Leipzig Die besten Auszubildenden und junge Fachkräfte aus der ganzen Welt treten bei diesem internationalen Berufswettbewerb gegeneinander an, um Champion zu werden. Alle zwei Jahre kämpfen Teilnehmerinnen und Teilnehmer unter 23 Jahren bei der WM der Berufe um die Titel. www.worldskillsleipzig2013.com  

FDF-Landesmeisterschaft der Floristen in Nordrhein-Westfalen Ort: Flughafen Düsseldorf International Austragungsort der nordrhein-westfälischen Landesmeisterschaft ist die Abflughalle des Flughafens Düsseldorf International. www.floristik-nrw.de/termine  

04. – 05.09.

Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner (Bundesentscheid) innerhalb der Internationalen Gartenschau Ort: Halbinsel Hamburg-Wilhelmsburg Ziel des Berufswettbewerbes ist es, fern von jedem Prüfungsdruck und Konkurrenzdenken fachliche Fähigkeiten, Kreativität und Findigkeit zu messen. www.junggaertner.de  

08. – 10.09.

Eurofleurs Junior Championship Ort: Diokletianspalast in Split (Kroatien) Der internationale Branchen-Wettbewerb um die Eurofleurs wird vom Europäischen Floristenverband Florint durchgeführt. Die Teilnehmer dürfen im Veranstaltungsjahr nicht älter als 25 Jahre alt sein. Der Wettbewerb wird alle vier Jahre in unterschiedlichen Ländern ausgetragen. www.florint.org/Eurofleurs  

OKTOBER 25.10.

Azubi-Wettbewerb Ort: Blumen- und Zierpflanzengroßmarkt Rhein-Main in Frankfurt am Main Der Wettbewerb für Berufsstarter im 3. Lehrjahr findet zum 23. Mal statt. Eine Fachjury bewertet Technik und Gestaltung der zu fertigenden Werkstücke www.hessen.fdf.de  

Alle Angaben ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.


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N u r w e r s i c h a n d i g i t alen T rends o rient iert , w i r d d a u e r h a f t w e t tbewer bs f ä hig blei ben.

„Fleurop international“: Niederlande In unserer Reihe „Fleurop international“ stellen wir monatlich einen nationalen Vertreter des weltweiten Fleurop-Interflora-Verbundes vor. Nachdem uns die Premiere nach Spanien führte, schweift der Blick dieser Ausgabe zu unseren niederländischen Nachbarn. Zu Beginn dieses Jahres übernahm Jeroen de Zwart die Führung der dortigen Organisation.

fleurop niederlande blumenwunderland mitten in europa Mit der Gründung im Jahr 1921 war Fleurop Niederlande die erste offizielle Auslandsrepräsentanz des bis dahin nur in Deutschland angebotenen Fleurop-Dienstes. Natürlich, möchte man meinen, waren und sind Blumen in den Niederlanden doch allgegenwärtig: Rund 70 Prozent der weltweiten Aufzucht von Blumenzwiebeln konzentrieren sich heutzutage dort, was einer Menge von mehr als 10 Milliarden Stück entspricht. Zehn Prozent der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche werden alleine für den Anbau von Schnittblumen verwendet. Zudem gelten Tulpen neben Käse und Windmühlen als typische Markenzeichen der niederländischen Kultur. Ein echtes Blumenwunderland also, und das mitten in Europa.

Neuer Hauptgeschäftsf ü h r e r i m Am t Seit dem 01. Januar 2013 leitet Jeroen de Zwart Fleurop in den Niederlanden als Hauptgeschäftsführer. Nachdem er vorher

bereits als kaufmännischer Geschäftsführer des Unternehmens aktiv war, löste er nun Frank Buddels auf der obersten Führungsebene ab. Von Veenendaal aus, einer kleinen Stadt in der Provinz Utrecht, verwalten er und sein

Team rund 1.200 Partner-Floristen. Voraussetzungen für die Anerkennung als FleuropPartner in den Niederlanden sind eine abgeschlossene Berufsausbildung als Florist, ein gültiger Eintrag bei der zuständigen Handelskammer und das Erfüllen der FleuropQualitätskriterien. Letztere werden ständig durch Mitarbeiter der niederländischen Zentrale überprüft. Außerdem muss der Unternehmer eine Aufnahmegebühr von 150,- Euro entrichten und eine Kaution von 500,- Euro hinterlegen. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 300,- Euro. Was der Florist dafür erhält? Jeroen de Zwart beantwortet diese Frage wie folgt: „Zunächst einmal werden unsere Partner berechtigt, unter Verwendung einer traditionellen und absolut anerkannten Qualitätsmarke Aufträge entgegenzunehmen und zu vermitteln. Dazu gehört auch die Beteiligung am Umsatz des „Nationale Bloemenbon”, einer sehr beliebten Geschenkkarte, die in fast allen namhaften Einzelhandelsketten in den Niederlanden vertrieben wird. Außerdem ermöglichen wir es den uns angeschlossenen Mitgliedern, über unseren Großhandel „Interflora Retail Services“ Floristik-Bedarf zu bester Qualität und besten Preisen einzukaufen. Und auch wenn Partner Unterstützung bei der Realisierung einer eigenen Homepage benötigen oder Fragen zur optimalen Ladengestaltung haben, versuchen wir, so gut es geht zu helfen.“

leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr, bezogen auf die knapp 17 Millionen Einwohner des Landes stellt dieser Wert aber immer noch eine gute Quote dar. Am häufigsten werden bei unseren Nachbarn traditionelle Sträuße verkauft, wobei für Gebinde mit Floristik in weißer Farbgebung die größte Nachfrage besteht. Von allen erhältlichen Blumen sind Rosen am absatzstärksten. Das verwundert im ersten Moment, da es vor allem Tulpenfelder sind, die dem Betrachter bei einer Reise durch die Niederlande besonders ins Auge stechen. Doch die massenhaft industriell produzierten Tulpen dienen dem Staat eher als erfolgreiches Exportgut und tragen maßgeblich zu dessen positiver Handelsbilanz bei. Ein noch junges und wichtiges Geschäftsmodell von Fleurop in den Niederlanden darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Seit dem Jahr 2010 verkauft das Unternehmen an Shell-Tankstellen unter dem Label „Fleur van Veen“ einfache Blumen und Pflanzen zum kleinen Preis. So sollen Umsatzverluste, die dem Wettbewerb mit Lebensmittel-Discountern und Baumärkten geschuldet sind, aufgefangen werden. Jeroen de Zwart äußert dazu: „Nicht jeder unserer Partner ist glücklich über diese unternehmerische Entscheidung, schließlich setzen wir mit unserer Zweitmarke keine Floristik im eigentlichen Sinn ab. Aus wirtschaftlichen Gründen sind wir von diesem Angebot aber absolut überzeugt.“

Solide Auftragslage Etwa 800.000 Aufträge konnten im Jahr 2012 durch Fleurop in den Niederlanden vermittelt werden. Dies entspricht zwar einem

O n li n e - A k ti v itäte n im Fokus Wie überall auf der Welt besteht auch in den Niederlanden eine immer größere Kon-

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f o t o (oben) Unter der Zweitmarke „Fleur van Veen“ werden preisgünstige Blumen an Tankstellen verkauft.

kurrenz zwischen digitalen Absatzmärkten und Einzelhandelsfachgeschäften. De Zwart gibt an, dass bereits mehr als 30 Prozent der Fleurop-Aufträge über das Internet erteilt werden. Vor allem die Inhalte und die Bedienung des Bestellshops auf der Homepage unterliegen deshalb ständiger Beobachtung und werden laufend an die aktuellen Ansprüche der Nutzer angepasst. Um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben, hält de Zwart eine Orientierung an digitalen Trends für selbstverständlich. Zukünftig sollen Kommunikationsmittel wie Facebook oder Twitter noch professioneller eingesetzt und neue, erfolgversprechende Online-Aktivitäten in das Marketingkonzept integriert werden. „In allen Bereichen ein kleines Stück voran kommen und wachsen“, das sind die Ziele, die sich de Zwart für sein Unternehmen in diesem Jahr gesteckt hat.

(links) Jeroen de Zwart, der neue Fleurop-Hauptgeschäftsführer in den Niederlanden. (unten) Fachgeschäft eines niederländischen Fleurop-Partners.

Hätten Sie´s gewusst? I IDie in Deutschland oft als Synonym für die Niederlande verwendete Bezeichnung „Holland“ deckt in Wirklichkeit nur die zwei nordwestlichen Küstenprovinzen Nordholland und Südholland ab und ist deshalb geografisch nicht korrekt. I IDie Tulpe ist nachweisbar erst seit Ende des 16. Jahrhunderts in den Niederlanden beheimatet. Ihren Ursprung hat sie in Zentralasien. Vor allem in Persien (heutiger Iran), Afghanistan und in der Türkei sind die Urformen der heutigen Zuchttulpen zu Hause.


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Vorsichtiger Optimismus ist angebracht. Wie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) als ein Ergebnis ihrer aktuellen „Anbauerhebung Zierpflanzen“ mitteilte, bezeichnete die Mehrheit der über 3.000 befragten Betriebe den Geschäftsverlauf in der Beet- und Balkonpflanzensaison 2012 als „verbessert“. Auf den aktuell erfassten 331 Hektar geschützter Anbaufläche (unter Glas und Folie) und den 460 Hektar Freilandfläche sollen in diesem Jahr ein Prozent mehr Beet- und Balkonpflanzen in Normalgröße produziert werden als in der Vorsaison. A n n e t t e Al t m a n n , Abteilungsleiterin Versuchswesen der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt und Koordinatorin des Arbeitskreises Beet- und Balkonpflanzen in Deutschland, nennt exklusiv für das Fleurop-Magazin Neuheiten bei Beet- und Balkonpflanzen im Jahr 2013.

beetbalkonpflanzensaison und

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Calibrachoa ‚Compact Mini Famous Lemon Yellow’

Lösen Calibrachoa in Zukunft die Petunien ab? Das Sortiment an Beet- und Balkonpflanzen wird regelmäßig durch eine Vielzahl von Neuheiten ergänzt. Bei unseren Freilandprüfungen im vergangenen Jahr konnten Calibrachoa, vor allem im Vergleich mit Petunien, besonders überzeugen, trotz der unterschiedlichen Blütengrößen. Die Sorten sind deutlich widerstandsfähiger gegenüber Regen und dabei ebenso reichblütig. Auch die Dauer der Blütenöffnung ist zufriedenstellend. ‚Aloha Pink Vulcano’ zeigte einen gut verzweigten Wuchs mit sehr guter Reichblütigkeit. Die Blüten waren auch bei trübem Wetter und in den Morgenstunden geöffnet. Die Sorten ‚Aloha Dark Lavender’, ‚Aloha Dark Red’ und ‚Aloha Midnight Purple 2012’ überzeugten ebenfalls mit besten Blühleistungen. ‚Calimero Coral’

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Calibrachoa ‚Aloha Dark Red’

entwickelte eine breite und flach überhängende Gestalt mit gut verzweigten Trieben. Ihr harmonischer Wuchs und die gute Blühleistung führten zu Höchstwerten in der Beurteilung des Gesamteindrucks. Mit ‚Compact MiniFamous Blue’ trat eine besonders voluminöse Ampel mit recht großen Blüten in den Mittelpunkt. Ähnlich gute Eigenschaften zeigte ‚Compact MiniFamous Lemon Yellow’. Die Blüten und die Gesamtgestalt dieser Sorte sind etwas kleiner. Auffällig in der Farbgebung war ‚Callie Mango’ mit lachsrosa Blüten, leichter Aderung und kräftigem Ring. Aber auch die Blühleistung, die Gestalt und die Frühzeitigkeit bei der Anzucht machen diese Sorte attraktiv. Gerade bei den Calibrachoa gibt es unzählige sehr gute Sorten, die hier nicht alle genannt werden können. Ein echter Newcomer unter den Beet- und Balkonpflanzen sind ­Alstroemeria. Mit den Serien ‚Inticancha’ und ‚Princess Lilies’ hin-

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Alstroemeria ‚Princess Lilies Eliane’

terließen sie bei fast allen Betrachtern einen sehr guten Eindruck. Die Sorten überzeugten durch große und ausdauernde Reichblütigkeit in Sonne und Halbschatten, auf dem Beet und im Kübel. Für eine gute und regelmäßige Neutriebbildung sind eine ausreichende Ernährung sowie ein rechtzeitiges Entfernen der abgeblühten Triebe erforderlich. Die Blüten der purpurvioletten Sorte ‚Inticancha Machu’ sind etwas witterungsanfälliger sowohl nach Regen als auch nach starker Sonneneinstrahlung. Für frühe Verkaufstermine sind beide Serien nicht geeignet. Der Blühbeginn war je nach Sorte zwischen Anfang und Ende Mai. Hängende Begonien avancie re n zum Daue rtre nd In den vergangenen Jahren haben sich hängende Begonien einen

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Begonie ‚Summerwings Deep Red’

Spitzenplatz bei den Pflanzenliebhabern erobert. Auch in der Fachwelt nimmt die Aufmerksamkeit für diese Produktgruppe zu. ‚Million Kisses Amor Red’ zeichnete sich durch ihr dunkles, schmales Laub aus. Mit lang nach unten hängenden Blütentrieben, sehr großer Reichblütigkeit und einem dauerhaft sehr guten Gesamteindruck begeisterten zudem ‚Bellavista Orange’, ‚Waterfall Encanto Falls’ und ‚Summerwings Deep Red’. Diese stark hängenden Begonia boliviensis-Typen werden durch attraktive Sorten mit ebenso schönen länglichen Blüten ergänzt. Mit der Serie ‚Crackling Fire’ ist gleich ein ganzes Farbspiel auf dem Markt. Nicht weniger interessant war ‚Sherbert Bon Bon’ mit kleinem hellen Laub. Der Wuchs war sehr kompakt, im Kübel wirkte sie fast kugelig. Die kleinen hellgelben Blüten mit rosa Rückseiten sind gefüllt und überzeugten durch eine gute Widerstandsfähigkeit. Diese Sorte ist besonders für gemischte


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B e e t - u n d Ba lko np f la nz ens a is o n „Mi t a t t r a k t iv e n Arra ng ement s vo r dem L a d e n g e w i nnt ma n Kunds cha ft . “

Bepflanzungen zu empfehlen. In der Anzuchtphase ist sie eher schwach wachsend. ‚Beluga Yellow’ ist ebenfalls nur leicht hängend mit kleinen leuchtend gelben Blüten sowie dunkelgrünem kleinem Laub. Anfangs aufrecht wachsend wird der Wuchs später überhängend. Der Pflanzenaufbau ist sehr harmonisch und kompakt. Reichblütig bis zum Herbst blühen viele Scaevola-Sorten. Die Stan-

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Scaevola ‚Scala White’

dardsorte ist ‚Saphira’. ‚Scala White’ und ‚Scala Blue’ können sich durchaus mit ihr messen lassen. Beide Sorten haben eine sehr gute Verzweigung, wachsen kompakt und sind reichblühend bis zum Ende der Saison. Ihr Wuchs ist aufrecht überhängend, mit etwas kleineren Blüten als ‚Saphira’. Mit der gelb blühenden ‚Suntastic’ kommt eine neue Farbe ins Spiel. Die Sorte hat größeres Laub, die Wurzeln sind gegenüber Nässe etwas empfindlicher, bei insgesamt kompaktem Wuchs. Gesamteindruck und Reichblütigkeit waren bei allen genannten Sorten den ganzen Sommer über hervorragend, sowohl in voller Sonne als auch im Schatten. Bei den Sanvitalien erwies sich ‚Yellow Dark Leaved‘ mit 15 Zentimetern Pflanzenhöhe als hervorragender Bodendecker. Die dunklen Stängel und die kleinen gelben Blüten erzeugen einen lieblichen Kontrast.

Bl ü t e n w u n d e r D i a s c i a Wohl kaum eine Gattung ist so blühwillig wie die Diascien. In der Regel erleben die voll entwickelten Blüten, bei nicht zu üppiger Wasserversorgung, mindestens den ersten Frost. Bei einigen Sorten kann ein leichter Rückschnitt im Juli die Regenerationsfähigkeit noch verbessern. Rote, orangefarbene und rosa Farbtöne sind bestimmend in dieser Gattung. Mit der Farbe Graublau der Sorte ‚Enya’ kommt ein neuer Ton ins Sortiment. Die Leuchtkraft und Fernwirkung der orangefarbenen Farbtöne ist jedoch deutlich größer. Diese Sorte eignet sich besonders, wenn es auf eine gute Wirkung im Nahbereich ankommt. Von den Witterungsverläufen der Saison ließen sich Diascien nicht beeinträchtigen. In Zukunft werden die Sorten der Serie ‚Sundiascia’ den Markt bereichern. Diese zeichnen sich nicht durch besondere Frühzeitigkeit, aber durch einen interessanten Pflanzen- und Blütenaufbau aus. Nach der erfolgten Sommerprüfung sind sie besonders für die Beetbepflanzung oder die Verwendung im gemischten Kübel zu empfehlen, für die Ampel allerdings sind alle drei Sorten der Serie zu stark aufrecht wachsend. Die beste Bewertung erhielt ‚Sundiascia Rose Pink’ mit purpurpinkfarbenen Blüten, dichtem Wuchs und sehr guter Regeneration über den Sommer. Diese Sorte blieb deutlich niedriger als ‚Sundiascia Orange’, auch die Blütenstiele waren deutlich kürzer.

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Diascia ‚Sundiascia Rose Pink’

Mit bis zu 50 Zentimetern Höhe ist ‚Sundiascia Orange’ daher besser für Hintergrundbepflanzungen geeignet. Auch bei den Bidens kann von einer attraktiven Neuheit berichtet werden. Die erste weiße Sorte ‚Bellamy White’ ist auf dem Markt und zeigte sich als extrem starkwüchsig. Der Blütendurchmesser ist mit vier Zentimetern recht groß für diese Art. Welke Blüten stören nicht, da sie gut überwachsen werden. Die Sorte ist sehr reich verzweigt und besitzt dunkelgrünes, geschlitztes Laub. Bei gemischten Pflanzungen im Gefäß muss die Wuchsstärke beachtet werden. Für Beetpflanzungen sind vier bis fünf Gewächse pro Quadratmeter ausreichend, um nach wenigen Wochen einen geschlossenen Bestand zu erzielen. Durch dichtere Kultivierung schieben sich die Triebe zu einem weißen Blütenmeer hoch, welches bis zum Herbst durchaus Hüfthöhe erreichen kann.

Anregungen aus der Praxis Interview mit Philip Apelt, Florist und Experte für Außenbepflanzung beim Fleurop-Fünf-Sterne-Partner Blumen Reese in Berlin-Hermsdorf. Fleurop-Magazin: Herr Apelt, welche Beetund Balkonpflanzen empfehlen Sie Ihrer Kundschaft in diesem Frühjahr?

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Philip Apelt

Philip Apelt: Wir konzentrieren uns auf die klassischen Pflanzen wie Primeln, Narzissen und Muscaris. Damit haben unsere Kunden gute Erfahrungen gemacht, die wollen sie wieder haben. Bei Neuheiten, auf die wir im Großmarkt aufmerksam werden, sind wir vorsichtig und bieten sie zunächst nur in kleiner Stückzahl an. Fleurop-Magazin: Was zeichnet die genannten Arten aus und auf was muss bei der Pflege besonders geachtet werden? Philip Apelt: Staunässe im Kübel oder Balkonkasten muss unbedingt vermieden werden. Eine gute Drainage ist dabei sehr hilfreich. Attraktiv für den Käufer ist natürlich, dass Primeln sowie die Zwiebeln von Narzissen und Muscaris nach der Blüte im Garten eingepflanzt werden können und im folgenden Frühjahr erneut blühen. Fleurop-Magazin: Welche Zielgruppe wird aus Ihrer Sicht mit Beet- und Balkonpflanzen besonders angesprochen und warum? Philip Apelt: Aus meiner Sicht handelt es sich dabei um Menschen im gesetzteren Alter, die den Wert schönen Wohnens erkannt haben und sich gerne an langlebigen Pflanzen erfreuen. Fleurop-Magazin: Konnten Sie in den letzten Jahren Veränderungen im Kaufverhalten Ihrer Kundschaft bezüglich Beet- und Balkonpflanzen feststellen?

Philip Apelt: Definitiv ja, das Geschäft ist rückläufig. Die Prioritäten haben sich verschoben, für viele Menschen sind Pflanzen offenbar weniger wichtig geworden. Alles soll möglichst billig sein, von diesem Trend profitieren vor allem die Discounter. Fleurop-Magazin: Wie können Floristen ihr Angebot an Beet- und Balkonpflanzen im Fachgeschäft aufmerksamkeitsstark und inspirierend präsentieren, um sich gegenüber Billig-Konkurrenten wie Baumärkten abzuheben? Philip Apelt: Unser größtes Plus ist natürlich die kompetente Beratung durch ausgebildetes Fachpersonal. Mit vor dem Laden oder im Eingangsbereich präsentierten, fertig gepflanzten und attraktiven Arrangements in auffälligen Farben gewinnt man Laufkundschaft. Fleurop-Magazin: Welche Rolle spielt der Anbau von Gewürzen und Gemüse auf dem Balkon, gerade in einer Metropole wie Berlin, in der es an Flächen für eigene Gärten mangelt? Können mit einem entsprechenden Angebot auch jüngere Käufergruppen erreicht werden? Philip Apelt: Tatsächlich stellen wir ein verstärktes Interesse an Gewürzen für den eigenen Anbau fest und bieten alles an, was der Großmarkt hergibt. In diesem Segment finden auch ausgefallene Produkte ihre Abnehmer, zum Beispiel Ananassalbei oder Schokominze. Das zunehmende Interesse an einer gesünderen und nachvollziehbaren Ernährung in jungen Bevölkerungsgruppen fördert dies. Gemüse für den Balkon spielt allerdings eine untergeordnete Rolle, da große Erntemengen mangels Platz nicht zu erwarten sind. Vielen Dank für das Gespräch!


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Vorschau März-Magazin

Fragen an ...

Petra Konrad ist als selbstständige Floristmeisterin in der Fort- und Weiterbildung im In- und Ausland tätig. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit sind Showroomund Messe-Dekorationen sowie Eventfloristik weltweit.

verschiedenste Emotionen über die Floristik zum Ausdruck zu bringen, zu trösten, aber auch Freude zu bereiten. Wir pflegen damit ein Jahrtausende altes Kulturgut und haben die Chance, es immer weiter zu verfeinern.

I n we lch e r Sta dt möchte n Sie gerne mal leben?

W a s m u s s Ih r e r M e i n u n g n ach fü r d e n B e ru fssta n d d e r Fl o r i s t e n g e t a n w e r den?

Da ich beruflich viel unterwegs bin, habe ich schon viele interessante Städte gesehen – und im Kern sind sie alle ähnlich. Melbourne würde mich vielleicht noch am meisten interessieren. Aber viel spannender fände ich es, mal ein halbes Jahr in einem buddhistischen Kloster in Tibet zu leben. Die Kultur und Lebenseinstellung der Mönche fasziniert mich. Den Alltag zu entschleunigen und sich auf das Wesentliche zu besinnen – diese Erfahrung würde ich gerne einmal machen. Wa s sch ätz e n S i e b e so n ders an der floristischen Handwerkskunst? Die unglaubliche Vielfältigkeit und die Möglichkeit, der eigenen Kreativität freien Lauf zu lassen. Sehr schön ist es auch,

Nachbericht IPM 2013

Ich beschäftige mich mit der Thematik schon länger, da ich ja auch in der Aus- und Weiterbildung tätig bin. Was wir brauchen, ist eine zeitgemäßere und innovativere Ausbildung. Das Berufsbild hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, die Bereiche Lifestyle und Inneneinrichtung sowie betriebswirtschaftliche Veränderungen spielen eine immer größere Rolle. Dem muss auch die Ausbildung gerecht werden. Heutige Azubi-Anwärter haben oft ein falsches Bild des Floristen. Das liegt natürlich auch daran, dass die Arbeitsagenturen – meist die ersten Impulsgeber bei der Berufswahl – keine aktuellen, dem heutigen Berufsbild entsprechende Informationen geben. Viele wissen gar nicht, wie interessant und abwechslungsreich

Fl e u r o p I n t e r n a t i o n a l : Schweden F r ü hl i n g s b l ü h e r 5 Fr agen an … Steffen Teuscher

Vorschau März-Feelings Frühlingsfloristik Ostern 2013 Kulturgut Blume

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I BRÄUCH E + TRADITION EN I GLAU BE + BLÜTE

der Beruf des Floristen ist. Das wurde mir besonders bei der Veranstaltung „Flowers in concert“ bewusst: Die Besucher waren regelrecht verblüfft, was in der Floristik möglich ist, wir bekamen unzählige positive Rückmeldungen. Das zeigt, dass sich der Berufsstand nach außen anders präsentieren und die Menschen sensibilisieren muss. Daraus folgend müsste die Entlohnung auf ein Niveau angehoben werden, welches der Wertigkeit unserer Arbeit entspricht. Solange ein Florist von seinem Gehalt keine Familie ernähren kann, ist es nicht verwunderlich, dass Fachgeschäfte sterben und Nachwuchsmangel herrscht. Welchen Kindheitstraum h at te n Si e? So mit sechs, sieben Jahren wollte ich immer ein Kettcar haben. Meine älteren Brü-

I FRÜ H LI NGSGLOCKEN

der hatten keins, und meine Mutter meinte, das sei nichts für Mädchen. So habe ich nie eines bekommen. Manchmal durfte ich aber bei Freunden damit fahren.

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I N T E R N AT I O N A L E R F R AU E N TA G

Würden Sie lieber das M at te r h o r n b e ste i g e n oder durch den Ärmelk a n a l s c h w i mm e n ? Ich hasse Wandern! (lacht) Von daher würde ich es lieber mit dem Ärmelkanal aufnehmen. Ich bin seit 30 Jahren im Schwimmverein und war früher DLRGLebensretterin – da hätte ich doch eine reelle Chance!


Am 14. Februar ist Valentinstag.

Liebende gehen zum Floristen. cht s n 端 OP w e r n R U FLE ar tn hen P n e a ll reic g l o f r e . einen entinstag Val


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