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Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2017

Krafttraining nach dem Achtsamkeitsprinzip

Fit for the future Aufstiegskongress 2017 Mannheim

medical fitness and healthcare EUR 9,-

www.medical-fitness-healthcare.de

EUR 9,-

CHF 14,-


Von Birgit Schwarze Präsidentin DSSV e. V.

Uns gehört die Zukunft, wenn … Mehr als 10 Millionen Menschen in Deutschland begeistern sich für Fitnesstraining, nutzen das Angebot von über 8.600 kommerziellen Anlagen, und die Fitness- und Gesundheitsbranche erwirtschaftet einen Umsatz von über 5 Milliarden Euro, so die vom DSSV – Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen gemeinsam mit Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG durchgeführte Eckdaten-Studie 2017. Mehr als 150.000 Besucher aus 117 Nationen besuchten die FIBO in Köln, die weltweit größte Messe für Fitness, Wellness und Gesundheit, die therapie Leipzig vermeldet einen Aussteller- und Besucherrekord und bereits zum 36. Mal lud die IHRSA zur International Convention & Trade Show. Mehr als 7.200 Studierende, so viele wie noch nie, studieren derzeit an der DHfPG. Fitness und Gesundheit eilen von Rekord zu Rekord. Und das Beste: der Trend hält an. Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist ein Zukunftsmarkt. … wir weitsichtig denken Wer hätte das vor mehr als 30 Jahren gedacht: 1984 bei der Gründung des DSSV, oder ein Jahr zuvor bei Gründung der BSA-Akademie, dem Schwesterunternehmen der DHfPG, oder ein Jahr später bei FIBO-Gründung. Die Professionalisierung der Branche und das gestiegene Interesse für das Thema Gesundheit begünstigen die positive Entwicklung. Die Reaktionsquote der Fitnessbranche, sprich der Anteil der Mitglieder in Fitness- und Gesundheits-Anlagen gemessen an der Gesamtbevölkerung, stieg in der für die Branche relevanten Kernzielgruppe der 15- bis 65-Jährigen auf 18,7 Prozent. Für immer

mehr Menschen gewinnt körperliche Betätigung an Bedeutung, ist sie ein wichtiger Faktor der aktiven Gesundheitsvorsorge und eine Investition in die Leistungsfähigkeit. Tendenz steigend. … und mitgliederorientiert handeln. Ohne Zweifel: 10 Millionen Mitglieder, 8.600 Anlagen und 5 Milliarden Euro Umsatz sind stattliche Kennziffern. Doch Selbstgenügsamkeit ist fehl am Platz. Wer heute denkt, das Potential sei ausgereizt, verspielt seine Zukunft. Stillstand bedeutet Rückschritt. Gemeinsam wollen wir weiter. Es liegt an uns, die Zukunft auch durch eine noch stärkere Anerkennung der Fitness-Anlage als Teil des Gesundheitssystems für uns zu gewinnen. Gemeinsam haben wir neue Ziele zu definieren, neue Maßstäbe zu setzten. Wir wollen die nächsten zehn Prozent Marktdurchdringung in Deutschland. Dabei wird die Branche neuen Zielgruppen begegnen, die unterschiedliche Bedürfnisse haben. Diese gilt es, durch attraktive Angebote und neue Betreuungskonzepte anzusprechen und zu bedienen. Prävention und Therapie, Fitness und Gesundheit, immer neue Trainingsformen, Qualifizierung, Zertifizierung nach der DIN-Norm 33961, Digitalisierung und Betriebliches Gesundheitsmanagement sind nur einige von vielen Themen, die für jeden Betreiber im Fitness- und Gesundheitsmarkt attraktive Perspektiven eröffnen. Wer hätte das vor 30 Jahren gedacht?

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INHALT 10

Foto: Jan Häselich

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Foto: DHfPG / BSA

Foto: Ellen Wieghaus

Royal Sports Spirit – Krafttraining nach dem Achtsamkeitsprinzip

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Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2017

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Aufstiegskongress 2017 Mannheim

03 Editorial 06 News 10 Royal Sports Spirit – Krafttraining nach dem Achtsamkeitsprinzip 14 Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2017 18 Mehr Erfolg im Selbstzahlerbereich 20 Modulation der Darmflora – Sind Balaststoffe essenziell 26 Physio Aktiv – Wissenstransfer und Austausch im Netzwerk 28 Fertigbau – Therapie und Fitness kombiniert 30 Körperanalyse – Jeder Topf hat seinen Deckel 32 Die Lebenssituation älterer Menschen in Deutschland 34 Erschließung neuer Marktpotenziale durch BGM 36 Der Krankheitsstand in Deutschland 38 Im digitalen Zeitalter bewegt sich etwas

40 Aufstiegskongress 2017 44 therapie Leipzig 2017 48 FIBO 2017 50 Corporate Health Convention 2017 52 Körperanalyse – Daten statt raten 56 Problemen der sitzenden Gesellschaft entgegensteuern 58 Innovations-Push für den Selbstzahlerbereich 60 Warum wir uns Sportverletzungen antrainieren und wie wir sie vermeiden 62 EMS-Training zwischen Studios und Studien 64 EMS-Training – Richtlinie der Wissenschaft 65 Fitnesstraining mindert depressive Verstimmungen 66 Markt für Digital Health mit großem Wachstumspotenzial 66 Buchtipp

medical

Impressum

fitness and healthcare

www.medical-fitness-healthcare.de

Herausgeber & Verlag Birgit Schwarze & Refit Kamberovic Beutnerring 9 21077 Hamburg Telefon: +49 (0) 40 - 300 945 - 0 www.fitnessmanagement.de Chefredaktion Birgit Schwarze Telefon: +49 (0) 40 - 300 945 - 0 schwarze@medical-fitness-healthcare.de Redaktion Jennifer Kräge, Dustin Tusch, Thomas Kämmerling

Wissenschaftlicher Beirat Prof. Dr. Bernhard Allmann

Mitglied des Gesundheitsausschusses des DSSV e. V. Professor an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement (DHfPG) Präventionsbeauftragter der IKK Südwest Tobias Niemann Mitglied des Gesundheitsausschusses des DSSV e. V. Mitglied der Bundesfachkommission Sozialpolitik des Wirtschaftsrates Geschäftsführer formedo

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Anzeigen & Aboservice Refit Kamberovic & Birgit Schwarze Telefon: +49 (0) 40 - 300 945 - 0 schwarze@medical-fitness-healthcare.de Art Direction Klaudia Lech Satz & Gestaltung Klaudia Lech, Khai Minh Le, Lars Marschalek, Stefanie Reifschneider Druck Meinders & Elstermann GmbH & Co. KG Weberstraße 7, 49191 Belm bei Osnabrück


Precor setzt im digitalen Wandel auf Partnerschaft mit eGym Auf der FIBO 2017 präsentierte Precor die neue Partnerschaft mit eGym und setzt dabei mittels Anbindung an die eGym Cloud auf ein noch intelligenter vernetztes Trainingserlebnis für Trainer und Studiomitglieder. Die Partnerschaft mit eGym ermöglicht zukünftig eine komplette Anbindung aller Precor Cardiogeräte an die führende eGym Technologie. Die nahtlose Schnittstelle zwischen den Cardiogeräten und dem innovativen eGym Trainingskonzept mit eGym Cloud und Apps für Trainer und Mitglieder stellt die digital gestützte Mitgliederbetreuung auf eine völlig neue Stufe. Sobald sich das Mitglied am Precor Cardiogerät

anmeldet, stellen sich alle Trainingsparameter entsprechend des Trainingsplans ein. Absolvierte Trainingseinheiten werden automatisch auf den kostenlosen Apps von eGym für Trainer und Mitglied nachvollziehbar – für optimale Betreuung und maximale Motivation der Mitglieder. Die Kunden trainieren deutlich effizienter, und die Auslastung unserer Geräte, sowie der gesamte Durchlauf im Studio wird optimiert. www.precor.com

Forschungskooperation zum EMS-Training zwischen der TU Kaiserslautern und der DHfPG

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EMS-Training wird immer beliebter. Gerade Personen, die wenig Zeit für Fitnesstraining aufbringen können, nutzen diese Trainingsmöglichkeit. Wie sich EMS-Training langfristig auf den Körper und die Leistungsfähigkeit auswirkt, evaluieren Sportwissenschaftler von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement und der TU Kaiserslautern in den nächsten drei Jahren in einem gemeinsamen Forschungsvorhaben. Was die Reiz-Strom-Methode langfristig bewirkt, ist bislang in keiner wissenschaftlichen Studie untersucht worden. Dies möchten Professor Fröhlich und sein Doktorand Joshua Berger gemeinsam mit

Professor Dr. Christoph Eifler von der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in den nächsten drei Jahren genauer untersuchen. „Im Kontext des EMS-Trainings ist die Trainingspraxis der Forschung voraus. Diese Lücke wollen wir mit der Forschungskooperation schließen“, erklärt Prof. Christoph Eifler. Einen ausführlichen Bericht zur Forschungskooperation finden Sie auf Seite 62.

gym80 and Intenza launchen Boutique Studio Concept Die enge strategische Zusammenarbeit der Premium-Fitness Kraft- und Cardiogerätehersteller gym80 und Healthstream konkretisiert sich ab sofort im Bereich der Mikro-Trainingskonzepte. Mit „Escalate Your Power“ startet ein innovatives Small-Group Personal-Training-Programm, das als integrierte Stu-

dio-Lösung das zukunftsweisende Business-Model der Boutique-Gyms bedient. Das profilierte MicroKonzept wurde auf den beiden größten internationalen Messen der Branche – IHRSA in Los Angeles und FIBO in Köln – dem nord-amerikanischen und europäischen Markt präsentiert. www.gym80.de

Bodystreet setzt auch in UK auf miha bodytec

Mit der Eröffnung seines ersten Studios in Milton Keynes, Großbritannien, in 2016 gelang dem mit über 240 Studios weltweit erfolgreichsten EMSSystem Bodystreet ein wichtiger Schritt bei der weiteren Internationalisierung. Die aktuelle Entscheidung, auch am britischen Standort auf miha

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bodytec zu setzen, fällt zeitlich zusammen mit der Expansion des Geräteherstellers: Seit Januar 2017 ist miha bodytec mit einer eigenen Niederlassung in der Londoner City vertreten. Foto: miha bodytec

Das größte EMS-Franchisesystem der Welt, Bodystreet, betreibt nun auch im Vereinigten Königreich seine Studios mit dem Gerät des führenden deutschen EMS-Geräteherstellers miha bodytec. Die Zusammenarbeit besteht seit 2009; auch in Deutschland und Österreich verwendet Bodystreet Geräte von miha bodytec.

Mark Holland (Bodystreet UK) li. und Thomas Ott (miha bodytec UK) re.

www.miha-bodytec.com


Power Plate goes 24/7

Fotos: Power Plate GmbH

Der Kunde kann, wann immer er möchte, die Power Plate mit der Station 24 Stunden/7 Tage die Woche nutzen. Der virtuelle Personal Trainer erwartet den Kunden dort per Touchscreen und absolviert mit ihm gemeinsam eine Vielzahl an unterschiedlichen

10 Minuten Programmen. Trendgerecht stehen Themen wie Functional, Faszien oder Yoga auf dem Programm. Wünscht der Kunde eine Verbesserung seiner sportlichen Leistungen, dann wählt er die Golf-Session, Ski-Gymnastik oder Biken. Aber auch Figurprogramme wie Fatburner, Bauch-Beine-Po oder das Anti-Cellulite Treatment stehen zur Verfügung. Gesundheitsthemen runden das Programm mit der Rücken-Session, Flexibilität oder Entspannungsmassagen ab. Bei allen Programmen steht den Trainierenden ein virtueller Trainer zur Seite und gibt die richtigen Ausführungs- und Sicherheitshinweise. www.powerplate.de

Kurz-Seminare: So funktioniert Betriebliches Gesundheitsmanagement richtig

Foto: DHfPG/BSA

Mit bundesweiten Kurz-Seminaren zum Thema „Praxiswissen BGM“ bekommen Fach- und Führungskräfte aus der Fitness- und Gesundheitsbranche an insgesamt sieben Terminen spezifische Kompetenzen von BGM-Experten der Deutschen

Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/BSA-Akademie vermittelt, um sich als externer Dienstleister im Bereich Betriebliches Gesundheitsmanagement zu etablieren oder bereits bestehendes Fachwissen weiter auszubauen. Mit BGM erschließen sich Fitness- und Gesundheitsunternehmen neue Einnahmequellen. Sie können Partner von Betrieben im Rahmen eines umfassenden BGM-Projektes sein, wenn die speziell erforderlichen Kompetenzen vorliegen. In Verbindung mit der vorhandenen Infrastruktur sind Fitnessund Gesundheitsunternehmen damit nicht nur in der Lage, sich als Anbieter von einzelnen Maßnahmen wie z. B. Firmenfitness und Rückenschule zu positionieren, sondern können auch als externe Berater für die Umsetzung von langfristigen BGMProgrammen tätig werden. Teilnehmer des KurzSeminars profitieren von Praxistipps für die Umsetzung eines BGM in einem Unternehmen. Termine und Anmeldung unter: www.dhfpg.de/bgm-seminar

CoGAP revolutioniert den Markt der Abnehmshakes! Der MetaShake® ist ein Meta-Typ gerechter und einzigartiger Mahlzeitenersatz, welcher Ihre individuelle genetische Veranlagung berücksichtigt. Die vier Meta-Typen werden vom Center of Genetic Analysis and Prognosis (kurz CoGAP®) definiert. Für diese wird unter Einhaltung strengster Regularien und Normen jeweils ein passender Mahlzeitenersatz in Deutschland entwickelt und produziert. Der MetaShake® stellt v. a. in stressigen Situationen als auch für unterwegs eine hervorragende Alternative zu Meta-Typ gerechten Mahlzeiten dar.

www.metashake.de

Foto: CoGAP®

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Hacking Fitness – Daten statt raten cardioscan und seca – ein voller Erfolg auf der FIBO. Training kann nur funktionieren, wenn man seine Werte kennt. Deswegen setzt cardioscan seit jeher auf die Wirkung von individuellen Ergebnissen und Foto: seca medizinisch genauem Training. Auf der FIBO 2017 konnte cardioscan seine Besucher mit Hacking Fitness begeistern. Es steht für den smarten Umgang mit smarten Tools für besonders smarte Ergebnisse.

Mit dem Anspruch, den Fitness- und Gesundheitszustand so präzise wie möglich zu bestimmen, setzt cardioscan seit der FIBO auf die Ermittlung der Körperzusammensetzung durch den medical Body Composition Analyzer (mBCA) von seca, dem Weltmarktführer im Bereich medizinischer Messsysteme und Waagen. Er liefert eine derartige Präzision, dass er in Bereichen wie der Adipositasund Krebstherapie zum Einsatz kommt. Mit dieser Genauigkeit auf medizinischem Level festigt cardioscan sein Angebot auf höchstem Niveau. www.cardioscan.de

GEN-Test MetaCheck POWER Die Entwickler des MetaCheck fitness Dr. Hossein Askari (CoGap), Tobias Niemann (for me do) und Dr. Orhan Özüak (CoGap) freuen sich einen weiteren GEN-Test, den MetaCheck POWER, auf der FIBO zu präsentieren. Der Test unterstützt Trainierende dabei ihr Muskelaufbautraining möglichst effektiv zu gestalten und durchzuführen. Mit den Ergebnissen

kann das Training auf Grundlage der individuellen genetischen Veranlagung angepasst werden. Dies führt zu einer besseren Muskelqualität und ihrer optimalen Zusammensetzung. Interessierte FitnessStudios und Personal Trainer können dieses innovative Produkt ihren Kunden ab sofort anbieten. www.metacheck-power.de

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Foto: myline

Erfolgreiche und inspirierende myline Unternehmertreffen im März Im März fand wieder die jährliche Unternehmerrunde der myline Deutschland GmbH statt. Die neu eingeführte Struktur der vergangenen Unternehmertreffen hat auch dieses Mal die rund 120 Teilnehmer begeistert! Im 1. Block des Tages wurden die neuen myline Kampagnen sowie die digitalen Innovationen vorgestellt und myline spezifische Themen für mehr Erfolg mit der Positionierung Abnehmen besprochen. Im 2. Block, und das ist neu

seit Herbst, ging es um den Erfahrungsaustausch zu allgemeinen Studiothemen. Hier entfaltete sich das ganze Potential der hochkarätigen Unternehmerrunde. Durch den offenen Austausch konnte jeder Unternehmer wertvolle Impulse und Innovationen mit nach Hause nehmen, die den eigenen Unternehmenserfolg deutlich steigern werden. „Wir sind begeistert von der erfolgreichen Unternehmerrunde und freuen uns schon auf das große myline Premiumevent mit allen myline Partnern im Oktober“, so Alexander Dillmann, Geschäftsführer der myline Deutschland GmbH. www.myline24.de

milon zeigt die Zukunft des Trainings milon, der Branchenpionier und Innovationsführer von computergestützten Trainingssystemen, hat auf der FIBO, der weltweit wichtigsten Leitmesse für Fitness, Wellness und Gesundheit, mit dem Credo „Experience The Future“ viele neue Highlights präsentiert. Unter anderem stellte milon die neue Geräteserie milon Q, den milonizer 3.0, die milon CARE, milon ME und viele weitere Neuigkeiten aus ihrem Portfolio vor. Auch dieses Jahr hat milon auf der FIBO wieder eine überwältigende Resonanz erfahren. www.milon.com

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Foto: Matthias Baumgartner


Royal Sports Spirit

Krafttraining nach dem Achtsamkeitsprinzip 10 Von Dustin Tusch

Armin und Victor Schwencke sind Urgesteine der Fitnessbranche. Mit dem Royal Sports Spirit im Norden Hamburgs sind die beiden Brüder seit mehr als drei Jahrzehnten eine feste Größe auf dem Fitnessmarkt der Hansestadt. Doch mit den Jahren am Markt erstarkte auch die Konkurrenz. Als Reaktion auf diese Entwicklung haben die beiden Einzelbetreiber ihre beiden größten persönlichen Leidenschaften, das Kraft- und Mentaltraining, im Royal Sports Spirit vereint und damit nicht nur ein neues Trainingskonzept, sondern auch eine Antwort auf die stetig steigende Zahl an psychischen Erkrankungen implementiert und damit ein Alleinstellungsmerkmal erschaffen. Armin und Victor Schwencke sprachen mit medical fitness & healthcare über das neuartige Konzept des Royal Sports Spirit. medical fitness and healthcare | 01/2017

Noch nie gab es so viele Ausfalltage im Job wegen psychischer Erkrankungen Mit rund 246 Fehltagen je 100 Arbeitnehmer waren Seelenleiden 2016 auf einem historischen Höchststand. Die Zahl der Fehltage auf Grund psychischer Erkrankungen hat sich in den letzten 20 Jahren damit mehr als verdreifacht (1997: 77 Tage). Wegen keiner anderen Erkrankung fehlten Arbeitnehmer im vergangenen Jahr so lange am Arbeitsplatz. Das zeigt die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit. Und Wissenschaftler sind sich weitgehend einig, worin der Grund für Burnout, Depression und Co. liegen. Neben der Enttabuisierung und der damit gestiegenen Behandlungsquote sei es vor allem der gesellschaftliche Leistungsdruck und die allgemeine Überforderung, die psychische Leiden in unserer modernen Welt zu einer Volkskrankheit hat werden lassen. Ein Angebot, das wegen dieser Entwicklung in den letzten Jahren stark nachgefragt wird, ist das Mentaltraining. Ob Yoga oder Meditation – Konzepte gegen Stress und Überlastung boomen. Die Inhaber des Royal Sports Spirit haben diese Entwicklung schon vor längerem vorhergesehen und positionieren sich mit ihrem breiten Kursangebot an Yoga, Qi Gong, Mentaltraining und Zen-Me-


Fotos: Jan Häselich

ditation im Bereich der psychischen Gesundheit. Doch Anfang 2017 sind die Schwenckes, selbst passionierte Anhänger der Meditation, noch einen Schritt weitergegangen und schufen ein mentales Trainingskonzept für die gesamte Anlage –

die Brüder tauften es „Training nach dem Achtsamkeitsprinzip“. Die Initialzündung für diesen Entschluss war die Einladung von Zen-Meister Hinnerk Polenski in das Kloster Chiemgau zu einem Führungskräfteseminar.

Entwicklung psychischer Erkrankungen: Fehltage und Krankheitsfälle Quelle: DAK-Gesundheitsreport 2017

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1978 Kaufmann im Groß- und Außenhandel, Fachtrainer Karate B-Lizenz, Deutscher Karatebund, Reiseleiter, Sportanimateur 1983 Eröffnung Royal Athletics 1983 Geschäftsführender Gesellschafter 1988 Eröffnung Royal Sports Ibiza 1995 Eröffnung Ihr Sonnenstudio Hamburg-Volksdorf 1998 Eröffnung Ihr Sonnenstudio Ahrensburg 1999 Neubau Royal Sports Club Hamburg 2014 Neueröffnung Royal Sports Spirit

Fotos: Lara Washington

Armin Schwencke

Victor und Armin Schwencke (Royal Sports Spirit) mit Dustin Tusch (DSSV)

Studiofläche in qm

1200 + 200 m2 Dachgarten

Aufteilung der einzelnen Bereiche in qm Gerätetraining 350 Cardiotraining 150 90 + 60 Kursraum Thekenbereich 50 Wellnessbereich 200 Umkleiden 100 Sonstiges 200

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Anzahl der Mitarbeiter in den einzelnen Bereichen Trainingsfläche 16 Kursbereich 18 Service 19 Physio & Massage 2 Qualifikation der einzelnen Mitarbeiter Dipl. Fitnessökonom (BA), Trainer B-Lizenz, Dipl. Sportlehrer, Reha-Trainer, Gesundheitsmanager, Ökotrophologen, Physiotherapeuten, Dipl. Betriebswirt Struktur der Kunden nach Alter und Geschlecht Kundenanzahl 1200 47 53

Männer % Frauen %

50 200 300 450 200

Unter 18 18 - 30 30 - 45 45 - 60 Über 60

Victor Schwencke 1983 Sporthochschule Köln und BWL Hochschule Hamburg 1984 Ausbildung zum Bürokaufmann in einer Handelsvertretung 1985 Verkaufsrepräsentant Fa. Seidensticker/Alpenland 1989 Gründung Fa. Royal Sports F.C. Schwencke GmbH, Geschäftsführender Gesellschafter 1995 und 1998 Eröffnung von 2 Sonnen studios im Franchise System 1999 Neubau Royal Sports Club Hamburg 2014 Neueröffnung Royal Sports Spirit

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Bewusstes Trainieren ohne die Kunden esoterisch zu überfordern „Es war unsere Idee als erster Fitnessclub in Deutschland bewusstes Training nach dem Prinzip der Achtsamkeit für alle Trainierenden an allen Fitnessgeräten erlebbar machen zu können“, fasst Armin Schwencke die Grundidee der Verbindung von Kraft- und Mentaltraining zusammen. Vor drei Jahren starteten sein Bruder und er die Entwicklung des neuen Konzeptes. Die wichtigsten Kernpunkte des Trainings nach dem Achtsamkeitsprinzip, wie es im Royal Sports Spirit durchgeführt wird: bewusster beginnen, bewusster atmen, bewusster reflektieren, bewusster ausführen. Der Trainierende soll sich über seinen Befindlichkeitszustand im Klaren sein und mit dem Trainer über sein Tagesziel sprechen. Die Trainer des Royal Sports Spirit leiten die Mitglieder intensiv an und kontrollieren die Durchführung bei jeder Trainingseinheit. Armin Schwencke führt dazu aus: „Die Sehnsucht treibt uns an, ganz bei sich zu sein, Kraft zu tanken, den Stress los zu werden. Ohne Extra-Meditationstraining, ohne Guru, beim ganz simplen Krafttraining. Das bedienen wir, ohne den Sporttreibenden esoterisch zu überfordern und abzuschrecken.“


Fotos: Jan Häselich

Studien belegen positive Effekte von Fitnesstraining auf psychische Gesundheit Fragt man Kunden des Royal Sports Spirit, was sie nach ihrem Training empfinden, so geben sie zumeist an, dass sich ihr unmittelbares Wohlbefinden gesteigert hat. Und tatsächlich zeigen auch hier die Ergebnisse empirisch fundierter Studien eine Vielzahl positiver Effekte körperlicher Aktivität auf die psychische Gesundheit. Hierbei scheinen als physiologische Vermittler hormonale und metabolische Prozesse, Veränderungen von Neurotransmittersubstanzen, Endorphinbildung sowie eine gesteigerte Körpertemperatur eine wichtige Rolle zu spielen. Insbesondere das Krafttraining verbessert das subjektive Körperbild der Trainierenden, was wiederum zu einer Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung und der allgemeinen Lebenszufriedenheit führt. Generell scheint sich eine regelmäßige, moderate bis anstrengende körperliche Aktivität – gleich ob kraft- oder ausdauerorientiert – positiv auf die Reduktion von depressiven Verstimmungen, Ängsten und Stress auszuwirken und zu einer Verbesserung des Selbstkonzeptes der Trainierenden zu führen. (mehr auf Seite 65). Genau auf diese positiven Begleiterscheinungen des Fitnesstrainings setzen die Schwenckes.

Die häufigsten Diagnosen beim Krankenstand 2016 1. Muskel-Skelett-System (22,2 %) 2. Psychische Erkrankungen (17,1 %) 3. Atmungssystem (14,7 %) 4. Verletzungen und Vergiftungen (11,9 %) 5. Verdauungssystem (5,1 %) 6. Infektionen (4,6 %) 7. Neubildungen (4,6 %) 8. Kreislaufsystem (4,4 %) 9. Nervensystem, Augen, Ohren (4,3 %) 10. Unspezifische Symptome (3,9 %) Quelle: DAK-Gesundheitsreport 2017

30 % effektiveres Training durch das Achtsamkeitsprinzip Doch auch ein Mehr an Kraftzuwachs, eine höhere Trainingseffizienz und eine bessere Körperwahrnehmung sind positive Effekte des Krafttrainings nach dem Achtsamkeitsprinzip. Dass dies gelingt, belegen amerikanische Studien, die das Psychologische Institut der Sporthochschule Köln veröffentlicht hat: „Es wurde aufgezeigt, dass der der Kraftzunahme durch Bewegungswahrnehmungstraining primär zugrundeliegende Mechanismus auf im Nervensystem auftretenden Anpassungen basiert. So konnte beispielsweise nach vier Wochen Mentaltraining die Abduktionskraft des kleinen Fingers um 22 % gesteigert werden“, so Victor Schwencke. Hohe Betreuungsdichte und persönliche Zuwendung sind entscheidend Neben der Verbindung von Krafttraining und dem Achtsamkeitsprinzip ist es vor allem auf die hohe Betreuungsdichte und die breitgestreute Qualifikation der Mitarbeiter zurückzuführen, dass die Schwenckes seit mehr als drei Jahrzehnten erfolgreich positioniert sind. „55 Mitarbeiter kümmern sich um das Wohl unserer 1.200 Mitglieder. Zudem ist eine physiotherapeutische Praxis seit über einem Jahrzehnt fester Bestandteil unseres Hauses“, unterstreicht Victor Schwencke. Unter den Mitarbeitern sind neben Diplom-Sportlehrern und Reha-Trainern auch Fitnessökonomen und geprüfte Gymnastiklehrer angestellt. Doch bei allen positiven Effekten, die das Krafttraining in Kombination mit dem Achtsamkeitsprinzip auch hat: „Das Wichtigste“, so weiß Victor Schwencke, „bleibt aber die persönliche Zuwendung und Betreuung mit humorvollem Ton und natürlich der Spaß am Training.“

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Foto: Ellen Wieghaus

DSSV – Arbeitsgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, Deloitte und Deutsche Hochschule für Prävention und Gesunheitsmanagement DHfPG präsentieren die Eckdaten 2017.

Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2017

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Zukunftsmarkt Gesundheit 10 Millionen Mitglieder in Deutschland, 8.684 kommerzielle Studios, 5 Milliarden Euro Umsatz – Fitness- und Gesundheit eilen von Rekord zu Rekord, die Branche ist ein Treiber der deutschen Wirtschaft. Und das Beste: Der Trend hält an. Die Fitness- und Gesundheitsbranche ist ein Zukunftsmarkt. Die „Eckdaten 2017 der deutschen Fitness-Wirtschaft“, auch in diesem Jahr gemeinsam erstellt vom DSSV, dem Arbeitgeberverband deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen, vom Prüfungsund Beratungsunternehmen Deloitte und der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG, bestätigen die erfreuliche wie nachhaltige Entwicklung der Branche. Die Studie ist eine Sammlung ökonomischer und qualitativer Daten sowie eine fundierte Grundlage für den Austausch mit allen an der Branche Interessierten und Partnern. Die Veröffentlichung

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der „Eckdaten“ erfolgte am 20. März, die Präsentation am gleichen Tag in Köln. Die Studie hat Eindruck gemacht. Zahlreiche Leitmedien aus TV, Print und Online, wie ARD, ZDF und n-tv, vom Morgenmagazin über die Frankfurter Allgemeine Zeitung bis hin zu etlichen Online-Portalen griffen die positiven Kennzahlen auf. 10,08 Millionen Mitglieder: So viele wie noch nie

Fitness gewinnt für immer mehr Menschen an Bedeutung. Körperliche Betätigung ist ein wichtiger Faktor der aktiven Gesundheitsvorsorge und eine


lohnende Investition in die Leistungsfähigkeit. Die gute konjunkturelle Entwicklung und das gestiegene Interesse am Thema Gesundheit begünstigen dabei das Mitgliederwachstum. Erstmals zählte die Fitness- und Gesundheitsbranche mehr als 10 Millionen Mitglieder, gegenüber 2015 ein Anstieg um 6,6 Prozent oder eine Ausweitung um mehr als 600.000 neue Kunden. In den letzten fünf Jahren von 2012 bis 2016 verzeichnete die Branche eine Steigerung um 27,5 Prozent.

Die Zahl der Mikrostudios stieg im Berichtszeitraum um 9,5 Prozent auf 2.054 Anlagen, in den letzten fünf Jahren um mehr als 50 Prozent. Kennzeichnend für diese Anlagenform ist die größere Differenzierung der Anbieterkonzepte. Mikrostudios bieten vielfach „Nischenangebote“ wie beispielsweise Zirkeltraining, EMS-Training, Functional-Training oder Personal-Training. Anlagenentwicklung

Die Einzelbetriebe und die Ketten-Anlagen verzeichneten 2016 zusammen mehr als 9,5 Millionen Fitnesstreibende. Die Mikrostudios zählten 550.000 Mitglieder. Fitnesstraining war auch 2016 die mitgliederstärkste Trainingsform in Deutschland, weit vor Fußball (6,97 Millionen Mitglieder). Die Reaktionsquote der Fitnessbranche, sprich der Anteil der Mitglieder in Fitness- und GesundheitsAnlagen gemessen an der Gesamtbevölkerung, stieg auf 12,3 Prozent, in der für die Branche relevanten Kernzielgruppe der 15- bis 65-Jährigen sogar auf 18,7 Prozent. Mitgliederentwicklung (in Mio.)

© DSSV

Alle drei Marktbereiche, Einzel-, Ketten- und Mikrostudios, haben vom Wachstum profitiert, haben 2016 Mitglieder gewonnen. Der Grund: Alle Marktbereiche wenden sich an unterschiedliche Zielgruppen, decken die Nachfrage der Kunden ideal ab.

(Quelle: Eckdaten 2017)

43,5 Prozent aller Studios setzen auf Gesundheit

Im Vergleich der Kategorien „Training“ (Verbesserung der Leistungsfähigkeit), „Lifestyle“ (Lebensstil, Trends, soziale Aspekte), „Gesundheit“ (Erhalt der Leistungsfähigkeit, Prävention) und „Wellness“ (Entspannung, Erholung, mentaler Ausgleich) setzen die meisten Anlagen auf „Gesundheit“. 43,5 Prozent aller Studios nannten bei der Positionierung ihrer Anlage „Gesundheit“ an erster Stelle, gefolgt von „Training“ (36,0 Prozent). Auch die Einzelbetriebe und Mikrostudios setzen auf „Gesundheit“. Bei den Kettenbetrieben liegt dieses Segment nach „Training“ auf Rang zwei.

© DSSV

Anlagen nach Positionierung in der Kategorie Gesundheit (in %)

(Quelle: Eckdaten 2017)

Die positive Entwicklung der Fitness- und Gesundheitsbranche zeigt sich auch in der Entwicklung der Anlagenzahl. 8.684 kommerziell geführte Betriebsstätten zählte die Branche am Jahresende, eine Ausweitung um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Einzelbetriebe mit einer Gesamtfläche größer 200 Quadratmetern sind bezüglich der Anlagenzahl die häufigste Betriebsform. Mit 4.844 Studios stellt dieses Segment weit mehr als die Hälfte aller Anlagen. Das seit Jahren stärkste Anlagenwachstum aber weisen die Mikrostudios mit einer Fläche von bis zu 200 Quadratmetern aus.

© DSSV

8.684 Anlagen: Rekord

(Quelle: Eckdaten 2017)

209.200 Mitarbeiter: Arbeitsmarkt Fitness- und Gesundheitsbranche zeigt sich robust

Mehr als 209.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren zum Stichtag am 31.12.2016 in der

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Fitness- und Gesundheitsbranche beschäftigt, ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (205.700). In Bezug auf die 8.684 Anlagen ergibt sich eine durchschnittliche Mitarbeiterzahl von rund 24 Mitarbeitern pro Anlage. Mitarbeiterentwicklung (in Tsd.)

dopplung in den letzten fünf Jahren (2011: 3.043). Der „Bachelor of Arts“ Fitnessökonomie war auch 2016 der beliebteste Studiengang mit annähernd der Hälfte aller Studierenden, gefolgt vom „Bachelor of Arts“ Gesundheitsmanagement mit einer Ausweitung der Studierendenzahl um 12,8 Prozent. Zertifizierung nach DIN-Norm 33961 – mehr als ein gutes Gefühl

© DSSV

Immer mehr Betreiber von Fitness- und Gesundheitsanlagen schätzen die Vorteile einer Zertifizierung nach DIN-Norm 33961. Deutschland ist dabei das erste Land weltweit, das über eine demokratisch legitimierte Norm für Fitness-Studios verfügt. 56 Prozent aller Studios wollen in diesem Jahr in eine DIN-Zertifizierung wie zum Beispiel „ZertFit“ investieren. Betrachtet man nur die inhabergeführten Einzelstudios liegt der Anteil der Studios sogar bei 67 Prozent. Geplante Zertifizierung nach DIN-Norm 33961 (in %)

(Quelle: Eckdaten 2017)

Mehr als 80 Prozent aller Betriebe (rund 3.850 Anlagen) setzen auf dual Studierende, 99 Prozent aller Mikrostudios, annähernd 90 Prozent aller Kettenbetriebe und 79 Prozent aller Einzelstudios. Mitarbeiterentwicklung (in Tsd.) © DSSV

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Die zunehmende Qualifizierung ist und bleibt eine Investition in die Zukunft. 95 Prozent aller Betreiber wollen 2017 in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren, davon 100 Prozent aller Kettenbetreiber. Viele der weit mehr als 200.000 Mitarbeiter verfügen nicht nur über eine anerkannte Berufsausbildung, fast jeder fünfte Mitarbeiter hat sogar einschlägige akademische Abschlüsse.

© DSSV

95 Prozent der Betriebe investieren in Weiterbildung

(Quelle: Eckdaten 2017)

2017: Das Hoch hält an Die Stimmung ist positiv, der Trend optimistisch, die Aussichten vielversprechend. Vier von fünf Studios glauben für 2017 an eine weitere Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Dabei setzen Fitness- und Gesundheits-Anlagen weiterhin auf ihre Kernkompetenzen, um auch zukünftig den Bedarf ihrer Zielgruppen nach qualifizierter Dienstleistung im Gesundheitssektor zu bedienen.

Die Fitness- und Gesundheitsbranche in Zahlen (Stichtag: 31.12.2016)

(Quelle: Eckdaten 2017)

Der Trend nach einem Studium in der Fitness- und Gesundheitsbranche hält an. 7.047 Studierende waren zum 31.12.2016 an der staatlich anerkannten Deutschen Hochschule für Fitness- und Gesundheitsmanagement DHfPG, dem Bildungspartner des DSSV, immatrikuliert, mehr als eine Ver-

medical fitness and healthcare | 01/2017

• 10,08 Millionen Mitglieder, + 6,6 Prozent • 8.684 Fitnessanlagen, + 4,2 Prozent • 5,05 Milliarden Euro Branchenumsatz, + 4,5 Prozent • 209.200 Beschäftigte, + 1,7 Prozent • 87 Prozent der Anlagen planen 2017 Investitionen • 56 Prozent der Betreiber beabsichtigen eine Zertifi- zierung nach der DIN-Norm 33961 • Einzel: 1 bis 4 Betriebsstätten, > 200 m2 • Kette: 5 und mehr Betriebsstätten, > 200 m2 • Mikro: beliebig viele Betriebsstätten, bis zu 200 m2


Hingucker: Die neue eGym Benutzeroberfläche. Fotos: eGym GmbH

Mit eGym Physio direkt zum Kunden

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Mehr Erfolg im Selbstzahlerbereich Mit der intelligenten Vernetzung von Partnergeräten, einer neuen Benutzeroberfläche für die Gerätemonitore und mit spezieller Trainingssoftware wertet eGym den Selbstzahlerbereich in physiotherapeutischen Praxen deutlich auf. Das Training selbst wird noch intuitiver und smarter, und die Therapeuten haben jederzeit und überall sämtliche Trainingsprozess-relevanten Mitgliedsdaten parat. Die Patienten trainieren erfolgreich und bleiben somit hoch motiviert. Immer mehr Partner-Equipment, darunter zahlreiche Kardiogeräte führender Hersteller, aber natürlich auch die neue efle-xx Serie aus dem eigenen Haus (s. dazu auch den Beitrag auf Seite 58 in dieser Ausgabe), sind an die eGym Cloud angebunden. Das heißt, dass sich der Patient einfach nur mit seinem eGym RFID-Chip am jeweiligen Gerät einloggt, und schon geht’s los! eGyms Open-Platform-Ansatz verbessert die individuelle Betreuung durch den Therapeuten, der mit der eGym Trainer App das Training nunmehr auch auf Partnergeräten ideal steuern kann. Der Patient wiederum sieht in der eGym Member App jetzt auch seine Trainingsdaten und -fortschritte an allen an die eGym Cloud angebundenen Partnergeräten.

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Zum ganzheitlichen eGym Betreuungskonzept gehören außerdem die eGym Trainer App und die eGym Member App für die optimale Interaktion zwischen Therapeut und Kunden. Die beiden Apps ermöglichen im Zusammenspiel die lückenlose Dokumentation aller Trainingsaktivitäten – sowohl in der Physiopraxis als auch außerhalb. So gibt der Therapeut seinen Patienten beispielsweise via eGym Member App „Hausaufgaben“ mit in Form von Übungen, die sie außerhalb der Praxis erledigen. Er kann diese kommentieren und selbstverständlich anhand seiner eigenen eGym Trainer App nachvollziehen, ob die Patienten ihre Übungen auch tatsächlich ausgeführt haben. Die eGym Trainingsdatenbank umfasst über 1.000 verschiedene Aufgaben; von klassischen physiotherapeutischen bis hin zu Theraband- und Geräteübungen. Besonders motivierend für die Patienten: Änderungen am Trainingszustand werden sofort visualisiert. Wichtig für Betreiber von Physiopraxen: Einzige Start-Voraussetzung für die Anbindung der Partnergeräte ist die aktivierte eGym Cloud. Die smarte, vernetzte Trainingsfläche mit eGym funktioniert somit für jeden, der sich für die kostenlose digitale Betreuungswelt mit eGym Apps entscheidet!


Mehr Motivation: Die neue eGym Benutzeroberfläche Die beliebte Benutzeroberfläche der eGym Gerätemonitore ist ein Hingucker im wahrsten Wortsinne. Sie leitet optisch ansprechend und zuverlässig durch das erfolgreiche Training und erhält jetzt ein umfassendes Update, bei dem Nutzererfahrungen mit der eGym Member App Pate standen: AnalyseFunktionen zeigen schon bald direkt am Gerät den Trainingsfortschritt, und neue Gamification-Elemente (Erfolgspunkte, Rankings, Level), die Kunden bisher nur aus der Member App kennen, sorgen für die Extraportion Motivation! Zudem steht mit dem neuen Design die Trainingskurve noch mehr im Mittelpunkt: Der Ball ist zentriert, der Patient behält während der gesamten Trainings seine optimale Körperhaltung bei. Und wie gewohnt wird das neue Design der Benutzeroberfläche auf allen Geräten kostenlos freigeschaltet.

Fotos: eGym GmbH

Trainingsziel Reha Fit Reha Fit, das schonende Aufbautraining, richtet sich an Physio-/Reha-Patienten, die z. B. nach einer Verletzung oder aufgrund von Beschwerden für das „normale“ Training im Zirkel noch nicht fit genug sind. Reha Fit bereitet die Patienten darauf vor. Anders als bei den anderen Trainingszielen fokussiert Reha Fit sehr stark auf isokinetisches Training mit sehr geringer Intensität sowie mittlerer Trainingsgeschwindigkeit bzw. Wiederholungszahl. Für diese Zielgruppe ist es besonders wichtig, dass die Trainingsgeräte einfach bedienbar sind. Die Patienten bzw. Kunden vertrauen der Fachmeinung ihres Therapeuten und halten sich in der Regel sehr diszipliniert an ihren Trainingsplan. Der Fokus liegt ganz klar auf Mobilisierung und Aktivierung für ein schonendes Training.

Explonic – die Trainingsmethode zur Steigerung der Schnellkraft Die Schnellkraft nimmt mit zunehmendem Alter deutlich früher und schneller ab als die Maximalkraft, nämlich schon ab ca. 30 Jahren. Mit konventionellen Geräten war spezifisches Schnellkrafttrai-

ning bislang nicht möglich. Daher hat eGym die Trainingsmethode Explonic entwickelt: Wissenschaftlich fundiertes Training am Leistungsoptimum. Die Explonic-Methodik besteht im geführten Schnellkrafttraining: Leichtes Gewicht, maximal beschleunigt. Dabei versucht der Trainierende, jede Wiederholung in der konzentrischen Phase so schnell wie möglich zu bewegen. Gleichzeitig wird das Trainingsgewicht so gewählt, dass pro Wiederholung die maximale Leistung erbracht werden kann. Das persönliche Leistungsoptimum je Gerät lässt sich ganz einfach über die dynamische Kraftmessung erfassen. Explonic trainiert die Leistungsfähigkeit des Muskels für Alltagsbelastungen, sozusagen eine „Schnellkraftmethode für Jedermann“. www.egym.de

19 Darum eGym Physio Eine erfolgreiche Physiopraxis lebt insbesondere von einem direkten Zugang zu potenziellen Kunden. Mit einem für alle Zielgruppen zuverlässig funktionierenden Trainingsbereich für Selbstzahler ist dies möglich. eGym Physio unterstützt Sie dabei, aus Ihren Patienten erfolgreiche und gesunde Kunden zu machen. Sie werden dabei zum Gesundheitscoach und begleiten Ihre Kunden auf ihrem individuellen Weg zu ihrem persönlichen Trainingsziel: 1. Bieten Sie Ihren Patienten die Möglichkeit, auch nach der Therapie-/Rehabilitationsphase in Ihrer Praxis zu trainieren. 2. Ein einzigartiges Trainingserlebnis schafft maximale Kundenzufriedenheit. 3. Ihren Personalaufwand halten Sie trotz vergrößertem Kundenstamm gering: Das intelligente Trainingssystem von eGym Physio ist einfach und sicher. 4. Sie verzeichnen steigende Umsätze und Gewinne. 5. Sie werden unabhängiger von Krankenkassen.

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eGym NEXT – erleben Sie efle-xx und die gesamte digitale Betreuungswelt von eGym live: Senden Sie einfach eine E-Mail an events@egym.de.


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Modulation der Darmflora – Sind Ballaststoffe essenziell? Als Darmflora wird die Gesamtheit der im Darmtrakt lebenden Mikroorganismen bezeichnet. Sie besteht zu 99 % aus Bakterien. Zirka 10 - 100 Billionen Bakterien und 500 - 1.000 verschiedene Keimarten machen die Darmflora aus. Der überwiegende Anteil der Keime zeigt keine krankheitsauslösenden Eigenschaften. Eine gewisse Menge bzw. Anzahl von Keimen mit erkrankungsauslösendem Potenzial lässt sich gewöhnlich jedoch immer nachweisen. Erkrankungen müssen daraus nicht resultieren, solange die krankheitsauslösenden und nicht krankheitsauslösenden Keime in einem kontrollierten Verhältnis zueinander stehen. Der überwiegende Anteil der Mikroorganismen ist im Dickdarm angesiedelt. In der Summe soll die Masse der Mikroorganismen 1 - 2 kg entsprechen. Die mikrobielle Zusammensetzung der Darmflora ist individuell verschieden. Bei der natürlichen Ge-

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burt wird das Neugeborene im Geburtskanal mit Keimen infiziert, woraus sich die erste Darmflora entwickelt. Weiterhin sind Keime der mütterlichen Darmflora in der Muttermilch zu finden. Beim Stillen gelangen die Keime mit der Milch in den Darmtrakt des Säuglings und siedeln sich dort an. Die erste Darmflora beim Kleinkind wird als Bifidusflora bezeichnet und besteht zum größten Teil aus Milchsäurebakterien. Die Darmflora entwickelt sich bis zum dritten Lebensjahr und zeigt sich dann bis ins Alter in der Zusammensetzung relativ konstant. Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt kommen, können nicht mit vaginalen Keimen in Berührung kommen. Anstelle dessen werden sie mit der Hautflora der Mutter infiziert. Die sich daraus entwickelnde Darmflora wird aus medizinischer Sicht als unnatürlich charakterisiert. Auch das Füttern mit Formulamilch kann die Entwicklung einer altersge-


rechten Darmflora stören. Gefütterte Kleinkinder weisen eine der Darmflora Erwachsener ähnliche Zusammensetzung auf. Die Bedeutung der Darmflora Die Darmflora weist vielfältige metabolische Eigenschaften und Funktionen auf, die letztlich unsere Gesundheit beeinflussen. Gemeinsam mit der Darmschleimhaut bildet sie eine mechanische und biologische Barriere gegen Krankheitserreger und Fremdkörper. Die Bakterien der Darmflora bilden antimikrobielle Proteine, welche der Bekämpfung krankheitsauslösender Keime dienen. Dabei interagieren sie mit dem Teil des Immunsystems, das für den Darm verantwortlich ist. Bestimmte Immunzellen erfassen den Zustand der Darmflora und beginnen wenn nötig, krankheitsauslösende Keime abzuwehren.

Abbildung 1: Darstellung der Interaktion von Darmflora und dem darmassoziierten Immunsystem. Über Dendritische Zellen, Toll like Receptors (TLR) und M-Zellen, die mit Makrophagen in Verbindung stehen, wird die Beschaffenheit der Darmflora vom Immunsystem erfasst. Die von diesen Zellen gebildeten Botenstoffe und Zytokine können Entzündungsreaktionen auslösen und die T-Zellen aktivieren. Die T-Zellen wiederum bilden Zytokine, welche die Antikörperproduktion der B-Zellen induzieren. Mithilfe der Entzündungsreaktionen und der Antikörper kann das Immunsystem auf pathogene Keime reagieren und gesundheitsschädigende Infektionen abwehren.

Aus dem Stoffwechsel der Keime der Darmflora gehen kurzkettige Fettsäuren, wie Essigsäure, Buttersäure und Propionsäure sowie Gase, wie Kohlendioxid, Methan und Wasserstoff hervor. Die gebildeten Gase machen sich als Blähungen bemerkbar. Die Fettsäuren senken den pH-Wert und hemmen somit die Ansiedlung pathogener Keime. Insbesondere die Buttersäure zeigt zudem krebshemmende Eigenschaften: Sie hemmt den Transkriptionsfaktor Nuclear Factor kappa B (NFkB), hemmt entzündungsfördernde Zytokine, beeinflusst die Genexpression, hemmt das Wachstum von Krebszellen und fördert deren Absterben. Weiterhin ist die Darmflora an der Entgiftung von Xenobiotika, d. h., chemischen, körperfremden Stoffen mit gesundheitsgefährdendem Potenzial, beteiligt. Auf diese Weise kann Schädigungen des Darmgewebes, Infektionen, Unverträglichkeiten


und Vergiftungen bis hin zu Tumorerkrankungen vorgebeugt werden. Beobachtet werden konnte zudem eine funktionsfördernde Wirkung hinsichtlich der Darmperistaltik und der Verdauung.

Abbildung 2: Der Einfluss einer Dysbiose (links) vs. intakter Darmflora (rechts) auf das Entzündungsgeschehen und das Krebsrisiko im Dickdarm. Auf Dysbiosen reagiert das Immunsystem mit Entzündungsreaktionen. Die dabei aus den Immunzellen (Makrophagen) ausgeschütteten entzündungsfördernden Stoffe wie z. B. Interleukin 1ß (IL-1ß) und der Transkriptionsfaktor Nuclear Factor kappa B (NF-kB) können jedoch die Erbanlagen der Darmzellen schädigen und das Wachstum entarteter Zellen begünstigen. Bei einer Ballaststoffzufuhr von mindestens 30 g pro Tag kann eine physiologische Darmflora aufrechterhalten werden. Die Bakterien fermentieren Ballaststoffe u. a. zu kurzkettigen Fettsäuren (Acetat, Butyrat, Propionat), welche der Krebsentstehung entgegen wirken.

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Ballaststoffe als Nährmedium Die Mikroorganismen der Darmflora gewinnen ihre Energie bzw. decken ihren Nährstoffbedarf durch die Verstoffwechselung von Ballaststoffen. Vor allem die nicht verdaulichen Kohlenhydrate dienen als Energielieferanten. Ballaststoffe kommen in bedeutenden Mengen in Gemüse, Obst, Nüssen, Kernen, Samen, Vollkorngetreide/-produkten und Pilzen vor. Sie gelten entsprechend der klassischen Ernährungslehre als nicht lebensnotwendig (essenziell), aber funktionserhaltend auf den Magen-Darm-Trakt. Pauschal wird von den Ernährungs- und Gesundheitsgesellschaften empfohlen, täglich ca. 30 g Ballaststoffe zuzuführen. Die Zufuhrmenge wird z. B. durch den Verzehr von 15 g Leinsamen, 40 g Vollkornbrot, 200 g Brokkoli, 120 g Apfel, 30 g Mandeln, 150 g Gemüsepaprika, 120 g Birne und 50 g Datteln bereitgestellt. Bei stark defizitärer Ballaststoffzufuhr wird die Darmflora in ihrem Regenerations- und Wachstumspotenzial eingeschränkt. Dabei ist es möglich, dass die Biomasse an nicht pathogenen Keimen zurückgeht und sich krankheitsfördernde Keime zunehmend im Wachstum durchsetzen. In diesem Fall wird von einer Dysbiose bzw. Fehlbesiedlung mit Mikroorganismen gesprochen. Dysbiosen können in Abhängigkeit ihrer Ausprägung zu Ein-

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schränkungen in der Lebensqualität und zu manifesten Erkrankungen führen. Die Folgen der Dysbiose Aus dem vorangegangenen Abschnitt lässt sich ableiten, dass die unzureichende Ballaststoffzufuhr mit ungünstigen Veränderungen hinsichtlich der Beschaffenheit der Darmflora und nachfolgend mit gesundheitseinschränkenden Effekten einhergehen kann. Anhand der Aufgaben und Funktionen einer intakten Darmflora lässt sich nachvollziehen, welche möglichen gesundheitlichen Probleme dabei zu erwarten sind. Basierend auf der gestörten Interaktion zwischen der fehlbeschaffenen Darmflora und dem Darmimmunsystem können Immunsuppressionen resultieren. Dadurch erhöht sich die allgemeine Infektanfälligkeit. Die Dysbiose bedingt die Aktivierung von Immunzellen des Darmgewebes, welche nachfolgend verstärkt entzündungsfördernde Substanzen zur Bekämpfung pathogener Keime bilden. Verläuft die Dysbiose chronisch, greifen die entzündungsfördernden Stoffe zunehmend auch das Darmgewebe an. Dadurch können chronisch-entzündliche Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa ausgelöst werden. Auch das Reizdarmsyndrom und häufig auftretende Durchfälle werden auf Dysbiosen zurückgeführt. Gelingt es pathogenen Keimen, das Darmgewebe zu infizieren, können diese mit dem Blut oder der Lymphe im Körper transportiert und verteilt werden. Organschäden sind dabei nicht auszuschließen. Besiedlungslücken mit darmflorarelevanten Bakterien ermöglichen es Fremdkörpern, Xenobiotika, Allergenen usw. mit der Darmschleimhaut in Kontakt zu kommen und evtl. über Tight Junctions in die Blutbahn zu gelangen. Tight Junctions sind proteinkontrollierte Passagemöglichkeiten zwischen zwei Darmschleimhautzellen hindurch. Daraus können Unverträglichkeiten und Allergien resultieren, die sich u. a. in entsprechenden Hautreaktionen, wie z. B. Ausschlägen, äußern. Veränderungen in der Beschaffenheit der Darmflora können weiterhin mit Veränderungen in der intratestinalen Verwertung von Nährstoffen einhergehen. Dabei konnte beobachtet werden, dass die Bioverfügbarkeit von Monosacchariden gesteigert wird und es aufgrund einer erhöhten Energieversorgung zu Fettgewebezuwachs und Übergewichtigkeit kommt. Überwiegt dabei der viszerale Fettansatz, erhöhen sich zudem die Risiken für Insulinresistenz und Diabetes mellitus Typ 2. Geringe Zufuhrmengen von Ballaststoffen korrelieren zudem mit einem erhöhten Dickdarmkrebsrisiko. Einhergehend mit der verminderten Ballast-


stoffzufuhr produziert die Darmflora geringere Mengen an kurzkettigen Fettsäuren. Zum Beispiel durch Xenobiotika ausgelöste Zellentartungen können in dieser Situation weniger gut in deren weiterer Entwicklung gehemmt werden. Dysbiosebedingtes Übergewicht, Diabetes, schmerzliche Darmerkrankungen usw. beeinträchtigen das Wohlbefinden der betroffenen Personen. Dem schließen sich verstärkt Stimmungsschwankungen an, die durchaus auch das Niveau von Depressionen erreichen können. Untersuchen bestätigen diesen Mechanismus, da Menschen mit Dysbiosen häufiger zu Depressionen neigen. Darmsanierung Ballaststoffdefizite, Rauchen, Alkohol, die Behandlung mit Antibiotika usw. können Schäden der Darmflora bis hin zu Dysbiosen bedingen. Seit geraumer Zeit untersuchen Wissenschaftler, ob die Wiederherstellung einer intakten Darmflora mithilfe von bakteriellen Präparaten (Probiotika), Ballaststoffsupplementen (Prebiotika) oder Stuhleinläufen gelingen kann. Im Anschluss an die Anwendung von Antibiotika können Pro- und Prebiotika durchaus hilfreich darin sein, die medikamentenbedingten Durchfälle rasch zum Abklingen zu bringen und die Darmflora zu regenerieren. Weniger Durchfälle und Darmreizungen zeigen auch Untersuchungen zum Einsatz von Probiotika in Formulamilch für Säuglinge. Probiotische Wirkungen gehen allerdings nicht nur von speziellen Präparaten aus. Alle milchsäurevergorenen (nicht erhitzten) Lebensmittel wie Joghurt, Sauerkraut, saure Gurken usw. wirken probiotisch. Die Milchsäurebakterien allein sind jedoch nicht ausreichend. Damit sich diese ansiedeln und vermehren können, bedarf es, wie bereits dargestellt, auch der Ballaststoffe als Nährmedium. Nachgeholfen werden kann mit reinen Faserpräparaten wie z. B. Inulin, Oligofructosen oder Pektin. Allerdings sind die herkömmlichen Ballaststoffträger wie Obst, Gemüse, Nüsse und Vollkorn gleichsam geeignet, den Wiederaufbau der Darmflora zu begünstigen. Ein Großteil der Mikroorganismen der Darmflora lässt sich noch nicht kultivieren. Daher ist es nicht möglich, optimierte Präparate zur Darmsanierung herzustellen. Eine alternative Möglichkeit stellt die therapeutische Behandlung mit Stuhl dar. Mittels Sondeneinlauf wird eine aufbereitete Stuhlprobe (Stuhltransplantation) mit intakter Darmflora in den Darm der Person eingebracht, die von der Dysbiose betroffen ist. Bereits Studien an Mäusen haben gezeigt, dass diese Vorgehensweise erfolgreich sein kann: Adi-

pöse Mäuse verloren Körpergewicht, nachdem sie mit dem Fäzes von normalgewichtigen Mäusen behandelt wurden. Dabei konnte die adipositasauslösende Dysbiose beseitigt werden. Auch beim Menschen liegen vielversprechende Untersuchen vor. Bei einem Großteil der Patienten mit Clostridium difficile-Enterokolitis konnte innerhalb kurzer Zeit Beschwerdefreiheit erreicht werden. Im Rahmen dieser Erklärungen erhält auch der Blinddarm bzw. Wurmfortsatz einen neuen Stellenwert. Im Allgemeinen als unnötiger Ballast im Körper abgewertet, erweist sich der Blinddarm neuen Erkenntnissen nach eventuell sinnvoll für die Darmflora. Wenn Erkrankungen, Schadstoffe oder Medikamente zur Schädigung der Darmflora führen, bleibt im Blinddarm ein unberührter Rest der Darmflora erhalten. Sobald die Erkrankung abgeheilt ist und der Schadstoff oder das Medikament eliminiert worden sind, kann sich die Darmflora ausgehend vom Blinddarm regenerieren. Die Frage nach der Lebensnotwendigkeit Ballaststoffe gelten in der klassischen Ernährungslehre als nicht lebensnotwendig (essenziell). In Bezug auf die Darmflora und deren Einfluss auf die Gesundheit des Menschen mehren sich jedoch Stimmen, die eine Neubewertung der Ballaststoffe fordern. Ohne ausreichende Ballaststoffzufuhr kann die Darmflora keine optimale physiologische Beschaffenheit ausprägen. Dadurch bedingt können verschiedene gesundheitliche Störungen induziert und im Laufe der Zeit manifestiert werden.

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Jan Prinzhausen Der Ernährungswissenschaftler Jan Prinzhausen verfügt über langjährige Praxiserfahrung in der Ernährungsberatung von unterschiedlichen Zielgruppen. Als Dozent der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement/ BSA-Akademie bildet er u. a. Mitarbeiter aus Fitness- und Gesundheitseinrichtungen als professionelle Ernährungsberater aus. Er hat bereits mehrere Fachbücher im Ernährungsbereich veröffentlicht (z. B.: „Erfolgreich mit Ernährungsberatung. Durchführung, Beispiele, Tipps und Tricks“) und hält regelmäßig Vorträge auf Fachkongressen und anderen Veranstaltungen.

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Für Ernährungsberater ergibt sich die Aufgabe, die Zufuhrmengen von Ballaststoffen und probiotischen Lebensmitteln in der Ernährung der Klienten zu kontrollieren und gegebenenfalls zu optimieren.

Info Ein praxisnahes Hochschulstudium im Bereich der Ernährungswissenschaften bietet das duale Studium zum „Bachelor of Arts“ Ernährungsberatung an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement DHfPG. Die Absolventen werden zu Ernährungsspezialisten befähigt, die gesundheitsförderndes Ernährungsverhalten wissenschaftlich fundiert vermitteln und dieses durch Bewegungsprogramme und psychologische Strategien dauerhaft stabilisieren können. Der Studiengang wurde von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) unter bestimmten Voraussetzungen anerkannt und ermöglicht eine Kooperation mit Krankenkassen. www.dhfpg.de/beb

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Literaturliste Bosscher, D., Breynaert, A., Pieters, L. & Hermans, N. (2009). Food-based strategies to modulate the composition of the intestinal microbiota and their associated health effects. J Physiol Pharmacol, 60 (Suppl 6), 5-11. Brandt LJ. (2013). American Journal of Gastroenterology Lecture: Intestinal microbiota and the role of fecal microbiota transplant (FMT) in treatment of C. difficile infection. Am J Gastroenterol, 108(2), 177-85. Park, J. & Floch, M.H. (2007). Prebiotics, probiotics, and dietary fiber in gastrointestinal disease. Gastroenterol Clin North Am, 36(1), 47-63. Rosenstiel P. (2013). Stories of love and hate: innate immunity and hostmicrobe crosstalk in the intestine. Curr Opin Gastroenterol, 29(2), 125-32.


Fotos: © milon industries GmbH

Physio Aktiv – Wissenstransfer und Austausch im Netzwerk

Mit Teamgeist auf Erfolgskurs 26

Vom Einzelkämpfer zum Partner mit Teammentalität – diese Transformation vollziehen alle Physiotherapeuten, die sich dem großen deutschlandweiten Physio Aktiv-Netzwerk anschließen. Eine Entscheidung, die bisher über 130 Physiotherapeuten getroffen haben und der stetig weitere folgen. Eine nachvollziehbare Entwicklung, denn Physiotherapeuten haben keinen leichten Stand in unserer Gesellschaft. Viele üben ihren helfenden Beruf zwar mit großer Leidenschaft und viel Kompetenz aus, doch durch die Abhängigkeit von der ärztlichen Verordnungspraxis und dem gesetzlichen Kassensystem zahlt sich das oft nicht wirtschaftlich aus. Diese Situation stellt nicht für wenige Therapeuten eine große Herausforderung dar. Es wird nach Möglichkeiten gesucht, die Liebe zum Beruf mit unternehmerischem Erfolg und einer sicheren Zukunft für die Praxis zu vereinen. An dieser Stelle setzt nun Physio Aktiv an und bietet Physiotherapeuten mit einem cleveren Konzept die Chance, mit effektivem Training für Selbstzahler – auf Basis der milon Gesundheitszirkel – ein attraktives zweites Standbein aufzubauen und so sinnvoll die Verbindung zwischen dem 1. und 2. Gesundheitsmarkt zu schaffen. Doch Physio Aktiv will mehr und setzt zusätzlich auf Austausch, Service und Information, um seinen Partnern einen

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Wissensvorsprung und klare Zukunftsstrategien an die Hand zu geben. Ein Plan, der aufgeht. Neue Horizonte für die Gemeinschaft „Wir sind ganz begeistert, dass unser Netzwerk immer mehr in Schwung kommt und das Feedback unserer Partner ganz klar zeigt, dass wir voll auf Kurs sind “, freut sich Nicolai Rolli, Geschäftsführer von Physio Aktiv. „Neue Horizonte“ sei nicht umsonst der Titel des großen Physio Aktiv Kongresses Anfang des Jahres in Frankfurt gewesen. „Wir möchten unseren Mitgliedern die Möglichkeit eröffnen, einen Blick über den Tellerrand des Praxisalltags zu werfen und die eigenen Horizonte zu erweitern“, erklärt Rolli. Das Konzept kommt an, der Kongress stieß auf überdurchschnittlich positive Resonanz. Den Grund sieht der Physio Aktiv-Geschäftsführer in der noch engeren Zusammenarbeit mit den Partnern im letzten Jahr: „Der Austausch innerhalb des Netzwerkes hat sich deutlich verstärkt. So verstehen wir immer besser, was unsere Physiotherapeuten wollen und brauchen und wie wir von Physio Aktiv das „Wissen der Vielen“ nutzen und in Strategien überführen können, von denen unsere Partner bestmöglich profitieren.“ Dazu gehöre neben vielen anderen das erfolgreich eingeführte Seminarwesen des Netzwerks und die Verstärkung des Partner Betreuer Teams für die Wissensvermittlung vor Ort.


Den Nerv der Physio Aktiv Partner getroffen Management, Verkaufsschulung und Trainingswissenschaft – in diesen drei Bereichen bietet Physio Aktiv zahlreiche Workshops und Seminare deutschlandweit für seine Partner an. Mit einer Auswahl an Themen wie der wertschätzenden Unternehmensführung über Firmenfitness und Mitgliederbetreuung bis hin zu trainingsbezogenen Informationen möchte Physio Aktiv die Verbindung von physiotherapeutischem Wissen und unternehmerischem Know-how schaffen. Das trifft den Nerv der Mitglieder. „Super Vortrag!“, fasst der Gesundheitswissenschaftler und Physiotherapeut Arno van Vonderen vom Physio Aktiv Celle kurz und knapp seine Begeisterung für die Ausführungen von Prof. Dr. Baum zusammen, den Physio Aktiv als wissenschaftlichen Beirat für das Netzwerk und in diesem Falle als Referent zum Thema „Training bei internistischen und orthopädischen Vorerkrankungen“ gewinnen konnte. Prof. Dr. Baum ist Physiologe und Leiter eines Gesundheitszentrums in Köln. Er konzentriert sich bei seinen Forschungen auf die Leistungsfähigkeit und Trainierbarkeit im Seniorenalter. Aus der Forschung in die Praxis „Trainingsmangel trägt erheblich zu den Rückgängen von Ausdauer, Kraft und Koordination im Alter bei. Das führt oft zu einem Kreislauf aus Leistungsverlust, Ängstlichkeit, Vermeidungsstrategien und Minderbelastung, der durch Krankheitsprozesse weiter beschleunigt wird“, erklärt der Professor. Um effektiv Abhilfe zu schaffen, erforscht er nicht nur die physiologischen Grundlagen der Leistung, sondern entwickelt mit seinem Team Trainingskonzepte, die darauf abzielen, den Leistungsverlust im

Alter zu verlangsamen oder umzukehren. In seinen Seminaren vermittelt er den Physio Aktiv-Partnern das nötige Hintergrundwissen zum Training mit der Generation 50 plus. Was muss bei Arthrose, bei chronischen Schmerzpatienten, bei Diabetes Typ2, bei Herz- und bei Gefäßerkrankungen im Training berücksichtigt werden? Wie beeinflussen die entsprechenden Medikamente die Trainingsgestaltung und -steuerung? Mit Antworten auf all diese Fragen überführt der Physiologe sein Wissen aus der Forschung direkt in die Praxis der Physio Aktiv-Partner. „Mit vielen Studienbeispielen hat Prof. Baum die Vorteile des Krafttrainings bei älteren Patienten mit fachlicher Betreuung untermauert. Es freut mich, dass seine Ausführungen genau zum milon Gesundheitstraining in den Physio Aktiv-Zentren passt und wir so seine Tipps gleich umsetzen und eine neue Zielgruppe für unser Angebot erschließen können“, sagt Seminarteilnehmer Arno von Vonderen. Schließlich liefert gerade die mittlere und ältere Generation das große Potenzial für den zweiten Gesundheitsmarkt. Den Alltag der Partner erleichtern Damit solche potenziellen neuen Kunden auch gezielt gewonnen werden können, gibt Physio Aktiv seinen Partnern gleich die passenden Marketingpakete an die Hand. „Wir versuchen, unseren Partnern mit unseren Angeboten bestmöglich den Alltag zu erleichtern, damit sie sich auf das konzentrieren können, was sie am besten können: die Arbeit mit ihren Patienten“, sagt Physio Aktiv Geschäftsführer Nicolai Rolli. Und da habe man in einem großen Netzwerk eben mehr Möglichkeiten als als Einzelkämpfer: „Wir haben nicht umsonst den Leitspruch ‚Gesundheit. Gemeinsam. Gestalten.’ gewählt.“

Prof. Dr. Baum

Nicolai Rolli

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NEUE HORIZONTE – die deutschlandweite Infotour von Physio Aktiv Mit Physio Aktiv auf Schnupperkurs – wer die Vorteile der Netzwerkgemeinschaft unverbindlich kennenlernen möchte, hat nun mehr Möglichkeiten, als nur die Website zu besuchen. Denn Physio Aktiv geht auf Tour. Jetzt neu: massgeschneiderter § 20 Kurs mit Zertifizierungs Service! Region

Datum

Ort

Mitte

06. Mai

97780 Gössenheim

Mitte

17. Juni + 15. Juli

68623 Lampertheim

Nord

13. Mai + 10. Juni

27412 Tamstedt

Ost

29. April + 20. Mai

09496 Marienberg

Ost

19. August

13055 Berlin

West

20. Mai

42477 Radevormwald

Süd West

10. Juni + 08. Juli

71254 Ditzingen

Süd

13. Mai + 10. Juni

86216 Maisach

Süd

22. Juli

93047 Regenburg

jeweils an Samstagen

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Jetzt anmelden info@physioaktiv.de www.physioaktiv.de 08293 - 965 50 222


Markt für Digital Health mit großem Wachstumspotenzial Gesundheits-Apps erfreuen sich großer Beliebtheit

Die neue Rückenschule Die effektivsten Übungen 128 Seiten, Flexi-Einband über 500 farbige Abbildungen ISBN 978-3-8310-2655-5 9,95 EUR (D) / 10,30 EUR (A)

Quelle: Bitkom Research

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Knapp jeder Zweite nutzt Gesundheits-Apps Ob Fitness-Tracker, Online-Sprechstunde oder elektronische Patientenakte: Die Bundesbürger stehen der Digitalisierung des Gesundheitswesens positiv gegenüber. Das hat eine Umfrage ergeben, die der Digitalverband Bitkom zusammen mit der Bayerischen TelemedAllianz (BTA) durchgeführt hat. So nutzen heute bereits 45 Prozent all jener, die ein Smartphone besitzen, Gesundheits-Apps. Solche Apps zeichnen etwa Körper- und Fitnessdaten auf, um die eigene Gesundheit zu verbessern. Weitere 45 Prozent können sich vorstellen, solche Apps künftig zu nutzen. Großes Interesse zeigen die Deutschen außerdem an der Digitalisierung ihrer Patientendaten: 32 Prozent haben Untersuchungsergebnisse wie zum Beispiel MRT-Befunde schon einmal auf CD bekommen, weitere 43 Prozent würden die Resultate künftig gerne in digitaler Form erhalten. „Die digitale Übertragung von Unterlagen erleichtert die Kommunikation zwischen Versicherten, Hausarzt, Facharzt und Krankenhaus und erspart Patienten viele Wege“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Digitalisierung des Gesundheitswesens birgt ein riesiges Potenzial für eine bessere und effizientere Versorgung. Eine leistungsfähige Patientenversorgung funktioniert künftig nur noch mit digitaler Unterstützung.“ Digitalisierung im Gesundheitswesen nimmt langsam Fahrt auf Aber auch praktische digitale Services wie die Online-Terminvereinbarung und die Online-Erinnerung an Termine oder fällige Vorsorgeuntersuchungen schätzen die Bundesbürger: 18 Prozent haben bereits online einen Arzttermin vereinbart, 40 Prozent können sich vorstellen, dies künftig zu tun. 14 Prozent werden bereits per SMS oder Mail an Arzt-Termine erinnert, 45 Prozent wünschen sich diesen zusätzlichen Service für die Zukunft. „Viele Patienten würden gerne digitale Gesundheitsangebote in Anspruch nehmen. Gleichzeitig ist das Gesundheitswesen bisher eher wenig digitalisiert. Oftmals scheitert es daher noch am Angebot“, so Rohleder. Die Komplexität des Gesundheitssystems mit all seinen Beteiligten – Hersteller und Entwickler neuer Technologien, Leistungserbringer, Krankenkassen und Patienten – sei dabei die größte Hürde. „Mit dem E-Health-Gesetz wurde ein wichtiger Grundstein gelegt, jetzt muss die Digitalisierung im Gesundheitswesen endlich Fahrt aufnehmen. Krankenkassen, Ärzte und Kliniken müssen sich schneller bewegen und den Herausforderungen stellen“, so Prof. Dr. Siegfried Jedamzik, Geschäftsführer der Bayerischen TelemedAllianz. Methodik Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Deutsche ab 14 Jahren befragt, darunter 798 Internetnutzer und 698 Smartphone-Nutzer.

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Die neue Rückenschule – Die effektivsten Übungen Rückenbeschwerden gehören zu den am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten, doch mit dem richtigen Training lässt sich das Risiko einer Erkrankung deutlich senken. Gezielte Übungen für einen gesunden und starken Rücken bietet dieser praktische Ratgeber. Im Mittelpunkt des Buchs stehen 109 Dehn- und Kräftigungsübungen, die in mehr als 500 farbigen Abbildungen anschaulich vermittelt und Schritt für Schritt erklärt werden. So lassen sich Rückenschmerzen effektiv lindern. In einem einführenden Teil werden zunächst medizinische Grundlagen vermittelt. Neben der Anatomie von Rücken und Hals wird auch das Zusammenwirken von Wirbelsäule und angrenzenden Nerven, Muskeln und Bändern erklärt. Zudem werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten von Rückenschmerzen vorgestellt, darunter auch alternative Heilmethoden. Eine Symptomübersicht ermöglicht es, die Ursache für Beschwerden im Hals- und Nackenbereich, im Bereich der Brustwirbelsäule sowie des unteren Rückens und der Beine zu finden. Der praktische Teil des Buchs bietet jede Menge anschauliche Tipps und Techniken für richtiges Sitzen, das Heben und Tragen von Gegenständen sowie rückenschonendes Verhalten bei Tätigkeiten im Haushalt und Garten. Ein breites Spektrum abwechslungsreicher Übungen hilft, Beweglichkeit, Kraft und Haltung deutlich zu verbessern. Die Übungen werden schrittweise an Bildern und Infografiken erklärt und lassen sich so ganz leicht zu Hause ausführen. Zum Autorenteam der British Medical Association (BMA) gehören: Dr. Michael Peters, der als medizinischer Berater für die BMA arbeitet, Dr. John Tanner, der sich als praktischer Arzt und Sportmediziner auf Rückenbehandlungen spezialisiert hat und Eva Niezgoda-Hadjidemetri, die als Physiotherapeutin arbeitet.


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Eckdaten der deutschen Fitness-Wirtschaft 2017

Krafttraining nach dem Achtsamkeitsprinzip

Fit for the future Aufstiegskongress 2017 Mannheim

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