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01/2016

FILM MAG EIN MÄRCHEN VON ÜBERMORGEN 50 Jahre „Raumpatrouille Orion“

STUDIODESIGN Bavaria Studios Art Department im Oman

EINE SOMMERLIEBE ZU DRITT Setbesuch bei Paula Kalenberg

DIGITAL CONTENT #VIRTUALREALITY #CREATIVE.FORGE #TONK

D A S

S T A N D O R T M A G A Z I N

A U S

G E I S E L G A S T E I G


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DEUTSCH ENGLISCH

I M H O T E L B AY E R I S C H E R H O F F I N D E T M A N N I C H T N U R RU H E U N D K R A F T

S O N D E R N AU C H S PA N N U N G P U R Das seit 1841 privat geführte Hotel Bayerischer Hof ist mit seinen 340 Zimmer, inkl. 65 Suiten, seinen 5 Restaurants und 6 Bars eine Institution unter den internationalen Luxushotels. Ein weiteres Highlight ist das Premiumkino astor@Cinema Lounge, ausgestattet mit neuester Technik und aktuellem Kinoprogramm. Für die gelungene Gestaltung konnten wir den renommierten Interior Designer Axel Vervoordt gewinnen, der bereits die Restaurants Atelier und Garden mit seinem Stil prägte. Küchenchef Jan Hartwig verwöhnt Sie im Restaurant Atelier, welches jüngst mit zwei Michelin Sternen sowie 17 Punkten im Gault Millau und 10 Gusto-Pfannen ausgezeichnet wurde, mit kreativer Gourmetküche. Reservieren Sie im Atelier unter +49.89.21 20-743 oder im Garden +49.89.21 20-993. Ideal für Sie: die kinofreundlichen Öffnungszeiten unserer Restaurants Garden (24 Uhr), Palais Keller (1 Uhr), Trader Vic's (3 Uhr) sowie der falk's Bar (2 Uhr) und unseres Night Clubs (3 Uhr). Relaxen Sie nach Spannung und Kultur in unserem Blue Spa, designt von Andrée Putman, mit erstklassigen Treatments und Wellness-Küche. Weitere Informationen finden Sie unter www.bayerischerhof.de  Promenadeplatz 2 - 6 D-80333 München

Fon + 49 89.21 20 - 0 Fax + 49 89.21 20 - 906

www.bayerischerhof.de info@bayerischerhof.de


EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, die Digitalisierung verändert das Film- und Fernsehgeschäft fundamental. Die Seh- und Nutzungsgewohnheiten des Zuschauers wandeln sich ebenso wie die Produktionsbedingungen – und das Selbstverständnis von Bewegtbildproduzenten. Parallel zum klassischen Produzenten für das „herkömmliche“, lineare Fernsehen gibt es eine junge, kreative Onlinevideo-Community im Netz. Dort, wo auch der Zuschauer seinen Content verstärkt sucht und konsumiert – ob auf Plattformen wie Youtube, bei StreamingDiensten wie Netflix oder in den Mediatheken der öffentlichrechtlichen und privaten TV-Sender. Daneben entstehen mit den technologischen Möglichkeiten von Virtual Reality erste Ansätze des immersiven Storytellings. Vielversprechende Experimente lassen sich bereits beobachten. In ihrer fast 100-jährigen Geschichte hat die Bavaria wie kaum ein anderes Produktionshaus in Deutschland jeden Medienwandel begleitet und entscheidende Impulse gesetzt. Mit ihrem kreativen Potenzial hat sie auch jetzt die Kraft, die digitale Zukunft mitzugestalten.

Christian Franckenstein

Achim Rohnke

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INHALTSVERZEICHNIS

INHALT

06 Bavaria Film eröffnet die „creative.forge“ und will damit junge Youtube-Talente unterstützen.

50 In ihrem Projekt TONK blicken Chon-Dat Nguyen und Alexander Kleinrensing auf den internationalen VoD-Markt.

56 Bavaria Studios Art Department, richtete drei Studios für Oman TV ein.

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CREATIVE.FORGE @ BAVARIA FILM

MELDUNGEN

DAS UNMÖGLICHE MÖGLICH MACHEN

Zur Belebung der Youtube-Szene stellt Bavaria Film Equipment, Coaching, CoWorking-Spaces und ein neu hergerichtetes Studio zur Verfügung.

18 AM PULS DER ZEIT

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Bavaria-Produzent Oliver Vogel über das Standing deutscher Serien im internationalen Markt.

WIR WOLLEN DIE BAVARIA FIT FÜR DIE ZUKUNFT MACHEN

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Interview mit dem Vorsitzenden der Bavaria Film Geschäftsführung Dr. Christian Franckenstein.

12 GEWISSE GEFÜHLE LASSEN SICH NICHT STEUERN Ein Gespräch mit Paula Kalenberg am Set von „Eine Sommerliebe zu Dritt“.

GEISELGASTEIG BEI NACHT Wer glaubt, dass in der Bavaria nachts die Bürgersteige hochgeklappt werden, täuscht sich. Es gibt Nächte, da ist in Geiselgasteig richtig was los.

Erik Herz betreibt Deutschlands größten Spezialfundus für medizinisches Equipment. Dafür hat er seinen Job als Rettungssanitäter an den Nagel gehängt.

38 EIN MÄRCHEN VON ÜBERMORGEN Vor 50 Jahren startete „Raumpatrouille Orion“ als erste Science-Fiction-Serie im Fernsehen.

46 WEGWEISENDE MODE FÜR DAS JAHR 3000 Kostümbildnerin Margit Bárdy brachte mit der Orion-Mode den Minirock ins deutsche Fernsehen.


055

38 Vor 50 Jahren hat Bavaria die Kultserie „Raumpatrouille Orion“ erfunden.

74 Virtual Reality ist ein alter Traum, der durch neue technologische Möglichkeiten Fahrt gewinnt. Wir fragen Astrid Kahmke, welches Potential in der VR-Technologie steckt.

30 Wer für Film- und Fernsehproduktionen medizinische Ausstattung benötigt, kommt an ihm nicht vorbei: Erik Herz. Oftmals steht er dabei sogar selbst vor der Kamera.

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MELDUNGEN

MELDUNGEN

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ROTER TEPPICH FÜR DIE WEIHNACHTS-MÄNNER

TONK

STIPPVISITE

Chon-Dat Nguyen und Alexander Kleinrensing bannen fernöstliche Mystik mit ungewöhnlicher Bildsprache in eine ambitionierte Miniserie und blicken dabei auf den internationalen VoD-Markt.

56 STUDIODESIGN FÜR DEN OMAN Die Setbau-Spezialisten von Bavaria Studios Art Department kreieren für Oman TV ein Studiodesign im Stil der mittelöstlichen Moderne.

74 MIR IST SOFORT KLARGEWORDEN, WIE KRAFTVOLL VITUAL REALITY IST Ein Gespräch mit Astrid Kahmke, die den ersten Hackathon in München veranstaltete.

81 MELDUNGEN

82 WER, WAS, WO?

84 ADRESSVERZEICHNIS, ANFAHRT, IMPRESSUM


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BAVARIA DIGITAL

CREATIVE.FORGE @ BAVARIA FILM Bavaria Film fördert mit einem neuen Projekt junge Webvideo-Kreative und stellt ihnen Coaching, Equipment und das neu hergerichtete Studio 8 kostenfrei zur Verfügung. Text: Dr. Sebastian Feuß Fotos: Christof Arnold


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KREATIVE, MOTIVIERTE CREATORS KÖNNEN IHRE VIDEOS UNTER PROFESSIONELLEN BEDINGUNGEN UMSETZEN Steve Heng Community Manager und Creative Producer bei Bavaria Digital Seite 06: Studio 8 Seite 08: (v.o.l. nach u.r.) Eröffnungsparty der „creative.forge“ u.a. mit NoobTownMonkeys; Co-Working-Spaces in der Alten Schmiede; Bao Tu (NoobTownMonkeys); John Youk (NoobTownMonkeys) (r.); Lars Fricke (l.) von SceneTake, Gewinner von TVLab 2015.

Es waren in der Tat „Wilde Kerle“ – aber auch Wilde Mädels –, die Anfang November die Kulisse der „Wilden Kerle“ auf dem Bavaria Gelände unsicher gemacht haben. Jungs mit Rasta-Mähne, die Beine behängt mit weißblau-bajuwarisch bemalten Bullerbuchsen, Mädels mit alles andere als dezent geschminkten Gesichtern in spooky Kleidern aus Omas Kleiderschrank. MrTrashpack war da, Phil Laude von Y-TITTY, Scene Take, NoobtownMonkeys & Kaio, DarkSiffler. Wer das ist? Was die bei der Bavaria gemacht haben? MrTrashpack und Co. sind prominente Youtuber, Webvideo-Creators. Gefeiert haben sie die Eröffnung der „creative.forge @ Bavaria Film“, ein Projekt der Bavaria, das junge Webvideo-Kreative fördern soll. Die Bavaria stellt den Creators Equipment, Coaching und das speziell für Webvideo-Zwecke neu hergerichtete Studio 8 kostenfrei zur Verfügung. Ziel ist es, junge Talente an die Bavaria heranzuführen und zu binden. Darüber hinaus soll mit der „creative.forge @ Bavaria Film“ die Web-Video-Szene in München und im gesamten süddeutschen Raum vitalisiert werden. „Durch die ‚creative.forge‘ wollen wir unseren Studiostandort hier in Geiselgasteig beleben – hin zu einem


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DieSmags ist der kreative Comedy Kanal von Lucas, Kev und Jan!

To, Lucas, Phil & Steve (v.l.) Tobias Gerlach (Bavaria Film GmbH – Chief Digital Officer), Lucas Lörch (DieSmags), Phil Laude (Y-Titty), Steve Heng (Bavaria Digital, BreakoutTV)

Phil Laude, Daniel Gatzke (v.l.) Phil Laude (Y-Titty, >3 Mio. Abos auf YouTube), Daniel Gatzke (SceneTake, Gewinner von TVLab 2015)

creativ.forge @ Bavaria Film Editing suite

DieParty @ creative.forge in der König-Ludwig- und der Wilden-Kerle-Kulisse in der Bavaria Filmstadt

DarkSiffler I MACH ALLES AUF BAYRISCH weils authentischer is!

Café Netzwerk und ChiliChopstickz (l.) Sabrina Werner (Café Netzwerk und Mitbegründerin der Münchener YouTube Szene TubeMunich), (r.) Chon-Dat (ChiliChopstickz)

StarsTube

„Durch die ‚creative.forge‘ wollen wir unseren Studiostandort hier in Geiselgasteig beleben – hin zu einem Mediencampus“, sagt Tobias Gerlach, Geschäftsführer der Bavaria Entertainment und Chief Digital Officer bei Bavaria Film. „Mit den Talenten wollen wir komplett frei zusammenarbeiten. Wir sind offen für Kreative, die sich hier ausprobieren wollen, aber nicht sofort Verträge abschließen wollen.“ Die jungen Webvideo-Talente sollen keine Anfänger sein, aber auch keine Profis, die, mit einem Multichannel-Network im Rücken, bereits ihren Lebensunterhalt mit OnlineVideos verdienen. Gerlach: „Wir suchen Creators, die auf YouTube, Vimeo oder anderen Plattformen 500 oder mehr Abonnenten ihrer Kanäle vorweisen können. Mit den Profis kooperieren wir gerne auf anderen Wegen. Unsere Förderleistungen sind allerdings für Einsteiger gedacht, die mehr als nur sporadisch Videos produzieren.“ Zur Förderung gehört die kostenfreie Nutzung des Co-Working-Spaces in der „Alten Schmiede“ auf dem Bavaria-Gelände. Sie hat der „forge“ auch einen Teil ihres Namens gegeben. Früher wurden in der „Alten Schmiede“ Kulissen gefertigt, heute sollen dort kreative Ideen geschmiedet werden. Zur Einrichtung gehören eine Lounge – natürlich mit Wii Spielekonsole zum Soccer-Zocken zwischen anstrengenden Brainstorm-Sitzungen – sowie Schnittplätze. Wenige Meter weiter, im neu hergerichteten Studio 8 finden die Creators eine professionelle Infrastruktur vor: eine fest eingebaute Hohlkehle, Kameras, Flightcase-Regie und moderne Lichttechnik. Nach Absprache können auch Kulissen und Filmsets der Bavaria Filmstadt genutzt werden. Zudem bietet die „creative.forge @ Bavaria Film“ spezielle Coaching-Programme sowie Workshops an, die Hilfestellung in Technik-, Recht- und Management-Fragen geben sollen. Zentraler Ansprechpartner ist Steve Heng, der seit ein paar Monaten als Community Manager und Creative Producer bei der Bavaria arbeitet. Heng: „Es ist eine Win-Win-Situation: Kreative, motivierte Creators können ihre Videos unter professionellen Bedingungen umsetzen – und die Bavaria schärft ihr Profil im Digitalbereich.“ Heng ist selbst aktiver Youtuber, seinen Comedy-Channel „BreakoutTV“ haben mehr als 15 000 Menschen abonniert. Bereits nach den ersten Wochen stößt die „forge“ auf große Resonanz. Sowohl bei den Creators, die sich bereits dutzendfach ausprobieren, als auch bei den traditionellen Bewegtbildprofis. Es sieht also so aus, als ob die neuen, digitalen wilden Kerle und Mädels auch weiterhin die Bavaria rocken werden.


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BAVARIA FILM

„WIR WOLLEN DIE BAVARIA FIT FÜR DIE ZUKUNFT MACHEN“ Dr. Christian Franckenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bavaria Film GmbH, erläutert die neue Struktur der Bavaria Film GmbH. Interview: Dr. Sebastian Feuß

Herr Dr. Franckenstein, in Ihrem Büro steht über Ihrem Schreibtisch an der Wand ein Zitat von Umberto Eco geschrieben. Es lautet: „Auf jede komplexe Frage gib es eine einfache Antwort ... und das ist die falsche.“ Inwieweit beschreibt dies Ihre Erfahrungen nach einem Jahr an der Spitze der Bavaria? Dieses Zitat ist mir gleich zu Beginn meiner Zeit bei der Bavaria begegnet, in einem der ersten Gespräche. Ich empfand und empfinde es als klugen Ratgeber für meine Aufgabe. Es geht nicht darum, alles zu verändern, sondern darum, die Dinge zunächst einmal zu hinterfragen. Wir wollen über den Weg des offenen Dialogs mit Mitarbeitern, Gremien und Geschäftspartnern die Bavaria fit für die Zukunft machen. Ab dem neuen Geschäftsjahr bekommt die Bavaria eine neue Unternehmensstruktur. Wie wird diese genau aussehen und warum war sie notwendig? Wir haben einzelnen Unternehmensbeteiligungen eine Ordnung unter strategischen Gesichtspunkten gegeben. Dadurch vereinfacht sich die Führung und Steuerung eines grundsätzlich sehr heterogenen Portfolios. Das Bavaria Studios Art Department arbeitet unter anderen Bedingungen als etwa die Eurovideo. Diese wiederum arbeitet völlig anders als etwa die Motion Works. Die Schaffung von drei Geschäftsbereichen – nämlich Content, Rights & Distribution sowie Studios & Services – und zwei Segmenten – nämlich Finanzbeteiligungen und Immobilien – soll zudem klarer herausstellen, in welchen

Geschäftsfeldern die Bavaria Film zukünftig tätig sein wird. Innerhalb der jeweiligen Geschäftsbereiche sollen Verbundeffekte zwischen den einzelnen Unternehmen viel stärker als bisher realisiert werden. Inwieweit wird sich operativ etwas für die bestehenden Töchter und ihre Mitarbeiter ändern, wenn sie nun jeweils unter die Dächer der neu entstehenden Bavaria Film Content GmbH, der Bavaria Media GmbH und der Bavaria Studios & Production Services GmbH ziehen? Für die Mitarbeiter hat die neue Struktur keine arbeitsvertraglichen Konsequenzen. Allerdings wünschen wir uns, dass zukünftig ein noch stärkeres vernetztes Arbeiten, ein stärkerer Austausch der Kompetenzen mindestens innerhalb der jeweiligen Geschäftsbereiche erfolgt. Unter welcher Leitung stehen die neuen GmbHs jeweils? Um die Belange der Bavaria Film Content GmbH werde ich mich kümmern, zusammen mit Dr. Rolf Moser auch um die Bavaria Media Rights GmbH. Mein Geschäftsführungskollege Achim Rohnke wird zusammen mit Friedhelm Bixschlag die Bavaria Studios & Production Services GmbH verantworten. Durch die personelle Geschäftsführungsidentität von Holding und den Steuerungseinheiten der Geschäftsbereiche ist eine enge Verzahnung sichergestellt, sodass für diese Bereiche die Bavaria Film zukünftig weniger Beteiligungsholding, sondern vielmehr Managementholding sein wird.

Mit der Implementierung der neuen Unternehmensstruktur haben Sie nach nur einem Jahr im Amt bereits einen ersten Meilenstein erreicht. Nehmen Sie das auch so wahr? Die neue Unternehmensstruktur war sicherlich eine meiner wesentlichen Aufgaben zu Beginn meiner Tätigkeit bei der Bavaria. Die gemeinsam von der Geschäftsleitung und den Gremien der Bavaria Film entwickelte Struktur ist aber als eine Art evolutionärer Prozess zu verstehen. In einer sich schnell wandelnden Medienlandschaft wollen wir nicht starr sein, sondern auf zukünftige, marktseitige Anforderungen flexibel reagieren können. „Neue Unternehmensstruktur“ stand also auf dem ersten Meilenstein. Was steht auf dem zweiten? Es geht bei der Bavaria natürlich nicht nur um Strukturen, sondern vor allem um erfolgreiche Projekte und Programme. Es ist uns gemeinsam dank des großen Einsatzes aller Kolleginnen und Kollegen gelungen, das operative Geschäft in den meisten Unternehmen stabil zu halten beziehungsweise sogar zu steigern. Im Geschäftsjahr 2016/17 wird einer unserer Schwerpunkte sein, die Ertragskraft auf Projekt- und Unternehmensebene zu erhöhen, das Kundenportfolio zu erweitern und die vorsichtig begonnene Internationalisierung mit Bedacht voranzutreiben.


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ManagementHolding Geschäftsführung: Dr. Christian Franckenstein (Vorsitzender), Achim Rohnke Shared Services

Controlling/ Finanzen

Segmente

IT

Kommunikation/ Presse

Koordination Digital

Personal

Recht

Immobilien

Finanzbeteiligungen

Bavaria Filmstadt

100% Eurotape Media Services GmbH

Liegenschaft Geiselgasteig

49% Bremedia Produktion GmbH

30% Bayerisches Filmzentrum Wirtschaftsförderungs GmbH

49% Media & Communication Systems (MCS) GmbH Sachsen

Revision/ Compliance

49% Media & Communication Systems (MCS) GmbH Sachsen-Anhalt

Geschäftsbereiche

Operative Gesellschaften

Content 100% Bavaria Film Content GmbH

Rights & Distribution 100% Bavaria Media GmbH

100% Askania Media Filmproduktion GmbH

100% Bavaria Media Italia S.R.L.

100% Bavaria Entertainment GmbH

50% Enterprises Sonor Musik GmbH

50% Bavaria Fernsehproduktion GmbH

50% EuroVideo Medien GmbH

100% Bavaria Film Interactive GmbH

50% Global Screen GmbH

100% Bavaria Filmproduktion GmbH 50% Bavaria Pictures GmbH 51% MotionWorks GmbH 51% ProSaar Medienproduktion GmbH 55% Satel Film GmbH 49% Saxonia Entertainment GmbH 51% Saxonia Media Filmproduktion GmbH

Studios & Services 62,4% Bavaria Studios & Production Services GmbH 100% Bavaria Production Services GmbH 100% Bavaria Studios Art Department GmbH 50% Bavariapool Services GmbH 100% Cine Mobil GmbH 100% D-Facto Motion GmbH 74,9% Cumulus Media GmbH 100% FTA Film- und Theaterausstattung GmbH 100% SetLogistics GmbH

Gesellschaftsrechtliche Zuordnung zum jeweiligen Geschäftsbereich Gesellschaftsrechtliche Zuordnung zur Bavaria Film Holding GmbH Abteilung

Stand: 2/2016


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SETBESUCH: EINE SOMMERLIEBE ZU DRITT

„GEWISSE GEFÜHLE LASSEN SICH NICHT STEUERN“

Die traditionsreiche „Münchner Straße“ auf dem Bavaria Film Gelände als Schauplatz einer modernen Ménage-à-trois. Wir sprachen mit der Schauspielerin Paula Kalenberg über ihren neuen Film, über die Leichtigkeit der Liebe, über Crêpes und Lederhosen. Text: Carolina Heske

Fotos: Erika Hauri


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Diesmal sind es eine Crêperie und eine Nähwerkstatt für Lederhosen, die in die „Münchner Straße“ auf dem Bavaria Film Gelände eingezogen sind. Ursprünglich wurde die Kulissenstraße 1986 für die TV-Serie „Löwengrube“ entworfen. Die auf 75 Metern angelegte Außendekoration mit seinen Drehvillen ist nach wie vor ein gefragtes Drehmotiv. Fast so alt wie der bewährte Straßenzug, nämlich knapp 30 Jahre, ist eine Schauspielerin, die jüngst in diesem Ambiente für die Bavaria-Produktion „Eine Sommerliebe zu Dritt“ als Hauptdarstellerin vor der Kamera stand: Paula Kalenberg. Darin gab die Schauspielerin die Lederschneiderin Jackie, die in einem Trachtenladen anheuert und mit dem französischen Betreiber der Crêperie gegenüber, Serge (Vladimir Korneev), eine romantische Liaison beginnt ... obwohl es da noch ihren Lebensgefährten Martin (Florian Panzner) gibt. Daher ist diese Liebesgeschichte, die im Laufe des Jahres im Ersten zu sehen sein wird, keine simple, die man schon oft auf dem Bildschirm gesehen hat – sondern eher eine so komplexvielschichtige, die mit ihren Wandlungen wunderbar in diese ebenso facettenreiche Kulisse passt. Verantwortlich umgesetzt von den Bavaria-Produzentinnen Stephanie Krenzler und Bea Schmidt im Auftrag der ARD Degeto. Das FilmMAG sprach mit Paula Kalenberg über „Eine Sommerliebe zu Dritt“, ihre Rolle und den traditionsreichen Drehort. Frau Kalenberg, was erinnert Sie an Ihre ersten eigenen Beziehungen – lief alles in „geraden Bahnen“ oder schon auch mal durcheinander?

Klar, war ich auch mal verwirrt und durcheinander vor lauter Gefühlen. Aber eigentlich wusste ich meist zu genau, was ich wollte und vor allem, was nicht, als dass sich ein wirkliches Durcheinander hätte ergeben können. Aber ich schätze, davor ist man nie gefeit. Jackie hat es dabei – wenngleich ungewollt – mit der Ménage-à-trois schwerer ... Vieles von dem Verhalten von Jackie war mir persönlich sehr fremd und manchmal hat mich ihr Handeln geradezu wütend gemacht. Aber immer dann habe ich versucht, Jackies Verwirrung der Gefühle und ihrer geradezu kindlichen Neugier zu vertrauen und das in meinem Spiel aufzunehmen. Gewisse Gefühle kann man wohl einfach nicht steuern. Auch wenn ich Kontrollfreak das gerne hätte. Der Arbeitstitel hieß noch „Die Leichtigkeit der Liebe“. Was verstehen Sie persönlich darunter? Ich stelle vor allem fest, dass es sich glücklich verliebt leichter lebt. Irgendwie fühle ich mich dann unangreifbarer und mutiger, nichts kann mich in meinen Grundfesten erschüttern. Haben Sie auch schon das Glück gehabt, sich so leicht fühlen zu können? Ja! Warum kommt dieses Thema so gut beim Publikum an? Wir alle wachsen in einer medialen Welt auf, in der die romantische, heterosexuelle Liebe als das Lebensziel Nr. 1 propagiert wird. Wenn der Prinz am Ende der Geschichte mit der Prinzessin in den Sonnenuntergang reitet, dann erfüllt auch mich das immer wieder mit einem

Paula Kalenberg mit Florian Panzer (l.) und Vladimir Korneev (r.)

wohlig vertrauten Gefühl von Zufriedenheit. So haben wir es schon in zahlreichen Märchen gelesen, so gehört sich das also. Gleichermaßen fiebere ich mit, wenn sich dieser ultimativen Liebe Hindernisse in den Weg stellen. Außerdem kennt vermutlich jeder das Gefühl, dass die vermeintliche große Liebe lieber ohne einen weiter geritten ist oder man selbst nicht wusste, auf welches Pferd man denn nun setzen sollte. Und in unserem Fall besteht eben die etwas exotischere Option, zu Dritt in den Sonnenuntergang zu reiten. Fragt sich, welches Pferd so etwas aushält und was sonst noch schwierig daran werden könnte ... Und was macht Ihre TV-Story so besonders? Unser Film dient der Unterhaltung und hat nicht den Anspruch, ein gesellschaftspolitisches Umdenken zu bewirken. Aber vielleicht trägt er dazu bei, dass der ein oder andere sich in der Geschichte wiederfinden kann und eventuell sogar seine eigene Haltung gegenüber alternativen Lebensmodellen hinterfragt.


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Ich bin immer wieder erschrocken, wie Menschen Ängste vor Homosexualität oder andersartigen Lebensmodellen haben können. Wo zur Hölle findet da die vermeintliche Bedrohung statt? Und wer definiert „typisch männlich“ und „typisch weiblich“? Mal abgesehen von unseren offensichtlichen Geschlechtsmerkmalen, sollte jedem Menschen die Freiheit eingeräumt werden, sein ureigenes Wesen zu formen und zu entdecken. Und wenn das bedeutet, dass ich mich zum selben Geschlecht emotional und sexuell hingezogen fühle, oder eben zu zwei Menschen gleichzeitig, dann sind das Gefühle, die sich nicht steuern oder austreiben lassen. Liebe eben. Auf dem Bavaria-Gelände haben Sie in der berühmten „Münchner Straße“ gedreht – eine Kulisse, die zufällig fast genau so alt ist wie Sie ... Welches Flair strahlte dieses FilmAmbiente für Sie aus? Man fühlt sich in manchen Ecken wirklich in eine andere, sehr herrschaftliche Zeit zurück gebeamt. Dann teilweise wie in der Sesamstraße, so klein und beschaulich. Wir haben über eine Woche lang eine Ecke nach der nächsten bespielt und manchmal war ich sehr verwirrt über die Anschlüsse, weil wir auch mal Straßen für eine Szene in zwei Richtungen benutzt haben und die Crêperie quasi gegenüber von unserer Wohnung lag, das Badezimmer in einem anderen Haus und dann auch noch die staunenden Touristengruppen, die uns hin und wieder wie Zootiere beäugt haben. Das war eine lustige Zeit in der Münchner Straße. Und welche Szenen entstanden dort für Ihre Produktion? Wir haben dort fast alles gedreht, was drinnen spielt. Was verbinden Sie mit Crêpes und Lederhosen? Ich war ganz erstaunt in meiner Zeit in München, auch junge Männer außerhalb der Oktoberfestzeit in traditionellen Lederhosen auf der Straße zu sehen. Alle, die man darauf anspricht, versichern

einem, wie unfassbar bequem und praktisch die seien. Irgendwie entzieht sich der neue Trachtentrend dem Verständnis meiner Ruhrpottseele. Ich musste in ein paar Szenen wirklich an einer Ledernähmaschine an den festen Lederdingern herumflicken und das war jedenfalls alles andere als bequem. Crêpes mag ich am liebsten mit Zimt, Zucker und Zitrone! Serges herzhafte Crêpes mit Meeresfrüchten haben mich dagegen, ganz ehrlich, nicht so angesprochen. Beim Abschlussfest am Set haben Sie schon erste Szenen gesehen – was können Sie den Zuschauern versprechen? In den letzten Drehtagen haben wir vor allem die Szenen zwischen Martin und Jackie gedreht, und ich war, ehrlich gesagt, völlig geplättet, die tragische Dimension erst im Spiel mit Florian Panzner wirklich zu entdecken. Bei den meisten Ausschnitten auf dem Abschlussfest hingegen haben wir dann viel gelacht und ich hoffe, dem Zuschauer wird es auch so gehen. Aber ich bin unserer Regisseurin Nana Neuel sehr dankbar, dass wir neben dem Humor und der Leichtigkeit der Liebe auch dem Schmerz und der Tragik dieser vertrackten Situation Raum geben konnten. Warum engagieren Sie sich als Schirmherrin des Mädchenhauses Bielefeld e.V. – hört da die „Leichtigkeit der Liebe“ auf? Die Bielefelder Einrichtung ist bundesweite Zufluchtsstätte für Mädchen mit Gewalterfahrung. 2007 war die damalige anonyme Zufluchtsstelle aufgrund von finanziellen Kürzungen von der Schließung bedroht. Mittlerweile konnte das Mädchenhaus Bielefeld als Dachorganisation neue teilweise bundesweite Projekte ins Leben rufen, wie z.B. das Projekt „Porto Amâl“ (Hafen der Hoffnung), das sich auf die Versorgung von Flüchtlingsmädchen spezialisiert hat. Die Mitarbeiterinnen dort beherrschen elf Sprachen und geben derzeit ihr

IN UNSEREM FALL BESTEHT DIE OPTION, ZU DRITT IN DEN SONNENUNTERGANG ZU REITEN.

PAULA KALENBERG Aufsehen erregte sie als junge Schauspielerin zunächst als Luise Miller in Leander Haußmanns Literatur-Verfilmung „Kabale und Liebe“ (2005), bevor sie durch Kinoproduktionen wie „Die Wolke“ (2006) und Otfried Preußlers Leinwandadaption „Krabat“ weiter bekannt wurde. Für ihre Hauptrolle in „Die Wolke“ wurde sie mit dem „New Faces“Nachwuchspreis ausgezeichnet, ebenso bekam sie 2009 die „Goldene Kamera“, und das Drama „Was am Ende zählt“ erhielt im selben Jahr den Deutschen Filmpreis als Bester Kinder- und Jugendfilm. Zuletzt sah man sie u.a. in der Kinokomödie „Systemfehler – Wenn Inge tanzt“ (2013) sowie Anfang Januar 2016 im ARD-Thriller „Das Programm“, der von der Bavaria Fernsehproduktion realisiert wurde. „Eine Sommerliebe zu Dritt“ wird im Laufe des Jahres 2016 im Ersten ausgestrahlt.


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In "Eine Sommerliebe zu Dritt" erleben Jennie (Paula Kalenberg) und Serge (Vladimir Korneev) eine romantische Liaison.


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Während der Dreharbeiten. Oben: Am Königsplatz in München. Unten: In der Münchner Straße auf dem Bavaria Film Gelände.

IRGENDWIE ENTZIEHT SICH DER NEUE TRACHTENTREND DEM VERSTÄNDNIS MEINER RUHRPOTTSEELE.

Bestes, um den rasant steigenden Bedarf zu decken. Zudem haben sie schon vor Jahren die Notwendigkeit einer Beratungsstelle für Mädchen, die durch Zwangsverheiratung bedroht sind, gesehen und mit www.zwangsheiratnrw.de ein nunmehr unverzichtbares Hilfsangebot geschaffen. Seit 2007 besteht meine Aufgabe für das Mädchenhaus darin, auf die engagierte Arbeit der Mitarbeiterinnen des Mädchenhauses hinzuweisen. Außerdem kann ich auf diese Weise den von Gewalt betroffenen Mädchen eine öffentliche Aufmerksamkeit verschaffen, ohne dass deren Anonymität gefährdet wird.

Jennie (Paula Kalenberg) und Gustel Herzog (Sigi Zimmerschied) in der Lederwerkstatt.


MELDUNGEN

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„Tempesta d’amore“: Besuch zum Staffelstart „Nacht der Angst“ gewinnt Publikumspreis Biberach

Nina Kunzendorf, unten mit Friederike Becht in „Nach der Angst“ © ZDF/Hardy Spitz.

Der ZDF-Fernsehfilm „Nacht der Angst“ – eine Produktion von Doris Zander für die Bavaria Fernsehproduktion – ist mit dem Publikumspreis bei den Biberacher Filmfestspielen 2015 ausgezeichnet worden. Den sogenannten „Publikumsbiber“ nahm Regisseurin und Autorin Gabriela Zerhau am 6. November im Rahmen der traditionellen Filmfest-Gala in Biberach entgegen. „Nacht der Angst“ ist ein Gerichtsdrama und erzählt von der existenzbedrohenden Situation freiberuflicher Hebammen. Mit dabei sind unter anderem Nina Kunzendorf und Friederike Becht.

Im Juni 2006 setzte die ein Jahr zuvor in Deutschland gestartete Telenovela „Sturm der Liebe“ ihren großen Erfolg auch in Italien fort: Zunächst wurde die von der Bavaria Fernsehproduktion produzierte Serie in synchronisierter Version auf dem Sender Canale 5 ausgestrahlt. 2007 wechselte sie dann innerhalb der Mediaset Sendergruppe zu Rete 4, wo sie sich von der Nachmittagsprogrammierung nun bis hin in die Primetime vorgearbeitet hat. In der ersten Dezemberwoche startete die inzwischen 11. Staffel. Aus diesem Anlass waren fünf Journalistinnen renommierter italienischer Tages- und TV-Zeitungen bzw. Nachrichtenagenturen Ende November auf dem Gelände der Bavaria Film zu Gast, um sich vor Ort einen Einblick in die Produktion der Telenovela zu verschaffen. Derzeit ist “Sturm der Liebe“ unter dem italienischen Titel „Tempesta d’amore“ von Montag bis Samstag jeweils um 19:40 Uhr auf Rete 4 zu sehen. Über die Jahre hinweg sahen die Telenovela durchschnittlich 1,6 Millionen Zuschauer pro Tag (MA 7%). Mediaset hat für 2016 bereits weitere 150 Episoden bestellt.

Daniela Pander wird Geschäftsführerin von EuroVideo Medien

Veränderung an der Spitze der EuroVideo Medien GmbH: Die Gesellschafter Bavaria Film GmbH und Telepool GmbH haben Daniela Pander zur Co-Geschäftsführerin des Unternehmens bestellt. Bis Ende März wird die bisherige Prokuristin und Leiterin des Bereichs Programm und Marketing der EuroVideo Medien das Unternehmen gemeinsam mit dem langjährigen Geschäftsführer Ulrich Raum leiten. Am 1. April 2016 wird Pander die Unternehmensleitung vollständig übernehmen. Ulrich Raum geht nach zwanzig erfolgreichen Geschäftsjahren in den Ruhestand.

Highlight für „RosenheimCops“-Fans

Nicht aus Pappe: Die Rosenheim-Cops.

„Die Rosenheim-Cops“ ist eine der beliebtesten Serien im TV-Vorabendprogramm und spielt im südbayerischen Rosenheim und Umgebung. Am 5. Juni 2016 veranstaltet die Bavaria Filmstadt einen ganz besonderen Event. Eingefleischte Serienfans könnten an diesem Tag die Stars der Serie persönlich treffen, tolle Erinnerungsfotos machen und ausgewählte Indoor-Drehorte wie das Polizeipräsidium im Rahmen einer Spezialführung erleben. Informationen über den Ticketverkauf gibt es ab 1. Februar unter www.filmstadt.de. Das Kartenkontingent ist begrenzt.


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BAVARIA FERNSEHPRODUKTION

AM PULS


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DER ZEIT Bavaria-Produzent Oliver Vogel produziert Serien am laufenden Band, auf hohem Niveau und mit Erfolg. Als Vice President Programming analysiert er das Marktumfeld und eruiert die Potentiale der Bavaria Fernsehproduktion.

Interview: Andreas Kloo Bilder: Marijan Murat/dpa, Boris Laewen, Markus Fenchel und Kai Schulz

Wer Oliver Vogel als „Macher“ bezeichnen würde, liegt bestimmt nicht falsch. Er ist ideenreich und umtriebig. Was er produziert, kommt bei den Sendern und bei den Zuschauern gleichermaßen an. In seiner Zeit bei Saxonia Media war er über viele Jahre Produzent von „In aller Freundschaft“ und „Tierärztin Dr. Mertens“. Für Bavaria Fernsehproduktion hat er „Soko Stuttgart“ in die SokoFamilie des ZDF eingebracht. Derzeit wird die inzwischen siebte Staffel ausgestrahlt. Ebenfalls in Stuttgart produziert er die Serie „Dr. Klein“. Wegen seiner Impulse in Baden-Württemberg wurde er im Dezember mit dem Ehrenfilmpreis des Landes ausgezeichnet. Er verantwortet zudem die Produktionen in der Niederlassung Köln der Bavaria Fernsehproduktion, brachte die „Dengler“-Krimis an den Start und konnte als weiteres Serienformat die „Rentnercops“ akquirieren. Seit letztem Jahr ist er für die Bavaria Fernsehproduktion zudem in der Funktion des Executive Vice President Programming unterwegs, um Marktgegebenheiten, Sendeplätze und Zukunftsfelder sowie Potenziale der Bavaria Fernsehproduktion im Branchen- und Konkurrenzumfeld zu analysieren.

ChrisTine Urspruch in der Hauptrolle. Sind Sie mit der Performance zufrieden, der Start im Oktober 2014 war ja fulminant? Man darf nicht vergessen, dass das Marketing des ZDF zum Serienstart großartig war, ChrisTine Urspruch war Gast bei „Wetten, dass…?“. Allein ein solcher Auftritt sorgt für eine Million Zuschauer mehr als ohne einen „Wetten dass...?“-Auftritt. Nach dem grandiosen Start war klar, dass die Quoten abfallen werden. Mit den Negativschlagzeilen umzugehen war natürlich nicht einfach, es stand aber nie die Qualität zur Debatte. Im Schnitt hat sich „Dr. Klein“ jetzt bei rund 12,5 bis 13 Prozent eingependelt, damit bin ich zufrieden. Und wir sind mit dem Format nicht gefällig. Es gab beispielsweise einen Aufschrei, als wir Miroslav Nemec als homosexuellen Chefarzt einführten. In Leserbriefen wurde die Absetzung des Formats gefordert. Interessant war die Reaktion des ZDF. Die sagten, wir hätten einen Nerv getroffen und sollten so weitermachen wie bisher. Dies hat Programmdirektor Norbert Himmler nun wieder bestätigt und er hat die dritte Staffel in Auftrag gegeben.

Andreas Kloo hat mit ihm über den Erfolg seiner aktuellen Produktionen und das Standing deutscher Serien im internationalen Markt gesprochen.

Herr Vogel, „Soko Stuttgart“ erreicht wöchentlich ein Millionen-Publikum und verzeichnet zweistellige Marktanteile. Trotzdem denken bei Serien alle zunächst an US-Produktionen. Hat die deutsche Serie ein Imageproblem? Oliver Vogel: Deutschland hat bei Krimiserien ein Niveau erreicht, das durchaus mit US-Produktionen mithalten kann. Die Amerikaner produzieren wirklich Außergewöhnliches für Nischenprogramme, was selbst in den USA von vergleichsweise wenigen Leuten gesehen wird. Aber vor allem die Jüngeren kehren den deutschen Serien den Rücken. Wie kann diese Entwicklung gestoppt werden? Das betrifft nicht nur Serien, sondern das gesamt fiktionale Angebot der Fernsehsender. Der junge Zuschauer sieht kein lineares Fernsehen mehr, viele haben überhaupt keinen Fernseher mehr. Aus Sicht eines Produzenten ist das zunächst kein Problem, denn wie meine Inhalte konsumiert werden – linear oder auf Abruf – ist für mich nicht entscheidend. Die Frage ist, wie werden die Sender darauf reagieren und wie müssen Programme künftig angeboten werden. Darüber wird aktuell leidenschaftlich diskutiert. Zweites Standbein von Bavaria Fernsehproduktion in Stuttgart ist die ZDF-Krankenhausserie „Dr. Klein“ mit

Ufa Fiction konsultierte jüngst die Facebook-Community zur Ursachenanalyse, was bei „Deutschland 83“ nicht geklappt hat. Welche Rollen spielen soziale Medien für Ihre Arbeit als Produzent?


Dengler

„EIN ‚GAME OF THRONES‘ KÖNNTE VON DEN MOTIVEN HER DURCHAUS AUCH IN DEN BAYERISCHEN ALPEN GEDREHT WERDEN“

Dengler © ZDF/Bavaria Fernsehproduktion/ Boris Laewen | Rentnercops © ARD/Bavaria Fernsehproduktion/Kai Schulz | Soko Stuttgart & Dr. Klein © ZDF/Bavaria Fernsehproduktion/Markus Fenchel

Rentnercops

Ich fand die Entscheidung von der Ufa sehr mutig, und die Posts auf Facebook haben gezeigt, dass Zuschauer durchaus intelligente Anregungen haben. Auch die Bavaria investiert in das Thema, wir haben einen Social Media Redakteur für den Standort Stuttgart, der die Serien „Soko Stuttgart“ und „Dr. Klein“ betreut. Eigens gedrehte Videos wie „Schwäbisch für Neigschmeckte“ werden bis zu 100 000 Mal abgerufen, das ist eine immense Anzahl. Einzelne negative Kommentare in sozialen Medien ignoriere ich, häufen sich kritische Stimmen jedoch zu einem konkreten Punkt, dann setze ich mich mit meinem Team hin und wir überlegen uns, wie wir die Figur in der nächsten Staffel weiterführen. Bavaria Fernsehproduktion arbeitet verstärkt mit freien Produzenten zusammen. Warum? Weil es erfolgsversprechend ist. Mit freien Produzenten kaufen wir ja auch Content. Allein ich arbeite momentan mit fünf freien Produzenten zusammen. Mit Peter Güde produziere ich die „Rentnercops“ und entwickle Comedy Formate, mit Gabriele Graf produziere ich vor allem Komödien wie „Schnitzel für ALLE“ für den WDR oder „Das beste Stück vom Braten“ für die Degeto, mit Raoul Reinert die „Dengler“-Reihe, und weitere Fernsehfilme werde ich mit Ute Schneider von Palms Fiction Filmproduktion und

Susanne Ottersbach realisieren. Ohne diese Produzenten könnte ich nicht mal einen Bruchteil dessen produzieren, was ich 2016 im Auftragsbüchlein stehen habe. Ebenso erfolgreich sind die Verpfl ichtungen des Bavaria Fernsehproduktion Geschäftsführers Jan Kaiser. Mit Doris Zander und Marc Conrad hat er herausragende Produzenten und herausragendes Programm eingekauft. Auch 2016 werden wir das fortsetzen und ausbauen, die Familie wird weiter wachsen. Die aktuelle TV-Saison ist hochspannend, RTL erlebte mit der ambitionierten Mini-Serie „Deutschland 83“ eine herbe Enttäuschung, während Vox mit „Club der roten Bänder“ einen Überraschungshit landete. Wie bewerten Sie die Ergebnisse? Ich zähle mich zu den Produzenten, die großen Respekt vor ihren Kollegen haben und nicht von Neid zerfressen sind. Was Jan Kromschröder macht, ist prima. Davor ziehe ich meinen Hut, davon profitiert die gesamte deutsche Produzentenschaft und zeigt, mit deutscher Fiction kann ein Sender Erfolg haben. Das hat nicht bei allen Sendern geklappt, RTL erlebte mit „Deutschland 83“ eine Pleite. Auch andere Sender müssen Flops wegstecken. RTL wird das verkraften. Bei „Deutschland 83“ lag es nicht an der


SOKO Stuttgart

Qualität. Grundsätzlich haben deutsche Serien ein internationales Qualitätsniveau erreicht, das belegen auch die Auslandsverkäufe. In Zukunft wird es aber nicht nur darum gehen, wie man eine deutsche Serie ins Ausland verkauft, sondern wie man von vorne herein eine internationale Koproduktion aufstellt. Sie waren kürzlich in den USA. Haben Sie Antworten auf diese Fragen erhalten? Hochinteressant war, was die Amerikaner über das deutsche Produktionssystem sagen. In ganz Europa explodiert das internationale TV-Geschäft, überall produzieren US-Firmen, nur nicht in Deutschland. Warum? Weil es von Ungarn über Irland und Belgien in Europa Länder gibt, die neben der Förderung 20 Prozent garantierte Tax Incentive gewähren. Das ist ein fixer Betrag, mit dem die Produzenten kalkulieren können. Die Herausforderung wird sein, den Ländern in der EU einen Teil des Kuchens wieder wegzunehmen. Das wird nur gelingen, wenn wir in Deutschland ein Tax-Incentive-Programm für internationale Koproduktionen aufbauen. Gibt es entsprechende Pläne im Wirtschafts- und Finanzministerium? Ob es bereits konkrete Pläne gibt, weiß ich nicht. Aber wir sollten der Politik genau diese Frage stellen. Das würde einem Produktionshaus wie der Bavaria Mög-

lichkeiten bieten, US-Serien nach Deutschland zu holen. Ein „Game of Thrones“ könnte von den Motiven her durchaus auch in den bayerischen Alpen gedreht werden. Abgesehen von der Förderung: Sehen Sie weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit den USA? Viele deutsche Filmemacher sind in Hollywood extrem erfolgreich. Mittlerweile traut man den Deutschen auch Handwerk zu. Für die US-Filmindustrie ist der Produktionsmarkt aber auch immer eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Weil drehen in Los Angeles kaum mehr finanzierbar ist, sind mittlerweile Dreharbeiten in Europa selbstverständlich. Aber ohne ein Tax-Incentive-Programm wird es schwer, US-Produktionen nach Deutschland zu locken. Zwischenzeitlich werden in US-Kalkulationen schon 20 Prozent Rabatt gestrichen, weil man von vorne herein davon ausgeht, nur in einem Land zu drehen, wo man 20 Prozent zurückbekommt. Sie sehen, ich komme immer wieder auf diesen Punkt zurück. Aber genau das ist die erste Frage, die jeder in LA, egal ob Sender, Cable Network, Streaming Anbieter oder Studio, stellt. Die Production Executives von Disney und Marvel in LA wissen sogar, in welchen Bundesländern es Förderung für Visual Effects gibt!

Dr. Klein

„OHNE EIN TAX-INCENTIVEPROGRAMM WIRD ES SCHWER, US-PRODUKTIONEN NACH DEUTSCHLAND ZU LOCKEN“

Oliver Vogel


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BAVARIA FILM GELÄNDE

GEISELGASTEIG BEI NACHT Es gibt Nächte, da ist in Geiselgasteig richtig was los. Am 24. September 2015 beispielsweise. Live im ZDF fahndet Rudi Cerne in Studio 3 nach Verbrechern, während Guido Cantz in Studio 9 das Publikum von „Verstehen Sie Spaß“ zum Lachen bringt und sich Wettermann Sven Plöger auf das „Wetter in den Tagesthemen“ vorbereitet. Text: Marc Haug

Fotos: Marc Haug, Ana Djurasovic


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18:30 Bavariafilmplatz 7, 18:30 Uhr. Für die meisten Menschen, die hier arbeiten, hat der Feierabend schon begonnen. Der Mitarbeiterparkplatz leert sich zusehends. Entsprechend herrscht an der Pforte rege Betriebsamkeit. Die Schranke öffnet sich jedes Mal, wenn wieder ein Auto das Gelände verlässt. Auf dem Fußweg bewegt sich eine Karawane an Menschen in Richtung Trambahnstation. Wenn die Ampel des Bahnübergangs auf Rot umspringt, setzen diejenigen, die die nächste Straßenbahn nicht verpassen wollen, zum Laufschritt an. Im Zehnminutentakt fährt die Tram 25 in Richtung Innenstadt. Die Pforte ist gleichzeitig die Einsatzzentrale der Werkfeuerwehr und erste Anlaufstelle für zahlreiche Services auf dem 30 Hektar großen weitläufigen Studiocampus. Kollegiales Grüßen in bayerischer Manier gehört zum guten Ton. „Servus“, verabschiedet sich eine Mitarbeiterin, die noch schnell eine Postsendung hinterlegt, die im Laufe des Abends von einem OvernightKurierdienst abgeholt werden soll. Eine andere Person gibt einen ausgeliehenen Schlüssel an der Schlüsselausgabe wieder zurück. Wieder jemand anderes hat ein Taxi bestellt. Um kurz nach neunzehn Uhr, geht die Sonne unter. Die Straßenbeleuchtung und die LED-Lampen der Wegweiserbeschilderung schalten sich ein. Im Hauptgebäude hat die Putzkolonne Stellung bezogen. Nur noch in vereinzelten Büros brennt Licht. Man könnte denken, dass in wenigen Minuten in der Filmstadt die Bürgersteige hochgeklappt werden. Doch der Eindruck täuscht.

Mit einem bayerischen „Servus“ grüßt Feuerwehrmann Hans Partheymüller die Passanten der Bavaria Film Pforte. Rund um die Uhr sorgt die Bavaria Film Werkfeuerwehr für Sicherheit und leistet vielfältige Services.


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19:20

19:20 Uhr. Aus den fensterlosen Tonstudios in Gebäude 7, das direkt gegenüber der Pforte liegt, dringt das dumpfe Wummern tiefer Bässe. Die Eingangstüre ist verschlossen, doch es ist nicht zu überhören, dass für die Mischung eines offenbar actionreichen Filmstreifens eine Spätschicht eingelegt wird.

19:55 19:55 Uhr. Wenige Meter weiter, am besten geht man hinter dem Hauptgebäude entlang, gelangt man zur Drehvilla 1. Dieses feudale Haus mit eingezäunter Zufahrt, Freitreppe und zugehöriger Grünanlage ausgestattet, wurde 1984 als bespielbare Vollkulisse gebaut. Seit Jahren ist sie ein beliebtes und stark frequentiertes Standardmotiv. Eine HFF-Produktion hatte das Motiv heute gemietet. Ein weitgehend geplünderter Cateringwagen vor dem Drehmotiv zeugt davon, dass bis eben gedreht wurde. Die Köche putzen die Anrichte, ein bisschen Kartoffelsalat ist noch übrig und etwas Leberkäse. Dann wird auch hier die Klappe heruntergelassen. Für heute ist der Drehtag zu Ende.

20:43 20:43 Uhr. Studio 3. Das Rotlicht leuchtet als Zeichen, dass die Aufzeichnung von „Aktenzeichen XY…ungelöst“ läuft. Security-Leute im korrekten schwarzen Anzug, mit Krawatte und blütenweißem Hemd sind vor den Eingängen postiert. Fotos sind erst nach der Sendung möglich, sagt der Produktionsleiter. Wir verabreden uns für 22:45 Uhr zum Ende der Livesendung, wenn das Studiotor geöffnet und uns einen Blick ins Studioset erlauben wird.


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22:24 „AKTENZEICHEN XY“ LIVE AUS STUDIO 3, „VERSTEHEN SIE SPASS“ AUS STUDIO 9

22:24 Uhr. Während Rudi Cerne in Studio 3 im ZDF live noch nach Verbrechern fahndet, gibt es im hinteren Teil des Studiogeländes das Kontrastprogramm. Guido Cantz tut alles, um in Studio 9 bei „Verstehen Sie Spaß“ das Publikum mit Streichen und Schadenfreude zum Lachen zu bringen. Es ist kurz vor halb elf. Die Show neigt sich dem Ende. Den letzten Showact bestreitet das Ensemble des Berliner FriedrichstadtPalasts mit Highlights aus seiner spektakulären Bühnenshow „THE WYLD – Nicht von dieser Welt“. Sekunden vor dem Auftritt sammeln sich die extravagant kostümierten Tänzerinnen und Tänzer hinter der Bühne. Von der Seite, zwischen Ü-Wagen und Studioflur, lässt sich ein kurzer Blick auf die durchtrainierten Körper der Akteure erhaschen. Dann hört man das Publikum frenetisch klatschen. Wenig später haben die Zuschauer ihrer Begeisterung sogar mit wildem Fußgetrampel Ausdruck verliehen. Außerhalb des Studios klingt es, als würde das nahtlos in den Schlussapplaus für Guido Cantz und seine gelungene Show übergehen. Zeitlich würde es passen. Es ist schließlich schon 22:32 Uhr.


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22:32 Das heißt, in Kürze ist auch „Aktenzeichen XY“ fertig. Also schnell rüber zu Studio 3. Der kürzeste Weg führt vorbei an Studio 11, dem ARD-Wetterstudio. In den angrenzenden Räumen bereitet sich gerade Wettermann Sven Plöger auf die nächste Wettersendung vor. Mit dem Meteorologen Niko Renkosik bespricht er die aktuelle Wetterprognose. Konnte man sich am Mittag noch gemütlich in der Sonne wärmen, ist es nun ganz schön kalt geworden. Die Aussichten seien auch für die nächsten Tage erfreulich, wird Plöger gleich in den „Tagesthemen“ berichten. Vielleicht wird er das Wetter als „indian summer“ einordnen und es mit einer stabilen Hochdruckwetterlage erklären.


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STUDIO 11: TÄGLICH 8 BIS 12 WETTERSENDUNGEN, FAST 5 000 IM JAHR – FÜR TV, HÖRFUNK UND INTERNET.


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22:45 Studio 3. Die Sendung läuft noch. Nach 90 Minuten erfolgt wie immer die Abfrage an die Kriminalbeamten, welche Hinweise die Zuschauer gaben. Alfred Hettmer vom LKA München schätzt, dass zwischen 150 und 200 Anrufe am Abend eingegangen sind. Im Falle eines Mordfalles einer jungen Studentin in Hanau gehen die Ermittler einem ganz konkreten Hinweis nach. Gut möglich, meint Hettmer, dass die Kollegen bereits unterwegs sind, um eine verdächtigte Person zu überprüfen. Noch bis 1:30 Uhr werden die Kommissare im Studio an den Telefonen Zuschauerhinweise entgegennehmen. Bereits ab 22:30 Uhr lassen sich weitere Ergebnisse im Internet abrufen, sagt Cerne. Das war‘s. 22:45 Uhr. Pünktlich, wie verabredet, werden die beiden Flügel des meterhohen Tors von Studio 3 geöffnet. Ein Auto, das als Beweismittel in der Sendung seinen Auftritt hatte, wird wieder aus der Halle gefahren.


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01:45 365 TAGE IM JAHR SENDEBETRIEB IN STUDIO 7. TÄGLICH 20 STUNDEN LIVE VON 6:00 BIS 2:00 UHR.

1:45 Uhr. Nebenan in Studio 7 werden bis in die frühen Morgenstunden Bratpfannen, Schmuckstücke und Kleidung bei 1-2-3.tv angepriesen. Im Dreischichtbetrieb mit einer jeweils knapp 10-köpfigen Mannschaft aus Kameraleuten, Bild- und Tonregie, Requisite und natürlich den Moderatoren, sendet der Homeshoppingsender täglich 20 Stunden am Stück. Der Sendebetrieb endet jede Nacht um 2:00 Uhr. Wenn dann die Kameras heruntergefahren werden, knipst der letzte das Licht aus. Bis es in vier Stunden, um 6:00 Uhr in der Frühe, wieder weitergeht. Im September wird es dann schon fast wieder hell.


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HERZ MEDICALGROUP

Erik H de n e r z – hä n F ilm g R et tu ng s e i ne n te fü r ssa Nag ni t ä Job a ls el. te r a n de n


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DAS UNMÖGLICHE MÖGLICH MACHEN Wer für Film- und Fernsehproduktionen medizinische Ausstattung, geschultes Personal oder kompetente Fachberatung benötigt, kommt an ihm nicht vorbei: Erik Herz. Oftmals steht er dabei sogar selbst vor der Kamera. Text: Thomas Ebert

Fotos: Maria del Mar, Thomas Ebert, Erik Herz

Die Drehbuchseite klemmt zwischen Armaturen und Schalthebel. ‚Sind Sie der Ehemann?‘ steht darauf in schwarzen Lettern geschrieben, hervorgehoben mit violettem Textmarker. „Ich kam noch nicht dazu, meinen Text zu lernen“, gibt Erik Herz zu und muss laut lachen. In seinem neonorange lackierten Firmenwagen ist er auf dem Weg an das Set des Münchner Tatorts, hinter ihm ein Rettungsfahrzeug aus seinem Fundus. Es geht Richtung Karlsplatz-Stachus in die Münchner Innenstadt. Hier soll er als Sanitäter eine junge Rumänin, die auf offener Straße zusammenbrach, erstversorgen. MIT DEM RETTUNGSWAGEN ZUM „TATORT“ „So würde ich das zum Beispiel nicht sagen“, erläutert er und deutet mit seinem Finger auf den nächsten Satz im Skript: „Das Wort Kreislaufzusammenbruch wirkt immer etwas schwammig aus Sicht eines Fachmanns.“ Herz weiß genau, wovon er

spricht. Er war jahrelang selbst Rettungssanitäter, bevor es ihn Ende der neunziger Jahre zum Film verschlagen hat. Als er im dichtgedrängten Großstadtverkehr an einer roten Ampel zum Stehen kommt, erkennt er in einer älteren Passantin eine ehemalige Patientin wieder. Ihre Haare sind wild frisiert, mutig für ihr Alter. „Deshalb kann ich mich so gut an sie erinnern“, sagt er. „Wir sind damals auch zu einem Dreh gefahren. Die Frau lag ohnmächtig vor einem Kiosk. Wenn du so aussiehst wie wir und zudem ausgebildet bist, fährst du nicht einfach vorbei, sondern versorgst sie und forderst Hilfe nach.“ Heute läuft es für die Frau offensichtlich besser. Erik Herz kann weiterfahren – ohne Blaulicht und Martinshorn. „Das habe ich in meinem Leben schon so oft gehört, da bin ich froh, wenn es aus ist.“ Als Vierjähriger ist er zum ersten Mal im Rettungswagen seines Vaters mitgefahren, der ebenfalls als Sanitäter arbeitete. „Ich bin mehr oder weniger im Rettungswagen aufgewachsen. Mein Vater hat mich morgens zum Kinder-

garten gefahren und ist anschließend gleich zur Arbeit. Später hat er mich sogar zu Einsätzen als Beifahrer mitgenommen. So etwas ist heute unvorstellbar.“ DER ERSTE JOB BEIM FILM Rettungsfahrzeuge waren es auch, die den gebürtigen Burghauser zum Film gebracht haben. Das war 1997. Damals war er als Rettungsdienstleiter in München tätig. Einer seiner Freunde arbeitete zufällig als Außenrequisiteur. „Der einzige Mensch vom Film, den ich kannte“, schmunzelt er. Die amerikanische Produktion „2001 – A Space Travesty“ mit Schauspieler Leslie Nielsen drehte in München und benötigte zwei amerikanische Rettungswagen. Weil es dem Requisiteur nicht gelang, diese aufzutreiben, bat er seinen Freund um Hilfe. Damit war Herz‘ neue Geschäftsidee geboren. Er ließ seine Kontakte spielen, telefonierte durch ganz Deutschland, organisierte kurzerhand die beiden US-Wagen und brachte sie wenig später


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„ICH BIN MEHR ODER WENIGER IM RETTUNGSWAGEN AUFGEWACHSEN“ ans Set. Dort wurde er gleich zusätzlich als Set-Medic angefragt, da amerikanische Produktionen nie ohne medizinische Betreuung drehen. „Ich habe erst gar nicht gewusst, was das ist. Aber dann fand ich es sehr spannend und habe sofort drei Wochen Urlaub eingereicht. Das war mein erster Job beim Film.“ Innerhalb dieser drei Wochen, in denen er die Produktion medizinisch absicherte, sprach sich sein Organisationstalent schnell herum. Fortan organisierte er neben seiner Arbeit als Rettungsdienstleiter medizinische Geräte für Filmproduktionen. Zu Gute kommt ihm dabei sein diplomatisches Geschick. Erik Herz kann mit Menschen umgehen. Schon das erste Gespräch mit ihm lässt das Gefühl aufkommen, ihn bereits ewig zu kennen. Auch als er am Drehort des Münchner „Tatorts“ ankommt, ist es wie ein Treffen unter guten Freunden. Den Rettungswagen, den sein Kollege Alberto Lucchetta hierher manövrierte, weist er in eine Parklücke am Straßenrand ein. Auf die Durchsage der Aufnahmeleitung, Münzen für ein Parkticket zu besorgen, entgegnet er mit einem Augenzwinkern: „Uns wird schon keiner abschleppen.“ Nach dem obligatorischen Kaffee am Catering steigt er ins Maskenmobil. Während dort seine Haare nach hinten gegelt werden, damit sie ihm später nicht ins Gesicht fallen, bespricht er sich mit Alberto, der mit ihm gleich vor der Kamera stehen wird. „Ich würde sagen, wir haben sie schon auf der Trage, oder?“, fragt er, unterbrochen vom lauten Getöse des Föns. 50 000 MEDIZINISCHE ARTIKEL IM LAGER Alberto arbeitet hauptberuflich als Rettungssanitäter in derselben Dienststelle, in der Erik Herz früher tätig war. Vor zwei Jahren kam er auf Erik zu, da er von seinen Jobs bei Filmproduktionen erfuhr. „Grundsätzlich setze ich auf geschulte Kräfte. Man sieht vor der Kamera sofort, ob jemand schon einmal ein EKG in der Hand hatte“, erklärt Herz. Deshalb sucht er Leute, die wissen, was sie tun. Mittlerweile

besteht sein Team aus knapp 100 meist freien Mitarbeitern. Seine Firma Herz Medicalgroup versteht sich als KomplettDienstleister, der für Produktionen alles Medizinische aus einer Hand liefert. Das beginnt schon bei der Drehbuchberatung. „Mitunter rufen Autoren bei uns an und fragen, welches Krankheitsbild sie am besten in ihre Geschichte einbauen“, erzählt er. „Dann erarbeiten wir gemeinsam den Krankheitsverlauf und liefern die korrekten medizinischen Begriffe.“ Dabei will er so realistisch wie möglich arbeiten – sowohl beim Personal vor der Kamera, bei der Schauspielerberatung, als auch bei den fachspezifischen Requisiten. Anfangs fragte er bei Krankenhäusern nach ausrangierten Geräten an. Doch schon bald setzte er auf neuwertiges, zeitgemäßes Equipment. Die gewünschte Authentizität ließ er sich einiges kosten. „Von den Produktionen bekam ich oft zu hören: Wir machen einen Film und keine Dokumentation! Aber es ist mein Anspruch, Realismus und Dramaturgie in Einklang zu bringen.“ Und er setzte sich damit durch. Weit mehr als 50 000 medizinische Artikel umfasst sein Lager heute, das auf inzwischen 1 200 Quadratmeter angewachsen ist. Zu seinem Fuhrpark zählen neben vielen medizinischen Fahrzeugen, Feuerwehrautos, Leichenwagen und ein variabel einsetzbarer Großraum-Bus. „DER WICHTIGSTE MANN AM SET“ Am „Tatort“-Set fahren Herz und sein Kollege Alberto ihren Rettungswagen auf Position, an eine Straßenbahn-Haltestelle direkt neben dem historischen Justizpalast. Regisseur Markus Imboden begrüßt ihn kumpelhaft und scherzt: „Der wichtigste Mann hier!“ Herz muss lange auf seinen Auftritt warten, die Dreharbeiten im Großstadtgetümmel sind aufwändig. Vorweihnachtlich gestresste Menschen mit vollen Einkaufstüten fotografieren die Szenerie im Vorbeigehen. Aus dem Hintergrund ertönt Weihnachtsmusik der alljährlich betriebenen Eislaufbahn am Stachus, von deren Empore alle Blicke auf das Drehteam gerichtet sind. Dazu gesellt sich betörender Verkehrslärm, und immer

wieder kreuzen Straßenbahnen das Kamerabild. Es scheint nahezu unmöglich, an diesem Ort konzentriert zu drehen. Doch Markus Imboden bleibt gelassen. Und Herz erklärt: „Das ist das A und O. Wenn der Regisseur entspannt ist, überträgt sich das aufs gesamte Team“. Während ein Ansteckmikrofon in das Innere seiner Jacke platziert wird, bespricht er sich kurz mit dem Regisseur. „Was machen wir mit der guten Frau?“, wird er gefragt und schlägt vor: „Ich denke, wir haben sie bereits auf der Trage und messen den Blutdruck.“ Beide finden nach kurzem Ideenaustausch einen Kompromiss zwischen Knappheit und Authentizität. „Die häufi gste Frage der Regie, die ich bekomme, lautet ganz simpel: Geht‘s schneller?“, erzählt er. „Aber manche Dinge brauchen einfach Zeit, wie etwa der elektrische Tragetisch am Rettungswagen.“ Dass diese Frage nun tatsächlich gestellt wird, als bei einer ersten Probe die Abläufe koordiniert werden, kommentiert er mit einem breiten Grinsen. Herz bewegt sich vor der Kamera routiniert. Beim „Tatort“ ist er seit vielen Jahren ein gewohntes Gesicht, wenn es um Patientenversorgung auf dem Bildschirm geht. In seiner Ausstatter-Vita finden sich zudem zahlreiche weitere Bavaria-Produktionen wie etwa der Kinofilm „Die geliebten Schwestern“ oder Serien wie „Dr. Klein“, „Herzflimmern“ und „Sturm der Liebe“. STARTPUNKT BAVARIA „Die Bavaria ist ...“, sagt Herz und hält kurz inne, „... schon mein Anfang.“ Hier ging es erst richtig los mit der Erfolgsgeschichte der Firma Herz Filmservice, die er mittlerweile aufgrund vermehrt nicht-filmischer Aufträge in Herz Medicalgroup umbenannt hat. Doch zuvor galt es, einen herben Rückschlag zu verdauen: Um die Jahrtausendwende klopfte die ZDF-Serie „Jenny & Co.“ an. Sie benötigte einen automatisierten Operationsroboter. Davon gab es in Deutschland nur ganze drei Exemplare in Dauereinsatz, mit einem Stückpreis von 7,5 Millionen Mark. „Eigentlich unmöglich, so etwas zu besorgen, doch dann habe ich


F체 r je b e s de n B t e ns la ger체 ulicht-E stet i ns a . tz

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Erik Herz lorem ipsum dolor sit amet consecteur


AUCH DEN RÜCKEN VON TOM HANKS BEARBEITETE ERIK HERZ MIT EINEM SKALPELL. „ICH HABE DAFÜR SO ETWAS WIE DEN METZGER MEINES VERTRAUENS“.


Ein S c f체r d hweineko ie ge pf wir fa d pr채p arier kete Hirn t. - OP

00 00 ls 5 s st de r s . a r M e h l u m f a Fu n d u e ke Ar t i zinisc h i me d


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„MAN SIEHT VOR DER KAMERA SOFORT, OB JEMAND SCHON EINMAL EIN EKG IN DER HAND HATTE“ mir gedacht: Wenn du das hinbekommst, dann kann dich nichts mehr umhauen.“ Nach zähen Verhandlungen mit dem Hersteller organisierte er tatsächlich einen Prototyp. Nach drei Drehtagen mit dem Roboter wurde die Serie eingestellt. „In meiner damaligen Naivität bin ich in Vorleistung gegangen und habe mir den Ausfall vertraglich nicht absichern lassen – zur Freude der Produktion“, lacht er heute. Nach der Roboter-Odyssee und mit knapp sechsstelligen Schulden im Gepäck setzte er sich mit einem Herstellungsleiter der Bavaria zusammen. „Ich hatte vor, auf dem Studiogelände ein Krankenhaus einzurichten. Der Herstellungsleiter fand meinen Plan spannend.“ Die Bavaria sollte die Location und Herz die Ausstattung liefern, so die Abmachung. In die damals leerstehende Dekoration Schwarzer Hahn baute er eine Intensivstation samt medizinischen Geräten ein. Er kündigte endgültig seinen Job als Rettungsdienstleiter und stieg als Selbstständiger Vollzeit ins Film-Business ein. Sein Büro legte er ebenfalls auf das Bavaria-Gelände, wie auch sein Lager und seit dieser Zeit etliche weitere Kulissen wie zum Beispiel eine Intensivstation in Studio 13. Heute befindet sich in der Dekoration Schwarzer Hahn eine Pathologie. Im Schwabinger Krankenhaus stattete er zudem mehrere Jahre lang eine feste Intensivstation und einen OP-Saal für Dreharbeiten aus. Herz betreute die Kulisse, die Motivmiete erhielt das Krankenhaus. TÜFTELN MIT SCHWEINEBAUCH Doch nicht nur feste Kulissen bestückt Herz. Mit seinen Geräten verwandelt er regelmäßig unscheinbar wirkende Drehorte binnen kurzer Zeit in medizinische Fachräume. Hier eine Seuchenstation für den Katastrophenfilm „Faktor 8“, dort eine Klinik im Stile der dreißiger Jahre für das TV-Drama „Rommel“. „Das war sehr kurios bei Rommel. Die Produktion fragte an, sie bräuchten eine Klinik mit zwanzig Betten aus dem Jahr 1938“, erinnert er sich. „Dafür bliebe angeblich noch viel Zeit. Auf genauere Nachfrage war die Deadline

dann aber schon in sieben Tagen“, lacht er. Solche Anfragen ist er mittlerweile gewohnt, Projekte ablehnen kommt für den 46-Jährigen nicht in Frage. „Wir hatten einmal einen OP in einem Kellerraum eingerichtet. Am Tag vor dem Dreh erfuhr ich, dass dieser Raum geflutet werden soll“, erzählt er und gesteht, dass selbst er damals sprachlos war. „Dann habe ich gesagt: Das geht nicht, sonst haben wir einen Schaden von einer halben Million.“ Schließlich fanden sie eine bezahlbare Lösung. Herz tauschte die neuen Geräte mit älterem Equipment aus. „Es geht oft darum, das Unmögliche möglich zu machen“, beschreibt er und gesteht dabei: „Das macht mir tierisch Spaß!“ Seine größte Produktion war bislang der Kinofilm „Die drei Musketiere“ aus dem Jahr 2011, die er mit zwölf Rettungsassistenten und Notärzten medizinisch absicherte. Auch den Rücken von Tom Hanks bearbeitete er bereits mit einem Skalpell, für die 2016 erscheinende internationale Koproduktion „A Hologram for the King“. Bei OP-Szenen wie diesen wird die Hautpartie üblicherweise mit Schweinefleisch bedeckt. „Ich habe dafür so etwas wie den Metzger meines Vertrauens“, schmunzelt er. „Der besorgt mir bestes Fleisch, dessen Haut ohne Stempel und allzu vielen Borsten beschaffen ist. Es ist eine Mischung aus Hintergrundwissen und Ausprobieren, um solche Szenen vorzubereiten und optisch umzusetzen. Wenn du einen Schweinekopf für eine Hirn-OP präparieren musst, dann setzt du dich einfach hin, bohrst und tüftelst.“ Die Authentizität gibt ihm Recht. Seinen Erzählungen nach kollabierte sogar eine Komparsin am Set der Bavaria-Serie „Herzflimmern“, als sie den OP betrat. Den größten Teil seiner Arbeit macht inzwischen aber die Fachberatung und Organisation aus. In Köln-Rösrath hat er zudem Anfang des Jahres 2014 eine neue Niederlassung eröffnet samt Klinikstudio. Dort stattet er unter anderem die Serie „Club der roten Bänder“ medizinisch aus. „Ich habe das Glück, dass ich sowohl in München als auch in Köln einfach tolle Mitarbeiter habe, auf die ich mich hundertprozentig verlassen kann“, sagt Herz. Ausfl üge nach Köln sind so nur selten

nötig – sehr zum Wohlgefallen seiner Frau, die ihn einige Zeit lang wenig zu sehen bekam, wie er zugeben muss. BIS ZUM NÄCHSTEN MAL Zurück in München: Auch auf seinen Kollegen Alberto Lucchetta kann sich Herz hundertprozentig verlassen. Nach anderthalb Stunden Wartezeit und mehreren Proben fällt für die beiden nun die erste Klappe. In hohem Tempo hält der Kameramann auf sie zu, überquert dabei mehrere Straßenbahngleise und stoppt schließlich unmittelbar vor den beiden, die sich gerade um die ohnmächtige Rumänin kümmern. Um sie herum stehen, kreuzen und laufen zusätzlich insgesamt 35 Komparsen. Mit den Worten ‚Was ist mit meiner Frau?‘ platzt unvermittelt ein junger Mann in die Erstversorgung. „Sind Sie der Ehemann?“, geht es Erik Herz locker von den Lippen, ebenso der folgende Wortwechsel, bis er schließlich die Trage mit Albertos Hilfe im Rettungswagen verstaut. Die Auflösung sieht noch zwei weitere Einstellungen dieser Szene vor – dann ist für ihn Drehschluss. „Bis zum nächsten Mal“, tönt es aus allen Departments. Nach herzlicher Verabschiedung macht er sich wieder auf den Weg Richtung Bavaria. Es gibt viel zu tun, sein Terminkalender für die kommende Woche ist gut gefüllt. „Am Wochenende richten wir für eine Werbeproduktion ein Labor ein, Montag und Dienstag sind wir bei anderen Fernsehfilmen“, verrät er mit einem Blick auf sein Smartphone. „Die gesamte Woche über haben wir noch eine Intensivstation bei ‚Sturm der Liebe‘, zeitgleich drehen wir in Köln mit mehreren Rettungswagen. Am Donnerstag bin ich dann wieder hier beim ‚Tatort‘.“ Die Ausstrahlung dieses Tatorts der Bavaria Fernsehproduktion mit dem Arbeitstitel „Klingelingeling“ ist für die Weihnachtszeit 2016 geplant. Dann versuchen die Kommissare Leitmayr und Batic das Rätsel um die aufgefundene Frau und dem zeitgleichen Ablegen eines toten Babys in einer Kirche zu lösen. Und bis dahin wird auch Erik Herz wieder vieles Unmögliche möglich machen.


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50 JAHRE RAUMPATROUILLE ORION


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EIN MÄRCHEN VON ÜBERMORGEN Text: Carolina Heske, Marc Haug

Bilder: Bavaria Film Archiv, Archiv Josef Hilger/Orionmuseum. Infos zu den Bildern unter www.bavaria-film.de/filmmag-orion

Vor 50 Jahren startete „Raumpatrouille Orion“ als erste Science-Fiction-Serie im Fernsehen.


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1965, vier Jahre vor der ersten Mondlandung und, wohlgemerkt, noch vor dem Jungfernflug der „Raumschiff Enterprise“, staunte Old Europe über die Eroberung des Weltalls ausgerechnet durch eine Fernsehserie aus Deutschland. Die sieben Folgen „Raumpatrouille“, in brillantem Schwarzweiß von der damaligen Bavaria Atelier GmbH für die ARD produziert, haben sich in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt als die deutsche Kultserie schlechthin. Geprägt durch das ebenbürtige Hauptdarsteller-Paar Dietmar Schönherr und Eva Pflug, durch das visionäre Design von Oscar-Preisträger Rolf Zehetbauer, die einfallsreichen Effekte von Trickmeister Theo Nischwitz und Werner Hierl, die bis heute weltweit erfolgreiche, über 50 Mal gecoverte Musik von Peter Thomas und nicht zuletzt durch den von Margit Bárdy entworfenen vorausschauenden Modestil (siehe Artikel „Wegweisende Mode für das Jahr 3000“, Seite 46) ist die „Raumpatrouille“ eine Ikone des Science Fiction-Genres. Doch zunächst ein Blick zurück: Vier Jahre brauchte die „Raumpatrouille“, bis sie auf dem Bildschirm durchstarten konnte: Bereits 1962 hatte Rolf Honold, ihr Erfinder und Autor einiger gleichnamiger Kurzgeschichten, das Konzept bei der Bavaria Atelier GmbH, wie die Produktionsfirma damals hieß, präsentiert. Honold war neben W.G. Larsen auch einer der Drehbuchautoren. Hinter W.G Larsen verbarg sich gleich ein fünfköpfiges Team. Das waren beileibe keine abgedrehten Science-Fiction-Freaks. Sie rekrutierten sich aus den intellektuellen Kreisen des damaligen Fernsehspiels, die eher fürchteten, die abgefahrenen Dialoge der Raumpatrouille würden ihnen als Trash

ausgelegt. Also schrieben sie unter Pseudonym – und wie Oliver Storz Jahrzehnte später augenzwinkernd betonte: Nur unter dem Zwang des damaligen Bavaria-Chefs Helmut Jedele fantasierten die drei Bavaria-Produzenten Hans Gottschalk, Helmut Krapp und Oliver Storz ebenso wie die beiden „Raumpatrouille“Regisseure Theo Mezger und Michael Braun sich mit Wortwitz und Einfallsreichtum in das Jahr 3000. Wobei die Geschichte – geschrieben in einer Zeit, als die großen Mächte der Welt unversöhnlich gegenüberstanden, sich gegenseitig mit atomarer Aufrüstung bedrohten und mit Mauern und Stacheldraht Ost und West trennten – wie eine politische Vision der Gegenwart wirkte. In Raumpatrouille Orion hatte sich die Grenze zwischen Wodka und Whiskey längst aufgelöst. „Was heute noch wie ein Märchen klingt, kann morgen Wirklichkeit sein. Hier ist ein Märchen von übermorgen: Es gibt keine Nationalstaaten mehr. Es gibt nur noch die Menschheit und ihre Kolonien im Weltraum. Man siedelt auf fernen Sternen. Der Meeresboden ist als Wohnraum erschlossen. Mit heute noch unvorstellbaren Geschwindigkeiten durcheilen Raumschiffe unser Milchstraßensystem. Eins dieser Raumschiffe ist die Orion. Winziger Teil eines gigantischen Sicherheitssystems, das die Erde vor Bedrohungen aus dem All schützt. Begleiten wir die Orion

und ihre Besatzung bei ihrem Patrouillendienst am Rande der Unendlichkeit...“ So der komplette Off-Text der Titelsequenz. Gefolgt vom berühmten Countdown einer metallischen Stimme: „10 - 9 - 8 - 7 - 6 ...“ Gleich vier TV-Sender der ARD fungierten als Auftraggeber: der WDR, der damalige Südfunk Stuttgart sowie der NDR und der damalige SWF. Auch das französische Fernsehen ORTF war an der 3,4 Millionen DM teuren Produktion, für die insgesamt 50 000 Arbeitsstunden nötig waren, beteiligt. Die Kulissen, entworfen vom späteren Oscar- und Deutschen Filmpreis-Gewinner Rolf Zehetbauer, waren ein virtuoser Mix aus Alltagsgegenständen, die zweckentfremdet und neu kombiniert Zukunftstechnik des Raumschiffs, seiner Beiboote, der Raumstation und der Tiefseebasen mimten. Wasserhähne wurden umfunktioniert. Abgeschnittene Teile von Rechenschiebern (jenen Gerätschaften, mit denen Mathematikschüler der Vor-Taschenrechner-Ära mühsam Logarithmen ausrechneten) verzierten die Armaturen des Kontrollzentrums, in dem Commander McLane durch präzises Kurbeln an konventionellen Bleistiftspitzern das Raumschiff ein paar Grad nach links oder rechts steuerte. Der ganze Kommandostand war eine Mixtur aus Chrom, Plexiglas und Schaumstoff, in dem 10 000 Meter Kabel und 3 200 Glühbirnen Verwendung fanden. Berühmtestes Detail: der Griff eines Philips-Bügeleisens am Armaturenbrett. Im Verhältnis zu den aufwändigen Vorbereitungen waren die Dreharbeiten für die Realszenen der sieben Episoden


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DAS AUTORENTEAM REKRUTIERTE SICH AUS DEN INTELLEKTUELLEN KREISEN DES DAMALIGEN FERNSEHSPIELS.


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DIE DEUTSCHE TV-PREMIERE WAR AM 17. SEPTEMBER 1966. BEREITS 1965 KAM DIE „RAUMPATROUILLE“ INS FRANZÖSISCHE UND NIEDERLÄNDISCHE FERNSEHEN.


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RAUMPATROUILLE ORION Orion-Commander Cliff Allister McLane (Dietmar Schönherr), galaktischer Kriegsheld und unangepasster Draufgänger im Dienste der Weltregierung, wird mit seiner Crew zur Raumpatrouille strafversetzt. Obendrein stellt ihm Oberst Villa (Friedrich Joloff), Chef des Galaktischen Sicherheitsdienstes, die attraktive Agentin Tamara Jagellovsk (Eva Pflug) als „Aufpasserin“ zur Seite. Vom ersten Patrouillenfl ug an kommt es zwischen den beiden Orion-Offizieren zu heftigen Zwistigkeiten. Tamara treibt Cliff mit ihren Alpha-Orders zur Verzweiflung ... Als unbekannte Wesen aus dem All, genannt Frogs (Feindliche Raumschiffe Ohne Galaktische Seriennummer), die Erde angreifen und die Weltregierung sich darüber in Kompetenzgerangel verzettelt, liegt das Schicksal der Menschheit in den Händen von Cliff und Tamara sowie ihrer Orion-Kollegen Mario de Monti (Wolfgang Völz), Hasso Sigbjörnson (Claus Holm), Atan Shubashi (F.G. Beckhaus) und Helga Legrelle (Ursula Lillig) ...

Produktion: Bavaria Atelier GmbH Drehzeit: 15. Juni 1965 bis Ende Juli 1965 7 x 60 Minuten, 35 mm, schwarzweiß Deutsche Erstausstrahlung: 17. September 1966


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IN „RAUMPATROUILLE ORION“ HATTE SICH DIE GRENZE ZWISCHEN WODKA UND WHISKEY LÄNGST AUFGELÖST.


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dann relativ kurz: Die erste Klappe auf dem Bavaria-Gelände in Geiselgasteig bei München fiel am 15. März 1965, die letzte schon gut vier Monate später, Ende Juli. Ursprünglich war geplant, diverse „Orion“-Landungen auf unwirtlichen Planeten auf Island zu drehen – bis sich quasi vor der Haustür ein bedeutend preisgünstigeres Motiv auftat: ein Braunkohlebergwerk in Peißenberg vor den Toren der bayerischen Landeshauptstadt. Erst nach Drehschluss konnten sich die 30 Trick-Techniker um Spezialist Theodor Nischwitz an ihre Arbeit machen. Und die griffen mit besonderem Einfallsreichtum bisweilen zu ganz simplen Tricks. Zwei Beispiele: Als Baumaterial für explodierende Asteroiden dienten Kaffee, Reis und Bohnen. Und beim Start der „Orion“ kamen aufgelöste Brausetabletten zum Einsatz, deren Sprudelblasen mit umgekehrter Kamera aufgenommen wurden – anschließend wurde das RaumkreuzerModell einkopiert. Bei der Ausstrahlung von „Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“ hatten Frankreich und die Niederlande die Nase vorn.

Sie zeigten die von den Franzosen koproduzierten Folgen bereits Ende 1965 auf dem Bildschirm. Das heißt: Die „Raumpatrouille“ erblickte noch vor „Raumschiff Enterprise“ das Licht des TV-Universums! Der Pilotfilm der US-Konkurrenz war in Amerika erst im Herbst 1966 gelaufen, neun Tage vor der deutschen FernsehPremiere von „Raumpatrouille“ am 17. September. Die Uraufführung einer Science-Fiction-Serie zur besten Hauptsendezeit am Samstagabend stellte damals ein absolutes Novum dar – und ein Wagnis: Das deutsche Fernsehen galt Mitte der 60er Jahre noch als Bildungsinstitut, und abgefilmtes Theater war häufiger zu sehen als „triviale“ Unterhaltungskost. Wollten die Zuschauer so ein Weltraum-Märchen überhaupt haben? Sie wollten: Die erste Folge verzeichnete eine Sehbeteiligung von 44 Prozent. Tendenz steigend! In späteren Talkshows wurde gar mit übertriebenen 70 oder 80 Prozent gewuchert. Ein Zuschauererfolg, der sich weltweit fortsetzte. Ebenfalls 1966 lief die Serie in Schweden an, 1967 war sie in Belgien, Österreich und Ungarn zu sehen. Ein

Jahr später folgte Jugoslawien, 1970 die Schweiz. Italien und Südafrika zeigten „Raumpatrouille Orion“ 1974, Portugal 1976. Selbst in Marokko und Singapur wurde die Crew um Commander McLane ein Begriff. Mitte der 80er Jahre fanden die Original-Serie bzw. einzelne Serien-Folgen ihren Weg auf die Leinwand. Initialzündung dafür war die „Special-Effects-Retrospektive“ der Berliner Filmfestspiele 1985. 2003 wagte Bavaria Film mit Raumpatrouille Orion den Rücksturz ins Kino. Die Handlungsstränge der sieben einstündigen Originalfolgen wurden – geklammert durch neu gefilmte Einspieler mit Elke Heidenreich, die als Nachrichtenoffizierin Helma Krap galaktische Breaking News verkündet – zu einem 90-minütigen kultigen Retrokunstwerk geformt. Nun, 50 Jahre nach dem Start der ersten Raumpatrouille, sind Konzepte für eine mögliche Neuverfilmung in Entwicklung. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Orion als Raumpatrouille reloaded bald erneut in den Orbit geschossen werden könnte. Denn was heute noch wie ein Märchen klingt, könnte morgen schon Wirklichkeit werden.


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WEGWEISENDE MODE FUR DAS JAHR 3000

KOSTÜMBILDNERIN MARGIT BÁRDY BRACHTE MIT DER ORION-MODE DEN MINIROCK INS DEUTSCHE FERNSEHEN. Text: Laura Riepl


1960 – die Welt steht kopf. Die Jugend rebelliert gegen die konservativen Werte ihrer Eltern, erobert die Straße und drückt zum ersten Mal ihre Gesinnung in der Kleidung aus, die sie trägt. Verschiedenste Jugendkulturen entwickeln sich und schreien nach Freiheit und Unabhängigkeit. Hippies frönen in wallenden bodenlangen Kleidern der freien Liebe, während Punker mit zerrissenen Hosen und Irokesen-Frisuren eine klar selbstgewählte Botschaft in die Welt hinaustragen: Wir betrachten uns selbst als den Abschaum der Gesellschaft und kleiden uns auch so. In dieser aufregenden Zeit startete die Münchner Produktionsfirma Bavaria Atelier GmbH – heutige Bavaria Film – mit der

Science Fiction Serie „Raumpatrouille Orion“ eine kleine Fernsehrevolution. Nicht nur die Drehbuchautoren hatten alle Freiheiten bei der Gestaltung einer Welt, die im Jahr 3000 spielen sollte. Gleiches galt für das Kostüm- und Maskenbild. Gefragt war ein intergalaktischer GalyxoStil. Gesucht wurden Frisuren, Make-Up und Freizeitkleidung sowie Uniformen für die Crews der Raumschiffe. Wie sollten diese aussehen? Die Bavaria-Produzenten schrieben einen Wettbewerb für das Kostümbild aus. Margit Bárdy erhielt den Zuschlag. Damals waren die Figuren aus den Perry Rhodan Comics Sinnbild der Science Fiction Welt. Die Protagonisten

stürzen sich in hautengen Uniformen ins galaktische Abenteuer. Viele phantasievolle Details und schmückende Elemente erinnerten stark an das Trikot eines Superhelden – nicht zuletzt durch die bodenlangen Umhänge. Bárdy, angesagte Bühnen- und Kostümbildnerin aus München, wollte diesen Stil nicht einfach kopieren. Sie suchte nach klaren Linien und neuen Formen und kreierte eine Mode, die nicht nur in den 60ern ihren Anklang fand, sondern durch ihre geraden und minimalistischen Schnitte auch noch heute, 50 Jahre später, in vielen Kleiderschränken einen Ehrenplatz finden würde. Während in London die Swinging Sixties ein wahres Erdbeben auslösten,


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WEGEN DES SCHWARZ-WEISSFERNSEHENS ENTSCHLOSS SICH BÁRDY ZU HELL- UND DUNKELGRAUEN EFFEKTEN BEI DER STOFFAUSWAHL.

war das traditionelle Bayern noch fest mit den Wurzeln der 50er verwachsen. Trug man auf der Insel bereits sehr kurze Miniröcke, die von der Designerin Mary Quant modern gemacht wurden, so war in München der Rocksaum noch fest unter den Knien angesiedelt. Doch die Kostümdesignerin ließ sich davon nicht beeindrucken. Beinahe zeitgleich mit Quant setzte Bárdy auf knappe Schnitte und verlieh dem Orionset dadurch eine Fortschrittlichkeit, die auf den ersten Blick ihre Wirkung nicht verfehlte. Asymmetrische Ausschnitte, vor allem am Rücken, taten ihr Übriges. Auf schmückende Details verzichtete die aus Ungarn stammende Kostümbildnerin bewusst. Jedes Schnittteil sollte eine funktionale Berechtigung aufweisen. Konnte es damit nicht aufwarten, wurde es entfernt. Dies ist ein Schritt, den der Rest der Modewelt erst in den 90er Jahren wagte. Designer wie Jil

Sander, Calvin Klein oder Helmut Lange verfolgten 40 Jahre später das Prinzip, dass weniger oftmals mehr ist. Sei es nun die Silhouette oder die Farbgebung. Nicht nur bezüglich der Kostüme versetzte Bárdy der Orion-Crew einen vorausschauenden Modeschub. Die Frisuren der Damen waren kurz und asymmetrisch. Auch hierbei schaffte sie es, die Modeströmungen der 60er Jahre einfließen zu lassen. Das Haar wurde an der Ohrlinie gescheitelt und anschließend toupiert. Der volle Pony wurde von langen Koteletten eingerahmt, die dem Schnitt, trotz Strenge, eine feminine Richtung verlieh, der Nacken nur leicht bedeckt. Diese Frisuren wurden abseits des Filmsets erst in den 80er Jahren populär, als Frauen ihre Unabhängigkeit gegenüber den Männern vor allem durch ein maskulines Outfit demonstrierten. Für die Verwirklichung ihrer modischen Vision von der galaktischen Zukunft im

Jahr 3000 standen Bárdy 72 100 DM zur Verfügung. Sie konnte damit 128 OrionKostüme für die TV-Serie umsetzen und brachte über die Fernsehschirme nicht nur die Vorboten der 60er-Jahre-Mode in die deutschen Wohnzimmer. Sie schuf unter den Einflüssen des im internationalen Mode-Hotspots London bereits spürba ren Trends einen originären Stil. Keine übertrieben abgefahren-futuristischen, sondern schnörkellose Formen. Mit ihren Entwürfen gelang ihr ein schwieriger Spagat: nämlich ein Stück visionärer Zukunft abzubilden, ohne dabei die Bodenhaftung zum damals im Wandel befindlichen Zeitgeist zu verlieren. Vielleicht hat sie nicht die Mode des vierten Jahrtausends vorgedacht, aber in ihrer Arbeit für „Raumpatrouille Orion“ war Margit Bárdy ihrer Zeit mit Sicherheit etliche Jahre voraus.


MELDUNGEN

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Bavaria Film Interactive holt Gold in Cannes Bavaria Entertainment baut internationales Netzwerk aus

Erweiterte Aufgabenfelder für Bea Schmidt und Oliver Vogel Die langjährigen Produzenten der Bavaria Fernsehproduktion, Bea Schmidt und Oliver Vogel, haben seit Sommer 2015 zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben weitere Verantwortungs- und Aufgabenbereiche übernommen, Bea Schmidt (u.a. „Sturm der Liebe“) als Executive Vice President Development und Oliver Vogel (u.a. „Dr. Klein“, „Soko Stuttgart“) als Executive Vice President Progamming. Der Geschäftsführer der Bavaria Fernsehproduktion Jan Kaiser erläutert die Personalien: „Künftig wollen wir uns neben unserem öffentlich-rechtlichen Kerngeschäft auch bei den Privatsendern und im Bereich New Business stärker positionieren. Wir präsentieren uns dabei mit durchweg erfolgreichen Produzentenpersönlichkeiten auf dem Markt, die ich bestmöglich in ihren kreativen Aufgaben unterstütze. Mit Bea Schmidt und Oliver Vogel an meiner Seite kann ich dies noch umfassender leisten.“

Bavaria Entertainment hat strategisch wichtige Schritte zur Internationalisierung ihres TV-Formatgeschäftes unternommen. Ziel ist es, den nicht-fiktionalen Programmbereich weiter auszubauen. V.l.: Gründer der Cannes Corporate Media & TV Awards Alexander v. Kammel überreicht den Preis an BFI-Redakteurin Katharina von Langen und DOP Benedikt Maisenberger © Filmservice International/Benjamin Maxant

Die Bavaria Film Interactive ist bei den „6. Cannes Corporate Media & TV Awards“ mit dem Goldenen Delphin für das beste Corporate Video ausgezeichnet worden. Das Video „40 years BMW 3 series“ wurde von der BMW Group in Auftrag gegeben und unter der Regie von Katharina von Langen von der Bavaria Film Interactive produziert. In dem Video beantworten leidenschaftliche BMW Fans aus aller Welt die Frage welche Generation der BMW 3er Serie ihr Favorit ist. Zum 40-jährigen Jubiläum des Verkaufsschlagers präsentieren sie stolz ihre Autos, geben persönliche Geschichten und Gefühle preis. Die Bavaria Film Interactive zeigt in sieben Minuten eine ganz eigene Welt und überzeugte damit die diesjährige Jury des „Cannes Corporate Media und TV Awards“. Seit 2010 verleiht die österreichische Agentur Filmservice International die begehrte Delphin Trophäe an Filmproduzenten, Auftraggeber, Agenturen, Fernsehsender und Studenten. Hauptakteure des Festivals sind Wirtschaftsfilme, OnlineMedien und TV- Dokumentationen. Der internationale Wettbewerb verzeichnete 772 Einreichungen aus aller Welt, von denen 152 im Wettbewerb konkurrierten. Die Gewinner wurden am 15. Oktober im Palm Beach Cannes ausgezeichnet.

bit.ly/1KQ50NW

Bavaria Entertainment hat gemeinsam mit den Medienhäusern Storyfire AB aus Schweden und McAvoy Media aus Australien ein Kreativ-Netzwerk gegründet, um eine strategische Allianz zur gemeinsamen Entwicklung und Produktion von Formaten für alle Plattformen zu schaffen. Tobias Bringholm, CEO und Gründer von Storyfire AB, hat für die ARD/Degeto bereits die Kriminalfilmreihe „Maria Wern, Kripo Gotland“ produziert. Das international tätige Distributionsunternehmen Global Screen, das zu den führenden Weltvertriebsfirmen Europas zählt, wird das Vertriebsmandat für die eigenentwickelten Formate der Bavaria Entertainment übernehmen. Darunter fallen auch die gerade nach Frankreich, in die Tschechische Republik und in die Türkei verkauften Formate „Die große Show der Naturwunder“ und „Think“. Die bestehende Vereinbarung über den Austausch von TV-Formaten mit dem französischen Newen Network, deren Mitglieder aus Firmen wie Zone 3 – einem der führenden Content-Provider aus Kanada – oder Globomedia aus Spanien bestehen, wurde um weitere zwei Jahre verlängert. Oliver Fuchs, Geschäftsführer der Bavaria Entertainment: „Content Development ist nicht nur eine Frage der Methodik, der Geschwindigkeit und eines gesunden Maßes an Verrücktheit. Es geht vor allem darum, die richtigen Leute zusammenzubringen.“


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WEB-SERIE

Chon-Dat Nguyen und Alexander Kleinrensing bannen fernรถstliche Mystik mit ungewรถhnlicher Bildsprache in eine ambitionierte Miniserie und blicken dabei auf den internationalen VoD-Markt. Text: Marc Haug Fotos: Marc Haug, Jens Vetter

TONK


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Tonk ist ein tapferer Mönch aus dem Kloster des weißen Tigers. Er kommt mit einem geheimnisvollen Schwert in die Hafenstadt Yunghai. Als das Schwert von der jungen Diebin Miku geklaut wird, muss Tonk dieses wiederfinden. Nur so kann das Gleichgewicht in der Welt wieder hergestellt werden.

Oben: Der Riese „Orok“ durchbricht eine Gipswand. Mitte: Beim Kostüm und in der Maske wird auf jedes Detail geachtet, das sich in der Silhouette abbilden wird. Unten: Chon-Dat Nguyen und Alexander Kleinrensing auf ihrem Regie-Sofa in Studio 6.

In Bavaria Studio 6 werden gerade einige Stunts für die Pilotfolge der Web-Serie „Tonk“ aufgenommen. Routiniert und mit äußerster Präzision wird eine Szene nach der anderen abgedreht. Chon-Dat Nguyen und Alexander Kleinrensing sitzen konzentriert auf einem schwarzen Ledersofa, das mitten in der Studiohalle steht. Von ihren Plätzen aus begutachten sie, wie die Silhouetten ihrer Protagonisten im Gegenlicht vor der ausgeleuchteten weißen Hohlkehle wirken. Nguyen und Kleinrensing sind die Erfinder, Produzenten und Regisseure von „Tonk“. Vor fünf Jahren haben sie sich während ihrer Ausbildung bei der Bavaria Film kennengelernt. Seitdem verfolgen sie die Idee, gemeinsam diese Serie zu produzieren. Im Sommer 2014 hatte Bavaria Film einen internen Kreativ-Wettbewerb für neue Contentund Internet-Projekte ausgeschrieben. „Tonk“ war eines von vier Projekten, das die Jury überzeugte. Der FilmFernsehFonds Bayern förderte die Entwicklung des ambitionierten Serienpiloten ebenfalls. STETS AUF DER SUCHE NACH DEM OPTIMUM Die jungen Produzenten zeigen sich selbstbewusst. Ihr Anspruch ist, eine künstlerisch hochwertige und kompakt erzählte Serie für den internationalen VoD-Markt zu produzieren. Die Geschichte – erzählt in Folgen von circa 15 Minuten Länge – soll den Zuschauer in eine exotische Welt entführen und derart fesseln, dass er der Serie lange treu bleibt. „In allen Schritten, die wir gehen, messen wir uns mit den höchsten Qualitätsstandards“, sagen sie. Sie feilen so lange an jedem Detail und an jedem Workflow, bis sie überzeugt sind, das Maximum ausgereizt zu haben. Als Chon-Dat Nguyen für Testaufnahmen am Look einer asiatisch-anmutenden Formsprache für die Serie arbeitete, besaßen die Figuren noch Strukturen und Textur. Doch war er damit nicht zufrieden. Er suchte nach einem eigenen, besonders wertigen Stil, reduzierte nach und nach alles Überflüssige, bis schließlich die Silhouette als bestimmendes Element des

markanten „Tonk“-Looks übrig blieb. Anschließend entwickelte das Produzentenduo den eigentlichen Plot. „Wir wollten uns grundsätzlich auf Prinzipien des Buddhismus und Feng Shui berufen“, erklären sie. Chon-Dat Nguyen selbst ist Buddhist, wie sein Vater, und kennt sich in der Materie aus. Aus der buddhistischasiatischen Mythologie inspiriert und nach intensiven Recherchen waren die Produzenten soweit, eine eigene FantasyWelt als Ausgangspunkt ihres Serienprojekts zu schaffen. Wobei sich im Laufe des Prozesses Look und Erzählweise gemeinsam weiterentwickelt haben. Es gab zahlreiche Situationen, in denen sie gefordert waren, „um die Ecke zu denken und neue Workflows zu erfinden“, erinnern sie sich. Zum Beispiel bei der Schauspielerführung: „Durch den schattenrissartigen Look sind wir stark auf die zweidimensionale Ebene begrenzt. Wenn jemand einen Pfeil abschießt, darf dieser das Gesicht des Schauspielers nicht überlagern, sonst sieht man den Pfeil nicht“, erläutert Alexander Kleinrensing. „Also müssen Pfeil und Bogen mitunter völlig anders gehalten werden, als man das gewöhnlich tun würde. Teilweise müssen die Schauspieler in eine ganz andere Richtung schauen, damit das im Bild gut aussieht und im Spiel funktioniert. Statt einer flächigen Mauer, vor der sich die Handlung schwer abzeichnen würde, wählt man also lieber einen Vorhang oder ein durchscheinendes Fenster. Man muss immer ein Stück voraus denken, wie eine Szene vielleicht intelligenter erzählt werden kann.“ Nachdem die Grundstruktur der Geschichte stand, haben sie Haiko Hörnig und Adrian vom Baur ins Team geholt. Haiko Hörnig ist Autor für den Comic „Nicht lustig“, Adrian vom Baur hat bereits mehrere Comic-Reihen auf den Markt gebracht. Es sei nicht einfach gewesen, Drehbuchautoren zu finden, die in diesem besonderen Genre unterwegs sind. Auf der Suche nach den geeignetsten Autoren haben sie sich gezielt im Comic-Bereich umgeschaut. „Dort findet man mehr Leute, die bereits mit Fantasy etwas zu tun hatten, einen Bezug zum Visuellen haben und schneller verstehen, was wir meinen“, betont Kleinrensing. Von Anfang an fand sich das Drehbuchteam auf der gleichen Wellen-


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„IN ALLEN SCHRITTEN MESSEN WIR UNS MIT DEN HÖCHSTEN QUALITÄTSSTANDARDS“


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länge, inspirierte sich gegenseitig und beflügelte fantasiereiche Ideen, die auf den Punkt formuliert wurden. Nur gelegentlich musste Chon-Dat Nguyen korrigierend eingreifen, wenn es um die Authentizität der buddhistischen Grundlagen ging. Woher sollten die Comic-Autoren auch wissen, dass beispielsweise buddhistische „Hungergeister“ ihr Essen niemals teilen würden? Innerhalb von nur vier Monaten hat das Drehbuchteam es von der Idee für die erste Folge bis zum fertigen Drehbuch einer ganzen Staffel geschafft. HEILIGE SCHWERTER AUS DEM 3D-DRUCKER Die Grundlage, auf der die Handlung aufbaut, ist die Vorstellung, dass in allen vier Himmelsrichtungen bestimmte Kräfte existieren, die für ein Gleichgewicht in der Welt sorgen. In „Tonk“ repräsentieren bestimmte magische Relikte diese Kräfte. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein heiliges Schwert – die wichtigste Requisite im Film und gleichzeitig ein Paradebeispiel, mit wie viel Innovationskraft die Produzenten auch in Sachen Ausstattung ans

Eine Szene aus „Tonk“. © TONKcompany

Werk gingen. Gerade weil derartige Requisiten eine magische Geschichte erzählen, erhielten diese jeweils ein besonderes Design, wurden mit allen erdenklichen Applikationen digital modelliert und deren Einzelteile schließlich im 3D-Drucker ausgedruckt. Für das Schwert des Hauptdarstellers stellte man gleich mehrere Versionen her, die den verschiedenen Drehsituationen genügen mussten. Die Figur des Riesen „Orok“, ein Gegenspieler von Tonk, machte es erforderlich, das Schwert in unterschiedlichen Größen zu fertigen. Damit der Riese alle anderen Figuren überragt und sich glaubwürdig schwerfällig bewegt, wurde er digital vergrößert und seine Bewegungen verlangsamt. Soll er nun das Schwert auffangen, funktioniert das in den richtigen Proportionen nur dann, wenn es in entsprechend herunterskalierter Version vorliegt. Zusätzlich produzierte man eine Attrappe aus weichem Material. Bei einem Stunt aus großer Höhe wäre ein hartes Schwert zu gefährlich. Die Stuntszenen sind sozusagen das Salz in der Suppe. Gerade deswegen ist Kai

Fung Rieck eine Idealbesetzung für Tonk. Er ist nicht nur Schauspieler. Er beherrscht die Martial Arts Kampfkunst wie kaum ein anderer. Als erfahrener Stuntman und Stuntperformer wirkte er in Filmen wie „Cloud Atlas“, „300 – Rise of an Empire“ und „James Bond – Skyfall“ mit. Im Studio stellt er sein Talent unter Beweis. Mit der Körperbeherrschung einer Raubkatze katapultiert er sich mit kraftvoller Dynamik an einer Wand mehrere Meter hoch. Auf dem Rücken trägt er das heilige Schwert und bringt sich derart in Position, dass er mit seiner Irokesenfrisur vor der weißen Hohlkehle eine perfekte Silhouette abgibt. Chon-Dat Nguyen und Alexander Kleinrensing sind äußerst zufrieden. Alles läuft nach Plan. Nur wenige Wiederholungen waren notwendig, bis alle Sprungszenen abgedreht sind. Nach acht Drehtagen im Studio wird aus der Summe aller Einzelaufnahmen eine durchlaufende Plansequenz erstellt. Ein enormer Aufwand. Aus einer Bibliothek zuvor aufgenommener Szenen und kreierter Objekte werden die Einzelbilder zur kompletten Handlung komponiert. Für jede


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einzelne Komponente muss Timing und Skalierung genau festgelegt werden. Bevor es in die Tonbearbeitung geht, widmen sich die Produzenten der Farbgebung der gestalteten Hintergründe. Auch hier suchen sie nach einem besonderen Style. Sie orientieren sich dabei an Phänomenen, die die Natur vorgibt. Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Nacht und Nebel liefern Stimmungen, die sich besonders eignen. „Wir versuchen diese Eigenschaften in unserem Setting so nachzubilden, dass glaubhafte Bilder entstehen“, erklärt Nguyen. Eventuell werden die Objekte auch noch mit einem zarten Lichtsaum versehen, um den schablonenartigen Figuren einen räumlicheren Eindruck zu verleihen. Das würde unseren Sehgewohnheiten entgegenkommen, ein Effekt, den wir etwa im Gegenlicht bei Sonnenuntergang kennen. Ob die Produzenten sich tatsächlich für den Schimmer entscheiden, lassen sie zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Je nachdem könnte man ihn auch weglassen, sagen sie, stets auf der Suche nach dem Optimum. „Zum Schluss gehen wir mit dem Look auf den Markt, der am besten wirkt.“

„ZUM SCHLUSS GEHEN WIR MIT DEM LOOK AUF DEN MARKT, DER AM BESTEN WIRKT.“


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BAVARIA STUDIOS ART DEPARTMENT

STUDIODESIGN FÜR DEN

O M A N Die Setbau-Spezialisten von Bavaria Studios Art Department kreieren für Oman TV ein Studiodesign im Stil der mittelöstlichen Moderne. Text: Romain Geib

Fotos: Alexander Bambach (Oman), Ana Djurasovic, Michael Hilscher (Geiselgasteig)


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DIE SETBAUSPEZIALISTEN VON BAVARIA STUDIOS ART DEPARTMENT GEWINNEN DIE AUSSCHREIBUNG DER STUDIOGESTALTUNGEN


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Nach dem Studio-Auftrag in 2014 für den Fernseh­ sender Alkass in Quatar war das Oman-Projekt im Herbst 2015 das zweite große internationale SetbauVorhaben, das Bavaria Studios Art Department gemeinsam mit Designer Jürgen Bieling von Billionpoints realisiert hat. Auftraggeber war Oman TV, das Staatsfernsehen des Oman in der Hauptstadt Muscat, das derzeit drei TV-Programmkanäle für Nachrichten, Magazine und Live-Ereignisse betreibt. Die Auftragsvergabe für die Konzeption und Realisierung der drei Studioausgestaltungen erfolgte auf der Grundlage einer Ausschreibung, die von den SetbauSpezialisten von Bavaria Studios Art Department gewonnen wurde. Über zweieinhalb Jahre erstreckte sich die Entwurfs-, Planungs- und Abstimmungsphase des neuen Sport-, News- und Magazin-Sets. Die Verantwortlichen von Oman TV hatten genaue Vorstellungen davon, welche Eigenschaften das neue Studio erfüllen soll. Das angestrebte neue Gestaltungskonzept der Studioentwürfe sah vor, dass kameratechnische Bewegungsabläufe in den Sets räumliche Tiefe ge­ne­rieren sollten, um eine attraktivere Bildwirkung zu erzie-

len. Für das neue „Branding“ des Senders spielten fortschrittliche Lookgestaltung und Wieder­er­ken­ nungs­charakter eine wichtige Rolle. Die verschiedenen Dekorationselemente für die Studiogestaltungen wurden bei Bavaria Studios Art Department hergestellt, in einer Studiohalle in Geiselgasteig vorgebaut, dort probeweise aufgestellt und dann nach Oman verschifft, wo die Bavaria StudiosCrew alles endgefertigt hat. Bereits bei den ersten Studio-Rundgängen überzeugte die Konzeptionsmannschaft von Bavaria Studios Art Department die Auftraggeber mit ihren Vorschlägen. Unter Leitung von Matthias Tischmacher, Head of Set Construction von Bavaria Studios Art Department, war eine 21-köpfige Mannschaft in Omans Hauptstadt Muscat angereist. Bei den drei neuen komplexen TVSets haben sämtliche Gewerke der Bavaria Studios im Team zusammengewirkt: Schlosser, Schreiner, LEDTechniker, Dekorateure – ganz nach dem Anspruch, dem Kunden Komplettdienstleistungen aus einer Hand zu bieten.

Bevor die Studio­ dekoration in den Oman geliefert wurde, erfolgte der Probeaufbau und die Präsentation in den Bavaria Studios in Geiselgasteig.


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MIT DEM KRAN INS STUDIO Unter Leitung von Matthias Tischmacher, Head of Set Con­ struction von Bavaria Studios Art Depart­ ment, richtete die aus München angereiste Crew drei Studios für Oman TV ein.

Für das größte Studio wurden die Einzelbauteile per Kran bewegt und über das Gebäudedach ins Studioinnere abgeseilt. Eine schweißtreibende Angelegenheit bei Hitzetemperaturen von gefühlten 65 Grad Celsius. Die ortstypische Hitze war nur eines der kleineren Hindernisse, die es vor Ort zu überwinden galt. Sämtliche Bauteile, das Handwerksequipment und die Dekobau-Elemente mussten von München nach Muscat verschifft werden. Neun große Frachtcontainer waren für diesen Transport nötig.


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Sowohl technisch und gestalterisch State of the Art: das Studio für die Sport­ berichterstattung.

DAS SPORTSTUDIO Die Crew verbaute für das Sport-Studio 225 Quadrat­ meter Bühnenfläche, errichtet auf einer 50 Zentimeter hohen Podestebene. Als stilgebende Besonderheit, aber auch zur schallakustischen Verbesserung wurde eine weiße Zeltmembran als Dach über den Studioraum aufgespannt, ähnlich wie bei der Konstruktion des Münchner Olympiadachs. Die konstruktive Finesse bestand darin, die Spannungskräfte dieser Zeltmembran im Gebäude hinzubekommen, ohne Verankerungen in die Wände zu schrauben. Dies gelang durch den Einsatz spezieller Stahlkonstruktionen, die mittels Ballastgewichten die Dachkonstruktion auf den Untergrund aufstellten.


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DAS NEWSSTUDIO Das neukonzipierte Nachrichtenstudio zeichnet sich durch eine sehr vielseitige Lichtausstattung aus. Dank RGB-Technik und der einzeln ansteuerbaren Bögen sind Millionen von Farben realisierbar. Damit bieten sich unbegrenzte Möglichkeiten zur Erzeugung ganz unterschiedlicher Lichtstimmungen, die individuell programmierbare Szenen ermöglichen.

Faszinierendes Design und be­ eindruckende Funktionalität im Nachrichten­studio. Michael Tischmacher (Bild links und oben) bespricht sich mit den Verant­ wortlichen des Senders vor Ort.


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DAS MAGAZINSTUDIO Zwischen Sach­ lichkeit und 1001er Nacht – das Studio bietet unterschied­ lichstes Ambiente für Moderation und Talk in den Magazin­ sendungen. Ein Making Of von Alexander Bambach über die Aufbauarbeiten gibt es unter vimeo. com /149066337

Im neugeschaffenen MagazinStudio wurden unterschiedliche Designelemente sehr stilbewusst miteinander kombiniert. Angenehm klare Linienführung und harmonische Farbgebung vermitteln den Eindruck von schlichter Werthaftigkeit, Transparenz und Sachlichkeit, wie sie die mittelöstliche Moderne kennzeichnet.


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MELDUNGEN

„Der geilste Tag“ im Kino

Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz spielen erstmals gemeinsam in einem Film. „Der geilste Tag“ heißt die Komödie, die ein im Grunde todernstes Thema behandelt. Schweighöfer spielt darin Andi, Florian David Fitz spielt Benno. Beide sind sterbenskrank und warten im Hospiz auf ihr baldiges Ableben. Doch bevor es

soweit ist, wollen sie noch den geilsten Tag ihres Lebens erleben ... In den Bavaria Studios drehte die Produktion von Pantaleon Films GmbH einige Szenen in Studio 13. Dort war damals die Kulisse eines Flugzeugs aufgebaut. Denn Andi und Benno machten sich auf ans andere Ende der Welt. Auf ihrer langen Reise erkennen sie, dass sie eigentlich auf der Suche nach etwas ganz anderem sind ... Warner Bros. bringt den Film am 25. Februar 2016 in die Kinos.

Making of: on.fb.me/1mnUoj0

Talentierte Hunde gesucht Die Filmtiertrainerin Renate Hiltl und die Bavaria Filmstadt rufen am 17. April 2016 zum großen Hundecasting auf, presented by Happy Dog. Wer wissen will, ob sein Hund schauspielerisches Talent hat, kann sich ins Foyer der Bavaria Filmstadt begeben. Renate Hiltl und ihre Filmtiertrainer testen, ob das Tier für eine Filmrolle vor laufender Kamera geeignet ist. Die talentiertesten Vierbeiner kommen ins Castingfinale und zeigen ihr Können vor einer Jury, deren Mitglied u.a. die Tierfreundin und „Sturm der Liebe“-Schauspielerin Isabella Hübner ist. Dem Gewinner winkt eine richtige, kleine Filmrolle. filmstadt.de/specials

Kinostarts für Oliver Stones „Snowden“

Im Frühjahr 2015 waren Oliver Stones Dreharbeiten zu „Snowden“ das Stadtgespräch im München. Ein Großteil der Dreharbeiten, die dort im Februar 2015 begannen, fanden in den Bavaria Studios statt. Die deutsch-US-amerikanische Produktion mit Joseph Gordon-Levitt in der titelgebenden Rolle des Edward Snowden drehte außerdem an Originalschauplätzen in Hong Kong und in den USA. Doch überall verordnete Stone absolutes „Closed Set“. Weder gab es Bilder vom Set noch war der Regisseur während der Drehzeit für Interviews zu haben. Umso mehr blickt man jetzt dem Kinostart entgegen. Ursprünglich war die Kinopremiere in den USA für den 25. Dezember 2015 und in Deutschland für Anfang Januar 2016 vorgesehen. Inzwischen wird für Großbritannien der 13. Mai bzw. der 15. Juni 2016 für USA und Frankreich angegeben. Als neuer deutscher Starttermin ist der 19. Mai 2016 im Gespräch. Der FilmFernsehFonds Bayern förderte den Film mit 1,6 Millionen Euro im Rahmen des Sonderprogramms für internationale Koproduktionen.

Teaservideo: bit.ly/1JNVVDM

Production Music mit Lichtmond

• Moderne und antike Farbtechniken • Umweltschonende und lösungsmittelfreie Anstriche Michael Nechansky Birnbaumstraße 16 82362 Weilheim

Telefon 0177-63 75 830 info@team-nechansky.de

Enterprises Sonor, ein Joint Venture von Bavaria Media und ZDF Enterprises, erweitert ihren hochkarätigen Production Music Katalog um neue Titel der Formation „Lichtmond“. Nachdem Anfang 2015 eine mehr als 1 000 Titel umfassende Filmmusik-Kollektion mit orchestralen Aufnahmen des Komponisten, Dirigenten und Musikers Eberhard Schoener den Grundstein dieses Premiumkatalogs legte, folgt nun mit „Lichtmond“ eine musikalische Ergänzung mit elektronischen Klangwelten.


STIPPVISITE

Immer wieder bekommt die Bavaria Filmstadt mehr oder weniger überraschenden Besuch. Top-Models kommen für Werbeaufnahmen. Gelegentlich sogar Fußballweltmeister. Filmschaffende schauen an den Orten ihres früheren Wirkens vorbei oder folgen Einladungen in Fernsehshows. Manche Gäste kommen einfach aus langer Verbundenheit und beehren uns mit einer – Stippvisite.

Stippvisite

SEITE

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Helene Fischer rot-weiß

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Torwartlegenden in Serie

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Luftgedanken – oder was Fuchur mit Udo Lindenberg zu tun hat

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Wrestling-Star bei den Wikingern

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Green Studio: Mit dem Tesla in die Filmstadt

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Helene Fischer rot-weiß

Star zweier Shows: Helene Fischer bei Carmen Nebel (in rot) und bei „Menschen 2015“ (in weiß)

Manchmal kommt man an Helene Fischer nicht vorbei. In den Bavaria Studios war die Sängerin in gleich zwei der DezemberShows für das ZDF der absolute Stargast. Zunächst bei der ZDF-Spendengala „Die schönsten Weihnachte-Hits“ mit Carmen Nebel und kurz darauf in Markus Lanz Jahresrückblick „Menschen 2015“. Zuerst im langen roten Kleid, bei Lanz in weiß – und jeweils ein klein wenig bauchfrei, versteht sich. Jedes Mal überstrahlte ihre Ankündigung die Liste der anderen Gäste. Einige der Agenturfotografen hätten unmittelbar nach ihrem Auftritt das Studio verlassen, hieß es aus Kollegenkreisen. Die hatten jedoch andere Top-Acts verpasst, wie DJ Robin Schulz („Sugar“) und Sarah Conner, die jeweils auf ihre Art im Studio live für Stimmung sorgten. Oder Dieter Hallervorden. Er spielte in „Honig im Kopf“, eines der Kinoereignisse des Jahres, den an Demenz erkrankten Großvater Amandus und begeisterte über sieben Millionen Kinobesucher. Hallervorden wurde für diese Rolle unter anderem mit dem Filmpreis „Romy“ in der Kategorie „Beliebtester Schauspieler“ ausgezeichnet. Im September feierte der Schauspieler und Komiker seinen 80. Geburtstag – und war damit natürlich auch einer der zahlreichen prominenten und bewegenden Gäste von Markus Lanz in „Menschen 2015“. In „Heiligabend mit Carmen Nebel“ fehlte zwar Helene Fischer. Aber dafür beeindruckte unter anderem Andy Borg – auch in rot-weiß – mit dem Deutschen Fernsehballett und einem fulminanten weihnachtlichen Bühnenauftritt.

Markus Lanz bat in „Menschen 2015“ u.a. Helene Fischer, Dieter Hallervorden und Hilly Martinek, Buchautorin von „Honig im Kopf“, auf das orange Sofa.


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Die deutsche Pop- und Soulsängerin Sarah Connor präsentierte ihr neues Album.

Auch rot-weiß: Andy Borgs Auftritt mit dem Deutsches Fernsehballett.

DJ Robin Schulz mit seinem MusicAct sorgte für ein furioses Finale von „Menschen 2015“

Fotos: Dorothee Falke (3), Frederic/Geisler-Fotopress, Usel Düren/dpa, Marc Haug


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Torwartlegenden in Serie

JEAN-MARIE PFAFF Er zählte in den 1980er Jahren zu den besten Torhütern der Welt und feierte mit dem FC Bayern München seine größten Erfolge: Jean-Marie Pfaff. Die Torwartlegende hat sich in der Bavaria Filmstadt als großer Fan von „Sturm der Liebe“ bekannt, der die Telenovela regelmäßig schaut. Vor gut zwei Jahren sei er der emotionsreichen Soap Opera erlegen und schaue seitdem wann immer er kann zusammen mit seiner Frau Carmen Folge um Folge. Was für eine Freude, einmal selber in „Sturm der Liebe“ vor der Kamera zu stehen. Am 22.12. konnte man um 15.10 Uhr im Ersten seine schauspielerischen Fähigkeiten begutachten. In Folge 2368 hatte er seinen Gastauftritt im „Fürstenhof“ und spielte in einer Szene – sich selbst. Ob er sich weitere Rollen als Schauspieler vorstellen könne, ließ Pfaff offen. Man wisse nie, was einen im Leben noch so wiederfährt.

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Ex-Fußballprofi Jean-Marie Pfaff spielt sich selbst in einer Gastrolle in „Sturm der Liebe“. Foto oben: Vic Dennis Foto unten: ARD/Christof Arnold


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NADINE ANGERER

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Wenige Wochen später hatte auch Nadine Angerer, über viele Jahre beste Hüterin des Tors der deutschen Fußballfrauen, einen Auftritt in einer Bavaria-Serie. Sie durfte einen Satz in ihrer Lieblingsserie „Die RosenheimCops“ sprechen. Was sie auf jeden Fall von ihrem ersten Drehtag mitgenommen habe, war die Erkenntnis, dass Schauspieler beim Drehen sehr viel Geduld brauchen. Sie bezieht sich dabei auf die langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Bildern. Das ist etwas, das Angerer auch aus ihrer sportlichen Laufbahn kennt. Wenn es auf dem Platz gut lief und die Abwehr sauber stand, musste sie bisweilen sehr lange warten, bis sie überhaupt als Torfrau ins Spiel eingreifen musste.

Die ehemalige deutsche FußballNationalspielerin Nadine Angerer (2.v.l) mit Alexander Duda (l), Marisa Burger und Max Müller. Foto: Ursula Düren/ dpa. Nadine Angerer am Set mit Marisa Burger. Foto: ZDF/Bavaria Fernsehprod./ Christian A. Rieger


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Luftgedanken – oder was Fuchur mit Udo Lindenberg zu tun hat

„Nachdem ein Buch gelesen wurde, bleiben Gedanken“, sagt Felix Hörhager. In seinem „Gedankenprojekt“ sucht der Fotograf und Videokünstler einen Weg in der Kunst, die Inspiration durch Literatur festzuhalten. Diese Gedanken werden als Videoskizze eingefangen und umgesetzt. Sein Konzept: Gelesener Text formt sich zu künstlerischen Bildern, gesprochenen Sätzen und Musik. „Flussgedanken“ stellt Hörhagers erstes Kapitel des Projekts dar. Das Element Wasser ist immer in Bewegung. Wasser hat unterschiedliche Daseinsformen. Fest, flüssig und gasförmig. Wasser kann seine Form, seine Optik und seinen Zustand verändern. Ebenso können Gedanken sich verändern. Dies

ist ein Schlüsselgedanke der Videointerpretation, der Hermann Hesses „Siddharta“ als Literaturvorlage zugrunde liegt. Milan Kunderas „Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins“ inspirierte Hörhager zu „Liebesgedanken“, die er 2013 als App veröffentlichte. Das Jugendorchester des Bayerischen Rundfunks hat dafür Smetanas „Moldau“ eingespielt. Die Videoschnipsel – assoziierte Szenen aus dem Roman, Traumszenen und Fantasien – vereinen sich virtuos zu einem neuen Werk. Hörhager benutzt Literatur, um Gedanken anzutreiben, „bis sich ein Gedankenfl uss entwickelt und emotionale Videoliteratur entsteht.“ Ihn treibt es „weg von den gewöhnlichen Seh- und Lesegewohnheiten, hin zur Videomalerei.“ Zunächst entstehen auf leerem Papier Skizzen, aus denen Gedankenfilme entwickelt werden. Wie in der Technik eines Malers, der eine Schicht nach der anderen aufträgt, fügt Hörhager Ebene für Ebene seiner Videosequenzen übereinander, bis sich Ton und Bilder zu einer Einheit formen. Das Gesamtkunstwerk ist als Zyklus aus vier Videokapiteln

angelegt. Um dem Gedankenfluss eine Orientierung zu geben, bildet er diese in einem Kompass ab, dessen vier Himmelsrichtungen einem jeweiligen Element und einem Buch zugeordnet sind. Nach „Flussgedanken“ (Süden/ Wasser) und „Liebesgedanken“ (Osten/Feuer) arbeitet Felix Hörhager aktuell an den „Luftgedanken“ (Norden/Luft) inspiriert durch die Erzählung „Nils Holgersson“ von Selma Lagerlöf. (Dann fehlt nur noch das WestKapitel „Erdgedanken“). Die Flüge des Nils Holgersson rufen bei ihm eines seiner frühen Kinoerlebnisse wach – „Die Unendliche Geschichte“ mit dem Glücksdrachen Fuchur. Und der steht ja bekanntlich in der Bavaria Filmstadt. Warum die Schauspielerin Silke Popp, die für diese Videosequenz auf Fuchurs Rücken durch die Lüfte reitet, für ihren Ritt mit Sonnenbrille und Schlapphut ausgestattet ist, erklärt sich, wenn man die Musik dazu hört, die Hörhager sich als Untermalung für diese Einstellung wünscht. Auch die eine Erinnerung aus früheren Zeiten: Udo Lindenbergs „Hinterm Horizont geht’s weiter“. Mal sehen, ob der Wunsch in Erfüllung geht.

„Fuchur“, der Glücksdrache aus „Die unendliche Geschichte“, hebt für Felix Hörhagers Videokunst-Projekt nochmal ab: Schauspielerin Silke Popp fliegt mit ihm (mindestens) bis zum Horizont ...

luftgedanken.com


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Wrestling-Star bei den Wikingern

Rothaarige Mähne, zotteliger Vollbart, das Hemd an den Oberarmen gespannt. Daniel Bryan ist der Wikinger im Wrestling-Zirkus und Superstar der World Wrestling Entertainment (WWE), einem der weltweit größten Wrestling-Veranstalter, dessen deutschsprachige Lizenzrechte die Münchner Lizenzagentur Bavaria Sonor vertritt. Drei Mal sicherte sich der US-amerikanische Sportler den Titel als WWE World Heavyweight Champion. Wie in der Szene üblich, bestritt er etliche Fehden, fiel mehrfach wegen Verletzungen aus, wurde aus dem Wrestlingverband geschmissen und kehrte später wieder spektakulär in den Ring zurück. Einmal zum Beispiel sprach die WWE die Entlassung Daniel Bryans aus, weil er den Ringsprecher mit dessen Krawatte würgte. Show oder Ernst? Man weiß es in dieser Sportart nie ganz genau. Auf jeden Fall sind seither Aktionen gegen den Hals bei Kämpfen der WWE strikt verboten. Aufsehen erregte der Hüne aber auch durch seinen überraschend gesunden Lebensstil. Er raucht nicht und meidet Alkohol. Aufgrund hoher CholesterinWerte und dreier Staphylokokken-Infektionen innerhalb eines Jahres entschied sich Bryan zwischenzeitlich sogar, sich nur noch vegan zu ernähren. Die Tierschutzorganisation PETA ernannte ihn daraufhin zum tierfreundlichsten Athleten.

Daniel Bryan, Superstarder World Wrestling Entertainment (WWE), in der Wickie-Kulisse. © 2015 WWE Inc. youtu.be/mlK05pQ8hK0

Bei seinem Besuch neulich in der Bavaria Filmstadt bekannte Daniel Bryan darüber hinaus: „Ich liebe die Natur und das Leben in der Wildnis.“ Auch auf Fernsehen könne er gut verzichten. Da wäre so ein Wikingerdorf, wie das in der Bavaria, genau das richtige für ihn und seine Familie, sagte er.


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Green Studio: Mit dem Tesla in die Filmstadt

Seit 2013 kann Bavaria Film ihr Studiogelände in Geiselgasteig als klimaneutralen Produktionsstandort ausweisen. Grund genug für das Ökologische Bildungszentrum (ÖBZ) im Rahmen seines Klimatages am 18. Oktober 2015 zu einer klimaneutralen Exkursion in die Bavaria Filmstudios einzuladen. Ökologische Zusammenhänge vermitteln, Handlungsalternativen aufzeigen und vor allem anhand von Leuchtturmprojekten demonstrieren, was heute schon machbar ist, waren die Ziele dieser Veranstaltung. Die vom Ökologischen Bildungszentrum in Kooperation mit Bavaria

Filmstadt organisierte Tour war eines der zahlreichen hochkarätigen Angebote im Rahmen des „Münchner Klimaherbstes“, der kurz vor der Weltklimakonferenz in Paris unter dem Motto „Politik. Macht. Klima. Und wir?“ stand. Klimaneutral erfolgte bereits der Transfer vom ÖBZ in der Englschalkinger Straße im Münchner Osten aufs Studiogelände im Münchner Süden. Für den umweltfreundlichen Shuttle sorgten die Fahrzeuge von Umwelttaxi München, die im Konvoi vorfuhren – angeführt von einem Tesla, dem E-Mobil der

Luxusklasse – und gefolgt von zwei Toyota Prius und einem Opel Ampera. Bei der Studiotour erfuhren die Teilnehmer nicht nur Interessantes zur Elektromobilität, sondern auch, dass in den Bavaria Studios das ARD-Wetterfernsehen u.a. mit Claudia Kleinert völlig klimaneutral produziert wird und wie es die Telenovela „Sturm der Liebe“ geschafft hat, weltweit erste klimaneutrale Daily zu werden. Denn wer die Produktionsinfrastruktur in Geiselgasteig nutzt, profitiert in hohem Maße vom klimaneutralen Studiostandort.


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Seit der Umstellung der Wärmeversorgung von Gas auf Geothermie und dem Bezug von regenerativer Energie aus 100 Prozent Ökostrom hat sich der ökologische Fußabdruck von 2011 auf 2014 um fast 97,5 Prozent verkleinert. Der Stromverbrauch hat sich um 20 Prozent von rund acht Millionen Kilowattstunden auf etwa 6,5 Millionen Kilowattstunden verringert. Der Verbrauch von Erdgas ist seit 2011 von etwa 7,9 Millionen Kilowattstunden auf rund 423 000 Kilowattstunden gesunken – eine Verringerung um ganze 95 Prozent.

Schnell hatte er seinen Spitznamen weg, der „Tesla Klaus“, jener Taxifahrer, der seine Gäste mit dem Tesla Model S. mit 365 PS durch München kutschiert: In den Bavaria Studios präsentiert er die rein elektrische, emissionslose Sportlimousine, Teil der Fahrzeugflotte von Umwelttaxi-München. Oben: Claudia Kleinert erläutert, wie die ARD-Wettersendungen klimaneutral produziert werden.


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VIRTUAL REALITY

MIR IST SOFORT KLARGEWORDEN, WIE KRAFTVOLL VIRTUAL REALITY IST Ende November fand der erste Hackathon für immersives Storytelling in München auf dem Gelände der Bavaria Film und im Bayerischen Filmzentrum statt. Wir sprachen mit Astrid Kahmke über den Einfluss von Virtueller Realität (VR) auf das Filmemachen in den nächsten Jahren. Interview: Matthias Bastian, VRODO.de*

Fotos: Kevin Müller, Marcel Tieste


*VRODO.de ist Deutschlands erstes Online-Magazin, das sich ausschlieĂ&#x;lich dem Thema virtuelle Realität mit all seinen Facetten widmet.


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„ES WAR NUR EINE FRAGE DER ZEIT, BIS ICH DIE ERSTE OCULUS AUF DEM KOPF

HATTE.“

Astrid Kahmke

In 360-Grad-Welten können wir Geschichten intensiver erleben denn je zuvor. Ein direktes sinnliches Erleben ruft Emotion und Empathie hervor. Aber wie „macht“ man VR? Welche Technologien kommen dabei zum Einsatz, welche Kompetenzen braucht es im Team? Und vor allem, wie funktioniert das Erzählen? 50 Professionals aus der Medienbranche aus ganz Deutschland fanden sich zusammen, um ein Wochenende lang gemeinsam Projekte zu entwickeln, sich zu vernetzen und voneinander zu lernen. Wir sprechen mit Astrid Kahmke, die die Veranstaltung leitete. Wie seid ihr auf das Thema Virtual Reality gekommen? Astrid Kahmke: Das Bayerische Filmzentrum richtet schon seit geraumer Zeit Formate aus, die Technologie und Content miteinander vernetzen. Und im Vorstand des Netzwerkes für Medienschaffende Transmedia Bayern hatten wir die Idee, einen VR-Hackathon für die eigenen Mitglieder zu veranstalten. Das lief dann sehr organisch – und das Interesse an der Veranstaltung war von Anfang an sehr viel größer, als wir das dachten. Offenbar hatten wir einen Nerv getroffen.

Und was ist Dein persönlicher Bezug zu VR? Das plattformübergreifende, interaktive Erzählen fasziniert mich. Die vielen Möglichkeiten, die sich mit den ständig neu entwickelten Technologien und der sich damit verändernden Mediennutzung ergeben, finde ich spannend und empfinde sie als große Chance. Ich bin Filmproduzentin, mein Hintergrund ist der internationale Kinofilm, davor war das Fernsehen, noch früher das Theater. Als Leiterin des First Movie Program coache ich junge Filmemacher, als Script Consultant begleite ich immer wieder einmal das ein oder andere internationale Projekt. Storytelling in all seinen Variationen und Ausprägungen hat mich mein Leben lang begleitet. Außerdem bin ich immer schon sehr neugierig gewesen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ich die erste Oculus auf dem Kopf hatte. Virtual Reality ist ein alter Traum, der durch neue technologische Möglichkeiten Fahrt gewinnt. Das immersive Erleben ist überraschend und in den meisten Fällen überwältigend. Klar interessiere ich mich dafür. Gab es einen persönlichen „Aha-Moment“ in der virtuellen Realität für Dich? Oh ja, das war der Moment, in dem ich zum ersten Mal eine Oculus auf der Nase

hatte. Ich stand plötzlich an der arktischen Küste und holte unvermittelt tief Luft – als wäre ich wirklich dort. 360° Polar Sea war meine erste Begegnung mit Virtual Reality und hat mich sofort fasziniert. So gesehen hat mich Thomas Wallners 360°Reise in die Arktis in das Medium eingeführt – und jetzt haben wir Thomas Wallner zum Hackathon geholt. Ein Medium, das buchstäblich Glücksgefühle hervorrufen kann, muss einen doch interessieren, oder nicht? Eine zweite Begegnung war eine Wildlife Experience. Wieder Realfilm, wieder 360°, diesmal war ich mit einer Bisonherde inmitten der Prärie. Das hat mich ins Herz getroffen. Viele Experiences später habe ich „The Unknown Photographer“ bei Marc Beaudet (Turbulent) in Montréal erleben können, das war unglaublich emotional. Mir ist sofort klargeworden, wie kraftvoll diese neue Technologie ist. Beim Hackathon haben wir gemerkt, dass das Geschichten erzählen in VR noch eine echte Herausforderung und komplettes Neuland ist. Dafür gewinnt aber die Umgebung an Relevanz – die OculusStory-Studios schrieben kürzlich: „Story is King. But Presence is Magic.“ Entsteht hier vielleicht ein ganz neues Genre des


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Films, bei dem die Drehumgebung der heimliche Star ist? Oder fallen wir früher oder später zurück in schon etablierte Story- und Drehkonzepte? Ich würde sogar noch weitergehen. Es ist ein neues Medium, das eine völlig neue Narration und Rezeption erschafft. Im Kino, beim Fernsehen, beim Lesen, beim Zuhören, beim Zuschauen – immer bin ich als Rezipientin einer Geschichte diejenige, die einem Geschichtenerzähler oder einer Narration Aufmerksamkeit schenkt. Ich hier, die Geschichte dort – es gibt eine klare räumliche und zeitliche Trennung. In virtuellen Realitäten ist das anders. Da bin ich mitten im Geschehen, das Zentrum einer 360°-Welt, die um mich herum erscheint. Die Welt selbst, das Erleben der Immersion, das Erkennen, dass ich zum Protagonisten dieser Geschichte werden kann, ändert alles. Plötzlich kann ich über die Perspektive bestimmen, den Bildausschnitt, den Erzählduktus, das Tempo, die Verweildauer und damit mein persönliches Erleben. Der Regisseur breitet im Grunde genommen seine ganze „Weltkarte“, seine „Storyworld“, auf einmal aus und stellt sie dem User hin: „Hier. Sieh dich mal um. Probier mal“. Es ist ein Angebot. Er gibt die Kontrolle über Timing, Pacing und im Grunde genommen auch über die Struktur ein Stück weit ab. Was ändert sich dadurch? Das aristotelische Gesetz, eine Geschichte habe einen Anfang, eine Mitte und ein Ende ist auf den ersten Blick gar nicht leicht einzulösen in einer 360°-Umgebung, in der der User maßgeblich darüber entscheiden kann, wann er was sieht, was er tut und wann er wieder damit aufhört. Perspektive und Aufl ösung werden plötzlich zur Herausforderung, wenn man zum Beispiel zwei Menschen im Dialog filmen möchte. In einer Flatscreen-Umgebung ist das leicht: Man dreht einfach aus zwei Richtungen, vielleicht noch im Anschnitt, um die zweite Person spürbar zu machen, wechselt vielleicht noch die Größe, und fertig – eine simple Standard-

situation, solange man nicht über die Achse springt. In 360° ist das bereits eine Herausforderung, will man vermeiden, dass der User sich selbst als eine der beiden Personen empfindet – erst recht, wenn er keine eigene Körperlichkeit in der VR Umgebung hat. Natürlich kann man die Aufmerksamkeit des Users lenken, mit Soundeffekten zum Beispiel, oder optischen Hinweisen. Da wird gerade viel ausprobiert. Ist Virtual Reality mehr Spiel oder mehr (interaktiver) Film? Virtual Reality ist für mich nicht irgendwo „zwischen Games und Film“ sondern eine eigenständige, neue Form. Das großartige Erlebnis in der Virtual Reality ist gerade die Immersion. Das sollte im Mittelpunkt der Überlegungen stehen. Warum sollte ich eine Filmhandlung in 360° erzählen, wenn sich das Wesentliche dann doch nur im 120° Gesichtsfeld abspielt – und ebenso gut im Kino erlebbar wäre? Eine 360°-Welt hat ja ganz andere Vorteile, eben: die vollständige Abbildung einer Umgebung. Ja, ich denke auch, dass die Drehumgebung der neue „Star“ in VR ist. Räume betreten zu können, die man vielleicht in der bekannten Realität nie betreten kann. Oder nicht mehr. Fähigkeiten zu erlangen, die man selbst nicht hat – zum Beispiel in Flug-

Simulationen. Das hat etwas mit Erkundung zu tun. Es ist ja kein Zufall, dass sich die Tourismus- und die Immobilienbranche auf die VR-Anwendungen stürzen – bei beiden bestimmen Raum und Umgebung das Produkt. Aber ist das nicht nur im ersten Moment interessant und dann möchten wir uns wieder zurücklehnen und bedient werden? Noch ist die Erfahrung für die meisten User neu, wir haben noch keine oder nur wenige Experiences gesehen und entsprechend groß ist die Überwältigung. Aber das wird sich vielleicht bald schon ändern. Dann kennen wir das schon, ja, man kann den Kopf drehen, ja, wir dürfen uns bewegen, ja, wir haben einen Controller in der Hand, mit dem wir in dieser Welt noch weitere Informationen abrufen, interaktiv ins Geschehen eintauchen können. Die Sensation der „Experience“ wird sich vielleicht abschwächen, weil wir uns daran gewöhnen können. Bei meinen ersten Erfahrungen konnte ich nicht gehen, wenn ich meine Füße nicht sah. Das hat sich bald gegeben. Ich kann jetzt schon viel vertrauter damit umgehen, mein Gehirn hat offenbar dazugelernt. Spätestens jetzt stellt sich die Frage nach dem Inhalt, die Frage nach immersivem Storytelling. Und welche Geschichten in VR besser,


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intensiver, spannender erzählt werden können als im Kino oder in einem Game. Wir sollten nicht nur technisch, sondern auch mit den Inhalten viel mehr herumspielen und ausprobieren. Und dabei alles in Frage stellen, was schon etabliert ist.

Künstler und noch eine ganze Reihe weiterer naturwissenschaftlicher, technologischer und kreativer Disziplinen. Ich bin sehr gespannt, was sich in dieser Richtung noch für Allianzen schmieden werden.

Beim Hackathon haben die Teams sehr interdisziplinär gearbeitet. Programmierer mit Kameramensch und Kreativem. Ist das nur eine Übergangsphase oder wird Virtual Reality ein stark interdisziplinär geprägtes Medium sein? Wir haben das gelenkt und die Teams bewusst so gemischt zusammengestellt. Interdisziplinarität ist für mich der Boden, auf dem Innovation und Kreativität wachsen kann. Wenn ich daran denke, welche Expertise und Fachkompetenz jeder einzelne der Hackathon-Teilnehmer in seinem Feld mitgebracht hat, und wie intensiv der Austausch untereinander war – und dadurch für alle beglückend und erkenntniserweiternd, hoffe ich sehr, dass es in Zukunft viel mehr Formate dieser Art geben wird. Ich bin davon überzeugt, dass Virtual Reality Interdisziplinarität voraussetzt, um erfolgreich zu werden. Man braucht ja nicht nur hervorragende Programmierer, Kameraleute, Sounddesigner, Designer und Storyteller, sondern vermutlich auch Experten und Expertisen aus bisher wohl eher ungewöhnlichen Feldern: Kognitionswissenschaftler, Mediziner, Journalisten, Entwickler, Biologen, Archäologen, Architekten,

Was glaubst Du, wie sich der Markt speziell für Filmemacher entwickeln könnte? Das ist schwer vorauszusehen. Es hängt auch von den Filmemachern selbst ab, wie sehr sie sich mit Neugier und Spielfreude auf die neuen Technologien stürzen und damit experimentieren. Das fehlt mir noch, wenn ich ehrlich bin. Diese kindlich neugierige Freude am Ausprobieren auf Seiten der Autoren, Regisseure, Produzenten. Vielleicht braucht es einen großen Namen aus Hollywood, der den ersten Schritt geht, so wie damals James Cameron mit „Avatar“ die Welt des Kinos zu einem neuen 3D-Erlebnis gemacht hat. Ich könnte mir vorstellen, dass FullDomeKinos eine Renaissance erleben. „Kuppelkinos“ gab es ja schon früher, aber mit der neuen Technologie und den Möglichkeiten, Fulldome 360° stereoskopisch 3D Filme herzustellen, entsteht ein völlig neues Erlebnis. Soweit ich weiß, steigt die Zahl der FullDome Kinos weltweit gerade stark an und auch in Deutschland gibt es wohl Pläne für weitere Häuser. Darin sehe ich durchaus einen Markt für Filmemacher.

Das heißt, der Markt wird künftig noch stärker fragmentiert sein? Ich glaube, dass sich der Markt noch weiter auseinander dividiert: Hier eine vergleichsweise kleine Zahl aufwändiger Produktionen für das Virtual-Reality-Erlebnis, für das der Kunde auch durchaus bereit ist, tiefer in die Tasche zu greifen – wie es ja jetzt auch schon der Fall ist bei großen 3D-Kinoproduktionen. Dort ein ständig wachsender Consumermarkt. Virtual Reality ist ja in Grenzen für jeden bereits jetzt schon selbst herstellbar. 360°-Plattformen wie sie von Google, Youtube und Facebook zur Verfügung gestellt werden, Kameras wie die Rico Theta S, die in Smartphonegröße nicht teurer als eine GoPro ist, laden geradezu dazu ein, zum eigenen Produzenten zu werden. Filmemacher können sich hier nur abheben mit exzellentem Content und exzellenter Machart. Dokumentarfilmer und Journalisten aber auch Imagefilmer und die Werbebranche haben VR schon für sich entdeckt. Darüber hinaus gibt es eine Reihe sehr spannender wissenschaftlicher Anwendungen, zum Beispiel in der Medizin, im therapeutischen Bereich, in der Archäologie, Biologie, Physik und Chemie, den Naturwissenschaften ganz allgemein. Hier wird viel geforscht und der Nutzen begehbarer virtueller Räume wurde schon früh erkannt. Ich sehe in VR großes Potenzial, aber wer sich in dieses Gewässer stürzen will, sollte jetzt ganz schnell schwimmen lernen.


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„VIRTUAL REALITY IST EIN ALTER TRAUM, DER DURCH NEUE TECHNOLOGISCHE MÖGLICHKEITEN FAHRT GEWINNT.“

Veranstaltet wurde der Hackathon vom 20. bis 22. November 2015 vom Bayerischen Filmzentrum, in Kooperation mit dem First Movie Program, Transmedia Bayern e.V., dem Bayerischen Rundfunk, Bavaria Film, ARRI Media, Dexperio, unterstützt vom Institut für Rundfunktechnik, dem Leibniz Rechenzentrum, Softmachine, Reef, EuVR und Kolor. Dabei konnten die Teilnehmer insbesondere Kulissen, Requisiten und Equipments der Bavaria nutzen. „Wir sind für diese Zusammenarbeit sehr dankbar“, betont Astrid Kahmke, Veranstalterin des Hackathon und Leiterin des First Movie Program des Bayerischen Filmzentrums. „Die kurzen Wege und die Hilfsbereitschaft sämtlicher Ansprechpartner waren uns eine große Unterstützung bei der Organisation und Durchführung der Veranstaltung.“


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PREMIERE

ROTER TEPPICH FÜR DIE WEIHNACHTS-MÄNNER [8]

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Am 13. Dezember 2015 wurde für die Uraufführung der Festtagskomödie „Die Weihnachts-Männer“ der rote Teppich [0] vor dem Filmtheater Sendlinger Tor in München ausgerollt. Den zahlreichen Fotografen [1] präsentierte sich ein bestens aufgelegter Cast: Heiner Lauterbach [2] (kam mit seiner Frau Victoria [3]), Wolfgang Stumph [4] (erinnerte sich daran, dass seine Filmkarriere eng mit der Bavaria verbunden ist) und Oliver Korritke [5] (lobte die Produktionsbedingungen auf dem Bavaria-Gelände) sowie die Schauspielerinnen Collien Ulmen-Fernandes [6] (war angetan von der der gelungenen Ausstattung), Saskia Vester [7] (wie immer bestens gelaunt), Marisa Burger [8] (machte im roten Kleid auf dem rotem Teppich eine gute Figur) und Maria Bachmann [9] („tolle Kolleginnen und Kollegen“). Die Premierengäste feierten mit dem Team um Produzent Marc Conrad, der den Film zusammen mit Bavaria Fernsehproduktion realisierte.

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Fotos: Tobias Hase / dpa, Breuel Bild / ABB


MELDUNGEN

Bavaria Media holt Marc Lammek als neuen COO an Bord Bavaria Media verstärkt sich personell: Dr. Marc Lammek wird mit Beginn des neuen Geschäftsjahres am 1. Februar 2016 als Chief Operating Officer (COO) in die Geschäftsleitung eintreten. Dr. Rolf Moser, Geschäftsführer / CEO der Bavaria Media GmbH: „Ich bin begeistert, dass Marc Lammek unser Führungsteam erweitert. Mit dieser kompetenten Verstärkung sind wir gut gerüstet für den weiteren strategischen Ausbau des Geschäftsbereiches Rights / Distribution in der Bavaria Film Gruppe.“ Lammek ist Volljurist und war über viele Jahre sowohl als Leiter der Rechtsabteilung sowie später auch als Geschäftsführer bei der MME Entertainment GmbH Berlin tätig.

Personalien bei Bavaria Studios Friedhelm Bixschlag hat am 7. Januar 2016 seine Tätigkeit als weiterer Geschäftsführer neben Achim Rohnke bei der Bavaria Studios & Production Services GmbH (BSPS) auf­genommen und komplettiert damit die neue Geschäftsführung der Bavaria Studios. Achim Rohnke wurde bereits im August neben seiner Aufgabe als Holding-Geschäftsführer Bavaria Film GmbH zum Geschäftsführer der Bavaria Studios & Production Services GmbH berufen. In diesem Zuge übernahm er auch die Verantwortung für die Tochterunternehmen Bavaria Production Services GmbH, Set Logistics Deutsche Film- und Bühnenservice GmbH sowie Bavaria Studios Art Department GmbH. Mit Christian Söder und Michael Hilscher erhalten zwei langjährige Mitarbeiter neue Aufgaben und erweiterte Verantwortlichkeiten. Christian Söder, bislang Senior Controller der Bavaria Production Services (BPS) bekam die Leitung Controlling /  Projektsteuerung für die Bavaria StudiosGruppe übertragen, Michael Hilscher, bis­lang Referent der Geschäftsführung der BSPS, erweiterte Aufgaben als Manager Marketing und Vertrieb.

Internationales Interesse an zwei TV-Zweiteilern von Bavaria Film

Ruby O. Fee und Steve Windolf in „Marthes Geheimnis“ (oben) und Nina Kunzendorf und Benjamin Sadler in „Das Programm“ (unten). Fotos: ARD Degeto / Jan Hromadko, Christiane Pausch

Die Bavaria-Produktionen „Das Programm“ und „Marthes Geheimnis“ haben während der größten Fernsehprogramm-Messe im deutschsprachigen Raum, den German Screenings, europäische TV-Einkäufer überzeugt. Die Global Screen, der ge­meinsame Weltvertrieb der Bavaria Media und der Telepool, freut sich über eine starke Resonanz aus Italien und Frankreich. Die Event-Zweiteiler wie „Das Programm“ stoßen in diesen Territorien auf sehr großes Interesse. Die Nachfrage nach hochwertigen fiktionalen Programmen aus Deutschland sei ungebrochen. So auch in der Slowakei: Global Screen lizenzierte ein großes Paket mit mehr als 10 TV-Movies, darunter „Marthes Geheimnis“ an STV. Das zweiteilige TV-Historiendrama „Marthes Geheimnis“ wurde von Ronald Mühlfellner, Bavaria Fernsehproduktion, für die ARD Degeto produziert. „Das Programm“, ebenfalls ein TV-Zweiteiler, produzierte Marc Conrad in Kooperation mit der Bavaria Fernsehproduktion für Das Erste im Auftrag der ARD Degeto.

GRÜNDERZENTRUM FIRST MOVIE PROGRAM i4c

www.filmzentrum.net

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WER, WO, WAS

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WIR WOLLEN DIE BAVARIA FIT FÜR DIE ZUKUNFT MACHEN

50 JAHRE RAUMPATROUILLE ORION

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MIR IST SOFORT KLARGEWORDEN, WIE KRAFTVOLL VIRTUAL REALITY IST

Studio 4 / 5

CREATIVE.FORGE @ BAVARIA FILM

Studio 8 Bayerisches Filmzentrum

Gebäude 13

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TONK

GEISELGASTEIG BEI NACHT

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DAS UNMÖGLICHE MÖGLICH MACHEN

Studio 6 Gebäude 88


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ROTER TEPPICH FÜR DIE WEIHNACHTS-MÄNNER

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GEWISSE GEFÜHLE LASSEN SICH NICHT STEUERN

Filmtheater Sendlinger Tor Münchner Straße

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STUDIODESIGN FÜR DEN OMAN

WER, WO, WAS Hier spielen unsere Geschichten

Studio 9

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AM PULS DER ZEIT

Köln / Stuttgart


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BAVARIAFILMPLATZ 7 Academy Film GmbH Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1721 Fax +49 (0) 89 6498 1324 mhf@academy-film-muenchen.com All About Video GmbH Christian Breuer Gebäude 8 Tel +49 (0) 89 6499 2335 c.breuer@all-about-video.com www.all-about-video.com Allgemeine Südboden Grundbesitz AG Gebäude 3a Tel +49 (0) 89 8563 6800 Fax +49 (0) 89 8563 68011 info@suedboden.com Amalia Film GmbH Cornel Schäfer Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1128 Fax +49 (0) 89 6498 1328 c.schaefer@amalia-film.de arbovin-ea weinimport Erhard Arbogast Gebäude 29 Tel +49 (0) 89 4895 3111 Fax +49 (0) 89 4895 3112 info@arbovin-ea.de www.arbovin-ea.de ARRI Media GmbH Franz Kraus, Dr. Jörg Pohlman, Josef Reidinger Gebäude 7 Ansprechpartner: Daniel Vogl Tel +49 (0) 89 3809 2008 dvogl@arri.de Babette Fürbringer Tel +49 (0) 89 6499 2311 Fax +49 (0) 89 6499 3027 bfuerbringer@arri.de www.arri.com/arrimedia AS Media Bettina Nußhardt Gebäude 4 Tel +49 (0) 89 7473 4360 Fax +49 (0) 89 7473 4311 nusshardt@vip-muenchen.de avirtico GmbH Gunther Lohneis, Michael Muschler Gebäude 49 (ab 01. März 2016 Gebäude 8) Mobil +49 (0)178 6080 120 Mobil +49 (0)177 2478 337 gunther.lohneis@avirtico.de michael.muschler@avirtico.de www.avirtico.de Bavaria Entertainment GmbH Tobias Gerlach, Oliver Fuchs Gebäude 50 Tel +49 (0) 89 6499 4100 Fax +49 (0) 89 6499 4110 info@bavaria-entertainment.de www.bavaria-entertainment.de Bavaria Fernsehproduktion GmbH Jan S. Kaiser, Armin Rabe Empfangsservice Gebäude 20 Tel +49 (0) 89 6499 0 Fax +49 (0) 89 6492 507 info@bavaria-film.de www.bavaria-fernsehproduktion.de

Bavaria Film GmbH Dr. Christian Frankenstein, Achim Rohnke Empfangsservice Gebäude 20 Tel +49 (0) 89 6499 0 Fax +49 (0) 89 6492 507 info@bavaria-film.de www.bavaria-film.de Bavaria Filmproduktion GmbH Georg Höss Gebäude 20 Tel +49 (0)89 6499 3717 Fax +49 (0)89 6499 2458 info@bavaria-film.de www.bavaria-film.de Bavaria Film Interactive GmbH Lars Reckmann Gebäude 40 Tel +49 (0) 89 6499 2288 Fax +49 (0) 89 6499 3038 interactive@bavaria-film.de www.bavaria-film-interactive.de Bavariapool Services GmbH Christian Laus, Florian Kairies Gebäude 3 Tel +49 (0) 89 6499 4111 dispo@bavariapool-services.de www.bavariapool-services.de Bavaria Studios & Production Services GmbH Achim Rohnke, Friedhelm Bixschlag Gebäude 3 Tel +49 (0)89 6499 2320 Fax +49 (0)89 6499 2234 produktionsservice@bavaria-studios.de www.bavaria-studios.de Bavaria Kobolde Kinderhaus (Krippe, Kindergarten) Gebäude 16, 104 Tel +49 (0) 89 6495 8775 Fax +49 (0) 89 6495 8776 info@bavariakobolde.de www.bavariakobolde.de Bavaria Media GmbH Kino / TV Rechtevertrieb Bavaria Sonor Musikverlag Bavaria Sonor Licensing Dr. Rolf Moser, CEO Marc Lammek, COO Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 2238 Fax +49 (0) 89 6499 3723 bavaria-media@bavaria-film.de www.bavaria-media.de Bavaria Pictures GmbH Gilbert Möhler Gebäude 13 Tel +49 (0) 89 6499 3556 Fax +49 (0) 89 6499 3788 bavaria-pictures@bavaria-film.de www.bavaria-pictures.de Bavaria Production Services GmbH Achim Rohnke (Marketing und Vertrieb Michael Hilscher) Gebäude 3 Tel +49 (0)89 6499 2175 Fax +49 (0)89 6499 2234 www.bavaria-production-services.de

Bavaria Synchron GmbH Andreas Gaube Gebäude 56 Tel +49 (0) 89 6499 2860 Fax +49 (0) 89 6499 2748 andreas.gaube@bavaria-synchron.de www.bavaria-synchron.de Bayerisches Filmzentrum Wirtschaftsförderung GmbH Anja-Karina Richter Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 10 Fax +49 (0) 89 6498 1100 info@filmzentrum.net www.filmzentrum.net BioEffektiv Verwaltung GmbH Andreas Thiesmeyer Gebäude 70 Tel +49 (0) 89 9546 67990 Fax +49 (0) 89 9546 67985 thiesmeyer@bioeffektiv.com www.bioeffektiv.com biz2byte Service GmbH Jochen Plinta Gebäude 109 Tel +49 (0) 89 2000 0011 Fax +49 (0) 89 2000 0029 info@biz2byte.de www.biz2byte.de black & light GmbH Olly Hackner, Uli Maier Gebäude 19b Tel +49 (0) 89 6499 3013 Fax +49 (0) 89 6499 3019 info@blackandlight.tv www.blackandlight.tv Blackwell Management GmbH Frank Kosyk Gebäude 8 Tel +49 (0) 171 7576 338 frank.kosyk@blackwell.ch Blancke Degenhardt Schütz Filmproduktion GmbH Christian Blancke, Carsten Degenhardt, Miguel Schütz Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1882 Fax +49 (0) 89 6498 1883 info@bds-film.de www.bds-film.de www.carlton-watches.com Cine Mobil GmbH Heinz Ratzinger Gebäude 1 Tel +49 (0) 89 6499 3191 Fax +49 (0) 89 6499 2534 hr@cine-mobil.de www.cine-mobil.de Comino Beteiligungen GmbH Jörg Hoffmann Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 4951 Fax +49 (0) 89 6499 4902 jhoffmann@munichre.com Cosmopilot Pictures GmbH Ilka Kavanian Gebäude 56 offi ce@cosmopilot-pictures.com www.cosmopilot-pictures.com Creschendo Media GmbH Berthold Kraus Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1235 Fax +49 (0) 89 6498 1335 info@creschendo.de www.creschendo.de

Cumulus Media GmbH Christian Hunold Gebäude 20 Tel +49 (0) 89 6499 2140 christian.hunold@cumulus-media.de D & S Medien Danielle Fußstetter, Sabine Vöhringer Gebäude 15 Tel +49 (0) 89 6499 3399 Fax +49 (0) 89 6499 3390 dfusstetter@ d-s-medien.de svoehringer@d-s-medien.de www.d-s-medien.de Deda Versicherungsmakler E.K. Thomas Deda Gebäude 17 Tel +49 (0) 89 1228 5132 Fax +49 (0) 89 1228 5133 info@makler-deda.de www.makler-deda.de D-Facto Motion GmbH Waheed Zamani Gebäude 3 und 3a Tel +49 (0)89 6499 2221 info@d-facto-motion.de www.d-facto-motion.de DERAG Immobilienservice Stephan Spengler, Sarah Vidoni Gebäude 3a Tel +49 (0) 89 6494 330 Fax +49 (0) 89 6494 3323 info@derag.de www.derag.de D-I-E Elektro AG Thomas Maybauer Gebäude 109 Tel +49 (0) 89 6499 3369 Mobil +49 (0) 151 5273 3191 Fax +49 (0) 151 5273 3195 thomas.maybauer@die-eag.de www.die-eag.de die medienakademie AG Dr. Walther Ziegler, Christiane Hüttner Gebäude 32 Tel +49 (0) 89 6499 3001 Fax +49 (0) 89 6499 3004 christiane.huettner@diemedienakademie.de www.diemedienakademie.de DiVis GmbH Alen Grepl Gebäude 8 Mobil +49 (0) 172 8558 332 a.grepl@divis.de Dr. Frank Consulting Dr. Dieter Frank Gebäude 109 Gebäude 6? Tel +49 (0) 89 6493 669 Fax +49 (0) 89 6493 669 df.consulting@t-online.de Dreambeliever GmbH & Co. KG Johannes Funke Gebäude 49 Tel +49 (0)89 6498 1880 Fax +49 (0)89 6498 1877 post@dreambeliever.de www.dreambeliever.de DRIFE Filmproduktion GmbH & Co. KG Florian Deyle Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1181 deyle@drife.com www.drife.com


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end-effect® motion pictures artwork aexo® panorama drones Frank Ketteler Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6499 3500 Fax +49 (0) 89 6499 3501 end-effect@email.de www.end-effect.com Enterprises Sonor Musik GmbH Dr. Rolf Moser Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 2238 Fax +49 (0) 89 6499 3723 ERGO Versicherungsagentur Michael Weinzierl Gebäude 109 Tel +49 (0) 89 7770 11 Fax +49 (0) 89 7697 5011 Michael.Weinzierl@ergo.de EUREST Deutschland GmbH Salvatore Armeli Gebäude 99 Tel +49 (0) 89 6499 2607 Fax +49 (0) 89 6499 3570 eurest@bavaria-film.de Euroboden GmbH Stefan Höglmaier Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 2020 8620 Fax +49 (0) 89 2020 8630 info@euroboden.de EuroVideo Medien GmbH Daniela Pander Gebäude 33 Tel +49 (0) 89 9624 440 Fax +49 (0) 89 9624 4435 info@eurovideo.de www.eurovideo.de Eurovision Real Estate GmbH Louis Moser Gebäude 109 Tel +49 (0) 89 6499 2277 eurovisionrealestate@eurovisionrealestate.eu www.eurovisionrealestate.eu Exorka GmbH Curd Bems, Josef Daldrup Gebäude 32 Tel +49 (0) 89 4524 37911 Fax +49 (0) 89 4524 37988 info@exorka.com www.exorka.com Feinshmeker Film Isabel Gathof Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1970 isabel@feinshmekerfilm.de www.feinshmekerfilm.de Fiduciary Capital GmbH Gerlich Capital GmbH FC REF I GmbH FC REF II GmbH FC REF III GmbH Gebäude 8 Tel +49 (0) 89 6499 1900 Fax +49 (0) 89 6499 1901 gruenwald@fi duciarycapital.de www.fi duciarycapital.de Film & Entertainment VIP Medienfonds Geschäftsführungs GmbH Thilo Kleine Gebäude 19A Tel +49 (0) 89 1894 80 Fax +49 (0) 89 1894 8111 info@vip-muenchen.de www.vip-medienfonds.de

Filmallee GmbH David Lindner Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1116 Fax +49 (0) 89 6498 1316 info@ filmallee.com www.filmallee.com

gm-film münchen Mercator Mühlenprodukte Günter Landesberger Gebäude 50 Tel +49 (0) 89 9450 6991 Mobil +49 (0) 173 1926 370 info@gm-film.com www.gm-film.com

Film-Line Productions Filmproduktions GmbH Arno Ortmair Gebäude 70 Tel +49 (0) 89 6495 640 Fax +49 (0) 89 6495 6440 info@filmline.de www.filmline.de

Graf Film GmbH Klaus Graf Gebäude 19 Tel +43 (0) 4633 2992 9 Mobil +49 (0) 151 6473 0029 muc@graffilm.com www.graffilm.com

filmschaft maas & füllmich Torben Maas, Christian Füllmich Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1401 Fax +49 (0) 89 6498 1403 mail@filmschaft.de www.filmschaft.de First Movie Program Astrid Kahmke Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1107 first.movie@filmzentrum.net www.firstmovie.de Floproductions Florian Fessl Gebäude 57 Mobil +49 (0) 152 5497 7119 offi ce@floproductions.at www.floproductions.at Flowline GmbH Stephan Trojansky Gebäude 48 Tel +49 (0) 89 5404 2560 Fax +49 (0) 89 5404 2561 1 troja@scanlinevfx.com Frieder Film Anette Kraska, Vanessa Jung Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1210 Tel +49 (0) 89 6498 1211 info@friederfilm.de FTA Film- und Theaterausstattung GmbH Dr. Robert Lackner, Thomas Hissia Gebäude 137 Tel +49 (0) 89 6498 90 Fax +49 (0) 89 6498 930 mail@fta-muenchen.de www.fta-fundus.de GECKO-CAM GmbH Peter M. Bentele Gebäude 8, EG Tel +49 (0) 89 4521 8100 Fax +49 (0) 89 4521 8199 peter@gecko-cam.com www.gecko-cam.com GeoEnergie Taufkirchen GmbH & Co. KG Nikolaos Tzoulakis Gebäude 32 Tel +49 (0) 89 4524 37911 Fax +49 (0) 89 4524 37988 info@geoenergie-taufkirchen.de www.geoenergie-taufkirchen.de

Gulfstream TV Dieter von Brühl Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1456 information@gulfstream-tv.com H+P Ingenieure GmbH Niederlassung München Gebäude 70 Tel +49 (0) 89 1247 0593 0 info@huping.de www.huping.de Hawkins & Cross Bruno Fritzsche Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1640 mail@brunofritzsche.de www.brunofritzsche.de herbX film film- und fernsehproduktion gmbh Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6202 1880 info@herbx.de www.herbx.de Herz Medicalgroup Erik Herz Gebäude 88 Tel +49 (0) 89 6499 3537 Fax +49 (0) 89 6499 3571 Mobil +49 (0) 163 5588 445 info@herz-medicalgroup.de www.herz-medicalgroup.de Hollywood Cinema.tv GmbH Marco Deutsch Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1125 Fax +49 (0) 89 6498 1100 m.deutsch@hollywoodcinema.tv www.hollywoodcinema.tv Homviora Arzneimittel Dr. Hagedorn GmbH & Co. KG Gebäude 70 Tel +49 (0) 89 9219 9430 info@homviora.de IDS Interessenverband Deutscher Schauspieler Irina Wanka, RAin Kathrin Berger, Roland Kuhne-Wanka Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1136 236 Fax +49 (0) 89 6498 1136 333 info@ids-ev.eu International Film Partners IFP Entertainment GmbH Markus Vogelbacher Gebäude 19 Tel +49 (0) 89 2004 8870 welcome@film-partners.com www.film-partners.com

imagebroker.com Bildagentur Klaus-Peter Wolf Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 4209 5135 71 Fax +49 (0) 89 4209 5135 79 info@imagebroker.com www.imagebroker.com Kiddy’s Music School Erich Kowalew Gebäude 19 Tel +49 (0) 89 6499 2448 Fax +49 (0) 89 6499 2373 kontakt@kiddysmusic.de www.kiddysmusic.de lead link GmbH Oskar Schneider Gebäude 50 Tel +49 (0) 89 7263 3150 0 Fax +49 (0) 89 7263 3159 9 info@leadlink.de www.leadlink.de le petit DAYSPA Kosmetikinstitut & Hair & Make up Styling Carolin Dung Gebäude 71a (EG) Tel +49 (0) 89 6939 2269 info@lepteit-dayspa.de www.lepetit-dayspa.de www.caro-art.net Lionheart Entertainment Jürgen Hebstreit Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1290 juergen.hebstreit@lionheartentertainment.de www.lionheartentertainment.de MADE ON TV Christian Herger Gebäude 27 Tel +49 (0) 89 6499 2624 contact@made-on.tv Majestic Home Entertainment GmbH Benjamin Herrmann Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1981 info@majestic.de www.majestic.de Masterpiece e.K. Innovatives Marketing und Werbung Gebäude 50 Tel +49 (0) 89 7901 518 Fax +49 (0) 89 790 2127 Mobil +49 (0) 171 2707 770 otter@masterpiece-marketing.com www.masterpiece-marketing.com Mc Donald’s Filmtourbahnhof Gebäude 52 Tel +49 (0) 89 6493 805 www.mcdonalds.de Media Boutique Munich Alexandra Prochazka Gebäude 49 ap@mediaboutiquemunich.com www.mediaboutiquemunich.de mehappy GmbH GmbH Gebäude 3a Tel +49 (0) 89 4161 7483 info@leitwerk-medien.com www.leitwerk-medien.com


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Metis Asset Management GmbH Gunther R. Deutsch Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1610 Fax +49 (0) 89 6498 1100 deutsch@metis-am.de Metropolian Kaulbachstraße 63 GmbH & Co. KG Stefan Pfender Gebäude 19b Tel +49 (0) 89 4556 580 Fax +49 (0) 89 4556 5870 stefan.pfender@metropolian.de www.metropolian.de Milkroom Studios GmbH Robert Hoffmeister Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1900 Mobil +49 (0) 160 9808 0902 robertho@milkroomstudios.com www.milkroom.de Minerva KundenRechte Nicola Ferrarese Gebäude 109 Tel +49 (0) 89 2306 9511 1 Fax +49 (0) 89 7007 4317 mail@minerva-kundenrechte.de www.minerva-kundenrechte.de MND Drilling Germany GmbH Petr Kopecˇný, Pavel Zbonˇil Gebäude 109 Tel +420 518 315 567 Fax +420 518 357 527 info@mnd-drilling.eu www.mnd-drilling.de MR Beteiligungen AG Jörg Hoffmann Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 4900 Fax +49 (0) 89 6499 4902 jhoffmann@munichre.com MR Beteiligungen 18. GmbH Jörg Hoffmann Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 4908 Fax +49 (0) 89 6499 4902 jhoffmann@munichre.com MR ERGO Beteiligungen GmbH Jörg Hoffmann Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 4952 Fax +49 (0) 89 6499 4902 jhoffmann@munichre.com

Nominal Film Maximilian Plettau Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1404 Fax +49 (0) 89 6498 100 max@nominalfilm.com www.nominalfilm.com

rolmade filmcompany Roland Kanamüller Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1113 Fax +49 (0) 89 6498 1313 rol@rolmade.de www.rolmade.de

Stuntmac GmbH Mac Steinmeier Gebäude 124 Mobil +49 (0) 163 7886 862 Fax +49 (0) 89 2018 7763 mail@stuntmac.com www.stuntmac.com

OPEN CIRCLE MEDIA Produktions GmbH Frame Werk GmbH & Co.KG Stefan Jonas Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1431 jonas@jctrust.ch

RTL2 Fernsehen GmbH & Co. KG Hauptfirmensitz: Lil-Dagover-Ring 1 Bavariafilmplatz: Gebäude 51 Tel +49 (0) 89 6418 50 empfang@rtl2.de www.rtl2.de

Tele 5 / TM-TV GmbH & Co. KG Gebäude 39, 40 Tel +49 (0) 89 6495 680 Fax +49 (0) 89 6495 6820 0 info@tele5.de www.tele5.de

Olymp Hausbau GmbH & Co. KG Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1530 Fax +49 (0) 89 6498 1539 info@olymphausbau.de www.olymphausbau.de P.A.N. GmbH & Co. KG Jörg Hoffmann Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 4911 Fax +49 (0) 89 6499 4902 jhoffmann@munichre.com pentagramma film+verlag Rainer Erler, Renate Erler Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1428 info@rainer-erler.com www.rainer-erler.com Pictures in a Frame UG Filmproduktion Gebäude 49 Jan Gallasch, Tobias Herrmann Tel +49 (0) 89 6498 1109 Tel +49 (0) 89 6498 1466 info@picturesinaframe.de www.picturesinaframe.de PRODUCER’S FRIEND GmbH Kleindarsteller und Komparsen Marc & Konstanze Körber Gebäude 27, Studio 1 (1. OG) Tel +49 (0) 89 6809 4224 Mobil +49 (0) 176 1766 6667 marc@p-f.tv www.p-f.tv pure11 GmbH clean room consumables Gebäude 3a Tel +49 (0) 89 6499 3940 Fax +49 (0) 89 6499 3944 info@pure11.de www. pure11.de

MR Infrastructure Investment GmbH Jörg Hoffmann Gebäude 71a Tel +49 (0) 89 6499 4950 Fax +49 (0) 89 6499 4902 jhoffmann@munichre.com

Raphaela Film GmbH Eckhart Schmidt Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1304 eckhart.schmidt@r-film.de www.r-film.de

Malerbetrieb Nechansky Michael Nechansky Gebäude 109 Tel +49 (0) 881 6375 83 Fax +49 (0) 881 6375 84 Mobil +49 (0) 177 6375 830 info@team-nechansky.de

Rock Capital Group GmbH Peter G. Neumann Gebäude 3a Tel +49 (0) 89 6389 5510 0 Fax +49 (0) 89 6389 5519 9 ziesemann@rock-capital.de www.rock-capital.de

Nexxt Solutions GmbH & Co. KG Andrea Leiser Gebäude 54 / 55 Tel +49 (0) 89 4161 298 10 Fax +49 (0) 89 4161 298 19

Dr. Günter Rohrbach Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1127 rohrbach@filmzentrum.net

ScanlineVFX GmbH Thomas Zauner Gebäude 48 Tel +49 (0) 89 6499 2626 Tel +49 (0) 89 5404 2560 Fax +49 (0) 89 5404 2561 1 munich@scanlinevfx.com SIMBA Services GmbH Johannes Schnopp Gebäude 70 Tel +49 (0) 89 8563 5940 Fax +49 (0) 89 8563 5942 9 info@simba-services.de www.simba-services.de Spirit Onside Consulting GmbH Monika Volles Gebäude 8 Tel +49 (0) 89 4141 4229 0 Fax +49 (0) 89 4141 4229 9 Monika.volles@spirit-onside.com www.spirit-onside.com Spirit-Testing Software & Services GmbH Jürgen Volles Gebäude 8 Tel +49 (0) 89 4141 4229 0 Fax +49 (0) 89 4141 4229 9 juergen.volles@spirit-testing.com www.spirit-testing.com Mariam Seifert Architektin Gebäude 19 Tel +49 (0) 89 3576 2661 info@seifert-architektin.de www.seifert-architektin.de Siebensinne Filmproduktion München Felicitas Darschin, David Brenner Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1450 kontakt@siebensinne.de www.siebensinne.de Sixt GmbH & Co. Autovermietung KG Gebäude 17 Tel +49 (0) 89 6496 2141 0 Fax +49 (0) 89 1805 2229 3004 82 dt482@sixt.com www.sixt.de Sparkling Pictures GmbH & Co. KG Felix von Poser Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1750 info@sparklingpictures.com www.sparklingpictures.com

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IMPRESSUM FILM MAG Das Standortmagazin aus Geiselgasteig AUSGABE 1/2016 (#10)

HERAUSGEBER Bavaria Film GmbH Dr. Sebastian Feuß (Unternehmenssprecher) Bavariafilmplatz 7 82031 Geiselgasteig +49 (0)89 6499 3900 REDAKTIONSLEITUNG & REALISATION Marc Haug ART DIRECTION Gunther Weis REDAKTION Ana Djurasovic (Bild), Stefanie Hofhus (Anzeigen), Martin Brückle (Adressverzeichnis) GRAFIK Sandra Thoms, Leoni Schmid, Angie Fuchs AUTOREN Matthias Bastian, Thomas Ebert, Dr. Sebastian Feuß, Romain Geib, Marc Haug, Carolina Heske, Andreas Kloo, Laura Riepl Fotos: Christof Arnold, Alexander Bambach, Bavaria Film/Archiv, Kay Blaschke, Vic Dennis, Ana Djurasovic, Volker Dornberger/ Breuel Bild, Ursel Düren/dpa, Thomas Ebert, Markus Fenchel, Frederic/Geisler-Fotopress, Tobias Hase/dpa, Marc Haug, Erika Hauri, Erik Herz, Josef Hilger/Orionmuseum, Michael Hilscher, Felix Hörhager, ©iStock.com/Rommel Canlas, Boris Laewen, Benjamin Maxant, Marijan Murat/dpa, Pantaleon Films GmbH, Christian A. Rieger, Kai Schulz, Hardy Spitz, Jens Vetter, WWE KONZEPT UND LAYOUT Robert&Horst, die Agentur für Design und Kommunikation, München DRUCK G. Peschke Druckerei GmbH, München © BAVARIA FILM GMBH Nachdruck nur nach vorheriger schriftlicher Erlaubnis durch Bavaria Film. Für die Richtigkeit der Veröffentlichungen übernimmt der Herausgeber trotz sorgfältiger Prüfung keine Haftung.

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NOT- UND STÖRFÄLLE Brandmeldetechnik/Unfall Tel +49 (0) 89 6499 2333 Fax +49 (0) 89 6499 3625 feuer@bavaria-film.de Gebäude/Technik Tel +49 (0) 89 6499 2593 Tel +49 (0) 89 6499 2358 Internet/Sonderleitungen Eniz Hasic Tel: -3410 eniz.hasic@bavaria-film.de IT-Support Tel +49 (0) 89 6499 3555 Fax +49 (0) 89 6499 3355 it-benutzerservice@bavaria-film.de Sicherheit/Umwelt Andreas Wankum Tel +49 (0) 89 6499 2666 Fax +49 (0) 89 6499 2358 andreas.wankum@bavaria-film.de

STANDORT SERVICES Stromausfall Ludwig Klivar Tel +49 (0) 89 6499 2338 Tel +49 (0) 89 6499 8888 Fax +49 (0) 89 6499 3015 Mobil +49 (0) 172 8587 055 ludwig.klivar@bavaria-film.de Wolfgang Dobler Tel +49 (0) 89 6499 3405 Wasser/Heizung/Sanitär Firma Ga-tec Gebäude 103 Klaus John (Objektleiter) +49 (0) 89 6499 2562 Tomislav Saric (stellv. Objektleiter)+49 (0) 151 18 24 39 32 Büro Bavaria Frau Lippert +49 (0) 89 6499 2560 Büro NL München/Haar +49 (0) 89 4200980

Kontakte für Nutzer und Mieter des Geländes Servicenummer +49 (0) 89 6499 2307

Bauten Instandhaltung Frank Tosse Tel +49 (0) 89 6499 2667

Ansprechpartner für Produktionskunden Bavaria Studios Tel +49 (0) 89 6499 2111 produktionsservice@bavaria-studios.de Komplettangebote für produktionstechnische Dienstleistungen: Equipment, Studios und Kulissen, Postproduktion und Aufzeichnung

Objektmanagement, infrastrukturelles Gebäudemanagement Bernhard Miehling Tel +49 (0) 89 6499 2657

Betreuung von Locations, Drehgenehmigungen in den Locations Robert Eldredge, Bettina Huber Tel +49 (0) 89 6499 2334 Tel +49 (0) 89 6499 2930

Vermietung Bettina Huber Tel +49 (0) 89 6499 2930

Bauhof Alexander Reschka Tel +49 (0) 89 6499 2229

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PRESSE

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GASTRONOMIE

Presseanfragen Bavaria Film Presse + Kommunikation Dr. Sebastian Feuß Tel +49 (0) 89 6499 3900 presse@bavaria-film.de

Ausflugsziel Bavaria Filmstadt / Bullyversum Tel +49 (0) 89 6499 2000 filmstadt@bavaria-film.de www.filmstadt.de

Centro Bistro im Filmzentrum Francesca Speciale Gebäude 49 Tel +49 (0) 89 6498 1717 michael-kaempf@online.de Von 09.00 bis 17.00 Uhr Mittagstisch von 12.00 bis 15.00 Uhr

Pressebetreuung Ausflugsziel Filmstadt Christiane Kügler-Martens Tel +49 (0) 89 6499 2284

Öffnungszeiten 2016 Täglich geöffnet (auch am Wochenende und an Feiertagen), am 24. und 25. Dezember geschlossen Hauptsaison: 19. März bis 6. November 2016 09.00 bis 18.00 Uhr Letzter Einlass „Filmstadt Komplett“ um 14.30 Uhr, letzte Führung um 16.30 Uhr Nebensaison: 7. November bis 7. April 2017 10.00 bis 17.00 Uhr Letzter Einlass „Filmstadt Komplett“ um 13.00 Uhr, letzte Führung um 15.30 Uhr VIP & Eventservice Tel +49 (0) 89 6499 2885 karin.dafner@bavaria-film.de www.filmstadt.de/events

Eurest Gebäude 99 Tel +49 (0) 89 6499 2607 Fax +49 (0) 89 6499 3570 eurest@bavaria-film.de Filmstadt Restaurant (Kantine) 11.30 bis 14.00 Uhr Caffè Bar Dallucci (Bistro) Mo bis Do 07.30 bis 16.30 Uhr Fr 07.30 bis 15.30 Uhr

Mc Donald’s Filmtourbahnhof Gebäude 52 Tel +49 (0) 89 6493 805 www.mcdonalds.de Täglich von 10.00 bis 15.00 Uhr Movies Bistro Michael Stoupakis Gebäude 46 Tel +49 (0) 89 6499 3487 Fax +49 (0) 89 6499 3487 movies-bistro@gmx.de www.bavaria-film.de/movies Mo - Fr 11.00 bis 16.00 Uhr


ANFAHRT

ANFAHRT Mit S-Bahn, U-Bahn, Tram: Vom Flughafen kommend nehmen Sie die S8 bis Rosenheimer Platz und steigen in die Tram 25 um. Aus der Innenstadt können Sie die S1 bis S8 bis Rosenheimer Platz nehmen, mit der U1 bis Wettersteinplatz bzw. mit der U2 bis Silberhornstraße fahren und steigen dort jeweils in die Tram 25 um. Das Bavaria Film-Gelände liegt an der Haltestelle Grünwald / Bavariafilmplatz.

25 Max-Weber-Platz

– Großhesseloher Brücke – Grünwald

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Mit dem Auto: Von München Airport kommend fahren Sie auf der Autobahn in Richtung München. Am Autobahnkreuz München Nord weiter in Richtung Salzburg (A99). Am Autobahnkreuz Brunntal weiter in Richtung Garmisch (A995). Ausfahrt Oberhaching nehmen und weiter in Richtung Grünwald fahren. In Grünwald an der ersten großen beampelten Kreuzung Richtung München und den Bavaria Film-Hinweisschildern folgen.

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Hauptdarsteller Erdwärme Grünwald GmbH Tölzer Straße 19 82031 Grünwald Telefon: 089 / 6 20 30 85 25 Telefax: 089 / 6 20 30 85 20 Mail: info@erdwaerme-gruenwald.de www.erdwaerme-gruenwald.de

Hier muss jeder Tropfen Wasser durch, den wir aus 4.000 Meter Tiefe hochholen. Denn erst wenn der Tiefenwasserfilter seinen Job gemacht hat, geht’s weiter zum Wärmetauscher. Dort überträgt das Thermalwasser seine Wärme ans Fernwärmewasser, und dieses heizt dann verlässlich Grünwalder Haushalte, Unternehmen, Seniorenheime, Schulen, Kindergärten … und die Bavaria Film. So spielt der Tiefenwasserfilter in der Geothermie eine Hauptrolle. Und das „Stück“ hat’s in sich: dauerhaft fließende Energie aus heimischem Boden, Versorgungssicherheit, Klimaschutz und seit Ende 2014 auch grüner Strom. Fortsetzung folgt. Weitere Informationen unter www.erdwaerme-gruenwald.de


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Bavaria FilmMag 01/2016  

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