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feelings

D E RSONGABE AU S AU G U ST 2 01 2

DEUTSCHE MEISTERSCHAFT DER FLORISTEN

BERLIN 17. / 18. AUGUST 2012

POTSDAMER PLATZ ARKADEN


berlin

blüht

DAS MOTTO DER DEUTSCHEN MEISTERSCHAFT DER FLORISTEN 2012: » FA SZ I N AT I O N B E R L I N – E I N E M E T R O P O L E I M WA N D E L D E R Z E I T «

Diese vier Floral-Designer stehen auf der Karriereleiter weit oben und spielen bei der DMF 2012 herausragende Rollen (v.l.n.r.): Nicolaus Peters als Jury-Mitglied, Björn Kroner (Titelfoto), Ilka Siedenburg und Thomas Gröhbühl führen als kompetente Fachmoderatoren in den Potsdamer Platz Arkaden durch das Wettbewerbsprogramm.

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DMF

2012

Acht Floristinnen und drei Floristen, die sich Landesmeisterschaften qualifiziert haben, werden in dem zweitägigen öffentlichen Wettbewerb jeweils fünf florale Unikate gestalten. Das Publikum darf sich auf große floristische Handwerkskunst freuen, denn die Akteure gehören zu den besten jungen Blumen-Designern Deutschlands. Wie ein Blick in die Vergangenheit zeigt, war die Deutsche Meisterschaft der Floristen nicht selten auch der Anstoß für eine internationale Laufbahn. Etwa für Gregor Lersch, der als Gestalter, Autor zahlreicher Bücher oder als Referent schon viele Jahre lang internationales Ansehen genießt. Auch Klaus Wagener, der 1984 Deutscher Meister und wenig später Weltmeister der Floristen wurde, verfügt schon lange über ein internationales Renommee. Nennen muss man in diesem Zusammenhang ebenfalls Nadine Weckardt-Bennett, die als Deutsche Meisterin 2007 den Europa Cup nach Deutschland holte. In diesem Jahr gehört sie zu der mehrköpfigen Fachjury, die die Punkte (maximal 100 pro Arbeit) vergeben wird. Die Beurteilung erfolgt weitgehend nach den Richtlinien, wie sie für die Floristmeister-Prüfungen angelegt werden. Neben gestal-

terischen und kreativen Aspekten geht es also auch um Fachlichkeit und Handwerklichkeit. Das Motto der diesjährigen Meisterschaft lautet »Faszination Berlin – eine Metropole im Wandel der Zeit«. Eine Pflanzarbeit, ein Blumenstrauß, eine Tischdekoration, eine freie Themenarbeit und eine Überraschungsarbeit werden unter den Augen des Publikums entstehen. Die Teilnehmer müssen also großes Konzentrationsvermögen mitbringen, sie dürfen sich nicht von den vielen Besuchern ablenken lassen. Auf vier der fünf Aufgaben können sich die Teilnehmer intensiv vorbereiten. Für die Überraschungsarbeit erhalten alle ein identisches Blumenund Accessoire-Sortiment und müssen ihre spontane Kreativität beweisen (mehr zu den Aufgaben auf den Seiten 4/5). Die 29. Deutsche Meisterschaft der Floristen wird vom Fachverband Deutscher Floristen e. V. und der Fleurop AG veranstaltet. In der floistischen Fachwelt findet sie selbst über Europas Grenzen hinausgehend Beachtung, denn deutsche Floristik hat schon immer wichtige Akzente gesetzt und genießt weltweites Ansehen. Wer die Möglichkeit hat, die Veranstaltung zu erleben, wird also Floristik auf allerhöchstem Niveau bestaunen können.

feelings-sonderausgabe Die Deutsche Meisterschaft der Floristen ist ein blühendes Ereignis, das dem internationalen Blumendesign immer wichtige Impulse gibt. Das wird auch am 17. und 18. August so sein, wenn in den Potsdamer Platz Arkaden in Berlin um den nationalen Titel gerungen wird. Aufgrund der Bedeutung widmen wir der Deutschen Meisterschaft eine Feelings-Sonderausgabe, in der wir Ihnen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – eingebettet in meisterliche Floristik – vorstellen.

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herausforderungen

floral

prächtige Parkanlagen«. Sie ist eine florale Hommage an einen der einflussreichsten GartengestalUnter dem Motto »Faszination Berlin – eine Metro- ter und Landschaftsarchitekten Europas. Peter Josef pole imWandel der Zeit« treten elf engagierte,hoch- Lenné prägte fast ein halbes Jahrhundert die Garmotivierte und top-vorbereitete Floral-Designer am tengestaltung und Landschaftsarchitektur in Preu17. und 18. August in den Potsdamer Platz Arkaden ßen. Nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärzum Wettkampf an. Es gilt, fünf florale Aufgaben ten gestaltete er die weltberühmten Parkanlagen in zu bewältigen, die anspruchsvoll und durchaus Her- Potsdam und schuf viele Grünanlagen für die Menausforderungen für jeden einzelnen der jungen schen in Berlin. Nur wenige wissen, dass unsere Hauptstadt zu den baumreichsten Städten DeutschKreativen sind. lands gehört. Von 13 bis 14 Uhr steht die »freie ArF R E I T A G , 1 7 . A U G U S T Das Wettbewerbspro- beit« auf dem Programm. Es geht darum, den Potsgramm beginnt am 17. August um 10.30 Uhr mit ei- damer Platz floral zu interpretieren. Immerhin ist ner Pflanzarbeit zum Thema »Historisches Berlin – dieser einer der außergewöhnlichsten Treffpunkte DIE WETTBEWERBSAUFGABEN


Raumgreifende Objekte zu gestalten, ist eine Herausforderung für jeden Floral-Designer. Handwerkliches Können ist hier ebenso gefragt wie gestalterisches Feingefühl.

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Es sind immer außergewöhnliche Kreationen, mit denen Wettbewerbsteilnehmer ihr meisterliches Können beweisen. In der Arbeit rechts wurde die Rose aufmerksamkeitsstark in Szene gesetzt. Bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen 2012 wird die Anthurie (unten) einen großen Auftritt erhalten. Sie ist der Blütenstar der Überraschungsarbeit.

RECHTS

DEUTSCHE MEISTERSCHAFT DER FLORISTEN 2012 1 7. / 1 8 . A U G U ST 2 0 1 2 , P OT S DA M E R P L AT Z A R K A D E N , B E R L I N ÖFFENTLICHE SIEGEREHRUNG AM 18. AUGUST CA. 16 UHR

der Welt, den täglich mehr als 100.000 Menschen »So is(s)t die Welt« lautet das Thema, das als eine besuchen. Hier ist eine einzigartige Mischung aus persönliche Liebeserklärung an eine von den TeilKunst, Entertainment und Weltstadtflair erlebbar – nehmern frei gewählte Großstadt konzipiert ist. Die das wird sich in den elf floralen Unikaten facetten- besten Floristen Deutschlands haben anderthalb reich widerspiegeln. Von 15.30 bis 16.30 Uhr werden Stunden Zeit, fremde Kulturen und landestypische elf fantastische, außergewöhnliche und farbstarke Besonderheiten auf eine innovative Weise in die Blumensträuße zu dem sehr emotionalen Thema Potsdamer Platz Arkaden zu bringen. Das ist ein vi»Der Herzschlag Berlins« entstehen. Florale Arran- sueller Hochgenuss. gements, so lebendig und kraftvoll wie die Haupt- Von 13 bis 14.30 Uhr wird von allen Teilnehmern stadt selbst. dann noch einmal mit der Überraschungsarbeit eine besondere Höchstleistung gefordert. Eines darf S A M S T A G , 1 8 . A U G U S T Der Samstag beginnt man schon verraten: Im Fokus dieser Wettbewerbsin den Potsdamer Platz Arkaden ab 10.30 Uhr mit aufgabe wird die Anthurie stehen, mit der sich der der vierten Wettbewerbsarbeit, dem Tischschmuck. Zauber Berlins auf vielfältige Art darstellen lässt.

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Die Wahl des Gestaltungsstils ist wichtig für die Akzeptanz einer floralen Kreation. Dieser meisterlich gebundene Stehstrauß ist locker-dekorativ gestaltet. Er wirkt leicht und filigran und spiegelt die schönsten Seiten des Sommers wider.

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stil


N AT U R & G E S TA LT U N G

christopher ernst thüringen M A S K U L I N & E X T R AVAG A N T

Zwei große Ereignisse innerhalb von drei Wochen: Ende Juli hat Christopher Ernst geheiratet und Mitte August nimmt er für Thüringen an der Deutschen Meisterschaft der Floristen teil. Schon zum zweiten Mal, denn auch 2010 kämpfte er um die wichtigste Auszeichnung der Blumengestalter. Dabei ist er eher zufällig auf die Floristik gestoßen, doch heute sagt er: »Ich bin in den Beruf verliebt.« Nach seiner Ausbildung hat er als Abteilungsleiter für floristische Großdekorationen gearbeitet. »Das war viel Planungsarbeit im Büro und mir auf Dauer zu wenig kreativ«, verweist er auf den nächsten Schritt. Er eröffnete im thüringischen Kindelbrück das Geschäft »Creativ–Der Laden.« Eine ungewöhnliche Idee, wird doch dort in Zusammenarbeit mit seinen Schwestern sehr erfolgreich Floristik mit Beauty-Dienstleistungen kombiniert. Im vergangenen Jahr wurde sogar eine Filiale gegründet. Ein klassisches Blumenfachgeschäft, das seine Frau Jessika leitet. Neben Landes- und Bundesmeisterschaften der Floristen hat der 1986 geborene Christopher Ernst zahlreiche Berufswettbewerbe bestritten. Und sich eine eigene floristische Handschrift erarbeitet. »Ich arbeite eher maskulin und schätze eine gewisse Extravaganz.Braun und Dunkelrot stehen mir im Moment nahe, gerne kombiniere ich Blüten mit Metall oder schwarzen Holzbalken«, erklärt der Floral-Gestalter, der 2008 in Dresden seine Meisterprüfung ablegte. Obwohl er sich gestalterisch als »sehr eigenständig« bezeichnet, nennt er doch zwei international bekannte Floristen, deren Arbeit er besonders schätzt: Den Norweger Tor Gundersen und Gregor Lersch aus Bad Neuenahr.

Als gelernter Bankkaufmann und ambitionierter Floristmeister bringt Stefan Göttle ideale Voraussetzungen mit, um erfolgreich ein Blumenfachgeschäft zu führen. Geboren ist er im baden-württembergischen Günzburg, zuhause in Ulm, und sein Geschäft »stephane – Floristik und Ambiente« liegt in Langenau am Rande der Schwäbischen Alb. »Den Wunsch, mit Blumen zu arbeiten, hatte ich schon in meiner Kindheit«, verrät Stefan Göttle. »Es war wohl der Garten meiner Großeltern, der mich inspirierte.« Und doch hat er zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann gemacht. Aber gleich danach streckte Stefan Göttle seine Fühler in Richtung Floristik aus: »Ich machte eine zweite Ausbildung, dann Zivildienst und sprang mit vollem Bewusstsein in die Selbstständigkeit.« Dem kleinen, nur 40 qm großen Geschäft folgte ein wesentlich größeres, in dem Stefan Göttle das verwirklichen kann, was ihm wichtig ist: Eine ideenreiche Floristik, in der Qualität und Frische eine wichtige Rolle spielen. Seine Floristmeisterausbildung absolvierte Stefan Göttle im österreichischen Zwettl in der Akademie für Naturgestaltung. »In der Abgeschiedenheit eines Klosters mit einem riesigen Naturareal war das Lernen und Erfahren eine Wohltat für Körper und Geist. Ich möchte diese anregende Zeit nicht missen«, verrät der Floristmeister. Dass er seine Prüfung mit allen nur möglichen Auszeichnungen bestanden hat, erwähnt er übrigens nur am Rande. Lieblingsblumen, Lieblingsfarben oder gar bevorzugte florale Gestaltungen vermag Stefan Göttle nicht zu benennen: »Es gibt so viele Blumen, Farben und Gestaltungsmöglichkeiten – würde ich da etwas bevorzugen, müsste ich ja vieles vernachlässigen.«

stefan göttle

baden-württemberg 7


LUFTIG & FILIGRAN

nina grupe

niedersachsen N AT Ü R L I C H K E I T & V I E L FA LT

Für Nina Grupe war die Entscheidung, Floristin zu werden, früh klar: »Es ist ein vielfältiger, kreativer Beruf, er passt zu mir«, erklärt sie ihr Faible für Blumen. Nach der Ausbildung sammelte sie weitere Erfahrungen in zwei Blumenfachgeschäften, seit 2010 arbeitet sie im elterlichen Laden in Stade. Vor wenigen Wochen erst legte sie die Prüfung zur Floristmeisterin ab. Zur Deutschen Meisterschaft der Floristen tritt sie für Niedersachsen an, und ihre Motivation ist groß: »Ich möchte Erfahrungen sammeln und selbst gucken, wo ich stehe.« Wettbewerbserfahrung hat die 1988 geborene Nina Grupe, DLRG-Rettungsschwimmerin und begeisterte Leserin, durchaus schon gesammelt. So gewann sie etwa den vom WDR mit veranstalteten Straußwettbewerb »Flowerpower«. Gestalterisch nahe steht ihr die skandinavische Floristik, die für den reduzierten Einsatz von Blumen bekannt ist. »Jede Blüte ist etwas Besonderes und sollte für sich stehen«, lautet ihre Überzeugung. Überzeugt ist sie ebenfalls davon, dass jede Blume ihre Zeit hat. »Der saisonale Aspekt ist mir sehr wichtig, der Wechsel der Jahreszeiten sollte sich auch in der Floristik widerspiegeln«, formuliert sie ein Credo. Das vielleicht in Kindheitstagen wurzelt, denn »ich habe schon als Mädchen aus Wiesenblumen Sträuße gemacht und diese verschenkt.« Daraus spricht eine enge Beziehung zur Natur, die sich auch in ihrem bevorzugten Gebrauch von alternativen, natürlichen Steckhilfen zeigt. Nina Grupe hat sehr intensive Wochen hinter sich – neben den Wettbewerbsvorbereitungen machte sie im Juli ihre Meisterprüfung.

Für Bayern tritt Christina Hannewald, die bei Belflair Blumen und Dekorationen in München arbeitet, auf der Deutschen Meisterschaft der Floristen an. Sie schätzt »luftige, kleinteilige, filigrane Floristik« und fühlt sich gleichzeitig keinem floristischen Gestaltungsstil besonders verpflichtet. »Alles kann seinen Reiz haben, und jeder hat seinen eigenen Stil«, ist sie überzeugt. Und mit Blick auf die Meisterschaft in Berlin freut sie sich darauf, »viele interessante Menschen zu treffen und sich der floristischen Herausforderung zu stellen.« Großen Wert legt die 1985 im bayerischen Nabburg geborene Christina Hannewald auf »saisonale Blumen – wir arbeiten sehr viel mit deutscher Gärtnerware.« Hochwertige Floristik kann für sie »schon etwas Luxuriöses an sich haben, aber Blumen verbreiten immer eine heitere Stimmung.« Die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Floristen ist für die bayerische Landesmeisterin »eine große Ehre.« Sie verfolgt dabei den olympischen Gedanken: »Dabei sein ist alles«, lautet ihre Grundeinstellung. Fundierte Kenntnisse bringt Christina Hannewald unter anderem aufgrund ihrer in Straubing abgelegten Prüfung zur Floristmeisterin mit. Auch das Gestalten vor Publikum ist ihr vertraut, da sie Seminare und Workshops leitet. Wie auch immer der Wettkampf für sie ausgehen wird, in der Floristik hat sie ihre Bestimmung gefunden. »Ich bin sehr glücklich in meinem Beruf«, sagt sie mit fröhlicher Stimme.

christina hannewald bayern


farben

Farben sind in der Floristik ein wichtiges Gestaltungselement. Zu den schwebenden, tanzenden BlĂźten in diesem Arrangement passen die zarten PastelltĂśne.

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HANDWERK & METHODE

»Ich bin sehr handwerklich orientiert, schätze Strukturen und arbeite durchaus methodisch«, meint Jürgen Herold, der für Berlin/Brandenburg bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen antritt. Nach seiner Ausbildung hat er in zwei der renommiertesten Blumenfachgeschäfte Deutschlands gearbeitet. Bei Gregor Lersch in Bad Neuenahr und bei Blumen Koch in Berlin, wo er bis heute als Honorarkraft tätig ist. Im Januar gewann er das Finale des Nachwuchswettbewerbes »New Faces«. Was unter anderem dazu führte, dass er für die Zeitschrift »Blooms« floristische Werkstücke gestaltete. Gegenwärtig arbeitet er als freischaffender Florist in einer gemeinsamen Werkstatt mit Textil-Designern und anderen Kreativen. Jürgen Herold bevorzugt keinen bestimmten Gestaltungsstil und sagt: »Ich bin in dieser Hinsicht sehr frei.« Gute Floristik muss für ihn »auf den Anlass, auf die Räume, die Architektur bezogen sein.« Großen Wert legt er auf »ein hohes handwerkliches Niveau, die Technik muss stimmen.«

TRAUM & WIRKLICHKEIT

Magdalena Lötzers Jugendtraum war, Floristin zu werden. Dennoch machte sie zunächst ein Schulpraktikum in einem Modehaus und entschied sich schließlich für eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau. Nach der Abschlussprüfung blieb sie diesem für sie spannenden Beruf vier weitere Jahre treu. »Ich war gern Einzelhandelskauffrau, aber mein Traum war es nach wie vor, Floristin zu sein«, verrät die gebürtige Polin.

magdalena lötzer

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jürgen herold berlin/brandenburg JürgenHeroldpflegt einen hohen Anspruch – an die Floristik und auch an sich selbst. Was er – auch außerhalb der Floristik – nicht leiden mag, sind »platte Sachen, das Wiederkäuen von Klischees.« Beeindruckt wurde der 1983 in Landau in der Pfalz geborene Jürgen Herold unter anderem von dem niederländischen Floral-Designer Max van de Sluis. »Durch ihn habe ich eine Vorstellung davon bekommen, was Floristik auch sein kann«, erläutert er.

Die Liebe hat ihren Lebensweg dann doch verändert. Dem Mann ihrer Wahl und dessen Familie gehören nämlich ein Garten- und Landschaftsbetrieb sowie zwei Blumenfachgeschäfte in den hessischen Städten Edertal-Bergheim und in Bad Wildungen. »Ich habe meinen Traumberuf Floristin so richtig von der Pieke auf gelernt«, erklärt Magdalena Lötzer. »Für mich ist das Berufung, und ich bin sehr froh, dass alles so gekommen ist.« Inzwischen arbeitet sie erfolgreich im Familienunternehmen mit. Erste Wettbewerbsluft schnupperte Magdalena Lötzer bereits 2006 durch ihren Arbeitskollegen Stefan Barth. Sie hatte die verantwortungsvolle Position der Helferin bei den hessischen Landesmeisterschaften übernommen. Die positiven Erfahrungen, die sie dabei gemacht hat, wollte die junge Floristin für sich selbst umsetzen. Das Wagnis gelang auf Anhieb. Nach der eigenen sehr erfolgreichenTeilnahme in diesem Jahr wird die amtierende hessische Landesmeisterin nun ihr Bundesland bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen vertreten.


formen

Floral-Designer beherrschen das gekonnte Spiel mit Farben und vor allem mit Formen. Wer rund w채hlt, weckt Sympathie. Spannung erh채lt diese Kreation durch kontrastreiche Farben und aus der Form ausbrechende Blattranken.

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Blumen wecken Emotionen und geben R채umen einen lebendigen Ausdruck. Sie sind zwar verg채nglich, doch die Gef체hle, die durch sie aufleben, sind uns noch lange in guter Erinnerung.

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emotionen


S P O N TA N & F L I P P I G

Der Garten ihrer Großeltern hat Marina Reese, die im schleswig-holsteinischen Eutin aufgewachsen ist, schon früh zu ihrem Berufswunsch inspiriert. Sie verrät: »Ich wollte – solange ich zurückdenken kann – Floristin werden.« Ihren Beruf hat Marina Reese bei Blumen Franck gelernt, einem alt eingesessen Floristik-Unternehmen im schönen Bad Malente. »Ich habe dann, wie es in Handwerksberufen heute noch üblich ist, in einer ganzen Reihe exzellenter Blumenfachgeschäfte Erfahrungen gesammelt und viel gelernt«, verrät die Floral-Designerin. »Und ich habe zahlreiche FloristikSeminare besucht, um mich ständig fort- und weiterzubilden«, fügt sie hinzu. Im Sommer 2009 hat sie beruflich Wurzeln geschlagen und ihren Platz im Fachgeschäft »Vier Jahreszeiten Floristik« in Travemünde gefunden. In dem jungen kreativen Team, dessen Motto »Geht nicht gibt’s nicht« lautet, kann Marina Reese ihre eigenen Ideen einbringen und verwirklichen.

marina reese

schleswig-holstein Inspirieren lässt sich die Landesmeisterin von Schleswig-Holstein dabei durch die Natur und die direkt vor ihrer Haustür gelegene Ostsee. Mit der zweimaligen Teilnahme am Gönnebeker Floristen-Cup und dem dritten Platz beim FDF-Kreativ-Award 2011 hat sie sich bereits im direkten Wettbewerb erfolgreich bewiesen. Auf die Deutsche Meisterschaft ist Marina Reese besonders gespannt: »Es erfüllt mich mit Stolz,Teilnehmerin dieses Wettbewerbs zu sein.«

Nach der Ausbildung im Schweriner Blumenparadies Clörs hat Claudia Rodenbeck berufliche Erfahrungen bei verschiedenen Meisterfloristen in Italien und Österreich gesammelt. »Ich wollte die unterschiedlichen Arbeitsweisen kennenlernen«, erklärt die junge Floral-Designerin ihre Reiselust. Vor einem Jahr erfüllte sich Claudia Rodenbeck dann gemeinsam mit ihrer Kollegin Jana Döscher einen großen Traum: ein eigenes Blumenfachgeschäft. »In unserem Blumenatelier in Schwerin können wir unserer Kreativität freien Lauf lassen und all unsere Vorstelmecklenburg-vorpommern lungen in die Realität umsetzen«, freut sich die junge Floristin. Bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen 2012 K R E AT I V I TÄT & H A N D W E R K vertritt sie nun als Zweitplatzierte die LandesmeiClaudia Rodenbeck, geboren im romantischen Städt- sterin Juliane Kiebach, die aus persönlichen Grünchen Crivitz in Mecklenburg-Vorpommern, stammt den leider nicht am Wettbewerb teilnehmen kann. aus einer Gärtnerfamilie – sie ist sozusagen im Ge- Über diese Nachnominierung freut sich Claudia Rowächshaus ihrer Großmutter aufgewachsen.»Damit denbeck ganz besonders und erhält dabei tatkräfwar mein Berufsweg quasi vorbestimmt. Für mich tige Hilfestellung von ihrer Geschäftspartnerin: »Jastand schon sehr früh fest, dass ich unbedingt Flori- na Döscher unterstützt mich bei all meinen Ideen stin werden wollte«, erklärt die Mecklenburgerin. und Vorhaben, dafür ihr ein großes Dankeschön!«

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Dann ging es Schlag auf Schlag. Ein Jahr lang war Victoria Salomon in Neuseeland mit floristischen Schulungsaufgaben betraut. Es folgte die Meisterausbildung in Straubing, ein weiteres Jahr war sie mit der floristischen Gestaltung von großen Events in der Schweiz beauftragt, danach auf dem Kreuzfahrtschiff AIDA-Diva zuständig für die florale Ausstattung und das Blumengeschäft an Bord. Hinzu kamen als Freelancer beratende Tätigkeiten für Blumenfachgeschäfte, und zwei Jahre war sie repräsentativ als Deutsche Blumenfee unterwegs. sachsen-anhalt Im Herbst 2009 eröffnete Victoria Salomon in ihrer Geburtsstadt Halle ihr eigenes Blumenfachgeschäft PURISTISCH & ELEGANT »The world of natural Beauties«. Für Sachsen-Anhalt Victoria Salomon, geboren 1983 in Halle/Saale, hat tritt sie auch bei der Deutschen Meisterschaft der einen ungewöhnlich vielseitigen Berufsweg zurück Floristen an. Ihren persönlichen Gestaltungsstil begelegt. Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie bei Ger- zeichnet sie als »puristisch, elegant aber natürlich – da Prinz in Mönchengladbach und Gregor Lersch in mit einem Hang zu großen Werkstücken.« In ihren Bad Neuenahr. »In beiden Häusern wurde Floristik Floral-Objekten verarbeitet Victoria Salomon häufig gelebt, gestalterisch war es allumfassend und sehr unterschiedliche Materialien, ihr Augenmerk gilt harmonisch«, erinnert sie sich heute noch mit ehrli- »Strukturen und Texturen.« Auch kombiniert sie gercher Begeisterung. ne unterschiedliche Gestaltungsstile, »um so immer wieder etwas Neues zu kreieren.«

victoria salomon

D E S I G N & N AT U R

Im Bauerngarten ihrer Mutter stellte Susanne Schmitt ihre ersten kleinen Sträuße zusammen. Vielleicht begründet sich darin ihr Faible für Floristik, die »natürlich, ungekünstelt« sein soll – aber ebenso moderne Design-Ideen aufnimmt.Exoten,Orchideen oder Anthurien reizen sie, »das Spiel mit Farben und Formen« ist ihr wichtig. Susanne Schmitt, 1973 in Bernkastel (RheinlandPfalz) geboren, hat nach ihrer Ausbildung in verschiedenen Blumenfachgeschäften gearbeitet. Aus der Provinz zog es sie vor rund 20 Jahren nach Düsseldorf, und für Nordrhein-Westfalen nimmt sie in diesem Jahr an der Deutschen Meisterschaft der Floristen teil. Seit 2003 führt Susanne Schmitt ihr »Blumenhaus am Hofgarten«, das sie selbst »meine Kreativ-Werkstatt« nennt. Floristik wird dort mit Elementen aus Mode, Kunst und Architektur verbunden. »Ich kann mich für vieles begeistern, stehe aber insbesondere floralen Design-Objekten nahe«, umschreibt sie ihre floristischen Vorlieben. Einerseits schöpft sie gern »aus dem Vollen«, andererseits mag

susanne schmitt

nordrhein-westfalen sie es »gerne klar, Floristik sollte wie selbstverständlich wirken.« Begeistert ist sie von dem belgischen Floral-Designer Daniel Ost, der sehr atmosphärisch arbeitet und eine ganz eigene Blumensprache hat. Mit Blick auf die Deutsche Meisterschaft der Floristen in Berlin gefällt ihr besonders »der Gedanke, abseits des Arbeitsalltags kreativ zu sein.«


eyke stahlbuhk hamburg KRAFT & TECHNIK

Eyke Stahlbuhk ist keinen stringenten floristischen Berufsweg gegangen. »Ich habe nach der Schule zunächst Gärtnerin gelernt«, erklärt sie. »Doch dann hat mich das Kreative gereizt, und ich wollte schauen, ob mir die Arbeit in einem Blumenfachgeschäft liegt.« Sie fing also kurzerhand bei Jutta Burmester Floristik im quirligen, jungen Hamburger Stadtteil Eimsbüttel als Aushilfe an. »Ich beschäftigte mich dort nach den anfänglichen Routinearbeiten immer mehr mit den Materialien, den Techniken und Gestaltungsmethoden der Floristik«, erläutert Eyke Stahlbuhk ihren Werdegang und fährt fort: »Eine große Inspiration, diesen Berufsweg weiter zu verfolgen, waren meine Schwester Britta Ohlrogge und ihr Partner Daniel Santamaria.« Die beiden Floral-Designer sind bereits sehr erfolgreich – er hat 2003 den Titel Vize-Europameister der Floristen errungen, gemeinsam haben sie das deutsch-spanische »Floristik-Projekt« ins Leben gerufen. Erste Wettbewerbserfahrungen sammelte EykeStahlbuhk als Teilnehmer-Helferin bei der Deutschen Meisterschaft der Floristen 2002 und beim Europacup der Floristen 2003 in Salamanca, Spanien. Der nächste logische Schritt nach diesen Erlebnissen war die Ausbildung zur Floristin und die eigene Teilnahme an einem Wettbewerb. »Mein erster Erfolg war auf lokaler Ebene der Gewinn des Gönnebeker Floristencups 2009. Da habe ich quasi Blut geleckt und an der Landesmeisterschaft der Floristen in Hamburg 2011 teilgenommen.« Auch dieser Schritt war mit Erfolg gekrönt. Die Hanseatin hat sich mit dem Sieg für die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft der Floristen 2012 in Berlin qualifiziert.

Wir wünschen allen an der Deutschen Meisterschaft der Floristen 2012 Beteiligten

viel erfolg! IMPRESSUM Feelings erscheint zwölf Mal im Jahr und ist kostenlos im Fleurop-Fachgeschäft erhältlich. Ein Nachdruck, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung des Herausgebers. H e r a u s g e b e r (v. i. S. d. P.) Fleurop AG 12200 Berlin Tel: 030/713 71-0 Fax: 030/713 71 198 Schriftleitung Winnie Maria Lechtape Redaktion Bahia Büro Angelica Langley, Martin Hein Gotenstr. 11 20097 Hamburg Tel: 040/430 54 38 Fax: 040/430 58 09 E-Mail: feelings@fleurop.de Grafik Esther Hartmann, Christof Brüggemann, Hamburg litho Druckerei in St. Pauli, Hamburg Druck Evers Druck, Meldorf Fotos Sonja Müller (Titel, S. 2 u. l.), Quartier Pots-damer Platz/Vincent Mosch (S. 2 o., 2 u. r.), Blumenbüro/FDF-Anthurie Unlimited/J. Manegold (S. 3 u.), DMF 2010/FDF/J. Manegold (S. 4, 5, 6, 9, 11,12), Oliver Ziebe (S. 7, 8, 10, 13, 14, 15 o. l.)

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