Issuu on Google+

FLAMINGYOUTH www.flamingyouth.de

KULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

AUSGABE # 06 JULI 2011

The incredible Sommerloch. NEIL YOUNG

Der Altmeister öffnet wieder seine Schatztruhe

BLACK LIPS

Wilder Ritt auf einem alten Gaul

“YOU’RE AT

HOME, BABY

OrangeBlosso

mSpecial

LIAM FINN

Sorry gang, there’s a record to finish first PLUS: THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES - ARCTIC MONKEYS - IS TROPICAL - KOLKHORST - LAMB - THE PRODIGY - THE DRIFTWOOD FAIRYTALES - BOOTS ELECTRIC - BIFFY CLYRO - PARDON MS. ARDEN - HERMAN DUNE Gastautor: EVILMRSOD JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

01


FLAMINGYOUTH

VORWORT das hier ist unsere erste Ausgabe, die zu spät erscheint. Uns hat das Sommerloch erwischt: Nicht das, welches dafür sorgt, dass es nur dumme Nachrichten in den Zeitungen und nur Wiederholungen im Fernsehen gibt, sondern das, welches einen ansaugt, verschlingt und nach einiger Zeit vollkommen zerpflückt und verloren wieder in die Welt spuckt. Wir geloben, uns im nächsten Monat wieder eingesammelt und zusammengesetzt zu haben. Bis dahin: Viel Spaß mit unserer Juli-Ausgabe! Silvia für das ganze FY-Team

02 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

06 KULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

Lieber FY-Leser,

JULI 2011

#


INHALT AUSGABE # 06 JULI 2011

Seite 04 THE PRODIGY - PRODIGY IN CINEMA Seite 05 KOLKHORST - EIGENSINNIG, EIGENSINGIG, KOLKHORST. Seite 05 BOOTS ELECTRIC - SHIT GODDAMN, I’M A MAN Seite 06 BLACK LIPS - WILDER RITT AUF EINEM ALTEN GAUL Seite 08 SIR SIMON BATTLE - HALF FACT, HALF FICTION Seite 10 LIAM FINN - SORRY GANG, THERE’S A RECORD TO FINISH FIRST Seite 12 HERMAN DUNE - AH HEARS STRANGE MOOSIC Seite 13 ORANGE BLOSSOM SPECIAL - “YOU’RE AT HOME, BABY” Seite 20 PARDON MS. ARDEN - VERZEIHUNG. Seite 21 IT’S IN HIS KISS? - : MELT! 2010 / “I HATE NEON”DER KUSS IN DER MUSIK Seite 23 IMPRESSUM & KONTAKT Seite 24 EVILMRSOD ÜBER “APPETITE FOR DESTRUCTION” Seite 25 THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES - WENN ALLES VERGÄNGLICH IST – GUTE MUSIK BLEIBT Seite 26 NEIL YOUNG - DER ALTMEISTER ÖFFNET WIEDER SEINE SCHATZTRUHE Seite 27 IS TROPICAL - VERMUMMT IM NAMEN DER KUNST Seite 28 PETE WENTZ - IS IT A FASHION STATEMENT OR IS IT A DEATHWISH? Seite 29 ARCTIC MONKEYS - BRIT-POP MIT 70ER JAHRE FLAIR Seite 30 THE DRIFTWOOD FAIRYTALES - DIE VERMÄHLUNG VON BANDNAME, COVERARTWORK UND ALBUMTITEL Seite 32 BIFFY CLYRO - WER IM WEMBLEY SPIELT, DER IST SCHON WER Seite 33 LAMB - WHAT’S NEW? Seite 34 LIVEDABEI - TERMINE

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

03


TOP 5

FASHION MOVIES von Simone Bauer

Und damit sind weder Arte-Dokus über Sonia Rykiel oder Karl Lagerfeld - obwohl diese sehr gut sind - noch Filme wie “Zoolander” gemeint. Ich spreche von den Filmen, die die Mädchen ihrer Generation geprägt haben. Sie mögen ein wenig stumpfsinnig sein, doch schaffen es durch ihre Mode und Marken - ganze Charaktere und Storylines zu erschaffen. 1. “Clueless - Was sonst?” Die Königinnen der Neunziger trugen karierte Schuluniformen in allen Farben und stöckelten auf Lackschühchen durch Beverly Hills. 2. “Girls Club” Im Original heißt der Film “Mean Girls” und war Lindsay Lohans wohl größter Erfolg. Lindsays Figur möchte zu den Plastics gehören, Mädchen, die beliebt sind, blond und dünn (unter anderem mit Amanda Seyfried in der Rolle als Blödchen) und die sich für jeden Tag Moderegeln überlegt haben. 3. “Sex and the City” Bevor mit dem zweiten Teil der Mythos der Serie endgültig zerstört wurde, zeigte uns dieser Film nochmal, warum wir Carrie und Co. so sehr lieben. Alleine die Brautkleidsequenzen lassen jedes Mädchenmodeherz höher schlagen. 4. “The Clique” Sie mögen erst 12 sein, doch die Viererclique mit u.a. Bridgit Mendler weiß, was in ist und was out ist, noch bevor es die Teen Vogue weiß. 5. “Fashion Girl – Der Pate trägt Prada” Die Story ist an den Haaren herbei gezogen, doch Kaley Couco schafft es mit Witz und Modebewusstsein, nicht nur die Mafia auszustechen, sondern auch eine Klamottenfirma zu retten.

04 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011

PRODIGY IN CINEMA Ein Live-Album hat meist den Anspruch, dem Zuhörer - oder, je nachdem, Zuseher - zu vermitteln, er sei selbst ein Teil des Ganzen gewesen. Bisweilen wirkt das ganze dann etwas fade, da man versucht auch ja alle Gassenhauer unter zu bekommen. Bei der neuen Deluxe Edition des Prodigy Albums handelt es ich um eine Ausgabe einer CD/ DVD, aufgenommen auf dem Warriors Dance Festival, Location Milton Keynes Bowl und separaten DVD mit Clips von Konzerten aus Brasilien, Frankreich und dem UK und das ganze kommt ins Kino. Oder eher kam bereits. Der Sound der Aufnahme auf dem Festival ist großartig, wirklich als stünde man im Geschehen. Der Auftritt selbst ist hingegen weniger episch. Man hat sich in der Bemühung etwas großes zu schaffen ein wenig vergaloppiert, doch es hat Hand und Fuß. Fans werden es sicherlich lobpreisen. Alle großen Nummern sind ebenso vertreten. Es ist ein Konzertfilm, irgendwie wird es niemand schaffen einen Gig so einzufangen wie es wirklich war. Juliane Nowak


EIGENSINNIG, EIGENSINGIG, KOLKHORST.

E

r ist zurück, der Herr des Individualismus, der im Wohnzimmer produzierten Töne, der Herzblutlieder und Vollrauschmelodien.: Kai Uwe Kolkhorst nimmt uns mit zu „Das bisschen Hollywood“, Opener der Platte und Appetithäppchen. Im gewohnten Stil verbinden sich poppige Hauruck-Parolen mit pfiffigem Elektrogewitter, wie in „Guten Tag“, der Song, der sich durch stark charakteristischen Sprechgesang auszeichnet und cool durch die Hüfte entschwindet. Die Liebe zum Experimentierfreudigen blitzt durch seine Lieder, ein paar Highlights nur machen „Hospitalist“ zu einer gelassenen 3 Minuten 30 Show, die in dem – ja, man kann an dieser Stelle den Namen „Falco“ erwähnen- Track „Die Spitze“ mündet. Und wie könnte es auch anders sein, ist „Marie“ nicht nur die Single-Auskopplung , sondern auch eines der tanzbarsten und energischsten Stücke auf „Das bisschen Hollywood“. Ein Album, entstanden auf den Straßen dieser Republik. Straßen, die in der Tat „Ein bisschen Hollywood“ bieten, schaut man nur genauer hin. Hört man stattdessen genauer hin, erreichen einen die Worte und Töne Kolkhorsts. Nicht wetteifernd abwechslungsreich, nicht die Platte des Sommers, aber immerhin viel schöne Musik auf einer Platte, ganz ohne Enttäuschung. Danke! Jessica Lehmann

BOOTS ELECTRIC

SHIT GODDAMN, I‘M A MAN

Eagles-Of-Death-Metal-Frontman Jesse Hughes veröffentlicht sein erstes Solo-Album. Aha. Was waren denn die EODM? Gut, Josh Homme spielte Schlagzeug und produzierte die Eagles. Aber hey, mit der „Boots Electric Theme“ liefert Mr. Hughes nun einen ersten Vorgeschmack auf sein am 23. September kommendes Solo-Debüt „Honkey Kong“, welches unbedingt tanzbar sein wird. Der Track ist eine Kollaboration mit Brody Dalle von den Spinnerette, die nebenbei erwähnt, mit Josh Homme verheiratet ist. Kann also nichts schief gehen. Wir freuen uns. Marceese Trabus

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

05


BLACK LIPS

WILDER RITT AUF EINEM ALTEN GAUL

von Vesna Filipov

D

ie Freude war groß, schier unbändig, als sich erste Meldungen durch das Netz hangelten, von einem coolem Blog zum nächst cooleren. Black Lips, die selbsternannten Flower-Punker, kündigten vor ein paar Wochen ihr neues, sechstes Album „Arabia Mountain“ an. Viel ist man schon von ihnen gewohnt, den Herren aus Atlanta. Doch dieses Mal treiben sie es auf die Spitze. „Mit diesem Album gingen wir weiter als je mit einer Platte zuvor,“ sagt Cole Alexander. Drohung oder Versprechen? Black Lips arbeiteten auf diesem Album zum ersten Mal mit einem Produzenten. Das gab ihnen die Freiheit, sich ganz aufs Komponieren, Spielen und Aufnehmen zu konzentrieren. Und die wiederum beflügelte so sehr, dass „Arabia Mountain“ schon nach einer Woche aufgenommen gewesen sein soll. Black Lips fackeln eben nicht lange und wissen, was sie wollen: als Produzent schon mal keinen anderen als Mr. Mark Ronson. Der fiel ihnen auf, weil Ronson es immer wieder schafft, Pop, der im Mainstream beheimatet ist, eine coole Retro-Empfindsamkeit beizumischen.

RETRO IM ZEITALTER DES WEB 2.0 Der altmodische Sound war also Plan und Ronson wurde ins Boot geholt, um ihn aus der Musik der Black Lips heraus und auf Platte zu bringen: den „coolen Retro Sound“. Cole erinnert sich: „Wir wussten er hat das Potential einen älteren Sound zu hinzubekommen. Wir sind keine Puristen, die einfach nur alt klingen möchten. Aber es gibt gewisse Aufnahmetechniken, die vor langer Zeit einmal benutzt wurden, die wirklich gut klingen und auch im heutigen Kontext genutzt werden können. Wir hatten das Gefühl, er versteht das.“ Ronson verstand nicht nur. Seine Arbeit befreite auch. Black Lips hatten den Kopf frei und den Rücken gestärkt und fanden so, in relaxtem Umfeld, weg vom stürmischen Punk und dem Garage-Rock zu ihrer Song-orientierten Seite. Was nicht heißt, dass es weniger wild zugeht, auf „Arabia Mountain“. Über die gesamte Albumlänge fühlt man sich zurückversetzt in die Zeiten der Beach Boys, der Ramones, der Stooges.

BLACK LIPS „Arabia Mountain“ (Vice Records / Cooperartive Music)

06 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011


’Family Tree’ fand seine musikalische Inspiration in einem bolivianischen Volkslied. ‘Dumpster Dive’ ist ein Abstecher in den Country. Wenn ihn die Black Lips spielen, dann aber im Rolling Stones-Style, versteht sich. Und ‘Don’t Mess My Baby’ nutzt ursprüngliches Getrommel, um einen Song zu konvertieren, der sein Leben als Pop-Rockabilly begann, wie man ihn von Bobby Fuller kennt. In etwas, das annähernd vergleichbar ist mit South African Township Jive. Wer sagts denn.

‘Go Out and Get It’, einen der beiden Songs (der andere ist ‘Bicentennial Man’) die nicht von Ronson sondern von Lockett Pundt von Deerhunter in Atlanta produziert wurden, gibt es bereits im Netz samt Video zu bestaunen. Das Video fängt ein, was man beim Hören von ‘Go Out and Get It’ fühlt: dieses Album dreht die Zeit zurück und lässt uns spüren, was die Beach Boys damals gefühlt haben müssen. „Arabian Mountain“ ist der perfekte Soundtrack für diesen Sommer. Für alle, die sich noch einmal auf den alten Gaul wagen. Er trägt weiter in die Vergangenheit zurück, als wir ihm zutrauen möchten.

Foto © Zach Wolfe

RETRO WAR NIE SO REAL.

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

07


HALF FACT, HALF FICTION

von Silvia Maraun

SIR SIMON BATTLE BAND live @ Zentrale Hamburg, Donnerstag 09.06.2011

W Foto © Philipp Gries

ir entdeckten Sir Simon Battle gemeinsam, beim Immergut 2007. Wir haben uns beide gleichermaßen spontan verliebt in den Menschen, für den sie immer das Wort „nerdig“ gebrauchen. Wir waren beste Freunde, durch dick und dünn – anatomisch und metaphorisch -, gestohlene Pferde, gemietete Autos. Und Weihnachten jedes Jahr betrunken in der gleichen Bar. Das ist einige Jahre und nun zwei SirSimon-Battle-Alben her. Und obwohl in den letzten Jahren einiges passiert ist, ich sowohl Sir Simon Battle als auch ihn über die Jahre immer mal wieder toll und immer mal wieder seltsam fand; obwohl wir alle irgendwie jemanden und uns gefunden, verloren und wiedergefunden haben, obwohl gerade die letzten Wochen und Monate sehr schräg, verstörend und herz-ausleiernd waren, sitzen wir nun hier: Auf dem gleichen Sofa der Zentrale, der Bar über dem Hamburger Thalia Theater, der Location mit der wohl schönsten Beleuchtung in ganz Hamburg. Zum Sir-Simon-Battle-Konzert. Er kam zu spät, ich hatte bereits 2 Bier. „Noch eins?“ „Klar, immer.“ RIGHT PLACE, WRONG TIME? Wir beide haben das erste Album „Battle“ geliebt, ich weiß, dass er den Nachfolger „Good Night, Dear Mind“ nicht so gut fand. Nicht so gut wie „Battle“, nicht so gut wie ich – ich weiß nicht. Wir reden nicht mehr so viel wie früher über Musik. „Ist dir aufgefallen“, sagt er, als er an meinem Platz vorbei geht, „dass diese Band genau aussieht wie

08 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011

eine dieser Collegebands aus „The O.C.“?“ Ich mache einen stumpfen Witz darüber, dass Sänger Simon Frontzek die ganze Zeit auf Zehenspitzen steht, wenn er singt, was man bei den Collegebands ja nicht weiß, weil man ihre Füße in der Serie nie sehen konnte. Now the place is filled with laughter, with all the sounds we love to hear. Die Sir-Simon-Battle-Band spielt einen Großteil der Songs der neuen Platte, unter anderem „Comfort Noise“, was in Wirklichkeit ein Geräusch ist, welches Telefongesellschaften unter die Gespräche legen, damit man nicht denkt, die Verbindung wäre unterbrochen worden. Aber das hat nichts mit dem Song zu tun, wie Simon Frontzek in einer seiner Ansagen erzählt. „Bist du noch da?“


Foto © sirsimonbattle.com

I THOUGHT I SAW YOU SMILE FOR THE FIRST TIME Die Zugaben spielt Simon Frontzek ohne Band allein mit der Gitarre, zwei Songs von der „Battle“, und wie früher treffen sich unsere Blicke, als Simon Frontzek den Text vergisst und wir ihn weitersingen können. Sein Fazit am Ende des Abends ist, dass er es früher irgendwie besser fand (ja, ich auch, alles), dass die Band live nicht so klingt wie auf der Platte (ich hielt das immer für etwas Gutes, Tolles, das ist das, wie es in echt klingt), dass es ihm irgendwie nicht stimmig erschien (was genau? Wir? Ja. Die Band? Quatsch. Ich glaube, das da gerade war die sympathischste Band der Welt und ich glaube, die haben sich alle lieb – in echt und

musikalisch.) und dass er jetzt nach Hause muss, während ich mich für den Weißwein und Menschen entscheide, deren Gespräche notfalls auch noch funktionieren, wenn ich mich ausklinke. It’s still five hours til dawn so let’s get lost. Abende, die mit Taxifahrten im Morgengrauen enden, sind stets den Kater am nächsten Tag wert, und in ein paar Wochen, Monaten, Jahren sieht doch eh alles wieder ganz anders aus. Was bleibt, ist die Musik und die Erinnerungen, die man damit verbindet, für immer, weil einem das niemand wegnehmen kann. Nicht mal, wenn man das möchte. Comedy’s just tragedy plus time.

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

09


SORRY GANG, THERE’S A RECORD TO FINISH FIRST Liam Finn’s Zielstrebigkeit und der Wille zur Fokusion allein verdanken wir dieses wunderbare Album. von Vesna Filipov

L

iam Finn – sein Gesicht kannte ich schon, da hatte ich noch nie etwas von seiner Musik gehört. Das kommt nicht oft vor. Eher ist es anders herum. Doch „FOMO“ gefällt mir auf Anhieb (Liams sympathisches Gesicht und die entwaffnende Pose auf seinen Konzertplakaten auch. Aber das tut hier eigentlich nichts zur Sache). Ist aber auch schon das zweite Album des in Neuseeland lebenden Künstlers. Wie konnte das passieren? Fast hätte ich ihn verpasst und seine Musik wäre an mir vorbeigegangen. DAS IST SIE ALSO: DIE ANGST ETWAS ZU VERPASSEN Finn weiß, wovon er seine Liedchen schreibt. Schon immer war er viel unterwegs. Als junger Mann mit „ Crowded House“, der Band seines Vaters. Auch die meisten seiner Freunde und Familienmitglieder sind Musiker und meist auf dem Sprung in ein neues Land. Ein neues Abenteuer.

10 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

„YOU SHOULD NEVER WHISH YOU WERE SOMEWHERE ELSE“ Finn weiss auch, was es heisst, nicht immer genau an dem Ort sein zu können, an dem man gerne wäre, weil man sich schon an einem anderen aufhält. Mit Bands wie „Wilco“, „Eddie Vedder“, „Pearl Jam“ and „The Black Keys“ tourte er mehrmals über den ganzen Globus. Dass dabei die Welt nicht still steht, damit man nichts verpasst, ist eigentlich klar. Und doch bleibt dieses beklemmende Gefühl. Gemeinsam mit Produzent und rechter Hand Balke Reid lässt er diesem Gefühl auf „FOMO“ freien Lauf und kleidet sie in die passenden Melodien. Und das sehr abwechslungsreich und auf hohem Niveau unterhaltsam. Hört sich jedoch einfacher an, als es vor und während den Aufnahmen wirklich war. Denn nach dem erfolgreichen und von Kritiker und Fans gleichermaßen geschätzten Debüt stand Liam an einem Scheide-

JULI 2011

weg. Vor einem zweiten „ I’ll Be Lightning“, der Wiederholung alter Muster, bewahrte ihn die Zusammenarbeit mit Burke Reid. Und die ganz bewusste Entscheidung für ihn als Produzent und der Wille den Weg zu gehen, der keinen leichten Prozess versprach. Denn Burke ging an die Sache - Finns bereits fertigen Stücke - ganz anders heran, als erwartet. „Borke sprang auf die fertigen Songs nicht im geringsten so sehr an wie auf die vielen kleinen, unfertigen Ideenschnipsel. Dinge, so simpel wie ein Beat, eine Melodie, ein kleines Keyboard Riff. Er nahm diese Sachen auf und sagte: „Lass uns probieren, daraus was zu machen!“ Und was sie daraus machten! Kaum zu glauben, dass solch eine Vielfalt wie sie auf „FOMO“ zu hören ist, allein in den Köpfen zweier Musiker entstanden ist. Schon der Opener ‚Neurotic World’ gewinnt die volle Aufmerksamkeit des Hörers und lässt einen mit dem schwindelnden Keyboard und dem porösen Gesang die anderen Orte, an denen man jetzt auch sein könnte, vergessen.


LIAM FINN “FOMO” (Transgressive Records / Cooperative Music)

‚Don’t Even Know Your Name“ kommt im Gegensatz dazu als stakkatoartiger Rocker daher. Mit ‚Real Late“ begibt sich Flinn ein wenig Richtung „TV On The Radio“. ‚The Struggle’ wird dann etwas druck- und geräuschvoller, bevor bei dem letzten Song namens ‚Jump The Bones’ getanzt werden darf. Nicht zum ersten Mal – aber am ausgelassensten. DIE FLUCHT NACH VORNE

Foto © Cooperative Music

Finn lässt mit „FOMO“ altes zurück. Auch wenn das bedeutet auf lustige Zeiten mit alten Freunden zu verzichten. Und erst recht, wenn das heisst, sich der Angst zu stellen, etwas zu verpassen. Finn scheint jedoch nichts Wesentliches verpasst zu haben. Im Gegenteil. Er ist einen Schritt voraus. All jenen, die der Angst, sich zu verändern und nach vorne zu schauen, nicht gegenüber und so viel zu lange auf einer Stelle treten.

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

11


HERMAN DUNE

AH HEARS STRANGE MOOSIC

Herman Dune wurden lange für eine schwedische Band gehalten, sind aber französisch. Es ist nicht klar, ob die Band selbst das Gerücht streute, schwedisch zu sein. Ihre Karriere starteten sie 1999 unter dem Namen Herman Düne. Die Mitglieder waren David-Ivar Herman Düne genannt Yaya Herman Düne, Neman Herman Düne genannt Cosmic Neman Herman Düne und André Herman Düne, genannt John Trawling, Klaus Bong, Ben Dope, Ben Haschish, Fast Ganz, The Fountain Boats, Kreuzberg Museum und Stanley Brinks. Nicht ganz klar ist, ob Cosmic Neman Herman Düne bereits von Anfang an dabei war oder erst 2001 hinzu kam; sicher ist, dass André

12 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011

von Silvia Maraun

Herman Düne im Jahre 2006 die Band verließ, welche sich fortan Herman Dune nannte. „Strange Moosic“ ist das dritte Album der Band unter dem Namen Herman Dune. Irgendwo zwischen klassischem Anti-Folk, Lo-Fi und Pop beheimatet, ist „Strange Moosic“ ein wirklich süßes Album mit Titeln wie „Ah hears strange moosic“ und „Be a doll and take my heart“. Auch das Coverbild ist erwähnenswert. Nicht die tollste Platte des Jahres, aber doch eine besondere, schöne Platte.


„YOU’RE AT HOME, BABY“ 15. ORANGE BLOSSOM SPECIAL – BEVERUNGEN, 10. - 13.06.2011 Text: Silvia Maraun Fotos: Sebastian Koch

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

13


W

er auf ein Festival fährt, der stellt sich in der Regel darauf ein, sehr viele Menschen zu sehen, die sehr viel Alkohol trinken, sich eher grenzwertig aufführen, nachts recht viel Radau machen und tagsüber ausufernd Bands feiern, die sie kennen oder mögen. Das Orange Blossom Special funktioniert vollkommen anders. „You’re at home, Baby“ ist das Motto, und wie Nachhause-Kommen fühlt es sich selbst für die an, die gar nicht wissen, was „Zuhause“ eigentlich ist: Nachhause-Kommen ist das Gefühl von Ankommen, Hausschuhe anziehen, Füße hochlegen, sich wohlfühlen. Entspannen. Und wenn man das Gefühl hat, von Menschen umgeben zu sein, die friedlich sind, ähnlich gestimmt sind und mit denen das Zusammenleben gut funktioniert. Das erkennt man intuitiv, und man fühlt es, sobald man in Beverungen sein Zelt aufgestellt hat. Beim OBS sind „nur“ 1800 Gäste anwesend, das Festival findet im Garten von Glitterhouse Records statt. Der Campingplatz ist klein und nicht bewacht; nachts findet hier keine wilde Party statt, sondern man schläft zwischen Entenquaken und Schnarchgeräuschen. Geweckt wird man von Hundebellen und Kinderlärm, Frühstück gibt es im eigens dafür aufgebauten Frühstückszelt. Es gibt diverse Möglichkeiten, sich kostenlos mit Trinkwasser zu versorgen, sich die Hände mit Seife zu waschen und sogar einen mobilen Toilettenbus mit richtigen Toiletten. Wer auf das Festivalgelände möchte, muss nicht seine Tasche vorzeigen, es wird darauf vertraut, dass die Besucher anständig genug sind, sich nicht nur von Zuhause aus, sondern auch auf dem Gelände mit Getränken und Essen zu versorgen und so Umsatz zu generieren – vor dem Hintergrund, dass das Festival ohne Einnahmen nicht funktionieren kann.

14 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011


JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

15


A

m Sonntag kann man eine Stadtführung durch Beverungen machen und bekommt alle Sehenswürdigkeiten gezeigt und alles Wissenswerte erzählt – und ein Glas Sekt zur Begrüßung.

Die Auswahl der Bands setzt nicht auf aktuelle Hypes oder eine bestimmte Musikrichtung, dennoch ist alles absolut stimmig und die Chance, mal über den Genre-Tellerrand zu blicken, ist vorhanden und wird genutzt: Rockabilly trifft auf Singer-Songwriter trifft auf Indie trifft auf Country. Die Bands dürfen selbst entscheiden, ob sie einen Auftritt in voller Konzertlänge absolvieren möchten oder einen verkürzten Festival-Gig spielen wollen. Es gibt nur eine Bühne, so dass es keine Entscheidungsprobleme gibt und sich alle Festivalbesucher ausschließlich auf das Geschehen auf dieser einen Bühne konzentrieren können: „Reden ist hinten, Schweigen ist vorn“ sagt ein Schild neben der Bühne, und daran halten sich auch nahezu alle. Am Freitag startet das Programm mit einer Lesung für Kinder, gefolgt von einer zauberhaften Wallis Bird (für Nicht-Kenner: Klingt ein bisschen wie Joss Stone, nur in origineller und toller). Später am Abend warten die C-Types mit Surf-PunkPsycho-Rock und silbernen Jackets auf, bevor die durchgeknallten Schweden von Golden Kanine ihr Publikum mit Leuchtstäben, Multi-Instrumentalismus und einer Mischung aus Indie, Folk und Verschrobenheit zum Tanzen und Lachen bringen, bevor es ins Bett – oder in die örtliche Kneipe für die Aftershowparty – geht. Der Samstag beginnt bereits um 11 Uhr (nach dem Frühstück!) mit einem Überraschungsact: Die Norweger Washington verbergen sich dahinter, welche das OBS bereits 2 x in der Vergangenheit beehrten. Besonders erwähnenswert an diesem Tag: The Great Bertholinis, angeblich ungarische Provinzzirkus-Musiker, in Wirklichkeit aber wohl eher im Raum Frankfurt beheimatet – eine ganze Rasselbande liebeswerter Musiker, die eine sehr interessante Mischung aus Indie und Balkan zusammenzaubern. Ebenfalls toll: Dan Mangan, ein kanadischer Singer-Songwriter, der bereits am Nachmittag zu Tränen zu rühren weiß. Wundervoll! Der Samstag schließt mit Gisbert zu Knyphausen und Band, Indie-Ikone und Teilzeit-Cowboy.

16 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011


JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

17


D

er Sonntag lässt sich, wie eingangs erwähnt, mit einer Stadtführung und einem Mittagessen direkt neben Weser und Ziegenweide an, während Talking to Turtles den Tag im Glitterhouse-Garten eröffnen. Tamikrest direkt danach paaren den Sound der Tuareg mit westlicher Rockmusik und singen in Tamaschek. Das führt zeitweise zu Verwirrung beim Publikum, langfristig aber zu Wohlgesonnenheit und Zuneigung. Süß danach: Die Isländer von Who Knew, deren Sänger ein bisschen aussieht wie Wickie in erwachsen, die aber unglaublich Spaß machen und unglaublich schwitzen. Madison Violet, ein kanadisches Damenduo, hätte man sich fast in den späteren Abend gewünscht: die teils recht traurigen und für die frühe Nachmittagsuhrzeit fast zu schwermütigen Songs schreien nach Dunkelheit und Rotwein. Young Rebel Set, eine Woche vor ihrem großen Hype-Beginn beim Hurricane-Festival, wissen mit Folk-Rock und Mundharmonika umzugehen, ihren Song „If I was“ kann hier bereits jeder mitsingen. Holmes schließen den Abend. Wir verlassen das OBS mit dem Gefühl, ein wirklich entspanntes, glückliches Wochenende verbracht zu haben und nicht, wie üblich, mit dem Gedanken, möglichst schnell an Strom, fließendes Wasser und eine ganze Menge Schlaf zu kommen. Wir haben neue, tolle Bands entdeckt, und vollkommen unanonym gut aufgenommen gefühlt und freuen uns jetzt schon darauf, unser nächstes Pfingstwochenende wieder in Beverungen zu verbringen. Danke Rembert Stiewe, danke Glitterhouse Records!

18 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011


JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

19


PARDON MS. ARDEN

VERZEIHUNG.

I

ch mag diese Platte, auch wenn ich von der Band zuvor noch nichts gehört habe. Das mag an der geografischen Unnähe liegen; dafür kannte ich aber Five!Fast!!Hits!!!

Aber von vorn: Pardon Ms. Arden ist eine Band aus München, gegründet von Dominik Sauter, der sich Thomas Reicherzer und Alexander Föllmer dazu holte, als im Jahre 2006 der erste Auftritt von Pardon Ms. Arden gebucht wurde. Kurz darauf: Die erste Single („Disco Queen“), Touren im Vorprogramm von Chikinki und The Automatic, Auftritt beim FM4-Festival, neuer Stern am Indie-Himmel, blablabla. 2010 erschien dann das erste Album namens „Pardon Ms. Arden“, es folgten Touren mit The Posies und The Rifles, und das alles, ohne, dass ich etwas davon mitbekommen hätte.

20 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011

von Silvia Maraun

Jetzt, 2011, folgt Album Nummer 2: „Restless Legs“ - aufmerksam darauf wurde ich ausnahmsweise tatsächlich mal durch den Newsletter einer Agentur, da fand ich den Bandnamen irgendwie wohlklingend und habe deswegen mal in die Musik reingehört: Ich mag das! Warum hat mich da vorher noch niemand drauf hingewiesen? Wofür habe ich denn meine Spione in Süddeutschland? Anyway. Das ist wirklich sehr sehr schöner Indierock, der erfrischenderweise noch immer auf Gitarren setzt, statt, wie es gerade Trend ist, Unmengen Streicher oder Klaviere auffährt. Ich möchte mehr über diese Band wissen und sie unbedingt mal live sehen und vor allem: Allen Menschen ans Herz legen, sich „Restless Legs“ anzuschaffen. Es lohnt sich.


IT’S IN HIS KISS? DER KUSS IN DER MUSIK

von Gunter vom Berg

D

er Mensch ist eines Etwas deutlicher geht da der kleine PRINCE im der wenigen LebJahre 1986 zur Sache: ewesen (neben den Menschenaffen), “You don’t have to be beautiful to turn me on das Hilfsmittel (Ste- I just need your body, baby, from dusk till dawn ine, HandwerksYou don’t need experience to turn me out geräte etc.) nutzen You just leave it all up to me, I’m gonna show you kann und Genuss what it’s all about aus dem Austausch You don’t have to be rich to be my girl von MundflüssigYou don’t have to be cool to rule my world keiten, sprich ‘küssen’ zieht. Der Kuss ist oraler Ain’t no particular sign I’m more compatible with Ausdruck von Zuneigung und Begehrlichkeit und I just want your extra time and your . . . . . KISS” die Einleitung sexueller Betätigung und ein wesentlicher Bestandteil des Liebesaktes. Was mit Extrazeit gemeint ist, kann sich jeder denken. Dazu schneidet sich ein Gitarrenriff über Eine derart wichtige und pikante Handlung spieeinen funkigen Bass und räumt mit dem letzten gelt sich natürlich auch in kulturellen AusdrucksZweifel auf. Bis heute ein Partyknaller, auf den formen wieder. Schon Höhlenmalereien zeigten Junge und Alte gleichermaßen abfahren. küssende Paare und auch Bildhauer befassten sich ausführlich mit dem Kuss. Natürlich haben auch Natürlich ist der Kuss auch eine Qualitätsfrage, es die Dichter dem Kuss Werke gewidmet. ist wichtig, dass geküsst wird. Aber wichtiger ist das wie und wer die Zunge führt. In der populären Musik wird das in unterschiedlichen Formen behandelt. “If you wanna know If he loves you so. It’s in his kiss! (That’s where it is!) yeah!! It’s in his kiss!” “Ich küsse Ihre Hand, Madame” aus dem Jahre 1928 ist ein leicht verschämter, aber doch offenDie Damen BETTY EVERETT (erstmals 1964), sichtlich männlicher Versuch, sich im Tangotakt Aretha Franklin und das wandelnde Ersatzteilder Dame seines Herzens zu nähern, gern auch lager Cher führen hier im “Shoop Shoop Song” vorgetragen von öligen Operetten-Tenören mit partytauglich vor, worauf es ihnen anzukommen Altherrencharme. Und wozu soll das führen? scheint. “Ich küsse ihre Hand, Madame und träum es wär’ ihr Mund ich bin ja so galant, Madame doch das hat seinen Grund hab ich erst ihr Vertrauen und ihre Sympathie wenn sie erst auf mich bauen, Madame ja dann sie werden schauen, Madame küss ich statt ihrer Hand, Madame nur ihren roten Mund”

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

21


Küsse können aber auch ironisch oder hämisch gemeint sein. Im Jahre 1999 versah der in Deutschland geborene und aufgewachsene Türke TARKAN den Klagegesang “Simarik” (Frech, Verwöhnt) mit zahlreichen Schmatzern: “Brauen und Augen geschminkt Die Lippen knallrot, kokettierend Stellt sie sich schamlos mir gegenüber hin Und grinst mich unverschämt an

Auch am Ende einer Liebe kann ein Kuss stehen. 1976 lieferten die R’n’B-Gesangsgruppe THE MANHATTANS eine herzergreifende Trennungsballade, mit einem im sonoren Bass hingehauchtem Intro:

Dann setzt das Falsett des Vorsängers ein: “I had to meet you here today There’s just so many things to say Please don’t stop me till I’m through This is something I hate to do We’ve been meeting here so long I guess what we’d done was wrong Please darling don’t you cry Let’s just kiss and say goodbye” Schnüff! Auch gute Ratschläge, die traumatischen OneNight-Stand-Erlebnissen vorbeugen sollen, kommen ebenso nicht zu kurz: “Küsse nie nach Mitternacht, Josephine! Weil dein Herz dann Fehler macht, Josephine! Ist es erst mal zwölf vorbei, sind die Herzen vogelfrei, Küsse nie nach Mitternacht!” (SIW MALMQUIST, 1964) 22 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011

“Nur einen Kuss - mehr will ich nicht von dir Der Sommer war kurz, der Winter steht vor der Tür. Wenn du mich nicht küsst, bleibst du vielleicht allein. Und wer will schon im Winter alleine sein? Ich bekam meinen Kuss und gab ihr mein Herz dafür” …um dann blutig zu enden:

Haben wir das so von unseren Vätern gelernt? Wir haben uns vor Allen blamiert Neue Bräuche sind ins alte Dorf gekommen Freunde, wir sind aufgeschmissen”

“This is got to be the saddest day on my life I called you here today for a bit of bad news I won’t be... Because of biologations and the task that you have”

Schmachtend beginnt es bei den ÄRZTEn...

“Der Vollmond ging auf, mein Messer war kalt wie er ‘Sag mir, glaubst du an die Liebe? Erinnerst du dich? Es ist nicht so lange her ... Das ist der Preis für deine Liebe’ Ich schnitt den Fremden auf - bloß ein kleines Stück. Und ich holte mir mein Herz zurück Dann kehrte ich heim; doch geküsst habe ich nie mehr denn ich glaube nicht mehr an die Liebe Nie mehr, Nicht mehr an die Liebe Nie mehr, Niemals mehr” Natürlich gibt es auch fundamentale Erkenntnisse: “Küssen kann man nicht alleine, und ich sag dir auch den Grund. Küssen, das geht auf keinen Fall alleine, denn dazu brauch ich einen andern Mund.” MAX RAABE trägt diesen Annette Humpe Song gewohnt nonchalant mit hochgezogenen Augenbrauen vor. Der Kuss wirft viele Fragen auf, den auch die TOTEN HOSEN nicht final beantworten können:

“Wo ist der Ort für den ehrlichsten Kuss Ich weiss, dass ich ihn für uns finden muss Auf ‘ner Strasse im Regen, auf ‘nem Berg nah beim Mond oder kann man ihn nur vom Totenbett holen. Wo ist der Ort für einen ehrlichen Kuss Den einzigen, den ich Dir noch geben muss...” THE END


WW.FLAMINGYOUTH.D

DISTANZIERUNG EXTERNER LINKS

M

it Urteil vom 12.03.1998 - 312 0 85/98 “Haftung für Links” - hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass man durch die Anbringung eines Links die Inhalte der gelinkten Seite ggf. mit zu verantworten hat. Dies kann - so das Landgericht - nur dadurch verhindert werden, dass man sich ausdrücklich von diesen Inhalten distanziert.

“Hiermit distanzieren wir uns ausdrücklich von allen Inhalten aller extern gelinkten Seiten auf dieser website (www.flamingyouth.de inklusive aller Unterseiten). Diese Erklärung gilt für alle auf dieser Website angebrachten externen Links.” “Wir verwenden ausschließlich Fotos aus den frei verfügbaren Pressefotos von Labels und Agenturen, mit denen wir zusammen arbeiten; Fotografen versuchen wir zu nennen - sollte dennoch ein Foto hier zu finden sein, an welchem Du die Rechte hast und/oder welches wir nicht benutzen dürfen, werden wir das Foto nach einem kurzen Hinweis per Mail an info@flamingyouth.de asap entfernen.”

IMPRESSUM & KONTAKT HERAUSGEBER/CHEFREDAKTION/LAYOUT: Marceese Trabus CHEFREDAKTION/LEKTORAT/MISTRESS OF COMMUNICATION: Silvia Maraun AUTOREN DIESER AUSGABE: Silvia Maraun, Annika Bolten, Bernd Skischally, Vesna Filipov, Gunter vom Berg, Marceese Trabus, Simone Bauer, Juliane Nowak, Jessica Lehmann Gastautor: EvilMrSod KONTAKT: Feedback: leserbrief@flamingyouth.de Labels, Agenturen, Bands bitte an: news@flamingyouth.de Anzeigenannahme: anzeige@flamingyouth.de Allgemeine Anfragen bitte an: info@flamingyouth.de Besuch auch unser Archiv (2004-2011) unter: www.flamingyouth.de

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

23


von EvilMrSod

“APPETITE FOR DESTRUCTION”

28

million records!?! You gotta be fuckin’ kiddin’ me. Yes, this piece of crap has sold 28 million records worldwide, and maybe because I wasn’t one of the ones who bought it because of “Sweet Child O’Mine”, I still wonder how that can be possible. I mean, let’s be serious; this is no Poison. It’s not Winger. It’s a bunch of drug addicts spitting things in your face in a “not-nice-at-all” way. Someone wrote that “they brought forth a hedonistic rebelliousness and revived the punk attitude-driven hard rock scene”. In Christian: “they didn’t give a fuck”. Sure, they were not Slayer, they were not Metallica, but this was another movie.

You gotta understand the situation at the time. On the radio you could listen to Madonna, Bruce Springsteen and Michael Jackson. And then suddenly, Bam! You buy the record (those were the times) and you get “Out ta Get Me”, “My Michelle”, “Nighttrain”, “Mr. Brownstone” and “You’re Crazy”. Definitely, not your average top 40 hits. They took things from the Stones, Sex Pistols, Aerosmith, AC/DC, Alice Cooper, etc., soaked them in alcohol and puked them in everybody’s face. Even the cover was raw (it was actually banned). It may not be my favourite record anymore and it’s certainly not the best record ever, but it was the record who made me want to be in a band. It made take a guitar and play songs and scream. So dear haters, blame Guns ‘N Roses.

EVILMRSOD

Singer/Songwriter geboren auf Teneriffa/Spanien, lebte lange in Berlin und ist kürzlich nach Leipzig gezogen. Er veröffentlichte mehrere Platten die vor Blues und Rock nur so triefen. Außerdem ist er ein ausgezeichneter Designer entwirft sämtliche Flyer und CD-Cover im Alleingang. DIY pur. www.evilmrsod.de www.rockattitudedesigns.com

24 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011


THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES

WENN ALLES VERGÄNGLICH IST – GUTE MUSIK BLEIBT Der Kreislauf des Lebens zeigt uns, alles wiederholt sich. Mode, Frisuren, Formen, Trends. Und ja, auch Musik. Das Rad erfindet sich nicht neu, aber es ändert seinen Durchmesser, seine Farbe. Den Boden, auf dem es rollt. Was hat das alles nun mit „The Soundtrack Of Our Lives“ zu tun? Die Herren VorzeigeSchweden der ehrlichen Rockmusik veröffentlichen dieser Tage ein „Best of“ Album. Nicht jede Band darf das, nicht jeder Band gelingt das. Von kaum einer Band braucht man eine Sammlung der größten Hits wirklich. Alles nur Wiederholung, war doch alles schonmal da. Anders in unserem Fall. „The Soundtrack Of Our Lives“ legen sogar noch einen drauf und nennen ihre jüngste Veröffentlichung auch gleich „Golden Greats No.1“. An Humor hat es ihnen ich nie gemangelt, erinnert man sich nur an das Cover des Albums „Communion“. Aber ist auch gleich alles Gold, das auf ein „Best of“ Platte gepresst wird und mit dem wenig aussagekräftigen Prädikat versehen wird?

„The Soundtrack Of Our Lives“ bieten uns 18 Songs. Nicht in chronologischer Reihenfolge ihrer Veröffentlichung aber doch so angeordnet, dass man ganz ankommt, in 15

Das sitzt. Und das wird einem beim Hören von „Golden Greats No.1“ wieder bewusst. Diese konzentrierte Form von intelligentem Breitband-RockRockentertainment und Hülle

Jahre Rock der späten 60er und frühen 70er Jahre. Wer „The Soundtrack Of Our Lives“ bis heute noch nicht kannte, wird vermutlich denken an: Psychedelic Rock. Ja und nein. Die Nordmänner um den wikingerbärtigen Sänger Ebbot Lundberg sind nicht unreflektiert retro. Die sechs Schweden sind zeitloser und nicht zur Pose verkommener Rock.

an Hits hat es verdient, für sich zu stehen. Und ist für alle, die hungrig sind nach nicht trendgetriebender Musikgeschichte.

Foto © Christoph Buckstegen

von Vesna Filipov

THE SOUNDTRACK OF OUR LIVES „The Golden Greats No. 1” (Haldern Pop / Cargo) JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

25


NEIL YOUNG

DER ALTMEISTER ÖFFNET WIEDER SEINE SCHATZTRUHE von Marceese Trabus

N

eil Young ist schon immer seinen Weg gegangen. Selten ging er Kompromisse ein und nie konnte man erahnen, wie das nächste Album des Kanadiers klingen mag. Zwischen AkustikFolk und Feedback-Noise war Platz genug, um sich auszutoben. Mit „A Treasure“ kramt Young nun alte Live-Aufnahmen seiner 1984/85-Tournee mit den International Harvesters raus. Aufgenommen zu einer Zeit, als Young mit Geffen Records in den künstlerischen Krieg zog. Er lieferte ein wirres Album nach dem anderen, mal mit Synthesizern („Trans“, „Landing on water“), mal im RockabillyGewand („Everybody‘s rockin“) und mit „Old Ways“ die traditionelle Country-Schiene. Genau hier befinden wir uns

26 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

nun. Mit Spooner Oldham, Ben Keith und einer Reihe anderer Country-“Legenden“ zelebriert Young die amerikanische Wurzelbehandlung. Fünf der Zwölf Stücke sind gänzlich unveröffentlicht und auch sonst wird auf die ganz großen Gassenhauer verzich-

tet. Trotz alledem ist vom ersten Ton an klar, wer hier sein Unwesen treibt. Unverkennbar die quäkige Stimme Neil Youngs, der hier knietief im

JULI 2011

Country swingt; begleitet von Geige, Klavier, Mandoline und Steel-Gitarre. Ob „A Treasure“ nun der ganz große Schatz ist, sei mal dahin gestellt. Wer seine Crazy-Horse-Rocknummern liebt oder ihn lieber für sich mit seiner alten Akustischen hat, könnte am hippeligen, ja fast spießigen Cowboy-Sound etwas zu knabbern haben. Ohne Frage ist das hohe Kunst und qualitativ ganz weit oben. Ohne Frage ist das Neil Young, und ja, er geht seinen Weg. „A Treasure“ erscheint via Reprise als CD, Blu-Ray und 180g Vinyl (inkl. Download). Letzteres hat auf Seite vier noch ein kleines Schmankerl im Ärmel. Darauf ist ein Kunstdruck ins Vinyl geprägt, schön anzusehen. Noch schöner ist nur das eigentliche Coverartwork.


IS TROPICAL

VERMUMMT IM NAMEN DER KUNST von Vesna Filipov

Ein Cover, das ganz in der Gunst von Herrn Tarantino stehen dürfte. Auch wenn der Regisseur selbst Füße erotischer präsentiert (was man wohl so macht: den Fetisch ins beste Licht rücken), das abgebildete Bein nebst Fuß, ein Stück Stoff (eine Serviette) in die Luft haltend, machen erst einmal neugierig auf mehr. VIRALITÄT IST DIE HALBE MIETE Was im Video zur aktuellen Single „The Greeks“ harmlos beginnt – Jungs streichen in ihrer Wohnsiedlung um die Häuser und tragen mit sich ihre Wasserspritzpistolen und von spielerischem Jagdfieber gezeichnete Gesichter – artet aus in einen richtigen Krieg. Mit mächtig viel Kunstblut, Explosionen, Elektroschocks und brutalem Wettessen. Der Kampf um Leben und Tod wunderbar überzeichnet inszeniert. So bleibt er im Gedächtnis und „Is Tropical“ im Ohr.

AUS DEM SPASS GEBOREN

NICHT WENIGER ABER GERNE EIN BISSCHEN MEHR.

Was als Kunstprojekt der beiden Kunstwissenschaftler Gary und Simon sowie dem befreundeten Don beginnt, entwickelt sich 2009 zu einer offiziellen Band. Und während die Herren ein georgisches Haus besetzen und es zu einer Galerie umwandeln, spielt das Trio bei diversen Events Musik. Nur zum Spaß, versteht sich. Ebenso wie sie während ihrer Auftritte Masken zur eigenen Belustigung tragen. Bis aus dem Gag Ernst wird und „Is Tropical“ ohne Masken (Tücher über Nase und Mund) nie wieder auf einer Bühne gesehen werden. In einem Interview erklärt Sänger, Bassist, Gitarrist und Keyboarder Simon:„Vor Jeans und Pullover und sogar Unterwäsche trugen die Menschen Masken. Masken erinnern an Religion, Kriminalität, Theater. Unsere hier ist eine Art romantische Maske.“ Hinter der sie sich nicht verstecken brauchen, mit einem Debüt, das gleich mal auf dem renommierten französischen Label Kitsuné erscheint. Kunst, Verkleidung, unterhaltsame Videos. Wo bleibt da die Musik? In welche Genre-Schubladen packen die Herren ihre Musik selbst? Den Sound beschreiben die drei als “bass heavy, beat driven, popinfluenced lo-fi dance music”.

Nach dieser Devise gestalten „Is Tropical“ ganz offensichtlich auch ihre Shows, die als spektakuläre Live-Performances mit Projektoren mehr an eine von Tarantino auf Drogen inszenierte Aufführungen erinnern als an typische Liveshows. Und da merkt man dann auch: „Is Tropical“ sind mehr, als man akustisch auf eine Platte bannen kann. Und spannender live zu erleben, als auf Kopfhörern oder in der Indie-Disko. Das macht „Is Tropical auf CD und damit „Native To“ nicht per se zu einem schlechtere Album, das man sich nicht auch zuhause anhören kann. Nur scheint es,„Is Tropical“ ist insgesamt mehr das geblieben, als das es geboren wurde: ein Projekt, bestehen aus verschiedenen Komponenten (Musik, Look, Liveperformance). Und das erlebt man am besten in seiner Gesamtheit.

IS TROPICAL „Native to“ (Kitsuné / Cooperative Music) JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

27


IS IT A FASHION STATEMENT OR IS IT A DEATHWISH? von Simone Bauer

Jeans ist dieses Jahr wieder sehr wichtig. Dieser Trend hat sich 2010 ganz langsam angeschlichen, in Form von Hemdchen bei H&M seinen Platz erobert und wird 2011 wieder auf jegliche mögliche Art tragbar sein, ob als Kleid, Rock, Microshorts oder eben als Jacke. Dies gilt aber natürlich nur für die weiblichen Bewohner des Planeten Mode. Männer sehen im sogenannten “Kanadischen Anzug”, der Uniform aus Jeans und Jeansjacke, einfach immer noch völlig daneben aus. Dies betrifft leider auch PETE WENTZ, Bassist der Bands Fall Out Boy (on hiatus) und Black Cards (das Album soll Ende August erscheinen). Hier sehen wir ihn bei der Premiere des neuen Spielbergs namens “Super 8”. Die Jeans ist eigentlich noch ganz schön ñ ganz zu schweigen, wie hübsch lila seine Turnschuhe sind. Doch was es mit der Jeansjacke auf sich hat, werden wir wohl nie begreifen. Was hat sich der sonst so gut gekleidete Emorocker dabei nur gedacht? Zumal er mit seiner derzeitigen Frisur leicht an The Situation von “Jersey Shore” erinnert. Pfui. Sorry, Pete. Du weißt, ich werde dich immer lieben. Aber: Bäh.

Foto © Getty

Auf der Haben-Seite finden wir dann allerdings kleine, süße Details. Männer haben es schließlich nicht leicht mit Accessoires. Da kommt das gelbe Pflaster, das er wohl seinem Sohn Bronx Mowgli, abgeluchst hat, gerade Recht. Und die viel zu weiten Ärmel seines Clandestine Industries Pullis. Dieses Label gehört nicht nur ihm, nein, es wird auch bald mit einer neuen Kollektion durchstarten. Die beinhaltet im übrigens nichts mit Jeans.

28 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011


ARCTIC MONKEYS

BRIT-POP MIT 70ER JAHRE FLAIR von Annika Bolten

Wenn eine Band jung mit der Musik anfängt und mit jedem produziertem Album ein Stück weit erwachsener wird – dann wird die Luft manchmal dünn: Wie viel Neues darf eine Band wagen und wie weit darf sie sich von den Wurzeln entfernen? Wachsen die Fans mit oder fordern sie die alten Klänge zurück? Wie sehr ist eine Band noch das, was sie einmal verkörpert hat? So oder so ähnlich mag der Gedankengang eines manchen Arctic Monkeys Fans ausgesehen haben, als er das erste Mal in das am 03. Juni 2011 erschiene Album „Suck it and See“ reingehört hat. Besonders viel hat das nämlich nicht mehr mit dem Garagenrock zu tun, mit dem die vier Jungs (oder mittlerweile wohl eher Männer) aus Sheffield bekannt geworden sind. Ihre Songs wurden im Netz so gehypet dass ihnen bald alle Türen offen standen – so dass ihr erstes Album „Whatever people say I am that’s what I’m not“ direkt von 0 auf 1 in den britischen Charts schoss. Es folgten Preise, Auszeichnungen und viele Auftritte. Alles gespickt mit einer gewissen Arroganz, lauten, schnellen Gitarrenklängen und Texte, in denen die Gesellschaft teils kritisch und teils ironisch beschrieben wurde. Die Erfolgsträhne hielt auch mit dem zweiten Album „Favourite Worst Nightmare“ an. Doch schon mit dem dritten Album „Humbug“ läuteten die Affen ein – für sie – neues Musikzeitalter an. Deutlich zeigte sich der Einfluss des Produzenten Josh Homme, welcher vor allem als Frontmann von Queens of the Stone Age bekannt ist. Die Gitarren wurden dunkler gestimmt, die

Texte waren ernster und eine düstere Grundstimmung umgab das Album. Schon damals wurde Kritik laut – und gleichzeitig als bestes und schlechtestes Album 2009 gehandelt. Und nun kommt „Suck It and See.“ Schon der Titel könnte als Kampfansage gedeutet werden. Schluckt es und seht. Fakt ist: Mit den jungen Garagenrockern hat dieses Album nicht mehr viel zu tun. Als würdigen Nachfolger kann es also eher nicht betitelt werden. Hört man jedoch genau hin und lässt sich darauf an, merkt man, dass diesem Album quasi die Sonne aus der Hülle scheint. 12 Songs, gespickt mit einem 70er Jahre Flair. Anspieltipps: Black Treacle, Piledriver Waltz und Suck It and See. Da sieht man auch mal über kleinere Lückenfüller wie The Hellcat Spangled Shalalala hinweg. Eins aber haben die Arctic Monkeys dann doch nicht verloren. Ihre Lässigkeit und dieser Touch Gleichgültigkeit, welcher Suck It and See zu einem lässigen, außergewöhnlichen Sommeralbum macht. Man sieht die Strände Südkaliforniens an sich vorbeiziehen. Viel mit dem regnerischen England hat das natürlich nicht mehr zu tun. Sieht man das Album aber als eigenständiges Werk, so findet man ein tolles Juwel für den Sommer. Einfach anhören und treiben lassen – und erstmal nicht dem Alten nachtrauern.

ARCTIC MONKEYS Suck It and See (Domino Records/Goodtogo)

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

29


THE DRIFTWOOD FAIRYTALES

DIE VERMÄHLUNG VON BANDNAME, COVERARTWORK UND ALBUMTITEL von Vesna Filipov

M

anchmal stimmt der äußere Gesamteindruck einer Band nicht so ganz. Aktuelles Beispiel: Limp Bizkits neuestes Werk. Kunst – schön und gut – liegt im Auge des Betrachters. Kann aber auch für Irritationen sorgen. Ganz anders bei „The Driftwood Fairytales“. Ist es Zufall, dass ich hier nun ein Album in den Händen halte, dessen Cover die Überreste eines Vergnügungsparks zeigt, nicht weit von dem Ort entfernt, an dem Norbert Witte einen Traum wahr werden und Kinderherzen höher schlagen lassen wollte?

30 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

Man sieht ein zerbrochenes Boot in Form eines Schwans mit traurig geschwungenem Hals und finsterem Gesicht. Im Hintergrund ein gefallenes Karussell-Pferd und ein umgestürztes Riesenrad. Das meiste in herbstlichem braun gehalten. Und dazwischen trockenes Laub. Hier scheint alles verlassen. In welchem Gegensatz steht dazu die Gestaltung der Innenseite des Albums: Da geht einem das Herz auf! Wenn man das Album öffnet, springen einem erst einmal die Zeilen „I’m talking my dog for a walk“ entgegen, denn die Texte stehen gleich auf den Innenseiten des Covers. Einladend. Hier ist der Künstler mit dem Hörer auf du und du. Dem logischen Verlauf folgend, nimmt man die CD heraus und da steht dann: „This Song’s for you.“ Willkommen zu Hause. Im verlassen Park scheint sich kein Menschenleben mehr

JULI 2011

aufzuhalten und alles ist trist. Aber hier, auf dem Album, hat man noch nicht aufgegeben. Im Gegenteil, es fängt alles erst so richtig an. In amerikanischen Stil und der Tradition von „Get Up Kids“, „Hot Water Music“ und der „inaller-Hardcore/Punkrock-Munde Band“ „The Gaslight Anthem“ kommt die Band daher. Und es verblüfft dann doch ein wenig, wenn man weiß, der Sound entstand in heimischen Gefilden. Die 12 Songs wurden aufgenommen in der Tonmeisterei „Oldenburg“. Und erinnern an die guten alten Zeiten, die wir immer mal wieder herbei sehnen. Und in die wir immer wieder gerne eintauchen. Melodischer Punkrock, ordentliche, aber nicht selbst überschätzte Gitarrensoli, ein Lead- und einen Rhythmus-


Foto © www.christianbendel.com

Gitarren, ein tightes Schlagzeug, mehrstimmige Chöre und schönes, hoffnungsvolles Stoytelling. Geschichten - nicht abseits bereits betretener Pfade wie Freundschaft und Hoffnung - aber immer noch aussagekräftiger als vieles, was man sonst so zu hören bekommt. Das wohlige Gefühl von Zusammenhalt und Freundschaft und Spielfreunde. Und über allem weht die „Die Hoffnung stirbt zuletzt“-Banderole. Falls sie nicht schon als Tätowierung auf der Brust verewigt wurde.

Ebenfalls gefällt die Tatsache, dass „Trailer Parks and Unicorns“ gerade mal das Debüt ist, das sich schon sehr homogen und stimmig anhört. Da hofft man gerne auf einen guten Start und eine wachsende Fangemeinde. Und die sollte sich finden lassen um wahr zu machen, worüber „The Driftwood Fairytales“ in ihrer ‚Cheap shot solidarity anthem“ singen. „Lonley hearts not so lonley anymore“

Die Antwort der Eingangs gestellten Frage zum Zufall lautet übrigens: höchstwahrscheinlich nein. Denn kleinere Recherchen haben ergeben:„The Driftwood Fairytales“ aus Berlin kommen. Wer mehr wissen möchte: http://de.wikipedia.org/wiki/ Norbert_Witte http://www.youtube.com/watch ?v=UFZNcIFf3RU&feature=rel ated

THE DRIFTWOOD FAIRYTALES „Trailer Parks and Unicorns“ (Fond Of Life Records)

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

31


BILLY CLYRO KICK ASS – LIVE UND IN FARBE

von Vesna Filipov

WER IM WEMBLEY SPIELT, DER IST SCHON WER

Wie vielen der ganz großen, verschiedenster Genre, wie zum Beispiel „ABBA“, „Pearl Jam“, „Depeche Mode“, „Whitney Houston“ und „Status Quo“, machen es ihnen „Biffy Clyro“ nach und füllen eine Arena, die rund 12.500 schwitzende und euphorisierte Körper in sich aufnehmen kann. Und damit spielen die drei Herren, Simon Neil, James und Ben Johnston plus der Mann, der live für den noch fetteren Sound sorgt, Ex-Oceansize-Frontmann Mike Vennart, im zweitgrößten Stadion Europas. Das allein wäre schon Bombast genug. Doch die hohe Kunst von „Biffy Clyro“ zaubert gar mehr und schafft es atmosphärisch tatsächlich, dieses Großereignis wirken zu lassen, wie ein Konzert in kleinem Rahmen. Auch wenn die Bilder eine ganz andere Sprache sprechen.

spielt präzise wie ein Uhrwerk und Mike Vennart sorgt mit der zusätzlichen Gitarre für ordentlich Druck. Nach zehn Jahren ununterbrochen auf Tour sitzt jeder Ton, jeder Griff, jeder Akkord. Alles wirkt wie aus einem Guss. Aber weder routiniert noch mechanisch. Hier sind Männer mit großen Gefühlen am Werk. Die zwar wissen, was sie tun, während ihrer Songs aber jegliche Kontrolle an die Musik abzugeben scheinen.

Was positiv auffällt: trotz riesen Show und dem Bewusstsein der Band und Macher dieser DVD für die Größe der Arena und der Bedeutung, dort ein Konzert zu spielen, verlieren sich „Biffy Clyro“ nicht im Größenwahn und heben nicht ab in unehrliche, gekünstelte Sphären. Was ein bisschen störend wirkt und gewöhnungsbedürftig ist, sind der Teils überDie Band - live wie geambitionierte Bildschnitt, der wohnt Oberkörperfrei, Mike im krassen Gegensatz steht zur Vennart dafür adrett im Anzug Vorliebe für Zeitlupeaufnahmen. – macht sich auf den Weg zur Und die ein oder andere KamBühne. Die letzten Sekunden eraeinstellung zu viel. Doch die gefilmt in Zeitlupe. Die SpanBand selbst beeindruckt nachnung steigt, die Menge ist ange- haltig (sollte man sie live nicht heizt und jubelt. Ein „Wooooh“ schon gesehen haben, was man ertönt und mit „The Captain“ besser sollte) und spielt aus ist der Abend im Winter 2010 ihren fünf bisherigen Veröffentlieröffnet. Ab jetzt darf mitgechungen mindestens je zwei sungen, hyperventiliert und Songs pro Album. Dieser Queraus jeder Pore getropft werden. schnitt legt augenscheinlich dar, Simon gibt an seiner Gitarre und wie konstant die Qualität der stimmlich wie immer alles. Die „Biffy Clyro“-Songs sind. brüderliche Rhythmus-Fraktion BIFFY CLYRO „Revolutions//Live At Wembley“ (14th Floor / Warner) 32 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011

Die Standartversion von „Revolutions//Live At Wembley bietet die 19 Songs umfassende Live CD plus DVD und Bonusmaterial (Livematerial von „T in the Park“ mit Interviewsequenzen und Audikommentare) Und auch Blicke hinter die Kulissen erlaubt einem „Revolutions// Live At Wembley“. So konsequent ungesprächig Simon auf der Bühne sein mag, so gerne spricht er mit seinen Bandkollegen. So erfährt man einige Details über die Produktion und kann fast schon philosophischen Überlegungen der Band zu einem perfekten Livekonzert lauschen. Und für die wahren diehard-Fans gibt es neben der Standard-Ausführung die Metallbox-Collectror’s-Edition, die die Doppel-CD und DVD, ein A5-Tourprogramm, eine ausgedruckte Setlist, ein Poster, Stickers und BIFFY CLYRO-ShowKonfetti. Doch nicht nur das. Fans, die die Metallbox direkt via www.biffyclyro.com bestellen, erhalten zudem ein zerschmettertes Instrumentenstück oder einen Teil des Bühnenbilds der Tour. Let the „Revolutions“ beginn!


LAMB

WHAT’S NEW? Irgendwie war Trip-Hop so ein Phänomen Ende der 90er, welches spätestens mit der Ausscheiden von Skye Edwards in 2004 bei Morcheeba zu Grabe getragen wurde. Seit 2010 sind Skye Edwards und Morcheeba wieder vereint, in 2011 kommt plötzlich eine neue Platte von Lamb. What’s new? 1996 in Manchester gegründet brachten Louise Rhodes und Andy Barlow im gleichen Jahr ihr Debüt-Album „Lamb“ heraus, gefolgt von drei weiteren Alben („Fear of Fours“, 1999; „What Sound“, 2001; „Between Darkness and Wonder“, 2003), die den Weg weg vom Drum’n’Bass hin zum Pop beschrieben. 2004 kündigten Lamb eine kreative Pause an, die, unterbrochen durch die Veröffentlichungen von einigen Live- und Remix-Alben bis 2011 angedauert hat. Nun haben wir „5“, und es klingt eigentlich nicht viel anders, als man es erwartet: Noch etwas mehr Pop als die Vorgänger, dennoch von der Stimmung her an Altes anknüpfend. Es fängt den Spirit des damaligen Pop-TripHop ein und erinnert an alte Zeiten. Innovativ ist es nicht, aber gelungen. Silvia Maraun

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

33


LIVEDABEI TORI AMOS 10.10. Hamburg, Laeiszhalle (Musikhalle) 11.10. Berlin, Tempodrom 25.10. Wien (A), Stadthalle 26.10. Frankfurt, Alte Oper 28.10. Antwerpen (B), Queen Elizabeth Hall 29.10. Brüssel (B), Bozar 31.10. Essen, Philharmonie

BERND BEGEMANN 15.09. Neuburg/Donau, Rob’s Bar 17.09. Karlsruhe, Jubez 17.11. Lüneburg, Salon Hansen 03.12. Gießen, Jokus 09.02. Oldenburg, Polyester GUS BLACK 01.11. Heidelberg, Karlstorbahnhof 02.11. Stuttgart, Universum 03.11. Dresden, Beatpol 04.11. Köln, Blue Shell 05.11. Münster, Gleis 22 06.11. München, Ampere 07.11. Hamburg, Knust 08.11. Berlin, Lido

AND YOU WILL KNOW US BY THE TRAIL OF DEAD 13.08. Hamburg, Festivalgelände Wilhelmsburg [Dockville Festival] ARCHITECTURE IN HELSINKI 23.07. Düsseldorf, Galopprennbahn [Open Source Festival]

BLACKMAIL 06.08. Horb, Festplatz im Neckartal [Mini-RockFestival] 13.08. Hamburg, Festivalgelände Wilhelmsburg [Dockville Festival] 13.10. Schaffhausen (CH) , Kammgarn

ARCHIVE 28.08. Winterthur (CH) , Festival [Winterthurer Musikfestwochen] THE ARK 02.09. Hamburg, Knust 03.09. Berlin, Festsaal Kreuzberg

BODI BILL 22.07. Rüsselsheim, Festung [Phono Pop Festival] 23.07. Diepholz, Bürgerpark [Appletree Garden Festival] 06.08. Freising, Vöttinger Weiher [Prima Leben und Stereo Festival] 12.08. Rees-Haldern, Alter Reitplatz [Haldern Pop Festival] 13.08. Hamburg, Festivalgelände Wilhelmsburg [Dockville Festival]

OLAFUR ARNALDS 24.07. Berlin, Roter Salon 25.07. Berlin, Roter Salon 28.07. Luzern (CH), KKL [Blue Balls Festival 11] ART BRUT 20.08. Hannover, Faust [Bootboohook Festival] ATARI TEENAGE RIOT 12.10. Berlin, Astra Kulturhaus 13.10. Leipzig, Werk 2 14.10. Cottbus, Jugendkulturzentrum Glad-House

BONAPARTE 23.07. Bad Doberan, Ostseerennbahn [Searock] 30.07. Dortmund, Westfalenpark [Juicy Beats] 12.08. Saalburg, Festivalgelände am Wetteraweg / Bleilochtalsperre [SonneMondSterne Festival] 13.08. Eschwege, [Open Flair] 14.08. Zofingen (CH), [Heitere Open Air] 27.08. Konstanz, [Rock am See]

BEADY EYE Big Brother Noel Gallagher steht mit seinem SoloWerk in den Startlöchern und lill’ Bro Liam und der Rest der alten Band bekommen nicht genug vom Touren. Nach einem Vorgeschmack in Hamburg und Köln sind vier weitere Termine bestätigt. Mehr Oasis war selten. 23.08. Bochum, Zeltfestival Ruhr 10.10. München, Tonhalle 14.10. Berlin, Columbiahalle 19.10. Offenbach am Main, Stadthalle

BON IVER 30.10. Köln, E-Werk 01.11. Berlin, C-Halle 06.11. Hamburg, Docks BOXHAMSTERS 29.07. Hamburg, Knust 30.07. Klingendorf, [Force Attack Open Air]

BEAT! BEAT! BEAT! 06.08. Trebur, Festivalgelände am Freibad Trebur [Trebur Open Air] 06.08. Freising, Vöttinger Weiher [Prima Leben und Stereo Festival]

BRATZE 30.07. Großenfehn, [Omas Teich Festival] BRITISH SEA POWER 09.10. Köln, Luxor 10.10. Berlin, Lido 11.10. München, 59 to 1

BEATSTEAKS 01.09. Leipzig, Conne Island 02.09. Wiesen (A), Festivalgelände [Two Days A Week] 03.09. Hamburg, Trabrennbahn am Volkspark [Hamburger Kultursommer] 28.09. Erlangen, E-Werk 30.09. Lausanne (CH) , Les Docks 05.11. Offenbach, Stadthalle 07.11. Osnabrück, Osnabrückhalle 08.11. Lübeck, Musik und Kongresshalle 11.11. Trier, Messeparkhalle 12.11. Siegen, Siegerlandhalle 14.11. Oldenburg, Kongresshalle 15.11. Rostock, Stadthalle 17.11. Zwickau, Stadthalle 19.11. Freiburg, Zäpfle Club 22.11. Heilbronn, Harmonie 23.11. Würzburg, S. Oliver Arena 27.11. Fürth, Stadthalle 29.11. Magdeburg, Stadthalle 30.11. Cottbus, Messehallen 02.12. Köln, Palladium 03.12. Göttingen, Lokhalle 05.12. Braunschweig, Stadthalle 07.12. Essen, Grugahalle 10.12. Berlin, Max-Schmeling-Halle

34 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

THE DUKE SPIRIT Pünktlich zum am 23. September erscheinen dritten Album “Bruiser” touren The Duke Spirit ausgiebig durch Deutschland. Und Frontfrau Liela Moss wird einmal mehr ihren Ruf als Englands coolste Rocksirene nach P.J. Harvey zu verteidigen wissen. 24.09. Hamburg, Reeperbahn Festival 25.09. Berlin, Lido 27.09. Hannover, Capitol 28.09. Köln, Luxor 30.09. München, 59:1 01.10. Stuttgart, Universum

CAKE 11.11. Weissenhäuser Strand, Ostsee-Ferienpark [Rolling Stone Weekender] CHUCKAMUCK 30.07. St. Leonhard, Club Leonhard [Kuahgartn Open Air] 12.08. Hamburg, [Dockville Festival] 27.08. Leipzig, Conne Island 22.09. Hamburg, [Reeperbahn Festival] CLICKCLICKDECKER 30.07. Dortmund, Westfalenpark [Juicy Beats] 06.09. Bochum, Bahnhof Langendreer 07.09. Göttingen, Apex 08.09. Wiesbaden, Spiegelsaal 09.09. München, Kranhalle 11.09. Magdeburg, Café Central 12.09. Köln, Subway 13.09. Künzelsau, Kino Prestige 14.09. Jena, Rosenkeller 15.09. Erlangen, E-Werk 16.09. Bielefeld, JZ Kamp 17.09. Potsdam, Waschhaus

JULI 2011

E

LBOW Auf den Festival-Bühnen schaffen es Elbow auch diesen Sommer ein ums andere Mal, die Sonne herbei zu brummen. Schön, dass es sie im Winter zurück in unsere Clubs zieht. Auf dass uns warm ums Herz wird. 07.11. Köln, Live Music Hall 08.11. München, Tonhalle 10.11. Berlin, Huxley’s Neue Welt (mit HOWLING BELLS) ELEMENT OF CRIME 20.08. Berlin, Zitadelle Spandau 25.08. Mainz, Kuz 26.08. Osnabrück, Rosenhof 27.08. Bonn, Museumsplatz 28.08. Wuppertal, Waldbühne FINDUS 20.10. Bremen, Lagerhaus 21.10. Münster, Amp FLEET FOXES 12.08. Rees-Haldern, Alter Reitplatz [Haldern Pop Festival] FOTOS 24.07. Cuxhaven, Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz [Deichbrand Festival] 29.07. Elend/Oberharz, [Rocken Am Brocken] FRISKA VILJOR 06.08. Horb, [Mini-Rock-Festival] FUTURE ISLANDS 18.07. Esslingen, Jugendhaus Komma 19.07. Berlin, (tba) 20.07. Chemnitz, Beta Bar 21.07. Köln, Sonic Ballroom 22.07. Rüsselsheim, Festung [Phono Pop Festival] 23.07.Diepholz, Bürgerpark [Appletree Garden Festival] THE GET UP KIDS 22.09. Köln, Luxor 24.09. Frankfurt, Batschkapp 25.09. München, Backstage 27.09. Stuttgart, Universum 28.09. Bochum, Zeche 29.09. Berlin, Lido GET WELL SOON 19.08. Hannover, Faust [Bootboohook Festival] GHOST OF TOM JOAD 22.07. Cuxhaven, Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz


[Deichbrand Festival] THE GO! TEAM 29.07. Großenfehn, [Omas Teich Festival] HERRENMAGAZIN 23.07. Rüsselsheim, [Phono Pop Festival] 24.07. München, Backstage 29.07. Elend/Oberharz, [Rocken Am Brocken] 30.07.Großenfehn, [Omas Teich Festival] 06.08. Magdeburg, [Rock im Stadtpark] 26.08. Flensburg, [Seaside Rendezvous - Flensburg Open Air] 26.08. Wiesbaden, [Folklore im Garten] 24.09. Hamburg, [Reeperbahn Festival] HOT WATER MUSIC 06.08. Horb, [Mini-Rock-Festival] HUNDREDS 22.07. Rüsselsheim, [Phono Pop Festival] 23.07. Diepholz, [Appletree Garden Festival] 05.08. Jena, Kulturarena 12.08.Hamburg, [Dockville Festival] JA, PANIK 30.07. St. Leonhard, [Kuahgartn Open Air] 20.08. Dresden, La Pampa Festival JACK BEAUREGARD 20.08. Hannover, Faust [Bootboohook Festival] 03.10. Hannover, Sing Sing 04.10. Nürnberg, Matahari Bar 06.10. Passau, X-Point Halle JIMMY EAT WORLD 19.08. Lüdinghausen, [Area 4 Festival] 20.08. Großpösna, Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See [Highfield Festival] JUPITER JONES 06.08. Anröchte, [Big Day Out] 13.08. Eschwege, [Open Flair] 14.08. Rothenburg, [Taubertal Festival] 13.10. Lingen, Alter Schlachthof 14.10. Bremen, Schlachthof 15.10. Lahnstein, Stadthalle 16.10. Bielefeld, JZ Kamp 18.10. Mainz, Kuz 19.10. Würzburg, Posthalle 20.10. Wien (A) , B 72 21.10. Augsburg, Kantine 23.10. Dortmund, FZW 27.10. Kiel, Max 28.10. Dresden, Beatpol 29.10. Karlsruhe, Substage 30.10. Erlangen, E-Werk 02.11. Leipzig, Werk 2 03.11. Münster, Skaters Palace 04.11. München, Backstage 05.11. Kaiserslautern, Kammgarn 06.11. Braunschweig, Meier Music Hall 18.11. Berlin, Astra Kulturhaus 19.11. Hamburg, Große Freiheit KAKKMADDAFAKKA 06.08. Freising, Vöttinger Weiher [Prima Leben und Stereo Festival] KANTE + ALAN METZGER Eigentlich verdingen sich Kante ja seit einer Weile als Theatermusiker in Berlin und spielen den Live-Soundtrack zu “Der gute Mensch von Sezuan”. Für ein exklusiven Konzert schmeißen sie nun aber doch die Rock-Verstärker an und bringen als Special-Guest Alan Metzger aus Düsseldorf mit. 04.09. Festsaal Kreuzberg KAPELLE PETRA 05.08. Ochtendung, Kulturhalle 06.08. Beelen, [Krach am Bach] 12.08. Brake, Stadion [Waterquake] 20.08. Stemwede, Festivalgelände

KETTCAR 15.07. Eching, Echinger See [Sonnenrot Festival] 22.07. Bad Doberan, Ostseerennbahn [Searock] 23.07. Cuxhaven, Seeflughafen Cuxhaven/Nordholz [Deichbrand Festival] KILIANS 06.08. Freising, Vöttinger Weiher [Prima Leben und Stereo Festival] THE KOOKS 20.08. Großpösna, Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See [Highfield Festival] MORITZ KRÄMER 20.08. Hannover, Faust [Bootboohook Festival) MADSEN 30.07. Großenfehn, Festivalgelände [Omas Teich Festival] 19.08. Lüdinghausen, Flugplatz Borkenberge [Area 4 Festival] 20.08. Kaiserslautern, Kammgarn 02.09. Wiesen (A), Festivalgelände [Two Days A Week]

STATION 17 15.07. Breitenbach/Fulda, Burg Herzberg [Burg Herzberg Festival] 30.07. Großenfehn, Festivalgelände [Omas Teich Festival] 12.08. Hamburg, Festivalgelände Wilhelmsburg [Dockville Festival] 22.09. Hamburg, Reeperbahn [Reeperbahn Festival] 09.10. Wien (A) , Arena DIE STERNE 27.08. Leipzig, Conne Island THE STREETS 16.07. Gräfenhainichen-Dessau, Ferropolis [Melt! Festival] 19.08. Hamburg, Kampnagel THE THERMALS 29.07. Großenfehn, Festivalgelände [Omas Teich Festival] 30.07. Dortmund, Westfalenpark [Juicy Beats] 05.08. Freising, Vöttinger Weiher [Prima Leben und Stereo Festival] 07.08. Stuttgart, Universum 08.08. Heidelberg, Halle 01 13.08. Feldkirch (A) , Altes Hallenbad / Reichenfeld-Park [Poolbar Festival]

MANDO DIAO 04.10. München, Zenith 07.10. Oberhausen, König-Pilsener-Arena 08.10. Frankfurt, Jahrhunderthalle

FRANK TURNER 30.07. Großenfehn, Festivalgelände [Omas Teich Festival] 13.08. Püttlingen, Festivalgelände Herchenbach [Rocco Del Schlacko]

MOTORPSYCHO 16.10. Hannover, Musikzentrum 18.10. Osnabrück, Rosenhof THE NAKED AND FAMOUS 11.09. München, Backstage 14.09. Frankfurt, Sankt Peter 15.09. Bielefeld, Ringlokschuppen 16.09. Dortmund, FZW 17.09. Köln, Live Music Hall THE NATIONAL 19.08. Lüdinghausen, Flugplatz Borkenberge [Area 4 Festival] 20.08. Großpösna, Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See [Highfield Festival] TIM NEUHAUS 23.07. Diepholz, Bürgerpark [Appletree Garden Festival] NOAH & THE WHALE 13.08. Hamburg, Festivalgelände Wilhelmsburg [Dockville Festival] OWL CITY 27.09. München, Theaterfabrik 30.09. Berlin, Postbahnhof 01.10. Köln, Gloria 02.10. Hamburg, Grünspan RISE AGAINST 12.08. Rothenburg, Eiswiese [Taubertal Festival] 13.08. Düsseldorf, Philipshalle 14.08. Eschwege, Festplatz am Werdchen [Open Flair] 20.08. Großpösna, Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See [Highfield Festival] CHRISTIANE RÖSINGER 02.09.Dresden, Societätstheater [Sound Of Bronkow Festival] SAMBA 06.08. Friedland/Oder-Spree, Burg [Jenseits von Millionen Festival] 20.08. Hannover, Faust [Bootboohook Festival] SIR SIMON BATTLE 05.08. Friedland/Oder-Spree, Burg [Jenseits von Millionen Festival] 07.08. München, Theatron im Olympiapark 20.10. Dresden, Thalia-Kino

TUSQ 04.08. München, Backstage 13.08. Oberhausen, Olgapark [Olgas Rock] 19.08. Stemwede, Ilweder Wäldchen [Stemweder Open Air] 20.08. Großpösna, Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See [Highfield Festival] THEES UHLMANN & BAND 19.08. Großpösna, Magdeborner Halbinsel am Störmthaler See [Highfield Festival] 20.08. Hannover, Faust [Bootboohook Festival] 20.08. Lüdinghausen, Flugplatz Borkenberge [Area 4 Festival] 21.08. Hannover, Faust [Bootboohook Festival] 27.08. Wiesbaden, Kulturpark am Schlachthof [Folklore im Garten] 12.10. Erlangen, E-Werk 14.10. München, Muffathalle 16.10. Stuttgart, LKA Longhorn 18.10. Freiburg, Jazzhaus 19.10. Zürich (CH) , Abart 21.10. Jena, Kassablanca 22.10. Rostock, Mau Club 23.10. Magdeburg, Moritzhof 25.10. Köln, Bürgerhaus Stollwerck 26.10. Bremen, Schlachthof 27.10. Lingen, Alter Schlachthof 29.10. Hamburg, Grünspan 30.10. Berlin, Postbahnhof 12.11. Weissenhäuser Strand, Ostsee-Ferienpark [Rolling Stone Weekender] MAIKE ROSA VOGEL 20.08. Berlin, Zitadelle Spandau 25.08. Mainz, Kuz 26.08. Osnabrück, Rosenhof 27.08. Bonn, Museumsplatz 28.08. Wuppertal, Waldbühne YOUNG REBEL SET 14.07. Wien (A) , Arena [Grand Hotel Wien] GISBERT ZU KNYPHAUSEN 21.07. Eltville, Weingut Zu Knyphausen 30.07. Dortmund, Westfalenpark [Juicy Beats]

JULI 2011 FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN. /

35


sonne.

AUSGABE # 07 am 15. August 2011 ONLINE

(c) Alle Rechte vorbehalten. FLAMINGYOUTH.de 2002-2011 36 / FLAMINGYOUTHKULTUR.MUSIK.MAGAZIN.

JULI 2011


#06 - FlamingYouth.de - Kultur.Musik.Magazin.