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DE RONDE

nen sie Straßen) ausgestattet.

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as macht das arbeitende Volk an einem verlängerten Osterwochenende – logisch, es fährt in den Norden, um genauer zu sein: nach Flandern. Azyklischer kann man die österliche Reiseplanung kaum anlegen, was sich einerseits positiv im Verkehrsfluss auf den Autobahnen, andererseits negativ in der am Reiseziel vorgefundenen Außentemperatur bemerkbar machte. Flandern – ein Land, welches unsereiner meist nur aus der Zeichentrickserie mit dem Jungen namens Niklas kennt, manchmal aber auch aufgrund eines Radrennens in den Ausläufern der Ardennen. Die Flandernrundfahrt „De Ronde“ gehört als eines der fünf sogenannten „Monumente des Radsports“ zu den wichtigsten Rennen für das Profi-Peloton im Frühjahr. Wie es sich für die radsportbegeisterten Belgier gehört, kann man „De Ronde“ natürlich auch als Hobbysportler zurücklegen, nämlich genau einen Tag, bevor sich die Profis auf das Kopfsteinpflaster rund um das Städtchen Oudenaarde begeben. Deutlich mehr als 200 Kilometer und etwas mehr als 2000 Höhenmeter kennzeichnen den Klassiker – was komisch erscheinen mag, da es in Belgien aus Alpenländlersicht tatsächlich keinen einzigen sichtbaren „Berg“ gibt. Es handelt sich optisch mehr um Geländewellen, kaum höher als sehr hohe Gebäude, allerdings beinahe ausnahmslos mit unangenehm steilen gepflasterten Traktor-Wegen (die Belgier nen-

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Am Vortag der gemeinsamen Radausfahrt musste ich mir von der Lebensgefährtin eines guten Freundes (zumindest war er das bis zu diesem Zeitpunkt) die Frage gefallen lassen, warum wir denn gar bei den Kinderbewerben an den Start gehen. Zu unserer Verteidigung ist zu

LEISTUNGSDATEN

TIESJ BENOOT

der junge belgier wurde gesamtachter und fuhr die muur van geraardsbergen mit einem ordentlichen „zunder“ rauf – meine herren...

ZEIT: 2‘53“ Ø-SPEED: 17,0 km/h Ø-Leistung: 481 W 1 Minute Peak Power: 519 W Watt/kg Körpergewicht: 7,2 W/kg

sagen: nichts, außer dass wir es unseren Beinen und unserer mentalen Verfassung zu gegebenem Zeitpunkt der Saison einfach nicht zugetraut haben, die vollen 232 Kilometer im belgischen Wind zu stehen. Was sich als weise Entscheidung herausstellte, denn die Strecke wird erst in Oudenaarde richtig anspruchsvoll und die vorangehenden 60 Kilometer dienen eigentlich nur dem Einrollen. Man muss vorwegnehmen, dass es sich bei dem „Ronde van Vlaanderen Cyclo“ um kein Rennen handelt, sondern um einen „Social Ride“ oder zu Deutsch um einen „gemeinsamen Radausflug unter gleichgesinnten Radsportenthusiasten“, zufällig auf der Rennstrecke der Profis. Es gibt

also auch keine Zeitnehmung bei dieser Veranstaltung, was den Druck und die Nervosität mancher Teilnehmer gehörig lindert. Der Respekt vor den insgesamt 18 im Race-Booklet ausgeschriebenen Anstiegen mit teilweise mehr als 20 Prozent Steigung war dann aber bei vielen – inklusive uns – doch spürbar. Im Programmheft waren zudem noch sechs Kopfsteinpflastersektionen mit einer maximalen Länge von 2,3 Kilometern verzeichnet. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass, wie bereits erwähnt, nahezu jeder Anstieg ebenfalls von dem nur sehr mäßig ebenen Untergrund gekennzeichnet war. ‚

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Finisher Magazin #70  

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