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DE RONDE

lich ebenfalls nass und schlammig und bei maximal 22 Prozent Steigung für die wenigsten unserer Begleiter fahrbar. Bis auf Johannes, der – big respect dafür – den Hügel mit einer dicken Mühle fahrenderweise bewältigte und dann halt oben auf mich warten musste, da ich wie so viele andere aufgrund des stockenden Verkehrs vor mir den Grip verlor und anschließend die Geh-Eigenschaften meiner Radschuhe auf nassem Kopfsteinpflaster testete – in diesem Moment wünschte ich mir die Mountainbikeschuhe meines Vordermanns, der mir allein auf der Schiebepassage wahrscheinlich zwei Minuten aufbrummte. Nach einer gewissen Zeit des gar nicht so gemächlichen Reisens bemerkte ich leichte Anzeichen von Krämpfen, die natürlich hauptsächlich der geringen Außentemperatur von circa 12 Grad Celsius und der Geh-Einlage geschuldet waren und nicht der Unförmigkeit der Protagonisten. Um die Finishline zu erreichen, musste auch ich taktisch vor den noch fehlenden beinharten Anstiegen etwas umbauen und eine nach der anderen Gruppe ziehen lassen. An der Mauer von Geraardsbergen hielten wir zudem kurz inne, um uns das „Leiden“ unserer Artgenossen auch mal vom Streckenrand aus anzusehen – der Hügel tut übrigens richtig weh. Zudem war es eine gute Gelegenheit, um Kraft für die lächerlichen restlichen 100 Kilometer zu tanken, die noch auf uns warteten. Den Rennmodus mental wieder

abgestreift, fuhr es sich dann von Oudenaarde entfernt ist) erdeutlich entspannter durch die schöpft, aber dennoch sehr zubelgische Landschaft. Für die frieden in Richtung Ortszentrum. Pavé-Segmente entwickelte man Die Temperatur lud uns jedoch eine gewisse Routine, das Antre- nicht gerade ein, um uns wie die ten nach Streckenverjüngungen belgischen Sportkollegen unmitfiel dennoch etwas schwer. Bei telbar im Radtrikot in den nächsKilometer 143 kam in Ronse eine ten Gastgarten zu setzen und der der unfassbar großzügig ange- hiesigen Hopfenkunst zu frönen. legten Labestationen, Vielmehr war es dringdie ich für eine Pause lich angeraten, uns zu nutzte – nicht etwa aus duschen und etwas Erschöpfungsgründen, Warmes anzuziehen. sondern um auf meiNach Körperpflege nen Begleiter zu warund Kleidungswechsel ten bzw. in der Hoffinklusive Hauben-AusANSTIEGE nung, ihn hier wieder fassen (174 Kilometer zu finden, da wir uns sind offiziel im Race-Booklet im Wind bei 12 Grad wenige Kilometer zu- eingetragen. Es macht jedoch kühlen den Athletenvor aus den Augen ver- den Anschein, als wären es körper ganz schon loren hatten. Wie das aus) ging es dann zudeutlich mehr. Glück es wollte, kam rück auf den Stadter mit einer der nächsplatz, wo zu unserem ten Gruppen angeflogrößten Erstaunen die gen, und so konnten gleichen Kollegen in wir die restlichen 30 ihren Kurzarmtrikots Kilometer mit den Lenoch immer im Gastckerbissen Kruisberg, garten saßen und sich Oude Kwaremont und offenbar an der Anzahl PROFIS Paterberg gemeinsam der bereits konsumierabsolvieren. ten Biere erwärmten – sahen bei der Austragung eine Tempohärte, von 1985 die Ziel inie. Das Wenige Kilometer vor der man noch einiges dem Ziel ereilte un- Wetter in Belgien kann ganz lernen kann. schön hart sein. sere bis dahin recht gut funktionierende Abgeschlossen wurde Gemeinschaft mit einigen belgi- dieser wunderbare Samstag in Saschen Sportkollegen dann doch bines „Frituur“ mit einer ordentlinoch einmal der Ehrgeiz, und chen Portion der typischen belgiso hatte ich in den Flachpassa- schen Pommes-Schranke, um sich gen relativ oft eine 4 vor der Ge- für das Profirennen am nächsten schwindigkeitsangabe stehen. Tag zu stärken. Nach 174 Kilometern war „De Ronde“ in the books – wie es im DIE ECHTEN. Rennenglisch heißt – und wir Das Positive an unserem Ausflug rollten von der Ziellinie (die ein nach Flandern war – neben der paar hundert Meter vom Zentrum

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Finisher Magazin #70  

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