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Klick­wünsche

P.b.b. 09Z037987M, 6020 Innsbruck

YouTube feiert seinen fünften Geburtstag

M it den sten w icht ig

ine.0n 6. Ter16m 5 .0 .–20 von

Au sgabe

2010

135 Ma i 2010

Stadl­­-­ gaudi Backstage beim ­Musikantenstadl

Immer

gratis. Nie um sonst.

9. Jah rga ng

„ Ich bin Inhalt“

Vizebürgermeister Franz Gruber im Porträt

n e h c a S n i r e r h ü f t k r a Weltm

s s e n l Coo

Zu Besuch in der Burton-Europazentrale in Innsbruck


RIESEN SPIELPLAN

2010

MAI KUNST IM RIESEN SA 1.5. – MO 31.5. | 9 – 18 Uhr Sonderausstellung: Sankalpa MUSIK IM RIESEN MI 5.5. | 20 Uhr Asko / Schönberg Ensemble, Barbara Sukowa, Reinbert de Leeuw DO 6.5. | 20 Uhr The Tallis Scholars, Peter Phillips FR 7.5. | 20 Uhr Ensemble Kontraste, Christoph Prégardien KINDER IM RIESEN SA 8.5. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Hasenfüße SA 8.5. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Im Land des Regenbogens MUSIK IM RIESEN SA 8.5. | 20 Uhr Christine Schäfer, Eric Schneider SO 9.5. | 20 Uhr Savina Yannatou & Primavera en Salonico

JUNI KUNST IM RIESEN DI 1.6. – MI 30.6. | 9 – 18 Uhr Sonderausstellung: Sankalpa KINDER IM RIESEN SA 12.6. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Mäusephantasien SA 12.6. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Kristallträume KULINARIUM IM RIESEN SO 13.6. | 11 – 14.30 Uhr Zum Vatertag: Spezialitäten vom Grill KINDER IM RIESEN SA 19.6. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Kristallträume

KULINARIUM IM RIESEN SO 9.5. | 11 – 15 Uhr Muttertagsausflug

SA 26.6. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Mäusephantasien

DO 13.5. | 9 – 18 Uhr Köstliches zum Weißen Sonntag WERKSTÄTTE IM RIESEN SA 29.5. | 13 – 18 Uhr 7– 12 Jahre: Kristallbuchstaben KINDER IM RIESEN SA 29.5. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Mäusephantasien

SA 26.6. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Kristallträume FAMILIENTAG S0 27.6. Entdeckungsreise für Familien

6112 Wattens, Tel. +43 (0)5224 51080, www.swarovski.com/kristallwelten


AUGUST KUNST IM RIESEN SO 1.8. – DI 31.8. | 9 – 18 Uhr Sonderausstellung: Sankalpa

JULI KUNST IM RIESEN DO 1.7. – SA 31.7. | 9 – 18 Uhr Sonderausstellung: Sankalpa KINDER IM RIESEN SA 3.7. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Kristallträume MI 14.7. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Der Stock des Riesen MI 14.7. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Einmal Riese und zurück MI 21.7. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Einmal Riese und zurück MI 28.7. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Der Stock des Riesen MI 28.7. | 14.30 – 17.30 Uhr* 7 – 12 Jahre: Einmal Riese und zurück * Integrationsworkshop

KINDER IM RIESEN MI 4.8. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Einmal Riese und zurück MI 11.8. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Der Stock des Riesen MI 11.8. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Einmal Riese und zurück WERKSTÄTTE IM RIESEN MI 18.8. | 13 – 18 Uhr 7– 12 Jahre: Werkstätte meets lautstark 2 KINDER IM RIESEN MI 25.8. | 14.30 – 16.30 Uhr 4 – 6 Jahre: Der Stock des Riesen MI 25.8. | 14.30 – 17.30 Uhr 7 – 12 Jahre: Einmal Riese und zurück


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Samstag, 22. M

ee im Rahmen fährt Rad! Uhr am Baggers Ganz Innsbruck en ist um 10:00 ert ist und ge be ren to rad e Fahr mit ORF-Modera Treffpunkt für all n Sie gemeinsam e Fahrt endet Di ke . ec ck td ru En sb . es Inn n vo des ORF-Radtag im Stadtgebiet t startet. dt die Radrouten sbrucker Radfes r das große Inn Vertretern der Sta Uh :00 11 um theater, wo mehr. vor dem Landes s Rad und vielem , Tipps rund um ne üh g.at ikb tin us rke M it ma M sbruck n unter www.inn Alle Informatione


Startseite

Editorial

Über ein Thema und zwei Meinungen

von Michael Steinlechner m.steinlechner@602 0stadtmagazin.at

Griechenland in Bankenhand

Griechenland in Träumerhand

D

J

er Finanzkollaps in Griechenland zeigt eindrucksvoll, wie ein ganzer Staatshaushalt auch im vereinten Europa des 21. Jahrhunderts zugrunde gehen kann. Es wird auch überdeutlich, dass Politik nicht von Politikern gemacht wird, sondern von Lobbyisten, die für Banken, Fonds und Finanzgrößen arbeiten. Wäre Griechenland eine Firma, würde man sie jetzt in den Konkurs schicken. Mit etwas Geschick würde man vielleicht sogar einen Ausgleich erringen und dabei eine Quote von zum Beispiel 40 Prozent erzielen. Die Gläubiger müssten also auf 60 Prozent ihrer Forderungen verzichten, ein durchaus übliches Prozedere und immerhin besser, als ganz durch die Finger zu schauen. In Griechenland gibt es keinen Konkurs, keinen Ausgleich und kein Gläubiger muss auf irgendwas verzichten. Gänzlich anders verhält es sich bei den Bürgern selbst, diese blicken hinsichtlich Geld, Sozialleistungen und Sicherheit kargen Zeiten entgegen. Die größten Gläubiger des Landes – Banken und Investoren aus aller Welt – bekommen ihr Geld nicht nur zurück, sondern vermehren dieses weiterhin mit Zinsen aus Darlehen und Anleihen. Wäre Griechenland wirklich kollabiert, wären Österreichs Banken um zirka fünf Milliarden umgefallen, die deutschen Großbanken um weitaus mehr, ein privater Investor aus Griechenland sogar um zwölf Milliarden. Dass die Großen – wieder einmal – keinen Schaden erleiden werden, erklärt den Hass und die Wut der griechischen Bevölkerung. Die Erkenntnis, dass immer das kleinste Glied die großen Sünden büßen muss, schmerzt und führt dazu, dass der Glaube in Staat und q Zukunft unwiderruflich erschüttert worden ist.

ahrelang hat sich die griechische Bevölkerung wenig Gedanken gemacht, warum ihr Staat eigentlich funktioniert. Trotz niedrigen Einkommens fand man dank Kuvertzahlungen das Auskommen, das Begleichen von Steuern galt als freiwilliger Akt und nicht als Bürgerpflicht. Das Vertrauen, um nicht zu sagen die Selbstverständlichkeit, dass der Staat für einen zu sorgen hat und es im Falle schon richten wird, ist in Griechenland ähnlich stark ausgeprägt wie hierzulande. 23 Milliarden Euro Steuergeld, schätzt man, gehen am griechischen Staat pro Jahr vorbei. Hätten die Griechen die letzten zehn Jahre also ihre Abgaben bezahlt, gäbe es keinen Kollaps, keine Proteste, keine Toten. Der Grieche selbst sieht das vermutlich anders und auch der Nicht-Grieche ist in dieser Angelegenheit nicht sonderlich reflektiert und gibt die Schuld lieber den anderen: bösen Banken, Fonds, Investoren oder der Politik. Ist es wirklich eine Selbstverständlichkeit, dass der Staat für alles zahlt, sich um unsere Jobs kümmert, um unsere Ausbildung, unsere Gesundheit und dabei stets sozial bleibt und genügend Geld hat, um Arbeitslose, Kranke und Faule zu versorgen? Wie will der Staat das bezahlen, wenn Steuereinnahmen fehlen oder noch besser: selbst mit Steuereinnahmen, geht sich das aus? Natürlich nicht, und wer heute 20 Jahre alt ist und glaubt, dass ihm der Staat noch eine Pension ausbezahlen wird können, ist nicht nur ein Träumer, sondern ein typischer Österreicher. Die Uns-kann-nichts-passieren-Mentalität ist hierzulande besonders stark ausgeprägt, in Wirklichkeit wird es Österreich genauso erwischen wie Griechenland, hoffentlich weniger hart, hoffentlich nicht allzu bald. q

Stadlpost Mittendrin statt nur dabei war 6020-Redak­teur Florian Gasser beim Musikantenstadl am 25. April in Salzburg. Er durfte die Kitzbühler Promi­w irtin Rosi Schipflinger bei der Erfüllung ihres Lebenstraums – einem Auftritt im Stadl – begleiten. Knapp drei Tage verbrachte Gasser in der schunkelnden Volksmusikwelt, seine Erfahrungen können Sie ab Seite 52 lesen. Einen kleinen Lebenstraum durfte sich Gasser bei der Recherche übrigens auch erfüllen: David Hasselhoff einmal aus der Nähe zu sehen.

5


6

Einstiegshilfe

inhalt 50

28

Schwitzen und Forschen Studie bringt Sportmuffel auf Trab

Der Gürtler

Zwischen Monstranzen und Wetterhähnen

70 NICHT VERPASSEN!

6020 EXTRA erscheint am

31. Mai 2010 Das nächste 6020 erscheint am

20. Juni 2010

Händl Klaus auf der Bühne

Stadlgaudi

Zu Gast beim Musikantenstadl

09 Innsbruck & Umgebung

39 motor

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40 Koreanischer Herausforderer Der Kia cee‘d_sw ecoDynamic im Test

Auf wackeligen Schienen Die ungewisse Zukunft der Regionalbahn

14 „Ich bin Inhalt“ Franz Gruber im Porträt 16

Weltmarktführer in Sachen Coolness Zu Besuch in der Europazentrale von Burton in Innsbruck

41 PS-Promis

43 leben 44 MundArt Diesmal: Osttiroler Schlipfkrapfen

20 Essay: Kein Lärm um vieles Über die lokale Musikszene

46 „Der Rücktritt war richtig“ Toni Innauer im Interview

24 Bruchsicher Sechs Tipps gegen Einbrecher

50 Schwitzen für die Forschung Eine Studie bringt Sportmuffel auf Trab

28 Der Gürtler Handwerk wie damals

52 Stadlgaudi Backstage beim Musikantenstadl

30 Meinung

58 programm

36 Bruderschaft St. Christoph informiert

65 Die WM danach Public Viewing 2010 in Innsbruck

Impressum Herausgeber Medieninhaber & Verleger Chefredaktion Layout Produktion Mitarbeiter dieser Ausgabe Fotos Anzeigenverkauf Anschrift, alle Geschäftsführung Verlag Druck Hinweis

52

Legenden

Michael Steinlechner target group publishing GmbH Matthias Krapf, Barbara Wohlsein (stv.) Philipp Frenzel Philipp & Sophie Frenzel, NERO WerbeGmbH • www.nerografik.net Steffen Arora, Sarah Boyks, Klaus Erler, Florian Gasser, Nina Heizer, Daniel Naschberger, Johannes F. Park, Peter Plaikner, Flo Pranger, Michael Rathmayr, Flo Seidl, Verena Zankl (Korrektur) Michael Rathmayr, Gerhard Berger Thomas Pilgram, Walter Mair • verkauf@6020stadtmagazin.at Karl-Kapferer-Straße 5, 6020 Innsbruck • Telefon: 0512/58 6020, Fax: DW -20 E-Mail: redaktion@6020stadtmagazin.at Andreas Eisendle und Michael Steinlechner Niederösterreichisches Pressehaus Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.

66 Ausgehen 2.0 Die neuesten Tools für Nachtschwärmer 68 Klickwünsche YouTube wird fünf 70 Gemeinsame Legenden Händl Klaus auf der Theaterbühne 72 Ohrenschmaus und Augenweide 76 Das 6020 3D-Rätsel 77

6020 Exklusiv

78 Johannes F. Park


Fühlen Sehen

Papier Das Papier fühlt sich griffig und fest an. Einige Teile auf der Vorderseite sind im Tiefdruckverfahren gedruckt, das ein fühlbares Relief erzeugt.

Durchsichtsregister Das Druckdetail ergänzt sich in der Durchsicht zur ganzen Wertzahl.

Kippen Wasserzeichen In der Durchsicht erscheint sowohl ein Architekturdetail als auch die Wertzahl.

Sicherheitsfaden In der Durchsicht wird eine dunkle Linie sichtbar.

Auch für eine der sichersten Währungen der Welt gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

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Hologramm ( Folienelement) Beim Kippen der Banknote erscheint als Hologramm je nach Betrachtungswinkel ein Architekturdetail oder die Wertzahl.

Zahl mit Farbwechsel Die Farbe der Wertzahl rechts unten verändert sich beim Kippen von purpurrot zu olivgrün oder braun.

Fühlen, Sehen, Kippen: drei einfache Schritte, um die Echtheit einer Banknote zu erkennen. Stabilität und Sicherheit

13.11.2009 12:06:17 Uhr


Summer 2010

here w

e go!


9

Innsbruck

und Umgebung Aus dem Postfach „Während meiner Behandlung in Wien ist versucht worden, den Innsbrucker Stadtparteiobmann Richard Heis statutenwidrig abzusetzen und einen Stadtparteitag zu erzwingen. Von den ,Parteifreunden’, die das initiiert haben, bin ich menschlich enttäuscht.“

©signa holding

Tirols FPÖ-Obmann Gerald Hauser, mittler­ weile von einer schweren Erkrankung genesen, räumt mit HC Straches Unterstützung in der Landespartei auf. Fünf Parteimitglieder werden ausgeschlossen.

Q-West entsteht. Anfang Mai fand am ehemaligen Linser-Areal in

der Höttinger Au die Gleichenfeier des neuen Stadtteilzentrums „Q-West“ („Q“ steht für Quartier, „West“ für die Lage innerhalb von Innsbruck) statt. Der Gebäudekomplex besteht aus einem Einkaufszentrum mit 15.000 Quadratmetern Handelsfläche, auf dem das lang erwartete fünfte Gymnasium quasi „schweben“ soll. Investor René Benko von der Signa Holding bezeichnet die ungewöhnliche Kombination aus Schule und Nahversorgung als „besonders reizvoll“, es sei auch nach der Eröffnung des Kaufhaus Tyrol sein erklärtes An­ liegen, in Innsbruck interessante Bauprojekte zu realisieren. Fertig gestellt wird das Q-West im Herbst 2010, der Schulbetrieb soll im Sommersemester 2011 aufgenommen werden.

Eine Stadt geht.

Innsbruck ist nach Wien die Stadt mit den wenigsten Autos pro Einwohner. Während etwa in Eisenstadt laut Statistik 663 von 1000 Menschen einen Pkw besitzen, sind es in der Tiroler Landeshauptstadt gerade einmal 441 Personen. Ein Hauptgrund dafür dürfte der hohe Studentenanteil in der Bevölkerung sein. Für den Ver­ kehrsclub Österreich beweisen die Zahlen eine erfreu­ liche Bereitschaft der Innsbrucker zum Zufußgehen, Radeln und Busfahren, außerdem streicht der VCÖ die Unabhängigkeit von steigenden Benzinpreisen hervor (siehe auch Statistik Seite 39).

WC des Monats In der Stadtsenatssitzung vom 5. Mai wurde beschlossen, die bisherigen Räumlichkeiten der Stadtturmga­ lerie in eine öffentliche WCAnlage mit Wickelmöglichkeiten zu verwandeln. Die gute Nachricht für die Tiroler Künstlerschaft als Galeriebetreiber: Sie darf in die nahe gelegene Hofburg übersiedeln.

„Sich im freien Fall in die Tiefe stürzen und Murmeltiere ganz nah beobachten ... Klingt spannend – klingt nach Familienurlaub im Berg & Spa Hotel Urslauerhof im Salzburger Land in Österreich.“ Eine PR-Agentur trifft nicht ganz die Assozia­ tionen, die beim Leser entstehen. Sich im freien Fall in die Tiefe stürzen und Murmeltiere ganz nah beobachten – klingt eher nach Geier­sturzflug.

„Alle Gewinner werden per Computer aus 45.000.000 Namen und E-Mails aus ganz Europa, Asien, Australien und Amerika als Teil unseres internationalen Promotionprogramms ausgewählt, welches wir einmal im Jahr veranstalten.“ Endlich erklärt eine Lotteriefirma, wie und warum Glückliche zu unverhofften Gewinnen kommen. Wir bedanken uns bei „Atlantico Bilbao, Sicherheitsfirma-Unternehmen S.L.“ für die 935.470 Euro und die Transparenz.

SMS an ... Bitte, es ist alles sehr kom­ pliziert – keine Frage. Aber müssen Antworten immer so lang ausfallen? Nein, denn ein SMS mit max. 160 Zeichen schafft Abhilfe. Diesmal ins Mobil­funknetz gegangen:

Susanne Neuhauser, GF Idealtours

Ist Griechenland als Urlaubsziel out? Die Inselwelt ist dieselbe, das Wasser immer noch glasklar und die Oliven auf griechischem Salat schmecken nirgends besser. Die Urlaubsgebiete sind nicht Athen!


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Innsbruck & Umgebung

Im Bild

Momentaufnahme des Monats IVB Girls Day 2010

Sommerpläne

Taxis geben Gas.

Seit Herbst 2009 werden Erdgas­ taxis sowohl von der TIGAS als auch von der Stadt Innsbruck gefördert. Ein halbes Jahr später kann sich die Bilanz sehen lassen: Inzwischen sind bereits 20 Erdgastaxis in der Landeshauptstadt unterwegs. Gerhard Neyer (TIGAS): „Die Feinstaubbelastung ist im Inntal ein erhebliches Problem. Erdgasfahr­ zeuge emittieren weder Staub noch Ruß und tragen somit wesentlich zur Verbesserung der Luftqualität bei.“ Die Unterstützung beläuft sich auf 3000 Euro von Seiten der TIGAS und 500 Euro von der Stadt Innsbruck.

Sieben Kindergärten und vier Horte werden in den kommenden Sommerferien die Tagesbetreuung von Kindern in Innsbruck sicher­ stellen. Das Angebot dauert von 12. Juli bis 27. August, im Vorjahr nahmen rund 700 Kinder daran teil. Erstmals dabei ist der Schülerhort Angergasse, der von 7.45 Uhr bis 18 Uhr geöffnet sein soll. Alle Betreu­ ungseinrichtungen bieten einen Mittagstisch an. Die Anmeldung für das Sommerprogramm kann bis 28. Mai im jeweiligen Kindergarten bzw. Hort erfolgen.


Innsbruck & Umgebung

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VHS-Kurs des Monats Am Anfang ist das GEFÜHL ...

Girls am Steuer. Dass Busfahrer nicht zwangsweise ein Männerberuf sein muss, konnten Innsbrucker Schülerinnen beim Besuch der Innsbrucker Verkehrsbetriebe am „Girls Day 2010“ erfahren – und sich auch gleich selbst probeweise ans Steuer setzen. Insgesamt nahmen 28 Betriebe in ganz Innsbruck am Aktionstag teil.

Naturwissenschaften haben die Welt überwiegend entzaubert. Ergänzend zu den naturwissenschaftlichen Forschungen brauchen wir dringend auch eine Wissenschaft des Herzens. Wir haben verlernt zu staunen und zu fühlen, zu beachten und zu fragen, zu erkennen und SINNorientierte WERTE zu leben. An diesem Erlebnisabend geht es um eine schöpferische Ökologie, um Melodien der Seele, um „inter-being“-Einfühlungsprozesse. Musik wird uns auf diesem Weg begleiten. Zeit

19. Mai 2010, 20–22 Uhr

Ort

Universität Altbau, EG, Hörsaal A

Kosten

5 Euro

Freud & Leid Die gute Nachricht...

... für die Prachtstraße

von links: Johannes Karner (Porr Solutions), Klaus Ortner (Porr/Ortner), Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Hans Vandory (Zima) und Alexander Nussbaumer (Zima)

Hotel am Tivoli.

Der neue Stadtteil am Tivoli wächst – und erhält nun auch sein eigenes Hotel. Bis Ende Mai soll der Baustart des „Ramada Encore“ erfolgen, fertiggestellt wird das zwölfstöckige Gebäude voraussichtlich im Dezember 2011. Das Hotel wird Platz für 159 Zimmer bieten und eine Tiefgarage mit 58 Stellplät­ zen besitzen. Geplant wurde der Bau vom Architektenbüro Henke & Schreieck aus Wien. Das „Ramada Encore“ soll aufgrund seiner leichten Erreichbarkeit punkten und außerdem den Stadtteil Tivoli beleben.

© martin vandory

© 6020/Gerhard berger

Der Innsbrucker Stadtsenat hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die Neugestaltung des südlichen Teils der Maria-Theresien-Straße früher als geplant in Angriff zu nehmen. Ziel ist, den Straßenabschnitt trotz seiner Funktion als Verkehrsachse dem Erscheinungsbild der Fußgängerzone anzupassen. So sollen die Gehwege verbreitert und mit der gleichen Pflasterung wie im Nordteil versehen werden, die Bordsteinkanten werden abgeflacht. Außerdem werden drei großkronige Bäume gepflanzt und mehrere Sitzbänke aufgestellt.

Die schlechte Nachricht...

... für die Prachtstraße

Bis die gesamte Maria-Theresien-Straße erneuert ist, müssen sich Anrainer und Innenstadtbesucher an Baustellenlärm und beträchtliche Einschränkungen gewöhnen. Seit Mitte April werden neue Strom- und Gasleitungen verlegt, außerdem muss die IKB die Wasser- und Abwassereinrichtungen unterhalb der Prachtstraße erneuern. Geplantes Ende der Bauar­ beiten: Oktober 2010. Im Anschluss sollen im Bereich Anichstraße die Gleisarbeiten für die Straßen-/Regio­ nalbahn beginnen.

Zahlen, bitte! Im vergangenen Winter

15

wurden in Tirol 15 Menschen bei Lawinenabgängen getötet, 31 kamen mit Verletzungen davon. Diese Zahlen bedeuten einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (22 Tote). Insgesamt wurden in der Wintersaison 185 Lawi­ nenabgänge mit Personenbeteiligung registriert. Der Österreichische Alpenverein beklagt in diesem Zusammenhang, dass zwar immer mehr Wintersport­ ler einen Lawinenairbag mit sich führen, die allgemeine Ausrüstung aber oft zu wünschen übrig lässt.


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ren Verspätung unterwegs. Auch wenn jetzt in der Innenstadt gegraben wird: Wohin die Regionalbahn schließlich fährt und ob aus ihr möglicherweise nur eine beschleunigte Straßenbahn wird, ist heute noch völlig ungewiss.

Auf wackeligen

Schienen Die Regionalbahn wird zwar bereits gebaut, doch was nach der Verlängerung bis zum 5. Gymnasium passiert, steht noch in den Sternen. Die Politik behauptet allerdings das Gegenteil. Von Peter Nindler

A

m Anfang stand eine Vision und eine Kostenschätzung: Von Völs über Rum nach Hall, quer durch die Landeshauptstadt Innsbruck, sollte die neue Regionalbahn rollen. 275 Millionen Euro wurden dafür veranschlagt. Was der Brennerbasistunnel für die Landesregierung im Großen ist, stellt die Regionalbahn für Stadt Innsbruck und Land Tirol im Kleinen dar. Mit beiden lässt sich nun schon seit Jahren wunderbar Politik machen. Doch beide Projekte eint dasselbe Schicksal: Es wurde schon zu viel geredet, während die

Fortschritte noch relativ gering sind. Im Gegensatz zum 9,78 Milliarden Euro teuren Brennerbasistunnel kann die Regionalbahn allerdings auch als abgespeckte Variante realisiert werden. Und diese Spekulation macht schon seit Monaten die Runde. „Das ist ein Gerücht, das haltlos ist", schiebt Verkehrslandesrat Bernhard Tilg etwaige verkürzte Projekte in die Remise. Die Planungen zwischen Stadt Innsbruck und dem Land Tirol würden nämlich sehr zügig verlaufen. Doch was heißt hier zügig? Die Planer sind schon zumindest mit vier Jah-

Am Anfang stand –  wie immer bei Jahrhundertprojekten –  ein historisches Foto. Der ehemalige Finanzreferent des Landes, LHStv. Ferdinand Eberle, die im Frühjahr zurückgetretene Innsbrucker Bürgermeisterin Hilde Zach sowie der damalige Verkehrsminister Hubert Gorbach verkündeten den Durchbruch für die Regionalbahn im Innsbrucker Zentralraum. 202 Millionen Euro sollten investiert werden: 32 Millionen Euro wollte damals der Bund zusteuern, 92 Millionen Euro das Land und 78 Millionen die Stadt Innsbruck. Selbst die Grünen feierten den Verhandlungsdurchbruch, Uschi Schwarzl und Gerhard Fritz stießen sogar mit Sekt auf die neue Bahn an. Die erste Rate des Bundes sollte bereits 2005 fällig sein. Doch schon zwei Monate später war die Euphorie verflogen: Rum, Völs und Hall zeigten sich nicht sonderlich begeistert von dem Projekt, Völs stellte die Bahn offen in Frage. Die Umlandgemeinden stiegen auf die Bremse, der Fertigstellungstermin 2014 war ohnehin nicht mehr zu halten. Eineinhalb Jahre später dann die Ernüchterung: Obwohl die Steuerungs- und Koordinierungsgruppe von Stadt und Land 2005 eingesetzt wurde, war die genaue Trassenführung im Februar 2006 mehr als offen. Und eine Schwierigkeit offenbarte sich immer deutlicher: Eine Regionalbahn mit einem eigenen Gleis schien Wunschdenken zu bleiben. Denn durch die Innenstadt war ein eigenes Gleis kaum zu führen, es hätte zu viele Kreuzungsbereiche gegeben. Damit begann ein Tauziehen mit dem Bund. Denn die zugesagten 32 Millionen Euro gelten nur für ein Projekt, das die Kriterien einer Nebenbahn erfüllt. Das ist bei der Regionalbahn aber nicht der Fall, denn sie wird in Innsbruck als beschleunigte Straßenbahn geführt. Über den Bundeszuschuss wird auch heute noch debattiert.

Fünf Varianten. Im Juli 2007 glaubte man dann aber an einen zweiten Durchbruch. Denn endlich lag eine Machbarkeitsstudie vor. Die Landes-

© IVB, 6020/gerhard berger (2)

Historisches Foto.


© IVB, 6020/gerhard berger (2)

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Jungfernfahrt. Bei der offiziellen Inbetriebnahme der ersten Garnitur der neuen Straßenbahnen herrschte beste Stimmung. Längst ist Ernüchterung eingekeh rt. Es wird gebaut, fragt sich nur, was dabei entsteht – die Regionalbahn oder eine Schmalspurvariante?

verkehrsplanung hatte fünf Varianten für eine „Regionalbahn Tiroler Zentralraum" vorgelegt. Fünf Trassen wurden untersucht, die Investitionen bewegten sich zwischen 200 Millionen Euro für ein Straßenbahnkonzept light in Innsbruck und 371 Millionen Euro für die große Regionalbahn zwischen Völs und Innsbruck. Ein Jahr vor den Landtagswahlen wollte die Politik trotz unausgereifter Vorlagen ein Zeichen setzen. Stadt und Land beschlossen die finanzielle Beteiligung. Zusätzlich zu den 65 Millionen Euro, die bereits in die Modernisierung der Straßenbahn und in die Stubaitalbahn gepumpt wurden, sollten noch einmal 306 Millionen Euro für die Realisierung der Regionalbahn aufgewendet werden. Ein Anteil von 131,55 Millionen Euro entfallen dabei auf das Land Tirol, 174,64 Millionen Euro muss die Landeshauptstadt aufbringen. Dieser Aufteilungsschlüssel besteht auch heute noch. Um die 32 Millionen Euro des Bundes ist es jedoch still geworden. Einzig wenige Tage vor der Landtagswahl im Juni 2008 flackerte so etwas wie Hoffnung auf. Die SPÖ benötigte so etwas wie Rückenwind und mediale Aufmerksamkeit und so verkündete der damalige Verkehrslandesrat Hans Lindenberger, dass er sich mit Verkehrsminister Werner Faymann auf den Bundeszuschuss geeinigt hätte. 32 Millionen Euro würde der Bund zahlen. Dieser Betrag wurde jedoch schon einmal zugesagt und seit 2004 nicht valorisiert. Letztlich hätten es schon 34,6 Millionen sein müssen.

Erschwert wurden die Planungen auch immer wieder durch Differenzen zwischen den Vertretern des Verkehrsverbundes Tirol und der Innsbrucker Verkehrsbetriebe. So richtig grün sind sie sich bis heute nicht.

Zeitplan nicht zu halten. Heute, ja heute wird bereits gebaut. Doch der Zeitplan ist erneut nicht zu halten. Die Verlängerung der Linie 3, dem Herzstück der Regionalbahn in Innsbruck, zum fünften Gymnasium im Westen Innsbrucks, wird nicht wie geplant 2011 fertig sein, sondern möglicherweise erst Ende 2012. Möglicherweise bleibt es außerdem bei der beschleunigten Straßenbahn. Denn ob es tatsächlich eine Verlängerung Richtung Technik und Völs beziehungsweise nach Rum gibt, ist derzeit ungewiss. Vom Abschnitt Rum–Hall redet ohnehin niemand mehr. Verkehrslandesrat Bernhard Tilg versprüht hingegen Optimismus: „Derzeit arbeiten wir mit Nachdruck an der Umsetzung der Etappe 1a, der Verlängerung der Straßenbahnlinie 3. Sukzessive werden die weiteren Planungsschritte inklusive die Verlängerung nach Rum und Völs angegangen." Geplant wäre nach der Anbindung des 5. Gymnasiums die Weiterführung zur Technik. Danach soll der Ostast vom Hauptbahnhof zum Olympischen Dorf errichtet werden. O-Dorf-Rum und Technik-Völs wären die weiteren Schritte. Frühestens 2017/2018 könnte dann die erste Regiobahn auf den neuen Geleisen rollen. Aufgrund der angespannten öffentlichen Finanzen gehen Insider aber derzeit davon aus,

„Die Verzögerung ist eingetre­ ten, nicht weil Stadt und Land zögerlich sind, sondern weil die Umsetzung der Regio­nalbahn ein komplexes und vielschich­ tiges Unterfangen ist.“ Verkehrslandesrat Bernhard Tilg

dass die Erweiterungen gar nicht kommen. Die Verzögerungen führt Tilg aber nicht auf mangelnden politischen Willen zurück, sondern auf die Komplexität der Regionalbahn. „Die Verzögerung ist eingetreten, nicht weil Stadt und Land zögerlich sind, sondern weil die Umsetzung der Regio­nalbahn ein komplexes und vielschichtiges Unterfangen ist. Stadt Innsbruck und Land Tirol arbeiten zügig daran, das kann ich mit voller Überzeugung sagen." Noch völlig offen ist die Beteiligung des Bundes. Denn trotz der wahlkampfbedingten Zusicherung vor zwei Jahren zögert der Bund – weil die Regionalbahn eben keine Nebenbahn ist. Permanent werden zwischen Innsbruck und Wien Expertisen ausgetauscht, doch bisher erfolglos. Bernhard Tilg will die Hoffnung nicht aufgeben: „Ich hoffe, dass die Zusagen von mehreren Ministern zur Kofinanzierung der Regionalbahn auch etwas wert sind. Wir errichten eine Regio­ nalbahn neuen Typs mit einem fließenden Übergang in das S-Bahn-Konzept." Auf die Regionalbahn neuen Typs stellt das Land Tirol ab. Sollte sich der Bund jedoch weiter querlegen, dürfte wohl die Frage aufgeworfen werden, ob die Verlängerung nach Rum beziehungsweise Völs angesichts des fehlenden Bundeszuschusses sinnvoll sei und man sich nicht mit der neuen Straßenbahn zufriedengeben sollte. Davon will Tilg aber nichts wissen: „Wir bestehen auf der Einhaltung der Zusagen des Bundes." Allein, bei der Regionalbahn ist wie beim Brennerbasistunnel schon viel gesagt und noch mehr versprochen worden. q


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„S un si W W

„Ich bin Inhalt“ Franz Gruber hat ein schweres Los übernommen: Der neue ÖVP-Vizebürgermeister will die Partei aus Von Florian Gasser dem Schatten von „Für Innsbruck“ lösen und wieder auf Erfolgskurs bringen. 

G

riaß enk“, ruft Franz Gruber mit seinem unverkennbaren Osttiroler Zungenschlag, winkt und stürzt sich ins Gemenge. Es ist der 1. Mai und der neue Innsbrucker Vizebürgermeister ist im Dauereinsatz. Er hetzt von einem Fest zum nächsten. Gerade ist er am Maifest des Stadtteils St. Nikolaus angekommen. Der 42-Jährige schüttelt Hände, wird in kurze Gespräche verwickelt. Am 22. April ist er Eugen Sprenger in dessen Funktion nachgefolgt. Es war ein langer Weg, den Gruber zurücklegen musste. Drei Jahre lang scharrte er in den Startlöchern und wurde schon spöttisch als Prinz Charles von Innsbruck bezeichnet. Die Erleichterung darüber, dass der Wechsel nun vollzogen ist, ist ihm anzumerken.

Ledig, zwei uneheliche Kinder, abgebrochenes Studium – Franz Gruber ist der neue Typ eines ÖVP-Politikers, der keinen klassischen Klischees mehr entspricht. Er fühlt sich in St. Nikolaus zwischen Schützenkompanien, Trachtenvereinen und Blasmusik genauso wohl wie in einem In-Lokal mit Chillout-Sound. „Schützen­tracht und Rockkonzert sind für mich kein Widerspruch. Warum auch?“, sagt Gruber. „Ich habe einen sehr modernen Kunstgeschmack, bin aber trotzdem wertkonservativ und christlich-sozial.“ Er trägt eine modische Brille, ein schwarzes Sakko und überragt mit seiner Körpergröße fast alle. Trotzdem wirkt er zwischen den Trachtenpärchen nicht deplatziert. Doch so leicht, wie ihm der Umgang in unterschiedlichen Gesellschaftsgruppen gelingt, wird er

seine neue Aufgabe wohl nicht bewältigen können.

Verschwommene Trennlinien. Die Innsbrucker ÖVP steckt seit Jahren in der Krise und steht im Schatten der übermächtigen Liste „Für Innsbruck“. Die Trennlinien zwischen den beiden Fraktionen sind verschwommen. Stadtregierungsmitglieder von „Für Innsbruck“, wie etwa Christoph Kaufmann, sitzen sogar im Parteivorstand der ÖVP. Für den Wiener Politikwissenschaftler und Parteienforscher Hubert Sickinger ein Indiz dafür, „dass es in der Substanz keine unterschiedlichen Parteien sind“. Es sei ein von der ÖVP Tirol geduldeter Zustand, „solange damit der Bürgermeistersessel in Innsbruck gehalten werden kann“.


„Schützen­tracht und Rockkonzert sind für mich kein Widerspruch. ­ Warum auch?“

tischen Gegenspieler keine. „Trotz seiner großen Machtfülle war er ein recht kommunikativer ÖH-Chef“, erzählt Steinacher. „Und im Gegensatz zu den anderen AGlern, die teilweise richtig blöde und verbohrte Leute waren, konnte man mit ihm auch einmal einen trinken gehen. Überhaupt beendete er Diskussionen gerne bei einem Bier.“ 1994, kurz nach der Abspaltung von „Für Innsbruck“ und dem Wahlsieg Herwig van Staas, holte Helmut Krieghofer den jungen Franz Gruber als Geschäftsführer in die Stadtpartei. „Die ÖVP lag damals darnieder. Eigentlich war das eine Aufgabe für einen Wahnsinnigen, trotzdem habe ich das gemacht“, sagt Gruber heute. Er stieg in der Partei auf, füllte unzählige Funktionen aus und wechselte 2005 in die Privatwirtschaft. Schon damals sah er sich selbst als Nachfolger von Eugen Sprenger. Zwei Jahre später wurde er zum Stadtparteiobmann gewählt und die lange Phase des Übergangs begann. „Natürlich hatten wir manchmal unterschiedliche Zugänge darüber, wann übergeben werden soll“, sagt Gruber, beeilt sich aber hinzuzufügen: „Aber so, wie es gelaufen ist, war es gut.“ Andreas Wanker, Klubobmann der ÖVP im Gemeinderat, möchte dazu eigentlich gar nichts sagen: „Das war immer eine Angelegenheit zwischen den beiden, da haben wir uns als Fraktion nicht eingemischt.“

Sachpolitik transportieren. Geht es nach einigen Funktionären, soll Franz Gruber genau nach dem greifen. „Nach den Gemeinderatswahlen 2012 müssen wir den Bürgermeister stellen. Gelingt ihm das nicht, dann werden wir auf Jahre hinweg wieder hinten anstehen“, sagt ein Funktionär der ÖVP, der nicht genannt werden möchte. Er ist nicht der einzige, der sich nicht namentlich zu Franz Gruber äußern möchte. Einige verweigerten sogar das Gespräch. Der Obmann ist nicht unumstritten, aber trotzdem derzeit die einzige Hoffnung für die Partei. Das wissen auch seine innerparteilichen Gegner.

„Kommunikativer ÖH-Chef“. Politisch aktiv war Franz Gruber bereits in seinen Studienzeiten. Er wuchs in Lienz in einem ÖVP-Elternhaus auf und war in Innsbruck bei der ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft in der Österreichischen Hochschülerschaft aktiv. 1990 wurde er Vorsitzender der Studentenvertretung. Sein Jusstudium hatte er damals bereits de facto an den Nagel gehängt. „Ich engagierte mich zu hundert Prozent auf der ÖH und darunter hat das Studium natürlich gelitten“, sagt Gruber. Der Historiker Roland Steinacher war zur selben Zeit Vorsitzender der Grünen & Alternativen StudentInnen in Innsbruck. Schlechte Erinnerungen hat er an seinen poli-

Doch die lange Zeit in der zweiten Reihe hinter Eugen Sprenger hinterließ wunde Punkte. Zwar ist Franz Gruber seit 2006 Mitglied des Gemeinderats, trotzdem fällt es schwer, ihn inhaltlich einzuordnen. Seine Reden waren immer schon rhetorisch geschliffen, doch es fehlte ihnen an Substanz. Die inhaltliche Arbeit übernahm meist Eugen Sprenger. „Kein Mensch weiß, was Gruber will. Ich frage mich oft, ob er das selbst überhaupt weiß“, meint etwa Martin Hof, Gemeinderat der Grünen. „Bei Sprenger hat man gemerkt, dass ihm etwa die Sozialagenden ein echtes Anliegen sind. Doch bei Gruber ist davon nichts erkennbar.“ Darauf angesprochen, reagiert Franz Gruber verstört. „Selbstverständlich habe ich Inhalte. Ganz viele sogar. Ich bin Inhalt“, sagt er, räumt aber ein, dass er bisher noch nicht die Position hatte, um Sachpolitik auch öffentlich transportieren zu können. „Aber das wird sich jetzt rasch ändern.“ Inhalte sind am 1. Mai jedoch egal. Franz Gruber dreht noch eine Runde am Maifest. „Servus Vizebürgermeister“, brüllen ein paar Jugendliche in seine Richtung. „Griaß enk!“, ruft er zurück. Er fühlt sich wohl in seiner neuen Rolle. Er weiß, dass ihn die neue Aufgabe noch vor große Herausforderungen stellen wird. Doch das kümmert ihn heute nicht. Heute wird gefeiert. Der 1. Mai und ein wenig auch Franz Gruber. Der holt sich zur Feier des q Tages einen Schnaps und schüttelt weiter Hände.

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Zur Person Franz Gruber wird 1968 in Lienz geboren. 1986 inskribiert er Germanistik und Sportwissenschaften an der Universität Innsbruck, sattelt jedoch schon bald auf Jus um und beginnt eine Karriere als Studentenvertreter. 1990 wird er Vorsitzender der Österreichischen Hochschülerschaft, vier Jahre später Geschäftsführer der ÖVP Innsbruck. Von 2003 bis 2005 ist Gruber Organisationsreferent der Tiroler Volkspartei und wechselt anschließend als Kommunikationsberater zu hofherr-communikation. 2006 zieht er als Abgeordneter in den Gemeinderat ein und übernimmt 2007 die Leitung der Stadtpartei. Seit April 2010 ist Gruber als erster Vizebürgermeister für die Ressorts Soziales und Jugendwohlfahrt, Grünanlagen sowie Land- und Forstwirtschaft zuständig. Franz Gruber ist ledig, Vater von zwei Kindern und lebt in Innsbruck.


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Jake burton

r e r h ü f t k r a m t l We in Sachen

Coolness I

ch kümmere mich um den spanischen Markt“, erklärt Jaime Fernandez ganz selbstverständlich und verschränkt dabei die bunt tätowierten Unterarme vor der Brust. Der 29-Jährige sieht auf den ersten Blick mehr nach Punk denn nach Geschäftsmann aus. Doch dieser Eindruck täuscht. Das legere Skater-Outfit ist für den jungen Spanier, dem Anzugtragen prinzipiell zuwider ist, Dienstbekleidung. Denn Jaimes Arbeitgeber ist niemand Geringerer als der Weltmarktführer in Sachen Coolness: die Burton Corporation. In der Innsbrucker Hallerstraße, in einem wenig herzeigbaren Zweckbau aus den 1980ern, befindet sich die Europazentrale des Konzerns. Von hier aus betreuen rund 110 Mitarbeiter aus mehr als zehn Nationen den gesamten europäischen Markt, inklusive Russland und einigen ehemaligen Sowjetstaaten sowie den Nahen Osten. Nur die Markenlogos am Flachdach zeugen vom prominenten Firmenbewohner. Ansonsten unterscheidet sich das Gebäude äußerlich kaum von der benachbarten Druckerei. Doch im Inneren tut sich eine andere Welt auf. Burton ist nämlich mehr als bloß Hersteller von Snowboards. Der nach Firmengründer Jake Burton benannte Konzern

ist in den vergangenen Jahren zur LifestyleMarke avanciert, verkauft neben Snow-, Skate- und Surfboards samt Accessoires vor allem auch ein Lebensgefühl. Dieser Lifestyle spiegelt sich intern in der unkonventionellen Corporate Identity wider, die Coolness mit Leistungsdenken verbindet.

„Zwei Fuß Neuschnee“. Jaimes Arbeitsplatz im Erdgeschoß mit Blick auf die Hallerstraße zeugt von der etwas anderen Firmenphilosophie. Nur durch Glasscheiben getrennt, reiht sich hier Büro an Büro. Die Wände sind mit Snowboardpostern vollgepflastert. Hinter ausnahmslos jedem Schreibtisch steht mindestens ein Snow-, in manchen Büros sogar ein Surfboard. Die Saisonkarte für die Skigebiete in der Region zählt bei Burton zum Grundentgelt. Und Konzernchef Jake Burton, der pro Jahr mindestens 100 Tage auf dem Snowboard verbringt und als eifrigster Produkttester in der Firma gilt, hat die Regel etabliert, dass „ab zwei Fuß Neuschnee die Arbeit ruht“. Dann heißt es ab in den Powder. Eine weitere Besonderheit, die auf den Firmenboss zurückgeht: Überall im Büro trifft man auf Hunde. Die sind bei Burton nämlich nicht nur geduldet. Die Mitarbeiter

sind sogar aufgefordert, ihre Vierbeiner an den Arbeitsplatz mitzubringen. Das fördere das positive Betriebsklima. „Ich liebe meinen Job. Es ist cool und relaxt hier“, sagt Jaime Fernandez mit breitem Grinsen und fast akzentfreiem Englisch, der offiziellen Firmensprache – auch in Innsbruck. Seit zwei Jahren lebt und arbeitet der junge Spanier in Tirols Hauptstadt: „Ich bin Snowboarder, daher kenne ich die Firma Burton schon lange. Eines Tages surfte ich auf ihrer Homepage und habe gesehen, dass sie in Innsbruck Jobs zu vergeben haben.“ Jaime sandte seinen Lebenslauf und ein Motivationsschreiben. Das Bewerbungsgespräch wurde via Skype geführt. Jaime wusste zu überzeugen und übersiedelte kurz darauf ins Herz der Alpen. Die Ehefrau des Spaniers folgte ihm nach Innsbruck und arbeitet heute als Buchhalterin ebenfalls bei Burton. Jaimes Büronachbar Anh-Nam Le Tanh erzählt eine ganz ähnliche Geschichte, als ihn das Telefon unterbricht: „Burton Snowboards, bonjour!“ Der 26-Jährige betreut den französischen Markt. Auch Anh-Nam, der Marketing studiert hat, antwortete auf eine Stellenanzeige auf der Firmenhomepage. Der Umzug von Paris nach Innsbruck sei ihm nicht schwergefallen, erzählt er.

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rzeuger zur Lifestylemarke Der Snowboardhersteller Burton hat den Wandel vom Sportartikele ngs harte Arbeit, wie vollzogen. Der Spagat zwischen Kommerz und Glaubwürdigkeit ist allerdi von Steffen Arora ein Besuch in der Innsbr ucker Europazentrale des Konzerns zeigt. 


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ALLES AUSSER ANZUG. Jaime Fernandez an seinem Arbeitsplatz

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DIE ERSTEN BRETTER. Zeitreise in die bunten Achtziger

Shaun white

VON PARIS NACH INNSBRUCK. Anh-Nam Le Tanh betreut den französischen Markt


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Vom Ein-Mann-Betrieb zum Weltkonzern

„Der Standort ist okay“ Hermann Kapferer, Chef und Mitbegründer von Burtons Europazentrale, über den Standort Innsbruck und die Würdigung seitens der Politik

W

ie kam es dazu, dass Burton seine gistik vor rund acht Jahren nach Deutschland Europazentrale ausgerechnet in verlagert. Weil wir ganz einfach keinen geeigInnsbruck ansiedelte? neten Standort für die geplante Erweiterung Kapferer: Das Ganze entstand 1985 aus finden konnten. In Bayern ist man uns, anders einem Treffen mit Jake Burton auf einer als in Tirol, sehr entgegen gekommen, weil Sportartikelmesse in Las Vegas. Ich war da- man wusste, dass wir Arbeitsp lätze schaffen. mals bei einer Innsbrucker Spedition tätig Heute betreiben wir in der Nähe von Nürnberg und wir haben die ersten Snowboardmus- unser Logistikzentrum. Das sind 70 Arbeitster, die Burton in Europa fertigen hat lassen, plätze, die in Tirol sein könnten. nach Amerika transpor tiert. Weil es sehr dringend war, habe ich sie als Handgepäck Burton ist ein Konzern von Weltruf, der im Flieger mitgenommen. Jake war begeis- in Innsbruck mehr als 100 Arbeitsplätze tert und fragte mich, ob ich ihm nicht helfen geschaffen hat. Fühlt ihr euch seitens der wolle, die Marke Burton in Europa zu etab- Politik dafür entsprechend gewürdigt? lieren. Im Mai 1985 kam er nach Innsbruck Von offizieller Seite ist man sehr selten und wir haben den ersten Setup niederge- auf uns zugekommen. Aber ehrlich gesagt schrieben. Anfang 1986 haben wir die Fir- bin ich stolz darauf, dass wir all das alleine ma Burton Sportartikel Innsbruck offiziell geschaff t haben. Wir haben in den vergangegründet. Unser erstes Geschäf tslokal war genen 25 Jahren nur ein einziges Mal Föreine kleine Garage in Igls. dergeld für Mitarbeiterausbildung erhalten, aber das waren insgesamt keine 10.000 Das ist ein sehr persönlicher Grund. Euro. Ansonsten gab es keinerlei UnterstütBurton ist nun fast 25 Jahre in Innsbruck. zung und wir haben auch nie um FörderunWürdet ihr euch rückblickend betrachtet gen angesucht. Ob der notwendige Respekt wieder für diesen Standort entscheiden? der Stadt Innsbruck da ist? Ehrlich gesagt, Insgesamt ist der Standort okay. Es gibt si- ich glaube es nicht. Ich habe hier noch nie cher billigere Länder, aber wir haben hier eine einen Politiker gesehen. Ich finde, dass ettolle Infrastruktur, was den Wintersport be- was mehr Anerkennung der Stadt Innsbruck trifft. Und es gibt hier großartiges Personal. gegenüber der Firma Burton und vor allem Sehr loyale, weltoffene Leute, die bereit sind ihrer Mitarbeiter durchaus opportun wäre. dazuzulernen. Aber ich muss auch einen Negativpunkt anmerken: Wir haben unsere Lo- Vielen Dank für das Gespräc h. q

1977 Jake Burton gründet seine gleichnamige Firma. Erster „Unternehmenssitz“ ist der Schuppen neben seinem Haus in Londonderry, im US-Bundesstaat Vermont. Dort baut er auch „Backhill“, das erste BurtonSnowboard. 1981 Die Firma Burton übersiedelt von London­ derry ins nahe Manchester (VT). 1982/ Jake Burton gelingt es, nach langwieriger 1983 Überzeugungsarbeit die ersten Skigebiete für Snowboarder zu öffnen. Bedingung der Liftbetreiber: Die Snowboarder müssen ein „Zertifikat“ vorweisen, das ihnen bescheinigt, heil und aus eigener Kraft den Berg hinunterzukommen. 1984 Burton bringt neben Snowboards erstmals auch eigene Bekleidung, Burton Outwear, auf den Markt. 1985 Burtons Europazentrale in Innsbruck wird gegründet. Zugleich werden in den USA, wo Snowboarden noch immer in mehr als 95 Prozent der Skigebiete verboten ist, erstmals die Burton US Open in Stratton Mountain ausgetragen. 1992 Burton verlegt seine Firmenzentrale nach Burlington (VT), wo bis heute die Konzernzentrale beheimatet ist. 1994 Burton eröffnet seine Japan-Zentrale. Mittlerweile ist Snowboarden in 95 Prozent aller US-Ressorts erlaubt und weltweit zum fixen Bestandteil des Wintersports geworden. 1996 Burton gründet die Tochterfirma R.E.D. Impact Protection, die sich auf die Herstellung von Protektoren und Helmen spezialisiert. 1998 Snowboarden ist im japanischen Nagano erstmals olympische Disziplin. Burtons Teamfahrer holen einmal Gold und zweimal Bronze in der Halfpipe. Burton gründet eine weitere Tochterfirma, Gravis Footwear, die neben Schuhen Accessoires im Boarder-, Skater- und Surferstyle herstellt. 2000 Am Standort der Innsbrucker Europazentrale wird der weltweit erste Burton-Flagshipstore eröffnet. 2001 Mit der Gründung der Burton-Tochter Anon Optics steigt der Konzern ins Geschäft mit Sonnen- und Skibrillen ein. 2003 Der nächste große Neuzugang bei Burton heißt Analog Streetwear – auf die Herstellung von boarderaffiner Streetwear spezialisiert. 2004 Burton kauft mehrere kleine, aber sehr renommierte Snowboardhersteller auf, die unter dem Titel „The Program“ in den Konzern integriert werden. 2006 Der Konzern startet auf dem Wasser durch: Burton kauft den bekanntesten und erfolgreichsten Surfboard-Hersteller Channel Islands auf. 2008 Burton steigt mit dem Kauf von DNA Distribution und dessen Sub-Marken Alien Workshop, Habitat und Reflex Bearings in die Skateboard-Branche ein. 2010 Der Konzern schließt seine Erweiterungs­ phase offiziell ab und will nun vor allem in den Sommersportarten Skaten und Surfen Fuß fassen.


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Als passionierter Snowboarder – neben allen fachlichen Voraussetzungen ist die bedingungslose Liebe zum Brettsport für Burtonmitarbeiter obligat – fühle er sich in Tirol pudelwohl: „Die Saison dauert sehr lange und dank der Gletscher kann man das ganze Jahr über snowboarden. Einfach perfekt!“ Nicht minder begeistert zeigt sich der junge Franzose von seinem Arbeitgeber: „Es ist toll, für eine Marke zu arbeiten, die man selber liebt. Ich bin Snowboarder, daher kenne ich unsere Produkte und bin von deren Qualität aufgrund eigener Erfahrungen überzeugt.“

Zahlreiche Subunternehmen.

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Junge, hippe Leute in einer jungen, hippen Umgebung. Ein Arbeitsplatz, der einem Werbeclip entstammen könnte. Doch hinter der coolen Fassade verbirgt sich auch bei Burton rationales Leistungsdenken. An-

unter dem Namen Burton, das wäre der Glaubwürdigkeit in der Szene abträglich. Die Rolle als de-facto-Branchenmonopolist bringt dem Konzern immer wieder Kritik aus der Boarderszene ein. Und Glaubwürdigkeit ist gerade für eine Lifestyle-Marke wie Burton überlebenswichtig. Der Chef und Mitbegründer der Europazentrale in Innsbruck, Hermann Kapferer, weiß um die Bedeutung des Images. Er macht sich allerdings keine Sorgen, dass Burton zu groß geworden sein könnte: „Es hat seine Gründe, dass sich Burton seit über 30 Jahren an der Spitze des Snowboardsports behaupten kann. Wir sind eine Firma, die Produkte für Riders, Profis wie Amateure, baut. Wir dominieren den Sport aber nicht von außen, sondern saugen uns das dazu nötige Wissen über den direkten Kontakt zur Szene ab, den wir über unsere Teamriders pflegen.“ Durch diesen unmittelbaren Kontakt

testen Surfboardhersteller überhaupt auf, der nun weiter unter seinem Eigennamen firmiert. 2008 folgte mit der Übernahme von DNA Distribution und dessen Submarken der Einstieg ins Skateboardgeschäft. Auch hier scheint der Name Burton nirgends auf und beide Male wurde das Management unverändert belassen. „Burton ist nun mal keine Surf- oder Skatemarke“, erklärt dazu Kapferer. Man habe daher gezielt Firmen aus dem Hardgoods-Bereich des Surfens und Skatens übernommen, die bereits gut etabliert waren. Burton nutzt diese Marken als Fundament, um in diese neuen Märkte vorzustoßen. Noch seien 80 Prozent des Umsatzes in Innsbruck auf das Wintergeschäft zurückzuführen. Doch das soll sich langfristig zu Gunsten des Sommergeschäftes verschieben, so Kapferer: „Ich schätze, wir werden noch fünf bis zehn Jahre brauchen,

„In Bayern ist man uns, anders als in Tirol, sehr entgegen­gekommen, weil man wusste, dass wir Hermann Kapferer Arbeitsplätze schaffen.“ ders wäre die Stellung als unangefochtener Marktführer seit drei Jahrzehnten nicht zu halten. Allein: Darüber spricht die Firmenleitung nicht gerne. Sämtliche Geschäftszahlen werden wie ein Geheimnis gehütet. Burton sei schließlich ein Privatunternehmen und als solches niemandem Rechenschaft schuldig. Im Internet kursieren zwar kolportierte Umsatzzahlen, die zwischen 40 und 200 Millionen US-Dollar pro Jahr schwanken. Angesichts des unübersichtlichen Firmenkonstrukts ist eine zuverlässige Schätzung aber kaum möglich. Branchenkenner gehen in Sachen Snowboard weltweit von einem Marktvolumen von rund 500 Millionen US-Dollar jährlich aus. Burton halte zwischen 40 und 70 Prozent Marktanteil. Das hänge von der Betrachtungsweise, also ob man das Geschäft mit Accessoires und Bekleidung mitzählt oder nicht, ab. Dazu kommen die zahlreichen Subunternehmen, die zwar zur Burton Corporation gehören, aber unter eigenen Namen firmieren. Von der Bekleidung über Protektoren bis hin zu Schuhen reicht die Palette. Zudem stellt Burton längst auch Skate- und Surfboards her. Allerdings nicht

habe es die Marke Burton geschafft, mit dem Sport mitzuwachsen, zum unverzichtbaren Teil der Szene zu werden. Der aktuelle Topstar unter den Burton Teamriders, Shaun White, ist das beste Beispiel für den Erfolg dieser Strategie. Er gilt als derzeit bester Snowboarder der Welt. Sein direkter Vorgänger in dieser Position war Terje Haakonsen, natürlich ebenfalls BurtonTeamrider. Die Besten der Besten gehören zu Burton. „Wir haben uns dadurch die nötige Coolness bewahrt, um in der Szene bestehen zu können“, erklärt Kapferer den tieferen Sinn dieser Strategie.

Neue Strategie. Um am Sektor Skateboarden und Surfen reüssieren zu können, war aber eine neue Strategie nötig. „Auch hier kam der Impuls, vom Markennamen Burton abzugehen, von unseren Profis“, erzählt Kapferer von der Ideenfindung. Und so erweiterte der Konzern seit 2004 sukzessive sein Portfolio in Richtung Skateboards und Surfen, jedoch ohne dabei unter seinem eigentlichen Namen aufzutreten. Stattdessen kaufte man 2006 mit Channel Islands den weltweit renommier-

bis wir die Balance 50:50 Sommer zu Winter schaffen. Aber genau das ist unser Ziel.“ Für die Mitarbeiter tun sich dank des Wachstums immer neue Möglichkeiten auf. Zum Beispiel der Arbeitsplatzwechsel zwischen den drei Firmenstandorten Burlington, Innsbruck und Tokio. Und es kommen stetig neue Möglichkeiten hinzu. Im Vorjahr übersiedelte der Konzern seine beiden Marken Gravis und Analog, die zuvor in Innsbruck beheimatet waren, nach Hossegor, dem europäischen Surfmekka an der französischen Atlantikküste. Dort besteht bereits eine Niederlassung der seit 2006 zu Burton gehörenden Surfmarke Channel Islands. Mit dem Transfer sollen nun die Skate- und Surfbranchen Burtons in Europa weiter vorangetrieben werden. Der Spanier Jaime Fernandez ist ebenfalls gerade dabei, einen solchen internen Wechsel zu vollziehen: vom spanischen Snowboardmarkt zum gesamteuropäischen Skateboardmarkt. Jaime wird künftig die neue Burton-Skateboardschiene DNA in Europa betreuen. „Eine große Herausforderung“, wie er sagt, „doch zum Glück muss ich auch dabei keinen Anzug tragen.“ q


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Essay

Kein Lärm um vieles Die Wüste lebt. Norbert Schneider, der Sieger des Ö3 Soundchecks, Österreichs größtem Bandwettbewerb, ist zwar Wiener. Doch die Selbstvermarktungsmaschine des ORF gibt auch Tirol die Ehre. Von einer aufblühenden Musikszene rund um Innsbruck berichten nach dem Finale sogar die Ö1Journale. Näher wird das nicht definiert. Die Helden für einen Tag bleiben anonym. von Peter Plaikner

U

nterdessen singen sie am Rennweg wieder das Lied von der großen Kapitulation: „Man muss sich stelln mit den Leuten, eine Hand wäscht die andre, mit dem Kopf kann man nicht durch die Wand …“ Neben Sommernachtstraum und Vogelhändler, zwischen Strauss und Puccini wirkt Brecht wie ein Partisan am Landestheater. Mutter Courage und ihre Kinder. Programmatisch für die Kultur im Land. Alles paletti. Wir haben uns arrangiert. Innsbruck ist cool. Auf der Gruabn, am Kofel, in den Bögen, im Hofgarten. Die Studis lieben die Stadt. Outdoor-Fun und ActionLocations vor der Haustür, aber doch keine Nicht-City. Urban genug zum Ein- und Untertauchen. Innsbruck ist Weltstadt im Westentaschenformat, nicht bloß ein zu groß geratenes Kaff wie Remscheid, Pforzheim oder Recklinghausen. Und wenn der Wacker endlich aufsteigt, dann weiß das auch wieder jeder. Hier gibt’s alles, auf engstem Raum – sogar Kultur. Brigitte Fassbaender war ein Weltstar, also muss das Landestheater gut sein. Von Felix Mitterer über Raoul Schrott bis Händl Klaus reicht die Reihe der Tiroler Literaturgrößen, von Max Weiler bis Paul Flora jene der zumindest noch nicht lang vergangenen Malerfürsten. Und dazu immerhin DJ Ötzi, Hansi Hinterseer und die „aufblühende Szene rund um Innsbruck“.

Die Szene blüht für die Szene. Die Musik ist wichtig für ein Land, das Hans Weigel „für Anfänger“ zeitlos scharfäugig gekennzeichnet hat durch die Überzahl der Musikkapellen gegenüber den schon überdurchschnittlich zahlreichen Gemeinden. Doch die Szene, so sie blüht, ist ein Phänomen der Szene. Ein Placebo von Peer Group zu Peer Group, nahezu vollversammelt in der pmk, dem Netzwerk von Kulturinitiativen, das es seit jeher besser versteht, sich mit der Politik zu arrangieren als die Altvorderen von Treibhaus, Utopia und Bierstindl. Oder dies bloß erfolgreicher hinter den Kulissen tut, als es der veröffentlichte Protest der längst etablierten Alternativ-Pioniere vermag. So wie Beate Palfrader und Patrizia Moser heute unauffälliger sparen, als die einstigen Kulturressortleiter von Fritz Prior über Fritz Astl bis Günther Platter und von Günther Schlenck über Arthur Krasovic bis Hermann Girstmair das Geld verteilten – Reibebäume allesamt. Wahrscheinlich ist es pure Sentimentalität, sich den Konflikt zurückzuwünschen. Es ist wohl satte Dekadenz, das noch Erhoffte dem schon Erreichten vorzuziehen, lieber den Kampf zu führen, als den

Sieg zu genießen, dem Damals zu frönen, als Felix Mitterers „Stigma“ sich zum größten Kulturskandal in Tirol nach dem Kriege auswuchs. In Telfs, wohin die Volksschauspiele emigrieren mussten, weil sie in Hall schon nach Franz Kranewitters „Sieben Todsünden“ nicht mehr gewollt wurden. 1981/82 war das, als in Pradl das Treibhaus entstand, schon infolge seines Leiters Norbert Pleifer der legitime Nachfolger des Komm, einem geistigen Erbe von Sigmund Kripps MK und Meinrad Schumachers Z6. Der Ex-Novize, der verstoßene Jesuit und der rebellische Jugendseelsorger. Wo dann Herbert Achternbuschs „Gespenst“ der Polizei zum Trotz gezeigt wurde, während Werner Schroeters in Österreich ebenfalls verbotener Film „Das Liebeskonzil“ im Cinematograph beschlagnahmt wurde.

Katholizismus als Reibebaum. Doch als Gianna Nannini den Bergisel dem Sport abtrotzte, Miles Davis dort den Anfang vom Ende des Utopia trompetete, musste Rudi Wachs Zipfel-Christus im Zeughaus bleiben. Kultur in Tirol definierte sich großteils über und gegen den Katholizismus – oder was sich so dafür hielt. Als 1981 das Innsbrucker Theater am Landhausplatz das Aufklärungsstück „Was heißt denn hier Liebe?“ spielte, sorgte vor allem Pornojäger Martin Humer für ein Aufführungsverbot unter anderem in Lienz. Seine Strafanzeige richtete sich sogar gegen Landeshauptmann Eduard Wallnöfer – wegen „Beihilfe zur sittlichen Gefährdung Unmündiger und Jugendlicher“. Anton Zelger, der Südtiroler Landesrat für Kultur, zeigte dagegen lieber gleich das Theater unter seinem Leiter Ernst Paar an. Den Umbruch in Tirols und Innsbrucks Kulturleben markierten vor allem die 1980er-Jahre. Nachzuvollziehen auch an den wichtigsten Medien des Landes. Die „Tiroler Tageszeitung“, gegen die am Anfang der Dekade noch auf der Straße protestiert wurde, wandelte sich damals rasant zu einem Blatt, das auch die Alternativ- und Subkultur förderte. Treibhaus und Utopia fanden hier eine publizistische Plattform. Im ORF-Landesstudio unterdessen werkte jener Joschi Kuderna als Macher von „Tirol heute“, der sich andererseits im Kellertheater engagierte. Nicht von ungefähr gipfelte die personelle Vermengung des kulturell-medialen Tirol-Komplexes ausgerechnet 1990 im Mitwirken Kudernas an Mitterers „Piefke Saga“ – ein Jahr nach dem Einstieg des


Essay

Wahrscheinlich ist es pure Sentimentalität, sich den Konflikt zurück­zuwünschen. Es ist wohl satte Dekadenz, das noch Erhoffte dem schon Erreichten vorzuziehen, lieber den Kampf zu führen, als den Sieg zu genießen.

deutschen Springer Verlags bei der TT. Die 1990er-Jahre waren die Zeit der Etablierung. Als aus dem wahren Alternativtempel Hafen seine kommerzielle aktuelle Version wurde; als dort, wo einst das AKT zur Zelebrierung der absoluten Gegenkultur taugte, die Bogenmeile entstand. Als nach 25 Jahren unter Helmut Wlasak das Landestheater einen neuen Intendanten bekam.

Ankunft im Mainstream. Dominique Mentha wusste, welche Art Einstand in Tirol Aufmerksamkeit erregt. Er setzte zum Start Oskar Panizzas Liebeskonzil – die Theatervorlage für Schroeters Film – auf den Spielplan. Die Strafanzeigen folgten auch 1992 prompt. Doch der geplante Skandal beschränkte sich auf ein paar betende Demonstranten vor dem Theater. Tirol war im Jetzt angekommen. Eine Endstation Sehnsucht für den kulturellen Mainstream. Wo eh alles passt. In der Stadt der Frauen.

Christine Margreiter, die frühere Utopia-Chefin, führt mittlerweile von Berlin aus die Enthaarungsstudio-Kette Wax In The City. Die Berlinerin Brigitte Fassbaender leitet schon im elften Jahr die Häuser am Innsbrucker Rennweg. Beim Eisstadion, das eine Olympiaworld sein will, gastiert Pink, im Landestheater, das ein Großes Haus sein will, konkurrieren Arabella, Lulu und Manon Lescaut sowie die Lieder von Edith Piaf mit jenen der Mutter Courage: „Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und lässt andere kämpfen für seine Sache, der muss sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn er wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.“ Mitte der 1980er-Jahre gab es noch kein 6020, aber ein anderes Stadtmagazin für Innsbruck. Es hieß TamTam. Wahrscheinlich fehlt uns heute bloß das Bahö. q

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„Jeder Cent, der den Beschäftigten weggenommen wird, fehlt der Wirtschaft!“ 

Erwin Zangerl: „Wer jetzt die Beschäftigten als Träger der Wirtschaft belastet, schadet dem Aufschwung nachhaltig.“ Public Relations

Mehr Wachstum statt mehr Massensteuern AK-Präsident Zangerl fordert Gerechtigkeit und soziale Ausgewogenheit als Rezept für Wachstum und Beschäftigung.

I

m Zentrum des politischen Interesses muss jetzt stehen, Wachstum zu sichern und Beschäftigung zu schaffen“, verlangt AK-Präsident Erwin Zangerl. „Wichtig dabei ist: Die Budgetkonsolidierung muss durch soziale Gerechtigkeit und Verantwortung getragen sein, denn die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die Krise nicht verursacht, sie wollen dafür nicht zum wiederholten Male zahlen.“ Zangerl spricht sich für einen Konjunkturvorbehalt bei der Budgetkonsolidierung aus: „Jetzt muss man

abwarten, wie sich die Wirtschaft in den nächsten Jahren entwickelt und bei der Konsolidierung darauf Bedacht nehmen.“

Frage der Gerechtigkeit. „Es sollen endlich jene ihren Beitrag zur Krisenbewältigung leisten, die sie maßgeblich mitverschuldet haben. Die Arbeiterkammer fordert den konsequenten Kampf gegen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug, die Einführung einer Bankenabgabe und einer Finanztransaktionssteuer sowie das

Erwin Zangerl, AK-Präsident

Schließen von Steuerlücken. Dazu braucht es etwa eine Reform der Stiftungs- und Gruppenbesteuerung und höhere Steuern auf Vermögen. Denn in Österreich ist Arbeit viel zu hoch und Kapital viel zu niedrig besteuert.“ Angesichts der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit warnt der AK-Präsident auch vor Kürzungen des Arbeitsmarktbudgets: „Wir dürfen nicht am falschen Platz sparen. Nichts kommt den Staat teurer als Arbeitslosigkeit. Außerdem braucht es eine Neubewertung der Arbeit. Denn nicht das Geld arbeitet, sondern die Menschen.“ „In letzter Zeit wird häufig davon gesprochen, dass wir alle die Kosten für die Budgetkonsolidierung tragen müssen. Wir alle? Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben sie bereits getragen: Durch gestiegene Arbeitslosigkeit und Einkommensverluste durch die Kurzarbeit. Stattdessen müssen nun endlich jene einen Beitrag zur Krisenbewältigung leisten, die sie maßgeblich mitverschuldet haben. Das ist eine Frage der Gerechtigkeit.“ Zangerl betont auch, dass es eine Frage von sozialer Verantwortung sei, nicht jene zur Kasse zu bitten, die mit kleinen und mittleren Einkommen auskommen müssen. „Eine Konsolidierung des Budgets wird nur erfolgreich sein, wenn sie Beschäftigung und Wirtschaftswachstum sichert.“ Die Erhöhung von Massensteuern wie der Mehrwertsteuer oder der Energie- und Mineralölsteuer wird das zarte Konjunkturpflänzchen rasch verdorren lassen. Wenn die Politik den Menschen Angst vor der Zukunft macht, steigt die Sparquote und die Kaufkraft sinkt. Nicht umsonst warnen Wirtschaftsforscher aber auch Industrie und Wirtschaftskammer vor derartigen einseitigen Maßnahmen. Zangerl: „Wir müssen im Gegenteil jetzt alles unternehmen, um die Konjunktur am Leben zu erhalten. Mit ihrem Einkommen und mit ihrer Kaufkraft sind die Beschäftigten die Auslöser jedes Aufschwunges im Land. Wenn die Politik diesen Elan bremst, q sägt sie am eigenen Ast.“


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Public Relations

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© 6020/Gerhard Berger

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r e h c i s h c u r B

Profi-Arbeit. Walter Schieferer, Vorstand der Tiroler Versicherung (li.), und Chefinspektor Dietmar Hosp vom LKA Tirol (re.) zeigen, wie sich Einbrecher mit wenig Aufwand unerlaubt Zutritt verschaffen.

Am österreichweiten Sicherheitstag (4. Mai) widmeten sich die Tiroler Versicherung und die Kriminalprävention des Landeskriminalamtes dem Thema „Schutz vor Einbrechern“. 6020 hat bei den Experten sechs von Daniel Naschberger Ratschläge eingeholt.

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Hausverstand

Am stärksten sollten jene Sicherheitstipps beachtet werden, die ohnehin schon seit Jahren bekannt sind. „Hauptkriterium für einen Einbruch bleibt, ob ein Haus unbewohnt aussieht. Durch Zeitschaltuhren oder Bewegungsmelder kann ich Anwesenheit vortäuschen. Die Rollläden können durchaus offen bleiben“, erklärt Chefinspektor Dietmar Hosp vom LKA Tirol. Vor dem Verlassen des Hauses ist zu kontrollieren, ob alle Türen und Fenster geschlossen sind, Schlüssel sind keinesfalls unter der Fußmatte, am Balkon oder in Blumentöpfen zu hinterlegen. „Wenn jemand verreist, kann er einen Nachbarn bitten, ein wachsames Auge auf das Haus zu werfen. Dieser könnte auch dafür sorgen, dass Post und Werbematerial täglich weggeräumt werden“, so Hosp.

Street View

Die Befürchtung, Googles umstrittener Dienst könne mehr Details über Schwachpunkte an Häusern liefern, ist für Dietmar Hosp zwar berechtigt, doch der Chefinspektor relativiert die Gefahr: „Es wird in Tirol noch einige Monate dauern, bis die Bilder zur Verfügung stehen und die räumliche Situation kann sich in der Zwischenzeit ändern. In Ländern wie England, den Niederlanden oder Italien läuft Street View bereits und hier gab es bislang keine negativen polizeilichen Erkenntnisse.“

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Social Networks

Facebook, Netlog und Co. können für Einbrecher ein gefundenes Fressen sein, wenn unbedachte User zu leichtfertig mit ihren Daten umgehen. „Einbrecher erhalten dadurch sehr einfach wichtige Informationen über die Wohnungseigentümer – zum Beispiel geplante Urlaube oder die genaue Adresse. Sensible Daten wie Handynummern oder Wohnorte gehören einfach nicht ins Netz“, warnt Walter Schieferer, Vorstand der Tiroler Versicherung. Wer etwa postet, dass er mit der ganzen Familie für drei Wochen in den Strandurlaub fliegt, könnte damit durchaus Ganoven auf den Plan rufen.

Gauner- und Bettlerzinken

Ihren Ursprung haben die geheimen Markierungen der Einbrecher und Hausierer, von denen die meisten nur wie willkürliches Gekritzel aussehen, im sogenannten „Rotwelschen“, einer im zwölften Jahrhundert entstandenen Gaunersprache. Daraus entwickelten sich die grafischen Darstellungen, die anderen Kriminellen Informationen über Hausbewohner und deren Lebensumstände geben sollen. Die simplen Linien und Kreise werden an Hauswänden, Türen, bei Gegensprechanlagen, Briefkästen oder an Zäunen aufgemalt und liefern etwa Hinweise auf bissige Hunde, einen reinen Frauenhaushalt oder alleinstehende Personen. „Am besten ist es, derartige Zeichen zu entfernen oder jene Zinken, die Einbrecher abschrecken können, hinzuzufügen“, rät Dietmar Hosp. Allerdings sind die Zeichen mittlerweile nur mehr selten zu sehen.

War-Chalking

Auch moderne Internetdiebe haben ihre Gaunerzinken. Hierbei werden Häuser, Straßenpflaster oder Laternenpfähle mit Kreide (englisch: chalk) markiert, um etwa einen ungeschützten WLANZugang in Reichweite anzuzeigen. Teilweise geben die Zeichen sogar die SSID und das WEP-Kennwort an. Eingeweihte wissen somit, wo sie gratis Internet anzapfen können. Zwei entgegengesetzte Kreishälften symbolisieren ein offenes, ungesichertes Netz.

Schlüsselzahl

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Um sich nicht sämtliche Geheimnummern (Bankomatkarte, Handy usw.) merken zu müssen, hat die Kriminalprävention der Polizei einen Spezialtipp parat: Eine Schlüsselzahl ausdenken, diese zu jeder Geheimnummer addieren und die Ergebnisse notieren. Damit müsste man nur die Schlüsselzahl im Kopf behalten. Einziges Problem: Was ist, wenn man ausgerechnet die vergisst?

Weitere Tipps und Infos: www.bmi.gv.at/praevention


Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 8. – 29. August 2010

„Nichts berührt die Sinne und die Seele eindringlicher als eine Melodie mit ihrer Schönheit, ihren Farben und auch ihrer Dunkelheit“ (Elemér Balázs)

Barock meets Jazz

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informiert

Vorstandsdirektor DI Harald Schneider zeigte sich vom Elektro-Fahrrad begeistert.

Sehr geehrte Kundinnen, sehr geehrte Kunden! Anfang April haben die IKB und die Energie West GmbH ihr gemeinsames ElektromobilitätsUnternehmen ElectroDrive Tirol aus der Taufe gehoben. Die Aufgaben des neuen Unternehmens sind die Einführung innovativer Elektromobilitätslösungen, der Aufbau der nötigen EMobilität-Infrastruktur und die Bereitstellung optimaler Produkte für die Kunden. ElectroDrive Tirol wird attraktive Gesamtpakete für Private, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen zu leistbaren Preisen schnüren. Die IKB und ihre Partner haben sich damit zum Ziel gesetzt, den herkömmlichen Verkehr in Innsbruck bzw. Tirol zu reduzieren. Damit wollen wir einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen von Umwelt- und Emissionszielen leisten und mithelfen, unsere wertvolle Natur langfristig zu schützen. Wir hoffen, dass Sie das vielfältige Angebot in Zukunft nützen.

Dr. Elmar Schmid Vorstandsvorsitzender der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG

Innsbruck wird E-mobil Am 5. Mai fand die offizielle Startveranstaltung für ElectroDrive Tirol im Zentrum Innsbrucks statt. Die Besucher konnten sich von den Vorzügen der Elektromobilität überzeugen und hatten die Möglichkeit, den Elektro-Fuhrpark zu testen.

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m 5. Mai präsentierte die ElectroDrive Tirol in der Maria-Theresien-Straße­­ dieElektrofahrzeuge der Zukunft: Elektroautos und Elektro-Scooter wurden ausgestellt, Elektro-Fahrräder und Segways konnten vom begeisterten Publikum vor Ort getestet werden. „Elektromobilität ist energiesparend und umweltfreundlich. Außerdem macht sie sehr viel Spaß“, betonte Christian Schwaiger, Geschäftsführer der ElectroDrive Tirol. Auch Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und IKBVorstandsdirektor Harald Schneider zeigten sich von der E-Mobilität begeistert. „Wir sind sehr froh darüber, dass wir ab sofort in Innsbruck auf E-Mobilität setzen können. Wir hoffen natürlich, dass die Bevölkerung die umfangreichen Angebote annimmt und künftig nutzen wird“, freute sich Oppitz-Plörer. Verkehrs- und Umwelt-Stadtrat Walter Peer erinnerte als großer Befürworter der

Elektromobilität daran, dass die Fahrer/ -innen von Elektroautos kostenlos in der Stadt parken dürfen. „Zudem sind die leisen Elektro-Roller vom städtischen Nachtfahrverbot ausgenommen“, erklärte Peer.

Tolles Rahmenprogramm Den Besuchern wurde neben der E-Mobiltäts-Präsentation ein buntes Rahmenprogramm geboten: Für herzhafte Lacher sorgte Viktor Haid als „Steckdosen-Viktor“, der Liferadio-DJ umrahmte das Familienevent mit toller Musik. Die Kleinen kamen ebenfalls auf ihre Kosten: Beim Mini-Formel-1-Parcours konnten die Kinder ihr Talent als Nachwuchsrennfahrer beweisen. Um die schnellste Runde ging es auf der Mini-Gokartbahn, beim „Heißen Draht“ stellten die Kids ihre Geschicklichkeit unter Beweis. Und ein spannendes Ratequiz durfte natürlich auch nicht fehlen. q


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„Zukunft erfahren“ Im April wurde der Gesellschafts- und Partnerschaftsvertrag von IKB-Vorstandsvorsitzendem Dr. Elmar Schmid sowie Vorstandsdirektor DI Harald Schneider und Energie-West-Geschäftsführer DI Helmuth Müller unterzeichnet.

Saubere Fortbewegung

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nappe Ressourcen, Verstädterung, die starke Zunahme des Individualverkehrs und die Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen sind einige der Gründe, die für Elektromobilität sprechen. Die durchschnittliche Wegstrecke für eine Fahrt beträgt heutzutage weniger als zehn Kilometer, ein Fahrzeug legt im Schnitt pro Tag weniger als 40 Kilometer zurück. Ein Elektroauto ist daher gerade im Stadtbereich und für Tiroler Pendler eine interessante Option. Im ElectroDrive-Tirol-Angebot sind auch der ÖkoStrom sowie der Zugang zu den Aufladestationen mittels einer Kundenkarte inkludiert. Zusatzleistungen wie Versicherungen und Partnerschaftsmodelle sind individuell möglich. Aus heimischer Wasserkraft erzeugter, CO2-freier Strom wird die Elektrofahrzeuge – Elektro-Fahrräder, Elektro-Roller, Segways und Elektroautos – antreiben. Das ist sauber, effizient und kostengünstig.

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Startschuss für E-Mobilität

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m 6. April 2010 gründeten die IKB und die Energie West GmbH ihr gemeinsames Elektromobilitäts-Unternehmen ElectroDrive Tirol. Im Rahmen der Pressekonferenz konnten ein Elektro-Rad, ein Elektro-Moped sowie ein Segway getestet werden. Ein besonderes Schmankerl war eine Testfahrt für ausgewählte Motorsport-Journalisten mit dem ElektroSportwagen Tesla am Flughafen Kranebitten. Die Innsbrucker Bürgermeisterin Maga Oppitz-Plörer konnte E-Mobilität ebenfalls hautnah er„fahren“ und zeigte sich vom Tesla begeistert. q

Elektro-Roller: 42-Monatsvertrag Ab € 74,90/Monat Segway: 42-Monatsvertrag Ab € 239,90/Monat

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ElectroDrive Tirol gehört zu 55 Prozent der IKB und zu 45 Prozent der Energie West, der Gesellschaft von 20 kommunalen und privaten Tiroler Energieversorgungsunternehmen. Mit The Mobility House (TMH) wurde ein kompetenter Partner gefunden, der das neue Unternehmen als überregionaler Dienstleister bei der Einführung innovativer Elektromobilitätslösungen unterstützt. Hauptziele sind der Aufbau der nötigen Infrastruktur sowie das Schnüren interessanter Gesamtpakete an Elektromobilitätsprodukten für Private und Gewerbe.  q

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Bürgermeisterin Maga Oppitz-Plörer und IKB-Vorstandsdirektor DI Harald Schneider hatten sichtlich Spaß beim Testen des Teslas.


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soll. Sakrale Gegenstände oder Toilettenpapierhalter? Grabsteine oder Familienwappen? Restaurations- oder figurale Arbeiten?

Made by Kaminsky.

Der Gürtler Ob Monstranzen oder Seifenschalen, Wetterhähne oder Schirmständer, Grabtafeln oder Fonduekessel. Ob in Kupfer, Gold oder Zink – Gerhard Kaminsky erfüllt in seiner Werkstatt in Hall jeden Wunsch in Buntmetall. Er ist einer der von Nina Heizer letzten Gürtler Tirols. 

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umuckl würde sich bei ihm wohlfühlen. Der Kobold hätte seine große Freude zwischen all den Maschinen, Papierstapeln und Bildern. Allerdings müsste er die Sägespäne gegen Messing- oder Kupferstücke eintauschen. Denn Gerhard Kaminsky wirkt zwar ähnlich gutmütig und freundlich wie Pumuckls Schreinermeister Eder, aber er arbeitet nicht mit Holz, sondern mit Buntmetallen.

Kaminsky ist einer der letzten Gürtler in Tirol. Das uralte Gewerbe aus dem Mittelalter lebt in Hall hinter stumpfen Fenstern in einer Zwei-Zimmer-Werkstatt und dem Firmenschild „Metallkunst Kaminsky“. Beim Betreten fallen als Erstes große Maschinen und Grabtafeln auf. Kaminsky steht etwas unschlüssig inmitten seiner Welt und weiß nicht genau, über welchen seiner Arbeitsbereiche er zuerst erzählen

Er entscheidet sich für das Heilige: Denn einer seiner großen Auftraggeber ist die katholische Kirche: Monstranzen, Tabernakel, Fahnenspitzen, Taufbecken, Kirchturmzeiger, Altäre oder Ministrantenhocker werden von ihm handgefertigt. In der Igler Kirche hat er den Ambo (Stehpult) und die Bestuhlung des Altars gemacht, im Dom St. Jakob den Bischofsstuhl, die Priestersitze, den Osterkerzenständer und das Lesepult. Und auch in der Wiltener Basilika und in der Pfarrkirche in Terfens hat Kaminsky den Hammer geschwungen. Bei den Prozessionen an den Maifeiertagen werden viele seiner Kunstwerke mitgeführt. Sie zieren Fahnen, Baldachine und die Hände von Pfarrern und Bischöfen. „Mich fasziniert mein Beruf immer noch, weil er so vielfältig ist“, schwärmt der 62-Jährige. Schon ein kurzer Blick in die zwei Räume lässt die Bandbreite seiner Werke erahnen. Neben einer halbfertigen Kirchturmspitze wartet ein Kronleuchter auf seine Beschlagung. Daneben steht ein Wetterhahn, Lampenschirme werden gerade fertiggestellt, danach sind Badartikel für einen Privatkunden an der Reihe und ein Käsefonduekessel für ein Hotel. Auch Fassungen für Elefantenzähne hat er schon gefertigt. Das Hörrohr am Rumer Naturerlebnisweg stammt aus seiner Werkstatt.

Sämtliche Buntmetalle. Sogenannte Treibarbeiten bringen die Materialien in die gewünschte Form. Gewerkt wird mit sämtlichen Buntmetallen wie Gold, Silber, Bronze, Aluminium, Zinn, Messing oder Zink. „In Kupfer ist jede Form herstellbar“, sagt Kaminsky. Alles wird in kaltem Zustand bearbeitet. Durch das Treiben werden die Moleküle zusammengepresst und das Material härter. Immer wieder muss es daher ausgeglüht werden, wenn es danach wieder abgekühlt wird, ist das Metall wieder weich und Gerhard Kaminsky kann es bearbeiten. Restaurationen, Reparaturen und Neuanfertigungen beschäftigen ihn, seit er 1972 in die Lehre gegangen ist. „Davor wusste ich nicht so genau, was ich werden wollte. Tischler oder Zahntechniker hätten mich auch gereizt.“ Aber als er mit dem Beruf des Gürtlers in Berührung kam, war es um ihn geschehen. „Ich war sofort fasziniert“, sagt Kamins-

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Frage des Geldbeutels. Seither schafft Gerhard Kaminsky in Hall seine Kunstwerke. Jahrelang war sein größter Auftraggeber die Kirche, aber das lässt nun ein wenig nach. Inzwischen bekommt er viel über Architekten vermittelt. Tischler, Schmiede, Steinmetze und Schlosser brauchen immer wieder Sonderformen. Figural würde der Meister gern mehr arbeiten. „Aber das ist immer eine Frage des Geldbeutels“, sagt Kaminsky. Ein privater Kunde hat an seinen Arbeiten einen Narren gefressen. Vom Servierwagen aus Messing bis zum kupfernen Toilettenpapier-Halter lässt er alles von Meister Kaminsky in Handarbeit herstellen. Vor Kurzem hat der Kunde in einem Schwei-

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ky. Sein Meisterbrief aus dem Jahr 1980 hängt hinter dem Wetterhahn an der Wand. 1981 machte er sich in der Haller Werkstatt selbstständig. In den ersten drei Jahren arbeitete der Jungunternehmer parallel noch bei der Firma Milford als Techniker. Bis zu 18-Stunden-Tage waren zu bewältigen.

zer Luxushotel einen Badewannengriff mit Seifenhalter gesehen. Den soll Kaminsky nun nachbauen. „Solche Arbeiten machen großen Spaß“, sagt der Gürtler. Er sieht sich als Problemlöser für seine Kunden. Er berät und zeichnet, schafft und repariert. „Zu mir kommen oft Leute mit Arbeiten, die sonst keiner mehr macht.“ Und so vertraut Gerhard Kaminsky darauf, dass die Nachfrage nach seinen Werken weiterhin bestehen bleibt – dank engen Kundenkontakts und einer ordentlichen Portion q Mundpropaganda.

Das Handwerk Gürtlers nennt sich

Der traditionelle Beruf des lldrückheute Metallbildner, Gürtler- und Meta ich der technik. Der Beruf gehört in den Bere NichteiBearbeitung von Eisen-, Blech- und kunstsenmetallwaren und ist hauptsächlich g ildun Ausb Die tet. erich handwerklich ausg zum Gürtler dauert drei Jahre. verformen Die Handwerker bearbeiten und s- und Metalle zur Herstellung von Gebrauch en werd ke Stüc Die den. stän Schmuckgegen mit dabei von Hand oder zunehmend auch bearspeziellen Werkzeugen und Maschinen ken beitet, und zwar durch Hämmern, Drüc Stoßen und Treiben, durch Feilen, Fräsen und en Einoder auch mit Gusstechniken. Die fertig tiert mon etzt, nges mme zusa zelteile werden und ober flächenbehandelt.

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meinung Steve Jobs ruft Das iPad ist ein Spielzeug, das niemand braucht. Trotzdem braucht es jeder. von Flo Gasser meinung@6020stadtmagazin.at

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chau dir das an, das ist ganz super. Was das alles kann.“ Der Kollege ist knapp vorm Hyperventilieren. Er steht vor mir, hält ein Tablett in der Hand, betrachtet es von allen Seiten und staunt. Das also ist das iPad, Apples neuestes Wunderkastl, das die Millionen verzückt, die ihrem Messias Steve Jobs überall hin folgen. Laptops in allen Größen gibt’s schon lange, Handys, die eine zigfach höhere Prozessorleistung als Apollo 11 haben, auch (und das Ding flog wenigstens auf den Mond). Wozu braucht

Das iPad ist die neue Spitze des Apfelbaums. ein Durchschnittsmensch ein weiteres Spielzeug, das nichts Neues zu bieten hat, außer dass es dem Star-Trek-Equipment ähnlich schaut? Aber Apple hat es auch geschafft, ein Handy zu einem Lifestyle-Produkt zu machen. Wer heute dabei sein will, bestellt biologisch angebauten Ruccolasalat, trinkt Café Latte und liest die Tageszeitung am iPhone. Das iPad ist die neue Spitze des Apfelbaums. Doch das Ding kann nichts, was nicht jedes handelsübliche Mobiltelefon draufhat. Darauf zu schreiben ist eine Tortur und die einzigen Programme, die funktionieren, sind die bekannten „Apps“ des iPhones. Trotzdem will es jeder haben. Denn Steve Jobs hat gerufen. Natürlich unterliegen wir alle dem Diktat von Marketinggurus. Subnotebooks und Multitouch-Handys wurden uns auch eingeredet – aber diesen Dingen konnte man wenigstens einen Nutzen abgewinnen. Doch Apple hat neue Maßstäbe gesetzt: Alles ist hip, neu und spektakulär. Und wenn ich es mir nicht auf der Stelle kaufe, dann verliere ich sofort den Anschluss an die Gesellschaft, werde verstoßen und vereinsame. „Ich will das haben, aber was man damit tun kann, ist mir auch nicht klar“, sagt selbst der begeisterte Kollege. Das selbstständige Denken der Menschen, die Entscheidung, was ich brauche und was nicht, hat längst die Marketingabteilung in Cupertino (Kalifornien) übernommen. q

Runde Gedanken Die Fußball-WM in Südafrika steht vor der Tür. Jetzt muss Österreich Farbe bekennen. von Daniel Naschberger • d.naschberger@zielgruppenverlag.at

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a die heimischen Kicker wie schon bei den beiden vergangenen Weltmeisterschaften nur die Zuschauerrolle einnehmen, stellt sich jedem Österreicher die Gretchenfrage, welchem Team denn nun die Daumen zu drücken sind. Möglichkeiten gibt es jedenfalls viele (um genau zu sein 32). Erstens: Man könnte sich auf die Seite des schönsten Fußballs schlagen. Da fallen natürlich sofort die Namen Brasilien und Spanien, quasi die Magier des modernen Kurzpassspiels. Die Ballzauberer vom Zuckerhut haben im Vorjahr den Confederations-Cup, also die WM-Generalprobe, gewonnen und sind eigentlich immer Favorit. Die Iberer wiederum sind – seit sich innerhalb der Mannschaft sogar die Madrilenen mit den Katalanen verstehen – heuer wirklich als Titelanwärter ernst zu nehmen und noch dazu regierende Europameister. Zweitens: Man könnte sich auf die Seite der ewigen Verlierer schlagen. Niederlande und England – wie oft haben es die beiden Länder schon versucht und sind gescheitert. 1974 waren die Oranje zu arrogant für den Titel, 1978 hatten sie einfach Pech. Die beiden Finalniederlagen wiegen heute noch

schwer für Johan Cruyffs Erben. Auf den Engländern lasten der Fluch des einzigen WM-Triumphs 1966 und die allgegenwärtige Versagensangst bei großen Turnieren. Elfmeterschießen bitte meiden! Drittens: Man könnte sich auf die Seite des Titelverteidigers schlagen. Ein Tipp dazu: Sich mit „Italia“-Shirts, Armani-Hosen und D&G-Sonnenbrillen zu kleiden, macht noch lange keinen richtigen Italiener. Und schön anzuschauen ist der Old-School-Sicherheitsfußball auch nicht immer. Viertens: Man könnte sich auf die Seite eines krassen Außenseiters schlagen. Nordkorea, Neuseeland, Algerien – genau diese Exoten machen eine WM so einzigartig. Problem: Den einen oder anderen Punkt wird’s zwar schon zu bejubeln geben, aber nach der Vorrunde muss wieder ein neues Lieblingsteam gesucht werden. Fünftens: Man könnte sich auf die Seite des großen Nachbarn schlagen. Deutschland zu unterstützen, sollte auch für Ösis keine Unart mehr sein, denn eigentlich sind Jogi Löws Mannen recht sympathisch. Vorteil: Deutsche zum gemeinsamen Torjubler lassen sich in q Inns­bruck genug finden.

Nichts als die Wahrheit Ein nicht ausgeschaltetes Mikrofon enthüllt, dass Politiker auch manchmal ehrlich sind. von Barbara Wohlsein • bwohlsein@6020stadtmagazin.at

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er vergangene Wahlkampf in Großbritannien hat die politische Landschaft auf der Insel in vielerlei Hinsicht ins Wanken gebracht. Plötzlich gibt es eine dritte Partei, die dem ewigen Pendel zwischen Labour und Tories ein Ende bereiten könnte – vorausgesetzt, das himmelschreiend unfaire Wahl­ system wird endlich reformiert. Die steigende Popularität der Liberalen ist einerseits eine Folge des Spesenskandals, der die Bereicherungspraktiken der beide Großparteien offenlegte, andererseits gaben die erstmals (!) ausgetragenen Fernsehduelle den Briten die Möglichkeit, Nick Clegg länger als zehn Sekunden sprechen zu hören. Für den „Skandal“ des Wahlkampfs sorgte der glücklose Gordon Brown, der nach einer Diskussion mit einer enttäuschten Labour-

Wählerin vergaß, sein Mikrofon abzudrehen und im Auto lautstark über das missglückte Gespräch schimpfte. Nur Stunden später wurde der Vorfall publik, es folgte eine reumütige Entschuldigung, begleitet von Erklärungsversuchen – Brown habe die Dame falsch verstanden – und blankem Entsetzen bei den Labour-Strategen. Aber halt: Soll tatsächlich jemand glauben, dass die Aussagen Browns ein Ausrutscher waren? Dass nicht jeder Politiker solche Dinge sagt, wenn er mit einem Auftritt unzufrieden ist? Ist es nicht vielmehr menschlich und wohltuend, endlich etwas anderes als die vorgefertigten Stehsätze der Spindoktoren zu hören? Auch wenn er am Ende der Loser war, den Orden für den ehrlichsten Moment des Wahlkampfs hat sich Gordon Brown redlich verdient. q


8. Mai 2010 – Badesaisonstart im Tivoli und am Badesee Rossau Passend zum Wetter öffnen das Freibad Tivoli und der Badesee Rossau am 8. Mai 2010 ihre Tore. Der Saisonkartenverkauf findet seit 3. Mai täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr an den Hauptkassen statt. Ob Jung oder Alt, in den FreizeitOasen Tivoli und Badesee Rossau (Baggersee) findet jeder das passende Angebot für sich: FreIbad TIvolI – ein Park zum entspannen Fünf Schwimmbecken, Sprungturm, Wasserspielgarten und zahlreiche Sportmöglichkeiten wie Beachvolleyball, Basketball, Fußball und Boccia sowie mehrere Tischtennistische sorgen für Abwechslung. Für die lieben Kleinen steht ein Kleinkinderbecken mit Sonnendach bereit, damit es sich unbedenklich im Freien plantschen lässt. „Länger, schöner, schneller“ lautet die Devise für Rutschfans! Das Highlight für 2010 ist die neue 70-Meter-Erlebnisrutsche. Wer Ruhe sucht, findet diese im Schatten alter Bäume.

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Badespaß am Baggersee mit herrlichem Blick auf Innsbrucks Bergwelt.

badesee rossau – Freizeit­ vergnügen der besonderen art Der Badesee Rossau ist der Sommer-Treffpunkt Innsbrucks. Ein Paradies für Sonnenanbeter, Trendsportler und Familien. Um den Badegästen anstrengendes Schleppen sperriger Badeartikel zu ersparen, wurde die Zahl der Saisonkästchen auch 2010 wieder erweitert. Dem Energiespartrend der Zeit entsprechend, wurde eine Solardusche errichtet, die Sportschwimmern vor allem bei kühlerem Wetter angenehmes Duschen ermöglicht. Ein Schwimmsteg erleichtert den Zugang ins kühle Nass und auf der Schwimminsel kann man die Seele baumeln lassen. Privaten Grillmeistern werden nicht nur drei Holzkohlegriller mit Rost, sondern sogar die erforderliche Grillkohle zur Verfügung gestellt.

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Die spinnen! nein! Die bereiten sich vor!

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Innsbruck bereitet sich vor! Jetzt scheint sie schon sommerlich warm herunter, die Sonne. So lässt sich das Leben im Freien richtig genießen: sonnen, entspannen und erfrischen im prickelnden Nass. Gut versorgt. Tag für Tag! Für Sie erreichbar unter: Tel. 0800 500 502 · kundenservice@ikb.at · www.ikb.at

05.05.10 11:07


ivb.news Drei SEITEN mobilität

FahrradService

Die Radoffensive von Stadt Innsbruck und ivb startet erneut durch RadfahrerInnen haben es gut: Nach dem großen Erfolg im

Innsbrucker Radfest und der ORF-Radtag. Treffpunkt für alle

Herbst 2009 steht der Franziskanerplatz nun erneut eine

Fahrradbegeisterten: 10:00 Uhr am Baggersee. Von dort wer-

Woche lang ganz im Zeichen der Innsbrucker Radoffensive

den gemeinsam mit ORF-ModeratorInnen und VertreterInnen

von Stadt Innsbruck und IVB. Von Montag, 17.05., bis Freitag,

der Stadt Innsbruck die Radrouten im Stadtgebiet von Innsbruck

21.05.2010, führen die FahrradmechanikerInnen des Team Tyrol

erkundet. Die Fahrt endet vor dem Landestheater, wo ab 11:00

einen kostenlosen Rad-Check-up sowie kleinere Reparaturen

Uhr das große Innsbrucker Radfest für gute Stimmung sorgt.

durch (09:00 bis 18:00 Uhr). Stadt Innsbruck und IVB ver-

Auf alle BesucherInnen – mit oder ohne Rad – warten ein

folgen mit dieser Aktionswoche im Rahmen der Innsbrucker

Musikbühne, wertvolle Tipps rund um das Fahrrad und vieles

Radoffensive das Ziel, die Benützung des Fahrrads als umwelt-

mehr. Auf www.innsbruckmarketing.at findet man alles Weitere

freundliche Form der Mobilität in Innsbruck noch attraktiver

zum Radfest am 22.05.2010. Informationen zum kostenlosen

zu gestalten. Am Samstag, 22.05.2010, folgen dann das

Rad-Check-up am Franziskanerplatz gibt es auf www.ivb.at.


Stummer schrei Das Festival gastiert auch bei den IVB

„Alle Facetten von Heimat“ möchte das Festival stummer frei bei seiner diesjährigen Auflage beleuchten, so Festivalleiter Roland Silbernagl. Von 10.07. bis 29.08.2010 stehen 38 Aufführungen

Baustelle Kreuzung Brunecker Straße/Museumstraße

mit fünf Eigenproduktionen und 18 Gastspielen auf dem

Mobilität gewinnt!

Programm. Erstmals wird das zum vierten Mal stattfindende Kulturfestival auch in Innsbruck zu Gast sein: In der Remise der IVB wird am 13.08.2010 „Vergissmeinnicht“, ein berührendes Stück rund um das Thema Demenz, gespielt. Weitere Highlights am Spielplan sind unter anderem Uli Brées Freilichtspiel „Für immer Stumm. Bauer sucht Mörder“, verschiedene „HeimatAbende“ mit renommierten MusikerInnen, die Tragikomödie „Der große Krieg“ des meistgespielten Gegenwartsdramatikers Neil LaBute oder das Gastspiel des Schauspielhauses Wien. Der Anspruch von Obmann Roland Silbernagl „abseits des Mainstreams Schauspiel, Musik und Tanz auf höchstem Niveau zu zeigen“ scheint somit erfüllt. Weitere Informationen zum Festival gibt es auf www.stummerschrei.at. 

Auf einen Blick Die BauArbeiten in den Nächsten Wochen

Die Linie 3 wird ausgebaut und bis zum 5. Gymnasium verlängert. Bis zur Fertigstellung 2012 sind eine Fülle von Baumaßnahmen notwendig, über die die IVB an dieser Stelle umfassend informieren werden. Die Umsetzung der ersten Baustufe steht nun bereits unmittelbar bevor. In Zuge dessen wird der Bereich Sillpark, Museumstraße, Brunecker Straße, Salurner Straße bis zur südlichen Maria-TheresienStraße für die Linie 3 zweigleisig ausgebaut. Dafür sind aufwändige Vorarbeiten erforderlich – so müssen zum Beispiel die

Versorgungsleitungen

umgelegt

beziehungsweise

erneuert werden. Die ersten Bauarbeiten betreffen den Kreuzungsbereich Museumstraße/Brunecker Straße und die Brunecker Straße selbst. Bis Ende Juni kommt es wegen Stromund Gasarbeiten zur Einengung im Kreuzungsbereich Museumstraße stadteinwärts. Die Ing.-Etzel-Straße wird stadteinwärts zur Sackgasse. Ab Juli folgen die Kanalarbeiten. Deshalb wird die Brunecker Straße Richtung Bahnhof auf eine Fahrspur eingeengt. Die Ing.-Etzel-Straße bleibt stadteinwärts eine Sackgasse (ausgenommen AnrainerInnen), stadtauswärts bleibt die Ing.-Etzel-Straße gesperrt. Mitte Juli bis Mitte September wird der gesamte Kreuzungsbereich Museumstraße/Brunecker Straße inklusive der Brunecker Straße gesperrt. Auch hier werden Kanal-, Abwasser-, Wasser- und Gasleitungen neu verlegt. Gleichzeitig werden für den gesamten Knoten die Geleise verlegt.


Bequem ins Kino Kooperation wurde verlängert

Seit Juli 2009 fährt man am besten ganz bequem mit Bus und Tram ins Kino – eine gleichermaßen kundInnenfreundliche wie umweltschonende Kooperation zwischen IVB und Cineplexx macht’s möglich. Das Print@Home-Ticket (Online-Ticket) des Cineplexx Innsbruck ist gleichzeitig auch ein IVB-Ticket. Eine Stunde vor und vier Stunden nach der Kinovorstellung ist das Print@Home-Ticket als Hin- und Rückfahrtticket (inkl. Nightliner) in der Kernzone Innsbruck für den/die KinobesucherIn plus eine Begleitperson gültig. Das Angebot wird von den Kinofans sehr gut angenommen – für IVB und Cineplexx sehr erfreulich und Grund genug, die erfolgreiche Kooperation um ein weiteres Jahr zu verlängern. 

Filme aus aller welt

Mit den IVB Karten gewinnen für das Innsbrucker FilmFestival von 01. bis 06. Juni 60 Filme aus 30 Ländern beglücken die Spielorte des 19.

lässt. Mit ein bisschen Glück sind Filmfans gratis dabei: Die IVB

Internationalen Film Festivals Innsbruck (IFFI) 2010, das dieses

verlosen zwei mal zwei Tickets unter allen Einsendungen, die bis

Jahr von 01.06. bis 06.06.2010 stattfindet und auch heuer wie-

25.05.2010 unter marketing@ivb.at (Kennwort: IFFI) einlangen.

der von den IVB unterstützt wird. Die Wettbewerbe sind bunt,

Eröffnet wird das Festival am 01.06.2010 im Leokino (19:00 Uhr)

die Schwerpunkte klar definiert: Mit einer Retrospektive über

mit dem Film „Honeymoons“ des serbischen Regisseurs Goran

den Meister Fernando Birri, einem Balkan-Schwerpunkt und

Paskaljevic. Die Gäste kommen von überall her und werden

einem Fokus auf die argentinische Filmlandschaft bietet das

in den sechs Tagen des Festivals Innsbruck ein wenig bunter

IFFI ein Programm, das wieder den Arthouse-Film hochleben

machen. Das Programm und alle Infos auf www.iffi.at.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH / Medieninhaber und Verleger: target group publishing GmbH • Zielgruppen Verlag / Karl-Kapferer-Straße 5, 6020, Telefon: 0512 / 58 6020 / Fax: 0512 / 58 6020-20 / marketing@ivb.at www.ivb.at / Gestaltung: Zimmermann & Pupp • Werbeagentur / Fotos: 6020/Berger, Rathmayr, IFFI, stummer schrei, Zimmermann


© Paul weber/AMS

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Public Relations

Werde, was du willst Fundierte Berufsinformation und Berufsberatung erleichtern die „Qual der Wahl“.

D

as BIZ (Abkürzung für „BerufsInfoZentrum“) ist die erste Anlaufstelle, wenn es um Berufe, Ausbildungen und Jobchancen geht. Hier finden sich viele Informationen über Lehrberufe, Schulen, Studien und andere Ausbildungen. Jugendliche und Erwachsene können erfahren, welche Kenntnisse am Arbeitsmarkt gefragt sind und welche Jobchancen sie erwarten. Mit einem Interessenstest können berufliche Neigungen herausgefunden werden.

Informiert zu sein, hilft. Neben der Frage, welcher Beruf oder Ausbildungsweg mich interessiert oder zu meinen Fähigkeiten passt, stehen heute mehr denn je die Arbeitsmarkt- und Zukunftschancen der Berufe im Brennpunkt. „Zu den eigenen Interessen, Neigungen und Fähigkeiten passen oft viel mehr Berufs- und Ausbildungsmöglichkeiten als die wenigen, die einem spontan einfallen“, weiß Mag. Sabine Platzer vom AMS Tirol. Hier helfen die BIZen weiter. Im BIZ finden Sie Antworten auf Fragen, die Aus- und Weiterbildung in Österreich betreffen. Das Spektrum reicht von Infos über Lehrberufe und sonstige Berufe, Schulen, Kollegs, Kurse, Trends am Arbeitsmarkt, Universitätslehrgänge bis hin zu Fachhochschul- und Universitätsstudien. Als Medien stehen Info-Mappen, Broschüren, Bücher, DVDs, Berufsinfo-PCs sowie ein Berufsinteressentest zur Verfügung. Bei Gruppenbesuchen (z.B. Schulklassen) bitte vorher Termin vereinbaren.

AMS Tirol online. Neben den BerufsInfoZentren, die umfassende Informationen und Orientierungshilfen des AMS Tirol gratis anbieten, stehen unter

www.arbeitszimmer.cc zahlreiche Infos und Berufswahlhilfen auch online für alle zur Verfügung. Benötigen Sie eine Orientierungshilfe für Ihre Berufswahl, ist zum Start der Berufskompass (http://www.berufskompass.at) die richtige Adresse. Der in rund 20 Minuten zu absolvierende Test schlägt zu Ihrem Ergebnis passende Berufe vor und präsentiert dazu auch gleich entsprechende Online-Berufsinfos. Das Qualifikationsbarometer (http://bis.ams. or.at/qualibarometer) zeigt Ihnen, in welchen Berufsbereichen Arbeitskräfte nachgefragt werden und mit welchen Qualifikationen Sie punkten. Neben Experteneinschätzungen sind vor allem die Stelleninserate von 84 Tages- und Wochenzeitungen und den wichtigsten Online-Jobbörsen erfasst. Und ganz neu bietet die Online-Community Berufsorientierung und Bewerbungsinfo für Jugendliche. „Oft kommen nämlich gute Ideen durch Impulse von außen“, lädt Mag. Sabine Platzer zur Nutzung auch der OnlineServices ein. „Indem sich junge Menschen untereinander austauschen, können sie ihr Wissen und ihre Erfahrung teilen. Einfach einwählen unter http://obj.bewerbungsplattform.at/ und schon kann der interaktive Erfahrungsaustausch beginnen.“ „Eine so wichtige Entscheidung wie die Berufswahl darf man nicht einfach dem Zufall überlassen. „Die Entscheidung für einen Beruf ist eine der wichtigsten überhaupt im ganzen Leben. Da lohnt es sich, Zeit zu investieren, um eine überlegte und fundierte Wahl zu treffen“, rät Mag. Sabine Platzer. „Die ExpertInnen des AMS Tirol unterstützen Sie dabei. Sie finden uns in jedem Bezirk. Oder auch im Internet q unter www.ams.at/tirol sowie unter www.arbeitszimmer.cc.“ 


36

Die bruderschaft

. Christoph St inf ormiert

„Außerordentliche Schönheit“ Eine hochinteressante Quelle für die Geschichte der Bruderschaft St. Christoph sind ihre Wappen­ bücher. Das wertvollste Dokument, die Handschrift des Österreichischen Staatsarchivs, beschreibt Prof. Otto Hupp in seinem Buch „Die Wappenbücher vom Arlberg“.

D

ie Handschrift des Staatsarchivs in Wien enthält insgesamt 206 Pergamentblätter von je 24,5 Zentimetern Höhe zu 16 Zentimetern Breite, von denen 250 in der Zeit von 1394 bis rund 1420 meist beiderseits mit Wappenmalereien und den zugehörigen Beischriften entstanden sind, die den Namen des Wappenherrn, die Höhe seines jährlich zu leistenden Beitrags, das Versprechen eines höheren Betrages nach seinem Ableben, oft auch die Angabe seines Wohnorts, das Datum und andere Zusätze enthalten. Vor und hinter diesem Kern des alten Buches wurden im Jahr 1647 gelegentlich zur Erneuerung der schon im zweiten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts stark zurückgegangenen Bruderschaft neue Pergamentblätter hinzugebunden. Die Wappen und Beischriften haben mit dem mittelalterlichen Bestand gar keinen Zusammenhang und bleiben deshalb hier unberücksichtigt. Bei der Erneuerung verlor das Buch seinen ursprünglichen Einband und wurde neu in roten Samt mit silbernen Ecken, Mittelstück und Schließen gebunden.

Falsch beschnitten. Schlimmer ist, dass ein gefühlloser Buchbinder dabei das kostbare Kleinod so beschnitten hat, dass vielfach oben, unten und seitlich Wappen stark beschädigt und manche Überschrift ganz weggeschnitten wurden. Wie weit ihm auch die Auflösung der Pergamentlagen und die oft ganz sinnlose Zusammenkoppelung der Blätter zur Last zu legen ist, ist unsicher. Denn zuweilen haben sich neben der im 17. Jahrhundert ausgeführten Blattzählung mit deutschen Ziffern Reste einer älteren Zählung mit römischen Zahlen erhalten, die vermuten lassen, dass der ursprüngliche Zusammenhang schon früher gestört wurde. Es ist auch nicht abzuschätzen, was dabei verloren ging. Dass aber der Verlust nicht unbedeutend war, ist daraus abzuleiten, dass von Doppelwappen, die auf der rechten und linken Seite des Buches einander gegenüberstanden und durch Kettenglieder miteinander verbunden waren, jetzt einige Male die Kette einseitig leer in den Falz verläuft, weil die Gegenseite fehlt.

Üppige Verwendung von Blattgold. Trotz aller Verstümmelungen bilden die erhaltenen fast 500 Seiten durch die außerordentliche Schönheit und Lebendigkeit der Wappen und durch den kulturgeschichtlichen und genealogischen Wert ihrer Beischriften die wertvollste aller deutschen Wappenhandschriften. Die Wiener Handschrift ist auch von den drei erhaltenen Originalhandschriften vom Arlberg weitaus die reichste und durch die Menge der Vollwappen – 523 gegen 366 in München und 21 im Kodex Figdor – sowie durch die üppige Verwendung von Blattgold und Blattsilber weitaus die stattlichste; sie ist unbestritten das Hauptbuch.  q

Ansichten aus „Die Wappenbücher vom Arlberg“ von Prof. Otto Hupp.


Cyta investiert in die Zukunft

Mähkomfort vom Feinsten garantiert die neue Viking-Serie „iMow“.

© VIKING

Marktmix Intelligenter Hightech-Cutter

I © schloss-marketing

ntelligent Mowing – kurz iMow – lautet die neue Zauberformel des in Langkampfen angesiedelten Gartengeräteherstellers Viking. Ausgestattet mit zukunftsweisenden Raffinessen pflegen die iMow-Cutter den Rasen vollautomatisch, umfahren Hindernisse und erkennen Begrenzungen des Terrains.

Ab Herbst: Lichtdurchflutetes Shoppingfeeling im Nordteil der Cyta.

Schwieriges Wirtschaftsjahr. entstehen, sind vier Millionen Euro vorgesehen. „Hochwertige Beleuchtung und natürliche Belichtung über große Glaskuppeln führen den Kunden künftig über Marmorböden und elegante Holzverkleidungen direkt aus dem Parkhaus in die Shoppingwelt“, zeigt sich Cyta-GF Erich Pechlaner vom „Nordeingang NEU“ begeistert, der rechtzeitig bis zum Schulbeginn im September fertig gestellt werden soll. Über die Umbaumaßnahmen hinaus ist es der Geschäftsleitung gelungen, einen neuen, hochwertigen Damenmoden-Anbieter zu gewinnen: Gerry Weber eröffnet bereits am 27. Mai auf knapp 300 Quadratmetern Fläche einen seiner modernsten Shops in der Cyta. Übrigens: Ein offizielles Eröffnungsfest ist in der Cyta für Anfang November geplant. q

Dolce Vita mit Idealtours

N

ach den Prognosen der Wirtschaftsexperten Anfang 2009 befürchtete die Reisebranche Einbußen im zweistelligen Bereich. „Unter diesen Voraussetzungen können wir mit einem Umsatzrückgang von drei Prozent auf 19,7 Millionen Euro dennoch sehr zufrieden sein“, erklärt Idealtours-GF Christof Neuhauser. Gründe dafür seien vor allem in der Reduktion des Flugprogramms „Inselträume“ (- 30 %) zu finden, da die Destinationen Kalamata und Zadar eingestellt wurden. Insgesamt beförderte Idealtours im vergangenen Jahr rund 32.500 Passagiere (- 4 %). Positiv entwickelt hätten sich der Vitalbereich (+ 0,5 %), die Sparte Erlebnis und Kultur (+ 10 %) und das Angebot „Badespaß“ (plus 13 %). „Zusammengefasst kann man 2009 als das Jahr des Busses bezeichnen. Der turbulente Start Anfang des Jahres ging eindeutig zu Lasten der Flugpauschalreisen“, erklärt Neuhauser.

„Vitales“ Reisejubiläum. Bereits seit 30 Jahren steuert der Brixlegger Reiseprofi jeden Sonntag die italienische Thermenregion rund um Abano und Montegrotto an. Rund 9000 Personen beförderte Idealtours 2009 in die Hotel-Thermen der Euganeischen Hügel. Darüber hinaus bieten Idealtours und Welcome Air wieder tolle Packages in die steirische Thermenregion, die bei den Tirolern auch heuer hoch im Kurs steht.  q

Idealtours-GF Susanne und Christof Neuhauser (Mitte), Laura Schütz (Therme Abano Montegrotto, re.) und Birgit Oberhollenzer (Steirisches Thermenland)

Trotz turbulenter Zeiten kann der seit 1992 zur Stihl-Gruppe gehörende Rasenpflegespezialist Viking auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2009 zurückblicken. Zwar reduzierte sich der Umsatz gegenüber 2008 um rund zehn Prozent auf 106,1 Millionen Euro, dennoch konnte Viking seine Marktanteile erhöhen und den Mitarbeiterstand von 219 auf 250 Personen erweitern. Auch die Eigenkapitalquote konnte auf stattliq che 70 Prozent ausgebaut werden. 

Christian Fischer, Thomas Rainer, Martin Lener und Brian Humphries (v. l.) mit dem Golden Safety Award

© Tyrolean Jet Services

N

achdem im Vorjahr die Kuppelpromenade West mit sieben neuen Geschäftsflächen um mehr als zwei Millionen Euro zügig errichtet wurde, steht die Cyta Shoppingwelt mit derzeit 105 Geschäften auf deutlich über 50.000 Quadratmetern auch im Jahr 2010 im Zeichen nachhaltiger, bedeutender Investitionen. Betroffen ist derzeit der gesamte Bereich zwischen Parkhaus und Einkaufszentrum, dessen zwei Ebenen mit über 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche komplett in das Einkaufszentrum integriert werden. Insgesamt fünf Millionen Euro lässt sich die Völser Shoppingwelt ihre diesjährigen Modernisierungsmaßnahmen kosten. Alleine für die Erneuerung des Nordeinganges, wo gleichzeitig mehrere neue Geschäftsflächen

Hohe Auszeichnung für Tiroler Fluglinie

W

ährend der Luftfahrt-Fachmesse für Geschäftsreise- und Privatflugzeuge­ EBACE 2010 (European Business Aviation Convention & Exhibition), die vom 4. bis 6. Mai in Genf abgehalten wurde, wurde dem 1978 gegründeten Innsbrucker VIP- und Taxi-Luftfahrtunternehmen Tyrolean Jet Services der Golden Safety Award für über 80.000 unfallfreie Flugstunden verliehen. Dieser Erfolg geht auf eine jahrzehntelang von den Eigentümern der Tyrolean Jet Services sehr sicherheitsbewusst definierte Unternehmensphilosophie zurück, welche von der Belegschaft konsequent und nachhaltig umgesetzt wird. Tyrolean Jet Services befindet sich im Eigentum von Swarovski.q


Auto & Motor | Lifestyle | Multimedia | Gadgets | Design | Mode | Trends

31.05. Am

in der Tir Tagesze oler itung

Extra für Autofans. Die schönsten Cabrios 2010.

maserati gran cabrio

Eine EXTRA-Portion 6020. Die schönen Seiten des Lebens – tirolweit am 31. Mai. 6020 EXTRA ist das Lifestyle-Magazin rund um Auto, Technik und Freizeit. Mit einer Auflage von 130.000 Stück liegt 6020 EXTRA der Gesamtauflage der Tiroler Tageszeitung bei.


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Motor scharf wie chili. Noch stärker, noch leichter, noch schneller: Audi legt eine auf 333 Stück limitierte Variante seines Hochleistungssportlers R8 auf, den R8 GT. Sein 5,2-Liter-V10 wurde auf 560 PS (R8 525 PS) gesteigert, beschleunigt aus dem Stand in 3,6 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 320 km/h Topspeed. Der schnittige Audi-Racer wird im Werk Neckarsulm weitgehend von Hand gefertigt und kostet rund 200.000 Euro.

In luftiger Höhe.

Zur Markteinführung des neuen Peugeot Sportcoupés RCZ hat sich der heimische Importeur in der Bundeshauptstadt Wien einen originellen Werbegag einfallen lassen. Das bei Magna in Graz gebaute 2+2-Coupé wurde zum Auftakt des traditio­ nellen Praterfestes am 1. Mai kurzerhand an einem Arm des weltbekannten Riesenrades aufgehängt, um dort bis Christi Himmelfahrt werbewirksam seine Runden zu drehen. Die publikumswirksame Idee, das Wiener Riesenrad als eine Werbeplattform für das scharfe Löwenmodell zu nutzen, soll Lust auf den ab 28.400 Euro erhältlichen Austro-Franzosen machen, von dem bis Jahresende zwischen 300 und 400 Einheiten abgesetzt werden sollen.

Statistik

Pro-KopfFortkommen Wie viele Autos rollen pro 1000 Einwohner durch die österreichischen Landeshauptstädte? Bundesland

Wien Innsbruck Graz Salzburg Bregenz Linz

Rekord. Jubel im Niehler Fahrzeugwerk von

Ford: Bei den Autobauern am Rhein rollte Anfang Mai der sechsmillionste Ford Fiesta vom Band. Das Rekordfahrzeug ist ein Fiesta Sport, 1,6 Liter mit 120 PS. Das Werk in Köln produziert den kleinen Bestseller seit Oktober 1979, von 1976 bis 1980 wurde der erfolgreiche Kleinwagen im Fordwerk Saarlouis montiert. Von der siebenten Generation des drei- bzw. fünftürigen Ford-Modells wurden in Österreich 2009 insgesamt 5855 Einheiten verkauft, im Jahr zuvor wurden 3573 zugelassen. Darüber hinaus war der Ford Fiesta im ersten Quartal 2010 das meistverkaufte Fahrzeug in Europa.

St. Pölten Klagenfurt Eisenstadt Österreich gesamt Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2010

2005

2009

403 438 484 471 475 491 535 566 622 507

393 441 469 481 490 500 548 579 633 522


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Motor | Testcenter

Koreanischer

Herausforderer KIA cee’d_sw ecoDynamics

Attraktiver Herausforderer im Golf-Segment: Kia cee’d_sw 2010.

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum

1582 ccm

Leistung

85 kW/115 PS

Drehmoment

255 Nm bei 1900–2750 U/min

Getriebe

6-Gang-Schaltung

0-100 km/h

11,5 sec

Spitze

188 km/h

Verbrauch

5,0 l/100 km

CO2 -Emissionen

119 g/km

Masse & Gewicht

L/B/H: 4490/1790/1525 mm, 1385 kg

Preis

ab 16.990 Euro Testmodell: 24.190 Euro

Der bemerkenswerte Aufstieg der Marke Kia ist in Europa unter anderem dem Konzernbestseller cee’d zu verdanken. 6020 nahm in der überarbeiteten Kombivariante Kia cee’d_sw ecoDynamics Platz. 

A

nfang 2007 startete der koreanische Fahrzeughersteller Kia mit der Modellreihe cee’d. Den Modellreigen eröffnete eine fünftürige Limousinen-Variante, der nur Monate später das Kombimodell cee’d_sw und das dreitürige Schrägheck pro_cee’d folgten. Dass in der Golf-Liga mit dem Marktstart der cee’d-Serie kein Stein auf dem andern bleiben würde, war den Marktbegleitern von Anfang an klar. Schließlich wurde der cee’d nicht nur ganz auf den Geschmack der europäischen Konsumenten zugeschnitten, sondern überraschte auch mit üppig bestückter Grundausstattung bei gleichzeitig moderater Preisgestaltung. Dass die Konkurrenz vor dem cee’d auch den Hut ziehen muss, haben bereits zahlreiche Vergleichstests bewiesen. Und die Tatsache, dass die in der Slowakei produzierte Modellserie auch beim Euro NCAP-Crashtest die Höchstwertung für den Insassenschutz erreicht hat, bestätigt einmal mehr die Solidität des feschen Koreaners. Zurück zum Kombimodell Kia cee’d 2010: Für uns stand die sparsame Dieselvariante „ecoDynamics“ mit 115 PS in der sportlichen xR-Ausstattung bereit, die neben einer leicht modifizierten Frontpartie – wie beispielsweise

Test: Walter Mair

die verchromte und von Chefdesigner Peter Schreyer designte „Tigernose“ – zusätzlich über 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Alupedale, verdunkelte Heckscheiben sowie über ein elektrisches Glas-Hub-Schiebedach verfügt. Die Verarbeitung des Cockpits erreicht PremiumNiveau, wie bereits die genau verarbeiteten Lederziernähte beim Lenkrad oder auch die stimmigen Spaltmaße beweisen. Die vielleicht zu straff abgestimmten Sitze bieten jedoch besten Seitenhalt, ein optimaler Rundumblick wird durch großzügig dimensioniertes Glas garantiert. Trotz bestem Überblick verfügt die xR-Variante zusätzlich über eine praktische Einparkhilfe hinten, Tempomat, BluetoothFreisprecheinrichtung, USB, AUX- und iPodAnschluss erfreuen zusätzlich auf langen Reisen. Überraschenderweise verfügt die bereits um 24.190 Euro erhältliche Top-Variante sogar über einen Berganfahr-Assistenten. Dass die 4,5 Meter lange Kombi-Variante auch beim Platzangebot nicht geizt, bestätigten Mitfahrende, die sich vom komfortablen Aufenthalt in Reihe zwei begeistert zeigten. Wer den gelungen überarbeiteten Kia sporty wagon als Speditionsgehilfen in Anspruch nehmen muss, wird zusätzlich vom insgesamt 1664 Liter fassenden Laderaum begeistert sein.

Kraftstoff-Sparer ISG. EcoDynamics heißt das Schlagwort bei Kia, das unter anderem Leichtlaufreifen, Schaltpunktanzeige und das serienmäßige StartStopp-System ISG beinhaltet. Kurz: Kia schont die Umwelt und hilft, Geld zu sparen. Die Sache ist im Prinzip einfach: Wenn kein Motor läuft, kann der 1,6-Liter-Turbodiesel auch keinen Kraftstoff verbrauchen. ISG kommt immer zum Einsatz, wenn der mit SechsgangGetriebe bestückte cee’d an der Ampel zum Stehen kommt. Sobald die Kupplung wieder betätigt wird, startet der durchzugsstarke und zuverlässige cee’d wieder ganz automatisch und setzt seine Fahrt wie gewohnt fort. Am Anfang irritiert die Motor-Aus-Technik, nach ein paar Tagen hat man schon ein schlechtes Gewissen, wenn die Schaltpunktanzeige missachtet wird. Erfolgt der Stopp-and-Go-Verkehr in zu kurzen Zeitabständen, lässt sich ISG per Tastendruck deaktivieren. In der Testphase begnügte sich der Vierzylinder im Schnitt mit knapp sechs Litern Diesel (Werksangabe 5 l) und entlässt dabei nur 119 Gram CO2 in die Umwelt. Ach ja, da wäre noch ein Argument, das für den flotten Kombi spricht: Sieben Jahre Garantie bietet sonst keiner am Markt.  q


ps-promis

Motor

Helmut Lang, BM Christian Härting, Dieter und Gerald Unterberger und Josef Gruber eröffneten den neuen SalesPoint in Telfs. Die Peugeot-Händler Florian (vorne) und Philipp Lantos bei der Tirol-Premiere des neuen Elektrofahrzeuges Peugeot iOn.

Unterberger neu in Telfs

Elektro-Pioniere

Einen neuen Schritt auf dem Weg zu emissionsfreier Mobilität geht PSA Peugeot Citroën mit den Elektrofahrzeugen Peugeot iOn und Citroën C-Zero, die einer Kooperation mit Mitsubishi entstammen. Anfang April lud der Innsbrucker Peugeot-Händler Moriggl zur Probefahrt mit dem batteriebetriebenen Cityflitzer iOn, der bereits Ende des Jahres eingeführt werden soll. Seine Kraft saugt der 47 kW-E-Motor aus einer Lithium-Ionen-Batterie, die eine Reichweite von 130 Kilometern und eine Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h garantiert. Wie sich der knapp 3,5 Meter lange Viersitzer iOn mit Automatikgetriebe fährt? Überraschend stark in der Startphase (180 Nm stehen sofort bereit), flott beim Beschleunigen (0–50 km/h in 5 Sekunden, 0–100 km/h in 15 Sekunden) und so unglaublich leise, dass das Ticken des Blinkers lauter ist als das Surren des E-Motors. Mit knapp 40.000 Euro ist der heckgetriebene iOn noch recht teuer, dank PeugeotLeasing kommt man aber auf monatliche Kosten von unter 500 Euro.  q

In Telfs wurde Mitte April der erste Tiroler SalesPoint der Unterberger-Gruppe offiziell eröffnet. Damit legt die Achse der UnterbergerBetriebe, die mit neun Stammhäusern vom Chiemsee bis zum Bodensee reicht, jetzt auch im Tiroler Oberland einen automobilen „Zwischenstopp“ ein. Auf dem Areal des Telfer Autohauses können PS-Fans ab sofort Neuwagen, günstige Jahres- und Halbjahreswagen sowie junge Gebrauchtautos der Unterberger-Marken BMW, Mini, Mitsubishi und Hyundai nicht nur bewundern, sondern auch testen und kaufen. Das innovative SalesPoint-Konzept hat Unterberger an zwei Standorten in Vorarlberg bereits erfolgreich umgesetzt. Für den neuen Verkaufsstandort am Telfer Wildauweg erwartet sich die Geschäftsleitung ebenfalls großen Zuspruch. „Die grundlegende SalesPoint-Idee ist, möglichst direkt beim Kunden vor Ort präsent zu sein. Auch die persönliche Fachberatung ist genauso Teil dieses Konzeptes. Darüber hinaus können die Kunden von der kaum zu überbietenden Sortimentsbreite unserer gesamten Gruppe profitieren“, so GF Dieter Unterberger bei der Eröffnung des dritten SalesPoints.

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LEBEN Zeiträuber des Monats

© Klangspuren/Berger

Gspusi-Stasi. Wenn es nach www.

Schon was vor?

whosdatedwho.com geht, muss Josh Hartnett ein ziemlich glücklicher Mann sein. Denn laut seiner „Ex-List“ war der US-Schauspieler bereits mit Fegern wie Scarlett Johansson, Penelope Cruz, Kirsten Dunst und Sienna Miller verbandelt. Sienna Miller hat übrigens neben Josh Hartnett auch noch das Bett mit Orlando Bloom geteilt und der wiederum auch schon mit Kirsten Dunst. Kleine Hollywood-Welt! Der Wahrheitsgehalt der Beziehungswirren entspricht dem eines durchschnittlichen Klatschmagazins – Spaß macht’s jedenfalls.

www.whosdatedwho.com

Der 6020 Event-Tipp – Da kannst du was erleben.

Klangspuren barfuß, jeden Montag, Schwaz

M

it gar nicht alltäglichen Ausflügen werden Kinder ab 6 Jahren beim „Klangspuren barfuß“-Programm in die Welt der Sinne entführt. Jeden Montag um 14 Uhr startet eine Kindergruppe mit Experten der Klangspuren Schwaz, um herauszufinden, wie es etwa klingt, ein Bienenhaus

zu bauen, einen Baum zu fällen oder Schafe zu scheren. Die Anmeldung zu den Exkursionen, die in der Umgebung von Schwaz stattfinden, sollte bis Freitag 16 Uhr unter 05242/73582 erfolgen. Das genaue Programm der nächsten Wochen findet man auf der Website www.klangspuren.at. q

© joscha sauer/Distr. bulls

Rosa ist das neue Pink

Was im Moment gerade total angesagt ist – ehrlich!

Geld ist das neue Gewissen.

Mit der Glaubwürdigkeit von Fernsehköchen ist es genau dann vorbei, wenn sie einen lukrativen Werbevertrag unterschreiben. Martin Baudrexel, der mit den „Kochprofis“ jahrelang jeden Küchenchef zur Schnecke machen durfte, der sich traute, Fertigprodukte zu verwenden, ist jetzt das Werbegesicht für einen künstlichen Sahneersatz mit Schwammerlaroma. Sarah Wiener and die Wurstsemmeln von der Tankstelle waren scheinbar nur der Anfang.

Bücherzirkel Aufgezählt Unterhaltung in Listenform

Justin wer? Das fragt sich jeder Mitteleuropäer über 16, der ab und zu auf die Twitter-Startseite schaut. Denn dort findet man „Justin Bieber“ in den Top-Suchbegriffen – und zwar jeden verdammten Tag. Wer sich einmal die Mühe macht, den Namen zu googeln, wird herausfinden, dass es sich um einen 16-jährigen Teeniestar aus Kanada handelt. Bieber ist bekennender Fan vom Web 2.0.: Seine Karriere hat er mit 13 (!) via YouTube gestartet.

© philipp frenzel

New York ist das neue London.

Wer vor zehn Jahren ein paar Tage in einer richtigen Metropole verbringen wollte, flog nach London. Eine USA-Reise war hingegen ein monatelang geplantes Vorhaben, das man sich alle heiligen Zeiten mal gönnte. Seit der Dollar im Keller ist, hat New York den Städte­ reise-Klassikern in Europa aber definitiv den Rang abgelaufen. Jeder, der eine Woche Zeit hat, setzt sich in den Flieger und drängt sich mit Tausenden anderen auf dem Times Square. Immer noch cool, aber ein bisschen inflationär.

© universal/Pamely Littky

Twitter ist die neue Bravo.

Die Welt in Top-Ten-Listen zu ordnen, schafft Ordnung im täglichen Wahnsinn und befreit den Kopf. Besonders, wenn die Themen so humorvoll sind wie in Jörg Metes und Tex Rubinowitz‘ Buch „Die sexuellen Phantasien der Kohlmeisen“. Ob es um die beliebtesten Jörg Metes & Tex Namen für Friseursalons, Rubinowitz: die Endstation aller ge„Die sexuellen Phantasien kauten Kaugummis, coole der Kohlmeisen“, Schülerstreiche oder KiWi Verlag Gründe zum Blumenverschenken geht – die beiden Autoren haben ein Händchen für seichte, aber ausgesprochen gute Unterhaltung.


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serie

Mundart Kochen ohne Wenn und Aber mit Flo

Liebes MundArt Team!

W

ir sind eine Gruppe von Einweckgläsern, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihre Inhalte zu verkuppeln, um endlich wieder einmal leer zu sein. Einer von uns birgt einen besonders schwer zu vermittelnden Fall. Er befindet sich nicht nur in einem erbärmlichen Zustand, er ist zudem über beide Ohren in die heiße Minze vom Balkon verliebt. Die dünne Luft verwirrt seine Gefühle, die er in Anbetracht seiner Lage ohnehin nicht mehr bräuchte. In Klarsichtfolie gewickelt liegt er da am Grund des Einweckglases, die Sinne vom eigenen Mief vernebelt, hoffnungsvoll ans Glas gedrückt. Das permanente Surren der Kühlung versetzt den Deckel seines Glases in dumpfe Schwingungen, die unangenehm und beständig auf ihn einhämmern. Die Wunden seines letzten Abriebes scheinen immer noch zu schmerzen, er hat an Größe, Gewicht und Form verloren und ist nur mehr ein Schatten seiner selbst. Optimale Verkupplungskandidaten sehen anders aus. Und trotzdem: ER will die heiße Minze vom Balkon. Doch die will vom Ballerkas im Quarantäneglas nichts wissen. Allmorgendlich, wenn die Sonne auftaucht und sich die kleinen Tautropfen auf ihrer sattgrünen Haut in funkelnde Edelsteinen verwandeln, streckt und reckt sie ihre Triebe, wächst kraftvoll beständig und würdigt uns und ihn keines Blickes. Alle unsere Versuche, die heiße Minze vom Balkon auf unseren Ballerkas im Quarantäneglas aufmerksam zu machen, schlugen fehl. Daher unsere Bitte: Könnt ihr uns helfen, die zwei zu vereinen? Danke und lg, eure Einweckgläser

So a Kas

Mund Art wird bodenständig: Der einsame Ballerkas sucht Anschluss, findet ihn bei der heißen Minze und erlebt sein Happy End in Osttiroler Schlipfkrapfen.

Natürlich kann MundArt das vereinen, zerhackt die heiße Minze vom Balkon, reibt den Ballerkas zu Ende und füllt das Ganze und noch mehr in q Osttiroler Schlipfkrapfen.

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KW: „Besser-Esser“, Einsendeschluss: 14. 6. 2010 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · Karl-Kapferer-Str. 5 · Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

© 6020/Michael Rathmayr

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Zutaten

• Nudelteig: ½ kg Mehl, 2 Prisen Salz, 1 El Öl, 1 Ei, ¼ l lauwarmes Wasser • Füllung: ½ kg mehlige Kartoffeln, ½ kg Bröseltopfen, 100 g geriebenen Ballerkas, 1 Zwiebel, 3 Knoblauchzehen, je eine Handvoll Petersilie, Minze, Schnittlauch (wer’s mag auch Kerbel, Pfeffer, Salz, Muskatnuss ...) Butter zum Andünsten und zum Anrichten

Zubereitung

• Nudelteig: Ins Mehl eine Mulde graben. Salz, Öl, Ei und lauwarmes Wasser hinzugeben und zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten. In Klarsichtfolie wickeln und mindestens eine Stunde im Kühlschrank rasten lassen. • Füllung: Topfen gut abtropfen lassen. Kartoffeln in Salzwasser weichkochen. In der Zwischenzeit Petersilie, Minze und Schnittlauch fein hacken; Zwiebel und Knoblauch fein würfeln und in etwas Butter glasig andünsten. Passierte Kartoffeln mit den Kräutern, der Zwiebel, dem Knoblauch, dem Topfen und geriebenem Ballerkas vermengen und mit Pfeffer, Salz und Muskat würzen. Den Nudelteig 2–3 mm dick ausrollen. Mit einem runden Ausstecher Stücke ausstechen. Aus dem Kartoffelteig walnussgroße Nockerln formen und auf die ausgestochenen Teigkreise legen. Teigkreise mit der Fülle zu einem Halbmond formen und den Rand durch Drücken gut verschließen und eventuell pitschen (siehe Factbox). Schlipfkrapfen in kochendes Salzwasser legen. Etwa zehn Minuten ziehen lassen, mit brauner Butter, geriebenem Käse und Schnittlauch, Petersilie oder Minze bestreuen.

Das „Pitschen“

Während die Kärntner ihre Kasnudeln „krendeln“ und/oder „krandeln“, „pitschen“ die Osttiroler ihre Schlipfkrapfen. Nachdem die Ränder gut zusammengedrückt sind, beginnt man an einem Ende zu pitschen: Dabei zupft man mit Daumen und Zeigefinger ein Stück Rand, klappt es nach innen und fixiert es durch Druck mit dem Daumennagel – immer weiter, bis ein kleiner Kranz entsteht. Das sieht dann nicht nur kitschig-schön aus, es hat sich auch als sicherer Schließmechanismus für die Schlipfkrapfen erwiesen.


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„Der Rücktritt war richtig“ Im März ist Skisprunglegende Toni Innauer von seiner Funktion als Nordischer Direktor beim ÖSV zurückgetreten. 6020 erzählt der Wahltiroler vom Leben „danach“ und seiner Interview: Daniel Naschberger Arbeit als Buchautor.

I

hr Rücktritt vom ÖSV liegt erst zwei Monate zurück. Haben Sie schon realisiert, wieder Privatperson zu sein? Toni Innauer: Absolut. Ich habe vor Kurzem 14 Tage Urlaub gemacht, das ist mir im Frühling fast 20 Jahre lang nicht mehr gelungen – ein angenehm spürbares Zeichen dafür, dass sich etwas geändert hat. Den ganzen Druck, der sonst im Frühling auf dem Sportdirektor lastet, habe ich heuer nur in homöopathischer Dosis gespürt. Nach Saisonende hat mein Nachfolger Ernst Vettori die Aufgaben – wie etwa Team- oder Budgetzusammenstellung – übernommen. Sie sind trotz der großen sportlichen Erfolge von Springern und Kombinierern zurückgetreten. Was waren letztlich die Gründe? Nach 23 Jahren beim ÖSV war es an der Zeit. Man ist wahnsinnig viel auf Achse und permanent einem hohen Druck ausgesetzt. Im Lauf der Zeit habe ich gemerkt, dass mir dadurch Lebensqualität genommen wird und meine Motivation nachlässt. Irgendwann habe ich gespürt, dass nicht mehr alles mit meinen wirklichen Bedürfnissen kompatibel ist und ich nicht mehr besessen davon bin, immer zusätzliche Medaillen gewinnen zu wollen. Stattdessen habe ich begonnen, viele Dinge kritischer zu betrachten. Mein Gefühl hat mir gesagt, ich muss einmal Luft holen und aus diesem bekannten Schema heraus. Wenn ich jetzt nicht aussteige, schaffe ich es bis zur Pensionierung nicht mehr, etwas Neues auszuprobieren. Gerade die Erfolge in Vancouver haben ihre Arbeit nochmals bestätigt. Hat es Sie dennoch gestört, dass das schlechte Abschneiden der alpinen Skiherren Hauptthema in den Medien war? Aus meiner Perspektive sind unsere Erfolge der vergangenen Saison – Olympiamedaillen, der Gesamtweltcup – die Referenz dafür, dass wir ausgezeichnet gearbeitet ha-

ben. Ich denke, der Skiverband hat sich ein wenig zu sehr ins Eck drängen lassen, weil die alpinen Herren keine Medaille geholt haben. Der ÖSV hätte die olympischen Erfolge von Snowboard und Skicross über die Alpindamen bis hin zu den Nordischen deutlicher herausstreichen können. Es waren immerhin die drittbesten Winterspiele der Geschichte für Österreich, dafür muss man sich nicht über Gebühr rechtfertigen, da kann auch Präsident Peter Schröcksnadel stolz darauf sein. Dass es zwischendurch im einen oder anderen Bereich Probleme und Pech gibt – diesmal bei den Herren –, ist Teil des Spiels. Könnten Sie sich auch irgendwann wieder eine Rückkehr in den Sportbereich vorstellen? Es ist derzeit sehr angenehm, nicht mehr im Spitzensport tätig zu sein. Aber ich kenne mich: Wenn die Energie stärker wird, steigt die Unternehmungslust. Der Rücktritt war die richtige Entscheidung. Mir ist wichtig, jetzt einmal das gewohnte Berufsfeld zu verlassen, um in einer Art Sabbatical zu schauen, was in mir entsteht. Ich habe aber eine Rückkehr nie absolut ausgeschlossen, nur ist es auch vertraglich mit dem ÖSV geregelt, dass ich zumindest für ein Jahr nicht im Skisport arbeite. Haben Sie schon konkrete Pläne für die nähere Zukunft? Sehr konkret ist das Buch „Am Puls des Erfolgs“, das ich vor Kurzem veröffentlicht habe. Die erste Verkaufsphase ist mittlerweile vorüber und wir haben beschlossen, eine zweite Auflage zu produzieren. Mit den ersten Weltcupbewerben im Herbst und zu Weihnachten sollte das Interesse an einem Wintersportbuch nochmals deutlich steigen. Kürzlich war ich im Rahmen einer Lesewoche in ganz Österreich unterwegs. Außerdem habe ich bis Dezember einen mit

Vorträgen gut gefüllten Terminkalender – das ist schon seit Jahren meine zweite berufliche Betätigung. Gemeinsam mit einer Vorarlberger Agentur suche ich die zeitlich und thematisch interessanten Aufträge aus den Anfragen heraus. Was hat Sie dazu veranlasst, 18 Jahre nach ihrem Erstlingswerk „Der kritische Punkt“ neuerlich ein Buch zu veröffentlichen? Ich neige dazu, Sachverhalte zu hinterfragen und gründlich zu analysieren. Ich will tiefere Hintergründe von Handlungen und menschlichen Beziehungen, aber auch von Leistung, Erfolg oder Krisen erkennen. Ich lese viel über diese Themen und denke darüber nach, daraus entstehen die Grundlagen für meine beruflichen Entscheidungen. Ich sehe im Sport – aber auch in anderen Gesellschaftsbereichen – Entwicklungen, die teilweise sehr bedenklich sind und schleichend passieren. Um meine Gedanken auszudrücken, kommt für mich eigentlich nur das Medium Buch infrage. In einem Buch steckt gebündelte Arbeitsund Denkzeit drin, es hat einen Tiefgang, der mir wichtig ist. Ich schreibe sehr gerne und freue mich, wenn sich Leser die Zeit und Offenheit nehmen, die eine Reise durch die Seiten verlangt. Sie prangern im Buch die Kommerzialisierung des Sports an. Was verstehen Sie darunter? Ich möchte sensibilisieren für Übertreibungen und dafür, dass auch heute der Kaiser oft keine Kleider anhat. Ich habe gegen Marketingblasen und Promikult Stellung bezogen, denn ich glaube, der Sport ist nur ein Beispiel dafür. Ich denke, es täte den Menschen in vielen Bereichen sehr gut, sich weniger von Werbestrategen und Marketingmaßnahmen manipulieren zu lassen, sondern kritischer zu urteilen. Sogar im Spitzensport, wo es de facto um die


„Viele der Probleme, die wir haben, entstehen dadurch, dass der Schein wich­ tiger ist als die tatsächliche Leistun g.“

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Zur Person

© 6020/Gerhard Berger

Anton Innauer wurde am 1. April 1958 in Bezau (Vorarlberg) geboren. Er besuchte das Skigymnasium in Stams und trainierte dort unter dem legendären ÖSV-Trainer Baldur Preiml. Innauer war Teil des österreichischen Skisprungwunderteams der 1970er: 1976 holte er bei den Olympischen Spielen in Innsbruck Silber auf der Großschanze, 1980 in Lake Placid Gold auf der Normalschanze. Hinzu kam eine Silbermedaille bei der Skiflug-WM 1977 in Vikersund. Toni Innauer ist einer von nur fünf Springern, die für einen perfekten Sprung fünfmal die Note 20 erhielten. Nach einer schweren Verletzung musste er bereits mit 22 Jahren seine Karriere beenden. Danach absolvierte er ein Studium in Philosophie, Psychologie und Sportwissenschaften und arbeitete als Trainer und Rennsportdirektor beim ÖSV. Mit seiner Ehefrau Marlene hat Innauer die drei Kinder Lisa, Mario und Jakob.


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„Das Thema Doping wirft die Frage auf, wie wir mit unserer Wettbewerbs­ gesellschaft umgehen.“

Leistung an sich gehen sollte, kommt es vermehrt zu Verzerrungen von Leistung und Erfolg. Man kann sich vorstellen, wie es anderswo zugeht. Viele der Probleme, die wir haben, entstehen dadurch, dass der Schein wichtiger ist als die tatsächliche Leistung. Deshalb habe ich versucht, oberflächliche Verklärungen zu relativieren und zu entzaubern, was uns manchmal leider auch im Spitzensport vorgegaukelt wird. Eine Trendumkehr ist nur möglich, wenn die Menschen als Konsumenten in Zukunft kritischer werden. Bücher sind eine Möglichkeit, um die Menschen mündiger, kritikfähiger und selbstbestimmter zu machen. Sie thematisieren auch das Thema Doping. Glauben Sie persönlich noch an einen sauberen Sport? Ich kann aus einer stabilen Position heraus argumentieren, weil Skispringen ein Sport ist, in dem man wirklich ohne Doping gewinnen kann und der eine Diskussion darüber auch mit den besten Experten durchstehen wird. Viele andere Sportarten haben es da schon bedeutend schwieriger, obwohl fast alle das gleiche Lied „Bei uns bringt das nichts“ singen müssen. Doping wirft die Frage auf, wie wir mit unserer Wettbewerbsgesellschaft und Konkurrenz umgehen. Einerseits sind Leistungsvergleich und Wettbewerb wichtig und kulturelle Motoren, aber sie bringen das Problem mit sich, dass oftmals betrogen wird. Was passiert, wenn es keine Kontrollen gibt oder diese Verantwortung nicht wahrgenommen wird, sehen wir ja in Zeiten der Wirtschaftskrise. Man muss sich intensiv Gedanken darüber

machen, wie mit dem Dopingproblem umzugehen ist, wie man kontrolliert und wie man straft – auch wenn man es sicher nie ganz in den Griff bekommen wird. Ich möchte ganz klar eine Gegenposition zu jenen einnehmen, die sagen: „Geben wir doch alles frei, man kann es eh nicht ändern.“ Ein Staat wird auch nicht auf die Kontrolle und Einhebung der Steuern verzichten, nur weil es immer wieder Steuersünder gibt. Olympia 1976, der Rücktritt im März auf der Bergisel-Schanze: Welche Rolle spielt Innsbruck in Ihrem Leben? Innsbruck ist der Treffpunkt von verschiedenen Lebenswegen. Hier habe ich 1976 Olympiasilber geholt, studiert, einen Großteil meines Berufslebens verbracht und 17 Jahre gewohnt. Meine Kinder sind auch in Innsbruck aufgewachsen und sprechen Tirolerisch. Es ist die Stadt, die ich am besten kenne und in der ich viele Wurzeln habe. Ihr Lebensmittelpunkt ist seit einigen Jahren Thaur. Gibt es dennoch Überlegungen, wieder einmal nach Vorarlberg zurückzukehren? Ich denke, ich bin schon sozialisiert in Tirol und durch die vielen Freunde, Bekannten und Berufskollegen sehr verwachsen. Es gibt einiges, das mich mit Innsbruck und Umgebung verbindet, ich bin Mitglied im Rotary Club Goldenes Dachl und gehe auch in die Sill zum Fischen. Ich bin kein sprunghafter Mensch, aber es kann durchaus passieren, dass ich irgendwann eine andere Entscheidung treffe – obwohl es mir sicher

nicht leichtfallen würde, nochmals den Wohnort zu ändern. Ihr Sohn Mario ist Skispringer. Hatten Sie den Wunsch, dass einer Ihrer Söhne in Ihre Fußstapfen treten würde? Ich habe es mir nicht unbedingt gewünscht, sondern mich in die Geschichte und seine Begeisterung für den Sport gefügt und an sein Talent geglaubt – da hat man natürlich Freude daran. Aber es hat sich immer die Frage gestellt, ob er das wirklich will. Ich wusste, dass es für ihn nicht immer leicht sein würde, aber seine Hingabe an den Sport hat mich überzeugt. Außerdem hatte ich oft das Gefühl, dass ich meine eigene Laufbahn nicht voll ausleben konnte, da ich sie verletzungsbedingt sehr früh beenden musste. Da wäre noch genug von meiner Karriere für meinen Sohn übrig geblieben. Mario hatte es sicher nicht einfach, da ich nicht nur ein bekannter Skispringer war, sondern auch Sportdirektor beim ÖSV. Wo sehen Sie Toni Innauer in 20 Jahren? Wo ist nicht so wichtig, die Frage ist nur wie. Ich hoffe, ich habe noch einige Dinge zu tun, möchte mit interessanten Menschen und Freunden zusammen sein, arbeiten und vielleicht noch ein paar Bücher schreiben. Wichtig ist, dass es meinen Kindern und meiner Frau Marlene so geht, wie sie es sich vorstellen und sie voll im Leben stehen. Ich hoffe, dass ich Frieden mit mir gefunden habe und immer noch Spaß an den Herausforderungen des Lebens verspüre. Vielen Dank für das Gespräch.

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n e z t i w h Sc für die Forschung freiwilligen Der Innsbr ucker Molekularbiologe Dominik Pesta erforscht derzeit an 40 auswirken.  Körper Sportmuffeln, wie sich verschiedene Trainingsmethoden auf den

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urz vor sieben Uhr Morgen im Westen der Stadt. Vor dem sogenannten Pulverturm des Innsbrucker Universitäts-Sportinstituts, nur einen Steinwurf vom Flughafen entfernt, parkt Sven Jeschke sein brandneues schwarzes Fahrrad im dafür vorgesehenen Metallkäfig. Die Morgensonne blinzelt bereits durch den Frühnebel und vertreibt die letzten Kältenester der Nacht. Es sieht nach einem herrlichen Freitag aus. Doch Jeschke hat für derlei Nebensächlichkeiten zu dieser frühen Stunde keine Muße. Schnurstracks steuert er die Umkleide an. Training steht an, so wie jeden Montag-, Mittwoch- und Freitagmorgen zu unchristlicher Zeit. Sven Jeschke ist Proband, menschliches Versuchsobjekt im Zuge einer Studie zur körperlichen Reaktion auf Sport unter bestimmten Versuchsbedingungen. Als solcher absolviert er ein straffes, zehnwö-

chiges Trainingsprogramm unter wissenschaftlicher Anleitung. Fitness im Dienste der Forschung. Und im Dienste des eigenen Wohlbefindens, wie der 33-Jährige, der sichtlich einige Kilos zu viel auf den Rippen hat, einräumt.

Vier Gruppen. An der Studie nehmen Männer im Alter zwischen 18 und 40 Jahren teil. Sie werden in vier Gruppen unterteilt: Zum einen Kraftoder Ausdauertraining, zum anderen Training unter Hypoxie- oder Normoxiebedingungen. Voraussetzung für die Teilnahme: Die Probanden sollen gesund, aber untrainiert sein, um beobachten zu können, wie sich innerhalb des Untersuchungszeitraums der Muskel im Oberschenkel verändert. Während Jeschke die Treppen zu den Ergometern im Dachgeschoß des Pulverturms erklimmt, startet Studienleiter Dominik Pes-

von Steffen Arora

ta, seines Zeichens Sportwissenschafter und Molekularbiologe, im Parterre die Versuchsanlage für die „Vergleichsgruppe Hypoxie“. Ein aus Plastikplanen und Holzlatten selbst gezimmertes Sauerstoffzelt dient als Höhenkammer, in der Bedingungen wie auf rund 4000 Metern Seehöhe simuliert werden. In diesem Konstrukt herrschen aufgrund der Gerätschaften zur Höhensimulation Temperaturen jenseits der 30 Grad, was Julian Obermair, der in diesem Zelt seine Ausdauertrainingseinheit absolviert, die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Der selbstständige EDV-Unternehmer spult hier zum Zwecke des wissenschaftlichen Vergleichs dasselbe Trainingsprogramm wie Sven Jeschke von der Gruppe „Normoxie“, sprich Normalbedingungen, ab. Auch Obermairs Teilnahme ist nicht allein dem wissenschaftlichen Fortschritt geschuldet, wie er erklärt: „Ich bin ehemaliger


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Studie vom Radiologen Michael Schocke, zugleich sein Doktorvater, und von den beiden Sportwissenschaftern Florian Hoppel und Christian Macek unterstützt. Für Letztere ist die Studie zugleich ihre Diplomarbeit, sie erstellen die Trainingpläne und schulen die Probanden an den Geräten ein. Ein „Menschenversuch“, wie ihn Pesta und seine Kollegen hier unternehmen, ist sehr aufwändig. Vorab muss die Ethikkommission in einem langwierigen Verfahren die Studie prüfen und erlauben. Dabei geht es weniger um das Sportprogramm als um die medizinischen Begleittests wie etwa Muskelbiopsien. Dann folgen die umfangreichen medizinischen Eingangstests: vom MRI über Blutuntersuchungen bis hin zu Krafttests. Im Verlauf der Studie wird den Teilnehmern alle 14 Tage Blut abgenommen. Am Studien­ ende müssen die meisten Eingangstests zu Vergleichszwecken wiederholt werden.

Spürbare Effekte.

Sportler.“ Obermair spielte 20 Jahre lang Volleyball auf Landesliga-Niveau. Irgendwann hatte er aber genug davon und stieg um auf gelegentliches Fahrradtraining. „Ich war nicht völlig außer Form, als die Studie begann, aber ich war weit weg von dem, was ich vor fünf Jahren noch draufhatte“, sagt Obermair. Diesen Leistungsverlust habe er nun innerhalb weniger Wochen bereits zu einem guten Teil wieder aufgeholt.

Doktorarbeit. Studienleiter Pesta forscht, gesponsert von der Österreichischen Nationalbank, für seine Doktorarbeit: „Bei dieser Studie geht es um grundlegende Fragen der Muskelphysiologie. Wir wollen nachweisen, wie sich die verschie-

denen Sauerstoffbedingungen und verschiedene Trainingsregime auf die Effizienz des Trainings auswirken.“ Die zentrale Frage lautet: Wo kommt es zur besten Leistungszunahme, beim Training in der Höhe oder im Tal? Der 28-jährige angehende Doktor der Molekularbiologie wird mit seinen Forschungsergebnissen einerseits dem Spitzensport dienen, der an der Frage der Leistungssteigerung durch Ausdauertraining unter kurzfristigen Hypoxiebedingungen interessiert ist. Andererseits, so Pesta, könne auch der Breitensport profitieren. Die Effekte von Wandern in großen Höhen auf Ausdauer und vor allem Fettstoffwechsel könnten neue Erkenntnisse für Angebote im Gesundheitstourismus liefern. Pesta wird bei seiner

Neben dem Fitnessraum verbringt Dominik Pesta daher viel Zeit im Labor, im sechsten Stock des Institutsgebäudes am Innrain. Hier forscht er an den Gewebeproben seiner Studienteilnehmer. Diese befinden sich im Oxygraphen, wo sie Pesta mittels langer, hauchdünner Pipetten mit Substraten füttert und beobachtet, wie die Muskelzellen reagieren. Wenn er fasziniert beschreibt, was sich da in dem surrenden, orange blinkenden Ding abspielt und was die bunten Graphen am Bildschirm daneben darüber verraten, fällt dem Laien außer Verständnis vortäuschendem Nicken nicht viel ein. „Es hat mit Muskeln und deren Energiehaushalt zu tun“, fasst Pesta am Ende seiner Ausführungen zusammen. Der Energiehaushalt seiner insgesamt 40 Probanden hat sich im Studienverlauf bereits merklich verändert. Besonders jener der Morgensportgruppe, die um Viertel nach sieben bereits auf Hochtouren strampelt. Im Dachgeschoß des Pulverturms schwitzen Jeschke und Konsorten beim Intervalltraining auf den Ergometern. Nach gut sechs Wochen Training berichtet der junge Vater bereits von spürbaren Effekten: „Ich fühle mich tagsüber fitter, körperlich und geistig leitungsfähiger. Und obwohl ich noch nicht auf der Waage nachgemessen habe, ist mir aufgefallen, dass ich den Gürtel schon enger schnallen muss.“ Jeschke hat sich zur Teilnahme an der Studie entschlossen, weil er „etwas ändern


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wollte“. Seit der Geburt seines Sohnes vor gut anderthalb Jahren fand der Wirtschafts- und Politikwissenschafter neben seiner Arbeit kaum noch Zeit, um wie früher regelmäßig Basketball zu spielen. „Die wenige Freizeit, die mir mein Job als Referent an der Uni lässt, will ich mit meiner Familie verbringen.“ Doch zu seinem Leidwesen sei er ein „guter Futterverwerter“. Gepaart mit Bewegungsmangel aufgrund seines Bürojobs legte er an Gewicht zu: „Ich will aber ein sportlicher Vater sein und mit meinem Sohn vieles unternehmen, ohne sofort an meine körperlichen Grenzen zu stoßen.“ Die Möglichkeit, bereits am frühen Morgen, also noch vor Arbeitsbeginn, Trainingseinheiten zu absolvieren, gepaart mit dem „Zwang“, regelmäßig daran teilnehmen zu müssen, bewogen Jeschke, sich als Proband zu melden.

„Sport muss Spaß machen“. Studienleiter Dominik Pesta ist froh, wenn seine Probanden aus dem Training persönliche Vorteile ziehen. Und er bestätigt Jeschkes These vom „guten Futterverwerter“: „Das geht tatsächlich auf unseren genetischen Code zurück.“ So besagt die „Thrifty Gene Theory“ des US-amerikanischen Forschers James Van Gundia Neel, dass in unserem Erbgut noch sogenannte „Geiz-Gene“ vorkommen können, die aus der Steinzeit stammen. Damals mussten die Menschen, die noch als Jäger und Sammler umherzogen, Nahrungsrationen sehr effektiv in Fettreserven anlegen können, um auch magere Perioden zu überdauern. Heute steht uns Nahrung permanent und im Überfluss zur Verfügung. Doch die Gene blieben die gleichen. Sie haben ihre Speicherfunktion noch nicht verlernt, was zu rascher Gewichtszunahme führt. Und diese Theorie geht noch weiter, wie Pesta erklärt: „Unser heutiges Genmaterial wurde in dieser Urzeit determiniert. Damals legten die Menschen täglich rund 15 Kilometer zu Fuß zurück. Diese Bewegung, auf die unser Körper noch immer ausgelegt ist, fehlt uns heute.“ Die Folge sind allseits bekannte Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über Bewegungsmangel können die Studienteilnehmer nicht klagen. Pro Ergometereinheit legen sie gut 20 Kilometer zurück. Die meisten nutzen die Gunst der frühen Trainingsstunde und hängen an das wissenschaftliche Schwitzen, das speziell auf die

Oberschenkelmuskulatur abzielt, noch ein paar Zusatzeinheiten in der Kraftkammer an. So auch Julian Obermair, der nach einer Dreiviertelstunde schweißtreibendem Training im Sauerstoffzelt in die Kraftkammer kommt. Bevor er sich wieder seinen Kunden widmet, tut er seinem Oberkörper Gutes und schiebt und drückt an den hydraulischen Gerätschaften. Dabei gehe es ihm nicht um den Ästhetikaspekt, den ein trainierter Körper mit sich bringt, erklärt Obermair: „Ich will nicht ständig nur an ein Idealbild denken. Sport muss Spaß machen.“ Er hat nach der Hälfte der Studiendauer vor allem mentale Effekte bemerkt: „Man ist morgens viel wacher und klarer, wenn man den Tag mit Sport beginnt. Ich treffe leichter und auch bessere Entscheidungen. Ganz anders als der klassische EDVler, der erst einmal fünf Kaffees braucht, um überhaupt auf Touren zu kommen.“ Ob die zehn Wochen Intensivtraining, die Dominik Pesta seinen Probanden angedeihen lässt, Langzeitwirkungen haben werden, ist offen: „Das hängt von der Trainingsdisziplin ab. Sport ist leider eine undankbare Tätigkeit, da sich die Anpassungen nicht speichern lassen und sich relativ schnell wieder zurückbilden, sobald man mit dem Training aufhört.“ Für Sven Jeschke steht fest, weiterzumachen. Nicht umsonst hat er für sich und die Familie neue Fahrräder gekauft. Das Training will er „im Grunde“ fortführen: „Im Sommer vielleicht nicht dreimal die Woche, weil wir da sowieso viel unternehmen wollen. Aber im Winter kann ich mir diese Trainingseinheiten wieder sehr gut vorstellen.“ Experte Dominik Pesta rät dazu, möglichst häufig in Bewegung zu sein. Um beim Training körperliche Effekte zu erzielen, empfiehlt er mindestens dreimal pro Woche intensive Einheiten von gut einer Stunde. Dabei gilt nicht, je härter, sondern je öfter, desto besser. Denn es sind die regelmäßigen Wiederholungen, gepaart mit Regenerationspausen, die dem Körper die Möglichkeit geben, sich positiv zu entwickeln. „Grundsätzlich“, so Pesta, „ist der Durchschnitts­ tiroler schon sehr gut trainiert.“ Aber er relativiert sein Lob: „Es wär noch mehr drin.“ Wie leicht man etwas ändern kann, zeige die Studie: „Einige der Probanden waren bei den Eingangstests in besorgniserregend schlechter körperlicher Verfassung. Nach den zehn Wochen werden sie alle auf dem Niveau eines q normal trainierten Sportlers sein.“

Hypoxie vs. Normoxie Dominik Pesta untersucht die unterschiedlichen Effekte von Kraft- und Ausdauertraining unter Bedingungen, wie sie in Innsbruck auf gut 600 Metern Seehöhe herrschen (Normoxie) sowie unter Bedingungen in großer Höhe (Hypoxie), welche in einer Höhenkammer simuliert werden. Dabei wird ein sogenanntes „live low – train high“-Modell verwendet, sprich „im Tal leben – in der Höhe trainieren“. Dieses Training wird unter intermittierender Hypoxie durchgeführt, wobei sich der Sportler immer nur für die Dauer der Trainingseinheit im Höhenzelt aufhält. Wie kann der Körper nun auf die geänderten Bedingungen reagieren? Sauerstoffsättigung: Die roten Blutkörperchen sind wie Taxis, die an der Lunge vorbeifahren und den Sauerstoff im Blut mitnehmen. Und jedes dieser Taxis hat vier Sitzplätze für vier Sauerstoffmoleküle. Auf Innsbruck-Level, also bei rund 600 Metern Seehöhe, sind diese Taxis voll ausgelastet. Das heißt, es fahren jeweils vier Passagiere mit, das Blut ist zu 98 Prozent mit Sauerstoff gesättigt. Ab einer Höhe von über 3000 Metern ist plötzlich die Motivation der Passagiere, ins Taxi einzusteigen, nicht mehr so groß. Nur mehr zwei bis drei Passagiere „fahren“ pro Taxi mit, was zu einer reduzierten Sauerstoffsättigung im Blut von nur mehr knapp 80 Prozent führt. In der Folge atmet man rascher und das Herz schlägt schneller, um die Versorgung des Gewebes mit dem lebenswichtigen Sauerstoff zu gewährleisten. Zusätzlich reagiert das Gewebe und als Anpassungserscheinung sprießen die Gefäße und die Zahl der roten Blutkörperchen nimmt zu. Dadurch stellt der Körper die Versorgung des Gewebes mit Sauerstoff sicher. Genau diese Auswirkungen helfen dem Ausdauersportler und wirken sich positiv auf die Leistungsfähigkeit aus. Durch das Ausdauertraining kommt es zu ähnlichen Anpassungseffekten, wie sie in großer Höhe auftreten. Für Ausdauersportler bringt kurzfristiges Höhentraining also doppelt gute Effekte. Energiestoffwechsel (Metabolismus): Kurzfristiges Training unter Hypoxiebedingungen, etwa eine Stunde pro Tag, hat positive Auswirkungen auf Ausdauer und Gewichtsreduktion. Der Körper stellt in der Höhe den Stoffwechsel um, was zu einem gesteigerten Energieverbrauch und in Folge zu einer Gewichtsreduktion führen kann. Welche Energiequellen der Körper aber letztlich lieber anzapft, soll in dieser Studie genauer untersucht werden.


© ORF/Milenko Badzic, Erwin Schickinger

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Stadlgaudi

Rosi Schipflinger ist die singende Promiwirtin von Kitzbühel. Gemeinsam mit Leo Jöchl trat sie beim Musikantenstadl in Salzburg auf. 6020 hat die beiden begleitet und warf Von Florian Gasser dabei einen Blick hinter die Kulissen der Sendung. 

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osi tänzelt nervös herum und tritt von einem Fuß auf den anderen. Die neuen Schuhe schmerzen. Erst vor zwei Tagen hat sie diese in der Salzburger Getreidegasse gekauft, passend zu ihrem Dirndl. Sie steht in der Kantine des Musikantenstadls, untergebracht in einer riesigen, schmucklosen Halle, keine 20 Meter von der Haupthalle entfernt, in der Andy Borg gerade die Sendung eröffnet. „Ja, ich bin schon nervös“, sagt Rosi. Ihr musikalischer Partner Leo gibt sich cool. „Ich geh an die Bar und hol mir ein Seiterl“, sagt er, „das macht mich locker.“ In rund 20 Minuten werden die beiden Kitzbühler ihren großen Auftritt haben. Zehn Minuten, die ihr Leben verändern können.

Der Musikantenstadl ist ein Phänomen. Für viele ist er der Inbegriff der Geschmacklosigkeit, der schlechten Musik und der gespielten heilen Welt. Und doch hat er sechs Mal pro Jahr bis zu sieben Millionen Zuschauer, seit fast 30 Jahren. Die Hallen sind immer ausverkauft. Auch diesmal stehen vor der Salzburgarena Hunderte, die keine Eintrittskarten mehr ergattern konnten. Viele Besucher kommen von weit her, um ihre Stars live zu sehen.

Ritterschlag der Schlagerwelt. Wer in der Welt des volkstümlichen Schlagers reüssieren will, kommt um die Sendung nicht herum. Eine Einladung zum Stadl ist der Ritterschlag der Schlagerwelt. Hier wer-

den Stars geboren und Karrieren gestartet. Rosi ist bereits ein Star: Seit vierzig Jahren betreibt sie die Sonnbergstubn, hoch über Kitzbühel. Bei ihr geht die Prominenz ein und aus – selbst Arnold Schwarzenegger stand schon in der Tür und verlangte einen Tisch. Schon immer hat Rosi am Abend ihren Gästen Lieder vorgesungen. In den 1980ern lernte sie Leo Jöchl kennen, einen ehemaligen Profimusiker und damals Sportlehrer aus St. Johann in Tirol. Sie begannen gemeinsam aufzutreten. Jack White, der Star unter den Musikproduzenten, der für David Hasselhoff „Looking for Freedom“ und andere Hits geschrieben hatte, entdeckte die beiden, schrieb ihnen einige Lieder auf den Leib und verfrachtete sie in ein Tonstudio.


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„Hier musst du auftreten“ Erfolgsproduzent Jack White über Hasselhoffs Comebackversuch und den Musikantenstadl als Starfabrik. Während Rosi und Leo versuchen, beim Stadl ihre musikalische Karriere zu starten, ist ein anderer hier, um sich selbst zu einem Comeback zu verhelfen: David Hasselhoff. Auch er war früher Stammgast bei Rosi. Als er sie am Tag zuvor bei der Probe erspäht, rennt er auf sie zu, umarmt sie und schert sich nicht mehr um die Fotografen, die rings um ihn herumstehen.

Hektik in der heilen Welt. In der Halle läuft die Show inzwischen auf Hochtouren. Ein Pulk von Fotografen steht zusammengedrängt vor der Bühne und wird von Securitys hin- und hergeschoben, um nie im Blickfeld einer Kamera stehen. Ein Kabelträger mit langen, zusammengebundenen Haaren und Black-Sabbath-T-Shirt steht schwitzend an der Seite. Er lehnt sich gegen eine Zaunattrappe und hält das schwere Kabel einer Kamera in der Hand. Plötzlich rennt er los, saust zwischen den Tischreihen durch, läuft kurz vorwärts, dann wieder rückwärts, je nachdem, in welche Richtung die Kamera gerade fährt. Die für die Künstler zuständige Mitarbeiterin der Produktionsfirma rennt hektisch herum. Seit zwei Tagen ist sie auf Hochtouren, ihr Handy läutet pausenlos und aus ihrem Funkgerät knarrt ständig eine Stimme. Jeder will etwas von ihr und sie ist immer auf der Suche nach den Musikern, die sich in der Kantine, im Freien oder in den Garderoben im ersten Stock herumtreiben. Moderator Andy Borg trällert inzwischen sein Lied „Stadlzeit“, die klassische Eröffnung jeder Sendung. Gute Laune, Gemütlichkeit und heile Welt – Andy Borg vereint alles in seiner Person.

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err White, wie fühlen Sie sich, wenn eine ganze Halle Ihre 20 Jahre alten Lieder abfeiert? White: Das ist schon etwas Schönes und ich genieße das auch. Gerade diese Lieder, allen voran „Looking for Freedom“, sind inzwischen so etwas wie Evergreens geworden und haben auch Musikgeschichte geschrieben. Hat David Hasselhoff Chancen auf ein erfolgreiches Comeback? In unserer Branche gibt es keine Regeln und Gesetze. Es kann alles passieren. Als ich damals „Looking for Freedom“ gemacht habe, hat sich die Plattenfirma fast totgelacht und gefragt, was ich denn mit dem Lied möchte. Noch dazu mit diesem Typ, den man nur als Schauspieler mit dem fliegenmmen. den Auto kannte. Aber ich bin eben erfolgreich gegen den Strom geschwo Comeback? ein für Sendung richtige die off Hasselh Ist der Musikantenstadl für David gemacht habe, ihm mit ich die Musik, die und Musik, liche Das ist eine Sendung für volkstüm das ist die Ja, : Insofern . Englisch auf Schlager r deutsche guter, war ja nichts anderes als richtige Sendung dafür. Ist der Stadl eine Sendung, in der ein Künstler zum Star werden kann? endung ist durch Mit Hansi Hinterseer hat es zum Beispiel funktioniert. Eine große Fernsehs s als den Stadl. nichts zu ersetzen. Und für volkstümlichen Schlager gibt es nichts Bessere Das ist der Maßstab, hier musst du auftreten. Wie stehen die Chancen für Rosi und Leo? komplett Wir werden sehen. Ich drücke ihnen die Daumen, dass sich ab heute ihr Leben verändern wird. Ist das möglich? Durch einen Auftritt beim Stadl auf alle Fälle. Vielen Dank für das Gespräch. q

Der Catwalk der Schlagerszene. In der Kantine ist von Gemütlichkeit nichts zu spüren. Unter jenen, die noch auf die Bühne müssen, macht sich nervöse Anspannung breit. Einige Journalisten lungern herum, trinken Bier und tauschen Klatsch und Tratsch aus. Wer mit wem, wer mit wem nicht mehr und: Wer hat wen betrogen? Die großen Themen der Boulevardblätter werden besprochen. Einsam in einer Ecke steht ein Fernseher, auf dem die Sendung übertragen wird. Der Ton ist leise und kaum einen interessiert, was wenige Meter weiter geschieht. An den Biertischen sitzen Musiker, Plattenbosse und Musikproduzenten wie Jack White. Wer bei ihm unter Vertrag ist, hat den ersten Schritt zum Ruhm bereits getan.

Stadl-Prominenz. Al Bano Carrisi, Andy Borg, Rosi Schipflinger, David Hasselhoff und Leo Jöchl

Hasselhoffs Autobiographie

diesen Mann nicht herum: Ob Fan oder nicht: Wer in den 1980ern und 90ern groß wurde, der kam um Ende von „Baywatch“ David Hasselhoff – wohl einer der bekanntesten Menschen der Welt. Seit dem zessen des Alkoholex von man hörte ich gelegentl nur und ist es allerdings ruhig um ihn geworden Comebackversuch als „meistgesehenen Fernsehstars“ (Guinness Buch der Rekorde). Pünktlich zum erschienen. „Wellengang Sänger in Österreich und Deutschland ist seine Autobiographie auf Deutsch erschien und für die meines Lebens“ (Edition Koch) heißt das Buch, das vor vier Jahren auf Englisch wurde. Übersetzung neu überarbeitet als Snapper Foster in Hasselhoff erzählt von seinen Anfängen im Theater, dem ersten Ruhm glorreichen Zeiten den Seiten 400 der Teil größten den widmet „Schatten der Leidenschaft“ und und geht schonungslos als Michael Knight und Mitch Buchannon. Das Privatleben spart er nicht aus rechtfertigen. Doch auch mit sich selbst ins Gericht. Seinen Alkoholmissbrauch versucht er nicht zu g gerufen. Zum Beispiel als längst vergessene Geschichten des „Hoff“ werden dem Leser in Erinnerun ativ in einen Bus für er in den 1980ern nach Südafrika fuhr und sich in Zeiten der Apartheid demonstr das Buch wert, gelesen Schwarze setzte. 400 Seiten sind wohl etwas zu lange geraten. Trotzdem ist zu werden. Und sei es nur, um die eigene Kindheit wieder aufleben zu lassen.


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Musikantenstadl backstage ist der Catwalk der Schlagerszene. Hier werden Deals geschlossen, Kontakte geknüpft, aber auch Gerüchte verbreitet und die Konkurrenz im Auge behalten.

Der Musi­ kantenstadl Fünf Tage dauert eine Produktion des Musikantenstadls. 80 technische Mitarbeiter be- und entladen 28 Großcontainer mit Kulisse und Equipment, verlegen 12.000 Meter Kabel und installieren bis zu 720 Scheinwerfer. Insgesamt arbeiten 160 Personen an der Sendung mit. Der Marktanteil der Sendung beträgt in Österreich um die 30 Prozent. Den Musikantenstadl aus Salzburg sahen im ORF 643.000 Zuseher.

Doch das interessiert derzeit nur die wenigsten. Seine Frau hat ihn verlassen und einige Gazetten haben der Trennungsgeschichte bereits mehrseitige Artikel gewidmet. So mancher Journalist weicht nicht von seiner Seite und versucht, knackige Zitate zu ergattern. Musikantenstadl backstage ist der Catwalk der Schlagerszene. Hier werden Deals geschlossen, Kontakte geknüpft, aber auch Gerüchte verbreitet und die Konkurrenz im Auge behalten. Wer hier mit wem am Tisch sitzt, sagt viel über den eigenen Stellenwert in der Branche aus. Eine Blondine mit Headset, Funkgerät und nervösem Blick hat Rosi und Leo inzwischen abgeholt und hinter die Bühne geleitet. In einer Ecke der Bühne wurde ein Teil der Sonnbergstubn nachgebaut. An den Wänden hängen Fotos prominenter Besucher. Keine zehn Minuten dauert ihr Auftritt. Über sechshundert Scheinwerfer sind auf sie gerichtet. Ein kurzes Geplänkel mit Andy Borg über ihre prominenten Gäste und ein Lied – dann ist es vorbei. Rosi und Leo kommen zurück, setzen sich an den Tisch und wirken gelöst. Viele kommen her, klopfen den beiden auf die Schulter, gratulieren.

„Hat auch alles gepasst?“ Doch auch in der Kantine geht die Show weiter. Um die Musiker schwirren ständig PR-Leute, die penibel darauf achten, dass ihre Klienten nicht unvorteilhaft fotografiert werden. Immer wieder werden Bierkrüge und Zigaretten für Fotos versteckt. Auch hier muss die Frisur noch sitzen und die Schminke passen. Rosi beherrscht das Spiel mit den Medien, doch sie scheint als Einzige nicht sonderlich um ihr Image besorgt zu sein. Sie kennt alle hier seit Jahren. So gut wie jeder war schon einmal bei ihr zu Gast. Sie muss niemandem etwas vorspielen. Die schmerzenden Schuhe hat sie ausgezogen und geht barfuß zur Bar. „Schon komisch. Nach so langen Vorbereitungen ist es jetzt plötzlich vorbei“, murmelt sie. „Hat auch alles gepasst?“ Von allen Seiten hagelt es Lob. Rosi lacht,

ist fröhlich, prostet allen zu und nimmt einen tiefen Schluck. „Das war schon beeindruckend.“ Auch wenn sie Andy Borg während des Interviews ins Wort fallen musste. „Ich musste unbedingt dazusagen, dass bei mir nicht nur Prominente sitzen, sondern jeder Gast willkommen ist. Sonst kommt mir ja keiner mehr“, sagt sie und lacht laut auf.

Show der Superlative. Zum Finale müssen sie noch einmal hinaus. Andy Borg singt mit David Hasselhoff „Looking for Freedom“. Die 3500 Zuschauer in der Halle toben, stehen auf den Bänken und jubeln Hasselhoff zu. Er geht singend durch die Zuschauerreihen, während Rosi und Leo auf der Bühne stehen und mit den anderen Künstlern mitklatschen. Nur wenige Minuten später ist es vorbei. Die riesige Lichtanlage wird dunkel. Während sich der Saal leert, wird die Kantine wieder voll. Ein DJ-Pult wird aufgestellt. Rock­oldies dröhnen aus den Boxen. Während die Bühne bereits abgebaut wird, wird hier die 163. Folge der Sendung gefeiert. Eine Sendung, die wie keine polarisiert, veräppelt und als „Mutantenstadl“ persifliert wird. Die aber auch Erfolge feiert wie kaum eine andere Fernsehshow. Es war die erste Eurovisionssendung, die in der ehemaligen DDR Station machte. Nelson Mandela begrüßte Karl Moik in Südafrika und in China sahen 800 Millionen Menschen zu, als der Stadl in Peking gastierte. Es ist eine Sendung der Superlative, über deren kulturellen Wert seit Jahren ergebnislos debattiert wird. Und solange der Stadl existiert, wird die Debatte weitergehen. Ob ihre Musik für Musikkritiker wertvoll ist oder nicht, sieht Rosi Schipflinger entspannt. „Meine Lieder bringen die Menschen zusammen. Darum habe ich angefangen, in der Sonnbergstubn zu singen und darum geht es mir auch heute noch“, sagt sie. Und Musik versöhnt: „Mich kann gar keiner so beleidigen, dass ich ihm nicht eine halq be Stunde später wieder ein Lied singen würde.“ 


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Public Relations

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Malta – mediterrane Insel „very british”!

Mit Idealtours hat man von 19. Juni bis 13. September die Möglichkeit, Malta direkt ab dem Flughafen Innsbruck anzufliegen.

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as man auf Malta macht, bleibt jedem selbst überlassen. Eines steht aber fest: Die Auswahl des Zeitvertreibs ist groß! Natürlich kann man auf einer Insel im Mittelmeer einen Badeurlaub verbringen – also auf alle Fälle die Badehose einpacken! Daneben wartet in einem Land mit bewegter Kultur – von den kreuzfahrenden Rittern bis zur britischen Kolonialmacht – eine bunte Palette an historischen Bauten zur Besichtigung. Deshalb sollte man zumindest einen Tag der Urlaubswoche nutzen, um in diese

Geschichte einzutauchen. Wer gerne Spannung und Action mag, auf den warten neben den Sportmöglichkeiten am Wasser auch die maltesischen Lokalbusse. Ein wenig abenteuerlich kommen uns Mitteleuropäern diese bunten Fahrzeuge schon vor – und auch der Fahrer lässt mitunter sein südländisches Temperament aufblitzen. Zum Schluss noch ein Tipp für alle, die gerade planen, ihre Englischkenntnisse aufzubessern: Bei einer Sprachreise unter mediterraner Sommersonne macht das Lernen sicher mehr Spaß! q

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programm Konzert Treibhaus Jeff Ballard Trio, 18.5., 21h Bassekou Kouyate & Ngoni Ba, 20.5., 21h Simphiwe Dana, 21.5., 21h Fireage: AC/DC, 28.5., 22h Puppini Sisters, 2.6., 21h Nits, 5.6., 21h Giant Sand, 6.6., 21h

Weekender Club Milk+, 17.5., 22h British Invasion, 22.5., 22h Chikinki, 29.5., 22h Red Lights Flash, 31.5., 22h Gary, 5.6., 22h The Ghost, 7.6., 22h

VAZ Hafen Kool Savas, 25.5., 20h

Open-Air-Gelände Olympiaworld Pink (Support: One Republic, Paolo Nutini, Nikka Costa, Norbert Schneider), 5.6., ab 16h

Partys Olympiaworld Afro Meeting 2010, 11.–13.6., jeweils ab 22h

Weekender Club Ausn Landl ausischaugn, 19.5., 22h Sofa Festl, 21.5., 22h Neonix, 27.5., 22h My Generation vs. Your Generation, 28.5., 22h Dark Scene Hardrock and Metal Party, 12.6., 22h

Queer:Pass, 22.5., 22h

Sonst noch ... Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert (Vortrag mit Musikbeispielen), 20.4., VHS Innsbruck, Raum 6, 20h „Island – zwischen Welten wandern“ (Vortrag), 22.4., Wagner’sche Buchhandlung, 19h Tanz hinter den Kulissen, 29.4., Kammerspiele, 19h Kathrin Röggla und Ulrich Peltzer (Lesung und Gespräch), 7.5., Literaturhaus am Inn, 20h

© sony bmg

VAZ Hafen

Pink und Gefolge Open Air mit erstklassigen Support-Acts am 5. Juni.

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as ursprünglich als Konzert geplant war, hat sich zu einem kleinen, aber feinen Open-AirFestival ausgewachsen: Am 5. Juni wird US-Sängerin Pink am Freigelände der Olympiaworld gastieren und ihre „The Funhouse Summer Carnival“-Show zum Besten geben. Zuvor stehen allerdings eine Reihe von erstklassigen Support-Acts auf der Bühne: One Republic, Paolo Nutini und Nikka Costa werden das Publikum auf höchstem Niveau unterhalten und für das „Funhouse“ vorwärmen. Außerdem wird auch Ö3-Soundcheck-Gewinner Norbert Schneider einen Auftritt absolvieren. Los geht es bereits um 15 Uhr. q


Programm

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Theater Tiroler Landestheater Mutter Courage und ihre Kinder, 16., 19., 20. & 21.5., 19.30h Lulu – Das Musical, 22. & 28.5., 4., 13. & 16.6., 19.30h Ein Sommernachtstraum, 23.5., 7.–9.6., 19.30h Der Vogelhändler, 29.5., 10. & 11.6., 19.30h Manon Lescaut, 30.5. & 19.6., 19.30h Lucia di Lammermoor, 6., 12., 17. & 20.6., 19.30h

Kammerspiele Noises, Sounds and Sweet Airs, 16., 22. & 28.5., 13.6. & 16.6., 20h Furcht und Zittern, 29.5., 2., 4. & 20.6., 20h Bunbury – Ernst sein ist alles, 30.5. & 5.6., 20h Das bin ich, 12., 18. & 19.6., 20h

Westbahntheater Legenden von Händl Klaus (Koproduktion mit dem Theater praesent), 16., 21.–23., 28. & 30.5., 20h

Theater an der Sill Käfig voller Narren, 28.5., 12. & 19.6., 20.15h

Kellertheater Das Jahr magischen Denkens, 26., 27., & 29.5., 2. & 3.6., 20h

Leobühne (Stadl beim Gasthaus Kranebitterhof) Die Wirtin, 12. & 15.6., 20.30h

© universal

© universal

Pink & Support

5. Juni, Innsbruck, Freigelände Olympiaworld, 15 Uhr

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Programm © Christian Forcher

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Ausstellungen

Schaufenster zur Welt

In Innsbruck

Außerhalb

Runter geht’s Die Innsbrucker Downhiller ­starten in die Sommersaison.

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m 29. und 30. Mai wird am Nordketten-Singletrail die Sommersaison 2010 eröffnet. Downhiller und solche, die es noch werden wollen, können sich über reduzierte Tageskarten freuen, außerdem wird in der „Wolke 7“ mit Musik, Essen und Trinken gefeiert. Neu in diesem Jahr sind die sogenannten Friday Night Sessions – jeden Freitag fährt die letzte Bahn auf die Nordkette erst um 20 Uhr (statt um 17.30 Uhr). Ein kleiner Ausblick: Am 28. August wird am Singletrail das erste Jugend-Downhillrennen für den Radlernachwuchs veranstaltet. q © Veranstalter

Abstrakte Positionen • Eröffnung 22.5., zu sehen bis 27.6., Galerie Goldener Engl, Hall i. T. Mahony • Kimm Sun Sinn, bis 5.6., Stadtgalerie Schwaz Bergbäche, Wasserfälle, Achstürze • Bis 31.10., Turmmuseum Oetz

Das 19. Internationale Film Festival Innsbruck (IFFI) wird am 1. Juni mit dem serbischen Film „Honeymoons“ im Leokino eröffnet. In diesem Jahr stehen neben Produktionen aus der Balkanregion auch Filme aus Afrika, Asien und Lateinamerika auf dem Festivalprogramm. Bis 6. Juni werden eine Reihe von Dokumentationen und Spielfilmen gezeigt, dazu gibt es ein ansprechendes Rahmenprogramm. Ehrengast 2010 ist der argentinische Regisseur Fernando Birri, der auch den IFFI-Ehrenpreis erhalten wird. Neben dem Filmpreis des Landes Tirol werden in diesem Jahr wieder ein Publikumspreis, ein Dokumentarfilmpreis und der Südwind-Filmpreis verliehen. www.iffi.at

6. Golden Roof Challenge am 4. Juni

Eine 71 Meter lange und 30 Tonnen schwere Kombinationsanlage für Stabhoch- und Weitsprung sorgt dafür, dass die Innsbrucker Altstadt am 4. Juni zur Austragungsstätte der Golden Roof Challenge 2010 wird. Der Bewerb wird bereits zum vierten Mal ausgetragen, besonders in Erinnerung geblieben ist der Weltrekordsprung von Jeff Hartwig aus dem Jahr 2008. Los geht es am 4. Juni um 19.30 Uhr, kurz davor wird es wieder eine Slackline-Show quer über die Altstadtdächer geben.

© IFFI

Ulrich Wulff • „Schon wieder neue Bilder“, bis 22.5., Galerie Bernd Kugler Walter Meissl • Bis 22.5., Galerie im Andechshof Peter Willburger • Radierungen, Zeichnungen und Aquarelle, bis 23.5., Tiroler Landesmuseum Ulrike Stubenböck • Bis 23.5., Tiroler Landesmuseum Jan Konieczny • „Into the Water“, bis 24.5., Galerie Sandhofer Arnulf Rainer • Malerei, bis 27.5., Galerie Thoman Ulrich Hakel, Andreas Hofer & Olaf Metzel • „Renaissance der leeren Hand“, bis 29.5., Kunstraum Innsbruck Ara Güler • „Das Auge Istanbuls“, bis 29.5., Fotoforum Erich Hörtnagl & Ewa Jönsson-Hörtnagl • Bis 1.6., art.depot Hellen van Meene • „Tout va disparaître“, bis 2.6., Galerie FO.KU.S Katharina Schmidinger & Miroslaw Mizera • Keramikobjekte und Fotografie, bis 12.6., Galerie Nothburga Eating the Universe • Vom Essen in der Kunst, bis 4.7., Galerie im Taxispalais Alexandra Cordas • Bis 2.8., Jazz Bar Restaurant Hudelist Ordnung muss sein • Eine Kulturgeschichte des Messens, bis 3.10., Zeughaus


Programm

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Public Relations

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Mit Händen und Füßen

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stadtführerINNen feiern Geburtstag. eit mittlerweile fünf Jahren bringen Angelika Schafferer und Renate Mairoser als „die stadtführerINNen“ den Innsbruckern ihre eigene Stadt näher. Am Anfang standen die „Hand und Fuß“-Führungen, die Einblick in die Arbeit kleiner Handwerksbetriebe geben – am 28. Mai werden beispielsweise ein Hut- und ein Schuhmacher besucht. Inzwischen sind noch drei weitere Führungen zum Programm hinzugekommen: Unter dem Motto „Stein und Bein“ werden die Geheimnisse des Westfriedhofs gelüftet (nächster Termin: 12. Juni), „Pro und Contra“ beleuchtet die Emotionen rund um die Erneuerung der Maria-Theresienstraße (erstmals am 19. Juni) und beim „Stadt bekannt?“-Rundgang am 8. Mai entführt Autor Christoph W. Bauer interessierte Innsbrucker vom Stadtturm aus ins „Alphabet der Häuser“. www.diestadtfuehrerinnen.at  q

Architekturtage am 28. und 29. Mai Die österreichwei

© Hanno Mackowitz

© IFFI

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ten Architekturtage 2010 stehen unter dem Motto „Ansichtsexem plar 1:1“, das Ziel ist auch in diesem Jahr , Architektur erleb- und erklärbar zu mac hen. In Tirol wird am 28. und 29. Mai ein viels eitiges Programm mit Baustellenführungen , Stadtspaziergängen und Filmabenden geboten, der lokale Fokus liegt auf dem Begriff „Heimat“ und seinem Verhältni s zur Architektur. Besonders spannend: Die 2008 gebaute Innplattform von columbusnext wird abgebaut und von Studenten in experime ntelle Kleinarchitektur verwandelt, die bis Ende Juni im Waltherpark zu sehen ist. www.architekturtage.at

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iesen Monat empfiehlt Ihr Experte aus dem A1 SHOP die A1 VISA KARTE. Damit können Sie sicher und bargeldlos mit VISA, dem Kreditkarten-Unternehmen mit dem größten Vertragspartnernetzwerk, bezahlen. Das Besondere an der A1 VISA KARTE ist, dass Sie bei jedem Einkauf MOBILPOINTS sammeln und so schneller an Ihr neues A1 Handy kommen. Sie erhalten auch ein Bestätigungs-SMS, sobald eine Zahlung von Ihrem A1 VISA KARTEN Konto abgebucht wird. Betrüger haben keine Chance, denn „falsche“ Zahlungen können Sie sofort stoppen. Außerdem bekommen Sie zur A1 VISA KARTE ein kostenloses Versicherungspaket dazu – enthalten sind Handydiebstahl-, Kaufschutzund Reiseversicherung. Zusätzlich haben Sie bei der A1 VISA KARTE auch eine gratis paybox dabei, mit der Sie per SMS Parkscheine und Tickets lösen können. Und wenn Sie sich jetzt für die A1 VISA KARTE entscheiden, sind die ersten zwölf Monate gratis und Sie erhalten 3000 MOBILPOINTS als Startbonus. Kommen Sie gleich im A1 SHOP vorbei. Dort beraten Sie kompetente Mitarbeiter gerne persönlich zur A1 VISA KARTE. q

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Emotionen auf Leinwand gebannt Die Galerie Sandhofer zeigt neue Werke der polnischen Malerin Marzena Slusarczyk.

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MARKTHALLEN HIGHLIGHTS KEIMLINGE Sprossen und Keimlinge sorgen für den Kick an frischen Vitaminen und Mineralstoffen. Sprossen sind eine Vitalstoffbombe und verhindern Frühjahrsmüdigkeit bevor diese überhaupt entstehen kann.

as geht in diesen Mädchen vor? Sind sie verliebt oder gar in sehnsuchtsvolle Träume verstrickt? Marzena Slusarczyks Frauen verrichten ganz normale Tätigkeiten des täglichen Lebens, doch gerade diese sind Auslöser für die auf Leinwand gebannten Emotionen. Oft mit kraftvollem Ausschnitt, benutzt Slusarczyk ausdrucksstarke, perspektivische Verkürzungen und ungewöhnliche Fassungen; so entführt sie den Betrachter in intime, geheimnisvolle Dimensionen ihrer porträtierten Frauen. Die fehlende Eindeutigkeit der Bilder erlaubt jedem seine eigene Interpretation. Wie die Malerin selbst betont, hat das Spiel mit den Zuschauern das Ziel, die Fantasie und Vorstellungskraft zu wecken, um das scheinbar Unsichtbare zu entdecken. Slusarczyk legt besonderen Wert auf den Ausdruck und die Gestik der Hände, die sie oftmals verstärkt exponiert, um die Expression einer gemalten Szene zu erhöhen. Da zaubert der Griff nach einem Glas Rotwein oder das Spiel mit dem bunten Lolly vergängliche Glücksmomente hervor und lässt Lebensfreude und Sinnlichkeit aufblitzen. Die Aufforderung, die angenehmen Seiten des Lebens q zu genießen – denn das Leben selbst ist nicht fassbar –, steht im Raum.

SPARGEL Ob weiß oder grün – die Spargelsaison ist eröffnet. Spargel wirkt entschlackend und unterstützt die Zellverjüngung und die Blutbildung.

ERDBEEREN Gemeinsam mit Spargel das Traumpaar des Frühlings. Erdbeeren sind vollgepumpt mit Vitaminen und Mineralstoffen und wirken positiv auf das Immunsystem. Sie beugen gegen Gicht, Haarausfall und Nervosität vor, entwässern und senken den Blutdruck.

Die Bilder von Marzena Slusarczyk sind von 28. Mai bis 6. Juli in der Galerie Sandhofer in der Claudiastraße im Saggen zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch 14 bis 18 Uhr, Donnerstag 17 bis 21 Uhr und Freitag 12 bis 17 Uhr.

Spiel! Schauspielkurse für Kinder am Westbahntheater.

I Mo - Fr: 07.00 - 18.30 Uhr, Sa: 07.00 - 13.00 Uhr Infos: 0512/584837-12, www.markthalle-innsbruck.at

hr kreatives Potenzial können Kinder ab sofort am Westbahntheater Innsbruck entfalten. Ab 26. Mai findet jeden Mittwoch der „Spielraum Westbahntheater“ für Vier- bis Achtjährige statt, ab neun Jahren können die Nachwuchsmimen im „Kindertheater“ mitwirken. An drei Samstagen (29. Mai, 12. & 26. Juni) gibt der „Treffpunkt Theater“ Jugendlichen bis 17 Jahren zudem die Möglichkeit, mit Rollen, Raum und Rhythmus zu experimentieren. Anmeldung unter 0680/1300396 oder ingrid.lughofer@gmx.at. q


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Kulturdenkmal von Barbara Wohlsein • bwohlsein@6020stadtmagazin.at

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Doppelte Ausbildung doppelte Chancen Informier‘ dich! Orientierungstest 11.6.2010

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Kinderkrippe „Luf tabons“, die seit 16 Jahren von studierenden Eltern in Innsbruck betrieben wird, feier t am 28. Mai auf der Wiese vor der Uni ihr jährliches Sommer fest. Ab 13 Uhr werden die kleinen Besucher mit einem Streichelzoo und einem Spielebus unterhalten – es darf gemalt, gezauber t und gewerkt werden. Dazu gibt es eine Tombola, Würstl und Kaffee und Kuchen.

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s schaut fast so aus, als ob sich die österreichische Kabarettszene in der Krise befindet. Sowohl Robert Palfrader („Wir sind Kaiser“) als auch Alfred Dorfer („Dorfers Donnerstalk) haben angekündigt, sich für unbestimmte Zeit aus dem ORF zurückzuziehen. In beiden Fällen kann man nur sagen: Gott sei Dank. Denn sowohl Palfrader als auch Dorfer haben zuletzt nur mehr eine müde Imitation von dem abgeliefert, was sie einmal abzuliefern fähig waren. Der „Kaiser“ hatte zwar immer wieder seine Momente, trotzdem war die Sendung – spätestens ab der zehnten Folge – eine massive Unterforderung für einen exzellenten und vor allem wandelbaren Schauspieler wie Robert Palfrader. Dasselbe gilt für Alfred Dorfer: So erfrischend sein „Donnerstalk“ am Beginn war, so lahm und vorhersehbar sind inzwischen seine Stand-up-Einlagen. Werner Faymann ist ein Depp

Sowohl Palfrader als auch Dorfer ziehen sich für unbestimmte Zeit aus dem ORF zurück. Gott sei Dank. und HC Strache ein Rassist – haha?! Das Einzige, das noch halbwegs erträglich bleibt, sind die Auftritte von den „Drüberredern“ maschek und vielleicht der eine oder andere Einspieler. Josef Hader hat es ganz anders gemacht und sich (schlauerweise) nie in eine kreative ORFKnechtschaft begeben. Das ist zwar schade für seine Fans, aber gut für die Künstlerseele – und langfristig wohl auch für den Ruf. Nachdem Hader in den Wolf-Haas-Krimis als patscherter Simon Brenner schon ziemlich gute Kritiken geerntet hat, war er Mitte April endlich im TV-Zweiteiler „Die Aufschneider“ zu sehen. Die extrem hohen Erwartungen wurden zu 95 Prozent erfüllt: Gute Geschichte, erstklassige Besetzung (bis auf Oliver Baier – die Skepsis bleibt) und viele klassische Hader-Pointen – schließlich war er ja auch Co-Autor des Drehbuchs. Das Einzige, das man ihm vorwerfen könnte, ist, dass er immer den gleichen Typ Mensch spielt – ein bisschen lethargisch, grantelnd, mit dem Leben hadernd (kein Wortwitz beabsichtigt). Wobei er sich da ja auch irgendwie treu bleibt: „Hader spielt Hader“. q


Programm

© Veranstalter (5)

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Das war die Soundcity 2010 Einmal mehr machten Tausende Innsbrucker die Nacht zum Tag – und die Soundcity 2010 zu einem Riesenerfolg.

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er isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen hatte es nicht wirklich gut gemeint mit der Soundcity 2010 – genau am 16. April war der gesamte europäische Luftraum lahmgelegt. Doch die Veranstalter legten sich mächtig ins Zeug und konnten das Schlimmste abwenden. Obwohl The Hacker, Fra Diavolo und die Filthy Dukes aufgrund der Flugsperren leider nicht nach Innsbruck kommen konnten, wurde in Windeseile ein fettes Ersatzprogramm auf die Beine gestellt. Und so konnte der Abend beginnen – mit einem gefeierten Konzert der Sofa Surfers im Treibhaus, einem Riesenandrang beim Auftritt von Port O’Brien im Weekender und auch im Stadtsaal ging es mit Phonix, Liricas Analas und der charismatischen Madita richtig zur Sache. In der Heineken Lounge im Stadtcafé waren Jahcoozi und Christian Prommer zugange, im Studio 21 bewies Electric Indigo ihre Qualitäten als Last-Minute-Act und auch Kristian Davidek, Bionic Kid, Christopher Just, 65 Days of Static, Funkberater Exklusiv, Neonix und die Afro-Allstars wussten das Innsbrucker Publikum zu begeistern. Die 4000 Karten waren schnell weg – was blieb: a night to remember, trotz Vulkan. q


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h c a n a d M W e Di Es scheint die WM der großen Fernseher zu werden. Denn im Vergleich zum EURO-Zirkus vor zwei Jahren ist das Innsbrucker Public-Viewing-Angebot für von Daniel Naschberger die kommende FIFA Fußball-WM in Südafrika – bescheiden.

ALLE DA. Public Viewing zu EURO-Zeiten

Drinnen und draußen

© SAS, 6020 Archiv (2)

Sowi- und MCI-Studenten brauchen keine Angst zu haben, etwas zu verpassen: Das SixtyTwenty wird von 11. Juni bis 11. Juli zur WM-Bar, das heißt, es gibt eine Leinwand und zwei Flatscreens im Lokal sowie eine weitere Bar mit Flatscreens im Garten. Es werden alle Spiele übertragen, das SixtyTwenty öffnet spätestens eine Stunde vor dem ersten Match des Tages. Dazu gibt es verschiedene Bier- und Wettaktionen.

Am Platz

Der letzte Rest vom Schützenfest: Von den Public-ViewingLocations der EURO 2008 ist nur der Marktplatz übrig geblieben. Hier stellt Josef Peer, der auch den Stadtstrand am Platz betreibt, eine 20 Quadratmeter große Leinwand zur Verfügung, auf der alle WM-Spiele übertragen werden. Dazu wird es jeden Tag ein Rahmenprogramm geben, das unter dem Schwerpunkt Südafrika und Integration steht. So werden täglich Konzerte von Bands aus aller Welt stattfinden, dazu gibt es Auftritte von Artisten, Workshops, ein Salsa- sowie ein Afrofest und eine Reihe von Schulprojekten. In einem eigenen Dialogzelt werden sich gemeinnützige Vereine wie SOS Kinderdorf oder Südwind präsentieren.

Dreimal Fußball

Im Rahmen des diesjährigen „Sommer am Sparkassenplatz“ (2.–11. Juli) werden die beiden Halbfinale der WM (6. & 7. Juli) sowie das große Finalspiel am 11. Juli live auf die große Leinwand am Sparkassenplatz über tragen. Wer einen guten Platz bekommen möchte, sollte möglichst früh da sein. An den restlichen Tagen des „Sommer am Sparkassenplatz“ stehen Gratiskonzerte (zum Beispiel Bunny Lake am 9. Juli) und Kinoaufführungen auf dem Programm.


© foursquare

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0 . 2 n e h e g Aus Facebook und iPhone sind schon längst Teil der Partykultur geworden. Auch in Innsbr uck entwickeln sich immer mehr Lokale zu Spielwiesen für interaktive Nachtschwärmer. Die besten Tools Von Sarah Boyks in Sachen Ausgehen 2.0 im Überblick. 

Facebook

Prädikat: Interessantes für Sparefrohs

Foursquare

Prädikat: Zeitvertreib für Menschen mit wenig Bedarf nach Privatsphäre

Als Club oder Bar eine eigene Facebook-Seite zu besitzen, gehört schon fast zum guten Ton. Neu sind spezielle Getränkeaktionen, die auf den Fanseiten angekündigt werden. Das Blue Chip informiert zum Beispiel über Freibier für die ersten 100 Besucher oder GratisEintritt für FB-Fans, ähnliche Aktionen (zum Beispiel Bier um zwei Euro) hat auch das Studio 21 zu bieten. Das SixtyTwenty informiert auf seiner Seite über alle aktuellen Getränke-Aktionen, ab und zu gibt es auch was Spezielles nur für Facebook-Fans. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Website „Daily Deal“, die aktuelle Angebote in Innsbruck sammelt: So zum Beispiel eine Flasche Wodka plus zwei Beigetränke für 20 Euro statt 49 Euro im SixtyTwenty oder den „SommerGenuss“ mit zwei Caipirinhas für 2 Euro statt 6 Euro in der Mensa.

Das App „Foursquare“ ist eine Mischung aus Suchmaschine, Stadtguide und Handyspiel. Einmal angemeldet, kann man in Lokalen „einchecken“, sie bewerten und Empfehlungen abgeben. Durch das Einchecken bekommt man Punkte, und je öfter man pro Woche in dasselbe Lokal geht, desto mehr Punkte sammelt man. Checkt man von allen Angemeldeten am öftesten in einem Lokal ein, kann man dort „Mayor“ (Bürgermeister) werden. Manche Lokale wie das SixtyTwenty bieten in diesem Fall Ermäßigungen an. Gepostet werden die Foursquare-Ereignisse auf Facebook oder Twitter, jeder kann somit checken, ob Freunde eine Wertung für Clubs, Restaurants, Fitnessstudios etc. abgegeben haben. Und zudem erfahren, wo sich die einzelnen Personen gerade aufhalten. www.foursquare.com

Informationsfaktor:

iTunes DJ

Prädikat: Cool – vorausgesetzt, der Benutzer hat Musikgeschmack

SMS von gestern Nacht

Prädikat: Amüsant und enthüllend

Wie oft ist man in einem Lokal gesessen und hat sich gewünscht, man könnte die Musik selbst auswählen. Hier schafft „iTunes DJ“ Abhilfe – derzeit erhältlich für iPod Touch und iPhone. Hat man zusätzlich das „Remote“-App installiert, funktioniert das Programm wie eine Fernbedienung und man kann auf die Playlists anderer zugreifen und für Lieder voten – die TopSongs werden dann abgespielt. Im SixtyTwenty kann man auf diesem Weg selbst zum DJ werden. Vorausgesetzt, man kann mit dem Spott anderer leben. www.apple.com/itunes/remote

Jeder hat schon einmal am Tag danach eine SMS gefunden, die man besser nicht abgeschickt hätte. Und jeder hat schon mal eine SMS erhalten, die man am liebsten herumzeigen will, weil sie zu gut ist, um nicht geteilt zu werden. Auf www. smsvongesternnacht.de, dem kleinen Bruder des amerikanischen Apps „twi“ („texting while intoxicated“), kann man nun auch die deutschsprachigen Peinlichkeiten mit der Welt teilen. Zum Beispiel: „Ich hab mein Handy wieder:) ich bin so glücklich.es lag im laub neben der kirche und war auf türkisch gestellt. habs wohl beim ausdruckstanz verloren..“ „mein abstieg ist komplett ;) von meiner freundin getrennt und zu betrunken geld klo zu bezahlen müsste mir klofrau helfen die aber net echt war ;)“ www.smsvongesternnacht.de twiapp.com

Informationsfaktor:

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Wir spielen genau die Musik, die zu Ihrem Leben passt. Life Musik eben.

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e h c s n ü w k c i l K YouTube hat vor Kurzem seinen fünften Geburtstag gefeiert. So jung? Gefühltermaßen leben wir alle schon viel länger im Universum der lustigen Links. Verändert hat YouTube die Welt auf jeden Fall – ob zum Besseren, sei dahingestellt.

von Klaus Erler

YouTube

© sam emmerson, sony bmg, lauren

dukoff

wurde am 15. Februar 2005 von den drei ehemaligen PayPal-Mitarbeitern Chad Hurley, Steve Chen und Jawed Karimin in Kalifornien gegründet, am 9. Oktober 2006 für die kolportierte Summe von 1,65 Milliarden Dollar an Google verkauft und seitdem stetig ausgebaut. 2008 wurden bereits mehr als eine Milliarde weltweiter YouTube-Zugriffe pro Tag gemeldet, im Februar 2010 gab YouTube bekannt, dass seine User pro Minute unglaubliche 20 Stunden Video ins Netz laden. Damit könnte man täglich 1200 TV-Sender mit einem 24-Stunden-Programm bespielen.

Top 5 der meistgesehenen Musikvideos 1. Lady Gaga – „Bad Romance“

198 Millionen Aufrufe für Plastikmusik mit Vampiren

2. Pitbull – „I Know You Want Me (Calle Ocho)“

118 Millionen Aufrufe für die kubano-amerikanische Musiktiefe

3. Miley Cyrus – „7 Things“

Pitbull

117 Millionen Aufrufe für eine akustisch unzureichend gelöste Teenagerproblematik

4. Miley Cyrus – „Party In The U.S.A.“

114 Millionen Aufrufe für ein US-Hedonistentraum-Liedchen

5. Lady Gaga – „Just Dance“

108 Millionen Aufrufe für Plastikmusik mit Vampiren, Teil 2


ube-Videos insgesamt Top 5 der meistgesehenen YouT – Musikvideo mit 198 Millionen Views 1. Lady Gaga – „Bad Romance“ – Babyfilmchen mit 185 Millionen Views 2. Charlie bit my finger – again! 142 Millionen Views 3. Evolution of Dance – Dance-Comedy mit Ocho)“– Musikvideo mit 118 Millionen Views lle (Ca Me nt Wa u Yo ow Kn „I – ll 4. Pitbu o mit 117 Millionen Views 5. Miley Cyrus – „7 Things“ – Musikvide Miley cyrus

Lady gaga

Top 5 der meistgesehenen Autovideos

Top 5 der meistgesehenen „Bildungsvideos“

1. Bugatti Veyron vs. BMW M3

1. Breastfeeding Video

29 Millionen Aufrufe für Antworten auf Stillprobleme

2. Ferrari vs. Lamborghini

2. ABC Song

26,5 Millionen Aufrufe für einen Buchstaben-Gassenhauer

3. Mickey Mouse Clubhouse (Goofy Baby)

17,5 Millionen Aufrufe für ein affiges Kinderlied

5. Horse Breeding (tamby)

17 Millionen Aufrufe, um das mit den Bienen und Blumen einmal auf Pferdebasis zu sehen.

23 Millionen Aufrufe für ein Beschleun igungs-Rennen mit verbrannten Reife n, Drift und Benzinqualm.

ungs 18,6 Millionen Aufrufe für ein Über wach Polizisten als men dum und Frau sten hwip besc einer Hauptdarstellern

Indian girl 3. Lakshmi Tatma 8 limbedBetro ffenheitsvideo ches zynis ein für fe Aufru nen 17,5 Millio p as hel for s 4. Human „Treeman“ beg he turns into a tree

4. Bugatti Veyron vs. Yamaha R1

16,5 Millionen Aufrufe für einen Auto Sprung mit verbrannten Reifen, Drift und Benzinqualm

16 Millionen Aufrufe für ein Autobahn rennen mit verbrannten Reifen, Drift und Benzinqualm

5. Real Car Crash

ma Music 1. „Yes We Can“ – Barack Oba hnulzen-Chor a-Sc Obam den für fe Aufru nen 20,5 Millio nk Girl 2. Police take advantage of a dru video mit

3. Ken Block jumps his rally car

20,5 Millionen Aufrufe, um mit Walt Disney in eine amerikanische Zeitmaschine zu steigen

4. Five Little Monkeys

26 Millionen Aufrufe für ein Beschleun igungs-Rennen mit verbrannten Reife n, Drift und Benzinqualm

Top 5 aus der Rubrik „Nachrichten und Politik“

15,5 Millionen Aufrufe für eine Mass enkarambolage auf Eis – daher ohne verb rannte Reifen, mit Drift und Benzinqualm

17 Millionen Aufrufe für ein pseudodo Voyeursszenario

5. SEXO no SOFA

kumentarisches

espot, dessen Fun17 Millionen Aufrufe für einen Ikea-Werb allerdings kleiner ter arak faktor hoch, sein Nachrichtench gleich null ist.


Gemeinsame

Legenden

© 6020/Rathmayr

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Mitte der Neunziger verfasste der Tiroler Schriftsteller Händl Klaus mehrere kurze Prosastücke, die unter dem Titel „Legenden“ veröffentlicht wurden. 16 Jahre später bringen Theater praesent und das Westbahntheater die „Legenden“ in einer KoproVon Flo Pranger duktion erstmals auf die Bühne.

K

onkret handelt es sich um eine Dramatisierung von zwölf der 35 Erzählungen. Fürs Theater bearbeitet hat sie Elmar Drexel, Gründer und ehemaliger Leiter des Kellertheaters. Er zeichnet auch für die Regie des Abends verantwortlich. „Damit schließt sich auf interessante Weise ein Kreis“, sagt Händl Klaus und spielt darauf an, dass er seinerzeit als Teenager bei Drexel im Kellertheater erschien – mit dem Wunsch, Schauspieler werden zu wollen. Theaterluft hatte der gebürtige Rumer zu diesem Zeitpunkt allerdings längst geschnuppert – im zarten Alter von zehn war er bereits in Knabenrollen am Landestheater aufgetreten. Später ging er nach Wien, spielte am Schauspielhaus und in kleinen Filmrollen. Dann kamen die „Legenden“ und mit ihnen auch gleich der erste

einer mittlerweile langen Reihe von Preisen. Darauf angesprochen, reagiert der Autor bescheiden: „Es kriegen auch Leute Preise, die mehr Schlechtes als Gutes tun.“ Man möge also bitte davon absehen, ihn anhand seiner Auszeichnungen zu beurteilen. Eine Konsequenz von Händls Erfolg ist jedenfalls, dass Werke aus seiner Feder gegenwärtig üblicherweise an Häusern wie dem Wiener Burgtheater oder den Münchner Kammerspielen uraufgeführt werden. Die aktuelle Produktion ist für die ausführenden Innsbrucker Kleintheater also schon etwas sehr Spezielles.

Wie ein altes Tagebuch. Seine bis dato letzte Ehrung hat Händl Klaus übrigens 2008 für sein Spielfilmdebüt „März“ entgegengenommen. Auch hier schließt sich

ein Kreis – hat doch Florian Eisner, künstlerischer Leiter des Theater praesent, in „März“ eine der Hauptrollen gespielt. Eisner ist, neben Claudia Widmann und Hans Danner, auch in „Legenden“ auf der Bühne zu sehen. Außerdem mischen sich zwei Musiker – Siggi Haider und Hannes Sprenger alias „Akkosax“ – ins Geschehen. Die bekannte Tiroler Formation hat den Abend „mehr oder weniger durchkomponiert“ und wird die Bühnenhandlung musikalisch kommentieren. „Ich liebe ‚Akkosax’ und freue mich sehr, dass es zu dieser Zusammenarbeit gekommen ist“, sagt Händl Klaus. Zum Inhalt seiner Legenden meint der Autor: „Das ist ein von der Kindheit gesättigtes Buch. Ich habe ja schon mit Anfang 20 begonnen zu schreiben. Es geht um seltsame Begegnungen und Menschen, um Dinge, die einen nicht mehr loslassen.“ Auf die Frage, was er denn heute, aus einer zeitlichen Distanz von über 15 Jahren, in der Auseinandersetzung mit seinen „Legenden“ empfinde, sagt er: „Man liest seine eigenen Sachen ja nicht immer wieder und damals wie heute habe ich mit dem Schreiben eine Art Hunger gestillt, habe schreiben wollen – deshalb fühlt es sich jetzt so an, als würde ich mir ein altes Tagebuch wieder einmal anschauen. Da finde ich noch ein ganz anderes Lebensgefühl und damit auch ein anderes Schreibgefühl vor, die Sicht auf die Dinge und mein Schreiben haben sich mittlerweile natürlich verändert.“ Momentan arbeitet Händl an seinem dritten Opernlibretto (diesmal zur Musik von Georg Friedrich Haas) und am Drehbuch zum nächsten Film: „Das könnte ungefähr in einem Jahr fertig sein.“ Seine internationale Fangeq meinde wartet bereits darauf.

Termine

Es gibt noch am 16., 21., 22., 23., 28. und 30. Mai jeweils um 20 Uhr die Gelegenheit, „Legenden“ im Westbahntheater (Feldstraße 1a) in Innsbruck auf der Bühne zu sehen.

Specials

Am 16. und 22. Mai finden nach der Vorstellung Publikumsgespräche statt, am 29. Mai lesen Konrad Hochgruber (Westbahntheater) und Florian Eisner (Theater praesent) Werke von Händl Klaus. Von 21. bis 23. Mai sind die Eintrittskarten dank Pfingstbonus um 20 Prozent günstiger. www.theater-praesent.at www.westbahntheater.at


kino

verschnaufpause. So viel Gewalt macht müde, da nützt auch das beste Marschierpulver nichts.

Voodoo statt Weihrauch Nicholas Cage geht wieder einmal Banane: in Werner Herzogs gottlosem von Michael Rathmayr „Bad Lieutenant“ Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen Werner Herzog, USA 2009, Thriller, derzeit im Kino

N

icholas Cage macht seine Stirn noch ein wenig länger, reißt die Augen weit auf, er lacht laut und manisch. Jetzt ist es nicht länger zu verbergen: Er steht wieder einmal am Rande des Wahnsinns. Oder er ist schon drüben angekommen. Man kennt ihn inzwischen so – aus Filmen wie „Wild at Heart“, „Leaving Las Vegas“, „Face/Off“ oder „Lord of War“. Wenn Filmemacher nach der Besetzung für eine Figur suchen, die ganz offensichtlich am Irrsinn kratzt, scheint ihnen gleich einmal der hagere Kalifornier Cage einzufallen. Der macht den Job – ohne große Umwege und Feinheiten.

Jüngstes Gericht macht Pause. Auch in Werner Herzogs „Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“ darf Cage seine Fratze ziehen. Terence McDonagh heißt er da. Und im Prinzip ist er ein lieber Kerl. Ein guter Polizist außerdem, der zwar knallhart vorgeht, sich aber im Zweifel auch einmal für die Angeklagten starkmacht. Bis er sich ausgerechnet bei einer solchen Gelegenheit eine böse Rückenverletzung zuzieht. Und fortan nur noch mit schweren Schmerzmitteln und harten Drogen aus dem Polizeibestand durch den Alltag kommt. Seine Freundin Frankie (Eva Mendes), eine Edelprostituierte, zieht mit, bevorzugt durch die Nase. Auf immer neuen Wegen versucht der eben zum Lieutenant beförderte McDonagh, an Geld und Drogen zu kommen. Sein Sinn für Gerechtigkeit kommt ihm dabei zusehends abhanden. Macht aber nichts, denn Gott ist tot. Herzog verlegt seine Neufassung von Abel Ferraras weihrau-

chigem „Bad Lieutenant“ (1992) ins New Or­leans kurz nach dem Hurrikan Katrina, 2005. Die Idee von Schuld und Sühne lässt er dabei völlig ins Leere laufen. Sein böser Bulle hat nicht die geringste Sorge, dass er irgendwann Rechenschaft ablegen müssen wird. Im Gegenteil, je ärger der gewaltfreudige McDonagh auszuckt, je hemmungsloser er die quält, die sich ihm in den Weg stellen, desto mehr scheint sich sein völlig aus der Bahn gelaufenes Leben wieder einzurenken. Ferraras Katholizismus wird durch Südstaaten-Voodoo ersetzt („Erschieß ihn noch mal, seine Seele tanzt immer noch!“). In den Sümpfen von New Orleans wird nicht von oben regiert, dort herrschen die Echsen, die Herzog sogar mit kleinen Spezialkameras ausgestattet hat. Und denen ist offenbar herzlich wurscht, wer hier sündigt und warum.

Himmel oder Hölle? Während sich der gute Harvey Keitel Ferraras gequältem „Bad Lieutenant“ darstellerisch völlig auslieferte, gibt Cage den irren Haudrauf-Kasperl, ganz nach seinen längst bekannten Manierismen. Kein Wunder, dass der alte Katholik Ferrara angesichts dieser Entweihung seines religiösen Moralstücks grollt. Über die amerikanischen Medien ließ er Werner Herzog und seinem Team ausrichten, sie mögen gefälligst zur Hölle fahren. Herzog, der behauptet, das Original nie gesehen zu haben, wird das herzlich egal sein. Die Hölle existiert für ihn nun einmal nicht. In irgendeinen Himmel loben wird man ihn für diesen Film auch nicht.  q


Ohrenschmaus & Augenweide

Ganz großes Kino Filmkritiken, auf die Schnelle

am ball bleiben. Echte Helden aus Österreich – in „Kick Off“

Alice im Wunderland

© filmladen (1), centfox (1), einhorn film (2)

Tim Burton, USA • Fantasy Wenn noch einer etwas Neues über Lewis Carrolls Alice und ihr halluzinogenes „Wunderland“ zu sagen hat, dann Oberfantast Tim Burton („Sweeney Todd“, „Sleepy Hollow“). Mit Johnny Depp als Mad Hatter, Nachwuchshoffnung Mia Wasikowska als Alice, Anne Hathaway und Helena Bonham Carter als Königinnen – alle in 3D. Recht unterhaltsam.

Date Night – Gangster für eine Nacht Shawn Levy, USA • Komödie Der große Steve Carell („The Office“, „Get Smart“) und die nicht minder talentierte Tina Fey („SNL“) als Ehepaar, das auf der Suche nach ein bisschen Abwechslung gleich eine Vorratspackung davon bekommt. Mit bösen Cops, korruptem Staatsanwalt und Ray Liotta als Mafiapate.

Prince of Persia – Der Sand der Zeit

Jan Favreau, USA • Action Robert Downey Jr. kehrt zurück als Mann mit dem eisernen Anzug. Diesmal kämpft er mit und gegen Sam Rockwell, Mickey Rourke, Samuel L. Jackson und Scarlett Johansson. Definitiv eine der besseren Marvel-Adaptionen.

Mike Newell, USA • Action/Fantasy, ab 20. 5. Jaja, der Sand der Zeit zieht auch an Persien nicht spurlos vorüber. Während anderswo Vulkan­asche für Turbulenzen sorgt, ist es hier der Wüstensand, der Probleme macht. Und das noch dazu gekoppelt an einen mystischen Dolch, den Jake Gyllenhaal zu beschützen hat. Die Adaption des legendären Computerspiels. Wir bleiben beim C64.

Kampf der Titanen

Robin Hood

Louis Leterrier, USA • Action/Fantasy Liam Neeson als Zeus, „Avatar“-Hero Sam Worthington als Perseus, der mit dem alten Unterweltler Hades noch eine Rechnung offen hat. Dazu der ganze Wahnsinn aus der griechischen Mythologie in Digital und 3D – was alleine auch noch keinen guten Film macht.

Ridley Scott, USA • Action Natürlich übernimmt das Russell Crowe, der alte Gladiatorenkumpel von Ridley Scott: Als wäre Kevin Costner nicht genug gewesen, schlüpft nun der kernige Australier in die Strumpfhosen des Helden vom Sherwood Forest. Scott befreit den Stoff vom gröbsten Kitsch und lässt es in dem Fall halt einmal mit Lanzen und Bögen krachen. Mit Cate Blanchett als Lady Marian. Epochale Action.

Iron Man 2

Kick Off Hüseyin Tabak, Ö • Dokumentation, Leokino Das Leben – ein Spiel. Das Spiel: Fußball. Der Film begleitet das österreichische Nationalteam zur WM der Obdachlosen, Asylwerber und ehemaligen Suchtkranken nach Melbourne. Es geht um Selbstvertrauen, Motivation, Respekt – und natürlich um den Sieg. Empfehlung.

Sex and the City 2 Michael Patrick King, USA • Komödie, ab 27. 5. Das Leben geht weiter. Auch für Carrie, Mr. Big und den Rest der hedonistischen Rasselbande. Carrie on, sozusagen.

Splice Vincenzo Natali, USA • Horror/Si-Fi, ab 3. 6. Adrien Brody und Sarah Polley als Forscherpaar, das bei der Erschaffung eines TierMensch-Hybriden Erfolg hat. Heimlich ziehen sie das süße Wesen groß, als es geschlechtsreif wird, ist es mit dem Frieden vorbei. Bioethischer Horror von „Cube“-Regisseur Natali.

Vergebung Daniel Alfredson, Dän/D/Swe • Literatur/ Thriller, ab 3. 6. Das Finale von Stieg Larssons „Millenium“Trilogie. Zwischen Krankenhaus, Gefängnis und Gerichtssaal gilt es für Salander und Blomkvist, die Wahrheit endgültig ans Licht zu bringen.

Trash des Monats Plan B für die Liebe Alan Poul, USA • Liebeskomödie Wie das Leben halt so spielt: J.Lo hat den berühmten Mister Right bis dato nicht getroffen, macht auf Schwangerschaft aus dem Reagenzglas – und just dann kommt er daherspaziert, der Feschak. Verflixt. Da wird es dann natürlich recht turbulent und es sollte auch heftig knistern zwischen Miss Lopez und Newcomer Alex O‘Loughlin. Ein wenig zu absehbar, das alles.

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in the hood. Feinmotorik am Bogen – ausgerechnet mit Russell Crowe, dem Archetypus des Manns fürs Grobe – in „Robin Hood“

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Ohrenschmaus & Augenweide

„You guys seem a lot cooler today. Usually you wear clothes from the 70s.“ – „They‘re not from the 70s, they’re from New Zealand.“ – „Isn‘t that the same thing?“ – „Similar, I suppose.“ Konversation zwischen Jermaine, Bret und Dave in „Flight of the Conchords“

DVD-Boxenstopp

Ohrenschmaus

New Zealand – Rocks!

Hände hoch!

Flight of the Conchords, Season 1 & 2 HBO Entertainment

The Hold Steady: Heaven Is Whenever Rough Trade/Beggars

cccccccc

KKKKKKKK

An sich einmal alarmierend, wenn bloß noch eine einsame Hand aus dem Wasser ragt. Fotos eines derartigen Motivs zieren das Cover von „Heaven is Whenever“, dem fünften Album von The Hold Steady. Wehmütiger Classic Rock bleibt weiterhin die Marschroute der New Yorker Band, die im Grunde Ähnliches macht wie der große Bruce Springsteen und John Cougar Mellencamp. Nur eben auch für jene selbst ernannten Musikexperten, die von vorneherein gegen den Mainstream wettern, ganz wurscht, wie dieser klingt. „Heaven is Whenever“ sind Herz- und sonstige Schmerzen anzuhören, Chefdichter Craig Finn blickt der bitteren Wahrheit dabei furchtlos ins Auge: „But it’s not gonna be like in romantic comedies/ In the end I bet no one learns a lesson“. (mr)

Diese kleine, aber feine HBO-Serie dreht sich um das Alltagsleben des realen neuseeländischen Folk-Duos „Flight of the Conchords“ in New York, wo die beiden Musiker Jemaine Clement und Bret McKenzie (spielen sich selbst) Karriere machen wollen. Unterstützt – oder doch besser behindert – werden die beiden dabei von ihrem Manager, dem unfähigen neuseeländischen Botschaftsangestellten Murray. Auch müssen sich Jemaine und Bret den ständigen Annäherungsversuchen ihres einzigen Fans Mel erwehren, und ihr Kumpel Dave gibt ihnen mehr oder minder hilfreiche Tipps zum Umgang mit amerikanischen Frauen und amerikanischer Kultur. Urkomisch (v. a. die neuseeländischen Minderwertigkeitskomplexe gegenüber dem großen Bruder Australien) und etwas ganz Besonderes im Serienalltag, denn u. a. geben die beiden in jeder Episode einen meist höchst unterhaltsamen Song über das Geschehen zum Besten. (pf)

Patschenkino Milde Wilde The National: High Violet 4ad/Beggars

Dennis Hopper Spiel (oder stirb)

cccccccc Die dezente Gitarre, Streicher, Blasinstrumente, das Piano, die gefühlsschweren Texte: Noch könnte von Coldplay die Rede sein. Aber keine Angst, The National kommen von ganz woanders. Sie unterscheiden sich allein schon durch Matt Berningers tiefen Bariton, der dieser aus Ohio stammenden Band die Sonderstellung verschafft. Und die Leichtigkeit der Kompositionen auf „High Violet“, die trotz der weitläufigen Melodien und gravierenden Inhalte bestehen bleibt. Wenn Songs Titel tragen wie „Terrible Love“, „Sorrow“ und „Afraid of Everyone“, dann geht es eher nicht um Friede, Freude, Eierkuchen. „I don’t have the drugs to sort it out“, singt Berninger an einer Stelle. Wir hoffen, die Musik hilft ein wenig. (mr)

Dokumentation D 2003 Mo 24. Mai, 22.45h, Arte

Rebell.

„Easy Rider“– „Waterworld“ – „Apocalypse Now“ – „Speed“– „Blue Velvet“: Der Schauspieler, Regisseur, Maler und Fotograf Dennis Hopper war stets ein Garant für Extreme. Nicht nur, was seine Karriere betrifft. In Henning Lohners und Ariane Rickers Dokumentation erzählt der alte Rebell mit altersweisem Humor von den Höhen und Tiefen seines Lebens, das ihn bis in die Mitte eines Kreises explodierender Dynamitstangen geführt hat. Zu Wort kommen auch Hoppers Weggefährten David Lynch, Sean Penn, Francis Ford Coppola, Jack Nicholson und Wim Wenders. Allesamt ganz großes Kino.

Zippe-Zappe

Aus dem Tagebuch eines TV-Junkies

Promi-Gulasch

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ie schnell und billig kann man Fernsehen produzieren? Sehr schnell und ziemlich billig, wenn es darum geht, die Sendezeit zwischen 19.50 und 20.15 Uhr auf VOX zu füllen. Dort wird seit einigen Monaten unter dem Titel „Prominent!“ genau das gu­laschartig aufgewärmt, was am selben Tag bereits in drei Klatschsendungen auf RTL gezeigt wurde. Präsentiert wird das „Magazin“ passenderweise von Constanze Rick, Promi-Reporterin von „Exklusiv“ (RTL) und optischer Klon von „Exklusiv“-Moderatorin Frauke Ludowig. Bei „Prominent“ hat Rick keinen allzu harten Job zu erledigen: Sendung für Sendung sieht man sie (Carrie Bradshaw aus „Sex and the City“ lässt grüßen) am

Es wird auf­ gewärmt, was bereits in drei ande­ ren Klatsch­ sendungen zu sehen war.

Schreibtisch sitzen, ihren Laptop auf- und zuklappen, sich übers Jennifer-Aniston-Haar streichen und durch weichgezeichnete Hotellobbys spazieren – ohne dass sie auch nur einmal den Mund aufmacht. Man hört ihre Stimme zwar zwischen den Recycling-Beiträgen aus dem Off, vor der Kamera beschränkt sich ihre Jobdes­ cription jedoch darauf, leicht debil zu lächeln – und zu sitzen. Die Redaktion erledigt keinen wirklich härteren Job: Ein Bad-Hair-Day von Heidi Klum wird einfach mal schnell zum Kennzeichen einer Ehekrise erklärt – obwohl man sich die letzten zehn Sendungen davor an der „unsterblichen Liebe“ von Klum und Seal ergötzt hat. Motto: Schnell runter damit, bevor‘s wieder kalt wird.q


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Rätsel 1

Die fragen

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Werden die Heiligen zur Notwehr abgeschossen?

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Geradlinige und Zielgerichtete geben sich hier als besonders verzierte Lotteriescheine aus

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Machst du bei solchem Jammern den Kabarettistischen Josef nach?

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Entkern-t-e Obstkur kommt mir fragwürdig vor

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Bean von den Balearen genommen und dann den Rest verdreht, kommt Madrilenen königlich vor

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Der Himmelskörper kommt mir anfangs zweigenhaft hölzern vor

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Verdreh den Kerl neu und freu dich auf einen Nachkommen der Fourth Generation

C

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Ob‘s bei ihr auch in der Peripherie warm wird? Den haben Kängurus in Großbritannien um 5 Uhr wohl immer dabei

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Haben das Jogger, wenn sie über heiße Sohlen jammern?

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So hart gesotten geben sich fertige Frankfurter

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Was zieht der schräge Ober zur festlichen Abendveranstaltung an?

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Mach hier die Filzfolie amtlich

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Mit dem sind Gefiederlinge mit Wunsch nach Eigenheim gerade beschäftigt

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Ewiges Singledasein: „Als Widerling und grober Prolo/ bleibst du dein Leben lang wohl …!“

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Gesenktes im Landschaftsbild

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War schon bei den Drama-tischen Griechen ein Trauerspiel

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Das Lösungswort Lösung der letzten Ausgabe: A

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Butterbrot

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E H E I H L I A O N A T A L E C A L E E H E U N B B F N A S A H E Z I A E U E N H D C G T T I T I I A S S D H G H T T H O H C S N

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Satire

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Das Radar.

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Das Ding an sich

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Wenn nicht gerade ein Vulkan zu husten beginnt, ist eine Welt ohne Radar undenkbar. Schon allein wegen der Flugraumüberwachung, die eines der vielen Einsatzgebiete der „Funkortung und -abstandsmessung“ (Radio Detection and Ranging) darstellt. Im Jahr 1886 entdeckte Heinrich Hertz, dass Radiowellen von metallischen Gegenständen reflektiert werden. Genau dies macht man sich beim Radar zunutze: Ein Radargerät sendet elektromagnetische Wellen als Primärsignal aus und empfängt, sofern dieses auf Widerstand trifft, das zurückgeworfene Sekundärsignal. Aus diesem lassen sich verschiedene Informationen wie Entfernung, Winkel sowie – bei Aneinanderreihung mehrerer Messungen – Wegstrecke und Geschwindigkeit des Objekts gewinnen. Als Erfinder des Radars gilt der deutsche Techniker Christian Hülsmeyer, der 1904 ein „Telemobiloskop“, mit dem man die Entfernung von Schiffen messen konnte, zum Patent anmeldete. Radar kommt heute unter anderem auch in der Meteorologie, Astronomie (Kartierung von Planeten), im Straßenverkehr oder bei Bewegungsmeldern zum Einsatz.

Assozi(t)iert Nachbar » Frieden » Krieg » Geld » Kinder » SteuerermäSSigung Das, was gerade passiert, ist nichts im Vergleich zu dem, was uns droht, wenn der Nachbar-Vulkan Katla ausbrechen wird. Und er wird ausbrechen. Islands Präsident Ólafur Ragnar Grímsson Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Friedrich Schiller

Friede den Hütten! Krieg den Palästen!

Georg Büchner

Hunderte von amerikanischen Vermögen datieren aus dem amerikanischen Bürgerkrieg und Tausende Vermögen aus dem Ersten Weltkrieg. Niemand kann leugnen, dass Kriege ein gutes Geschäft sind für diejenigen, die diese Art Geld lieben. Henry Ford Man kann sein Geld nicht schlechter anlegen als in ungezogenen Kindern.

Wilhelm Busch

So böse ist kein Kind, dass es nicht für eine SteuerermäSSigung gut wäre.

Robert Lembke

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Essay

Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

von Johannes F. Park jfpark@6020stadtmagazin.at

Ich bin ein Hellene Schlechter Stand für Griechenland. Dabei haben wir Hellas weit mehr als 120 Milliarden Euro Bürgschaft zu verdanken.

D

unkle Wolken über Griechenland, und weit und breit kein Vulkan, der dafür verantwortlich zu machen wäre. Doch fürwahr, liebe Brüder und Schwestern, wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Leasingvertrag. Sind wir Fremdwährungskreditnehmer, Ratenzahler und 3er-BMW-Leaser nicht alle Griechen, ein ganz klein wenig zumindest? Wie in volkswirtschaftlichen Angelegenheiten ist der Autor dieser Zeilen auch im Bereich der Meinungsmache ein Freund des Antizyklischen: Ich stehe deshalb nicht an, mich auch und gerade in Zeiten der um sich greifenden Graecophobie vor der Gesamtleistung der griechischen Kultur ehrfürchtig zu verneigen. Schon einmal geistesgeschichtlich betrachtet verdanken wir den Vorfahren der Damen und Herren mit dem landestypischen Schnauzbart im Grunde genommen alles. Denken Sie an die fundamentalen Ideen eines Sokrates, Platon oder Aristoteles, ohne die postmoderne erkenntnistheoretische Betrachtungen von Jacques Derrida bis Lady Gaga („Russian Roulette is not the same without a gun“) nicht denkbar wären. Rufen Sie sich die hinreißenden Komödien des Aristophanes in Erinnerung („Die nackte Steinschleuder 1 bis 33 1/3“) oder die großen Tragödien von Sophokles, Aischylos oder Euripides, die in zeitgenössischen Werken wie „Pearl Harbour“ oder „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kräftig nachwirken. Wo stünden wir ohne den Satz des Pythagoras, den jeder Schüler herunterzubeten im Stande ist: Katheder plus Kathode ist gleich Hypophyse und so weiter? Von der griechischen Kunst und der Architektur mit gefühlten 368 Säulentypen ganz zu schweigen. Und dann die Begriffe: Einige der kränksten Krankheiten haben ihre sprachlichen Wurzeln im Griechischen. Beliebte Hobbys wie Demokratie, Erotik, Biathlon, Chemie, Kleptomanie und Migräne ebenso. Nein, einer Kultur, der wir das Symposion verdanken, ein ritualisiertes Besäufnis unter Männern, also eine Aufsichtsratssitzung, wie wir Klassenkämpfer heute sagen, kann ich nicht böse sein. Die Milliarden, für die sich die Euroländer nun verbürgen, fließen zu Recht nach Griechenland, das Philhellenen dank seiner unzähligen Inseln auch als inverses Finnland des Mittelmeerraumes kennen und lieben gelernt haben. Bleibt die profane Frage: Wie kommen die Griechen von den Schulden runter? Mit acht Prozent Lohnkürzung im Öffentlichen Dienst, 23 Prozent Mehrwertsteuer und 1,70 Euro für den Liter Super schafft man es bei uns ins Parteiprogramm der Grünen, aber einen Staat wie Griechenland machen Sie damit noch lange nicht wieder fit für die Zukunft.

Einige der kränksten Krankheiten haben ihre Wurzeln im Griechischen. Hobbys wie Demokratie, Erotik, Biathlon, Kleptomanie und Migräne ebenso. Auf die wirklich guten Ideen kommt bei IWF, EU und Konsorten aber natürlich wieder einmal niemand. Zum Glück bescherte mir ein verpasster Aufzug unlängst eine ruhige Minute, die ich dazu genützt habe, ein Konzept zur Rettung Griechenlands zu entwickeln: „Sehr geehrte Griechen, Punkt 1: In schwierigen Zeiten geht es ans Familiensilber, daran führt kein Weg vorbei. Die Kulturschätze müssen deshalb unter den Hammer (Achtung: bitte nur sinnbildlich!). Ich kann Ihnen ohne lang zu überlegen zwei, drei Leute nennen, die sich so eine amputierte Statue für den Garten einiges kosten lassen würden. Punkt 2: Bei über 3000 Inseln kann mir niemand erklären, dass man da die eine oder andere nicht zu Geld machen könnte. Punkt 3: Ganz wichtig für den jetzt auch noch kriselnden Tourismus ist Imagebildung. Idee: Warum nicht in Ermangelung herzeigbarer Stars mit den Nachfahren berühmter Griechen eine Werbetour durch Europa starten? Lebt von den Homers eigentlich noch wer? Punkt 4: Vielleicht sollten Sie doch Steuern eintreiben. Punkt 5: Als Ultima ratio bietet sich ein Gebietstausch gegen Schuldenerlass an. q An der US-Küste werden demnächst Gebiete frei.“ Ihr Johannes F. Park


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6020 / Vol.135 / Mai 2010