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NOVEMBER 2011

FLORISTSHOP EINKAUFSMACHT NUTZEN ADVENT & WEIHNACHTEN DAS SOLLTEN SIE WISSEN NEUE SERIE WAS MARKETING KANN


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Ungewöhnliches zeigen – das fordert Winfried Damerius in nebenstehendem Beitrag. Ein Beispiel sind die floralen Figuren von Nicolaus Peters, die mit adventlichen Elementen spielen. Die auf »Beinen« stehenden Gefäße sind mit Zimtrinde umklebt, aus den langen Kiefernnadeln erwachsen weihnachtliche Christrosen. Sie stehen in Röhrchen und können durch andere Blumen ersetzt werden – so ergibt sich immer eine neue Anmutung. K L E I N E S F O T O Winfried Damerius ist Aufsichtsratsmitglied und Vorsitzender der Marketing-Kommission von Fleurop. GROSSES FOTO

fremdwort

marketing


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I N H A LT INTERN

von

Die Einkaufsmacht Wo Zahlen regieren Jetzt bestellen Immer sonntags liefern Fleurop-Seminare MerkurPortal nutzen Neues Verpackungsdesign Infoblatt Kerzensicherheit Neu: FloristShop Taschenkalender 2012 Sommerhit 2011 Fleurop deluxe auf UNESCO-Gala Herzlich willkommen Fünf-Sterne-Floristen Geburtstage und Jubiläen Vorschau Dezember

WINFRIED DAMERIUS

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I N T E R N AT I O N A L

Entspannter Wettbewerb

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Strauß-Offensive Glücksmomente Floristik für Japan Rügen – unberührte Natur

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Das Buch zum Laden Verzahnte Welten Weniger ist mehr Schwieriger Spagat Die Großen überleben

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FLORISTIK

WERBEBUDGETS Die Zahl, genannt von Fleurop-Vorstand Stefan Gegg auf der diesjährigen Hauptversammlung, kann erschrecken. Durchschnittlich gerade einmal zwei Prozent des Umsatzes geben Blumenfachgeschäfte für Marketingmaßnahmen aus. Das ist, verglichen mit anderen Handelssparten oder auch großen Gartencentern, sehr wenig. Die Ertragslage vieler Blumenfachgeschäfte erlaubt allerdings häufig keine signifikanten Ausgaben für werbliche Aktivitäten. Aber können wir es uns angesichts derWerbeaktionen der (oft branchenfremden) Konkurrenz erlauben, Marketing als Fremdwort zu betrachten? Sicher nicht. MarketingMaßnahmen sind auch nicht immer automatisch mit hohen Ausgaben verbunden. Denn Marketing beginnt in unseren Geschäften, der POS – also das eigene Fachgeschäft – ist eine werbliche Bühne, die wir bewusst bespielen sollten. Das beginnt mit der Warenpräsentation – sie sollte immer auch etwas Ungewöhnliches, so bisher nicht Gesehenes zeigen. Es reicht nicht, eine Vielzahl von Blumensorten zu präsentieren. Unser Metier ist die Floristik – und in der Gestaltung liegt auch unsere Zukunft. Blumen, nur Blumen – die können heute andere (oft branchenfremde) Anbieter billiger verkaufen. Verbessertes Marketing bedeutet ebenfalls, die angebotenen Werbemittel wirklich zu nutzen. Sei es die POS-Werbemittel von Fleurop oder die des Blumenbüros Holland. Ein äußerst wirkungsvolles, preiswertes und kontinuierlich erscheinendes Kundenbindungsinstrument ist Fleurop-Feelings. Wird Fleurop-Feelings in Ihrem Geschäft aktiv eingesetzt? Wird es von den Mitarbeitern im Verkauf zielgerichtet verteilt – oder wird darauf gewartet, dass die Kunden von selbst zugreifen? Die Antwort führt zu einer elementaren Schwierigkeit, der wir begegnen müssen. Wir müssen bei denen, die täglich mit unseren Kunden umgehen, ein Bewusstsein für Marketing schaffen. Unsere Mitarbeiter müssen stärker als bisher im »Verkauf« geschult werden. So, wie sie ein Faible für Gestaltung entwickeln, so sollten sie auch in Marketingaufgaben ein wichtiges Ziel erkennen. Dies können wir nur vermitteln, wenn wir selbst dafür ein Bewusstsein pflegen. Das ist beim allgegenwärtigen Zeitmangel und der oftmals dünnen Personaldecke nicht einfach. Doch wir sollten uns zwingen, dieser unternehmerischen Aufgabe gerecht zu werden. Marketing darf kein Fremdwort bleiben – nicht für die Mitarbeiter, nicht für uns. Wobei erfolgreiches Marketing nicht unbedingt teuer sein muss. Bitte beachten Sie die Beiträge zum Thema ab Seite 19.

HANDEL

BEILEGER

Top-Sträuße im November TITEL

Amaryllis (die fachlich korrekt Hippeastrum heißen), sind bei den Verbrauchern heute ähnlich beliebt wie Weihnachtssterne. FOTOS

Blumenbüro Holland (Titel), Blumengroßmarkt Hamburg, C. Kropke (S.2), Winnie Maria Lechtape (S.6/7), Blumenbüro Holland & Fachverband Deutscher Floristen, J. Manegold (S.10/11), Stars for Europe (S.12-15), Stefan Albrecht, Adele Marschner (S.16, S.30/31), Verband Kerzengüte (S.17 l.), Guido Ohlenbostel (S.17 r.), Callwey Verlag (S.19), S. Lajain (S.21), Willi Wilhelm/Fotolia (S.28 l.)

IMPRESSUM Das Fleurop-Magazin erscheint zwölf Mal im Jahr und wird allen Partnerfloristen im Rahmen ihres Vertragsverhältnisses zugestellt. Das Heft ist unverkäuflich, die Weitergabe außerhalb des genannten Kreises nicht gestattet. Ein Nachdruck, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung des Herausgebers. HERAUSGEBER

Fleurop AG / 12200 Berlin / Tel.: 030/ 71371-0 Fax: 030/ 71371198 / E-Mail: info@fleurop.de SCH RI FT- U N D ANZEIGEN LEITU NG

Winnie Maria Lechtape Tel.: 030/ 71371-213 / Fax: 030/ 71383-213 Es gilt die Anzeigen-Preisliste Nr. 21 vom 1.1. 2011 REDAKTION

Angelica Langley, Martin Hein Bahia Büro / Gotenstraße 11 / 20097 Hamburg Tel.: 040 / 4305438 / Fax: 040 / 4305809 E-Mail: magazin@fleurop.de GRAFIK

Esther Hartmann, Sandra Lajain / Hamburg LITHO & DRUCK

Druckerei in St. Pauli Große Freiheit 70 / 22767 Hamburg


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die

einkaufs macht

FLORISTSHOP

Im Einkauf liegt der Gewinn – das ist in der Floristik-Branche ein geflügeltes Wort. Wobei beim Einkauf von kleineren Mengen, üblich bei inhabergeführten Blumenfachgeschäften, natürlich auch die Konditionen entsprechend mau sind. Auf die Vorteile beim Einkauf größerer Mengen weist Verwaltungsratsmitglied Dr. Bernd Koller auf Seite 26/27 hin und auch bei Fleurop ist das Einkaufsthema ein wichtiger Teil der Strategie 20.15. Wobei der erste Schritt schon im vergangenen Monat getan wurde. Im neuen FloristShop im MerkurPortal finden Sie die ersten Markenprodukte zu Dauertiefpreisen. Das Angebot wird zukünftig Schritt für Schritt erweitert, wobei der FloristShop nicht den Anspruch eines Vollsortimenters erhebt.

Die Situation ist eindeutig, zur Erläuterung reicht ein Beispiel. Wer in seinem Blumenfachgeschäft eine Klebepistole benötigt, der kauft eben auch nur eine, vielleicht zwei. Aber nicht 50, 100 oder 200 Stück – wobei dabei natürlich viel bessere Stückpreise erzielt würden. Beim Einkauf des FloristShops handelt es sich aber um solch größere Mengen, und die so erzielten Preisvorteile werden an die Fleurop-Partner weiter gegeben. Die Margen sind so eng kalkuliert, dass ge-

Seit Oktober wird schon im FloristShop gepackt und versandt – auf unserem Foto durch Ulrike Dehnz und Stanislav Uram aus der FleuropZentrale. Bestellungen, die bis 15 Uhr eingehen, verlassen am selben Tag das Lager.

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I M E I N K AU F L I E GT D E R G E W I N N – DA S G E F L Ü G E LT E WO RT E R H Ä LT D U R C H D E N F LO R I STS H O P E I N E N E U E B E D E U T U N G

rade ein gewisses Einkaufsrisiko abgedeckt wird. »Unser Ziel ist es, dauerhaft unter den üblichen Marktpreisen zu liegen«, erläutert Vanessa Damerius, die für dieses Projekt im Rahmen der Strategie 20.15 verantwortlich ist. »Es ist nicht unser Ziel, ein Vollsortiment im Floristen-Bedarf einzurichten. Viel wichtiger ist, dass das, was wir anbieten, wirkliche Preisvorteile für die Fleurop-Partner mit sich bringt«, schließt sie an. Was bedeutet: Wer zukünftig also Steckschaum, Goldspray


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M I T 7 5 0 0 PA RT N E R N D I E G R Ö S ST E F LO R I ST E N - G E M E I N S C H A F T E U R O PA S – D I E S E E I N K AU F S M A C H T G I LT E S Z U M E I G E N E N VO RT E I L AU SZ U S P I E L E N

oder Bastband benötigt, sollte den FloristShop im MerkurPortal aufsuchen. Bestellen – und sich darüber hinaus den womöglich zeitaufwändigen Weg zum nächsten Bedarfsartikelhändler sparen. Denn die Bestellung wird bequem und schnell per DHL geliefert. Bestellungen, die bis 15:00 Uhr eingehen, werden noch am selben Tag verpackt und DHL übergeben. All das bei einer Versandkostenpauschale von 3,95 EUR! Die Bezahlung erfolgt wie gewohnt über die Fleurop-Monatsabrechnung, je nach Datum

des Bestellungseingangs gibt es also sogar ein gewisses Zahlungsziel. Ermöglicht wird dies dadurch, dass sich der Versandhandel in den vergangenen Jahren revolutioniert hat. Das heutige Weltunternehmen Amazon war dabei ein Vorreiter. Viele der jetzigen Möglichkeiten beim Versandhandel, auch die Schnelligkeit, Sicherheit und Kostenstruktur, waren zu Zeiten des einstigen Fleurop-Einkaufsservices (FES) undenkbar. Es war sicher damals schon die richtige Idee, die Einkaufsmacht der Fleurop-Partner zu ihrem Vorteil zu bündeln. Doch gab es die heutigen Möglichkeiten des Versandhandels noch nicht. »Wir werden ein qualitativ hochwertiges Basissortiment aufbauen, das Produkte des ‘täglichen Bedarfs’ in einem Blumenfachgeschäft umfasst. Das Ziel ist es, dieses immer dann um Aktions-Angebote zu erweitern, wenn es bestimmte Produkte in besonders guter Qualität zu einem unschlagbaren Preis gibt«, erläutert Vanessa Damerius die mittelfristige Perspektive. »Wir setzen dabei auf 1 A Markenprodukte, nicht auf Billigramsch. Das könnte ja jeder«, schließt sie an. All diese Produkte werden aus dem Bereich des Floristen-Bedarfs stammen, an den Einstieg in den Schnittblumen-Einkauf wird gegenwärtig nicht gedacht. Auch wenn es »nur« um Bedarfsartikel geht – dieser Teil der Strategie 20.15 ist revolutionär. Bündelt er doch die Einkaufsmacht von rund 7 500 Blumenfachgeschäften, immerhin der größten Floristen-Gemeinschaft Europas! Wobei im kommenden Jahr der »just-

in-time« Einkauf, wie ihn etwa die Automobilindustrie im großen Stil realisiert, auch im FloristShop angewandt werden soll. Bei bestimmten Artikeln wird erst dann geordert, wenn genug Bestellungen vorliegen. Umfassende, langfristige Lagerhaltung, eine der Schwierigkeiten bei FES – das war gestern. Der FloristShop im MerkurPortal kommt zu einer Zeit, in der sich auf Beschaffungsseite für die Branche der Floristen einiges verändert. Zu beobachten ist, dass bisher fest etablierte Bedarfs-Großhändler Filialen schließen. Dies sind die ersten Auswirkungen eines Konzentrationsprozesses, der auch in anderen Bereichen des »Blumengroßhandels« spürbar ist. Die Erfahrung (auch in anderen Branchen) zeigt doch – Konzentration auf immer weniger Anbieter fördert deren Marktmacht. Und die Möglichkeit, Preise zu diktieren, wird immer größer. Möglichen Preiserhöhungen im Großhandel, so der strategische Gedanke dahinter, sollen die Fleurop-Partner nicht alternativlos ausgeliefert sein. Der FloristShop hat in dieser Situation also auch eine strategische Aufgabe. Er bietet alternative Optionen, ist in gewisser Weise ein Stück Unabhängigkeit in einem immer enger werdenden Markt. In einem Satz: Es soll und wird sich immer mehr lohnen, Fleurop-Partner zu sein.Schließlich ist es bei den in der Floristen-Branche zu erzielenden Renditen ein Gebot der Stunde, auch auf der Kostenseite den Hebel anzusetzen. Im Einkauf liegt der Gewinn – das geflügelte Wort erhält durch den FloristShop eine neue Bedeutung.


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entspannter

wettbewerb FLORISTENMEISTERSCHAFT Floristik aus Norwegen hat schon seit vielen Jahren weltweit einen hervorragenden Ruf. Was bei näherem Hinsehen eigentlich verwundert, denn gerade einmal 364 Blumenfachgeschäfte mit Verbandszugehörrigkeit gibt es in diesem Teil Skandinaviens. Es mögen nur wenige sein, doch die bemühen sich sehr intensiv um den Nachwuchs. Dies zeigte wieder einmal die norwegische Meisterschaft der Floristen, zu der sich Mitte Oktober in der Stadt Drammen in der Nähe von Oslo 29 Teilnehmer zum gestalterischen Wettbewerb trafen. Wobei die Meisterschaft in zwei getrennt voneinander bewerteten Gruppen durchgeführt wird. In der Klasse A traten 18 ausgebildete Floristinnen und Floristen mit Berufserfahrung an. Die 11 Teilnehmer der Klasse B waren noch in der Ausbildung.

»Es ist sicher höchst motivierend,wenn man schon in der Ausbildung die Chance erhält, sich auf der Bühne mit anderen Floristen zu messen«, meint Winnie Maria Lechtape, die in der Berliner Zentrale für Unternehmenskommunikation verantwortlich ist und auf Einladung von Interflora Norwegen die Meisterschaft am 15. und 16. Oktober besuchte. »Beeindruckend war die herzliche, offene und wertschätzende Atmosphäre

zwischen den Teilnehmern und Organisatoren. Insgesamt eine tolle, hervorragend organisierte Veranstaltung, durch die wir mit Blick auf die Deutsche Meisterschaft der Floristen im August 2012 viele Anregungen erhalten haben«, führt sie weiter aus. Drei Werkstücke wurden an zwei Tagen anlässlich der Meisterschaft gearbeitet. Der Wettbewerb begann mit einer klassischen Überraschungsarbeit, mit identischen floralen und non-floralenWerkstoffen.Eine zweite Aufgabe trug den Titel »Gul plate« (gelbe Platte), wobei es um eine vertikale Arbeit ging. Vorgegeben waren nur die Maße der Platten – ansonsten herrschte freie Werkstoffauswahl und Gestaltungsfreiheit. Beide Werkstücke wurden am Vormittag des ersten Wettbewerbstages im First Hotel Ambassadeur gearbeitet. Am Abend wurde dann zu einem gemeinsamen Dinner eingeladen. Bei dieser Gelegenheit wurden die 12 Finalisten (7 aus der Klasse A und 5 aus der Klasse B) sowie deren Aufgabenstellung bekannt gegeben. Gestaltet werden sollte ein florales Theaterkostüm, Schauplatz war am Vormittag des 16. Oktober das Theater-Foyer in Drammen. Die Bewertung der Arbeiten war auf die Schultern von 12 Juroren verteilt, wobei sich die Hälfte um die gestalterisch-ästhetischen Elemente und die anderen um die handwerklich-technische Ausführung kümmerten. Unter den Juroren war auch der bedeutende norwegische Meisterflorist Tor Gundersen. Siegerin und damit norwegische Meisterin der Floristen wurde in der Klasse A Anita Hope, gefolgt von Åslaug Nevstad Hildre und Turied Lien. In der Klasse B hatte Elisabeth Pålsson die Nase vorn, es folgten Mona Hammerø und Iris Baumann Jensen. »Die Siegerehrung war ein echtes Highlight, wo-

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Siegerin in der Klasse A und somit norwegische Meisterin der Floristen wurde Anita Hope (unten links). Elisabeth Palsson (oben links), Siegerin in der Klasse B, während des Wettbewerbs. Stimmen die Proportionen, fehlt kein Detail – prüfender Blick und hohe Konzentration bei der Überraschungsarbeit (unten rechts). Der florale Drache (oben rechts) war der Publikumsfavorit.

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bei Anita Hope vor Freude weinte und hüpfte«, beschreibt Winnie Maria Lechtape die glanzvollsten Momente der Meisterschaft. Durch das Programm führte der in ganz Norwegen bekannte Florist und Fernsehmoderator Finn Schjoll, der kurz und sympathisch »Flower Finn« genannt wird. Alle Teilnehmer der jedes Jahr organisierten Floristenmeisterschaft hatten sich übrigens in 17 Vorentscheidungen durchgesetzt, ähnlich wie in Deutschland die »Silbernen Rosen«. Organisiert wird all das von dem norwegischen Verband »Norsk Blomsterhandlerforbund« und der Interflora Norwegen. Wobei diese Organisationen quasi identisch sind – wer Verbandsmitglied ist, gehört automatisch auch der Interflora an. Rolf Torhaug, Präsident des norwegischen Fachverbandes, umschreibt als ein wesentliches Ziel etwas, was auch Winnie Maria Lechtape sofort ins Auge fiel: »Wir legen großen Wert auf eine entspannte Atmosphäre und einen freundschaftlichen Umgang zwischen den Teilnehmern«, betont er. »Die Floristen gehen mit Leidenschaft und viel Engagement in den Wettbewerb. Das zeigt sich auch am floristischen Niveau beider Klassen.« Wie groß das Engagement für den Berufsstand und die Nachwuchsarbeit ist, zeigt sich auch an der finanziellen Seite. Es wird kein Preisgeld gezahlt, unterstützt werden die Teilnehmer von den jeweiligen Geschäften. Nur wenn das nicht möglich ist, springt die Interflora auch finanziell ein. »Es war vielfach spürbar, dass die Interflora ebenso wie der Verband einen sehr guten Ruf in den Floristenkreisen haben«, hat Winnie Maria Lechtape bemerkt. »Daraus erklärt sich auch das überaus herzliche Miteinander und das natürliche Selbstbewusstsein, das Organisatoren und Teilnehmer ausstrahlten.« Mit Norwegen startet ab Dezember auch unsere internationale Serie über die Interflora Landesabteilungen.


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BLICK IN DIE ZENTRALE V Nicht nur in der Kreativ-Branche der Floristen empfinden viele Menschen das Thema »Finanzen/Buchhaltung« als eine trockene, nicht selten eher unangenehme Materie. Wobei in Unternehmen und insbesondere für die Fleurop AG gilt: Da, wo Zahlen regieren, muss alles haargenau stimmen, denn bei der immer stärker zunehmenden Komplexität haben schon kleine Ungenauigkeiten erhebliche Auswirkungen. Das ist einer der Gründe, warum der Bereich Finanzen in der Fleurop-Zentrale eine besondere Rolle spielt. Zumal es nicht nur um Buchhaltung, Abrechnungen, Controlling, Bilanzen und Steuern geht, sondern ebenso um strategische Fragen wie Investitionen, Geldanlagen, Budget-Strukturen und sogar die Einschätzung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Für mehr als 7 000 Fleurop-Partner müssen die Monatsabrechnungen gemacht werden, mehrere Millionen Einzelgeschäftsvorfälle mit den Partnern werden bearbeitet, nur im Kernrechnungswesen fallen etwa drei Millionen Buchungen an. Allein diese Zahlen zeigen, dass das in der Fleurop-Zentrale zu verwaltende Zahlen- und Datenmaterial immens ist. Schließlich besteht das Gesamtgeschäft aus vielen kleinen Geschäften, vielen einzelnen Fleurop-Aufträgen. Daraus erklärt sich die Größe des immerhin zwölfköpfigen Teams Finanzen, dem seit 2002 Jens Christoph als Bereichsleiter vorsteht. Die jüngst erst neu fixierte Struktur sieht drei Organisationsbereiche vor. Da ist zunächst das interne und externe Rechnungswesen, das seit Anfang Oktober vom Diplom-Kaufmann Matthias Richter als Teamleiter geführt wird. Zum Team gehören weiterhin die kaufmännischen Angestellten Sylvia Ribbecke und Bettina Blank sowie die Hauptbuchhalterin Sibylle Tettenborn und der Controller André Albrecht. In diesen Teil der Hauptbuchhaltung gehören die Monats-, Quartals- und Jahresabschlüsse, Bilanzen oder auch das Steuerwesen. Im Controlling angesiedelt sind ebenfalls die Analyse der Geschäftsprozesse, die Erarbeitung

Sie regieren die Zahlen der Fleurop AG: v.l.n.r stehend Birgit Schmolz, Sylvia Ribbecke, Anke Kern, Matthias Richter, Jens Christoph, Sandra Schindelhauer. v.l.n.r. hockend: Marion Stahl, Cornelia Höntzsch, Sibylle Tettenborn.

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von Kennzahlen und die daraus abgeleiteten Handlungsvorschläge. Das betrifft dann nicht nur die laufenden Geschäftsprozesse, sondern ebenfalls die Vielzahl der Einzelprojekte, die in jüngerer Zeit im Rahmen des Modernisierungsprozesses in der FleuropZentrale angestoßen wurden. Cornelia Höntzsch, Birgit Schmolz, Cornelia Keil und Anke Kern bilden die zweite Kerngruppe, die sich mit all dem beschäftigt, was zur Abrechnung mit den verschiedenen Partnern gehört. In diese Arbeitsbereiche fallen die Monatsabrechnungen, die Buchungen für Flora-Cheques oder GutscheinCards sowie die Bearbeitung der internatio-

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nalen Aufträge und die Abrechnung mit der EBC in der Schweiz. Mehrere Millionen Fleurop-Sträuße und eine Vielzahl von Geschäftsverbindungen machen ein eigenes Forderungsmanagement nötig, das von Sandra Schindelhauer, Marion Stahl und Dominique Breitbach bearbeitet wird. Da kann es um Partnerfloristen gehen, um Einzelkunden mit Bestellungen zum Beispiel über www.fleurop.de oder um Firmenkunden. Der Zahlungsausgleich von rund 750 000 Zahlungen muss organisiert werden, Arbeitsfelder sind gerichtliches und außergerichtliches Mahnverfahren, Bonitätsprüfungen oder Wirtschaftsauskünfte. So weit in wenigen Worten die laufenden Prozesse des Finanzbereichs der Fleurop AG – doch für das gesamte Team und insbesondere für Bereichsleiter Jens Christoph ist die »Welt« um einiges größer. Da sind etwa die laufenden Prüfungen, in Berlin werden Kapitalgesellschaften lückenlos unter die Lupe genommen. Die Finanzverwaltung prüft je-

zahlen regieren

des Geschäftsjahr, Sozialversicherungen prüfen, die Rentenversicherung prüft. »In einem normalen Jahr haben wir zwei umfassende Prüfungen, manchmal aber auch vier«, berichtet Jens Christoph. Dazu gehört auch die jährliche interne Abnahme durch dieWirtschaftsprüfer der Fleurop AG. Allein dieser Prozess dauert rund vier Wochen. Wen wundert es, dass daher in der Fleurop-Zentrale ein eigener Raum für die Prüfer unterschiedlichster Institutionen bereit gestellt werden muss. Nicht zu vergessen – profundes Zahlenmaterial bildet die Grundlage jedes seriösen unternehmerischen Entscheidungsprozesses. Daher muss das Finanzen-Team auch Kennziffern und Berichte für den Vorstand, für den Aufsichtsrat oder den Prüfungsausschuss, der zwei Mal jährlich tagt, erarbeiten. Apropos Zahlen: Auch die Bundesbank oder die Landes- und Bundesämter erwarten ihre Statistiken – und zwar pünktlich und präzise, sonst drohen Bußgelder bis zu 50 000 Euro. Zahlen, Zahlen, Zahlen und die zur Einordnung notwendigen Analysen – dies muss das Finanzen-Team auch nach innen liefern. Was kosten die laufenden, neu angeschobenen Projekte in der Fleurop-Zentrale, liegt man in der Planung, muss gegen gesteuert werden? Wie ist die Budget-Entwicklung in den einzelnen Bereichen, welche Umsatzerlöse werden erzielt, welche Geldanlagen sollen gewählt werden? Nicht zuletzt: Welche Investitionen in welchen Bereichen sind notwendig, sinnvoll und machbar? Wer zu solchen Entscheidungen Kennziffern und Analysen beiträgt, der muss natürlich auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im Auge haben. Und heute sollte aufgrund der jedem bekannten Turbulenzen diesem Aspekt sicherlich mehr Augenmerk gewidmet werden als noch vor ein paar Jahren. Zur wirtschaftlichen Entwicklung erläutert Jens Christoph: »Wir pflegen eine eher konservative Budget-Planung«. Das heißt, es werden nicht wie heute vielerorts üblich (und schon oft gescheitert) Etats bis auf den letzten Euro planerisch ausgereizt. »Vielmehr eröffnen uns positive Geschäftsverläufe eine progressive Vorgehensweise auf einem soliden Fundament«, beschreibt Jens Christoph abschließend die Finanzplanung.


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AKTIONSSTRAUSS »ICH DENK AN DICH!« für familienorientierte Verbraucher Floral-Design: Meik Schnitger Material: 2 Nadelkissenprotea, orange 2 Dahlien, dunkelrot 1 Deko-Chrysantheme, kuperfarben 4 Eustoma, pink-violett 2 Asclepias ‘Moby Dick’ 3 Brombeerzweige 3 Ligusterbeerzweige 4 Hagebuttenzweige Beiwerk: Eichenlaub, Taxus, Eukalyptus Verkaufspreis: EUR 45,00 Dieser natürlich gearbeitete Strauß überzeugt mit seiner ausgewogenen, herbstlichen Anmutung. Die roten Dahlien in Kombination mit der kupferfarbenen Deko-Chrysantheme geben dem Arrangement einen schützenden Rahmen. Die Brombeeren als Boten des Herbstes unterstreichen die natürliche Ausstrahlung. Ein liebevolles Bukett, mit dem einer Person gedacht werden kann, die im Kreis ihrer Lieben unvergessen ist.

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TOP-SELLER FÜ R DEN FAC H HAN DEL Experten haben ermittelt, dass im Blumenfachhandel – statistisch gesehen – rund 80 Prozent des Umsatzes mit Blumensträußen erwirtschaftet werden. Ein guter Grund für das Blumenbüro Holland (BBH) und den Fachverband Deutscher Floristen (FDF) dieses Geschäftsfeld durch eine Straußoffensive noch weiter zu verstärken. Unter der Leitung von FDF Kreativ-Direktor Manfred Hoffmann haben die Floristmeister und Fleurop-Partner Jeanette Raadts (Straelen), Meik Schnitger (Kleve) und Anna Sturm (Saarbrücken) ein neuartiges Straußkonzept entwickelt. Dieses ist Teil der verbraucherorientierten BBH-Marketingstrategie, mit der die Frequenz und Nachfrage in Blumenfachgeschäften nachhaltig gefördert werden soll. Gestaltet wurden insgesamt 24 jahreszeitlich ausgerichtete, anlassbezogene und motivstarke Sträuße für die im Blumenfachhandel relevanten Verbrauchergruppen – jeweils zwei unterschiedliche Arrangements stehen also in jedem Monat im Fokus. Bezüglich Gestaltung, Design, Materialauswahl und Wirkung sprechen sie jeweils ein familienorientiertes Publikum (so genannte »Cosiness-Seeker«) und businessorientierte Kunden (so genannte »Cultivated Performer«) an.

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DIE ZIELGRUPPEN Die Gruppe der familienorientierten Verbraucher lässt sich in ihren Kaufentscheidungen und der Inszenierung ihrer Lebenswelten in erster Linie von privaten Motiven leiten. Diese Zielgruppe – im Sinne der Sinus Milieus die Bürgerliche Mitte und die Konservativen – liebt es natürlich und harmonisch. Zu ihren Vorlieben gehört ein gemütliches Zuhause, in das man gern Familie und Freunde einlädt. Familienorientierte Verbraucher schätzen Traditionen und Natürlichkeit, sie suchen Geborgenheit, sind emotional und vor allen Dingen preisbewusst. Mit dieser Einstellung sind sie deutlich mainstreamorientiert und bevorzugen Produkte, die eine »heile Welt« assoziieren. Die zweite Gruppe sind die vorwiegend businessorientierten Verbraucher. Auch diese Gruppe besteht aus verschiedenen Milieus, nämlich den Etablierten, Postmateriellen und den Modernen Performern. Sie schätzen Erfolg, Karriere und ihren Beruf als wichtige Lebens-Maximen und bevorzugen designorientierte,extravagante Produkte. Kaufentscheidungen treffen sie weniger preisbewusst. M O N AT S ST R Ä U S S E I M FAC H G E S C H Ä F T Im Produktsortiment der Blumenfachgeschäfte sollen die »Monatssträuße« Aufmerksamkeit erregen und Besitzwünsche wecken. Gestalterisch können sie sowohl nah am Original oder auch in einem preisgünstigeren Format realisiert werden. Das ist abhängig von der Angebots- und Preisstruktur des jeweiligen Blumengeschäfts. Grundsätzlich sind die Motive aus der BBH/FDF-Straußoffensive als Anregung zu verstehen, die mit Blick auf das eigene Geschäft individuell umgesetzt werden sollen.

AKTIONSSTRAUSS »FROZEN GARDEN« für businessorientierte Verbraucher Floral-Design: Anna Sturm Breite ca. 75 cm Material: 10 Rosen ‘Memory Lane’ 5 Anthurien ‘Previa’ 6 Lisianthus, weiß gefüllt 3 Vanda-Blüten, braun–violett 10 Stiele Schneebeeren 4 Nerinen, weiß 1 Hortensie, blauviolett Beiwerk: Olive, Eukalyptus, Clematis Verkaufspreis: EUR 95,00 Der edle, luxuriös anmutende winterlicher Strauß spricht mit seiner zarten, pastelligen Farbgestaltung vornehmlich Frauen an, die Stil und Eleganz besonders schätzen. Kostbare Vanda-Blüten und die Rosensorte ‘Memory Lane’ stehen für Wertigkeit und Exklusivität. Die auffallende Bogenform unterstreicht das luxuriöse Design dieses Winterstraußes.


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ADVENT 2011 Wissen Sie eigentlich, dass Sie Ihren Kunden in der Advents- und Weihnachtszeit schon beim Betreten Ihres Fachgeschäftes Glücksgefühle bereiten können? Wie? Ganz einfach! Setzen Sie in der Dekoration des Eingangsbereiches bewusst auf Rot, Grün und Gold. Psychologen haben nämlich herausgefunden, dass diese Farbkombination das »reine Glück« symbolisiert. Warum das so ist, was Glücksgefühle beim Einkaufen bewirken und wie stimmungsvoll Adventliches in Traditionsfarben – klassisch, ländlich und modern umgesetzt – aussehen kann, erfahren Sie nachfolgend.

Farbe bestimmt unser Leben in einem weit größeren Maße, als wir es uns bewusst machen. Jede Information, die wir visuell aufnehmen, enthält auch Informationen über Farben. Man sollte also die Symbolik der Farben und ihre Wirkung auf den Menschen kennen und sie gezielt und bewusst einsetzen. Und kann so das Einkaufsverhalten beeinflussen. Das bedeutet: Wer eine positive Farbstimmung schafft, sorgt für mehr Umsatz. Für die Advents- und Weihnachtszeit gilt das traditionelle Rot, Grün und Gold als verkaufsfördernd, weil diese Kombination eben Glücksgefühle auslöst. Von der Farbsymbolik her steht Gold für Geld, Rot für Liebe und Grün für Gesundheit. Die logische Formel lautet also: Geld + Liebe + Gesundheit = Glück. Wenn Ihr Kunde Glücksmomente empfindet, ist er in angenehmer Einkaufslaune, nimmt Angebote quasi durch eine rosarote Brille wahr. Er möchte dieses kostbare Gefühl (beispielsweise in Form eines floristisch veredelten Weihnachtssternes) mit nach Hause nehmen – für sich selbst oder einen lieben Menschen. Vom rein Geschäftlichen her heißt das: Ein von Glücksgefühlen durchströmter Kunde gibt sein Geld gern aus und fühlt sich in seiner Entscheidung, gerade Ihr Fachgeschäft ausgewählt zu haben, positiv bestärkt. BESTSELLER WEIHNACHTSSTERNE Weihnachtssterne gehören zu den wenigen Pflanzen, die ihren Saisoncharakter bewahrt haben. Ihre Hauptverkaufszeit liegt zwischen November und Weihnachten. Trotz der kurzen Vermarktungszeit stehen Poinsettien auf Platz zwei der Blütenpflanzen-Top-Ten. Ihr Marktvolumen (zu Einzelhandelspreisen) beträgt sieben Prozent, was 87,5 Millionen Euro oder rund 35 Millionen verkaufter Pflanzen entspricht. Davon werden übrigens knapp 32 Millionen in Deutschland produziert, der Rest kommt hauptsächlich aus den Niederlanden, ein kleinerer Teil aus Dänemark und Italien. Noch beeindruckender: In Europa werden in jedem Jahr mehr als 100 Millionen Poinsettien verkauft. Was beweist: Die blühenden Sterne sind in der Advents- und Weihnachtszeit ein unverzichtbarer Umsatzträger im Blumenfachhandel. MASSE MIT KLASSE Man kann es nicht verhehlen, Weihnachtssterne werden in Massen produziert. Und doch kann jede Pflanze ein Unikat sein, wenn sie entsprechend aufbereitet und präsentiert wird. Es sind Produkte, die im Blumenfachgeschäft unveredelt als so genannte Schnelldreher ebenso wie floristisch aufgewertet als blumiges Präsent verkauft werden können.

Beim Anblick dieses Adventsstraußes, gestaltet aus Poinsettia, Koniferen und Immergrün sowie goldenen Accessoires, empfinden viele Menschen reine Glücksgefühle. Das liegt an der Symbolkraft der Farben Rot, Grün und Gold.

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Zum edlen Landhausstil passt diese adventliche Bepflanzung mit natĂźrlichen Accessoires. F O T O S L I N K S Klassisch ist die Farbkombination, modern die floristische Veredlung (oben). Es muss nicht immer ein Ăœbertopf sein, der den Weihnachtsstern beherbergt, eine ausgefallene Tasche ist mal etwas Anderes (unten). F O T O R E C H T S Schlicht aber wirkungsvoll: eine Reihe Hochstamm-Weihnachtssterne. GROSSES FOTO


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Q U A L I TÄT I ST W I C H T I G Frische und Langlebigkeit sind wichtige Anforderungen des Verbrauchers an Pflanzen generell und an Weihnachtssterne im Besonderen. Produzenten und Händler tragen durch fachkompetente Kultur, professionellen Transport und optimale Pflegemaßnahmen viel zu einer langen Haltbarkeit bei. Von dieser guten Pflanzenqualität profitiert der Blumenfachhandel aber letztlich nur dann, wenn auch er das Seine zur Qualitätserhaltung beiträgt. So sollten Weihnachtssterne – egal, ob sie im CC-Container oder als dekorative Einzelpflanze präsentiert werden – stets bei Temperaturen über 14 Grad Celsius und niemals in Zugluft stehen. Wenn auf allen Handelsebenen die Qualität im Mittelpunkt steht, bringt das letztlich mehr zufriedene Kunden und führt natürlich auch zu weniger Reklamationen. DI E FARBEN Rund 80 Prozent der in Deutschland produzierten Weihnachtssterne haben rote Brakteen, wobei die Farbpalette von einem leuchtenden Orangerot bis zu einem tiefen Bordeaux reicht. Zehn Prozent der Produktion wird mit weißen oder cremefarbenen Hochblättern herangezogen, vier Prozent mit zweifarbigen, zwei Prozent mit rosafarbenen. Die restlichen vier Prozent entfallen auf weitere Farben, etwa Apricot, Orange, Pink, Zimt oder Zitronengelb. Übrigens: In der Wintermode taucht Gelb in diesem Jahr vermehrt auf. Das könnte Trendkäufer verleiten, bevorzugt gelbe Weihnachtssterne zu kaufen... wenn man sie denn gut sichtbar im Blumenfachhandel präsentiert – beispielsweise mit einem aufgeschlagenen Modeheft daneben. DIE FORMEN Weihnachtssterne gibt es in vielen unterschiedlichen Wuchsformen für ebenso viele unterschiedliche Dekorationswünsche der Verbraucher. Im XXS-Format sind sie ein herziges kleines Mitbringsel zur Adventseinladung oder – zu mehreren aufgereiht – ein hübscher Tischschmuck für die Weihnachtstafel. Weiterhin gehören Eintrieber, Mehrtrieber, Ampelpflanzen, dekorative große Pflanzen, Pyramiden und Hochstämme zum Sortiment.


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JETZT FÜR DAS WEIHNACHTSGESCHÄFT BESTELLEN! Draußen wird es winterlich kalt, die Adventszeit steht vor der Tür. Bitte bestellen Sie rechtzeitig unsere beliebten Extras Schlumberger, Lindt, Teddy, Vase und die neue Motivkarte mit der leuchtend-roten Amaryllis. Dann kann das Weihnachtsgeschäft losgehen… IMMER SON NTAGS LI EFERN Wenn der Kunde explizit eine Sonntagslieferung möchte und den Zuschlag von 5,00 Euro zahlt, muss das Werkstück selbstverständlich auch am Sonntag ausgeliefert werden. Es laufen zunehmend Reklamationen auf, in denen sich Kunden über eine verspätete Lieferung am Montag beschweren. Bitte beachten Sie, dass neben der taggleichen Lieferung insbesondere die Sonntagslieferung ein starker Wettbewerbsvorteil ist!

FLEUROP-SEMINARE Die ersten, auf einen Tag reduzierten Seminare in München, Hamburg, Leipzig, Erfurt, Nürnberg und Dresden waren sehr gut besucht. In Stuttgart war der Andrang so groß, dass zwei Veranstaltungen parallel durchgeführt wurden. Das von den Referentinnen Annegret Petasch, Sabine Reinke und Beate Schulenburg sowie den Referenten Markus Sand und Christoph Möhring durchführte Programm ist gegenüber den früheren Wochenendveranstaltungen deutlich komprimiert worden. Einen breiten Raum nehmen Gruppenarbeit und Erfahrungsaustausch ein. Die Seminare werden bevorzugt auf einen Mittwoch gelegt. Neu ist, dass ausdrücklich auch Mitarbeiter der Fleurop-Partner eingeladen sind – dies kostet keine zusätzlichen Seminargebühren. Für 2011 sind noch drei Seminare in Raumheim bei Frankfurt am Main (6. November), Gelsenkirchen (13. November) und in Berlin (27. November) geplant.

NUTZEN SIE DAS MERKU RPORTAL Ein Klick ins MerkurPortal lohnt sich immer! Nicht allein um sich mit Berufskollegen auszutauschen und das Neueste aus der Branche und zu Fleurop-Themen zu erfahren, sondern auch, um sich wichtige Dokumente oder Werbemittel runterzuladen. Oder um – wie jetzt konkret vor Weihnachten – vom aktuellen Lindt-Angebot zu erfahren. NEUES V E R PAC KU N G S D E S I G N Die Lindt-Verpackung wird neu gestaltet! Das Marketing-Team der FleuropZentrale arbeitet gerade an einem neuen Design. Verkaufsstart ist vorraussichtlich Januar 2012.


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KURZ UND WICHTIG

2 012

ZUM DOWNLOAD: I N F O B L AT T KERZENSICHERHEIT Kerzen gehören zur Advents- und Weihnachtszeit einfach dazu. Sie zaubern warmes Licht und eine stimmungsvolle Atmosphäre. Von Kerzen geht aber auch eine Feuergefahr aus. Um einem möglichen Brand vorzubeugen, gibt es im MerkurPortal (Downloadbereich) Sicherheitshinweise zum Umgang mit Kerzen. Einfach ausdrucken und Ihren Kunden mitgeben! NEU: FLORISTSHOP Im MerkurPortal ist seit Oktober der FloristShop eröffnet! Er bietet neben den bereits bekannten Produkten Bedarfsartikel zum Dauertiefpreis und wird zukünftig um weitere Produkte ergänzt. Bestellungen, die bis 15 Uhr eingehen, werden noch am gleichen Tag DHL zur Auslieferung für den Folgetag übergeben.

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FLEUROP DELUXE AUF DER UNESCO GALA Fleurop wird auch in diesem Jahr mit deluxe-Floristik auf der bedeutendsten Charity-Gala Europas präsent sein. Die gesamte floristische Dekoration inkl. der Sträuße für die Preisträger wird am Abend des 19. November mit einem dezenten Fleurop deluxe-Schriftzug versehen und wirkungsvoll inszeniert. Das Fleurop-Logo findet sich außerdem auf der Sponsorenwand am roten Teppich wieder und wird demnach auf sämtlichen Pressebildern erscheinen.


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laden

das buch zum SERIE MARKETING TEIL I In den kommenden Monaten wird das Fleurop-Magazin in einer umfassenden Serie von Beiträgen Marketing-Themen behandeln. Dabei geht es insbesondere um Marketing-Aspekte, die in unmittelbarem Zusammenhang mit den Erfordernissen im Einzelhandel stehen. POS-Marketing, Shop-Design, Beleuchtung und Warenpräsentation oder das Einkaufsverhalten von beispielsweise Frauen und der Generation 50plus sind einige der Aspekte, die behandelt werden. Zu Beginn der Serie möchten wir ein Fachbuch vorstellen, das speziell zum Themenbereich Ladenbau und Ladenmarketing viele praktische Anregungen bereit hält. Wenn in der Floristen-Branche von »Fachbüchern« die Rede ist, meint man in der Regel Bücher, in denen es um Gestaltungsideen geht, um handwerkliche Arbeitsweisen. Dabei sind »Handwerk« und »Gestaltung« ja nur zwei Aspekte eines umfassenden Ganzen, mit dem sich Blumengeschäftsinhaber auseinandersetzen müssen. Wobei die Bedeutung gestalterischer Aufgaben in den vergangenen Dekaden nicht geringer geworden ist. Nur: Andere Aspekte, insbesondere die des Ladenmarketings, haben an Relevanz zugenommen. Das »Lexikon Ladenbau/Ladenmarketing« setzt genau an dieser »Schwachstelle« des Blumeneinzelhandels an. Das Fachbuch ist zweigeteilt. Im ersten Teil handelt es sich um ein klassisches Lexikon in dem von A wie »1-A-Lage« bis Z wie »Zweitplatzierung« rund 1 000 Stichworte aus dem Ladenmarketing prägnant abgehandelt werden. Das Nachschlagewerk ist ein praktischer Ratgeber – etwa wenn in einem Fachartikel unerläutert von »Warenwirtschaftssystemen« die Rede ist, und man in dem Moment gerade nicht weiß, dass es

Floristik akzentuiert Warenpräsentation – selbst in einem Schuhgeschäft. A B B . Das »Lexikon Ladenbau/Ladenmarketing« ist im renommierten Architektur-Verlag Callwey erschienen und besticht durch eine breite prägnante Bebilderung mit hervorragenden Fotos und Illustrationen. Hrsg. Umdasch Shop Academy, Reinhard Peneder, ISBN 978-3-7667-1880-8. FOTO LINKS

sich hierbei um »ein computergestütztes Informationssystem« handelt, »das Waren artikelgenau wert- und mengenmäßig erfasst und in den notwendigen Bereichen bewirtschaftet.« Welche Bereiche das dann sind (von Disposition bis zur Kassenabwicklung) erläutert der hoch informative Lexikonteil ebenfalls. Der zweite Buchteil ergänzt und erweitert die Nachschlagefunktion durch 28 mehrseitige Fachbeiträge renommierter Autoren. Da geht es dann um Aspekte, die den Blumeneinzelhandel direkt angehen. Etwa um das Älterwerden der Gesellschaft, um die »Best Ager« als Konsumenten. Oder auch um die Frage, was Frauen (als Konsumentinnen) wirklich wollen. Das Themenspektrum der Beiträge ist sehr breit. Behandelt werden mit »Mitarbeiter als Botschafter der Marke«, »Visuelles Merchandising« oder der »Less-is-more-Philosophie« Bereiche, die sich eher psychologisch erschließen. Daneben gibt es zahlreiche praktische Artikel etwa zu LEDs in der Shop-Beleuchtung, zur EuroShop, der Leitmesse zum Ladenmarketing oder zu Strategien gegen Inventurdifferenzen und Ladendiebstahl. Ebenfalls werden Zukunftsthemen der »Ladenbetreiber« behandelt: Neuromarketing, Multi-ChannelEffekte oder Green-Design im Ladenbau. Zusammen genommen ein Kompendium mit vielen Anregungen zu dem, was Ladenmarketing heute bedeutet – oder bedeuten sollte.


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verzahnte welten SERIE MARKETING TEIL II

Nicht nur für das Gottlieb Duttweiler Institut für Wirtschaft und Gesellschaft ist klar: Der stationäre Einzelhandel verschiebt sich grundlegend in Richtung Internet. In immer kürzeren Intervallen wachsen digitale Techniken in die reale Welt hinein, Virtualität und Wirklichkeit verschmelzen. Was bedeutet diese Entwicklung für Fachgeschäfte oder Shopping-Center und was wird das in 20 Jahren überhaupt noch sein – ein »Laden«? Wer auch immer welches stationäre Ladengeschäft betreibt, wird zukünftig die OnlineWelt noch viel stärker als bisher in sein Kalkül miteinbeziehen müssen. Seit Mitte der 1990er Jahre, mit der schnellen Verbreitung des Internets, wird die Geschichte des Einkaufs neu geschrieben. Die Befürchtung nicht weniger Einzelhändler war damals – die Zukunft geht am »Laden« vorbei. Kunden, die im Geschäft vor Ort die Waren anschauen, sich beraten lassen, um sie dann online billiger zu erstehen – das war die Horror-Vision. So weit ist es nicht gekommen. Der Online-Handel hat den stationären Handel nicht verdrängt, doch die digitale Welt zieht ein immer engeres Netz um die reale Welt. Wenn der Umsatz Stück für Stück, Bereich für Bereich aus dem Verkaufslokal wandert, muss der »Laden« als Ganzes überdacht werden. Und wer die Zukunft des »Ladens« erahnen will, muss in die Vergangenheit blicken. Der stationäre Handel hat seit alters her die Funktion des gesellschaftlichen Treffpunkts inne gehabt, ein Ort der sozialen Kontakte. Das sieht übrigens auch die Europäische Union so. In der EU-Regionalförderung spielt der Stadt-Land-Ausgleich eine wichtige Rolle und Markt/Einzelhandel wird nicht nur als Verkaufsstelle gesehen, sondern ebenfalls als Ort des Austauschs unter Menschen. Und der Mensch wird sicher auch in absehbarer Zukunft ein Haptiker bleiben, der anfassen will, der riechen, hören, schmecken will – ein emotional geleitetes Wesen. Darin liegt eine der wesentlichen Stärken eines stationären Geschäftes begründet. Warum gehen denn die Menschen ins Kino, wo sie doch zu Hause auf ihrem neuen Flachbildschirm perfekte Bildqualität haben? Weil sie etwas erleben möchten! Warum rennen sie ins Fußball-Stadion oder zum Public Viewing, wo doch das Spiel kostenlos und bequem in TV und Internet zu sehen ist? Weil sie in der Gemeinschaft etwas erleben möchten! Gemeinsam etwas Schönes erleben – das kann ein Besuch in einem Ladenlokal ermöglichen, das ist auch zukünftig eine ureigene Stärke. Sozialer Treffpunkt, lokale Anlaufstelle, reale Zeitinsel in einer zunehmend als virtuell wahrgenommen Welt – das wollen die Konsumenten. Sie wollen aber ebenfalls Preise schon zu Hause vergleichen, Serviceangebote checken, Kosten erkennen und zunehmend auch Erfah-

rungen und Meinungen anderer Konsumenten einholen – all das spielt sich verstärkt in der Online-Welt ab. Wer zukünftig – auch als kleines Einzelhandelsgeschäft – auf dieser Tastatur nicht mitspielt, der trifft den Rhythmus des Konsumenten nicht mehr. War vor einer Dekade der eigene Internet-Auftritt des »Ladens« noch etwas, worüber man nachdenken konnte, muss dies heute selbstverständlich dazugehören. Wobei der konventionelle Händler, der sich etwa um Angestellte, Mietkosten und Öffnungszeiten kümmern muss, durch Beobachtung lernen sollte, einen technologischen Hype von evolutionären Entwicklungen zu unterscheiden. Wobei die jüngere Vergangenheit zeigt: Technologische Neuerungen werden auf kurze Sicht häufig überschätzt, auf längere Sicht aber ebenso häufig unterschätzt. Heute schickt Lieschen Müller über ihr Smartphone die (Foto)-Nachricht an ihre Facebook-Freunde: »Den Strauß habe ich gerade bei Blumen Meier gekauft.« Sie wird dadurch zur Meinungsmacherin, sie betreibt Werbung. Wer konnte sich so etwas vor fünf Jahren schon vorstellen? Das Beispiel zeigt: Als Ladenbesitzer darf man sich der virtuellen Welt nicht verschließen. Sie ist kein Feind – im Gegenteil, nutzen Sie sie! Der direkte Draht zum Kunden – sei es nun persönlich oder virtuell – wird in seiner Relevanz zunehmen. Es ist demnach wichtig, die real-virtuelle Partitur zu beherrschen. Das setzt zunächst einmal voraus, sich überhaupt mir ihr auseinanderzusetzen. Unschwer kann man voraussagen, dass zukünftig die Vielzahl von Konzepten im Einzelhandel zunehmen wird. Vom spezialisierten Vinyl-Schallplattenladen, über den Hofladen des Bio-Bauern bis hin zum virtuellen Hightech-Store – Nische wird sich an Nische reihen. Dabei wird die Frage, was ein »Laden« leisten muss, immer schwieriger zu beantworten sein. Sicherlich wird die Halbwertzeit für Ladengeschäfte kürzer. Waren einst Konkurs oder fehlende Nachfolgeregelung häufigste Gründe für die Schließung von Einzelhandelsgeschäften, verschwinden sie heute, weil sie schlicht nicht mehr gebraucht werden. Die einst boomende Branche der Videotheken ist dafür ein Beispiel. Rund 15 Prozent dieser »Läden« schließt Jahr für Jahr. Der »Laden« der Zukunft wird vieles sein: Real, stationär, analog, lokal und traditionell. Aber ebenfalls virtuell, neu, digital, mobil und durch das Internet letztlich global. Wobei durch die zunehmende Vielfalt in beiden Fällen die Kunden »Anker« brauchen, um sich zu orientieren. Solche »Anker« können Marken sein – und die bekannteste Marke der Floristenbranche ist Fleurop.


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D E R L A D E N VO N H E U T E I ST STAT I O N Ä R U N D T R A D I T I O N E L L – A B E R AU C H V I RT U E L L U N D M O B I L

WEB 2.0 UND POS Wer noch Zweifel an der Relevanz des Internets (speziell der sozialen Plattformen wie Facebook) für die Gesellschaft hatte, wurde spätestens durch die Revolutionen in Nordafrika eines besseren belehrt. Das Internet als Kommunikationsbasis für politisches Aufbegehren – das zeigt die Dimension dessen, was man Social Media nennt. Für Deutschland geht die Marktforschung davon aus, dass es etwa 35 Millionen »Digital Natives« gibt. Darunter versteht man Menschen, die mit Computern, Internet, Handys, mit der ganzen Bandbreite digitaler Technologie, groß geworden sind. Das sind nicht nur viele Verbraucher – es werden auch jeden Tag mehr. Gemeinsam ist den »Digital Natives« eins: Nur 14 Prozent glauben der Werbung, aber 78 Prozent ihrer eigenen (virtuellen) Gruppe.


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SERIE MARKETING TEIL III Die Anforderungen an ein Ladenlokal haben sich seit etwa 20 Jahren, als die heutige Disziplin Laden-Dramaturgie aus der Taufe gehoben wurde, grundlegend verändert. Heute ist für viele Verbraucher »Shopping« Teil der Freizeitgestaltung und entsprechend viel möchte man »erleben«. Der Erfolg der »Flagship Stores« (etwa der Kleidungsmarke »Abercrombie & Fitch«) in den europäischen Metropolen zeigt, wie weit das »Geschichtenerzählen« in der Ladengestaltung gehen kann. So etwas kann man mit einem Blumenfachgeschäft kaum realisieren, doch die Grundregeln, die die Verweildauer der Kunden im »Laden« erhöhen, sind identisch. Zu diesen Regeln zählt – weg mit der Gerümpeltotale. Wenn man in einem Laden den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht, dann sprechen die Ladengestalter von einer Gerümpeltotale. Gerade in Geschäften mit vielen kleinteiligen Produkten, also auch der Mehrzahl der Blumenfachgeschäfte, sind solche Überfrachtungen häufig anzutreffen. Tödlich für die Kunden! Die Augen finden keine Fixpunkte, sie schweifen umher und ertrinken in der puren Masse. Die Verbraucher, die innerlich unbewusst nach einer kognitiven »Landkarte« des Geschäftes fahnden, finden sich nicht zurecht. Da hilft dann nur noch eins – entrümpeln. Setzen Sie nicht nur auf weniger, sondern vor allem auf deutlich inszenierte »Produkte«. Es sollten Blickachsen im »Laden« geschaffen werden, unterschiedliche Höhenvariationen sind zu gestalten und vor allem müssen die Laufwege, die in die einzelnen Geschäftsteile führen, klar ersichtlich sein. Diese Wegeführung, die räumliche Aufteilung, ist das A und O aller Maßnahmen am POS. Daher sollte man bei dieser Frage durchaus die Beratung von Fachkräften aus dem Ladendesign einholen. Die Aufteilung der Ladenfläche in unterschiedliche Angebotsbereiche sollte so erfolgen, dass diese als Gesamtheit aber ebenfalls einzeln wirken. Dies erweitert die Gestaltungsmöglichkeiten, man kann so auch einzelnen Dekobereichen immer wieder neue »Geschichten« zuordnen. Aber welche »Geschichten«? Diese Frage lässt sich nur ganz individuell beantworten, da sie von äußeren Bedingungen wie Standort und Geschäftsgröße abhängig ist. Professionelle Ladengestalter bedienen sich beim »Geschichten erzählen« nicht selten bei Dramaturgieerkenntnissen aus dem Film oder Theater – und Erkenntnissen der Psychologie. Wobei heute Szenerien en vogue sind, die mit wenigen Signalen auskommen – Designhotels können da als Beispiele gelten. Märchenhaft Verspieltes, einst vom Publikum breit akzeptiert, scheint weniger in die Gegenwart zu passen. Ladengestaltung ist »erwachsener« geworden, es geht nicht mehr nur um die reine optische Aufmerksamkeit. Anregungen,Sinnfindungen sind gefragt. Die Ausrichtung von dem, was bei den Kunden als zeitgemäß in der Ladengestaltung angesehen wird, befindet sich gerade in einem deutlichen Wandel. Das zeigen die »Flagship-Stores«, die lange Zeit auf Größe und Höhe basierend ein Glory-Gefühl vermittelt haben – wie man es auch angesichts der Pyramiden empfindet. Erhabenheit war das Stilprinzip, Luxus die Ikone, edelste Materialien wurden verarbeitet. Diese Edel-Variante weicht gerade im Verständnis und Geschmack des breiten Publikums einer Spaßvariante. »Pomp« allein, Marmor und Messing, immer raffinierter und aufwändiger – daran haben sich viele satt gesehen. Nun kommt es zu einer Reduzierung von Wertigkeit. Unverputzte Wände, die man mittlerweile deutschlandweit in vielen, vielen »Läden« findet, sind ein Ausdruck dieses zeitgemäßen Gestaltungsstils. Ulrich Volp, Chef-Ladengestalter bei der Schuhkette Görtz, wies im Fleurop-Magazin (April 2011) schon dar-

Abercrombie & Fitch versteht sich wie nur wenige andere Unternehmen darin, durch Ladendramaturgie Geschichten zu erzählen.

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auf hin, dass »Raues angesagt« ist. Rissige Materialien, unbehandelte Holzdielen und Edel-Rost finden vielfach Verwendung. Eine gewisse Einfachheit ist gefragt, rustikal aber doch gestylt soll es sein. Dieser optische Geschmack basiert auf breiter gesellschaftlicher Basis. Die Welt soll einfacher werden, wünschen sich viele Menschen. Luxus? Schon, aber er soll über seine Wertigkeit hinaus auch Spaß machen. In der Pop-Musik siegen die Spaß-Songs gegen die glorifizierenden Hymnen, beim Fußball gehört das Herz dem schönen Spiel – und nicht mehr nur der eigenen Mannschaft. Reise zum Karneval nach Rio? Nein, es geht zur Maskenfastnacht nach Freiburg.


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weniger

ist mehr

Man trinkt Champagner zu seiner Zeit, zu anderer Gelegenheit auch Korn und Bier. Understatement nennen das die Briten. In dieser Haltung steht neben der Einfachheit auch die Natürlichkeit. Sie ist ein Anker in einer technisierten Welt. Was natürlich ein ungeheurer Vorteil für Blumenfachgeschäfte ist, da hier ja fast ausschließlich mit natürlichen Materialien gehandelt wird – und all das Raue und Rissige, was en vogue ist, sich gut einpasst. Bleibt die Aufgabe, Ladengestaltung als Marketing-Instrument zu begreifen, umzudekorieren, nicht nur vier Mal im Jahr zum Saisonwechsel. Der (immer wieder neuen) Ladengestaltung sollte genauso

viel Aufmerksamkeit gewidmet werden, wie dem Einkauf der Blumen – sie ist also Chefsache. Beim Erfinden der »Geschichten« muss man auch gar nicht weit in die Ferne schweifen. Lokale, regionale Themen eignen sich häufig viel besser, da die meisten Menschen sich brennend für ihr direktes Umfeld interessieren.


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Janik Hoffmann ist seit zehn Jahren einer der Geschäftsführer von »Chrysanthem« in Darmstadt. F O T O S Das äußere Erscheinungsbild wurde komplett neu gestaltet. Die Farbgebung ist warm und doch edel. A B B . R E C H T S U N T E N Unter dem Begriff »Garten Eden« wird mit einer eigenen Broschüre für die traditionelle Kompetenz in der Friedhofskultur geworben. KLEINES FOTO

SERIE MARKETING TEIL IV Die Laden-Dramaturgie, das Erscheinungsbild von Blumenfachgeschäften, sollte immer dem »Geschmack« der jeweiligen Epoche angepasst werden. Das ist eine Herausforderung für jede Generation von Blumenfachgeschäftsinhabern. Auch für Janik Hoffmann, der seit zehn Jahren als Geschäftsführer von »Chrysanthem«, der Hoffmann & Hornstein GmbH in Darmstadt, tätig ist. Dort hat man jüngst eine fünfstellige Summe in die Hand genommen, um zunächst einmal hauptsächlich die Fassade des Hauptgeschäftes am »Alten Friedhof« neu zu gestalten. Ein »Anfang«, dessen »Ende« nicht abzusehen ist, denn das neue Bild nach außen »berührt die komplette Corporate Identity«, wie Janik Hoffmann in nachfolgendem Interview beschreibt. FLEUROP-MAGAZIN :

Herr Hoffmann, als staatlich geprüfter Gartenbautechniker haben Sie sich während des Studiums intensiv mit Marketing beschäftigt. War das ein Auslöser für den finanziellen Kraftakt einer umfassenden Neugestaltung der Außenfassade des Hauptgeschäftes? JANIK HOFFMANN : Ein Auslöser nicht, aber das Studium war hilfreich. Die Außenwirkung des Geschäftes war lange Zeit Thema zwischen mir und Kurt Hornstein. Als dann die Überlegungen konkret wurden, tauchten immer mehr Aspekte auf, die berücksichtigt werden mussten. Ein Schritt ergibt einen anderen, letztlich war die komplette Corporate Identity davon berührt. FLEUROP-MAGAZIN : Welche Veränderungen wurden zuerst realisiert? JANIK HOFFMANN : Wir haben den gesamten Außenbereich neu gestaltet und dabei viele leuchtende, warme Farbtöne eingesetzt. Wir haben zeitgemäße Begrifflichkeiten unseres Leistungsspektrums neu definiert, etwa den Begriff »Garten Eden«. Wir haben die Beleuchtung neu installieren und eine elektrische Tür einbauen lassen. Der Boden vor dem Geschäft wurde neu gelegt, die Innenjalousien wurden um Außen-Markisen ergänzt. Eine hängende Glasplatte vor dem Entree schützt jetzt vor Regen, große Marktschirme werden die Außenpräsentation gegen Sonne und Regen schützen. So umfänglich, wie die Neugestaltung wurde, war sie anfänglich nicht geplant. FLEUROP-MAGAZIN : Sie sprachen von »Garten Eden«, was verbirgt sich dahinter? JANIK HOFFMANN : Dies ist ein Zusammenschluss mit anderen Friedhofsgärtnern und einem Bestatter. Unser Unternehmen wird in zehn Jahren 200 Jahre alt sein, und ist traditionell mit der Friedhofskultur verbunden. Wobei unsere Stärke in diesem Bereich sich in anderen Geschäftsfeldern als Pferdefuß erweisen kann. FLEUROP-MAGAZIN : Was heißt das, Pferdefuß? JANIK HOFFMANN : Unser Unternehmen ist nicht zuletzt durch das En-

gagement von Kurt Hornstein stark bei Großdekorationen, etwa auf Messen. Wella, Merck, Cerruti, Goldwell oder auch Mercedes Benz sind einige der großen Firmen und Marken, für die wir arbeiten. Wir haben festgestellt, dass immer dann, wenn der Begriff Friedhof auftauchte, in gewisser Weise die Nase gerümpft wurde. Friedhof und Event-Dekorationen – das scheint für viele Leute nicht zusammen zu passen. Zukünftig wollen wir für diese weit auseinander liegenden Bereiche auch unterschiedlich nach außen hin auftreten. FLEUROP-MAGAZIN : Würde sich das auch etwa durch unterschiedliches Briefpapier ausdrücken? JANIK HOFFMANN : Das kann durchaus sein. Wir stehen mit unserem Unternehmen immer vor einem gewissen Spagat. Durch unsere Friedhofslage haben wir viel älteres Publikum. Andererseits ist die von Kurt Hornstein geleitete Floristik-Abteilung sehr ambitioniert und trendbewusst. Das Kundenspektrum, das wir unter einen Hut bringen müssen, ist enorm breit. FLEUROP-MAGAZIN : Haben Sie auch im Innenbereich größere Veränderungen vor? JANIK HOFFMANN : Da wird laufend immer etwas getan. Doch wir arbeiten mit mobilen, auch in der Höhe verstellbaren Elementen, wir sind sehr flexibel. Dadurch entstehen, wie Kurt Hornstein immer


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schwieriger

spagat

GARTEN EDEN Unter dem Markenbegriff »Garten Eden« haben sich fünf Friedhofsgärtner, ein Bestatter in Hessen und die »Treuhandstelle für Dauergrabpflege HessenThüringen« zusammen geschlossen. Ein Ziel der Initiative ist der Erhalt der traditionellen Friedhofskultur gegenüber etwa Urnen- und Friedwaldbestattungen sowie die Stärkung der Beratungsfunktion der Friedhofsgärtnereien. Die Problematik ist seit langem bekannt. Die Bestatter sind oft die ersten wenn nicht gar einzigen Ansprechpartner der Hinterbliebenen. Bei oft festgelegtem »Trauer-Etat« durch die Angehörigen bleibt beim Bestatter vom »Kuchen« mehr hängen, je weniger für Grabschmuck und Pflege ausgegeben wird. Dementsprechend wird auch häufig beraten. Die GartenEden-Friedhofsgärtner möchten sich nun selbst stärker für die Erstberatung empfehlen, was durchaus auch Elemente aus dem Bestatterbereich beinhalten kann. Die Bestattungsaufgaben selbst bleiben dann aber selbstverständlich bei den Bestattungsunternehmen. Nur der »Kuchen« würde so verteilt, dass der Erhalt der traditionellen Friedhofskultur – wozu natürlich auch Blumenschmuck und Grabpflege gehören – gewährleistet bleibt.

sagt, »neue Bühnen«, die Laufwege können ebenfalls neu angelegt werden. FLEUROP-MAGAZIN : Wie oft gestalten Sie im Laufe eines Jahres den Innenbereich um? JANIK HOFFMANN : Umfassende Neu-Dekorationen realisieren wir etwa vier bis fünf Mal jährlich. Umfassend heißt: Da wird dann etwa zu Ostern komplett Rollrasen ausgelegt oder die Ladendecke zu Advent in ihrer Gesamtheit mit Kiefern bestückt. Kleine Anpassungen, die Umgestaltung einzelner Deko-Inseln, werden laufend durchgeführt. Wobei einzelne Bereiche, etwa der der hochwertigen Floristik oder der Produktkombinationen, schon allein farblich getrennt sind. FLEUROP-MAGAZIN : Noch einmal zurück zu Ihrer breiten Kundenstruktur. Die bringt es ja mit sich, dass viele unterschiedliche »Produkte« präsentiert werden müssen. Laden-Gestalter warnen aber besonders vor zu vielen kleinteiligen Produkten, sie sprechen dann von einer »Gerümpeltotale«. Wie gehen Sie mit diesem Aspekt um? JANIK HOFFMANN : Bei uns gibt es keine »Gerümpeltotale«, das Angebot wird sehr differenziert präsentiert. Um uns da zu vergewissern, holen wir auch Meinungen von außen ein. Bei der jüngsten Fassaden-Neugestaltung haben wir etwa den professionellen Rat einer Marketing-Expertin eingeholt.

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Bernd Koller (rechts) verschwindet förmlich in seinem neuen Verkaufsgewächshaus unten den großen Fleuropdeluxe-Bannern. Schon die Außenansicht signalisiert – es regiert die Größe.

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SERIE MARKETING TEIL V Nicht nur in Darmstadt (siehe Seite 24/25) – auch an vielen anderen Orten wird in das Erscheinungsbild von Blumenfachgeschäften investiert. Etwa in Stralsund, wo Dr. Bernd Koller, Verwaltungsratsmitglied von Fleurop, seinem Gartencenter-Stammhaus ein neues Gesicht gab. Rund 2 200 Quadratmeter im Verkaufsgewächshaus wurden neu gestaltet. Eine Kalthalle für Pflanzen von 850 Quadratmetern und 350 Quadratmeter Freifläche ergeben insgesamt eine überdachte Verkaufsfläche von 3 300 Quadratmetern. Ganz klar – Bernd Koller setzt auf Größe und bekräftigt das auch im nachfolgenden Interview, in dem er schwierige Zeiten für kleine Blumenfachgeschäfte prognostiziert. FLEUROP-MAGAZIN : Herr

Koller, Sie feierten Mitte September die Einweihung Ihres umgestalteten Gartencenters. Was waren die wesentlichen Maßnahmen? BERND KOLLER : Wir haben im Eingangbereich, der vorher nur ein umgebautes Produktions-Gewächshaus war, durch eine zehn Meter hohe Glaspyramide ein gänzlich neues, imposantes Ambiente geschaffen. Zentraler Blickfang ist ein Pflanzbeet mit hohen Palmen unter anderem aus Australien. Ein Becken mit japanischen Kois ist ein weiterer Blickfang. Der komplette Warenbereich einschließlich Bodenplatten wurde umgestaltet, alles ist großzügiger, übersichtlicher geworden. Erst jetzt kommen beispielsweise die langen Banner der Fleurop-deluxe-Line zur Geltung. FLEUROP-MAGAZIN : Viele Verbraucher jammern über den Verlust der Tante-Emma-Läden mit ihrem sehr persönlichen Nachbarschaftscharakter – und suchen doch andererseits für ihren Einkauf große Geschäfte mit einem breiten Sortiment auf. Ist auch im Blumenhandel heute eine gewisse Größe notwendig? BERND KOLLER : Eine gewisse Konzentration ist unübersehbar, den »Großen« gehört sicher ein Stück Zukunft. Wir sind Mitglied bei ZEUS Hagebau, ein Einkaufs- und Marketingverbund mit über 1 500 angeschlossenen Unternehmen. Für Gartencenter gibt es einige solcher Dachunternehmen, etwa die Firma Sagaflor. Dort wurde jüngst eine Mitgliederbefragung gemacht, bei der sich unter anderem Alexander Wagner vom Florapark in Wiesloch wie folgt äußerte: »Kleinere Handelsformate wie der Blumeneinzelhandel, gesichtslose Baumärkte oder unproduktive Gärtnereien werden es schwer haben zu überleben.« Diese Äußerung könnte ich unterzeichnen. FLEUROP-MAGAZIN : Heißt das, dass Sie für den traditionellen, lokal agierenden Blumenfacheinzelhandel schwierige Zeiten prognostizieren? BERND KOLLER : Die schwierigen Zeiten sind doch schon längst da. Nicht zufällig sind viele Geschäfte schon verschwunden. Die erwähnte Befragung ergab unter anderem: Die Kunden sind informierter als früher, zugleich wählerischer, sie wünschen Erlebnisein-

kauf. Trends kommen und gehen immer schneller. Der Mitbewerberdruck durch Discounter und Baumärkte wird deutlich stärker. Serviceangebote und Aktionen werden wichtiger, kosten aber zugleich Zeit und Geld. Es wird Top-Qualität erwartet und zugleich ein tiefes und breites Angebot. Da stellt sich doch die Frage – wie soll ein Blumenfachgeschäft mit 50 Quadratmetern Verkaufsfläche all das bieten? Man muss schon realistisch fragen, ob in zehn, zwanzig Jahren solche Geschäfte von den Verbrauchern noch gebraucht werden. FLEUROP-MAGAZIN : Wenn man aber konsequent auf Fachgeschäftscharakter setzt, auf Qualität, auf Top-Floristik – sehen Sie da keine Chance für die Zukunft? BERND KOLLER : So etwas klappt in bestimmten Geschäftslagen – aber auf dem flachen Land schafft man das nicht. Den floristisch meisterlich gestalteten Strauß in den dann entsprechenden Preislagen kaufen die Kunden doch in der Regel nur noch als Präsent. Allein von Blumen-Präsenten kann die Branche aber nicht leben. Man braucht eine möglichst hohe Kundenfrequenz, die viele kleine Blumenfachgeschäfte heute nicht mehr haben. FLEUROP-MAGAZIN : Können Sie das näher erläutern? BERND KOLLER : Ja, allein schon mit einer Zahl. Wir machen rund drei bis vier Prozent unseres Gesamtumsatzes mit Fleurop. Wohlgemerkt: Des Gesamt- und nicht des Schnittblumenumsatzes. Das ist im Wesentlichen auf unsere starke Kundenfrequenz zurück zu führen. Und nur mit einer entsprechend hohen Kundenfrequenz erreicht man Umsatzgrößen und damit gute Einkaufskonditionen. FLEUROP-MAGAZIN : Hat sich denn die Einkaufssituation so verändert? BERND KOLLER : Die Warenbeschaffung hat sich für viele kleine Blumenfachgeschäfte sicher nicht verbessert. Neben den hohen Personalkosten und den ebenfalls hohen Ladenmieten in besseren Lagen

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überleben ist der Einkauf eine der immerwährenden Schwierigkeiten der Branche. Wir selbst haben seit Anfang der 1990er weitgehend den Großhandel ausgeschaltet. Wir lassen auf Bestellung an der Uhr ersteigern – ein Preisvorteil von 20 bis 30 Prozent. Ein kleines Blumenfachgeschäft hat diese Möglichkeit nicht. Entweder müssen dort die Verkaufspreise deutlich höher sein, oder es entgeht ein großer Teil der für uns möglichen Gewinnmarge. FLEUROP-MAGAZIN : Wäre nicht dann ein zentraler Einkauf, der die »Einkaufsmacht« von vielen tausend Fleurop-Partnern ausspielt, zumindest in diesem Bereich Teil einer Verbesserung? BERND KOLLER : Ich bin da skeptisch, vor allem bei Frischware. Wie will man da die Logistik regeln? Zudem ist das Einkaufsverhalten in der Branche ja sehr individuell, jeder will sich durch besondere Angebote abgrenzen. Bei Bedarfsartikeln und Hardware mag so etwas denkbar sein. Solche Schritte müssen gut überlegt und vor allem genau durchgerechnet sein. FLEUROP-MAGAZIN : Vieles von dem, was Sie sagen, klingt wenig optimistisch. Und doch haben Sie ja selbst deutlich investiert. Sie glauben also doch an die Zukunft der Branche? BERND KOLLER : Ja, sicher. Ich glaube aber eben auch daran, dass sich vieles in der Branche grundlegend verändern wird. Und nur die, die auf die Veränderungen reagieren, werden überleben.


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floristik

für japan

Steffen Teuscher hatte die Idee für die Benefizveranstaltung »Flowers in Concert« am 11. Dezember in der Jugendstilfesthalle Landau.

F OTOS

B E N E F I Z V E R A N STA LT U N G Schon seit vielen Jahrzehnten sind die Beziehungen zwischen japanischen und deutschen Floristen stark ausgeprägt, es herrscht ein reger Austausch. Daher ist es nicht gänzlich überraschend, dass angesichts des Unglücks in Fukushima deutsche Floristen über eine Benefizveranstaltung am 11. Dezember in der Jugendstilfesthalle Landau versuchen, Hilfsgelder für die DRK-Japanhilfe zu akquirieren. Überraschend ist aber, dass es mit 22 Akteuren zu einem regelrechten Floristen-Gipfel kommen wird, an dem auch Floral-Designer aus der Schweiz, aus Österreich, Frankreich, Spanien und Japan teilnehmen werden. Dazu Fragen an den Organisator Steffen Teuscher.

FLEUROP-MAGAZIN : Herr Teuscher, um

nur einige der deutschen Namen zu nennen: Petra Konrad, Britta Ohlrogge, Klaus Wagener, Björn Kroner, Thomas Gröhbühl oder Felix Geiling-Rasmus haben zu Ihrer Veranstaltung »Flowers in Concert« zugesagt. Wie gelingt es, so viele Spitzenfloristen auf eine Bühne zu bringen? STEFFEN TEUSCHER : Das war nicht so schwierig, das Netzwerk der Floristen ist eng, freundschaftlich. Fast alle haben spontan und fest zugesagt, unentgeltlich ihr Können zu zeigen und teilweise sogar Kosten etwa für die Anreise oder einen Teil der Ware zu übernehmen. Wobei ich die gute Gelegenheit nutzen möchte, mich auch an dieser Stelle herzlich für das Engagement auch der Sponsoren zu bedanken. FLEUROP-MAGAZIN : 22 Top-Gestalter zu engagieren, ist eine Sache. Solch eine Großveranstaltung zu organisieren,

beinhaltet aber noch viel mehr. Wer übernimmt denn die professionelle Organisation? STEFFEN TEUSCHER : Einige der Kollegen, Freunde, die Sponsoren – viele arbeiten mit, jeweils in den Fachbereichen. Auch dieses Engagement ist ehrenamtlich. Von der Schneiderin der Brautkleider über die Models, die die Hochzeitsfloristik tragen werden, die Fotografen, die Grafiker, das Ensemble der Musikhochschule Karlsruhe oder der Gospelchor »Good News« – alle Beteiligten sind hoch motiviert. FLEUROP-MAGAZIN : Was wird floristisch zu sehen sein? STEFFEN TEUSCHER : Es wird ein breites Spektrum floristischer Möglichkeiten gezeigt. Vom Braut- bis zum Trauerschmuck, florale Objekte oder Straußideen. Es werden nicht alle immer gemeinsam auf der Bühne stehen, sondern kleinere Gruppen gebildet, die Werkstücke


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CHARITY H ERZLICH WI LLKOMMEN

22 Top-Designer aus fünf europäischen Ländern plus Japan werden am 11. Dezember ab 17:30 Uhr in der Jugendstilfesthalle Landau ihr Können zeigen. Die Erlöse dieser Benefizveranstaltung werden der DRK-Japanhilfe zur Verfügung gestellt. Eintrittskarten in vier verschiedenen Kategorien gibt es zwischen EUR 19,00 und EUR 36,50. Sie können bestellt werden bei allen CTS Eventim VVK-Stellen, über Telefon 06341-917-75-77 und über www.ticketload.de.

Sieben Fleurop-Lieferpartner und neun Agentur-Partner verstärken seit September 2011 die Fleurop-Gemeinschaft. Zusätzlich sind in dem Monat sechs Agenturen zu Lieferpartnern geworden. Alle neuen Fleurop-Kolleginnen und -Kollegen heißen wir herzlich willkommen und wünschen Ihnen geschäftlichen Erfolg.

60 JAHRE 01.11. Jochen Kranich, Niesky 01.11. Gernot Cramer, Schönau

FÜNF-STERNE-FLORISTEN

02.11. Ulrike Pfänder, Memmingen

Im September 2011 sind sieben Fleurop-Fachgeschäfte mit fünf Sternen ausgezeichnet worden:

07.11. Bernd Hackländer, Kiel

05.11. Maria Paulowitsch, Wartenberg 08.11. Franz Öller, Ortenburg 09.11. Othmar Debus, Hilchenbach  Blumen Atelier Anke Hübner, Emden, Ostfriesland

15.11. Magdalene Jabri, Haigerloch 15.11. Karl Heller, Neuhaus

 Floral Design Store Lersch,

16.11. Heinz Rupp, Völklingen

Bad Neuenahr-Ahrweiler

23.11. Margrit Braun, Grömitz

 Blumenhaus Amalie Blum, Inh. Ute Rittel, St Blasien

24.11. Marion Reim, Apolda 26.11. Dietmar Matulla, Schöneiche

 Blumenfachgeschäft Iris Schuster,

29.11. Christian Aust, Zittau

Inh. Iris Killinger, Nagold  Firma Udo Heymann, Meiningen

50 JAHRE

 Bühlers Gartenwelt, Jürgen Bühler, Nagold

01.11. Markus Wigmann, Iserlohn

 Rohnke Floristik, Ursula Rohnke, Berlin

01.11. Hartmut Meyer, Lengerich 08.11. Christel Linsenmaier, Waiblingen

GEBU RTSTAGE U N D J U B I L ÄEN

09.11. Uli Groner, Beimerstetten 10.11. Sabine Weiss, Bergisch Gladbach

Herzlichen Glückwunsch und für die Zukunft weiterhin alles Gute, Glück, Gesundheit und Erfolg! Wir gratulieren zum Geburtstag:

12.11. Manfred Berg, Roxheim 17.11. Martin Engels, Essen 18.11. Cornelia Reif, Bad Neustadt 19.11. Andrea Holtmann, Hannover

80 JAHRE

23.11. Sabine Meger, Gengenbach

08.11. Albert Haarman, Koblenz

24.11. Angelika Gottschling, Schriesheim 25.11. Gabriele Wölfl, Höhenkirchen-Siegertsbrunn

75 JAHRE

27.11. Regina Reutter, Kupferzell

05.11. Anton Stadler, Marktbreit

28.11. Ingo Rollik, Ueckermünde

07.11. Friedel Klenke, Hille

30.11. Sabine Hamberger, Stetten

70 JAHRE

40 JAHRE

10.11. Bernhard Rupieper, Essen

06.11. Ingeborg Schlegel, Balingen

11.11. Herbert Eggert, Itzehoe

07.11. Jörn Petersohn, Steyerberg 07.11. Martina Kaspar-Rothweiler, Seelbach

zu bestimmten Themenbereichen erarbeiten. Alle Themen werden aber einen Bezug zu Japan haben. FLEUROP-MAGAZIN : Wird es einen floristischen und einen musikalischen Teil geben? STEFFEN TEUSCHER : Nein, beide Aspekte sind ineinander verwoben. So wird etwa die Hochzeitsfloristik von dem Gospelchor begleitet, die Musikhochschule Karlsruhe unterstreicht wiederum andere Passagen musikalisch. FLEUROP-MAGAZIN : Wie viele Arbeiten werden entstehen – und werden diese ausgestellt? STEFFEN TEUSCHER : Wir planen im Moment mit 45 Werkstücken, die zum Teil schon in der ersten Pause und dann nach Abschluss der Veranstaltung im Foyer präsentiert werden. Wir überlegen gegenwärtig, ob einige Arbeiten versteigert werden, um so die Spendensummen zu erhöhen.

65 JAHRE

11.11. Katrin Frankenstein, Stralsund

02.11. Lieselotte Lissek, Rodgau

13.11. Sonja Peters, Langeoog

03.11. Hugo Speckbrock, Waltrop

13.11. Jens Felgner, Flöha

03.11. Karl Mehlstäubl, Bad Tölz

18.11. Britta Rämke, Letzlingen

05.11. Franz Vögel, Ergoldsbach

19.11. Enrico Michaelis, Neustrelitz

06.11. Gerda Riffel, Willich

22.11. Michael Kuhlmann, Herborn

07.11. Heinz-Helmut Kuhn, Kropp

22.11. Dieter Stauß, Weißenburg

07.11. Birgit Wildgruber, München

24.11. Mirella Fichtl, Artern

09.11. Hans-Michael Strehle, Karlsruhe

25.11. Matthias Heller, München

09.11. Rudolf Lang, Wiesentheid

30.11. Britt Meinhardt, Lutherstadt Eisleben

11.11. Dorothea Albrecht, Georgensgmünd 11.11. Manfred Nagel, Friedberg

Wir gratulieren zum Firmenjubiläum:

13.11. Renate Ulmer, Weilheim 16.11. Reinhilde Frank, Wirsberg

100 JAHRE

18.11. Otto Focken, Zetel

01.11. Blumen Busse e.K., Wülfrath

19.11. Josef Dreßen, Aachen 25.11. Annemarie Polanc, Ingolstadt

50 JAHRE 01.11. Floristik Jeske, Marcello Asquino, Alfeld 25 JAHRE

KORREKTUR Das Stammhaus von Blumen-Hanisch liegt in Leipzig und nicht wie im Oktober veröffentlicht in Halle/Saale. Wir bitten um Entschuldigung.

01.11. Blumenecke Biohn, Martina Biohn, Gevelsberg 01.11. Birgits Blumenboutique, Birgit Schurr, Blaubeuren 12.11. Blumen Wulff, Mario Hofmann, Arnsberg 27.11. Firma Josef Dahlhoff, Erwitte

VORSCHAU DEZEMBER  F LO R I STI K : N O STA LG I E I M WI NTE R  MESSE: IPM ESSEN WIRD 30  FLEUROP: BLICK IN DIE ZENTRALE


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H E I M AT: M E C K L E N B U R G -VO R P O M M E R N

rügenunberührte natur L A N D S C H A F T Ob Frühlingsblühen, Sommersonne, Herbstlaub oder Winterlandschaft – Deutschlands flächenmäßig größte Insel beeindruckt zu jeder Jahreszeit. Auf Rügen erleben Einheimische wie Urlauber die größtenteils noch wie unberührt erscheinende Natur hautnah. Die Insel ist geprägt durch malerische Fischerdörfer, endlose Sandstrände, felsig-schroffe Steilküsten, die Kreidefelsen, einsame, schilfgesäumte Buchten, märchenhaft anmutende Wälder sowie weitläufige Wiesen und Heidelandschaften. H I S T O R I E Rügen war im Laufe seiner Geschichte, die etwa 8 000 v. Chr. begann, oft dem Untergang geweiht, gehörte mal zu Dänemark, mal zu Pommern und lange Zeit zu Schweden. Erst der Wiener Kongress beendete 1815 die Vorherrschaft Schwedens und teilt Rügen und Hiddensee Preußen zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam Rügen zum Land Mecklenburg und zur DDR. Seit 1990 ist die die Insel Bestandteil des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern. Rund 1 300 Bau- und 2 400 Bodendenkmäler zeugen von der wandelbaren Geschichte Rügens. K U L I N A R I S C H Rügen bietet nicht nur Genuss für die Augen, sondern auch für den Gaumen. Bekannt ist die Insel vor allem durch ihre Sanddornprodukte, den wohlschmeckenden Camembert »Rügener Badejunge«, die Fischgerichte und die Kohlspezialitäten. Während der Rügener Heringswochen im April/Mai, den Rügener Hornfischtagen im Mai und den Rügener Kohlwochen im September/Oktober kann man die Leibgerichte der Rüganer genießen. D I C H T E R & D E N K E R Viele Dichter, Maler und Baumeister wurden von der Insel Rügen inspiriert und haben ihre Spuren dort hinterlassen. Beispielsweise der bekannteste Landschaftsmaler der Romantik, Caspar David Friedrich. Sein wohl berühmtestes Gemälde »Kreidefelsen auf Rügen« ist heute weltbekannt. R E I S E T I P P Der Königsstuhl auf Rügen ist sowohl der höchste, als auch der bekannteste Felsen der Rügener Kreideküste. Von der 120 Meter hohen und 200 Quadratmeter großen Aussichtsplattform hat man einen herrlichen Blick auf die Ostsee.


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H E I M A T F L O R I S T I K Wer an Rügen denkt, wird die steil aufragenden Kreidefelsen vor seinem geistigen Auge sehen. Sie sind quasi das Wahrzeichen der Insel und Inspiration für die Heimatfloristik in diesem Monat. Wie die Felsen ragen auch die Stiele der Goldrute in die Höhe. Basis des Werkstücks ist ein aus Gips gegossener, etwa zehn Zentimeter hoher Block. Bevor dieser vollständig ausgehärtet ist, werden die Gräser und an stabilere Holzstäbe fixierte größere Röhrchen senkrecht eingesteckt. So ist es möglich, florale Werkstoffe, die Wasser zum Überleben benötigen, zu integrieren. Eingearbeitet hat Heimat-Florist Nicolaus Peters in Hinblick auf den Festmonat Dezember Weihnachtssterne mit roten Brakteen, Helliboros, pinkfarbene Callicarpa und Zweige, besetzt mit kleinen Hagebutten. Eine Besonderheit blüht fast im Verborgenen. Wer genau hinsieht, entdeckt Karnivoren, die das Naturhafte dieser Arbeit verstärken.



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