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Janik Hoffmann ist seit zehn Jahren einer der Geschäftsführer von »Chrysanthem« in Darmstadt. F O T O S Das äußere Erscheinungsbild wurde komplett neu gestaltet. Die Farbgebung ist warm und doch edel. A B B . R E C H T S U N T E N Unter dem Begriff »Garten Eden« wird mit einer eigenen Broschüre für die traditionelle Kompetenz in der Friedhofskultur geworben. KLEINES FOTO

SERIE MARKETING TEIL IV Die Laden-Dramaturgie, das Erscheinungsbild von Blumenfachgeschäften, sollte immer dem »Geschmack« der jeweiligen Epoche angepasst werden. Das ist eine Herausforderung für jede Generation von Blumenfachgeschäftsinhabern. Auch für Janik Hoffmann, der seit zehn Jahren als Geschäftsführer von »Chrysanthem«, der Hoffmann & Hornstein GmbH in Darmstadt, tätig ist. Dort hat man jüngst eine fünfstellige Summe in die Hand genommen, um zunächst einmal hauptsächlich die Fassade des Hauptgeschäftes am »Alten Friedhof« neu zu gestalten. Ein »Anfang«, dessen »Ende« nicht abzusehen ist, denn das neue Bild nach außen »berührt die komplette Corporate Identity«, wie Janik Hoffmann in nachfolgendem Interview beschreibt. FLEUROP-MAGAZIN :

Herr Hoffmann, als staatlich geprüfter Gartenbautechniker haben Sie sich während des Studiums intensiv mit Marketing beschäftigt. War das ein Auslöser für den finanziellen Kraftakt einer umfassenden Neugestaltung der Außenfassade des Hauptgeschäftes? JANIK HOFFMANN : Ein Auslöser nicht, aber das Studium war hilfreich. Die Außenwirkung des Geschäftes war lange Zeit Thema zwischen mir und Kurt Hornstein. Als dann die Überlegungen konkret wurden, tauchten immer mehr Aspekte auf, die berücksichtigt werden mussten. Ein Schritt ergibt einen anderen, letztlich war die komplette Corporate Identity davon berührt. FLEUROP-MAGAZIN : Welche Veränderungen wurden zuerst realisiert? JANIK HOFFMANN : Wir haben den gesamten Außenbereich neu gestaltet und dabei viele leuchtende, warme Farbtöne eingesetzt. Wir haben zeitgemäße Begrifflichkeiten unseres Leistungsspektrums neu definiert, etwa den Begriff »Garten Eden«. Wir haben die Beleuchtung neu installieren und eine elektrische Tür einbauen lassen. Der Boden vor dem Geschäft wurde neu gelegt, die Innenjalousien wurden um Außen-Markisen ergänzt. Eine hängende Glasplatte vor dem Entree schützt jetzt vor Regen, große Marktschirme werden die Außenpräsentation gegen Sonne und Regen schützen. So umfänglich, wie die Neugestaltung wurde, war sie anfänglich nicht geplant. FLEUROP-MAGAZIN : Sie sprachen von »Garten Eden«, was verbirgt sich dahinter? JANIK HOFFMANN : Dies ist ein Zusammenschluss mit anderen Friedhofsgärtnern und einem Bestatter. Unser Unternehmen wird in zehn Jahren 200 Jahre alt sein, und ist traditionell mit der Friedhofskultur verbunden. Wobei unsere Stärke in diesem Bereich sich in anderen Geschäftsfeldern als Pferdefuß erweisen kann. FLEUROP-MAGAZIN : Was heißt das, Pferdefuß? JANIK HOFFMANN : Unser Unternehmen ist nicht zuletzt durch das En-

gagement von Kurt Hornstein stark bei Großdekorationen, etwa auf Messen. Wella, Merck, Cerruti, Goldwell oder auch Mercedes Benz sind einige der großen Firmen und Marken, für die wir arbeiten. Wir haben festgestellt, dass immer dann, wenn der Begriff Friedhof auftauchte, in gewisser Weise die Nase gerümpft wurde. Friedhof und Event-Dekorationen – das scheint für viele Leute nicht zusammen zu passen. Zukünftig wollen wir für diese weit auseinander liegenden Bereiche auch unterschiedlich nach außen hin auftreten. FLEUROP-MAGAZIN : Würde sich das auch etwa durch unterschiedliches Briefpapier ausdrücken? JANIK HOFFMANN : Das kann durchaus sein. Wir stehen mit unserem Unternehmen immer vor einem gewissen Spagat. Durch unsere Friedhofslage haben wir viel älteres Publikum. Andererseits ist die von Kurt Hornstein geleitete Floristik-Abteilung sehr ambitioniert und trendbewusst. Das Kundenspektrum, das wir unter einen Hut bringen müssen, ist enorm breit. FLEUROP-MAGAZIN : Haben Sie auch im Innenbereich größere Veränderungen vor? JANIK HOFFMANN : Da wird laufend immer etwas getan. Doch wir arbeiten mit mobilen, auch in der Höhe verstellbaren Elementen, wir sind sehr flexibel. Dadurch entstehen, wie Kurt Hornstein immer

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