Das Heft – PH-Magazin Nr. 1 / 2019: Mehrsprachigkeit macht Schule

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SPIEL- UND LESETIPPS

UNENDLICHE GESCHICHTEN

auch englisch, französisch, spanisch und italienisch. Sie eignet sich für immersiven Sprachunterricht. «Begrabe mich, mein Schatz», Arte France, The Pixel Hunt, Playdius, 2017

Mark Weisshaupt, Lernwerkstatt SPIEL

Neun Würfel mit 54 unterschiedlichen Symbolen darauf (z.B. Turm, Schlüssel, Blume, Blitz etc.) bilden das Grund-Set der Story Cubes. Keine grosse Vorbereitung ist notwendig, das Spiel kann gleich los gehen: einmal würfeln und eine kleine Geschichte erzählen, anhand der zufällig zusammengesetzten neun Symbole – und es ist immer wieder erstaunlich, lustig und spannend, was beim Erzählen für Welten aus dem Nichts entstehen. Die Wiederspielbarkeit ist hoch – scheinbar unendlich viele Geschichten sind möglich. Ein schönes Merkmal ist die Offenheit für Heterogenität und spontane Regeländerungen (Genrevorgabe, abwechselnd weitererzählen ...). Junge Kinder und Anfänger erzählen meist nur einen Satz. Grössere und Erfahrenere können dann schon einen erzählerischen Bogen in der Geschichte spannen. Die Symbole sind auch in verschiedenen Kulturen erkennbar, sodass Kinder oder Erwachsene auch eine Geschichte in einer fremden (Mutter-)Sprache erzählen können – spontane Übersetzungen von Worten oder Sätzen liegen nahe. Ein Spiel für alle möglichen Gelegenheiten und Mitspieler/-innen und als Zeitvertreib für zwischendurch. Rory’s Story Cubes, Hutter Trade, 2016

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SPIEL ZU FLUCHT UND HOFFNUNG Judith Mathez, imedias

Die interaktive Geschichte «Begrabe mich, mein Schatz» des Kultursenders Arte greift ein hochaktuelles Thema auf. Nour, eine junge Frau, flüchtet aus Syrien und möchte nach Europa gelangen. Mit ihrem daheimgebliebenen Mann Majd bleibt sie während der Flucht via Handy-Messenger in Kontakt. Die Leserin, der Leser verfolgt die Geschichte über die Nachrichten, welche die zwei austauschen: Texte, Emojis, Bilder, Screenshots. Dabei ist es möglich, den Verlauf der Geschichte zu beeinflussen. Nour erlebt auf ihrer Reise ganz Unterschiedliches: dubiose Schlepper, eine Schlauchbootüberquerung des Mittelmeers, Flüchtlingscamps, Fremdenfeindlichkeit, aber auch Freundschaft, Solidarität und Hilfe. Die sorgfältig gestaltete App ist ab 12 Jahren freigegeben. Sie erlaubt es Schülerinnen und Schülern, die Flucht aus der Sicht von Betroffenen zu erleben. Spielt eine ganze Klasse, erleben die Schülerinnen und Schüler durch ihre individuellen Geschichtenverläufe ganz Unterschiedliches. Für die einen wird die Flucht erfolgreich verlaufen, für die anderen nicht. Diese Verläufe können anschliessend zu einem Gesamtbild rund um das Thema Flucht zusammengefügt werden. Die App ist in verschiedenen Sprachvarianten verfügbar: neben deutsch

GRANDE FAMIGLIA Maria Riss, Franziska Weber, Zentrum Lesen

«Meine ganze Familie» widmet sich der Geschichte der Menschen und wie wir alle auf irgendeine Weise miteinander verwandt sind. Gleich auf der zweiten Doppelseite findet sich ein grosser Stammbaum. Schon da wird deutlich, wie viele Leute zur eigenen Familie gehören können und wie gross das Wirrwarr wird, je weiter man in der Vergangenheit zurückgeht. Die Grosseltern kennt man ja in aller Regel noch, aber wie ist das mit den Ururgrosseltern? Was haben Opa und ich gemeinsam? Warum fühle ich mich meiner Uroma nahe, wenn ich ihre Kette trage? Alle Menschen haben ihre Wurzeln in der Vergangenheit und diese Vergangenheit bestimmt unser Leben in der Gegenwart. Junge Leserinnen und Leser wiederum werden die Zukunft und unsere Nachfahren bestimmen. Dieses grossformatige und sehr gut verständliche Sachbilderbuch lädt zum Verweilen, zum Nachdenken und