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Grossenhainer d

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GEGRÜNDET 2004

AUSGABE 01/04 - SEPTEMBER/OKTOBER/NOVEMBER

VORWORT

Großbauwerk Schleuse U e l z e n II – die besondere Herausforderung

1. JAHRGANG/NR . 01

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Innova – ein wichtiger Teil des Ganzen

Sehr geehrte Großenhainerinnen und Großenhainer, liebe Leser, Sie halten eine neue Zeitung in der Hand. Format, Papierqualität und sicher die Art der Berichterstattung sind neu und anders. Sie sind herzlich eingeladen, mit uns gemeinsam einen anderen Blick auf das Geschehen in Kreisstadt und Region zu werfen. Der „Großenhainer Herold“ wird über Firmen informieren, Kultur und Sport im Auge behalten sowie interessante Ereignisse aufgreifen. Er wird Politiker begleiten, von ihrer Arbeit berichten, eventuell Fragen stellen, versuchen, diese zu beantworten und vor allem stets bestrebt sein, ein attraktives, interessantes Medium zu sein. Die erste Ausgabe des Großenhainer Heroldes erscheint in einem Umfang von acht Seiten. Unser Team ist stets daran interessiert, Themen aufzugreifen, auch solche, die eventuell bisher zu kurz gekommen sind. Ein größerer Umfang unseres Blattes ist dabei ebenso angestrebt wie ein erweitertes Verbreitungsgebiet und ein Erscheinen in kürzeren Zeitabständen. Die Akzeptanz unserer Leser ist uns dabei sehr wichtig. Teilen Sie uns bitte mit, wie Ihnen Ihr erster „Herold“ gefallen hat. Hinweise, Tipps und Vorschläge nehmen wir gern entgegen und werden sie - in Ihrem Interesse - umsetzen.

Ihr NORBERT SAUER

Das größte Bauvorhaben, an dem die Innova-Baugesellschaft als Teil einer Firmenarbeitsgemeinschaft bisher mitwirkt, ist die Schleuse Uelzen II. Sie liegt zirka 50 km nördlich von Hannover. Obwohl die gegenwärtig genutzte Schleuse mit einem Hub von 23 Metern eine der größten deutschen Binnenschleusen ist, genügt sie den modernen Anforderungen der Schifffahrt nicht mehr. In den letzten Jahren

fähigkeit des Elbe-Seitenkanals entspricht den Zielen des Bundesverkehrswegeplans, den umweltfreundlichen Verkehrsträger Binnenschifffahrt stärker als bisher am Verkehrswachstum zu beteiligen. Mit einer Länge von 115 Kilometern stellt der Kanal den binnenseitigen Wasserstraßenanschluss des Seehafens Hamburg zum deutschen Kanalnetz dar. Der ESK hat sowohl nach der Vereinigung

und aus ökonomischen Gründen soll der Grundwasserhaushalt während der Bauphase nur sehr wenig beeinträchtigt werden.

INHALT

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Porträt: Annett Seidel

3 ER INT

SCHLEUSENUNIKAT MIT BESONDERER DIMENSION Deshalb mussten besondere konstruktive und technologische Verfahren zur Anwendung gebracht werden. Wegen der enormen

VIE

W

Burkhard Müller

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Politiker vor Ort

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Reptilien-Ausstellung

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EuroSpeedway

wurden in Spitzenzeiten an der Schleuse Uelzen I bis zu 86 Schiffseinheiten pro Tag geschleust. Die Notwendigkeit einer Steigerung der Attraktivität des Elbe-Seitenkanals erforderte eine Erhöhung von dessen Durchlassfähigkeit und führte so zum Neubau dieser Schleuse neben der bestehenden. Die Verbesserung der Leistungs-

Deutschlands als auch der Öffnung der osteuropäischen Märkte an Bedeutung gewonnen. Bei der Realisierung dieses imposanten Projektes sind technische Meisterleistungen gefragt, da die bereits vorhandene Schleuse nur einen Achsabstand von 70 Metern zur neuen hat. Der gegenseitige Einfluss muss möglichst gering gehalten

Größe der Baugrube erforderte die Entscheidung, während des Baus keine weitreichende Grundwasserabsenkung zuzulassen, höchste Anforderungen an Planung und Ausführung. Unter anderem wurde ein vielfältiges Messprogramm, das die Verformungen der Baugrube und des Umfeldes registriert und beurteilen hilft, eingesetzt.

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Der illegale EURO

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DB nicht durch Stadtpark FORTSETZUNG AUF SEITE 2

I N N O V A B A U G E S E L L S C H A F T M B H · G E S E L L S C H A F T F Ü R I N N O V A T I V E S B A U E N · B O B E R S B E R G S T R A S S E 1 2 · 0 1 5 5 8 G R O S S E N H A I N · T E L . 0 3 5 2 2 / 5 2 3 8 2 9 · F A X 0 3 5 2 2 / 5 0 3 8 7 5 · W W W . I N N O V A - B A U G E S E L L S C H A F T. D E


GROSSENHAINER HEROLD KOMMENTAR

Fortsetzung von Seite 2

Wieder alles Zone? Von Henry Müller Die apostrophierten blühenden Landschaften eines Utopisten, welcher dereinst auf die Wählerstimmen aus den „neuen“ Bundesländern angewiesen war, sind nicht entstanden. Die heißen jetzt Sonderwirtschaftszone Ost mit Niedriglohnsektoren, denen unter Zahlung von Buschzulage fragwürdige Entwicklungshilfe zuteil wird. Schadensminimierung ohne konsequentem Handeln an den richtigen Stellen. Untaugliche Konzepte, markige Worte, Berater ohne Kompetenz, aber viel Honorar. Honorig bedeutete früher ehrenhaft.... Werden durch Abgaben und Hartzkonzepte Lehrstellen und Arbeitsplätze geschaffen? Wo und was soll gearbeitet werden, wenn keine Jobs da sind? Ob nun zumutbar oder nicht. Sind alle Arbeitslosen faul, unwillig, lethargisch? Diametral dazu Abfindungen in unvorstellbarer Millionenhöhe, für in den Ruhestand geschickte „erfolglose“ Manager und Staatsdiener. Fristlose Entlassung mit Aussicht auf 300 Euro monatlich wäre oft angemessen, aber unvorstellbar. Dem gemeinen Mann wird der Bausparvertrag angerechnet! Der Kanzler suggeriert Zumutbarkeiten aller Art, und wenn der Lohn eben nicht reicht, muss es noch wo anders etwas dazu verdienen. Das Volk! Nicht Schröder und seine Mannen, die auf ihrem Schlingerkurs von einer „konsequenten“ Durchsetzung der „rettenden“ Reformen zur nächsten Ausrede taumeln. Bei künftigen Wahlen werden sie wohl in der einstelligen Prozentzone landen. Eine Stimmenwanderung, die für Deutschland nur wenig bringen wird. Basta! Ist eine sinnvolle und vor allem gerechte Umverteilung des durchaus vorhandenen Geldes die Lösung? Steht das Land am selben Punkt wie die DDR in Jahre 89? Wohl noch nicht ganz. Doch die Montagsdemonstrationen zeigen, dass Otto der Normalverbraucher die Konsequenzen schon spürt, aber sie wohl noch nicht schmerzlich genug fühlt? Aber spätestens im Januar wird’s kalt, gefährlich kalt!

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INNOVA – EIN WICHTIGER TEIL DES GANZEN

Uelzen II entsteht als Unikat von hoher Qualität. Diese Prämisse zieht sich von der Planung über die Konstruktion bis zum Tiefund Hochbau durch das gesamte Baugeschehen. Der Troggrundkörper entsteht als massives Bauwerk mit extrem hoher Dichtigkeit der Sohle. Er hat eine Länge von 265 m, eine Breite von 52 m und eine Höhe von 20 m. Daraus ergibt sich eine, für die Schifffahrt, nutzbare Länge von 190 m. Der Hub von Uelzen II beträgt 23 m. Die Schleusenkammer wird von bis zu 6,5 m breiten Stahlbetonwänden begrenzt. Sie hat eine Breite von 12,5 m und eine Höhe von 28,5 m. Längskanäle verbinden unterhalb der Kammersohle die Laufsysteme des Wassers. Die ersten Tiefbauarbeiten begannen 1998. Schritt-

weise folgten die Einschalungen, die Stahlbetonarbeiten, die Installation der Maschinen- und Anlagenausrüstung, der Strahlwasserbau und die elektro- und nachrichtentechnischen Anlagen. Die Inbetriebnahme soll Ende 2005 erfolgen. MISCHFAHRZEUGKOLONNE MIT 357 KM LÄNGE Am Massiv der neuen Schleuse werden zirka 250 000 Kubikmeter Beton und rund 33 000 Tonnen Bewehrungsstahl verbaut. Die immense Dimension dieses Baus soll ein kleines Beispiel verdeutlichen. Würde man alle benötigten Mischfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von sieben Kubikmetern in einer Reihe aufstellen, hätte diese eine Länge von 357 km. An diesem ehrgeizigen Vorhaben ist Innova gegenwärtig

mit einem Bauleiter und zwei den am weiteren Fortgang der Polieren, sechs Kranfahrern Arbeiten beteiligt sein. sowie 60 Stahlbetonbauern und EM Bauzimmerleuten beteiligt. Für das Referenzprojekt der InnovaBaugesellschaft wird von der Geschäftsführung, je nach Anforderung, der Mitarbeitereinsatz modifiziert und den jeweiligen Erfordernissen angepasst. Dem guten Ruf der Gesellschaft folgend sind für die Realisierung Arbeitnehmer hoher Qualifikation aller einschlägigen Bauhandwerksberufe erforderlich. Zuverlässige Stahlbetonbauer, Bauzimmerleute, Einschaler sowie Poliere Die Schleusenkammer von Uelzen II Foto: N. Sauer und Vorarbeiter wer- Anzeige -

ANNETT SEIDEL – SEIT DER GRÜNDUNG BEI INNOVA DABEI

Die rechte Hand des Chefs „So einen guten Chef hatte ich noch nie“, schwärmt Annett Seidel. Sie ist in der Verwaltung der Innova Baugesellschaft m.b.H. Großenhain tätig und sozusagen die rechte Hand des Geschäftsführers Norbert Sauer. Der diplomierte Wirtschaftswissenschaftler gründete das Unternehmen im März 2003 und beschäftigt fast 200 Mitarbeiter auf mehreren Baustellen im ganzen Bundesgebiet. Besonders gefällt der Chefsekretärin das gute Betriebsklima und dass Norbert Sauer auch menschlich, und nicht nur als Vorgesetzter, korrekt auf seine Mitarbeiter eingeht und für sie da ist. „Wenn man Freude an der Arbeit hat, schaut man nicht auf die Minute, da kommt die positive Resonanz ganz von allein“, verrät die 37jährige, die ihr Arbeitsverhältnis zunächst mit einer geringfügigen Beschäftigung begann. In der Firma ist die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation für nahezu alle Büroaktivitäten zuständig. Der tägliche Schriftverkehr, Terminabspra-

chen, das Rechnungswesen sowie die Personalangelegenheiten stehen ganz oben auf der Liste ihrer Aufgaben. Auch privat hat Annett Seidel eher eine enge Beziehung zum Bauen. Ihr Mehrfamilienhaus auf der Herrmannstraße wird in Eigenregie saniert und die Wohnungen selbst modernisiert. Da ihr Mann in der Woche auf Montage ist, geschieht das meist an den Wochenenden. Eine weitere Passion hat sie mit ihrem Chef gemeinsam, das Motorradfahren. Erst im November letzten Jahres erfüllte sie sich den Traum von der Fahrerlaubnis fürs größere Zweirad. „In meiner Jugend bin ich sehr gern Moped gefahren, es war immer mein Traum, eine größere Maschine zu fahren“, gesteht die Mutter zweier fast erwachsener Kinder. „Als Herr Sauer mir im September vergangenen Jahres eine Festeinstellung bei Innova anbot und daher eine gewisse finanzielle Sicherheit abzusehen war, habe ich es mir endlich gegönnt und mich bei der Fahrschule an-

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Annett Seidel, seit September 2003 fest bei Innnova angestellt.

gemeldet“, erzählt sie weiter. Die Prüfung hat sie bestanden, ein eigenes Motorrad bekam sie zu Ostern von ihrem Mann. Bereits kurz danach, an ihrem Geburtstag, unternahm sie eine

Foto: EM

große Tour damit. Seit Herbst 2003 arbeiten zwei weitere Kolleginnen mit Annett Seidel im Büro auf der Bobersbergstraße in Großenhain. EM


GROSSENHAINER HEROLD HENRY MÜLLER IM GESPRÄCH MIT GROßENHAINS BÜRGERMEISTER BURKHARD MÜLLER

Seit 11 Jahren Botschafter unserer Stadt Seit Juni 1993 sind Sie im Amt. Was gehörte zu Ihren ersten Aufgaben und was haben Sie bisher geschafft? Als ich 1993 durch den Stadtrat gewählt wurde, war der Haushalt in einem desolaten Zustand. Großenhain war praktisch handlungsunfähig. Bis 1996 konnte diese Situation wesentlich verbessert werden und wir haben auf jedem Gebiet in die Zukunft investiert. So wurde vor allem die Infrastruktur erneuert. Sie bildet die Voraussetzung für das städtische Leben. Dazu gehören Straßenbaumaßnahmen, Abwasserentsorgung, Wasserversorgung, Strom, Gas und Telefon. Alles Dinge, die heute selbstverständlich sind. Unsere größten Projekte waren die äußerst erfolgreiche 3. Sächsische Landesgartenschau sowie die Umnutzung des ehemaligen Militärflugplatzes. In diesem Jahr wird sich die 20. Firma dort ansiedeln. Wie sehen Sie die Entwicklung im Bereich Jugend und Sport? Nahezu alle Kindereinrichtungen und Schulen wurden auf einen zeitgemäßen Standard gebracht. Zwei neu gebaute, mehrere sanierte Sporthallen und weitere Sportanlagen sprechen außerdem eine deutliche Sprache. Ich denke, es macht mittlerweile Spaß, in Großenhain eine Kindereinrichtung zu besuchen, zur Schule zu gehen oder Sport zu treiben. Die Erzieher, Lehrer, Übungsleiter und Trainer sind sehr engagiert dabei, diese guten Voraussetzungen im Interesse der Kinder und Jugendlichen optimal zu nutzen. Ist eine Schwimmhalle ein Projekt, an dem noch gearbeitet wird? Nein. Wir müssen uns der Entwicklung stellen und überlegen, was sich die Stadt leisten kann. Der stetige Rückgang der Bevölkerung erfordert ein vernünftiges Abwägen neuer Investitionen, zumal im Umfeld Städte große Probleme haben,

ihre Hallenbäder zu betreiben. Im Bereich Kultur- und Freizeitanlagen ist sehr viel getan worden: zum Beispiel das NaturErlebnisBad, das Museum, das sehr attraktive Kulturhaus Schloss und die in Sanierung befindliche Bibliothek. Der Zuschussbedarf für eine Schwimmhalle von zirka 500.000 € jährlich würde zu Lasten anderer städtischer Leistungen aufgebracht werden. Das halte ich auf absehbare Zeit nicht für möglich. Wird Großenhain in naher Zukunft zur ämterlosen Stadt? Die Kraftfahrzeug-Zulassungsstelle ist geschlossen worden und das Gericht ist schon lange abgewandert? Wir müssen zwei Dinge unterscheiden: Es hat 1994 eine Kreisreform gegeben. Das Amtsgericht war der Preis dafür, dass Großenhain nach langem Kampf den Kreisstadtstatus bekam. Ich bin sicher, dass die Entscheidung bezüglich der Zulassungsstelle noch nicht endgültig ist. Zur Zeit ist es ein schmerzlicher Verlust, aber man soll die Hoffnung nicht voreilig aufgeben. Außerdem bin nicht nur ich der Meinung, dass die Außenstelle des Landratsamtes in Riesa auf Dauer, aus finanziellen Gründen, schwer zu halten sein wird. In drei bis fünf Jahren wird alles in Großenhain sein. Man darf aber auch nicht übersehen, dass in den letzten Jahren auch Ämter in Großenhain angesiedelt bzw. vergrößert wurden. Das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Gartenbau agiert weit über die Kreisgrenze hinaus und ist seit geraumer Zeit auch für den Kreis Meißen zuständig. Es ist für unseren ländlich geprägten Raum eine sehr wichtige Institution. Das Staatliche Vermessungsamt ist ebenfalls im Kreis Meißen tätig. Übrigens wird es bald in ein saniertes Gebäude im ehemaligen Bundeswehrgelände übersiedeln.

Wo steht Großenhain im Vergleich zu anderen Städten? Wir sind seit Jahren eine der investitionsstärksten Städte Sachsens und waren dabei einige Zeit sogar in der Spitzenposition. Grundlage dafür bildet eine sparsame, wirtschaftliche und auf Investitionen ausgerichtete Haushaltsführung. Tatsache ist aber, dass es schwer wird, dieses Niveau zu halten. Wir bekommen im nächsten Jahr 20 Prozent weniger Geld aus staatlichen Zuweisungen. Damit müssen wir auskommen. Das erfordert sicher noch weitere Einsparungen. Was haben Sie diesbezüglich ins Auge gefasst, wie kann das Defizit kompensiert werden? In den letzten Jahren gab es Abstriche beim Winterdienst, die Straßenbeleuchtung wurde zurückgefahren und die Pflege der Grünanlagen optimiert. Es muss noch vieles auf den Prüfstand, so zum Beispiel in diesem Jahr die Schulreinigung. Es werden auch einige unpopuläre Maßnahmen nicht zu umgehen sein. In Zukunft wollen wir die Einwohner verstärkt um Mithilfe bitten. Die rege Teilnahme am Frühjahrsputz zeigt, dass die Bereitschaft da ist, wenn es um Ordnung, Sauberkeit und Sicherheit geht. Das stärkt den Gemeinsinn. So wird auch mutwilligen Zerstörungen eher entgegengewirkt und der in den letzten Jahren erreichte gute Standart kann gehalten werden. Was kommt auf die Stadt zu, wenn die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe wirksam wird? Die Zuständigkeit dafür ist beim Landkreis bzw. der Agentur für Arbeit angesiedelt. Aus diesem Grund wird uns diese Maßnahme eher mittelbar betreffen. Aber die Auswirkungen werden wir alle spüren. Da die Arbeitslosigkeit in der Region relativ hoch ist, wird die Kaufkraft noch weiter sinken, was letztlich auch unsere Unternehmer und Händler zu spüren bekom-

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Foto: B. Günther

men. Und deshalb hat alles, was Arbeitsplätze schafft, oberste Priorität. Denn nur ausreichend Arbeit ist der Schlüssel dafür, dieses Problem zu entschärfen. Kann die Stadt überhaupt die Arbeitslosigkeit beeinflussen? Die Kommune selbst schafft keine Arbeitsplätze. Dies geschieht nur indirekt durch Investitionen. Diese schaffen oder erhalten in Form von Aufträgen an die Wirtschaft Jobs. Der Standort Großenhain muss für Gewerbe- und Industrieansiedlungen noch attraktiver gemacht werden. Der Verkehrslandeplatz ist ein Alleinstellungsmerkmal für das Industriegebiet und erhöht dessen Wertigkeit. Die Ortsumgehung der B 98 ist lebensnotwendig. Aber auch die Politik der kleinen Schritte ist wichtig. Wir unterstützen jeden Unternehmer, auch wenn dadurch nur ein Arbeitsplatz entsteht. Von der Beteiligung am StadtUmland-Projekt Dresden erhoffen wir uns weitere Impulse.

Wie sehen Ihre Pläne für die eigene Zukunft aus? Die Arbeit in Großenhain macht mir nach wie vor Spaß, ich spüre keine Verschleißerscheinungen. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Stadtrat hat begonnen. Gemeinsam mit ihm und der engagiert arbeitenden Stadtverwaltung werde ich mich den Herausforderungen der nächsten Jahre stellen. So ist zum Beispiel der Umgang mit einer schrumpfenden Stadt zu meistern. Daneben gilt es, alles, was wir geschaffen haben, zu erhalten. Und dann findet im kommenden Jahr das Festjahr aus Anlass der nachweislich ersturkundlichen Erwähnung unserer Stadt vor 800 Jahren statt. Es soll ein Fest der Bürger für die Bürger werden. Wenn wir es gemeinsam so anpacken wie die Landesgartenschau, wird es wieder ein Erfolg. Wie 2002 sollte jeder Einwohner Großenhains ein Botschafter für unsere Stadt sein und jede Gelegenheit nutzen, für unsere schöne Stadt zu werben.


GROSSENHAINER HEROLD MDB HENRY NITZSCHE IM POLIZEIREVIER GROßENHAIN

„Als Politiker muss man hinter der Polizei stehen!“ „Die innere Sicherheit liegt uns sehr am Herzen“, meinte MdB Henry Nitzsche während einer Stippvisite im Großenhainer Polizeirevier. Gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes, Norbert Sauer, ließ er sich von Revierleiter Michael Schmidt über Strukturen, Statistiken sowie gerade stattfindende Baumaßnahmen informieren. „Schon als Landtagsabgeordneter vertrat ich die Meinung, dass an der Sicherheit nicht gespart werden solle“, verriet Nitzsche und ergänzte: „Als Politiker muss man hinter der Polizei stehen!“ Deshalb sprach er sich auch dagegen aus, weitere Dienststellen abzuschaffen. Schmidt versicherte, dass das Revier in der Kreisstadt und der Posten in Thiendorf in der bis-

herigen Struktur bestehen blieben. „Im Zuge der EU-Erweiterung müssen die internationalen Vernetzungen aber noch verbessert werden“, merkte der Abgeordnete in diesem Zusammenhang an. VOR ORT-BEGEGNUNGEN SIND ENORM WICHTIG Der Erste Polizeihauptkommissar berichtete während des Treffens über die Polizeiarbeit vor Ort und konnte zudem auf stetig steigende Aufklärungsquoten und den Rückgang der Kriminalität in seinem Bereich verweisen. Großenhain steht zum Beispiel im Vergleich mit den Nachbarrevieren Meißen und Coswig auch in punkto Jugendkriminalität gut da. Gemeinsam verschafften sich die Besucher im Anschluss des

Gespräches einen kleinen Überblick über die Rekonstruktionsmaßnahmen und die Modernisierung der Gebäude. Zurzeit werden unter anderem der Innenhof, die Umkleideräume sowie die Garagen saniert und es entstehen neue Arrestzellen. Eine Modernisierung der Räumlichkeiten war dringend notwendig, denn vieles stammte noch aus tiefsten DDR-Zeiten. Gegenwärtig sind 50 Mitarbeiter im Polizeirevier beschäftigt. „Das hört sich zunächst viel an, in einer Schicht sind aber nur fünf Beamte tätig, außerdem gehören da noch der Ermittlungsdienst und die Kriminalbeamten dazu. Vor der Wende waren hier über 120 Mitarbeiter tätig“, gab Schmidt einen kleinen Überblick über die Personalstatistik.

STELLENANGEBOTE

Der Großenhainer Polizeichef sah es als hohe Wertschätzung an, dass ein Mitglied des deutschen Bundestages das Revier besuche. „Vor-Ort-Begegnungen sind enorm wichtig“, resümierten Gäste und Revier-

leiter übereinstimmend. „Man lernt viel über die Arbeit an der Basis und kann sich außerdem ein besseres Bild von der Tätigkeit der Leute machen“, freute sich Nitzsche. EM

Großenhains Revierleiter Michael Schmidt im Gespräch mit MdB Henry Nitzsche. Foto: EM

BAVARIA FUN-BIKER ZU GAST IN SACHSEN

„Wir sind von der Entwicklung Grossenhainer d

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Unser Team soll durch eine kompetente Anzeigenberaterin verstärkt werden. Ihre ausführlichen Bewerbungsunterlagen senden Sie bitte an Großenhainer Herold · Bobersbergstraße 12 · 01558 Großenhain

Frank Rabald Rechtsanwalt 01558 Großenhain Meißner Straße 6

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beeindruckt“ „Für uns ist das Motorradfahren Ausgleich und Entspannung“, erklärt Alfred Büchele, der Präsident der Bavaria FunBiker aus Aichach. Zehn Motorradfans besuchten mit ihren Partnern Norbert Sauer in seiner neuen Heimat. Der Bauunternehmer ist seit der Gründung 1995 Mitglied des eingetragenen Vereins. Nach 470 Kilometern Fahrt verbrachten die bayrischen Fun-Biker ein Wochenende in Großenhain und besuchten unter anderem Dresden. Nach einer Stadtrundfahrt, der Besichtigung der Semperoper und dem Erlebnis Seilbahn am Blauen Wunder zeigten sich die Gäste beeindruckt von der Entwicklung der letzten Jahre. „Ich war etwa vor fünf Jahren schon einmal hier und freue mich über die positiven Ver-

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Die Gäste aus Bayern kurz vor der Abfahrt in die Heimat an ihrer Unterkunft, dem Hotel „Stadt Dresden“. Foto: EM

änderungen“, resümiert Büchele, der im „richtigen“ Leben Direktor der Bausparkasse Schwäbisch-Hall ist. „Die Ausfahrten sind für unseren Club der Kontrast zur Welt des Anzuges und der Büros“, verrät er mit einem

Augenzwinkern. Die insgesamt 40 Mitglieder möchten während ihrer Fahrten die Natur genießen und Spaß haben. Deshalb lenken sie auch ihre Chopper und Cruiser gemütlich auf die Landstraße, anstatt auf die Autobahn.


GROSSENHAINER HEROLD EXPOSITION

Regenwald und Wüste in der Remontehalle „In über 100 artgerecht eingerichteten Terrarien werden vom 1. bis 4. Oktober in der Remontehalle 3 mehr als 300 der schönsten und interessantesten Reptilien und Amphibien gezeigt“, schwärmt Marcel Krause. Eine Exposition der besonderen Art wird Anfang Oktober in Großenhain zu Gast sein. Flinke Leguane und stolze Warane klettern durch das Unterholz tropischer Dschungelvegetationen, bunte Frösche und die giftige Aga faszinieren die Besucher. Kröten quaken im Dunst des Regenwaldes, geheimnisvolle Spinnen huschen über den heißen Wüstensand und gewaltige Schlangen, wie der Python oder die Anakonda, halten züngelnd Ausschau nach Beute. Die spektakulärste Reptilienschau Europas präsentiert per „Weltreise“ die schönsten und interessantesten Reptilien unserer Erde.

In der Remontehalle werden fünf Kontinente - vom tropischen Regenwald, afrikanischer Steppe, australischem Busch bis hin zur Wüste - durchwandert. Zu erleben sind die Vielfalt und Einmaligkeit bizarrer Reptilien, Amphibien und Insekten.

„Reptilienflüsterer“ durchwandert Kontinente Eine geheimnisvolle Welt tut sich auf: Mit atemberaubendem Farbspiel und unvergleichlicher Schönheit verzaubern die Tiere dieser Ausstellung den Besucher und ziehen Jung und Alt in ihren Bann. Inmitten der typischen Vegetation eines jeden Erdteils, umgeben von stimulierenden Licht- und Nebeleffekten sowie den „Stimmen des Regenwaldes“, lassen die Gäste sehr schnell den Alltag mit all seinen Sorgen zurück. „World of Reptiles“ ist mehr als nur eine schöne, artgerechte

Ausstellung. Reptilien-Experte Peter Rieth, auch bekannt als „Reptile Hunter“, der zoologische Leiter des Unternehmens, demonstriert im Einklang mit dem geltenden Tier- und Artenschutzgesetz das Verhalten der exotischen Geschöpfe und lässt den staunenden Besucher in atemberaubenden Live-Vorführungen diese wunderschönen Tiere hautnah erleben. Sowohl die Boa Constrictor von über vier Metern Länge als auch der gefräßige Mississippi Alligator, in seinen Händen werden die Reptilien zu Schmusetieren, die sich auch gerne mal von Kindern streicheln lassen. Durch seine spannenden und lehrreichen Erläuterungen lässt er die gefürchteten Tiere in einem anderen Licht erscheinen und nimmt den Besuchern die Angst vor den wohl einzigartigsten Lebewesen unserer Erde. EM

Peter Rieth demonstriert mit atemberaubenden Live-Vorführungen das Verhalten der Reptilien. Foto: PR

Öffnungszeiten: vom 1. bis 4. Oktober 10.00 – 20.00 Uhr Eintrittspreise: Kinder bis 1,10 Meter Körpergröße in Begleitung eines Erwachsenen: Eintritt Frei Jugendliche: 3 Euro Erwachsene: 6 Euro Gruppenrabatt: auf Anfrage Infos unter: www.remontehalle.de · Tel.: 03522 / 63 190

EUROSPEEDWAY LAUSITZ

Aktion in neun Serien bei der BERU Top 10 Klettwitz. Vom 10. bis 12. September gastiert die BERU Top 10 auf dem EuroSpeedway Lausitz. An drei Tagen wird dem Zuschauer am Wochenende viel Aktion auf der Strecke geboten. Neun spannende Serien aus

dem Formel- und Tourenwagensport sind wieder an Ring zu sehen. Alfa 147 Cup, Deutsche Tourenwagen Challenge DTC, Ford Fiesta ST Cup, Formel 3, Formel König, DMSB-Formel Renault Cup, DMSB-Renault

Clio Speed Trophy, Toyota Yaris Cup und Formel Volkswagen. Am kommenden Wochenende ist auch wieder Komfort-Camping am EuroSpeedway Lausitz möglich. Zelten direkt an der Haupttribüne mit warmen

Ford ist schon seit Jahrzehnten eine feste Größe in den Markenpokalen.

Foto: EM

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Duschen und Stromanschluss Wecken durch satten Motorensound inklusive. Das Wochenendticket kostet nur 25 Euro. Am Freitag ist man mit 5 Euro dabei, am Samstag mit 10 und am Sonntag mit 20 Euro. Kinder bis einschließlich 12 Jahren haben freien Eintritt (Infound Ticket - Hotline 01805/880288). Der Veranstalter, der ADAC Berlin-Brandenburg, stellt den Lesern des „Großenhainer Herold“ 3 x 2 Freikarten zur Verfügung. Interessierte Motorsportfans können am Freitag, dem 10. September von 14 bis 16 Uhr, unter 03522 / 52 38 29 anrufen. Jeder 10. Anrufer gewinnt und erhält bei etwas Glück Wochenendtickets für die BERU Top 10. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

TERMINE 17. September Speed Days - Selber-Fahren von 9.00 bis 17.00 Uhr 18. - 19. September Lauf zur historischen Supertourenwagen-Serie 22. September TopSpeedRacing Formel-Rennfahrerschule 23. September Motorradschule Ralf Waldmann 09. - 10. Oktober „2. Herbstglühen am EuroSpeedway Lausitz“ mit Finallauf zum Viertelmeilen-Cup - 5. Lauf 15. Oktober TopSpeedRacing Formel-Rennfahrerschule 30. - 31. Oktober TopSpeedRacing Formel-Rennfahrschule


GROSSENHAINER HEROLD HIGHLIGHTS

VON SICHERHEITSINGENIEUR DR. SCHNEIDER

Besteht Versicherungsschutz bei der Mittagspause im Park? Drinnen Büromief, draußen Sommersonne. Da heißt es bei vielen: Nichts wie raus. In der warmen Jahreszeit halten viele Arbeitnehmer ihre Mittagspause lieber im Park oder im Straßencafe als in der Kantine oder im Sozialraum ab. Ändert sich dadurch bei einem Unfall der Versicherungsschutz?

Maifest der CDU

10. Super Moto des ADAC Großenhain

bei einem Spaziergang der Fall. Ein kurzer Bummel durch den Park macht zwar wieder fit, ist aber dem allgemeinen, persönlichen Lebensbereich zuzurechnen. Ebenso viele andere typische Pausenbeschäftigungen, wie der Einkauf im Supermarkt, der Eisgenuss im Straßencafe oder

das Sonnenbad an der Uferpromenade. Auch Essen und Trinken zählen zum persönlichen Lebensbereich. Denn stärken muss sich der Mensch ganz unabhängig von seiner beruflichen Tätigkeit. Ob am Arbeitsplatz, in der Kantine oder im Restaurant – solange der Arbeitnehmer mit Nahrungs-

aufnahme beschäftigt ist, greift der gesetzliche Unfallversicherungsschutz nicht. Wer sich allerdings auf dem Weg dorthin oder auf dem Rückweg verletzt, ist wiederum versichert. Denn, dass man sich zum Mittagessen vom Arbeitsplatz wegbewegen muss, hat eindeutig betriebsbedingte Gründe.

Jeder arbeitende Mensch hat das Recht auf Pausen. Die Arbeitszeiten stehen daher in einem inneren Zusammenhang mit der Beschäftigung und sind grundsätzlich durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Wer seine Pause an der Arbeitsstätte verbringt, ist gegen die mit dem Betrieb zusammenhängenden Gefahren versichert, selbst wenn er fahrlässig oder verbotswidrig handelt und dadurch einen Unfall verursacht. Anders sieht es aus, wenn kein „innerer“ Zusammenhang zwischen Pause und Beschäftigung besteht. Das ist zum Beispiel REMO BENNEWITZ ZU BESCHÄFTIGUNG UND ARBEITSMARKT

Der „illegale“ Euro

Stadtfest

Fotos (4): EM

Georg Milbradt auf Wahlkampftour

„Schwarzarbeit wird oft mit Leistungsmissbrauch verwechselt“, informiert Remo Bennewitz. Er ist der Leiter der Geschäftsstelle Großenhain, der Agentur für Arbeit und klärt weiter auf: „Die Ursachen illegaler Beschäftigung liegen unter anderem im Bestreben der Arbeitgeber, die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten. Und für die Schwarzarbeiter besteht natürlich der Anreiz, den zusätzlichen Euro unter Umgehung von Gesetzesvorschriften zu machen.“ Es gibt mehrere Formen der illegalen Beschäftigung. Zum ersten die Arbeitnehmerüberlassung. Eine Zeitarbeitsfirma gibt ihre Arbeitskräfte einem

Dritten, ohne dafür die von der Bundesagentur erforderliche Erlaubnis zu besitzen. Das ist insofern für den Betrieb, der sich die Leute entleiht, lukrativ, da er keine arbeitsrechtlichen Pflichten erfüllen muss. Die Arbeitnehmer wechseln oft zwischen den verschiedenen Entleihern und können so umfangreiche Berufserfahrung sammeln, was wiederum für sie von Vorteil ist. Ein weiterer Verstoß gegen das Gesetz ist die Beschäftigung illegal nach Deutschland Eingereister. „Ausländer, die nicht Bürger von EU-Ländern sind und Staatenlose brauchen grundsätzlich eine Arbeitserlaubnis“, umreißt Blanka Layda das Gesetz. Sie ist im Arbeits-

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amtsbezirk Meißen / Riesa / Großenhain für Schwarzarbeit „zuständig“. Gültige Arbeitserlaubnis ist Bedingung Illegale werden häufig gezwungen, zu Dumpinglöhnen zu arbeiten. Da sie oft auch keine Aufenthaltsgenehmigung haben, können sie zudem ihre Arbeitsrechte nicht geltend machen. Firmen, die diese Form der Beschäftigung nutzen, haben ebenfalls weniger Lohnkosten und deshalb Vorteile am Markt. Sie verdrängen legal arbeitende Betriebe aus dem Wettbewerb, da sie die Arbeitskraft günstiger anbieten können. Zur Benachteiligung legal arbei-

tender Betriebe führt auch die Schwarzarbeit, da für den illegal Beschäftigten keine Steuern abgeführt werden und die Sozialversicherungsbeiträge ebenfalls „eingespart“ werden. Die selbständige Ausübung eines Handwerkes, ohne Eintrag in die Handwerksrolle, ist ebenfalls nicht zulässig. Eine Ursache dafür kann die fehlende Qualifikation wie zum Beispiel in vielen Berufen der notwendige Meisterbrief sein. Ein Manko für den Auftraggeber ist dann oft die Nichtgewährleistung von Qualitätsstandards und Garantieleistungen. „Es müssen alle in der Gewerbeordnung vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt sein, um legal zu arbei-


GROSSENHAINER HEROLD

Schwarzarbeit ist in Baugewerken sehr verbreitet. Die abgebildeten Personen sind mit den im Text aufgeführten nicht identisch. Foto: EM

ten“, betont Bennewitz in diesem Zusammenhang. Außerdem wird so mancher „illegale“ Euro durch Leistungsmissbrauch gemacht. Um das geringe Einkommen, dass zum Beispiel aus Sozialleistungen resultiert, aufzubessern wird in einer nichtangezeigten Nebentätigkeit etwas dazu verdient. Schwarzarbeit ohne Erfüllung der Mitteilungspflicht gegenüber dem Arbeitsamt nennt der Ge-

setzgeber ebenfalls Leistungsmissbrauch. Blanka Layda weiß ebenfalls zu berichten, dass Leistungsmissbrauch in allen Berufsbranchen anzutreffen ist. Gefährdung des sozialen Systems „In den meisten Sektoren, die Leistungen beziehen, sogar in der Arbeitsvermittlung, werden Fälle von falschen oder unterlassenen Angaben in Anträgen

festgestellt. Eine weitere Straftat ist die unterlassene Mitwirkungspflicht“, informiert sie weiter. Alle diese Vergehen gefährden das soziale System. Die rechtlichen Ahndungsgrundlagen sind im Strafgesetzbuch unter den Stichworten Ordnungswidrigkeit und Betrug nachzulesen. Durch eine unterlassene Anmeldung von Arbeitnehmern, auch von kurzzeitig Beschäftigten, bei der Kran-

kenkasse werden dem Staat Sozialversicherungsbeiträge vorenthalten. Dies geschieht auch durch die Unterschlagung von Pauschalsteuern. Der Arbeitnehmer hat in diesen Fällen besonders „billige“ Arbeitskräfte in seiner Firma beschäftigt. Oft werden auch ausländische Arbeitskräfte oder Arbeiter, die bei ausländischen Unternehmen beschäftigt sind, in Hauptunternehmen eingebunden. Durch diesen Schachzug umgeht der Unternehmer die übernommenen Pflichten zur Erstellung eines Gewerkes oder möchte dieses möglichst billig ausführen. Mehr Arbeitsplätze ohne Schattenwirtschaft Zum Teil kommen auch ausländische Unternehmen ihrer Anzeigepflicht zur Sozialversicherung nicht nach, wenn sie im Bundesgebiet tätig werden. So muss die Beschäftigung ebenfalls bei einer Krankenkasse gemeldet sein. Weitere ungesetzliche Mittel, um Kosten zu minimieren, sind das Einbehalten

CDU- STAMMTISCH

der Umsatzsteuer, das Umgehen von Arbeitsschutzvorschriften sowie die Nichteinhaltung von tariflichen Arbeitszeiten und Löhnen. Diese Aufzählung zeigt weitere Fälle von illegaler Gewinnmaximierung. Zusammenfassend stellt Bennewitz klar: „Billiges Arbeiten unter Umgehung der Pflichten der Solidargemeinschaft sowie die Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben verhindern ordnungsgemäße Beschäftigung. Mindestens eine halbe Million Arbeitsplätze könnten ohne Schattenwirtschaft geschaffen werden“, ärgert sich der Arbeitsamtschef. Durch ein reales Beitrags- und Steueraufkommen könnte der Staat mehr Aufträge erteilen. In der Folge würden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Dies hätte unter anderem zur Folge, dass die Beitrags- sowie Steuersätze und damit die Lohnnebenkosten sinken würden. Dadurch ließen sich Beschäftigungsanreize schaffen und die Arbeitslosigkeit würde automatisch sinken. VERANSTALTUNGEN

DB fährt noch nicht durch den Stadtpark Die Verlegung der Bahnlinie Berlin-Dresden tiefer in den Stadtpark hinein ist aus finanziellen Gründen bis auf einen unbestimmten Zeitpunkt verschoben. Diese Aussage aus berufenem Munde ließ Tilo Hönicke nicht minder lokalpatriotisch den letzten CDUStammtisch in den Diakonischen Werkstätten leiten. Gilt Großenhains Stadtbaudirektor doch als vehementer Gegner eines möglichen Einschnittes in die grüne Lunge der Kreisstadt. Der Konzernverantwortliche der Deutschen Bahn für Mitteldeutschland, Hans-Jürgen Lücking, berichtete neben dieser Information über weitere Projektverzögerungen, die durch die finanzielle Not seines Unternehmens entstehen. „Eine langfristige Planung ist uns nicht möglich, da die Mittel nicht sicher sind“, verteidigt Lücking die Unbestimmtheit einiger seiner Aussagen. So konnte er sich unter anderem auch

nicht festlegen, zu welchem Zeitpunkt die Anlagen rund um den Cottbusser Bahnhof endgültig fertig gestellt werden. Der vollständige Umbau auf die Hochgeschwindigkeitstauglich-

Lüge. „Obwohl diese Hemmnisse auftreten, werden die Bahnübergänge geschlossen und der Bau des ersten Abschnittes der Ortsumgehung der Bundesstraße 98 spätestens

Das Warten an den Schranken der Berliner Straße soll ab nächstem Jahr der Vergangenheit angehören. Foto: EM

keit der Bahnlinie Berlin-Dresden erfolgt ebenfalls nicht planmäßig. Grund dafür sind der Wegfall der Einnahmen durch die EU-Vignette sowie die Maut-

Anfang nächsten Jahres begonnen“, versprach Bernd Rothe, Abteilungsleiter im Sächsischen Wirtschaftsministerium. Er, der neue Amtsleiter des

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Straßenbauamtes Meißen, Holger Wohsmann und Henry Nitzsche, der Bundestagsabgeordnete der CDU für die Region, der die gewünschten Projekte in Berlin „beflügeln“ soll, waren zum Forum in die Diakonischen Werkstätten gekommen. „Es spricht sowohl für Großenhain als auch für die Wichtigkeit der Themen, dass so viel Prominenz an diesem Abend bei uns zu Gast war“, resümiert Hönicke. Für die Beharrlichkeit der Verantwortlichen spricht zumindest ebenfalls die Aussage, dass das Planfeststellungsverfahren für den zweiten Abschnitt der Ortsumgehung B 98 auch für das nächste Jahr avisiert ist. „Die Erfahrungen anderer vergleichbarer Städte zeigen, dass diese Umfahrungen oft nicht genutzt werden und sich der Verkehr trotzdem durch die Stadt quält“, verteidigt Hönicke die Schließung der Bahnübergänge, auch ohne bahntechnische Notwendigkeit. EM

Schulanfang

Protest gegen Hartz IV

Fotos (2): EM


GROSSENHAINER HEROLD NACHDENKLICHES

RÄTSEL

Verlasse die Enge, öffne die Tür in einen neuen Raum. Es ist nicht zu spät, dich selbst neu zu erfinden. Wer willst Du sein? Wie willst Du leben? Wie willst Du Deine Freunde herausfordern und ermuntern? Zeig, dass Du noch lange nicht fertig bist und dass es noch viel an Dir zu entdecken gibt. Sag es zuerst Dir selbst und glaube es, die anderen werden es merken. Ulrich Schaffer

IMPRESSUM Herausgeber: INNOVA Baugesellschaft m.b.H. Geschäftsführer Norbert Sauer Bobersbergstraße 12, 01558 Großenhain Tel.: 03522 / 52 38 29 · FAX: 03522 / 50 38 75 e-mail: Innova@gmx.de Anzeigen: Gräser Verlag Großenhain OHG Mozartalle 129, 01558 Großenhain Tel: 03522 / 51 01 17 · FAX: 03522 / 50 25 86 e-mail: HeroldGRH@aol.com verantw. Redakteur: Henry Müller e-mail: HeroldGRH@aol.com Layout und Druck: Starke & Sachse Offsetdruckerei GmbH, Großenhain Mozartallee 129, 01558 Großenhain Erscheinungsweise: Der Großenhainer Herold erscheint vierteljährlich. Die Zustellung erfolgt kostenlos an alle erreichbaren Haushalte und Geschäfte der Kreisstadt Großenhain. Die von uns gestalteten Anzeigen sind rechtlich geschützt. Nachdruck auch auszugsweise - ist nicht gestattet.

WAAGERECHT: 1. Wandknick, 3. chin. Grenzfluss, 4. Entfernung, 6. Reizleitung, 6. Brauch, 10. verwesende Tierleiche, 11. Großvater (Kosew.), 12. hochgelegenes Flachland, 14. persische Hauptstadt, 17. Kunstgattung, 19. Zahlwort, 22. deutscher Fluss, 23. Wetter, 25. trockene Getreidehalme, 27. Mittelmeerinsel, 30. arabisch: Vater, 31. latein. Grußwort, 32. Wind am Gardasee, 34. engl. Anrede, 36. gekörnter Stoff, 39. Emirat in Asien, 42. Blechblasinstrument, 47. Einheit d. Geschwindigkeit, 49. Getreideart, 50. franz. Anrede, 51. Missgunst, 53. engl.: Woche, 54. Gesangsensemble, 55. Sinnesorgan, 57. Rückschlagspiel, 59. Körperteil zw. Brust und Hüfte, 61. Staat im Orient, 63. Musikstück für 5 Stimmen, 66. Aussatz, 68. Wohnheim, 72. dicht. für Löwe, 73. Elektrokardiogramm (Abk.), 75. Handelsgesetzbuch (Abk.), 77. weibl. Vorname, 78. afrik. Staat, 80. afrik. Tier, 83. Singvogel, 84. ungebraucht, 85. engl.: Ei, 87. schwimmender Gletscher, 90. Achtung, 92. Export, 95. umgangsspr. für unwohl fühlen, 96. Elektroenzephalogramm (Abk,), 97. Untergang, Verfall, 98. chem. Element, 99. Mischling Europ.-Indianer, 100. afrik. Staat, 101. Heizgerät SENKRECHT: 1. Ackergerät, 2. Elfenkönig, 3. Spaltwerkzeug, 4. Teil des Baumes, 5. span. Anrede, 7. bedeutende Person (Abk.), 8. schweizer Urkanton, 9. Singvogel, 12. Ackergerät, 13. Gestalt am Naumburger Dom, 15. Erfolgsschlager, 16. griech. Buchstabe, 17. engl. Edelstein, 18. Gefahrenzustand, 20. windabgewandte Schiffsseite, 21. engl. Luft, 23. olivgrüne Papageienart, 24. Zeichen, Leberfleck, 26. Hinweis, 28. Abonnement (Abk.), 29. engl. Bier, 30. Ausdünstung, 31. Kurzz. Für ein Trillionstel, 33. Baustein der Materie, 35. kreisförmig, 37. Waldtier, 38. niederl. Stadt, 40. Gedächtnisverlust, 41. Steuer- u. Regelanlage, 43. Art des Vorgehens, 44. Laut, 45. Spion, 46. Teil des Mittelmeers, 48. babylonischer Himmelsgott, 52. weibl. Vorname, 55. Obdach, Bleibe, 56. australischer Laufvogel, 58. Wasservogel, 60. Körper, 61. Nebenfluß d. Amazonas, 62. explodierender Stern, 63. Zubehör beim Billard, 64. Nebenfluss der Donau, 65. Tanzfigur d. Quadrille, 67. englische Kneipe, 69. männl. Vorname, 70. afrikanischer Strom, 71. Raubkatze, 74. dem Meer abger. Land, 76. Provinz in Indien, 79. kurz für Ragtime, 81. europ. Währungsverbund (Abk.), 82. franz.: Straße, 83. Scheuermittel, 84. einfältiger Mensch, 86. Faserfaden, 88. elektr. geladenes Atom, 89. Gutschein, Quittung, 90. Alkohol. Getränk, 91. aromatisches Getränk

Viel Spaß beim Lesen des „Großenhainer Herolds“.

Carsten Heine vom Stadtrat in den

Landtag Am 19. September unabhängig wählen unabhängig sein !

LANDTAGSWAHL 2004 ERSTSTIMME = HEINESTIMME !

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Herold 09-2004  

stand von 70 Metern zur neuen Kanal den binnenseitigen Was- te an Bedeutung gewonnen. Bei der Realisierung dieses impo- serstraßenanschluss...

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