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nalen Aufträge und die Abrechnung mit der EBC in der Schweiz. Mehrere Millionen Fleurop-Sträuße und eine Vielzahl von Geschäftsverbindungen machen ein eigenes Forderungsmanagement nötig, das von Sandra Schindelhauer, Marion Stahl und Dominique Breitbach bearbeitet wird. Da kann es um Partnerfloristen gehen, um Einzelkunden mit Bestellungen zum Beispiel über www.fleurop.de oder um Firmenkunden. Der Zahlungsausgleich von rund 750 000 Zahlungen muss organisiert werden, Arbeitsfelder sind gerichtliches und außergerichtliches Mahnverfahren, Bonitätsprüfungen oder Wirtschaftsauskünfte. So weit in wenigen Worten die laufenden Prozesse des Finanzbereichs der Fleurop AG – doch für das gesamte Team und insbesondere für Bereichsleiter Jens Christoph ist die »Welt« um einiges größer. Da sind etwa die laufenden Prüfungen, in Berlin werden Kapitalgesellschaften lückenlos unter die Lupe genommen. Die Finanzverwaltung prüft je-

zahlen regieren

des Geschäftsjahr, Sozialversicherungen prüfen, die Rentenversicherung prüft. »In einem normalen Jahr haben wir zwei umfassende Prüfungen, manchmal aber auch vier«, berichtet Jens Christoph. Dazu gehört auch die jährliche interne Abnahme durch dieWirtschaftsprüfer der Fleurop AG. Allein dieser Prozess dauert rund vier Wochen. Wen wundert es, dass daher in der Fleurop-Zentrale ein eigener Raum für die Prüfer unterschiedlichster Institutionen bereit gestellt werden muss. Nicht zu vergessen – profundes Zahlenmaterial bildet die Grundlage jedes seriösen unternehmerischen Entscheidungsprozesses. Daher muss das Finanzen-Team auch Kennziffern und Berichte für den Vorstand, für den Aufsichtsrat oder den Prüfungsausschuss, der zwei Mal jährlich tagt, erarbeiten. Apropos Zahlen: Auch die Bundesbank oder die Landes- und Bundesämter erwarten ihre Statistiken – und zwar pünktlich und präzise, sonst drohen Bußgelder bis zu 50 000 Euro. Zahlen, Zahlen, Zahlen und die zur Einordnung notwendigen Analysen – dies muss das Finanzen-Team auch nach innen liefern. Was kosten die laufenden, neu angeschobenen Projekte in der Fleurop-Zentrale, liegt man in der Planung, muss gegen gesteuert werden? Wie ist die Budget-Entwicklung in den einzelnen Bereichen, welche Umsatzerlöse werden erzielt, welche Geldanlagen sollen gewählt werden? Nicht zuletzt: Welche Investitionen in welchen Bereichen sind notwendig, sinnvoll und machbar? Wer zu solchen Entscheidungen Kennziffern und Analysen beiträgt, der muss natürlich auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Auge haben. Und heute sollte aufgrund der jedem bekannten Turbulenzen diesem Aspekt sicherlich mehr Augenmerk gewidmet werden als noch vor ein paar Jahren. Zur wirtschaftlichen Entwicklung erläutert Jens Christoph: »Wir pflegen eine eher konservative Budget-Planung«. Das heißt, es werden nicht wie heute vielerorts üblich (und schon oft gescheitert) Etats bis auf den letzten Euro planerisch ausgereizt. »Vielmehr eröffnen uns positive Geschäftsverläufe eine progressive Vorgehensweise auf einem soliden Fundament«, beschreibt Jens Christoph abschließend die Finanzplanung.

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