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Der traurige Kronprinz

Sprenger-Nachfolge verschoben

Olé! Es lebe das Lebenny! P.b.b. 09Z037987M, 6020 Innsbruck

Die neue TLT-Tanzcompa

M it den sten w icht ig

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Au sgabe

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IMMER

Eurofighter

Tiroler Volleyball in der Champions League

GRATIS. Nie um sonst.

8. Jah rga

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neu regeln n ne io nt ve ub rs tu ul K e di ill w l Das Land Tiro


ivb.at

Von früh Peace spät. Mobilität gewinnt! Love and Peace. Innsbruck wird nun noch fahrradfreundlicher: mehr Radwege, mehr Radhäuser und mehr Verständnis zwischen allen VerkehrsteilnehmerInnen.


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EDITORIAL

Über Nachhaltigkeit und Trittbrettfahrer

A

nalogkäse und Schummelschinken sind nur die Spitze des Eisberges, denn auch ohne Tricks sind manche Entwicklungen in der Lebensmittelbranche kaum zu verstehen. So lässt es sich nur schwer erklären, warum ein und dasselbe Getränk in unterschiedlichen Verpackungen so verschiedene Geschmackserlebnisse zulässt. Kenner sind sich einig: Coca Cola schmeckt am besten in der Dose, gefolgt von der kleinen Glasflasche und der größeren PET-Flasche. Überhaupt kein Geschmackserlebnis bieten hingegen die Sugarfree-Kaugummis von Orbit. Besonders die Sorten Melone und Apfel verlieren ihren Geschmack binnen Sekundenschnelle. Was bleibt, ist ein Geschmack der dem Namen gerecht wird, nämlich der von Gummi.

von Michael Steinlechner m.steinlechner@602 0stadtmagazin.at

sen Kühen besser als anderen geht, stellt keiner. Warum der Fast-Food-Riese einen Chicken-Burger für 1,30 Euro oder einen Cheeseburger für einen Euro anbieten kann und damit immer noch Geld verdient, will sowieso niemand beantwortet wissen. Und so weiß besonders das Böse, wie es vom Guten profitieren kann. Insofern verwundert es wenig, dass ausgerechnet die Diskonter auf den Biozug aufgesprungen sind. Bei Hofer zum Beispiel muss sich inzwischen nicht mehr nur der Milchbauer über zu wenig Geld beklagen, sondern auch der Bio-Milchbauer. Und während Krombacher den Regenwald rettet und Starbucks einen Becher fairen Kaffee für eine Summe anbietet, die der Mann oder die Frau hinter der Kaffeemaschine in der

Es wird getrickst und an Qualität gespart, mit Werbegeldern kompensiert, was den eigentlichen Produkten fehlt. Generell wird es immer schwieriger, in Supermärkten und Gastronomie die Orientierung zu behalten. Es wird getrickst und an Qualität gespart, mit Werbegeldern kompensiert, was den eigentlichen Produkten fehlt. Was ist bio, was ist gesund, was nachhaltig und warum soll ich genau dieses Produkt kaufen? Am Ende des Tages gewinnt – abgesehen von einer interessierten Schicht – die beste Werbung. Der größte Junklieferant der Welt beherrscht es zum Beispiel besser als andere, seine Produkte hochwertig und neuerdings auch nachhaltig darzustellen. Romantische Werbespots auf saftigen Wiesen mit glücklichen Tieren und ehrlich überraschten Testern suggerieren, dass sich McDonald’s darum kümmert, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Die österreichische Herkunftsgarantie von Kartoffeln und Rindfleisch lässt einen erstens automatisch glauben, dass diese Produkte hochwertig sind, und strahlen zweitens auf das gesamte Image des Konzerns ab. Die Frage, warum Kartoffeln und Rindfleisch aus Österreich besonders toll sein sollen und ob es die-

Stunde verdient, darf man sich getrost die Frage stellen: Was ist dran an der ganzen Nachhaltigkeit? Prinzipiell recht viel, aber wie bei allen Megatrends versuchen möglichst viele davon zu profitieren. Das verwässert die angebotenen Produkte und vernebelt den Blick auf den echten Kern der Dinge. Das Resultat: Nur mit hohem Wissensstand, ständiger Information und echtem Einsatz lässt sich nachhaltig einkaufen, konsumieren und leben. Sich mit dem Thema zu beschäftigen, lohnt sich aber insofern, dass man Megatrends nur sehr schwer ausweichen kann. Denken wir nur an den Boom der Mineralwasser-Industrie vor ein paar Jahren. Früher war ein Mineralwasser automatisch mit Kohlensäure versetzt und beim Konsumenten auch so abgespeichert. Heute wird der Wunsch nach einem Mineralwasser meist mit einer Frage quittiert. „Mit oder ohne Kohlensäure?“ fordert heute einen Entscheidungsprozess, den es früher nicht brauchte. Danke an dieser Stelle für die dritte „Sorte“ im Bunde: mild. q

Körpereinsatz I. Die neu formierte Tanzcompany des Tiroler Landestheaters stellte ihre Qualitäten erstmals bei der Premiere zu „Olé! Es lebe das Leben!“ am 17. Oktober unter Beweis. Fotograf Michael Rathmayr fi ng das Motto des aktuellen Stücks für 6020 ein. Was „Olé! Es lebe das Leben“ für die 14 jungen TänzerInnen bedeutet, zeigen die Seiten 54 bis 57.

Körpereinsatz II. Seit letztem Jahr verbindet ein Tunnel das Kaisertal mit dem Rest der Welt. Redakteur Florian Gasser und Fotograf Michael Rathmayr besuchten das abgeschiedene Tal für 6020. Auf dem Hinweg wählten sie den neuen Tunnel, zurück die 285 Holzstufen, die das Kaisertal lange Zeit mit dem Rest der Welt verbunden hatten. Ein Lokalaugenschein auf den Seiten 16 bis 18.

Das nächste 6020 erscheint am Sonntag, den 22. November

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Einstiegshilfe

INHALT 16

Ein Tal und seine Straße Zu Besuch im Tiroler Kaisertal

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Ein Stück vom Kuchen

Es geht um die Kultursubventionen

Schön ist wüst

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Guten Morgen, Medizin! Innsbrucks Vorreiterrolle in der Gender Medizin

16

Ein Tal und seine Straße Zu Besuch im Tiroler Kaisertal

22 COVER: Ein Stück vom Kuchen Das neue Tiroler Kulturförderungsgesetz 26 Essay: Für immer alt Der Kampf der Generationen

35 Bruderschaft St. Christoph informiert

07 INNSBRUCK & UMGEBUNG

37 MOTOR

10 Trauriger Kronprinz Franz Personaldiskussionen in der Stadt-ÖVP

38 PS-Promis Neuigkeiten aus der Tiroler Autoszene

11

40 6020 Testcenter Mazda3 & Seat Altea XL 4WD

IMPRESSUM Herausgeber Medieninhaber & Verleger Chefredaktion Layout & Produktion Mitarbeiter dieser Ausgabe

Fotos Geschäftsführung Verlag Koordination Anzeigenverkauf Anschrift, alle Druck Hinweis

Olé!

Tänzer im Bild

Ein konzentr ierter Macbeth

28 Meinung

GPS für mehr Freiheit Ein Peilsender für Demenzkranke

54

Michael Steinlechner target group publishing GmbH Matthias Krapf, Barbara Wohlsein (stv.) Philipp Frenzel • NERO WerbeGmbH • www.nerografik.net Steffen Arora, Julia Brugger, Klaus Erler, Fritz Gaigg, Florian Gasser, Nina Heizer, Walter Mair, Daniel Naschberger, Johannes F. Park, Peter Plaikner, Flo Pranger, Michael Rathmayr, Flo Seidl, Diana Steinlechner, Verena Zankl (Korrektur) Michael Rathmayr, Gerhard Berger Andreas Eisendle und Michael Steinlechner Nina Waitz Thomas Pilgram, Walter Mair • verkauf@6020stadtmagazin.at Karl-Kapferer-Straße 5, 6020 Innsbruck • Telefon: 0512/58 6020, Fax: DW -20 E-Mail: redaktion@6020stadtmagazin.at Niederösterreichisches Pressehaus Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.

42 Toyota vs. Winter Allradmodelle geben Gas 43 Neuer Dresscode Kia erobert Tirol 44 Oldies but Goldies Automobile Kostbarkeiten & ihre Besitzer

47 LEBEN 48 Tiroler Eurofighter Volleyball goes Champions League 50 Abenteuer auf zwei Rädern Diesmal: Eindrücke aus Zentralchina 54 Olé! Es lebe das Leben! Die neue Tanzcompany des TLT 58 MundArt Diesmal: Muscheln

60 PROGRAMM 68 Rückblick: Landesfesttage 2009 Eindrücke unserer Praktikantinnen 70 Schön ist wüst und wüst ist schön Macbeth im Siebenkapellen-Areal 71

Ausufernde Prosa Das Debüt von Robert Prosser

72 Ohrenschmaus und Augenweide 76 Das 6020 3D-Rätsel 77

6020 Exklusiv

78 Johannes F. Park


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INNSBRUCK

UND UMGEBUNG Aus dem Postfach „Wollen Sie jedoch nur links-liberale

Verschoben. Die Gerüchte-

Ratschlag eines nach eigenen Angaben „kritischen und besorgten Bürgers“

© 6020/RATHMAYR

küche brodelt schon seit längerem, so schnell wird es aber doch nichts mit dem Umbau des Hofgarten-Cafés. Der Baubeginn wurde um ein Jahr verschoben, neuer Termin: September 2010. Die Eröffnung des rundum renovierten und erweiterten Lokals und Gastgartens soll dann im Frühling 2011 erfolgen, so die Pläne von Hofgarten-Chef Hannes Schlögl.

Leser bedienen, so sei es Ihnen anheim gestellt, diese Linie weiterzuverfolgen.“

„Ich weiß von vielen Menschen, vor allem im Landhaus, die sich über die Zustände in diesem Land ärgern. Häufig fehlt ihnen aber die Möglichkeit, wie sie die Informationen vertraulich oder anonym weiterleiten können. Ich werde mich um ihre Informationen kümmern und ihnen sorgfältig nachgehen.“ LA Gebi Mair (Die Grünen) hat neuerdings eine eigene Website für Hinweise (www.gibsdemgebi.at) und verspricht Anonymität. Im Internet?

„Es ist das Lifestyle-Golfevent © PROMEDIA/FRIEDLE

für alle Golfer und Singles, die sich als ‚sporty und sexy‘ bezeichnen wollen, gemeinsam auf hohem Niveau aktiv sein wollen und ihre Freude an diesem schönen Sport mit Gleichgesinnten teilen wollen.“

Ein Stern geht auf. Am 7. Oktober wurde in der Maria-Theresien-

Straße die erste Kneissl Star Lounge eröffnet. Der modern designte Gastronomie-Shop soll ein visuelles Aushängeschild des Traditionsbetriebs sein und den „roten Stern“ als Lifestylemarke positionieren. Bei der Eröffnung waren unter anderem Kneissl-Haupteigner Scheich Al Jaber und die Ex-Skirennläufer Hansi Hinterseer und Leonhard Stock zu Gast.

© LAND TIROL/EBERL

Gratulant des Monats Tirol trifft Rio. Inmitten des brasilianischen Freudentaumels nutzte Tirols LH-Stellvertreter Hannes Gschwentner in Kopenhagen die Gelegenheit, Präsident Luiz Inácio Lula da Silva persönlich zur Austragung der Olympischen Sommerspiele 2016 zu gratulieren. Gschwentner war als Vertreter der Youth Olympic Games 2012 zur IOC-Vollversammlung nach Dänemark gereist.

Die Veranstalter der „1. Happy Sporty Sexy Golftrophy“ am 17. Oktober in Rinn, wissen genau, was ihre Teilnehmer wollen.

SMS an ... Bitte, es ist alles sehr kompliziert – keine Frage. Aber müssen Antworten immer so lang ausfallen? Nein, denn ein SMS mit max. 160 Zeichen schafft Abhilfe. Diesmal ins Mobilfunknetz gegangen:

Peter Bayer, Geschäftsführer der Youth Olympic Games 2012 Innsbruck

WIE DARF MAN SICH EINE IOCVOLLVERSAMMLUNG VORSTELLEN, HERR BAYER? HR+FR OBAMA, BAN KI-MOON, LULA DA SILVA, PRINZ ALBERT, PRINCESS ANNE, SHEIK VON KUWAIT – ALLE IN EINER KONGRESSLOBBY. JETZT WEISS ICH, WER LOBBYING ERFUNDEN HAT.


Innsbruck & Umgebung

Im Bild

Momentaufnahme des Monats Neue Hauptbibliothek

© B&K

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Ich bin ein Berliner

Frischer Wind.

Mit Semesterbeginn hat auch das neue Rektoratsteam der Medizinischen Universität Innsbruck seine Arbeit aufgenommen. Herbert Lochs, bislang an der Charité in Berlin tätig, konnte sein Wunschteam an Vizerektoren vor dem Universitätsrat durchsetzen: Ab sofort kümmert sich die Herz- und Gefäßchirurgin Doris Balogh um Personalfragen, das Vizerektorat Forschung obliegt dem Pharmakologen Günther Sperk und der Bereich Lehre wird vom Intensivmediziner Norbert Mutz abgedeckt. Das neu geschaffene Vizerektorat für Finanzen leitet Gabriele Döller.

Der Tiroler Boulderprofi Bernd Zangerl sucht offensichtlich einen neuen Kick: Ende September hat der Zamser den Molecule Man inmitten der Spree erklettert – ungesichert natürlich. Das Berliner Wahrzeichen ist 30 Meter hoch und stellte aufgrund seiner löchrigen Aluminiumstruktur eine ziemliche Herausforderung dar. Nach dieser riskanten – und auch illegalen – Aktion sucht der Boulderer bereits nach weiteren potenziellen Kletterobjekten.


Innsbruck & Umgebung

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VHS-Kurs des Monats ebay – Anfänger: Auf- und Ausbau der Einkaufs- und Verkaufskenntnisse Ersteigern & versteigern im Internet ist cool und wird von jeder Altersklasse in Anspruch genommen. Um aber auf der sicheren und der erfolgreichen Seite zu sein, braucht es ein profundes Wissen zu Themen wie Zahlungsmöglichkeiten, Doppelbietern oder Möglichkeiten der Angebotsgestaltung. Grundlage ist die Handelsplattform ebay.at. Noch ... 3 ... haben wir ... 2 ... Plätze für ... 1 ... Sie! Zeit

16.–30.10.2009, 18.30–21 Uhr

Ort

VHS-Haus; 2. Stock, Raum 5 (EDVRaum), Marktgraben 10, Innsbruck

Kosten

95 Euro

Freud & Leid DIE GUTE NACHRICHT...

... für Freunde von Energy-Drinks

Kanalbauoffensive Anfang November wird in St. Nikolaus mit der Errichtung eines neuen Mischwasserkanals begonnen. Aus diesem Grund wird es im Bereich Schmelzergasse, Fallbachgasse und Riedgasse zu Teil- und Totalsperren kommen, die auch private Parkplätze betreffen können. Die Bauarbeiten sind Teil der großen Kanalbauoffensive der Stadt Innsbruck, die bis 2020 das Abwassersystem erneuern soll.

© RED BULL

Die eierlegenden Wollmilchsäue von Red Bull haben eine winzigkleine Marktlücke gefunden und diese postwendend gestopft. Den Energy Drink gibt es jetzt auch als 60 (!) Milliliter kleinen „Shot“ ohne Kohlensäure. Das Kalkül: Das Fläschchen darf durch den Sicherheitscheck am Flughafen – und soll somit gestresste Businessreisende und gejetlagte Urlauber ansprechen. Wieso man sich sein Red Bull nicht einfach nach dem Sicherheitscheck bzw. an Bord kaufen kann, ist eine andere Frage. DIE SCHLECHTE NACHRICHT...

... für Peter Zoller Fast wäre es etwas geworden mit dem Nobelpreis für einen Innsbrucker Wissenschaftler. Der Tiroler Quantenphysiker Peter Zoller war vom Nachrichtendienst Thomson Reuters in den Favoritenkreis des Physik-Nobelpreis 2009 gewählt worden. Schlussendlich ging die Auszeichnung an ein amerikanisch-chinesisches Forschungsteam, das auf dem Gebiet der optischen Datenübertragung Pionierarbeit leistete. Mindestens ein Jahr wird Innsbruck also noch warten müssen.

Zahlen, bitte!

10.000

In Tirol leiden rund 10.000 Menschen an Demenzerkrankungen. In rund drei Viertel der Fälle liegt dem Nachlassen der geistig-seelischen Leistung eine Form von Alzheimer zugrunde. Nur etwa 20 Prozent der Demenzkranken werden in Tirol von öffentlichen Einrichtungen wie etwa Altersheimen betreut. Die restlichen 80 Prozent werden zu Hause von Angehörigen gepflegt.

© IQOQI

© RAY DEMSKI

Lesen und Staunen. Der Betrieb läuft bereits, am 30. Oktober wird die neue Hauptbibliothek der Uni Innsbruck auch off ziell eröff net. Auf einer Fläche von 4000 Quadratmetern warten auf die Studierenden 257 Leseplätze, 50 Recherche-PCs und eine FreihandBibliothek mit 120.000 Publikationen. Neuerdings per Bücherlift angebunden ist das Magazin mit 35 Kilometern Stellfläche und rund 2,5 Millionen Büchern.


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Kronprinz Franz

Die ÖVP hat sich in Innsbruck in Personaldiskussionen verstrickt. Bürgermeisterin von Peter Nindler Hilde Zach und Vizebürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer profitieren davon.

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igentlich, ja eigentlich hätte Franz Gruber schon neben Bürgermeisterin Hilde Zach Platz nehmen sollen. Als Vizebürgermeister und Nummer zwei in der Innsbrucker Stadtregierung. Doch der Innsbrucker ÖVP-Chef muss in der zweiten Reihe bleiben: Vizebürgermeister Eugen Sprenger ist noch nicht bereit für die Amtsübergabe. Sie hätte, wie zwischen den beiden vereinbart, Mitte Oktober stattfinden sollen. Gruber gibt sich kryptisch, wenn er meint, „alles ist im Plan“. Doch der gebürtige Osttiroler weiß, dass dieser Plan schon mehrmals verschoben wurde und neuerlich hinausgezögert wird. Denn Sprenger will nicht. Diesmal aus gekränkter Eitelkeit, weil ihn Hilde Zach von der Funktion des Aufsichtsratsvorsitzenden bei den Innsbrucker Sozialen Diensten (ISD) abgezogen hat. Der bald 67-jährige Sprenger gilt als hervorragender Sozial- und Umweltpolitiker, der sich tirolweit einen Namen gemacht hat. Seriös, kompetent und sachorientiert. Doch er hat sich politisch abgearbeitet. Zuerst zehn Jahre unter Herwig van Staa, mit dem es legendäre Schreiduelle in den Wandelgängen des Innsbrucker Rathauses gegeben hat, und später an Hilde Zach. Zum Bürgermeisteramt reichte es nicht, als Nummer zwei war und ist er gern gesehen.

In der zweiten Reihe. 2006 hatte sich Sprenger beste Chance auf den Bürgermeistersessel ausgerechnet, umso mehr stand ihm nach der Gemeinderatswahl die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. 2007 gab er den Parteivorsitz an Gruber ab – doch mehr nicht. Im Vorjahr wurde dann nach heftigen internen Debatten die Amtsübergabe für Oktober 2009 vereinbart. Auch auf Druck der Landespartei, die die ÖVP in Innsbruck gegenüber der Bürgermeisterliste „Für Innsbruck“ wieder stärker positionieren möchte. Gruber gilt schließlich als Verfechter einer mittelfristigen Zusammenführung. Nach dem überraschenden Rücktritt von Vizebürgermeister Christoph Platzgummer im Zusammenhang mit der EURO-Finanzpleite war plötzlich alles anders. Obwohl VP-Strategen ihm aus taktischen Gründen ebenfalls den Rückzug empfahlen, um die Aufmerksamkeit auf Franz Gruber zu lenken und Platzgummers Nachfolgerin Christine Oppitz-Plörer das Feld nicht allein zu überlassen, wollte Sprenger davon nichts wissen. Er sieht sich in unruhigen Zeiten als wichtiges stabiles Element in der Innsbrucker Stadtregierung – zumal auch Bürgermeisterin Hilde Zach gesundheitlich angeschlagen ist. Franz Gruber vertröstete sich selbst auf Herbst, doch mittlerweile wird er als ewiger

Kronprinz gesehen. Aus dem lustigen und jovialen Franz wurde der traurige Kronprinz Franz. Während Christine Oppitz-Plörer von Hilde Zach forciert wird und beinahe im Alleingang die politische Bühne in Innsbruck nützen kann, verkümmert Franz Gruber in der zweiten Reihe. Und mit ihm die ÖVP. Denn die Aufsichtsratsposse in der ISD führte zu einer weiteren Entfremdung Sprengers vom Zeitpunkt seines geplanten Abschieds.

Kräfteparallelogramm. Dass dieser noch heuer erfolgen wird, daran glauben nicht mehr viele VP-Funktionäre, die allerdings auf ein Machtwort aus der Parteizentrale hoffen und auf Landesparteichef und Landeshauptmann Günther Platter vertrauen. Denn mit jedem Tag mehr in der Warteschleife verliert Gruber und wird auch innerparteilich geschwächt. Und Sprenger selbst? Bei der Eröffnung des neuen Flughafenvorfelds musste er erneut das Kräfteparallelogramm in Innsbruck zur Kenntnis nehmen. Hilde Zach war verhindert, eigentlich hätte er als erster Stellvertreter das offizielle Innsbruck vertreten sollen. Doch geredet hat Christine OppitzPlörer, die Kronprinzessin von Hilde Zach. Sprenger und der traurige VP-Kronprinz Franz mussten bitter zusehen. q

© TIROLER TAGESZEITUNG

Trauriger


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Guten Morgen,

Medizin!

Frauen und Männer sind nicht gleich. Das hat nun auch die Medizin verstanden. Im Kampf gegen Geschlechter-Klischees in Arztköpfen nimm t die Innsbr ucker Universität eine Vorreiterrolle ein. von Nina Heizer

Die Ringvorlesung Immer donnerstags von 18.30 bis 20.45 Uhr im MZA Medizinzentrum Anichstraße, Etage G01, Hörsaal G0 (Anichstraße 35). Alle Vorträge werden in leicht verständlicher Sprache gehalten. Medizinische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

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rauen reden viel. Männer sind introvertiert. Frauen können Frühstück kochen und parallel dissertieren. Männer dafür einparken. Die Haut von Frauen ist dünner, daher haben sie immer kalt. Männer sind generell unempfindsamer. Frauen nehmen unwichtige Dinge viel zu wichtig und Männer sehen wichtige Dinge als völlig unwichtig an. Spätestens seit sich „Venus und Mars“-Begriffe in die täglichen Beziehungsdiskussionen gemischt haben, dürfte allen klar sein: Männer und Frauen sind verschieden. Sehr! Das scheint nun auch bei der Medizin angekommen zu sein. Ein Kamm für alle Geschlechter? Das war noch nie eine gute Idee. Wie es scheint, vor allem nicht in der Medizin.

Lücken im Ärztekopf. Am Beispiel Herzinfarkt veranschaulicht Margarethe Hochleitner, Kardiologin und Gender Medizinerin an der Medizin-Uni Innsbruck, die Lücken in der medizinischen Forschung, die dazu beigetragen haben, dass der Herztod die Todesursache Nummer eins bei Frauen ist. „In Tirol sterben zahlenmäßig mehr Frauen als Männer einen Herztod. Doch es werden nur halb so viele Frauen

mit akutem Herzinfarkt in einem Krankenhaus aufgenommen. Der Herzinfarkt ist in unseren Köpfen männlich besetzt“, erklärt Hochleitner. Die klassischen Untersuchungen sind außerdem auf Verkalkung bei Arterien in männlichen Körpern ausgerichtet. Frauen verkalken anders, sie zeigen andere Erscheinungsbilder. Ihre Arterien verkalken eher langflächig und nicht so geballt wie in den Männer-Kanülen. „Daher sehen die Ablagerungen in den für Männer ausgerichteten Untersuchungen nicht so dramatisch aus, Frauen werden heimgeschickt und sterben dann dort an einem Herzinfarkt“, sagt die Medizinerin. Erst seit einem Jahr ist das Phänomen „Take Jasu“ in diesem Zusammenhang ein Begriff. Frauen können auch völlig ohne Verkalkungen einen Infarkt erleiden. Bei großem Stress, zum Beispiel beim Verlust des Ehemanns, kann das Herz trotz normaler Gefäße zu schlagen aufhören. „Frauen haben andere Symptome, die ebenfalls zum Infarkt führen können. Es bleibt uns Medizinern nichts anderes übrig: Wir müssen auch Frauen untersuchen. Auch bei Themen, die wir bisher hauptsächlich Männern zugeordnet hatten.“


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© HOFHERR COMMUNICATIONS

MARGARETHE HOCHLEITNER, Kardiologin und Gender Medizinerin an der Universität Innsbruck

„In Tirol sterben zahlenmäßig mehr Frauen als Männer einen Herztod. Doch es werden nur halb so viele Frauen mit akutem Herzinfarkt in einem Krankenhaus aufgenommen.“ Klischees im Ärztekopf. Margarethe Hochleitner beginnt die Ausführungen zum Thema „Gender Medizin“ gern mit einem Quiz: Sterben mehr Männer an Brust- oder an Hodenkrebs? Das morbide Ranking führt der Brustkrebs an. „Das denkt man nicht. Männer und Brustkrebs? Jahrelang wurde übersehen, dass dort auch Männer bösartige Knoten bekommen können“, erklärt die Medizinerin. Kaum ein Mann wird auch zur Knochendichtemessung geschickt. In der Frauenambulanz wird nach keiner anderen Untersuchung so häufig gefragt. Alle Frauen über 60 fürchten sich vor der Knochenkrankheit Osteoporose. Die Knochen werden dabei brüchig und die dadurch erhöhte Frakturanfälligkeit kann das gesamte Skelett betreffen. Doch Männer haben diese Krankheit offiziell nicht. „Dabei steigt Osteoporose auch bei ihnen stetig an. Schon jetzt sind 25 Prozent der Tiroler davon betroffen. Doch niemand kommt auf die Idee, einen Mann zur Messung zu schicken.“

Revolution im Ärztekopf. Hochleitner hat sich den Kampf gegen die Klischees in den Köpfen und Lehrbüchern der Ärzte und für eine aus-

gewogene Gender Medizin auf den Doktorkittel geheftet. Alle Fakten und Kenntnisse der Schulmedizin müssen daraufhin überprüft werden, in welcher Weise sie für Frauen und Männer zutreffen, meint sie. Mit Ringvorlesungen und Pflichtfächern für Studierende zu diesem Thema hat Hochleitner die Medizinische Universität Innsbruck in eine Vorreiterrolle geführt. Seit sieben Semestern wird das Thema gelehrt. Anfangs als Wahlfach, seit drei Semestern ist es für die angehenden Ärzte Pflicht. Damit ist Innsbruck die einzige Bildungseinrichtung Österreichs, in der Gender Medizin fix im Pflichtcurriculum des dritten Semesters für Human- und Zahnmedizin implementiert wurde. Auch in den Ausbildungslehrgängen des MCI und von Pflegediensten wird die Idee nun aufgegriffen. Noch 2009 soll ein dritter Weltkongress dazu stattfinden. In der Ringvorlesung werden seit Anfang Oktober verschiedenste Aspekte von Medizin und Geschlecht mit dem Schwerpunkt Jugend beleuchtet (siehe Marginalie). „Es wird schon langsam“, sagt Margarethe Hochleitner, „wir sind weltweit bei dem Thema hinten. Das hat nichts mit Österreich oder Europa zu tun.“ Das erste Buch zur Gender Medizin kam erst 2002 auf den Markt. q

Stichwort: Gender Medizin Die Gender Medizin setzt sich für eine geschlechterbezogene Forschung und Lehre für Ärzte und Medizinstudenten ein. Ob es sich bei dem Patienten um einen Mann oder Frau handelt, hat einen wichtigen Einfluss auf die Untersuchungsart, etwa im Fall eines Herzinfarktes. Andererseits dürfen sich die Ärzte nicht durch Klischees bei Diagnosen beeinflussen lassen. Brustkrebs und Osteoporose sind bei Männern ebenso möglich wie bei Frauen. Doch die Analyse soll nicht nur auf medizinische Wissensinhalte beschränkt bleiben, sondern auch das Geschlechterverhältnis innerhalb des medizinischen Systems einschließen. Damit Frauen auch innerhalb der Klinik-Mauern die gleichen berufl ichen Chancen bekommen wie Männer. www.i-med.ac.at/ gleichstellung/geschlechterforschung


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© 6020/RATHMAYR

S P G für mehr Freiheit Immer wieder rücken Pfleger von Altenheimen aus, um abgängige Bewohner zu suchen. Ein neues Peilsender-System, entwickelt an der Universität Innsbruck, könnte dem ein von Florian Gasser Ende bereiten. Anwendung im Sport: Live Tracking Die fünf besten Läufer beim diesjährigen Harakiri Berglauf in Mayrhofen bekamen einen Ortungschip um das Handgelenk. Auf Bildschirmen im Startund Zielgelände wurden den Zuschauern auf einer Landkarte die Positionen der Läufer angezeigt. Nicht das übliche gähnend langweilige Warten, bis die Läufer endlich in Sichtweite sind, sondern Mitfiebern von Anfang an wurde mit der für Altersheime entwickelten Technologie möglich.

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rei Tage lang musste Georg Berger einen Pensionisten suchen. Dieser verließ sein Zimmer im Seniorenheim in Innsbruck und ward nicht mehr gesehen. Nach drei schlaflosen Nächten hatte der 28-Jährige den Desorientierten im Stiegenhaus seines ehemaligen Wohnsitzes gefunden. Immer wieder kommt es vor, dass Menschen mit Demenzerkrankungen plötzlich nicht mehr wissen, wo sie sind, woher sie kommen, wo sie wohnen. „Wir werden alle älter und durch die moderne Medizin bleiben die Leute länger fit“, sagt Berger. Demenzerkrankungen sind auf dem Vormarsch, Suchaktionen wie die von Georg Berger werden häufiger. Für die Pfleger in Seniorenheimen ist es eine Gratwanderung. „Einerseits wollen wir, dass unsere Bewohner möglichst autonom leben, andererseits ist uns auch ihre Sicherheit ein großes Anliegen“, sagt Berger, Leiter des Sozialzentrums in Münster und Projektmanager von Humanocare. Das Unternehmen betreibt mehrere Seniorenresidenzen und hat gemeinsam mit der Universität Innsbruck, unter Leitung von Kurt Promberger vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus, ein Projekt gestartet, das dem Dilemma Abhilfe schaffen soll. Bewohner, die dies von sich aus wünschen, sollen um den Arm einen Chip in der Größe einer Armbanduhr bekommen, mithilfe dessen sie in Notsituationen zu orten sind. Derzeit befindet sich das Projekt in der Pilotphase und wird in der Seniorenresidenz Veldidenapark in Wilten getestet. So bald wie möglich soll mit einem regulären Betrieb begonnen werden. Es wäre ein weltweit einzigartiges System, das die Betreuung grundlegend verändern könnte.

Herausforderung Datenschutz. „Unser Ziel war es, den Menschen größere Freiheiten und

gleichzeitig größeren Schutz zu bieten“, erklärt Nikolaus Nagl, Projektkoordinator von der Universität Innsbruck. Die größte Herausforderung waren die datenschutzrechtlichen Fragen. Es sollte nicht möglich sein, jemanden rund um die Uhr zu überwachen. Dies wäre ein nicht zu rechtfertigender Eingriff in die Privatsphäre und rechtlich auch nicht haltbar. Geortet werden kann nur in zwei Situationen: Drückt jemand von sich aus auf den am Chip angebrachten Notknopf, bekommt der Pfleger im Heim ein Signal und die Position der Person wird freigegeben. Ist ein Bewohner länger abgängig, kann das Heim von sich aus aktiv werden und den Sender anpeilen. Sämtliche Zugriffe werden mitprotokolliert und die Bewegungsdaten alle zwei Minuten gelöscht. „Ich kann nur den Ort bestimmen, aber nicht, wie die Person dorthin gekommen ist“, sagt Nagl. Neuartig an diesem Schutzmanagementsystem in der Altenpflege ist die Hybridlösung, die sowohl innerhalb des Gebäudes als auch außerhalb funktioniert. Das wird durch die Verschmelzung von GPS (vergleichbar mit den Navigationssystemen in Autos) und RFID (ähnlich den berührungslosen Zutrittskontrollen bei Skiliften) möglich.

Kein Gefängnis. Es sind bisher ungeahnte Möglichkeiten, die sich nun für Georg Berger und seine Kollegen auftun. „Wir können sogar mit Bewohnern vereinbaren, dass das System automatisch aktiv wird, sobald sie einen vereinbarten Bereich verlassen. Damit können manche wieder alleine das Haus verlassen, bei denen das vorher undenkbar war“, sagt Berger euphorisch. Ein Seniorenheim soll keinesfalls eine geschlossene Anstalt sein, denn: „Die Menschen werden bei uns betreut und nicht eingesperrt. Je mehr Freiheit sie haben, desto besser.“ q


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PUBLIC RELATIONS

eAMS –

Online Service des AMS Tirol FOTO: PETRA SPIOLA/AMS

Das AMS Tirol setzt seit Jahren auch auf das Medium Internet. Dieses nimmt eine immer stärkere Rolle bei der Berufsorientierung, Berufsberatung, Arbeitsvermittlung und beim Arbeitslosengeld ein.

D

as AMS Tirol bietet seinen KundInnen das eAMS-Konto im Internet an. Damit ist es möglich, mit nur einem Zugang viele Dienstleistungen des AMS Tirol im Internet zu nutzen. „So können unsere Kundinnen und Kunden mit einem eAMS-Konto Änderungen der Telefonnummer, E-Mail- oder Postadresse zeitsparend und ohne Besuch der regionalen Geschäftsstelle via Internet bekannt geben“, regt Mag. Sabine Platzer vom AMS Tirol die Nutzung dieses Service an.

Willkommen beim eAMS-Konto. Mit dem eAMS-Konto können Sie Änderungen Ihrer Adressdaten und Ihrer Erreichbarkeit bekannt geben, Bezüge von Leistungen anmelden, Bezugspausen und die Abmel-

dung vom Leistungsbezug melden sowie persönliche Nachrichten des AMS empfangen. Auch das persönliche BewerberInnenInserat kann eigenständig online bearbeitet werden. Ihre Zugangsdaten erhalten Sie in Ihrer Geschäftsstelle.

Next Job – Meldung zur Stellensuche. Das Online-Service „Next Job – Meldung zur Stellensuche“ ist genau richtig für alle, die vor einer beruflichen Veränderung stehen und bereits den genauen Zeitpunkt kennen, mit dem das Beschäftigungsverhältnis endet. Durch die frühzeitige, also vor Eintritt der Arbeitslosigkeit erfolgte Meldung zur Stellensuche, verbessern Sie nicht nur Ihre

Chancen, möglichst rasch wieder eine geeignete Beschäftigung zu finden, sondern Sie können auch Ihre Daten für die Beantragung einer Leistung aus der Arbeitslosenversicherung (z. B. Arbeitslosengeld) übermitteln. „So kann Ihr Antrag bei Ihrer persönlichen Vorsprache im zuständigen AMS schneller bearbeitet werden“, unterstreicht Mag. Sabine Platzer die Vorteile des Online-Services.

Auf einen Blick. Einen Überblick über Dienstleistungen, die Sie ohne eAMS-Konto in Anspruch nehmen können, finden Sie in der eServiceZone. Einfach einsteigen unter www.ams.at/tirol und den grünen Balken eServiceZone anklicken. q


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d n u l a T n i E

seine Straße

Lange Jahre führte keine Straße in das Kaisertal. Zu Fuß, über 285 Holzstufen mussten die Bewohner zu ihren Häusern gehen. Vergangenes Jahr hat sich das geändert: Ein Tunnel verbindet nun das abgeschiedene Tal mit dem Rest der Welt. Die Befürchtungen waren groß, dass die Von Florian Gasser idyllische Landschaft zerstört werden könnte.

D

er Tunnel, durch den man das Kaisertal mit dem Auto erreicht, ist 800 Meter lang. Keine zwei Minuten benötigt Michael Harasser mit seinem Pickup durch den dunklen, düsteren Schlauch. „Früher brauchten wir für den Transport einen halben Tag, heute nur mehr rund eine Stunde“, sagt der 27-jährige Kellner. Er arbeitet im Hans-Berger-Haus, einer der hintersten Hütten im Tal. Hinter dem Tunnel eröffnet sich eine Landschaft, die von einem Plakat der Tirol Werbung stammen könnte. Ein wunderschönes Tal, saftige Wiesenmatten und ein Blick auf das Kaisergebirge, wie er sonst nirgends zu finden ist. Kein Wunder also, dass das Tal ein beliebtes Ausflugsziel ist. Es ist ein sonniger Herbsttag. Die zweite Saison mit Straße neigt sich dem Ende zu. Auf den Kieswegen traben Heerscharen von Wanderern. Michael Harasser muss sich

seinen Weg regelrecht durchbahnen. An den Anblick von Autos auf den Wegen sind viele hier noch nicht gewöhnt, die Blicke oft verwundert. „Griaß enk“, ruft Harasser den Leuten aus dem Auto heraus zu. Er fährt langsam, manchmal gar nur Schritttempo. Auf keinen Fall möchte er das Bild vermitteln, Autofahren gehöre hier zur Normalität. „Maximal viermal pro Woche fahre ich runter“, sagt er. Das Idyll soll unbedingt erhalten bleiben. Und zu diesem Idyll gehörte eben lange Jahre die Abgeschiedenheit, die viele Touristen in das Tal lockte.

Lebensader Tourismus. Die Einfahrt zum Tal ist nicht leicht zu finden. Irgendwo auf der Bundesstraße zwischen Kufstein und Ebbs. Eine kleine unscheinbare Abzweigung zu einem Schotterwerk. Kein Straßenschild deutet daraufhin, dass hier die umstrittenste Straße Tirols be-

ginnt: Jene in das Kaisertal. Nur wenige Berechtigte dürfen die Straße benützen, sogar Fußgänger sind verboten. Jede Fahrt wird mitprotokolliert. Bis vergangenes Jahr mussten die Lebensmittel, Baumaterialien, Druckerpapier, alles was benötigt wurde, mit einer Materialseilbahn von Kufstein in das Tal transportiert werden. Autos wurden mit Seilwinden über eine lange Treppe, dem einzigen Zugang, gezogen, Traktoren oft zerlegt, die Einzelteile mit Hubschraubern eingeflogen und im Tal wieder zusammengebaut. Die Abgeschiedenheit war gleichzeitig das große Kapital. Der Tourismus ist die Lebensader im Kaisertal. Der Landwirtschaft wird meist nur noch nebenberuflich nachgegangen. Die Bewohner wollten die Straße, verlangten nach einer vernünftigen Infrastruktur in das Tal. Die Kritiker warnten, die Straße wäre ein irreparabler Eingriff in die Natur. Vor allem der Österreichische


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© 6020/RATHMAYR £4¥

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„Durch den langen Transportweg konnte ich natürlich nichts Gefrorenes herschaffen. Jetzt habe ich sogar Eis auf der Speisekarte“ SILVIA HUBER Hüttenwi rtin des Hans-Berger-Hauses

HÜTTENWIRTIN SILVIA HUBER ist froh um den Tunnel. Ihr Haus konnte sie durch ihn von Grund auf renovieren.

New Kaisertal City Vor der Kulisse des Kaisertals entstand der neueste Film der Tiroler Regisseurin Melanie Hollaus: „New Kaisertal City“. In der Abgeschiedenheit versucht die „Tiroler Volksfront“, bestehend aus Urtirolern und Migranten, ihre Vision vom friedlichen Zusammenleben der Kulturen und Religionen zu verwirklichen. Derzeit läuft der Film auf europäischen Festivals und wird noch dieses Jahr auf DVD erscheinen.

und der Deutsche Alpenverein stemmten sich jahrelang gegen das Straßenprojekt im Kaisertal. Sie betreiben mehrere Schutzhäuser in der Region und fürchteten, „der Charakter des Tals“ würde verloren gehen. Silvia Huber sieht das nicht so. „Um die Straße bin ich schon sehr froh, es ist eine unglaubliche Erleichterung“, sagt die umtriebige Hüttenwirtin des Hans-Berger-Hauses, das sie seit 20 Jahren führt. Von der Landwirtschaft lebt hier im Tal kaum jemand mehr. Die meisten Bauernhöfe wurden inzwischen zu Gasthöfen umgebaut. Auch das Hans-Berger-Haus erstrahlt in völlig neuem Glanz, seit es im vergangenen Jahr von Grund auf renoviert wurde. Wie lange sie das Haus noch ohne eine Anbindung instand halten hätte können, weiß Silvia Huber nicht. Baumaterial konnte nur begrenzt mit der Materialseilbahn ins Tal gebracht werden. „Es waren halt immer nur die notwendigsten Arbeiten, die wir gemacht haben“, erzählt die 46-Jährige. Doch nicht nur der Alltag für die Bewohner hat sich durch die Straße verändert. „Durch den langen Transportweg konnte ich natürlich nichts Gefrorenes herschaffen. Jetzt habe ich sogar Eis auf der Speisekarte“, sagt Huber. Schon im späten 19. Jahrhundert wurde erstmals über eine Erschließung des Kaisertals nachgedacht. Doch es war nie dazu gekommen. 1963 wurde das Tal schließlich zum Naturschutzgebiet erklärt. Die Einzigartigkeit sollte erhalten bleiben. Es war das letzte unerschlossene Siedlungsgebiet in den österreichischen Alpen. Nur über 285 Holzstufen kam man hinein – ob Sommer oder Winter, Schnee oder Regen. Für die 35 ganzjährigen Bewohner des Tals war der Preis der Idylle hoch: Jeder Arztbesuch war eine Tortur. Für die Kinder der Weg zur Schule ein kleiner Wandertag. 2004 einigte

man sich auf die Erschließung durch einen Tunnel. 6,7 Millionen Euro kostete der Bau, der zwei Jahre dauerte. Befahren werden darf sie nur von wenigen. An eine Ausweitung der Fahrerlaubnis ist weder heute noch in Zukunft gedacht, wie Anton Geisler, der für das Kaisertal zuständige Gemeindeamtsleiter in Ebbs, versichert. „Anrainer, Einsatzfahrzeuge und einige wenige Versorgungsfahrzeuge – mehr dürfen nicht reinfahren.“

„Tal der Gesetzlosen“. Nur wenige Autos fuhren früher auf den Schotter- und Kieswegen. Eine Nummerntafel hatte fast niemand. Es waren Privatwege und diese unterlagen damit nicht der Straßenverkehrsordnung. „Das Tal der Gesetzlosen“ wurde es daher oft genannt. Zwei ältere Frauen aus Bayern bleiben kurz stehen. Seit vielen Jahren kommen sie hierher. „Für die Bewohner ist die Straße sicher gut“, sagt eine. „Doch gerade am Eingang zum Tal sind mir schon mehr Autos aufgefallen als früher.“ An Schönheit und Anziehungskraft hat das Kaisertal für sie trotzdem nichts verloren. „Wir gehen halt jetzt weiter hinein als früher. Dorthin, wo uns garantiert keine Autos entgegenkommen.“ Ganz hinten im Tal steht Silvia Huber vor dem HansBerger-Haus und schaut auf den Kleinen Halt, den Hausberg, der 1100 Meter über dem Tal thront. Gerade senkt sich die Sonne dahinter und taucht das Tal in Abendrot. Als Klettergebiet genießt das Kaisergebirge Weltruf. Hier haben sich unter anderem die weltberühmten Alpinisten Thomas und Alexander Huber ihre ersten Sporen verdient. „Ein Naturschutzgebiet muss doch zugänglich sein. Es kann doch nicht der Sinn sein, Natur nur für die Natur zu konservieren“, sagt Silvia Huber. „Natur muss für den Menschen konserviert werden.“ q


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Beschäftigte wollen den gerechten Anteil „Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehören an den Unternehmenserfolgen beteiligt“, sagt Tirols AK-Präsident Erwin Zangerl. ie AK wird nicht zulassen, dass weitere Einsparungen voll zu Lasten der Beschäftigten gehen. Tirol weist nach dem Burgenland das niedrigste Einkommen und als weitere Verschärfung noch die höchsten

„Tirol ist den Menschen lieb und teuer, es darf aber nicht unfinanzierbar werden.“ Erwin Zangerl Lebenshaltungskosten auf. „Tirol ist den Menschen lieb und teuer, es darf aber nicht unfinanzierbar werden“, so Zangerl. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen mit ihren Steuern das Milliardenpaket für die Banken und das Konjunkturpaket für die Wirtschaft mitfinanzieren und stehen auf der anderen Seite am Arbeitsplatz unter extremer Belastung. Umso wichtiger wäre es jetzt, ein Zeichen zu setzen und faire Lohn- und Gehaltsabschlüsse zu erreichen. So kann es nicht sein, dass wir nach einer Phase höchster Inflation, dem folgenden Banken- und Börsencrash und dem Verlust von tausenden Arbeitsplätzen

uns jetzt sagen lassen müssen, dass sich die Arbeitnehmer und ihre Familien neuerlich hinten anstellen sollen. Wir verlangen nichts Unerhörtes, sondern eine Erhöhung mit Augenmaß.

Weitere Abwärtsspirale Fakt ist: Wer bei den Einkommen der Beschäftigten spart, wenn das Geld knapp ist, setzt eine weitere Abwärtsspirale in Gang. Denn es sind die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, von deren Einkommen die heimische Wirtschaft bis jetzt recht gut gelebt hat. Größere konjunkturelle Einbrüche haben bisher vor allem die exportorientierte Industrie und international agierende Firmen betroffen. Viele andere Branchen und Wirtschaftszweige sind mit einem blauen Auge davongekommen, weil die Arbeitnehmerfamilien der Krise zum Trotz nicht gespart, sondern investiert haben. So lange die Arbeitnehmer mit ihren Einkommen investieren können, wird auch die heimische Wirtschaft angekurbelt. Neben einer gerechten Entlohnung und einer fairen Lohnerhöhung bleibt aber die Forderung der AK Tirol aufrecht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stärker an den Unternehmenserfolgen zu beteiligen. Immerhin haben sie mit ihrer Arbeits- und Leistungskraft für gute Betriebsergebnisse gesorgt. q

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Was jetzt wirklich zählt „Wir müssen wettbewerbsfähig bleiben.“ Diese Standardfloskel bekommen immer mehr Beschäftigte zu hören. Zwei Stunden pro Tag gratis länger arbeiten, da eine Gehaltskürzung, dort eine Änderung des Arbeitsvertrages. „Wir können sonst nicht mit der Konkurrenz mithalten.“ Ein Lehrplatz fürs Kind? „Der Bub soll doch lieber noch ein paar Jahre auf die Schule gehen.“ Wer jetzt eine Existenz gründen will oder gar an Nachwuchs denkt, ist arm dran. Die Beschäftigten sind erpressbar geworden, Arbeitslosigkeit sitzt uns im Nacken. Aber es gibt auch andere Beispiele. Firmen, die gleich drei neue Lehrlinge aufnehmen. Die zu ihren Mitarbeitern stehen und dafür die eigenen Gewinnerwartungen zurückschrauben. Weil sie wissen, dass kurzfristiger Gewinn am Ende meist ein Verlust ist. Ein Verlust an Unternehmenskultur, Zusammenhalt und Mitarbeitermotivation. Erwin Zangerl, AK-Präsident


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Tage 400 Kilometer Kanal sind in Innsbrucks Untergrund verborgen. Diese permanent in Schuss zu halten, ist für die Kanalarbeiter der Innsbrucker Kommunalbetriebe ein beinharter Job.

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Kanalbauoffensive 2020: Sichere Entsorgung für die nächsten 100 Jahre Dr. Elmar Schmid, Vorstandsvorsitzender der IKB im Interview zur „Kanaloffensive“.

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as Innsbrucker Kanalsystem hat Anpassungs- und Sanierungsbedarf, immerhin ist es an bestimmten Stellen bereits 100 Jahre alt. Mit der „Kanalbauoffensive 2020“ hat die IKB die umfangreiche Ausbau- und Sanierungsarbeit bereits in den vergangenen Jahren in Angriff genommen. Bis 2020 dauert das Projekt, bei dem die Kanalisation für die Innsbrucker Bevölkerung rundum erneuert wird, um den durch Wohnbau und Wirtschaft stark gestiegenen Bedürfnissen Rechnung zu tragen. Was geschieht im Rahmen der „Kanaloffensive 2020“? Das Projekt umfasst umfangreiche Baumaßnahmen zur Anpassung, Erweiterung, Sanierung und betrieblichen Modernisierung der Kanalisation, die bis 2020 vorgenommen werden. Im Zentrum der Offensive stehen die Verbesserung des

Gewässerschutzes und des Hochwasserschutzes sowie der langfristige Werterhalt der teuren Kanalisationsanlagen. Die Kanalisation ist nämlich nach den Verkehrswegen die teuerste Infrastrukturanlage einer Kommune. Außerdem sollen bis 2020 alle Randgebiete von Innsbruck erschlossen und somit das Kanalsystem fertig ausgebaut sein – obwohl ohnehin nicht mehr viel fehlt, 99 Prozent haben wir schon abgedeckt. Wie viel wird im Rahmen der „Kanaloffensive 2020“ investiert? Im Jahr 2007 haben wir mit den Arbeiten begonnen – seit diesem Jahr bis 2020 rechnen wir mit einem Investitionsvolumen von rund 100 Mio. Euro für alle Maßnahmen im Rahmen der Kanalbauoffensive. In wirtschaftlich angespannten Zeiten auch ein wichtiger Impuls für die gesamte Region. q

m Filmklassiker „Der dritte Mann“ war einst eine denkwürdige Verfolgungsjagd durch das riesige, weit verzweigte Kanalnetz Wiens zu sehen, in diversen Hollywoodproduktionen dienen die Kanäle unterhalb der US-Metropolen ebenfalls als Kulisse. In Innsbruck geht’s da schon beschaulicher zu – zumindest was die Größe des Kanalsystems betrifft. Dennoch sind immerhin 60 der insgesamt stattlichen 400 Kilometer Kanal begehbar. „Viel Platz haben wir im Allgemeinen nicht zur Verfügung, die meisten Abschnitte sind nicht höher als einen Meter. Gehen wird für unsere Kanalarbeiter daher häufig zum Kriechen“, berichtet Bernhard Zit, Abteilungsleiter des Bereichs Kanal bei der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB). Schon im Jahr 1887 wurde in der Landeshauptstadt mit dem Bau einer zentralen Trinkwasserversorgung begonnen. Um das Wasser wieder abzuleiten, wurde ab 1900 eine flächendeckende Kanalisation errichtet. „Bis in die 60er Jahre wurde das Abwasser mittels einer Schwemmkanalisation einfach in den Inn geleitet, mittlerweile durchläuft es zuvor noch eine moderne Kläranlage“, erklärt Bernhard Hupfauf, der bei der IKB Leiter des Geschäftsbereiches Infrastruktur und damit für die Wasserver- und die Abwasserentsorgung zuständig ist. Heute verfügt Innsbruck – ebenso wie viele andere größere Städte – über ein Mischkanalsystem. Bei diesem werden die Schmutz- und Regenwässer in ein und demselben Kanalrohr abgeleitet.

Kraftaufwändige Arbeit. Neben der Stadt Innsbruck leiten noch 14 weitere Gemeinden ihre Abwässer in die Kläranlage der IKB ab. Das Einzugsgebiet


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INNSBRUCKER KOMMUNALBETRIEBE reicht von Rum über das Mittelgebirge bis nach Völs – die beiden höchstgelegenen Anschlusspunkte sind das Hafelekar und der Patscherkofel. Allein im Stadtgebiet von Innsbruck gibt es rund 11.700 Kanalanschlüsse für rund ebenso viele Häuser. Etwa 20 Millionen Kubikmeter Abwasser – 400 bis 500 Liter pro Sekunde – werden jährlich durch die Kanalisation abtransportiert, diese Menge entspricht dem hundertfachen Inhalt des Baggersees. Bei starken Niederschlägen steigt der Abfluss in der Kanalisation auf ein Vielfaches des Trockenwetters an – ein Teil des stark verdünnten Gemisches aus Regen und Abwasser wird über sogenannte Mischwasserentlastungen in Flüsse und Bäche ausgeleitet. Besonders kritisch für die Kanalisation wird es, wenn Hochwasser und starke Niederschläge zeitlich zusammenfallen. In diesem Fall kommen die fünf Hochwasserpumpwerke der IKB zum Einsatz, um die Wassermassen zu bändigen und die Stadt trocken zu halten.

Gewöhnungsbedürftiger Geruch. Mit Betrieb, Instandhaltung und Reinigung der Kanalisation sind bei der IKB rund 18 Mitarbeiter beschäftigt. „Das ist nichts im Vergleich zu wirklich großen Städten - in Wien stehen für diese Aufgaben einige hundert Personen zur Verfügung. Bei uns arbeiten gerade einmal zehn direkt im Kanalnetz“, erzählt Bernhard Zit. Diese Jungs sind dafür richtig hartgesotten, denn die Arbeit im Untergrund verlangt viel Kraft und Ausdauer. Mehrere Stunden kniend oder liegend in engen dunklen Kanälen zu verbringen, dazu ist sicherlich nicht jeder geeignet. Zit relativiert jedoch eine gängige Meinung: „Natürlich muss man sich an den Geruch dort unten gewöhnen, aber er ist bei weitem nicht so schlimm, wie gemeinhin angenommen.“ q

IKB setzt auf Innovation Die Innsbrucker Kommunalbetriebe sind für Errichtung, Betrieb, Instandhaltung und Reinigung des Kanalsystems verantwortlich. 6020 sprach mit Bernhard Hupfauf, Leiter des IKB-Bereiches „Infrastruktur“, und Bernhard Zit, Leiter des Bereiches Kanal bei der IKB.

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ie wird der Abfluss im Abwassernetz gesteuert? Bernhard Zit: Das System funktioniert ohne Energieeinbringung. Durch das leichte Gefälle in den Kanalleitungen fließt das Schmutz- und Niederschlagswasser von selbst nach unten zur Kläranlage ab. Mit Hilfe eines ausgeklügelten Mess- und Regelungssystems ist der Weg des Abwassers durch das Netz per Computer steuerbar, um etwa das Übergehen der Kanalisation an kritischen Stellen zu verhindern. Wie geht die IKB bei der Reinigung und Instandhaltung der Kanalisation vor? Bernhard Hupfauf: Die Rohre werden mit speziellen Hochdruckspülfahrzeugen gesäubert und durchgespült. Mit Hilfe von

Robotern können wir kleinere Reparaturen erledigen, vor allem an jenen Stellen, die für unsere Arbeiter zu eng sind. Für die Sanierung der Kanalleitung setzt die IKB auf innovative, grabenlose Technologien: Vermessungsroboter und Kanalfernsehen helfen uns, die Problemstellen zu finden. Mittels Schlauchliningverfahren – dabei werden Innenrohre aus Kunststoff in die bestehenden Rohre eingebaut – erfolgt die Instandsetzung der schadhaften Rohrabschnitte. Die grabenlosen Techniken sind kostengünstig und rasch umzusetzen – den Anrainern bleiben dadurch Staub, Lärm und Verkehrsbehinderungen erspart. Viele Menschen in Innsbruck merken nicht einmal, dass wir dabei sind, die Kanalisation zu sanieren. q

250 km Sammelkanäle 150 km Hausanschlusskanäle (öffentlicher Teil) 11.700 Hausanschlüsse Kanalschächte 5750 Klappen 140 Schieber 350 Mischwasserentlastungen 46 Düker (Rohrunterführungen) 19 Pumpwerke 7 Regenüberlaufbecken 2

FOTO: 6020/BERGER

Facts & Figures zur Innsbrucker Kanalisation

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n e h c u K m o v Ein Stück lussfertig sein. Ende dieses Jahres soll das neue Tiroler Kulturförderungsgesetz besch hinaus prägen wird. Ein Gesetz, das die hiesige Kulturlandschaft auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte tungen setzen Erwar Es ist das wichtigste Projekt von Kulturlandesrätin Beate Palfrader. Große von Steffen Arora und Florian Gasser die wenigsten Kulturschaffenden in das Vorhaben.

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icht jeder kann sich eine Sprungschanze als Denkmal setzen. Doch was für Herwig van Staa der Betonklotz am Bergisel, soll für Beate Palfrader das neue Tiroler Kulturförderungsgesetz werden. Ihr politischer Fußabdruck, der große Wurf. Noch bevor dieser präsentiert wird, ist klar: Das meiste bleibt beim Alten. Mehr als einige kosmetische Korrekturen an dem ergrauten Patienten – das aktuelle Kulturförderungsgesetz stammt aus dem Jahr 1979 – werden, nach derzeitigem Kenntnisstand, bis zur Beschlussfassung im Landtag im Juni 2010 nicht passieren. Beate Palfrader sitzt in ihrem Büro im Tiroler Landhaus, umgeben von moderner Kunst an den Wänden, und erzählt von ihrer größten Erkenntnis seit dem Amtsantritt: „Selbst in so einem kleinen Land wie Tirol gibt es unglaublich viele Kulturen, nicht nur eine Kultur. Es ist schwierig, all diese Interessen unter einen Hut zu bekommen.“ Sie weiß, dass sie nicht jeden zufriedenstellen wird können. Seit 15 Monaten ist die ÖVP-Politikerin Landesrätin für Bildung und Kultur. Die

ehemalige HAK-Lehrerin und Tourismusschuldirektorin in St. Johann verwaltet das 80-Millionen-Euro-Kulturbudget und entscheidet, wer wie viel vom Kuchen abbekommt. Sei es der Gesangs-, Theater- und Trachtenverein Steinrösler oder der AfrikaTag der „Initiative zur gelebten Integration“ – jeder will etwas von ihr, und zwar Geld.

Wer schweigt, stimmt zu. 30 Jahre hat das geltende Tiroler Kulturförderungsgesetz bereits auf dem Buckel und ist damit das älteste seiner Art in ganz Österreich. Inhaltlich ist es antiquiert: Kulturbereiche wie Design oder Neue Medien kennt das Methusalemgesetz erst gar nicht. Dass hier Handlungsbedarf besteht, darin stimmen Landesrätin Beate Palfrader und die Tiroler Kulturschaffenden überein. Doch damit hat sich die traute Einigkeit auch schon. Denn was geändert werden soll, ist Thema heftiger Diskussionen. „Am Ende“, sagt Markus Schennach, Vorstandsmitglied der Tiroler Kulturinitiativen (TKI) und Mastermind des Innsbrucker Privatradiosenders Freirad, „werden wir ein

neues Gesetz und jede Menge Unzufriedener haben.“ Schennach gehört zu einer erstaunlich kleinen Gruppe Kulturschaffender, die sich zurzeit ernsthaft mit dem Gesetzesentwurf auseinandersetzen. Die Mehrheit der zukünftig „Unzufriedenen“ scheint keine Notiz davon zu nehmen. Seit Monaten versucht Schennach vergeblich, die Szene zu mobilisieren. Fast schon peinlich sei es ihm, permanent selbst das Wort zu ergreifen, sagt er. Doch einer müsse es schließlich tun. Im gleichen Atemzug kritisiert Schennach, dass seitens des Landes Tirol kein Wert auf eine breite, ausführliche Diskussion im Vorfeld gelegt werde, sondern nur die Kulturbeiräte mit einbezogen werden – und selbst diese nur in beratender Funktion. Beate Palfrader sagt, sie habe zwar alle eingeladen mitzumachen, doch zurückgekommen sei nur wenig. „Wir haben bei jedem einzelnen Kulturbeirat um Stellungnahmen gebeten.“ Von 70 Personen sind bislang 13 Stellungnahmen gekommen. Palfrader interpretiert das als positives Signal, „denn wer schweigt, scheint der jetzigen Regelung zuzustimmen“.


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„Selbst in so einem kleinen Land wie Tirol gibt es unglaublich viele Kulturen, nicht nur eine Kultur. Es ist schwierig, all diese Interessen unter einen Hut zu bekommen.“ LANDESRÄTIN BEATE PALFRADER

Weg ins 21. Jahrhundert. Im Dezember des Vorjahres ließ die Kulturlandesrätin urplötzlich mit der Ankündigung aufhorchen, ein neues Kulturförderungsgesetz in Angriff zu nehmen. Seitdem versucht Schennach, der Kulturabteilung des Landes die Interessen der Betroffenen klarzumachen. Zu diesem Zweck hat er sogar einen kompletten Gesetzesentwurf, basierend auf bestehenden Kulturförderungsgesetzen aus Oberösterreich und der Steiermark, vorgelegt. Die große Befürchtung der Kulturschaffenden ist, das Land wolle in erster Linie ein leicht zu administrierendes Gesetz aus dem Boden stampfen, um die Verteilung der Ressourcen und die Abwicklung von Projekten für die damit befassten Beamten möglichst gemütlich zu gestalten. Der Wunsch der Künstler ist jedoch die Schaffung neuer Rahmenbedingungen, die Tirols kulturellen Weg ins 21. Jahrhundert vorgeben. Sie fordern, dass auch die bürokratischen Hürden, die es zu nehmen gilt, um Förderungen zu erhalten, grundlegend geändert werden. Hauptkritikpunkte sind die herrschende Praxis bei Honorarabrech-

nungen sowie die Entscheidung über Förderungen. So dürfen vom Land geförderte Künstler keine Eigenhonorare in Rechnung stellen, sich selbst also kein Gehalt auszahlen. Angesichts der ohnehin prekären Situation Kulturschaffender in Österreich (siehe Kasten) empfinden Betroffene diese Regelung als zynisch. Schennach kritisiert, dass Kunst in Tirol zur ehrenamtlichen Tätigkeit verkommt: „Das funktioniert – ohne jetzt jemandem die Qualität absprechen zu wollen – bei irgendwelchen Bauerntheatern. Aber wenn ich prozessorientiert arbeite, wenn ich in meiner Sparte etwas weiterbringen will, innovativ sein will, stellt sich die Frage, wovon soll ich leben?“ „Kultur ist Arbeit“ lautet daher der Slogan der hiesigen Künstlerschaft – und diese Arbeit solle dem eigenen Verständnis nach gefälligst vom Steuerzahler bezahlt werden. Für die Förderentscheidungen fordern die Kulturschaffenden die Einsetzung kompetenter Beiräte, die sich aus aktiven Künstlern zusammensetzen, anstatt dass wie bisher ein einzelner Landesbeamter mit seiner Unterschrift Mittel freigibt – oder eben

Das neue Gesetz Dem Land Tirol geht es bei der Neufassung des Kulturförderungsgesetzes in erster Linie darum, den Kulturbegriff zu aktualisieren. Außerdem sollen Grundsätze und Ziele der Förderung aufgenommen werden, wie etwa die Freiheit der Kunst, das Recht jedes Menschen auf Teilnahme am kulturellen Leben oder die Pflege des kulturellen Erbes. Ein weiterer Punkt betrifft die Zusammensetzung und Aufgaben der Kulturbeiräte – die Künstler wollen hier Beiräte, die selbst über Förderungen entscheiden, Palfrader lehnt dies ab. Zudem, so LR Palfrader, müssen die Verfahrensbestimmungen und Regelungsbereiche der Förderrichtlinien überarbeitet werden. Im Herbst finden die letzten Sitzungen mit den Kulturbeiräten statt, wo diese ihre Wünsche einbringen können.

Kürzung des Kulturbudgets. Noch kennt niemand den neuen Gesetzestext, da noch kein Entwurf existiert. Mit einer Beschlussfassung im Landtag sei im Juni 2010 zu rechnen, heißt es aus der Kulturabteilung. Im kommenden Novemberlandtag wird die Kulturförderung jedoch auch schon Thema sein, weil eine Kürzung des Kulturbudgets verhandelt werden soll. Konkret fordert Finanzlandesrat Christian Switak 20 Prozent weniger Ermessensausgaben. Palfrader will zwar „kämpfen wie eine Löwin“, erteilt im Gespräch mit 6020 „neuen, großen Kulturprojekten innerhalb der nächsten zwei Jahre“ aber bereits eine Absage.


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„Kultur rechnet sich nicht. Sie braucht viel Zeit und die Großzügigkeit der Gesellschaft.“ © 6020/RATHMAYR (3)

TREIBH AUS-CH EF NORBERT PLEIFER

„Am Ende werden wir ein neues Gesetz und jede Menge Unzufriedener haben.“ MARKUS SCHENNACH, TKI-VOR STANDSMITGLI ED

Lebenskünstler Das Unterrichtsministerium hat 2008 eine Studie „zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich“ erstellen lassen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Das Durchschnittseinkommen der knapp 2000 befragten Kunstschaffenden liegt mit 1000 Euro netto nur knapp über der Armutsgefährdungsgrenze. Bei Förderansuchen sind etablierte Künstler gegenüber weniger etablierten klar im Vorteil: So sind Förderansuchen ersterer auf Landesebene zu 92 Prozent erfolgreich, während zweitere nur in 67 Prozent der Fälle Geld erhalten. Nur 19 Prozent aller Befragten lukrieren aus ihrer künstlerischen Tätigkeit ein regelmäßiges, planbares Einkommen.

nicht. Während sich Palfrader bei den Eigenhonoraren gesprächsbereit zeigt, kryptisch von „einer Lösung, mit der man den Künstlern entgegenkommt“, spricht, erteilt sie der Abgabe der letzten Entscheidung für Förderungen an Beiräte im Großen und Ganzen eine Absage. Nur in kleinen Bereichen könne sie sich eine derartige Lösung vorstellen. Denn: „Ich trage ja auch die politische Verantwortung dafür.“ Einer der Hauptvorwürfe gegen Beate Palfrader aus der Tiroler Kulturszene ist plump und so alt wie die Kulturpolitik selbst: Sie interessiere sich ganz einfach nicht für zeitgenössische Kunst. Anzutreffen sei sie hauptsächlich auf folkloristischen Veranstaltungen. Die Landesrätin ist über den Vorwurf nicht überrascht, wehrt sich aber heftig dagegen. Kultur begleitet die ausgebildete Juristin zeit ihres Lebens. Als Jugendliche spielte sie in einer Laientheatergruppe, später engagierte sie sich bei der ARGE „Rund um die Kultur Hopfgarten“. Selbst als Autorin hat sie sich betätigt und zwei Lyrikbände mit zum Teil ziemlich delikaten Liebesgedichten veröffentlicht – „Gefangen in dir“ und „Küsse wachsen nicht auf Bäumen“. „Beide nicht im Eigenverlag“, betont sie stolz. Als kunstbeflissen stellt sich Palfrader gerne dar, erklärt die Bilder in ihrem Büro und erzählt von dem Wunsch, einmal ein Gemälde von Marc Chagall zu besitzen. Bei der Frage, was Kunst ist, überlegt Beate Palfrader lange. Die Antwort fällt ihr nicht leicht, sie überlegt und holt dann weit aus: „Kunst ist die Möglichkeit, Brücken zwischen dem Gestern und Heute zu schlagen.“ Und weiter: „Die Möglichkeit zur Entfaltung

„VIELE SIND SICH ZU SCHÖN, um auch einem anderen Beruf nachzugehen“, sagt André Linder, vormittags Postbediensteter, nachmittags Maler.

von Menschen, die sich auf kreative Weise ausdrücken wollen. Kunst hat für mich immer mit dem Leben zu tun; sie entsteht in konkreten gesellschaftlichen Situationen, sodass sich viele Menschen darin wiederfinden.“

„Neoliberale Logik“. Auch Norbert Pleifer braucht ein wenig, um seine Definition von Kunst in Worten auszudrücken: „Kunst ist, mit kreativen Möglichkeiten den Alltag zu bewältigen.“ Der Treibhaus-Boss ist einer, der am lautesten nach mehr Kulturförderung schreit. Aus Protest gegen die seiner Meinung nach viel zu niedrigen Förderungen hatte er kürzlich den Veranstaltungssaal im Keller des Treibhauses zugemauert. Nach dem Abbruch der Mauer trug er diese in Hofer-Einkaufssackerln gemeinsam mit Briefen an Palfrader und Landeshauptmann Günther Platter in das Tiroler Landhaus. „Es war ein Grabmal“, erklärt er. 240.000 Euro bekommt er von Land und Stadt zusammen. Viel zu wenig, wenn es nach ihm geht. „Kultur rechnet sich nicht. Sie braucht viel Zeit und die Großzügigkeit der Gesellschaft“, sagt Pleifer und rechnet vor, dass er in Schilling heute eine Million weniger an Förderung bekommt, als noch im Jahr 1988. „Natürlich ist Kultur Luxus, aber es soll kein Luxus sein.“ Ein Betrieb wie das Treibhaus könne nur dann gewinnbringend geführt werden, „wenn man nur noch auf die Quantität achtet und die Qualität von Kunst außer Acht lässt“, sagt Pleifer und fügt hinzu: „Das interessiert mich aber nicht.“ Doch es gibt auch Kulturschaffende, die das Hängen am Fördertropf kritisch sehen. „Eigentlich sollte man sich als Künstler schon selbst ernähren können“, sagt


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Kurzinterview

Schlagerstar Semino Rossi über seinen Kulturbegriff und das Musikerleben vor dem Erfolg

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err Rossi, was bedeutet Kultur für Sie? SEMINO ROSSI: Kunst und Kultur sind Teil von unserem Leben. Sie machen einen großen Teil des Alltags von jedem Menschen aus. Sie haben lange Jahre als Straßenmusiker gelebt und sind in kleinen Lokalen aufgetreten. Mussten Sie sich anpassen, um auch kommerziell erfolgreich zu werden? Nein, ich mache heute noch dasselbe wie früher. Die Leute merken, wenn man ihnen nur etwas vorspielt, das man nicht selbst ist. Ich glaube das beste ist, authentisch zu sein. Dann

© UNIVERSAL MUSIC

der Innsbrucker Maler André Linder. Was der 45-Jährige mit seinen Bildern verdient, reicht für sich und seine Familie nicht aus. Vormittags ist er daher Postbediensteter und widmet die restliche Zeit der Kunst. „Viele sind sich zu schön, um auch einem anderen Beruf nachzugehen. Die schreien lauthals nach mehr Förderungen, um ihre Projekte durchzuziehen, die dann aber oft niemanden interessieren. Gerade bei moderner Kunst werden dann einfach irgendwelche Spinner subventioniert“, sagt Linder, der sich auch bei uns ein wenig mehr das amerikanische Modell wünscht: „Dort kannst du dir zwar private Sponsoren suchen, doch ansonsten musst du mit dem, was du künstlerisch zu bieten hast, durchkommen.“ „Schwachsinn, das ist neoliberale Logik“, hält Markus Schennach dagegen. Kunst ohne staatliche Förderung funktioniere höchstens in prestigeträchtigen und gewinnbringenden Sparten. Subversive, subkulturelle Kunst brauche staatliche Hilfe, sagt Schennach: „Weil es verdammt noch mal die Aufgabe des Staates ist, das zu fördern. Das Geld dafür muss da sein. Der Staat muss sich Kunst und Kultur leisten, so wie er sich Sicherheit oder Gesundheitsversorgung leistet.“ Denn, und darin sind er und Palfrader sich ausnahmsweise einig: Eine Gesellschaft ohne Kunst und Kultur ist undenkbar. q

„Authentisch sein“

tut sich auch irgendwann eine Chance auf. Ich habe immer das gemacht, was ich wollte, und nie etwas, damit ich einfach nur Geld verdiene. Früher habe ich oft für nur 30 Leute gesungen. Dann begann ich auf Deutsch zu singen. Das war meine große Chance. Welchen Rat haben Sie für junge Künstler? Sich an die Medien anzupassen, ist der falsche Weg. Sie sollten das machen, was sie denken, dass es richtig ist. Irgendwann tut sich für jeden eine Tür auf. Vielen Dank für das Gespräch.

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Essay

Für immer alt Jeder weiß es. Keiner spricht darüber. Unser Morgen ist älter als das Heute. Dabei geht es nicht um die Banalität des individuellen Reifens und Verfalls, sondern um die Radikalität, mit der die Gesellschaft in die Jahre kommt. Der Kampf der Generationen hat längst begonnen. von Peter Plaikner

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ie Überalterungsprognosen für die einst sogenannten Industriegesellschaften auf ihrem Weg in die Postmoderne stellen mehr als die Abschottung ihres Reichtums in Frage. Es geht nicht bloß um die Behütung unseres Wohlstands gegen jene Fremden, mit denen wir kaum noch verkehren, wie das jetzt unverfänglicher heißt. In der Bergheimat wird abgesehen von den zahlenden Touristen weiterhin allzu oft alles Übel als von außen kommend empfunden. Doch der sorgsam verschwiegene wahre „clash of civilizations“, wie Samuel P. Huntingtons fälschlich mit „Kampf der Kulturen“ übersetztes Buch von 1993 wirklich heißt, ist der Konflikt der Generationen. Wenn Lüge die wissentliche Verbreitung von Unwahrheit ist, sind wir der massenhaften politischen Lüge ausgeliefert. Es sei denn, jene Vielzahl der Funktionäre und Mandatare, die weder Zuwanderung für notwendig halten noch die Pensionen unserer Kinder gefährdet sehen, ist dümmer, als erlaubt sein dürfte. Schon heute müsste die heterogene Mehrheit der 5,2 Millionen 15- bis 60-Jährigen geschlossen aufjaulen, wenn die Blechas und Khols für ihre homogene Minderheit von 1,9 Millionen Senioren mit unüberbietbarer Forschheit Klientelpolitik betreiben. Der Kampf der Generationen hat längst begonnen. Der Aggressor sind jene Besitzstandswahrer über 60, die ein Drittel der Wahlberechtigen stellen. Im Vollbewusstsein dieser Macht fordern jetzt ausgerechnet ihre Vertreter ein Diskriminierungsverbot.

Methusalem-Komplott. Das scheint in einer Gesellschaft, in der Karrieren bis 40 oder gar nicht gemacht werden, berechtigt zu sein. Das mag in einem Gemeinwesen, das dem Jugendwahn durch permanente modische und technische Anpassung der Grufties an die Teenies huldigt, angebracht erscheinen. Das darf in einer Sozialstruktur, in der jeder immer älter werden kann und ständig jünger wirken soll, als Selbstschutz durchgehen. Doch dies alles ist nur tolerabel unter der Mindestannahme, dass der 2004 erschienene Bestseller „Das Methusalem-Komplott“ von Frank Schirrmacher keine Lüge ist. Der

kleinste Nenner seiner These lautet: Unsere Gesellschaft (über)altert dermaßen rasant, dass bei einem „Weiter so“ alle unsere sozialen Systeme bald zusammenbrechen werden. Weil es zu wenige Junge gibt, die den Wohlstand für zu viele Alte schaffen können. Und mögen diese auch noch so brav immer ihre Pensionsbeiträge gezahlt haben – wie es ja ohnehin kaum anders möglich ist. Nur sieben Prozent der 15- bis 30-Jährigen glauben noch an die Sicherheit der eigenen Rente beim Pensionsantritt (GfK, Vorsorgestudie 2009). Das gilt für Tirol wie andernorts. „Geschichte trifft Zukunft“ in Innsbruck, wenn die Vergangenheit ein Rendezvous mit der Gegenwart hat. Es muss ja nicht gleich ein Festzug sein. Nach vorne weisen auch historische Daten abseits von Krieg und Scharmützeln. 1809 standen hier kaum 1000 Wohnhäuser, heute sind es rund 10.000. 1809 wohnten keine 10.000 Menschen in Innsbruck, mittlerweile sind es fast 120.000. Ein paar Felder noch zwischen dem einzigen wirklich urbanen Raum des Landes und seinen Nachbarbeziehungsweise Schlafgemeinden.

10.000 Senioren mehr als heute. Ende des Wachstums? Nicht ganz. 2034 werden knapp 130.000 Innsbrucker die Initiative „225 Jahre Tiroler Freiheitskampf“ erleben. Dann schauen ich und vielleicht auch Sie zwar schon ganz schön alt aus, aber auch das große Ganze: Das liegt nicht bloß an der gestrigen Dornenkrone, deren aktuelle Rosen-Entschärfung bis dorthin verwelkt. Es wird sogar ähnlich viele Junge und Nichtsenioren wie heute geben – rund 23.000 unter 20-Jährige und 73.000 zwischen 20 und 65. Aber die Zahl der noch Älteren steigt von derzeit kaum 23.000 auf 2034 schon 33.000 (Statistik Austria, ÖROK-Prognose 2006). Dieses unproportionale Wachstum ist materiell zwar wenig besorgniserregend, weil die Summe der Erwerbstätigen fast im gleichen Prozentsatz wie die Bevölkerung auf nahezu 60.000 wächst bzw. dort ab 2020 stagniert. Doch für die Vorwärtsorientierung der Stadt bedeutet es einen schleichenden Wandel, wenn die Senioren als Wählergruppe nicht bloß deutlich stärker als die stimmenstärkste Partei sind – was auch unabhängig von der Wahlbeteiligung


Essay

Wenn Lüge die wissentliche Verbreitung von Unwahrheit ist, sind wir der massenhaften politischen Lüge ausgeliefert. Es sei denn, jene Vielzahl der Funktionäre und Mandatare, die weder Zuwanderung für notwendig halten noch die Pensionen unserer Kinder gefährdet sehen, ist dümmer, als erlaubt sein dürfte.

längst der Fall ist –, sondern noch mehr an Dominanz gewinnen. Wobei diese in einer Kategorisierung 65plus statistisch ohnehin stark verschleiert wird. Das durchschnittliche aktuelle Pensionsantrittsalter in Österreich liegt bei 58. Der statistische Durchschnittstiroler ist heute knapp über 40, aber 2034 schon deutlich über 45. Damit bleibt das Land in seiner Jugendlichkeit auch dann noch knapp hinter Vorarlberg. Beide werden aber von Wien überholt. Die einst stark überalterte, fadeste Hauptstadt Westeuropas boomt unter dem Zuzug der jungen Chancensucher und knackt um 2034 die Zwei-Millionen-Marke (Statistik Austria, Bevölkerungsprognose 2008). Fast alle Metropolen und viele deklariert urbane Räume Europas verzeichnen trotz oft sinkender Gesamtbevölkerung einen steigenden Zuwanderungstrend, unterdessen wird der Abzug aus manchen ländlichen Regionen bis zur Entvölkerung reichen (Berlin-Institut, Regionenstudie 2008).

Neudefinition von Mobilität. Die Voraussetzungen für Tirol, für Innsbruck, aus diesem sich extrem verschärfenden gesellschaftlichen Standortwettbewerb im Spannungsfeld aus Stadt und Land, Jung und Alt insgesamt erfolgreich hervorzugehen, sind ausgezeichnet. Wir sind mehr denn je begünstigt durch unsere natürlichen Gegebenheiten. Die Neudefinition von Mobilität im digitalen und geistigen Sinn hilft jenen Regionen mit hoher Lebensqualität, die als industrieller Arbeitsmarkt, als Produktionsstätte analoger Produkte benachteiligt sind. Dadurch gerät aber auch die Konkurrenz größer und vielfältiger. Wer das Vorhaben „Geschichte trifft Zukunft“ mit einer Nabelschau der Gegenwart abbricht, landet genau bei jenem Wort, das zwar schon im Motto sorgsam vermieden wird, bisher aber am besten das Tiroler Gedenkjahr beschreibt: Vergangenheit. Wenn wir sie zu stark beschwören, werden wir, was wir waren: Provinz. q

27


MEINUNG Vorschusslorbeeren

Die halbe Wahrheit Und wieder einmal wird über die Einführung von Frauenquoten diskutiert. von Barbara Wohlsein • bwohlsein@6020stadtmagazin.at

Worte statt Taten: Offenbar sind auch Ankündigungen einiges wert. von Matthias Krapf mkrapf@6020stadtmagazin.at

F

ür einen Nobelpreis musste auch schon mehr geleistet werden. Neun Monate ist Barack Obama im Amt, schon bekommt der USPräsident den Friedensnobelpreis „für seine außergewöhnlichen Bemühungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen Völkern zu stärken“. „Wow“ – das nennt man dann wohl Vorschusslorbeeren. Aber vielleicht hat das Nobelpreiskomittee, das seine diesjährige Entschei-

Vielleicht hat das Nobelpreiskomittee ja Recht, vielleicht gehören Ankündigungen einfach mehr gewürdigt. Es zählt nicht nur das Ergebnis, auch das Vorhaben ist ein Wert an sich. dung auch als ein Zeichen der Bestärkung, als eine Art „Weiter so“ verstanden wissen will, ja Recht. Vielleicht gehören Ankündigungen einfach mehr gewürdigt. Demnach zählt nicht nur das Ergebnis, auch der Plan, das Vorhaben selbst ist ein Wert an sich, der sich endlich einmal mehr Lob und Anerkennung verdient. Da wir an dieser Stelle keinen nennenswerten Preis vergeben können, muss es mit wohlmeinenden Worten getan sein. Redlich verdient haben sich die kleine Motivationsspritze für Zwischendurch die Top 3 der Ankündigungskaiser: Raucher, die seit 1896 Schachteln mit dem Gedanken spielen, „jetzt irgendwann wirklich damit aufzuhören“. Eine Spitzenidee, weiter so. Autofahrer, die sich bei Fahrten in der Innenstadt mit den Worten vernehmen lassen: „Schön langsam ist es echt am besten, man lässt das Auto stehen“. Weiter so und nicht vergessen: Der Grund für den Stau sind immer die anderen. Gesprächspartner, die Unterlagen, Kontakte und ähnliches immer „gleich schicken“. Weiter so, es wird schon. Wir vertreiben uns die Zeit inzwischen halt mit Warten. q

E

ines vorweg: Keine Frau, die etwas auf sich hält, ist gerne eine Quotenfrau. So wie auch keiner gerne mit einem Post-it auf der Stirn zur Arbeit geht, auf dem riesengroß steht: „Eigentlich hab ich’s nicht verdient, hier zu sein.“ Trotzdem bringt es der zuletzt häufig zitierte Ausspruch auf den Punkt: Quoten sind weder sexy noch elegant – aber wirksam. Ohne die (an sich zweifellos lächerliche) 50:50-Zählerei wird sich an der katastrophalen Schieflage in der Arbeitswelt auch in Zukunft nichts ändern. Es geht vor allem um eine Einsicht: Quotenfrauen sollten sich nicht dafür schämen, aufgrund von Prozentvorgaben in Führungspositionen, Aufsichtsräte oder Parlamente zu kommen. Schließlich werden tagtäglich unzählige Männer in Positionen gehievt, für die sie nicht unbedingt qualifiziert sind. Sie bekommen die Jobs trotzdem – weil sie eben die richtigen Beziehungen, Fürsprecher oder Parteibücher haben. Frauen, egal wie hochqualifiziert, schauen aufgrund fehlender Seilschaften meist durch die Finger. Wieso sollten sie sich also als Ausgleich zur Freunderlwirtschaft nicht durch Quoten helfen lassen? Moralisch unbedenklicher ist das allemal.

Außerdem: Nur weil eine Frau durch Quote an einen guten Job kommt, heißt das ja nicht, dass es für sie deshalb gelaufen ist. Ganz im Gegenteil – das Leben oberhalb der gläsernen Decke ist beileibe kein Kindergeburtstag. Zum einen müssen sich Frauen in diesen Positionen ständig beweisen, da ihnen mit dem „Quoten-Stempel“ postwendend jegliche Qualifikation abgesprochen wird. Es sei ja irrelevant, was sie könne – den Posten hätte sie ja sowieso bekommen. Gleichzeitig merken jene Frauen, dass sie die gläserne Decke zwar durchbrochen haben, aber nach wie vor vor einer gläsernen Tür stehen. Denn die wirklich wichtigen Entscheidungen werden immer noch in den alten Männerzirkeln getroffen – und die finden spätnachts an Hotelbars, auf Golfplätzen oder in Männersaunen statt. Kurz gesagt: Überall, wo frau nicht dabei ist. Dort werden wichtige Absprachen und Vorentscheidungen getroffen – die Frau sitzt dann in den Meetings, weiß von nichts und ist am Schluss wieder die Blöde. Genau deshalb macht eine 50:50-Quote Sinn – erst wenn von zehn Sitzungsteilnehmern fünf Frauen sind (statt nur einer oder keiner), wird die Sauna vielleicht irgendwann kalt bleiben. q

Rentiert sich’s noch? Wie der österreichische Staat mit Studenten umgeht – und mit ihnen verdient. von Flo Pranger • meinung@6020stadtmagazin.at

G

egenwärtig wird im Wissenschaftsministerium laut über eine Wiedereinführung der Studiengebühren nachgedacht. Dabei war die Abschaffung derselben ohnehin eine fadenscheinige, denn wer parallel für mehrere Studien inskribiert ist und in nur einem Fach die Mindestzeit überschreitet, wird nach wie vor zur Kasse gebeten. Einer breiten universellen Bildung im Humboldt’schen Sinne arbeitet derartige Politik entgegen. Gefördert werden eindimensionale, verschulte und kapitalismustaugliche Kursstudien – der Fiskus will schließlich das in die Hochschüler investierte Geld möglichst rasch in Steuerform wieder zurückhaben. Wie die aktuelle OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2009“ zeigt, ist der Abschluss eines Studiums für den österreichischen Staat ohnehin ein gutes Geschäft. Die Republik gibt

für einen Studenten 38.800 Euro aus, verdient pro Akademiker aber 65.025 Euro an überdurchschnittlichen Steuerleistungen – macht ein Plus von 26.225 Euro. Darüber hinaus investiert der heimische Student 31.200 Euro in sein Studium. Neben tatsächlichen Auslagen liegt allein das Einkommen, auf das Studenten verzichten, im Schnitt bei 25.000 Euro. In Anbetracht dieser Zahlen und unter Berücksichtigung von Wohn- und Lebenskosten muss man sich fragen, ob es sich noch rentiert, hierzulande ein Studium zu beginnen. Die Politik ist gefordert, stärkeren Ausgleich zu schaffen und finanziell Benachteiligte zu unterstützen. Schließlich bekennt sie sich dazu, die Akademikerquote in Österreich zu steigern. Diese liegt derzeit bei 15 Prozent – und damit neun Prozent unter dem OECD-Schnitt. q


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ivb.news Drei SeiTeN mobiliTäT

FahrraDFreuNDlich

IVB und STadT InnSBruck haBen eIne groSSe radoffenSIVe geSTarTeT „Der

öffentliche

Verkehr

die

Fahrradcheck eingerichtet. RadfahrerInnen konnten dort kleine

garantieren

Reparaturen ihrer Räder sowie ÖAMTC­Radregistrierungen

eine umweltfreundliche Mobilität“, erklärt DI Martin Baltes,

vornehmen lassen. Die Aktion ist sehr gut angekommen –

Geschäftsführung IVB. Gemeinsam mit der Stadt Innsbruck

kommendes Frühjahr wird sie deshalb erneut angeboten.

Fortbewegungsmittel

der

und

das

Zukunft.

Fahrrad Beide

sind

haben die Innsbrucker Verkehrsbetriebe kürzlich eine große Fahrradoffensive gestartet. Die Landeshauptstadt möchte sich

Neben überdachten Fahrradständern, die bereits an verschiede­

in Sachen Fahrradfreundlichkeit weiter verbessern – ein Ziel,

nen Standorten in Innsbruck aufgestellt wurden, planen die IVB

das die IVB gerne als strategischer Partner unterstützen. „Damit

gemeinsam mit der Stadt nun auch eigene Service­Stationen.

diese Mobilität gewinnt, ist uns ein respektvolles und acht­

„Innsbruck wird das Radwegenetz weiter zügig ausbauen und

sames Miteinander aller Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr

beim Thema urbane Mobilität voll auf das Rad setzen“, erklärt

wichtig“, betont Innsbrucks Verkehrsstadtrat Dipl.­(HTL)­Ing.

dazu Stadtrat Walter Peer. Bereits bestehende Angebote, wie

Walter Peer. Im Rahmen einer Aktionswoche wurde von

die beliebte kostenlose Mitnahme von Fahrrädern auf allen

28.09. bis 02.10.2009 am Franziskanerplatz ein kostenloser

Linien der IVB, werden natürlich weiterhin bestehen.


Für KiNoFaNS

dIe kooperaTIon mIT dem meTropol kIno

ivb.service

Die Parkplatzsuche vor dem Kinobesuch gehört der Vergangenheit an. Denn seit 01.10.2009 besteht zwischen den Innsbrucker Verkehrsbetrieben und dem Metropol Kino Innsbruck eine für Kinofans attraktive Kooperation: Beim Kauf eines Online­Kinotickets (e­Ticket) kann dieses sofort ausge­ druckt werden und gilt dann als Hin­ und Rückfahrtticket eine Stunde vor und maximal vier Stunden nach der Kinovorstellung für die Person, die das Ticket erwirbt und eine Begleitperson auf allen IVB­Linien innerhalb der Kernzone Innsbrucks inklusi­ ve Nightliner. Damit tragen die beiden Partner zu einer umwelt­ freundlichen An­ und Abreise zum Metropol Kino Innsbruck bei. Weitere Infos dazu auf www.metropol­kino.at.

PraKTiSch

der IVB-lInIenneTzplan für STudIerende Zeitgleich zum Unistart haben die IVB wieder ihren spezi­ ellen Liniennetzplan für Studierende aufgelegt. Innsbruck bietet ein dichtes Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln und Radrouten. Der Liniennetzplan für Studierende, den die IVB, Stadt Innsbruck und die Innsbrucker Universitäten entwickelt haben, bietet auf einen Blick alles Wissenswerte rund um den öffentlichen Verkehr und die Radrouten in Innsbruck – unter besonderer Berücksichtigung der universitären Einrichtungen, inklusive StudentInnenheime. Die rund 25.000 StudentInnen sollen dadurch nachhaltig zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad motiviert werden. Der Liniennetzplan wurde heuer wieder an den Infotagen verteilt und ist zudem kostenlos an der Universität Innsbruck, der Medizinischen Universität Innsbruck, der päd­ agogischen Hochschule und am MCI­Management Center Innsbruck erhältlich. Außerdem gibt es den Netzplan im

FaSziNiereND dIe lange nachT der forSchung

Der 07.11.2009 steht in Innsbruck und Umgebung wieder ganz im Zeichen der Wissenschaft. Im Rahmen der Langen

IVB­Kundencenter in der Stainerstraße 2. Dort ist auch das Semesterticket für Studierende und AkademieschülerInnen um 98,90 Euro sowie der Semesterausweis um 10 Euro erhältlich. Mit diesem können StudentInnen ermäßigte Einzel­ und 4­ Fahrten­Tickets in der Kernzone Innsbruck in Anspruch nehmen.

Nacht der Forschung öffnen die drei Universitäten in Innsbruck und Hall sowie viele außeruniversitäre Forschungsstätten bei freiem Eintritt ihre Türen, um den BesucherInnen in den Abend­ und Nachtstunden Einblicke in die faszinierende

Standorten über die Arbeit der heimischen Forschungsstätten

Welt der Wissenschaften und die engagierte Arbeit Tiroler

zu informieren. Neben interessanten (Mitmach­)Experimenten

ForscherInnen zu geben. Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe

und informativen Vorträgen werden die teilnehmenden

sorgen mit einem kostenlosen Shuttleservice auf drei Routen

Institutionen auch ein vielseitiges kulturelles Programm anbie­

wieder für einen verlässlichen, schnellen und sicheren Transport

ten. Unterstützt wird der Wissenschaftsevent auch heuer

der BesucherInnen. Alle Interessierten sind an diesem Abend

von der Tiroler Zukunftsstiftung und der Stadt Innsbruck.

eingeladen, sich anhand von über 100 Einzelprojekten an 14

Weitere Informationen und Programm auf www.uibk.ac.at/lndf.


PremiereNTaGe

der kunSTparcourS am 06. und 07.11.2009 „Wege zur Kunst“ ebnen die Premierentage 09 am 06. und 07.11.2009 – auch heuer wieder mit Unterstützung der IVB. Der Programmfolder der Premierentage enthält ein IVB­Gratisticket für die BesucherInnen (gültig von 06.11.2009, 17:00 Uhr, bis 08.11.2009, 06:00 Uhr). Zum elften Mal präsentieren sich ins­ gesamt 25 Galerien, Museen sowie Kunst­ und Kulturinitiativen einem interessierten Publikum und ermöglichen – bei freiem Eintritt – einen Blick hinter die Kulissen der Kulturszene in Innsbruck. Ein Parcours durch die Landeshauptstadt führt an Orte der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst – in Form von Ausstellungseröffnungen, Vorträgen, Gesprächen, Lesungen, Performances, Konzerten und vielem mehr. Die Ausstellungseröffnungen am Freitag ermöglichen dabei eine erste Annäherung an die vielseitige Kunstszene der Landes­ hauptstadt. Am Samstag stehen dann der Dialog und die Begegnung mit KünstlerInnen im Vordergrund. Der von Künstler Peter Sandbichler gestaltete Programmfolder mit IVB­Ticket ist ab sofort im Kunstraum Innsbruck sowie allen teilnehmenden Kultureinrichtungen erhältlich. Den Abschluss der Premierentage 09 bildet das Premierentage­Fest im neuen Kulturzentrum MAX events and culture in der Rossau. Weitere Informationen auf www.premierentage.at.

biTTe leiSe! muSIkhÖren In BuS und Tram

Musikhören ist ein Genuss, der dank MP3­Player, Handy und Co heute jederzeit und überall möglich ist. Was den einen aber so richtig in gute Stimmung versetzt, kann anderen ziemlich die Laune verderben. In letzter Zeit häufen sich bei den IVB die Beschwerden über lautes Musikhören in Bus und Tram. Vermehrt werden Mobiltelefone und MP3­Player laut abgespielt, was für andere Fahrgäste eine Belästigung sein kann. Auch Musik aus dem Kopfhörer kann bei extremer Lautstärke für andere Personen sehr anstrengend sein. Die IVB möchten deshalb alle BenutzerInnen von Musikplayern darauf aufmerksam machen, dass sie gerne in Bus und Tram Musik hören können, aber bitte leise und mit Kopfhörer.

IMPRESSUM herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn gmbh / medieninhaber und Verleger: target group publishing gmbh • zielgruppen Verlag / karl-kapferer-Straße 5, 6020, Telefon: 0512 / 58 6020 / fax: 0512 / 58 6020-20 / marketing@ivb.at www.ivb.at / gestaltung: zimmermann & pupp • Werbeagentur / fotos: IVB/rathmayr, 6020/Berger, dave Bullock, premierentage


34 PUBLIC RELATIONS

Nur eine Bank ist meine Bank

Nach nur sechs Monaten Bauzeit wurde am 1. Oktober die Bankstelle „Höttinger Au“ der Raiffeisen-Landesbank Tirol AG eröffnet. In den Standort wurden von Raiffeisen Bau Tirol und der RLB Tirol AG insgesamt 3,1 Millionen Euro investiert. Die Investitionssumme floss fast zur Gänze an heimische Wirtschaftsbetriebe. Für die Kundenberatung stehen in der neuen Bankstelle mehr als 280 m2 Fläche zur Verfügung, ein besonderer Blickfang ist das Deckenbild der Künstlerin Esther Stocker.

© RLB TIROL AG/FORCHER (2), LAND

Neue Bankstelle Höttinger Au

Auf Initiative der Raiffeisen-Bankengruppe Tirol gibt es an der Fachberufsschule für Büro – Innsbruck II einen neuen Ausbildungsmodus zur Bankkauffrau bzw. zum Bankkaufmann. Der Unterricht wird zukünftig in zwei Blöcken zu je fünf Wochen abgehalten. Dies kommt vor allem Lehrlingen in den Bezirken zugute, die einen weiten Anfahrtsweg nach Innsbruck haben. Die Raiffeisen-Bankengruppe Tirol plant im Rahmen ihrer Lehrlingsoffensive bis 2012 insgesamt 120 Jugendliche auszubilden.

TIROL/MAYER (1)

Lehrlingsausbildung Neu

Tiroler Sozialprojekte prämiert Der Ethik-Beirat des Raiffeisen-Ethik-Fonds hat in diesem Jahr gleich drei Tiroler Sozialprojekte ausgezeichnet. Die Hauptpreise gingen ex aequo an ein Unterrichtsprojekt des Seraphischen Liebeswerks an der Bubenburg Fügen und an das CaritasProjekt „Taka Tuka“. Beide erhielten jeweils 4559,20 Euro. Ebenfalls prämiert wurde das Projekt „Ankyra“ der Diakonie – Evangelischer Flüchtlingsdienst Österreich, das mit 2279,60 Euro gefördert wurde.

PUBLIC RELATIONS

„Spender wirbt Spender”-Prämie im Baxter Plasmazentrum am Mitterweg

E

in Spendevorgang dauert 50 Minuten und ist verträglicher als eine Blutspende, da die Blutzellen dem Körper wieder zurückgegeben werden. Das gespendete Plasma kann der Körper innerhalb von 48 Stunden wieder nachbilden und so ist es möglich, bis zu 50-mal im Jahr Plasma zu spenden. Mit Ihrer Plasmaspende können zahlreiche, meist lebensrettende Arzneimittel hergestellt werden, die bei Operationen und Krebsbehandlungen eingesetzt werden und außerdem Blutern ein normales Leben ermöglichen. Petra W., 24, Studentin: „ Ich nutze die Zeit immer zum Lesen oder Lernen. Mir geht es sehr gut dabei, denn ich weiß, dass ich auf diese Weise wirklich sinnvoll helfen kann.“

© BAXTER

Das Baxter Plasmazentrum Innsbruck freut sich über das steigende Interesse der Spender, die mit ihrer Plasmaspende Leben retten. Franz K., 38, Angestellter: „Ich bekomme für meinen Zeitaufwand 20 Euro bei jeder Spende – da kommt ganz schön was zusammen. Außerdem werde ich so regelmäßig ärztlich untersucht. Das ist eine gute Sache!“

Aktion „Spender wirbt Spender“ Der Zeitaufwand bei Plasmaspenden ist gering – die Wirkung groß. Deshalb erhält jeder Spender, der einen neuen Spender wirbt, nach der dritten Spende des Geworbenen eine Prämie von 30 Euro. Ihr Baxter-PlasmaTeam beantwortet gerne offene Fragen. Das Baxter Plasmazentrum in Innsbruck bietet übrigens bis 12.30 Uhr kostenlose Kinderbetreuung an. q

Baxter Plasmazentrum Innsbruck Mitterweg 16, 6020 Innsbruck Telefon: 0512/274 332 innsbruck_plasma@baxter.com www.plasmazentrum.at Öffnungszeiten: Mo–Di: 10–20 Uhr • Mi–Fr: 9–19 Uhr


35

DIE BRUDERSCHAFT

. CHRISTOPH ST INF ORMIERT

„Da nam ich den almechtign got ze hilf“ Wer war Heinrich Findelkind? Antworten auf diese Frage gibt der Bruderschaftsgründer selbst – er hat der Nachwelt eine kurze selbst verfasste Lebensbeschreibung hinterlassen.

A

us den Anfängen der Bruderschaft St. Christoph im 14. Jahrhundert sind keine Einzelheiten bekannt. Wohl aber hat ihr Gründer, Heinrich Findelkind, der Nachwelt eine „Beschreibung seines Lebens und Wollens“ hinterlassen, die, wie Professor Otto Hupp 1937 festhielt, „in ihrer unnachahmlichen Schlichtheit und Wahrhaftigkeit ein Meisterstück deutscher Volkssprache ist“. Sie ist in zwei Ausfertigungen erhalten: im Hauptbuch des Staatsarchivs und in der Münchner Handschrift. „Ich Heinreich Fundlkind. Wan mein vater, der mich da fant, hiez der Mayr von Kempten. Der verdorb von purgschaft wegen. Der het neun kind, da waz ich Hainreich Fundlkind das zehent. Da flug er uns halbe auz, daz wier giengen und dienen sollten. Da chom ich Heinreich Fundlkind zu zwain briestern, die wolten gen Rom gen. Mit den ging uber den Arlperg und chomen zu Jaeklein uber Rein. Da sprach Jaekl: Wo wolt ir mit dem knaben hin? Da sprachn die herrn: Er ist zu und chomen auf dem feld. Da sprach Jaekl: wolt ir in hie lazzen, daz er uns der swein huet? Da sprachen si: waz er tut, daz ist uns lieb. Da dingten si mich und ga-

ben mir daz erst jar zwen gulde a waz ich bei den egenanten jeaklein zehen jar. Da ging ich mit ym zu chirichen in dem winder und trug im daz swert nach. Da pracht man vil läwt, die da waren auf dem Arlperg in dem sne so verdorben; den heten die vogl die augen auszgeezen und die cheln abbiszen. Das erbormmet mich Hainreich Fundlkind so ubel. Da het ich 15 guldein verdient mit dem hirstab. Da rueft ich und sprach, ob jemant wolt nemen die 15 guldein und einen anfanck wolt anheben auf dem Arlperg, daz die lewt also nit so verdurben. Das welt aber niemant tun. Da nam ich den almechtign got ze hilf und den lieben herrn, der ein groser nothelfer ist, sand Christofen und ving an mit den 15 guldein, die ich mit dem hirstab het verdient umb Jaeklein uber Rein. Und den ersten winder da half ich siben menschen des lebens mit dem heiligen almusen. Seit deselben males hat mir got und erbern läwt geholfen in den siben jaren, daz ich und mein helfer haben geholfen funfzik menschen des lebens, und den anfanck hueb ich an anno domini 1386 in die Johannis Baptiste.“ q

HEINRICH FINDELKINDS Wappen in einer Kopie der Barockzeit.

Da sprach Jaekl: wolt ir in hie lazzen, daz er uns der swein huet? Da sprachen si: waz er tut, daz ist uns lieb.


Hast du’s drauf, L2 zu rutschen? Willst du als Erster die neue weltweit einzigartige Doppellooping-Wasserrutsche L2 rutschen und einen coolen Trip nach NewYork gewinnen? Bist du eine richtige Wildsau?

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MOTOR

SCHICKER SHOWCAR. Mit dem Individualitätskonzept Toyota iQ Sports zeigten die Japaner bei der IAA, wie man das Rennen in der Zwergenliga zukünftig gewinnen kann.

Statistik

Himmlische Power

Marken-Favoriten

Verpackt im Metroauto Kiyora zeigt Mazda bei der kommenden Tokyo Motor Show sein Antriebskonzept der Zukunft. Ziel der sogenannten „Sky“-Technik ist, den Flottenverbrauch bis 2015 mit umweltfreundlichen Benzin- und Dieselmotoren und einem neuen Automatikgetriebe um ein Drittel zu senken. Übrigens: Die Öko-Studie Kiyora benötigt im Schnitt nur 3,1 l Sprit pro 100 km.

PKW-Neuzulassungen im September in Österreich, nach Marken gereiht MARKE/MODELL

Großer Kleiner Ende September gab Land Rover bekannt, dass die aufsehenerregende Studie LRX als Serienfahrzeug gebaut wird. Der dreitürige BritenSUV (L/B/H: 4,35/2/1,55 m) steht auf der Freelander-Plattform und soll von einem Zweiliter-TurbodieselHybrid (4,7 l Verbrauch) angetrieben werden. Ab 2011 als drittes RangeRover-Modell beim Händler.

EINHEITEN ANTEIL IN %

1 Volkswagen

4.212

15,8

2 Opel

2.155

8,1

3 Ford

2.017

7,6

4 Renault

1.841

6,9

5 Škoda

1.523

5,7

6 Hyundai

1.421

5,3

7 Fiat

1.291

4,9

8 Audi

1.233

4,6

9 Mazda

1.209

4,5

1.194

4,5

26.615

100

10 BMW GESAMT Quelle: Statistik Austria


PS-PROMIS

Retterwerk sponsert Beach-Duo „Die Marke smart steht für Innovation, Dynamik, Urbanität und Lebensfreude und passt perfekt zum Trendsport Beachvolleyball“, so Retterwerk-Chef Gerhard Mairhofer bei der Übergabe eines pfiffigen smart fortwo mhd mit 71 PS an die erfolgreichen Beach Volleyballerinnen Sara Montagnolli (re.) und Babsi Hansel. Smart bzw. die Pappas Group sind bereits seit dem letzten Grand Slam in Klagenfurt Kooperationspartner für das heimische Herrenduo Doppler-Mellitzer, die seither mit einem smart fortwo auf Tour sind. Anfang Oktober kam auch das sexy Beachduo in den Genuss eines kultigen Zweisitzers, der die zwei sportlichen Szenegirls ab sofort zu den diversen Turnierschauplätzen begleiten wird. News von unterwegs: www.sara-babsi.com

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Viva la mamma Familienzuwachs bei Meisinger: Nach Alfa Romeo und Lancia komplettiert Fiat nun die Italo-Familie bei Meisinger. Rund 300 Kunden und Freunde des Hauses erschienen Ende September zum italienischen „Amici“-Fest, bei dem der Einzug der Konzernmutter Fiat in den Völser Autosalon gefeiert wurde. Zur Begrüßung der Gäste blinkte bereits eine original Carabinieri-Alfetta 1800, Baujahr 1978, vor dem Italo-Schauraum, in dem es als Highlight das neue Fiat 500er-Cabrio zu bestaunen gab. „Die Kernmarke des Fiat-Konzerns ist bei Meisinger bestens vertreten. Denn Meisinger hat wie Fiat ‚Nur Autos im Kopf‘. Und: Rennfahren verbindet. Fiat hat bei zahlreichen Rennen Geschichte geschrieben, genauso wie Markus Meisinger, der als Automobilrennfahrer in den Sechzigern von 73 Rennen 70 gewonnen hat“, streut Fiat-Zonenleiter Thomas Hotter (li.) dem neuen Tiroler Fiat-Händler Rosen. „Wir sind stolz, neben Alfa und Lancia ab sofort auch die Marke Fiat anbieten zu können, um die sich der gebürtige Meraner Patrick Longo (re.) kümmern wird. Unser neuer Fiat-Experte war früher als Geschäftsführer in einem Modehaus beschäftigt und versteht es, den neuen Charme von Fiat in unserem Betrieb professionell umzusetzen“, ist Meisinger von seinem Fiat-Verkaufsleiter überzeugt.

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39

MOTORENGEHEUL von Walter Mair • wmair@6020stadtmagazin.at

D

Voller Erfolg

Am letzten Wochenende im September luden die beiden Betriebe von Unterberger & Denzel zum ersten Innsbrucker „Autoherbst“ in die Rossau. Direkt von der IAA in Frankfurt eingetroffen, standen für die unzähligen Besucher alle Neuheiten von Volvo, Jaguar, Land Rover, Hyundai, Mitsubishi sowie der Marken BMW und Mini bereit. Zusätzlich lockten beim Autoherbst zahlreiche Sonderangebote und Schnäppchen. „Der erste Autoherbst war ein voller Erfolg“, verkündeten Autowelt-Betriebsleiter Wolfgang Amadeus Paschinger (li.) und BMW-Verkaufsleiter Giovanni Di Valentino (re.) stolz.

ie Automobilindustrie bemüht sich Jahr für Jahr, die aktive und passive Sicherheit ihrer Fahrzeuge zum Schutz der Insassen kontinuierlich zu erhöhen. Schützende Sicherheitsgurte, Airbags, ABS sind Programm und sogar der Schleuderschutz ESP ist heute schon in zahlreichen Basisversionen serienmäßig mit an Bord. Die Premiumliga ist darüber hinaus bereits einen Schritt weiter: Extreme Sicher-

ausfahrenden Fahrzeugen weder bei – wahrscheinlich geplanten – Einparkmanövern, noch beim Abbiegen an der Kreuzung oder vor einem Spurwechsel auf der Autobahn ein für sämtliche Verkehrsteilnehmer verständliches Blinkzeichen aufflackert. Zum Leidwesen vieler Verkehrsteilnehmer verzichten automobile Zeitgenossen ganz bewusst auf das links hinter dem Lenkrad integrierte Hebelchen und bringen dabei nicht nur sich

„Pro-Blinker“-Infokampagne, erster Schritt heit für das Fahren in der Dunkelheit liefern beispielsweise Infrarot-Wärmebildkameras, die Personen und Tiere auf eine Distanz von ca. 300 Metern erkennen und auf ein Cockpit-Display übertragen. Und dennoch fällt auf, dass quer durch Marken und Modelle offensichtlich immer mehr auf den Einbau von Blinkhebeln verzichtet wird. Oder doch nicht? Fakt ist, dass der gelernte Autofahrer täglich überrascht wird, dass bei unzähligen vor-

selbst, sondern auch andere in Gefahr. Abhilfe könnten beispielsweise Autofahrerclubs mit gezielten „Pro-Blinker“-Infokampagnen schaffen. Primär sind jedoch Fahrschulen gefordert, die der nächsten Generation nicht nur die Funktion des auch Nerven sparenden Hebelchens erklären, sondern auch auf die unverzichtbare Notwendigkeit dieses serienmäßig mitgelieferten Sicherheitsfeatures verstärkt hinweisen. q

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40

Motor | Testcenter

KOMPAKTER EYECATCHER. Der fünftürige Mazda3 Sport vermittelt sogar im Stand Dynamik pur. Die 17-Alu-Zöller mit 205er-Bereifung begeistern zusätzlich.

Siegeszugsetzt wird fortge

Mit frischer Optik, Öko-Antrieb und einer gehörigen Portion Fahrspaß lässt die Sport-Variante der zweiten Generation des Mazda3 aufhorchen. Test: Walter Mair Stolze Bilanz In den letzten 40 Jahren wurden in Österreich ca. eine halbe Million MazdaFahrzeuge verkauft. Als Cashcow für den Konzern entwickelte sich der Mazda 323 (1977–2003) mit rund 245.000 abgesetzten Einheiten. Für die erste Generation des 323-Nachfolgers Mazda3 haben sich bis heute rund 22.350 heimische Käufer entschieden.

D

er dynamische Auftritt des flott designten Dreiers schreit förmlich nach Leistung – das kommt von dem weit aufgerissenen „KühlerMaul“ und den Kanten auf der Motorhaube, im Seitenschwellerbereich sowie bei den jetzt größeren Leuchten vorne und hinten zum Ausdruck. Auch die weit ausgestellten Radkästen demonstrieren gegenüber der ersten Dreier-Generation mehr Sportlichkeit. Beim finalen Abschluss hätte sogar ein zweites Endrohr durchaus seine Berechtigung: Schließlich werkt unter der Motorhaube des fünftürigen Mazda3 Sport in der Version GTA ein erstaunlich leise arbeitendes 2,2-Liter-Commonrail-Dieselaggregat mit 185 PS, das den 1470 Kilogramm schweren NipponStürmer in nur 8,2 Sekunden auf Tempo 100 katapultiert. Zugegeben: Es hat Freude bereitet, mit der Neuauflage des Golf-Kontrahenten auch das deutsche Autobahnnetz zu befahren, wo der mit sechs Gängen bestückte Japaner locker auf sein offiziell angegebenes Spitzentempo kam. Top sind Lenkung und Fahrwerk, und auch in puncto Sicherheit bleiben bei der GTA-Ausstattung, u. a. mit serienmäßigem Spurwechselassistenten, keine Fragen un-

beantwortet. Was beim neuen Mazda3 zusätzlich beeindruckt: Trotz seiner großen Leistung bleiben sowohl der Spritdurst als auch die CO2-Werte wirklich klein.

GTA mit Top-Komfort. Der Fahrspaß ist bereits in der Basisversion ab 16.990 Euro zu erfahren, dennoch bleiben gegenüber der Top-Version GTA unzählige Ausstattungsfeatures (schlüsselloser Zugang inklusive Start-Stopp-Technik, Einparkhilfe hinten, Navi mit 4,1-Zoll-Farbdisplay, Bose-Surround-Sound und Bluetooth-Steuerung für Handy und MP3-Player) leider auf der Strecke. Die Liebe zum Detail wird bei der Heckklappe erkennbar, die nach leichtem Druck auf einen mittig platzierten Tastensensor elegant hochschwingt. Darüber hinaus bietet der Japaner auch größeren Personen bequemen Platzkomfort – sogar im Fond. Fazit: Die zweite Mazda3-Generation bereitet im Fahralltag große Freude. Dank kompakter Abmessungen ist er ein idealer Partner für die Stadt, liebt flotte Kurven und entschwindet seinen Mitbewerbern meist als glimmernder Punkt am Autobahn-Horizont. q


Testcenter | Motor

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© 6020/MAIR (6)

ALTEA XL-ALLRAD am Kofel „gelandet“: „That’s one small step for man ...“

RASSIGES 3ERCOCKPIT. GTAAusstattung mit Multifunktionslederlenkrad für Navi, Bose-Sound, Bluetooth usw.

Mazda3 Sport CD185 GTA MOTOR

Vierzylinder-Common-Rail-Diesel

HUBRAUM

2184 ccm

LEISTUNG

136 kW/185 PS

DREHMOMENT

400 Nm bei 1800–3000 U/min

GETRIEBE

6-Gang-Schaltgetriebe

0–100 KM/H

8,2 sek

SPITZE

213 km/h

VERBRAUCH

5,6 l/100 km (Test: 6,6 l/100 km)

CO2 -EMISSIONEN

149 g/km

MASSE & GEWICHT

L/B/H: 4460/1755/1470 mm, 1470 kg

PREIS

ab 16.990 Euro Testmodell: 29.848 Euro

DESIGN KOMFORT DYNAMIK VERBRAUCH PREIS/LEISTUNG

Großer Sprung Seat erweitert sein Off roadProgramm: Ab sofort ist der spanische Family-Van Altea XL auch mit Allradantrieb 4WD Test: Walter Mair zu haben.

E

in kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für den Altea XL – das hätte wohl auch Mondbezwinger Neil Armstrong gesagt, wäre er der neuen spanischen Allrad-Variante am Patscherkofel entstiegen. Und auch unsere tierischen Milchlieferanten auf ihren hochalpinen Weidegründen staunten nicht schlecht, als sie im Sommer von einer Altea-Flotte Besuch erhielten, die in Gipfelnähe des Patscherkofels Halt machten. Der Grund für den ungewöhnlichen, aber genehmigten Trip auf dem Innsbrucker Hausberg: Die Spanier wollten die neuen Allradqualitäten ihres sportlichen Familienvans Altea XL 4 WD in den Tiroler Bergen unter Beweis stellen. Denn bisher war die Kraft auf vier Rädern nur der Großraumlimousine Alhambra und dem stylischen Offroader Freetrack vorbehalten. Künftig dürfen sich aber auch Freunde des sympathischen Kompaktvans Altea XL über die Vorzüge der spanischen All-

radtechnik freuen. Zumindest jene in Österreich, Deutschland und der Schweiz, denn der Altea XL Allrad kommt ausschließlich in den Alpenregionen zum Einsatz. Für die Klettertour stand ein 1.9-Liter-TDI mit 105 PS (Schnitt 6 l/100 km) bereit, der den komfortablen Südländer bravourös über Stock und Stein steigen ließ. Obwohl das Fahrwerk beim Altea XL 4WD nicht höher gelegt wurde – was bei groben Unebenheiten langsames Fahren erfordert – feierte das neue Allradmodell mit bewährter VW-Haldex-Technik schließlich souverän seinen Gipfelsieg. q

Seat Altea XL Style 1,9 TDI 4WD MOTOR

Reihen-Vierzylinder-Diesel

HUBRAUM

1896 ccm

LEISTUNG

77 kW/105 PS

DREHMOMENT

250 Nm bei 1900 U/min

GETRIEBE

6-Gang-Schaltung

0–100 KM/H

13,3 sek

SPITZE

175 km/h

VERBRAUCH

6 l/100 km

CO2 -EMISSIONEN

154 g/km

MASSE & GEWICHT

L/B/H: 4467/1768/1575 mm, 1583 kg

PREIS

ab 22.980 Euro Testmodell: 26.710 Euro

DESIGN KOMFORT DYNAMIK VERBRAUCH PREIS/LEISTUNG


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Motor

DER NEUE URBAN CRUISER ALLRAD wird beim Toyota-Händler Falbesoner bereits um 20.990 Euro, inklusive vier Winterräder auf Alufelgen, angeboten.

TOYOTA RAV4

Mit Toyota gegen Väterchen Frost Mit überzeugenden Argumenten blickt Toyota der kalten Jahreszeit entgegen: Die Allradmodelle Urban Cruiser, RAV4, Hilux und Land Cruiser bieten dem Winter klar Paroli.

D

er Urban Cruiser wurde für Kunden mit aktivem Lebensstil und unterschiedlichen Hobbys entwickelt. Er erfüllt die Bedürfnisse seiner Zielgruppe mit eigenständigem, stilvollem Design, optimaler Raumausnutzung und der robusten Auslegung eines kompakten SUV. Dank seiner komprimierten Abmessungen lässt sich das als Front- und jetzt auch als 4x4 bestellbare Crossover-Modell, flink durch die City, aber auch über winterliche Gebirgsstraßen sicher dirigieren. Der Urban Cruiser mit 1,4-Liter D-4D-Turbodiesel ist mit dem bereits aus dem RAV4 bekannten aktiven Allradantrieb erhältlich. Trotz permanentem 4x4-Antrieb zeichnet sich das 90 PS starke Turboaggregat durch CO2-Emissionen

von nur 130 g/km aus – dem geringsten Wert aller allradgetriebenen Pkw. Darüber hinaus sorgt die straffe Fahrwerksauslegung für ein ausgewogenes Fahrverhalten und überzeugt mit einem Höchstmaß an aktiver und passiver Sicherheit.

Schlagkräftige Fernost-Power. Auch beim facegelifteten RAV4 kommen jetzt optimierte Motoren mit mehr Leistung und trotzdem sparsameren und umweltfreundlicheren Werten zum Einsatz. Hinzu kommen drei neue Getriebevarianten, darunter eine 6-Gang-Automatik, die jetzt um 4500 Euro weniger kostet. Ausschließlich mit Allradantrieb und in der Double-Cab-Variante gibt

RAV4. Leidenschaft für Fortgeschrittene.

es den Hilux 3.0 D-4D. Bei der Kraftübertragung hat der Kunde die Wahl zwischen einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer neuen, adaptiven Fünfstufenautomatik. Der „kleinere“ Pickup Hilux 2.5 D-4D ist jedoch entweder mit Hinterradantrieb oder mit zuschaltbarem Allradantrieb lieferbar. Last but not least garantiert die ausgereifte Allradtechnik beim Land Cruiser auch in extrem schwierigen Passagen sichere Weiterfahrt: Das Zentraldifferenzial lässt sich über einen Schalter im Cockpit zu 100 Prozent sperren, so dass beide Achsen starr miteinander gekoppelt sind. Derart gerüstet, bezwingt der Land Cruiser Steigungen von bis zu 42 Grad. q

Jetzt bei Ihrem Toyota Partner:

Autohaus Falbesoner

6092 Birgitz | Ruifach 4 Tel.:05234/33371 E-Mail: info@falbesoner.com Page: www.falbesoner.com

www.toyota.at Symbolfoto. Normverbrauch: 7,6 – 6,0 l/100 km; CO2-Emission: 189 – 159 g/km


Motor

Neuer Dresscode Nach der Premiere des Kia Sorento im Frühling auf der Seoul Motorshow feierte das geländegängige Kia-Flaggschiff bei der IAA seine Europapremiere. Jetzt ist der koreanische Dressman in Tirol eingetroffen.

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Genussvolles Entertainment. Mit dem Start des zwischen 1677 bis 1853 Kilogramm schweren Offroaders, der wahlweise mit Front- oder Allradantrieb angeboten wird, kommt eine komplett überarbeitete Sicherheits- und Komfortausstattung zum Einsatz: Bergan- und Bergabfahrhilfe, Rückfahrkamera und Keyless-Go sind genauso

ÜPPIGE EXTRAS IM INTERIEUR: Je nach Ausführung werden beim Sorento optional Starterknopf, Navi, Rückfahrkamera usw. angeboten.

erhältlich wie ein großflächiges PanoramaGlasschiebedach. Bis zu zehn Lautsprecher, ein externer Verstärker, eine Navigationssystem mit 6,5-Zoll-Bildschirm und LenkradFernbedienung sorgen zusammen mit USBiPod-Anschluss für optimales Entertainment an Bord.

Die Qual der Wahl. Drei Ausstattungslinien „Cool“, „Active“ und „Pro“ und zwei sparsame Motoren stehen beim Fünfsitzer zum Marktstart zur Wahl: ein 2,2-CRDi-Dieselaggregat mit 197 PS sowie eine 2,4-Liter-CVVT-Benzin-Variante mit

174 PS. Schaltfreudige werden sich über das serienmäßig gelieferte und leichtgängige Sechsgang-Getriebe freuen, Langstreckenfahrer können beim neuen Sorento auch auf eine Sechsgang-Automatik zurückgreifen. Groß dimensionierte Scheibenbremsen rundum sowie serienmäßiger Einsatz von ABS und elektronischer Bremskraftverteilung und ESP sorgen weiters für bestmöglichen Sicherheitsstandard. Die neue Sorento-Generation ist als 2,4-Liter-Benziner CVVT mit Frontantrieb bereits um 30.990 Euro erhältlich, die allradgetriebene TurboDieselvariante kostet 34.990 Euro. q martrix

ie zweite Generation des Sorento trägt mit der aktuellen Kia-DesignDNA die Handschrift des Chief-DesignOfficers Peter Schreyer: Scheinwerfer, die sich bis weit in die Kotflügel hineinziehen, eine reduzierte Dachhöhe und eine mächtig breite C-Säule, neu geformte Rückleuchten sowie eine überdachte Heckscheibe tragen zum neuen Erscheinungsbild des neu gestylten Koreaners bei. Gegenüber dem 2002 eingeführten Vorgänger ist das fernöstliche SUV-Flaggschiff leicht gewachsen (L/B/H: 4685/1885/1710 mm), bietet mehr Platz und Komfort im Innenraum sowie einen signifikant vergrößerten (70 bis 2052 Liter) Gepäckraum.

DER NEUE KIA SORENTO. AUS FREUDE AM SPAREN.

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CO2-Emission: 209-171g/km, 1) Gesamtverbrauch: 6,5-8,8l/100km

Unverbindl., nicht kartellierter Richtpreis inkl. NoVA und MwSt. Symbolfoto, Satz und Druckfehler vorbehalten.*) Die Abwicklung der Leasingfinanzierung erfolgt über die GE Money Bank GmbH. Stand August 2009. Druckfehler, Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Alle Angaben in EURO. Aktion gültig bis 31.12.2009. Finanzierungsbeispiel Sorento, unverbindliche Preisempfehlung: € 30.990,-; Eigenmittel: € 9.250,-; Restzahlung € 12.450,-; kmLeistung p.a.: 15.000; Laufzeit 48 Monate, Gesamtbelastung: € 32.652,64; monatliches Leasingentgelt: € 228,18 exklusive gesetzlicher Vertragsgebühr. Aktion gültig bis 31.12.2009. Solange der Vorrat reicht.

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229,– MTL.

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Motor

SERIE

OLDIES UT GOLDIES Automobile Kostbarkeiten Ĺ“ ihre stolzen Ĺžesitzer

r u o ÂĄ u d e l l e B

Helmut Raich (ŞŸ. 1945) und sein Renault Alpine 310 S (ŞŸ. 1983)

Š 6020/RATHMA¡R (4)

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Motor

www.RENAULT-ALPINE.COM HTTP://A310V6.DE/ Neue Autos sind sicher, schnell und sparsam. Und doch fehlt ihnen in den meisten Fällen Wesentliches: Schönheit und Charme. 6020 hat sich aufgemacht, um genau diese automobilen Attribute wiederzuentvon Klaus Erler decken, und stellt Innsbrucker und ihre wunderbaren Old- und Youngtimer vor.

D

ie Frage, ob die Renault Alpine eigentlich ein fesches Auto ist, ist für Helmut Raich seit Langem geklärt: Sie ist es, eine Schönheit, die vom Zusammenspiel aus niederer Höhe, gut abgewogener und nicht übertriebener Sportlichkeit, geschickt-verbauter RenaultSerientechnik und eleganter Innenausstattung lebt. Aufgefallen ist ihm die Alpine erstmals 1983 an der Côte d’Azur, ein Auto wie geschaffen für die Welt der Reichen und Schönen: breit, flach, schnell, mit eigenständiger Formensprache abseits von Ferrari oder Porsche. Die Sache hatte nur einen Haken: Die Alpine war leider auch empfindlich teuer.

Fast vom Rad gefallen. Als Helmut Raich vier Jahre später eine Alpine in Telfs bei einem Autohändler stehen sah, hätte es ihn fast vom Rennrad gerissen. Dieser Wagen musste es sein, am nächsten Tag wurde er mit Kaufansuchen beim Händler vorstellig: Es regnete, keine guten Voraussetzungen für eine Probefahrt mit einem Auto, das sich bei Trockenheit fährt wie ein Gokart, bei Nässe aber zur schwerbeherrschbaren Zicke verwandelt. Nach zehn Kilometer Fahrt war auch klar, dass die Zylinderkopfdichtung der Alpine 310 S mehr jenseits als diesseits war. Für 120.000 Schilling wechselte das Auto trotzdem seinen

Besitzer und bekam vier Jahre, nachdem es das Fließband in Frankreich verlassen hatte, eine Rundum-Erneuerungskur: Der Motor wurde komplett renoviert, Bremsen und Kupplung auf Neuwagenstand optimiert, ein neuer Silver-Perlmutt-Lack appliziert.

Zuverlässig und schön. Die Renault Alpine war eigentlich Raichs Zweitwagen, wurde in den Anfangsjahren aber viel gefahren und sah auch zweimal die Côte d’Azur. Nichts trübte die automobile Beziehung Helmut Raichs zu seiner französischen Belle, nur die Meinung der Außenstehenden und Unkundigen, dass eine Alpi-

ne zwar schön zum Anschauen, aber auch äußerst unzuverlässig sei. Tausende Kilometer fuhr Raich in den Anfangsjahren, alle ohne nennenswerte technische Probleme, dafür mit zunehmender Freude und Perfektion, die Alpine auch bei feuchtem Wetter geschickt um enge Kurven zu dirigieren. Inzwischen wird Raichs Renault Alpine 310 S mehr geschont als gefahren: 500 Kilometer pro Saison kommen nur mehr zusammen, wenn überhaupt. Bei einem Auto, dass mit seiner Optik schon erfreut, wenn man es nur vor der Wohnungstür oder dem Café stehen sieht, ist das allerdings auch kein großes Problem. q

TECHNISCHE DATEN Hergestellt von: Renault Alpine / Dieppe, Frankreich Produktionszeitraum: 1971 und 1984 Motoren: Vierzylindermotoren mit Hubräumen von 1,6 Liter (95 PS bis 165 PS), gemeinsam mit Peugeot und Volvo entwickelter V-Sechszylinder mit 2,7 Liter und 150 PS. Getriebe: Viergang, ab 1979 Fünfgang Gebaute Stückzahl: Alpine 310 V6: 9276 Stück Helmut Raichs Renault Alpine 310 S: 2+2-Sitzer, Hinterradantrieb, 2,7 Liter Hubraum, modifizierter 3-Weg-Vergaser-V6-Zylinder mit 150 PS , Fünfgang-Schaltgetriebe, verstellbares Koni-Fahrwerk, unterschiedliche Reifendimensionen vorne/hinten, verbreiterte Radkästen, Fieberglas-Karosserie auf Gitterrohrrahmen, elektrische Fensterheber, 0–100 km/h in 7,5 sec., Höchstgeschwindigkeit rund 230 km/h, rundum Scheibenbremsen, Eigengewicht: 1014 kg, Verbrauch: 9 bis 12 Liter Super mit Bleiersatz.

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LEBEN Zeiträuber des Monats Memory für Erwachsene. Nicht so frustrierend, wie mit kleinen Kindern zu spielen, die einen dauernd schlagen ...

© EMI/JULIAN BROAD

http://jetzt.sueddeutsche.de/spielen/jetztpaare

Schon was vor?

Der 6020 Event-Tipp – Da kannst du was erleben.

Robbie Williams, 20.10., Cineplexx Innsbruck ig Rob ist zurück – und weil seine Europatournee noch etwas auf sich warten lässt, kann man sich am 20. Oktober schon mal im Kino darauf einstimmen. An diesem Abend gibt Robbie Williams nämlich ein ex-

klusives Konzert in London, bei dem er sein neues Album „Reality Killed The Video Star“ vorstellt. Das Cineplexx Innsbruck überträgt die Show live in HD-Qualität. Die Tickets sind mit 25 Euro allerdings nicht gerade billig. q

Rosa ist das neue Pink

Was im Moment gerade total angesagt ist – ehrlich!

Wein ist das neue Altpapier.

Es ist fast putzig zu beobachten, wenn sich Länder wie die USA oder Großbritannien, die in den letzten Jahrzehnten auf Umweltschutz gepfiffen haben, plötzlich als Weltretter aufspielen. „Grün“ ist bei den Anglosachsen im Moment so trendy, dass Magazine Tipps für CO2-arme Hochzeiten geben und Jamie Oliver in seinen Restaurants sogar Wein aus „eco-friendly“ Tetra Pak (!) anbietet. Na dann Prost ...

French Manicure ist das neue Arschgeweih.

Zugegeben, es gibt Schlimmeres. Aufgeklebte Acrylnägel mit Glitzer und daranhängenden kleinen Ringen zum Beispiel. Trotzdem wird es Zeit, auch mal das Ende des ewigen French-Manicure-Trends auszurufen. Die grellweißen Nagelspitzen und der schweinchenrosa Nagellack waren eine legitime Mode der späten Neunziger – doch das ist jetzt auch schon zehn Jahre her.

Tschüss ist das neue Ciao.

Das gute alte „Pfiati“ hat in unseren Breiten einen schweren Stand. Nach der „Ciao“-Dekade drängt sich jetzt „Tschüss“ immer aufdringlicher in den Sprachgebrauch. Und das hängt ausnahmsweise nicht direkt mit den Studentenhorden aus unserem nördlichen Nachbarland zusammen. Sogar in Kinofilmen wird das englische „Bye“ immer öfter mit dem „T-Wort“ übersetzt. Immer noch besser als „Tschüssi“.

© JOSCHA SAUER/DISTR. BULLS

B

Bücherzirkel Der neue King „Die Arena“ erscheint am 9. November Freunde des gepflegten Horrorschockers stehen einige lange Nächte bevor: Anfang November erscheint Stephen Kings neuer Roman „Die Arena“. Das Werk ist satte 1120 Seiten lang und damit die Stephen King: dickste King-Schwarte „Die Arena“, seit „The Stand – Das Heyne Verlag letzte Gefecht“ aus dem Jahr 1990. Zur Geschichte: Eine Kleinstadt in New England wird von einem unerklärlichen Kraftfeld erfasst und komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Eher was für echte Fans, passt aber gut zur Jahreszeit.


© HYPO TIROL VOLLEYBALLTEAM

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ANGRIFFSLUSTIG. Hypo-Kapitän Daniel Gavan

Tiroler

r e t h g fi o r Eu Die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte ist vorüber. Mit neuem Elan, aber erstmals auch (fast) demselben Kader will das Hypo Tirol Volleyballteam heuer in der von Daniel Naschberger Champions League überzeugen.

N

ach den mittlerweile nur mehr zweitklassigen Auftritten der Fußballer und Eishockeycracks lechzt der Innsbrucker Sport geradezu nach neuen Zugpferden – und hat diese in den Footballern der Swarco Raiders sowie den Volleyballern von Hypo Tirol eigentlich schon gefunden. Letztere vertreten ab Dezember Österreichs Farben in der Champions League – ein weiterer Mosaikstein in der relativ jungen Geschichte des Vereins. Gerade einmal zwölf Jahre liegt es zurück, dass dem Volleyball Team Tirol der Aufstieg in die Bundesliga gelang. Danach ging der Weg rasant nach oben: 2004 folgte mit dem Cupsieg der erste Titel, eine Saison darauf konnte man sich mit dem erstmaligen Gewinn der Meisterschaft einen Traum erfüllen. 2009 war jedoch das bisher erfolgreichste Jahr in der Historie des Klubs: In der heurigen Finalserie der Austrian Volley League (AVL) ließen die Tiroler dem Erzrivalen Aon hotVolleys aus Wien keine Chance, zudem krönten sie sich zum Champion in der MEVZA, der Mitteleuropäischen Volleyball-Liga.

Hohe Ziele. Die Ziele für die laufende Spielzeit sind nun dementsprechend hoch gesteckt: „Wir wollen die Österreichische Meisterschaft und den Titel in der MEVZA verteidigen. Außerdem legen wir diesmal wieder größeres Augenmerk auf den heimischen Cup, den wir zuletzt 2008 gewinnen konnten. Und

natürlich wollen wir nun bei unserer vierten Teilnahme die Gruppenphase der Champions League überstehen“, erklärt Manager Hannes Kronthaler – jener Mann, der Volleyball made in Tirol erst salonfähig gemacht hat. Unter seiner Ägide ist es gelungen, eine schlagkräftige Truppe zu formen, die nicht nur die einst übermächtigen hotVolleys auf Respektabstand hält, sondern jetzt auch in Europas Königsklasse für Furore sorgen will. Doch in der Gruppe warten mit Italiens Vizemeister Macerata, den ChampionsLeague-erfahrenen Belgiern von Noliko Maaseik sowie Budva aus Montenegro drei äußerst unangenehme Gegner. „Macerata ist sicher Favorit, Maaseik hat in den letzten Jahren schon gute Ergebnisse im Europacup erzielt und Budva ist die große Unbekannte. Wenn wir unsere Heimspiele gewinnen, haben wir auch eine Chance aufzusteigen“, glaubt Hypo-Kapitän Daniel Gavan. Der gebürtige Rumäne mit österreichischer Staatsbürgerschaft bestreitet bereits seine

Termine CEV Indesit Champions League Hypo Tirol – Noliko Maaseik (BEL) 8.12.2009, USI Halle Innsbruck, Anpfi

ff 20.15 Uhr

Hypo Tirol – Budvanska Rivijera Budv a (MNE) 5.1.2010, USI Halle Innsbruck, Anpfi ff 20.15 Uhr Hypo Tirol – Lube Banca Marche Mace rata (ITA) 20.1.2010, USI Halle Innsbruck, Anpfi ff 20.15 Uhr

www.volleyballteamtirol.com

elfte Saison im Dress der Tiroler und ist als Führungsspieler nicht mehr aus dem Team wegzudenken.

Konstanter Kader. In den vergangenen Spielzeiten war Gavans Gesicht meist das einzige mit Wiedererkennungswert – doch heuer ist alles anders. „Es gab in der Vergangenheit ein ständiges Kommen und Gehen. Diesmal wollten wir die gesamte Mannschaft halten und das ist uns endlich auch einmal gelungen. Das Team ist eingespielt und kennt sich“, berichtet CoTrainer Gernot Hupfauf, der in der Vorbereitung allerdings einige Wochen auf die bei ihren Nationalteams weilenden Spieler wie Neuzugang Eerik Jago (Estland) sowie auf Headcoach Stefan Chrtiansky verzichten musste – dieser war als slowakischer Betreuer bei der EM im Einsatz. Dennoch zeigte sich schon in den ersten Matches, dass Hypo Tirol für das Abenteuer Europa durchaus gerüstet ist. In der heimischen USI-Halle triumphierte man beim hochkarätig besetzten „Tournament of Champions“, zum MEVZAAuftakt starteten die Hypo-Volleyballer in Zagreb ebenfalls mit einem Sieg. Sportlich läuft derzeit also alles nach Plan, wirtschaftlich laut Hannes Kronthaler ebenfalls: „Wir haben eine gesunde Sponsorenmischung und sind budgetär gut aufgestellt. Einzig die Zuschauerresonanz könnte noch größer sein – immerhin verlangen wir außer in der Champions League keinen Eintritt.“ q


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SERIE

ABENTEUER

AUF ZWEI RÄDERN

Gruppenbild mit Abt Diesmal: Zentralchina – grüne Weiten und bunte Gebetsfahnen von Sandro und Katharina Todeschini-Gatt im Osten Tibets. Auf zwei Rädern nach Singapur Sandro und Katharina Todeschini-Gatt berichten monatlich in 6020 von den Erlebnissen und Eindrücken ihrer einjährigen Radreise. Die beiden haben außerdem eine eigene Homepage eingerichtet, auf der sie Interessierte mit aktuellen Informationen zur Radtour versorgen: www.horizontreisen. at/rueckenwind. Dort können auch die bisher erschienenen Beiträge nachgelesen werden.

Die Route Österreich 80 km Slowakei 102 km Ungarn 336 km Kroatien 124 km Serbien 361 km Rumänien 545 km Bulgarien 483 km Türkei 1688 km Georgien 513 km Aserbaidschan 686 km Iran 1918 km Turkmenistan 476 km Usbekistan 847 km Tadschikistan 862 km Kirgisistan 459 km China 6988 km Laos 1527 km Kambodscha 942 km Thailand 1347 km Malaysia 1036 km Singapur 26 km

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enau 1437 Gebetsmühlen sind es, die sich auf der Kora um das Kloster Labrang Si fast immerwährend im Kreis drehen. Sie werden angetrieben von unzähligen tibetischen Pilgern, die hauptsächlich noch vor Sonnenaufgang im Morgengrauen den über drei Kilometer langen Rundgang um das Kloster antreten – viele von ihnen gleich oftmals hintereinander. Dabei murmeln sie Mantras, halten immer wieder bei einem der zahlreichen kleinen Altare, zünden Wacholderzweige oder Räucherstäbchen an, lassen „tonde“ wie etwa Buddhabildchen aus ungebrannter Erde zurück oder werfen sich im Gebet zu Boden. Nach der Durchquerung der Wüsten Taklamakan und Gobi haben wir den Ostrand des tibetischen Hochlandes erreicht. Unser ursprüngliches Vorhaben, ganz Tibet mit dem Fahrrad zu durchqueren, mussten wir leider bereits in Kashgar endgültig begraben. Die Unruhen in Tibet im Jahr 2008, die im Zusammenhang mit der Austragung der Olympischen Sommerspiele in Peking die Aufmerksamkeit der Weltpresse erregt haben, hatten die radikale Isolation dieses Teils Chinas zur Folge, sodass es Individualreisenden derzeit vollkommen unmöglich ist, dorthin zu reisen. Die heutige „Autonome Provinz Tibet“ umfasst aber bei weitem nicht alle Gebiete des ursprünglichen Tibets, große Teile davon befinden sich in den Provinzen Qinghai, Gansu und Sichuan. Genau dort liegt auch Labrang Si, welches eines der sechs großen Klöster des „Gelugpa“-Ordens des tibetischen Buddhismus ist, als dessen Oberhaupt der Dalai Lama angesehen wird.

Grünes Osttibet. Wir erradeln daher die grünen Berge Osttibets – eine willkommene Abwechslung nach der trockenen Wüste – wobei die Unruhen im Juli in Westchina den „Vorteil“ hatten, dass das Militär aus dem tibetischen Gebiet abgezogen worden ist und es somit erst wenige Tage vor unserem Eintreffen wieder für Ausländer geöffnet wurde. Saftig grüne „Grasslands“ erinnern uns an das Radfahren auf Almen in den mittlerweile weit entfernten Bergen zuhause, nur dass hier alles wesentlich weitläufiger und höher ist und statt Kühen Yaks grasen. Es dauert zum Beispiel einen

ganzen Tag, um durch die Zoïge-Grasslands zu radeln und wir queren dabei mehrere Pässe knapp unter viertausend Metern. Jeder dieser Pässe bietet ein farbenfrohes Bild von tausenden Gebetsfahnen, die am höchsten Punkt angebracht werden, weil man so nahe am Himmel ist. Freundlich lächeln sie immer, die Tibeter, vielleicht bringen sie uns Radfahrern mehr Verständnis entgegen als die meisten Völker, die wir bisher auf unserer Radreise seit Österreich getroffen haben. Selbst haben sie zwar zumeist ihre Pferde bereits gegen Motorräder eingetauscht, aber das Nomadentum ist nach wie vor tief in der Kultur verankert. Es wundert niemanden, wenn wir abends unser Zelt irgendwo in der unendlichen Weite aufstellen oder uns zu den hunderten weißen Zelten auf den Sommerlagerplätzen hinzugesellen. In den seltenen „Restaurants“, die eher einem Bierzelt ähneln, werden wir mit Freundlichkeit empfangen und ganz selbstverständlich erhalten wir auch tibetischen Buttertee zum einfachen, aber kräftigenden Essen gereicht.

Unter Mönchen. Am eindrücklichsten bleibt uns aber der ungeplante Besuch des Guashize Gompa in Erinnerung. Wir entdecken dieses überraschend große Kloster ganz abseits üblicher touristischer Pfade an einer Nebenstraße in einem kleinen Dorf, inmitten einer farbenprächtigen Blumenwiese. Dort werden wir – mit mehr als der üblichen Freundlichkeit – von den in Purpurrot gekleideten Mönchen eingeladen, das Morgengebet im Haupttempel zu beobachten. Danach scharen sich sämtliche Mönche um uns und wir „plaudern“ soweit das ohne Deutschoder Englischkenntnisse ihrerseits und ohne Tibetischkenntnisse unsererseits geht. Am meisten interessiert sie unsere Landkarte und hellauf begeistert sind sie, als wir ihnen erklären, wozu unsere Radhelme dienen. Am Ende eines unvergesslichen Vormittags besteht der Abt auf einem Gruppenfoto mit Rädern und wir sind mehr als nur versöhnt mit der Tatsache, dass wir nicht durch Zentraltibet radeln konnten. q


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S••R•••••RG

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PUBLIC RELATIONS

Traum-Urlaub satt Für die meisten Reisenden beginnt der Urlaub erst dann, wenn sie endlich im Flieger sitzen und alle Viere von sich strecken – so die Airline ausreichend Platz dazu bietet. Der Weg zum Flughafen aber raubt vielen Urlaubern schon in der Nacht den Schlaf und produziert mächtig Stress: Sind die Straßen frei, bekommen wir einen Parkplatz – und ist das Auto hinterher auch noch da? welches Wetter. Denn das ist unser Job und wir lieben ihn. Die Variante mit dem eigenen Auto hatten wir eingangs bereits erwähnt: Allein der Gedanke daran bereitet vielen Unbehagen. Addiert sich dann noch ein Preis von rund 240 Euro hinzu, basierend auf dem amtlichen Kilometergeld und dem günstigsten Parkplatz, beginnt der Urlaub mit einem echten Tiefstart. Das möchte doch niemand, auch die Natur nicht. Deshalb bieten wir eine Umweltbilanz, die sich sehen lassen kann: Alle Großraum-Taxis fahren schon heute mit der Euro-6-Norm und sind bei 8 Plätzen ausgezeichnet ausgelastet. Besser geht’s nicht!

FOTO: INNFOTO/WOLFGANG LACKNER

Gönnen Sie sich die Freiheit vom Stress und rufen Sie uns an unter 0512/58 41 57 oder buchen Sie uns auf www.tirol-taxi.at und Ihr Traum-Urlaub beginnt schon im Schlaf. Versprochen. q

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achen Sie sich locker und bitte keinen Kopf, welches Terminal das richtige ist oder ob die Handcreme nun in den Koffer muss oder noch im Handgepäck reisen darf – fragen Sie einfach unsere Chauffeure. Die haben alle Antworten auf Ihre Fragen rund ums Fliegen, immer ein Ohr am Verkehrsfunk und beide Augen auf der Fahrbahn. So können Sie in aller Ruhe die Reise-Papiere sortieren oder mit der Urlaubs-Lektüre beginnen, und Ihre Ferien fangen entspannt an. Unsere Chauffeure laden Ihr Gepäck ins komfortable Großraum-Taxi, reichen Ihnen Wasser und Zeitung zur körperlichen

und geistigen Erfrischung und nehmen Ihnen eine große Last von den Schultern. Das ist nicht nur gut fürs Karma, sondern auch für die Urlaubskasse. Denn die Fahrt mit uns kostet hin und retour 76 Euro. Zusätzlich bieten wir in Kooperation mit verschiedenen Fluggesellschaften und dem Land Tirol im Zuge des Familienpasses noch zahlreiche Ermäßigungen. Da kommt keiner ran. Die Bahn versucht es mit knapp 80 Euro – doch dann stehen Sie meist mit Sack und Pack auf dem Bahnsteig und warten auf einen Anschluss. So es den gibt. Dagegen gilt unsere Garantie: Wir fahren immer, egal welche Zeit, egal

Info Hin- und Rückfahrt von Innsbruck nach München kosten zum Beispiel 76 Euro. Da kommt kein normales Zugticket mit und ein Parkhaus kann richtig teuer werden. Probieren Sie es einfach aus, es wird Ihnen gefallen: Telefon 0512/584157 oder im Internet unter www.tirol-taxi.at.


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„Auch wenn etwas Schlimmes passiert, kommt immer noch etwas Schön es. Deshalb ist das Leben so interessant. Ich würde gerne mit allen tanzen, die noch nie getanzt haben. Oder mit meinem Papa.“ MANA MIYAGAWA (27), JAPAN

Olé!

Es lebe das Leben!

„Die Entwicklung von Bewegungen und Ideen – das ist, was mir am Tanzen Spaß macht. Ich hätte gerne die amerikanische Bürgerrechtlerin Rosa Louise Parks aufs Parkett geführt.“ ANDREA BIBOLOTTI (29), ITALIEN

Am 17. Oktober eröff nete das Tiroler Landestheater die Tanzsaison mit dem Stück „Olé!“ des neuen TanzcompanyLeiters Enrique Gasa Valga. 6020 hat die neu formierte Fotos: Michael Rathmayr Company zum Fototermin gebeten.

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nspiriert von „Allem Anfang wohnt ein Zauber inne …“ (H. Hesse) entführen Enrique Gasa Valga und seine Tänzerinnen und Tänzer das Publikum in „Olé!“ in eine Welt der Illusionen und Träume. Die neu formierte Tanzcompany des Tiroler Landestheaters besteht aus 16 Tänzern, neun davon wurden von Enrique Gasa Valga gecastet und tanzen ihre erste Saison in Innsbruck. Zwei Live-Percussionisten beflügeln die Tänzer in „Olé!“, Christine Buffle singt Chansons von Eric Satie. En-

thusiasmus, großes Können und die völlige Hingabe an Musik und Tanz sollen den Abend für alle zu einem fulminanten und auch berührenden Fest werden lassen. 6020 haben die Company-Mitglieder vor der Premiere verraten, was „Olé!“ für sie persönlich bedeutet.

Olé! Es lebe das Leben! Uraufführung am 17. Oktober im Großen Haus, 19.30 Uhr. Weitere Vorstellungen: 24. Oktober sowie 6., 11., 13. und 15. November. q

„Olé bedeutet für mich, dass man auch nach einer Niederlage wieder aufsteht – und zwar mit Leidenschaft und Stärke.“ CARLOS CONTRERAS RAMIREZ (23), VENEZU ELA

„Nütze und genieße den Tag – das bedeutet Olé für mich. Getanzt hätte ich gerne mit Michael Jackson.“ ADAM DEMBCZYNSKI (25),POLEN


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„Ich würde gerne mit Chris Martin von Coldplay tanzen. Oder mit meinem Großvater – er war Tänzer. Tanz ist die intensivste Vermittlung von Gefühlen, die es gibt.“ LAIA GARCIA FERNÀNDEZ (20), SPANIEN

„Wir leben nur einmal – das bringt Olé zum Ausdruck. Tanzen ist Freiheit und Erfahrung für mich. Karel Gott wäre ein interessanter Tanzpartner, finde ich.“ v.l. Andrea Bibolotti, Mana Miyagawa, Michal Douša, Laia Garcia Fernànde

z

MICHAL DOUŠA (23), TSCHECHIEN

„Tanzen ist für mich Teil des Lebens. Ich hätte Ludwig XIV. aufs Parkett geführt.“ v.l. Carlos Contreras Ramirez, Serge Desroches Jr., Adam Dembczynski,

YUYA FUJINAMI (21), JAPAN Yuya Fujinami


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„Nichts aufschiebe genau dann tun, w das bedeutet Olé fü Swayze getanzt zu das hätte was.“

„Tanz ist einfach alles für mich. Die Menschen können sehen, wer ich bin, ganz ohne Maske. In Innsbruck vermisse ich den Strand und meine Familie. Ich telefoniere zweimal am Tag mit ihnen.“ CLA RA CAROLINA SORZANO HER VEN EZU ELA

JULIA CHARLOTTE RINSCHE (22), DEU TSCHLA ND

NÁNDEZ (24),

„Olé – das ist Freude am Leben, sowohl in guten wie in schlechten Zeiten. Triumphierend entschlossen und stolz. Was macht mir außer Tanzen Freude? Singen, lachen, küssen.“ MAR IE STOCKHAUSEN (35), DEU TSCHLA ND

„Auf der Bühne zeigst du dein tiefstes Inneres. Du kannst nichts verstecken. Ich finde, das ist eine Chance.“

„Olé ist der Ausdruck eines Gefühls, für das es keine Worte gibt. Ich persönlich wäre gerne einmal mit Bruce Lee auf der Bühne gestanden.“

CAROLIN E FABRE (24) FRA NKR EICH

v.l. Clara Carolina Sorza no Hernánde

z, Caroline Fabre

SERGE DESROCHES JR. (24), USA


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en, sondern etwas wenn man es fühlt – ür mich. Mit Patrick u haben,

„Für mich bedeutet Olé, das Leben bis zum Extrem zu leben. Mit welcher historischen Persönlichkeit ich gerne tanzen würde? Salvador Dalí.“ ELISENDA CLA DELLAS PARELLADA (26), SPA NIEN v.l. Julia Charlotte Rinsche, Marie

Stock hausen, Elisenda Cladellas Parel

lada

an andere weitergeben. Und ion ot Em d un n ee Id ich nn ka en nz „Beim Ta hen, dass sich se zu ir m t ch ma de eu Fr . eit eih Fr n es gibt mir das Gefühl vo Z CLÉMEN T BUGNON (24), SCH WEI n.“ re sie es ter in t ns Ku r fü Menschen immer noch

v.l. Serge Desroches Jr., Clément Bugn

on, Yuya Fujinami


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SERIE

MUNDART Kochen ohne Wenn und Aber mit Flo

Seidl

Gruß von

Poseidon

M

anchmal muss man sich erden. Beim letzten Mal rief ein zivilcouragierter Passant die Rettung. Für mein Empfinden lag ich sehr gesund und lebendig im Park, blickte in den Nachthimmel und empfing zunehmend mehr Lichtsignale von entferntesten Sternen und Galaxien. Gerade schien sich der Schleier meines Unverständnisses über Sinn und Unsinn des Lebens zu lichten, als mir ein außerordentlich motivierter Sani, gemeinsam mit seinem Zivi, kräftig und synchron (!) in meine Wangen zwickten. Die greifbar nahen Antworten entschwanden; mit ihnen auch die Lebensretter. Ruhelos versuche ich seit damals, mich wieder in eine potenzielle Erleuchtungssituation zu bringen. Diesen Zustand des Rundherumvergessens. Oft passiert’s mir bei der Nahrungsaufnahme. So kraftvoll wie diesmal war’s aber schon lange nicht mehr. Das Essen mit Händen und Schlürfen mit dem Mund machen sie wahrlich zu einem ursprünglichen, sinnlichen Genuss. Ihr ganzes Leben sind sie mit dem Filtrieren von Meerwasser beschäftigt und scheinen so sämtliche Aromen der Evolution in sich gespeichert zu haben. MundArt ist ins Meer gestiegen, hat Früchte geerntet und Muscheln verkocht. Indisch, übrigens. q

In Monaten mit „r“ darf man zwar nicht barfuß gehen, aber Muscheln essen. Mund Art hält sich an diese alte Weisheit und verkocht die Früchte des Meeres – auf indische Art.

Gewinnspiel

6020 und Spar verlosen:

Spar-Gutscheine KW: „Muscheln“, Einsendeschluss: 16. 11. 2009 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 · INNSBRUCK GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT

© 6020/RATHMAYR

im Wert von 50,– Euro


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utaten

2 kg frische Miesmuscheln, § kleine Schalotten, 6 Knoblauchzehen, 1 Knolle Ingwer (etwa § cm lang), ¨©§ ªhilischoten, 1 TL Kurkuma, 1 Schuss Noilly Prat (oder trockener Weißwein), ¨ TL Koriandersamen, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL ªhilipulver, 1 Glas Wasser, 1 kleiner Bund Kerbel oder Koriandergrün, Saft von 2 Zitronen, Olivenöl

ubereitung

Knoblauch, Ingwer und Schalotten schälen und klein würfelig schneiden. Kerbel waschen und fein hacken. ªhilischoten waschen, entkernen und fein schneiden. Kurkuma, Koriander und ªhilipulver in der trockenen Pfanne anrösten und im Mörser zu einer Gewürzmischung verarbeiten. Die Muscheln gut unter ¦ießendem Wasser säubern, schon geöffnete Muscheln (also schon tote) aussortieren, eventuell Bärte abschneiden. «l in einem großen Wok heiß werden lassen und Schalotten, Knoblauch und Ingwer bei mittlerer Hitze andünsten, bis die Zwiebeln weich und goldgelb sind. Gewürzmischung einrühren, kurz mitköcheln lassen und mit Noilly Prat löschen. Muscheln und ein Glas Wasser hinzugeben und zugedeckt sieben bis zehn Minuten unter mehrmaligem, vorsichtigem Umrühren dünsten, bis sich die Schalen geöffnet haben. Mit Kerbel und den ªhilischoten in einer Schüssel anrichten, mit Zitronensaft abschmecken. Die Sauce über die Muscheln geben und servieren.

Miesmuscheln

In Monaten mit „r“ (SeptembeR bis ApRil) darf man zwar nicht mehr barfuß gehen, dafür kann man sich dem Genuss von Muscheln hingeben. So anti¥uiert diese Weisheit klingen mag, sie hat durchaus noch ihre Berechtigung. Zwar sind die Kühlketten heute wesentlich zuverlässiger als früher, aber erstens ist im Sommer Fortp¦anzungs- und damit Schonzeit und zweitens nehmen Muscheln gerade in den warmen Sommermonaten mehr Algentoxine auf. Der WinteR kann kommen. Zumindest für Muschelliebhaber.


PROGRAMM Konzert Treibhaus Marc Ribot & Ceramic Dogs, 20.10., 21h Nik Bärtsch’s Ronin, 21.10., 21h Divan Tulip, 23.10., 22h Terakaft, 24.10., 21h Bill Frisell, 25.10., 21h The Z Syndicate, 26.10., 21h Anat Cohen & Quartet, 27.10., 21h Kitty Hoff & Forte Noir, 28.10., 21h Daniel Powter, 29.10., 21h Aaaron Parks, 30.10., 21h The Sweet Vandals, 31.10., 21h Steve Coleman & Five Elements, 2.11., 21h Brad Mehldau, 3.11., 21h Caecilie Norby, 4.11., 21h Bugge Wesseltoft, 5.11., 21h Bug Mama, 6.11., 21h Sophie Hunger, 7.11., 21h Klaus Paier & Das Radio.String. Quartet.Vienna, 8.11., 20.30h Avishai Cohen, 11.11., 21h

Weekender Club Jondo, 22.10., 22h Anajo, 24.10., 22h I Heart Sharks, 26.10., 22h The Sorrow, 28.10., 22h Auletta, 30.10., 22h Supershirt, 9.11., 22h Delinquent Habits, 13.11., 22h Virginia Jetzt!, 14.11., 22h

pmk Decibelles, Last Minute to Jaffna u.a., 23.10., 22h Carla Bozulich & Evangelista, The Paper Chase & Haymarket Riot, 24.10., 22h 25 Jahre Cunst & Co., 25.10., 22h PG. Lost, Codes in the Clouds, Our Ceasing Voice, 30.10., 22h Eléphant Terrible, Phoenix out the Ashtray, Famp, 31.10., 22h

Kulturgasthaus Bierstindl Eileen Rose & the Holy Wreck, 27.10., 20.30h Desolation Wilderness, 6.11., 20.30h

Congress Innsbruck World Press Photos im Zeit – war im letzten Jahr noch ein erschöpfter Soldat

Die World Press Photo Awards sind ein Spiegel der mung in Ohio. in Afghanistan das Siegermotiv, so ist es 2009 eine schuldenbedingte Hausräu der Wirtschaftskrise den e Der amerikanische Fotograf Anthony Suau konnte mit seiner Momentaufnahm Alle ausgezeichneten chen. begehrten Award – fast 100.000 Bilder wurden eingereicht – für sich beanspru 19 Uhr). bis 10 von (täglich Fotos sind von 6. bis 29. November im Congress Innsbruck zu sehen

Congress Innsbruck Bryan Adams (Acoustic), 8.11., 20h

Sonst noch ... La Vie En Rose: Judith Keller singt Edith Piaf, 25.10., Kammerspiele, 20h Im Helga (Doppellesung): Stermann, Grissemann, Edlinger & Ostermayer, 30.10., Treibhaus, 20h Bierstindl Poetry Slam, 30.10., Bierstindl, 20h

TOMASZ GUDZOWATY


SIEGERFOTO: Anthony Suau, Time Magazine

© ANTHONY SUAU, TOMA

SZ GUDZOWATY, CALLIE

SHELL

Programm

Partys VAZ Hafen 100% Rock, 23.10., 21h Queerattack Halloween, 31.10., 22h

Messehalle Electric City (Moonbootica & Kosheen-DJs), 25.10., 22h

Weekender Club 2 on 1 Stroke, 23.10., 22h 50s & 60s Monster Mash, 31.10., 22h

Theater Tiroler Landestheater Maria Stuart, 30.10., 5., 12. & 13.11., 19.30h Olé! Es lebe das Leben!, 24.10., 6. & 11.11., 19.30h My Fair Lady, 21., 25. & 26.10., 19.30h Rigoletto, 23.10., 19.30h Les Troyens, 31.10. & 8.11., 18h Die Zauberflöte, 7.11., 19.30h

Kammerspiele Kasimir und Karoline, 28.10., 20h Verbrennungen, 22. & 23.10., 20h

Kellertheater Der Fall Furtwängler, 24. & 27.–31.10., 1. & 4.–7.11., 20h

Siebenkapellen-Areal (Theater praesent) Macbeth, 22.–25., 29. & 30.10., 20h

Treibhaus Gut gegen Nordwind, 10.11., 20h Shakespeare’s Greatest Hits, 19. & 26.10., 2. & 9.11., 20.15h

Theater an der Sill 7 Todsünden, 24. & 31.10., 20.15h Kiss the Frog, 22. & 29.10., 20h Der Sillschluchtmord, 7.11., 19.30h

E

iner muss den Job ja machen: Seit 15 Jahren zieht Oliver Kalkofe den täglichen Fernsehwahnsinn von Bruce Darnell bis Uri Geller durch den Kakao. Seine Sendung „Kalkofes Mattscheibe“ ist ein Quotengarant, zudem tourt der Kabarettist regelmäßig durch den deutschen Sprachraum. Mit seiner aktuellen Liveshow gastiert Oliver Kalkofe am 24. Oktober im Veranstaltungszentrum MAX am Grabenweg. Zu sehen gibt es Stand-up-Comedy und die besten Szenen aus der „Mattscheibe“. q CALLIE SHELL

© FAIRMED

Oliver Kalkofe am 24. Oktober in Innsbruck

IA

Mattscheibe Live

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Programm

IN INNSBRUCK Tamar Guimaraes • Bis 17.10., Kunstpavillon Holger Endres • Bis 17.10., Galerie Bernd Kugler The House Is On Fire, But The Show Must Go On Part II • Bis 17.10., Kunstraum Innsbruck Zita Oberwalder • „unplugged“, bis 24.10., Galerie im Andechshof Miroslav Tichy • Bis 31.10., Galerie Thoman Ferdinand Karl – Ein Sonnenkönig in Tirol • bis 1.11., Schloss Ambras Michael Clegg & Martin Guttmann • „Collected Portraits“, bis 6.11., FO.KU.S Peter Sauerer • „A Voice From On High“, bis 7.11., Stadtturmgalerie „konstantmodern“ • Fünf Positionen zur Architektur, bis 19.11., aut.architektur und tirol Gottfried Salzmann • Aquarelle, bis 21.11., Galerie Thomas Flora Claudia und Julia Müller • Bis 22.11., Galerie im Taxispalais Paulina Olowska u.a. • „Ekstatik in weiblicher Kunst“, bis 23.11., Galerie Sandhofer Christian Kerez • „Traum und Wirklichkeit“, bis 19.12., aut.architektur und tirol Vis-à-vis: Kunstankäufe des Landes Tirol 2004–2006 • Bis 13.1.2010, Tiroler Landesmuseum Sammeln, sammeln, sammeln • Sonderausstellung, bis 13.1.2010, Tiroler Landesmuseum Bäume als lebende Bauten • bis 29.1.2009, Archiv für Baukunst der Uni Innsbruck

AUSSERHALB Aus der Sammlung Dr. Klocker • bis 25.10., Galerie Goldener Engl Hall i.T. Roberta Lima • „from transgression to transcription“, bis 26.10., Stadtgalerie Schwaz Gotthard Bonell • „Zeitblick – Weitblick“, bis 26.10., Rabalderhaus Schwaz

Blühend. Virginia Jetzt! waren im Studio und haben ein neues Album mit dem Titel „Blühende Landschaften“ aufgenommen. Am 14. November kommen die Wahlberliner in den Innsbrucker Weekender Club und stellen ihr Werk dem geschätzten Publikum vor.

Kampf um die Röhre 4. Bierstindl-Kleinkunstpreis wird vergeben.

N

achwuchstalente aus dem Bereich Kleinkunst werden auch in diesem Jahr vom Kulturgasthaus Bierstindl gefördert. Von 29. bis 31. Oktober wird – bereits zum vierten Mal – am Fuße das Berg Isel um die „Bierstindl Kleinkunst Röhre“ gekämpft. Zwölf Künstler treten in den Kategorien „Text“, „Musik“ und „Körper“ gegeneinander an, die Vorrunden finden am 29. und 30. Oktober jeweils um 20 Uhr bei freiem Eintritt statt. Das Finale wird dann am 31. Oktober ausgetragen. Der Gewinner wird ausschließlich per Publikumsvoting bestimmt, insgesamt winken 3000 Euro Preisgeld. q

Gewinnspiel

© AE

Ausstellungen

© UNIVERSAL

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Akustisch wertvoll Bryan Adams am 8. November in der Dogana 6020 und Four Seasons Travel verlosen:

2 Hin- & Retourtransfers Innsbruck – Flughafen München und retour KW: „Reise“, Einsendeschluss: 16. 11. 2009 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 · INNSBRUCK GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT

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ie Akustiktour hat sich Bryan Adams selbst zum 50. Geburtstag geschenkt. Auf seinem Weg durch Europa macht er am 8. November auch in Tirol – genauer gesagt in der Dogana des Congress Innsbruck – Station. Die Zahlen sprechen für sich: Adams zählt zu den erfolgreichsten Musikern der letzten Jahrzehnte, hat 65 Millionen Alben verkauft und mit „Summer of 69“ einen der meistgespielten Radiohits aller Zeiten geschrieben. Karten gibt es bei ÖTicket und in Raiffeisenbanken. q


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KULTURDENKMAL © WARNER

von Barbara Wohlsein • bwohlsein@6020stadtmagazin.at

Bad Day und so Daniel Powter gastiert im Treibhaus.

S

o ist das mit sogenannten One-Hit-Wonders – ein großer Erfolg und dann nichts mehr. Nur gut, dass sich Daniel Powter auch abseits der Charts und Mainstreamradios wohl fühlt. Was nämlich die wenigsten wissen: Der Kanadier, der mit „Bad Day“ seine berühmten fünf Minuten Ruhm hatte, ist ausgebildeter Pianist, Singer-Songwriter und war sogar schon beim Jazz Festival Montreux zu Gast. Im Moment tourt er mit seinem neuen Studioalbum, das er gemeinsam mit zwei Musikern auf die Bühne bringt, durch Europa. Am 29. Oktober gibt Daniel Powter sein erstes Innsbruck-Konzert im Treibhaus. q

© SCHNEIDER

Markt und Geschichte Den Besuch des Haller Mittwoch-Markts kann man bis Ende Oktober mit einer Themenführung verbinden. Jeweils um 17 Uhr geht es um eine historische Besonderheit der Stadt: Am 21. Oktober erfährt man Spannendes zum Thema „Salz, Silber und der erste Taler der Welt“, am 28. Oktober dreht sich die Führung um „Die Entdeckung des weißen Goldes“. Treffpunkt ist das Tourismusverband-Büro der Region Hall-Wattens.

Die Nachhilfe Theresia Glugovsky

NEUES SCHULJAHR, N EUER A NFANG ! Individuelle Betreuung Ihres Kindes Qualifizierte u. erfahrene NachhilfelehrerInnen INNSBRUCK, Salurner Str. 18, 0512 / 570557 HALL, Stadtgraben 1, 05223 / 52737 SCHWAZ, Marktstr. 18a, 05242 / 61077

WÖRGL, Speckbacherstr. 8, 05332 / 77951 TELFS, Obermarktstr. 2, 05262 / 63376 w w w. s c h u e l e r h i l f e. a t

I

n der Musikbranche ist es auch schon mal spaßiger zugegangen. Kleine Labels sterben wie die Fliegen, PR-Menschen schicken verzweifelte Mails, man möge doch bitte Band XY im Magazin promoten, weil die zukünftige Karriere davon abhänge – und sogar bei den richtig großen Plattenfirmen hängt das Damoklesschwert über der Designercouch. Bei EMI sind die Umsätze seit Sommer 2007 katastrophal eingebrochen, der englische Großinvestor, der das traditionsreiche Label damals übernommen hat, gibt offen zu, dass er diese Entscheidung mittlerweile ziemlich bereut. Nun soll Robbie Williams den Karren aus dem Dreck ziehen. Mit seinem neuen Album „Reality Killed The Video Star“ (cleverer Titel), das am 6. November erscheint, hofft man, die EMI-Bilanzen wieder auf Vordermann zu bringen. Keine gmahte Wiesn, schließlich ist Big Robs letztes Album ziemlich gefloppt – und wieso sollte ausgerechnet ein Ex-Boygroup-Star die Menschen wieder dazu bringen, CDs zu kaufen? EMI hat da eine Theorie:

Die meisten Robbie-Fans sind den Teenagerschuhen schon ein Weilchen entwachsen, haben ihren Musikgeschmack aber noch nicht endgültig bei Ö3 abgegeben. Ergo könnten das genau jene Menschen sein, die sich für neue Platten interessieren und noch nicht so MP3-verdorben sind, dass sie dafür partout kein Geld ausgeben wollen. Ob dieses Kalkül aufgeht, wird man sehen. Rein musikalisch schaut’s eher dürftig aus, die Vorab-Single „Bodies“ ist ein ziemlich fades Potpourri aus alten Williams-Hits, ein bisschen „Rock-DJ“, eine Prise „Love Supreme“, dazu ein Angebervideo mit einem unverschämt gutaussehenden, offensichtlich auf Comeback getrimmten Robbie Williams. Dazu werden gezielt ein paar PR-Klatschgeschichten gestreut – Robbie soll seine Freundin heiraten, Robbie angeblich mit Take That im Studio, wer das noch glaubt, ist selber schuld. Auf eine sichere Einnahmequelle kann sich EMI aber verlassen: Die angekündigte RW-Tour für 2010 wird so gut wie sicher ein finanzielles Trostpflaster für die geschundene Labelseele. Damit man nicht so lange auf den schnöden Mammon warten muss, wird das London-Konzert von Robbie Williams am 20. Oktober in zahlreiche europäische Kinos übertragen. Kostenpunkt für zwei Stunden Leinwandschauen: satte 25 Euro. Irgendwo muss man halt anfangen. q


Programm

Into the Wild Die 8. Innsbrucker Naturfilmtage starten im Leokino. ntdecken und erforschen“ lautet das Motto der diesjährigen Innsbrucker Naturfilmtage, die von der Tiroler Umweltanwaltschaft und dem Leokino veranstaltet werden. Von 20. bis 23. Oktober werden verschiedenste Produktionen gezeigt, von „Highway der Schmetterlinge“ über „Congo River – Beyond Darkness“ bis hin zum japanischen Naturfilm „Die Frau in den Dünen“. Eröffnet werden die Naturfilmtage am 20. Oktober mit der Dokumentation „Laki Penan“, die das Leben des verschollenen Borneo-Forschers Bruno Manser nachzeichnet. Den Eröffnungsvortrag hält der bekannte Entdeckungsreisende und Umweltschützer Rüdiger Nehberg. q

© VERANSTALTER

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Electric City © JEUNESSE © JEUNESSE

In die Tasten Jeunesse-Jubiläum mit Mihaela Ursuleasa

Moonbootica und Kosheen in der Messehalle

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s gibt was Neues in der elektronischen Partyszene: „Electric City“ heißt die Eventserie, die am 25. Oktober in der Innsbrucker Messehalle 1 ihre Premiere feiert. Zum Auftakt bringen die Veranstalter zwei namhafte Acts für eine Nacht nach Innsbruck: Das Hamburger Electro-House-Duo Moonbootica und das DJ-Team der britischen LiveDrum’n’Basser Kosheen. Tickets gibt es im Vorverkauf um 16 Euro (Ö-Ticket), an der Abendkassa kosten die Karten 19 Euro (4 Euro Ermäßigung für Studenten). q MOONBOOTICA

KOSHEEN DJS

D

ie Förderung junger Musiker und die Vermittlung von klassischer Musik an Kinder und Jugendliche ist seit 60 Jahren das Anliegen der Jeunesse Österreich. Zum runden Geburtstags finden am 22. Oktober österreichweit 23 Jeunesse-Jubiläumskonzerte statt. In Tirol steht an diesem Tag ein Klavierrecital der Ausnahmepianistin Mihaela Ursuleasa in der TonHalle im BTV Stadtforum auf dem Programm. Die 31-Jährige spielt Werke von Mozart, Schubert, Bartók und Rachmaninow. Das nächste Jeunesse-Konzert findet bereits am 5. November statt: Der junge Gitarrist Petrit Çeku gastiert im Tiroler Landeskonservatorium. www.jeunesse.at q

© VERANSTALTER

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Gewinnspiel 6020 verlost:

5x2 Tickets für Electric City am 25. Oktober in der Messehalle Innsbruck KW: „Electric City“, Einsendeschluss ist der 23. 10. 2009, Rechtsweg ausgeschlossen • keine Bargeldablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 • INNSBRUCK • GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT


Programm

UNTER UNS GESAGT. Das neue Koschuh-Kabarettprogramm am 21. und 22. Oktober im Bierstindl.

The Voice

© VERANSTALTER

© VERANSTALTER

Chris Willis am 6. November im Stadtcafé *FAMILIENPREISE

A

B

Erwachsene

329,00

359,00

Kind

36,00

40,00

Jugend

147,00

164,00

Erwachsene

329,00

359,00

Kind

164,00

180,00

Jugend/Student/Invalide

263,00

287,00

Senior

291,00

323,00

Zivil- & Präsenzdiener

263,00

287,00

K

ein House-Club und keine Partyinsel der Welt kam in diesem Sommer an einem Namen vorbei: David Guetta. Der französische DJ und Produzent liefert einen Charterfolg nach dem anderen ab, seit August ist sein neues Album „One Love“ auf dem Markt. Die charakteristische Soulstimme auf zahlreichen seiner Tracks gehört dem Amerikaner Chris Willis. Der ehemalige Gospelsänger aus New York arbeitet seit 2001 mit David Guetta zusammen. Am 6. November ist Willis im Stadtcafé in Innsbruck zu Gast. q

Gewinnspiel

*EINZELPREISE

A

Vorverkauf ab 01.10.2009 bis 31.10.2009

B

Normalpreis ab 01.11.2009

:: INNSBRUCK INFORMATION (Burggraben 3) :: IVB KUNDENCENTER (Stainerstraße 2)

6020 verlost:

5x2 Tickets für Chris Willis am 6. November im Stadtcafé KW: „The Voice“, Einsendeschluss ist der 4. 11. 2009, Rechtsweg ausgeschlossen • keine Bargeldablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 • INNSBRUCK • GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT

:: AN DEN KASSEN DER BERGBAHNEN :: NORZPASSAGE (Maria-Theresien-Straße 8/ Vereinigte Bergbahnen) vom 01. - 31. Oktober 2009

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Programm

Wunderwelten.

Das Fotoforum Innsbruck am Adolf-Pichler-Platz zeigt bis 14. November eine Ausstellung des Künstlers Reiner Riedler mit dem Titel „Wunderwelten“.

Semesterstart Mini-Med-Vorlesungen im Herbst

Schnuppertauchen

Zum kostenlosen Schnuppertauchen lädt der 1. Tiroler Tauchsport-Club Innsbruck am 24. Oktober um 16 Uhr. Interessierte können sich auf www.tauchclubinnsbruck.at anmelden, der Probetauchgang findet im USI-Hallenbad statt. Wer bereits überzeugt ist – am 24. Oktober startet auch ein Anfänger-Tauchkurs.

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eicht verständliches Medizinwissen vermittelt auch in diesem Herbst das Mini-Med-Studium der Innsbrucker Universitätskliniken. Im großen Hörsaal der Frauen-Kopf-Klinik informieren jeden Dienstag um 19 Uhr führende Experten über aktuelle Gesundheitsthemen. Am 27. Oktober geht es zum Beispiel um Blutfette, am 10. November um Osteoporose und am 24. November ums Schnarchen. Die letzte Mini-Med-Vorlesung des Semesters findet am 19. Jänner 2010 statt – es geht um die Raucherlunge. q

vincen t und paul. ein theaterstück

Von oliVer karbus. szenen zwischen Vincent Van GoGh und Paul GauGuin. reGie: oliVer karbus. Mit benjaMin ulbrich und thoMas lackner. FerdinandeuM, MuseuMstrasse 15, 6020 innsbruck, terMine 2009: sonntaG 18. 10. uM 18.00, Mittwoch 21. 10. uM 19.30, sonntaG 25. 10. uM 18.00, Mittwoch 28. 10. uM 19.30 schulVorstellunGen: 20. + 22. 10. uM 10.00 eintritt: 12 euro, erMässiGt 8 euro, kartenVorVerkauF: MuseuMskassa , FerdinandeuM, MuseuMstrasse 15 inFos unter +43/512/594 89 -180, www.tiroler-landesMuseen.at

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ChrisWillis

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the voice of

David Guetta Hit: love is gone

Fr.06.11.09 STADTCAFE

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25.10.

So.

2009

ab 22.00 Uhr

Innsbruck/AustrIA Falkstrasse 2-4 6020 Innsbruck


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k c ü r u z k c i l B r e D PRAKTIKUM 2009

Von 18. bis 20. September fanden in Innsbruck die Landesfesttage statt. Jene Schülerinnen, die im Sommer im Rahmen des Gedenkjahrs ein Praktikum bei 6020 absolviert haben, haben die Jugendgala und den Landesfestumzug besucht und schildern ihre Eindrücke.

19. September: Jugendgala in Weiß, große Leinwände auf der Bühne gewährleisteten einwandfreie Sicht auch für die Zuschauer im hinteren Bereich. Durch den Abend führte Ö3-Moderator Benny Hörtnagl. Auf seine Begrüßungsworte folgte die Ansprache der Ehrengäste, welche sich bei den Mitwirkenden bedankten und daran erinnerten, wie wichtig kreatives Potenzial – vor allem in der heutigen Krisenzeit – ist. Die musikalische Umrahmung startete mit der ersten nominierten Band in der Kategorie Musik, „The Muffpuffs“ mit ihrem Song „Andi, der Gute“. Darauf folgten abwechselnd die Vorstellung der einzelnen Kategorien, Kommentare der prominenten Schirmherren und die Preisverleihungen an die einzelnen Künstler. Zudem traten auch die restlichen vier nominierten Musikacts auf und lieferten eine unvergessliche Show. Der Kreativwettbewerb 2009 war mit Sicherheit ein ganz besonderes Highlight im Gedenkjahr – und ein voller Erfolg für alle Beteiligten. Petra Öttl (18), Zams

© LAND TIROL/FISCHER & VANDORY (6)

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ls krönender Abschluss unseres Praktikums bei 6020 im Sommer 2009 wurden wir vom Land Tirol zu den Landesfesttagen in Innsbruck eingeladen. Dieser Einladung folgte ich natürlich gerne und so machte ich mich am 19. September auf zur Jugendgala, der Abschlussveranstaltung des Kreativwettbewerbs 2009. Am Media-Point im Congress wurden wir freundlich begrüßt und durften auch gleich unsere Presseausweise für die kommenden Tage in Empfang nehmen. Im Foyer des Congress wurden bereits ab 12 Uhr die kreativen Beiträge der Nominierten ausgestellt. Ich war sehr beeindruckt von den unterschiedlichen Ausarbeitungen der einzelnen Teilnehmer. Es wurde deutlich, wie vielseitig sich das Thema „Geschichte trifft Zukunft“ interpretieren lässt: Von Holzschnitzereien über Film und Fotografien bis hin zu lebensgroßen, gebastelten Kunstwerken war alles vertreten. Gegen 18 Uhr begann sich das Foyer langsam zu füllen und uns wurde ein Tisch in der Dogana zugewiesen. Der Saal erstrahlte ganz


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20. September:

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andesfestumzug – der Höhepunkt des Andreas-Hofer-Jahres. Und wir mittendrin. Ich habe mich total gefreut, als die Einladung zu diesem großen Event in meinem Postkasten landete. Und es kam noch besser: Ich bekam einen Sitzplatz auf der ausverkauften Tribüne und einen echten Presseausweis. Und ich muss sagen – es war gewaltig. Der Umzug war lang, aber sehr abwechslungsreich und gut organisiert. Durch unsere Presseausweise konnten wir ganz vorne in der Fotografenzone stehen und hatten einen perfekten Ausblick. Alle SecuritySchranken problemlos zu passieren, das war schon ein neues Gefühl für uns. Mein Festumzug-Fazit: Es war ein außergewöhnliches Erlebnis und ich bin sehr froh darüber, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe. Anna Maria Mühlbacher (16), Schwaz

Landesfestumzug


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ARMIN KÖSTLER als Macbeth

© DAVE BULLOCK (2)

Schön ist wüst und wüst ist schön Um das Jahr 1606 verfasste William Shakespeare eines seiner bekanntesten Dramen – jenes über den Aufstieg und Fall des schottischen Heerführers Macbeth. Gegenwärtig hat sich das „Theater praesent“ des Klassikers angenommen und bespielt mit einer „konzentrierten Fassung“ von Flo Pranger das Siebenkapellen-Areal in Innsbruck.

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s läuft gut für Macbeth, sehr gut sogar. Nachdem er die Truppen seines Königs erfolgreich gegen die Norweger angeführt hat und sogar eigenhändig den Rebellen Macdonald zur Strecke bringen konnte, wird er zum Thane of Cawdor ernannt. Drei Hexen haben ihm dies schon vorausgesagt und ihn sogar als den zukünftigen König angesprochen. Getrieben von der Aussicht auf die Königswürde und angestachelt von seiner Frau verwirft Macbeth seine Ideale von Ehre und Loyalität und ermordet den König. Dessen Söhne fliehen nach Irland und England und Macbeth besteigt den Thron. Aus Angst um seine unrechtmäßig erworbene Position an der Spitze Schottlands lässt er auch seinen früheren Freund und Kriegskameraden Banquo töten. Unter Paranoia und Wahnvorstellungen leidend verwandelt sich Macbeth zusehends zu einem verbitterten Tyrann. Während in England schon ein Bündnis gegen ihn geschmiedet wird, nimmt sich seine Frau aus Schuldgefühlen das Leben. Damit sind alle früheren Vertrauten und Freunde des Königs entweder geflohen oder tot. Schließlich stirbt Macbeth durch die Hand Macduffs, dessen Familie zuvor auf Macbeths Befehl ermordet worden ist.

Ehrliche Mittel. Wer schon mehrere Inszenierungen von Macbeth gesehen hat, weiß wahrschein-

lich, dass es Regisseuren und Dramaturgen leicht passieren kann, sich von diesem Shakespeare-Klassiker verführen zu lassen. Das vielschichtige und detaillierte Psychogramm eines Mannes, der sich selbst zum Opfer fällt, birgt die Gefahr, zu dick aufzutragen, zu viel zu wollen und dabei am Wesentlichen vorbeizuinszenieren. Umso besser, wenn sich die Bühnenverantwortlichen dieses Risikos bewusst sind und von vorne herein in eine entgegengesetzte Richtung steuern. Ehrliche theaterhandwerkliche Mittel einsetzen, um den Kern des Dramas freizulegen – das ist, so Produktionsleiter Stefan Raab, einer der Leitsätze nach denen „Theater praesent“ arbeitet. Im Falle der aktuellen Produktion kann man diese Vorgabe als erfolgreich umgesetzt betrachten. In den Räumlichkeiten des Hauptgebäudes am Siebenkapellen-Areal inszeniert Regisseur Hans Danner einen in Kostüm und Requisite (Alexia Engl) minimalistischen, in Sprache und Ausdruck eindringlichen und klaren Macbeth, der durch dramaturgische (Manuela Schwärzer) Stringenz und Schnörkellosigkeit auffällt. Das Drama auf eine Fassung für fünf Darsteller zu reduzieren, mag eine ressourcenbegründete Notwendigkeit gewesen sein. Doch sie ist von Hans Danner und Florian Eisner (tritt auch als Macduff und Duncan auf) in einer so sorgfältigen und glatten Art durchgeführt worden, dass das

Wesen des Stückes davon weitgehend unberührt bleibt, vielleicht an manchen Stellen sogar deutlicher hervortritt als im Original. Armin Köstler gibt einen modernen, emotional intensiven und impulsiven Macbeth und steht damit an der Spitze einer ganz generell modern angelegten Inszenierung – modern im Sinne von aktuell und gegenwartsbezogen. So werden etwa die Anspielungen auf das Spekulantenwesen im Monolog des angetrunkenen Rosse (Thomas Groß) stark hervorgehoben. Sarah Jeanne Babits verkörpert die machthungrige Lady Macbeth eindrücklich und nuancenreich und schafft es, der Rolle die angemessene Kühle zu verleihen. Florian Hackspiel (Banquo, Seyton), und Daniel Hasenbacher (Fleance) komplettieren das homogen wirkende Ensemble. q

DAS STÜCK Macbeth von William Shakespeare – von 15. bis 18., 22. bis 25. und am 29. und 30. Oktober, jeweils um 20 Uhr im Hauptgebäude des Siebenkapellen-Areals in der Kapuzinergasse 38 in Innsbruck. Übrigens: „Theater praesent“ bietet auch zur aktuellen Produktion wieder ein umfassendes Rahmenprogramm, bestehend aus Konzerten, Lesungen und Publikumsgesprächen an. Details unter www.theater-praesent.at

SARAH JEANNE BABITS als Lady Macbeth


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© PRIVAT

Ausufernde Prosa In seinem im Wiener Klever Verlag erschienenen Debüt „Strom“ widmet sich Robert Prosser der Frage, wie aus individuellem Erleben Literatur entstehen kann, die komplexe Wahrnehmungen und Gefühle adäquat vermittelt. Diese Frage von Fritz Gaigg ist an sich nicht neu, die gefundene Lösung hingegen sehr wohl.

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as Verhältnis zwischen Leben – man könnte es hochtrabender auch „Realität“ nennen – und seiner Darstellung in der Kunst ist seit jeher ein verzwicktes. Zu komplex erscheinen vor allem in der Moderne die vielfältigen Sinneseindrücke und die dazugehörigen Gedanken und Gefühle des Individuums, um sie vollends und gleichsam auch künstlerisch zufriedenstellend zu vermitteln. Dies hat zahllose Autoren nicht daran gehindert zu versuchen, die Komplexität der Wirklichkeit in literarische Form zu bannen. In seiner ersten Buchveröffentlichung versucht Robert Prosser ebendies auf eine so noch nicht gelesene Weise. „Es geht mir darum, für all die unzähligen Möglichkeiten, Bewegungen und Wege, die Welt und Gegenwart auszeichnen, eine Sprache zu finden, die dem allen entgegenkommt und dabei möglichst individuell und kompromisslos zur Sache geht“, so Prosser.

Geglückte Genrebezeichnung. Als „ausufernde Prosa“ bezeichnet der Verlag den Text. Selten ist eine Genrebezeichnung so geglückt wie in diesem Fall, denn tatsächlich scheinen in diesem Text, der auf 127 Seiten keine nacherzählbare Fabel entwickelt, unterschiedlichste Elemente ineinanderzufließen und mit zunehmendem Verlauf mehr und mehr über die Ufer des Bekannten zu treten. So sind zweifelsohne Anklänge an literarische Vorbilder (unter anderem Josef Winkler, Friederike Mayröcker, Franzobel und die öster-

reichische Avantgardebewegung) zu vernehmen, der Sound Prossers ist jedoch ein junger, eigenständiger, unter anderem am filmischen Schnitt und an musikalischer Rhythmik orientierter. Diese neuartige Zugangsweise ist nicht zuletzt Prossers künstlerischer Herkunft geschuldet, wurde sein künstlerisches Verfahren doch zunächst in der Graffitiszene und dann bei unzähligen Poetry Slams und auf Lesebühnen entwickelt.

Wohlüberlegt. In „Strom“ stülpt Prosser eine unbändige Lust am Sprach- und Formexperiment einer Vielzahl an (autobiographischen) Ausgangspunkten (Aufwachsen im Tiroler Dorf, Leben in Wien, zahlreiche Reisen in entlegene Weltgegenden) über und formt so eine Literatur, die manchmal tatsächlich wie ein radikaler Bewusstseinsstrom wirkt – die sich bei genauerem Lesen aber als ein in jeder Hinsicht hoch artifizieller und wohlüberlegter Text entpuppt. Einen besonderen Sog erzeugt dieser ebenso dichte wie sperrige, mit Ecken und Kanten versehene Text, wenn ihn Prosser performt. Gelegenheit, diese häufig mit Bildern und/oder Musik erweiterte Performance live zu erleben, gibt es am 7. November im ORF Kulturhaus Tirol, wenn er gemeinsam mit dem Bachmannpreisträger Michael Lentz und der Autorin und Rapperin Mieze Medusa im ORF Kulturhaus Tirol sein Buch vorstellen wird. q

Zur Person Robert Prosser wurde 1983 in Alpbach geboren und studiert Komparatistik in Wien. Er war viele Jahre als Graffitisprayer unterwegs, ehe er via Poetry Slams und Lesebühnen mit der Literaturszene in Berührung kam. Prosser veröffentlichte mittlerweile in zahlreichen Literaturzeitschriften und Anthologien und ist Mitorganisator der Innsbrucker Lesebühne Text ohne Reiter im Innsbrucker Moustache. Am 7. November präsentiert Prosser sein Buch im ORF Kulturhaus Tirol.


KINO

BLOOD, SWEAT & TEARS. Charlotte Gainsbourg verliert sich im Wald.

Satans Kirche Augen auf und durch: Lars von Triers märchenhaft grausamer Film „Antichrist“ von Michael Rathmayr

Antichrist Lars von Trier Dänemark 2009 Drama ab 30. Oktober im Leokino

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in Stummfilm. In schwarzweißer Superzeitlupe spielt sich eine fabelhaft schön inszenierte Tragödie ab: Ein namenloses Ehepaar aus Seattle in wilder Umarmung, ein kleiner Junge, der schlaftrunken aus seinem Bettchen gestiegen ist, seine Eltern sieht, auf den Tisch flieht, die Spielsachen purzeln, durchs Fenster steigt, das ein Windstoß aufgedrückt hat und hinaus in die Winternacht stürzt, wo die Schneeflocken tanzen. Dann das Entsetzen im Auge der Mutter. Im Hintergrund die Klage-Arie aus Händels „Rinaldo“.

Nature calls. Was diesem märchenhaften Einstieg folgt, ist „Trauerarbeit“, wie sie schlechter nicht verlaufen könnte. In zappendusteren, expliziten Bildern erzählt von Trier, wie die Frau (Charlotte Gainsbourg) sich immer mehr in Selbstvorwürfen und Angst verliert, während ihr vom Tod des gemeinsamen Kindes scheinbar unberührter Mann, ein Psychotherapeut, gegen alle Regeln des Metiers versucht, sie zu behandeln. Indem er sie mit ihren Urängsten konfrontiert, will er sie aus der Depression holen. In der Frau, die sich als Historikerin mit Formen der Gewalt gegen Frauen, besonders mit Hexenverfolgung befasst hat, wächst der Widerstand gegen die Bevormundung durch ihren Mann. Ohnmacht, Verzweiflung, Angst, schließlich der Kampf gegeneinander und gegen sich selbst. Bis aufs Blut, bis zum „Gynocide“ und weiter – davor gibt von Trier keine Ruhe. All das spielt sich ab vor einer zutiefst bedrohlichen Natur, im Wald – seit jeher jener Ort, an dem in Märchen nichts Gutes passieren kann. Eicheln prasseln aufs Dach von „Eden“, der Hütte, in die sich das Paar zurückgezogen hat. Zecken befallen einen, wenn man nur die

Hand aus dem Fenster steckt, ein Fuchs zerfleischt sich selbst und faucht: „Chaos regiert!“

Des Messers Schneide. Der dänische Filmemacher Lars von Trier hat sich weit entfernt von „Dogma 95“, jenem Manifest für die Produktion von Filmen, das er mit Thomas Vinterberg und zwei weiteren dänischen Filmemachern 1995 ins Leben gerufen hatte. Eine Art Keuschheitsgelübde für Regisseure, das als Drehorte nur Originalschauplätze erlaubt, jede Art von Verfremdung, Requisiten, künstliche Beleuchtung, nicht am Set stattfindende Musik, Waffengewalt und Morde verbot. „Idioten“ war der Film, den von Trier 1998 streng nach den „Dogma“-Regeln in Szene setzte. Mit dem preisgekrönten Musical-Melodram „Dancer In The Dark“ verabschiedete er sich zwei Jahre später schon wieder von dieser nicht zuletzt auch kostensparenden Methode des Leinwand-Realismus. Bewahrt hat sich von Trier die radikale Bildsprache, eine Kamera, die im Fall von „Antichrist“ keine der Grausamkeiten auslässt, die Mann und vor allem Frau einander und sich selbst antun können. Was leider auch zur Folge hat, dass man dem Ende des Films weniger aus Spannung entgegenfiebert, sondern mitunter, weil man es dann endlich hinter sich hat. Seit dem Scheitern seines Bayreuther „Ring“-Projektes leidet der 53-Jährige selbst an einer schweren Depression. Für „Antichrist“ war es ihm nicht möglich, selbst die Kamera zu führen. Er konnte die Aufnahmen nicht ohne Zittern machen, was er bedauerte und für „demütigend“ hielt. Noch mehr als vor der Natur da draußen scheint sich Lars von Trier derzeit nur vor der Natur des Menschen zu fürchten. q


Ohrenschmaus & Augenweide

Humbug! Ebenezer Scrooge eröff net den Reigen der Weihnachtsfi lme für Disney.

Ganz großes Kino Filmkritiken, auf die Schnelle

Der Informant

GOTISCH. Noomi Rapace in der Stieg-Larsson-Verfi lmung „Verblendung“

Steven Soderbergh, USA • Komödie (ab 6. 11.) Matt Damon als redseliger FBI-Informant in Sachen Corporate crime. Die reale Geschichte von Mark Whitacre, hochdekorierter Mitarbeiter beim Lebensmittelriesen ADM, der illegale Preisabsprachen in mitunter fantastischen Ausführungen ans Licht brachte, dafür aber manch anderes im Dunkeln ließ. Damon samt Wampe und Schnauzer in Höchstform.

Sönke Wortmann, D • Drama (ab 23. 10.) Im 9. Jahrhundert wächst in Franken ein kluges Mädchen namens Johanna heran, das durch einen Glücksumstand Unterricht erhält. Als sich ihr plötzlich alle Möglichkeiten verschließen, als Frau weiter zu studieren, beschließt sie, ihr Leben als Mann fortzusetzen. Sie geht in ein Kloster, wird Priester, später Leibarzt des Papstes in Rom und schließlich dessen Nachfolger. Doch, no na, die Liebe wird ihr zum Verhängnis. So oder so ähnlich soll es sich zugetragen haben.

Disneys Eine Weihnachtsgeschichte Robert Zemeckis, D • Animation (ab 5. 11.) Jim Carrey meets Charles Dickens: Hollywoods liebster Possen- und Fratzenreißer leiht dem alten Geizkragen Ebenezer Scrooge und den Weihnachtsgeistern, die dieser eben nicht rief, Stimme und wohl auch Mimik. Was sich ja trotz des bekannt heiklen Themas erträglich anhört. Das Ganze in 3D. Humbug!

Michael Jackson: This Is It Kenny Ortega, USA • Dokumentation (ab 28. 10.) Um ein Haar hätte ja in Wien das größte Tribute-Konzert der Popgeschichte stattgefunden. Die Rundum-Absagen dürften allerdings weniger mit Michael als mit seinem etwas voreiligen Bruder Jermaine zu tun haben. Nun jedenfalls kommt „This Is It“ in die Kinos – gedreht von April bis Juni dieses Jahres, von Jacksons Bühnenregisseur Kenny Ortega. Der Film verspricht intime Momente mit dem erstaunlich

© POLYFILM (2), WARNER (1)

Die Päpstin

agil wirkenden King of Pop und versteht sich selbstredend als Vermächtnis.

Bullys Humor mögen oder nicht – geschäftstüchtig ist der 41-jährige Münchner jedenfalls.

Oben

Wüstenblume

Docter/Petersen, USA • Animation Disney/Pixar mit dem nächsten Meisterwerk: Ein 78-jähriger Ballonverkäufer erfüllt sich seinen Traum und startet mithilfe tausender Luftballons samt Haus gen Südamerika. Überraschungsgast: der achtjährige Jungabenteurer Russell.

Sherry Horman, D/Ö/F • Drama Der Film setzt ein, als Waris Dirie im Alter von 13 Jahren zwangsverheiratet werden soll und deshalb die Flucht ergreift. Durch die Wüste schafft sie es über Mogadischu zu Verwandten nach London, wo sie später von einem Modefotografen entdeckt wird. 1997 spricht sie erstmals öffentlich über ihre Genitalverstümmelung und setzt sich fortan für ein Verbot des grausamen Rituals ein. Der Film kratzt bei den ernsten Seiten von Diries Biografie allerdings nur an der Oberfläche.

Verblendung Niels Arden Oplev, Dänemark/D/Schweden • Thriller Teil 1 von Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie. Der Journalist Mikael Blomkvist wird nach einer gehörig gescheiterten Aufdeckerstory zur Industriellenfamilie Vanger in Schwedens hohen Norden gebeten, das Mysterium rund um Henrik Vangers verschwundene Nichte Harriet zu lüften. Blomkvist stößt auf weit tiefere Abgründe, als er anfangs vermutet hat.

Wickie & die starken Männer Michael „Bully“ Herbig, D • Komödie Männer von Flake! Bully Herbig nimmt sich der nächsten großen Saga seiner Kindheit an: Nach Winnetou und Old Shatterhand sind Wickie, Halvar, Snorre, Faxe und Konsorten dran. Man kann

Trash des Monats All Inclusive Peter Billingsley, USA • Komödie (ab 6. 11.) Vier Paare auf Reisen. Drei davon glauben, sie landen zum Urlaub auf Bora Bora, stattdessen wartet Paartherapie inklusive Sex-Tipps vom Baum der Erkenntnis auf sie. Soweit das halblustige Set-up. Und leider ist auch der Rest des Trips bis auf das schöne Eiland und den stets erquickenden Vince Vaughn alles andere als ein Kracher. Kein Desaster, aber übersehenswert.

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Der Informant

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ROTZBREMSE. Matt Damon kann‘s tragen – als „Der Informant“ von Steven Soderbergh.

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Ohrenschmaus & Augenweide

„She needs to lose thirty pounds or gain sixty. Anything in between has no place on television.“ ALEC BALDWIN ALS PRODUZENT JACK DONAGHY IN 30 ROCK

Ohrenschmaus

DVD-Boxenstopp

Biblische Freuden

Sexy Mikrowellen

The Mountain Goats: The Life Of The World To Come | 4AD/Beggars/Indigo

30 Rock • Staffel 1 (21 Episoden) Universal Home Entertainment

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KKKKKKKK

Von Bergziegen kriegt man im Tal herunten nicht allzu viel mit. Ähnlich verhält es sich mit The Mountain Goats und dem Mainstream. Leute wie John Darnielle, dichtender Sänger, Gitarrist und kreatives Zentrum der 1991 im Süden Kaliforniens gegründeten Band, sind schwer zu vermarkten. Er sieht ein wenig aus wie ein frustrierter Biologielehrer, seine Texte sind kryptisch und die akustische Gitarre nicht eben groß in Mode dieser Tage. „The Life Of The World To Come“, das sechste Album auf 4AD, spielte Darnielle mit Peter Hughes und John Wurster ein, die Streicherarrangements stammen von Owen Pallett (Final Fantasy). Es ist eine entspannte musikalische Reise durch biblische Metaphorik, die weniger religiöse Erleuchtung ist, als Songtitel „Ezekiel 7 And The Permanent Efficacy Of Grace“ vermuten lassen. (mr)

Die Comedy-Serie „30 Rock“ spielt hinter den Kulissen einer fiktiven Show der NBC-Studios im Rockefeller Center in New York – daher auch der Name. Dort arbeitet die Autorin Liz Lemon (Tina Fey, früher selbst Chefautorin von „Saturday Night Live“) und versucht, ihre durchgeknallten Stars Jenna Maroney (Jane Krakowski, bekannt als Elaine aus „Ally McBeal“) und Tracy Jordan (Tracy Morgan) in Zaum zu halten und gleichzeitig die recht eigenwilligen Management-Methoden ihres neuen Chefs Jack Donaghy (unvergleichlich gespielt von Alec Baldwin) abzuwehren. Schrullige Nebencharaktere wie der Page Kenneth und eine lange Liste von Top-Gaststars wie Steve Martin, Conan O’Brien, Jerry Seinfeld, Al Gore, John McEnroe, Carrie Fisher, Jennifer Aniston, Steve Buscemi oder Salma Hayek geben dieser höchst amüsanten Serie – in den USA läuft bereits die 4. Staffel an – den letzten Schliff. (pf)

Patschenkino Einsame Klasse

Layer Cake

Ian Brown: My Way Fiction/Universal

Krimi GB 2004 Sa 24. Oktober, 23.45h, ORF1

cccccccc In Zeiten, wo allerorts zu Reunions geblasen wird, muss man Ian Brown hoch anrechnen, dass es in Sachen Stone Roses keinen Rücktritt vom Rücktritt gibt. Das, obwohl die Band aus Manchester um 1990 wohl das Heißeste war, was die Insel musikalisch zu bieten hatte. Seit Auflösung der Roses sind 13 Lenze ins Land gezogen, Ian Brown vertreibt sich derweil von der Außenwelt einigermaßen unbeirrt als Solokünstler die Zeit. „My Way“ ist sein sechstes Album – und während der esoterische Richard Ashcroft , The-Verve-Frontmann mit ähnlicher Biografie, mit oder ohne alter Band zusehends in die Bedeutungslosigkeit entschwindet, zeigt der knochige Altpunk Brown, wie man nach dem Ende der selbst gebauten Legende in Würde weitermacht. (mr)

Frühpension. Gelegentlich fällt der Ausstieg schwerer als der

Einstieg. Daniel Craig als Saubermann im schmutzigen Drogensumpf Londons. Als Zwischenhändler hat er einiges an Reibach auf die Seite gebracht und sich dabei eine relativ weiße Weste bewahrt. Nun aber will der Überboss der Unterwelt noch zwei nicht eben kleine Gefallen vom namenlosen Helden: Erstens soll er das abhanden gekommene Töchterchen eines Gangsterbosses finden, zweitens eine Million Ecstasypillen verhökern. Sehenswert.

Zippe-Zappe

Aus dem Tagebuch eines TV-Junkies

Herz auf Zunge

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anchmal macht das Sparprogramm des ORF nur sehr begrenzt Sinn. Zum Beispiel, wenn Kapazunder wie Russland-Korrespondentin Susanne Scholl in Pension geschickt werden, weil sie das biblische Alter von 60 Jahren erreicht haben. Nach ihrem Abgang bleiben nur mehr wenige Korrespondenten übrig, deren Gesicht man sofort mit einer Stadt verbindet. Ein überraschend gutes Händchen hat der ORF jedoch bei Hanno Settele, dem aktuellen Leiter des Auslandsbüros in Washington, bewiesen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die ziemlich fad (Raimund Löw) bis arrogant (Eugen Freund) herüberkamen, ist der gebürtige Vorarlberger eine echte Spaßkanone. Sein

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ist Hanno Settele eine echte Spaßkanone.

Handwerk beherrscht Settele um keinen Deut weniger als seine Kollegen – was ihn aber unterscheidet, ist sein erfrischend menschlicher Zugang zu den Weltgeschehnissen. Wenn ihn etwas berührt, amüsiert oder ganz einfach ärgert, dann sagt er das auch live auf Sendung. Selbst wenn seinen seriösen ZiB-Kollegen in Wien dabei mitunter kurz das Lächeln einfriert. Nach dem Hurrikan Katrina war Hanno Settele die Verzweiflung und Wut buchstäblich ins Gesicht geschrieben, selten hat man so viel ehrliche Emotionen in einer Nachrichtensendung gesehen. Nur gut, dass dieser Mann erst 45 Jahre alt ist, ein paar Jährchen Unterhaltung bleiben uns Zuschauern also noch. q

© ORF (1), UNIVERSAL HOME ENTERTAINMENT (1)

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© 2009 Constantin Film Verleih GmbH

© 2009 Sony Pictures Releasing GmbH

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PRÄSENTIERT VON

RÄTSEL 1

DIE FRAGEN

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Kollaps: klingt anfangs gar nicht danach, dass da was auseinander(!)fällt

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Ob die auch in entlegenen Winkeln wärmt? 7

Gibt Wanderern flüssig kalt warm

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Mach keine Geschichte, sonst gehst du in die ein

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Bringt vor Werfer Helligkeit und trügt dennoch oft Klingt wie nobler Zuschauerplatz für Sterndeuter 9

Wenn ich undeutlich sprech, frag ich mich, ob der Nager auch auf Kugeln pfeift Pingeliger Pedant mit Hang zur Hülsenfruchtnumerologie?

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Woran denkt Zapfmeister vor Beginn des Oktoberfests und Mücke vor dem Abendmahl? (1-2 W.)

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Verschafft Rindern zwar keinen Blick, dafür macht es aus Seemännern unter Deck Sehmänner Was bleibt als Rest, wenn ich das Burgei zerschlag

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Was findet Brite am Cherokee heldenhaft?

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Frühling im Vatikan: „Geplatzt ist meine Audienz “ der Papst macht sich wohl einen ...!“

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Sorgte fliegerisch für –ber-Schall und leider auch Rauch 19

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Wenn sich Kinder balgen, hats buchstäblich sehr viel von Fischen Diese Korridore haben was von Vorspeise, Hauptspeise oder Dessert

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DAS LÖSUNGSWORT A

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Lösung der letzten Ausgabe: E

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Satire

Das jetzige Pensionsantrittsalter wird auf Dauer nicht zu halten sein.

Das Ding an sich

Der Kaugummi. Es war wieder einmal die

Not, die erfinderisch machte. Im Jahr 1869 experimentierte der New Yorker Erfinder Thomas Adams auf der Suche nach einem Kautschuk-Ersatz mit einer Substanz namens Chicle, dem Saft des Breiapfelbaumes. Erfolg war der Unternehmung keiner beschieden, dafür hatte Adams den Einfall, kleine, anfangs noch geschmacklose Chicle-Kugeln zum Kauen auf den Markt zu bringen. Die Idee schlug ein, schließlich schoben sich die Menschen schon seit der Steinzeit Verschiedenes zum reinen Kauvergnügen in den Mund. Adams wurde so zum ersten Kaugummifabrikanten mit durchschlagendem Erfolg.

Mr. Kaugummi. Den Titel „Mr. Kaugummi schlechthin“ holte sich dennoch ein anderer. William Wrigley Jr. entwickelte in den 1890er Jahren die heute noch beliebten Sorten Wrigley‘s Spearmint und Juicy Fruit. Heute besteht ein Kaugummi in der Regel aus einem synthetischen Thermoplast (sprich Kunststoff) als Grundmasse und Süßungsmitteln, Aromen, Farbstoffen sowie Weichmachern, Feuchthaltemitteln und Emulgatoren.

Assozi(t)iert NOBELPREIS » THEORIE » HUMOR »

MENSCH » EITEL » KARRIERE » STERBEN

Die Ökonomie ist die einzige Wissenschaft, in der sich zwei Menschen einen NOBELPREIS teilen können, weil ihre THEORIEN sich gegenseitig widerlegen. JOSEPH STIGLITZ Wir beide, wir haben HUMOR. Sie in der Praxis, ich in der THEORIE. EDMUND STOIBER (ÜBER SICH UND SEINE FRAU)

Ein ernster MENSCH sein und keinen HUMOR haben, das ist zweierlei. ARTHUR SCHNITZLER

Siehe, kein Wesen ist so EITEL und unbeständig wie der MENSCH. HOMER

Für die große Kunst-KARRIERE war ich zu wenig EITEL. MARIO ADORF

Ich weiß nicht, wann ich meine KARRIERE beende. Es wäre doch schön, auf der Trainerbank zu STERBEN. IVICA OSIM

STERBEN mag ich nicht. Das ist das Letzte, was ich tun werde in meinem Leben.

ROBERTO BENIGNI

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Essay

Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

von Johannes F. Park jfpark@6020stadtmagazin.at

Zahn-Los Man kann heute Musik für 50 Tage Dauerbeschallung in der Hosentasche herumtragen, aber die Zähne schrubben wir immer noch mit Nylonborsten. Ist das der Weisheit letzter Schluss?

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um Thema Ärzte habe ich eine ganz klare Meinung: Es gibt gute und es gibt schlechte. Die guten sind Kinderund Frauenärzte, Pathologen und Gerichtsmediziner. Den Rest können Sie vergessen. Da bin ich Patient oder werde es vielleicht irgendwann einmal sein. Deshalb ist Schluss mit lustig. Neulich wieder beim Zahnarzt gewesen. Meine Fresse, kann ich Ihnen passenderweise sagen, das war eine Kontrolle. Die gute Frau hat gebohrt, dass ich mir irgendwann sicher war, jetzt stößt sie gleich auf Erdöl. Dabei ist es mir ein Rätsel, warum ich beim Betreten dieser Kammer des Schreckens immer noch gefragt werde, ob ich zur „Kontrolle“ gekommen bin. Warum diese verdammte Heuchelei? Sprechen wir es doch einfach aus: Ich bin bei Ihnen, liebe Frau Doktor, um mir meine halbjährliche Portion Schmerz abzuholen. Stellen Sie die Baustellenhütchen auf, werfen Sie den Presslufthammer an und malträtieren Sie mich! Zum Thema Zahnpflege habe ich eine ganz klare Meinung: Es gibt gute und es gibt schlechte. Die gute hat etwas mit der richtigen Technik zu tun. Und mit Streberbedarf wie Zahnseide und Mundspülungen. Schlechte Zahnpflege ist das, was man einer Ohnmacht nahe morgens und nachts vor dem Badezimmerspiegel zusammenbringt. Danach hat man zwar keine sauberen Zähne, aber wenigstens stellt sich wie bei jeder Alibihandlung das Gefühl ein, wenigstens so getan zu haben als ob. Ich für meinen Teil putze die Zähne regelmäßig – schlecht, dafür aber punktuell wahnsinnig gut. Und zwar zwei Tage vor und nach einem Zahnarztbesuch. Dann schleichen sich wieder Flüchtigkeitsfehler ein, die schon einmal damit in Zusammenhang stehen, dass sich bei den Zähnen oben, gaaanz hiiinten, wenn ich mich mit der Zahnbürste bis dorthin wage, der Brechreiz regt. Und das ist für gewöhnlich doch ein untrügliches Zeichen, mit dem der Körper seinem Besitzer mitzuteilen versucht: Da ist was drin, das muss schnell wieder raus. Wahrscheinlich wird es Sie nicht überraschen, aber auch zum Thema Innovationsgrad der Menschheit habe ich eine ganz klare Meinung: Es gibt gute Erfindungen und schlechte. Die guten wurden noch nicht gemacht. Man kann heute Musik für 50 Tage Dauerbeschallung in der Hosentasche herumtragen oder sich das Arschgeweih vom Ibiza-Urlaub 2002 weglasern lassen, aber die Zähne schrubben wir immer noch mit Nylonborsten. Ist das der Weisheit

Schlechte Zahnpflege ist das, was man einer Ohnmacht nahe morgens und nachts vor dem Badezimmerspiegel zusammenbringt. letzter Schluss? Wo heute jede handelsübliche Chemotherapie gezielt schädliche Zellen im Körper angreift. Da muss es doch möglich sein, ein Mundwasser oder so etwas in der Art zu entwickeln, das mit unerwünschten Bakterien ordentlich aufräumt. Oder noch besser: eine Impfung (nach Möglichkeit bitte zum Schlucken oder Einreiben). Was aber macht die Dental-Mafia? Bringt sicher lieber Elektrozahnbürsten mit eingebautem Schrittzähler oder Caipirinha-Zahnpasta auf den Markt. Als Service für Sie habe ich schnell etwas durchgerechnet: Wer in den letzten zehn Jahren jeden Tag in der Früh und am Abend jeweils fünf Minuten die Zähne geputzt hat, war 25 Tage nur mit diesem öden Geschrubbe beschäftigt. Dostojewski hatte seinen Roman „Der Spieler“ in 16 Tagen fertig. Also mir gibt das zu denken, auch wenn ich Ihnen auf die Schnelle nicht sagen kann, warum. q

Ihr Johannes F. Park


Unsere Lebenskraft.

TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG


Warum jammern, wenn's Erdgas gibt…?!

t!? n e C 0 n! um 5 e n k i n z a n t e s B rdga E e i S n j a , wen

Erdgas ist der innovative Kraftstoff. Erdgas als Kraftstoff ist besonders wirtschaftlich und umweltschonend. Die Kraftstoffkosten reduzieren sich im Vergleich zu Diesel um mehr als 30 %, im Vergleich zu Benzin um rund die Hälfte. Erdgas verursacht keine Feinstaub- und Rußpartikelemissionen, auch andere Schadstoffemissionen sind vergleichsweise gering. Infos unter 0800 / 828 829 und www.tigas.at

6020 / Vol.129 / Oktober 2009  

6020 - DAS JUNGE MAGAZIN FÜR TIROL Deses Monatsmagazin erreicht Tirols Jugend mit Fokus auf den urbanen Raum in und um Innsbruck. Die Zielgr...