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Allein unter Männern

P.b.b. 09Z037987M, 6020 Innsbruck

Drei untypische Lehrlingsberufe

Mit desnten w ichtig EN IN TERJM / Juli n im u 0i 9 20 Ausgabe

126 09 Juni/Juli 20 ng

IMMER

GRATIS. Nie umsonst.

25 Jahre Anpacken Das Ho&Ruck feiert Geburtstag

Matsch made in heaven

Das FestivalSurvival-Package

8. Jahrga

t h e g Es

b a g r be

t e n ff rö e d ir w il a tr le g in S n e tt e Der Nordk


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Einstiegshilfe

EDITORIAL

Über das Entdecken der eigenen Identität

INHALT 05

Innsbruck und Umgebung

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25 Jahre soziales Anpacken Ho&Ruck feiert Geburtstag

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Viel Lärm um Nichts? Eine Bilanz der ÖH-Wahlen

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Allein unter Männern Drei untypische Lehrberufe für Mädchen

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Ohne Empfang Wie lebt eine Familie ohne Fernseher?

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Coverstory: Es geht bergab Der Nordketten Singletrail wird eröffnet

von Michael Steinlechner

M

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Zu jeder Jahreszeit Das Flughafentaxi Four Seasons Travel im Porträt

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Matsch made in heaven Das Festival-Survival-Package

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Das österreichische Gebirgspony Die 6020-Oldtimer-Serie

34

MundArt Diesmal: Eine ehrliche Brotzeit

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Volles Programm Die besten Events der nächsten Wochen

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Traumhafte Grooves Das neue Album von Ed Royal

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Ein Kartenhaus in Wilten Für Sammler und Spieler

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Ohrenschmaus und Augenweide

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Interaktiv: Das 6020-3D-Rätsel

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6020-Exklusiv

62

Johannes F. Park

an merkt, dass man alt wird, wenn man die Welt nicht mehr ganz versteht. Habe ich meiner Oma vor zehn Jahren das Internet mit den Worten „Du musst dir das wie eine riesengroße Bibliothek vorstellen …“ erklärt, brauche ich heute selbst fachliche Hilfe, um den Sinn von Community-Plattformen wie Facebook, StudiVZ oder Twitter zu entschlüsseln. Dass man an ihnen leicht vorbeikommt, wenn es um das persönliche Glück geht, weiß ich jetzt ebenso, wie dass man an ihnen nicht vorbeikommt, will man die gesellschaftliche Entwicklung der – vor allem – jungen Welt verstehen. Früher wie heute dreht sich im Leben viel um das Finden der eigenen Identität. Diese definiert sich meistens dadurch, dass man zwar viel genau so wie die breite Masse macht, sich aber in einigen Punkten deutlich davon unterscheidet. Das neue Zusatzfeature beim Finden der eigenen Werte ist aber das Mitteilungsbedürfnis, das exhibitionistische Teilen seiner Privatsphäre mit der ganzen Welt. War man früher froh, dass es keine Fotos vom letzten Abend gibt, ist man heute enttäuscht, wenn man auf diese nicht mindestens hundert Rückmeldungen erhält. Hatte man früher genug zu tun, sich um einige, wenige Freunde zu kümmern, kann man heute nicht genug Fans und Freunde aufbauen, um das eigene Selbstwertgefühl zu stärken. Zweifelsohne ist es schmeichelhaft hunderte Glückwünsche zum Geburtstag zu erhalten, ob die Gratulanten auch bei der Beerdigung erscheinen würden, ist eine andere Frage. Natürlich hat das Internet unser emotionales

Leben schneller und vor allem spannender, oder besser: weniger langweilig gemacht. Doch man sollte sich der Tücken ebenso bewusst sein. Wie viel Zeit verwende ich für etwas, das mich vom echten

Zweifelsohne ist es schmeichelhaft, hunderte Glückwünsche zum Geburtstag zu erhalten, ob die Gratulanten auch bei der Beerdigung erscheinen würden, ist eine andere Frage. Leben ablenkt? Weiß ich überhaupt, dass es mich ablenkt, oder halte ich es für das echte Leben? Habe ich ein Problem, wenn ich eine Woche keinen Computer, kein Handy zur Verfügung habe? Das echte Leben ist im Verhältnis unspektakulär. Man sieht bei weitem nicht so gut aus wie auf den Fotos, mit denen man seine Profile schmückt. Die Bemerkungen, die man spontan von sich gibt, sind nicht annähernd so geistreich, und überhaupt: Alles in Allem ist man live nie so gut wie das schlechteste Facebook-Profil und kaum einer hat so viel Spaß und Freunde im echten Leben wie im Netz. Umso mehr nährt sich der Gedanke, dass diese Entwicklung nicht die Lösung diverser Identitätskrisen darstellt und sich wie viele Hypes vermutlich irgendwann überleben oder gar ins Gegenteil verkehren wird. Ich habe die Schlagzeile schon vor mir: „Google kauft leavemealone.com für 1,3 Milliarden US-Dollar.“ q

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INNSBRUCK © 6020/BERGER

UND UMGEBUNG Straße gefällig? Wir verlosen ein Straßenschild.

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© 6020/BERGER

ie alten Straßenschilder in der Innsbrucker Innenstadt wurden in den vergangenen Monaten durch moderne Tafeln ersetzt. Die ausgedienten Schilder landen aber nicht in der Metallpresse, sondern werden zugunsten der Tiroler Frauenhäuser versteigert – die erste Auktion fand am 5. Juni in den Rathausgalerien statt. Damit auch die 6020-Leser ein Andenken an die „gute alte Zeit“ haben, verlosen wir das ausgediente Straßenschild der Erlerstraße. Einfach ein Mail an gewinnspiel@6020stadtmagazin. at (Kennwort: „Erlerstraße“) schicken und kurz begründen, wieso man das Schild gerne bei sich zuhause stehen hätte. Ob es die Lieblings-„Gassi“-Strecke des Familienhunds oder der Treffpunkt zum ersten Date war, ist uns egal. Nur plausibel sollte die Erklärung sein. Einsendeschluss ist der 29. Juni. q

VON LINKS: Harald Vozu, Verena Rofner, Armin Schneider (OeNB) und Helga Bsirske

So sehen Sieger aus.

Am 26. Mai wurden offiziell die Sieger des 6020-Gewinnspiels der Österreichischen Nationalbank gekürt. Der erste Preis (ein Großer Philharmoniker im Wert von 725 Euro) ging an Verena Rofner, Geologie-Studentin aus Südtirol, die „Silberne“ ging an Harald Vozu aus Schwaz und den dritten Platz konnte Helga Bsirske aus Innsbruck ergattern. Armin Schneider, Direktor der OeNB-Zweigstelle Innsbruck, gratulierte den „vergoldeten“ Gewinnern persönlich. Übrigens: Der Zielort des Gold-Quiz war Lienz. q

Gratis ab vier

Kindergartenbesuch ab vier Jahren wird kostenlos.

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eitreichende Veränderungen wird das verpflichtende Kindergartenjahr in Tirol nicht bewirken: Schon jetzt besuchen 97 Prozent aller Fünfjährigen einen Kindergarten, so die zuständige Abteilung des Landes Tirol. Deshalb seien vorerst auch keine Personalaufstockungen nötig. Die Eltern dürfen sich hinge-

gen über eine merkbare finanzielle Entlastung freuen: Ab Herbst 2009 geht der Tiroler Nachwuchs bereits ab vier Jahren 20 Stunden pro Woche gratis in den Kindergarten. Die Kosten für die Betreuung der Fünfjährigen übernimmt der Bund, jene für die Betreuung der Vierjährigen übernimmt – freiwillig – das Land Tirol. q


Innsbruck & Umgebung

© MPREIS

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Fliegen für Zwei 1+1 Tandemparagliding bei MPREIS

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© FIRST DOG BOWL

ass man im Supermarkt öfter mal etwas dazugeschenkt bekommt, ist nicht neu. Dass es sich beim „Extra“ um einen Tandem-Paraglidingsprung handelt, hingegen schon. In zahlreichen MPREIS-Märkten Tirols kann man zur Zeit einen Tandemsprung von Air Taxi im Stubaital um 99 Euro kaufen – und erhält einen weiteren Tandemsprung gratis dazu. Das Angebot inkludiert die Bergfahrt mit dem Lift und eine Versicherung. Eingelöst werden können die Tickets bis 1. Mai 2010 – auch unabhängig voneinander. 6020 verlost zwei Tandem-Paraglidingsprünge von Air Taxi im Stubaital (Wert: 99 Euro) – einfach ein Mal an gewinnspiel@6020stadtmagazin.at (Kennwort: „Flieg!“) schicken, Einsendeschluss ist der 29. Juni. q

First Dog steht auf Bling Bo frisst aus einem Swarovski-veredelten Futternapf

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ie Welt liebt bekanntlich alles, wo Obama draufsteht. Deshalb ist seit dem ersten Auftritt von „First Dog“ Bo auch die Popularität von portugiesischen Wasserhunden explosionsartig angestiegen. Einen Trend könnte auch die Napfwahl des berühmtesten Hundes seit Lassie auslösen.

Bo Obama frisst nämlich aus einem mit Swarovski-Crystallized™-Elementen besetzten Futtergeschirr der Marke Lillibed. Überreicht wurde der Napf von Vaclav Klaus und Mirek Topolanek zum Abschluss von Obamas Europabesuch im April. In Wattens freut man sich über den prominenten Fan. q


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Innsbruck & Umgebung

VHS-Kurs des Monats

Falschgeld

© CYTA

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CYTA wächst.

Die Cyta Shoppingwelt in Völs bekommt Zuwachs: Im Herbst 2009 sollen zusätzliche 450 Quadratmeter Einkaufsfläche eröffnet werden. Auf diesem Raum, der direkt vom Parkdeck 4 aus erreicht werden kann, sollen sieben neue Geschäfte Platz finden. Die Investitionen in diesen Wachstumsschub belaufen sich auf zwei Millionen Euro. q

lüten“ einfach, sicher und rasch erkennen – dieses Seminar macht auch Sie zum Geldscheinprofi. Gemeinsam mit einem Experten der Österreichischen Nationalbank (OeNB) erlernen Sie das Echte vom Falschen im und am Geld zu unterscheiden. Anhand von echtem Falschgeld und falschem Echtgeld bekommen Sie die einzelnen Prüfschritte erklärt und werden mit Tipps und Tricks über das Thema Banknotensicherheit beraten. q Zeit

17.6., 18–19.30 Uhr

Ort

VHS-Haus; 1. Stock, Raum 9, Marktgraben 10

Kosten

4 Euro

Finanzierung gesichert Kleiderausgabestelle in den Viaduktbögen vorerst gerettet

it einem Hilferuf wandte sich der Verein für Obdachlose Mitte Mai an die Öffentlichkeit: Aufgrund fehlender Landessubventionen müs se die Kleiderausgab estelle im Viaduktbogen 36 in Kürze geschlos sen werden. Seit 18 Jahren werden in der Einrichtu ng kostenlos Kleider und Schuhe verteilt, nebe n Obdachlosen sind auch Pensionisten und Men schen mit geringem Einkommen auf diese soziale Hilfe angewiesen. Allein im Vorjahr wurd en 18.0 00 Kleidungs stücke und 850 Paar Schu he ausgegeben. Am 2. Juni kam von Landesra t Gerhard Recheis schließlich die erlösende Nachricht – es sei gelungen, die Finanzierung durc h Regierungsverhandlungen zumindest bis Jahresende zu sichern. Ein Teil des Budgets soll aus der Abteilung Arbeitsmarkt förderung kom men. q

© BERNHARD NICOLUSSI

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VON LINKS: Benedikt Zecha (Obmann des Vereins für Obdachlose), LR Gerhard Reheis, Eva Wankmüller (Leiterin der Kleiderausgabestelle) und Rosmarie Pavia (Mitarbeiterin der Kleiderausgabestelle).


Fühlen Sehen Durchsichtsregister Das Druckdetail ergänzt sich in der Durchsicht zur ganzen Wertzahl.

Papier Das Papier fühlt sich griffig und fest an. Einige Teile auf der Vorderseite sind im Tiefdruckverfahren gedruckt, das ein fühlbares Relief erzeugt.

Kippen Wasserzeichen In der Durchsicht erscheint sowohl ein Architekturdetail als auch die Wertzahl.

Sicherheitsfaden In der Durchsicht wird eine dunkle Linie sichtbar.

Auch für eine der sichersten Währungen der Welt gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Hologramm ( Folienelement) Beim Kippen der Banknote erscheint als Hologramm je nach Betrachtungswinkel ein Architekturdetail oder die Wertzahl.

Zahl mit Farbwechsel Die Farbe der Wertzahl rechts unten verändert sich beim Kippen von purpurrot zu olivgrün oder braun.

Fühlen, Sehen, Kippen: drei einfache Schritte, um die Echtheit einer Banknote zu erkennen. Stabilität und Sicherheit


Innsbruck & Umgebung

© THOMAS LAIMGRUBER

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Täter und Opfer Christoph Feurstein liest aus seinem Buch „[ein]geprägt“.

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eit dem Fall Kampusch kennt ihn die halbe Welt, vergangenen Herbst hat Christoph Feurstein ein Buch mit dem Titel „[ein]geprägt – Täter, Opfer, Menschen“ veröffentlicht. Darin porträtiert der gebürtige Vorarlberger zehn Menschen, die besondere Situationen meistern mussten – so etwa eine Österreicherin, die einen Todeskandidaten in den USA geheiratet hat. Demnächst kommt der „Thema“-Moderator für zwei Lesungen nach Tirol: Am 16. Juni liest er im Jugendheim Silz (20 Uhr) und am 17. Juni in der Wagner’schen Buchhandlung in Innsbruck (19 Uhr). q

Weniger Gäste in Innsbruck Rückgang von 8,7 Prozent bei den Nächtigungen

I

m vergangenen Winter wurden in Innsbruck 530.000 Nächtigungen verbucht – das bedeutet einen Rückgang von 50.000 Nächtigungen bzw. 8,7 Prozent. Für die Touristiker kommt dieser Rückgang nicht überraschend – schließlich hätte man im Winter zuvor mit den Special Olympics und der Eishockey-B-WM zwei äußerst zugkräftige Veranstaltungen in der Landeshauptstadt gehabt. Für die Sommersaison stellt man sich ebenfalls auf ein Minus ein – schließlich hat man heuer keine EURO zu Gast, die Krise tut ihr Übriges. q

Spät, aber doch HAK-Umbau beginnt nach zwei Jahren Wartezeit.

© 6020/RATHMAYR

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eit zwei Jahren sind die 1000 Schüler und 100 Lehrer der HAK Innsbruck im Westen der Stadt in Containern untergebracht. Der Grund dafür: Der dringend notwendige Umbau des eigentlichen Schulgebäudes im Saggen. Skurrilerweise hat dieser aber immer noch nicht begonnen – ein Streit zwischen der Bundesimmobiliengesellschaft und dem Unterrichtsministerium über die künftige Miethöhe legte den Bauprozess lahm. Was wie ein Schildbürgerstreich klingt, soll nun endlich ein Ende haben. Mitte Juni sollen die Arbeiten am alten Gebäude endlich beginnen – und im Sommer 2011 abgeschlossen sein. q


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13 x in Tirol


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25 Jahre soziales

Anpacken Im Juni feiert Ho&Ruck das erste Vierteljahrhundert seiner Arbeit. Der sozialökonomische Betrieb unterstützt Langzeitarbeitslose dabei, wieder am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dass vor zweieinhalb Jahren eine beeindruckende Welle von Solidarität die Weiterarbeit ermöglichte, macht dieses von Klaus Erler Jubiläum noch feierwürdiger.

Verbesserung der eigenen Fähigkeiten. Auch die Geschäftsidee des Ho&Ruck war damals im Kern die gleiche wie heute: Der Betrieb bietet Möbelabholungen und Entrümpelungen an, die unentgeltlich sind, wenn sich die Möbel in gutem Zustand befinden und in das Eigentum des Vereins übergehen. Ansonsten verrechnet man einen fairen Stundenlohn, der auch bei Übersiedlungsdiensten Anwendung findet. Mit dem sich ständig erneuernden breiten Angebot an Einrichtungsgegenständen bietet sich der Bevölkerung dann in der Verkaufshalle die Möglichkeit, sich für kleines Geld individuell einzurichten. Durch

den Möbelverkauf werden die Ho&Ruck-Arbeitsplätze mitfinanziert. Reparaturbedürftige Möbel werden in der hausinternen Werkstatt restauriert, die Transitmitarbeiter (maximale Beschäftigungsdauer: ein Jahr) verbessern dabei ihre Schlüsselqualifikationen. Gleichzeitig werden sie von Sozialarbeitern dabei unterstützt, Hindernisse auf dem Weg in eine neue Berufskarriere auszuräumen.

Beginn mit uraltem ÖBB-LKW. Um das Ho&Ruck in Schwung zu bringen, wurde 1984 als erste Aktion ein 27 Jahre alter ÖBBLKW angeschafft und ein Viaduktbogen als kombinierter Verkaufs- und Werkstattplatz angemietet. Etwa ein Jahr später übersiedelte der Projektleiter mit damals vier Mitarbeitern in die Räumlichkeiten der ehemaligen Lodenfabrik im Ferdinand-Weyrer-Areal. 350 m² wurden in kompletter Eigeninitiative von der Bauruine zur funktionstüchtigen Verkaufshalle umgebaut. Von einem regen Besucherandrang konnte damals allerdings noch nicht die Rede sein, zu versteckt war das Ho&Ruck und zu wenig präsent im Bewusstsein der Innsbrucker Bevölkerung. 1988 machte sich das Ho&Ruck selbständig. Während die in Eigenregie durchgeführten Sanierungsund Adaptierungsarbeiten für ein neues, größeres Geschäftslokal im Ferdinand-Weyrer-Areal voll im Gange waren, zerstörte ein Großbrand die bestehenden Räumlichkeiten. Durch Improvisation und beschleunigten Umbau gelang nach ein paar Monaten der Umzug in die nun doppelt so großen, neuen und endlich ebenerdigen Räumlichkeiten. In den folgenden Jahren ging

© 6020/BERGER (5)

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egründet wurde das Ho&Ruck im Jahr 1984 vom Innsbrucker Verein „Dowas“. Als Institution, die befristete Wohnmöglichkeiten für wohnungslose Menschen bereitstellt, war „Dowas“ damals der logische Nährboden für weiterreichende soziale Initiativen. Eine dieser Initiativen war das Ho&Ruck – entstanden aus vereinsinternen Diskussionen mit den Klienten, mit dem Ziel, aus der Chancenlosigkeit bei der Arbeitssuche einen Ausweg zu finden. Mit der von Sozialminister Alfred Dallinger eingeführten „experimentellen Arbeitsmarktpolitik“ konnten damals in ganz Österreich solche Initiativen gefördert und realisiert werden. Die ursprüngliche Projektidee – Hilfe zur Selbsthilfe – gilt bis heute als Leitlinie des Ho&Ruck. Klienten sollen aus eigener Kraft unter fairen und förderlichen Rahmenbedingungen wieder zu Arbeit, selbständigem Einkommen und einem selbstbestimmten Leben zurückfinden.


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GRÜNDERZEIT. Originalfoto aus dem Jahr 1984

Ho&Ruck den Weg des „sanften Wachstums“ mit langsam steigender Mitarbeiterzahl.

1001 m2 Nutzfläche.

„HO&RUCK“ Hallerstraße 43, 6020 Innsbruck Öff nungszeiten Gebrauchtmöbelmarkt: Montag bis Freitag: 10 bis 18 Uhr, Samstag: 10 bis 17 Uhr www.horuck.at

Im Jahr 2001 übersiedelte man ein weiteres Mal und baute die ehemalige Maschinenhalle der Tiroler Lodenfabrik um. Damit wurde ein wesentlicher Schritt in Richtung größere Verkaufsfläche (jetzt 1001 m²), bessere Erreichbarkeit und öffentliche Wahrnehmung – direkt an der stark frequentierten Hallerstraße – gesetzt. Es war kein einfaches Unterfangen: Die komplette bauliche Infrastruktur der Industrieruine, die mindestens aus dem Jahr 1935 datiert, musste überwiegend in Eigenregie erneuert werden. Fenster wurden durch meterdicke Wände gebrochen, das Dach und die Kanalisation waren damals im Endstadium kurz vor dem Kollaps – und die gesamte Elektrik war kurz zuvor bei einer Feuerwehrübung außer Funktion gesetzt worden. Insgesamt dauerte der Umbau drei Jahre, der Geschäftsbetrieb in den heutigen Räumlichkeiten konnte allerdings bereits nach einem Jahr im Sommer 2001 aufgenommen werden.

Weihnachtswunder. Dunkle Wolken zogen Ende 2006 über dem Ho&Ruck auf, als das AMS und im Anschluss daran auch das Land Tirol aufgrund finanzieller Engpässe die Beendigung der 23-jährigen Förderpartnerschaft ankündigten. Dies hätte das Ende für den sozialökonomischen Betrieb mit seinen 50 MitarbeiterInnen bedeutet. Am 10. November wurde eine Pressekonferenz einberufen, innerhalb von zwei Wochen bekundeten fast 8000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten ihre Solidarität mit dem Betrieb. Was danach geschah, war in den heimischen Medien unter dem Begriff „Weihnachtswunder“ nachzulesen: Das AMS Tirol entschied sich mit dem Hintergrund einer inzwi-

schen verbesserten finanziellen Situation für eine Weiterförderung, das Land zog mit, allerdings mit der Auflage, dass der Verein ab 2008 mit einem Fünftel weniger Fördergeld auszukommen hat. Für Geschäftsführer Wilfried Hanser-Mantl war dieser Kompromiss ein gangbarer Weg, Einsparungsmöglichkeiten ergaben sich durch die Straffung der Lager-Logistik, zudem hatte die Medienberichterstattung über die mögliche Schließung des Ho&Ruck beinahe für eine Verdoppelung der Kundenfrequenz gesorgt. Und so ist sinnvolle soziale Arbeit im Ho&Ruck wieder möglich. Platz für bescheidene Wünsche bleibt für Wilfried Hanser-Mantl allerdings auch im Jubiläumsjahr: eine vom Verein aus flexibler zu gestaltende Arbeitszeit der Transitarbeitskräfte etwa, deren Anstellung derzeit unabhängig von persönlichen Bedürfnissen und Notwendigkeiten nach einem Jahr enden muss. Oder die Möglichkeit, bis zu fünf weitere Transitarbeiter anzustellen, da die Infrastruktur dafür im Ho&Ruck bereits vorhanden ist.

Klare Worte. Als Zukunftsvision möchte Hanser-Mantl einen speziellen Aspekt des Ho&Ruck weiter ausbauen: den eines Knotenpunkts im sozialen Netz. Er soll dazu dienen, Zusammenarbeit, Eigeninitiativen und gelebte Solidarität gerade in Krisenzeiten zu stärken. Zur allgemeinen Bedeutung des sozialökonomischen Betriebs befragt, findet er dann auch klare Worte: „Menschen zu Arbeitslosigkeit zu verdammen, halte ich für ein Verbrechen, weil ich täglich sehe, welche Fähigkeiten und Motivation Menschen entwickeln, wenn sie diese unter fairen und fördernden Rahmenbedingungen einsetzen können. Das Ho&Ruck ist der lebendige Beweis, dass langzeitarbeitslose Menschen zu Großem in der Lage sind – und an sinnvollen Aufgaben über sich hinaus wachsen.“ q


Viel Lärm

um nichts?

Die ÖH-Wahlen sind vorüber, die Stimmen vergeben und die Mandate verteilt. Aufgrund der erschreckend niedrigen Wahlbeteiligung bleibt jedoch ein schale r Beigeschmack zurück. Die E-Voting-Debatte geht inzwischen weiter. von Daniel Naschberger

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ahlen können äußerst ernüchternd sein. Das mussten in den letzten Monaten nicht nur viele Unternehmen feststellen, sondern unlängst auch die Vertreter der Österreichischen Hochschülerschaft. Ein durchaus ambitionierter Wahlkampf aller Fraktionen endete in einem Desaster, denn mit einer Wahlbeteiligung von gerade einmal 25,7 Prozent wurde ein historischer Tiefstand erreicht. „Spätestens jetzt sollten die Alarmglocken schrillen. Zwar lag die Partizipation bei der Wahl vor zwei Jahren auch nur um drei Prozent über der jetzigen, aber die ÖH muss dennoch allmählich reagieren. Ansonsten könnte die Legitimation der Hochschülerschaft in Frage gestellt werden“, analysiert der Politikwissenschafter Reinhold Gärtner von der Universität Innsbruck. Mit dieser Meinung gehen zahlreiche Studenten konform. Sie trauen ihrer eigentlichen Interessenvertretung nicht jene bedeutende Position zu, die diese gerne einnehmen würde. Die Macht der ÖH ist stark begrenzt, ein wenig lästig zu sein und teilweise undurchsetzbare Forderungen zu stellen, reicht den meisten österreichischen Studierenden offenbar nicht. „Die ÖH hat sich in den letzten Jahrzehnten viel eher zu einer Serviceeinrichtung

entwickelt und bezieht sich nicht mehr so stark auf gesellschaftspolitische Themen wie noch früher“, betreibt Gärtner Ursachenforschung. Seiner Meinung nach müssten die Fraktionen in der Periode zwischen den ÖH-Wahlen wesentlich präsenter sein und nicht nur in einigen wenigen Wochen alle zwei Jahre aktiv auftreten. Die teilweise übertrieben zur Schau getragene Politisierung der einzelnen Gruppen sowie deren offenkundige Nähe zu politischen Parteien schrecken wohl ebenfalls viele potenzielle Wähler ab.

Causa E-Voting. Dabei war die Wahlbeteiligung nicht immer so frappierend gering – bis 1969 traten immerhin noch über 50 Prozent der Wahlberechtigten den Gang zur Urne an. 1985 gab schon nur mehr ein knappes Drittel seine Stimme ab, seitdem pendelte die studentische Mitbestimmung im 30-Prozent-Bereich. Die jetzige Entwicklung stimmt dennoch nachdenklich, auch wenn die ÖH-Fraktionen scheinbar mit anderem beschäftigt sind. Die ÖVP-nahe AktionsGemeinschaft feiert sich als bundesweit klaren Triumphator, der VSStÖ leckt die Wunden seines Totalabsturzes der letzten vier Jahre und die Grünen

DIE ÖH-WAHL 2009 – DAS BUNDESWEITE ERGEBNIS 33,27 % 22 Mandate

AG PUFL-GRAS FLÖ

20,31 % 15 Mandate 18,53 % 15 Mandate

VSSTÖ 14,28 % 8 Mandate RFS 2,92 % – 1 Mandat KSV 1,98 % – 1 Mandat KSV-LILI 1,70 % – 1 Mandat

Wahlbeteiligung Wahlberechtigt Gültige Stimmen Wahlbeteiligung

2009

2007

230.526 203.116 57.609 56.464 25,70 % 28,72 %

REINHOLD GÄRTNER fi ndet die niedrige Wahlbeteiligung alarmierend.

und Alternativen StudentInnen sind bereits dabei, das Wahlergebnis anzufechten. Der Grund hierfür ist die Causa E-Voting, der Schritt kommt wenig überraschend. Bereits nach Bekanntwerden der erstmaligen Durchführung einer elektronischen Stimmabgabe kündigte die PuflGras an, rechtlich dagegen vorgehen zu wollen, da diese „verfassungswidrig“ sei. Diese Vorbehalte wurden durch einige Ungereimtheiten, die während der E-Voting-Phase auftraten, bestätigt – so gab es etwa Probleme bei der Umstellung der Wählerverzeichnisse. Doch der Weg zum Verfassungsgerichtshof, den die Grünen nun anstreben, ist ein steiniger, eine Entscheidung könnte sich über Monate oder sogar Jahre hinauszögern. Das gesetzte Ziel des Wissenschaftsministeriums, per E-Voting mehr Wähler als in der Vergangenheit zu mobilisieren, wurde jedenfalls gründlich verfehlt. Gerade einmal 2100 Studenten – das entspricht nicht einmal einem mageren Prozent der Wahlberechtigten – machten davon Gebrauch. Somit stellt sich die Frage, ob der Aufruhr im Vorfeld der ÖH-Wahl nicht übertrieben war. Reinhold Gärtner kann die Debatte rund ums Thema E-Voting trotzdem nachvollziehen: „Ich persönlich verstehe nicht, warum die ÖHWahl hierfür als Testobjekt verwendet wurde. Allein wegen der möglichen Verletzung des Prinzips der geheimen Wahl halte ich E-Voting für fragwürdig. Sollte es technisch einwandfrei sein, könnte man es sicher irgendwann auf höherer Ebene einsetzen, ich selbst bin aber skeptisch.“ q

© 6020/BERGER (1), UNIVERSITÄT INNSBRUCK (1)

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Allein unter

Männern © 6020/FORCHER

nach Mit Schulschluss beginnt für viele junge Tirolerinnen die fieberhafte Suche enberufe einer Lehrstelle. Dass Mädchen auch abseits der klassischen Frau iten – Friseurin, Verkäuferin, Büroangestellte – zahlreiche Möglichke von Julia Brugger haben, zeigen die folgenden drei Porträts.


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Ärztin für Autos Melanie (20), KFZ-Technikerin bei den IVB

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as die Kommentare angeht, so ist es sicher leichter, Friseurin zu sein, als in einem männerlastigen Beruf zu arbeiten. Ich mag meine Arbeit und würde sie auch wieder wählen – nur nicht mehr mit Spezialisierung auf Bus und LKW, weil die Körperstruktur einer Frau dafür nicht so geeignet ist. Ich spüre die Härte der Arbeit schon am Körper – obwohl ich sehr stark bin. Aber so ein Busreifen wiegt immerhin 80 Kilo ... Eine Spezialisierung auf PKW wäre besser gewesen, deshalb bilde ich mich in meiner Freizeit auch in diese Richtung weiter. In meiner Schulzeit wollte ich Ärztin oder ‚Leichenschnipslerin‘ werden, doch ich hatte die Schnauze voll von der Schule. So entschied ich mich für eine Lehre, wobei mir die Schnupperkurse beim KAOS Bildungsservice sehr geholfen haben. Ich erinnerte mich auch, dass ich als Kind dem Freund meiner Mutter beim Basteln in der Garage zugeschaut habe und fasziniert war. So kam ich zu dem Schluss, dass eine Mechanikerin eigentlich so etwas wie eine Ärztin für Autos ist. Man sucht den Fehler, stellt eine Diagnose und behebt den Fehler – und das reicht beim Bus vom Reifenwechsel über die Reparatur der Klimaanlage bis zum Anschweißen von Halterungen. Man muss auch sehr in Zusammenhängen denken, denn wenn bei der Klimaanlage etwas nicht in Ordnung ist, kann die Fehlerursache ganz woanders liegen. Zunächst war es gar nicht so einfach, eine Lehrstelle zu finden. Ich habe mich auch mal als Mechanikerin für Rasenmäher beworben. Dort bekam ich zu hören, dass ich den Rasenmäher nicht heben könnte, weil ich als ‚Weibats‘ zu schwach sei. Und jetzt arbeite ich mit Bussen – da muss ich schon lachen. Andere Betriebe hatten keine Toiletten oder Umkleideräume für Frauen, so konnten die mich auch nicht nehmen. Schlussendlich, als ich im Wifi mit dem ersten Lehrjahr begonnen hatte, erfuhr ich, dass sie bei den IVB Mädchen suchten. So bin ich hierher gekommen.“ q

„Woanders bekam ich zu hören, ich sei als Mechanikerin zu schwach – jetzt arbeite ich mit Bussen.“


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Jim Knopf und die Lokomotiv– führerin Marina (18), ÖBB-Triebfahrzeugführerin

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„Meine Freundinnen haben erst gelacht und gefragt, ob ich sie verarsche.“

© VERANSTALTER

ch hab auch mit Puppen gespielt, aber noch lieber hab ich kleine elektrische Sachen oder Spielautos zerlegt und wieder zusammengebaut. Nach der Hauptschule in Imst ging ich auf die Fachschule für wirtschaftliche Lehrberufe in Landeck, doch das Hauswirtschaftliche war nichts für mich und als ausgelernte Bürokauffrau war ich nicht glücklich. Die Stellenanzeige für die Triebfahrzeugführerin hatte schließlich mein Vater in der Zeitung entdeckt und mich darauf aufmerksam gemacht. Ich fand das interessant und sprach darauf mit einem Bekannten, der Lokführer ist. Er hat mich unterstützt und gemeint: ‚Früher hätte das keine Frau machen können. Das war zu anstrengend.‘ Heute ist vieles elektronisch, was früher mechanisch war. Meine Freundinnen, die Kosmetikerin und Rezeptionistin sind, haben erst gelacht und gefragt, ob ich sie verarsche. Heute finden sie meinen Beruf gut. Während der Ausbildung waren wir zwei Mädchen unter 20 Auszubildenden. Die Jungs reagierten zuerst recht ungläubig, weil sie sich Lokführerinnen männlicher vorstellen. In meiner täglichen Arbeit bin ich am Verschiebebahnhof in Wörgl tätig. Mit 25 bis 40 km/h fahr ich Wagons von Firmengleisen zur Hauptstrecke, wo ich sie zu einem großen Zug zusammenschiebe. Bis jetzt hab ich alle Arbeiten ohne männliche Hilfe hinbekommen – doch ich wüsste, wen ich fragen könnte. Außer mir sind neben zwei weiteren Lokführerinnen, einer Putzfrau und der Sekretärin nur Männer in der Arbeit, aber das ist in Ordnung. Die anstrengendsten Tätigkeiten sind das Kuppeln, die Wagons an die Lok zu hängen und die unregelmäßigen Arbeitszeiten inklusive Nachtdienste. Heute bin ich schon um drei Uhr früh aufgestanden und von Arzl im Pitztal nach Wörgl gefahren. Was Männer- und Frauenberufe angeht, so sehe ich das nicht so streng. Ich könnte mir sogar einen Mann als Kosmetiker vorstellen, obwohl der mit dem wenigen Geld wahrscheinlich nicht auskäme. Mir selber ist wichtig, dass ich in meiner Freizeit keine Lokführerin bin. Dann ziehe ich mir gerne hohe Schuhe an, wenn ich Lust habe.“ q


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Anpacken? Kein Problem Barbara (18), Tischlereitechnik-Lehrling (Tischlerei Garzaner, Absam)

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eine Freunde meinten: ‚Oh Gott, oh Gott, das kann nicht hinhauen. Das ist viel zu anstrengend ...‘ Auf der Baustelle montiere ich Kästen, Wandfächer, Sideboards oder auch Bäder. Zum Schluss bin ich dann auch für den Feinschliff zuständig, damit die Optik für den Kunden passt. Am Anfang hab ich mir mit der Arbeit schon schwer getan, beispielsweise beim Plattenheben oder beim Tragen und Aufbauen von Kastenteilen, die in den ersten Stock eines Hauses müssen. Doch mit der Zeit hab ich die Kraft bekommen und gelernt, wie ich richtig anpacke. Jetzt fragen mich meine Freunde, ob ich ihnen nicht dieses oder jenes reparieren oder bauen könne. Als Kind wollte ich Meeresbiologin werden, weil ich damals Fische toll fand. In der Schulzeit änderte sich das und ich konnte mir auch eine andere Tätigkeit vorstellen. Auf Tischler bin ich im Polytechnischen Lehrgang gekommen. Zunächst hab ich mir den Gastronomie- und Sozialbereich angeschaut, doch bei einem Praktikum in der Tischlerwerkstatt hab ich gleich gemerkt, dass mir das taugt. Meine Eltern waren erst verwundert, doch letztendlich überließen sie mir die Entscheidung, denn es ist ja mein Leben. Natürlich höre ich – gerade auf Baustellen – auch immer wieder: ‚Was hat die da zu suchen? Die kann das nicht.‘ Aber ich höre einfach weg und geh mit einem Grinser weiter. In der Berufsschule sind wir drei Mädels und 28 Burschen. Ich finde das besser als nur Mädchen, denn sonst wäre die Stimmung viel zickiger. Mit den Jungs läuft es leichter und wir scherzen oft. Ich mag das. Meine Hauptaufgaben in der Tischlerei sind die Montage, der Zuschnitt von Plattenwerkstoffen und Massivholz im Maschinenraum oder ich muss etwas aufleimen. Ich habe mich lange beworben, und zwar in ganz Tirol, ehe ich meine jetzige Arbeitsstelle gefunden habe. Es war die letzte Bewerbung, die ich geschrieben habe. Und dann hatte ich auch noch das Glück, dass der Betrieb im selben Dorf ist, in dem ich wohne.“ q

„Bei Mädchen ist die Stimmung zickiger. Mit den Jungs kann ich scherzen. Ich mag das.“


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ie Wohnung erstreckt sich über drei Stockwerke, die schmal in den Hang gebaut sind. Zwei Balkone und zwei Terrassen, die von ein paar Metern Rasen umgeben sind, vergrößern den Lebensraum der Familie ins Freie. Im Osten hängt eine Reckstange vom Holzbalken, auf der Westseite sind Ringe und ein Korbsitz an der Decke befestigt. Die Mädchen turnen auf den Ringen, während sie erzählen, wie es sich ohne Fernseher aufwächst. Kommentare von Freundinnen in der Schule gab‘s anfangs genug. „Wirklich, kein Fernseher? Ist das nicht komisch?“ „Nein“, meint Paula (8), „das ist nicht komisch, aber ich hätte schon gern einen Fernseher“. Bruder Caspar (9) manchmal auch. Ihre Schwester Adele (5) kann gut ohne leben, denn dafür lassen sich die Kinder immer wieder neue Spiele einfallen. „Zum Beispiel sind wir dann Elfen, die in die Elfenschule gehen, keinen Papa und keine Mama haben und tun können, was sie wollen.“ Nur nicht fernsehen natürlich. Neulich haben sie aus einem herumliegenden Regal und Töpfen ein Restaurant gebaut, dann wieder spielen sie Bücherei oder bauen mit Duplo-Steinen Burgen und Türme. Caspar spielt nicht Elfe, er baut lieber Fahrzeuge und Häuser aus Bausteinen.

Eine ganz normale Familie. Sie dürfen Süßes essen und hin und wieder Gameboy spielen. „Ganz aus der Welt sind wir nicht. Wir haben auch zwei Computer im Haus“, relativiert Maria das fernsehlose Aufwachsen. Computerspiele am Notebook sind zeitweise erlaubt, allerdings nur „Mädchenspiele“, bei denen man Puppen anzieht. Caspar hatte eine Phase, in der er täglich bei seinem Freund war und dort ausschließlich am Computer spielte. „Der Mama war das nicht recht, aber ich hab trotzdem gespielt und es hat Spaß gemacht.“ Maria ist nicht grundsätzlich gegen Computerspiele. Doch ihr ist wichtig, dass es in Maßen geschieht. Dennoch fand sie sich mit der Situation ab – und die Phase ging auch wieder vorüber. „Jetzt spiel’ ich nimmer so viel Computer. Ich mach lieber was draußen. Skateboarden, Fußball spielen oder so“, erzählt Caspar. Wenn das Wetter schlecht ist, dürfen die Kinder auch mal DVD schauen. Eine ganz normale Familie also, nur etwas anders eben. „Ich wollte nicht, dass der Fernseher zum Babysitter wird, wenn ich überfordert bin. Die Kinder sollen lernen, sich selbst zu beschäftigen und sich Spiele einfallen lassen. Wenn sie regelmäßig vor dem Fernseher sitzen würden, ginge durchs passive Zuschauen nur ihre Kreativität verschütt. Und außerdem finde ich, dass Langeweile zum Leben gehört“, erklärt Maria ihre Position.

Ein Leben

ohne Glo Tatort, CSI, Scrubs, Simpsons, Spongebob, ZiB 2, Fußball ... wie wäre eigentlich ein Leben ohne Fernseher? Bereichert, meint Maria, die mit ihrem Mann und ihren drei von Julia Brugger Kindern seit über fünf Jahren ohne Kiste lebt.


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Plötzlich war der Bildschirm schwarz. Vor fünfeinhalb Jahren beschlossen Maria und ihr Mann Bertram, in der Fastenzeit auf das Fernsehen zu verzichten – nur Nachrichten waren noch erlaubt. Kein Wunder, waren doch beide früher als Journalisten tätig gewesen. „Drei Tage später, als wir gerade ZiB schauten, machte es ‚Puff’ und der Bildschirm war schwarz. Wir waren uns einig, dass wir das als Anlass nehmen und die Glotze aus dem Haus entfernen“, erinnert sich Maria an den Auslöser, ohne bewegte Bilder zu leben. „In den ersten Tagen fühlte ich mich von der Welt abgeschnitten, die wir bis dahin jeden Abend ins Wohnzimmer holten.“ Maria hatte mit den drei Kindern kaum Zeit für sich selbst und setzte sich abends mit ihrem Mann vor den Fernseher. Ohne Gerät lag der Fokus nun plötzlich auf dem „Hier-Sein“, was das Familienleben wie auch das partnerschaftliche Leben bereicherte. „Wir reden dadurch einfach auch viel mehr miteinander.“ Was zudem erspart bleibt, sind das Aushandeln, welchen Sender die Kinder nun sehen dürfen, der Streit ums Programm oder der Kauf von drei Fernsehern. „Eine Schulkollegin von mir, die hat noch ein Geschwister und die haben sogar vier “, erklärt Paula die andernorts praktizierte Fernseherkultur.

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Ein Kurs in Sensibilisierung. „Ich bin jetzt sicher schlechter informiert. Trotzdem fehlt mir nichts, weil ich das Wichtigste über die Zeitung und das Radio mitbekomme.“ Die Intensität bewegter Bilder und die zunehmende Geschwindigkeit der Bildabfolge sind Maria heute zuviel. Die Verwüstungen des Tsunami habe sie beispielsweise

zunächst nur aus der Zeitung gekannt. Als sie dann bei ihrer Mutter im Fernsehen tote Leichen im Wasser schwimmen sah, spürte sie, wie stark die Bilder berührten, ohne dass sie es dosieren konnte. „Für mich zählen Begegnungen, also Zeit und Raum mit anderen Menschen zu teilen. Hier spielt sich das Leben ab.“ Das möchte sie auch ihren Kindern mitgeben und so freut sich Maria, wenn Paula eine gute Freundin der Familie auf der Straße sieht und erzählt, dass sie glücklich oder traurig aussah. „Es ist nicht selbstverständlich, dass Kinder die Gefühle anderer Menschen mitbekommen.“ Dosierter und bewusster Medienkonsum trage dazu einen wesentlichen Teil bei, ist sie überzeugt. Außerdem stellt die Mutter fest, dass ihre Kinder nach aktivem Spielen eine Begeisterung ausstrahlen, die nach dem Fernsehen einfach nicht vorhanden ist.

Ganz ohne geht’s nicht. Doch ganz ohne Fernsehen geht es dann doch nicht. Kim Possible, Spongebob, Simpsons oder „den Puppenfilm“ schauen die drei alle zehn Tage mal bei der Oma. Für eineinhalb Stunden dürfen sie dann die Kiste anmachen. „Ich bin nicht grundsätzlich gegen Fernsehen und kann auch nicht sagen, ob das immer so bleiben wird, aber in der jetzigen Lebensphase passt es sehr gut so“, lässt Maria die Zukunft offen. Selbst sucht sie auch gelegentlich einen Fernseher bei Freunden oder den Eltern auf – in erster Linie, um Interviews nach Wahlen oder Wahlergebnisse zu verfolgen. „Wenn ich das am Tag danach in der Zeitung lese, ist das uninteressant.“ Ihr Mann Bertram kommt dann mit. Die Champions League lässt er sich übrigens auch nicht entgehen. q


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Coverstory

b a g r e b Es geht ten SingleNach drei Jahren Unterbrechung wird am 4. Juli der neue „Nordket wurde von vertrail“ eröffnet. In die revitalisierte Strecke für Downhiller und Freerider t es indes schiedenen Seiten viel Geld und Arbeit investiert. Abseits offizieller Trails komm von Flo Pranger • Fotos: Christian Forcher immer wieder zu Konflikten mit Nicht-Bikern.


Coverstory

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an Innsbruck ist eine Stadt, die wie kaum eine zweite von ihrer Lage lebt. Naherholungsräume, Trinkwasserversorgung, Tourismus – all das sähe ohne die pittoreske Bergkulisse wohl etwas anders aus. Darüber hinaus haben die Berge bekanntlich noch einen weiteren, entscheidenden Vorteil gegenüber dem Flachland: Man kann sie ziemlich schnell hinunterfahren. Ausgestattet mit dem geeigneten Gerät lassen sich in kurzer Zeit ziemlich viele Höhenmeter zurücklegen. Wie heißt es so schön: Runter kommen sie alle. Die Frage ist nur wie. Weil Sommer ist, geht es beim Thema „Bergab“ diesmal nicht ums Snowboarden oder Skifahren. Es geht um eine junge, boomende Sportart und um diejenigen, die sie betreiben. Der Sport heißt Downhill-Mountainbiken (wenn’s möglichst schnell nach unten gehen soll) oder Freeriden (wenn’s mehr um den Fahrspaß geht und das Bike zwischendurch auch mal bergauf zum Einsatz kommt). Mit Helm und Protektoren ausgerüstet, mit futuristisch wirkenden Outfits und für den Stadtverkehr ziemlich ungeeigneten Bikes erinnern die Ausübenden mehr an Science Fiction als an herkömmliche Bergradler. Aber um herkömmliches Radfahren geht’s ja auch gar nicht.

Jähes Ende. Man schreibt das Jahr 2004. Unter der Schirmherrschaft der Innsbrucker „Vertriders“ rund um Christian „Picco“ Piccolruaz und Christoph Malin wird auf der Nordkette der Nordpark Singletrail

eröffnet. Er etabliert sich auf Anhieb zu einem der spektakulärsten Freeride-Hotspots, wird in den darauffolgenden Saisonen ausgebaut und international bekannt. Der Beginn der Bauarbeiten zur neuen Nordkettenbahn im Jahre 2006 führt dann allerdings zu einem jähen Ende. Der Trail wird vorläufig geschlossen. In den beiden darauffolgenden Jahren finden trotzdem DownhillRennen auf der Strecke statt. Das Rennen 2008 ist eines der bestbesuchten im ganzen DownhillZirkus und trägt maßgeblich zur Revitalisierung des permanenten Trails bei. In Zusammenarbeit mit der Stadt Innsbruck, dem Nordpark und den IVB ist es dem Verein Trailsolutions nun gelungen, die Strecke im Nordpark unter neuem Namen wiederzueröffnen: Am 4. Juli startet die Saison am neuen „Nordketten Singletrail“. Für das Streckendesign des neuen Trails zeichnen Benedikt Purner und vor allem der schon genannte Christian Piccolruaz – Obmann von Trailsolutions – verantwortlich. Er ist schon seit über 20 Jahren schwer vom Bergabradeln angetan: „1985 bekam ich mein erstes Mountainbike und schon damals hatte ich mehr Spaß damit, den Berg runterzufahren als raufzutreten. 1991 fuhr ich mein erstes Downhill-Rennen in Kaprun – mit einem Bike ohne Federung. Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Moutainbikes immer mehr, sodass verschiedene Kategorien entstanden. Aber im Prinzip ist es für mich immer noch ‚Mountainbiken‘, halt mit einem Freeridebike. Die Leute sagen aber Freeriden oder Downhillen dazu.“

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TECHNIK

Maschinen statt Räder ie Maschinen – und dieser Ausdruck ist bewusst gewählt –, auf denen sich talwärts die wagemutigen Damen und Herren chen stürzen, haben wenig mit einem typis zwei Stadtfahrrad zu tun. Es gibt zwar auch das – er Lenk n eine und le Räder, zwei Peda ameins Gem den mit n war’s dann aber scho weit e weis piels keiten. Die Reifen sind beis n voluminöser als die eines gewöhnliche und tion Drahtesels. Sie erhöhen so die Trak können Schläge dämpfen. Eine stabilere durch Bauweise verhindert das Aufschlitzen ein sind sen brem iben spitze Steine. Sche Hilfe Muss bei Downhill-Rädern. Mit ihrer hibrac ain Terr “ können auch auf „seifigem Der en. ale Bremsleistungen erzielt werd es auffälligste Unterschied zum Rad, wie ch die jedermann kennt, ist aber wahrscheinli rücke massive Federgabel, die als Doppelb ilität Stab ge endi notw ausgeführt für die sorgt und mit einem Federweg von 20 gesZentimetern das Befahren von hindernis erst s) Trail pickten Strecken (sogenannten rung möglich macht. Auch die hintere Fede – gibt bis zu 20 Zentimeter nach und ist chievers auf t meis – en Rahm genau wie der el Satt Der ar. tellb eins n dene Streckentype Da. rrad tfah Stad liegt viel tiefer als beim rer durch ergibt sich für den Fahrer ein tiefe dighwin Körperschwerpunkt, was hohe Gesc bt. erlau keiten und spektakuläre Kurvenlagen Diese hecklastige Sitzposition, das aus icht (bis Stabilitätsgründen relativ hohe Gew t bis (ach ltung Scha die 20 Kilogramm) und Ketein nur hse, neun Gänge an der Hinterac n ahre auff tenblatt vorne) machen das Berg Ist h. öglic mit einem Downhill-Bike quasi unm die es aber auch nicht nötig – schließlich gibt en. angesprochenen Shuttles und Bergbahn -Aus nhill Dow e plett kom Die Kosten für eine , Helm e, (Bik s rset teige rüstung liegen für Eins gibt oben nach – Protektoren) bei 2500 Euro es wie so oft keine Grenzen. q

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Coverstory

„Ein Jugendlicher, der heute ein Bike bekommt, steckt morgen schon in der Illegalität, wenn er mangels Trail-Angebot auf einem Spazierweg daherkommt.“ Christian Piccolruaz

Breite Unterstützung. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Innsbruck bewertet der Geologe, Berg- und Skiführer Piccolruaz äußerst positiv: „Ohne Christoph Platzgummer, die Stadt Innsbruck und weitere wichtige Förderer und Unterstützer gäbe es heute keinen revitalisierten Singletrail. Die Zusammenarbeit ist bestens.“ Auch von Seiten der Stadt zeigt man sich zufrieden mit der neuen Strecke und freut sich auf die Eröffnung im Sommer. „Immerhin hat man 40.000 Euro zur Wiedererrichtung bzw. Revitalisierung des Trails investiert“, so Wolfgang Teix vom zuständigen Magistratsamt. Charakterisiert wird die Strecke von den Traildesignern als „technisch anspruchsvolle, aber ansprechende Mountainbike-Freeride-Strecke mit verschieden schnellen Sektionen und unterschiedlich schwierigen Streckenteilen“. Außerdem handle es sich um die „ultimative Kombination aus Fahrspaß, Nervenkitzel, Flowerlebnis, fantastischer hochalpiner Landschaft mit überragendem Panorama über den Dächern Innsbrucks“ und damit um ein „einzigartiges Fahrerlebnis, das süchtig macht und in Europa seinesgleichen sucht“. Sicher ist, dass die Strecke auf einer Länge von 4,2 Kilometern und mit einer Höhendifferenz von

1030 Metern (maximale Steigung 45°) von der Mittelstation Seegrube auf 1906 Metern zur Talstation Hungerburg führt, wo aber noch nicht Schluss sein muss. Direkt über der Bergstation der neuen Hungerburgbahn findet man nämlich den Einstieg des Hungerburg Trails, der auf einem Kilometer Länge die restlichen 350 Höhenmeter hinunter bis ins Stadtzentrum führt und schon seit 2008 stark frequentiert ist. Betrieben wird der neue Trail übrigens vom Olympia Sport- und Veranstaltungszentrum Innsbruck – so wie beispielsweise auch die Olympiahalle oder das Tivolistadion.

Jäger und Jogger. Während auf der Nordseite der Stadt also alles eitel Wonne zu sein scheint, gibt’s im Süden ein paar Ungereimtheiten. Die Downhill-Szene hat sich hier das Lanserköpfl zum Hot Spot auserkoren. Die Linie 6 der IVB gewährleistet eine bequeme Bergfahrt, bergab wird – so zeigt der Lokalaugenschein – so ziemlich alles befahren, was befahrbar ist. Es gibt hier nämlich keine als solche ausgewiesene Bikerstrecke, geschweige denn einen eigenen Trail. Die Freerider bringen damit ungewollte Spannung in das Leben der Spaziergänger und Jogger zwischen Bretterkeller

und Lanser See. „Hier werden Wanderer und Spaziergänger rücksichtslos gefährdet und was mit der Natur passiert, kann man nur als Waldfrevel bezeichnen“, echauffiert sich der Obmann des Innsbrucker Verschönerungsvereines, Hermann Hell, über die Situation. Auch auf den Wegen zur Hungerburg werde seiner Meinung nach andauernd abseits des Trails wild geradelt. „Zu diesem Thema gab es ja schon vor einiger Zeit eine Pressekonferenz mit Vizebürgermeister Sprenger, wo auf das Problem am Wilhelm-Greil-Weg hingewiesen wurde.“ Von Bikerseite hört man wiederum Gerüchte über fallenstellende Jäger und im Unterholz über die Strecken gespannte Seile, die Unfälle provozieren sollen. Experte Christian Piccolruaz zu diesem Thema: „Die faszinierende Sportart Freeridebiken findet immer mehr Anhänger. Leider fehlen ausgewiesene Sportstätten, also Bikeparks und offizielle Trails. Ein Jugendlicher, der heute ein Bike bekommt, steckt morgen schon in der Illegalität, wenn er mangels Trail-Angebot auf einem Spazierweg daherkommt. Dagegen sollte man was tun. Prinzipiell gehe ich aber davon aus, dass die meisten Biker vorausschauend im Wald unterwegs sind, allerdings gibt es wie überall einige


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Coverstory

schwarze Schafe, die unserem Image erheblich schaden.“ Gerade jetzt, wo die Szene in Innsbruck im Aufschwung begriffen sei, appelliert Piccolruaz an die „notwendige Vorsicht und Sensibilität im Gelände, um Konflikten mit anderen Wegnutzern, Wegerhaltern, Jägern und Grundeigentümern vorzubeugen. Je größer die Akzeptanz, desto eher bekommen wir neue Bikeparks.“ Aus dem Stadtmagistrat hört man dazu, dass die Stadt an einem gedeihlichen Nebeneinander der angesprochenen Nutzergruppen interessiert sei. Wolfgang Teix: „Die Wiedereröffnung des Nordketten Trail und des Hungerburg Trail sollen zur Entflechtung der Probleme mit den einzelnen Personengruppen beitragen – und vor allem eine Kanalisierung der Downhillszene bewirken.“ Weitere Bikeparkoder Trailprojekte seien aber derzeit nicht in Planung. Dem durchschnittlichen Stadtnutzer werden diese Scharmützel wohl eher wenig berühren. Was –gegenseitige Rücksichtnahme vorausgesetzt – unterm Strich für alle bleibt, ist eine Aufwertung der städtischen Sport-, Freizeitund Eventlandschaft. Und eine zusätzliche Möglichkeit – vor allem für Jugendliche – ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Damit die Berge nicht nur zum Schönsein herumstehen. q

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Zu jeder

Jahreszeit

Gerade für Fernreisen müssen die Tiroler meist Flughäfen außerhalb der Landesgrenzen anvisieren. von Daniel Naschberger Four Seasons Travel bringt die Urlauber seit 25 Jahren hin und retour.

I

nnsbruck hat zwar einen eigenen Flughafen, die große weite Welt lässt sich von Kranebitten aus zugegebenermaßen aber nur sehr schwer bereisen. Viele Tiroler weichen daher zur besseren Anbindung ans internationale Flugnetz nach München aus. Das Innsbrucker Unternehmen Four Seasons Travel hat seit mittlerweile 25 Jahren den Transfer in die bayrische Metropole sowie zu den Flughäfen in Salzburg, Zürich und Bozen im Angebot. „Begonnen hat alles eigentlich schon Ende der 1970er, als meine Eltern ein Incomingbüro eröffneten. Die meisten Kunden waren damals amerikanische Skitouristen, die mit Hilfe anderer Taxiunternehmen befördert wurden“, erinnert sich der jetzige Geschäftsführer Oliver Dold. 1984 kaufte sein Vater Rolf selbst den ersten Bus, der zu Beginn noch leer nach München fuhr, um Tirol-Urlauber abzuholen. Erst allmählich konnte man auch immer mehr einheimische Reisende für den Flughafentransport gewinnen. Der englische Name der Firma bestand von Anfang an und sollte vor allem die Gäste aus den Vereinigten Staaten an die luxuriöse Hotelkette Four Seasons erinnern.

Starker Winter. Lange Zeit waren die Dolds lediglich mit einem Auto unterwegs, es dauerte einige Jahre, ehe der

Fuhrpark erweitert werden konnte. „Meist war ich selbst am Weg, irgendwann konnten wir dann den ersten Chauffeur anstellen. Da wir unsere Fahrgäste nur maximal eine Stunde am Flughafen warten lassen wollten, sind wir oft auch nur mit einem einzigen Passagier gefahren“, erzählt Oliver Dold. Zunächst war dieses System zwar nicht kostendeckend, das Ziel konnte dann aber doch nach relativ kurzer Zeit erreicht werden. Heute hat sich Four Seasons Travel etabliert und kann sich gerade im Winter über eine rege Nachfrage freuen. Über 100 Fahrten werden in der kalten Jahreszeit pro Tag unternommen, etwa alle 15 Minuten bricht ein Taxi von Innsbruck auf – die meisten davon voll besetzt. Im Frühjahr und Sommer geht die Frequenz dann deutlich zurück, wie Dold erläutert: „Das ist unsere schlechteste Zeit, da im Sommer viel weniger Tirol-Touristen per Flugzeug anreisen. Deshalb variiert die Anzahl unserer Autos auch zwischen 25 und 35, im Winter brauchen wir einige Fahrzeuge mehr.“

Nackte Tatsachen. Dementsprechend wird auch die Fahrerriege in den Wintermonaten aufgestockt. Derzeit sind 42 Chauffeure für Four Seasons im Einsatz, 30 davon hauptberuflich – dazu kommen noch Saison-

arbeiter und Studenten. „Wir haben beispielsweise einen Fahrer, der im Sommer bei uns ist und die restliche Zeit des Jahres als Skilehrer in den USA verbringt. Ein anderer wiederum fährt immer einige Monate mit den Taxis, während er parallel ein kleines Hotel in Thailand betreibt“, erklärt Oliver Dold. Um beim Shuttle-Service als Fahrer angestellt zu werden, müssen die Kandidaten Englisch sprechen können, mindestens 25 Jahre alt sein und fünf Jahre Fahrpraxis mitbringen – mittlerweile ist vom Akademiker bis zum Selbstständigen alles dabei. Allerdings ist der Job bisher überwiegend eine Männerdomäne, erst drei Frauen sitzen bei Four Seasons am Steuer. Natürlich gibt es auf den Fahrten immer wieder erstaunliche Geschichten der Gäste zu hören. In den 25 Jahren haben sich zudem einige skurrile Vorfälle ereignet, wie Dold schmunzelnd berichtet: „Ein Fahrer musste etwa vor ein paar Jahren länger auf eine Dame warten. Als er nachfragen wollte, öffnete diese komplett nackt die Tür und bat ihn, ihr beim Packen der Koffer zu helfen. Ob sie wirklich nur das wollte, hat er dann aber gar nicht erst herausgefunden.“ q www.airport-transfer.com


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Auf geht’s! Gßnstige Mobilität in ganz Tirol

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ßr Kinder und Jugendliche gibt es in Tirol viele Vergßnstigungen fßr die Fahrt mit den Üffentlichen Verkehrsmitteln. Auskßnfte zu allen Tickets und Fahrplänen gibt es im VVT-Kundencenter am Hauptbahnhof Innsbruck. Online findet man uns unter www.vvt.at. Hier gibt es zudem Fahrplanauskßnfte mit Schnellinfos zu Ticketpreisen und ßbersichtliche Linien- und Haltestellenßbersichtspläne. (PR) q

INFOBOX So geht’s zum VVT-Kundencenter: Wer aus dem Hauptausgang am Hauptbahnhof Innsbruck kommt, findet das VVT-Kundencenter ca. 30 Meter auf der linken Seite vor dem regionalen Busterminal. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 7:30 bis 18:00 Uhr Sterzingerstrasse 3, 6020 Innsbruck. Hotline: +43 (0512) 56 16 16 (Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 und von 13.30 bis 18.00) Online: www.vvt.at


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h c s t a M made in heaven

GIB GUMMI. Spätestens, wenn die Sneakers im Dreck stecken bleiben, weiß man: Ohne Gummistiefel geht’s nicht. Gesehen bei www.mare2.de.

Die Festivalsaison steht bevor! Veteranen wissen: Neben genug kühlem Bier und einem anständigen Line-up ist bei Musikfestivals vor allem die richtige Ausrüstung elementar. 6020 präsentiert das Festival-Survival-Package 2009. von Barbara Wohlsein

RÜCKENSCHMEICHLER. Alte Weisheit: Unbedingt in eine vernünftige Isomatte investieren. Noch praktischer sind diese „Lounger“, die sich zuhause auch als Gästebett eignen. Gesehen bei www.design3000.de.

BRETTSPIEL. Drei Tage Kebab müssen nicht sein. Lieber Proviant einpacken und dazu dieses flotte Picknickbrettchen. Gesehen bei www.design3000.de.

ZWEITE SCHICHT. Wenn’s nicht nur regnet, sondern auch kalt wird, ist eine anständige Regenjacke Gold wert. Das unterschreiben sogar die härtesten Rocker. Gesehen bei Jack Wolfskin.

Festivals 2009

Southside Festival • 19.–21. Juni, Neuhausen ob Eck (D) Nova Rock Festival • 19.–21. Juni, Pannonia Fields II Nuke Festival • 17.–18. Juli, Wiesen Wetterleuchten Festival • 18.–19. Juli, Nordpark Frequency Festival • 20.–22. Augu st, Green Park St. Pölten

FATBOY. Nicht nur für Menschen über 30: Eine bequeme Sitzmöglichkeit – wie der „Fatboy“ – ist das A und O für verkaterte Festivalnachmittage am Campingplatz. Gesehen bei Couchzone Beer (Grabenweg 64).

© HERSTELLER

SCHATTENSPENDER. Damit der Kopf nicht auch noch von der Sonne brummt – immer einen Sonnenschirm einpacken. Denn der hilft im Notfall auch vor Platzregen. Gesehen bei Ikea.

PONCHO-MANIA. Bei Sauwetter gilt auf Festivals nur eine Regel: So lange wie möglich trocken bleiben, egal wie. Besser als die Gratis-Werbe-Ponchos hält dieses Modell. Gesehen bei www.design3000.de.


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AK-Präsident: Neue Arbeitsplätze ins Land bringen! Neue Strategien für Tirol verlangt AK-Präsident Erwin Zangerl.

Wie sehen Sie mittelfristig die Zukunft Tirols? ZANGERL: Wir sind in großer Sorge. Die Arbeitslosigkeit ist in Tirol extrem gestiegen. Mehr als 26.100 Menschen ohne Arbeit in Tirol sind ein alarmierendes Signal. Dazu mehr als 5000 Beschäftigte in Kurzarbeit! Aus der internationalen Wirtschaftskrise darf keine Tiroler Arbeitsplatzkrise werden. Allein innerhalb eines Monats stieg die Zahl der Arbeitslosen um mehr als 25 Prozent! Besonders betroffen die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen mit einer Steigerung von mehr als 35 Prozent. Selbst wenn es schon im kommenden Jahr wieder aufwärts gehen sollte, müssen wir uns ernsthaft Gedanken machen, wie Arbeit künftig gerechter verteilt werden kann. Die AK fordert eine aktivere Betriebsansiedelungspolitik im Land. ZANGERL: Gerade jetzt ist es wichtig, dem drohenden Arbeitsplatzverlust in vielen Branchen aktiv zu begegnen. Landespolitik und Sozialpartner sollten daher mit einer gemeinsamen Betriebsansiedelungsoffensive im In- und Ausland potenzielle Interessenten für neue Unternehmensgründungen oder Niederlassungen in Tirol rekrutieren. Das Land sollte gemeinsam mit den Sozialpartnern eine Betriebsansiedelungsoffensive startet, mit dem Ziel, neue, krisenresistentere Arbeitsplätze nach Tirol zu bringen und damit auch die Wirtschaftskraft in der Region zu sichern. Dazu sollten alle Kontakte auf internationaler Ebene genützt werden, um die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Tirol und die hohe Quali-

Viele Arbeitsplätze gehen jetzt unwiederbringlich verloren. Das ist zutiefst bedrückend, weil unsere Jungen zu wenig Berufschancen haben, sagt AK-Präsident Erwin Zangerl im Gespräch. Deshalb müssen wir jetzt offensiv werden und neue Arbeitsplätze ins Land bringen.

fikation und Motivation der Tiroler Beschäftigten hervorzuheben. Es ist immer von Bildung und Qualifikation die Rede, um für die Zukunft gerüstet zu sein. ZANGERL: Wir müssen neue berufliche Perspektiven für viele Menschen in Tirol schaffen. Das bedeutet, jetzt die Strategien dafür zu entwickeln. Die größten Sorgen bereiten uns die Verlagerungstendenzen im Industrie-Bereich. Vor allem aber die Tatsache, dass in Tirol jährlich 1000 junge Menschen ohne Schul- oder Berufsabschluss dastehen. Bei diesen Problemen müssen wir sofort ansetzen. Qualifizierung heißt bessere Qualität, aber keine Verbilligung der Arbeit. ZANGERL: Die heimischen Arbeitnehmer können ihren Arbeitsplatz kaum woanders hin verlagern. Die Industrie verlangt nach höherer Qualifikation der Arbeitnehmer und gleichzeitig nach niedrigeren Arbeits- und Energiekosten. An ihren Gewinnen darf aber nicht gerüttelt werden. Diese Rechnung geht sich nicht aus. Es kann doch nicht so sein, dass wir unsere Stundenlöhne auf das Niveau Chinas absenken und Leben und Wohnen auf Hochpreisniveau belassen. Billig im Ausland produzieren und dann teuer im Inland verkaufen, bringt weitere heimische Firmen und Jobs in Gefahr. Auch die Unternehmen klagen über wirtschaftliche Probleme. ZANGERL: Eines darf dabei nicht vergessen wer-

den. Viele haben in den letzten Jahren überdurchschnittlich an ihren Mitarbeitern verdient. Der Überschuss pro Beschäftigtem betrug im Jahr 2007 mehr als 37.000 Euro und lag somit um 53 Prozent über dem Wert von 2003. Der Personalaufwand stieg aber nur um knapp zwölf Prozent. Das heißt, viele Firmen haben in den letzten Jahren an der Arbeitskraft und dem Fleiß der Beschäftigten enorm profitiert. ZANGERL: Das beweisen alle Studien und Bilanzen. Was jedoch noch viel dramatischer wiegt: 99 Prozent der Jahresüberschüsse blieben in den letzten Jahren nicht in den Unternehmen, sondern wurden als Gewinn an die Eigentümer ausgeschüttet. Diese Reserven würden die Unternehmen aber in der aktuellen Krise dringend brauchen. (PR) q


OLDIES BUT GOLDIES

AUTOMOBILE KOSTBARKEITEN & IHRE STOLZEN BESITZER

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Gebirgspony

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Hubert Holzbaur (Bj. 1961) und sein Steyr-Puch Haflinger 700 AP (Bj. 1971)


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TDC.HAFLINGER-4WD.COM HAFLINGER4WHEELDRIVECLUB.ORG WWW.IFEM.AT

Neue Autos sind sicher, schnell und sparsam. Und doch fehlt ihnen in den meisten Fällen Wesentliches: Schönheit und Charme. 6020 hat sich aufgemacht, um genau diese automobilen Attribute wiederzuentdecken, und stellt von Klaus Erler Innsbrucker und ihre wunderbaren Old- und Youngtimer vor.

I

m Jahr 1959 werden die Besucher der Internationalen Automobilausstellung IAA in Frankfurt nicht schlecht gestaunt haben, als sie dort den Puch Haflinger erstmals öffentlich ausgestellt sahen: Bei aller sichtbaren Allrad-Kompetenz war er so lieb und kompakt, dass man beinahe in Versuchung kommen konnte, ihn zu zweit aus der Halle zu tragen, um ihm eine zukünftige militärische Karriere zu ersparen. Daraus wurde nichts, ganz im Gegenteil: Neben dem Österreichischen Bundesheer wurde er bei der Schweizer Armee (4535 Stück), der jugoslawischen Armee, der australischen Armee (immerhin mit 50 Stück) sowie in Italien, Nigeria, Schweden und Indonesien eingesetzt. Kein Wunder also, dass Hubert Holzbaur den ersten Haflinger seines Lebens 1981 beim österreichischen Bundesheer fuhr. Kennengelernt hatte er ihn allerdings schon viel früher – bei einem Nachbarn seiner Eltern.

Handelseins auf 1000 Meter. Dieser Nachbar hatte den Haflinger zum Holzen verwendet, für einen jungen Buben war das der absolute Traum – ein kleines Auto, mit dem man in den Wald fahren konnte, besser ging’s nicht mehr! Es dauerte allerdings, bis Hubert Holzbaur diesen Autotraum selbst leben konnte, die Familiengründung und der Aufbau eines Malermeister-Betriebs hatten Vorrang. 2003 gab es allerdings kein Halten mehr, als Holzbaur auf einen Insidertipp hin in Hall einen türkisen Haflinger in Zivilausführung stehen sah. Nach einer kurzen Probefahrt auf den Volderberg wurde

man handelseins und der Haflinger wechselte für den Gegenwert eines guten Gebrauchtwagens auf über 1000 Meter Seehöhe seinen Besitzer. Nach einem harten Arbeitsleben im Dienste der Bergwacht und als Gärtnerfahrzeug bei einem wohlhabenden Arzt sah der Haflinger nun beschaulicheren Tagen entgegen. Von jetzt an waren nur noch Sommereinsätze vom Reinthalersee bis zum Piburger See zu absolvieren, als Dauerbesatzung fungierte ein gut gelaunter und strohbehuter Hubert Holzbaur mit seinen beiden Söhnen Julian und Maximilian.

Genialer Entwurf. Nur ab und zu muss der Haflinger noch zeigen, was wirklich in ihm steckt: beim Aufbau eines Hochstands für einen befreundeten Jäger etwa, bei anspruchsvollen Lieferdiensten auf eine kleine Hütte oder bei kleinen Testfahrten auf tief verschneiten Straßen. Dass er dabei immer noch eine großartige Figur macht, ist dem genialen Entwurf seines Erfinders Erich Ledwinka zu verdanken, der den Haflinger in den Fünfzigerjahren als Chefingenieur bei Steyr-DaimlerPuch entwickelte. Nicht mehr ganz zeitgemäß ist nur der hohe Verbrauch, die Geländegängigkeit ist nach wie vor auf höchstem Niveau. Und die kuschelige Optik, die funktioniert auch noch immer. Kaum ein Militärfahrzeug wird mehr Sympathiekundgebungen auf offener Straße bekommen haben als der Haflinger. Dass er bei so vielen offensichtlichen Qualitäten für Hubert Holzbaur unverkäuflich ist, versteht sich da eigentlich ganz von selbst. q

TECHNISCHE DATEN Hergestellt von: Steyr-Daimler-Puch AG, Graz-Thondorf Produktionszeitraum: 1959–1974 Varianten: Dutzende Armee-und Zivilvarianten, unter anderem für das österreichische und das Schweizer Heer, für Feuerwehr und die Gendarmerie. Der Haflinger wurde mit langem und kurzem Radstand in verschiedensten Motorausführungen, Getriebeausführungen und Stirnradübersetzungen produziert. Es gibt viele Sondermodelle, u.a. den „Safari Haflinger“ mit Aluminium-Oberkarosserie oder den geschlossenen „Preining“-Haflinger. Technische Daten: Länge: 2830 mm bis 2845 mm, Breite: 1400 mm, Wattiefe: 350–500 mm, Wendekreisradius: 3,95 m, Bodenfreiheit: 240 mm, Eigengewicht: 610 kg bis 820 kg, Nutzlast: 340 kg bis 400 kg, Höchstgeschwindigkeit je nach Übersetzung: 58 km/h bis rund 70 km/h, kleinste Dauergeschwindigkeit: 3,3 km/h, größte Steigfähigkeit: 58 % (Quelle: IFEM.at) Motoren: Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, luftgekühlt, Hubraum: 643 ccm, Leistung: 22–27 PS bei 4500 U/min, Batteriezündung, Batterie 12 V Gebaute Stückzahl: 16.647 Exemplare Hubert Holzbaurs Haflinger 700AP: Sechssitzer, langer Radstand, Cabrio mit Stecktüren und Planendach, zivile Übersetzung bis 70 km/h, 27 PS, sperrsynchronisiertes Fünfgang-Getriebe, zuschaltbarer Vorderradantrieb, zwei Differenzialsperren, umklappbare Windschutzscheibe, versenkbare Sitze, die eine absolut plane Ladefläche freigeben. Verbrauch: 12 Liter bis 15 Liter, NP 1973: 82.000 Schilling


MUNDART KOCHEN OHNE WENN UND ABER

N

eulich bin ich im Park einem alten Mann begegnet. Er erzählte mir vom Monte Verità, vom Lago Maggiore und dem Kurort Ascona. Der alte Tessiner, dessen Dialekt ich kaum verstand, berichtete mir von einem alljährlichen Happening unter Gelehrten, welches er seit 1933 jährlich besuche. Diese öffentlichen Tagungen bemühen sich um einen Austausch der Kulturen, aber auch der Natur- und Geisteswissenschaften und erhielten von ihrer Begründerin Olga Fröbe-Kapteyn den griechischen Namen „Eranos“. Eranos, das griechische Freundschaftsmahl, welches von den mitgebrachten Gaben der Gäste lebte, stellt wohl die Urform des Picknicks dar. Beim geistigen Picknick in Ascona bestehen die Gaben aus Beiträgen namhafter Wissenschaftler aus unterschiedlichsten Fachgebieten zu einem vorher festgelegten Thema. C. G. Jung, der Schweizer Mediziner, Psychologe und Mitbegründer von Eranos, stellt den Menschen in den Vordergrund: „Die wahre Geschichte des Geistes ist nicht in gelehrten Büchern aufbewahrt, sondern in dem lebenden seelischen Organismus jedes Einzelnen.“ Recht hat er, meint MundArt, der lebende Organismus gehört gestärkt, und deshalb veranstalten wir ein alpenländisches Eranos: ein Picknick im Grünen. Es gibt Schweizer Brot mit italienischem, deutschem und österreichischem Aufstrich. Mahlzeit! q

Gewinnspiel

6020 und Spar verlosen:

Spar-Gutscheine im Wert von 50,– Euro

KW: „Brotzeit“, Einsendeschluss: 29. Juni 2009 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 · INNSBRUCK GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT

Brotzeit

MundArt breitet die Picknickdecke aus und serviert eine einfache, ehrliche Brotzeit. Dafür braucht man Sauerteig und drei verschiedene Aufstriche.


Mundart

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© 6020/RATHMAYR (5)

mit Flo Seidl

Zutaten • Sauerteigbrot – Vorteig: 80 g Weizenmehl mit hohem Mineralstoffgehalt (z.B. Typ 1050), 80 ml Mineralwasser, 10 g Sauerteig (Reformhaus), 2 g Frischhefe • Sauerteigbrot – Hauptteig: 330 g Weizenmehl (Typ 1050), 170 g Vorteig, 13 g Hefe, 10 g Salz, 180–200 ml Mineralwasser • Olivenpaste: 100 g schwarze Oliven, 100 g grüne Oliven, Olivenöl • Obatzda: 125 g Camembert, 100 g stinkiger Weichkäse (z.B. Limburger), 100 g weiche Butter, 1 Zwiebel, 2 EL Paprikapulver, 1 EL Kümmel, 50 ml Bier, Salz, Pfeffer, Schnittlauch • Radieschenaufstrich: 125 g Topfen, 125 g Joghurt, 1 Bund Radieschen, Pfeffer, Salz, Zitrone, Kräuter

Zubereitung • Sauerteigbrot – Vorteig: Alle Zutaten gut mischen und 15–20 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen. • Sauerteigbrot – Hauptteig: Germ in 5 cl Wasser auflösen. Alle Zutaten mit dem Vorteig zu einem weichen, noch leicht klebrigen Teig kneten. Gut funktioniert das mit einer Küchenmaschine. Der Teig sollte sich von der Schüssel lösen, an den Fingern aber noch leicht kleben bleiben. Den Teig 90 Minuten zugedeckt ruhen lassen, alle 30 Minuten ein sogenanntes „stretch and fold“ (siehe Kasten) machen. Teig halbieren und vorsichtig zu länglichen Brotlaiben formen und gut bemehlt auf ein Backpapier legen. Dann nochmals zugedeckt gehen lassen (90 Minuten). Ofen auf 240°C vorheizen. Die Laibe nochmals vorsichtig zurechtformen. Ofenboden mit etwa 100 ml Wasser befüllen und Teiglinge mit Papier aufs Blech rutschen lassen. 20 Minuten backen, dann Temperatur auf 200°C reduzieren, weitere zehn Minuten backen. Brot aus dem Ofen nehmen. Ofentemperatur auf 230 °C erhöhen. Nach ca. fünf Minuten, wenn der Ofen 230°C erreicht hat, das Brot nochmals ca. zehn Minuten bzw. auf Sicht backen. • Olivenpaste: Oliven entkernen, mit dem Mixer pürieren und Olivenöl einrühren, bis eine sämige, streichfähige Masse entsteht. • Obatzda: Camembert, Weichkäse und Zwiebeln miteinander vermischen; so viel Bier dazugeben, dass eine streichfähige Masse entsteht. Mit Salz, Pfeffer, Paprika und Kümmel abschmecken. In den Kühlschrank stellen und mindestens eine Stunde ruhen lassen. • Radieschenaufstrich: Radieschen in feine Streifen schneiden. Topfen und Joghurt verrühren. Radieschenstreifen untermengen, mit Zitrone, Pfeffer, Salz und Kräutern würzen.

Brotbacktechnik So einfach die Ausgangsstoffe Getreide und Wasser wirken, so viel Gefühl, Geduld und wohl auch Erfahrung braucht ein Teig, um ein ansprechendes Brot zu werden. Neben den Ruhephasen, in denen der Teig sich entwickelt, gibt es bestimmte Techniken, seine Konsistenz zu beeinflussen. Eine davon ist „stretch and fold“: Der gegangene Teig wird auf eine glatte Fläche gelegt. Mit einer Spachtel oder Teigkarte fährt man nun unter den Teigrand, hält oben vorsichtig die Hand dagegen und zieht ihn sanft nach außen. Das wiederholt man, bis der Teig wie ein großes Buch vor einem liegt. Nun schlägt man ihn dreimal ein: Rechte Seite nach links über die Mitte, linke Seite nach rechts über die Mitte und dann das Ganze von unten nach oben, genau auf die Hälfte. Den gefalteten Teig lässt man wieder gehen. Alle 30 Minuten beginnt man mit einem erneuten „stretch and fold“-Zyklus.


ivb.news Drei SEITEN mobilität

Alles auf einen Blick

Auf dem Neuen Liniennetzplan sind alle IVB-Linien und noch einiges Mehr dargestellt Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe haben ihren Liniennetzplan

Lauf- und Nordic-Walking-Strecken. Alle Informationen befinden

kürzlich neu aufgelegt. Der praktische faltbare Plan bietet allen

sich auf dem aktuellen Stand.

KundInnen der IVB – Gästen wie Einheimischen – eine Fülle an Informationen. So sind darauf das gesamte Liniennetz

Als besondere Serviceleistung für ihre KundInnen haben die IVB

mit seinen Hauptumsteigepunkten, eine Straßenkarte von

in den Fahrzeugen Entnahmeboxen angebracht, aus denen der

Innsbruck mit Straßennamen und den wichtigsten Gebäuden

Liniennetzplan entnommen werden kann. Neben zahlreichen ande-

und Sehenswürdigkeiten sowie die Radwege im Innsbrucker

ren Drucksorten wie etwa dem IVB-Kursbuch ist der Liniennetzplan

Stadtgebiet verzeichnet. Berücksichtigung fanden in der kostenlo-

2009/2010 auch im IVB-Kundencenter in der Stainerstraße 2 und in

sen Drucksorte außerdem die Infopoints von Innsbruck Tourismus,

rund 80 IVB-Vorverkaufsstellen erhältlich. Außerdem kann der Plan auf

die

www.ivb.at unter dem Menüpunkt Fahrplan als Pdf-Datei in topogra-

IVB-Ticketautomaten,

die

Mpreis-Märkte

mit

MBOX-

Lieferservice und alle Ausgangspunkte der Innsbruck In(n) Motion

fischer oder schematischer Darstellung heruntergeladen werden.


ivb.service

Kulturgenuss Die IVB Verlosen Tickets für „Das FesT“

Stressfrei zum besten Kulturgenuss – Schauspiel-, Tanz- und Opern­ freundInnen gelangen auf den Linien der IVB einfach, bequem und zudem kostenlos ins Tiroler Landestheater. Dank einer Kooperationsvereinbarung erhalten BesucherInnen zu ihren im Vorverkauf erstandenen Theaterkarten ein am Veranstaltungstag gültiges Hin- und Rückfahrtticket der IVB. Weiters ist vor Beginn der Vorstellung die Bestellung eines Anrufsammeltaxis möglich (beides gilt auch für Abo-InhaberInnen). Bevor das Große Haus in die Sommerpause geht, haben die IVB noch einen Leckerbissen für Theaterfans parat: und zwar zwei mal zwei Karten für „Das Fest“ am 05.07.2009 (Beginn 19:30 Uhr). Das Stück von Thomas Vinterberg und Mogens Rukov basiert auf dem gleichnamigen, höchst erfolgreichen Dogma-Film. Die Karten werden unter allen Einsendungen, die bis 26.06.2009 unter marketing@ivb.at einlangen, verlost.

Reichhaltig

Tiroler Festspiele Erl Mit IVB-Shuttle

Mobiles Ticket

In Bus und Tram Mit dem Handy bezahlen Mit dem Mobiltelefon ein IVB-Ticket kaufen – das geht auf den Linien der IVB in der Kernzone Innsbruck ganz leicht. Einfach ein SMS mit dem Text „IVB Single” an die Nummer 0828/20 200 schicken und das 45 Minuten gültige Einzelticket zum Preis von 1,70 Euro lösen. Oder ein SMS mit „IVB Day” an die selbe Nummer senden: Damit

Zwischen 02. und 26.07.2009 kehren die Tiroler Festspiele nach einem

erhält man ein 24-Stundenticket zum Preis von 3,90 Euro – ganz

Tourneejahr durch die Bezirke mit einem reichhaltigen Programm ins

einfach und bequem. Außerdem besteht die Möglichkeit ein „IVB

Passionsspielhaus nach Erl zurück. OpernfreundInnen erwartet die

Single“ zum Preis von 2,20 auf ein 24-Stundenticket upzugra-

Wiederaufnahme von „Elektra“. Als Neuproduktionen bringt Maestro

den. Die Handytickets sind auf allen IVB-Linien der Kernzone

Gustav Kuhn die lange erwarteten „Meistersinger von Nürnberg“ von

Innsbruck gültig – inklusive der Nightlinerlinien mit Ausnahme von

Wagner und Beethovens „Fidelio“ in eigener Inszenierung heraus.

NL 17, NL 18 ab Kernzonengrenzen Innsbruck sowie dem Postbus-

Orchesterkonzerte mit Beethoven-, Bruckner- und Tschaikowsky-

Nightliner. Das Service steht allen PrivatvertragskundInnen von A1,

Symphonien, ein spannendes Kammermusikprogramm sowie zahlrei-

T-Mobile, Orange und tele.ring zur Verfügung und wird über die

che Specials (z. B. Matinee mit Franui und Sven-Eric Bechtolf) runden

Monatsrechnung bezahlt. Alle anderen MobilfunkkundInnen können

das Festspielprogramm ab. An bestimmten Vorstellungstagen steht

mit paybox (www.paybox.at) per Bankkonto bezahlen. Wichtig:

BesucherInnen ab Innsbruck ein IVB-Shuttlebus zum Passionsspielhaus

Das Handyticket muss bereits vor Fahrtantritt im Fahrzeug gelöst

Erl zur Verfügung. Die Route: Hauptbahnhof (Bahnsteig A), Landes­

werden und auf dem Display des Mobiltelefons bei einer Kontrolle

sportcenter und dann weiter nach Erl. Die Eintrittskarte ist gleichzeitig

ablesbar sein. Alle Informationen zum Handyticket gibt es im IVB-

ein IVB-Hin- und Rückfahrtticket zu und vom Festspiel-Shuttle, gültig

Kundencenter und auf www.ivb.at.

am Veranstaltungstag in der Kernzone Innsbruck (inkl. Nightliner). Alle Infos dazu und zum ausführlichen Programm der Festspiele unter www.tiroler-festspiele.at oder Tel.: 0512-57 88 88 13.


Festwochen

Mit dem IVB-Shuttle Zum Schloss AMbras Als langjähriger Partner der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik (07.07. bis 29.08.2009) richten die IVB auch dieses Jahr das kostenlose Shuttle für alle KonzertbesucherInnen ein. Zwischen 18:30 und 19:30 Uhr verkehrt der Bus im Viertelstundentakt vom Saggen über die Innenstadt und die Olympiaworld bis hinauf nach Schloss Ambras. Die Retourfahrt erfolgt unmittelbar nach den Schlosskonzerten mit mehreren Fahrzeugen zugleich. Auch heuer steht zudem ein kostenloses Parkangebot in der Olympiaworld zur Verfügung – und zwar in der Tiefgarage unter dem Tivoli-Stadion. Von dort geht es mit dem IVB-Shuttle zum Schloss Ambras. Für die letzte Saison unter der Intendanz von René Jacobs haben sich die Innsbrucker Festwochen

Jacobs’ Leitung markieren Meilensteine der Barockopernentdeckung

(www.altemusik.at) ein ganz besonderes Zuckerl ausgedacht. Drei

des Belgiers und sind zum Teil vor Ort aufgenommene Höhepunkte

Tage lang, vom 07. bis 09.08.2009, jeweils um 20 Uhr abends lässt

seiner Jahre in Innsbruck. Zu sehen und zu hören sein werden

sich bei freiem Eintritt ein Opernfestival am Brunnenplatz neben dem

Monterverdis „L’orfeo“ (07.08.), Mozarts „Don Giovanni“ (08.08.) und

Tiroler Landestheater erleben. Die drei Musiktheaterstücke unter René

„La Calisto“ von Francesco Cavalli.

Drehscheibe Fünf Jahre neuer Hauptbahnhof

Der moderne Innsbrucker Hauptbahnhof feiert seinen fünften Ge­­ burtstag. Seit der Eröffnung im Mai 2004 kann die Verkehrsdrehscheibe im Herzen der Stadt auf eine beachtliche Entwicklung zurückblicken. So wurde mit einem zentralen Infopoint, einer modernen ÖBB-Lounge sowie der Schaffung eines Lost&Found-Büros vor allem der Service für die KundInnen enorm erweitert. Spürbare Verbesserungen wurden zudem im Bereich der Sicherheit erzielt. Seit geraumer Zeit sind die öffentlichen Bereiche mit Videokameras ausgestattet und Service- und SicherheitsmitarbeiterInnen 24 Stunden täglich vor Ort. Über 25.000 Fahrgäste frequentieren das ÖBB Bahnhof Center Innsbruck jeden Tag und auf den Gleisanlagen werden 450 Zugfahrten abgewickelt. Der große Vorteile für KundInnen und Gäste: Wer hier aussteigt, ist mitten in der Stadt und kann dank der idealen Verkehrsanbindung durch IVB, der ÖBB-Postbus GmbH und dem Verkehrsverbund

Dass der Bahnhof auch außerhalb von Tirol Beachtung findet,

Tirol jeden Winkel der Stadt und der Umlandgemeinden problem-

belegen die Ergebnisse des jährlichen VCÖ-Bahntests, bei denen

los erreichen. „Der Hauptbahnhof und der Südtirolerplatz stellen

er seit Jahren einen fixen Stockerlplatz belegt, und die vielen

einen der wichtigsten Dreh- und Angelpunkte des öffentlichen

KunstliebhaberInnen, die den Innsbrucker Hauptbahnhof wegen

Verkehrs in Innsbruck dar“, erklärt dazu IVB-Geschäftsführer Martin

der imposanten Weiler-Wandbilder besuchen. Das ÖBB Bahnhof

Baltes. „Mit dem Ausbau des Südtirolerplatzes wurde ein wichtiger

Center Innsbruck wurde mit dem Neubau vor fünf Jahren auch ein

Meilenstein in der Entwicklung und im Ausbau des Liniennetzes der

bedeutender Wirtschaftsstandort der Stadt, gerade weil PendlerInnen

IVB gelegt.“ Die Bündelung der Linien auf die jeweiligen Bussteige

aus ganz Tirol die breite Angebotspalette – vom Supermarkt über

brachte Übersichtlichkeit für die Fahrgäste. Die direkte Überleitung

Restaurants bis zu Post und Apotheke – am Bahnhof nützen. So soll

der Fahrgäste aus der Region auf den städtischen Verkehr funktioniert

die Entwicklung auch in Zukunft weitergehen. Denn Bahnhöfe sind für

somit reibungslos.

die Menschen da – und die sollen sich dort wohlfühlen.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH / Medieninhaber und Verleger: target group publishing GmbH • Zielgruppen Verlag / Karl-Kapferer-Straße 5, 6020, Telefon: 0512 / 58 6020 / Fax: 0512 / 58 6020-20 / marketing@ivb.at www.ivb.at / Gestaltung: Zimmermann & Pupp • Werbeagentur / Fotos: 6020/Berger, Zimmermann & Pupp, Tiroler Landestheater/Larl, Festwochen/R. Larl


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„Spender wirbt Spender“-Prämie im Baxter Plasmazentrum am Mitterweg

D

as Baxter Plasmazentrum Innsbruck freut sich über das steigende Interesse der Spender, die mit ihrer Plasmaspende Leben retten. Ein Spendevorgang dauert 50 Minuten und ist verträglicher als die Blutspende, da die Blutzellen dem Körper wieder zurückgegeben werden. Das gespendete Plasma kann der Körper innerhalb von 48 Stunden wieder nachbilden und das ermöglicht es, bis zu 50-mal im Jahr Plasma zu spenden. Mit Ihrer Plasmaspende können zahlreiche, meist lebensrettende Arzneimittel hergestellt werden, die bei Operationen und Krebsbehandlungen eingesetzt werden sowie Blutern ein normales Leben ermöglichen. Petra W., 24, Studentin: „Ich nutze die Zeit immer zum Lesen oder Lernen. Mir geht‘s sehr gut dabei, denn ich weiß, dass ich auf diese Weise wirklich sinnvoll helfen kann.“ Franz K., 38, Arbeiter: „Ich bekomme für meinen

Neue Aktion „Spender wirbt Spender“ Der Zeitaufwand bei Plasmaspenden ist gering – die Wirkung groß! Deshalb erhält seit Jänner 2009 jeder Spender, der einen neuen Spender wirbt, nach der 3. Spende des Geworbenen eine Prämie von 30€ ! Ihr Baxter-Plasma-Team beantwortet gerne offene Fragen. Das Baxter Plasmazentrum in Innsbruck bietet übrigens bis 12.30 Uhr kostenlose Kinderbetreuung an. (PR) q

Zeitaufwand 20€ bei jeder Spende – da kommt ganz schön was zusammen! Außerdem werde ich so regelmäßig ärztlich untersucht. Das ist eine gute Sache!“

Baxter Plasmazentrum Innsbruck Mitterweg 16, 6020 Innsbruck Telefon: 0512/274 332 innsbruck_plasma@baxter.com www.plasmazentrum.at Öffnungszeiten: Mo & Di: 10–20 Uhr Mi–Fr: 9–19 Uhr


PROGRAMM Konzerte Treibhaus

Open Air am Volksgarten Hotchpotch goes Rage Against The Machine, 23.6., 20h Shantel & das Bucovina Club Orkestra, 24.6., 20h Samul Nori & Red Sun, 25.6., 20h Sorgente, 26.6., 20h Alfred Dorfer und die Bösen, 27.6., 20h Manu Delago & Handmade, Lionel Loueke 28.6., 20h Jesus Alemany & Cubanismo, 29.6., 20h Rebekka Bakken, 30.6., 20h Bauchklang, 1.7., 20h Josef Hader: Hader spielt Hader, 2.7., 20h Mike Stern Group feat. Dave Weckl, 3.7., 20h Tuck & Patti, 4.7., 20h Medeski Martin & Wood, 5.7., 20h

Bierstindl Pieter Gabriel, 26.6., 21h

Weekender Club Everything But Giants, 15.6., 22h Angelika Express, 19.6., 22h Useless ID, 22.6., 20h Dog Eat Dog, 23.6., 22h Black Presidents, 29.6., 22h Waxolutionists, 3.7., 22h

Slumdog

und Kartoffelsupp’ Sommer am Sparkassenplatz startet am 2. Juli.

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as freut die Daheimbleiber: Der Sommer am Sparkassenplatz startet am 2. Juli in die nächste Saison und präsentiert wieder zehn Tage lang Kino, Musik und Kinderprogramm – und das alles kostenlos. Konzerttechnisch darf man sich heuer zum Beispiel auf die Sofa Surfers (4. Juli), den großartigen Helge Schneider mit „Wullewupp Kartoffelsupp’“ (5. Juli) und Russkaja (10. Juli) freuen. Im Kinoprogramm für den Innsbrucker Sparkassenplatz finden sich Gustostückerln wie „Vicky Cristina Barcelona“ (6. Juli) und „Slumdog Millionär“ (8. Juli). Alle Veranstaltungen sind gratis, wer zuerst da ist, bekommt auch einen feinen Platz. q

SLUMDOG MILLIONÄR

© VERANSTALTER

Mais Uma, 13.6., 20h Habib Koite & Bamada, 15.6., 21h Christian Muthspiel Trio – Doppelkonzert in drei Teilen, 17.6., 21h Inn-A-Valley, 19.6., 22h

VAZ Hafen Konstantin Wecker (Open Air), 26.6., 20h

HELGE SCHNEIDER

Theater Tiroler Landestheater Rigoletto, 12. & 26.6., 2.7., 19.30h Wozzeck, 13., 20., 25. & 28.6., 1. & 4.7., 19.30h My Fair Lady, 14., 17. & 21.6., 3.7., 19.30h Carmen – Don Juan, 18. & 27.6., 19.30h Das Fest, 19.6. & 5.7., 19.30h Les Contes d’Hoffmann (Hoffmanns Erzählungen), 24.6., 19.30h

Autodidakt.

Kammerspiele Verbrennungen, 12. & 18.6., 2. & 3.7., 20h Tanz! – Die Zweite, 19. & 26.6., 5.7., 20h Der Gott des Gemetzels, 25.6., 20h

Bierstindl Charleys Tante (WoZu Grenzen?), 16., 23. & 25.6., 20h Der schurkische Kuno von Drachenfels (Innsbrucker Ritterspiele), 3., 4., & 10.7., 20h

Kellertheater Das Jahr magischen Denkens, 14.–17., 21., 23.–27. & 29.6., 20h

Kultur am Inn A

m 26. Juni findet in der Mariahilfstraße das erste „Kultur am Inn“-Straßenfest statt. Zwischen 15 und 21 Uhr wird auf der Straße gewerkt, gemalt und gekocht. Außerdem stehen Tanzvorführungen von Flamenco bis Bauchtanz, Lesungen und vieles mehr auf dem Programm. Veranstaltet wird das Fest von den Wirtschaftstreibenden der Mariahilfstraße. q

Am 26. Juni gastiert der Wiener Songwriter Pieter Gabriel mit seiner Band im Kulturgasthaus Bierstindl. Im Vorjahr konnte Gabriel als „1981“ den „Soundpark“Bandcontest von FM4 für sich entscheiden, mittlerweile hat er mit Fuzzman (Naked Lunch) ein Album aufgenommen. Beginn des Konzerts ist um 21 Uhr. q


Programm

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Partys VAZ Hafen Bumm! Sommerfest feat. DJ Karotte, 20.6., 22h Queerattack, 27.6., 22h

Blue Chip Fu’s Birthday Bash feat. DJ Nicon & Wax Wreckaz, 20.6., 22h Turnstunde feat. DJ Fu, 2.7., 22h Neonix feat. Mrs. Flash, 3.7., 22h W.W.F. feat. DJ Crum & DJ Fu, 4.7., 22h

© VERANSTALTER

Plan B

DOG EAT DOG

Noch einmal jung sein E

in Sommer wie damals ... am 23. Juni spielen Dog Eat Dog ein Konzert im Weekender Club! 2006 haben die Herren – nach sechs Jahren Pause – ihr Comebackalbum „Walk With Me“ veröffentlicht. Mit ihrer aktuellen Tournee feiern sie das 15-jährige Jubiläum der Veröffentlichung der legendären Platte „All Boro Kings“. Im Weekender werden die Crossover-Helden mit Saxophon auf der Bühne rocken – so, wie es sich gehört. Noch was für richtige Fans: Am 23. Juni findet nachmittags im Burton Store eine „Dog Eat Dog“-Autogrammstunde statt. q

PIETER GABRIEL

A:lex & Kapellmeister, 12.6., 22h DJ Odd & Precious K, 13.6., 22h DJ Ed Royal, 18.6., 22h DJ Powercut, 19.6., 22h Right for Dance Music Night, 20.6., 22h DJ Chrisfader, 25.6., 22h DJ Eastside, 26.6., 22h DJ Franz Rudolf & Schalldrüse, 27.6., 22h

Sonst noch ... Visionen für Tirol – Podiumsdiskussion, 17.6., Haus der Begegnung, 19.30h Christina Stürmer, 20.6., FMZ Open Air Imst, 20h Hofkirchen-Konzert der Wiltener Sängerknaben, 27.6., Hofkirche, 18.30h Frankenstein!! (Tiroler Ensemble für Neue Musik), 30.6., Collegium Canisianum, 20h

Wort fetzt noch immer Drei neue Termine der Koschuh’schen (Vor-)Lesung

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ie inzwischen siebte Auflage seiner Kabarettlesung „Wort fetzt!“ präsentiert Der Koschuh am 18., 21. und 22. Juni im Treibhaus. Was ursprünglich als (Vor-)Lesung zum Semesterstart und -ende gedacht war, mutet der Innsbrucker Kabarettist mittlerweile sogar dem deutschen und dem Schweizer Publikum zu. Die Reaktionen sind durchwegs positiv, nur Nörgler und Der Koschuh selbst sprechen in diesem Zusammenhang vom berühmten „Exotenbonus“. q

DER KOSCHUH

Gewinnspiel 6020 verlost 3 x 2 Tickets für „Wort fetzt!“rt: „Koschuh“) Einfach ein Mail bis 17. Juni an gewinnspiel@6020stadtmagazin.at (Kennwo schicken und den gewünschten Termin angeben (18., 21. oder 22. Juni).


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Programm

Hoch Neun

Ausstellungen

Sommertheater Hall zeigt neun spannende Kurzdramen.

In Innsbruck

Georg Dienz & Andrea Holzinger • Bis 18.6., Galerie Goldener Engl Hall Ursula Groser • „geht nicht“, Eröffnung 20.6., bis 18.7., Stadtgalerie Schwaz Alois Mosbacher • Bis 22.7., Galerie Schmidt, Reith im Alpbachtal Leon Pollux & Dominique Zinkpé • „The Spirit of Africa“, bis 5.9., Haus der Völker Schwaz

ie Burg Hasegg in Hall beherbergt von 27. Juni bis 25. Juli ein ganz besonderes Theaterprojekt. Das Sommertheater Hall präsentiert anlässlich des Andreas-Hofer-Gedenkjahres das Autorenfestival „Tirol hoch 9“. Neun österreichische Schriftsteller wurden dafür gebeten, ein Kurzdrama zu verfassen, in dem sie ihre Sichtweise der Tiroler Geschichte und des Freiheitskampfs verarbeiten. Unter den Autoren sind hochrangige Namen wie Händl Klaus, Franzobel und Angelika Reitzer. Die Premiere findet am 27. Juni statt, die weiteren Aufführungstermine: 1., 3., 4., 10., 11., 17., 18., 24. und 25. Juli, jeweils um 20.30 Uhr. Bei Schlechtwetter finden die Aufführungen im Salzlager Hall statt. www.sommertheaterhall.at q

Parkour on Tour

B

is 6. Juli macht die Parkour Tour Tirol in zahlreichen Schulen des Landes Halt. Im Rahmen von Eventtagen werden Workshops in Sachen Parkour und Hiphop geboten, abgehalten werden diese Kurse von den Tiroler ParkourExperten der „LL Acrobatics“ (Lukas Steiner und Leo Moser) und heimischen Tänzern und DJs. Den Abschluss jedes Workshoptages bildet eine Show, bei der alle Teilnehmer mitmachen. Die Tourstopps: BRG Wörgl (16.6.), BG/BRG Kufstein (23.6.), Gymnasium Hall (29.6.), BRG/BORG Schwaz (30.6.), BRG/BORG Telfs (2.7.), Finalevent in Innsbruck (USI-Gelände) (6.7.). q © DROIDY

Außerhalb

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© AICHNER

Olaf Holzapfel • „Das nomadische Kriterium“, bis 14.6., Galerie im Taxispalais Ingrid C. A. Luttinger • „Wechselhaft bis heiter“, bis 15.6., Galerie Sandhofer Soziales & Kunst Mitgliederausstellung • bis 20.6., Kunstpavillon Ferdinand Karl – Ein Sonnenkönig in Tirol • Eröffnung 25.6., zu sehen bis 1.11., Schloss Ambras Christian Jankowski • „Das gesunde Werden“, bis 27.6., Kunstraum Innsbruck Peter Hrubesch & Ewald Spiss • Bis 27.6., Galerie Nothburga Peter Blaas • Bis 27.6., Galerie Thomas Flora Frank Hesse • Bis 27.6., Stadtturmgalerie Die Welt der Frauen • Unschuld und Verführung in der Kunst des italien. Novecento, bis 27.6., Kaiserliche Hofburg (Foyer) Giuliano Caporali • Bis 2.7., art.depot George Grosz • Bis 4.7., Gal. Rhomberg Sissa Micheli • „Close Up Detecting Borders“, bis 11.7., Fotoforum West Five Years for Friends • Bis 18.7., Galerie Bernd Kugler Michael Frolik • Betonbilder, bis 19.7., Schau-Raum Re-Systems (Leopoldstr. 45) Vom Heldenberg zur Sportarena • Bauten und Projekte für den Bergisel 1809–2009, bis 31.7., Archiv für Baukunst im Adambräu Jaroslaw Bauc • Bis 28.9., Galerie Sandhofer „konstantmodern“ • Fünf Positionen zur Architektur, bis 19.11., aut.architektur und tirol

© MOG PRODUCTIONS

Gewinnspiel

Heiß und kalt 6020 und Four Seasons Travel verlosen:

2 Hin- & Retourtransfers Innsbruck – Flughafen München und retour KW: „Reise“, Einsendeschluss: 29. 6. 2009 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 · INNSBRUCK GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT

S

ommer ist der neue Winter – MOG Productions lädt am 20. Juni zu einer Snowboard-Filmpremiere in den Weekender Club. Gezeigt wird die Tiroler Produktion „Manglo Moves“, die im vergangenen Winter in Österreich, den USA und Kanada gedreht wurde. Für die Party danach sind DJ Elec City (FM4) und ITF-DJ-Champion Chrisfader zuständig. q


Programm

CHICKS ON SPEED @ STADTSAAL

From Disco © SOUNDCITY/CLAUS WATZDORF

to Disco

Die Soundcity war auch in ihrem fünften Jahr ein Riesenerfolg. 4000 Besucher machten am 15. Mai die Nacht zum Tag – und Innsbruck zur pulsierenden Partystadt.

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enn die ganze Stadt auf den Beinen ist und bis in die Morgenstunden Horden von Partybesuchern von Club zu Club ziehen, kann das nur eines bedeuten: Soundcity is in the air. Auch im fünften Jahr konnte das Konzept 4000 Besucher überzeugen – schon um Mitternacht hieß es: „Sold Out“. Wer sich rechtzeitig Tickets sichern konnte, durfte die Hammershow von Mono & Nikitaman im Treibhauskessel sehen, die Chicks on Speed und den legendären Mr. Oizo im Stadtsaal erleben, Zombie Nation im Hafen zujubeln etc.! Ein großer Erfolg war auch die erstmals veranstaltete Opening Night am 14. Mai, wo Jennifer Rostock den Takt vorgaben. Watch Videos on www.myspace.com/soundcity_festival! q

DIRTY DISCO YOUTH @ JIMMY’S

JENNIFER ROSTOCK @ STADTSAAL

ZOMBIE @ HAFEN

THE LINES @ WEEKENDER

MR. OIZO @ STADTSAAL

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Programm

KULTURDENKMAL von Barbara Wohlsein

© VERANSTALTER

I Heiße Öfen. Von 3. bis 5. Juli steht das Ötztal ganz im Zeichen des Bikertreffens in Sautens. Nach dem Warm-up am Freitag steht am Samstag, 4. Juli eine große Motorradtour zum Rettenbachgletscher und zum Timmelsjoch am Programm. Rund um das Bikertreffen gibt es am Festplatz in Sautens ausreichend Campingmöglichkeiten, eine Grillstation, Cocktailbars, Tattoostudios und die obligatorische Tabledancebar. q

Rosa ist das neue Pink

Was im Moment gerade total angesagt ist – ehrlich!

Oliver Baier ist ein genialer Schauspieler, der bis jetzt scheinbar einfach im falschen Beruf gefangen war.

Kinder sind die neue Party. Was „Neon“ für die intellektuell ambitionierte iPod-Generation ist, soll „Nido“ nun für coole Jungeltern werden. „Das neue Magazin für Eltern, die häufiger Fisch mit Stäbchen als Fischstäbchen essen“, lautet der Slogan, in der ersten Ausgabe ging es um Adoption, familienfreundliche Firmen und „Sex trotz kleiner Kinder“. Prinzipiell keine schlechte Idee, aber etwas bemüht. Stichwort: Prenzlauer-Berg-Chic.

„Bauer sucht Frau“ ist der neue Stellenmarkt.

Am Anfang war die Margarine. Heute will man dem Verbraucher bei jeder Gelegenheit sogenanntes Functional Food andrehen. Wer nicht genau auf das Etikett schaut, merkt gar nicht, dass er cholesterinsenkenden Aufstrich oder Schinken „angereichert mit Oligofructose“ kauft. Abgepackter Käse hat zwar nur mehr zehn Prozent Fett und die Konsistenz (und den Geschmack) von Gummi, aber zumindest wurden ihm noch ein paar Extra-Vitamine untergemischt. Wie natürlich solche Produkte sind, kann man sich denken.

DJ Bobo will der neue Bohlen sein.

Was die Engländer mit Susan Boyle können und Dieter Bohlen mit MundharmonikaSternchen Michael Hirte fast geschafft hat, müssen wir doch auch hinkriegen – das hat sich wohl ProSieben gedacht. Ganz nach dem Vorbild von „Britain’s Got Talent“ sucht jetzt Hobbytänzer DJ Bobo vier Wochen lang „Germany’s Next Showstar“. Ob Schuhplattler oder Seilspringer, der Gewinner darf sich über einen fragwürdigen Preis „freuen“: Eine Tournee mit DJ Bobo.

© EDEL RECORDS (1), ATV (1), NIDO (1)

Wer in der Landwirtschaft eine Arbeitskraft sucht, inseriert keine Stellenanzeige, sondern geht zu ATV. „Bauer sucht Frau“ ist zwar seit Jahren ein Quotenhit, die Art, mit der die potenziellen Bäuerinnen an die Höfe gelockt werden, wird aber immer noch dreister. Beim Hausrundgang zeigt der Jungbauer als erstes die Küche, „wo sich die Frau dann austoben kann“, und die Schwiegereltern betonen noch mal, dass man sich schon vor allem eine harte Arbeiterin wünscht. So sieht Personalmanagement von heute aus.

Essen ist das neue Pillenschlucken.

m Moment produziert der ORF gerade eine neue Serie namens „Aufschneider“. Kurz erklärt: CSI plus Dr. House auf gut Wienerisch. Die Hauptrollen – zwei Pathologen –spielen Josef Hader und Oliver Baier. Das Drehbuch stammt von David Schalko, dem die GIS-Zahler so ziemlich jeden Lichtblick im ORF-Programm der letzten Jahre verdanken, siehe „Sendung ohne Namen“, „Dorfers Donnerstalk“ und „Willkommen Österreich“. Allein aufgrund dieser Tatsache kann man sich auf den Serienstart freuen. Aber noch mal kurz zurück: Oliver Baier? Der Oliver Baier? Der, wegen dem man Ö3 nicht mal zwei Minuten im Auto aushalten konnte und der bei „Was gibt es Neues“ mieser ist als jeder 9Live-Moderator? Na bravo.

Interessanterweise loben ihn Hader und Schalko ebenso in den Himmel wie seine Kollegen im Rabenhoftheater und in der Josefstadt. Er sei ein genialer Schauspieler, der bis jetzt scheinbar einfach im falschen Beruf gefangen war. So was soll es auch geben. Normalerweise kommt einem beim Genrewechsel von Künstlern ja ziemlich schnell das kalte Grausen. Singende Models, schauspielende Moderatoren, tanzende Sänger – man kennt die unschönen Szenen. „Aufschneider“ dürfte hinsichtlich dieser Klischees aber einiges geraderücken. Denn auch Josef Hader ist noch nicht allzu lange als „seriöser“ Schauspieler unterwegs. In „Komm, süßer Tod“ war er noch eine angenehme Überraschung, beim „Knochenmann“ war er schon ziemlich genial und in der TV-Produktion „Ein halbes Leben“ ließ er einem als reumütiger Mörder die Nackenhaare zu Berge stehen. In diesem Sinn geben wir auch Oliver Baier noch eine Chance. Schlechter kann’s ja kaum werden. q


© TANZSOMMER INNSBRUCK

Kibbutz & Josephine

Mehr vom

Der Tanzsommer 2009 startet heuer am 18. Juni bereits zum 15. Mal.

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in Hoch auf das Geburtstagskind – der Tanzsommer Innsbruck wird heuer 15 Jahre alt. Das Jubiläumsprogramm startet am 18. Juni mit der spanischen Compania Nacional de Danza. Es folgen zwei Gastspiele der Garth Fagan Dance Company aus den USA, die fünf kurze Choreografien zwischen afrokaribischem Tanz und Modern Dance zeigt. In das Paris der Dreißigerjahre entführt das Stück „Josephine Baker“ von Jérôme Savary. Den Abschluss des Tanzsommers 2009 bildet ein Auftritt der israelischen Kibbutz Dance Company am 7. Juli. www.tanzsommer.at q

BLUMENTOPF

Sommer

mit Contactlinsen

zt

Jet

1-Tageslinsen Einsteiger-Aktion www.sehenistmehr.at

HipHop zum Schulschluss.

Bands wie Texta, Blumentopf und Les Babacools sind am 4. Juli beim Schulschluss-Festival auf der Festung Kufstein zu Gast. Los geht es um 19 Uhr. Eine Woche später, am 11. Juli, spielt Rainhard Fendrich ebenfalls auf der Festung seine größten Hits. q

CONTACTLINSENINSTITUT MILLER Innsbruck . Meraner Str. 3 . 0512/ 58 37 25 Imst . Dr.-Pfeiffenb.-Str. 14a . 05412/ 63 120-11


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Programm

Blick auf die schlaflose Stadt Die Galerie FO.KU.S zeigt zur Zeit Fotografien von Andreas Feininger. er sich mit Fotokunst beschäftigt, kennt den Namen Andreas Feininger. Der studierte Architekt und Spross einer bekannten deutschen Künstlerfamilie prägte bis zu seinem Tod 1999 maßgeblich die Entwicklung der Fotografie – sowohl auf technischer als auch auf ästhetischer Ebene. Zwei Motive faszinierten den nach Amerika emigrierten Fotografen besonders: das urbane Leben und die Natur. Vor allem seine unzähligen New-York-Aufnahmen haben das öffentliche Bild der Metropole nachhaltig geprägt. Sie alle entstanden zwischen 1942 und 1962 während seiner 20-jährigen Arbeit für das „Life“-Magazine. Das FO.KU.S im Stadtforum Innsbruck zeigt bis 1. August rund 80 Bilder von Andreas Feininger aus der Sammlung Buchsteiner, die erstmals in Österreich zu sehen sind. Geöffnet Montag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr, Samstag von 11 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei. q

Handlicher Papierflieger.

© BÜRO PRADL

© SCHUSTER

Zum vierten Mal veranstaltet das Büro Pradl im ehemaligen M-Preis am Innrain einen Kunst- und Designmarkt. Am 26. und 27. Juni werden unter dem Motto „Handlicher Papierflieger“ wieder selbstgefertigte Waren von heimischen Künstlern und Designern verkauft, für die gemütliche Atmosphäre sorgen DJs, Sitzmöbel, Kaffee und Kuchen. Geöffnet von 10 bis 20 Uhr. q

© ANDREAS FEININGER ARCHIVE.COM

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Die Nachhilfe Theresia Glugovsky

JETZT

ANMELDEN:

W IEDERHOLUNGSPRÜFUNGS UND

SOM MERLERNKURSE I ndividuelle Betreuung Q ualifizierte NachhilfelehrerInnen INNSBRUCK, Salurner Str. 18, 0512 / 570557 HALL, Stadtgraben 1, 05223 / 52737 SCHWAZ, Marktstr. 18a, 05242 / 61077

WÖRGL, Speckbacherstr. 8, 05332 / 77951 TELFS, Obermarktstr. 2, 05262 / 63376 w w w. s c h u e l e r h i l f e. a t

PerformIC I

m Vorjahr haben sich 13 Tiroler Galerien und Kunsteinrichtungen unter dem Namen „Innsbruck Contemporary“ zusammengeschlossen, um gemeinsam zeitgenössische Kunst zu fördern. Ende Juni macht sich IC mit einer Veranstaltungsreihe namens „performIC“ bemerkbar. Von 26. bis 28. Juni finden verschiedenste Projekte und Live-Performances statt, die sich mit dem öffentlichen Raum und einzelnen Innenräumen auseinandersetzen. Zum Beispiel ist das Künstlerduo Eva & Adele in Innsbruck zu Gast, am Domplatz wird „Punishment“ von Tatsumi Orimoto inszeniert und im Kunstraum gibt es eine Karaoke-Performance mit Christian Jankowski. www.innsbruckcontemporary.at q


Programm

Multiple Joys

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um Sommerbeginn gehĂśrt ein Treibhaus-OpenAir. Deshalb findet von 23. Juni bis 5. Juli im Volksgarten beim Treibhaus ein Festival mit viel Musik und Kabarett statt. Zu Gast sind zum Beispiel Shantel, Bauchklang, Josef Hader, Alfred Dorfer und Rebekka Bakken. Der Festivalpass fĂźr alle 14 Veranstaltungen kostet 44,30 Euro. q

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Programm

TYRON BERLIN

TONY D.

B-TIGHT

BAG-JUMPING

Filznickl.com – Streetfighters Festival Mega-Schulschlussfest am 4. Juli mit dem „Sektenmuzik“-Label: B-Tight, Tony D., Kitty Kat, Joe Rilla, Grüne Medizin, Greckoe, Tyron Berlin und DJ Wird live in Innsbruck!

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m Samstag, 4. Juli – dem ersten Ferientag – kommt es im VAZ Hafen nicht nur zum ultimativen Showdown der ehemaligen AGGRO-BerlinStars, sondern auch zu einer absoluten Weltpremiere, denn noch niemals vorher standen alle „Sektenmuzik“-Mitglieder gemeinsam an einem Abend auf der Bühne. B-Tight, Tony D., Kitty Kat, Joe Rilla, Grüne Medizin, Greckoe, Tyron Berlin und DJ Werd werden mehr als sieben Stunden live in Innsbruck performen – noch nicht eingerechnet ist hier die Aftershowparty, die dann nochmals knappe vier Stunden dauern wird. Somit erwarten euch fast zwölf Stunden Hip-Hop vom Feinsten. Selbstverständlich knallen wir euch nicht nur derbe Beats um die Ohren, sondern sorgen auch für etwas sportliche Action. Unsere Homies der Firma Bag Jump schauen mit ihrem aufblasbaren Riesenluftkissen vorbei und geben euch die Möglichkeit, aus mehr als 15 Metern Höhe zu springen. Für jene, die

lieber am Boden bleiben, ist eine Partie Soapsoccer mit Sicherheit eine gute Alternative. Ein rundum tolles Paket also, um richtig cool in die Ferien starten zu können. Das Beste daran: Alles ist im Eintrittspreis inkludiert. PS: Vielleicht schaut ja noch der eine oder Special Guest vorbei ...

Filznickl.com – Streetfighters Festival Samstag, 4. Juli 2009, ab 15 Uhr, VAZ Hafen

Eintrittspreise: Raiffeisen Club Mitglieder: 5 Euro • Normalpreis: 10 Euro Vorverkaufstickets gibt es in allen Raiffeisenbanken Tirols, bei Media Markt, Libro und bei Ö-Ticket.

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p m u j g a b * r e c c o s p * s oa * live music

: e g a t s n o t a k live y t t i k d. * y n o t * oe t z h i h s * n b -tig i z i me d e n u r g * a l l erd w j d joe ri * n i l Be r n o r y T * e gre cko

Samstag 4. Juli

15:00 uhr * Hafen o-Ticket-Vorverkauf: 10,- euro raiffeisen club-mitglieder zahlen nur 5,- euro im v vk


Programm

Traumhafte

Grooves

© INNVISION REC.

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Der Innbrucker Edwin Gruber alias Ed Royal hat auf seinem Label Innvision Records sein zweites Album „Live Your Dreams“ veröffentlicht.

E

s war ein Traum, den sich Edwin Gruber 2003 erfüllt hat. Er wollte endlich seinen Lebenunterhalt mit dem verdienen, was ihm wirklich am Herzen liegt – der Arbeit als DJ und dem Produzieren von groovenden elektronischen Songs. Schmerzfrei war dieser Traum damals nicht zu erfüllen, es bedeutete, einen gesicherten und lukrativen Job zu verlassen und sich in die Unsicherheit einer kreativen Existenz in der österreichischen Provinz zu begeben. Edwin Gruber wagte diesen Schritt und gründete ein eigenes Plattenlabel: Innvision Records. Drei- bis viermal pro Woche arbeitet er seitdem als DJ in Clubs in Innsbruck, Deutschland und der Schweiz. Sogar bis nach Ungarn und in die Slowakei hat ihn seine Musik schon geführt. 147 DJ-Auftritte absolvierte er 2008, auch eine kleine Amerika-Tournee war dabei, inklusive Einladung in den Club der Thievery Corporation, die „18th Street Lounge“ in Washington. Die restliche Zeit sitzt Gruber im eigenen Studio und arbeitet an neuer Musik, die wohl am besten als „groovender Freestyle made in Tirol“ beschrieben werden kann.

In Film und Werbung. 15 Maxisingles und eine CD, die Edwin Gruber zusammen mit seinem damaligen musikalischen Partner Robert „DJ Enne“ Ennemoser produ-

zierte, sind der beeindruckende Output seines Labels seit 2003. Und das ist noch längst nicht alles: Musik und Remixe aus dem Hause Innvision schafften es in den Soundtrack des „Rosaroter Panther“-Remakes, in den nordamerikanischen TV-Trailer zum Animationsfilm „Ratatouille“, auf eine zum BMW-Mini mitgelieferte CD und auch in einen kanadischen Ford-Werbefilm.

Keine Reue. Das neue Leben funktioniert also für Edwin Gruber alias „Ed Royal“. Er bereut nichts, ganz im Gegenteil. Nicht ohne Grund nennt er deshalb seine aktuelle, insgesamt zweite CD im positiven Rückblick auf die damaligen Weichenstellungen „Live Your Dreams“. Sie besteht aus 14 Nummern, die sich stilistisch zwischen NuFunk, Disco, HipHopBeats, Latin und Brasil bewegen. Für zwei Tracks konnte Ed die aus Atlanta stammende Rapperin BadKat aka Kathryn Roberts gewinnen, auf einer Nummer sorgt die Sängerin Micheline Cardoso aus Rio für entspannte Urlaubsgefühle. Das Interessante daran: Edwin Gruber kennt beide Sängerinnen nur per Mail-Kontakt, getroffen hat er sie noch nie. Die Bestandteile der Tracks entstanden in tausenden Kilometern Distanz: in Innsbruck die rollenden Drums, flirrenden Wahwah-Gitarren, jazzigen Bläser und elektronischen Dancefloor-Beats, in Rio und Berlin die Gesangslinien.

von Klaus Erler

Per Mail wurden die musikalischen Bausteine verschickt, dann bearbeitet und schließlich im Computer in Innsbruck zusammengesetzt. „Live Your Dreams“ ist seit Mitte Mai im deutschsprachigen Raum als CD sowie in den DownloadPortalen von iTunes bis Beatport erhältlich. q

Gewinnspiel

6020 und Innvision Records verlosen:

3 CDs von Ed Royal „Live Your Dreams“ KW: „Royal“, Einsendeschluss: 29. 6. 2009 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 · INNSBRUCK GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT


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Packen Sie’s an! Das neue WIFI-Kursbuch ist da. Mit dem neuen WIFI-Kursbuch halten Sie den besten Wegweiser für eine erfolgreiche berufliche Zukunft in Händen.

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ie magische Zahl heißt 294. So dick ist nämlich das neue WIFI-Kursbuch für Herbst 2009, das nun erhältlich ist. Mit dem umfangreichsten Weiterbildungsangebot Tirols ist das WIFI auch in schwierigen Zeiten der Garant für eine erfolgreiche berufliche Zukunft! Wer seine berufliche Zukunft selbst in die Hand nehmen möchte, nimmt am besten das WIFI-Kursbuch zur Hand. Das knapp 300 Seiten starke „Weiterbildungslexikon“ umfasst Westösterreichs umfangreichstes und wohl bestes Bildungsprogramm, das auch in seiner aktuellen Version wieder neue Maßstäbe setzt. „Das neue Kursbuch bietet eine Vielzahl von brandaktuellen Seminaren und Lehrgängen“, kommentiert WIFI-Marketing-Leiter Wolfgang Sparer stolz das grüne Druckwerk, das auch in einer Online-Version erscheint. „Auf der Homepage des WIFI Tirol kann man nun durch das neue Kursbuch blättern, als würde es vor einem liegen.“ „So bieten wir das Kursbuch-Feeling auch am PC.“ Und das Durchblättern macht Spaß: Neben altbewährten Lehrgängen wie Buchhalter/in und Personalverrechner/in, Wellnesstrainer/in oder der Berufsreifeprüfung werden zahlreiche neue Veranstaltungen angeboten, die den Zahn der Wirtschaftszeit treffen.

Neu im Herbst Ausbildungen

Informationsabende

Start

• Personal-Verrechner-Akademie

16. Oktober

• Ausbildungs-Coach

25. September

• General-Manager

16. Oktober

• Eventmanager/in

04. August

25. September

• Outdoor- und Freizeitguide

16. September

27. Oktober

• CE-Produktkoordinator/in

17. September

09. Oktober

Kursbuch kostenlos bestellen Nach dem Motto „Packen Sie’s an“ bietet Ihnen das WIFI Tirol die besten Kurse für praxisrelevantes Wissen an. Bestellen Sie das neue Kursbuch und überzeugen Sie sich selbst! Alle Informationen und das Kursbuch zum Durchblättern finden Sie unter www.wifi.at/tirol. Fordern Sie gerne Ihr Gratisexemplar unter Tel. 05 90 90 5-7000 oder info@wktirol.at an. (PR) q

Infoabende und Lehre & Matura-Check: 25. Juni in Wörgl 8. und 17. Juli in Innsbruck WIFI Tirol: 05 90 90 5-7259 www.lehreundmatura.at


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Programm

Ein

KartenhauinsWilten

© 6020/BERGER (3)

In der Leopoldstraße 19 fällt dem aufmerksamen Passanten seit kurzem eine neu gestaltete Auslage auf. „Funtainment: Yu-Gi-Oh, Pokémon, WOW und Magic“ von Flo Pranger steht da in großen Lettern gelb auf blau zu lesen. Was das wohl ist?

M

ittlerweile ist es fünf oder sechs Jahre her, dass mich mein Sohn gefragt hat, ob ich nicht einmal ein Yu-Gi-Oh-Turnier organisieren könnte“, erzählt Martin Scherwitzl, Inhaber des Tradingcard-Zentrums „Funtainment“ in Wilten. Der Judotrainer hat der Bitte seines Sohnes entsprochen und im nahegelegenen Judozentrum ein erstes YuGi-Oh-Turnier ausgerichtet: „Ich war sehr überrascht, dass wir – ohne groß Werbung zu machen – fast 40 Starter hatten.“ Yu-Gi-Oh ist neben Pokémon, World Of Warcraft (WOW – wie das gleichnamige Online-Rollenspiel) und Magic eines der beliebtesten und populärsten Tradingcard-Spiele. Dabei handelt es sich um Kartenspiele zu üblicherweise fantastischen Themen. Im Gegensatz zu althergebrachten Spielen existieren in einem solchen Sammelkartenspiel meist mehrere hundert verschiedene Karten. Diese werden in vorgefertigten Spieleinheiten, sogenannten Starters, und in Packungen mit mehr oder weniger zufälliger Kartenzusammenstellung verkauft – wobei einige Karten höheren Seltenheitswert haben als andere. Um alle Karten zu bekommen, muss man also sammeln, tauschen und handeln – daher der Name Tradingcards oder Sammelkarten.

Samstag ist Turniertag. In der Leopoldstraße 19 treffen sich nun jeden Samstag Tradingcard-Fans zwischen sechs und 50 Jahren und fechten ihre Turniere aus. Die meisten Spieler sind freilich im Alter zwischen acht und 14. Es gibt eine eigene Talenteklasse für Neueinsteiger und auch in der Rangliste des eigens gegründeten Vereines – mit rund 600 Mitgliedern – wird auf Neulinge besonders Rücksicht genommen. Natürlich kann man sich vor Ort gleich komplett ausrüsten. Von diversen Kartendecks über T-Shirts und Poster bis zu Spielmatten und sämtlichen anderen Sekundärartikeln gibt es nichts zum Thema Tradingcards, was es hier nicht gibt. Anfängerdecks kann man ab 4,90 Euro erstehen, für Profisets ist die Preisgrenze nach oben quasi offen. „Das Besondere an unserem Zentrum ist, dass man hier spielen kann, ohne etwas kaufen zu müssen. Wir bieten während der gesamten Woche fachliche Kompetenz und Übungsmöglichkeiten, am Wochenende organisieren wir sechs bis acht Turniere nach dem weltweit gültigen Modus. Wer bei uns spielt und registriert ist, wird automatisch auch auf Österreich-, Europa- und Weltranglisten geführt“, erklärt Scherwitzl. Das Startgeld für die Turnierteilnahme liegt

zwischen zwei und fünf Euro, jeder Teilnehmer erhält einen Preis. Martin Scherwitzl hat im Laufe der letzten Jahre alle erforderlichen Prüfungen zum offiziell anerkannten Turnierorganisator erfolgreich abgelegt. Zu einer Zusammenarbeit mit der Münchener Firma „Funtainment“ hat er sich entschlossen, weil unter deren Markennamen 40 Prozent aller Tradingcard-Turniere in Europa stattfinden und eine Kooperation deshalb die Logistik, den Datenaustausch und somit auch das Austragen offizieller Turniere erleichtert. Somit wären die ungewöhnlichen Aufschriften am Schaufenster geklärt. Wer Lust hat, einmal selbst Sammelkartenluft zu schnuppern, dem sei gesagt, dass das Tradingcard-Zentrum Dienstag bis Freitag ab 14 Uhr und samstags ab 10 Uhr seine Pforten für Spieler und Sammler geöffnet hält. Mehr Infos unter www.yugioh-treff.at. q


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Ohrenschmaus & Augenweide

Revolution Ohrenschmaus Vogelfreier Pop Phoenix: Wolfgang Amadeus Phoenix, Cooperativ/Universal

in Echtzeit „Che“ im Doppelpack: Das ist cineastisches Ausdauertraining mit Steven Soderbergh.

cccccccc Der Titel des vierten Phoenix-Longplayers zeugt nicht gerade von Bescheidenheit. Andererseits ist selbst Hellmuth Karasek, Alphatier aller Leseratten, ein großer Fan dieses schwer greifbaren Quartetts aus dem historisch gewichtigen Versailles. Ging der Vorgänger „It‘s Never Been Like That” mehr in Richtung Gitarren-Indie, besinnen sich Thomas Mars und seine Jungs in ihren zehn neuen Songs, die Titel wie „Lisztomania“ oder „Love Like A Sunset Part I“ tragen, ihrer Kernkompetenz: dem schwebend leichten Popsong, voller Geistesblitze und verspielter Sounds. Nicht alles auf „Wolfgang Amadeus Phoenix“ schließt an die Großtaten von „United“ und „Alphabetical“ an. Aber solange Phoenix noch Tracks wie „1901“ oder „Fences“ gelingen, ist zumindest bei diesen Eurostars alles auf Schiene. (mr)

Pfirsichcreme Peaches: I Feel Cream Indigo Rec.

cccccccc Ach, was haben wir in den letzten zehn Jahren für einen Heidenspaß gehabt mit dieser Frau. Peaches, geborene Merrill Nisker, hat sich eine Riesenhetz daraus gemacht, sämtliche Tabus und Pornoklischees gleichzeitig über den Haufen zu werfen – und dabei einige der besten Electronummern der Dekade abzuliefern. Nun hat die Kanadierin ein neues Album namens „I Feel Cream“ produziert, Unterstützung hat sie dabei von so illustren Namen wie Digitalism, Simian Mobile Disco und Soulwax erhalten. Die einzelnen Einflüsse hört man deutlich, der Rest ist tanzbäriger Electropop, der manchmal auch ganz zart sein kann. Harte Schale, weicher Pfirsichkern, also. (bw)

von Michael Rathmayr

S

chwer zu sagen, was Regisseur Soderbergh („Traffic“, „Ocean’s Eleven“) mit seinem Monsterprojekt „Che“ bezwecken wollte. Dieser Tage läuft „Che – Revolución“ in Österreichs Kinos an, am 24. Juli dann Teil 2, „Guerilla“. Im Prinzip keine schlechte Idee, der Freizeit-Linken wieder einmal aus dem Leben des Helden ihrer T-Shirts zu erzählen. Che hat es sogar bis an die Handgelenke zahlloser gänzlich apolitischer Freunde von Schweizer Plastik-Chronographen geschafft. Nicht wenige stolze Träger seines Antlitzes werden gar nicht wissen, was es mit dem jungen Mann auf sich hatte, der von bevorzugt rotem Hintergrund so entschlossen in die Ferne blickt. Ein bisschen Bildungskino kann demnach kein Fehler sein.

Cuba libre, hautnah. Ähnlich wie in „Traffic“ gibt Soderbergh seinem auf den Aufzeichnungen Guevaras basierenden Film den Look einer Dokumentation. Fast ausschließlich wurde mit Handkamera gedreht, nur selten ist Musik zu hören. Und fast immer im Bild: Benicio Del Toro als Ernesto Che Guevara – in den Fünfzigern beim Guerillakampf im Dschungel und 1964 bei seinem legendären Besuch in den USA. Der Film zeigt abwechselnd Szenen aus Kuba und aus den Staaten, Revolution in der Praxis und

CHE ZUM GÄHNEN. Benicio Del Toro gibt sein Bestes, viel nützen tut es aber nicht.

die zugehörige Theorie, gewissermaßen. Etwas nachdrücklicher als von Nöten wäre, wird Che etabliert als bedingungsloser und flammender Kämpfer für die kommunistische Sache, der selbst dem Feind gegenüber stets Gerechtigkeit walten lässt. Als einer, der seine Kämpfer dazu drängt, Lesen und Schreiben zu lernen, aber all jene bitter bestraft, die den Revolutionskampf zum eigenen Wohl missbrauchen. Erzählt wird das alles wohl weniger euphorisch als in manch anderem Film über den argentinischen Revolutionär. Aber Neues über Che erfährt man kaum.

Spannungsbogen? Das größte Problem von „Che – Revolución“ ist, dass der 134-Minuten-Streifen über weite Strecken schlicht nicht unterhaltsam ist.

Patschenkino

Zippe-Zappe

Schnellschuss

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ie wichtig dem ORF der Erfolg seiner neuen Krimiserie „Schnell ermittelt“ ist, konnte man schon Ende April sehen, als für die Ausstrahlung der zweiten Folge sogar 15 Minuten Champions-League-Fußball dran glauben mussten. Und um gar nichts dem Zufall zu überlassen, wurde Hauptdarstellerin Ursula Strauss auch noch in den Publicity-Schnellkopftopf des Unternehmens – den Ö3-Wecker – geschickt, um zu früher Stunde die Werbetrommel für die Serie zu rühren. Irgendwie hatte man am Küniglberg ein bisschen Nervenflattern, und nach einer handvoll Episoden kann gesagt werden – durchaus mit Grund. So sehr die einzelnen „Zutaten“

auch Gutes versprechen, so unrund kommt das Ergebnis daher. Die beinahe oscargekrönte Ursula Strauss ist zwar eine gute Schauspielerin, mit der Rolle der übertrieben coolen wie flapsigen Kommissarin ist sie aber immer noch sichtlich auf Kriegsfuß. Dass kein einziger Angehöriger jemals Emotion oder gar Trauer zeigt, nervt außerdem ebenso wie die angestrengt eiskalten Verhöre und der abgebrühte Gerichtsmediziner, der neben den Leichenteilen Schwein süß-sauer isst. Obwohl die Nebendarsteller durchaus überzeugen und die Flashbacks eine nette Idee sind, ist die Serie klassisches Fernseh-Fastfood. Etwas Langsamkeit würde Schnell nicht schaden. q

Geschiedene Leute Bis an ihr Lebensende haben es Marion und Gilles dann doch nicht miteinander ausgehalten. Nach der Scheidung landen die beiden Anfangvierziger trotzdem wieder im Bett und fangen an, auf ihre gemeinsame Beziehungsgeschichte zurückzuschauen. Dabei kommen sie drauf, dass bei ihnen von Anfang an irgendwie der Hund drinnen war. Marion wird von Carla Brunis Schwester Valéria Bruni-Tedeschi dargestellt, Regie führt François Ozon. Schöne Bilder, etwas französischer Pathos. Trotzdem gut verdaulich.

5 x 2 – Fünf mal zwei Spielfilm, F 2004 Montag, 29. Juni, 00.00h, ORF2


Ohrenschmaus & Augenweide

BALLABALLA. Arnie hat einen würdigen Nachfolger gefunden.

Brüno Larry Charles, USA • Komödie • ab 10. Juli Sacha Baron Cohen, schon als Ali G und 2006 als Borat nicht eben zimperlich am Weg, kehrt mit seinem dritten Alter ego, dem schwulen Designerschreck Brüno, made in Austria, zurück auf den Big Screen. Mit gänzlich neuem Styling, aber den alten Intentionen: Oberflächlichkeiten, Intoleranz und sonstige gesellschaftliche Missbildungen auf das Direkteste bloßzustellen – selbstredend ohne dabei die Quote aus den Augen zu verlieren.

Tatsächlich passiert in Soderberghs gemächlichen Schilderungen vom Dasein im Dschungel kaum etwas. Was man noch als akzeptablen Preis dafür sehen könnte, am Ende mehr über den Menschen Guevara erfahren zu haben. Aber im Grunde ist nicht einmal das der Fall. Obwohl Del Toro ein großer Lichtblick ist. Weniger feurig als man vermuten würde, immer ein bisschen arrogant, in Einzelfällen durchaus pragmatisch – und vielleicht gerade deshalb überzeugender als vergangene CheInterpretationen. Aber selbst er schafft es nicht, „Che“ jene Spannung zu verleihen, die dessen Leben mit Sicherheit in sich birgt. Insofern ist Soderbergh fast schon ein Kunstwerk gelungen. Nur eben kein sehenswertes. Oder, wie ein amerikanischer Kritiker es formuliert hat: „Soderbergh hat die größte Sünde von allen begangen. Er hat Che langweilig gemacht.“ q

Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los Carlos Saldanha, USA • Animation • ab 2. Juli Das bringt das dickste Eis zum Schmelzen: Ein tropischer Dschungel voller Dinosaurier, ein Wiesel auf Speed und ein Weibchen für Scrat. „Ice Age“ geht in die dritte Runde – wie üblich wird mit Zoten nicht gegeizt, von denen nicht wenige tatsächlich für die ganze Familie taugen.

Illuminati Ron Howard, USA • Drama Dan Brown reloaded. Tom Hanks als wackerer Symbolologe, der den Illuminaten auf der Spur ist. Ein ermordeter CERN-Wissenschafter, gestohlene Antimaterie und die angekündigte Zerstörung des Vatikan. Heiliger Bimbam, das wird spannend.

Inside Hollywood Barry Levinson, USA • Komödie Robert De Niro als Filmproduzent am Rande des Nervenzusammenbruchs. Bruce Willis will sich den Vollbart nicht abrasieren, ein Regisseur sein Filmende nicht abändern und De Niro himself seine Exfrau nicht ziehen lassen. Äußerst unterhaltsame Satire über die Untiefen des Hollywood-Establishment.

DER GUTE BRÜNO versucht sich hoch zu Ross. Nachts im Museum 2 Shawn Levy, USA • Komödie Ben Stiller – schon wieder bei der langen Nacht der Museen. Diesmal schlägt er sich im berühmten Smithsonian mit relativ lebendigen Museumsstücken herum. Naja, das Rezept ist bekannt. Star Trek J. J. Abrams, USA • Science-Fiction Faszinierend. Glaubt man der nicht immer bescheidenen US-Kritik, handelt es sich hierbei um eine geradezu „awesome“ ausgefallene Wiederbelebung des totgeglaubten Weltraumkreuzers und seiner Crew. Trekkies, das Leben hat wieder einen Sinn!

State of Play – Stand der Dinge Kevin Macdonald, USA • Krimi • ab 19. Juni Der stets bierernste Russell Crowe als knallharter Journalist, ein Schnüffler der alten Schule. Aktuelle Recherche: Ein Mordfall, der schwer nach Verschwörung riecht. Das Opfer ist eine junge Schöne, die sich auf eine Affäre mit einem Kongressabgeordneten (Ben Affleck) eingelassen hat. Ein brauchbarer Krimi.

Stilles Chaos Antonio Luigi Grimaldi, GB/Italien • Tragikomödie • ab 19. Juni Nanni Moretti, Regisseur und Star der italienischen Linken, spielt die Hauptrolle und hat das Drehbuch zu diesem Film geschrieben. Pietro fühlt sich als Held, gerade wurde er am Strand durch Zufall zum Lebensretter. Aber jetzt liegt seine Frau tot im Garten ihres Hauses. Könnte ein Krimi sein, der so beginnt. Vielmehr ist Morettis Geschichte aber eine über das, was vielfach unter „Trauerarbeit“ läuft. Pietro verbringt seine Tage als Witwer nun nicht mehr im Managerbüro eines TV-Senders, sondern auf der Parkbank vor der Schule seiner Tochter. Ein selbst auferlegtes Exil sozusagen, das manche Überraschung birgt. Empfehlung.

Terminator – Die Erlösung McG, USA • Action • ab 5. Juni „I‘ll be back“ – Arnie wusste es damals schon. Christian Bale als John Connor, der 2018 als einer der wenigen überlebenden Menschen zu verhindern versucht, dass die grantigen Skynet-Roboter endgültig die Herrschaft übernehmen. In der Rolle des T-800 wieder ein Österreicher: der Bodybuilder Roland Kickinger. Agschn garantiert.

Gewinnspiel 6020 und Cineplexx verlosen:

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Ice Age 3 in 3D

im Cineplexx Innsbruck KW: „Eiszeit“, Einsendeschluss: 29. 6. 2009 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse www.cineplexx.at 6020 · KARL-KAPFERER-STRASSE 5 · INNSBRUCK GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT

NEUE EISZEIT IN 3D Im dritten Teil von „Ice Age“ sind die Dinos los.

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Aktuell im Kino

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PRÄSENTIERT VON

INTERAKTIV 3D RÄTSEL • 6020 EXKLUSIV • J. F. PARK 1 2 5

DIE FRAGEN

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Wie sich Schlange benahm wird verrückt konfiszieren

1

Was für Bosshafte: Steigst du die Karriere-technisch in der Firma nach oben?

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Der langfingrige Nichtsnutz macht sich an Kalendern zu schaffen

3

Die irre Nina fühlt sich in Persien heimisch

4

Damit wirst du meist gefühlt be-Last-et

5

Die Hinweise lernst du im Zeichen-Unterricht

6

Hat Seltenheitswert und interessiert Besondersling

7

Leistet die Echse vor dem Schwurgericht

8

Spult selbst als Kasten immer das Gleiche ab

9

So unfrei gibt sich das Buch

10

Dem Briten tischst du Bewä-s-serte Wüste nachher auf

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I

15 G

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Unaufhörlich nichts für Stehenbleiber

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Alles in allem bist du damit voll angezogen

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Edle Tropfen, wenn ich das Buch fertig wälze

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Wenn ich blick klingt‘s ausgesprochen nach Gewässer

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Bei ihm zeigen Griechen taktvoll geschulterte Reihen

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Guten Appetit! Dienstdauer des Müllers?

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Haarstylingmasse auf den Kopf gestellt lässt Briten beinlich wirken

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Durchaus Angebote, wenn sich die Fee im Torf verstrickt

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Buchstäblich falsche Süßspeise (?) wirkt stückhaft goldig

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A

U H U T F I H O B H S I O B E E C H H E H H L B B R H A N A G H E I H E S H R H U E H T H R T I I U E S N A H H I E H H H B A N

H D H H G H H Lösung der letzten Ausgabe: H E F C N R H T D E F G H I R H S H I T H E E A A L H R I H H L Gewinnspiel L Y H H F Senden Sie das richtige Lösungswort an 6020 E H und gewinnen Sie: K IMPRESSUM N ein Nokia 5220 Express Music

DAS LÖSUNGSWORT A

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ESELSOHR

(frei für alle Netze)

zur Verfügung gestellt von den A1-Shops Cyta und Landhausplatz Einsendeschluss: 29. 6. 2009 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · KARL-KAPFERER-STR. 5 · INNSBRUCK · GEWINNSPIEL@6020STADTMAGAZIN.AT

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Michael Steinlechner target group publishing GmbH Barbara Wohlsein, Michael Rathmayr Philipp Frenzel NERO WerbeGmbH • www.nerografik.net Julia Brugger, Klaus Erler, Matthias Krapf, Daniel Naschberger, Johannes F. Park, Flo Pranger, Flo Seidl Michael Rathmayr, Gerhard Berger, Christian Forcher Thomas Pilgram • tpilgram@6020stadtmagazin.at Karl-Kapferer-Straße 5, 6020 Innsbruck • Telefon: 0512/58 6020, Fax: DW -20 E-Mail: redaktion@6020stadtmagazin.at Andreas Eisendle und Michael Steinlechner Niederösterreichisches Pressehaus Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.


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nd la Abend in

Christenhand

oder:DasLeben nach demletzten Kreuzzug


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Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

von Johannes F. Park

Jugendsünden Ablehnende Antwortschreiben wie das folgende dürften hoff nungsfrohe Bewerber in Zukunft immer öfter erhalten.

S

ehr geehrter Herr Mag. Liebknecht, herzlichen Dank für das Interesse an einer Position in der Konzernrevision unseres Unternehmens. Ich darf Ihnen mitteilen, dass die Bewerbungskommission, die Sie im Zuge Ihres Vorstellungsgespräches kennengelernt haben, Ihrem Wunsch nach Anstellung nicht entsprechen kann. Die in der ersten Phase des Bewerbungsverfahrens aufgetauchten Unklarheiten konnten von Ihnen auch im persönlichen Gespräch nicht zu unserer Zufriedenheit ausgeräumt werden. Die Bewerbungskommission sieht die Vorbehalte, was Ihre Eignung für die ausgeschriebene Stelle betrifft, bestätigt. Ungeachtet Ihrer fachlichen Qualifikation, die wir an dieser Stelle lobend erwähnen möchten, sind wir zum Schluss gekommen, dass Sie die Anforderungen, die in diesem sensiblen Bereich unseres Unternehmens eine Grundvoraussetzung darstellen, in charakterlicher und moralischer Hinsicht nicht erfüllen. Zu den Gründen der Ablehnung ist konkret Folgendes zu sagen: Nach eingehender Prüfung haben sich sieben von acht Verdachtsmomenten erhärtet. Anders wie von Ihnen dargelegt sind etwa die im Internet (www.facebook.com, www.netlog.com, www.flickr.com et al.) verbreiteten Abbildungen, die Sie offenbar unter starkem Einfluss von Alkohol zeigen – ein Eindruck, der sich durch die Bildunterschrift: „Tiffy, acht Wodka-Bull und schon wieder blunzenfett ...“ noch verstärkt – sehr wohl auch jüngeren Datums (12. März 2009). Von Jugendsünden, auf die ich im Übrigen noch zu sprechen kommen muss, kann deshalb keine Rede sein. Dem nicht genug ist auf einer weiteren Abbildung zu sehen, wie Sie einer jungen Frau an die Brust fassen. Ihre Rechtfertigung, es habe sich dabei um einen Spaß mit Ihrer Ex-Freundin gehandelt, ist doch recht bescheiden. Ihre Beteuerung, das T-Shirt Ihrer „humorvollen“ Ex-Freundin („Suche Mann mit Pferdeschwanz. Frisur egal“) „sagt doch alles“, erachtet die Bewerbungskommission als bescheidenen Rechtfertigungsversuch eines gravierenden Alkoholproblems Ihrerseits. Und auch Ihre Feststellung, Sie kämen mit weiblichen Arbeitskollegen „oft besser aus als mit Männern“, erscheint vor diesem Hintergrund in einem ganz anderen Licht. Zudem gab uns folgendes offenbar als Scherz gedachtes Posting vom 12. Juli 2006 auf der Website Ihres Hobbyfußballvereins, der den bezeichnenden Namen „Fetznschädl United“ trägt, zu denken: „Warum haben Männer keine Zellulitis? Weil’s schiach is.“ Des Weiteren mussten wir feststellen, dass Ihre Angaben bezüglich Ihrer Freizeitinteressen nicht der Wahrheit entsprechen, zumindest aber nicht vollständig waren. Allein die Auswertung Ihrer Einträge in verschiedenen Fo-

Am 21. Feber 2000 schrieben Sie im Forum der Sozialistischen Jugend: „Hängt die Manager, solange es noch Banken gibt!“ ren legt den Schluss nahe, dass Sie uns folgende Hobbys vorenthalten haben: Download von Raubkopien (Filme, Spiele), Online-Poker und Intimrasur. Nach Ihrer angeblichen Vorliebe für Literatur sucht man hingegen vergebens, sieht man einmal von Ihrer Bestellung des einschlägigen Fachbuchs „Die 111 besten Anmachsprüche“ ab. Hinzu kommt noch ein Eintrag, den wir für besonders schwerwiegend erachten. Am 21. Feber 2000 schrieben Sie im Forum der Sozialistischen Jugend: „Hängt die Manager, solange es noch Banken gibt!“ Sie werden verstehen, dass wir als Finanzinstitut derartigen Aussagen tendenziell skeptisch gegenüber stehen. Jedenfalls, wenn sie unser Haus und nicht die Konkurrenz betreffen. Erlauben Sie mir eine persönliche Anmerkung zum Schluss: Einen wunderbaren Roman wie „Der englische Patient“ bei Amazon mit null Sternen zu rezensieren, weil man eigentlich den Film bestellen wollte, finde ich megapeinlich. Und Herr Liebknecht, High-Heels stehen Ihnen überhaupt nicht, Ihre Mag. Alice Stein, MAS.

Ihr Johannes F. Park


Unser Energieschatz!

TIWAG-Tiroler Wasserkraft AG


rider: chris cab pic: landon stirling

W! NO E BL LA AI AV S CK DE EBL OU XD EW DN AN BR ------ -- -- -- -- -- --


6020 / Vol.126 / Juni 2009