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Nachhaltigkeitsbericht 2024

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Nachhaltigkeitsbericht 2024

Attraktiver Arbeitgeber

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

nachhaltiges Handeln ist für FISCHER Sports nicht nur ein Anspruch, sondern eine Verpflichtung. Als Unternehmen, das tief in der Outdoor-Branche verwurzelt ist, stehen wir in einer besonderen Beziehung zur Natur. Unsere Produkte ermöglichen es Menschen weltweit, die Freude und die Freiheit des Wintersports in vollen Zügen zu erleben –Momente, die untrennbar mit einer intakten Umwelt und schneereichen Winterlandschaften verbunden sind.

Als österreichisches Unternehmen im Besitz der Gründerfamilie ist nachhaltiges Wirtschaften schon immer ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Diese Werte, tief verwurzelt in unserer über 100-jährigen Geschichte, prägen unser tägliches Handeln. Sparsamer Ressourcenverbrauch und der Einsatz nachhaltiger Energiequellen - schon seit vielen Jahren nutzen wir Geothermie, um unsere Betriebsgebäude zu beheizen und Biomasse als Energiequelle in der Skierzeugung - gehören dabei ebenso zu unserem Selbstverständnis wie die Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und die ständige Weiterentwicklung unserer Prozesse.

Im Berichtszeitraum haben wir weitere wichtige Initiativen gestartet, um unsere Nachhaltigkeitsziele voranzutreiben. Besonders intensiv befassen wir uns mit dem Recycling unserer Produkte, etwa im Rahmen des Projekts WINTRUST, das darauf abzielt, Kreislaufwirtschaft in unserer Branche voranzubringen.

Unsere Vision „to be the athletes’ no. 1 choice“ gibt uns dabei eine klare Orientierung. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen wir nicht nur durch Innovation und Qualität überzeugen, sondern auch durch ein tiefes Verantwortungsbewusstsein für unsere Umwelt. Nachhaltiges Wirtschaften und Spitzenleistungen gehören für uns untrennbar zusammen.

Mit unserem ersten Nachhaltigkeitsbericht nach den international anerkannten GRI-Standards möchten wir transparent darlegen, welche Schritte wir bereits unternommen haben, wo wir stehen und welche ehrgeizigen Ziele wir uns für die Zukunft gesetzt haben. Freiwillig und umfassend zeigen wir, wie wir ökologische, soziale und ökonomische Aspekte in Einklang bringen – und das in allen Bereichen unseres Unternehmens.

Dieser Bericht ist jedoch mehr als nur eine Bestandsaufnahme. Er ist unser Bekenntnis, unsere Prozesse kontinuierlich zu verbessern und unser Handeln noch stärker an den Bedürfnissen der Umwelt und zukünftiger Generationen auszurichten. Wir möchten nicht nur Vorreiter in der Technologie unserer Produkte sein, sondern auch in der Art, wie wir Verantwortung für unseren Planeten übernehmen.

Wir laden Sie herzlich ein, diesen Bericht als Grundlage für den Dialog mit uns zu nutzen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir auch in Zukunft in einer schneereichen, intakten Winterlandschaft die Faszination des Wintersports erleben können – für uns, für unsere Kundinnen und Kunden und für kommende Generationen.

Mit sportlichen Grüßen, Franz Föttinger, CEO / Christian Egger, CFO

F ISCHER Sports – We live to ski

Innovation aus

Tradition

Sortiment und Positionierung

FISCHER Sports GmbH ist Weltmarktführer im Nordischen Skisport und eine der weltweit führenden Marken im Alpinen Skisport, bekannt für Innovation und Spitzentechnologie. Darüber hinaus ist FISCHER auch einer der größten Hersteller hochwertiger Eishockeyschläger.

ONE WAY, eine weltweit bekannte Marke mit speziellem Fokus auf Stöcken für Langlaufen, Alpin Skifahren, Nordic Walking und Trekking ist seit Mai 2018 Teil der FISCHER Sports GmbH.

FISCHER Sports tritt als Gesamtanbieter auf und vertreibt neben den Eigenerzeugnissen auch Handelswaren Der Schwerpunkt liegt auf Wintersport Hartware, das sind Ski, Skibindungen, Stöcke, Skischuhe und Hockeyschläger. Im Geschäftsjahr 2023/24 verkauften wir in etwa 2,3 Millionen Artikel.

Das Sortiment deckt sowohl den professionellen als auch den Hobby-Sportbereich ab. Einen besonderen Fokus legen wir auf die Gruppe der „Enthusiast:innen und Athlet:innen“, getreu unserer Vision: „Be the athletes N°1 choice“.

Unternehmensgröße, -struktur und -standorte

Unser privat geführtes Unternehmen wurde 1924 in Ried im Innkreis, Österreich, gegründet, wo sich auch heute noch der Hauptsitz befindet. Am Stammsitz unterhalten wir auch eines von zwei Produktionswerken. Das zweite befindet sich in Mukatschewo, in der Ukraine. Zusätzlich gibt es noch weitere Gesellschaften in Deutschland, Frankreich, Russland, Italien und den USA.

FISCHER Sports beschäftigte per Ende des Geschäftsjahres 2023/24 1 232 Mitarbeiter:innen, die die Leidenschaft und Hingabe für den Wintersport teilen. Davon waren 467 in Ried, 642 in Mukatschewo und 123 an anderen Standorten tätig. Der konsolidierte Umsatz belief sich 2023/24 auf 163,8 Millionen Euro, die Bilanzsumme lag bei 210,4 Millionen Euro.

Belieferte Märkte

Die Nachfrage nach hochqualitativen Wintersportartikeln geht über Europa hinaus. Neben Österreich, Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Norwegen, Schweden und Finnland exportiert FISCHER in die USA, nach Kanada und nach Japan. Diese Schlüsselmärkte decken im Bereich Nordic knapp 60% der Umsätze, bei Alpin sind es knapp 70 % 1

Obige Schlüsselmärkte miteingerechnet, erstreckt sich das FISCHER-Distributionsnetz auf über 40 Länder.

1 BezugsgrößeUmsatzvonFISCHERSportsÖsterreich2023/24

100 Jahre FISCHER

Fischer Sports feiert 2024 sein hundertjähriges Jubiläum. Nachfolgender Überblick fasst die wichtigsten Meilensteine und Phasen der Unternehmensentwicklung zusammen.

1924 – 1959: Aufbaujahre

Josef Fischer gründet eine Skifabrik in Ried im Inkreis. Bis zu seinem Tod im Jahr 1959 erzeugt das Unternehmen rund 500.000 Paar Ski.

1959 – 1970: Aufstieg zur Weltmarke

Josef Fischer Junior und dessen Schwester Selma Sturmberger übernehmen das Unternehmen. Unter der Leitung Josef Fischers Junior wird das Unternehmen zu einer großen modernen Skifabrik und FISCHER durch Skirennsport-Erfolge zur Weltmarke.

1970 – 1978: Sortimentsverbreiterung

1971 beginnt FISCHER mit der Herstellung von Langlaufski 1974 werden erstmals Tennisschläger produziert. Wenig später gründet FISCHER die Sport AG und integriert unter anderem das heutige Schwesternunternehmen LÖFFLER

1979 – 1999: Produktionserweiterung

FISCHERs Entwicklungsteam operiert mit modernster Ausstattung und bringt laufend neue Technologien, neue Verfahren und neue Materialien auf den Weg, die den Skimarkt revolutionieren. In Mukatschewo, in der Ukraine, baut FISCHER eine neue Skifabrik auf.

2000 – 2014: Skisport-Komplettanbieter

Ausgelöst durch wirtschaftlich schwierige Jahre 2007 und 2008 konzentriert sich FISCHER auf den alpinen und nordischen Skisport Das Skisortiment wird um Schuhe, Bindungen und Stöcke ergänzt. FISCHER wird zum Komplettanbieter in seinen Kernbereichen - und ist mit diesem Konzept erfolgreich.

2015 – 2020: unermüdlicher Innovationstreiber

Mit ungebrochenem Innovationsgeist erweitert FISCHER sein Portfolio mit der selbst entwickelten nordischen Bindungsmarke TURNAMIC® und durch den Erwerb der renommierten Stockmarke ONE WAY.

2020 – 2024: Krisenmanagement und Aufbruch in nachhaltige Zukunft

Es folgen schwierige Jahre. 2020 stirbt der Sohn des Firmengründers Josef „Pepi“ Fischer. Zwei Monate später zerstört ein Feuer die Produktionsstätte in Mukatschewo Innerhalb kürzester Zeit baut FISCHER die Produktion –völlig neu – wieder auf. Es folgt COVID-19 sowie der Beginn des Krieges in der Ukraine. Das Unternehmen beweist Resilienz und meistert die Herausforderungen. Zugleich entwickelt FISCHER Strategien, um das Unternehmen, seine Produkte und seine Wertschöpfungskette nachhaltiger zu gestalten.

Mit diesem ersten Nachhaltigkeitsbericht legen wir Zeugnis darüber ab, was bisher erreicht wurde und welche Ziele wir uns setzen. Unserer Zukunft blicken wir gestärkt und zuversichtlich entgegen.

Vision, Mission und Leitbild

Vision: Be the athletes N°1 choice

Unsere Vision fasst sowohl den Zweck als auch die Werte unseres Unternehmens zusammen. Die Basis unserer Vision ist, dass wir die Leidenschaft unserer Kund:innen für den Wintersport teilen. Seit 1924 sind wir in der Skibranche tätig und haben uns in dieser Zeit zum Global Player entwickelt, der für Produktinnovationen und Qualität bekannt ist Wir stehen mit Leib und Seele hinter unseren Produkten aus den Bereichen Alpin, Nordic und Hockey.

FISCHER ist die erste Wahl für jeden Sportler und jede Sportlerin. Mit unseren Produkten ermöglichen wir persönliche Bestleistungen und unvergessliche Momente. Wir stellen den Status quo in Frage, um in Zukunft noch bessere Lösungen anbieten zu können.

Mission: For us, skiing is not a Lifestyle. It’s life.

Unser Mission-Statement beschreibt, wie wir unsere Vision erreichen wollen. Sie definiert die primären Ziele im Zusammenhang mit dem Unternehmenszweck, unseren Teamwerten und den Bedürfnissen unserer Kund:innen.

Unsere Mission ist

… für unsere Kund:innen immer relevant zu sein und auf sich ändernde Bedürfnisse zu reagieren.

… unseren Kund:innen noch mehr Freude bei ihrem Sport zu verschaffen und sie zu motivieren, ihre persönlichen Grenzen neu zu definieren.

… die innovativsten, zuverlässigsten und benutzerfreundlichsten Produkte zu entwickeln, damit unsere Kund:innen ihren Sport noch mehr genießen und persönliche Bestleistungen erreichen können.

… durch hervorragenden Service, Kompetenz, Leidenschaft und ungeteilten Fokus unseren Kund:innen ein einzigartiges Markenerlebnis zu bieten, welches deren Erwartungen übertrifft.

… die besten Mitarbeiter:innen für Fischer zu gewinnen und ein verlässlicher Geschäftspartner zu sein.

… den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg unserer Firma und den Unternehmenswert zu sichern.

Wir entwickeln die innovativsten, zuverlässigsten und benutzerfreundlichsten Produkte. Durch hervorragenden Service, Kompetenz, Leidenschaft und ungeteilten Fokus bieten wir unseren Kund:innen ein einzigartiges Markenerlebnis, das ihre Erwartungen übertrifft. Wir verschaffen ihnen noch mehr Freude beim Sport und motivieren sie, ihre persönlichen Grenzen neu zu definieren.

Leitbild und Werte

Unsere Werte beschreiben, wofür wir stehen und welche Prinzipien uns leiten. An ihnen wollen wir unser Verhalten, unsere Entscheidungen und unsere Unternehmenskultur ausrichten.

Endverbraucherfokus: Wir denken bei allem, was wir tun, primär an den Mehrwert für unsere jetzigen und zukünftigen Kund:innen

Zusammenarbeit: Wir alle sind FISCHER, und unsere Erfolge sind immer das Ergebnis von Teamarbeit. Mit dem Blick aufs Ganze arbeiten wir abteilungsübergreifend zusammen, um Innovationen voranzutreiben, einen hervorragenden Service zu gewährleisten und unsere Ressourcen effizient einzusetzen. Wir pflegen eine offene, leistungsorientierte und respektvolle Unternehmenskultur als Basis für eine inspirierende Arbeitsumgebung.

Innovation: Wir fördern innovatives Denken. Versuch und Irrtum sind die Ahnen der Innovation! Um unseren Kund:innen noch bessere Zukunftslösungen zu bieten, hinterfragen wir den Status quo. Wir antizipieren Markttrends und Veränderungen in unserem Umfeld und reagieren darauf mit einer schlanken und flexiblen Organisation. Wir sind ambitioniert, wir denken großzügig und gewinnen gemeinsam.

Leidenschaft: Mit unseren Kunden verbindet uns das Engagement für und die Liebe zu unserem Sport. Für uns sind Ski- und Hockeysport kein Lifestyle, sondern unser Leben.

Qualität: Wir bieten stets höchste Qualität und verlässliche Produkte für maximale Kundenzufriedenheit. Indem wir die wesentlichen Teile der Wertschöpfungskette entweder besitzen oder kontrollieren, stellen wir sicher, dass Erwartungen unserer Kund:innen erfüllt und sogar übertroffen werden.

Verantwortung: Wir gehen verantwortungsvoll mit den Ressourcen der Firma und unserer Umwelt um. Wir achten unsere Kolleg:innen und Kund:innen. Wir leben Handschlagqualität.

Unternehmensführung und Organisation

Geschäftsführung und erweiterte

Geschäftsleitung

Die FISCHER Sports GmbH wird von Franz Föttinger (CEO) und Christian Egger (CFO) gemeinsam geführt Ihre Befugnisse und Pflichten sind in der Geschäftsordnung für die Geschäftsführung und in ihren Dienstverträgen festgelegt.

Um Interessenskonflikte zu vermeiden, enthalten die Dienstversträge eine Konkurrenzklausel und die Vorgabe, dass etwaige berufliche Nebentätigkeit offengelegt und vom Aufsichtsrat genehmigt werden müssen. Auch ist im Dienstvertrag geregelt, dass den Geschäftsführern Kapitalbeteiligungen an im Wettbewerb zu FISCHER stehenden Unternehmen nicht gestattet sind.

Die Auswahl der Geschäftsführung obliegt der Muttergesellschaft

Die Verantwortungsbereiche der beiden Geschäftsführer sind in den nachfolgenden Grafiken ersichtlich. Das FISCHERNachhaltigkeitsmanagement ist in der Abteilung Qualitätsmanagement angesiedelt und damit formal CEO Franz Föttinger unterstellt.

Zur erweiterten Geschäftsleitung (EGL) gehören neben den beiden Geschäftsführern mit Thomas Drindl (Leiter Divison Nordisch), Josef Heftberger (Leiter Technik/Produktion), Stephan Rossberger (Leiter Vertrieb International) und Jan Weiss (Leiter Divison Alpin) zusätzlich die Verantwortlichen der wichtigsten Teilbereiche.

Franz Föttinger, CEO

Mag. Franz Föttinger, geboren 1969.

Studium: Betriebswirtschaft an der JKU Linz.

Eintritt in das Unternehmen im Januar 1998

1998 - 2000: Sales Promotion AT/DE

2000 - 2001: Marketing Leitung Nordic

2001 - 2009: Division Leitung Nordic

2009 - heute: handelsrechtlicher Geschäftsführer auf unbestimmte Zeit per Gesellschafterbeschluss vom September 2009

Der CEO ist für die Gesellschaft gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer kollektiv vertretungsbefugt.

Christian Egger, CFO

Mag. Christian Egger, geboren 1981.

Studium: Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien

Eintritt in das Unternehmen im Mai 2019

2020 - heute: kaufmännischer Geschäftsführer auf unbestimmte Zeit per Gesellschafterbeschluss vom Januar 2020

Der CFO ist für die Gesellschaft gemeinsam mit einem weiteren Geschäftsführer kollektiv vertretungsbefugt.

Nachhaltigkeits-Know-How

Wissen und Kompetenz zum Themenkomplex Nachhaltigkeit eignen sich die Geschäftsführer durch Studium von Fachliteratur, Teilnahme an Informationsveranstaltungen, regelmäßigen Austausch mit Expert:innen und interne Arbeitsgespräche an. Die direkten wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Auswirkungen von FISCHER werden von den Geschäftsführern und der erweiterten Geschäftsleitung laufend erfasst, bewertet und gemanagt. Die erweiterte Geschäftsleitung ist Teil des Nachhaltigkeitssteuerkreises und damit des wichtigsten Entscheidungsgremiums der Nachhaltigkeits-Governance von FISCHER Sports. Weitere Informationen dazu finden sich unter Nachhaltigkeitsmanagementund -organisation; (S. 20).

Um die potenziellen Auswirkungen in der Lieferkette zu managen, entwickelt FISCHER sein Lieferkettenmanagement laufend weiter (siehe Wertschöpfungskette und Geschäftsbeziehungen; S. 23 bzw. NachhaltigkeitinderLieferkette; S. 41).

In regelmäßigen Abstimmungsmeetings mit allen Führungskräften stellen die Geschäftsführer sicher, dass sich die Gesellschaft gemäß der strategischen Ausrichtung und den Nachhaltigkeitszielen erfolgreich entwickelt (siehe OperativePlanungundSteuerung; S. 18)

Führungskultur und Mitgestaltung

Neben ihrer Verantwortung für die erfolgreiche Entwicklung von FISCHER haben unsere Führungskräfte auch eine Vorbildfunktion für die gesamte Belegschaft und prägen die Kultur des Unternehmens. Bei FISCHER gibt es daher Führungsleitlinien, die den Führungskräften als Orientierung dienen, wie sie ihre Mitarbeiter:innen und Teams führen sollen, um der Vision und Mission von FISCHER gerecht zu werden und unseren Werten zu entsprechen.

Führungsleitlinien

1. Führungskraft informiert

2. Führungskraft gibt Orientierung

3. Führungskraft ist konsequent

4. Führungskraft ist zukunftsgerichtet, mutig und offen für Neues

5. Führungskraft ist Vorbild

6. Führungskraft ist respektvoll, achtsam und wertschätzend

7. Führungskraft fördert und fordert

Neben einer guten Führung sind vor allem eine gute Zusammenarbeit aller Mitarbeiter:innen und das gemeinsame Bestreben, eine kontinuierliche Verbesserung voranzutreiben, erfolgskritisch In diesem Sinne hat sich FISCHER bereits 2011 entschlossen, eine Kultur der ständigen Verbesserung aktiv zu fördern und dazu das Management-Konzept Kaizen unternehmensweit implementiert In einer Kaizen-Unternehmenskultur hat jede:r Mitarbeiter:in die Möglichkeit und ist dazu aufgefordert, einen positiven Betrag zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes, der Prozesse, der Produkte und der Zusammenarbeit zu leisten. Mehr dazu findet sich unter Qualitätsmanagement; (S. 18)

Strategische Planung

Einmal im Jahr steht bei FISCHER die Unternehmensstrategie auf dem Prüfstand. Ein Strategiepapier beschreibt die grundsätzlichen langfristigen Ziele des Unternehmens. Den normativen Überbau bilden Vision, Mission, und Werte.

Davon abgeleitet, erarbeitet bzw. aktualisiert der oberste Führungskreis jährlich die strategischen Eckpfeiler für Vertrieb, Divisions, Operations, Marketing und die ITStrategie des Unternehmens. Nachhaltigkeit ist als Querschnittsthema ein integrierter Bestandteil der

Unternehmensstrategie. Viele der strategischen Nachhaltigkeitsziele von FISCHER sind demnach auch im Strategiepapier enthalten.

Aus der Unternehmensstrategie leitet sich die operative Planung ab: die 3-jährige Mittelfristplanung, das operative Jahresbudget sowie die daraus resultierenden Maßnahmen und Investitionen.

Vergütung der Führungskräfte

Die Vergütung der Führungskräfte ist, wie bei allen anderen Mitarbeiter:innen, neben der Gültigkeit von Gesetz und Kollektivvertrag einzelvertraglich geregelt.

Bei den oberen Einkommen sind sämtliche Überstunden, Reise- und Wegzeiten sowie Leistungen abgegolten (All-inVerträge). Der überwiegende Teil der Vergütung ist fixiert, wobei für einige Führungskräfte ein erfolgsabhängiger variabler Anteil im Gehalt vorgesehen ist.

Eigentümerinnen

Die FISCHER Sports GmbH ist in den Familienkonzern FISCHER eingebettet. Alleinige Eigentümerin der FISCHER Sports GmbH ist die FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH, die sich wiederum im Besitz zweier Privatstiftungen befindet. Die in der Sporttextilbranche angesiedelte LÖFFLER GmbH ist ein Schwesterunternehmen der FISCHER Sports GmbH.

Stabilität über Generationen

Die Übergabe von Gesellschaftsanteilen an nachfolgende Generationen birgt bei vielen Familienunternehmen ein Konfliktpotenzial und somit das Risiko einer Destabilisierung in der Eigentümerstruktur, die sich letztlich auch negativ auf den Erfolg des Unternehmens auswirken kann. Anders bei FISCHER: Die beiden Familienstiftungen sichern fortlaufend Kontinuität und Professionalität auf Eigentümerebene.

Die J. FISCHER Privatstiftung wurde am 18. Dezember 1995 errichtet und hält 80,7 % der FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH. Ein wesentlicher Zweck der Mehrheitseigentümerin ist die Sicherung des Fortbestands der Unternehmen. Diesem Zweck wird dann entsprochen, wenn die Unternehmen, die Mitarbeiter:innen und die Standorte entwickelt werden Ein nachhaltiges Wirtschaften über Generationen hinweg ist somit auf Eigentümerebene geregelt und gesellschaftsrechtlich abgesichert.

Der Familienkodex als Eigentümerstrategie ist im Kernstück in der Stiftungsurkunde unveränderlich festgeschrieben. Die Stiftungsurkunde ist rechtlich bindend und drückt zugleich den Willen von KR Josef Fischer (1929–2020) und der Familie aus. Die Stiftungsurkunde und der Familienkodex sind somit Richtschnur für das langfristige Handeln der Organe der Gesellschaften.

Die Stiftungsvorstände sind

Die Stiftungsvorstände, die Geschäftsführung der Fischer Beteiligungsverwaltungs GmbH und der Aufsichtsrat tragen die Strategie nachhaltigen Wirtschaftens mit und stützen die Entwicklung der Unternehmungen.

FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH

Die FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH setzt den Stiftungswillen der langfristigen nachhaltigen Unternehmensentwicklung in zeitgemäßer Form um. Die Geschäftsführer der FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH sind:

Die FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH hat einen Aufsichtsrat für die FISCHER Sports GmbH eingerichtet, der die Geschäftsführung von FISCHER Sports in strategischen Fragen berät und sie kontrolliert.

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus neun Mitgliedern. Seitens der Muttergesellschaft wurden sechs Personen auf unbestimmte Zeit in den Aufsichtsrat entsandt Die Qualifikation dieser Mitglieder basiert auf ihrer hohen fachlichen Expertise und Managementerfahrung in der Privatwirtschaft. Die meisten von ihnen sind oder waren in leitenden Positionen in verschiedenen Organisationen tätig, die sich ebenfalls mit den Anforderungen einer nachhaltigen Unternehmensführung befassen. Ihre Abberufung durch die Muttergesellschaft ist jederzeit ohne Angabe von Gründen möglich.

In den Aufsichtsrat sind verpflichtend auch Mitglieder der Arbeitnehmervertretung aufzunehmen. Bei FISCHER sind dies der Angestelltenbetriebsrat sowie zwei vom Arbeiterbetriebsrat entsandte Vertreter.

Die Mitglieder des Aufsichtsrates waren im Berichtszeitraum (2021/22 bis 2023/24):

Personen, die bereits das 70. Lebensjahr vollendet haben, können nicht in den Aufsichtsrat entsandt werden. Die Mitglieder des Aufsichtsrates haben keine Führungsposition im Unternehmen oder seinen Tochterunternehmen inne.

Die Aufgaben und Befugnisse des Aufsichtsrates sind in der Geschäftsordnung für den Aufsichtsrat geregelt.

Das Verfahren zur Vermeidung oder Minderung von Interessenkonflikten im Aufsichtsrat obliegt der Muttergesellschaft FISCHER Sports hat darüber weder Kenntnisse noch Einfluss darauf.

Abstimmung und Kontrolle

Die formelle Berichterstattung der Geschäftsführung der FISCHER Sports GmbH an den Gesamtaufsichtsrat findet im Rahmen der vierteljährlichen Aufsichtsratssitzungen und des jährlichen Strategiemeetings statt.

In den Aufsichtsratssitzungen berichtet die Geschäftsführung über den Geschäftsverlauf und die aktuelle Lage der Gesellschaft. In den Strategiemeetings wird von der Geschäftsführung die aktualisierte strategische Planung präsentiert, die in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat weiterentwickelt und geschärft wird.

Dabei werden auch Nachhaltigkeitsaspekte diskutiert, zumal die Themen Umwelt, Soziales und Governance (Environmental, Social, Governance; ESG) an strategischer Bedeutung gewinnen. Treiber dafür sind unter anderem neue regulatorische Anforderungen, mit denen auch finanzielle Risiken und Chancen für das Unternehmen verknüpft sind

Im Rahmen der Aufsichtsratssitzungen und des Strategiemeetings wird die Entwicklung des Unternehmens reflektiert und bewertet Die Geschäftsführung erhält von den Aufsichtsratsmitgliedern direktes Feedback. Es werden Wünsche ausgesprochen und Aufträge erteilt.

Neben der formellen Berichterstattung an den Gesamtaufsichtsrat besteht ein laufender Austausch zwischen den Geschäftsführern der FISCHER Sports GmbH und den Geschäftsführern der Muttergesellschaft, die zugleich Vorsitzender und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats sind.

Strategische Nachhaltigkeitsziele

• Sicherung des langfristigen wirtschaftlichen Erfolgs

• Nachhaltige und resiliente Lieferkette

• Nachhaltige Erfüllung und Sicherstellung der rechtlichen Anforderungen

• Langfristige, signifikante Reduktion des Corporate Carbon Footprints (CCF)

• Wahrnehmung als attraktiver, moderner und zukunftsorientierter Arbeitgeber

• Schaffung von sicheren Arbeitsbedingungen & Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter:innen

• Nachhaltige, performante Produkte

• Kreislauffähige Produkte

Management und

Controlling

Operative Planung und Steuerung

Die Unternehmens- und Nachhaltigkeitsstrategie (S. 20) dient als Entscheidungsgrundlage und schafft Klarheit für die Mitarbeiter:innen von FISCHER Sports. Im operativen Umsetzungsplan werden – aufbauend auf der Strategietaktische und operative Ziele formuliert, Maßnahmen festgelegt und erforderliche Ressourcen geplant.

Neben dem jährlichen Budget, das im Januar erarbeitet und im Februar durch den Aufsichtsrat freigegeben wird, erstellt FISCHER eine 3-jährige Mittelfristplanung, die einer jährlichen Aktualisierung unterzogen wird.

Die Budgetierung erfolgt in enger Abstimmung zwischen der Geschäftsführung, den Führungskräften und den Kostenstellenverantwortlichen. Hauptverantwortlich für die Budgeterstellung zeichnet das Controlling Die Basis bildet die Vertriebseinschätzung der einzelnen Märkte und Tochterunternehmen.

Die Freigabe des Budgets erfolgt durch den Aufsichtsrat, jeweils vor Beginn des neuen Wirtschaftsjahres. Laufende Forecasts, Abweichungsanalysen und Kostenübersichten sowie darauf aufsetzende Abstimmungen mit den Tochterunternehmen und Kostenstellenverantwortlichen stellen die Einhaltung der Budgets sicher. Monatsberichte des Controllings an die Geschäftsleitung sichern einen jederzeitigen Überblick über die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse.

Die operative Abstimmung innerhalb und zwischen den Führungsebenen findet formalisiert in drei unterschiedlichen Formaten statt:

Die Erweiterte Geschäftsleitung (EGL) tagt im 14-TageRhythmus.

Jede Führungskraft des mittleren Managements hat regelmäßig bilaterale Meetings mit dem für sie zuständigen EGL-Mitglied.

Für den gesamten Kreis des mittleren Managements findet einmal im Quartal – in der Regel nach der jeweiligen Aufsichtsratssitzung – die so genannte „Führungskräfteinfo“ statt, ein Zusammentreffen, bei dem die EGL die aktuellen Entwicklungen erläutert und mit den Führungskräften bespricht.

Richtlinien und Dienstanweisungen

Um unseren Mitarbeiter:innen Orientierung und einen sicheren Rahmen für die Ausübung ihrer Tätigkeiten zu bieten, gibt es bei FISCHER interne Richtlinien und Dienstanweisungen (DA), die in unserem Intranet abrufbar sind. Sollten akut Gefahrenpotenziale auftreten, erlässt die Geschäftsführung Richtlinien zu deren Vorbeugung oder Beseitigung und um eine Sensibilisierung zu den jeweiligen Themen zu erreichen.

Die vorhandenen Richtlinien und Dienstanweisungen haben folgende Funktionen:

• Sie gewährleisten die Sicherheit unserer Mitarbeiter:innen.

• Sie schützen Daten, Informationen und Betriebsgeheimnisse.

• Sie sichern die sorgfältige Abwicklung finanzieller Angelegenheiten.

• Sie regeln allgemeine Themen (Beispiel: SocialMedia Guidelines)

Auch die Geschäftsführung des ukrainischen Produktionswerks erlässt Dienstanweisungen und Richtlinien für ihre Mitarbeitenden Diese werden an die Belegschaft verteilt und zusätzlich auf Infotafeln ausgehängt.

Wie FISCHER die Einhaltung von Rechtsvorschriften und anderer Vorgaben sicherstellt, legen wir im Kapitel RechtssicherheitundCompliance (S. 43) offen. Dort wird

außerdem über die Möglichkeiten zur Meldung von Gesetzesverstößen oder anderen schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten über das Whistleblower-Kontaktformular berichtet

Qualitätsmanagement

Die FISCHER Mukatschewo LTD hat ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001 implementiert und lässt dieses regelmäßig extern auditieren und zertifizieren. Das letzte Audit fand im Dezember 2022 statt.

Die FISCHER Sports GmbH in Ried verfügt ebenfalls über ein systematisches Qualitätsmanagement, das zwar seit einigen Jahren nicht mehr nach ISO 9001 zertifiziert, aber nach wie vor danach ausgerichtet ist.

Das Qualitätsmanagement orientiert sich zudem an den Grundsätzen eines Total Quality Management (TQM). TQM ist eine ganzheitliche Qualitätsmanagementmethode, die Qualität und Effizienz im Unternehmen kontinuierlich verbessert und dabei das Unternehmen mit seinen Wechselwirkungen betrachtet. Neben den Zielen der Kundenzufriedenheit und des langfristigen Geschäftserfolgs soll mit TQM ein Nutzen für das Unternehmen und für die Gesellschaft generiert werden. Das TQM ist zugleich eine wichtige Säule des Managementkonzepts Kaizen, das bei FISCHER zur Anwendung kommt, um Produkte oder Prozesse kontinuierlich zu verbessern.

Kaizen

Kaizen kommt aus der japanischen Fertigungstechnik und verfolgt ähnliche Ansätze wie TQM, weist aber für FISCHER zwei wichtige ergänzende Prinzipien auf: Erstens bezieht Kaizen alle Mitarbeitenden ein, um deren Problemlösungspotenzial zu nutzen Und zweitens setzt das Kaizen-Konzept auf viele kleine Optimierungen, die besser in den Arbeitsalltag zu integrieren, und risikoärmer sind als große Prozessoptimierungen.

Im Jahr 2011 hat FISCHER mit der unternehmensweiten Implementierung der Kaizen-Philosophie sowohl im Produktions- als auch im Verwaltungsbereich einen Prozess der Veränderung der Unternehmenskultur gestartet. Nicht nur sämtliche Führungskräfte waren in die Implementierung eingebunden, sondern auch alle Mitarbeiter:innen erhielten eine eintägige Kaizen-Basisschulung. Zu spezifischen Kaizen-Methoden wurden ergänzende Schulungen und Workshops organisiert. Alle Neuzugänge werden im Rahmen der Welcoming-Schulung auch Kaizen-geschult.

Kaizen unterstützt den kontinuierlichen Verbesserungsprozess mit einer Vielzahl von Methoden. Hier einige Beispiele:

• Die 5S-Methode leitet mit ihren Zielen Sortieren, Systematisieren, Sauberkeit, Standardisieren und Selbstdisziplin zur effizienteren Organisation von Arbeitsbereichen an.

• Die Methodik TPM (Total Productive Maintenance) unterstützt uns dabei, störungsfreie Produktionssysteme zu schaffen.

• Mit der Methode Wertstromdesign identifizieren wir Engpässe, Verschwendungen und Ineffizienzen im Produktionsprozess.

• Mit der „Strukturierten Problemlösung im Team“ fördern wir den Wissensaustausch im Team, identifizieren und analysieren etwaig auftretende Probleme, um sie dauerhaft zu lösen.

• Mit der Methode Prozess-Mapping visualisieren, analysieren und optimieren wir unsere Arbeitsabläufe.

Entsprechend den Vorgaben von TQM und Kaizen beziehen wir alle betroffenen Abteilungen und Mitarbeiter:innen ein, um eine stetige Verbesserung unserer Produkt- und Prozessqualität zu erreichen und Herausforderungen gemeinsam zu meistern

Ideenmanagement

Einen wesentlichen Beitrag zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess bei FISCHER leistet das betriebliche Ideen Management (IDM). Unsere Mitarbeiter:innen können im IDM-System ihre Ideen einbringen, um Abläufe sicherer, einfacher, schneller oder günstiger zu gestalten.

Jede:r Beschäftigte kann - individuell oder als Team - mit einem Formular konkrete Verbesserungsvorschläge einreichen. Wichtig ist, dass die Idee zur kontinuierlichen Weiterentwicklung im Sinne von Kaizen beiträgt und Vorteile für die Mitarbeitenden und/oder das Unternehmen bringt. Jeder Vorschlag wird mit einer Einreichprämie honoriert. In weiterer Folge bewertet ein Gremium die Ideen und leitet die Umsetzung in die Wege. Wenn sich aus der neuen Maßnahme eine Einsparung ergibt, wird die Person oder Gruppe, die den Vorschlag eingebracht hat, prozentuell daran beteiligt. Für nicht finanziell berechenbare Verbesserungen erfolgt eine pauschale Prämierung.

Nachhaltigkeitsmanag

ement undorganisation

Im Zuge der Erstellung dieses ersten Nachhaltigkeitsberichts von FISCHER haben wir die Grundlage für ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement gelegt. Unter der Anleitung eines spezialisierten Beraters haben wir eine Reihe von Daten und Informationen gesammelt, die es zur Erfüllung der GRI-Standards zu berichten galt. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung der zahlreichen Regularien, die im Zusammenhang mit dem Green Deal der Europäischen Union auf den Weg gebracht wurden bzw. noch zu erwarten sind, haben wir eine Nachhaltigkeitsstrategie und ein daran anknüpfendes Nachhaltigkeitsprogramm mit operativen Zielen und Maßnahmen ausgearbeitet.

Parallel dazu hat FISCHER eine Nachhaltigkeits-Governance entwickelt, um das abteilungsübergreifende Nachhaltigkeitsmanagement organisatorisch zu verankern und die Zuständigkeiten zu definieren.

Nachhaltigkeitsstrategie

Unsere Nachhaltigkeitsstrategie dient dazu, die Auswirkungen des Unternehmens auf Wirtschaft, Umwelt und Menschen im Sinne der Nachhaltigkeit positiv zu gestalten und die Resilienz von FISCHER hinsichtlich externer Entwicklungen (z. B. Klimakrise oder demografische Entwicklung) zu erhöhen.

Wir sind uns bewusst, dass mit unserer Geschäftstätigkeit direkte und indirekte Auswirkungen verbunden sind und wir die Verantwortung dafür tragen, negative Auswirkungen zu vermeiden oder, wenn das nicht möglich ist, zu minimieren und positive Auswirkungen zu maximieren. Dieses Bewusstsein war bei FISCHER schon vor der systematischen

Befassung mit dem Thema Nachhaltigkeit vorhanden und hat das normative, strategische und operative Management im Unternehmen geprägt.

Bei der Entwicklung unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir daher nicht von null begonnen, sondern auf diesem Verantwortungsbewusstsein aufgebaut, das bereits in der Unternehmenskultur und im Management vorhanden war.

Die Nachhaltigkeitsstrategie von FISCHER umfasst fünf Handlungsfelder, für die wir mittel- bis langfristig zu erreichende strategische Ziele ausgearbeitet haben.

Nachhaltigkeitsprogramm

Das Nachhaltigkeitsprogramm leitet sich von den strategischen Zielen ab und enthält zu allen wesentlichen Themen (siehe Bestimmungder wesentlichen Themen S.123) Ziele sowie konkrete Maßnahmen, die dazu führen sollen, dass die Ziele erreicht werden. Wir planen, als Steuerungsinstrument ein kennzahlenbasiertes Nachhaltigkeitscontrolling zu entwickeln. Einige dieser Kennzahlen veröffentlichen wir bereits in diesem Bericht.

Das Nachhaltigkeitsmanagement ist eine Querschnittsaufgabe. An der Umsetzung der Maßnahmen arbeiten alle relevanten Fachbereiche des Unternehmens mit. Die Zuständigkeiten sind in der NachhaltigkeitsGovernance geregelt.

Nachhaltigkeits-Governance

Mit der Einführung einer Nachhaltigkeits-Governance hat FISCHER klare Entscheidungsstrukturen geschaffen und damit den Grundstein für ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement gelegt

Unsere Muttergesellschaft, die FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH Österreich (FBAT), gibt die strategische Ausrichtung der FISCHER Sports GmbH vor, auch in Bezug auf Nachhaltigkeitsagenden Top-down wird diese strategische Ausrichtung von der Geschäftsführung in den Nachhaltigkeitssteuerkreis (NH-Steuerkreis) getragen. Der Steuerkreis behandelt und priorisiert nachhaltigkeitsrelevante Themen, Aktivitäten und Projekte Er trifft Entscheidungen und delegiert deren Umsetzung an die zuständigen Abteilungen oder Arbeitsgruppen.

Ergänzend zu dieser top-down-Vorgehensweise trägt unser Nachhaltigkeitsgremium (NH-Gremium) bottom-up nachhaltigkeitsrelevante Themen und Projektvorschläge zur Entscheidung an den Nachhaltigkeitssteuerkreis heran.

Eine wichtige Aufgabe des Nachhaltigkeitsmanagements besteht in der Koordination zwischen NH-Gremium und NHSteuerkreis. Die Letztverantwortung für das Management der Auswirkungen, Chancen und Risiken im Nachhaltigkeitskontext liegt bei der Geschäftsführung, die sich bei strategisch wichtigen Fragen mit der Muttergesellschaft (FBAT) sowie dem von ihr eingesetzten Aufsichtsrat abstimmt.

Nachhaltigkeitssteuerkreis

Im Nachhaltigkeitssteuerkreis (NH-Steuerkreis) treffen die Erweiterte Geschäftsleitung (EGL) und die so genannten Content Owner planmäßig halbjährlich, anlassbezogen auch häufiger, zusammen, um im Nachhaltigkeitskontext relevante Entscheidungen zu treffen. Die Content Owner sind Expert:innen ihres Fachbereichs und verfügen über Entscheidungsbefugnisse in Bezug auf ihren Fachbereich betreffende Nachhaltigkeitsthemen.

Wichtige Aufgaben des NH-Steuerkreises sind:

• Aktualisierung der Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens

• Priorisierung und Umsetzungsfreigabe von Nachhaltigkeitsprojekten

• Vorgabe des Zeit- und Budgetrahmens für Nachhaltigkeitsprojekte

• Information über die Fortschritte laufender Projekte, Freigabe nächster Schritte und gegebenenfalls Veranlassung von Korrekturmaßnahmen

• Information über künftige rechtliche nachhaltigkeitsbezogene Anforderungen

• Wahrung des Überblicks über die Teilnahme an unterschiedlichen Nachhaltigkeitsinitiativen

Nachhaltigkeitsgremium

In jeder nachhaltigkeitsrelevanten Abteilung wurde mindestens ein:e Nachhaltigkeitsbeauftragte:r ernannt. Alle zwei Monate und bei Bedarf treffen diese Personen im so genannten Nachhaltigkeitsgremium (NH-Gremium) zusammen.

Die Treffen dienen:

• der Informationsweitergabe: beispielsweise von Informationen aus dem NH-Steuerkreis oder Projekt-Updates durch NH-Beauftragte der Abteilungen oder Arbeitsgruppen

• der Beratung: z. B. über Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen, Verbesserungsund Gestaltungspotenziale, neue Projektideen, die Teilnahme an unternehmensübergreifenden Initiativen

• der Planung: z. B. von operativen Zielen und Maßnahmen

• der Entscheidungsvorbereitung: beispielsweise durch Ausarbeitung von Initiativen oder Projekten, die einer Entscheidung oder Genehmigung des NH-Steuerkreises bedürfen.

Nachhaltigkeitskoordination

Die Nachhaltigkeitskoordination (NH-Koordination) besteht aus dem Nachhaltigkeitsmanager und dem Leiter des Qualitätsmanagements. Sie sind das Bindeglied zwischen NH-Gremium und NH-Steuerkreis. Einerseits organisieren und leiten sie die Treffen des NH-Gremiums, andererseits informieren sie den NH-Steuerkreis über den Status quo der laufenden Projekte bzw. tragen diesem Projektvorschläge aus dem NH-Gremium zur Genehmigung vor.

Die Funktion Nachhaltigkeitsmanagement wurde bei FISCHER 2022 eingeführt und als eigenständiger Bereich im Qualitätsmanagement angesiedelt. Die Funktion besteht seit 2023 aus einer Vollzeitstelle.

Die Zuständigkeit erstreckt sich von der Aufbauarbeit und Implementierung von ESG-Prozessen im Unternehmen bis hin zur operativen Koordinierung nachhaltigkeitsrelevanter Themen. Das Nachhaltigkeitsmanagement führt Mitarbeiterschulungen zu Nachhaltigkeitsthemen durch und ist zentrale Ansprechperson für diesbezügliche Fragen von interner und externen Seite. Bei ihm laufen die Fäden der FISCHER-Nachhaltigkeits-Governance zusammen.

Wertschöpfungskette und Geschäftsbeziehungen

FISCHER ist als Produzent und Handelsunternehmen der Sportartikelbranche in ein komplexes Wertschöpfungsnetz eingebettet und unterhält Geschäftsbeziehungen mit einer Vielzahl an Unternehmen und anderen Organisationen In der folgenden allgemeinen Beschreibung der Akteure, Beziehungen und Aktivitäten innerhalb dieses Netzwerks bleiben wir beim vereinfachten Bild einer linearen Wertschöpfungskette und gliedern diese in folgende drei Teile:

• den vorgelagerten Bereich, wo von Lieferanten jene Rohmaterialien, Vorprodukte und Handelswaren hergestellt sowie Dienstleistungen erbracht werden, die FISCHER bezieht,

• die Produktion und sonstigen Aktivitäten von FISCHER, mit denen direkt Wertschöpfung generiert wird sowie

• den nachgelagerten Bereich, vom Vertrieb über die Nutzung der FISCHER Produkte durch die Konsumenten, bis hin zum Ende ihrer Lebensdauer

Upstream: Herstellungs- und Lieferkette

FISCHER hat 2023/24 von 650 Lieferanten Materialien und Handelswaren bezogen und mit ihnen insgesamt ein Einkaufsvolumen von 72,5 Millionen Euro umgesetzt. Sofern verfügbar und wirtschaftlich vertretbar, werden Rohmaterialien und Vorprodukte bevorzugt aus den Ländern bezogen, in denen auch die Produktion erfolgt bzw. aus deren Nachbarländern.

FISCHER folgt mit seiner Einkaufspolitik dem Motto: So lokal wie möglich, so global wie nötig

Insgesamt verblieben 2023/24 77,4 % des Beschaffungsvolumens in der europäischen Union und 22,6 % flossen in Länder außerhalb der europäischen Union Detailliertere Informationen dazu bietet das Kapitel RegionaleProduktionundBeschaffung (S. 39).

Soziale und ökologische Auswirkungen in der Lieferkette

FISCHER steht, so wie viele Unternehmen, vor der Herausforderung, Nachhaltigkeit in der Lieferkette zu forcieren und seiner Sorgfaltspflicht gerecht zu werden Zwar fallen wir nicht direkt unter die Corporate Sustainability Due Diligence Directive (CSDDD-Richtlinie), die im April 2024 vom Europäischen Parlament beschlossen wurde, jedoch können wir indirekt durch unsere Lieferbeziehungen davon betroffen sein

Wir haben einen Verhaltenskodex für unsere Lieferantenauch Lieferantenkodex, Supplier Code of Conduct bzw. CoC genannt - entwickelt Mit der Unterzeichnung dieses Kodex verpflichten sich unsere Lieferanten, ethische, soziale und ökologische Standards einzuhalten. Mehr dazu ist im Kapitel NachhaltigkeitinderLieferkette zu finden (S. 41)

Made by FISCHER Sports:

Entwicklung und Produktion

In Eigenproduktion fertigt FISCHER in Österreich und der Ukraine Alpin und Nordic Ski sowie Hockeyschläger. Einige Produkte, die wir selbst entworfen und entwickelt haben, produzieren wir gemeinsam mit unseren Partnern. Dazu zählen beispielsweise Alpin Skischuhe, Nordic Schuhe und Bindungen sowie Stöcke. FISCHER tritt auf dem Markt als Gesamtanbieter auf und ergänzt aus diesem Grund seine eigenproduzierte Produktpalette um Handelsware. Vor allem Accessoires, wie Bekleidung oder Skihelme, aber auch Alpin Skibindungen werden von Partnerunternehmen bezogen

Weitere Informationen über unsere Produkte und darüber, welche Anstrengungen FISCHER unternimmt, um diese möglichst nachhaltig zu gestalten, finden sich im Kapitel Innovative Produkte (S. 101).

Downstream: Vertrieb, Nutzung, End of Life

Vertriebskanäle

Kund:innen, die unsere hochwertigen Wintersportartikel kaufen, dürfen umfassende professionelle Beratung erwarten. Diese Aufgabe übernimmt der Fachhandel, der von uns umfassend geschult und supportet wird.

Die Distribution von FISCHER Sports erfolgt über eigene Vertriebstöchter und im Business-to-Business-Geschäft auch über externe Agenturen bzw. Generalvertretungen. FISCHERVertriebstöchter gibt es in Deutschland, Frankreich, Russland und den USA. Sie wickeln den Verkauf in ihren jeweiligen Ländern ab.

Die FISCHER Sports GmbH selbst organisiert den Vertrieb in Österreich sowie in allen Ländern, in denen es keine FISCHER-Vertriebsniederlassungen, Generalvertretungen oder beauftragte Agenturen gibt.

Die Belieferung des Sportfachhandels erfolgt für die Märkte Österreich, Deutschland, Schweiz, Frankreich, Niederlande und Italien direkt aus dem FISCHER Logistik-Center in Hohenzell bei Ried. Für alle anderen Länder erfolgt die Belieferung des Sportfachhandels über nationale Läger und Generalvertreter.

Von den Umsätzen im Geschäftsjahr 2023/24 fielen 60,1 % auf eigene Vertriebsorganisationen und 39,9 % auf Generalvertretungen und Agenturen.

Produktnutzung

Bei der Nutzung von Ski und Skiausrüstung ist zu unterscheiden, ob diese als Rental-Produkte oder direkt über den Händler an den Konsumenten gelangen. Alpine Leihski sind circa zwei Saisonen im Verleih, Langlaufski im Schnitt fünf Saisonen Im Anschluss werden die Skier überwiegend durch die Verleiher weiterverkauft und einer weiteren Nutzung zugeführt.

Laut Einschätzungen unserer Händler kann davon ausgegangen werden, dass Ski und Skiausrüstungen im Schnitt fünf Jahre von den Käufern oder von der Käuferin verwendet werden. Viele Produkte werden danach über Gebrauchtwarenplattformen privat weiterverkauft.

Die Lebens- und Nutzungsdauer von Eishockeyschlägern lässt sich schwerer einschätzen. Viel stärker als bei Ski ist sie abhängig davon, auf welchem Niveau ein:e Sportler:in spielt, wie häufig Trainings- und Spielzeiten sind und wieviel Gegnerkontakt der oder die Spieler:in hat. Je höher diese drei Faktoren sind, um so früher bricht ein Schläger.

Nähere Informationen über die Lebensdauer unserer Produkte und was FISCHER tut, um diese nach Möglichkeit zu verlängern, finden sich unter Langlebigkeitund Reparaturservice (S. 115).

End of Life

Die Entsorgung unserer Erzeugnisse erfolgt Großteils erst dann, wenn sie durch natürliche Abnutzung nicht mehr ordnungsgemäß verwendet werden können. Was am Ende der Produktlebensdauer passiert und inwieweit sie einem Recycling zugeführt werden, hängt auch stark von der Abfallwirtschaft in den Ländern ab, in die unsere Produkte zur Entsorgung gelangen

Die Skiindustrie strebt eine Erhöhung der Recyclingquote von Ski-Hartware an, um langfristig den Ressourcenverbrauch zu reduzieren und die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu minimieren.

Das im Kapitel MitgliedschaftenundInitiativen (S. 26) beschriebene Kooperationsprojekt WINTRUST ist ein Schritt in diese Richtung.

Mitgliedschaften und Initiativen

Für ein einzelnes Unternehmen sind viele Herausforderungen, die es im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu bewältigen gilt, kaum lösbar. Oft braucht es dazu Kooperationen innerhalb der Branche oder sektorübergreifende Zusammenarbeit im Rahmen von Projekten oder Initiativen. Nachfolgend gehen wir auf wichtige freiwillige Mitgliedschaften und Initiativen ein, im Rahmen derer FISCHER in Kooperation mit anderen Organisationen an Aufgabenstellungen im Bereich Nachhaltigkeit arbeitet

FESI – Sportartikelindustrieverband Europa

Die Federation of the European Sporting Goods Industry (FESI) vertritt die Interessen von rund 1.800 Sportartikelherstellern (85 % des europäischen Marktes) über ihre nationalen Sportartikelindustrieverbände und ihre direkt angeschlossenen Mitgliedsunternehmen. Sie versteht sich unter anderem als Bindeglied zwischen den Institutionen der europäischen Gesetzgebung und den europäischen Sportartikelherstellern.

Die FESI führt einen Nachhaltigkeitslenkungsausschuss, der die Themen Kreislaufwirtschaft, Lieferkette/Transparenz/Sorgfalt, gute Praktiken/Branchenführerschaft und nationale Initiativen vorantreibt und ihre Teilnehmer:innen bei der Umsetzung dieser Themen unterstützt.

Außerdem hat die FESI ein Winter Sports Sustainability Network (WSN) ins Leben gerufen, in dem insgesamt 5 „Lead-Groups“ (Climate, Life Cycle Assessment (LCA), Supplier and Materials, Traceability und Recycling) gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten und wo sich

Teilnehmer der FISCHER Sports GmbH in allen Lead-Groups aktiv einbringen.

VSSÖ – Sportartikelverband Österreich

Der Verband der Sportartikelerzeuger und Sportartikelhändler Österreichs (VSSÖ) setzt sich für das Ansehen der Sportbranche ein und vertritt - national wie internationaldie Interessen der Mitglieder

Der VSSÖ ist für FISCHER eine zentrale Plattform, um mit dem Sporthandel und der Sportindustrie österreichweit zu kooperieren. Als Interessensvertretung hat der Verband Einblicke in wichtige Nachhaltigkeitsprojekte und transferiert sein Wissen an seine Mitgliedsunternehmen. FISCHER-CEO Franz Föttinger ist Vorstandsmitglied des VSSÖ.

BSI – Sportartikelindustrieverband Deutschland

FISCHER Deutschland GmbH ist Mitglied des Bundesverbandes der Deutschen Sportartikel-Industrie e.V. (BSI). Das ist der Unternehmensverband der deutschen Sportartikelhersteller, -großhändler und -importeure.

Dem BSI ist die Verankerung von Nachhaltigkeit in der Sportbranche ein Anliegen. Er unterstützt seine Mitgliedsunternehmen schwerpunktmäßig zu den Themen Kreislaufwirtschaft, menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in den Wertschöpfungsketten und strategisches Nachhaltigkeitsmanagement.

PEF –

Standardisierungsprojekt

In diesem Projekt arbeiten die europäischen Wintersportartikelhersteller und -händler an der Entwicklung

standardisierter Regeln für die Bestimmung des Product Environmental Footprint (PEF) verschiedener Produktgruppen - unter anderem für Alpin Ski, Nordic Ski, Bindungen, Snowboard, Schuhe und Helme

Die zu entwickelnden Product Environmental Footprint Category Rules (PEFCR) sollen den ökologischen Fußabdruck der Produkte vergleichbar machen. Das Projekt dient auch der proaktiven Vorbereitung auf zu erwartende rechtliche Anforderungen.

Als Gründungs- und aktives Projektmitglied nimmt FISCHER regelmäßig an den Meetings teil und trägt zur Bereitstellung der notwendigen Daten bei.

WINTRUST – Recyclingprojekt

Das Kooperationsprojekt WINTRUST konzentriert sich auf das Recycling von End of Life (EoL)-Abfällen aus Wintersport-Hartware wie Ski inklusive Bindung, Skischuhen, Skistöcken und Skihelmen, die hauptsächlich aus Hochleistungskunststoffen hergestellt werden. Das vom niederösterreichischen ecoplus Kunststoff-Cluster initiierte Projekt möchte die Basis für eine Rezyklierung ausrangierter Wintersportartikel im großen Stil schaffen. Neben FISCHER nehmen auch Mitbewerber und Industriepartner sowie Forschungspartner - wie die Montanuniversität Leoben - teil.

Die wesentlichen Ziele des Projektes sind a) die Analyse von Aufbereitungsmöglichkeiten, um die Materialrückführung von Wintersport-Hartware deutlich zu steigern und b) die gemeinsame, einheitliche ökologische und ökonomische Bewertung dieses Recyclings. Für definierte Anwendungsfälle erfolgt ein Life Cycle Assessment (LCA) des gesamten Wertschöpfungskreislaufs, das die ökologischen und ökonomischen Wirkungen des Recyclings quantifiziert.

Die FISCHER Sports GmbH ist WINTRUST-Projektmitglied und mit seiner Marke ONE WAY unter anderem auch als Expertin für Stöcke vertreten.

Unsere Stakeholder -

unsere

Partner

Stakeholder sind Gruppen oder Personen, die ein Interesse an einer Organisation haben, weil die Handlungen dieser Organisation Auswirkungen auf sie haben oder die selbst die Entwicklung der Organisation beeinflussen können. In diesem weit gefassten Sinn ist nahezu jeder Mensch, der mit FISCHER in Berührung kommt, ein Stakeholder von uns.

Zur Priorisierung der Stakeholdergruppen nach ihrer Bedeutung für FISCHER haben wir eine Stakeholderanalyse vorgenommen. Dabei wurden Einfluss und Auswirkungen der einzelnen Gruppen auf das Unternehmen sowie umgekehrt, des Unternehmens auf die Stakeholder, bewertet. Die nachfolgende Matrix zeigt das Ergebnis dieser Analyse.

FISCHER pflegt - teilweise langjährige - vertrauensvolle Beziehungen zu seinen Stakeholdern. Auch im Rahmen unserer Wesentlichkeitsanalyse (S. 123) haben wir sie eingebunden und um ihre Einschätzung zur Relevanz unterschiedlicher Nachhaltigkeitsaspekte gebeten. Wir versuchen, die Interessen der Stakeholder auf partnerschaftliche Weise mit unseren in Einklang zu bringen.

Nachfolgend ist erläutert, welche Anliegen unsere wichtigsten Stakeholdergruppen (Spielmacher und Gesetzte) dem Unternehmen gegenüber haben und wie FISCHER mit ihnen in Austausch steht.

Eigentümer:innen

Die Eigentümer:innen und der von ihnen entsandte Aufsichtsrat sind am langfristigen Markterfolg FISCHERs interessiert und betrachten die Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen als wichtige Voraussetzung dafür Sie legen Wert darauf, dass FISCHER als österreichisches Traditionsunternehmen einen Teil der Ski in Österreich produziert

Die Interessen der Eigentümer:innen werden durch den Aufsichtsrat vertreten und in den Aufsichtsratssitzungen und im jährlichen Strategiemeeting an die Geschäftsführung von FISCHER Sports herangetragen. Für nähere Informationen siehe Kapitel Eigentümerinnen (S. 15), Aufsichtsrat (S. 15) und AbstimmungundKontrolle (S. 16).

Mitarbeiter:innen

Unsere Mitarbeiter:innen sind die Basis für den langfristigen Erfolg von FISCHER. Wir fordern von unseren Mitarbeiter:innen Engagement und – im Sinne von Kaizen –den verantwortungsvollen Blick auf das Ganze. Im Gegenzug bemüht sich FISCHER, seinen Mitarbeitenden eine inspirierende Arbeitsumgebung zur Verfügung zu stellen, in der sie sich aktiv einbringen können, auf individuelle Interessen Rücksicht zu nehmen und die persönliche und

berufliche Entwicklung der Mitarbeiter:innen zu unterstützen.

Die Interessen der Belegschaft werden zusätzlich durch je einen Betriebsrat für Arbeiter:innen und einen für Angestellte vertreten. Unsere jugendlichen Arbeitnehmer:innen werden durch einen eigenen Jugendvertrauensrat vertreten, der mit dem Betriebsrat zusammenarbeitet.

Die Kommunikation mit den Mitarbeiter:innen ist vieschichtig und reicht von den jährlichen Mitarbeitergesprächen mit Vorgesetzten über Versammlungen zur Information der Belegschaft durch die Geschäftsführung bis hin zur Information über das Intranet, Newsletter und Social-Media-Kanäle Informelle Kommunikationsmöglichkeiten ergänzen die offiziellen, zum Beispiel im Rahmen von Firmenfeiern, Betriebsausflügen oder einfach nur durch unsere Politik der „Offenen Tür“. Nähere Informationen sind im Kapitel Attraktiver Arbeitgeber (S. 73) zu finden.

Kund:innen - Händler:innen und Konsument:innen

Um unserer Vision, die erste Wahl für jeden Sportler und jede Sportlerin zu sein, gerecht zu werden, brauchen wir regelmäßigen und guten Kontakt zu unseren Kund:innen. Nur so können wir frühzeitig auf sich ändernde Kundenbedürfnisse reagieren. Als Kund:innen bezeichnen wir einerseits den Handel und andererseits die Konsument:innen.

Für den Verkauf unserer hochqualitativen Wintersportartikel ist der Fachhandel unser wichtigster Partner und Kunde. Der Fachhandel wünscht sich von FISCHER Qualität, Lieferzuverlässigkeit und Unterstützung beim beratungsintensiven Vertrieb. Der Fachhandel wird von unseren Außendienstmitarbeitenden betreut. Wir pflegen den Kontakt mit vielfältigen Serviceangeboten, beginnend bei Schulungen, Betriebsbesichtigungen und Info-Meetings über ein zuverlässiges Reklamationsmanagement bis hin zu

persönlichen Besuchen bei unseren Händlern. Ein Highlight sind die von der FISCHER Testcrew begleiteten Ski-Tests, die wir in Kooperation mit dem Fachhandel durchführen, und in deren Rahmen interessierte Konsument:innen die neuesten Skimodelle testen können. Auch auf Messen pflegen wir den Dialog sowohl zum Fachhandel als auch zu Endkund:innen. FISCHER greift außerdem auf gängige Informationskanäle wie Produktkataloge, Newsletter oder Social Media zurück, um Kund:innen auf dem Laufenden zu halten.

Lieferant:innen

FISCHER bezieht einerseits Materialien und Halberzeugnisse für seine Produktion und andererseits Handelsware, mir der wir das selbst produzierte Sortiment ergänzen.

Von unseren Lieferant:innen erwarten wir Lieferzuverlässigkeit und die Einhaltung von Sorgfaltspflichten, die wir detailliert in unserem Lieferantenkodex (siehe Kapitel Nachhaltigkeitinder Lieferkette; S. 41) festgeschrieben haben. Damit wollen wir sicherstellen, dass unsere ESG-Standards und -werte auch in den Lieferketten zur Anwendung kommen

Den Kontakt zu unseren Lieferant:innen halten wir in erster Linie über unsere Einkaufsabteilung. Wiederkehrende Kontakte ergeben sich auch durch die von FISCHER durchgeführten Abfragen, mit denen die Erfüllung von rechtlichen Anforderungen sichergestellt werden soll.

Vertriebspartner:innen

In Absatzländern, in denen wir keine eigenen Vertriebsniederlassungen betreiben, arbeiten wir mit Vertriebspartnern, konkret Generalvertretungen, zusammen. Diese sind Ansprechpartner für die Händler des jeweiligen Landes und werden vom FISCHER Sales Management betreut.

Markenbotschafter:innen

Professionelle Skirenn- und Hockeysportler:innen, die von FISCHER ausgerüstet werden und mit unseren Produkten Top-Platzierungen im Wettkampfsport feiern, tragen dazu bei, dass auch Freizeitsportler:innen zu unseren Produkten greifen. Sie sind daher wichtige Markenbotschafter:innen von FISCHER und erhöhen durch ihre Erfolge und Prominenz die internationale Bekanntheit von FISCHER.

Unsere Vision ist es, die erste Wahl für Athlet:innen zu sein. FISCHER stellt Weltklasse-Athlet:innen, wie AJ Ginnis, Johannes Høsflot Klæbo, Frida Karlsson, Mathilde Gremaud, Johannes Thingnes Bø, Ziga Pance und vielen mehr, erstklassiges Material und professionellen Service zur Verfügung.

Durch die Bereitstellung der perfekten technischen Voraussetzungen, trägt FISCHER bestmöglich zu deren Erfolgen bei. Gleichzeitig geben die Athlet:innen wertvolle Feedbacks an die Entwicklungsteams zurück, dank derer die Produkte immer weiter verbessert werden können. Davon wiederum profitieren alle Freizeitsportler:innen.

Die Top-Athlet:innen werden von FISCHER darüber hinaus, aufgrund ihrer positiven Außenwirkung, als Markenbotschafter:innen intensiv in die Content Produktion für die unterschiedlichsten Kommunikations-Kanäle (Presseaussendungen, Kampagnen, Social Media, Webseite etc.) eingebunden.

Auszug aus dem Athletenpool

Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

Unser Zugang

FISCHER Sports ist ein österreichisches Unternehmen, das sich seit 100 Jahren sehr erfolgreich am internationalen Sportartikelmarkt behauptet. Die Meilensteine der Firmengeschichte (siehe 100 Jahre FISCHER; S. 7) sind getragen von Innovationsgeist, Kundenorientierung und Leidenschaft für den Wintersport.

Unsere Wettbewerbsstrategie ist die Produktführerschaft.

FISCHER Sports ist bekannt für technisch und qualitativ herausragende Sportartikel. Als Gesamtanbieter können wir für die Konsument:innen Performance-Pakete mit optimaler Abstimmung der Produkte aufeinander schnüren (siehe „PerfektesSetup"auseinerHand; S. 102).

FISCHER strebt im Interesse aller Stakeholder des Unternehmens einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg an (siehe WirtschaftlicheLeistungundEntwicklung; S. 35). Das erfordert kaufmännische Sorgfalt und ein Ausbalancieren von wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Zielen durch die Unternehmensführung.

Wir produzieren so lokal wie möglich (siehe Regionale ProduktionundBeschaffung; S. 39) und bezahlen faire Löhne (siehe FaireEntlohnung; S. 38), können uns aber der Globalisierung und dem Kostendruck in der Branche nicht entziehen. Denn letztlich müssen wir unsere Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können.

Dazu ist auch eine kontinuierliche Steigerung der Produktivität erforderlich. Diese erzielen wir unter anderem durch fortlaufende Automatisierung, Digitalisierung und Prozessoptimierungen in unseren Produktionsanlagen an beiden Produktionsstandorten. Das neu errichtete SkiProduktionswerk im ukrainischen Mukatschewo wurde dementsprechend nach dem neuesten Industriestandard “Industrie 4.0” konzipiert und installiert. Durch die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen können die Produkte, trotz ihrer zunehmenden Komplexität und Individualität, wirtschaftlich hergestellt werden und gleichzeitig höchsten Qualitätsansprüchen genügen.

Fischer produziert zwar ausschließlich in Österreich und der Ukraine, aber unsere Wertschöpfungsketten sind weit verzweigt und bei manchen Produkten weltumspannend. Die Vermeidung negativer Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in der Lieferkette ist eine dementsprechend komplexe Herausforderung, der wir uns, nicht zuletzt aufgrund neuer regulatorischer Anforderungen – Stichwort Lieferkettengesetz –, stellen (siehe NachhaltigkeitinderLieferkette; S. 41).

Schließlich ist die Einhaltung von Gesetzen, internationalen Standards und eigenen Vorgaben ein wesentliches Element einer verantwortungsvollen Unternehmensführung (Corporate Governance) und somit ein weiteres wesentliches Thema, über das wir in diesem Kapitel berichten (siehe RechtssicherheitundCompliance; S. 43).

Vorweg informieren wir an dieser Stelle noch kurz über die wichtigsten Entwicklungen im Berichtszeitraum, über gegenwärtige und in die Zukunft reichende Trends sowie über die Leitsätze und strategischen Ziele, die wir im Handlungsfeld Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit verfolgen.

Umfeld und Entwicklungen

Im Berichtszeitraum, der die Geschäftsjahre 2021/22 bis 2023/24 umspannt, war FISCHER Sports mit unerwarteten Krisen und Herausforderungen konfrontiert.

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen, der Brand und Wiederaufbau unseres Werks in Mukatschewo (Ukraine), der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, die damit zusammenhängende Energie- und Kostenkrise, sowie die hohe Inflation haben zu außergewöhnlichen Belastungen für das Unternehmen und seinen Mitarbeiter:innen geführt.

Die Folgen der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie und die damit zusammenhängenden Verwerfungen der Wirtschaft brachten Instabilität in unsere Lieferketten, was eine Bewährungsprobe für unsere Produktion darstellte.

Die in der Zeit der Corona-Pandemie verordneten Kontaktund Ausgangsbeschränkungen inklusive Schließung der alpinen Skigebiete wirkten sich auf unsere Märkte aus, und zwar unterschiedlich je nach Segment.

Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie konnte der globale Alpin-Skimarkt laut der Federation of the European Sporting Goods Industry (FESI) stetige Zuwächse verzeichnen. Mit Corona-Pandemie und den damit verbundenen Schließungen von Skigebieten hat sich der globale Markt kurzfristig halbiert. In der Saison 2022/23 wurden weltweit 3,7 Millionen Paar Ski verkauft und damit beinahe wieder das Vor-Corona-Pandemie-Niveau erreicht.

Die Segmente Langlauf- und Tourenski erlebten während bzw. durch die Corona-Pandemie einen regelrechten

Nachfrageboom, denn anders als im Alpinski-Bereich gab es keine einschneidenden gesetzlichen Beschränkungen der Ausübung dieser Sportarten. Viele Einsteiger:innen entdeckten sie als Alternative zum alpinen Skifahren und als Möglichkeit zur sportlichen Betätigung in der winterlichen Natur. Aktuell sind die Langlauf- und Tourenski-Märkte mit einer Gegenbewegung konfrontiert. Allerdings haben diese Segmente schon seit jeher volatile Nachfrageverläufe, weil nur sehr eingeschränkt auf Kunstschnee zurückgegriffen werden kann.

Brand und Wiederaufbau unseres

Produktionswerkes in Mukatschewo

Eine große Herausforderung war auch der Brand in unserem Produktionswerk Mukatschewo im Oktober 2020.

Glücklicherweise sind keine Personen zu Schaden gekommen, der materielle Schaden und die wirtschaftlichen Auswirkungen waren aber erheblich, da die Halle und die Anlagen für die Skiproduktion komplett vernichtet wurden. Wir mussten daher vorübergehend die Produktionskapazitäten am Stammsitz in Ried bis an die Belastungsgrenze ausweiten und einen Teil der Produktion auf Partnerunternehmen auslagern.

Die russische Invasion in der Ukraine beeinträchtigte und verzögerte den eiligen Wiederaufbau und die Inbetriebnahme unseres abgebrannten Werkes. Seit dem Geschäftsjahr 2023/24 laufen die nach dem neuesten Industriestandard errichteten Produktionsanlagen in Mukatschewo im Regelbetrieb.

Russischer Angriffskrieg auf die Ukraine

Im Februar 2022 begann der – seither anhaltenderussische Angriffskrieg in der Ukraine. Auf Grund der Lage im äußersten Westen des Landes, in einer von unmittelbaren Kriegshandlungen verschonten Region, kann das Werk weiterhin betrieben werden. Der operative Betrieb konnte in den letzten beiden Jahren ohne nennenswerte Einschränkungen durchgehend aufrechterhalten werden, Stromabschaltungen und Einberufungen von Mitarbeitern zum Militär können durch organisatorische Maßnahmen kompensiert werden.

Energie- und Kostenkrise, Inflation und Konsumflaute

Im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und den Sanktionen gegen Russland ist es in Europa zu einer Energiekrise gekommen. Die vorübergehend sehr stark gestiegenen und nach wie vor hohen Energiepreise haben auch die Produktionskosten von FISCHER deutlich erhöht.

Indirekt und längerfristig wird uns der durch die Energiekrise befeuerte Anstieg der Inflation treffen. Diese führte in Österreich aber auch in Deutschland zu hohen Lohn- bzw. Tariferhöhungen. Da Österreich und Deutschland nicht nur wichtige Absatzmärkte, sondern auch die zentralen Beschaffungsmärkte von FISCHER sind, führten diese zu gestiegenen Beschaffungskosten.

Dazu kommt, dass Deutschland und Österreich in eine nun schon lange anhaltende Rezession gerutscht sind, was sich negativ auf die Kaufbereitschaft der Konsument:innen auswirkt.

Trends und Ausblick

Ungeachtet der herausfordernden Entwicklungen, mit denen wir im Berichtszeitraum konfrontiert waren und es teilweise noch sind, blicken wir mit Zuversicht in die Zukunft. Denn zum einen haben die vergangenen Geschäftsjahre gezeigt, dass wir Krisen bewältigen können und widerstandsfähig sind. Und zum anderen gibt es Trends und Prognosen, die uns optimistisch stimmen.

Wachsende Märkte prognostiziert

Der Markt für Wintersportgeräte, insbesondere für Alpin Ski und Nordic Ski, wird sowohl in Europa als auch weltweit von einem moderaten Wachstum getragen. Europäische Länder wie Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und die Schweiz haben starke und stabile Traditionen im Alpinsport, und die Nachfrage nach klassischen Alpin-Produkten ist –nicht zuletzt aufgrund vermehrter künstlicher Beschneiung –konstant. In den skandinavischen Ländern ist der Langlaufsport fest verankert und genießt große Beliebtheit.

Nordamerika und Asien sind wachsende Märkte. Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs verweist speziell auf China als Zukunftsmarkt der österreichischen Skibranche2. Der globale Markt für Wintersportausrüstung wird demnach bis 2030, laut Branchenschätzungen, voraussichtlich mit einer jährlichen Rate von etwa 3 bis 5 Prozent wachsen, wobei das Wachstum vor allem vom zunehmenden Absatz im Alpin-Bereich getragen wird

Trend zur Aktivität in der Natur

Schon vor der Corona-Pandemie war ein Trend zu OutdoorAktivitäten festzustellen. Studien bestätigten, dass immer mehr Menschen Aktivitäten in der Natur als wichtig für ihre physische und psychische Gesundheit betrachten. Diese durch die Corona-Pandemie noch deutlich verstärke Entwicklung, stellt eine wichtige Basis für die Nachfrage nach qualitativ hochwertigen Wintersportprodukten dar.

Trend zum Ski-Equipment-Verleih

Ein wichtiger Trend im Segment Alpin ist das immer besser werdende Verleih-Angebot. Waren in der Vergangenheit nur speziell entwickelte Modelle im Verleih erhältlich, so sind es mittlerweile die meisten gängigen Modelle aller namhaften Hersteller. Auch die Verleih-Infrastruktur wurde in vielen Destinationen ausgebaut und der Verleihprozess für Konsument:innen einfacher und komfortabler gestaltet. Die Konsequenz daraus sind Verleihquoten, die in manchen Märkten mehr als 70 Prozent erreichen (siehe auch Trend: Skiausrüstungleihen statt kaufen; S. 115).

2 Vgl. https://www.holzindustrie.at/unsere-branchen/ski/

Nachhaltigkeit als Chance

Die Nachfrage nach möglichst umweltschonenden und nachhaltig produzierten Wintersportgeräten wächst, wenn auch nur in einem geringen Ausmaß, und auch die regulatorischen Anforderungen im Kontext Nachhaltigkeit nehmen spürbar zu. Das stellt uns einerseits vor Herausforderungen, wir sehen darin aber auch die Chance, uns Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und neue Märkte zu erschließen.

FISCHER hat sich diesbezüglich bereits eine gute Ausgangsposition verschafft – wovon nicht zuletzt dieser erste umfassende Nachhaltigkeitsbericht des Unternehmens zeugt.

Auswirkungen des Klimawandels

Der Klimawandel macht sich durch tendenziell mildere und kürzere Winter bemerkbar. Gleichzeitig zeigen sich die Skigebiete insbesondere in höheren Lagen gut gerüstet, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Besonders in Regionen mit modernisierter Infrastruktur und effizienten Beschneiungssystemen wird der Wintersport auch langfristig weiterhin eine zentrale Rolle spielen.

Während der Nordic Ski Markt durch eingeschränkte Möglichkeiten der künstlichen Beschneiung potenziell stärker betroffen sein könnte, bieten gesellschaftliche Trends zu mehr Gesundheitsbewusstsein und Outdoor-Aktivitäten enorme Chancen. Die steigende Begeisterung für Bewegung in der Natur stärkt den Langlaufsport und motiviert zu kreativen Lösungen, wie optimierte Loipennetze und nachhaltige Konzepte für schneesichere Bedingungen. Mit innovativen Technologien und einer positiven Einstellung zur Anpassung zeigt sich: Der Wintersport hat auch in Zukunft viel Potenzial und es wird möglich sein, diesen in vielen Gebieten weiterhin auszuüben.

In Summe gehen wir davon aus, dass die durch die Klimaerwärmung bedingten finanziellen Risiken für FISCHER mittel- bis langfristig beherrschbar sind.

Unser breites Sortiment und unsere Positionierung als Gesamtanbieter sollten dazu beitragen, dass unser Geschäftsmodell auch hinsichtlich des Klimawandels resilient ist.

Leitsätze

Langfristiger Erfolg:

• Unsere solide Eigentümerstruktur und Eigenkapitalausstattung bilden die Grundlage für zukunftsweisende Investitionen.

• Der wirtschaftliche Erfolg von FISCHER und die nachhaltige Entwicklung des Unternehmens gehen Hand in Hand.

Faire Entlohnung:

• FISCHER bezahlt angemessene Löhne und bietet seinen Mitarbeiter:innen eine attraktive Erfolgsbeteiligung.

• Wir achten darauf, dass auch Arbeitskräfte in der Lieferkette eine faire Vergütung erhalten.

Regionale Produktion und Beschaffung:

• Wir produzieren in Österreich und der Ukraine.

• Durch unsere überwiegend regionale Beschaffung tragen wir zur Wertschöpfung in Österreich und anderen europäischen Ländern bei.

Nachhaltige Lieferkette:

• Unsere Verantwortung endet nicht an den eigenen Werkstoren: Wir sorgen für eine nachhaltige Lieferkette.

Rechtssicherheit und Compliance:

• Die Sicherstellung der Rechtskonformität ist Basis unserer unternehmerischen Verantwortung.

• Wir entwickeln unsere Corporate Governance kontinuierlich weiter und optimieren unsere Prozesse, um sowohl neue Regularien als auch eigene Vorgaben im Kontext Nachhaltigkeit zu erfüllen.

Strategische Ziele

Sicherung des langfristigen wirtschaftlichen Erfolgs

• Relevanter Marktanteil in allen Segmenten

• Sicherstellung der Markenstärke (Image und Bekanntheit)

• Absicherung der Investitionsquote z.B. für Produktionsmittel, Datenmanagement, Infrastruktur

Nachhaltige und resiliente Lieferkette

• Umfassende Bewertung aller Lieferanten hinsichtlich ihrer aktuellen und zukünftigen Nachhaltigkeits-Performance bis 2026/27

• Transparente Nachverfolgung der Lieferketten bis 2026/27

Nachhaltige Erfüllung und Sicherstellung der rechtlichen Anforderungen

• Aufbau und Etablierung eines unternehmensweiten Compliance Managements

Wirtschaftliche

Leistung

und Entwicklung

Relevanz und Auswirkungen

Die Rentabilität eines Unternehmens bildet die Grundlage dafür, langfristige Werte zu schaffen. Eine solide finanzielle Ausstattung ermöglicht es, Innovationen auf den Markt zu bringen, im Wettbewerb zu bestehen und letztendlich auch in sozialer und ökologischer Hinsicht nachhaltig zu agieren. Strategische Entscheidungen hat das Management daher in erster Linie nach betriebswirtschaftlichen Aspekten unter Berücksichtigung der Marktgegebenheiten undanforderungen zu treffen.

Praktisch alle Stakeholder haben ein Interesse an der positiven Unternehmensentwicklung – in erster Linie Eigentümer:innen, Führungskräfte und Mitarbeiter:innen, aber auch Lieferant:innen, Kund:innen und die regionale Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Nur wenn mit der Geschäftstätigkeit regelmäßig Erträge erwirtschaftet werden, lassen sich hochwertige Arbeitsplätze sichern und nachhaltige Investitionen finanzieren.

Solide Eigentümerstruktur und Eigenkapitalausstattung

Die auf Familienstiftungen aufbauende stabile Eigentümerstruktur ist das Fundament für den wirtschaftlichen Erfolg und den Fortbestand des

3 Die Daten der FISCHER Sports GmbH und ihrer Tochtergesellschaften werden konsolidiert berichtet, auch wenn dies unternehmensrechtlich nicht vorgesehen ist. Die Muttergesellschaft von FISCHER, die im Sinne des § 244 UGB den

Unternehmens über Generationen (siehe FISCHERSports –We live to ski; S. 4).

Ein weiterer Erfolgsgarant ist die solide finanzielle Ausstattung des Unternehmens. Die Eigenkapitalquote des FISCHER Sports Teilkonzerns3 liegt bei rund 60 Prozent. Dadurch sind wir in der Lage, unternehmerische Entscheidungen selbstbestimmt und unabhängig zu treffen und Investitionen zur Steigerung der Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zu tätigen.

Kaufmännische Sorgfalt und Risikomanagement

Die wirtschaftliche Steuerung des Unternehmens fällt in den Zuständigkeitsbereich der kaufmännischen Geschäftsführung. Dieser sind unter anderem die Abteilungen Finance und Controlling zugeordnet, die in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung die notwendigen Aktivitäten und Prozesse zur Sicherstellung der geschäftlichen Sorgfaltspflicht umsetzen. Dies umfasst die Bereiche Buchhaltung, Bilanzierung, Budgetierung, Forecasting, Berichtswesen, Liquiditätsmanagement und Jahresabschlusserstellung.

Ergänzende Wirtschaftlichkeitsrechnungen und Sonderanalysen gewährleisten, dass der Geschäftsführung alle erforderlichen Informationen zur Steuerung des Unternehmens zur Verfügung stehen.

FISCHER Sports verfügt über ein standardisiertes Risikomanagementsystem, das sich auf die Identifikation, Bewertung und Steuerung der für das Unternehmen relevanten Risiken fokussiert. Für jeden Risikobereich wurde ein Risk-Owner definiert, der für die regelmäßige Einschätzung des Risikos sowie die Ableitung von Maßnahmen zur Risikoreduktion verantwortlich ist.

Im Anschluss erfolgt eine konsolidierte Risikobetrachtung, und einmal jährlich wird an den Prüfungsausschuss berichtet.

Investitionen sichern Wettbewerbsfähigkeit

Um die Nachfrage nach FISCHER Produkten auch in Zukunft decken zu können und die Produktivität zu steigern, investiert das Unternehmen kontinuierlich in hocheffiziente Produktionsanlagen und modernste Technologie.

Insgesamt hat FISCHER in den vergangenen drei Geschäftsjahren rund 86 Mio. Euro investiert. Ein wesentlicher Teil dieser außergewöhnlich hohen Investitionssumme ist in den Wiederaufbau unseres Werkes in Mukatschewo geflossen.

Konzernabschluss zu erstellen hat, ist die FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH (FN 114802b).

Erzeugter und verteilter wirtschaftlicher Wert

Die vom Berichtszeitraum umfassten Geschäftsjahre zeigen in Bezug auf die wirtschaftlichen Kennzahlen wie zum Beispiel Umsatz und Ergebnis erhebliche Schwankungen. In diesem Zusammenhang ist auf zwei wesentliche – die Geschäftsaktivitäten des Berichtszeitraumes beeinflussende – Ereignisse hinzuweisen, die weiter oben (siehe Umfeld und Entwicklungen;S. 31) näher beschrieben sind.

Zum einen ist dies die Corona-Pandemie, die auch im Geschäftsjahr 2021/22 – also im zweiten Pandemiejahr –noch erhebliche Auswirkungen auf die Nachfrage hatte. Während im Langlauf- und im Tourenski-Segment eine weiterhin hohe Konsumentennachfrage verzeichnet werden konnte, war sie im Bereich Alpin aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie-Restriktionen nach wie vor gering. Unsere Umsatzerlöse sind zwar 2021/22 im Vergleich zum vorangegangenen Geschäftsjahr wieder etwas gestiegen, lagen aber weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre vor der Corona-Pandemie.

Als zweites Ereignis ist der dem Berichtszeitraum vorausgegangene Brandschaden am Standort Mukatschewo im Geschäftsjahr 2020/21 zu nennen. Infolge der stark reduzierten Produktionskapazitäten konnte die marktseitig bestehende Nachfrage in den Geschäftsjahren 2021/22 und 2022/23 nicht vollständig bedient werden. Im Laufe des Geschäftsjahres 2022/23 konnten die Wiederaufbauaktivitäten am Standort Mukatschewo beendet werden, sodass im Geschäftsjahr 2023/24 die vollen Produktionskapazitäten zur Verfügung standen. Die im Zusammenhang mit dem Brandschaden stehenden Versicherungserträge wurden überwiegend im Geschäftsjahr 2021/22 realisiert und sind in nachstehender Tabelle in den Einnahmen enthalten

Die in der Tabelle dargestellten wirtschaftlichen Kennzahlen sind im Kontext dieser beiden Ereignisse zu sehen und beziehen sich auf den FISCHER Sports Teilkonzern.

Aus operativer Perspektive brachte das Geschäftsjahr 2022/23 den höchsten Umsatz in der 100-jährigen Unternehmensgeschichte. Im darauffolgenden Geschäftsjahr 2023/24 verzeichnete FISCHER Sports hingegen einen Umsatzrückgang. Neben generell schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen infolge geopolitischer Entwicklungen führten insbesondere hohe Lagerbestände des Einzelhandels in Verbindung mit einer reduzierten Konsumbereitschaft zu einem geringeren Umsatzniveau. FISCHER Sports beendete das Geschäftsjahr 2023/24 mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 3,3 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote lag bei rund 62 %.

Aktuelle Situation und wirtschaftlicher Ausblick

Aktuell zeigt sich ein wirtschaftlich herausforderndes Umfeld. Die nach wie vor hohen Lagerbestände im Handel sowie eine – in vielen Branchen feststellbare – generell zurückhaltende Konsumbereitschaft haben zu einer reduzierten Vor-Order für das Geschäftsjahr 2024/2025 geführt. Inwieweit diese durch eine verstärkte Nach-Order in der aktuellen Wintersaison kompensiert werden kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Insgesamt wird aber für das Geschäftsjahr 2024/2025 mit einem reduzierten Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr gerechnet. Die infolge der geänderten Marktbedingungen erforderlichen Anpassungen zur Senkung der Kosten werden sukzessive durch das Unternehmen vorgenommen. So musste Fischer im GJ 2024/25 sowohl am Stammsitz in Ried wie auch im Produktionswerk in Mukatschewo Freisetzungen im Arbeiter- und Angestelltenbereich vornehmen.

Mittelfristig wird eine Erholung der Märkte erwartet. Aktuell vorliegende Markt- und Branchendaten zeigen eine positive und stabile Entwicklung in Bezug auf Wintertourismus und Ausübung des alpinen wie nordischen Wintersports. Die durch Corona-Pandemie verursachten Rückgänge im alpinen Wintersport konnten defacto in allen relevanten Märkten kompensiert werden. Hinzu kommt, dass für die Saison 2024/25 eine deutliche Reduktion der Lagerbestände im Einzelhandel erwartet wird.

Die Konzentration auf die Kernsegmente Alpin und Nordic sowie Hockey – verbunden mit der Ausrichtung auf technologische Produktführerschaft – wird auch im kommenden Geschäftsjahr weiter fortgesetzt.

Ergänzend werden die Aktivitäten zur erfolgreichen Positionierung der Marke ONE WAY als eigenständige Stockmarke im Winter- und Sommersport fortgesetzt.

Ziele

• Relevanter Marktanteil in allen Segmenten

• Sicherstellung der Markenstärke (Image und Bekanntheit)

• Absicherung der Investitionsquote z.B. für Produktionsmittel, Datenmanagement, Infrastruktur

Faire Entlohnung

Relevanz und Auswirkungen

Ob eine Person das eigene Einkommen als gerecht empfindet, hängt neben der Qualifikation auch von den aktuellen Lebenserhaltungskosten, regionalen Standards und der Attraktivität des Arbeitsplatzes ab. Aus Sicht der Unternehmen ist eine überdurchschnittliche Bezahlung auch ein Hebel, um qualifizierte Mitarbeiter:innen zu rekrutieren und im Unternehmen zu halten.

Eine leistungsgerechte Entlohnung, die einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht und den Vergleich nicht zu scheuen braucht, fördert die Motivation und Loyalität der Mitarbeitenden. Auf Basis der gesetzlichen oder tarifvertraglichen Bestimmungen des jeweiligen Landes gilt es daher, unternehmensintern ein transparentes Lohn- und Gehaltsschema für die Belegschaft zu entwickeln.

FISCHER Sports nimmt für sich in Anspruch, faire Löhne und Gehälter zu bezahlen. In Österreich gelten die kollektivvertraglichen Vereinbarungen und auch die Entlohnung unserer Mitarbeiter:innen in Mukatschewo unterliegt Tarifverträgen. Beide bilden die Ausgangsbasis für eine gerechte Vergütung der Mitarbeitenden bei FISCHER Sports.

Vergütung in Österreich

In Österreich verhandeln die Sozialpartner stellvertretend für die Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite Kollektivverträge, die unter anderem die Mindeststandards für die Entlohnung und Arbeitsbedingungen innerhalb einer Branche festlegen. Dabei werden die steigenden Lebenserhaltungskosten und branchenspezifische wirtschaftliche Entwicklungen berücksichtigt.

4 https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ausland/arbeitsmarkt-ukraine-kriegrussland-100.html

Die gesamte Belegschaft von FISCHER Sports in Österreich unterliegt solchen kollektivvertraglichen Regelungen.

Für Angestellte gilt der „Kollektivvertrag für Angestellte in der holzverarbeitenden Industrie“, für Arbeiter:innen der „Kollektivvertrag für Arbeiter in der holzverarbeitenden Industrie“.

Bei FISCHER Sports in Österreich erhalten alle Mitarbeitenden, egal ob Arbeiter:innen oder Angestellte, mehr als das kollektivvertragliche Mindestentgelt. Im Durchschnitt liegen die Löhne und Gehälter von Arbeiter:innen und Angestellten bei FISCHER Sports in Österreich um mehr als 25 Prozent über den kollektivvertraglichen Vorgaben

Vergütung in der Ukraine

Die Einkommenshöhe in der Ukraine hängt stark von Branche, Region und Qualifikationsniveau ab. Tarifverträge in der Ukraine basieren auf dem „Gesetz der Ukraine über Tarifverträge und Vereinbarungen“ sowie dem Arbeitsgesetzbuch.

Der staatlich festgelegte Mindestlohn in der Ukraine lag 2023 bei etwa 6.700 UAH (Ukrainische Hrywnja) pro Monat, das sind circa 170 Euro, wobei die Höhe des Mindestlohns nicht den tatsächlichen Lebenshaltungskosten in der Ukraine entspricht. Das Existenzminimum wurde in der Ukraine für 2023 auf 9 435 UAH (circa 239 Euro) festgelegt Das Durchschnittsgehalt in der Ukraine betrug 2023 laut dem ukrainischen Statistikamt 17.937 UAH (circa 454 Euro)4 . Das entspricht einer Steigerung von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Arbeiter:innen bei FISCHER Sports in Mukatschevo verdienten 2023 durchschnittlich über 20.000 UAH (circa 506 Euro) brutto pro Monat. Die Vergütung lag damit deutlich über den genannten Mindeststandards und auch über dem zuletzt gestiegenen Durchschnittsgehalt im Land

Faire Vergütung in der Lieferkette

Alle Mitarbeitenden in der Wertschöpfungskette haben das Recht auf eine faire Vergütung, die einen angemessenen Lebensstandard ermöglicht. Unser Anspruch einer fairen Vergütung richtet sich auch an unsere Verkäufer, Lieferanten, Drittverkäufer, Hersteller, Auftragnehmer, Subunternehmer und deren Beauftragte, die direkt mit FISCHER Sports Geschäfte machen, Waren oder Dienstleistungen bereitstellen, die von FISCHER Sports gekauft oder verkauft werden (zusammenfassend als "Lieferanten" bezeichnet) Die Vergütung der Mitarbeitenden unserer Lieferanten muss sich nach den lokalen oder nationalen Bestimmungen von Mindestlöhnen bzw. den branchenüblichen Vergütungssätzen richten. Die konkreten Bestimmungen und unsere Erwartungen an eine faire Vergütung sind im FISCHER Sports Code of Conduct für Lieferanten festgeschrieben.

Regionale Produktion und Beschaffung

Relevanz und Auswirkungen

Mit ihrer Geschäftstätigkeit tragen große Unternehmen zur Kaufkraft und Prosperität in der gesamten Region bei – etwa durch Sozialversicherungsbeiträge und Steuern, die Qualifizierung und Entlohnung der Mitarbeiter:innen, den Bezug von Gütern, Investitionen in den Standort und die Vergabe von Aufträgen an lokale Betriebe.

Eine hohe Fertigungstiefe im eigenen Unternehmen reduziert die Abhängigkeit von Zulieferern und damit auch die Risiken infolge internationaler Krisen. Insbesondere die CoronaPandemie und der Krieg in der Ukraine haben die Anfälligkeit globaler Lieferketten vor Augen geführt – sowohl in der Wirtschaft als auch bei der Kundschaft verstärkt sich der Wunsch nach regionalen Bezugsquellen.

Die Produktionskosten sind in den meisten europäischen Ländern zwar deutlich höher als in Fernost; dem gegenüber stehen jedoch Vorteile wie höhere Sozial- und Umweltstandards, kürzere Transportwege, vertrauensvolle Kooperationen mit Lieferanten und mehr Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Nachhaltigkeit und Innovation. Eine Marke, die für regionale Qualität steht, genießt am Markt eine hohe Reputation und spricht ein anspruchsvolles Kundensegment an. FISCHER produziert in Österreich und in der Ukraine. Unsere wichtigsten Beschaffungsländer sind Österreich, Deutschland und Italien.

So lokal wie möglich, so global wie nötig

Ski werden von FISCHER ausschließlich in Österreich und in der Ukraine produziert. Die Produktion von Hockeyschlägern findet im ukrainischen Werk statt. Alpin Skischuhe stammen zu hundert Prozent aus Europa, und auch Bindungen werden überwiegend in Europa hergestellt bzw. aus Europa zugekauft. Die Lieferkette ist bei diesen Produkten vergleichsweise regional und krisensicherer als solche, die sich nach Fernost erstrecken.

Bei einigen unserer Produkte, wie zum Beispiel bei Langlaufschuhen erfordert die Wettbewerbssituation sowie Preissensitivität des Konsumenten eine globalisierte Fertigung mit Produktionsschritten in Asien.

Weitere Informationen darüber, wo die verschiedenen Artikel unseres Sortiments hergestellt werden, findet sich im Kapitel Madeby FISCHERSports: Entwicklungund Produktion (S 24)

Lieferanten und Einkaufsvolumen

nach Ländern

Der Materialeinkauf für die beiden FISCHER-Werke in Österreich und der Ukraine erfolgt für die Produktion in Ried im Innkreis vollständig und für jene in Mukatschewo Großteils zentral über das Headquarter. Auch die Materialien, die wir unseren Partnerbetrieben zur Verfügung stellen, sowie die gesamte Handelsware werden über den Einkauf in Ried beschafft. Somit deckt die Beschaffung der FISCHER Sports GmbH, auf die sich die nachfolgenden Informationen und Daten beziehen, den Großteil des gesamten Einkaufsvolumens des FISCHER-Teilkonzerns ab.

Über die Zentrale in Ried wurden im Geschäftsjahr 2023/24 Produktionsmaterialien (Rohmaterial und Vorprodukte) und Handelswaren von rund 650 Lieferanten im Gesamtwert von 72,5 Millionen Euro beschafft. 77,4 % des Betrags gingen an Lieferanten innerhalb der Europäischen Union.

Auf Österreich, unser Hauptsitz- und wichtigstes Beschaffungsland, entfielen 38,6 % des gesamten Einkaufvolumens, gefolgt von Italien (22,1 %) und Deutschland (11,0 %).

Die Aufschlüsselung des Einkaufsvolumens nach Produktionsmaterialien und Handelswaren zeigt, dass die Rohmaterialen und Vorprodukte für unsere Eigenerzeugnisse sogar zu 92 % aus der EU stammten, während sich unser Beschaffungsvolumen für Handelswaren globaler verteilte. Aber auch hier entfiel mit rund 56 % der überwiegende Teil unserer Ausgaben auf Lieferanten innerhalb der EU.

Nachhaltigkeit in der Lieferkette

Relevanz und Auswirkungen

Die Selbstverpflichtung zu einer verantwortungsvollen Unternehmensführung endet nicht an den Werkstoren. Werden Rohstoffe, Leistungen oder Handelswaren aus verschiedenen Quellen und Ländern bezogen, rückt die Lieferkette in den Fokus des Nachhaltigkeitsmanagements. Vielfach zeigen sich unerwünschte soziale und ökologische Auswirkungen gerade in den vorgelagerten Bereichen der Geschäftstätigkeit. Daher stellen sich nachhaltig wirtschaftende Unternehmen der Herausforderung, die oft komplexen internationalen Wertschöpfungsketten hinsichtlich Umweltschutzes, Arbeitsnormen, Menschenrechten und Compliance zu beleuchten und kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Der Aufbau nachhaltiger Lieferketten ist ein aufwendiger, aber lohnender Prozess: Einerseits dient er dem eigenen Unternehmenserfolg – etwa durch verlässliche Lieferketten und gesteigertes Markenimage –, andererseits trägt er zur weltweiten Verbreitung guter Geschäftspraktiken bei. Angesichts der bestehenden strengen Standards in der EU haben Unternehmen mit Geschäftsbeziehungen zu Drittstaaten großes Potenzial, auch in anderen Teilen der Welt die Lebens- und Arbeitsbedingungen und den Umweltschutz spürbar zu verbessern.

FISCHER bezieht die für die Eigenerzeugnisse benötigten Rohstoffe und Vorprodukte überwiegend von europäischen Lieferanten. Informationen darüber, wo die FISCHER Produkte hergestellt werden, finden sich unter Madeby FISCHERSports: Entwicklungund Produktion (S. 24). Auf welche Länder sich unser Beschaffungsvolumen verteilt, ist unter Lieferanten und Einkaufsvolumen nach Ländern (S. 40) nachzulesen.

Nachhaltigkeit im strategisches Lieferketten-Management

Wie alle Unternehmen ist FISCHER angehalten, in seiner Lieferkette Sorgfaltspflichten zu beachten. Die vom EUParlament verabschiedete Corporate Sustainability Due Diligence-Richtlinie (CS3D) wird diese Anforderung in den nächsten Jahren weiter verstärken.

Auf unsere Produktionspartner, die Fertigerzeugnisse oder Halberzeugnisse für unsere Produktion herstellen, haben wir größeren Einfluss als auf die Hersteller der von uns vertriebenen Handelswaren. Das liegt daran, dass bei diesen Vorprodukten die Entwicklungsarbeit und das Know-how Großteils bei Fischer liegt und wir unseren Partnerbetrieben teilweise auch die Maschinen, Werkzeuge und Materialen bereitstellen, die sie zur Herstellung der Vorprodukte benötigen. Die Partnerbetriebe sind teilweise direkt von den diversen Lieferkettengesetzen betroffen und FISCHER steht mit ihnen diesbezüglich in einem konstruktiven Austausch. Auf die großen Rohstofflieferanten hingegen konnten wir bisher nur sehr begrenzt Einfluss nehmen, um Nachhaltigkeitskriterien durchzusetzen. Allerdings entwickelt sich hier in der Skiindustrie ein erfreulicher Trend zur Kooperation, um gegenüber den großen Lieferanten geschlossen mit Nachhaltigkeitsanforderungen aufzutreten.

Um unsere Beschaffung nach ökologischen und sozialen Kriterien ausrichten zu können und das Risiko negativer Auswirkungen in den Lieferketten zu senken, setzen wir seit 2024 ein eigenes Tool für strategisches Lieferanten- und Lieferkettenmanagement ein. Auch Nachhaltigkeitszertifikate unserer Zulieferbetriebe verwalten wir mit dieser Software.

Wir haben inzwischen alle bestehenden Lieferanten, von denen wir Rohmaterialien, Vorprodukte und Handelswaren in relevantem Umfang beziehen, einer Risikoanalyse unterzogen. Auch alle neuen Lieferanten, insbesondere solche, die aufgrund bestehender oder kommender rechtlicher Vorgaben als besonders relevant gelten, werden künftig überprüft.

Bewertet werden Kriterien wie Standortrisiko, Korruptionsindex und Umweltrisiko Die Analyse zum strategische Beschaffungs-Risikomanagement wird künftig jährlich durchgeführt. Unterjährige sich ändernde Risiken fließen in der Bewertung sofort ein.

Verhaltenskodex für Lieferanten

In Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten möchten wir sicherstellen, dass Menschen – insbesondere die Arbeitskräfte unserer Lieferanten – sowie die Umwelt in unserer Lieferkette keinen Schaden erleiden. Deshalb hat FISCHER Sports einen Verhaltenskodex (Code of Conduct, CoC) für seine Lieferanten entwickelt, der diese dazu anhält, ethische, soziale und ökologische Standards einzuhalten. Der Kodex, der 2024/25 schrittweise ausgerollt wird, verpflichtet unsere Lieferanten beispielsweise zur Einhaltung internationaler Menschen- und Arbeitsrechte sowie internationaler Umweltstandards und nationaler Umweltgesetze.

FISCHER Sports erwartet von seinen Lieferanten, dass sie diesen Verhaltenskodex unterzeichnen, anerkennen und einhalten, indem sie die darin geforderten Praktiken in ihre internen Geschäftsrichtlinien, Prozesse und Mitteilungen aufnehmen.

Ziele

• Umfassende Bewertung aller Lieferanten hinsichtlich ihrer aktuellen und zukünftigen Nachhaltigkeits-Performance bis 2026/27

• Transparente Nachverfolgung der Lieferketten bis 2026/27

Maßnahmen

• Ausrollung des Supplier Code of Conduct auf alle Lieferanten

• Transparente Darstellung des Liefernetzwerkes inklusive Risikobewertung

• Lieferanten auf relevante Zertifizierungen überprüfen

• Etablierung eines Tracking-Systems der eingekauften Materialien - Rückverfolgbarkeit sicherstellen

• High-Risk-Lieferanten aufgrund durchgeführter Due-Diligence Prüfungen identifizieren und verstärkte Durchführung von Kontrollen & Audits bei diesen

Rechtssicherheit und Compliance

Relevanz und Auswirkungen

Nachhaltig geführte Unternehmen agieren im Einklang mit allen rechtlichen Vorschriften und legen hohe Standards an sich selbst an. Die konsequente Einhaltung von Gesetzen und Normen beeinflusst unternehmerische Erfolgschancen heute mehr denn je. Ein regelkonformes und integres Geschäftsgebaren dient nicht nur der Risikominimierung hinsichtlich rechtlicher Konsequenzen oder Reputationsschäden, sondern schafft auch Vertrauen bei den Stakeholdern. Alle Interessengruppen profitieren von der Zusammenarbeit mit verlässlichen Partner:innen, die in ihrem Wirkungsbereich strenge Vorgaben erfüllen.

In den vergangenen Jahren kamen zu den gesetzlichen Anforderungen, die FISCHER erfüllen muss, diverse Rechtsvorschriften im Kontext der Nachhaltigkeit hinzu. Neben einzelnen länderspezifischen Regularien betrifft dies vor allem jene Vorschriften, die im Zusammenhang mit dem EU-Green-Deal erlassen oder überarbeitet wurden. Einige dieser Vorschriften erstrecken sich nicht nur auf unsere eigenen Aktivitäten, sondern auch über die gesamte Wertschöpfungskette.

Sicherstellung der Rechtskonformität

Die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben ist die oberste Handlungsmaxime für FISCHER Sports, sein Management und alle Mitarbeiter:innen Den organisatorischen Rahmen hierfür bilden die Geschäftsordnung der Geschäftsführung, die RichtlinienundDienstanweisungen (S. 18) sowie das interne Kontrollsystem (IKS) von FISCHER Sports

In der Geschäftsleitung gibt es für alle Kontakte mit Behörden, Banken und Vertragsangelegenheiten jeweils einen für das ganze Unternehmen zuständigen Ansprechpartner. Die Zuständigkeiten sind in der Geschäftsordnung, der Unterschriftenordnung bzw. in den einzelnen Stellenbeschreibungen festgelegt. Firmenmäßig zeichnungsberechtigt sind nur die beiden Geschäftsführer sowie die im Firmenbuch eingetragenen Prokuristen.

Angesichts der vielfältigen rechtlichen Anforderungen ist die Sicherstellung der Rechtskonformität bei FISCHER auf mehrere Schultern verteilt. Für jede gesetzliche Verpflichtung gibt es eine verantwortliche Funktion im Unternehmen, die alle gesetzlichen Änderungen auf etwaigen Handlungsbedarf von FISCHER prüft.

Aufgrund der zunehmenden Regulatorik plant FISCHER, ein Compliance-Management zu installieren, das als zentral koordinierende Stelle fungiert und die Einhaltung aller Rechtsvorschriften und internen Vorgaben überwacht.

Externe Überprüfung

Mehrere Behörden und unabhängige Auditoren überprüfen in regelmäßigen Abständen und anlassbezogen, ob FISCHER die Vorschriften unter anderem in Bezug auf Compliance, die Finanzberichterstattung, seine Steuer- und Abgabenverpflichtungen oder den Schutz von Arbeitnehmer:innen und Umwelt einhält (siehe Tabelle).

Compliance im Kontext

Nachhaltigkeit

Im Rahmen unserer Nachhaltigkeits-Governance (S. 21) verfolgen wir die Entwicklungen der Nachhaltigkeitsregulatorik, die insbesondere durch den EUGreen-Deal vorangetrieben wird. Die involvierten Gremien und Funktionen legen fest, welche Maßnahmen zur Einhaltung der bestehenden und künftigen Vorgaben erforderlich sind, und sie koordinieren und überwachen deren Umsetzung.

So dient beispielsweise dieser Nachhaltigkeitsbericht, den wir freiwillig nach den Vorgaben der GRI-Standards erstellt haben, auch als Vorbereitung auf die künftig verpflichtende jährliche Berichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die die Konzernmutter FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH ab dem Geschäftsjahr 2025/26 trifft.

Andere uns - direkt oder indirekt, gegenwärtig oder künftigbetreffende Regularien, die im Zusammenhang mit dem Green Deal stehen, sind beispielsweise die EU-TaxonomieVerordnung, das EU-Klimagesetz, die Ökodesign-Verordnung, die Green-Claims-Richtlinie, die überarbeitete Chemikalienverordnung REACH, das EU-Lieferkettengesetz, die EU-Entwaldungsverordnung und die überarbeitete Verpackungsverordnung.

Neben den EU-weit geltenden Regularien gibt es in einigen Absatzmärkten auch länderspezifische Anforderungen im Kontext ESG, die wir einhalten müssen. Beispielhaft seien hier die verschiedenen Lieferkettengesetze in Deutschland, Frankreich und Kanada und der in USA und Kanada geltende Toxic Substances Control Act (TSCA) genannt (siehe REACH und andere verbindlicheVorgaben; S. 113).

Folglich muss FISCHER nicht nur gegenüber dem Gesetzgeber und den externen Kontrollorganen, sondern auch gegenüber einigen Geschäftskunden Rechenschaft über die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltgesetzen in den eigenen Betrieben und in unserer Lieferkette ablegen.

Compliance in der Lieferkette

In unserer Rolle als Lieferant halten wir uns an die Verhaltenskodizes unserer Geschäftskunden. In unserem eigenen im Berichtszeitraum entwickelten Verhaltenskodex für Lieferanten (S. 42) ist festgelegt, welche Vorgaben unsere Lieferanten einzuhalten haben. Diesem liegen nationale und internationale Gesetze und Standards zum Schutz von Mensch und Umwelt zugrunde.

Mit der Ausrollung des Verhaltenskodex und der begleitenden Kommunikation wird FISCHER im Geschäftsjahr 2024/25 beginnen und danach schrittweise dessen Einhaltung überprüfen. Verstöße dagegen können dann auch über den Whistleblower-Meldekanal an FISCHER herangetragen werden. Bei Nichterfüllung der Vorgaben behalten wir uns vor, angemessene Maßnahmen zu ergreifen.

Whistleblower-Meldekanal

Über Whistleblower-Meldekanäle können Personen Bedenken über Fehlverhalten oder Gesetzesverstöße eines Unternehmens melden, und zwar unabhängig davon, ob sie persönlich geschädigt wurden.

Die Whistleblower-Richtlinie der Europäischen Union wurde 2023 mit dem HinweisgeberInnenschutzgesetz (HSchG) in österreichisches Recht umgesetzt und gilt für Unternehmen ab 50 Mitarbeitenden. Ihr Ziel ist es, Personen, die Hinweise zu mutmaßlichen Gesetzesverstößen geben, vor Vergeltungsmaßnahmen - beispielsweise Entlassung oder Belästigung - zu schützen. Dieses Ziel entspricht den FISCHER Unternehmenswerten wie gegenseitigem Respekt, Vertrauen, professionellem Umgang.

2023 haben wir intern ein Informationsblatt zur EUWhistleblower-Richtlinie veröffentlicht. Mit einem Whistleblower-Kontaktformular auf unserer Website bieten wir unseren Mitarbeiter:innen und allen anderen, die eine Geschäftsbeziehung zu uns unterhalten, einen niederschwelligen und sicheren Kanal zur Informationsweitergabe. Über diesen Kanal können Hinweise zu mutmaßlichen Finanzdelikten, Belästigungen, Verstößen

gegen Umweltvorschriften oder anderen schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten an FISCHER übermittelt werden.

Meldungen, die über das Whistleblower-Kontaktformular an FISCHER herangetragen werden, gehen bei einer internen Meldestelle ein, die von unserem Compliance-Teambestehend aus Personalleitung und Geschäftsführungbetreut wird.

FISCHER garantiert die vertrauliche Behandlung der Identität und der Anliegen von Hinweisgebenden und informiert diese über weitere Schritte und Maßnahmen. Wir schätzen couragiertes Verhalten und ermutigen explizit dazu. Wir können versichern, dass für Hinweisgebende keinerlei Nachteile im Unternehmen entstehen.

Seit der Einrichtung des Meldekanals und bis zum Ende des Berichtszeitraums sind über das WhistleblowerKontaktformular keine Meldungen von Verstößen an FISCHER herangetragen worden.

Keine Verstöße

Im Berichtszeitraum gab es keine wesentlichen Verstöße5 von FISCHER gegen Rechtsvorschriften, Genehmigungsbescheide, Normen oder andere Vorgaben. Es wurden keine Verfahren gegen das Unternehmen eingeleitet und auch keine erheblichen Bußgelder oder nichtmonetären Strafen gegen FISCHER verhängt.

5 DarunterverstehenwirVerstöße,diezuGeldbußenführen,die1.000Euro übersteigenodersolche,dienicht-monetäreSanktionennachsichziehen,die unsererGeschäftstätigkeitoderReputationwesentlichschaden.

Ziel

• Aufbau und Etablierung eines unternehmensweiten Legal & Compliance Managements

Maßnahmen

• Implementierung einer globalen Legal & Compliance Stelle im Unternehmen

• Weiterentwicklung des internen Verhaltenskodex

Umweltfreundlicher Produzent

Unser Zugang

In einer Welt, die zunehmend mit ökologischen Herausforderungen konfrontiert ist – von Klimawandel und Biodiversitätsverlust bis hin zu Ressourcenknappheit – steht die Wirtschaft vor einer entscheidenden Verantwortung. Unternehmen tragen durch ihren Material- und Energieverbrauch, durch ihre Erzeugnisse sowie durch ihre Emissionen und Abfälle zu den ökologischen Krisen bei. Sie haben somit auch einen bedeutenden Hebel zur Bewältigung dieser Herausforderungen. Neben der daraus erwachsenden moralischen Verantwortung steigt auch der regulatorische Druck, diesen Hebel zu nutzen und effektiven Umwelt- und Klimaschutz zu betreiben.

Auch wirtschaftliche Argumente sprechen dafür, dies zu tun. Ökologische Krisen, insbesondere durch Klimawandel verursachte extreme Wetterereignisse wie Stürme, Überschwemmungen und Dürren, können Unternehmen erheblich beeinträchtigen. Sie stören Lieferketten, beschädigen Produktionsstätten und können Ressourcen verknappen, von denen Unternehmen abhängig sind. Zusätzlich bestehen transitorische Risiken durch den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Diese resultieren aus Veränderungen der politischen Rahmensetzung, der technologischen Standards und der Marktpräferenzen.

Unternehmen müssen sich daher mit einer unsicheren Umwelt und den daraus resultierenden Risiken auseinandersetzen. Der Klimawandel bietet jedoch auch Chancen zur Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, die zum Klimaschutz beitragen und Kostenersparnisse ermöglichen, was zu neuen Marktchancen und Wettbewerbsvorteilen führen kann.

Ein wichtiger Aspekt des Klimaschutzes ist die Energiewende, also die Abkehr von fossilen Brennstoffen und die Förderung erneuerbarer Energiequellen. Dies erfordert die Elektrifizierung von Anlagen, die bisher fossile Energien genutzt haben. Zudem unterstützt der Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft den Klimaschutz, reduziert den Ressourcenverbrauch und schützt die Biodiversität.

FISCHER Sports befasst sich mit diesen Themen sowohl auf strategischer (siehe Nachhaltigkeitsstrategie; S. 20) als auch auf operativer Ebene. Mit unserem betrieblichen Umweltmanagement wollen wir unsere Umweltauswirkungen minimieren, um den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen sowie unsere Reputation und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Im Berichtszeitraum haben wir uns intensiv mit unseren Umwelt- und Klimaauswirkungen auseinandergesetzt und Maßnahmen für deren kontinuierliche Minimierung gesetzt.

Vorgaben, Ziele und Zuständigkeit

Österreich ist ein Land, in dem hohe Umweltstandards gelten. Die Gesetze zielen im Sinne des Vorsorgeprinzips und der Nachhaltigkeit darauf ab, dass negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt vermieden werden. Das spiegelt sich in detaillierten Regularien und strengen Grenzwerten wider - etwa beim Abwasser oder den Luftemissionen.

Auch in der Ukraine werden, vorbereitend auf den angestrebten Beitritt des Landes zur Europäischen Union, die Gesetze und Standards im Bereich Umweltschutz mit der europäischen Rechtslage harmonisiert. So ist beispielsweise 2023 das neue Gesetz über die Abfallsteuerung in Kraft getreten, das von Unternehmen unter anderem eine Abfalldeklaration und einen jährlichen Abfallbericht erfordert.

Weitere zumindest jährliche Berichte und Nachweise sind beispielsweise in den Bereichen Luftemissionen und Wassergebrauch erforderlich.

Das betriebliche Umweltmanagement fällt bei FISCHER operativ in den Zuständigkeitsbereich des Facility Managements. Die Letztverantwortung liegt bei der Geschäftsführung. Es stellt die Einhaltung aller Verordnungen und Gesetze sicher und ist für die Verwaltung und Einhaltung von Behördenbescheiden (z. B. Baubescheide, Gewerbebescheide und Wasserrechtsbescheide) zuständig.

Rechtssicherheit und Compliance mit allen Vorgaben ist somit auch im Umweltmanagement die Mindestanforderung, der FISCHER gerecht wird. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns darauf beschränken. Wo es sinnvoll erscheint, machen wir mehr als der Gesetzgeber fordert. Beispielsweise haben wir in Ried eine Wasseraufbereitungsanlage für unser Prozesswasser installiert, die es von Schleif- und Kleberückständen reinigt. Dadurch können wir das Wasser mehrmals durch unsere Produktionsanlagen führen und sparen Frischwasser sowie die Energie, die zum Aufheizen des Frischwassers benötigt würde.

Umwelt und Sicherheitverschränkte Bereiche

Die Aufgaben des Facility Managements umfassen und verzahnen mehrere Bereiche. Neben dem Management klassischer Umweltaspekte, wie Abfall, Abwasser, Energie und Luftemissionen fällt z. B. auch die Sicherstellung der Einhaltung des europäischen Chemikaliengesetzes REACH darunter, das nicht nur den Schutz der Umwelt, sondern auch die Sicherheit von Mitarbeiter:innen und Konsument:innen gewährleisten soll. Das trifft auch auf andere Vorgaben zu, insbesondere jene, die im Zusammenhang mit dem Chemikalieneinsatz von FISCHER einzuhalten sind. Daher sind bei FISCHER an beiden Produktionsstandorten die Bereiche Umweltschutz sowie Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter:innen organisatorisch verschränkt. Die Sicherheitsfachkraft, die am Hauptsitz in Ried die Rahmenbedingungen schafft, um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (S. 88) bestmöglich zu gewährleisten und die Geschäftsleitung

diesbezüglich berät, ist im Bereich Facility Management angesiedelt.

Kontrolle der Vorgaben und der Wirksamkeit des Umweltmanagements

Der Leiter des Facility Managements und sein Team kontrollieren täglich bei Rundgängen durch den Betrieb, ob alles in Ordnung ist und die Vorgaben zum Schutz der Umwelt und der Sicherheit der Belegschaft eingehalten werden. Sollte das an einzelnen Arbeitsplätzen nicht der Fall sein, werden die jeweiligen Teamleiter:innen aufgefordert, den gewünschten Zustand herzustellen. Wenn diese Intervention nicht zur erwarteten Verbesserung führt, wird die Produktionsleitung informiert.

Zusätzlich zu den täglichen Rundgängen findet ein Mal pro Monat eine Brandschutzbegehung statt, im Zuge derer auch Umweltanforderungen kontrolliert und etwaige Mängel dokumentiert werden.

Darüber hinaus werden zwei Mal jährlich Kaizen Audits (siehe FISCHERSports – We live to ski; S. 4) durchgeführt, bei denen auch Umwelt- und Sicherheitsaspekte geprüft werden. Etwaige Mängel werden im Auditbericht, der alle Abteilungen umfasst, mit Fotos dokumentiert und beschrieben. Die Mängel müssen je nach Schwere spätestens bis zum nächsten Audit behoben sein.

Der Leiter des Facility Managements hat alle zwei Wochen ein Jour fixe Meeting mit dem zuständigen Geschäftsführer, in dem er über den Stand der Dinge in seiner Abteilung berichtet. Zudem erhält die Geschäftsleitung einen jährlichen Managementreport vom Facility Management, der auch allen Mitarbeiter:innen via Intranet zugänglich ist. Diese Informationen bilden die Grundlage für die Bewertung der Wirksamkeit von Maßnahmen und für die weitere Aufgabenplanung im Umweltmanagement.

Die externe Kontrolle der Wirksamkeit des Umweltmanagements und insbesondere der Einhaltung aller

Vorgaben und Grenzwerte erfolgt an beiden Produktionsstandorten durch die zuständigen Behörden. Das Facility Management muss an sie regelmäßig Meldungen erstatten. Die Behörden prüfen diese Meldungen und führen auch vor Ort in den Betrieben Kontrollen durch. Eine lückenlose Dokumentation aller relevanten Leistungen, Kennzahlen und Maßnahmen zur Erfüllung der Vorgaben im Bereich Umweltschutz ist Voraussetzung dafür, dass die Kontrollen zu keinen Beanstandungen führen.

Im Berichtszeitraum gab es keine Verstöße gegen Umweltschutzgesetze und -verordnungen und keine Beanstandungen durch die kontrollierenden Behörden.

Einbindung der Mitarbeiter:innen

Die Mitarbeiter:innen können Ideen und Vorschläge, die zu einer Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes beitragen, jederzeit einbringen. So können sie sich beispielweise an die Kolleg:innen vom Facility Management wenden, wenn diese bei Rundgängen die Arbeitsplätze besichtigen. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass sie Verbesserungsvorschläge im Rahmen des betrieblichen Ideenmanagements (S. 19) abgeben.

Leitsätze

Effizienter Materialeinsatz und Recycling:

• Wir legen großen Wert auf die Verwendung nachwachsender Rohstoffe sowie recycelter Ausgangsmaterialien.

• Unser Fokus liegt auf der Minimierung von umwelt- oder gesundheitsgefährdenden Stoffen und auf einem effizienten Materialeinsatz.

Energieeffizienz und nachhaltige Energieversorgung:

• Wir steigern unsere Energieeffizienz kontinuierlich.

• Unseren Energiebedarf decken wir zunehmend durch selbst produzierte Energie und aus erneuerbaren Quellen.

Reduktion von Emissionen:

• Wir schaffen die Grundlagen für eine lückenlose Bilanzierung unserer Treibhausgasemissionen

• Fischer Sports entwickelt einen Übergangsplan für den Klimaschutz, der eine schrittweise Reduktion unserer Emissionen sicherstellt.

Wassermanagement und Abwasserbehandlung:

• Ein sparsamer Umgang mit Wasser ist uns ein wichtiges Anliegen.

• Wir stellen sicher, dass unser Abwasser sorgfältig geklärt wird, um die Umweltbelastung zu minimieren.

Verpflichtung zur Kreislaufwirtschaft:

• Wir reduzieren unser Abfallaufkommen und sorgen dafür, dass unsere unvermeidbaren Abfälle den hohen EU-Standards entsprechend behandelt werden.

Strategische Ziele

Langfristige, signifikante Reduktion des Corporate Carbon Footprints (CCF)

• Umsetzung eines detaillierten CO2Reduktionspfades mit der Zielsetzung, den Corporate Carbon Footprint bis 2040 um 40% zu reduzieren

• Reduktion des Abfallaufkommens um 10% bis 2030

• Ausbau der E-Fahrzeugflotte auf 30% bis 2030

• Nachhaltige Mitarbeiter:innen-MobilitätReduktion des Carbon Footprints für Anfahrtswege und Dienstreisen

• Kontinuierliche Erhöhung der Eigenproduktion Strom

Materialeinsatz und -recycling

Relevanz und Auswirkungen

Infolge von Übernutzung der begrenzten Ressourcen unseres Planeten werden viele Rohstoffe zunehmend knapper und Ökosysteme empfindlich gestört, teilweise sogar zerstört.

Nachhaltig agierende Unternehmen setzen Materialeinsparungspotenziale entlang ihrer gesamten Wertschöpfungskette um. Sie nutzen erneuerbare Rohstoffquellen, designen langlebige, nachhaltig nutzbare Produkte und denken kreislaufwirtschaftlich. Mit der Ökodesign-Verordnung der EU, von der seit Januar 2024 ein ausformulierter Vorschlag vorliegt, wird ebendas auf gesetzlicher Grundlage von Unternehmen gefordert.

Ein optimierter Materialeinsatz verbessert neben dem Schutz unserer Lebensgrundlagen und der Compliance mit regulatorischen Anforderungen auch die Kostenstruktur und die Wettbewerbsfähigkeit von Produktionsbetrieben.

FISCHER hat im Berichtszeitraum durchschnittlich 5.674 Tonnen Material pro Jahr von Lieferanten bezogen.

Überwiegend zentrale und möglichst nachhaltige Beschaffung

Der Materialeinkauf für die beiden FISCHERProduktionswerke Ried und Mukatschewo erfolgt zum überwiegenden Teil zentral über das Headquarter. Der Standort in der Ukraine wird aus Österreich beliefert, bezieht aber einige Materialien auch eigenständig vor Ort. Das gilt beispielsweise für Holz, das von unserem Werk in der Ukraine als Rohstoff in der Ski- und

Hockeyschlägerproduktion und als Brennstoff zur Erzeugung der Prozesswärme benötigt wird.

Die Substitution von Materialien in unseren Produkten, die sich potenziell negativ auf die Umwelt auswirken könnten, ist eine Aufgabe, der sich unsere Entwicklungsabteilung mit hohem Engagement stellt. In Abstimmung mit der Einkaufsabteilung werden die Marktverfügbarkeit und Kosten von alternativen Materialien und Vorprodukten geprüft. Künftig wollen wir auch verstärkt die Lieferanten, von denen wir Materialien und unsere Handelswaren beziehen, hinsichtlich der Einhaltung ökologischer und sozialer Standards überprüfen. Weitere Informationen dazu finden sich im Kapitel NachhaltigkeitinderLieferkette (S. 41).

Auf einen sparsamen Materialeinsatz achtet FISCHER Sports nicht nur in der Produktion, sondern auch in der Verwaltung. Im Bürobetrieb versuchen wir, so papierarm wie möglich zu arbeiten. Die fortschreitende Digitalisierung trägt dazu bei.

Eingeschränkte Datenverfügbarkeit

Eine Differenzierung des Materialverbrauchs nach erneuerbaren und nicht erneuerbaren Materialien konnte auf Basis der derzeit verfügbaren Daten noch nicht vorgenommen werden. Die Offenlegung des Recyclingmaterialanteils am Gesamtmaterialverbrauch ist ebenfalls noch nicht möglich. Einzelne Beispiele für den Einsatz von erhöhten Rezyklat-Anteilen in Oberflächenfolien, Belägen und Seitenwangen von Ski finden sich im Kapitel Von linearer zu zirkulärer Wirtschaft (S. 107).

Wir sind uns bewusst, dass wir die Datenlage zu unseren Materialverbräuchen hinsichtlich der kommenden Berichtspflicht nach CSRD erweitern müssen und haben bereits damit begonnen, die interne Datenerfassung über unser ERP-System zu verbessern. Grundlage dafür sind genauere und umfassendere Informationen zu den bezogenen Materialien, die wir von unseren Materiallieferanten einfordern. In welchem Ausmaß und welcher Qualität unsere Lieferanten die erforderlichen Daten liefern können, bleibt abzuwarten. Wir gehen aber davon aus,

dass wir die Datenlage unter Mitwirkung der Lieferanten schrittweise verbessern können.

Schwankender Materialinput

Die Entwicklung des Materialinputs – also der Summe aller von FISCHER Sports eingekauften Materialien – über den Berichtszeitraum folgt einem Muster, das auch in anderen Umweltdaten erkennbar ist: Im zweiten Berichtsjahr zeigt sich in Relation zum ersten eine starke Steigerung, im dritten Jahr wieder eine Verminderung.

Diese Schwankung ist überwiegend auf einen Großbrand zurückzuführen, der 2020 unsere gesamte Skiproduktion in Mukatschewo zerstörte. Im Geschäftsjahr 2021/22 konnte unser Werk in der Ukraine deshalb ausschließlich Hockeyschläger produzieren, was unseren Gesamtmaterialinput reduzierte. 2022/23 hat FISCHER seine Produktionskapazitäten für Ski in Ried aufgestockt. Nach dem Wiederaufbau des Werkes in Mukatschewo startete im selben Geschäftsjahr die schrittweise Inbetriebnahme. Die Skiproduktion in der Ukraine konnte trotz des ausgebrochenen Krieges anlaufen und unsere Fertigwarenlager wieder gefüllt werden. Im Geschäftsjahr 2023/24 konnten wir auf diese Lagerbestände zugreifen, weshalb sich die Produktionsmengen - und mit ihr der Materialeinkauf - wieder auf einem etwas niedrigeren Niveau einpendelten.

Den mit Abstand größten Anteil am Materialinput haben die Rohmaterialien und Vorprodukte, die von uns zu hochwertigen Produkten verarbeitet werden. Darüber hinaus werden Hilfs- und Betriebsstoffe sowie Verpackungsmaterialien benötigt.

Mittelwert im Berichtszeitraum: 5.673,8 Tonnen

*Ohne Handelswaren und Büromaterialien

Die im Bürobetrieb benötigten Materialien sind sowohl in Bezug auf ihre ökologische Relevanz als auch in Relation zur Masse der Materialien, die wir in der Produktion verarbeiten, vernachlässigbar. Wir gehen daher in Folge nicht näher auf die Büromaterialien ein. Diese sind auch in den Daten zum Materialinput nicht enthalten.

Ebenfalls nicht in den Daten enthalten sind die Handelswaren, also jene Produkte, die wir gemeinsam mit unseren Partnern entwickeln und herstellen und über die FISCHER Vertriebskanäle vertreiben.

Rohmaterialien und Vorprodukte

Materialeinsparungen durch effiziente Nutzung oder durch Wiederverwendung haben sowohl ökologischen als auch ökonomischen Nutzen. Das gilt insbesondere für die Rohmaterialien und Vorprodukte, die wir in großen Massen zur Herstellung unserer Produkte benötigen.

FISCHER Sports setzt daher laufend Maßnahmen um, die zu einem effizienten Materialeinsatz beitragen. So konnten wir beispielsweise den Holzverbrauch beim Zuschneiden der Holzkeile durch Optimierungen um rund 45 Prozent senken.

Die Masse der von FISCHER Sports bezogenen Rohmaterialien und Vorprodukten ist nach Inbetriebnahme der nach dem Brand neu errichteten Produktionshalle in der Ukraine im Geschäftsjahr 2022/23 um rund 81 % gestiegen. Dass der Verbrauch im darauffolgenden Jahr wieder um rund 39 % gesunken ist, ist in erster Linie auf die zuvor beschriebene Entwicklung sowie eine reduzierte marktseitige Nachfrage zurückzuführen.

Im Durchschnitt des Berichtszeitraums haben wir jährlich rund 5.222 Tonnen Rohmaterialien und Vorprodukte bezogen. Im Folgenden gehen wir kurz auf die vier Materialgruppen ein, die in Bezug auf ihre Masse am stärksten ins Gewicht gefallen sind.

Mittelwert im Berichtszeitraum: 5.221,5 Tonnen

Holz

Auch wenn die Zeiten, in denen Ski und Hockeyschläger mehr oder weniger komplett aus Holz gefertigt wurden vorbei sind, bleibt es ein wichtiger Rohstoff in unserer Produktion. Im Berichtszeitraum haben wir im Jahresdurchschnitt rund 2.219 Tonnen des von unseren Lieferanten bezogenen Holzes stofflich genutzt. Der Großteil davon wurde in der Ukraine verarbeitet, wo wir den nachwachsenden Rohstoff sowohl in der Ski- als auch in der Hockeyschläger-Produktion einsetzen. Für die Schäfte der Schläger wird überwiegend Birkenholz verwendet. Die Ski-Keile werden Großteils aus Pappel- oder Buchenholz gefertigt.

Am Standort Mukatschewo verwenden wir die Holzzuschnittabfälle aus unserer Produktionsvorbereitung zur Energiegewinnung. Dieses thermisch genutzte Holz ist nicht in den Materialdaten, sondern in den Energieverbrauchsdaten (siehe Gesamtenergieverbrauch zuletztgesunken; S. 54) enthalten. Die Materialinput-Werte umfassen nur das konstruktiv verarbeitete Holz.

Kunststoffe

FISCHER verarbeitet im Schnitt rund 800 Tonnen Kunststoffe pro Jahr. Da diese in fast allen unseren Produkten enthalten sind, streben wir eine Reduktion erdölbasierter Kunststoffe (S. 106) an und versuchen auf alternative Materialien und rezyklierte Kunststoffe auszuweichen.

Faserverbundstoffe

Der Verbrauch von Faserverbundstoffen beläuft sich im Schnitt auf rund 655 Tonnen jährlich. Faserverbundstoffe, die gleichzeitig stabilisierende und flexibilisierende Eigenschaften verleihen, kommen in allen unseren Produktgruppen zur Anwendung. Welche Faserverbundstoffe verarbeitet werden, ist abhängig von den Produkten und Modellen. So verwenden wir beispielsweise mit Carbonfasern verstärkten Kunststoff in den Manschetten unserer

Skischuhe. Glasfaserverbundstoffe verbauen wir in Ski, Alpin Skischuhen und Hockeyschlägern.

Faserverbundstoffen sind schwierig zu rezyklieren, weil mehrere unterschiedliche Materialien fest miteinander verbunden sind. Im Kapitel NachhaltigeProduktinnovationen (S. 104) berichten wir von unseren Bestrebungen, ökologischere Faserverbundstoffe, wie zum Beispiel Flachsfaserverbundstoffe, einzusetzen, sowie von einem wissenschaftlich begleiteten Recyclingprojekt für Ski.

Farben, Lacke, Kleber und Schaum

Im Berichtszeitraum wurden von FISCHER jahresdurchschnittlich rund 822 Tonnen Farben, Lacke, Kleber und Schaum verarbeitet. Generell unterliegen alle Produkte, die ökologisch bedenkliche Chemikalien enthalten, der REACH-Verordnung der EU. Die von FISCHER durchgeführten REACH-Prüfprozesse sind im Kapitel REACH und andere verbindlicheVorgaben (S. 113) näher beschrieben.

In dieser Materialgruppe gibt es einige Stoffe, die Lösungsmittel enthalten. Diese können sich in die Luft verflüchtigen und beim Einatmen gesundheitsschädlich sein. Sie bergen darüber hinaus das Risko einer Beeinträchtigung der Boden- und Wassergesundheit sowie der Biodiversität, sollten sie in den Boden oder ins Wasser gelangen.

Seit einigen Jahren setzt FISCHER Sports wasserlösliche Lacke ein. Dadurch und durch die zunehmende Umstellung von Siebdruck auf Thermodiffusions- und Digitaldruck ist es uns gelungen, den Einsatz von Lösungsmittel um circa 15 Prozent zu senken.

Hilfs- und Betriebsstoffe

Fischer verbrauchte im Berichtszeitraum jährlich durchschnittlich rund 198 Tonnen Hilfs- und Betriebsstoffe. Darunter fallen einige Materialien, die in den Produkten verarbeitet werden, aber keine Hauptbestandteile sind. Ein Beispiel dafür sind Gummibänder, die Bestandteil von Ski sind. Der Großteil der Hilfs- und Betriebsstoffe sind aber Materialien, die nicht im Produkt, sondern im Produktionsprozess eingesetzt werden. Ins Gewicht fallen etwa Trennpapiere, Siebgewebe, Schleif- und Strahlmittel, Reinigungsmittel und Membrangummis.

Auch bei den Hilfs- und Betriebsstoffen achten wir auf einen effizienten Einsatz und setzen Maßnahmen, um den Materialverbrauch zu reduzieren. So konnten wir beispielsweise den Verbrauch an Membrangummi, der als Hilfsmaterial bei der Skiproduktion eingesetzt wird, wesentlich senken. Erreicht haben wir dies durch Einsatz eines qualitativ hochwertigeren Produkts sowie durch Prozess- und Werkzeugoptimierungen. Durch diese Maßnahmen konnte die Nutzungsdauer der Membrangummis verlängert werden.

Mittelwert im Berichtszeitraum: 197,5 Tonnen

Verpackungsmaterial

Verpackungen schützen Produkte vor Beschädigungen, beispielsweise durch Licht, Feuchtigkeit oder während des Transports. Gleichzeitig sind mit ihrer Herstellung und Entsorgung erhebliche Umweltauswirkungen verbunden. Deshalb bemühen wir uns, so wenig Verpackungsmaterial wie möglich, jedoch so viel wie nötig zu verwenden.

FISCHER Sports hat im Berichtszeitraum durchschnittlich rund 255 Tonnen Verpackungsmaterial pro Jahr verbraucht, davon knapp 209 Tonnen Kartonagen, die überwiegend aus Recyclingmaterial hergestellt werden und nach ihrer Verwendung auch wieder recycliert werden können.

Unter die Verpackungsstoffe fallen sowohl Transport- als auch Produktverpackungen. In den vergangenen Jahren haben wir einige Maßnahmen gesetzt, um die Umweltbelastung unserer Verpackungen und – mit Bedacht –auch die Verpackungen selbst zu reduzieren, wie folgende Beispiele zeigen:

• Alpin-Skischuhe verpacken wir seit einigen Jahren nicht mehr in Kunststoff-Neuware (virgin plastic), sondern in Plastiksäcken aus Recyclingmaterial. Demnächst wollen wir gänzlich auf diese Polybags verzichten. Die den Polybags beigelegten Bedienungsanleitungen und Care-Hinweise werden vermehrt für Kund:innen mittels QR-Code abrufbar sein Die Kartonagen für Alpin-Skischuhe wurden teilweise auf recyclierte FSC-zertifizierte Kartons umgestellt Auf die Schachteln wird der Hinweis aufgedruckt, dass sie im Altstoffsammelzentrum zu entsorgen sind.

• Langlaufschuhe verpacken wir in Kartons und seit einigen Jahren nicht mehr zusätzlich in Polybags, sondern in Papier. Im Schuhschaft kommen seither Tubes aus Karton anstatt aus Kunststoffen zum Einsatz, und die Anzahl der üblicherweise auf der Verpackung aufgebrachten Etiketten haben wir auf ein Mindestmaß reduziert

• Langlaufbindungen verpacken wir ausschließlich in Recycling-Kartons.

Mittelwert im Berichtszeitraum: 254,5 Tonnen

Energieversorgung und -verbrauch

Relevanz und Auswirkungen

Bei der Umgestaltung unserer Wirtschaft für eine nachhaltige Zukunft nimmt der Umgang mit Energie eine Schlüsselrolle ein. Gebote der Stunde sind die Reduktion der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, der Umstieg auf erneuerbare Energiequellen sowie ein sparsamer, effizienter Umgang mit Energie.

Die Energiepolitik der Europäischen Union setzt auf diversifizierte, regenerative und regionale Energiekonzepte, um einerseits das Pariser Klimaschutzziel zu erreichen und andererseits die Abhängigkeit von Drittstaaten zu mindern.

Die Elektrifizierung der Industrie ist eine Investition in die langfristige Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und gleichzeitig ein wichtiger Schritt in Richtung Energiewende. Jedes Unternehmen kann zum Übergang auf eine postfossile Wirtschaft beitragen, indem es Energie möglichst effizient einsetzt und entweder Ökostrom bezieht oder ihn selbst aus vor Ort verfügbaren regenerativen Quellen erzeugt.

Auf dem Firmengelände produzierter Strom kann ohne nennenswerte Netzverluste direkt im Unternehmen genutzt werden und stärkt die Unabhängigkeit von volatilen Energiemärkten.

FISCHER Sports verbrauchte im Berichtszeitraum durchschnittlich 47.837 MWh Energie pro Jahr. Davon stammten gut 65 % aus erneuerbaren Quellen.

Regelmäßige Energieaudits

FISCHER Sports lässt für den österreichischen Standort in Ried alle vier Jahre von externer Stelle ein Energieaudit durchführen und entspricht damit dem österreichischen Energieeffizienzgesetz. Die Ergebnisse werden im Auditbericht dokumentiert und die darin vorgeschlagenen Energieeffizienzmaßnahmen sind eine wichtige Grundlage für die Planung und Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen durch das Facility Management. Das letzte Energieaudit wurde im Jahr 2024 absolviert.

Gesamtenergieverbrauch zuletzt gesunken

Beim Energieverbrauch zeigt sich über die drei Berichtsjahre eine ähnliche Tendenz wie beim Materialverbrauch.

Der Gesamtenergieverbrauch von FISCHER Sports ist im Jahr 2022/23, nach einem außergewöhnlich niedrigen Verbrauch im Jahr davor, um 23 Prozent gestiegen. Der deutliche Anstieg ist hauptsächlich auf die Wiederaufnahme der Skiproduktion in der – nach dem Brand in Mukatschewo –neu errichteten Produktionshalle zurückzuführen. Durch den langen Produktionsstillstand mussten zudem unsere Fertigwarenlager wieder gefüllt werden, weshalb die Produktionsmenge - und mit ihr der Energieverbrauch - im Geschäftsjahr 2022/23 vergleichsweise größer war.

Dass der Energieverbrauch im Jahr 2023/24 wieder etwas gesunken ist, ist teilweise mit der zuletzt leicht gesunkenen Produktionsmenge zu erklären, es spielen aber auch andere Faktoren eine Rolle, wie z. B. die zuletzt umgesetzten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Mittelwert im Berichtszeitraum: 47.837 Megawattstunden

Wärmeenergiebedarf

In Mukatschewo wurden im Geschäftsjahr 2023/24 insgesamt 19.566 MWh Energie für Prozess- und Raumwärme benötigt. Sie stammte fast ausschließlich aus Holz, das im werkseigenen Biomasseheizwerk – bestehend aus zwei Festbrennstoffkesseln – verfeuert wurde. Neben Scheitholz und Hackschnitzel, die wir in der Ukraine als Brennstoff beziehen, werden auch Produktionsabfälle aus Holz thermisch verwertet. Im Berichtszeitraum stammten fast 98 Prozent des Wärmeverbrauchs im Werk Mukatschewo aus unserem Biomasseheizwerk, rund zwei Prozent der benötigten Wärme wurde aus Erdgas gewonnen. Der Gaskessel wurde 2009 mit der Inbetriebnahme des zweiten Festbrennstoffkessels außer Betrieb genommen. Er dient seither als Reservekessel, der nur im Bedarfsfall eingesetzt wird.

Am Standort Ried hielt sich der Energiebedarf für Raumwärme und für Prozesswärme im Geschäftsjahr 2023/24 ungefähr die Waage. Für Raumwärme, die aus dem Geothermie-Fernwärmenetz Ried bezogen wird, wurden 5.452 MWh Energie verbraucht und für Prozesswärme, die aus Erdgas gewonnen wird, 5.982 MWh.

Geschichte der Wärmeversorgung am Standort Ried

Bis zum Jahr 2000 wurde die Prozess- und Raumwärme am Hauptsitz von FISCHER Sports mittels Ölheizung bereitgestellt. Die Unternehmensleitung hat sich schon damals im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes dazu entschieden, die Wärmeversorgung umzustellen und die benötigte Energie künftig aus Holz, also einer erneuerbaren Ressource, zu gewinnen Daraufhin wurde ein ContractingAnbieter damit beauftragt, am Firmengelände der FISCHER Sports GmbH eine große Biomasse-Heizanlage zu errichten, die ab 2000 unser Unternehmen und zwei weitere Betriebe in der Umgebung mit Wärmeenergie versorgte. Das Projekt wurde als wegweisend angesehen und mit dem Österreichischen Umweltpreis ausgezeichnet.

Im Rahmen eines neuen Contracting-Vertrags, der wiederum für 15 Jahre abgeschlossen wurde, hat der Energieversorger eine Erdgas-Heizanlage am Betriebsgelände errichtet. Für die Bereitstellung der Raumwärme wurde die Hauptleitung des, ausschließlich mit Geothermie gespeisten, Fernwärmenetzes Ried abgezweigt.

Im Zuge dessen wurden in unserem Betrieb Leitungen erneuert und redimensioniert sowie effizientere Umwälzpumpen verbaut. Die Vorlauftemperatur der Raumheizung für die Produktionsgebäude konnte dadurch von 150 auf 70 Grad Celsius gesenkt werden. In der Folge reduzierte sich der Wäremeenergiebedarf von FISCHER Sports um etwa 4.000 MWh.

Maßnahmen und Potenziale zur Senkung des Wäremenergiebedarfs

Auch in den darauffolgenden Jahren und innerhalb des Berichtszeitraums wurden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz gesetzt. So wurde im Rahmen nötiger kleiner Instandsetzungen, wie Fenstertäuschen oder Dachsanierungen, eine Verbesserung der Dämmwerte erzielt. Auch durch die Erneuerung von Anlagen wurden Einsparpotenziale realisiert.

Bei der Wärmegewinnung für unsere Prozesse sind nach Ablauf des aktuellen Contracting-Vertrags neue Energiekonzepte hinsichtlich fossilenergiefreier Prozesswärme unter Berücksichtigung vertraglicher Gegebenheiten und Wirtschaftlichkeit zu prüfen.

Bis 2028 wollen wir dazu verschiedene Möglichkeiten ausloten und ein Energiekonzept entwickeln. Im Zuge dessen soll auch geprüft werden, inwieweit wir unsere Prozesse weiter optimieren können, um die benötigten Temperaturniveaus zu reduzieren, Abwärmepotenziale zu nutzen und damit den Wärmenergiebedarf weiter zu senken.

An unserem Standort in der Ukraine hat der Neubau der SkiProduktionshalle nach dem Brand und die notwendige Anschaffung neuer Produktionsanlagen sowohl bei der Prozesswärme als auch bei der Raumwärme zu einer Effizienzsteigerung geführt.

Kühlenergiebedarf

Neben der Wärmeenergie benötigt FISCHER Sports in einigen Teilen der Produktion auch Prozesskälte. Diese wird mit verschiedenen Kühlsystemen generiert. Über das offene Kühlsystem mit zwei Kühltürmen und zwei zugehörigen Kühlwassertanks mit je 15.000 Liter kann im Sommer ein kalter Vorlauf von 26°C, im Winter von 22°C bereitgestellt werden. Für Prozesse, die eine höhere Kühlleistung erfordern, kommen Kompressionskältemaschinen zum Einsatz. Zur Klimatisierung von Räumen werden zudem Splitgeräte betrieben.

Im Geschäftsjahr 2021/22 haben wir am Standort Ried die Technik zur Bereitstellung des Kühlwassers in einen größeren Raum verlegt und erneuert. Durch die Erneuerung und Dämmung der Systemkomponenten ist zu erwarten, dass der Energieverbrauch und der Wasserverbrauch, der mit der Erzeugung der Verdunstungskälte einhergeht, sinken werden. Damit sind wir einer Empfehlung des Energieaudits aus dem Jahr 2019 gefolgt. Im Geschäftsjahr 2023/24 mussten wir außerdem noch einen der beiden Kühltürme aufgrund einer Undichtheit ersetzen. Der neue Kühlturm verfügt über einen frequenzgesteuerten Ventilator, was ebenfalls zu einem effizienteren Betrieb des Kühlsystems beiträgt.

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch von FISCHER Sports ist, nach dem deutlichen Anstieg im Jahr 2022/23, der auf die Wiederaufnahme der Skiproduktion nach dem Brand in unserem Werk in der Ukraine zurückzuführen ist, im letzten Geschäftsjahr wieder etwas gesunken. Der Großteil des Stromverbrauchs des Unternehmens entfällt auf die Produktion, wo Elektro- und Druckluftantriebe, Pumpen, Ventilatoren und andere Maschinen Strom benötigen.

Im Geschäftsjahr 2023/24 hat das Unternehmen insgesamt 16.369 MWh Strom verbraucht. Der Strom stammte zu etwa zwei Prozent von eigenen PV-Anlagen (Ried), zu 29 Prozent aus einem zugekauften Ökostrom-Produkt (Ried) und 69 Prozent aus zugekauftem Strom herkömmlichen Strommixes (Mukatschwo). Da wir für das in der Ukraine bezogene Stromprodukt aufgrund des dort herrschenden Krieges keine Angaben zum Strommix erhalten haben, haben wir die Annahme getroffen, dass dieser zu fünfzehn Prozent aus erneuerbaren Quellen stammte. Das entspricht in etwa dem Länderstrommix der Ukraine vor dem Krieg. Bezogen auf den Gesamtstrombedarf von FISCHER Sports ergibt sich somit, dass wir im Durchschnitt des Berichtszeitraums ca. 47 Prozent unseres Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen decken konnten.

Maßnahmen zur Senkung des Strombedarfs

FISCHER hat schon in der Vergangenheit viele Maßnahmen umgesetzt, die zu einer Reduktion des Stromverbrauchs beigetragen haben. So brachte etwa die 2017 erfolgte Sanierung der Druckluftzentrale in Ried jährliche Einsparungen im Bereich von 230 MWh. Zusätzliche 30 MWh weniger Strom pro Jahr werden seither durch eine Drucksenkung von 7,5 auf 6,8 bar in unserem Druckluftnetzwerk benötigt.

Im Berichtszeitraum hat beispielsweise die oben erwähnte Erneuerung der Kühlanlage zu einer Reduktion des Stromverbrauchs geführt. Weitere Effizienzverbesserungen betrafen Beleuchtungskörper, die in einigen Bereichen auf LED umgestellt wurden, sowie die Reduktion der StromGrundlast durch organisatorische Maßnahmen, die den Stromverbrauch außerhalb der Betriebszeiten reduzierten.

Vom Geschäftsjahr 2022/23 auf 2023/24 konnten wir unseren Stromverbrauch in Ried um 18 % senken, der Gesamtstromverbrauch von FISCHER Sports hat sich um mehr als acht Prozent reduziert.

Eigenproduktion von Strom

Unsere PV-Anlagen in Ried wurden 2019 (200 kWp) und 2020 (100 kWp) auf Dachflächen der Betriebsgebäude installiert. Den erzeugten Strom verbrauchen wir zu 90 Prozent selbst, der Rest wird ins öffentliche Stromnetz eingespeist. Nach der statischen und energetischen Sanierung einer unserer Dachflächen ist in den Folgejahren ein weiterer Ausbau der Eigenstromproduktion geplant.

Am Standort Mukatschewo haben wir noch keine PV-Anlagen installiert und vorerst ist das auch nicht geplant, weil die lokalen Rahmenbedingungen der Energieversorgung dies derzeit noch unmöglich machen.

Treibstoffverbrauch

Das wichtigste Transportmittel unserer Eingangs-, Produktions- und Ausgangslogistik innerhalb Europas ist der Lkw. Interkontinentale Transporte werden überwiegend per Seefracht abgewickelt.

Die eingehenden und ausgehenden Waren werden an beiden Produktionsstandorten von regional ansässigen Spediteuren verfrachtet. Der Fuhrpark von FISCHER Sports umfasst daher keine Lkw und setzt sich überwiegend aus Pkw, Kleintransportern und Hubstaplern zusammen.

Der Energieverbrauch für unseren gesamten Fuhrpark belief sich im Geschäftsjahr 2023/24 auf 1.634 MWh und ist somit im Vergleich zum Vorjahr um fast acht Prozent gesunken. Der Anteil des Treibstoffverbrauchs für den Fuhrpark am Gesamtenergiebedarf belief sich im Berichtszeitraum auf 3,5 Prozent.

Unser Fuhrpark im Ried umfasst einen Gasstapler, einen Traktor und rund 70 Pkw, von denen ungefähr 20 als Poolfahrzeuge dienen. Dienstfahrzeuge stehen den Führungskräften, Außendienstmitarbeiter:innen und Rennlaufbetreuer:innen zur Verfügung.

Per Ende des Geschäftsjahres 2023/24 umfasste der Fuhrpark fünf Elektro-Autos. Bis 2030 wollen wir ein Drittel des Fuhrparks am Stammsitz in Ried elektrifizieren.

Unser Fuhrpark in der Ukraine besteht aus acht Pkw, zwei Kleintransportern, zwei Traktoren und zehn Hubstaplern. Der Großteil der Stapler wird mit Gas betrieben, die restlichen Fahrzeuge mit Diesel oder Benzin. Eine Elektrifizierung des Fuhrparks in der Ukraine ist aufgrund der aktuell unsicheren Stromversorgung und der begrenzten Ladeinfrastruktur im Land vorerst nicht geplant.

Ziele

• Kontinuierliche Erhöhung der Eigenproduktion Strom

• Ausbau der E-Fahrzeugflotte auf 30% bis 2030

Maßnahmen

• Weiterer Ausbau der PV-Anlage auf den vorgesehenen Dächern und gegebenenfalls auf Freiflächen

• Schrittweises Umstellen der PKW-Flotte in Abhängigkeit des Nutzungsprofils und der Wirtschaftlichkeit auf emissionsarme oder elektrisch betriebene Fahrzeuge

Emissionen und Klimaschutz

Relevanz und Auswirkungen

Die globale Durchschnittstemperatur steigt und Extremwetter-Ereignisse nehmen zu. Der vom Menschen verursachte Klimawandel beeinflusst Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft sowohl auf regionaler als auch auf globaler Ebene.

Im Rahmen des Pariser Klimaabkommen von 2015 haben die Vereinten Nationen vereinbart, den globalen Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf deutlich unter 2 Grad Celsius – idealerweise auf 1,5 Grad Celsius – im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen Um dieses Ziel zu erreichen, muss der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen schnell und signifikant reduziert werden. Das Europäische Klimagesetz strebt dementsprechend bis 2050 die Klimaneutralität in der gesamten EU an.

Zur Abschätzung und Reduzierung der Auswirkungen unserer betrieblichen Aktivitäten auf das Klima ist eine valide Datengrundlage unerlässlich. Aus diesem Grund ließ FISCHER Sports im Berichtszeitraum erstmals seinen Corporate Carbon Footprint (CCF), basierend auf den Daten des Geschäftsjahres 2021/22, abschätzen. In diesem Kapitel werden die dabei gewonnenen Erkenntnisse veröffentlicht. Über die ebenfalls ermittelten Product Carbon Footprints (PCF) zweier Skimodelle wird im Kapitel Ökobilanzund ProductCarbonFootprint (S. 108) berichtet.

Wintersport braucht Klimaschutz

Als Skimarke ist FISCHER unmittelbar von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Zwischen der winterlichen Schneelage und der Nachfrage nach unseren Wintersportprodukten besteht eine direkte Verbindung. Obwohl wir auch in Länder mit verlässlicher Schneelage exportieren und dadurch das Risiko etwas gestreut ist, müssen wir uns mit den möglichen finanziellen Folgen des Klimawandels auseinandersetzen.

Unabhängig davon sind wir bereits aktiv dabei, unsere Treibhausgasemissionen zu senken und leisten so einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. FISCHER Sports hat durch den Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen, die Investition in eigene Photovoltaik-Anlagen, die Umstellung der Raumwärmeversorgung in Ried auf Geothermie sowie der Wärmeerzeugung in Mukatschewo aus Holz bereits wirksame Schritte zur Verbesserung seiner Treibausgasbilanz gesetzt.

Zur Identifikation weiterer Einsparungspotenziale haben wir Wolfgang Pekny – einen erfahrenen Ökobilanzierer und Gründer von footprint-consult e.U. – mit der Abschätzung des Corporate Carbon Footprint von FISCHER Sports beauftragt.

Grobe Abschätzung der Klimabilanz

Die Erstellung einer umfassenden Klimabilanz eines Unternehmens mit international verzweigten Lieferketten und komplexen Produktionsprozessen, in denen zahlreiche Materialien verarbeitet werden, stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Eine schrittweise Herangehensweise ist hierbei zu empfehlen. Der im Rahmen des Pilotprojekts abgeschätzte Corporate Carbon Footprint (CCF) von FISCHER Sports dient als erste Annäherung, um die wesentlichen Emissionsquellen zu identifizieren. Dies fördert das Bewusstsein und Wissen im Unternehmen darüber, in welchen Bereichen signifikante Verbesserungspotenziale bestehen.

Die Ergebnisse eignen sich momentan noch nicht für Zeitreihenvergleiche oder Vergleiche mit anderen Unternehmen. Denn die Abschätzung des CCF folgte zwar grundsätzlich den methodischen Vorgangsweisen der ISO 14064, allerdings konnten noch nicht alle Anforderungen erfüllt werden. Dies liegt vor allem an den Unschärfen bezüglich der Unternehmens- und Systemgrenzen sowie an fehlenden oder unsicheren Sachbilanzdaten. Zudem besteht aufgrund der divergierenden Vorgaben und des großen Interpretationsspielraums, den die aktuellen Standards und Normen zur Treibhausgasbilanzierung bieten, weiterer Klärungsbedarf.

Details zur Methodik und den Normen, die sowohl der Erstellung des CCF als auch der Product Carbon Footprint (PCFs) zugrunde liegen, werden im Kapitel Ökobilanz und Product Carbon Footprint unter MethodischeGrundlagen und Normen (S. 108) erörtert.

Ausgangslage und Einschränkungen

In der vorliegenden Untersuchung wurden die Aufwendungen an den beiden Produktionsstandorten in Ried (AT) und Mukatschewo (UA) erfasst, einschließlich des Energiebedarfs, der Materialinputs sowie des Aufwands der Mitarbeiter und des Overheads. Aufgrund der Komplexität der Herstellungsprozesse war eine exakte Abgrenzung der Materialienströme zwischen diesen Standorten und anderen an der Herstellungskette beteiligten Unternehmen nicht möglich. Die Systemgrenze wurde „at factory gate“ festgelegt. Demnach wurde die Klimawirksamkeit nur bis dorthin ermittelt, wo die Produkte das Werk verlassen.

Die Erfassung des CCF wurde zusätzlich dadurch erschwert, dass FISCHER Sports nicht nur eigene Produkte herstellt, sondern einen Teil auch durch Produktionspartner fertigen lässt. Auch die mit diesen Produkten verbundenen Treibhausgasemissionen müssen für die zukünftigen EUBerichtspflichten erfasst und offengelegt werden. Eine erste grobe Abschätzung dieser Emissionen wurde zwar vorgenommen, sie kann aber, trotz des hohen Aufwands, der

damit verbunden war, nur als vorläufige Annäherung angesehen werden.

Zudem war das Bilanzjahr 2021/22 untypisch und nicht repräsentativ, weil durch die Corona-Pandemie die Nachfrage geringer und die Produktionstätigkeit phasenweise eingeschränkt war. Außerdem stand in diesem Geschäftsjahr nach dem Brand im Werk Mukatschewo unsere Skiproduktion in der Ukraine still.

Ziel und Untersuchungsrahmen

Die initiale Klimabilanz von FISCHER Sports zielte darauf ab, sich auf die zukünftig durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) verpflichtende Offenlegung der THG-Emissionen vorzubereiten. Die Ergebnisse sollten außerdem dabei helfen, die Hauptemissionsquellen und die damit verbundenen Reduktionspotenziale zu identifizieren. Dies bietet Anhaltspunkte für die Bewertung der Auswirkungen, Chancen und Risiken im Rahmen der kommenden Wesentlichkeitsanalyse und bildet zugleich die Grundlagen für gezielte ökologische Verbesserungen im Unternehmen sowie in der vor- und nachgelagerten Herstellungskette.

Sachbilanz

Die Sachbilanz, auch Lifecycle Inventory (LCI) genannt, wurde mithilfe umfangreicher Excel-Formulare erhoben Erfasst wurden die Materialien und der produktionsbedingte Aufwand, einschließlich Energieverbrauch, MitarbeiterMobilität, Dienstreisen und Abfallwirtschaft. Auch der anteilige Aufwand für die Herstellung von Maschinen und Gebäuden (Stocks) wurde berücksichtigt.

Der Aufwand für Planung, Transport und Verpackung der bezogenen Materialien wurde nur grob abgeschätzt. Marketingaktivitäten wurden anhand der Kosten erfasst. Der Aufwand der Betreuung der Wintersport-Wettbewerbe ist darin nicht enthalten.

Die Nutzungsphase der Produkte und die Aufwendungen sowie mögliche ökobilanzielle Gutschriften am Ende der Nutzungsdauer wurden, der festgelegten Systemgrenze entsprechend, in dieser Untersuchung noch nicht modelliert

Weitere Informationen zur Erstellung der Sachbilanz sind im Kapitel Umfassende Sachbilanz miteingeschränkter Datenverfügbarkeit (S. 109) nachzulesen.

In folgender Darstellung sind die berücksichtigten Emissionen nach den Scopes gemäß Greenhouse Gas Protocol aufgeschlüsselt.

*InwieweitdieTreibhausgasemissionen,diedurchdas AusübendesSportsverursachtwerden,der TreibhausgasbilanzderSportartikelherstellerzuzurechnen sind,istfraglich.Derzeitistdasnichtgeregeltunddas Ausmaß der damit verbundenen Emissionen ist auch nicht seriös abschätzbar.

Wirkungsabschätzung

Die Abschätzung der Umweltwirkungen beschränkte sich in diesem Pilotprojekt auf die Klimaauswirkungen, erlaubt aber bei einer zukünftig vollständigen Erfassung aller abgefragten Daten neben dem Carbon Footprint auch eine Abschätzung aller weiteren Umweltwirkungen. Die Klimaauswirkungen wurden für jeden Input und Output der Sachbilanz, unter Verwendung von Treibhausgas-Emissionsfaktoren vom Ökobilanzierer abgeschätzt.

Bei der Erhebung der Emissionen von FISCHER Sports wurden alle sieben im Kyoto-Protokoll reglementierten Treibhausgase (THG) berücksichtigt. Umfasst sind somit:

• Kohlendioxid (CO2)

• Methan (CH4)

• Distickstoffoxid (N2O)

• Teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW/HFCs)

• Perfluorierte Fluorkohlenwasserstoffe (FKW/PFCs)

• Schwefelhexafluorid (SF6)

• Stickstofftrifluorid (NF3)

Die ermittelten Emissionen wurden in CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet. Die dafür nötigen Emissionsfaktoren für Materialien und Transporte stammen aus der Datenbank ECOINVENT 3.9.1, für Energie in Österreich und Mobilität wurden außerdem Daten verwendet, die vom Umweltbundesamt Österreich jährlich zur Erhebung der „Österreichischen Luftschadstoffinventur“ berechnet und veröffentlicht werden.

Dass sich nicht nur Datenlücken in der Sachbilanz, sondern auch unterschiedliche Bewertungen der Klimawirksamkeit auf das Gesamtergebnis auswirken und die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Bilanzen erschweren, wird im Kapitel Ökobilanz und Product Carbon Footprint unter WirkungsabschätzungmitGestaltungsspielraum (S. 110) am Beispiel der Bewertung des Energieträgers Holz erörtert.

Eine weitere für das Ergebnis der Klimabilanz von FISCHER Sports relevante Frage ist die Bewertung der Klimawirksamkeit des Stromverbrauchs. Auch dazu gibt es noch keine zufriedenstellende Regelung und dementsprechend unterschiedliche Ansätze in der Wirkungsabschätzung.

Strenge Öko-Bewertung von nicht zertifiziertem

Ökostrom

Wolfang Pekny und andere Ökobilanzierer sind der Meinung, dass die dem Stromverbrauch zugerechneten Treibhausgasemissionen den tatsächlichen Beitrag zur Energiewende widerspiegeln sollten. Und zwar ungeachtet dessen, was die rechtlich vorgegebenen Bilanzierungs- und Ausweisregelungen erlauben, oder ob bestimmte Aussagen von Stromanbietern und diesen zugrundeliegende Bilanzierungsansätze den technischen Konventionen (z. B. den ISO-Normen) entsprechen.

Den Stromverbrauch am Hauptsitz in Ried hat Pekny daher, entgegen den Angaben des Versorgers, der auf der Jahresstromabrechnung für 2021 für das von uns bezogene Produkt 0 g CO2/kWh anführt, mit 148 Gramm für den Market-based-Ansatz gerechnet. Dieser Wert wird vom Stromlieferanten für den Versorgermix ausgewiesen.

Für die Berechnung nach dem Location-based-Ansatz wurde mit 200 Gramm pro Kilowattstunde kalkuliert. Das ist der Emissionsfaktor, den das Umweltbundesamt für den österreichischen Strommix 2021 ausweist.

Für den in Mukatschewo bezogenen Strom haben wir vom Versorger keine Auskunft über den produktbezogenen Strommix und die Treibhausgasemissionen erhalten. Angesicht des Krieges und dessen Auswirkungen auf die Stromversorgung des Landes wären diese Angaben ohnehin fragwürdig gewesen. Daher wurde zur Bewertung der Klimawirksamkeit des Stromverbrauchs unseres Produktionsstandorts in der Ukraine der Emissionsfaktor für den „Strommix Osteuropa“ herangezogen, der bei 520 Gramm CO2e pro Kilowattstunde lag.

Auswertung und Erkenntnisse

Da hinsichtlich der Systemgrenzen noch Unschärfen bestehen, die Sachbilanzen noch einige Lücken aufweisen und auch die unterschiedlichen Zugänge in der Wirkungsabschätzung zu deutlichen Ergebnisverschiebungen führen können, hat sich FISCHER dazu entschieden, keine detaillierten Ergebnisse zum Corporate Carbon Footprint zu veröffentlichen. Wir berichten im Folgenden nur die als gesichert geltenden Erkenntnisse über Verhältnisse und Einsparpotenziale, die uns zielgerichtete Verbesserungen im Sinne des Klimaschutzes ermöglichen.

Grundsätzlich gilt, dass die Wintersportartikel, die wir herstellen und vertreiben im Verhältnis zu den gesamten Klimaauswirkungen, die durch das Ausüben des Sports verursacht werden, minimal sind (siehe auch Vorweg:DerSki istnichtdasHauptproblem; S. 110).

Das entbindet uns jedoch nicht von der Verantwortung, auch in unserem direkten und indirekten Einflussbereich Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zu setzen. Durch die Abschätzung des Corporate Carbon Footprints wissen wir, wo wir am wirksamsten zum Klimaschutz beitragen können.

Ergebnisse und Verbesserungspotenziale

Die nach den drei Scopes differenzierte Darstellung des Corporate Carbon Footprint zeigt, dass 88,4 Prozent der Gesamtemissionen im Bereich Scope 3 entstehen, während auf die unmittelbarer beeinflussbaren Bereiche Scope 1 und Scope 2 lediglich 2,7 bzw. 8,9 Prozent entfallen.

Nicht im Ergebnis abgebildet sind die Treibhausgasemissionen, die mit der Energiegewinnung aus Holz für die Prozess- und Raumwärme in der Ukraine verbunden sind. Das gilt sowohl für die Emissionen, die in der Wertschöpfungskette verursacht werden, als auch jene, die direkt in unserem Biomasseheizwerk durch die Verbrennung entstehen. Dieses Vorgehen entspricht den Vorgaben der GRI-Standards – die wiederum auf den Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol basieren –, ist aber fachlich umstritten (siehe Herausforderung:Öko-Bewertung von Holz; S. 110).

* Die mit dem Stromverbrauch verbundenen Anteile an den GesamtemissionenbasierenaufderBerechnungnachdem Location-based-Ansatz. Eine Market-based-Berechnungder Gesamtemissionenwarvorallemaufgrundderfehlenden InformationenüberdasbezogeneStromproduktinder Ukraine nicht seriös machbar.

Die erste Abschätzung des CCF von Fischer hat gezeigt, dass mehr als drei Viertel der von uns verursachten Gesamtemissionen mit den bezogenen Materialien und Handelswaren zusammenhingen. Allein die Handelswaren verursachten rund 62 Prozent, wobei dieser Wert nur eine grobe Annäherung darstellt und sich bei genauerer Betrachtung noch deutlich verändern kann, zumal hier die Datenlage (z. B. Angaben von Lieferanten, Literaturwerte) noch sehr lückenhaft ist.

Ungeachtet dessen kann als gesichert angenommen werden, dass im Bilanzjahr 2021/22 der mit Abstand größte Anteil unseres CCF auf die Handelswaren entfiel.

Die Rohmaterialien und Vorprodukte, aus denen wir unsere Eigenerzeugnisse herstellen, zeichneten für etwa 15 Prozent des CCF verantwortlich. Die größten Positionen innerhalb dieser Gruppe waren Kunststoffgranulate, Kleber, Laminate, Aluminiumlegierungen und Kartonagen.

Daraus lässt sich ableiten, dass wir vor allem bei den Handelswaren und Materialien ansetzen müssen, um unsere Treibhausgasbilanz zu verbessern. Die Grundvoraussetzung für gezielte Optimierungen ist, dass wir Datenlücken schließen und zu einer besseren Datenqualität kommen.

Dafür werden wir von unseren Lieferanten künftig mehr Informationen über die gelieferten Produkte und ihre Herstellung einholen, um in weiterer Folge die Beschaffung verstärkt nach Nachhaltigkeitskriterien auszurichten. Die Implementierung einer dabei unterstützenden LieferkettenSoftware wurde bereits gestartet.

Weitere Einsparpotenziale bestehen im Bereich Energie, sowohl in Bezug auf die Energieeffizienz als auch hinsichtlich der Reduktion des fossilen Anteils am Gesamtenergiebedarf - siehe dazu auch Auswertung und Erkenntnisse (S. 110).

Für den Weg zum Arbeitsplatz und wieder zurück nutzen die meisten unserer Mitarbeiter:innen den Pkw. Auch hier wollen wir Angebote schaffen und Anreize setzen, die zu einem nachhaltigeren Mobilitätsverhalten beitragen und die Treibhausgasemissionen senken.

Ziel

• Umsetzung eines detaillierten CO2Reduktionspfades mit der Zielsetzung, den Corporate Carbon Footprint bis 2040 um 40% zu reduzieren.

Maßnahmen

• Energiekonzept für die Produktionsstandorte Ried und Mukachevo bis 2027/28 erstellen mit dem Ziel des sukzessiven Ausbaus der fossilfreien Energieversorgung.

• Reduktion der Prozesswärme auf niedrigere Temperaturen

• Ermittlung eines detaillierten CO2Reduktionspfades sowie ggf. Beitritt zu relevanten Initiativen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen.

• Jährliche Erhebung des Corporate Carbon Footprints - standortübergreifend

• Laufendes Monitoring der CO2Reduktionsfortschritte und -ziele

Wasser und Abwasser

Relevanz und Auswirkungen

Wasser ist ein knappes Gut. Zwar bedeckt es über zwei Drittel der Erdoberfläche, doch nur ein geringer Teil davon eignet sich als Trinkwasser, für die Nahrungsmittelzubereitung oder zur Bewässerung.

Durch den fortschreitenden Klimawandel geraten die nutzbaren Süßwasserreserven weltweit unter Druck.

Probleme ergeben sich zudem durch die ungleiche regionale Verteilung der Wasservorkommen, den steigenden Wasserverbrauch sowie die zunehmende Wasserverschmutzung.

Österreich gilt als wasserreiches Land. Und auch an unserem Standort in der Ukraine ist die Wasserversorgung gegenwärtig gesichert. Doch ist Europa vor klimatischen Veränderungen und immer öfter auftretenden anhaltenden Hitzeperioden mit wenig Niederschlag und daraus resultierender regionaler Wasserknappheit nicht gefeit. Verschärft wird das Problem durch das Abschmelzen der Gletscher, die derzeit während der Trockenphasen im Sommer kontinuierlich Wasser abgeben. Mit ihrem Verschwinden geht auch ihre Funktion als Wasserspeicher verloren.

Der Wasserstress-Indikator misst, ob die erneuerbaren Oberflächen- und Grundwasservorräte eines Gebietes ausreichend sind, um die Nachfrage von Menschen und den Bedarf der Ökosysteme zu decken. Die Wassernachfrage umfasst die Nutzung in Haushalten, in der Industrie, bei der Bewässerung und in der Viehzucht. Die verfügbaren erneuerbaren Wasservorräte berücksichtigen die Auswirkungen der flussaufwärts gelegenen Wasserverbraucher und der großen Staudämme auf die Verfügbarkeit von Wasser flussabwärts. Höhere Werte deuten auf einen stärkeren Wettbewerb zwischen den Nutzern hin.6

6 Quelle: Aqueduct 4.0, abgerufen von https://www.wri.org/data/aqueduct-waterrisk-atlas im Mai 2024

Für das Gebiet unseres Firmenhauptsitzes in Ried im Innkreis stuft der Water Risk Atlas von AQUEDUCT den Wasserstress – sowohl aktuell als auch für den Zeitraum bis 2050 – als „niedrig“ (< 10 %) ein.

Für den Sitz unseres ukrainischen Produktionswerkes ist der Wasserstress laut AQUEDUCT derzeit „mittel bis hoch“ (20 % bis 40 %) und wird sich laut Prognose bis ins Jahr 2050 nicht weiter verschlechtern. Bisher sind keine Probleme bezüglich Wasserknappheit aufgetreten. Nichtsdestotrotz wollen wir uns spätestens im Rahmen der nächsten Wesentlichkeitsanalyse intensiver mit dem potenziellen Wasserstress und anderen etwaigen Wasserrisiken in Mukatschewo befassen und bei Bedarf nach Lösungen suchen.

Ein sorgsamer Umgang mit der lebensnotwendigen Ressource Wasser ist jedenfalls geboten. FISCHER Sports entnahm im Berichtszeitraum durchschnittlich 75.788 Kubikmeter Wasser pro Jahr.

Wasserentnahme

An unseren Produktionsstandorten wird kein Wasser aus Flüssen oder Seen verwendet. Beide verfügen über betriebseigene Brunnen. In Mukatschewo wird das gesamte benötigte Wasser aus unserem Brunnen entnommen. In Ried stammt das Trinkwasser und der Großteil des Prozesswassers aus der öffentlichen Wasserversorgung. Ein kleiner Teil des Prozesswassers stammt aus dem Brunnen.

FISCHER Sports achtet auf einen sparsamen Umgang mit dieser wertvollen Ressource. So nahm das Unternehmen 2021 eine neue Wasseraufbereitungsanlage in Betrieb, durch die unser Kühlwasser mehrmals (drei bis vier Mal) verwendet werden kann, bevor wieder Frischwasser beigemischt werden muss.

Die Entwicklung der jährlichen Wasserentnahme im Berichtszeitraum (siehe nachfolgende Tabelle) ist untypisch und auf den Großbrand in unserem ukrainischen Werk zurückzuführen: Im Geschäftsjahr 2021/22 war die Skiproduktion in Mukatschewo aufgrund dieses Ereignisses stillgelegt, jedoch wurde für die Bauarbeiten eine größere Menge Wasser entnommen. Die geringere Entnahmemenge im Geschäftsjahre 2022/23 ist darauf zurückzuführen, dass die Skiproduktion in unserem ukrainischen Werk erst Mitte des Jahres wieder anlief und entsprechend weniger Wasser für die Produktionsprozesse benötigt wurde. Erst im letzten Berichtsjahr wurde wieder ganzjährig produziert.

Produktionsabwässer pro Tag und von welcher Qualität in das öffentliche Kanalnetz eingeleitet werden dürfen.

Vor der Einleitung werden die geforderten Parameter von uns gemessen und dokumentiert: Chlor, Phosphor, AOX (adsorbierbare organisch gebundene Halogene, das sind organische Chlor-, Brom- und Jodverbindungen) und ein Parameter für die Bestimmung von Oxidationsmitteln im Abwasser.

im Juni 2024 statt und ergab, dass alle Grenzwerte eingehalten wurden.

Niederschlagswässer

In Mukatschewo werden Niederschlagswässer direkt in das öffentlichen Kanalnetz eingeleitet, über das sie der kommunalen Kläranlage zugeführt werden

Mittelwert im

Es wurde ausschließlich Süßwasser Filtrattrockenrückstand) entnommen. Es wird kein Wasser aus Gebieten mit hohem Wasserstress (> 40%) entnommen.

Abwasser

Das Abwasser unserer Produktionswerke besteht zum Großteil aus dem Prozesswasser, das FISCHER zum Erhitzen und Kühlen in seinen Produktionsprozessen benötigt. Sämtliches Abwasser wird in die öffentliche Kanalisation eingeleitet und einer Kläranlage zugeführt.

In Ried haben wir einen Abwasservertrag mit dem Reinhalteverband der Stadt Ried, der regelt, wie viele

Um die erforderliche Abwasserqualität zu erreichen, bereiten wir in unserem Stammwerk rund ein Drittel der Abwässer vor deren Einleitung in den Kanal in unserer betriebseigenen Abwasseranlage auf. Diese filtert gröbere Schleifpartikel und Kleberanteile aus dem Wasser, bevor es an den FISCHEReigenen Schmutzwasserkanal übergeben wird, der in das öffentliche Kanalnetz mündet. Die Abwasserstränge und Einlaufschächte des 2.200 Meter langen internen Schmutzwasserkanalnetzes wurden ab 2017 sukzessive saniert, womit eine unbeabsichtigte Versickerung von Abwasser ausgeschlossen werden kann. Abgeschlossen wurde das Projekt im Geschäftsjahr 2022/23.

In Mukatschewo (UKR) wird sämtliches Abwasser ohne vorherige Aufbereitung über die öffentliche Kanalisation der kommunalen Kläranlage zugeführt

Modernisierungen zur Reduktion des Phosphorgehalts

Bis 2022 war das FISCHER Stammwerk in Ried auf eine behördliche Ausnahmegenehmigung bezüglich Phosphorgehalt im Prozesswasser angewiesen, weil in unserem Kühlwassersystem der Grenzwert überschritten war. Ab 2022 konnten wir infolge einer Modernisierung unseres Kühlwassersystems samt kontinuierlicher Kühlwasserfilterung den Grenzwert für die Einleitung in das öffentliche Kanalnetz wieder einhalten.

Einmal jährlich findet eine externe Kontrolle durch den Reinhalteverband statt, der 13 Parameter unseres betrieblichen Abwassers prüft. Die letzte Überprüfung fand

Auf dem Gelände des FISCHER-Stammwerkes Ried betreiben wir ein eigenes Kanalnetz für Niederschlagswässer, dessen Hauptstränge und Schächte im Zeitraum 2022 bis 2024 saniert wurden.

Von unseren 75.000 Quadratmetern Grundstücken ist cirka ein Drittel unverbaut, zwei Drittel des Bodens sind versiegelt. Die durch Regen- und Schneefall verursachten Niederschlagswässer auf den versiegelten Flächen, den Dachflächen und den befestigten Fahr- und Parkflächen, werden in das dafür vorgesehene Kanalnetz geführt und in der Folge in unser Rückhaltebecken. Von dort wird über eine Drosselungsanlage sukzessive – höchstens die behördlich genehmigte Maximalmenge – Wasser in die Oberach eingeleitet.

Trinkwasser

Ein umweltfreundlicher Umgang mit der Ressource Wasser liegt uns ebenso am Herzen wie ein unkomplizierter Zugang unserer Mitarbeiter:innen zu Trinkwasser. Deshalb tauschten wir 2020 unsere 33 im Betrieb verteilten GallonenWasserspender durch 24 Spender aus, die aus dem öffentlichen Stadtwassernetz gespeist werden. Die neuen Trinkwasserspender sind mit einer Ultrafiltration und einer UV-Desinfektion ausgestattet. Durch den Tausch sparen wir jährlich 2.800 Kunststoffgallonen und deren Transport ein. Darüber hinaus erhielt jede:r Mitarbeiter:in eine Trinkflasche – mit dem Ziel, auch die Menge an Einwegbechern stark zu reduzieren.

Betriebliche

Abfallwirtschaft

Relevanz und Auswirkungen

Das weltweite Abfallaufkommen steigt, und nur ein unbedeutender Teil des Mülls wird wiederverwendet oder fachgerecht verwertet. In vielen Ländern ist das Umweltbewusstsein ebenso unzureichend wie die öffentliche Abfallwirtschaft, was teils verheerende Auswirkungen auf Menschen, Tiere, Böden, Luft und Gewässer hat So gehen etwa mit der Deponierung von unbehandeltem Abfall einerseits Wertstoffe verloren und andererseits eine Reihe von Umwelt- und Gesundheitsgefahren einher.

In Österreich sind sowohl das Problembewusstsein als auch die Abfallwirtschaft gut entwickelt, dennoch schlägt sich der zunehmende Konsum auch in einem steigenden Abfallaufkommen nieder. Wie in allen europäischen Ländern gibt es auch hierzulande noch Entwicklungspotenzial, um Müll zu vermeiden und Stoffe im Kreislauf zu führen.

Die zentrale gesetzliche Grundlage stellt das österreichische Abfallwirtschaftsgesetz dar. In der Ukraine gilt es, das dortige Abfallgesetz einzuhalten, das die Abfallsammlung, die Abfalllogistik, die Abfallbehandlung sowie die vorgeschriebenen Kontrollen regelt.

Im Berichtszeitraum sind bei FISCHER Sports jährlich durchschnittlich 1.874 Tonnen Abfall angefallen, davon rund 60 Tonnen gefährlicher Abfall.

Abfallaufkommen

Die Abfallmenge von FISCHER Sports korreliert mit der Masse der produzierten Güter. Die steigenden Abfallmengen im Berichtszeitraum ist darauf zurückzuführen, dass nach dem Großbrand im Werk Mukatschewo die dortige Skiproduktion im Geschäftsjahr 2021/22 stillstand und erst ab Mitte des Bilanzjahres 2022/23 wieder anlief. 2023/24 war die Produktion wieder voll im Gange, wodurch die Abfallmenge zuletzt auf 2.296 Tonnen stieg. Bauschutt und andere nicht produktionsbedingte Abfälle, die im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau des Werks in Mukatschewo und mit Sanierungsarbeiten an den Gebäuden in Ried entstanden, wurden ordnungsgemäß entsorgt, sind aber in den Daten nicht enthalten.

Mittelwert im Berichtszeitraum: 1.873,5 Tonnen

Ungefährliche Abfälle

Im Berichtszeitraum fielen in den FISCHERProduktionswerken in Ried und Mukatschewo durchschnittlich 1.813 Tonnen ungefährliche Abfälle pro Jahr an. Im Geschäftsjahr 2023/24 waren es rund 2.243 Tonnen.

Der größte Anteil am Abfallaufkommen von FISCHER Sports entfällt auf den allgemeinen Gewerbemüll, von dem im Berichtszeitraum durchschnittlich 1.173 Tonnen pro Jahr anfielen. Weitere bedeutende Fraktionen, die an beiden Produktionsstandorten entstehen, sind Alteisen und Aluminiumabfälle mit 137 Tonnen, Kunststoffabfälle mit 105 Tonnen sowie Karton- und Altpapier, ebenfalls mit 105 Tonnen.

Gefährliche Abfälle

Im Berichtszeitraum fielen in den FISCHERProduktionswerken durchschnittlich 60 Tonnen gefährliche Abfälle pro Jahr an. Somit lag der Anteil des gefährlichen Abfalls an der Gesamtabfallmasse bei durchschnittlich 3,3 Prozent. Im Geschäftsjahr 2023/24 waren es 53 Tonnen bzw. 2,4 Prozent.

Welche Abfälle als gefährlich einzustufen sind und daher einer verstärkten Überwachungspflicht unterliegen, ist im österreichischen Abfallwirtschaftsgesetz bzw. im ukrainischen Abfallgesetz geregelt.

Gefährliche Abfälle unterteilen wir in flüssige und zähflüssige Abfälle, ölhaltige Abfälle sowie Spraydosen und Leuchtstoffröhren. In die erstgenannte Gruppe fallen beispielsweise Farben, Lacke und Harze und zu den ölhaltigen Abfällen zählen etwa Kraftstoff- und Schmiermittelreste.

Alle gefährlichen Stoffe verwahren wir bis zur Abholung durch ein lizensiertes Unternehmen sachgemäß in Fässern oder Tonnen in unseren Lagern.

Mittelwert im Berichtszeitraum: 1.813,2 Tonnen

Mittelwert im Berichtszeitraum: 60,3 Tonnen

Abfallvermeidung, -aufbereitung und -verwertung

In der so genannten Abfallbehandlungshierarchie steht Abfallvermeidung ganz oben. Unvermeidbarer Abfall soll, wo immer möglich, Verfahren zur Rückgewinnung zugeführt werden. Diese sind in der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie folgendermaßen priorisiert:

• Aufbereitung zur Wiederverwendung, zum Beispiel durch Reparatur

• Rückgewinnung von Rohstoffen durch Recycling

• Gewinnung von Energie durch thermische Verwertung

Deponierung, die ungünstigste Variante, soll stets sachgerecht durchgeführt werden.

Idealerweise findet Abfallvermeidung bereits in der vorgelagerten Lieferkette statt. Beispielsweise werden Kunststoffabfälle, die bei der Produktion von FISCHER Skischuhen im Haus unseres Produktionspartners entstehen, bereits dort regranuliert und wiederverwertet.

Im eigenen Einflussbereich setzt FISCHER Maßnahmen, um Abfall aus dem Entwicklungsprozess und der Produktion zu vermeiden.

Reduktion von Kunststoffabfall

• Mit der 10-prozentigen Reduktion der Oberflächenfolie aus Polyethylen konnten wir bereits mehrere Tonnen Kunststoffabfall vermeiden.

Reduktion von Holzabfall

• Bei der Produktion des Holzkerns der neuen Adventure Langlaufski-Kollektion wurde anfallender Fräs- und Schleifabfall minimiert.

• Unvermeidbare Holzabfälle werden an unserem Produktionsstandort in der Ukraine dem eigenen Biomasseheizkraftwerk zugeführt.

• Die Umstellung von einem 6- auf ein 3-MillimeterSägeblatt spart jährlich mehrere Tonnen an Sägespäne-Abfällen ein.

• Die Doppelnutzung des Holzkeils führt nicht nur zu 45 Prozent Materialeinsparung, sondern auch zu einer jährlichen Reduktion der Holzabfälle von mehreren Tonnen.

Ein Teil unseres Abfalls - im Berichtszeitraum waren es im Schnitt 287 Tonnen jährlich - wird an RecyclingUnternehmen weitergeleitet, um eine Wiederverwendung der Ressourcen zu ermöglichen. So wurden Abfälle wie Papier, Karton, Eisen und Spraydosen zu Sekundärrohstoffen verarbeitet und können somit weiter im Kreislauf geführt werden.

In Österreich werden Abfälle, die nicht dem Recycling zugeführt werden, unter Energierückgewinnung verbrannt, um daraus Strom oder Fernwärme zu erzeugen. Ein Teil dieser Abfälle wird außerdem in der Zementindustrie als Ersatz für fossile Primärbrennstoffe verwendet. Die Müllverbrennungsanlagen und Zementwerke in der Europäischen Union unterliegen strengen

Emissionsvorschriften. Damit ist sichergestellt, dass negative Auswirkungen auf die Umwelt minimiert werden.

Für den Standort in Mukatschewo war es uns nicht möglich, gesicherte Informationen über die Entsorgungsverfahren für jene Abfälle zu bekommen, die nicht rezykliert, sondern zur Entsorgung weitergeleitet wurden. Diese Abfälle sind in der nachfolgenden Tabelle zur Gänze unter „sonstige Entsorgungsverfahren“ aufgelistet.

In Hinblick auf die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung nach den Vorgaben der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) werden wir daran arbeiten, künftig die erforderlichen Informationen von den Entsorgungsunternehmen zu bekommen, um somit unsere Datenqualität in der Abfallberichterstattung verbessern zu können.

Die Grundlage dafür bildet das im Juli 2023 in Kraft getretene ukrainische Gesetz über die Abfallbehandlung. Es verlangt, dass die Übergabe des Abfalls vom Abfallerzeuger an das Abfallmanagementunternehmen auf der Grundlage eines Vertrags erfolgt, in dem für alle Fraktionen deren Volumen und der Vorgang zur Verwertung oder Beseitigung anzugeben sind.

Abfalllogistik und Abfallbehandlung

Im Stammwerk Ried ist die Lagerung und Entsorgung von Abfällen im Abfallwirtschaftskonzept (AWK) der Firma FISCHER Sports geregelt, das in unserem Intranet für alle Mitarbeiter:innen einsehbar ist.

Das Facility Management stellt den Produktionsbereichen Sammelbehälter für die getrennte Sammlung der Abfallfraktionen zur Verfügung. Die Produktionsleiter:innen sind dafür verantwortlich, dass die Abfälle ihrer Abteilungen zu den für die einzelnen Abfallarten definierten Sammelplätzen verbracht werden.

Für die Zwischenlagerung und die Organisation der Entsorgung ist die Abteilung Facility Management zuständig. Gewerbeabfälle, Aluspäne, Karton und Holz werden in voneinander getrennten Containern gelagert. Blech, Schrott, Elektroschrott, Leergebinde und Batterien werden im internen Abfallsammelzentrum gelagert. Überwachungspflichtige Abfälle und brennbare Materialien werden bis zur Abholung in einem gesonderten Lagerraum aufbewahrt.

Sämtliche Abfälle werden an zertifizierte Entsorgungs- und Verwertungsunternehmen übergeben, die auf eine möglichst hohe stoffliche Wiederverwertung ausgerichtet sind.

Laut österreichischer Verpackungsverordnung sind Unternehmen verpflichtet ihre Verkaufs- und Transportverpackungen zurückzunehmen. FISCHER nutzt die gesetzlich geschaffene Möglichkeit, mit einem so genannten Entpflichtungsbeitrag seine Entsorgungsverpflichtung an die – in diesem Aufgabengebiet hochspezialisierte – ARA (Altstoff Recycling Austria) zu übertragen.

Auch in Mukatschwo wird Abfall gesammelt und sortiert, bevor er getrennt an die jeweils zuständigen und lizenzierten Stellen übergeben wird Rezyklierbare ungefährliche Abfälle werden an kommerzielle Abfallverwertungsorganisationen weitergegeben, die sie zu Sekundärrohstoffen verarbeiten. Nicht rezyklierbare ungefährliche Abfälle werden einer auf Basis der geltenden Gesetze lizensierten Abfallbehandlungsorganisation übergeben. Gefährliche Abfälle übergeben wir auch in Mukatschewo in die Hände spezialisierter und lizensierter Abfallbehandlungsunternehmen.

Ziel

• Reduktion des Abfallaufkommens um 10% bis 2030

Maßnahmen

• Optimierung des Materialeinsatzes entlang des gesamten Wertstroms

• Erhöhung der Recyclingquote bei Verpackungen bis 2030

Attraktiver Arbeitgeber

Unser Zugang

Der Mensch steht im Fokus bei FISCHER Sports. Ausgezeichnet als einer der beliebtesten Arbeitgeber Österreichs sowie vorbildlicher Ausbildungsbetrieb in der Region, bietet FISCHER Sports ein stabiles Arbeitsumfeld mit spannenden Perspektiven. Mitarbeiter:innen jeden Alters haben in allen Bereichen Raum zur individuellen Weiterentwicklung. Viele Beschäftigte, die ihre berufliche Karriere als Lehrling gestartet haben, sind mittlerweile geschätzte Facharbeiter:innen, Spezialist:innen oder Führungskräfte im Unternehmen.

Mit der bekannten, starken Marke FISCHER können sich viele Menschen identifizieren – insbesondere in SportCommunitys. Bestehende und potenzielle Mitarbeiter:innen teilen die Leidenschaft für das Produkt, für den Sport und die Marke. Als Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit müssen die Werte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer:innen weitgehend übereinstimmen. Beim Recruiting achten wir daher auf eine authentische und offene Kommunikation. Ein guter „Cultural fit“ zwischen unserem Unternehmen und neuen Mitarbeitenden ist für alle Beteiligten von Vorteil. Denn wer menschlich gut ins Team passt, wird sich im neuen Job wohlfühlen, ist motiviert und bleibt dem Unternehmen erhalten.

Dem derzeitigen Personal-Engpass begegnen wir auch mit umfassenden Aus- und Weiterbildungsangeboten. Wir verfolgen das Ziel, unsere Mitarbeitenden bestmöglich zu qualifizieren und sie als Fachkräfte langfristig bei FISCHER Sports zu beschäftigen.

Ein besonderes Augenmerk legen wir daher auf die Lehrlingsausbildung in Österreich und auf attraktive Sozialleistungen. Soziale Verantwortung übernimmt das Familienunternehmen auch insofern, als Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Nachteilen am Arbeitsmarkt willkommen sind.

Unsere Innovationskraft, Technologie- und Produktführerschaft hängen in hohem Maße vom Know-how und Engagement unserer Belegschaft ab. Wir erwarten von unseren Mitarbeiter:innen echtes Engagement und kompromisslose Qualität bei der Arbeit. Im Gegenzug versuchen wir, ihren persönlichen Ansprüchen bestmöglich gerecht zu werden und sie in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Dazu gehören individuelle Bildungsangebote, faire Chancen für alle und eine gute Vereinbarkeit der Berufstätigkeit mit dem Privatleben.

Im Sinne eines wertschätzenden Miteinanders pflegt FISCHER Sports eine Feedback- und Lernkultur auf Augenhöhe. Ein wichtiges Tool für das gegenseitige Verständnis und das gemeinsame Verfolgen beruflicher Ziele sind die jährlichen Mitarbeitergespräche mit der jeweiligen Führungskraft. Zum lockeren, kollegialen Betriebsklima

gehört auch eine Politik der offenen Türen Jeder und jede Einzelne wird dazu ermutigt, eigene Ideen zur Verbesserung des Arbeitsumfeldes, der Prozesse oder der Zusammenarbeit einzubringen. Flache Hierarchien und Verantwortung im Team fördern das unternehmerische Denken.

Personalmanagement und Belegschaftsvertretung

Zwei separate Betriebsräte – einer für Arbeiter:innen und einer für Angestellte – vertreten die Interessen der Belegschaft von FISCHER Sports in Ried im Innkreis (Österreich). Es gelten der Rahmenkollektivvertrag für Angestellte bzw. der Kollektivvertrag für Arbeiter:innen der Holzverarbeitenden Industrie. In Mukatschewo (Ukraine) sind alle Beschäftigten Mitglieder der Gewerkschaft und die einzelnen Abteilungen im Gewerkschaftsausschuss vertreten. Die Zusammenarbeit zwischen der Unternehmensleitung und der Gewerkschaft ist im Tarifvertrag geregelt. Auch unsere Mitarbeiter:innen in Frankreich und Deutschland sind von Tarifverträgen abgedeckt. 2023/24 galten damit für 91,2 Prozent unserer weltweiten Belegschaft tarifvertragliche Bestimmungen.

Die Entlohnung sämtlicher Mitarbeiter:innen der FISCHER Sports GmbH liegt in Österreich über den kollektivvertraglichen Tarifen und übersteigt in der Ukraine den dort gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn um ein Mehrfaches (siehe FaireEntlohnung; S. 38).

In allen Ländern, in denen FISCHER Sports tätig ist, gelten die jeweiligen Gesetze als Mindeststandard.

Das Personalmanagement von FISCHER Sports in Ried im Innkreis ist direkt der Geschäftsführung (CFO) unterstellt. Sämtliche Personalagenden – vom Recruiting über die Personalverrechnung bis hin zum strategischen HRManagement – werden im Haus abgewickelt. Die Personalabteilung versteht sich als Anlaufstelle für die Anliegen aller Mitarbeitenden.

Die Entwicklungsziele im Personalwesen sind Teil der individuellen Zielvereinbarung der Personalleitung Ob diese Ziele erreicht wurden und der Managementansatz im Personalwesen generell wirksam ist, wird im jährlichen Mitarbeitergespräch vom zuständigen Geschäftsführer evaluiert.

Darüber hinaus erhält die Geschäftsführung einen monatlichen Bericht über die aktuellen Personalkennzahlen. Die laufende Abstimmung zwischen Personalleitung und dem CFO erfolgt alle zwei Wochen im Rahmen von Jours fixes. Zudem findet halbjährlich eine Budgetabstimmung zwischen der Personalleitung und den Führungskräften statt.

Die Mitarbeiter:innen werden laufend im Intranet und über Aushänge mit aktuellen Informationen versorgt. Vier Mal jährlich erscheint unsere Mitarbeiterzeitung „Insider”. Für den informellen und bereichsübergreifenden Austausch wurde im Foyer ein moderner Kommunikationsbereich mit Sitzkojen eingerichtet.

Das Personalmanagement in Mukatschewo agiert relativ eigenständig entsprechend den Gegebenheiten des ukrainischen Standorts. Der Brand des Werks Ende 2020 sowie der militärische Angriff Russlands Anfang 2022 waren Zäsuren für das Unternehmen und seine Belegschaft. Trotz der Ausnahmesituation und den damit verbundenen enormen Herausforderungen setzt FISCHER Sports alles daran, den Mitarbeiter:innen in der Ukraine attraktive, sichere Arbeitsplätze zu bieten.

DieInformationenimKapitel„AttraktiverArbeitgeber“ beziehensichüberwiegendaufdieSituationam UnternehmenshauptsitzinRied,sofernnichtexplizitvon anderen Standorten berichtet wird. Die Belegschaftsdatenumfassenjedoch,wennbeiden DiagrammenundTabellennichtandersvermerkt, grundsätzlichalle Standorte. Mehr als die Hälfte der gesamtenBelegschaftvonFischerSportsistinder Ukrainebeschäftigt.Dieteilssprunghaften VeränderungenbeimPersonalstand,diesichaufden BrandimWerk,dieWiederaufnahme der Produktion und denKriegimLandzurückführenlassen,wirkensich daherauchsignifikantaufdieaggregierten Mitarbeiterdaten aus.

Leitsätze

Beschäftigung und Arbeitgeberqualität:

• Unsere Führungskräfte zeichnen sich auf allen Ebenen durch ethisches Verhalten, eine mitarbeiterorientierte Führung sowie eine Feedback- und Lernkultur auf Augenhöhe aus.

• Wir bieten unseren Mitarbeiter:innen ein attraktives Arbeitsumfeld mit zahlreichen freiwilligen sozialen Leistungen und einer guten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

• Wir legen Wert auf ein lockeres, kollegiales Betriebsklima, erwarten von unseren Mitarbeiter:innen und Teams aber zugleich eine hohe Leistungsbereitschaft.

Arbeitssicherheit, Arbeitnehmerschutz und Menschenrechte:

• Wir fördern die Gesundheit unserer Mitarbeitenden und sorgen für ihre Sicherheit am Arbeitsplatz.

• Wir erschaffen eine Arbeitsumgebung auf der Grundlage folgender international anerkannter Sozial- und Arbeitsstandards: MNO-Erklärung und Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sowie OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen

• FISCHER Sports bekennt sich zur allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen sowie zu den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte und fördert deren Einhaltung

Aus- und Weiterbildung:

• Wir unterstützen unsere Mitarbeiter:innen in ihrer Entwicklung und beruflichen Karriere durch regelmäßige Mitarbeitergespräche und gezielte Aus- und Weiterbildungsangebote.

• Wir nehmen jedes Jahr neue Lehrlinge auf und bilden sie zu qualifizierten Fachkräften aus.

Vielfalt und Chancengleichheit:

• Wir sind ein inklusives Unternehmen, Vielfalt und Chancengleichheit innerhalb der Belegschaft sind für uns selbstverständlich.

Strategische Ziele

Wahrnehmung als attraktiver, moderner und zukunftsorientierter Arbeitgeber

• Mitarbeiter:innen-Zufriedenheit und -Bindung erhöhen

• Employer Branding stärken und Sichtbarkeit erhöhen

• Reduzierte Fluktuation: Arbeiter < 9%, Angestellte < 7%

• Systematische Aus-/Weiterbildung um den Herausforderungen des Arbeitskräftemangels zu begegnen sowie unsere Mitarbeiter:innen für die betrieblichen Anforderungen zu qualifizieren.

• Erhöhung des Frauenanteiles im Unternehmen auf allen Ebenen

• Förderung einer inklusiven, offenen und internationalen Unternehmenskultur und Vermeidung jeglicher Diskriminierung

Schaffung von sicheren Arbeitsbedingungen & Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter:innen

• Förderung der physischen und mentalen Gesundheit zur Sicherstellung eines attraktiven Arbeitsumfeldes

• Erfüllung aller gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf Arbeitssicherheit

Beschäftigung und Arbeitgeberqualität

Relevanz und Auswirkungen

Der Wunsch nach einem attraktiven Arbeitsumfeld wächst insbesondere bei der jüngeren Generation. Zunehmend wichtiger werden daher nach innen und außen wirksame Employer-Branding-Maßnahmen, um die Mitarbeitenden an das Unternehmen zu binden und geeignete Personen ins Team zu holen. Je stärker die Arbeitgebermarke in der Region und bei den Zielgruppen wahrgenommen wird, desto mehr vielversprechende Bewerbungen erhält das Unternehmen.

Zufriedene Mitarbeiter:innen bringen sich motiviert, loyal und produktiv ins Unternehmen ein Dafür ist neben einem interessanten Aufgabengebiet auch die monetäre und menschliche Anerkennung entscheidend. Führungsstil, Arbeitsklima, Erfolgserlebnisse, flexible Gestaltungsmöglichkeiten und Karrierechancen sind weitere wichtige Faktoren für die Zufriedenheit im Team

FISCHER Sports bietet weltweit insgesamt 1.232 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Vielfalt an Arbeitsplätzen. Der überwiegende Teil der Belegschaft ist in der Zentrale in Ried im Innkreis sowie im ukrainischen Werk in Mukatschewo beschäftigt.

Obwohl das Innviertel zu den wachstumsstärksten Industrieregionen Österreichs zählt und der Arbeitsmarkt im Produktionssektor umkämpft ist, gelingt es FISCHER Sports Mitarbeiter:innen zu gewinnen bzw. zu halten.

Belegschaftsstruktur

Per Ende des Geschäftsjahres 2023/24 bestand die Belegschaft am Hauptsitz in Ried im Innkreis aus 467 Personen, davon absolvierten 12 – sechs Mädchen und sechs Buben – eine Lehre. In der Ukraine waren 642 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem Werk beschäftigt. Fast drei Viertel der Beschäftigten bei FISCHER Sports sind Männer, wobei der Frauenanteil im Berichtszeitraum von 26,8 % auf 27,0 % leicht gestiegen ist.

In diesemKapitel unterteilen wir unsere Standorte nach 3 Regionen:DenHauptsitzinRied(AT),den Produktionsstandort in Mukatschewo (UA) und zusammengefasstdieNiederlassungenindenübrigen Ländern (a.L.).

Alle Mitarbeitenden wurden konzernweit bisher nach binärem Geschlechtssystemerhoben,daherwirdindenstatistischen Angaben,TabellenundDiagrammenlediglichnach Männern (m) und Frauen (w) differenziert.

Überwiegend unbefristete

Vollzeitbeschäftigung

Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Mitarbeiter:innen ist im Berichtszeitraum relativ konstant geblieben und lag zuletzt bei 7,6 % der Gesamtbelegschaft.

In der Ukraine gibt es so gut wie keine Teilzeitbeschäftigen, in Österreich relativ viele: 37,7 % der weiblichen und 11,9 % der männlichen Beschäftigten in Ried hatten per Ende 2023/24 eine Teilzeitanstellung. Der Teilzeit-Anteil stieg während des Berichtszeitraums sowohl bei Frauen als auch bei Männern um circa 3 Prozentpunkte an.

Saisonalen Schwankungen, die sich aus der WintersportSaison und den Einkaufszyklen im Handel ergeben, begegnet das Personalmanagement mit bewährten Maßnahmen: In der Stammbelegschaft ermöglicht ein Zeitausgleichsmodell den Auf- und Abbau von Überstunden im Jahresverlauf. Zusätzlich werden Ferialpraktikant:innen und Leasingarbeitskräfte eingesetzt, um Bedarfsspitzen abzudecken.

Befristet beschäftigte Mitarbeiter:innen gab es im Berichtszeitraum nur in Österreich. Darunter fallen Ferialarbeitskräfte, Praktikant:innen und Mitarbeiter:innen bei Ski-Events. Bezogen auf die Gesamtbelegschaft ist der Anteil der Mitarbeiter:innen mit befristetem Arbeitsvertrag verschwindend gering. 2023/24 lag er bei 2,1 %.

Grundsätzlich kommen die Benefits für Mitarbeiter:innen (siehe FreiwilligeSozialleistungen; S. 84) gleichermaßen auch jenen zugute, die in Teilzeit oder befristet für FISCHER Sports tätig sind.

Außergewöhnliche Fluktuation

Aufgrund der Umstände in der Ukraine war die Fluktuation im Berichtszeitraum nicht repräsentativ für das Gesamtunternehmen. Das Ziel von FISCHER Sports, die Fluktuationsrate bei den Angestellten unter 7 % und bei den Arbeiter:innen unter 9 % zu halten, bezieht sich daher vorläufig nur auf die Belegschaft exklusive Mukatschewo. Erfasst wird dabei lediglich die unternehmensexterne Fluktuation ohne interne Jobwechsel und natürliche Abgänge wie Pensionierungen.

Die Fluktuationsrate in den folgenden Tabellen umfasst alle ausgeschiedenen Mitarbeiter:innen, also auch die sogenannte natürliche Fluktuation, die durch Pensionierungen und Todesfälle entsteht. Nicht enthalten sind hingegen befristete Arbeitsverhältnisse sowie Karenzierungen.

Fluktuation in Österreich

Je jünger die Arbeitnehmer:innen, desto höher ist ihre Bereitschaft, den Arbeitsplatz zu wechseln. Personen unter 30 sind weniger stark an ihren Job oder Wohnort gebunden und wollen verschiedene Berufserfahrungen sammeln. Speziell im Einzugsgebiet von Ried bietet der Arbeitsmarkt derzeit allen, die sich beruflich verändern wollen, zahlreiche Chancen.

Die Fluktuationsrate in der Altersgruppe der unter 30Jährigen ist daher im Berichtszeitraum gestiegen und war in den letzten beiden Geschäftsjahren höher als in den beiden anderen Alterskategorien.

Fluktuation in der Ukraine

Nach dem Brand der Ski-Fertigungshalle in Mukatschewo Ende 2020 ist der ursprüngliche Personalstand von rund 1.000 Mitarbeitenden in der Ukraine stark eingebrochen. Ein Teil der Belegschaft wurde in anderen Produktionsbereichen oder für Aufräumarbeiten eingesetzt, ein Teil wurde gemäß der Gesetzgebung für höhere Gewalt bei zwei Drittel Lohnersatz freigestellt, und 138 Beschäftigte mussten entlassen werden. Im Geschäftsjahr 2022/23 nahmen die neuen Produktionsanlagen in Mukatschewo sukzessive den Betrieb auf, weshalb wieder zahlreiche Mitarbeiter:innen eingestellt wurden, darunter alle nach dem Brand abgebauten Mitarbeiter:innen, die sich nach dem Wiederaufbau um eine Stelle beworben hatten.

Im Zuge des laufenden Krieges wurden bisher knapp 100 Männer in den Kriegsdienst eingezogen. Ihre Stellen waren nachzubesetzen und zugleich für ihre Rückkehr freizuhalten. Im Kriegsdienst befindliche Mitarbeiter:innen sind in den Kennzahlen nicht enthalten. Sie werden jedoch in folgender Tabelle nicht als ausgeschiedene Mitarbeiter:innen geführt. Im Fall ihrer Rückkehr werden sie wieder in die Mitarbeiterzahlen aufgenommen, ohne jedoch zu den neu eingestellten Mitarbeiter:innen gerechnet zu werden. Die für sie nachbesetzten Personen scheinen bei den Zugängen auf.

Fluktuation in anderen Ländern

Personalreduktionen in den übrigen Ländern sind 2022 auf den russischen Angriffskrieg zurückzuführen. Nach Kriegsbeginn wurden die Aktivitäten in Russland stark eingeschränkt, womit sich dort der Personalstand reduziert hat.

Fluktuation Gesamtunternehmen

Schwankende Anzahl an Leiharbeitskräften

Der Produktionsausfall aufgrund des Brandes in Mukatschewo Ende 2020 machte es nötig, die Kapazitäten in Ried vorübergehend zu erhöhen. Die meisten dieser zusätzlichen Arbeitsplätze wurden mit Personal von Leasingunternehmen besetzt.

Die für FISCHER Sports ungewöhnlich hohe Zahl an Leiharbeitskräften erklärt sich auch durch die hohe Fluktuation in diesem Zusammenhang: Der Aufbau des Schichtbetriebs und die Einschulung neuer Mitarbeiter:innen sind personalintensive Prozesse. Es erwies sich als schwierig, genügend geeignete Personen für alle Aufgabenbereiche zu finden. Daher kamen häufig mehrere – teils nur kurze –Arbeitsverhältnisse auf eine offene Stelle. Im Geschäftsjahr 2023/24 erreichte die Anzahl der Leiharbeitskräfte wieder das Niveau der Zeit vor dem Brand.

Employer Branding und Recruiting

Gelungenes Employer Branding erleichtert einerseits das Recruiting und fördert andererseits die Mitarbeiterbindung. Um für alle Unternehmensbereiche die passenden Fachkräfte gezielt anzusprechen, nutzen wir verschiedenste Kontakt- und Präsentationsmöglichkeiten. Wir kommunizieren verstärkt die Benefits und Karrierechancen, die FISCHER Sports als Arbeitgeber auszeichnen.

Dabei bemühen wir uns um einen ehrlichen Dialog mit potenziellen und bestehenden Mitarbeiter:innen.

Erfolge von Athlet:innen der FISCHER Race Family, wie Medaillen bei Olympischen Spielen oder Siege bei Weltmeisterschaften, stärken die Sichtbarkeit der Brand und damit auch die Attraktivität als Arbeitgeber. Zur Imagepflege der traditionsreichen Marke spielen digitale Kanäle eine zunehmend wichtige Rolle.

Das Werk in Mukatschewo wirbt mit Radiospots und Videoclips in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie über Internet-Plattformen und soziale Netzwerke um neue Mitarbeiter:innen.

In Oberösterreich präsentiert sich FISCHER Sports nach den pandemiebedingten Einschränkungen wieder in Schulen und auf Messen als Lehrbetrieb. Zusätzlich zur Schaltung von Stelleninseraten wurden 2022 neue digitale Maßnahmen gesetzt:

• Implementation eines LinkedIn-Firmenprofils

• Storytelling zum Thema Employer Branding auf Social Media

• Videos und Fotos zum Thema „Mitarbeiter:innen hinter den Kulissen“ als Online-MarketingKampagne

• Lehrlingsvideos wurden gedreht und online gepostet

Mittels genau definierter Stellenprofile wollen wir JobInteressierten ein wahrheitsgetreues Bild vermitteln. Im Bewerbungsprozess werden Teammitglieder und Führungskräfte miteinbezogen, um einen besseren Eindruck zu gewinnen, ob die Wertvorstellungen – wie etwa Teamspirit und Hands-on-Mentalität – zueinander passen. Letztlich profitieren alle davon, wenn die Zusammenarbeit nicht nur fachlich, sondern auch zwischenmenschlich gut funktioniert.

Ausgezeichneter Arbeitgeber

Gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Statista und den Karrierenetzwerken Xing und kununu erstellt das Wirtschaftsmagazin Trend jedes Jahr ein Ranking der besten Arbeitgeber Österreichs. FISCHER Sports wurde dabei in den Jahren 2021, 2022 und 2024 als Top Arbeitgeber ausgezeichnet.

Aus über 200.000 Bewertungen für mehr als 1.000 beurteilte Firmen erreichte FISCHER Sports in der Kategorie „Fertig- und Gebrauchsgüter“ 2022 Platz 9 und 2024 Platz 6 unter den Top Arbeitgebern Österreichs, in Oberösterreich beide Male sogar Platz 1 Den größten Einfluss auf das Gesamtergebnis hat die Weiterempfehlungsbereitschaft der online befragten Arbeitnehmer:innen der jeweiligen Unternehmen.

Freiwillige Sozialleistungen

Angestellte und Arbeiter:innen am Hauptsitz in Österreich profitieren von diversen Benefits:

• Preisgestützte Mittagsmenüs in der Kantine

• FISCHER Akademie mit kostenlosen internen und externen Bildungsangeboten

• Flexible Arbeitszeitmodelle und HomeofficeMöglichkeiten

• Angebote im Bereich Gesundheit und Fitness und unter anderem die Möglichkeit, über LeaseMyBike ein Wunschrad zu leasen

• Kostenloser Verleih der neuesten FISCHER Sports Produkte

• Mitarbeiterrabatte (FISCHER Shop, Löffler Shop und weitere lokale Betriebe)

• Veranstaltungen wie gemeinsame Skitage, Langlauf-, Tennis-, EisstockBetriebsmeisterschaften und Fahrten zu Sportevents (WM, 4-Schanzen-Tournee, Eishockeyspiele etc.)

• Der Betriebsrat zahlt 50 Euro anlässlich der Geburt eines Kindes oder einer Eheschließung

• Bei langjähriger Betriebszugehörigkeit erhalten die Mitarbeiter:innen eine finanzielle Zuwendung in Form eines Jubiläumsgelds sowie eine Woche Sonderurlaub.

Lehrlinge erhalten zusätzlich einen Freifahrtschein für die öffentlichen Verkehrsmittel in Oberösterreich sowie GratisMittagessen in der Kantine. Wer sich für die Lehre mit Matura entscheidet, kann während der Kurszeiten einen Lernfreitag pro Monat in Anspruch nehmen. Lehrlingsausflüge und Treffen mit prominenten SportPersönlichkeiten runden die Lehrzeit bei FISCHER Sports ab. Den erfolgreichen Lehrabschluss honoriert das Unternehmen mit Sonderprämien und einem vom Lehrling selbst designten Paar Ski.

Den Mitarbeitenden von FISCHER Sports in Mukatschewo werden folgende Benefits geboten:

• Mahlzeiten zu vergünstigten Preisen

• Kostenloser Shuttle-Service zum und vom Werk

• Ein Gesundheits-Check pro Jahr

Die Homeoffice-Möglichkeiten wurden während der CoronaPandemie stark ausgeweitet und bleiben den Angestellten dank zunehmender Digitalisierung auch künftig erhalten.

FISCHER Sports stellt dafür Laptops zur Verfügung, hat MS Teams als zentrales Kollaborations-Tool zur gemeinsamen Dokumentenbearbeitung eingeführt und 2022 eine Homeoffice-Regelung in die Betriebsvereinbarung aufgenommen.

Onboarding

Wir legen darauf Wert, dass sich neue Kolleg:innen von Anfang an gut bei uns aufgehoben fühlen. Nach der JobZusage bleiben wir mit ihnen in Kontakt und laden sie vor dem Dienstantritt zu einem Welcome-Frühstück ein. Hier lernen sie das Team kennen und erhalten den Dienstvertrag.

Beim „Welcoming“ am ersten Arbeitstag werden sie vom Team der Personalabteilung begrüßt, über alle wichtigen Themen informiert und in ihre Abteilung begleitet. Die Führungskraft erhält eine Checkliste als Leitfaden, was vor dem Eintritt des neuen Teammitglieds und in den ersten Arbeitswochen zu erledigen ist.

Vor Ablauf des Probemonats ist ein Feedbackgespräch mit der Personalabteilung vorgesehen. Während der ersten Monate bei FISCHER Sports finden Abteilungs-Welcomings statt: Alle relevanten Abteilungen nehmen sich für die neuen Mitarbeiter:innen Zeit und vermitteln ihnen einen Einblick in ihren Bereich.

Am Standort Mukatschewo wird das Recruiting in Gang gesetzt, indem die jeweilige Abteilungsleitung konkreten Personalbedarf anmeldet. Die Personalsuche erfolgt über Internet-Plattformen, Social Media, Radio und Videowerbung in öffentlichen Verkehrsmitteln Ein erstes Vorstellungsgespräch findet in der Personalabteilung statt. Geeignete Bewerber:innen werden zu einem zweiten Gespräch mit der Abteilungsleitung eingeladen, wo sie bereits den betreffenden Arbeitsplatz kennenlernen.

Am ersten Arbeitstag wird die neu eingestellte Person in den jeweils zuständigen Abteilungen mit dem Arbeitsplan, dem Kollektivvertrag, dem Lohnsystem und den wichtigsten Schutzmaßnahmen vertraut gemacht. Ein Tutor übernimmt für die ersten zwei Wochen die Einschulung am Arbeitsplatz in der Werkshalle.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Immer mehr Menschen erwarten sich von ihrem Arbeitsplatz größtmögliche Flexibilität in Bezug auf Arbeitspensum und Zeiteinteilung.

FISCHER Sports kommt diesen Wünschen mit vielfältigen Arbeitszeitmodellen entgegen. Verschiedene Teilzeitvarianten, Gleitzeit, Eltern- und Bildungskarenz, Homeoffice oder Sabbaticals ermöglichen es den Mitarbeitenden, ihre Arbeitszeiten an ihre aktuelle Lebensphase anzupassen. So wurde etwa der Papamonat in den letzten Jahren vermehrt von österreichischen Mitarbeitern in Anspruch genommen. Wenn Mitarbeiter:innen eine Auszeit für private Vorhaben benötigen, finden wir dafür individuelle Lösungen mithilfe von Zeitausgleich, Teilzeit- oder Karenzvereinbarungen.

Wir halten Kontakt mit Mitarbeiter:innen in Karenz und laden sie weiterhin zu Abteilungs- und Firmenveranstaltungen ein. Wenn karenzierte Mitarbeiter:innen bei uns einige Stunden tätig sein wollen, unterstützen wir das gerne. Als geringfügig Beschäftigte behalten sie den Anspruch auf das volle Kinderbetreuungsgeld. Sie bleiben während der Karenzzeit beruflich auf dem Laufenden und ins Team eingebunden, was den Wiedereinstieg erleichtert.

In Österreich ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, eine Karenz von 2 Jahren nach Geburt eines Kindes zu gewähren. Indem wir Müttern und Vätern die Rückkehr an ihren Arbeitsplatz auch nach 3 Jahren zusichern, kommen wir dem Wunsch vieler Eltern entgegen, eine längere Kinderbetreuungszeit zu nutzen

Die meisten Mitarbeiter:innen nehmen nach Ablauf der Elternkarenz ihre Tätigkeit bei FISCHER Sports in Ried wieder auf. Gemeinsam mit den Vorgesetzten und der Personalleitung werden auf Wunsch Arbeitszeitmodelle vereinbart, die eine Kombination von Erwerbs- und Familienarbeit ermöglichen.

Auch Jahre nach der Familiengründung bemühen wir uns, flexibel auf die sich ändernden Bedürfnisse der Eltern einzugehen. Die Verbleibrate im Unternehmen ein Jahr nach Rückkehr aus der Karenz lag über beide Produktionsstandorte hinweg bei 100 %.

Auch in allen anderen Ländern, in denen Mitarbeiter:innen von FISCHER Sports tätig sind, besteht ein gesetzlich festgelegtes Anrecht auf Elternkarenz. In Österreich machen immer häufiger auch Männer davon Gebrauch und gehen in Karenz. In Mukatschewo waren im Berichtszeitraum ausschließlich Frauen in Karenz. Väterkarenz und Teilzeitarbeit sind zwar auch nach der ukrainischen Gesetzeslage möglich, jedoch noch keine gängige Praxis.

Die nachfolgende Tabelle enthält konsolidierte Daten der beiden Produktionsstandorte. Für die Mitarbeiter:innen in anderen Ländern werden diese Daten noch nicht erhoben.

Ziele

• Mitarbeiter:innen-Zufriedenheit und -Bindung erhöhen

• Employer Branding stärken und Sichtbarkeit erhöhen

• Reduzierte Fluktuation: Arbeiter < 9%, Angestellte < 7%

Maßnahmen

• Stärkung der Feedbackkultur durch regelmäßige Mitarbeiter:innen-Befragungen

• Kontinuierliche Verbesserung der Kommunikation zwischen der Geschäftsführung, den Führungskräften und den Mitarbeiter:innen, um ein transparentes und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen.

• Stärkung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben z.B. durch Ausbau der HomeOffice Möglichkeiten.

• Ausweitung der Social Media Präsenz auf Instagram, Facebook und LinkedIn

• Neugestaltung der Karriereseite inkl. klarer Abbildung der Unternehmenswerte, um potenziellen Mitarbeiter:innen einen transparenten Einblick in die Unternehmenskultur zu bieten

• Stärkung der Position als Top-Arbeitgeber

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Relevanz und Auswirkungen

Die Bedingungen am Arbeitsplatz tragen maßgeblich zur Gesundheit der Mitarbeiter:innen bei. Das Risiko für Arbeitsunfälle und Erkrankungen zu vermeiden, liegt im Interesse aller – des Betriebs, der Beschäftigten und der Allgemeinheit –, da wirksame Präventionsmaßnahmen die Produktivität erhöhen, die Gesundheit erhalten und die Gesundheitskosten senken.

Eine verantwortungsvolle Unternehmensführung geht über die Einhaltung sämtlicher gesetzlicher Vorschriften zu Unfallverhütung, Gesundheitsschutz, Ergonomie und medizinischer Versorgung hinaus, indem sie auf vielfältige Weise eine gesunde Lebensführung unterstützt. Dabei rücken zunehmend die psychische Gesundheit und körperliche Fitness der Belegschaft in den Fokus der betrieblichen Gesundheitsförderung.

Arbeitssicherheitsmanagement zur Minimierung von Gefährdungen

Als Arbeitgeber ist FISCHER Sports laut Arbeitnehmerschutzgesetz verpflichtet, potenzielle Gefahren im Betrieb zu ermitteln und wirksame Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit und Gesundheit zu ergreifen.

Mögliche Gefährdungen bestehen etwa hinsichtlich Lärm, Staub, Dämpfen, Raumklima, mechanischen, elektrischen und chemischen Gefahren, Infektionskrankheiten, Ergonomie sowie übermäßigen körperlichen oder psychischen Belastungen.

Um daraus resultierende Verletzungs- und Gesundheitsrisiken zu minimieren, hat FISCHER Sports ein

Arbeitssicherheitsmanagement etabliert, das insbesondere die Mitarbeiter:innen in der Produktion, aber auch die in anderen Bereichen des Unternehmens tätigen Angestellten vor Gefahren schützt. Das Arbeitssicherheitsmanagement basiert auf den jeweils gültigen gesetzlichen Vorgaben in den Standortländern.

Es wird regelmäßig von den zuständigen, fachlich qualifizierten Mitarbeiter:innen hinsichtlich seiner Wirksamkeit überprüft. Die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben wird anlassbezogen und stichprobenartig von Behörden kontrolliert.

Organisation der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes

Wir haben bei FISCHER Sports zwar kein standardisiertes Managementsystem installiert, das extern überprüft und zertifiziert wird, jedoch nehmen wir die Verantwortung für einen umfassenden Schutz der Belegschaft konsequent wahr.

Am Standort Mukatschewo wurden für jede Produktions- und Verwaltungsabteilung Verantwortliche für die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz ernannt. Damit ist gewährleistet, dass in allen Struktureinheiten und zu allen Zeiten im Schichtbetrieb eine Führungskraft für den Arbeitsschutz zuständig ist. Alle fünf Jahre erfolgt eine Evaluierung der Arbeitsplätze, die letzte fand im September 2023 statt.

Am Standort Ried hat unsere Sicherheitsfachkraft (SFK) gemeinsam mit der Geschäftsleitung auf Basis behördlicher Vorgaben und hoher interner Maßstäbe ein effektives Maßnahmenbündel entwickelt.

Die Umsetzung und kontinuierliche Verbesserung des Arbeitssicherheitsmanagements erfolgt gemeinsam mit dem zuständigen Arbeitsmediziner (AM) und den Sicherheitsvertrauenspersonen (SVP) im Betrieb. SFK, AM und SVP qualifizieren sich mit gesetzlich vorgeschriebenen Ausbildungen für die jeweiligen Aufgaben.

Die Sicherheitsfachkraft und der Arbeitsmediziner evaluieren, welche Gesundheitsgefährdung von Arbeitsverfahren, Arbeitsmitteln, Arbeitsstoffen und Arbeitsplätzen im Betrieb ausgehen kann. Mit ihrer Expertise sind sie in die Planung von Arbeitsplätzen und die Implementierung neuer Prozesse und Maschinen eingebunden. Zudem sind sie an der Auswahl der persönlichen Schutzausrüstung maßgeblich beteiligt. Sie wirken bei der Umsetzung von Rettungsplänen und beim betrieblichen Brandschutz mit.

Für jede Maschine und jeden Arbeitsplatz ist ein detailliertes Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument, das die Arbeitsabläufe und das Präventionskonzept beschreibt, im Intranet einsehbar. Alle Arbeitnehmer:innen sind verpflichtet, die vorgegebenen Schutzmaßnahmen zu befolgen.

Arbeitssicherheitsausschuss

Zweimal jährlich tagt der Arbeitssicherheitsausschuss, bestehend aus Geschäftsleitung, Sicherheitsfachkraft, Technischem Leiter, zwei Produktionsleitern (Alpin und Nordisch), zehn Sicherheitsvertrauenspersonen, Arbeitsmediziner und Betriebsratsvertreter.

Sicherheitsrelevante Vorkommnisse werden analysiert und Verbesserungsmaßnahmen, etwa zur Unfallverhütung, diskutiert und gegebenenfalls beschlossen.

Arbeitssicherheit für NichtMitarbeiter:innen

Die Vorgaben zu Arbeitssicherheit, Brandschutz usw. gelten für alle Mitarbeitenden, einschließlich Arbeitskräften von Leasing- und Fremdfirmen, die im Unternehmen tätig sind Leasing-Mitarbeiter:innen erhalten dieselben Sicherheitsschulungen wie die Stammbelegschaft.

Externe Unternehmen und ihre Mitarbeitenden, die beispielsweise Bau-, Montage- oder Wartungsarbeiten an Standorten von FISCHER Sports verrichten, erhalten detaillierte Sicherheitsvorschriften für ihren Aufenthalt am Firmengelände. Diese schriftliche FremdfirmenUnterweisung ist Teil des Auftrags und für alle Beteiligten einsehbar.

Als Ansprechperson für externe Professionisten und Hilfskräfte und zur Vermeidung von gegenseitigen Gefährdungen setzt FISCHER Sports jeweils einen weisungsbefugten Koordinator ein. In diesen Fällen hat FISCHER Sports die Kontrolle über den Arbeitsort, während das entsendende Unternehmen für die Arbeitsabläufe verantwortlich ist.

Identifizierung und Bewertung möglicher Gefahren

FISCHER Sports nutzt die Arbeitsplatzevaluierung als Instrument, um Gefahren im Betrieb zu erkennen und Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeitenden zu ergreifen.

Die Arbeitsplatzevaluierung folgt zwei verschiedenen Ansätzen:

System 1 – anlagenbezogen: Das Gefahrenpotenzial von Anlagen, einzelnen Maschinen oder Arbeitsplätzen wird unter die Lupe genommen. Diese Evaluierung ist auf gleichartige Maschinen oder Arbeitsplätze anzuwenden.

System 2 – tätigkeitsbezogen: Je nach Berufsbild oder Aufgabenbereich (z. B. Instandhaltung, Büro, Portier, Kommissionierung, Materialmagazin) werden mögliche Gefahren bei der Ausübung der Tätigkeit erhoben und Sicherheitsmaßnahmen definiert.

Im Rahmen der systematischen Evaluierung wird das Gefahrenprofil hinsichtlich folgender Faktoren bewertet:

• Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung oder Gesundheitsbeeinträchtigung?

• Wie schwer könnte diese ausfallen?

• Wie lange halten sich Personen im Gefahrenbereich auf?

• Können sie Gefahren erkennen und ihnen ausweichen?

Nach diesen Kriterien werden die Gefahren auf einer Skala von 0 bis 8 eingestuft. 0 bedeutet keine Gefahr, 1–4 weist auf Gefahren hin, deren Prävention geeignete Maßnahmen erfordert, und 5–8 bedeutet, es besteht eine akute Gefährdung. In letzterem Fall muss die Arbeit im betreffenden Bereich eingestellt werden, bis die Gefahr beseitigt wurde. Damit wird sichergestellt, dass keine Mitarbeiter:innen einem vermeidbaren Unfall- oder Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.

Unabhängig vom Ergebnis der Arbeitsplatzevaluierung können sich die einzelnen Beschäftigten jederzeit vertrauensvoll an die Sicherheitsvertrauensperson oder die

Sicherheitsfachkraft wenden, wenn sie im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit eine Gefährdung befürchten.

Dazu kommen monatliche Begehungen durch die Sicherheitsfachkraft, sodass einmal jährlich jeder Bereich der Betriebsstätte hinsichtlich Sicherheit und Gesundheitsschutz begutachtet und dokumentiert wird.

Einbeziehung der Mitarbeiter:innen

In jeder größeren Abteilung gibt es eine Sicherheitsvertrauensperson (SVP). Mit 10 SVP sind bei FISCHER Sports mehr Fachkräfte entsprechend qualifiziert als gesetzlich vorgeschrieben. Jede SVP ist direkt am Arbeitsplatz die erste Anlaufstelle für die Mitarbeitenden und berät diese in Sachen Arbeitnehmerschutz. Die Sicherheitsvertrauenspersonen sind in den Arbeitssicherheitsausschuss eingebunden und können Vorschläge aus ihren Abteilungen einbringen. Die Sicherheitsfachkraft begeht quartalsweise mit den zuständigen SVP jeden Produktionsbereich, hält die Ergebnisse schriftlich fest und leitet bei Bedarf neue Maßnahmen in die Wege.

Die Sicherheitsfachkraft und der Facility Manager sind darüber hinaus ständig im Betrieb unterwegs und für Fragen und Anliegen der einzelnen Mitarbeitenden und Sicherheitsvertrauenspersonen erreichbar. Sobald eine Gefahr erkannt wird oder ein sicherheitsrelevanter Vorfall auftritt, sind die Mitarbeiter:innen zu einer umgehenden Meldung an SVP, SFK oder Vorgesetzte verpflichtet. Vorschläge zur Verbesserung der Arbeitssicherheit können außerdem im Rahmen des Ideenmanagements (IDM) eingereicht werden.

Schulung zur Arbeitssicherheit und Erste Hilfe

Alle neu eingestellten Mitarbeiter:innen absolvieren eine Grundschulung, um sich mit Brandschutz, Fluchtwegen, Schutzausrüstung und weiteren wichtigen ArbeitsschutzThemen bei FISCHER Sports vertraut zu machen.

Neben gesetzlich vorgeschriebenen Unterweisungen zum Umgang mit bestimmten Arbeitsmitteln halten wir Schulungen ab, die für die Aufrechterhaltung des Betriebs oder die sichere Bedienung von Maschinen grundlegend sind. Darüber hinaus werden alle Mitarbeitenden in ihrem spezifischen Aufgabengebiet umfassend eingeschult und immer wieder auf den neuesten Stand gebracht, was etwa

Sicherheitsstandards, technische Änderungen oder ergonomische Arbeitsabläufe betrifft.

Nahezu jedes Jahr wird am Firmensitz in Ried ein 16stündiger Erste-Hilfe-Kurs durch das Rote Kreuz abgehalten. Damit wird gewährleistet, dass mindestens 10 % der Produktionsbelegschaft und 20 % der Büroangestellten als Ersthelfer:innen registriert sind und auch im Schichtbetrieb jederzeit Erste Hilfe geleistet werden kann.

Arbeitsunfälle

Die Mitarbeitenden sind mittels Schulungen darauf vorbereitet, im Fall eines Arbeitsunfalls richtig zu reagieren: Maschine abstellen, Arbeitsplatz bzw. Gefahrenbereich sichern, Erste Hilfe leisten, gegebenenfalls Rettung alarmieren und SVP oder SFK benachrichtigen

Jeder Unfall wird intern dokumentiert und in Österreich an die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) gemeldet. Der betreffende Arbeitsplatz oder Prozess wird neu evaluiert, um mittels verbesserter Schutzmaßnahmen künftig Verletzungen zu vermeiden.

Bei den dokumentierbaren Arbeitsverletzungen handelt es sich überwiegend um Schnittverletzungen an den Fingern und der Hand sowie um Prellungen der oberen Gliedmaßen. Um das Risiko derartiger Verletzungen zu minimieren, sollen nach Möglichkeit Scheren oder Sicherheitsmesser zum Einsatz kommen. Zur Vermeidung von Prellungen werden die Bewegungsabläufe am Arbeitsplatz evaluiert, um potenzielle Gefahrenquellen und riskante Handgriffe zu entschärfen.

Derzeit werden die arbeitsbedingten Verletzungen noch nicht unternehmensweit einheitlich erfasst. Die nachfolgende Tabelle umfasst daher nur Daten aus Österreich exkl. Leiharbeitskräfte. FISCHER Sports ist nicht verpflichtet, die Unfalldaten von Leiharbeitskräften zu erheben, macht das aber freiwillig und so detailliert wie möglich.

Was die Vollständigkeit von Informationen zu Ausfallzeiten betrifft, ist FISCHER Sports auf die Auskunft der jeweils verantwortlichen Leasingfirma angewiesen. Im Berichtszeitraum wurden insgesamt 5 arbeitsbedingte Verletzungen von Leiharbeitskräften dokumentiert.

Arbeitsmedizinischer Dienst

Der Arbeitsmediziner ist ein wichtiges Mitglied in unterschiedlichen Gremien zum Thema Arbeitnehmerschutz bei FISCHER Sports Österreich. Zu seinen gesetzlich festgelegten Aufgaben zählen Evaluierungen – beispielsweise von Arbeitsstoffen, Lärm, Mutterschutz, Ergonomie –, Untersuchungen als Grundlage für die Grenzwerteverordnung, Anamnesegespräche, Kontrolle von Behandlungsfortschritten, Impfungen usw.

Der Arbeitsmediziner versieht seinen Dienst zwei Mal wöchentlich in unserer Zentrale in Ried und fungiert als Anlaufstelle bei arbeitsbedingten Erkrankungen, psychischer Belastung oder medizinischen Problemstellungen.

Im Werk in Mukatschewo steht der Belegschaft ein Behandlungszimmer mit zwei Krankenpflegerinnen im Wechseldienst – und damit durchgehend in jeder Schicht –in gesundheitlichen Belangen zur Verfügung. Einmal wöchentlich ist zusätzlich ein Arzt anwesend, an den sich die Mitarbeitenden mit medizinischen Anliegen wenden können.

Gesundheitsförderung im Betrieb

Um gesunde Ernährung und Bewegung in der Belegschaft zu fördern, finden immer wieder Kochkurse und sportliche Aktivitäten wie Lauftreffs oder Yoga statt. Diese Angebote können alle Interessierten kostenlos in ihrer Freizeit nutzen.

Mitarbeiter:innen profitieren auch von vergünstigten Mitgliedsbeiträgen im Fitnessstudio und Eintrittsvergünstigungen im regionalen Freizeitbad.

Über mehrere Wochen im Frühling steht in der Kantine täglich ein vitales Mittagsgericht zum unternehmensgestützten Sonderpreis von 1 Euro zur Auswahl.

Für körperlichen Ausgleich zu den Produktions- und Bürotätigkeiten wurden Übungsprogramme erarbeitet, die sich gut in den Arbeitsalltag integrieren lassen. Entsprechende Poster in den Räumlichkeiten und

Abteilungsverantwortliche regen die Teams seither zu täglichen kurzen Bewegungseinheiten an.

Psychische Gesundheit

Seit 2013 evaluiert unser Arbeitsmediziner die Arbeitsplätze in der Zentrale von FISCHER Sports mittels Befragungen auf mögliche psychische Belastungen und schlägt bei Bedarf individuelle Maßnahmen vor.

Führungskräfte wurden dafür geschult und Mitarbeiter:innen in Workshops dafür sensibilisiert, auch bei Kolleg:innen Anzeichen von Überlastung wahrzunehmen und Unterstützung anzubieten.

FISCHER Sports ist Mitglied im Personalnetzwerk Innviertel und zahlt jährlich pro Mitarbeiter:in einen freiwilligen Beitrag an die Österreichische Gesundheitskasse. Dadurch haben unsere Mitarbeiter:innen die Möglichkeit, rasch und anonym einen Therapieplatz zu erhalten, wenn psychische Probleme auftreten.

Ziele

• Förderung der physischen und mentalen Gesundheit zur Sicherstellung eines attraktiven Arbeitsumfeldes

• Erfüllung aller gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf Arbeitssicherheit

• Reduktion der Anzahl von Arbeitsunfällen und Ausfallsstunden

Maßnahmen

• Re-Evaluierung der psychischen Belastung auf den Arbeitsplätzen

• Kontinuierlicher Ausbau des Bewusstseins für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

• Maßnahmen und Angebote zur Gesundheitsförderung und kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitsplatzbedingungen realisieren.

• Kein Einsatz von gesundheitsschädigenden Chemikalien/Stoffen/Materialien in den Arbeitsprozessen

Aus- und

Weiterbildung

Relevanz und Auswirkungen

Die Arbeitswelt ändert sich rasant, besonders im Hinblick auf technische Neuerungen und gesellschaftliche Umbrüche. Lebenslanges Lernen ist für das individuelle berufliche Fortkommen ebenso unverzichtbar wie für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe. Je mehr ein Unternehmen auf Qualität, Hightech und Innovation setzt, desto entscheidender ist das spezialisierte Know-how der Arbeiter:innen und Angestellten.

Die duale Berufsausbildung in Österreich spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Unternehmen gewinnt durch die Lehrlingsausbildung den dringend benötigten Fachkräftenachwuchs, spezifisch qualifiziert und bereits ins Team integriert. Für die jungen Menschen stellt der Lehrabschluss eine solide Basis für ihre Berufslaufbahn dar. Die erworbenen fachlichen und persönlichen Kompetenzen können sie im Ausbildungsbetrieb weiterentwickeln oder für anderweitige Karriereschritte nutzen.

Angesichts des herrschenden Arbeitskräftemangels sind Unternehmen gefordert, mehrere Hebel in Bewegung zu setzen – von der Berufsausbildung der Jugendlichen über die Ein- und Umschulung interessierter Quereinsteiger:innen und die Förderung von Talenten im Unternehmen bis zum Erhalt des Erfahrungsschatzes langjähriger Mitarbeiter:innen. Qualitätsvolle Bildungsangebote nutzen mehreren Stakeholdern – den einzelnen Mitarbeiter:innen, dem Unternehmen, der Kundschaft, aber auch dem regionalen Arbeitsmarkt.

Lehrlingsausbildung bei FISCHER Sports

Die Lehrlingsausbildung in Österreich verbindet Allgemeinbildung, Fachtheorie und Fachpraxis mit praktischer Vertiefung durch Anwendung des Erlernten im betrieblichen Umfeld. Die Ausbildung erfolgt zu etwa 80 % der Ausbildungszeit im Lehrbetrieb und zu 20 % in der Berufsschule.

Seit 1974 hat FISCHER Sports in Ried rund 280 technische und 50 kaufmännische Lehrlinge ausgebildet. 38 Jugendliche haben seit der Einführung 2008 die Lehre mit Matura absolviert. Von den ehemaligen Lehrlingen sind heute noch ca. 90 bei FISCHER Sports beschäftigt, davon einige in leitenden Positionen.

In ihrer drei- bis vierjährigen Lehrzeit erhalten die jungen Menschen eine fundierte Grundausbildung im stabilen Umfeld eines werteorientierten Familienbetriebs.

Per Ende des Geschäftsjahrs 2023/24 waren 12 Lehrlinge in Ausbildung. Im Berichtszeitraum wurden folgende Lehrberufe angeboten:

• Prozesstechnik

• Skibautechnik

• Metalltechnik

• Elektrobetriebstechnik

• Applikationsentwicklung - Coding

• IT–Systemtechnik

• Bürokaufmann/-frau

• Finanz- & Rechnungswesen-Assistenz

Als so genannter „vorbildlicher Lehrbetrieb“ darf FISCHER seit 2013 das WKO-Gütesiegel INEO führen, das für Innovation, Nachhaltigkeit, Engagement und Orientierung in der Lehrlingsausbildung steht. Nach der Rezertifizierung 2019 und 2022 wurde FISCHER Sports die Auszeichnung jeweils für weitere drei Jahre zuerkannt.

Mit einer professionellen, vielseitigen Berufsausbildung stellen wir sicher, dass unseren Lehrlingen viele Türen innerhalb des Unternehmens offenstehen. Alle Auszubildenden werden frühzeitig ins Tagesgeschäft integriert, um theoretisches Wissen in der Praxis anzuwenden und von der Zusammenarbeit mit erfahrenen Mitarbeiter:innen zu profitieren. Speziell dafür qualifizierte Lehrlingsbeauftragte stehen den Jugendlichen als Bezugspersonen zur Seite.

Zusammen mit dem Schwesterunternehmen Löffler GmbH betreibt FISCHER Sports die „FISCHER-LöfflerLehrlingsakademie“ mit fachspezifischen und persönlichkeitsbildenden Modulen. In den Workshops werden Soft Skills wie Kommunikationsfähigkeit, Selbstreflexion, Teambildung oder Präsentationstechnik gefördert. Auch technische Spezialkurse und Themen wie gesunde Ernährung und Bewegung stehen auf dem Programm. Ein weiteres Plus in der Lehrlingsausbildung im technischen Bereich ist die eigene Lehrwerkstätte.

Nach dem Lehrabschluss übernimmt FISCHER Sports die jungen Fachkräfte grundsätzlich gerne in ein reguläres Arbeitsverhältnis.

Unsere ehemaligen Lehrlinge und jungen Fachkräfte haben die Gelegenheit, an einem Talente-Programm teilzunehmen. Die dabei erworbenen Fähigkeiten und Erkenntnisse dienen gleichermaßen ihrer beruflichen Karriere und ihrer persönlichen Entwicklung.

Die Förderung unserer jungen Fachkräfte ist eine Investition, die zur langfristigen Stärkung unseres Unternehmens beiträgt und gleichzeitig die individuelle Entwicklung der Teilnehmer:innen unterstützt. Durch ein umfangreiches Angebot an Seminaren, Mentoring und Austauschmöglichkeiten leisten wir einen wesentlichen Beitrag zu ihrer beruflichen und privaten Perspektive.

In der Ukraine existiert kein duales System der Berufsausbildung wie in Österreich, und auch in den anderen Ländern, in denen Mitarbeiter:innen von FISCHER Sports tätig sind, bilden wir keine Lehrlinge aus.

Fundierte Einschulung

Um das Qualitätsversprechen gegenüber unserer Kundschaft zu erfüllen und den langfristigen Erfolg von FISCHER Sports zu sichern, bauen wir auf bestens ausgebildete, motivierte Mitarbeiter:innen. Wer neu beginnt oder den Tätigkeitsbereich wechselt, erhält eine umfassende Einschulung, um reibungslose Abläufe und gleichbleibend hohe Qualitätsstandards sicherzustellen.

Im Rahmen des Onboarding-Prozesses heißen bestehende Mitarbeitende die neuen Kolleg:innen willkommen und weisen sie in ihre Abteilungen ein. So werden neue Teammitglieder mit dem Unternehmen vertraut gemacht und erhalten auch Wissen zu Themen wie Arbeitsplatzkultur, Unternehmensrichtlinien, Vergünstigungen und Vorteile für Mitarbeiter:innen.

Im Werk in der Ukraine absolvieren Neueinsteiger:innen eine bezahlte zweiwöchige Einarbeitungszeit bei den Mentor:innen direkt in der Werkstatt. Das Einschulungsprogramm beinhaltet je nach Aufgabenbereich eine Einführung in die technologischen Prozesse, ausgewählte IT-Systeme, die Erstellung von Dokumentationen und die Qualitätskontrolle.

Weiterbildung der Mitarbeitenden

Wir fördern die fachliche Qualifikation und persönliche Weiterentwicklung unserer Belegschaft, denn ihre Veränderungs- und Lernbereitschaft sichert die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und letztendlich die Arbeitsplätze. Insbesondere in technischen oder rechtlichen Aufgabenbereichen gilt es immer auf dem aktuellen Stand zu sein.

Die intern angebotenen Aus- und Weiterbildungsangebote stehen allen Mitarbeiter:innen kostenlos zur Verfügung. Die individuellen Bildungsmaßnahmen werden gemeinsam mit der Führungskraft im Zuge des Mitarbeitergesprächs geplant.

Schwerpunkte des Weiterbildungsangebots der letzten Jahre lagen auf Führungskräfteentwicklung, Projektmanagement,

Digitalisierung, Kommunikations- und PräsentationsWorkshops sowie Sprachtrainings.

Die regelmäßige Führungskräfteweiterbildung und Teamleiterentwicklung kommt indirekt auch deren Mitarbeiter:innen zugute. Kernthemen der externen Seminare sind Management, Führung, Werte und Kommunikation.

Weiters wurden die Mitarbeiter:innen für die Nutzung von MS Teams, das als unternehmensweite Kommunikationsund Organisationsplattform bei FISCHER Sports eingeführt wurde, geschult. Zu aktuellen Schulungsthemen werden intern kurze Lernvideos aufbereitet und via MS Teams den Mitarbeiter:innen zur Verfügung gestellt. Das videobasierte Lernen ist sowohl für das Unternehmen als auch für die einzelnen Mitarbeiter:innen eine nützliche Weiterbildungsmöglichkeit, da auf die Lernvideos jederzeit und überall flexibel zugegriffen werden kann.

Englisch- und Italienisch-Kurse dienen der internationalen Zusammenarbeit, Deutschkurse sollen Sprachbarrieren bei Mitarbeiter:innen mit Migrationshintergrund beseitigen. Alle Kurse werden mit einem Zertifikat abgeschlossen.

Um das Verständnis für eine Kultur der ständigen Verbesserung zu stärken, besuchen alle Mitarbeiter:innen eine Basisschulung zu Kaizen (S. 19) Zusätzlich werden themenspezifische Schulungen wie z. B. 5S (Sauberkeit am Arbeitsplatz), Wertstrom oder TPM (Total Productive Maintenance) angeboten.

Mitarbeitergespräche

Die strukturierten Gespräche, die alle Mitarbeiter:innen mit ihren Vorgesetzten führen, sind tragende Säulen der Personalentwicklung. Angestellte treffen sich zweimal pro Jahr mit ihrer Führungskraft zu einem konstruktiven Dialog abseits des Tagesgeschäfts. Im Frühjahresgespräch werden die bisherigen Leistungen bewertet und neue Ziele vereinbart, im Herbstgespräch liegt der Schwerpunkt auf der persönlichen Entwicklung und konkreten Weiterbildungsplänen.

Für Arbeiter:innen finden im Februar oder März die Mitarbeiterbewertungsgespräche statt, bei denen auch die Leistungspunkte ermittelt werden Bei den VertriebsMitarbeiter:innen mit variablem Gehalt ist die detaillierte Ergebnisbewertung der Zielvereinbarung Teil der Gespräche.

Bei allen Mitarbeitergesprächen legt FISCHER Sports Wert auf gegenseitiges Feedback. Der regelmäßige Austausch dient der Transparenz und fördert ein vertrauensvolles Arbeitsklima.

Lebenslanges

Lernen

und dauerhafte Beschäftigung

Es ist uns ein Anliegen, erfahrene Mitarbeiter:innen möglichst bis zum Pensionsantritt im Unternehmen zu halten. Sollte jemand aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sein, die gewohnte Tätigkeit auszuführen, bemüht sich FISCHER Sports, individuelle Lösungen zu finden. Das kann ein neuer Aufgabenbereich, ein alternativer oder adaptierter Arbeitsplatz, ein Weiterbildungsangebot oder ein Teilzeitmodell sein.

Das im Unternehmen gesammelte spezifische Wissen ist wertvolles Kapital und verschafft uns einen Vorsprung für zukünftige Entwicklungen.

Für den Unternehmenserfolg ist es entscheidend, dass langjährige Mitarbeiter:innen ihr Know-how mit den Kolleg:innen teilen und für die nächste Generation sichern. Daher forcieren wir in unseren Teams die Zusammenarbeit von Alt und Jung und planen besonders für Schlüsselpositionen frühzeitig die Nachfolge.

Ziele

• Systematische Aus- und Weiterbildung, um den Herausforderungen des Arbeitskräftemangels zu begegnen sowie unsere Mitarbeiter:innen für die betrieblichen Anforderungen zu qualifizieren.

Maßnahmen

• Ausbau und Standardisierung des internen Weiterbildungsangebotes

• Jährliche Ausbildung von technischen und kaufmännischen Lehrlingen

• Forcierung der Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Organisationen (z.B. Praktikumsplätze, Projektzusammenarbeit) zur Sicherstellung von Know-how und Innovationskraft.

• Förderung und Standardisierung des internen Wissensaustausches

Vielfalt und Chancengleichheit

Relevanz und Auswirkungen

Ein bewusster, positiver Umgang mit Diversität bedeutet aufrichtige Wertschätzung und Offenheit für individuelle Unterschiede, aber auch das aktive Nutzen von Vielfalt als wirtschaftlichem Erfolgsfaktor.

Vielfältig zusammengesetzte Teams können flexibler auf Herausforderungen reagieren, innovativer agieren und verschiedene Märkte besser erschließen. Unternehmen, die Vielfalt in der Belegschaft fördern und Chancengleichheit sicherstellen, zeigen daher Verantwortung auf persönlicher, betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene.

Es ist nicht nur eine Frage der sozialen Haltung, sondern auch ein Wettbewerbsvorteil angesichts der angespannten Arbeitsmarktsituation, bisher unterrepräsentierte oder benachteiligte Personengruppen beim Recruiting zu adressieren, ins Team zu integrieren und intern zu fördern. Diskriminierungen, etwa aufgrund von Geschlecht, Alter, Religion, Nationalität, sexueller Orientierung oder einer Behinderung, schaden neben den betroffenen Menschen auch dem Unternehmen.

Klare Haltung zu Diversität und Inklusion

Bei FISCHER Sports arbeiten Frauen und Männer verschiedener Altersgruppen, Menschen mit Behinderungen, mit unterschiedlichen Muttersprachen, kulturellen Hintergründen und Lebensstilen. Unabhängig von ihrem Alter, ihrem Geschlecht, ihrem Familienstand, ihrer Herkunft, einer etwaigen körperlichen Beeinträchtigung oder sonstigen Diversitätsmerkmalen haben alle dieselben Einstiegs- und Aufstiegschancen, sofern sie fachlich und persönlich entsprechend qualifiziert sind.

Wir sind überzeugt, dass eine vielfältige Belegschaft ebenso vielfältige Lösungsansätze für unsere täglichen Aufgabenstellungen parat hat. Eine breite Palette an Perspektiven und Ideen steigert die Kreativität in unseren Teams.

Belegschaftsstruktur nach

Geschlecht und Alter

Der Blick auf die Zusammensetzung der Belegschaft zeigt, dass diese an beiden Produktionsstandorten zu etwa drei Viertel aus Männern besteht. In Führungspositionen ist der Männeranteil mit 81,2 % noch etwas höher. Der Anteil weiblicher Führungskräfte ist zuletzt um ein Prozent gesunken. Die Gründe für die ungleiche Geschlechterverteilung sind vielschichtig, und nicht alle Faktoren, die dazu beitragen, können wir als Unternehmen beeinflussen. Dennoch wollen wir den Frauenanteil generell und insbesondere in Führungspositionen erhöhen.

Frauenförderung

Leitungsfunktionen sind derzeit überwiegend durch Männer besetzt. Mögliche Gründe dafür sind, dass in Österreich mehr Burschen als Mädchen die von uns angebotenen Lehrberufe ergreifen

Durch die gestiegene Frauenquote beim Fachkräftenachwuchs werden künftig auch mehr Mitarbeiterinnen bei FISCHER Sports Führungsverantwortung übernehmen. Wir achten darauf, dass Frauen im Unternehmen dieselben Chancen wie Männer bekommen und ermutigen sie auch persönlich, Karrierechancen zu ergreifen.

Wir sind bestrebt, Frauen für leitende Funktionen zu gewinnen und die bestehenden weiblichen Führungskräfte bestmöglich dabei zu unterstützen, ihr Potenzial bei FISCHER Sports zu entfalten.

Altersstruktur und Wissenstransfer

Der demografische Wandel wird zunehmend in der Arbeitswelt spürbar. In der Ukraine leidet der Arbeitsmarkt nicht erst seit Kriegsbeginn unter einer niedrigen Geburtenrate und der Abwanderung junger Menschen ins Ausland. Nun wirken sich die Fluchtbewegungen und die Mobilisierung der Männer im Erwerbsalter – neben all den menschlichen Tragödien – auch auf die Verfügbarkeit von Mitarbeiter:innen aus.

Bei FISCHER Sports in Österreich stehen derzeit mehrere langjährige Mitarbeitende kurz vor dem Pensionsantritt. Ihre Positionen gilt es mit geeigneten Personen nachzubesetzen und dabei den Wissenstransfer sicherzustellen. Auch aus diesem Grund setzen wir auf gemischte Teams, in denen ältere und jüngere Kolleg:innen zusammenarbeiten, sich gegenseitig mit ihren Stärken ergänzen und voneinander lernen.

Wir haben die firmeninterne Demografie stets im Blick, um frühzeitig bei der gezielten Personalentwicklung und -rekrutierung anzusetzen.

Mitarbeiter:innen unterschiedlicher Herkunft

Allein am Standort in Ried beschäftigen wir Mitarbeiter:innen aus 13 Nationen. 37 Arbeiter:innen und 18 Angestellte haben keine österreichische Staatsbürgerschaft, das sind rund 12 Prozent der Belegschaft in Ried. Eine Vielfalt von kulturellen und sozialen Hintergründen kann die Teams bereichern, aber auch Spannungen und Konflikte hervorrufen. Um Sprachbarrieren zu vermindern, bietet FISCHER Sports in Österreich Deutschkurse für Mitarbeiter:innen mit anderer Muttersprache an.

Gemeinsame Unternehmungen stärken den Zusammenhalt in der Belegschaft. Kolleg:innen, die neu im Team oder zugezogen sind, werden besonders zur Teilnahme ermutigt, denn das nähere Kennenlernen außerhalb des Arbeitsalltags fördert das gegenseitige Verständnis und verbessert das Betriebsklima.

Inklusion von Menschen mit Behinderung

Wir legen Wert auf die berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Zahlreiche Kolleg:innen mit unterschiedlichen körperlichen, Sinnes- oder Sprachbehinderungen bzw. chronischen Erkrankungen sind oder waren bereits bei FISCHER Sports angestellt.

Die gesetzliche Verpflichtung, pro 25 Beschäftigte eine sogenannte begünstigte behinderte Person einzustellen, haben wir in Österreich mehr als erfüllt, daher wurde im Berichtszeitraum auch keine Ausgleichstaxe fällig.

Die meisten Bereiche am Standort Ried, insbesondere Büros, Toiletten und Kantine, sind barrierefrei zugänglich. Bei Bedarf bemühen wir uns, Arbeitsplätze oder Prozesse an besondere Bedürfnisse anzupassen.

Ziele

• Förderung einer inklusiven, offenen und internationalen Unternehmenskultur und Vermeidung jeglicher Diskriminierung

• Erhöhung des Frauenanteils auf allen Ebenen im Konzern

Maßnahmen

• Aktives Diversity-Management z.B. durch Teambuilding-Maßnahmen, Coachings, Verbesserung der Barrierefreiheit

• Weiterentwicklung des internen Code of Conduct zur Stärkung der Unternehmenskultur und Gewährung der Compliance.

• Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für den Erfolgsfaktor Diversität.

• Unterstützung bei Karenzrückkehrerinnen/Mütter mit individuellen Zeitmodellen und Chancen auf Führungsverantwortung.

• Unterstützung von Initiativen wie z.B. Girls Day (Frauen in die Technik)

Innovative Produkte

Unser Zugang

Innovation und beste Qualität, gepaart mit dem Bestreben, das Niveau sportlicher Leistungen zu heben, haben bei FISCHER Sports höchste Priorität. Eine hohe Innovationskraft ist unerlässliche Voraussetzung, um unserem Performance-Anspruch gerecht zu werden. Auch der Markt fordert die regelmäßige Einführung technologischer Neuerungen.

Aus Nachhaltigkeitssicht ist diese Dynamik auf den ersten Blick kritisch zu bewerten. Denn Neuentwicklungen schaffen Kaufanreize, führen nicht selten zu vorzeitigem Ersatz funktionsfähiger Sportgeräte und können damit eine nachhaltige Entwicklung unterminieren. Andererseits gibt es vor allem bei den Ski einen sehr gut etablierten Sekundärmarkt. Ausgemusterte Ski finden im Regelfall neue Besitzer:innen. Sie werden also nicht entsorgt, sondern bleiben in Verwendung.

Außerdem rücken Nachhaltigkeitsaspekte auch in der Forschung und Entwicklung immer stärker in den Mittelpunkt, sodass Produktinnovationen auch diesbezüglich Verbesserungen mit sich bringen können.

Die zunehmende Regulatorik, sich ändernde Marktanforderungen und nicht zuletzt die steigende Nachfrage der Konsument:innen nach möglichst umweltfreundlichen Produkten tragen dazu bei.

Hinsichtlich der regulatorischen Anforderungen ist insbesondere die Ökodesign-Verordnung zu erwähnen, die Vorgaben zu folgenden Aspekten mit sich bringt:

• Haltbarkeit, Wiederverwendbarkeit, Nachrüstbarkeit und Reparierbarkeit von Produkten

• Einsatz chemischer Stoffe, die die Wiederverwendung und das Recycling von Materialien ermöglichen

• Energie- und Ressourceneffizienz

• Rezyklatanteil

• CO2- und Umweltfußabdruck

• verfügbare Produktinformationen, insbesondere ein digitaler Produktpass

Ziel der Ökodesign-Verordnung ist es, nachhaltige Produkte zur Norm auf dem EU-Markt zu machen und ihre Umweltund Klimaauswirkungen insgesamt zu verringern.

Wir teilen dieses Bestreben der EU und wollen einen Beitrag dazu leisten. Auf der anderen Seite darf ein nachhaltigeres Produktdesign zu keinen Einbußen bei Qualität und Funktionalität führen und der Verkaufspreis muss im Rahmen bleiben. Das haben Kundenbefragungen und Marktanalysen klar ergeben. In diesem Spannungsfeld navigiert FISCHER seine Entwicklungstätigkeit.

„Perfektes Setup" aus einer Hand

Die Entwicklung und Produktion von Wintersport-Hartwaren ist die Kernkompetenz von FISCHER Sports. Wir verarbeiten in unseren Produktionsstätten verschiedenste Materialien und Komponenten zu hochwertigen Sportartikeln. Neben der Eigenfertigung lassen wir einige der von uns entwickelten Produkte und einzelne Komponenten gemeinsam mit externen Partnerunternehmen fertigen.

Den Konsument:innen gegenüber tritt FISCHER seit über 15 Jahren als Komplettanbieter auf. Neben Ski gehören die passenden Schuhe, Bindungen oder Stöcke zu unserem Angebot. Schon in der Produktentwicklung legen wir besonderes Augenmerk auf die Performance der gesamten Funktionseinheit und können somit ein perfektes Setup für jeden Anwendungsbereich sicherstellen.

Unsere Stockmarke ONE WAY bietet ein komplettes Stocksortiment für Winter, mit den Segmenten Alpin, Tour und Langlauf, genauso wie für den Sommer und die Bereiche Trekking, Nordic Walking und Skiroller an. Ergänzt wird die breite Stockkollektion durch funktionale Taschen und Accessoires.

Bei Hockey wurde das Schlägersortiment durch ein umfassendes Angebot an Taschen, Bekleidung und Accessoires erweitert, um dem passionierten Hobbyspieler, ebenso wie Clubmannschaften, ein breites Angebot machen zu können.

Innovationen, die abfahren

Mit seiner Forschung und Entwicklung ist FISCHER stets unter den Ersten, was technischen Fortschritt und Innovation in der Skibranche betrifft. Das FISCHER Qualitätsmanagement (siehe S. 18) gewährleistet, dass die Produktqualität unseren hohen Ansprüchen gerecht wird.

Wir sind stolz auf unsere Innovationskraft, dank derer wir in jüngerer Vergangenheit beispielsweise nachfolgende

technologische Entwicklungen zu einem Markterfolg führen konnten:

Langlaufski mit unserem Air Core sind extrem leicht, weil der Skikern – dank einer aus dem Flugzeugbau stammenden Technologie – zu 80 Prozent aus Luft besteht. Durch seine verwindungsfreie Struktur ist er zudem äußerst bruchfest.

Unsere Curv Ski mit ihrem dreifachen Radius meistern sowohl kurze als auch lange Schwünge mit Präzision.

Bei der von uns entwickelten Cold Base Bonding-Technologie wird der Skibelag nicht wie üblich mit den anderen Schichten gemeinsam heiß verpresst, sondern im Nachhinein mit geringerer Temperatur auf den Ski aufgebracht. Der Belag kann dadurch Skiwachs optimal aufnehmen und gleitet besser auf der Piste oder Loipe.

Die Vacuum Fit-Technologie wiederum ist eine Innovation im Skischuhbau, die eine Anpassung des Schuhs an die individuelle Fußanatomie ermöglicht. Weil der Schuh in einem speziellen Ofen bis zu fünf Mal verformbar ist, kann er auch an Second-Hand-Käufer:innen angepasst werden.

Unsere Speedmax 3D-Technologie verhilft Langlaufski zu so genannten Gliding Sidewalls. Das sind mit Flüssigwachs behandelbare Seitenwangen, die so dem Ski bessere Gleiteigenschaften verleihen.

Eine Innovation im Servicebereich ist die FISCHER Scan-Fit App, die mittels 3D-Fußscan die Auswahl der richtigen Skischuhgröße erleichtert.

Unsere neue #LIVETOSKI-App analysiert individuelle Daten wie etwa Schwungverhalten, Geschwindigkeit und Skitechnik von Skifahrer:innen und empfiehlt den passenden Ski.

Nachhaltigkeit im Produktmanagement

Grundlage für die erfolgreiche Positionierung von FISCHER als Innovator ist ein professionelles und agiles Produktmanagement. In der Produkt- und Innovationsroadmap legt das Unternehmen unter der Leitung der Produktmanager fest, welche neuen Produkte und Technologien entwickelt werden. Die kontinuierliche Analyse von Kundenbedürfnissen nimmt in diesem Zusammenhang einen zentralen Stellenwert ein.

Organisatorisch ist das Produktmanagement in den Divisionen angesiedelt. In jeder Division gibt es Produktmanager, die für einzelne Produktgruppen oder komplette Segmente zuständig sind und gemeinsam mit den Produktentwicklern Innovationen vorantreiben sowie Neuentwicklungen zur Marktreife führen.

Unser Innovations- und Produktentwicklungsprozess ist an das so genannte Stage-Gate-Modell angelehnt. Technische Innovationen werden im Rahmen von Meetings – so genannten Gates – vom Produktmanagement gemeinsam mit allen anderen relevanten Funktionen, wie Verfahrensentwicklung, Produktion und Vertrieb, für den Markt freigegeben. Voraussetzung für die Freigabe einer Neuentwicklung ist, dass sie alle gesetzlichen und normativen Vorschriften erfüllt, serientauglich und marktrelevant ist

Angesichts der vom Green Deal vorgezeichneten ambitionierten Transformation zu einer nachhaltigen europäischen Wirtschaft ist die Innovationskraft von FISCHER über die Erfüllung von Kundenbedürfnissen hinaus gefordert. Schließlich sollen Produkte künftig so beschaffen sein, dass von ihnen nur mehr minimale - bestenfalls gar keine - negativen Klima- und Umweltwirkungen ausgehen. Dass wir dieses Bestreben teilen, drückt sich in unseren Leitsätzen und strategischen Nachhaltigkeitszielen im Handlungsfeld Innovative Produkte aus. In den darauffolgenden Kapiteln legen wir zu allen wesentlichen Themen offen, was wir bereits erreicht haben und woran wir noch arbeiten müssen.

Leitsätze

• „Be the athletes N°1 choice“ - unsere Produkte sind erste Wahl für Athlet:innen, Endkonsument:innen und Handel.

• Bedürfnisse der Konsument:innen und die Sicherheit von Sportler:innen haben in der Produktentwicklung höchste Priorität.

• Unser Entwicklungsschwerpunkt liegt auf kreislauftauglichen Produkten aus möglichst nachhaltigen Materialien.

• Unsere nachhaltigen Innovationen bauen auf bewährter Produktqualität auf.

• Wir schaffen eine FISCHER-Reparaturkultur, um unseren Kund:innen langanhaltende und nachhaltige Freude mit unseren Produkten zu schenken.

• Wir messen die Umweltauswirkungen unserer Produkte nach anerkannten Methoden, um sie kontinuierlich zu verbessern.

• Wir betreiben transparente, informative und aufrichtige Nachhaltigkeitskommunikation gegenüber unseren Stakeholdern.

Strategische Ziele

Nachhaltige, performante Produkte

• Erhöhung der Langlebigkeit von Produkten

• Schaffung eines umfassenden ReparaturAngebots für alle Produkte

• Vorausschauende Life Cycle AssessmentBerechnung bei Neuentwicklung von Produkten

• Reduktion von "problematischen" Chemikalien in der kompletten Produktpalette

• Reduktion des Energieaufwandes bei der Herstellung von Produkten

Kreislauffähige Produkte

• End of Life Lösung hinsichtlich Rezyklierbarkeit von Wintersportausrüstung bis 2026/27

Nachhaltige

Produktinnovationen

Relevanz und Auswirkungen

Die Fähigkeit, innovative Produkte mit gefragten Eigenschaften zu entwickeln und sie zur Marktreife zu führen oder bestehende Produkte immer weiter zu verbessern, ist unabdingbar für die nachhaltige Entwicklung eines Unternehmens. Denn Produkte verbrauchen Materialien, Energie und andere Ressourcen und verursachen während ihres gesamten Lebenszyklus Umweltauswirkungen – von der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, den Transport, die Nutzungsphase bis hin zum Ende ihrer Lebensdauer.

Nachhaltige Produktinnovationen zielen darauf ab, die negativen Umweltauswirkungen entlang des Lebenszyklus zu minimieren. Der Grundstein dafür muss bereits in der Frühphase der Produktentwicklung gelegt werden. So müssen beispielsweise Langlebigkeit, Reparierbarkeit und Kreislauffähigkeit eines Produkts bereits in seinem Design angelegt sein.

Ein wichtiger Faktor ist die Auswahl der Materialien, aus denen Produkte hergestellt werden. Zwar gibt es hinsichtlich der ökologischen Bewertung vieler Materialien noch erheblichen Forschungsbedarf. Bei manchen Chemikalien wie z. B. PFAS bzw. Materialien wie z. B. PVC besteht jedoch bereits Konsens darüber, dass sie eine Gefahr für Menschen und Umwelt darstellen. Ihrer Freisetzung und Inverkehrbringung wird daher zunehmend regulatorisch entgegengewirkt. Aber auch andere Materialien sind hinsichtlich ihrer Klimabilanz oder aus anderen ökologischen Gesichtspunkten kritisch zu bewerten und sollten durch Materialien mit besserer Ökobilanz substituiert werden.

FISCHER zeichnet sich durch eine hohe Innovationskraft aus und befasst sich in der Forschung und Entwicklung (F&E) schon seit einigen Jahren mit der Frage, wie Produkte

nachhaltiger gestaltet werden können. Das Unternehmen wähnt sich daher in einer guten Ausgangsposition, was etwa die künftigen Anforderungen der Ökodesign-Verordnung betrifft. Wir ruhen uns nicht auf diesem Startvorteil aus, sondern optimieren unsere Produkte laufend weiter, damit diese nicht nur den Qualitäts- und Leistungsanforderungen der Kund:innen entsprechen, sondern auch Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

Nachhaltigkeit ist gefragt

Die Nachfrage nach nachhaltig produzierten Sportgeräten steigt sowohl bei den Geschäftskunden als auch bei den Konsument:innen stetig an. Eine zunehmende Zahl an Kund:innen informiert sich, wie und wo ein Sportartikel produziert wurde und legt Wert auf nachhaltige Produkteigenschaften. Jedoch werden Qualitätseinbußen zugunsten von Nachhaltigkeit nicht in Kauf genommen und die Bereitschaft der Konsument:innen, für ein nachhaltiges Produkt einen höheren Preis zu bezahlen, hält sich ebenfalls in engen Grenzen. Das wissen wir aus unserer laufenden Marktforschung, und das hat auch die Stakeholderbefragung gezeigt, die wir im Vorfeld dieses Berichts durchgeführt haben.

FISCHER stellt sich der Herausforderung und versucht, den Spagat zwischen den teilweise divergierenden Anforderungen zu schaffen und die daraus resultierenden Zielkonflikte zu lösen. Wir tun das auch aus einer intrinsischen Motivation heraus. Viele Mitarbeiter:innen des Unternehmens fordern aus persönlichem Interesse eine starke Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten ein. Daher wird bei FISCHER aus Überzeugung und mit großem Engagement daran gearbeitet, unsere Eigenerzeugnisse im Sinne der Nachhaltigkeit zu optimieren oder gänzlich neue Produkte mit nachhaltigen Eigenschaften zu entwickeln.

In Summe führten diese Entwicklungen dazu, dass FISCHERs Innovationsstrategie eine starke ökologische Ausrichtung erhalten hat. „Sustainability“ – bei zugleich höchsten Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen – ist mittlerweile fest in der Produktentwicklungs-Roadmap

verankert und spielt in den internen Kollektionsmeetings eine immer wichtigere Rolle.

Das Material ist entscheidend

FISCHER stellt höchste Qualitätsansprüche an Ausgangsmaterialien und Komponenten, die das Unternehmen verarbeitet. Das ist Voraussetzung dafür, dass unsere Sportartikel den Leistungs- und Belastungsansprüchen genügen. Bei vielen der von uns eingekauften Waren handelt es sich um High-Tech-Produkte, in denen Know-how und herausragende Verarbeitungsqualität unserer Lieferanten steckt. Neben den gewünschten material- und verfahrenstechnischen Eigenschaften sollen die Ausgangsstoffe und Komponenten auch möglichst umweltfreundlich sein.

Zweifellos können Materialien aus Recycling- oder erneuerbaren Quellen dazu beitragen, die Ökobilanz der daraus hergestellten Endprodukte zu verbessern. Doch garantiert ist das nicht, und einfache Patentrezepte für grüne Produkte halten in einer Lebenszyklusbetrachtung oft nicht das, was sie versprechen. Denn die Anforderungen an die Materialien und Produkte wirken komplex zusammen und stehen teilweise in Konflikt zueinander. Bei gespritzten Kunststoffteilen beispielsweise kann der Einsatz von Recyclingmaterial Qualitätsschwankungen mit sich bringen. Verwendet man bei der Produktion von Skibelägen einen höheren Anteil an rezykliertem Material, verlangsamt sich der Prozess in der Schleifstraße und muss öfter wiederholt werden, was zu höherem Wasser- und Energieverbrauch führt.

Was jedenfalls bei der Auswahl und dem Einsatz von Materialien und Chemikalien zu beachten ist, sind gesetzliche Verbote und Grenzwerte, die uns etwa durch die Europäische Chemikalien-Verordnung REACH oder sogenannte Restricted Substances Lists (RSL) unserer Kunden vorgegeben sind. FISCHER erfüllt selbstverständlich die gesetzlichen Anforderungen – und geht teilweise darüber hinaus. Informationen dazu finden sich im Kapitel SicherstellungderRechtskonformität (S. 43).

Problematische Chemikalien und Materialien

Neben den verbotenen oder durch Grenzwerte eingeschränkt einsetzbaren Substanzen gibt es eine Reihe weiterer Stoffe, die in unserer Branche und darüber hinaus als kritisch bewertet werden.

Eine zentrale Aufgabe unserer Forschungsteams in der Produktentwicklung besteht darin, ökologisch oder gesundheitlich bedenkliche Materialien zu reduzieren bzw. mittelfristig durch möglichst nachhaltige Ausgangsstoffe und Komponenten zu ersetzen.

Schrittweises Auslaufen von PFAS7

Um Produkten wasser- und schmutzabweisende Eigenschaften zu verleihen, werden sie häufig mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFCs) behandelt. PFCs bestehen aus verschieden langen Kohlenstoffketten, bei denen Wasserstoffatome durch Fluor ersetzt wurden. Diese Stoffe kommen in der Natur nicht vor, verbreiten sich aber über Wasserwege, Luft und Nahrung und lassen sich mittlerweile sogar in den entlegensten Gebieten der Erde nachweisen.

Einmal freigesetzt, werden diese persistenten Verbindungen praktisch nicht abgebaut und sind kaum noch aus der Umwelt zu entfernen. Problematisch ist das insofern, als sich PFCs auf das Hormon- und Fortpflanzungssystem von Lebewesen auswirken und krebserregend sein können.

Die Europäische Chemikalien-Verordnung REACH sieht ein schrittweises Auslaufen des Einsatzes von PFAS vor, das 2025 beginnt und bis 2029 abgeschlossen sein soll.

Wir haben bereits Datenmaterial zum Vorhandensein von PFAS in unseren Produkten erhoben und suchen zugleich nach PFAS-freien Alternativen. Im Zuge der jährlichen Lieferanten-Befragung zur REACH-Konformität bezogener Rohstoffe und Produkte müssen unsere Lieferanten seit

2023 auch die Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen PFAS-Grenzwerte bestätigen.

Es ist unser Bestreben, über unser gesamtes Sortiment hinweg, wo immer alternative Materialien zur Verfügung stehen, schon vor der gesetzlichen Notwendigkeit die Vorgaben zu erfüllen und weitestgehend PFAS-frei zu werden.

PFAS in Wachs- und Pflegeprodukten

FISCHER vertreibt in einigen Märkten exklusiv die Wachsund Pflegeprodukte der finnischen Marke VAUTHI.

Manche der Produkte enthalten PFAS. Sie werden auch als Fluorwachse bezeichnet und sind von der PFASAuslaufregelung der EU betroffen. Der Ski- und Snowboardweltverband FIS und die Internationale Biathlon Union IBU haben die Verwendung von Fluorwachsen bei Skirennen bereits seit der Saison 2023/24 verboten.

Mit der Vauthi-Produktlinie PURE hat FISCHER auch Wachsund Pflegeprodukte im Programm, die ohne Fluorkohlenstoffverbindungen auskommen.

Außerdem sind in unserer Produktpalette zur Gänze aus pflanzlichen Rohstoffen gefertigte Wachse zu finden. Die zugehörigen Behältnisse werden aus Zuckerrohr gefertigt, und als Lösungsmittel wird Bioethanol verwendet.

FISCHER bzw. Vauthi halten in Bezug auf Wachs- und Pflegeprodukte selbstverständlich sämtliche Rechtsvorschriften ein.

7 PFC, PFAS, PFO und PFOA sind verschiedene Bezeichnungen für fluorierte Chemikalien mit minimal unterschiedlichen Molekularstrukturen und sehr ähnlichen Funktionen. In der Praxis werden diese Begriffe meist synonym

verwendet. Die „EU-Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien“ spricht zum Beispiel ausschließlich von PFAS.

Reduktion erdölbasierter Kunststoffe

Den gängigen Kunststoffen ist gemeinsam, dass sie aus Erdöl, also einer nicht erneuerbaren, fossilen Ressource, hergestellt werden. Die Erzeugung von Kunststoffen ist zudem mit hohem Energieeinsatz verknüpft und führt zu Treibhausgasemissionen. Auch in der Nutzungsphase und bei der Entsorgung können Kunststoffe negative Auswirkungen auf Menschen und Umwelt verursachen. Beispielhaft seien hier Polyvinylchlorid (kurz PVC) und thermoplastische Elastomere (TPE) genannt.

PVC ist ein extrem haltbarer Kunststoff. Was für die Langlebigkeit von Produkten ein Vorteil ist, ist ökologisch von Nachteil: Der Kunststoff verrottet kaum, und bei seiner Verbrennung entstehen giftige Dioxine und ätzender Chlorwasserstoff. Die Weichmacher, die in PVC verwendet werden, sind für den menschlichen Körper gesundheitsschädlich.

Herkömmlichen TPEs werden diverse Zusatzstoffe wie Weichmacher, Stabilisatoren, Flammschutzmittel oder Füllstoffe beigemischt Diese Stoffe sind im Kunststoff meist nicht fest gebunden und werden mit der Zeit an die Umwelt abgegeben

FISCHER hat sich zum Ziel gesetzt, auf den Einsatz ökologisch oder gesundheitlich bedenklicher Materialien weitestgehend zu verzichten. Alternativen kommen für uns dann in Frage, wenn sie unseren hohen Ansprüchen an Produkt- und Verarbeitungsqualität genügen und nachweislich umweltverträglicher sind.

Die ökologische Bewertung von Materialien ist jedoch eine komplexe Aufgabe und auch die Wissenschaft kann vielfach keine eindeutigen und gesicherten Antworten darauf liefern, ob mögliche Substitute in einer Lebenszyklusbetrachtung besser abschneiden. Ein Beispiel sind biobasierte Kunststoffe, die zwar erdölfrei sind, aber nicht automatisch nachhaltiger oder klimafreundlicher sein müssen.

Es ist zu erwarten, dass künftige regulatorische Bestimmungen sie nur dann als „grün“ oder zumindest nachhaltiger als erdölbasierte Kunststoffe klassifizieren,

wenn dafür auch ein belastbarer Nachweis erbracht werden kann (siehe auch RelevanzundAuswirkungen; S. 104).

FISCHER geht bei Suche und Einsatz erdölfreier KunststoffAlternativen nach bestem Wissen und Gewissen vor. Neben dem langfristigen Ziel, unser Sortiment von erdölbasierten Kunststoffen gänzlich zu befreien, wollen wir kurz- und mittelfristig insbesondere ökologisch oder gesundheitlich bedenkliche Materialien wie z. B. PVC ersetzen. Hier können wir bereits Erfolge vorweisen. So sind unsere in Europa produzierten Langlaufschuhe bereits PVC-frei.

Dank unserer Entwicklungsarbeit wurden auch FISCHER Alpin Skischuhe ein Stück weit nachhaltiger. Der Kunststoff Pebax® R-new, ein thermoplastisches Elastomer (TPE) auf biologischer Basis, ersetzt seit 2022 in einigen Modellen das erdölbasierte Pendant.

Ersatz von Materialien mit hohem Carbon Footprint

Der Product Carbon Footprint von Sportartikeln wird in hohem Maß durch die verwendeten Ausgangsmaterialien bestimmt (siehe Auswertung und Erkenntnisse; S. 110).

Aus diesem Grund fertigt FISCHER die Manschetten der Touren-Skischuhe seit 2023/24 nicht mehr aus dem CO2intensiven Vollcarbon-Laminat, sondern aus einem –lediglich mit Carbonfasern verstärkten – Kunststoff. Der Carbonanteil konnte so auf 5 % reduziert werden.

Komplett ohne Carbon werden seit 2022/23 die Freeride Ski von FISCHER hergestellt. Ersetzt wurde das Material durch Titanal AL4@ever, das laut Herstellerangaben eine deutlich bessere Treibhausgasbilanz als Carbon aufweist.

Angesichts der hohen Stückzahlen, in denen wir Skischuhe und Freeride Ski produzieren, wurden durch diese Änderungen bei der Materialauswahl, nach interner Abschätzung, bisher bereits mehr als 130 Tonnen CO2Äquivalente eingespart.

Von linearer zu zirkulärer

Wirtschaft

Die Menschheit braucht gegenwärtig die natürlichen Rohstoffreserven unserer Erde auf. Laut der „Österreichischen Kreislaufwirtschafts-Strategie“8 wuchs der weltweite „Material-Fußabdruck“ zwischen den Jahren 2000 und 2017 um 70 Prozent. Die lineare Wirtschaftsweise nach dem Prinzip „take-make-use-waste“ muss dringend zu einer zirkulären umgestaltet werden. „Voraussetzung dafür ist eine umfassend zirkuläre Produktgestaltung, die auf Langlebigkeit, nachwachsende Rohstoffe, weitestgehende Schadstofffreiheit, Reparierbarkeit und Aufrüstbarkeit ausgerichtet ist“, betont das Strategiepapier. Für das Schließen von Kreisläufen ist ausschlaggebend, dass einerseits rezyklierte Ausgangsmaterialien eingesetzt werden, und dass andererseits die daraus hergestellten Produkte am Ende ihres Lebenszyklus zur Wiederverwendung aufbereitet oder rezykliert werden können.

Einsatz von Rezyklaten

Dem Einsatz von Recyclingmaterialien sind aufgrund ihrer eingeschränkten Verfügbarkeit, nachteiliger physikalischer Eigenschaften und aus Kostengründen noch Grenzen gesetzt. Dennoch hat FISCHER bereits einige Projekte erfolgreich umgesetzt, wie folgende Beispiele zeigen:

• Bei einigen Skimodellen der Nordic und Alpin Sparte, z. B. bei der Adventure Ski-Kollektion, wird in Oberflächenfolien und Skikanten ein erhöhter Rezyklat-Anteil eingearbeitet.

• Bei manchen Alpin Ski, z. B. den Curv-Modellen, bestehen die Beläge und Seitenwangen zu mindestens 50 Prozent aus Recyclingmaterial.

• In der neuen Freeride Alpinski-Kollektion RANGER wurde herkömmliches Titanal®9 durch eine ressourcenschonende Variante ersetzt, die in der

8 Siehe https://www.bmk.gv.at/themen/klima_umwelt/abfall/Kreislaufwirtschaft/strategie.h tml (22.1.2024)

Herstellung deutlich weniger Energie benötigt, was sich wiederum günstig auf die Treibhausgasbilanz dieser hochfesten Aluminiumlegierung auswirkt

Das Material ist zudem nach dem internationalen Chain of Custody-Standard der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) zertifiziert10 .

Rezyklierbarkeit von FISCHERProdukten

FISCHER-Produkte haben sehr unterschiedliche Voraussetzungen für ein Recycling am Ende ihrer Lebensphase – von der gut in Einzelteile zerlegbaren Skibindung bis hin zum Ski, in dem mehrere Schichten unterschiedlichster Materialien untrennbar miteinander verpresst sind.

Um die Rezyklierbarkeit seiner Produkte zu verbessern, beteiligt sich FISCHER an Forschungsprojekten, aktuell z. B. am vom niederösterreichischen ecoplus Kunststoff-Cluster initiierten Projekt WINTRUST (Wintersport Resource Efficiency and improved Circular Economy) Das Kooperationsprojekt möchte die Basis für eine Rezyklierung ausrangierter geschredderter Wintersportartikel im großen Stil schaffen. Neben FISCHER nehmen Forschungspartner wie die Montanuniversität Leoben, Industriepartner und Mitbewerber am Projekt teil. Die ausrangierten Ski, Bindungen, Stöcke, Helme und Skischuhe für dieses Pilotprojekt stammen aus Abfallsammelhöfen des Salzburger Pongau und Pinzgau.

FISCHER-Langlaufbindungen sind in Einzelkomponenten zerlegbar, die Großteils aus homogenen Materialien bestehen Wir möchten es unseren Kund:innen ermöglichen, ihre Bindungen am Ende der Nutzungsdauer im Fachhandel zu retournieren und dadurch das Recyclingpotenzial nutzbar zu machen

Sowohl Alpin als auch Nordic Skischuhe können grundsätzlich in ihre Einzelteile zerlegt werden, jedoch ist

9 Titanal® ist eine Markenbezeichnung unseres Lieferanten AMAG für eine hochfeste Aluminiumlegierung

der Aufwand unverhältnismäßig groß. Daher sehen wir es als unsere Aufgabe, bei dieser Produktgruppe das Design in Richtung Ökodesign-Anforderungen anzupassen, um sie in Zukunft einem Recyclingprozess zuführen zu können

Informationen zur Reparierbarkeit unserer Produkte, ebenfalls ein Element der Kreislaufwirtschaft, finden sich im Kapitel LanglebigkeitundReparaturservice (S. 115). Über unsere Maßnahmen zur Reduktion von Produktionsabfällen und Verpackungsmaterial gibt das Kapitel Betriebliche Abfallwirtschaft (S. 68) Auskunft.

10 vgl. https://www.amag-al4u.com/unserewerte/nachhaltigkeit/verantwortungsbewusste-wertschoepfungskette

Ökobilanz und Product Carbon

Footprint

Relevanz und Auswirkungen

Eine fundierte Kaufentscheidung für ein umweltfreundliches Produkt setzt voraus, dass man verlässlich weiß, welche Umweltauswirkungen es in seinem gesamten Lebenszyklus verursacht, und dass dies gleichermaßen für ähnliche Produkte bekannt ist, um vergleichen und abwägen zu können.

Die Ökobilanz, auch bekannt als Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment oder kurz LCA), ist eine etablierte Methode zur systematischen Analyse und quantitativen Bewertung der Umweltauswirkungen von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen. Generell sind bei einer Ökobilanz alle relevanten potenziellen Schadwirkungen auf die Umwelt zu berücksichtigen, die durch die Entnahme und Nutzung von Ressourcen einerseits und die Emissionen von Schadstoffen andererseits auftreten. Darunter fallen z. B das Treibhauspotenzial, Versauerungspotenzial, Eutrophierungspotenzial und die Humantoxizität. Eine Herausforderung stellt die Gewichtung, Zusammenfassung und Interpretation der verschiedenen Umweltbelastungen dar. Die Vorgaben der ISO-Norm sind diesbezüglich sehr allgemein und erlauben großen Gestaltungsspielraum, was eine direkte Vergleichbarkeit von Ergebnissen einschränkt.

Die EU will dieses Problem lösen und im Rahmen der Environmental Footprint Initiative die Methoden der Ökobilanzierung vereinheitlichen. Im 2023 veröffentlichten Entwurf der Green Claims Richtlinie ist die EU-Kommission

11 Nach Ansicht von Pekny handelt es sich eher um eine „Abschätzung“, denn um eine „Berechnung“, zumal in Ökobilanzen von komplexen Produkten immer auch Annahmen, Annäherungen und Schätzungen stecken. Der Begriff

allerdings wieder davon abgerückt, den Product Environmental Footprint (PEF) als einzige Methode zur Belegung von umweltbezogenen Aussagen (siehe auch TransparenzundKennzeichnung; S. 119) zu erlauben. Es bleibt daher weiter abzuwarten, ob Unternehmen in der EU künftig umfassende und weitgehend standardisierte Ökobilanzen ihrer Produkte vorweisen müssen.

Weniger komplex und schon jetzt weit verbreitet sind Klimabilanzen – sogenannte Carbon Footprints – mit denen die Treibhausgasemissionen von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen ausgewiesen werden. Methodisch handelt es sich dabei um eingeschränkte Ökobilanzen, mit denen ausschließlich das Treibhauspotenzial analysiert wird. FISCHER hat im Jahr 2023 erstmals einen Corporate Carbon Footprint (CCF) sowie Product Carbon Footprints (PCF) für zwei Skimodelle von Wolfgang Pekny – dem erfahrenen Ökobilanzierer und Gründer von footprint-consult e.u. –abschätzen11 lassen.

Im vorliegenden Kapitel wird auf die PCFs eingegangen. Die Treibhausgasbilanz für das gesamte Unternehmen (CCF) wird im Kapitel Emissionen und Klimaschutz (S. 59) dargelegt.

Methodische Grundlagen und Normen

Die Abschätzung der Product Carbon Footprints der beiden Ski-Typen erfolgte ebenso wie jene des Corporate Carbon Footprints von FISCHER nach den Vorgehensweisen für Ökobilanzierung, wie sie in den Normen ISO 14040 und ISO 14044 beschrieben sind. Es wurden alle vier Phasen der Ökobilanzierung durchlaufen, jedoch ausschließlich das Treibhauspotenzial analysiert und bewertet. Die Untersuchung entsprach somit hinsichtlich der Vorgehensweise auch den Vorgaben der ISO 14067 für die Quantifizierung und Berichterstattung des Carbon Footprint von Produkten.

„Berechnung“ würde seiner Ansicht nach eine Genauigkeit suggerieren, die mit den Methoden der Ökobilanzierung derzeit noch kaum erreicht werden kann.

DievierPhasenderÖkobilanzierung(eigeneDarstellung nach DIN EN ISO 14040:2021-02)

Ziel und Untersuchungsrahmen

Mit der Abschätzung des Product Carbon Footprints von zwei ähnlichen Skimodellen – dem in der Ukraine hergestellten Curv GT 85 und dem in Ried gefertigten Curv GT Redefine –wollte FISCHER Grundlagen für den Vergleich von unterschiedlichen Materialien und Produktionsstandorten schaffen. Es sollten Potenziale zur Reduktion der Treibhausgasemissionen identifiziert und damit Ansatzpunkte für die Optimierung des Eco-Designs gefunden werden.

Das Projekt diente auch dazu, die prinzipielle Vorgehensweise beim Erstellen spezifischer ProductFootprints zu erarbeiten und bei FISCHER zu etablieren. Damit wollte das Unternehmen die Basis für künftige produktbezogene Umweltkennzeichnungen schaffen. Dazu zählt etwa eine Umweltdeklaration (Environmental Product Declaration; EPD) nach ISO 14025

Als Systemgrenze wurde „at factory gate“ gewählt. Demnach wurde die Klimawirksamkeit nur bis dorthin ermittelt, wo die Produkte das Werk verlassen. Auswirkungen der Distributionslogistik, der Nutzungsphase sowie Aufwendungen oder ökobilanzielle Gutschriften12 am Ende der Lebenszeit wurden nicht berücksichtigt. Die Systemgrenze wurde so gewählt, weil einerseits die Datenlage und Methodiken für die Auswirkungen in der Nutzungsphase und End-of-Life-Phase noch nicht vollständig bzw. ausgereift sind und andererseits, weil die produktspezifischen Unterschiede zwischen den zwei Skitypen innerhalb dieser Grenze am besten abgebildet werden können.

Umfassende Sachbilanz mit eingeschränkter

Datenverfügbarkeit

Die Sachbilanz, auch Lifecycle Inventory (LCI) genannt, ist der zweite Schritt zur Erstellung einer Ökobilanz. Er besteht darin, möglichst alle Inputs (Material- und Energieverbrauche) und Outputs (Emissionen in Luft, Boden und Wasser) quantitativ zu erfassen.

Die Daten für die Erstellung der Sachbilanzen der beiden FISCHER Ski wurden in einem iterativen Prozess von einem internen Projektteam nach den Vorgaben und in Abstimmung mit dem externen Experten erhoben. Die Vorgehensweise wurde bewusst methoden-offen gestaltet, sodass bei einer vollständigen Erfassung aller abgefragten Daten neben dem Carbon Footprint künftig auch eine Abschätzung aller weiteren Umweltwirkungen möglich ist.

Im LCI wurden zum einen die direkt den Produkten zuzurechnenden Inputs und Outputs – wie etwa die dafür benötigten Ausgangsmaterialien und Komponenten oder der Energieaufwand der Produktion – in die Bilanz aufgenommen. Zum anderen wurden auch die so genannten Overheads (vergleichbar mit den Gemeinkosten in der Kostenrechnung) bilanziert und über Allokationsverfahren den Produkten anteilig zugerechnet. Beispiele dafür sind Kapitalgüter wie Maschinen und Gebäude, das Pendeln und die Dienstreisen der Mitarbeiter:innen oder die Marketingaktivitäten von FISCHER.

Inwieweit gewisse Overheads bei der Abschätzung von Product Carbon Footprints von Sportartikeln zu berücksichtigen sind, ist in den bestehenden ISO-Normen nicht geregelt und es gibt bislang auch noch keine Product Category Rules, die dazu Anhaltspunkte geben. FISCHER hat sich, trotz des damit verbundenen Mehraufwands und der absehbar höheren PCFs, dafür entschieden die Overheads umfänglich zu bilanzieren.

Für die erstmalige Erstellung von Sachbilanzen durch FISCHER musste äußerst umfangreiches Datenmaterial aus unterschiedlichsten Quellen erhoben werden.

Trotz des hohen Engagements der daran beteiligten Mitarbeiter:innen waren einige Daten nicht zu eruieren oder konnten nur angenähert werden. Wir haben uns daher zum Ziel gesetzt, die physischen Daten der Sachbilanzen vor allem in den ergebnisrelevanten Bereichen zu verbessern, um die Aussagekraft künftiger Ökobilanzen bzw. Carbon Footprints zu erhöhen.

12 Ökobilanzielle Gutschriften sind potenzielle Umweltvorteile, die sich aus der Wiederverwendung, Rückgewinnung oder dem Recycling von Produkten am Ende

ihres Lebenszyklus ergeben (z. B. Einsparung von Rohstoffen, Energie oder Emissionen).

Wirkungsabschätzung mit Gestaltungsspielraum

Die Wirkungsabschätzung einer Ökobilanz ordnet die Ergebnisse der Sachbilanz nach wissenschaftlich basierten Kriterien verschiedenen Wirkungskategorien zu.

Bei der Erstellung eines Carbon Footprints beschränkt sich dies auf die Klimaauswirkungen. Diese werden für jeden Input und Output der Sachbilanz, unter Verwendung von Treibhausgas-Emissionsfaktoren vom Ökobilanzierer abgeschätzt.

Datenlücken in der Sachbilanz wurden von Wolfang Pekny im Rahmen der Wirkungsabschätzung hinsichtlich ihrer Ergebnisrelevanz bewertet und im Falle eines hohen Treibhauspotenzials modelliert, um möglichst realistische Ergebnisse zu erhalten.

Dass sich nicht nur Datenlücken in der Sachbilanz, sondern auch unterschiedliche Bewertungen der Klimawirksamkeit auf das Gesamtergebnis auswirken und die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Ökobilanzen erschweren, zeigt sich an folgendem Beispiel.

Herausforderung: Öko-Bewertung von Holz

Die Auffassung, die Verbrennung von Holz wäre CO2-neutral, wird in der Wissenschaft kontroversiell diskutiert. Laut überwiegender Meinung unterscheidet sich ein CO2-Molekül aus der Verbrennung von Biomasse nicht in seiner klimaschädigenden Wirkung von einem aus der Verbrennung fossiler Energieträger.

Nach den derzeit geltenden Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol dürfen biogene Emissionen jedoch nicht in die Treibhausgasbilanz aufgenommen werden.

Daher wurden die Emissionen der Holzverbrennung bei der Abschätzung der Scope-1-Emissionen von FISCHER mit Null bewertet.

Um ein immer realistischeres Bild von den klimatischen Auswirkungen unseres Material- und Energieverbrauchs zu bekommen und uns auf etwaige Änderungen der Regularien vorzubereiten, wollen wir künftig die Datenbasis im Zusammenhang mit der Lieferkette des bezogenen Holzes verbessern.

Auswertung und Erkenntnisse

Da hinsichtlich der Systemgrenzen noch Unschärfen bestehen, die Sachbilanzen noch einige Lücken aufweisen und auch die unterschiedlichen Zugänge in der Wirkungsabschätzung zu deutlichen Ergebnisverschiebungen führen können, hat sich FISCHER dazu entschieden, keine detaillierten Ergebnisse zum Product Carbon Footprint der beiden Skitypen zu veröffentlichen.

Wir berichten im Folgenden nur die als gesichert geltenden Erkenntnissen über Verhältnisse und Einsparpotenziale, die uns zielgerichtete Verbesserungen im Sinne des Klimaschutzes ermöglichen.

Vorweg: Der Ski ist nicht das Hauptproblem

Der Carbon Footprint eines Skis ist im Verhältnis zu den gesamten Klimaauswirkungen, die durch das Ausüben des Sports verursacht werden, minimal. Allein eine Autofahrt von 150 Kilometern bei einem Durchschnittsverbrauch von acht Litern Benzin pro 100 Kilometern verursacht in etwa so viele Treibhausgasemissionen 13 wie die Herstellung eines konventionellen Paares Ski

Das war FISCHER bereits vor der Abschätzung der Carbon Footprints der beiden Skimodelle aus anderen Studien

bekannt. Klar ist aber auch, dass wir diese mit der Nutzung unserer Sportgeräte im Zusammenhang stehenden Emissionen nicht oder kaum beeinflussen können.

Durch das Projekt haben wir erfahren, wo wir die Hebel ansetzen müssen, um die bei der Skiproduktion anfallenden Treibhausgasemissionen wirksam zu minimieren und unseren Beitrag zur Reduktion der Klimaerwärmung leisten zu können.

13 Laut CO2-Rechner des Umweltbundesamtes sind es 32,9 Kilogramm CO2e. Mit der Bahn zurückgelegt, würde dieselbe Strecke hingegen nur 1,8 Kilogramm CO2

pro Fahrgast verursachen. (https://secure.umweltbundesamt.at/co2mon/co2mon.html)

Ergebnisse

Der Carbon Footprint der beiden Ski wird zu etwa 85 Prozent durch die Ausgangsmaterialien und Vorprodukte (44 % bis 61 %) und den Energiebedarf (22 % bis 42 %) bestimmt. Der Anteil der Overhead-Emissionen lag bei zehn bis zwölf Prozent und damit deutlich höher als die Summe der Emissionen, die durch alle eingehenden Transporte inkl. Material- und Transportverpackungen verursacht werden.

Der Curv GT Redefine wird in Ried hergestellt, wo die benötigte Prozesswärme aus Erdgas stammt. Den Curv GT 85 produziert FISCHER in Mukatschewo. Die Prozesswärme dort kommt überwiegend aus der Verbrennung von Holz, großteils Holzzuschnittabfälle aus unserer Produktionsvorbereitung. Da der verwendete Emissionsfaktor für Holz wesentlich kleiner ist als jener für Gas, sind die Treibhausgasemissionen der Prozessenergie für die Herstellung des Curv GT Redefine deutlich höher als die für den Curv GT 85. Dieser bilanzielle Standortvorteil der Produktion in der Ukraine ist allerdings nicht unstrittig. Denn nach Ansicht vieler Wissenschaftler:innen unterschätzen die gängigen Emissionsfaktoren für die Holzverbrennung die damit verbundene Klimaauswirkung (siehe Wirkungsabschätzung mitGestaltungsspielraum; S. 110).

Den bilanziellen Nachteil bei der Energie macht der Curv GT Redefine bei den Materialien mehr als wett.

In Summe ist es unseren Entwicklungsteams gelungen, durch eine innovative Materialzusammensetzung und den Verzicht auf eine Bindungsplatte, 36 % der materialbedingten Treibhausgasemissionen gegenüber dem Vergleichsski einzusparen. Am stärksten ins Gewicht fällt die Treibhausgas-Einsparung bei der Aluminiumlegierung. Im Curv GT Redefine kommt mit AL4®ever-Titanal eine ressourcenschonende Variante der hochfesten Aluminiumlegierung des Österreichischen Unternehmens AMAG zur Anwendung. Das Produkt verursacht in der Herstellung laut Angaben des Lieferanten deutlich weniger Treibhausgase als das Standardprodukt AMAG Titanal®, das im Curv GT 85 verwendet wird. Die Emissionseinsparung bezogen auf das Titanal beträgt 51 Prozent.

Auch bei den zum Einsatz kommenden Verbundstoffen ist es FISCHER beim Curv GT Redefine gelungen, die Emissionen um rund 25 Prozent zu reduzieren. Das ist vorwiegend auf den Einsatz von Flachsfasern anstelle von Glasfasern oder Carbon zurückzuführen.

Verbesserungspotentiale

Da die Product Carbon Footprints beider Skitypen zu einem hohen Maß mit der Materialzusammensetzung und dem Energieeinsatz in der Herstellung zusammenhängen, bestehen in diesen beiden Bereichen auch die größten Einsparpotenziale.

Energie: Klar ist, dass wir im Stammwerk in Ried vom Energieträger Erdgas wegkommen müssen. FISCHER wird in den nächsten Jahren die Optionen prüfen, etwa, ob und unter welchen technischen Voraussetzungen alternative Energiequellen für die Bereitstellung der Prozesswärme einsetzbar wären

Das vermutete Emissions-Einsparpotenzial bei der Stromversorgung in Mukatschewo wird aufgrund des Krieges bis auf weiteres nicht realisierbar sein.

Materialien: Wir haben im Rahmen des Projektes viele Erkenntnisse über das Treibausgaspotenzial unterschiedlicher Materialien gewonnen. FISCHER wird dieses Wissen in der Produktentwicklung einfließen lassen und gemeinsam mit den Lieferanten von Materialien und Komponenten daran arbeiten, die Treibhausgasemissionen seiner Produkte zu senken. Voraussetzung dafür ist, dass wir verlässliche Daten über die Klimawirkung und andere Umweltauswirkungen zugekaufter Rohstoffe und Halberzeugnisse bekommen. Hier gilt es im Austausch mit den Lieferanten Datenlücken zu schließen und die Datenqualität zu verbessern.

Kreislauffähiges Produktdesign: Dass wir die Systemgrenze „at factory gate“ gesetzt haben, ändert nichts daran, dass Produkte am Ende ihrer Nutzbarkeit recyclingfähig sein sollen. Seitens der Hersteller besteht die Herausforderung darin, Produkte möglichst zerlegbar zu gestalten, damit sie

stofflich wiederverwertet werden können. Welches Treibhausgaspotenzial oder andere Umweltauswirkungen ein Produkt an seinem Lebensende verursacht, oder ob es ökobilanziell sogar eine Gutschrift bekommen soll, weil daraus Sekundärressourcen gewonnen werden können, ist bei vielen heute produzierten Gütern schwer vorhersehbar. Denn das hängt allgemein von der Entwicklung der Abfallwirtschaft und speziell von dem zur Anwendung kommenden Entsorgungs- oder Verwertungsverfahren ab.

FISCHER beteiligt sich an Initiativen und Projekten, die zur Förderung einer Kreislaufwirtschat beitragen. Die Teilnahme am Recycling-Projekt „WINTRUST“ (siehe Von linearer zu zirkulärer Wirtschaft; S. 107) ist ein Beispiel dafür

Künftig möchten wir bei neuen Produktdesigns der Zerlegbarkeit und Wiederverwertbarkeit von FISCHERProdukten einen zentralen Stellenwert einräumen.

Kundengesundheit und -sicherheit

Relevanz und Auswirkungen

Profisportler:innen sind Grenzgänger:innen, die nicht nur an ihre körperlichen Limits gehen, sondern meist auch das Material ausreizen, um das Maximum aus sich und den Sportgeräten herauszuholen.

Als Hersteller und Händler von Sportartikeln liegt es in der Verantwortung von FISCHER den Wettkampfsportler:innen genauso wie der Masse der Hobbysportler:innen hochbelastbare, sichere und gesundheitlich unbedenkliche Produkte anzubieten.

Unsere Verantwortung fußt auf einer strikten Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben und Normen. Darüber hinaus halten wir uns bei der Entwicklung und Qualitätsprüfung unserer Produkte auch an interne Werksnormen und Standards.

Bei der Sportausübung trägt die Qualität der Ausrüstung wesentlich zum Schutz vor Verletzungen bei. Auch deshalb legt FISCHER großen Wert auf exzellente Qualität der Produkte. Damit leisten wir einen Beitrag zur Gesundheit und Sicherheit der Konsument:innen und stärken ihr Vertrauen in unsere Marke.

Zuständigkeit und Verantwortung im Unternehmen

Als Sportartikelhersteller unterliegt FISCHER Gesetzen und zahlreichen technischen Normen zur Gewährleistung der Gesundheit und Sicherheit der Konsument:innen.

Für die Einhaltung externer und interner produktbezogener Vorgaben sind in erster Linie die Produktmanager der jeweiligen Division verantwortlich. Neben dem

Produktmanagement kommen aber auch anderen Funktionen und Abteilungen im Unternehmen Aufgaben zu.

Unser Qualitätsmanagement ist nach den Grundsätzen eines Total Quality Management (TQM) und der ManagementPhilosophie KAIZEN ausgerichtet (siehe Kapitel Qualitätsmanagement; S. 18). Diesem Ansatz folgend, werden zur kontinuierlichen Verbesserung der Qualität der Prozesse und Produkte alle davon betroffenen Abteilungen und Mitarbeiter:innen einbezogen. So fällt etwa der sichere Einsatz von Chemikalien und die Einhaltung gesetzlicher Grenzwerte und Vorgaben dazu in den Zuständigkeitsbereich des Arbeitssicherheitsmanagements, gemeinsam mit Einkauf, Produktmanagement und Produktentwicklung – mit Unterstützung des Qualitätsmanagements.

Zur Sicherheit: Gesetze, Normen und Standards

Insbesondere im Alpin Bereich gibt es viele sicherheitsrelevante Normen, die das Risiko von Unfällen und Verletzungen bei der Ausübung des Sports reduzieren sollen. Beispielsweise sind für die Befestigung von Bindungsplatten und Skibindungen die Skiform sowie Schrauben-Ausrisswerte vorgegeben. Andere Normen machen Vorgaben zur Auslösefunktion von Skibindungen, und wieder andere beziehen sich auf Sicherheitsaspekte von Skischuhen.

Um die Konformität unserer Produkte mit allen Vorgaben sicherzustellen, werden sie von FISCHER oder unseren Lieferanten, teilweise unter Einbeziehung externer Prüfeinrichtungen, aufwendigen Tests unterzogen.

Die Produktgruppe der Ski unterliegt bei FISCHER einer sogenannten „Vollskiprüfung“. Diese besteht aus über zwanzig unterschiedlichen Einzelprüfungen, zum Beispiel Wechselbiegetests, Tests der Schraubenausziehfestigkeit und Biegesteifigkeit, mit denen wir die Einhaltung externer Vorgaben und interner Qualitätskriterien sicherstellen.

Für Stöcke und Hockeyschläger entwickelt FISCHER - teils zusammen mit Produkt- oder Komponentenlieferantenstandardisierte Prüfungen. Diese werden entweder von den Lieferanten selbst durchgeführt oder extern beauftragt.

Trotz aller Prüfungen und Tests kann es vorkommen, dass uns für ein bereits ausgeliefertes Produkt Informationen, beispielsweise von Kund:innen, aus dem Handel oder von eigenen Mitarbeiter:innen, über einen Mangel erreichen. Sollten wir feststellen, dass ein Produkt, das wir in Verkehr gebracht haben, für Benutzer:innen ein Gesundheits- oder Sicherheitsrisiko darstellen könnte, veranlasst FISCHER unverzüglich eine Rückrufaktion. Im Berichtszeitraum (März 2021 bis Februar 2024) führte das Unternehmen drei freiwillige Rückrufaktionen durch:

• Im Februar 2022 war ein Tourenskischuh betroffen, dessen Carbonschaft rissgefährdet war.

• Im April 2023 gab es eine vorbeugende Rückrufaktion für eine beheizbare Skischuhtasche, weil es in Ausnahmefällen zu Verformungen durch Hitzeentwicklung kommen konnte und eine Brandgefahr nicht zu 100 % ausgeschlossen werden konnte.

• Und im Januar 2024 rief FISCHER proaktiv ein Jugendskischuhmodell aufgrund eines Schwachpunktes im Skischuhschaft zurück, um möglichen Sicherheitsrisiken vorzubeugen.

REACH und andere verbindliche Vorgaben

FISCHER verwendet in der Produktion Chemikalien und Materialien mit potenziell gesundheitsgefährdenden Eigenschaften. Daher fallen wir in den Geltungsbereich der EU-Verordnung REACH. Das Akronym steht für “Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“. Durch das Regulativ sollen schädliche Wirkungen von Chemikalien auf die Gesundheit der Menschen und auf die Umwelt verhindert werden.

Die Einhaltung der REACH-Vorgaben dient dem Schutz der eigenen Mitarbeiter:innen und Lieferanten und jenem der Kund:innen und Konsument:innen, die mit unseren Produkten in Berührung kommen.

Bei FISCHER gewährleisten standardisierte Prozesse die Einhaltung der REACH-Anforderungen in der eigenen Produktion sowie auch bei den eingekauften Ausgangsmaterialien, Halbfertigerzeugnissen und Handelswaren.

Sämtliche Lieferanten müssen einmal jährlich die REACHKonformität der von ihnen bezogenen Waren schriftlich

bestätigen. Seit 2023 schließt die Abfrage zusätzlich PFAS (siehe Kapitel Problematische Chemikalien und Materialien; S. 105) mit ein.

Zusätzlich wählen wir aus jeder Produktkategorie einen Artikel aus, dessen Einzelmaterialien von einer akkreditierten Stelle bezüglich möglicher gefährlicher Inhaltsstoffe analysiert werden. Im Falle einer Nichtkonformität erarbeiten unser Produktmanagement und die Produktentwicklung gemeinsam mit dem Lieferanten Maßnahmen, um die problematischen Stoffe künftig zu eliminieren und die Einhaltung der Bestimmungen sicherzustellen.

FISCHER wird seinerseits von den größeren Geschäftskunden regelmäßig hinsichtlich REACH-Konformität überprüft. Einige von ihnen verlangen darüber hinaus, dass sich FISCHER an die Vorgaben einer sogenannten Restricted Substances List (RSL) hält, zumal in manchen Absatzländern andere gesetzliche Regelungen gelten als in der EU.

So ist beispielsweise in den USA und Kanada durch den Toxic Substances Control Act (TSCA) der Einsatz von Formaldehyd strenger geregelt als in der REACH-Verordnung. Daher lässt FISCHER in seinem ukrainischen Werk, in dem

auch hölzerne Hockeyschläger produziert werden, die Einhaltung der Formaldehyd-Grenzwerte laufend überprüfen. Zu diesem Zweck werden wöchentlich Proben der verleimten Sperrholzplatten, die als Rohmaterial dienen, zur Auswertung an ein externes Labor geschickt. Darüber hinaus lassen wir das Rohmaterial vierteljährlich in Deutschland vom unabhängigen Fraunhofer Institut prüfen. Auf Basis dieser doppelten Prüfung wird FISCHER ein Zertifikat für die Einhaltung der vorgeschriebenen Formaldehyd-Grenzwerte ausgestellt, welches beim Export den betreffenden Produkten beigelegt wird.

Auch die Einhaltung der Restricted Substances List durch FISCHER wird von den Kunden regelmäßig kontrolliert, indem sie stichprobenartig Laboranalysen der Artikel durchführen.

Im Berichtszeitraum hielt FISCHER alle Vorgaben ein, und es gab keine Verstöße.

Ziele

• Reduktion des Energieaufwandes bei der Herstellung von Produkten

• Vorausschauende Life Cycle Assessment-Berechnung bei Neuentwicklung von Produkten

• Reduktion von "problematischen" Chemikalien in der kompletten Produktpalette

Maßnahmen

• Spezifische Erhebung des Energieverbrauchs pro Ski

• Ökobilanzen erstellen, um Kenntnis über die Auswirkungen von Materialien und Prozesse auf Mensch und Umwelt zu erlangen und Verbesserungspotenziale zu erheben (standardisierte Life Cycle Assessment-Berechnung)

• Priorisierung der Produkte mit größtem negativem Impact auf Mensch und Umwelt je Produktkategorie

• Umfassendes Screening von zugekauften Materialien hinsichtlich vorhandener chemischer Substanzen

• Reduktion und vorzeitige Eliminierung von zukünftig verbotenen chemischen Substanzen oder Materialien

Langlebigkeit und Reparaturservice

Relevanz und Auswirkungen

In der EU gibt es Initiativen und Richtlinienentwürfe, die darauf abzielen, Unternehmen dazu zu verpflichten, detailliertere Informationen über ihre Produkte bereitzustellen. Dazu gehört potenziell auch Angaben über die Reparierbarkeit und Lebensdauer von Produkten. Allerdings variieren die spezifischen Anforderungen je nach Produktkategorie, und konkrete Kriterien für belastbare Aussagen zur Reparierbarkeit und technischen Lebensdauer von Sportartikeln fehlen bisher (Stand November 2024).

Während die regulatorischen Vorgaben noch ungewiss sind, ist unstrittig, dass eine hohe Produktqualität, die auf Langlebigkeit ausgerichtet ist, zur Nachhaltigkeit beiträgt. Wenn es, so wie bei Ski und vielen anderen Sportartikeln, einen funktionierenden Sekundärmarkt gibt, ist zudem gewährleistet, dass die Produkte nicht nur theoretisch lange halten, sondern auch tatsächlich lange genutzt werden.

Die grundsätzlichen Möglichkeiten und bestehenden Angebote, Produkte reparieren zu lassen, können zu einer Verlängerung des Lebenszyklus und zu einer kreislauforientierten Wirtschaft beitragen. Während bei vielen Erzeugnissen aus unterschiedlichsten Branchen die Lebensdauer immer kürzer wird und ein frühzeitiges Veralten des Produktes (Obsoleszenz) beim Produktdesign mitgeplant wird, setzt FISCHER seit jeher auf hohe Qualität und Langlebigkeit seiner Eigenerzeugnisse und auf einen etablierten Reparaturservice.

Produktlebensdauer

FISCHER entwickelt qualitativ hochwertige Produkte, die nicht nur - bestätigt durch zahlreiche Siege im

Spitzensport – äußerst belastbar sind, sondern auch technisch langlebig. Neben dem Produktmanagement spielt in diesem Zusammenhang auch das Qualitätsmanagement (S. 18) eine wesentliche Rolle.

Verschiedene Tests wie etwa Wechselbiegetest bei Ski oder Flextest bei Langlaufschuhen, aber auch Erfahrungsberichte von Kund:innen und Sportler:innen legen nahe, dass viele unserer Produkte, wie etwa unsere Langlaufski, auch hinsichtlich Langlebigkeit punkten können.

Die tatsächliche Lebensdauer von Sportartikeln hängt neben ihrer Beschaffenheit auch davon ab, wie intensiv sie genutzt und ob sie pfleglich behandelt werden. Mit Skisportausrüstung, die hochtechnologisch und deshalb in der Anschaffung nicht günstig ist, wird in der Regel sorgsam umgegangen. Die Ausrüstung wird erst entsorgt, wenn deren technisches Lebensende erreicht ist, etwa, weil der Ski-Belag verschlissen oder durch Steine zerstört ist oder bei Langlaufski die Steighilfe abgenutzt ist.

Bei den Hockeyschlägern hat sich der Markt in den letzten zehn Jahren – getrieben von den Marktführern – zu immer leichteren Modellen aus Composite-Materialien entwickelt. Die modernen Materialien, Geometrien und Konstruktionen führen zwar zu einem besseren Handling der Stöcke, wirken sich aber negativ auf deren Haltbarkeit aus.

Vor allem im Profisport kann sich FISCHER dieser Entwicklung am Eishockeymarkt nicht entziehen. Professionelle Spieler benötigen unter normalen Umständen pro Saison zwischen 15 und 25 Einheiten hochwertiger Composite Schläger, unabhängig von der Marke der Hockeyschläger.

Schläger aus dem Holz- oder Holz/ABS-Segment werden nur noch von Freizeit- und Amateurspieler:innen gekauft und auch diese greifen immer häufiger zu den leichteren aber kürzer haltbaren Schlägern aus dem Composite-Segment.

Konkrete Aussagen über die technische Lebensdauer seiner Produkte kann FISCHER erst machen, wenn klar ist, an welchen Kriterien diese in den kommenden EU-Regularien festgemacht wird. Wir möchten hier, im Sinne einer Vergleichbarkeit, den Regularien nicht vorgreifen.

Trend: Skiausrüstung leihen statt kaufen

E in erkennbarer „leihen statt kaufen“-Trend führt dazu, dass auf den Pisten der Anteil geliehener Alpinski stetig ansteigt. In den meisten größeren Skigebieten gibt es Leihangebote für die komplette Skiausrüstung bis hin zu Lawinensonden und -rucksäcken. Für jene Ski-Begeisterte, welche Ihrer Leidenschaft in erster Linie im Urlaub nachgehen, bietet diese Möglichkeit wesentliche Vorteile bei der Anreise. Auch Angebote zur Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln werden dadurch attraktiver.

In Europa ist diese Entwicklung weit fortgeschritten und deckt auch hochwertige Segmente ab. Inzwischen sind auf Österreichs Pisten mindestens zwei von drei Skifahrer:innen mit Leihski unterwegs. Das entspricht einer Verleihquote von über 60 %, in Frankreich ist diese Zahl sogar noch höher. Der Markt in den USA ist hingegen noch ein Käufermarkt. Nichtsdestotrotz ist auch dort ein Trend zur Leihe feststellbar.

Bei Langlaufski ist die Verleihrate niedriger als bei Alpinski. Im Bereich Nordic werden global gesehen nach wie vor etwa 80 Prozent der Artikel von den Sportler:innen gekauft.

Laut Rückmeldungen aus dem Alpin-Skiverleih wird ein Paar Ski von mindestens zehn Personen gefahren. Für Skischulen, Skiliftbetreiber, Hotels, Fachhändler und andere ist der Verleih von Skiausrüstung Teil ihres Geschäftsmodells. Diese Unternehmen greifen aus wirtschaftlichem Interesse bevorzugt zu Marken, deren Produkte trotz intensiver Nutzung lange halten, wenig verschleißen, bei Bedarf repariert werden und am Saisonende als Secondhandware weiterverkauft werden können. FISCHERs hochqualitative Produkte und Services erfüllen diese Ansprüche, was nicht nur ein Verkaufsargument darstellt, sondern auch im Sinne von Nachhaltigkeit ist.

Nicht nur Leihski erhalten in der Regel ein “second life”, sondern auch private noch funktionsfähige Ausrüstung wird häufig auf Skibasaren oder Online-Plattformen weiterverkauft.

Reparierbarkeit

Die Reparaturfähigkeit von FISCHER-Produkten variiert: Produkte, die in ihre Komponenten zerlegbar sind, können grundsätzlich repariert werden. Dazu zählen beispielsweise Alpin- und Langlaufbindungen, Skistöcke und AlpinSkischuhe. Die Reparierbarkeit von Produkten, die aus fest miteinander verbundenen Materialien bestehen, beispielsweise Ski, beschränkt sich auf angebaute Teile, wie der Spitzenkappe beim Ski. Im Bereich der Accessoires, z. B. bei Taschen, können kleine Austauschteile ersetzt werden.

Unser Bestreben ist es, Neuentwicklungen im Sinne von Ökodesign zu konstruieren, um die Reparierbarkeit unseres Sortiments sukzessive zu optimieren.

Reparaturen werden von FISCHER im Rahmen der Gewährleistung durchgeführt. Außerhalb der Gewährleistungsfrist können Kund:innen beschädigte FISCHER-Artikel selbst reparieren oder von ihrem Händler reparieren lassen. Benötigte Ersatzteile können Händler bei Bedarf von FISCHER anfordern. Zu diesem Zweck führt das Unternehmen ein großes, bei manchen Produkten sogar vollumfängliches, Ersatzteilsortiment. Wir betreiben einen stetigen Ausbau dieses Sortiments.

Nachfolgend zwei Beispiele, die unsere Aktivitäten bezüglich einzelner Produktgruppen beschreiben sowie die unterschiedlichen Ausgangssituationen veranschaulichen:

Schuhe (Nordic und Alpin)

Sowohl bei alpinen als auch bei Langlaufschuhen ist FISCHER in der Lage, die klassischen Verschleißteile auszutauschen und dies aufgrund des Ersatzteilservices für bis zu zehn Jahre ab Schuhkauf gewährleisten.

Zu diesem Zweck führen wir Hunderte unterschiedliche Einzelteile in unseren Lagern. Um bei vollem Ersatzteilservice eine ökonomische Lagerhaltung gewährleisten zu können, hat FISCHER sich entschlossen, sein Skischuh-Sortiment zu verkleinern Die Anzahl der nötigen Ersatzartikel konnten wir zusätzlich durch eine Umstellung auf neutrale Farben reduzieren. Ersatzsohlenplatten beispielsweise sind jetzt ausschließlich schwarz und passen zu jeder Skischuhfarbe.

Bindungen & Stöcke

Auch Bindungen und Stöcke können repariert werden. Sie sind in ihre Einzelkomponenten zerlegbar und Verschleißteile können ausgetauscht werden. Die dafür notwendige Reparatur- und Ersatzteillogistik wird von FISCHER laufend weiterentwickelt.

Reklamationsmanagement

Die Zufriedenheit unserer Kund:innen mit FISCHERProdukten ist uns ein großes Anliegen Wenn trotz strenger Qualitätskontrollen ein mangelhaftes Produkt an eine Kundschaft gelangt, hat diese innerhalb der gesetzlichen Gewährleistungsfrist das Recht auf Reklamation.

Die Reklamation ist grundsätzlich dort einzubringen, wo das Produkt gekauft wurde, in der Regel beim lokalen oder einem online-Händler.

In Österreich, Deutschland, den Niederlanden und Belgien wendet sich der Händler zur Beurteilung und Abwicklung der Reklamation an FISCHER. In allen anderen Ländern sind die nächstgelegene FISCHER-Vertriebsniederlassung oder der Generalimporteur direkte Ansprechpartner für den Händler.

Um unnötige Transporte irreparabler Produkte zu vermeiden, erfolgt die Erstbeurteilung in den meisten Fällen anhand eingesandter Fotos.

Eindeutige Gewährleistungsansprüche sollen effizient und rasch abgewickelt werden und durchlaufen folgendes Schema:

1. Zuerst wird geprüft, ob das Produkt repariert bzw. der schadhafte Teil ausgetauscht werden kann. Hierbei spielen neben technischer Machbarkeit auch wirtschaftliche, ökologische und logistische Abwägungen eine Rolle.

2. Ist das nicht der Fall, ersetzt FISCHER das schadhafte Produkt.

3. Ist das auch nicht möglich, erhalten die Kund:innen eine Gutschrift des Unternehmens.

Wenn kein eindeutiger Gewährleistungsanspruch besteht, unterbreitet FISCHER der Kundschaft oft ein Kulanzangebot, das heißt, es wird ein neues Ersatzprodukt zu einem reduzierten Preis angeboten.

Innovations- und Kollektionszyklen

Für Ersatzkäufe vor Ablauf der möglichen Nutzungsdauer spielen technische Neuentwicklungen oder Modetrends eine Rolle als Kaufmotiv. Im Sinne der Nachhaltigkeit wären längere Innovations- und Kollektionszyklen, also längere Zeiträume zwischen Neuentwicklungen oder neuen Designs, die auf den Markt gebracht werden, von Vorteil.

Der Trend zu Fast Fashion, der in der Textilindustrie zu immer kürzeren Kollektionszyklen geführt und die Wegwerfmentalität vieler Konsument:innen befeuert hat, ist in der Sportartikelbranche nicht so stark ausgeprägt. Dennoch ist auch FISCHER einem Marktdruck zur Entwicklung immer neuer Modelle und Designs ausgesetzt. Neben dem Marktdruck im Hockeybereich zu CompositeSchlägern ist insbesondere auch die Alpin-Sparte von Trends getrieben - in den vergangenen Jahren schwerpunktmäßig in den Segmenten Freeride und Touring

Auch wenn FISCHER als innovatives Unternehmen stets nach neuen, besseren Technologien sucht, bleiben Kerntechnologien (Beispiel Carving Ski) in der Regel über mehrere Jahre hinweg relativ unverändert. Die Zeiträume zwischen der Markteinführung modifizierter Kollektionen mit technologischen Optimierungen oder neuen Designs versuchen wir – mit Maß und Ziel – zu verlängern Längere Kollektionszyklen dienen der Nachhaltigkeit und sind intern kostenmindernd.

Ein bereits im Unternehmen etablierter und langfristiger Entwicklungsschwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Verschleißfähigkeit, um diese der technischen Lebensdauer unserer Produkte anzupassen. Zum Beispiel erhöhen wir bei Ski der Kollektion 2024/25 durch strukturierte Oberflächen deren Kratzfestigkeit.

In der Nordic-Sparte gelang es FISCHER bereits, das Intervall bis zum Erscheinen einer neuen Kollektion auf zwei bis drei Jahre auszudehnen.

Bei Hockeyschlägern mit Schaft aus Holz und Kelle aus ABS-Kunststoff, die in erster Linie von Hobby-Sportler:innen

verwendet werden, verändern wir das Sortiment samt grafischer Dekoration in längeren Zeitabständen.

Für neue Kollektionen und neue Grafikdesign-Dekorationen bei Composite-Schlägern konnten wir uns auf einen zweijährlichen Austauschzyklus begrenzen.

Längere Zyklen haben ökologische und wirtschaftliche Vorteile, die ineinander überfließen: Sie führen zu potenziell längerer Nutzungsdauer unserer Produkte durch die Konsument:innen. Sie verringern den Adaptionsaufwand in unseren Fertigungsstraßen, reduzieren Ein- und Umschulungsbedarf für Personal und vereinfachen - durch niedrigeren Ersatzteil-Lagerbedarf – unsere Reparaturlogistik.

Ziele

• Erhöhung der Langlebigkeit von Produkten

• Schaffung eines umfassenden Reparatur-Angebots für alle Produkte

Maßnahme

• Anpassung der Zusammensetzung des Produkts (Konstruktion), um Verbesserungen hinsichtlich Langlebigkeit, Wiederverwendbarkeit, Reparierbarkeit, Rezyklierbarkeit und Materialeinsatzes zu erreichen.

Transparenz und Kennzeichnung

Relevanz und Auswirkungen

In gleichem Maß, in dem die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten gestiegen ist, hat auch das Interesse von Unternehmen zugenommen, ihre Erzeugnisse und Handelswaren als umweltfreundlich zu bewerben. Dass es sich dabei vielfach um „Greenwashing“ handelt, zeigte eine von der EU-Kommission im Jahr 2020 veröffentlichte Studie, wonach 40 % der von Unternehmen getätigten Umweltaussagen „völlig unbegründet“ und mehr als die Hälfte „vage, irreführend oder haltlos“ waren. Dieses Problem adressieren einige aktuelle Initiativen und geplante Regularien der Europäischen Union.

Kund:innen sollen in der Lage versetzt werden, nachhaltige Kaufentscheidungen zu treffen. Dazu sind sie auf faire und verantwortungsvolle Marketing- und Kommunikationsmaßnahmen angewiesen. Es liegt in der Verantwortung von Unternehmen, transparent und aktiv darüber zu informieren, wie Produkte hergestellt wurden, woraus sie bestehen, worauf bei ihrem Gebrauch zu achten ist, wie sie gepflegt und gegebenenfalls repariert werden können, und wie sie sowie die Verpackungen, in denen sie ausgeliefert werden, am Ende des Produktlebenszyklus richtig entsorgt oder einem Recycling zugeführt werden sollen

FISCHER setzt auf authentisches, verantwortungsvolles Marketing und transparente Kommunikation. Durch aufrichtige und sachliche Informationen über unsere Produkte und unser Unternehmen schaffen wir Vertrauen und ermöglichen Konsument:innen, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Information und Kommunikation

Um unsere Stakeholder zu erreichen, nutzen wir eine Vielfalt an Kommunikationswegen. Online erreichen wir sie über unsere Website www.fischersports.com, diverse SocialMedia-Kanäle und die regelmäßig versendeten Newsletter.

Wir halten die Informationen über das Unternehmen und seine Produkte auf unserer Website und anderen OnlinePlattformen aktuell und achten darauf, sie möglichst verständlich und leicht zugänglich aufzubereiten Besucher:innen unserer Website können gewünschte Artikel online bestellen, bezahlen und in ausgewählte Länder zustellen lassen. Ausführliche Produktinformationen erleichtern die Auswahl des passenden Artikels und verringern zugleich die Retouren- und Umtauschquote. Für die zahlreichen Kund:innen, die den persönlichen Händlerkontakt schätzen, bieten wir im Online-Shop eine detaillierte Händlersuche sowie ProduktVerfügbarkeitsinformationen an.

Am Point of Sale werden Konsument:innen fachkundig über die Eigenschaften unserer Produkte informiert. Das Verkaufspersonal im Fachhandel wird zu diesem Zweck regelmäßig von uns geschult. Wir laden gerne Händler:innen, die sich vor Ort ein Bild von unserer Produktion machen möchten, in unser Stammwerk nach Ried ein und führen sie durch den Betrieb.

Weitergehende Informationen über FISCHER und FISCHERProdukte finden Interessierte in der Fachpresse und in anderen Medien. Wir pflegen den Kontakt zu Journalist:innen und informieren sie via Presseaussendungen über Produktneuheiten und aktuelle Entwicklungen im Unternehmen.

Weil Kommunikation keine Einbahnstraße ist, können sowohl Händler als auch Endkund:innen uns via Telefon, Mail oder das Kontaktformular auf unserer Website erreichen und beispielsweise Auskünfte zu Nachhaltigkeitsfragen einholen. Das Whistleblower-Kontaktformular auf unserer Website bietet die Möglichkeit der vertraulichen Meldung wahrgenommener Unregelmäßigkeiten.

Transparente Nachhaltigkeitskommunikation

Mit der Veröffentlichung des vorliegenden ersten FISCHERNachhaltigkeitsberichts haben wir unsere interne und externe Kommunikation zum Thema Nachhaltigkeit ausgeweitet und professionalisiert Mit diesem Bericht legen wir den Grundstein für eine umfassende transparente Kommunikation darüber, was wir ökologisch, sozial und wirtschaftlich leisten, welche Ziele wir uns setzen, welche Maßnahmen wir planen und mit welchen Kennzahlen wir unsere Fortschritte messen. Zusammengefasst legen wir darin offen, wo wir stehen und wo die Reise hingeht. Der Bericht steht als PDF-Dokument auf unserer Website zur Verfügung

Auf unserer Website haben wir einen eigenen Nachhaltigkeitsbereich ins Leben gerufen, in dem sich Interessierte einen Überblick über unsere wichtigsten Nachhaltigkeitserfolge und -highlights verschaffen können (www.fischersports.com/sustainability-at-fischer-sports)

Nicht zuletzt versuchen wir, mit unserer Kommunikation für ein bewusstes, umweltfreundliches und sicheres Verhalten in der Natur und am Berg zu sensibilisieren.

We practice what we preach

Wir legen Wert darauf, im Marketing und in der Werbung nur zu versprechen, was wir auch halten können.

Bei Marketingaktivitäten achtet FISCHER auf Authentizität. Bei Film- und Fotoprojekten möchten wir realitätsnahe Bilder vom Ski- und Hockeysport vermitteln. Content-Produktionen werden möglichst in lokalen Partnergebieten und Tourismusdestinationen umgesetzt. Wir praktizieren Carsharing bei Events, Shootings und anderen Veranstaltungen, und wir sprechen uns gegen umweltschädigendes Verhalten aus

Unser Anspruch ist „Practice what you preach“. Wenn wir postulieren, dass „unsere Produkte den Athlet:innen zu Bestleistungen und unvergesslichen Momenten verhelfen“,

dann wollen wir das auch belegen können. Wir tun dies etwa, indem wir Höchstleistungen in den Fokus stellen. In diesem Zusammenhang ist der Skirennsport für uns ein wichtiges Marketinginstrument.

FISCHER rüstet Europacup- und Weltcup-Athlet:innen –sowohl im Nordic als auch im Alpin Bereich – mit Material aus. Durch ihre Leistungen und Erfolge erbringen die Profisportler:innen den glaubwürdigen Nachweis, dass wir Produkte auf höchstem Niveau entwickeln und fertigen. Zusätzlich ist FISCHER auch bei Nachwuchsathlet:innen unterstützend tätig.

Im Eishockey haben wir Verträge mit einzelnen Spitzensportler:innen und Teams und rüsten diese mit unseren Schlägern aus. Damit wollen wir sichtbar machen, dass FISCHER Profigeräte herstellt, die jedem der Marktführer ebenbürtig sind.

Mit unseren Produkten bedienen wir aber in wesentlich größerem Ausmaß den vielfältigen Markt der Hobbysportler:innen. Wir setzen daher auch im Marketing auf Vielfalt und legen großen Wert darauf, in Bezug auf ethnische Herkunft, Geschlecht oder andere Diversitätsmerkmale niemanden auszuschließen.

Produktkennzeichnung

Gebrauchsanweisungen, Montageanleitungen und Pflegehinweise legen wir unseren Produkten entweder bei oder stellen sie online auf unserer Website zur Verfügung.

Bei ausgewählten Artikeln klären wir direkt am Produkt über die Maßnahmen auf, die bei dem jeweiligen Produkt getroffen wurden, um dessen Umweltverträglichkeit zu verbessern. Beispiele dafür sind die Verwendung nachwachsender Rohstoffe oder rezyklierter Ausgangsmaterialien, eine lokale Produktion, die effiziente Verwertung von Materialien oder der Einsatz erneuerbarer Energie.

Für unsere Produktkennzeichnungen setzen wir auf verschiedene Technologien, wo wir zukünftig Nachhaltigkeitsinformationen bereitstellen können.

Bei Skischuhen integrieren wir die Informationen mittels RFID-Chips. Bei Ski ist ein QR-Code im Design integriert, über den Nachhaltigkeitsinformationen abgefragt werden können. Endkonsument:innen können die zur Verfügung gestellten Informationen ebenso nutzen wie Entsorgungsbetriebe nach dem End of Life des Produktes.

Die nachhaltigkeitsbezogenen Produktinformationen geben wir derzeit freiwillig an, denn es gibt noch keine einheitliche Gesetzesgrundlage dafür. Gleichzeitig bereiten wir uns damit schon auf Anforderungen vor, die der geplante EU-weite Digital Product Passport mit sich bringen wird.

Ebenso freiwillig ist die Offenlegung der genauen Zusammensetzung unseres neuen Alpinski-Modells Curv GT Redefine im Produktkatalog.

Gesetzliche Vorgaben zur Kennzeichnung gibt es bislang überwiegend für Produktverpackungen. Je nach Exportland und Produkt sind von FISCHER unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen. Bei Lieferungen nach Italien muss das Unternehmen auf der Verpackung Hinweise für Konsument:innen über das Verpackungsmaterial und dessen Entsorgung anbringen. Auch in Spanien und Frankreich gibt es mittlerweile eine Kennzeichnungspflicht bezüglich Entsorgung. FISCHER bringt die verlangten Codes auf den Verpackungen seiner gesamten Produktpalette an. Ende des Geschäftsjahres 2023/24 hatten wir das bereits bei einem Großteil unserer Artikel realisiert.

Im Berichtszeitraum hat FISCHER gegen keine bestehenden Vorgaben im Zusammenhang mit der Kennzeichnung von Produkten verstoßen. Uns haben auch keine diesbezüglichen Beschwerden von Stakeholdern erreicht.

Künftige Anforderungen

Durch zu erwartende EU-Regularien werden sich die Anforderungen an Transparenz und Kennzeichnung erhöhen. Anfang 2024 hat das EU-Parlament die Richtlinie „Stärkung der Verbraucher für den ökologischen Wandel durch besseren Schutz gegen unlautere Praktiken und bessere Informationen“ beschlossen, die durch die geplante „GreenClaims-Richtlinie (GCD)“ in bestimmten Bereichen noch ergänzt werden soll. Letztere wird Anforderungen in Bezug auf Begründung und Kommunikation von Umweltzeichen und spezifische Umweltaussagen definieren.

Außerdem sieht der Vorschlag der zu erwartenden ÖkodesignVerordnung der EU vor, dass auf Produkten verpflichtend Informationen über deren Nachhaltigkeitsaspekte angebracht werden. Diese sollen in Form eines „digitalen Produktpasses“ auf einem Etikett angebracht werden.

FISCHER prüft die zu erwartenden EU-Regularien und bereitet sich darauf vor, sie vollumfänglich zu erfüllen –beispielsweise unsere für Kommunikation zuständigen Stellen einschließlich des Marketings – bezüglich der künftigen „Green-Claims-Richtlinie“ zu sensibilisieren.

Anhang

Zum Bericht

Das ist der erste Nachhaltigkeitsbericht von FISCHER Sports. Er ist an alle unsere Stakeholder adressiert. Ihr Vertrauen und unsere gute Beziehung zu ihnen bilden die Basis unseres Erfolgs. Der Bericht legt umfangreich und transparent offen, wie FISCHER seiner unternehmerischen Verantwortung gerecht wird, und enthält alle wesentlichen Informationen und Daten zur Darstellung der Managementansätze, Aktivitäten, Leistungen und Ziele von FISCHER für eine nachhaltige Entwicklung.

Berichtende Organisation und inkludierte Entitäten

Berichtende Organisation ist die FISCHER Sports GmbH mit Sitz und Produktionsstandort in Ried im Innkreis, Österreich. Die Berichtsgrenze umfasst auch die Tochterunternehmen (siehe Unternehmensgröße, -struktur und -standorte; S. 5) somit auch den zweiten Produktionsstandort von FISCHER in Mukatschewo, Ukraine.

Die Daten der Fischer GmbH und ihrer Tochtergesellschaften werden konsolidiert berichtet, auch wenn dies unternehmensrechtlich nicht vorgesehen ist. Die Muttergesellschaft von FISCHER, die im Sinne des § 244 UGB den Konzernabschluss zu erstellen hat, ist die Fischer Beteiligungsverwaltungs GmbH (FN 114802b).

Für ein vollständiges Bild von FISCHER erscheint es uns jedoch unerlässlich, auch über die Aktivitäten und Leistungen der Tochterunternehmen zu berichten, sofern damit wesentliche Auswirkungen verbunden sind, und diese

in den Kennzahlen zu integrieren. Daher haben wir für diesen Bericht eine fiktive Konsolidierung des FISCHER Teilkonzerns vorgenommen. Sofern einzelne Daten und Informationen von dieser Berichtsgrenze abweichen, ist dies an entsprechender Stelle im Bericht vermerkt.

Wenn im Bericht von „FISCHER“, „FISCHER Sports“ oder dem „Unternehmen“ die Rede ist, bezieht sich das meist auf den gesamten FISCHER Teilkonzern. Dies gilt auch für das Personalpronomen „wir“ und das Possessivpronomen „unser“. Informationen oder Daten, die sich nicht auf den Teilkonzern, sondern auf einzelne Gesellschaften beziehen, werden explizit durch Nennung der jeweiligen Firmennamen spezifiziert.

Berichtszeitraum und -rhythmus

Das Geschäftsjahr der FISCHER Sports GmbH erstreckt sich von Anfang März bis Ende Februar. Der Berichtszeitraum umfasst die Geschäftsjahre 2021/22 bis 2023/24. Der Bericht wurde im Jänner 2025 veröffentlicht

Der Bericht dient auch als Vorbereitung auf die künftig verpflichtende jährliche Berichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD), die die Konzernmutter FISCHER Beteiligungsverwaltungs GmbH ab dem Geschäftsjahr 2025/26 trifft. FISCHER wird daher keinen weiteren gesonderten Nachhaltigkeitsbericht mehr erstellen. Die Daten und Informationen, die im Zusammenhang mit den ESG-bezogenen Auswirkungen, Risiken und Chancen von FISCHER wesentlich sind, werden ab dann in die jährliche offenzulegende Nachhaltigkeitserklärung im Lagebericht der Muttergesellschaft integriert.

Standards und externe Prüfung

Der Bericht wurde in Übereinstimmung mit den Sustainability Reporting Standards der Global Reporting Initiative (GRI) erstellt. Die GRI-Standards sind ein weltweit verbreitetes und anerkanntes Rahmenwerk für eine transparente und vergleichbare Nachhaltigkeitsberichterstattung. Einen detaillierten Überblick darüber, welche GRI-Standards im Bericht abgedeckt sind und wo die jeweiligen Angaben zu finden sind, gibt der GRI-Inhaltsindex (S. 130).

Bei der Erstellung des Berichts wurde FISCHER von einem externen Experten für Nachhaltigkeitsberichterstattung unterstützt. Er hat dafür gesorgt, dass die GRI-Standards im Berichtsprozess richtig angewendet und im Bericht korrekt umgesetzt wurden.

Eine Überprüfung der im Bericht publizierten Informationen und Daten durch Wirtschaftsprüfer:innen oder sonstige Anbieter von Prüfungsleistungen wurde nicht beauftragt. Einen externen Prüfungsbericht gibt es daher nicht.

Schreibweise

Eine gendergerechte Sprache ist uns wichtig. Wenn sich in diesem Bericht personenbezogene Bezeichnungen nicht exklusiv auf ein Geschlecht beziehen, wollen wir dies auch in der Sprache sichtbar machen, indem wir geschlechtsneutrale Formulierungen, die Paarform oder den Gender-Doppelpunkt verwenden. Fallweise weichen wir ‒ etwa im Interesse der Lesefreundlichkeit ‒ davon ab, womit sich auch die männliche Form eines Ausdrucks auf alle Geschlechter beziehen kann.

Bestimmung der wesentlichen Themen

Dieser Bericht enthält Informationen zu Themen, die im Zusammenhang mit den Auswirkungen von FISCHER auf die Wirtschaft, Umwelt und Menschen wesentlich sind. Das können direkte Auswirkungen sein, die unmittelbar mit unserer Geschäftstätigkeit zusammenhängen, sowie indirekte Auswirkungen, die durch unsere Geschäftsbeziehungen in vor- und nachgelagerten Bereichen der Wertschöpfungskette oder im Lebenszyklus unserer Produkte entstehen. Eine zentrale Aufgabe des Nachhaltigkeitsmanagements von FISCHER (siehe Nachhaltigkeitsmanagementundorganisation; S. 20) besteht darin, die direkten und indirekten Auswirkungen laufend zu evaluieren und Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsthemen zu bewerten. Daraus ergeben sich jene Themen, für die wir in weiterer Folge wirksame Managementansätze zur Verbesserung unserer Leistung entwickeln. Die Ansprüche und Interessen unserer Stakeholder (siehe Unsere Stakeholder - unsere Partner; S. 27) werden in diesem Prozess berücksichtigt, je nach Aufgabenstellung binden wir Vertreter:innen der verschiedenen Stakeholdergruppen auch direkt ein.

Zusätzlich zu diesem kontinuierlichen Prozess der Identifikation und Bewertung von Auswirkungen und Themen, der von der internen Nachhaltigkeitskoordination geleitet wird, führte FISCHER im Vorfeld der Erstellung dieses Berichts eine umfassende und systematische Wesentlichkeitsanalyse durch. Im Rahmen dieser quantitativen und qualitativen Analyse wurden jene Themen identifiziert, die für das Nachhaltigkeitsmanagement und die Nachhaltigkeitsberichterstattung zentral sind.

Wesentlichkeitsanalyse

Die nachfolgend beschriebene Wesentlichkeitsanalyse wurde Ende 2021 durchgeführt. Wir haben dabei in drei Schritten die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Auswirkungen des Unternehmens identifiziert, bewertet und freigegeben.

1. Identifikation relevanter Themen

Im ersten Schritt hat das Projektteam von FISCHER unter Einbeziehung eines externen Experten für Nachhaltigkeitsmanagement und -berichterstattung jene Themen identifiziert, die in Anbetracht der spezifischen Geschäftstätigkeit des Unternehmens relevant sind. Ausgangsbasis dafür waren die 31 themenspezifischen Standards der Global Reporting Initiative (GRI)

Ein Standard wurde dann als relevant bewertet, wenn eine oder mehrere der Angaben, die der Standard umfasst, im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit von FISCHER von Belang war. Dabei sind die Erfahrungen aus dem laufenden Prozess zur Identifikation und Bewertung von Auswirkungen und Themen eingeflossen.

Von den relevanten GRI-Standards wurden einige zu übergeordneten Themen zusammengefasst. Darüber hinaus hat das Projektteam mehrere spezifische Themen ergänzt, die nicht von den GRI-Themenstandards abgedeckt sind. Das Ergebnis war eine Liste mit 23 relevanten Themen, die wir den folgenden Handlungsfeldern unserer Nachhaltigkeitsstrategie zugeordnet haben:

• Wirtschaftliche Leistungsfähigkeit

• Umweltfreundlicher Produzent

• Attraktiver Arbeitgeber

• Innovative Produkte

Die folgende Tabelle enthält die 23 relevanten Themen und bietet einen Überblick darüber, welche GRIThemenstandards ihnen zugeordnet wurden.

2. Bewertung der Themen mittels

Online-Umfragen

Im zweiten Schritt wurden die Themen bewertet. Dazu haben wir im Dezember 2021 eine Online-Befragung unserer Führungskräfte zu den Auswirkungen des Unternehmens durchgeführt sowie eine Online-Befragung unserer Stakeholder darüber, welche Bedeutung sie den einzelnen Themen beimessen. Zusätzlich zur quantitativen Bewertung, die nachfolgend näher beschrieben wird, konnten die Führungskräfte und Stakeholder auch qualitativ beschreiben, was ihnen im Zusammenhang mit den einzelnen Themen besonders wichtig ist und worauf FISCHER daher achten soll.

Die qualitativen Rückmeldungen zu den einzelnen Themen sind bei der Entwicklung der Ziele und Maßnahmen, die in diesem Bericht veröffentlicht sind, eingeflossen.

Auswirkungen von FISCHER

Im zweiten Schritt wurden die Führungskräfte und Betriebsräte von FISCHER zu den Auswirkungen des Unternehmens im Zusammenhang mit den einzelnen Themen befragt. 27 Personen haben an der Umfrage teilgenommen und zu jedem der 23 Themen eine ImpactBewertung zwischen 1 und 9 abgegeben 1 bedeutet, dass die Aktivitäten und Entscheidungen von FISCHER keine Auswirkungen im Zusammenhang mit diesem Thema haben, und 9 bedeutet, dass potenziell sehr große Auswirkungen damit verbunden sind. Positive Auswirkungen und negative Auswirkungen mussten getrennt bewertet werden. Der jeweils höhere Wert ist später bei der quantitativen Auswertung in die Grundbewertung eingeflossen.

Ergänzend dazu mussten die Befragten für jedes Thema eine Leistungsbewertung nach dem Schulnotenprinzip vornehmen

und hatten außerdem die Möglichkeit, Ideen oder Maßnahmen anzuführen, die zu einer Verbesserung der Leistung von FISCHER im Zusammenhang mit den einzelnen Themen beitragen könnten.

Im Sinne einer klaren Priorisierung wurden die Führungskräfte am Ende der Befragung gebeten, von den 23 Themen maximal 8 auszuwählen, bei denen FISCHER den größten Hebel hat, um zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Die Häufigkeit der Nennungen der einzelnen Themen spiegelt sich im sogenannten „Aufschlag durch Priorisierung“ wider. Dieser Bonus wurde mathematisch wie folgt errechnet: Grundbewertung des Themas mal Prozentsatz der Nennungen als eines der Themen mit der größten Hebelwirkung.

Ein Beispiel: Wenn der Mittelwert der Grundbewertung eines Themas bei 7 liegt und 50 % der Befragten dieses Thema als eines von jenen mit der größten Hebelwirkung für Nachhaltigkeit ausgewählt haben, ergibt das eine Gesamtbewertung von 10,5 (7 + 0,5 * 7 = 10,5).

Die so ermittelten Werte definieren die x-Koordinate der einzelnen Themen in der Wesentlichkeitsmatrix.

Bedeutung für die Stakeholder

An der Stakeholderbefragung haben 815 Personen aus folgenden Stakeholdergruppen teilgenommen:

• Eigentümer und Aufsichtsratsmitglieder

• Mitarbeiter:innen

• Freelancer

• Händler

• Lieferanten

• Markenbotschafter

• Endkunden

Die Stakeholder wurden danach befragt, wie wichtig ihnen die Leistung von FISCHER Sports in Zusammenhang mit den 23 Themen auf einer Skala von 1 (nicht wichtig) bis 9 (sehr wichtig) ist

Auch die Stakeholder wurden abschließend gebeten, jene maximal 8 Themen auszuwählen, die ihnen besonders wichtig sind.

Die Gesamtbewertung jedes Themas wurde, so wie bei den Führungskräften beschrieben, aus der Grundbewertung und dem Aufschlag durch Priorisierung errechnet. Die so ermittelten Werte definieren die y-Koordinate der einzelnen Themen in der Wesentlichkeitsmatrix.

Bei der Auswertung der quantitativen Fragen zur Wichtigkeit der einzelnen Themen wurde das durch die unterschiedliche Teilnehmerzahl in den Stakeholdergruppen bedingte Ungleichgewicht dadurch ausgeglichen, dass je Stakeholdergruppe und Thema ein Mittelwert aus allen abgegebenen Bewertungen gebildet wurde. Die quantitative Bewertung der einzelnen Themen entspricht dem Durchschnitt der Mittelwerte der 7 Stakeholdergruppen

3. Validierung und Freigabe der wesentlichen Themen

Das Ergebnis der beiden Bewertungsschritte wurde den Führungskräften im Rahmen eines Workshops präsentiert. Die quantitativen Bewertungen wurden vorab mittels einer sogenannten Wesentlichkeitsmatrix visualisiert und beim Workshop von den Teilnehmenden diskutiert. Im Zuge dessen wurde auch festgelegt, wo die Aufnahmeschwelle (= Kreisbogen in der Wesentlichkeitsmatrix) liegen soll. Die Verortung der Aufnahmeschwelle erfolgte auf Basis einer Abwägung zwischen den beiden GRI-Prinzipien Wesentlichkeit und Vollständigkeit und wurde von der Geschäftsführung freigegeben.

GRI-Inhaltsindex

Impressum

Eigentümer und Herausgeber

Fischer Sports GmbH

Fischerstraße 8, 4910 Ried im Innkreis, AUSTRIA

Tel. +43 7752 909-0

E-Mail: info@fischersports.com fischersports.com

REDAKTION / REPORTING TEAM

Dipl.-Sportl. Univ. Thomas Drindl

Mag. Christian Egger

Mag. Franz Föttinger

Mag. Mario Gutenbrunner

Daniel Jaudl

DI (FH) Peter Manhartsgruber MBA

Sascha Niedersüß

Mag. Jan Weiss

KONTAKT FÜR DEN NACHHALTIGKEITSBERICHT

DI (FH) Peter Manhartsgruber MBA

Mag. Mario Gutenbrunner

Tel. +43 7752 909-0

E-Mail: info@fischersports.com

Beratung und Redaktion

DI Harald Reisinger

Mag. Gudrun Troppmann

www.harald-reisinger.at

Produktion

GESTALTUNG, SATZ, GRAFIKEN & DIAGRAMME

Fischer Sports GmbH

Fischerstraße 8, 4910 Ried im Innkreis, AUSTRIA

FOTOS

Fischer Sports GmbH (Seite 1, 9, 10, 12, 13, 29, 30, 31, 39, 50, 51, 53, 56, 78, 90, 94, 99, 101, 104, 106, 107, 109, 116, 119), Fischer Archiv (Seite 7), NordicFocus (Seite 8, 29), Andreas Vigl (Seite 8), Florian Breitenberger (Seite 9), Max Kroneck (Seite 9), Andreas Vigl (Seite 33, 41, 59, 60, 66), Henrik Trygg, (Seite 46, 59), Patrick Baetz (Seite 46), Adobe Firefly (Seite 9, 55, 57, 84), Adam Klingeteg (Seite 97)

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