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Magazin der Fachhochschule Brandenburg 2/2013

Mehr als 250 Nachwuchswissenschaftler auf der NWK 14 Zum ersten Mal fand die Konferenz in Brandenburg/Havel statt

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Bewegende Momente im Audimax Prof. Dr-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui wird neue Präsidentin

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Von der Idee zur gemeinsamen Sache „Vielfalt in Studium & Lehre“ – das FHB-Projekt im Qualitätspakt Lehre

34 Aus der Ferne in die Ferne Weltbürger an der FHB

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Liebe Leserinnen und Leser, hier ist sie, die zweite Ausgabe unseres neuen INFOCUS im neuen Design, mit neuem Konzept und vor allem mit vielen Highlights aus dem Jahr 2013. Besonders gelungen finde ich in diesem Heft die Portraits erfolgreicher Absolventinnen unserer Fachhochschule auf Seite 10. Interessante Frauen, die eine beeindruckende Karriere machen. Frauen, die sich trauen. Ich hoffe, Sie haben ein Smartphone mit QR-Code-Reader. Noch viel bewegender und persönlicher als die Geschichten auf dem Papier sind nämlich die Geschichten unserer Absolventinnen im Film, die sich hinter den QR-Codes verbergen und der Imagefilm für die Hochschule, den wir aus den Interviews erstellt haben. Den Reader können Sie dann auch gleich für unseren Film über die Nachwuchswissenschaftlerkonferenz NWK 14 bei uns an der Fachhochschule Brandenburg nutzen. Mehr als 250 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ost- und mitteldeutscher Fachhochschulen waren bei uns zu Gast und haben ihre Arbeiten präsentiert. Ein Schwerpunktthema der Veranstaltung war „Promovieren an Fachhochschulen“. Auch dazu finden Sie interessante Informationen und Hintergründe in unserem Beitrag. Ebenso lesenswert sind die Geschichten „Die Zukunft fährt emissionsfrei“ und „Schlaflos in Amsterdam“ oder das Interview mit Deutschlands bekanntestem Hacker, Felix Lindner. Er war auf dem Security Forum bei uns zu Gast. Ich hoffe, Sie sind jetzt neugierig geworden, und wünsche Ihnen viel Spaß beim Blättern, Lesen und Schauen. Ihre

Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui Präsidentin der Fachhochschule Brandenburg

Focus

Studieren

Bewegende Momente 4 im Audimax Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui wird neue Präsidentin

Von der Idee zur 34 gemeinsamen Sache „Vielfalt in Studium & Lehre“ – das FHB-Projekt im Qualitätspakt Lehre

Schritt für Schritt Die Ziele der FHB

Keine Angst vor Mathe! Interview mit Dr. Rainer Wulfert und Mirco Schoening

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Das Mechatroniklabor für zu Hause Berufsbegleitend studieren

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Wo stehen wir, wo geht es hin? Studieren ohne Abitur

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„Traut Euch!“ 8 Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui über erfolgreiche Frauen Frauenkarrieren heute Erfolgreiche Absolventinnen

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Forschen Mehr als 250 Nachwuchs- wissenschaftler auf der NWK 14 Zum ersten Mal fand die Konferenz in Brandenburg/Havel statt

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Die Zukunft fährt emissionsfrei Fachtagung „Vision Null Emission“

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Bahn frei! Interview mit Student mit Bahn-Stipendiat Maik Hillenbrand 22

FX Interview mit Felix „FX“ Lindner

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Wissenschaft am Polarkreis 26 Wissenschaftliche Tagung „Light and Color in Nature“ in Fairbanks 28

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Kleine Meldungen

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Aus der Ferne in die Ferne Weltbürger an der FHB

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Wir machen Karrieren Der Career Service als Schnittstelle zwischen Studium und Beruf

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Gründung innovativ Zwei Teams mit „kulinarischen“ Alleinstellungsmerkmalen

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Herzlich willkommen an der FHB… 60 Bilder vom Tag der offenen Tür Kleine Meldungen

Projekte Interessante Projekte an der Fachhochschule Brandenburg

Schlaflos in Amsterdam SAP TechED Konferenz

Leben

#merkelphone 8. Security Forum an der Fachhochschule Brandenburg

Kleine Meldungen

Learning By Doing 44 Forschungs- und Projektstudium im Fachbereich Informatik und Medien

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30 Persönliches 64 Alumni, Mitarbeiter Impressum 66 Zu guter Letzt

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Focus

Bewegende Momente im Audimax

Text Heide Traemann Fotos Reinhard & Sommer

Sie ist geradeheraus, offen, voller Elan und Energie – Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui ist seit dem 1. April die neue Präsidentin der Fachhochschule Brandenburg. Bei der offiziellen Feier zur Amtsübergabe standen ihr einige Male die Tränen in den Augen. Vor Rührung – aber auch vor Lachen.


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Anfang Mai wurde im Audimax der Staffelstab im Rahmen eines Festaktes übergeben. Mit dabei: unter anderem Bildungsministerin Prof. Dr.- Ing. Dr. Sabine Kunst, Brandenburgs Oberbürgereisterin Dr. Dietlind Tiemann und natürlich auch Dr. Hans Georg Helmstädter. Der Präsident a. D. nutzte die Gelegenheit, seinen wichtigsten Wegbegleitern in seiner gewohnt lockeren, witzigen und charmanten Art zu danken – gerade auch dem Hochschulkanzler Steffen Kissinger, der eine „unglaubliche Arbeitslast“ stemme. Äußerst amüsant nahm er dann die bürokratischen Abläufe der Hochschule aufs Korn. Und er attestierte der Fachhochschule nachträglich eine hohe Risikobereitschaft, dass sie ihm einst den Spitzenjob an der FHB zutraute – als externer mit wenig Führungserfahrung und vor allem ohne Professorentitel. Er sei stolz darauf, wie es der FHB in den vergangenen Jahren gelungen sei, sich weiter zu entwickeln, so Helmstädter. Dass ihm das gelungen ist, bescheinigte Wissenschaftsminsterin Sabine Kunst dem Präsidenten a. D. Die Ministerin lobte, wie die FHB ihre Forschungsarbeit in den vergangenen Jahren ausgebaut habe und wie sie erfolgreich gewesen sei mit den vom Bund geförderten Projekten zu „digitalen Fingerspuren“ und dem „E-Government-Community-Management“. Die neue Präsidentin stellte Sabine Kunst als erfahrene und kompetente Persönlichkeit, Wissenschaftlerin und Wissenschaftsmanagerin vor, von der eine Förderung von Frauen in den Ingenieurwissenschaften zu erwarten sei.

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Focus

Passend zum Motto der Veranstaltung „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme“ übergab Hans Georg Helmstädter seiner Nachfolgerin einen Staffelstab, vom Fachbereich Technik eigens designt und hergestellt. Vielen Dank noch einmal an die Kollegen der Werkstatt! Der Präsident a. D. erhielt von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als Dank eine Bildercollage und einen eigenen, persönlichen Infocus – und war sichtbar sehr gerührt. Burghilde Wieneke-Toutaoui betonte, dass sie die Fachhochschule Brandenburg in einem sehr guten Zustand übernehme: „Ich bedanke mich bei Hans Georg Helmstädter dafür, dass er mir eine Hochschule übergibt, die natürlich nicht perfekt ist, aber einen guten Stand in der Stadt, der Region, dem Land und auch überregional hat. Eine Hochschule, die in ihren Laboren eine sehr gute Ausstattung vorweisen kann, deren Studierende sehr zufrieden mit ihren Studienbedingungen sind, wie die Rankings zeigen, und an der viele Kollegen auch in der Forschung äußerst aktiv sind.“ Als Herausforderung sieht sie es an, die FHB trotz des demographischen Wandels zu stärken und neben Berlin und Potsdam zu behaupten. Sie bekannte sich zu durchlässigen, berufsbegleitenden und praxisorientierten Studienangeboten mit stärkerer internationaler Prägung. „Die Mission für unsere Hochschule kann mit den drei „T“ nach Richard Florida, einem US-amerikanischen Ökonomen und Hochschullehrer, beschrieben werden“, so Burghilde Wieneke-Toutaoui: „Nur wenn wir

Nur wenn wir technologisch vorne bleiben, Talente richtig einsetzen und aufgeschlossen bleiben, können wir unseren Erfolg sichern. Prof. dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui

technologisch vorne bleiben, unsere Talente richtig einsetzen und fördern und Neuem gegenüber aufgeschlossen bleiben und vielfältige Lebens- und Bildungswege unterstützen, können wir unseren Erfolg langfristig sichern.“ Auch die Ziele der Hochschule stellte sie in ihrer Rede heraus: Die Verbesserung der Erfolgsquote, die erfolgreiche Gestaltung der Durchlässigkeit und das Einwerben von mehr Forschungsdrittmitteln. Um diese Ziele zu erreichen, wird die FHB ein entsprechendes Kennzahlensystem aufbauen und einige Abläufe in der Hochschule neu gestalten. Projekte wie Career Service, Gründungszentrum, Studium lohnt oder die Präsenzstellen sollen besser in die Hochschule verankert werden. Unterstützt wird sie hier vor allem vom Vizepräsidenten für Lehre und Internationales, Prof. Dr. Andreas Wilms. Er ist seit Juni 2013 im Amt und kümmert sich zunächst um das Kennzahlensystem und alle Themen rund um die Qualität der Lehre. Prof. Dr. Andreas Wilms ist seit August 2012 Professor für Allgemeine BWL, insb. Finanzmanagement am Fachbereich Wirtschaft. Zuvor war er Berater bei der Boston Consulting Group. Mit Prof. Dr. rer. nat. Arno Fischer, Kanzler Steffen Kissinger und den Dekanen der drei Fachbereiche Prof. Dr.-Ing. Susanne Busse, Prof. Dr. rer. nat. Christian Zehner und Prof. Dr. Hartmut Heinrich ist das Präsidium der Fachhochschule Brandenburg komplett.  


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Schritt für Schritt Text Heide Traemann Zwei starke Frauen: Die neue Präsidentin der Fachhochschule Brandenburg und Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann

Wir übernehmen Verantwortung für die Fachkräftesicherung in der Region. Prof. dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui

„In den ersten Wochen haben wir intensiv über die Ziele der Fachhochschule Brandenburg diskutiert, als Grundlage für den Hochschulvertrag, den wir erstmals mit dem Ministerium abschließen müssen“. Wir, das ist hier in erster Linie das Präsidium mit den Dekanen der Fachbereiche. Wichtig bei der Erarbeitung der Ziele: sie sollen überschaubar, verständlich und messbar sein. Nicht nur im Präsidium wurden die Ziele diskutiert, auch die Professorinnen und Professoren wurden im Rahmen eines Workshops einbezogen, weitere Informations- und Diskussionsrunden folgten und werden noch folgen. „Die Diskussion zu den Zielen der Fachhochschule Brandenburg – und wie wir diese Ziele erreichen – ist noch lange nicht abgeschlossen. Eigentlich ist es ein laufender Prozess. Denn wenn wir die ersten Ziele erreicht haben, können wir uns wieder neuen Aufgaben stellen. Aber auch erst dann“, so Burghilde Wieneke-Toutaoui. Und sie betont: „Wir dürfen uns nicht verzetteln und nie zu viele Ziele auf einmal angehen. Das funktioniert nicht. Wir müssen Schritt für Schritt vorgehen“. Die ersten Schritte sind getan: Die Kennzahlen werden unter der Federführung vom Vizepräsidenten für Lehre und Internationales, Prof. Dr. Andreas Wilms erarbeitet. Und schon etwas sichtbarer: Die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Marketing sowie das Projekt „Studium lohnt“ und die Präsenzstelle Prignitz bilden künftig ein Team. Sie arbeiten schon jetzt eng zusammen. Das Ziel ist ein einheitlicher Auftritt der Fachhochschule Brandenburg und weniger Belastung für die Kolleginnen und Kollegen – es ist immer Unterstützung da.

Die Ziele der FHB - Abschlussquote steigern - Anzahl nicht-traditioneller Studierender erhöhen - Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen - Mehr Mittel für Forschung und Techno logietransfer einwerben

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Die feierliche Amtseinführung fand gut einen Monat nach dem Beginn der Amtszeit statt. Da steckte die neue Präsidentin schon mitten drin in ihrer neuen Aufgabe ...

Die enge Zusammenarbeit mit allen anderen Bereichen der FHB bleibt selbstverständlich erhalten. Weitere Schritte folgen – abhängig von den bilateralen Hochschulverträgen, die Brandenburgs Hochschulen mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur derzeit aushandeln. Hier wird festgehalten, in welche Richtung sich die Hochschule in den kommenden Jahren entwickeln soll, welche Schwerpunkte sie setzen wird und welche Mittel dafür zur Verfügung stehen – festgelegt bis zum Jahr 2018. Im Fokus der Präsidentin stehen hier Projekte wie Career Service, FHB Transfer und Gründungszentrum. Auch sie sollen besser und nachhaltig in die FHB integriert werden. Weitere Schwerpunkte sind die Weiterentwicklung des Studienangebotes und der Internationalisierung der FHB. Die neue Präsidentin ist zuversichtlich: „Mit dem Hochschulvertrag wurde ich schon etwas ins kalte Wasser gestoßen. Die vielen Gespräche hier mit Kolleginnen und Kollegen aus allen Bereichen und über alle Ebenen hinweg, mit Studierenden und mit Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums haben mir sehr geholfen beim Schwimmen lernen. Ohne diese Unterstützung wäre das nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.“ Die Gespräche, der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen sind ihr auch weiter wichtig. Am liebsten beim gemeinsamen Mittags-Spaziergang auf dem Campus, mit einer kleinen Zigarette. Es sind noch Termine frei. „Wir übernehmen Verantwortung für die Fachkräftesicherung und den Technologietransfer in unserer Region.“ Mit diesem Satz beginnt nicht nur die Präsentation der FHB. Das ihre Aufgabe – ihre Mission. Daran wird die Fachhochschule Brandenburg gemessen. Davon leiten sich auch die Ziele der Hochschule ab.  


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Focus

„Traut Euch!“ Wer wissen will, was die neue Präsidentin der Fachhochschule Brandenburg antreibt, sollte den folgenden Text lesen. Christine Krüger hat Burghilde Wieneke-Toutaoui in die Liste erfolgreicher Frauen aufgenommen und für ihr Projekt „Weiblich und erfolgreich – Studium lohnt“ gewonnen, mit einem Rollup für die Ausstellung und folgendem Beitrag im Magazin: Text Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui Foto Bettina Flitner

Vita Burghilde Wieneke-Toutaoui: Geboren und aufgewachsen ist Burghilde Wieneke-Toutaoui in Dülmen. Mit 17 Jahren zog es die Westfälin zum Maschinenbau-Studium an die TU Berlin. Ihre berufliche Karriere begann sie am renommierten Fraunhofer-Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin. Dort promovierte sie im Jahr 1987. Drei Jahre später wurde sie von der Beuth-Hochschule für Technik Berlin (damals noch die TFH Berlin) zur Professorin berufen. Von 2003 bis 2011 war sie dort Vizepräsidentin für Studium und Lehre. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Optimierung von Prozessen. Eigentlich in der Fertigung – aber auch privat hat die Mutter dreier Kinder das Prinzip umgesetzt. Vier Jahre nach der Geburt ihrer Tochter kamen ihre Zwillinge zur Welt. Ihre drei Kinder sind heute erwachsen. Neben Hochschulpräsidentin und Mutter ist Burghilde Wieneke-Toutaoui seit April auch Vorsitzende des VDI-Bezirksvereins Berlin-Brandenburg – die erste Frau an der Spitze des Vereins. Und sie ist Vorsitzende des VDI-Netzwerkes „Frauen im Ingenieurberuf“. Zwei Aufgaben, die ihr ebenfalls sehr am Herzen liegen.

Als Präsidentin der Fachhochschule Brandenburg bin ich in einer Position, die für mich sehr geeignet ist. Ich fand schon immer, dass es besser ist, aktiv dabei zu sein und zu gestalten, als passiv etwas zu erdulden. In einer Führungsposition kann ich Entscheidungen treffen, formen, meine Erfahrungen einbringen und hinterher sagen: „Das habe ich gemacht!“ Mein besonderes Anliegen als Präsidentin ist es, Studienbedingungen so zu gestalten, dass flexibles Studieren möglich ist. Mit vielfältigen Studienformaten wie Teilzeitstudienformen, berufsbegleitendes Studieren oder Studieren ohne Abitur erhalten mehr Menschen Zugang zum Studium und bestenfalls zu einem erfolgreichen Berufsweg. OHNE EIN STUDIUM WÄRE MEINE KARRIERE NICHT MÖGLICH GEWESEN Zum Studium bin ich durch das Leben meiner Mutter motiviert worden. Sie hat ganz früh als junge Witwe ohne abgeschlossene Berufsausbildung mit fünf Kindern allein dagestanden. Weil ich als Kind diesen sozialen Abstieg miterlebt habe, wollte ich nur einen Beruf ergreifen, von dem ich mich ernähren kann. Ein Studium bot dafür die beste Grundlage. Für meine Mutter war absolut klar, dass ihre fünf Kinder studieren würden – sie hat so ein Urvertrauen in uns gehabt. Zudem gab es damals in Nordrhein-Westfalen vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten: Schüler-Bafög, Arbeitsmöglichkeiten für Schüler, Bafög. Es gab nie die Sorge, aus finanziellen Gründen nicht studieren zu können.

Karriere kann Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen. Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui

Ich wollte also einen sicheren Arbeitsplatz, der mit Menschen zu tun hat. Zudem beschäftigte ich mich gerne mit Maschinen. In den Ferien habe ich bei einem Reparaturbetrieb ausgeholfen. Mit diesen Vorstellungen habe ich in den berufsinformierenden Heften vom Arbeitsamt alles durchgestrichen, was für mich nicht in Frage kam. So blieben drei Studiengänge: Informatik, Elektrotechnik und Maschinenbau. Da habe ich gedacht: „Maschinenbau, das ist gut verständlich. Da sieht man, was sich dreht und bewegt.“ Seit dem Studium beobachte ich, dass Studentinnen bevorzugt in der Examenszeit schwanger werden. Sie stehen kurz vor dem Übergang in die Berufswelt und sagen: „Jetzt muss ich erst mal zu Hause bleiben.“ Es scheint wie eine Flucht, ein Ausweichen vor den neuen Herausforderungen. Sie erschweren sich den Weg in das Berufsleben und verbauen sich schlimmstenfalls Karrieren. Doch gerade Karriere kann eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie leichter ermöglichen. Je anerkannter Frauen in ihrem Beruf erst mal sind und je weiter sie aufgestiegen sind, desto mehr Möglichkeiten haben sie hinsichtlich Kinderbetreuung und flexibler Arbeitsformen. Wenn ich am Band stehe, kann ich nicht einfach nach Hause gehen. Aber als Professorin kann ich mich zwischendurch um die Kinder kümmern, solange meine Arbeit exzellent erledigt ist. Diese Aufgaben kann ich auch abends oder nachts erledigen. Generell möchte ich sagen: Traut Euch! Traut Euch, den Mund aufzumachen und traut Euch, wieder aufzustehen, wenn Ihr mal hingefallen seid! Traut Euch ein Studium und einen anspruchsvollen Beruf zu! Und traut Euch Familie zu!  


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Mein Anliegen ist es, Studienbedingungen so zu gestalten, dass flexibles Studieren mรถglich ist. Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui

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Focus

Frauenkarrieren heute Erfolgreiche Frauen gibt es an der Fachhochschule Brandenburg nicht nur an der Spitze. Aber was wird eigentlichen aus unseren Absolventinnen? Diese Frage haben wir in den Fachbereichen gestellt und drei beeindruckende Frauen gefunden.

Schön ist es, wenn die Studierenden Hinweise annehmen und sich weiterentwickeln. Katja Orlowski

Text Heide Traemann Fotos SKB

Katja Orlowski zum Beispiel. 2006 DiplomInformatikerin (FH), 2009 ihren Master of Science, heute akademische Mitarbeiterin im Fachbereich Informatik und Medien und Trainerin im Sportverein. Geräteturnen. Was sie antreibt? „Schön ist es, wenn die Studierenden oder die Jungs die Hinweise annehmen und sich weiterentwickeln. Wie sie Erfahrungen sammeln“, so Katja Orlowski. Sie ist mit ihrem Studium und ihrer Arbeit heute glücklich: „Ich habe mein Studium durchgezogen, haben einen Arbeitgeber gefunden, habe hier einen Arbeitsplatz, bei dem ich mich sehr wohl fühle, habe nette Kollegen, arbeite mit Studenten zusammen, habe meine Freiräume, kann kreativ sein.“ Ihr Fazit: „Ich würde es wieder so machen“.


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Ich bin in meinem Beruf angekommen. Jeannine Witt-Jentsch

Oder Jeannine Witt-Jentsch. Sie ist Kauffrau für Grundstücks- und Wohnungswirtschaft, seit 2008 Diplom-Betriebswirtin (FH) und heute Eventmanagerin bei der DB Station & Service AG. Dort ist sie für Marketingmaßnahmen für die Berliner Bahnhöfe zuständig. Ausstellungen beispielsweise oder Plakataktionen. In ihrem Job ist sie glücklich. Dabei wollten Jeannine Witt-Jentsch eigentlich gar nicht studieren: „Es war damals schwer, eine Arbeitsstelle zu finden“, so Jeannine WittJentsch. „Da habe ich mich dann entschlossen, das Studium hier zu beginnen.“ Und warum Brandenburg? Die Stadt gefällt ihr. Und: Die Fachhochschule hat landesweit einen sehr guten Ruf. Nicht nur beruflich, auch privat ist sie mit ihrer Entscheidung mehr als zufrieden. Während des Studiums hat sie viele Freunde gefunden. Und sie hat an der FHB ihren Mann kennengelernt. „Ich bin in Brandenburg angekommen, ich bin in meinem Beruf angekommen“ – besser kann man es wohl nicht sagen.

Ich würde nicht hier sitzen, wenn ich nicht diese gute Zeit an der FHB gehabt hätte. Dr. Manuela Junghähnel

Aus dem Fachbereich Technik Dr. Manuela Junghähnel. Sie war eine der ersten FHBAbsolventinnen der Technischen Physik. Heute arbeitet sie beim renommierten Fraunhofer Institut FEP in Dresden als Senior Scientist. Dort beschäftig sie sich insbesondere mit der Dünnschichtbeschichtung von Glas. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Kunden des Institutes und verantwortlich für die Betreuung der Studenten. Sie sieht ihren Beruf als Berufung. Das Studium an der FHB hat wesentlich dazu beigetragen: „Ich würde nicht hier sitzen, wenn ich nicht diese gute Zeit gehabt hätte. Ich bin jetzt 15 Jahre hier und habe diese Entscheidung nicht bereut“. Drei erfolgreiche Frauen – und drei tolle Geschichten die zeigen: Studieren an der FHB zahlt sich aus. 

Mehr Informationen www.fh-brandenburg.de/gba0.html Links zu den Filmen K. Orlowski

J. Witt-Jentsch

Dr. M.  Junghähnel

Ausstellung

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Forschen

Text Heide Traemann Fotos FHB

Mehr als 250 Nachwuchswissenschaftler auf der NWK 14


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Die Nachwuchswissenschaftlerkonferenz NWK gibt jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ost- und mitteldeutscher Fachhochschulen die Möglichkeit zur Präsentation der eigenen Arbeiten und zum wissenschaftlichen Austausch. Die Konferenz fand in diesem Jahr zum 14. Mal mit Vertretern aus 15 Fachhochschulen statt und war dabei das erste Mal in Brandenburg an der Havel zu Gast.

Auf dem Programm standen insgesamt 74 Vorträge zu Themen wie: „Entwicklung einer orthogonalen Steuerarchitektur für ein autonomes Segelboot“, „Die Analyse der Prozessebene in Public Private Partnerships“ oder zur Frage „Sind Online-Spiele eine Gefahr für Studierende?“. Hinzu kamen 51 wissenschaftliche Poster. „Es ist toll zu sehen, wie sich die NWK Jahr für Jahr weiterentwickelt. Es waren spannende und auch sehr anspruchsvolle Präsentationen, die wir hier gehört und gesehen haben“, so Vizepräsident und Konferenzleiter Prof. Dr. Arno Fischer. „Allein die Zahl der Teilnehmer zeigt: Die Konferenz ist wichtig. Deshalb freue ich mich, dass die nächste Konferenz garantiert stattfinden wird – und zwar in Magdeburg an der Hochschule Magdeburg-Stendal. Ich wünsche den Veranstaltern viel Spaß und Erfolg.“

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Forschen

Ein zentrales Thema der Veranstaltung NWK 14 sind die Promotionsmöglichkeiten für Absolventinnen und Absolventen an Fachhochschulen. Denn allgemein gilt: Fachhochschulen bilden für die Praxis aus, Universitäten für die Wissenschaft. Und wenn FachhochschulAbsolventinnen und Absolventen promovieren wollen? Dann wird es schwierig – aber nicht unmöglich. An der Fachhochschule Brandenburg gibt es an allen drei Fachbereichen Doktorandinnen und Doktoranden, allein vier im Rahmen des Forschungskollegs Digi-Dak+, eines von bundesweit nur sieben kooperativen und themenzentrierten Promotionskollegs, die das Bundesforschungsministerium BMBF fördert. Mit den bundesweit sieben kooperativen Forschungskollegs, die das Bundesforschungsministerium BMBF fördert, soll sich das Promotions-Verhältnis zwischen Fachhochschulen und Universitäten deutlich verbessern. Ziel ist eine strukturierte Promotion begabter Absolventinnen und Absolventen an Fachhochschulen. „In kooperativen Promotionsprogrammen, die von den Hochschulen selbst vereinbart werden, muss der Promotionszugang für Absolventinnen und Absolventen von Fachhochschulen transparent ausgestaltet werden. Darüber hinaus muss die Betreuung der Promovierenden aus der Fachhochschule durch ausgewiesene Fachhochschulprofessorinnen und -professoren sowie deren Beteiligung an den Promotionsverfahren als gleichberechtigte

Die Betreuung an Fachhochschulen ist besser, weil sich die Professoren nicht um zahlreiche Promotionen parallel kümmern müssen. Agnes Widjaja

Anwendungsorientierte Forschung an Fachhochschulen gewinnt an Bedeutung. Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui

Gutachterinnen und Gutachter sowie Prüferinnen und Prüfer sichergestellt werden“, so der Wissenschaftsrat in seinen Empfehlungen zur Rolle der Fachhochschulen im Hochschulsystem im Jahr 2010. Und weiter: Die Forschung der Promovierenden aus der Fachhochschule solle zu einem wesentlichen Teil auch der Weiterentwicklung der Forschung an der Fachhochschule zugutekommen. „Die anwendungsorientierte Forschung an Fachhochschulen gewinnt zunehmend an Bedeutung, für die Regionen und die hier ansässigen Unternehmen, für die Aktualität der Lehre an den Hochschulen, für die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses und nicht zuletzt die Profilierung der Hochschulen“, so die Präsidentin der Fachhochschule Brandenburg, Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui. „Die Fachhochschule Brandenburg hat in ihren drei Fachbereichen fünf Forschungsschwerpunkte definiert, die zu den Forschungsaktivitäten der anderen Brandenburger Hochschulen komplementär sind: Anwendung von Informatik und Medien in der Medizin, Unternehmenssicherheit, Innovationsmanagement, Energieeffizienz technischer Systeme und Robust Engineering. Mit acht Forschungsprofessuren nimmt die FHB einen Spitzenplatz unter den Brandenburger Fachhochschulen ein und baut mit diesen Professuren ihr Forschungspotential aus.“


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Frauenförderung bei Promotionen Das Professorinnenprogramm des BMBF unterstützt auch Fachhochschulabsolventinnen bei der Promotion, beispielsweise durch Promotionsstipendien – aus Sicht der Politik ein Wirtschaft unter anderem mit den Universiwichtiger Schritt, um den Anteil von Professo- täten Leipzig, Magdeburg und Potsdam. Und: rinnen an Universitäten und Fachhochschulen der Fachbereich beteiligt sich aktiv an einer mittel- und langfristig zu erhöhen. Initiative, die den hochschulweiten InformaAgnes Widjaja ist eine von Ihnen. Ihren tions- und Erfahrungsaustausch aller an der Master hat sie an der Technischen Universität Fachhochschule Brandenburg tätigen PromoBerlin gemacht. Ihre Doktorarbeit schreibt sie tionsstudierenden erleichtern soll – zum Beian der Fachhochschule Brandenburg. Betreut spiel mit einem Portal mit wichtigen Informatiwird sie von Prof. Dr. Katharina Löwe. „Das on, Tagungen und Terminen. Weitere Hilfe auf ist eine tolle Chance, anwendungsorientiert dem Weg zum Doktortitel gibt es durch Inforzu promovieren, insbesondere in den MINT- mationsveranstaltungen für Unentschlossene, Fächern“, betont Widjaja. „Die Betreuung an persönliche Beratungen und einem regelmäFachhochschulen ist meiner Erfahrung nach ßig stattfindenden Doktoranden-Kolloquium. wesentlich besser, weil sich die Professorinnen Die Präsidentin unterstützt die Aktivitäten: und Professoren nicht um zahlreiche Promoti- „Kooperative strukturierte Promotionsverfahren können das Zukunftsmodell zu Promotionen parallel kümmern müssen.“ Da die Fachhochschule eine kleine Hoch- onsverfahren für Fachhochschulabsolventen, schule ist, sei die Beziehung zu Betreuern, Kol- so Wieneke-Toutaoui. Die Basis für eine erfolgreiche Promotion leginnen und Kollegen sowie zu Studierenden enger. Dies schaffe eine tolle Arbeitsatmos- wird in allen drei Fachbereichen der Fachphäre. „Man wird weniger allein gelassen mit hochschule Brandenburg bereits im Bachelorund Masterstudium gelegt. Schwerpunkt der seinen Fragen“. Über diese genannten Programme hin- Nachwuchsförderung ist projektorientiertes aus sind Professorinnen und Professoren der Arbeiten. Dient das projektorientierte StudiFachhochschule Brandenburg in Promoti- um zu Beginn des Bachelorstudiums vor allem onsverfahren eingebunden – im Fachbereich der Sozialisierung und Teambildung, steht im Masterstudium die wissenschaftliche Bearbeitung von Forschungsfragen im Vordergrund. Mit FH-Abschluss zum Doktortitel – das ist trotz aller Bemühungen aber noch immer ein steiniger Weg.

Es ist vorgesehen, dass Doktoranden auch an Fachhochschulen eingeschrieben sein und FH-Professoren zu Gutachtern und Prüfern bestellt werden können. Prof. Dr.-Ing. Sabine Kunst

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Forschen

VERLÄSSLICHE PERSPEKTIVEN? OFT FEHLANZEIGE „Umso entscheidender ist die frühzeitige Organisation des Promotionsvorhabens“, so Christian Schminder. Er schreibt derzeit seine Doktorarbeit im Fach BWL. „Meiner Erfahrung nach steht hierbei insbesondere der intensive Austausch mit Professoren und anderen Ansprechpartnern im Vordergrund. Im besten Fall werden interessante Forschungsfelder zeitnah identifiziert, frühzeitig die Voraussetzungen kollegialer Zusammenarbeit zwischen Betreuer und Doktorand eingeschätzt und formelle Hindernisse mit ausreichend Vorlauf angegangen.“ Grundsätzlich gilt: Die staatlichen Fachhochschulen in Deutschland haben kein Promotionsrecht. So sprechen die Zahlen auch für sich: Pro Jahr schließen in Deutschland rund 25.000 Doktorandinnen und Doktoranden eine Promotion ab. Von ihnen stammen aber nur gut 500 von einer Fachhochschule. Vollständige Zahlen zu den erfolgreichen Promotionen nach einem Fachhochschulabschluss gibt es nicht – aber Informationsmaterial mit eingeschränkter Aussagekraft. So führt die Hochschulrektorenkonferenz seit dem Jahr 1996 im Abstand von drei Jahren eine Umfrage unter den promotionsberechtigten Fakultäten und Fachbereichen der deutschen Hochschulen durch, um den Stand der Promotionen von FachhochschulabsolventInnen zu erheben. Die jüngste Erhebung wurde im November 2012 für die Prüfungsjahre 2009, 2010, 2011 durchgeführt. Die Ergebnisse werden voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2013 veröffentlicht.

Im besten Fall werden frühzeitig interessante Forschungsfelder identifiziert, die Voraussetzungen der Zusammenarbeit eingeschätzt und formelle Hindernisse angegangen. Christian Schminder, Doktorand BWL

Die Umfrage, die für die Prüfungsjahre 2006, 2007, 2008 durchgeführt wurde, belegt, dass immer mehr FachhochschulabsolventInnen promovieren und dass die Zahl der erfolgreich abgeschlossenen Promotionen kontinuierlich steigt. In den Ingenieur- und den Naturwissenschaften sind die FH-AbsolventInnen besonders erfolgreich. Ein Trend, der nach der Bologna-Reform nicht aufzuhalten ist. Brandenburgs Bildungsministerin Sabine Kunst will kooperative Promotionsverfahren deutlich stärken: „Im Rahmen der Gesamtnovellierung des Brandenburgischen Hochschulgesetzes ist vorgesehen, dass bei kooperativen Promotionen Doktoranden auch an Fachhochschulen eingeschrieben sein können und Fachhochschulprofessoren zu Gutachtern und Prüfern bestellt werden sollen.“  

Weiterführende Links Broschüre „Promovieren mit Fachhochschulabschluss“ www.hs-hannover.de/fileadmin/media/ doc/gb/Publikationen/Broschuere_Promovieren_Downloadversion_01.pdf „Promotionsführer für Fachhochschulabsolventen“ www.hochschule-trier.de/fileadmin/ groups/12/Fernstudium/PDFs/Login_ Studierende/Promotionsfuehrer.pdf Mehr von der Nachwuchswissenschaftlerkonferenz NWK 14 an der FHB hier:


Unsere Kollektion im FHB-Onlineshop fh-brandenburg.spreadshirt.de


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Fachtagung „Vision Null Emission“

Die Zukunft fährt emissionsfrei


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Als Standort für Eisenbahntechnik kann Kirchmöser – heute Ortsteil der Stadt Brandenburg an der Havel – auf eine lange Tradition zurückblicken. Dass sich der Ort auch für den visionären Blick in die Zukunft eignet, bewies im Juni ein Expertentagung zur „Vision Null Emission“.

Die Energiewende, Klimaziele und damit ein- Doch bedeutet E-Mobilität nicht CO2-freies hergehend steigende Energiekosten stellen Fahren. Lediglich lokal fielen keine Emissioden Schienensektor vor neue Herausforde- nen an, so der wichtige Hinweis von Dr. Joarungen. Fragen der Energieeffizienz und des chim Winter. „Das Klima wird es schon noch sparsamen Umgangs mit Energie werden zu merken, auch wenn wir elektrisch unterwegs entscheidenden Faktoren für die Zukunft der sind“, erklärte der Leiter des Projektes Next Branche. Generation Train (NGT) beim Vor diesem Hintergrund diskuDeutschen Zentrum für Luft- und tierten rund 80 EisenbahnexperRaumfahrt (DLR). Entscheidend ten mit namhaften Referenten ist natürlich, aus welcher Quelle der Strom, der dem Antrieb dient, über die Entwicklung emissides Bahnverkehr gewonnen wird. onsarmer und energieeffizienter bereits auf elektriIn einem neuen ForschungsproKomponenten und Antriebssysfizierten Strecken teme im Schienensektor. jekt will das DLR ab 2014 seine Forschung auf HochgeschwinVision vom Zug der Zukunft digkeitszüge im Zubringerverkehr (NGT Den Abschied von fossilen Energieträgern Link) und Triebwagen-Güterzüge im Ultrazu vollziehen erscheint für die Bahnbranche Hochgeschwindigkeitsverkehr (NGT Cargo) weniger problematisch als im Straßenverkehr, ausdehnen. Letztere werden laut Winter zumal bereits jetzt rund 90 Prozent der Bahn- zunächst für den Transport von Paketfracht verkehre auf elektrifizierten Strecken fahren. konzeptioniert.

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Text André Pohlmann (Privatbahn Magazin) Fotos André Pohlmann, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

In zwölf Instituten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) forschen Wissenschaftler und Ingenieure für einen wettbewerbsfähigeren Schienenverkehr. Im Fokus: die Entwicklung von Konzepten für Züge der nächsten Generation.


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Forschen

Umweltvorteil Schiene Bereits heute ist der Umweltvorteil der Schiene unbestreitbar, wie Axel Schuppe, Geschäftsführer Technik beim Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB), deutlich machte. Die schon jetzt geringen Treibhausgasemissionen im Bahnverkehr könnten bei einer forcierten Verlagerung von der Straße auf die Schiene für eine Reduktion der Emissionen im Transportsektor insgesamt sorgen. Mit Hybridfahrzeugen, Energiespeichern in Dieseltriebwagen und ETCS-gesteuertem, quasi vorausschauendem Fahren auf elektronischer Basis beschrieb er Innovationen, die schon bald für eine weitere Reduktion der Emissionen im Schienenverkehr sorgen können.

dem Ziel zusammengeschlossen, das System Bahn zu stärken und die Zukunftsfähigkeit des Bahnsektors durch technische Innovationen zu sichern. Die Initiative strebt einen institutionalisierten und kontinuierlichen, geForschung für die Praxis Die im vergangenen Jahr an der meinsamen Dialog zwischen Fachhochschule Brandenburg Industrie und Forschung soneu eingerichtete Stiftungsprowie Bahn und Politik an, um Mio. Euro fessur „Energieeffiziente Systedas Potenzial von InnovatiFördermittel me der Bahntechnologie“ und onen, Geschäftsfeldern und vom Bund die Brancheninitiative „Eco Rail Gestaltungsmöglichkeiten auszuloten. Innovation“ (ERI) stellte die Inhaberin der Stiftungsprofessur Claudia Lan- Aktuell läuft die Bewerbung des Initialgowsky dem Plenum in Kirchmöser vor. Unter konzeptes „Connected EcoRail-Mobility“ dem Dach der Eco Rail Innovation haben sich um Fördermittel des Bundes in Höhe von namhafte Partner aus der Bahnindustrie mit 45 Millionen Euro: ein wichtiger Schritt, um sich dem Ziel „Null Emission“ zu nähern. Mit dem Geld wollen die Projektträger Innovationen für die Mobilität der Zukunft entwickeln, bei der das Schienensystem das Rückgrat bildet. Ziel ist es, den ökologischen Fußabdruck des Landverkehrs nachhaltig zu verringern und damit erste Schritte zur Umsetzung der Vision vom emissionsfreien Verkehr zu vollziehen. 

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Rechts unten: In Kirchmöser diskutierten Bahnexperten über die „Vision Null Emission“.


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Bahn frei!

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Text Katharina Leipnitz Foto Melanie Duhn

Als Stipendiat unterwegs bei einem weltweit führenden Mobilitäts- und Logistikunternehmen

Das Stipendium ermöglicht mir, mich voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren. Maik Hillebrand

Seit dem Wintersemester 2008 studiert Maik Hillebrand (25) an der Fachhochschule Brandenburg. Nachdem dem Abschluss des Bachelorstudiengangs Maschinenbau mit der Richtung Energie- und Umwelttechnik ist er seit 2012 im Masterstudiengang Energieeffizienz technischer Systeme eingeschrieben. Seit Oktober 2012 wird er von der Deutschen Bahn AG mit einem Deutschlandstipendium unterstützt.

Maik Hillebrandt, MasterStudent Energieeffizienz Technischer Systeme und Deutschlandstipendiat der Deutschen Bahn AG

Warum haben Sie sich für den Studiengang „Energieeffizienz technischer Systeme“ entschieden? Ich bin schon immer technisch sehr interessiert gewesen. Alles, was sich dreht und bewegt, habe ich auf der Suche nach dem Funktionsprinzip auseinander- und zusammengebaut. In der Schule habe ich dann das Wahlpflichtfach Technik freiwillig belegt und konnte mit sehr guten Noten punkten. Natürlich habe ich mein Abitur im Bereich Technik gemacht und es stand damit fest, dass ich auch einen technischen Beruf belegen werde. Zudem sind Ingenieurinnen und Ingenieure, insbesondere im Bereich Energie- und Umwelttechnik, stark auf dem Arbeitsmarkt nachgefragt. Neben dem reinen Interesse ist es für mich also auch eine Vernunftentscheidung gewesen. Ich bin froh, dass Interesse und Vernunft miteinander einhergehen! Die Entscheidung für das Masterstudium im Anschluss habe ich dann ohne zu zögern getroffen. Die Zusage von der Beuth-Hochschule in Berlin für den Masterstudiengang „Energieund Umwelttechnik“ habe ich sogar abgelehnt, da mir dieser zu spezialisiert erschien.

Und was fasziniert sie an der Bahn? Ich habe das Wahlpflichtfach „Energieeffizienz im System Bahn“ gewählt, weil es extrem praxisbezogen ist. Inhaltlich steht hier die Eco Rail Innovation (ERI) – Initiative im Mittelpunkt. In der ERI-Initiative hat sich die Bahn mit Industrie und Forschung zusammengetan, um sich für die Zukunft aufzustellen. Eine unserer Professuren, Prof. Dr.-Ing. Langowksi, wird von der Initiative gestiftet. Gemeinsam mit einem Kommilitonen aus dem Kurs habe ich mich für das Deutschlandstipendium beworben. Ich gehöre zu den 15 Studierenden, die das Stipendium bekommen haben – eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 300 € pro Monat für die Laufzeit von einem Jahr. Wenn meine Leistungen im Studium stimmen, hat sich mein Stipendiengeber – die DB AG – bereit erklärt, die Finanzierung meines Studiums bis zum Studienende vorzunehmen. Das Stipendium ermöglicht mir, mich voll und ganz auf das Studium zu konzentrieren. Überdies kann ich das Unternehmen als potentiellen Arbeitgeber kennenlernen. 


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Forschen

#merkelphone Text Heide Traemann Fotos Johannes R채bel

Die Bedrohung f체r Industrielle Kontrollsysteme ist real, die Infrastruktur anf채llig und das Knowhow auf der dunklen Seite verf체gbar. Adrian Hehl


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Unter dem Kürzel #merkelphone wurde im Nachrichtendienst Twitter über die Handyaffäre der Kanzlerin diskutiert. #merkelphone könnte aber auch der Titel des 8. Security Forums am 16. Januar an der Fachhochschule Brandenburg sein. So aktuell ist das Thema der Veranstaltung unserer Sicherheitsexperten im Netz: „Sichere Informationen in offenen Umgebungen“, ausgerichtet vom Masterstudiengang Security Management des Fachbereichs Wirtschaft an der Fachhochschule Brandenburg und dem Institut für Safety und Security GmbH.

NSA, PRISM und Co: Kaum war bekannt, dass auch das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel angezapft wurde, diskutiert ganz Deutschland wieder über die Abhöraffäre. Kaum jemand, der den Namen Snowden noch nicht gehört hat. Aber nicht nur Politik und Presse melden sich zu Wort – auch die Fachwelt diskutiert über die Sicherheitsrisiken im Netz. Zum Beispiel auf dem Security Forum an der Fachhochschule Brandenburg. Auf dem 8. Forum am 16. Januar geht es um Informationssicherheit in offenen Umgebungen und Netzen. Ein Schwerpunkt dabei das Thema „Bring your own device“ übersetzt etwa „bring Deine eigene Technik“. Also genau das, was Bundeskanzlerin Angela Merkel gemacht hat: Mit einem handelsüblichen Handy interne Mails und Kurznachrichten verschickt oder – möglicher Weise – interne, geheime Gespräche geführt. Weitere Themenschwerpunkte auf dem Security Forum 2014 sind die Endpunktkontrolle, neuartige Lösungen wie EnterpriseDRM oder DE-Mail. Aber: Technik allein kann die Probleme der Sicherheit im Netz nicht lösen. Mindestens ebenso wichtig sind soziologische Aspekte, Awareness-Maßnahmen

und der sorgfältige Umgang mit den Daten. Entsprechend sind die Referenten gewählt: Neben dem „Techniker“ Prof. Dr. Igor Podebrad (Commerzbank) haben Dr. Stephan Humer (Internetsoziologe), und Dr. Ivo Keller (TU Berlin) ihr Kommen zugesagt. Spannende und hochkarätige Redner waren auch auf dem 7. Security Forum der FHB im Januar 2013 zu Gast. Dabei ging es um Themen wie Cyber-Attacken, Cyber-War und die richtigen Strategien zur Abwehr von Gefahren aus dem Internet. Höhepunkt der Veranstaltung mit mehr als 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Keynote des prominenten Berufshackers Felix „FX“ Lindner. FX hat sich als einer der Ersten mit der Sicherheit von Routern beschäftigt und Mängel bei Cisco-Netzwerkhardware aufgedeckt. 2012 hat er Schwachstellen beim chinesischen ITKonzern Huawei gefunden. Diese Sicherheitslücken machen es Hackern möglich, ohne große Mühen in das System einzudringen, sich als Administrator anzumelden, Passwörter zu ändern und Traffic abzufangen. FX macht dafür die schlecht geschriebene Software in allen Huawei-Produkten verantwortlich. Mittlerweile arbeitet FX als Berater für den Konzern.

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Manchmal ist Sicherheit unbequem. Prof. Dr. Sachar Paulus

Interview mit Prof. Dr. Sachar Paulus, Studiendekan Security Management Immer wieder gibt es neue Enthüllungen. Kann man sich als Unternehmen überhaupt schützen? Was raten Sie Unternehmen? Was sollen Sie tun? Sachar Paulus: Zuallererst einmal gilt es, die Fähigkeit des Unternehmens zu entwickeln, mit solchen Problemen überhaupt umzugehen. Dafür sind wichtige Informationen erst zu identifizieren, der Schutzbedarf ist zu bestimmen, passende Maßnahmen müssen ausgewählt werden. Das ist nachhaltig nur in einem Regelkreis möglich. Unternehmen sollten daher ein Informationssicherheitsmanagementsystem (ISMS) einführen, ähnlich wie es beim Qualitätsmanagement auch der Fall ist. Für deutsche Unternehmen gibt es den IT-Grundschutz des BSI, internationale Unternehmen sind mit der ISO 27001 besser bedient. Gilt das auch für kleine/mittlere Unternehmen? Sachar Paulus: Natürlich gilt dies auch für KMUs – gerade diese haben ja oft Alleinstellungsmerkmale, die in bestimmten Informationen (Designs, Vorgehensmodelle etc.) begründet sind. Natürlich ist ein voll ausgebautes ISMS zu schwer und zu teuer. Aber die Grundprinzipien sollten auch dort gelten: Verantwortlichkeiten regeln – Bewusstsein schaffen – Technologie geeignet auswählen. Ist der Aufwand nicht viel zu groß? Sachar Paulus: Es stimmt, ein gewisser Aufwand ist erforderlich, manchmal ist Sicherheit auch unbequem. Aber genau deswegen sollte man ja überlegen, wann sich welche Vorgehensweise zum Schutz der Informationen lohnt, und dies immer wieder überprüfen. Genau das ist das Ziel eines ISMS. Es ist ja jedem klar, dass übertriebene Sicherheitsmaßnahmen dazu führen, dass man sie gar nicht einsetzt.


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Forschen

Mindestens ebenso spannend waren aber auch die Vorträge von Martin Fleischer, Leiter des Koordinierungsstabes für Cyber-Außenpolitik im Auswärtigen Amt und Dr. Stefan Lüders, Computer Security Officer im CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf. In den Vorträgen ging es selbstverständlich um das Internet – und die immer stärkere Integration von Smartphones, Tablets und anderen mobilen Anwendungen mit Maschinenund Anlagensteuerungen. Auch die immer modernere, interaktive Technik im Auto steigert die Gefahr von CyberAngriffen. Hakan Cankaya von der Escrypt GmbH macht deutlich: „Im Auto sind prinzipiell alle Security-Schwächen eines herkömmlichen IT-Systems möglich“. Ein Hacker könnte ein Auto auch von außen steuern, das Navigationsgerät oder sogar die Bremsen manipulieren oder aussteigen lassen. In vielen Betrieben funktionieren Logistik, Produktionsanlagen, Strom- und Wasserverteilung heute nicht mehr ohne vernetzte Computer. Auf dieses Risiko ging unter anderem Adrian Hehl von der Deutschen Post ein: „Die Bedrohung für Industrielle Kontrollsysteme ist real, die Infrastruktur anfällig und das Knowhow auf der dunklen Seite verfügbar.“ In einem Punkt waren sich alle Referenten einig: Die Schwachstellen der Technik werden erst durch den Menschen, den Anwendern, zu echten Sicherheitslücken – ein Risiko, das sich nur schwer beherrschen lässt. 

Im Auto sind alle Security-Schwächen eines ITSystems möglich. Hakan Cankaya

FX

Prof. Dr. Sachar Paulus, Studiendekan Security Management der Fachhochschule Brandenburg, sprach auf dem 7. Security Forum mit Berufshacker Felix „FX“ Lindner. Herr Lindner, wie schätzen Sie aktuell die tatsächliche Bedrohung durch Cyberangriffe auf die kritischen Infrastrukturen ein? Nicht so wild, wie es gemacht wird. Ich sehe keinen Benefit für die Angreifer, die es könnten. Für Cybercrime macht es keinen Sinn, denn in der kritischen Infrastruktur sitzen keine Opfer. Das heißt, wir gucken schon auf Intelligence und Military. Für Intelligence macht es keinen Sinn, weil da gibt es keine Intelligence zu klauen, also Stromverbrauch und so ist nicht so interessant. Das was sie interessiert, das greift man dann eher an sozusagen, also beispielsweise die Strombörse, da sind die ganzen Daten schon korreliert, alles gut. Und für Military macht es kein Sinn, weil es einfach zu weitreichend ist, also nicht zielgerichtet genug und dann das Problem besteht, wenn ich mit dem Land wirklich Krieg habe, dann ist es gegen die Genfer Konvention, das ist also auch blöd. Es gibt einfach keinen Angreifer mit genügend Interessen. Sind die Bürger davon betroffen und wenn ja wie? Die Bürger sind insofern davon betroffen, dass die Versorger weiterhin schlechte Systeme verbauen dürfen, weil es keine Angriffe gibt und deswegen nicht auffällt wie schlecht die Dinger sind.


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Die meisten haben nicht verstanden: wenn ich für das Produkt nicht bezahle, bin ich das Produkt. Felix „FX“ Lindner

Worauf kann man sich als Bürger vorbereiten? Ich denke das Wichtigste ist, dass die Bürger mehr darüber nachdenken, warum Anbieter etwas tun. Die meisten Leute haben noch nicht verstanden, wenn ich für das Produkt nicht bezahle, bin ich das Produkt. Und es macht durchaus mal Sinn, in ein Jahresgeschäftsbericht eines Unternehmens wie Google oder Facebook zu gucken und zu schauen wofür bekommen die denn Geld. Okay, also gucken, was macht der Anbieter genau, was will er mir genau Anbieten und womit macht er Geld. Genau und wenn ich eine Riesen-Leistung „for free“ kriege, dann bin ich das Produkt. Weil dann wird das, was ich sozusagen dem Anbieter im Austausch liefere, nämlich meine Profile, verkauft, dann machen die Geld. Das betrifft ja die Bürger oder die Consumer. Was können Firmen tun, also nicht die Betreiber der kritischen Infrastruktur, sondern Firmenkunden? Naja, erstmal um die eigenen Sachen kümmern, ja also, ich sag mal der deutsche Mittelstand und die Großindustrie sind wahrscheinlich gerade die meist Beklautesten in der ganzen Welt. Ich nenne das immer ein bisschen scherzhaft „das dezentrale Backup in China, was man nicht wieder kriegt“. Der Datenabfluss ist schon enorm. Was kann ich tun? Tatsächlich aktiv danach suchen und nicht sagen „ja für Sicherheit da haben wir jemanden, der macht das schon irgendwie“ oder „da kaufen wir jetzt noch ein neues Produkt und stellen es daneben und dann ist alles fein“. Sondern tatsächlich aktiv zu hinterfragen: „bin ich denn schon gehackt?“ Diese Frage kann man sich einfach mal ab und zu stellen und dann tatsächlich aktiv danach suchen.

Wie kann ich denn das als durchschnittlicher IT-Security-Gebildeter machen? Es sind ganz einfache Dinge, zum Beispiel: wenn Programme abstürzen, nicht einfach neu starten, sondern auf jeden Fall mal gucken warum. Man sollte sofort kritisch werden, wenn man mit einem Webbrowser auf eine Webseite geht und auf einmal ist der Webbrowser weg. Dann kann ich schon davon ausgehen, dass ich dafür jetzt was anderes gekriegt habe. Es geht um Achtsamkeit und Wachsamkeit, und einfach auch mal Logs lesen. Im Verizon Business Report von 2012 haben sie, glaube ich, festgestellt, dass 80 % aller Unternehmen, die gemerkt haben das sie gerade gehackt sind und irgendwie ihre Daten verlieren, haben es deswegen gemerkt, weil sie mal in ihre Logdateien geguckt haben. Macht man selten, viele machen das gar nicht oder denken sie könnten ein SIEM davor stellen und das kommt dann automatisch in ihre Logfiles, aber die Ergebnisse musst du dir trotzdem anschauen. Es kommt auf diese wirklich aktive Hinterfragung an und dann schauen: „kenne ich denn alle Prozesse die auf meiner Kiste laufen?“ Ganz einfache Frage. Kann ich die denn zuordnen? Wozu gehören die denn? Und solche Fragen kann man sich mal häufiger stellen und ich finde, Mittelständer und große Unternehmen sollten auch wirklich aktive Defense Teams zumindest in Betracht ziehen, also Leute die wirklich von einem System zum anderen turnen und genau diese Fragen stellen.

Letzte Frage, gibt es Erwartungen an die Politik? Hoffnung. Ich erwarte mir nicht viel, aber ich erhoffe mir, dass es so eine Entwicklung wie der Herr Fleischer gerade angesprochen hat, gibt, also zum Beispiel eine Meldepflicht für Sicherheitsvorfälle. Und das unter Strafe und zwar gerne auch unter unter Strafrecht, es also nicht zivilrechtlich, sondern strafrechtlich unter Strafe zu stellen, wegzugucken, also absichtlich nicht hinzugucken, so ne Art unterlassene Hilfeleistung für IT-Security-Verantwortliche. Gut vielen Dank! Gut, gerne! 

Kenne ich alle Prozesse auf meiner Kiste? Felix „FX“ Lindner


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Wissenschaft am Polarkreis Text und Fotos Prof. Dr. Michael Vollmer

Anfang August fand in Fairbanks/Alaska knapp unterhalb des nördlichen Polarkreises die wissenschaftliche Tagung „Light and Color in Nature“ statt. Mit dabei: die FHB-Professoren Michael Vollmer und Klaus-Peter Möllmann. Hier ihr Bericht:


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Fairbanks in Alaska ist ein Ort der Extreme: Zur Tagung Anfang August herrschten dort 30° Celsius im Schatten. Der Tag dauert rund 18 Stunden. Dagegen wird es im tiefsten Winter meist nur wenige Stunden hell bei Minusgraden von manchmal unter -40° Celsius. Die etwa 50 Wissenschaftler aus aller Welt trugen über eine Vielzahl von Phänomenen vor – etwa die Physik von Polarlichtern, die man in Fairbanks an etwa 100 Nächten im Jahr beobachten kann. Oder hochliegende, lange nach Sonnenuntergang beobachtbare, leuchtende Nachtwolken, die auch während der Tagung zu sehen waren. Die Wissenschaftler tauschten sich auch zu historisch belegten Himmelsbeobachtungen aus: Lichtstreuungen in Form von Koronen und Glorien, Regenbögen, Halos oder Luftspiegelungen. Insbesondere die berichteten

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Beobachtungen von Regenbögen dritter In Fairbanks war er an mehreren Beiträgen beund vierter Ordnung in der Natur, die sich teiligt und trug selbst auch zwei Mal vor: zum allerdings erst nach entsprechender Bildbe- einen zur Entstehung von Farbreflexen in weiarbeitung zeigen wurden intensiv diskutiert. ßen Schneeschichten, zum anderen berichtete Ergänzt wurde das Programm durch viele er über eine vergleichende Studie über Luftspiegelungen im sichtbaren und weitere Themen aus der Natur, infraroten Spektralbereich. Inforso die Farbgebung der Ozeane, von Seen und heißen Quellen. Nemativ und unterhaltsam war auch ben Forschungen auf dem Gebiet der experimentell aufgelockerte Beitrag zur Farbzerlegung bei Neder astronomischen Optik wurde Nächte im Jahr auch über die Ursachen biologibensonnen von Prof. Klaus-Peter sind Polarlichter scher Farbgebung in SpinnennetMöllmann, ebenfalls FHB. Alle zu beobachten zen und Schmetterlingsflügeln Brandenburger Beiträge fanden berichtet, einem Thema welches ein breites Interesse und führten viele Bezüge zu modernster optischer For- zu vielen positiven Rückmeldungen. Die Konschung an photonischen Systemen hat. ferenzbeiträge sollen in der renommierten in„Das Beeindruckende an dieser Tagung ist ternationalen Fachzeitschrift „Applied Optics“ zum einen natürlich das faszinierende The- eingereicht werden. Als abschließendes Highlight der Konfema, es geht um optische Naturphänomene die man fast täglich in der einen oder ande- renz konnte auch der Rückflug punkten, der ren Art bewundern kann, zum anderen trifft in der Region der Mitternachtssonne nahe am man gleichgesinnte Forscher mit denen man Nordpol vorbeiführte und dabei – passend intensive Diskussionen führen kann aus de- zum Thema der Tagung - eine Vielzahl von Nanen sich dann manchmal auch sehr fruchtba- turphänomenen bot, so unzählige Halos, eine re Forschungskollaborationen ergeben“, so Glorie und viele farbenprächtige Wolken.  Prof. Dr. Michael Vollmer. Seit 1997 nimmt er regelmäßig an dieser internationalen Konferenz teil. Darüber hinaus war der Autor des Buches „Lichtspiele in der Luft – atmosphärische Optik für Einsteiger“ im Rahmen von Forschungssemestern bereits zwei Mal (2004 und 2012) zu entsprechenden Forschungsaufenthalten in den USA.

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„Light and color in Nature“ 2016 wieder in Europa

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Einige Fotos vom Rückflug in der Mitternachtssonne: 1 Ausschnitt eines 22° Ringhalos. Er bildet sich in hochliegenden Wolken wenn dort hexagonale Eiskristalle mit Größen zwischen 10 µm und 100 µm vorliegen, durch die das Licht mit zweimaliger Brechung abgelenkt wird. 2 Eine Untersonne, d. h. ein Spiegelbild der Sonne verursacht durch orientierte Eiskristallplättchen: das Sonnenlicht wird quasi durch viele Tausend kleine Spiegelflächen reflektiert. Leichte Kippbewegungen verschmieren das Spiegelbild in einen Strich.

3 Eine Glorie ist ein System farbiger Ringe beobachtbar auf der sonnenabgewandten Seite und zentriert um den Gegensonnenpunkt. Glorien entstehen durch Lichtbeugung an kleinen Wolkentröpfchen von typisch 10 µm Durchmesser. großes Bild Scheint die Sonne durch dünne Wolkenschleier auf den Ozean führt die Lichtschwächung in den Wolken zu faszinierenden Farbverläufen des vom Ozean reflektierten Sonnenlichts.

Erst einmal wurde diese Tagung außerhalb der Vereinigten Staaten durchgeführt. Im Jahr 2004 wurde sie von Prof. Dr. Vollmer nach Europa, genauer nach Bad Honnef in Deutschland geholt. Damit in Zukunft mehr europäische Wissenschaftler, Naturbeobachter und -photographen Gelegenheit haben, an diesem faszinierenden Thema mitzuwirken und an einer derartigen Tagung teilzunehmen, wird die nächste Tagung voraussichtlich im Jahr 2016 in Granada/Spanien stattfinden. Die beiden Brandenburger Physik-Professoren haben sich dies bereits vorgemerkt, denn sie werden bestimmt – da sind sie sich sicher – weitere neue, interessante und wissenschaftliche Themen finden und bearbeiten.


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Forschen

Fachkräfte für Brandenburg

Prof. Franz erhält Visionary Award der SAP

Der Fachkräftemangel ist in aller Munde und auch die FHB sucht nach Strategien, ihren ausländischen Studierenden den Berufseinstieg in Brandenburg zu erleichtern. Doch wollen sie auch hier arbeiten? Und wenn ja, welche Probleme stellen sich ihnen in den Weg? Das ZIS beschäftigt sich seit letztem Sommer mit diesen Fragen. Im Rahmen des Projekts „Pra[ks]is in Brandenburg“ führt es je eine Studierenden-, Alumni- und Unternehmensbefragung durch, um mehr über die Hindernisse beim Berufseinstieg internationaler Alumni zu erfahren und daraus neue Ideen zu entwickeln. Die ersten Ergebnisse der Studierendenbefragung liegen nun vor: Demnach könnten sich gut ein Drittel der Befragten vorstellen, nach ihrem Studium in Brandenburg zu bleiben. Zu Beginn ihres Studiums waren nur 23 % – Brandenburg scheint also während der Studienzeit doch für viele zu einer zweiten Heimat zu werden. Die größten Schwierigkeiten beim Berufseinstieg sehen die Studierenden in fehlenden beruflichen Netzwerken, mangelnder Berufserfahrung und Sprachproblemen sowie fehlenden Informationen zu Lebens- und Karrierechancen in Brandenburg. Knapp ein Drittel der Befragten findet, dass es seitens der FHB mehr Unterstützung für die Vorbereitung auf den Brandenburger Arbeitsmarkt geben sollte. Knapp 40 % haben die bestehenden Angebote genutzt. 33 % der Befragten gaben an, sie hätten gar nicht gewusst, dass es solche Angebote überhaupt gibt. Hier wird das Projekt jetzt verstärkt aktiv werden.

Auf der Konferenz SAP TechEd, die vom Unter dem Motto „100 Jahre Funktechnik“ 5. – 7.11.2013 in Amsterdam stattfand, wurde hat die Fachhochschule Brandenburg den 12. Prof. Dr. Robert Franz vom Fachbereich Wirt- Innovationspreis für kreative, praxisnahe Innoschaft ausgezeichnet. In der Pressemitteilung vationen und Ideen vergeben. Sieger mit einem Preisgeld von 3.000 der SAP wurde die Auszeichnung, die an insgesamt fünf Preisträger verliehen wurde, wie Euro sind Nils Fischer und Ken Schröder mit ihrer Erfindung „Nice Dice“: Ein Würfel, der folgt begründet: „Während der Visionary Award Ceremony als Adapter für Verbindungen von Fotoappahat das SAP University Alliance Programm raten und Videosystemen einsetzbar ist. Mit fünf Professoren für ihren herausragenden dem Nice Dice sind mechanische VerbindunBeitrag bei der Entwicklung und Unterstüt- gen zwischen verschiedenen Standards und zung von neuen Lehransätzen für innovati- Herstellern möglich. „Manchmal sind es die ve Themen ausgezeichnet. Der Preis wurde einfach anmutenden Dinge, die unheimlich von Dr. Bernd Welz (Executive Vice President, vielfältige Möglichkeiten bieten“, so Stefan Global Head of Solution and Knowledge Pa- Tiemann, Geschäftsführer von rft Kabel Branckaging) und Ann Rosenberg (Head of Global denburg. Er hielt die Laudatio für die Sieger. Platz zwei belegt Kay Graubmann, StuUniversity Alliances) an die folgenden Dozendent an der der Fachhochschule Brandenten übergeben: burg, mit seinem „Maxima Plugin für SMath · Prof. Dr. Robert Franz, Studio“ – ein Softwareprojekt mit dem Ziel, FH Brandenburg (Germany) zwei Freeware-Programme so miteinander zu · Ardavan Armini, kombinieren, dass sie anwenderfreundlicher Birmingham City University (UK) und funktionaler werden. Er erhält für seine · Stefan Weidner, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Arbeit 2.000 Euro. Platz drei und damit 1.000 Euro gehen an (Germany) das Team Christian Anuth, Markus Weintraut · Dr. Hans Weigand, und Thomas Just – alle drei ebenfalls Studen Tilburg University (The Netherlands) ten an der Fachhochschule Brandenburg. Sie · Dr. Holger Wittges, entwickelten ein elektronisches Schloss für TU München (Germany) Fahrräder mit einem Transponder öffnen und Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger! schließen lässt. Der mit 500 Euro dotierte Sonderpreis für Existenzgründer geht an die Firma MonoPohl. Ihre Entwicklung: Ein innovatives Motorensystem für Blockheizkraftwerke. Das System ist bereits zum Patent angemeldet, erste Testversuche laufen.

Mehr Infos: Jessica Assel, jessica.assel@fh-brandenburg.de oder Christina Strom, christina.strom@fh-brandenburg.de. Das Projekt wird durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie (MASF) aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg gefördert.

Strahlende Gewinner beim 12. Innovationspreis im Audimax


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Kurz und Knapp Förderung für die Brandenburger Kreativwirtschaft Das FHB-Projekt „Creative Capital Conference“ will geeignete Förderinstrumente für die über 3600 brandenburgischen Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft erarbeiten. In diesem Rahmen fand im September ein Barcamp statt, um im direkten Austausch mit der Kreativwirtschaft neue Ideen und Anregungen zu finden und zu diskutieren.

Transnationale Projekte gehen in die Startphase

eBusiness-Lotse Westbrandenburg

Im Herbst 2013 starten zwei neue transSeit dem 1. Oktober 2013 ist der eBusinessnationale Projekte im GründungsZentrum Lotse Westbrandenburg die Anlauf- und Inforder FH Brandenburg – das Projekt „FHB2020“ mationsstelle für Industrie- und Handwerksund „Train Transnational“. Mit dem Blick über unternehmen aller Branchen und Größen in den Tellerrand hinaus, wollen wir einige Fa- der Region Westbrandenburg zu Fragen rund cetten der unternehmerischen Hochschule um den sicheren, innerbetrieblichen Einsatz mit Partnern aus dem europäischen Ausland moderner Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). diskutieren: FHB2020: Die Fachhochschule BrandenDer eBusiness-Lotse Westbrandenburg burg hält durch das GründungsZentrum analysiert in erster Linie über kostenfreie, rebereits heute ein breites Angebot für Grün- gelmäßige Vor-Ort-Sprechtage in den Regidungswillige bereit. Durch einen transnationa- onalcentern der IHK, in den Kreishandwerklen Erfahrungsaustausch in dem Projekt „FHB erschaften und Innungen, aber auch in den 2020“ mit akademischen Transfereinrichtun- Unternehmen die individuelle Herausfordegen in Dänemark, Portugal und Österreich rungen der Unternehmen und erarbeitet ansollen Good-Practice-Ansätze identifiziert schließend konkrete Lösungshinweise. und Standards für die Etablierung einer unterThematischer Schwerpunkt ist neben allnehmerischen Hochschule entwickelt werden. gemeinen eBusiness-Themen wie die rechtsTrain Transnational: In dem Projekt „Train sichere Website oder der zielgerichtete Transnational“ liegt der Fokus in dem Be- Kommunikation in Sozialen Netzwerken die reich Gründungs- und UnternehmerInnen- Sicherheit des Unternehmens. Qualifizierung. Es werden bereits eingesetzte Der eBusiness-Lotse Westbrandenburg regionale als auch internationale Methoden ist Teil der Förderinitiative „eKompetenzidentifiziert, evaluiert, und spezifisch weiter- Netzwerk für Unternehmen“, die im Rahmen entwickelt. Dabei wird ein Austausch mit Part- des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Dinern in Großbritannien, den Niederlanden und gital – IKT-Anwendungen in der Wirtschaft“ Österreich durchgeführt. Das Projekt „Train vom Bundesministerium für Wirtschaft und Transnational“ wird gemeinsam mit der HFF Technologie (BMWi) gefördert wird. Der FörPotsdam durchgeführt. derschwerpunkt unterstützt gezielt kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie das Handwerk bei der Entwicklung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT). Mittelstand-Digital setzt sich zusammen aus den Förderinitiativen „eKompetenz-Netzwerk für Unternehmen“ mit ca. 40 eBusiness-Lotsen, „eStandards: Geschäftsprozesse standardisieren, Erfolg sichern“ mit etwa 11 Förderprojekten und „Einfach intuitiv – Usability für den Mittelstand“ mit zurzeit 10 Förderprojekten

FHB im aktuellen Gründungsradar vorn dabei Die FHB belegt im Hochschulranking „Gründungsradar“ des Stifterverbandes auf Platz 4 in der Kategorie „kleine Hochschulen“. Auf den vorderen Plätzen sind ausschließlich private Hochschulen. Der Gründungsradar misst bundesweit die unterschiedlichen Strategien und Erfolgsfaktoren in der Gründungsförderung der Hochschulen und den Umfang der Firmengründungen aus Universitäten und Fachhochschulen. FHB auf der GAIN Bereits zum zweiten Mal hat sich die FHB auf der Jahrestagung vom Netzwerk GAIN (German Academic International Network) in San Francisco präsentiert. Ziel war es, derzeit in den USA arbeitende Wissenschaftler für eine Tätigkeit an der FHB zu interessieren. Unterstützung kam von Brandenburgs Wissenschaftsministerin Kunst. Prof. Fitzek ist Honorarprofessor auf unbestimmte Zeit Prof. Dr. med. Clemens Fitzek ist auf unbestimmte Zeit zum Honorarprofessor im Fachbereich Informatik und Medien im Gebiet der Medizininformatik bestellt worden. Prof. Dr. Fitzek ist Chefarzt des Neuroradiologischen Zentrums im Asklepios Fachklinikum Brandenburg in Brandenburg an der Havel und bereits als Honorarprofessor an der FHB tätig. Prof. Dr. Stronk ebenfalls zum Honorarprofessor auf unbestimmte Zeit ernannt In Fachbereich Wirtschaft wurde Prof. Dr. Detlef Stronk zum Honorarprofessor auf unbestimmte Zeit ernannt. Stronk übernahm 2001 – 2010 den Vorsitz der Geschäftsführung der ZukunftsAgentur Brandenburg. Seit 2007 ist er Lehrbeauftragter an der FHB. Prof. Zehner neuer Dekan im Fachbereich Technik Der Fachbereichsrat Technik hat Prof. Dr. rer. nat. habil. Christian Zehner zum Dekan gewählt. Weiterhin hat der Fachbereichsrat eine ständige Kommission „Forschung und Qualitätssicherung“ und eine ständige Kommission „Lehre, Studium und Struktur“ gegründet.


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Einfach spannend: Projekte an der Fachhochschule Brandenburg Studieren ist nicht nur der Besuch von Vorlesungen, Seminaren, Übungen und Laboren, sondern auch Projektarbeit. Das heißt aktives Lernen durch selbständiges Erfahren und Handeln. Ziel ist der Erwerb und die Anwendung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, um ein bestimmtes Problem in einer vorgegebenen Zeit zu lösen und dieses dann einem Auditorium zu präsentieren. Koordination, Projektplanung und Strukturierung erfolgt selbständig durch Projektteams. Im Infocus wollen wir Ihnen die interessantesten Projekte an der Fachhochschule Brandenburg vorstellen.

180°/360° Live Projektion Projektleitung Eberhard Hasche Studierende der FHB und die Berliner MultimediaAgentur Shaking Foundations wollen gemeinsam eine innovative „180°/360° Live Projektion“ für eine Multimediaproduktion – eine Live-MovieRock-Oper mit dem Titel „Wake Me Up When I Am Dead“ – entwickeln. Die Produktion soll 2013/14 in Berlin aufgeführt werden. Mit modernen Filmsoftwarelösungen sollen Bewegtbilder und S3D-Elemente integriert werden, die sich nahtlos in eine Musiktheateraufführung einfügen. Die zugrunde liegende 2.5D-Technologie – bei der mit einfachen Objekten dem Betrachter eine ausgefeilte 3D-Welt vorgetäuscht wird – kommt aus der Filmpostproduktion.


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Richtig entscheiden Studierende D. Andrzejewski, R. Schmidt, S. Hildebrandt Projektleitung Prof. Dr. med. Eberhard Beck, Ärztliche Entscheidungen erfolgen in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle heuristisch und nur in etwa 20 % auf Basis der Analyse verfügbarer klinischer Daten, ein Fakt der im Zeitalter der wissenschaftlich begründeten Medizin nicht mehr akzeptabel ist. Am Beispiel des Brustkrebs wurden auf der Basis eigens erhobener klinischer Daten verschiedene Entscheidungsbäume modelliert, die gegenwärtig mit den Vorgaben der S3-Leitline der Deutschen Krebsgesellschaft abgeglichen werden. Ziel ist die Entwicklung eine entscheidungsunterstützenden Systems, das nicht nur zu einer Verbesserung der Versorgungsituation beitragen, sondern vor allem auch die Dokumentation begründeter Abweichungen von Leitlinienempfehlungen ermöglichen soll.

Wissensmanagement in der Luft Projektleitung Prof. Dr. Friedrich Holl Sicherheitskontrollen im Luftverkehr ist nicht zuletzt durch die wachsende Terrorgefahr für alle Flughäfen ein zentrales Thema. Egal, wo: Verantwortlich für die Kontrollen ist das Fachpersonal für Luftsicherheit. Bisher wurde vor allem an der Optimierung ihrer technischen Ausstattung gearbeitet. Der „Risikofaktor“ Mensch bleibt. Mit sechs weiteren Partnern arbeitet die FHB im Projekt RISKLES an der Verbesserung von Personalentwicklungsmethoden, indem neueste Ansätze aus der Sicherheitsforschung, dem Wissensmanagement und der Psychologie in das Personalmanagement einfließen.

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Karriereeinstieg durch SAPZertifizierung Projektleitung Prof. Dr. Robert U. Franz Waren Kompetenzen im Bereich „SAP-Kenntnisse“ bis vor einigen Jahren meist nur erwünscht, so sind sie heute Voraussetzung für Bewerber. Dabei geht es weniger um konkrete Produktkenntnisse einer speziellen Software, sondern insbesondere um das Verständnis für Unternehmensprozesse und deren Abbildung in IT-Lösungen – und das über alle Studienrichtungen hinweg. Die FHB bietet daher interessierten Studenten aller Fachbereiche die Möglichkeit einer offiziellen Zertifizierung zum „SAP Certified Business Associate“ in den Semesterferien an. Nächster Kurs: 10.–24.2.2014

Qualitative Informationen Studierende M. Liefold, T. Sigwarth, F. Laube, G. Dathe, C. Ludwig, R. Gorhs, T. Feustel, S. Busse, M. Theuer, M. Bartow, R. Opel Projektleitung Prof. Dr. med. Eberhard Beck Informationen sind im Internet nahezu ubiquitär verfügbar. Die Qualität der verfügbaren Informationen, deren Validität und damit auch deren Verlässlichkeit ist jedoch entweder nicht oder nur mit sehr hohem Aufwand nachprüfbar. Dies gilt auch und im Besonderen für Informationen zu medizinischen Fragestellungen. Erschwerend für die Entwicklung von qualitätsgesicherten medizinischen Informationsplattformen kommt allerdings noch hinzu, dass häufig nicht bekannt ist welchen Informationsbedarf Betroffene tatsächlich haben. An den Beispielen von Brust- und Prostatakrebs wird untersucht, welche Informationen von den Betroffenen tatsächlich benötigt und wie diese Informationen verfügbar gemacht werden sollten.


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industrielles Data Mining Studierende Benjamin Hoffmann, Josef Mögelin, Benjamin Arndt, Curtis Mosters Projektleitung Dipl.-Inform. Ingo Boersch Im Stahl-Karosseriebau ist Widerstandspunktschweißen das häufigste Fügeverfahren. Damit die Schweißpunkte sicher halten, werden die Elektroden in kurzen Abständen in Form gefräst. Die Arbeitsgruppe Thermisches Fügen der TU Dresden entwickelt zerstörungsfreie Prüfverfahren zur Verschleißmessung der Elektrodenkappen mit dem Ziel, die Standzeit der Elektroden zu verlängern. Gelingt das, sind jährliche volkswirtschaftliche Einsparungen an den ElektrodenRohstoffen (überwiegend Kupfer) in Millionenhöhe zu erwarten. In Kooperation mit dem Masterprojekt „Data Mining“ der FHB wird untersucht, wie und mit welcher Zuverlässigkeit sich der für die Stabilität eines Schweißpunktes relevante Punktdurchmesser aus Verlaufsgrößen des Schweißvorganges bestimmen lässt. Das aktuelle Modell verspricht in neun von zehn Fällen eine korrekte Prognose des Punktdurchmessers.

Mit vollen Segeln voran Projektleitung Prof. Dr.-Ing. Franz-Henning Schröder Selbständig komplexe Projektaufgaben lösen – das ist die wichtigste Aufgabe beim Bau eines Parkettseglers: Modellsegler auf Rädern für den Indoor-Bereich. 40 Studenten im vierten Semester Maschinenbau haben sich an die Arbeit gemacht. Das Ziel von Professor Schröder: den Ingenieur im Studenten zu wecken und die Studierenden für ihren Beruf zu begeistern. Das heißt selbst konstruieren, zu bauen und zu testen. Parallel dazu wird in den Vorlesungen das theoretische Wissen ausgebaut. Nach dem Bau mussten die Studierenden ein Vermarktungskonzept entwickeln – für die Maschinenbauer extrem schwierig.

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St u d i e r e n

Unterstützung bei Einstieg ins Studium, Projektarbeit, Teamwork, Praxisbezug, Weiterbildungsangebote für Lehrende und ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem: das sind die Ziele des Projektes „Vielfalt in Studium und Lehre“. Angesetzt wird dabei bei den vielen Initiativen, die es bereits gibt.

TEXT Regina Schalinski Fotos FHB


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Von der Idee zur gemeinsamen Sache „Vielfalt in Studium & Lehre“ – das FHB-Projekt im Qualitätspakt Lehre

Auf dem Campus herrscht reges Treiben, einige Erstsemester verlassen gerade das „Mathe-Tutorium für einen guten Studienstart“, andere sind auf dem Weg zum Sprachlabor, um sich in Englisch wieder fit zu machen – im Selbststudium. Studierende sitzen in Gruppen zusammen und diskutieren, wie es weitergehen soll in ihrem internationalen Projekt ... Um sie herum berichten Plakate von anderen Studierenden und ihren erfolgreichen Projekten. Eine Studentin, offensichtlich eines höheren Jahrgangs, redet beruhigend auf eine Gruppe Erstsemester ein: „… das wird schon, am Anfang lief das bei uns gar nicht, wir wollten schon das Projekt abbrechen, aber nach dem ersten Online-Meeting wurde es dann langsam. Am Ende hat es richtig Spaß gemacht und es hat uns auch eine Menge gebracht – …nicht nur die gute Note in der Abschlusspräsentation …“

Diese Beschreibung des FHB-Alltags verdeutlicht, was im Projekt „Vielfalt in Studium & Lehre“ (VSL) derzeit begonnen wurde und was erreicht werden soll: Zusatzangebote in Kernfächern, um den Studieneinstieg zu erleichtern, Unterstützung projektorientierter Lehre, um Praxisbezug und Teamerfahrungen zu ermöglichen, Weiterbildungsangebote für Lehrende und ein funktionierendes Qualitätsmanagementsystem, um die Qualität der Lehre zu sichern und weiterzuentwickeln. Angesetzt wird dabei an den zahlreichen Initiativen der Fachbereiche, wie z. B. den Mathematik-Tests, die durch ein Online-Tool ergänzt werden.


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Die Klammer all dieser Ansätze ist „Diversity“: einerseits die zunehmende Heterogenität unter den Studierenden und die Notwendigkeit, diese Vielfalt adäquat in einem Qualitätsmanagementsystem abzubilden; andererseits ihres Personals sowie die Sicherung und die Vielfalt praktizierter Lehrformate und Weiterentwicklung einer qualitativ hochwer-methoden, um die veränderten Bedürfnisse tigen Hochschullehre“ zur Verfügung (vgl. und Kompetenzen der Studierenden besser zu www.qualitaetspakt-lehre.de/de/1294.php). berücksichtigen. Vielfalt zugleich als Chance Derzeit werden in der ersten Förderperiode und Herausforderung. (bis 2016) deutschlandweit fast Angefangen hatte alles im 200 Hochschulen gefördert. Mittlerweile sind auch an der Herbst 2010 mit der AusschreiFHB sechs Mitarbeiter im Projekt bung des Bundesministeriums beschäftigt (3,5 Vollzeitstellen): für Bildung und Forschung Vollzeitstellen drei Projektassistentinnen zur Un(BMBF) – dem sogenannten Projekt „Vielfalt in terstützung der Fachbereiche, ein „Qualitätspakt Lehre“. Dafür Studium & Lehre“ Tutor für Mathematik/Informatik stellte der Bund zwischen 2011 sowie eine Projektkoordinatorin. und 2020 rund zwei Milliarden Euro für eine „bessere Personalausstattung Ein Informatiker – seit Langem an der FHB von Hochschulen, ihre Unterstützung bei herbeigesehnt – konnte für die technische der Qualifizierung bzw. Weiterqualifizierung Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems gewonnen werden. Es werden zusätzliche Mathematik-Tutorien angeboten und studentische Projektreisen organisatorisch und finanziell unterstützt. So ging es dieses Jahr mit Studierenden nach Schottland, Lettland, Schweden und Polen. Demnächst startet im Studiengang BWL eine Projektreise nach

3,5

Projektdaten „Vielfalt in Studium & Lehre“ Projektleitung: Prof. Dr. Andreas Wilms, Vizepräsident Mitarbeiter: 6 Mitarbeiter (=3,5 Vollzeitstellen) Website/Kontakt: www.fh-brandenburg.de/vsl.html Fördervolumen: ca. 1,2 Mio. Euro Laufzeit: 11/2011 – 10/2016


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Und wie geht es weiter? Seit Juni 2013 liegt die Projektleitung beim Vizepräsidenten, Prof. Dr. Andreas Wilms. Damit tritt er in die Fußstapfen seiner Vorgängerin, Prof. Dr. Bettina Brüssel. Jedes Jahr wird eine Projektkonfe- Burger-Menzel, durch deren Einsatz dieses renz durchgeführt, auf der Studierende unter Projekt mit einem Fördervolumen von mehr anderem von diesen Projektreisen berichten als einer Million Euro akquiriert wurde. „Das Erbe dieses für die FHB wichtigen – zuletzt sehr bunt zu erleben am Projekts …“ nehme er gern an, so 12. Juni 2013 im Vorraum zur MenProf. Dr. Andreas Wilms auf der sa. Auch das Didaktik-Forum als Austausch- und Weiterbildungsdiesjährigen Projektkonferenz. Dank des Engagements vieler plattform für Lehrende findet Hochschulen Lehrender und Mitarbeiter bejährlich statt. In diesem Jahr werden gefördert stellten die Preisträger des FHBginnt sich „VSL“ im FHB-Alltag (1. Förderperiode) Lehrpreises ihre Ansätze zum zu etablieren. Durch die weitere kompetenzorientierten Prüfen Verankerung in den Fachbereivor. Es sind neue, fachbereichsübergreifen- chen wird es möglich, diese Chance für die de (Projekt-)Kooperationen entstanden, so Hochschule zu nutzen, gemeinsam die Studierstellen Studierende aus dem Fachbereich enbedingungen zu verbessern und bedarfsInformatik und Medien einen Imagefilm für gerechte Lösungen zu entwickeln. Und das das BWL-Projekt enactus. Neue, bedarfso- idealerweise in einer Form, die bis in „die Zeit rientierte Weiterbildungsangebote für Leh- nach dem Qualitätspakt“ hineinträgt.  rende werden entwickelt – als Folge von Diskussionen auf dem Didaktik-Forum. All diese Beispiele machen deutlich, was mit dem VSLProjekt möglich und ausbaufähig ist.

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Keine Angst vor Mathe! Text Heide Traemann Fotos Dr. Rainer Wulfert, Mirco Schoening

Sie sind die beiden Köpfe der Kurse: Dr. Reinhard Wulfert, promovierter Physiker, seit mehr als 15 Jahren im Fernstudiumgeschäft und seit 2004 beim AWW Projektmanager, Lektor, Organisator der Studienvorbereitungskurse Mathematik. Er betreut auch den Hochschulverbund Distance Learning. Dieser Verbund entwickelt, betreut und vermarktet Studienbriefe. Dazu gehören auch die Studienmaterialien des Vorbereitungskurses Mathematik. Mirco Schoening, Diplomkaufmann und seit

Qualität der Lehre beginnt schon vor dem Studium. Die FHB bietet deshalb zusammen mit der Agentur für wissenschaftliche Weiterbildung und Wissenstransfer (AWW) e. V. jedes Semester Studienvorbereitungskurse an – zum Beispiel für Mathematik. Wer nicht sicher ist, ob die eigenen Kenntnisse ausreichen, kann dies im Vorfeld online testen. 18 Jahren in der Lehre tätig. Seit 2005 ist er akademischer Mitarbeiter an der FHB und hier Dozent für Mathematik, Rechnungswesen und Volkswirtschaftslehre. Er führt die Vorbereitungskurse Mathematik durch. Infocus sprach mit Ihnen. Sie bieten jedes seit 2006 jedes Jahr zu jedem Semesterstart den Studienvorbereitungskurs Mathematik an. Warum?

Wulfert: Weil wir immer wieder feststellen, dass viele Studienanfängerinnen und -anfänger schon zu Beginn des Studiums Schwierigkeiten bekommen mit den Anforderungen. Ausgangspunkt war der Brief von dem damaligen Präsidenten Prof. Dr. Janisch, der die jungen Leute „fit machen“ wollte für die Hochschule. Er ist also der „Vater der Kurse. Schoening: Die Methodik und Sprache der Vorlesungen, die Hochschulmathematik, unterscheidet sich doch stark von den Methoden


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Die Grundlagen aus der Schule müssen sie sicher beherrschen. Mirco Schoening

der Schulen. Für die Vorlesungen müssen die Studierenden die Grundlagen aus der Schule sicher beherrschen. Nur so können sie auch die Mathematikkurse an der Hochschule bestehen. Das üben wir. Wulfert: Übungen und Aufgaben sind dabei ganz wichtig. Schon jetzt liegt der Übungsanteil in den Kursen bei rund 60 %. Die Teilnehmer wünschen sich aber oft noch mehr Rechenaufgaben. Wie ist der Kurs organisiert? Wulfert: Derzeit setzt sich der Kurs aus 24 Stunden Präsenzunterricht, Selbststudium und Online-Betreuung zusammen. Ganz wichtig ist: Dieser Kurs kann auch berufsbegleitend absolviert werden. Die Präsenzstunden verteilen sich auf mehrere Abende oder Wochenenden. Wir bieten den Kurs nicht nur in Brandenburg an der Havel, sondern auch an der Präsenzstelle in Pritzwalk an. Schoening: Die Teilnehmer erhalten zwei von mir verfasste Studienbriefe, die im Prinzip durch das Programm führen. Darin sind auch Exkurse und weiterführende Themen, so dass sich die Teilnehmer auch – bei Bedarf – tiefer mit einzelnen Themen befassen können. Behandelt werden unter anderem mathematische Grundbegriffe, Zahlenbereiche, Gleichungen und Gleichungssysteme, Differential- und Integralrechnung. Die Themenzusammenstellung resultiert aus jahrelanger Erfahrung in der Hochschullehre und den dort erfassten Defiziten.

Wulfert: Dabei entwickeln wir uns methodisch ständig weiter. Schoening: Wir haben bereits 2 mal an der Fachtagung des Kompetenzzentrums für HS-Didaktik der Mathematik (khdm) teilgenommen und dort viele interessante Anregungen und Ideen mitgenommen. Vor allem der Austausch mit den Fachkollegen über die unterschiedlichen Phasen der MathematikLehre in der Schule und im Studium war sehr interessant. Hilfreich für die eigene Arbeit ist das Kennenlernen neuer Unterrichtsmethoden und didaktischer Ansätze. In meiner eigenen Lehre habe ich davon einiges integrieren können. Einen Schwerpunkt lege ich seitdem auf die Arbeit mit Musterlösungen. Hierbei werden den Studierenden nicht einfach Musterlösungen vorgelegt, sondern gemeinsam mit ihnen erarbeitet. Als Dozent fungiere ich da eher als Moderator. Diese Ergebnisse werden von den Studierenden besser durchdrungen und können dann als Musterlösung für künftige Aufgaben gut verwendet werden. Wulfert: In diesen Tagen erscheint auch der erste Tagungsband mit einem Beitrag von uns: „Studienvorbereitungskurse Mathematik an der Fachhochschule Brandenburg“. Darin beschreiben wir die Entwicklung, Organisation und Durchführung der Kurse, sowie die didaktischen Ansätze und Erfahrungen aus den vergangenen Jahren.

Welche Rückmeldungen erhalten Sie von den Teilnehmern? Wulfert: Selbstverständlich werden die Kurse evaluiert und wir freuen uns über die Anregungen der Teilnehmer. Im Moment wünschen sich die Teilnehmer mehr praktische Übungen – was wir auch so weit wie möglich umsetzen – ebenso wie weitere Wünsche. Ein Beispiel ist eine Lernplattform, in der wir mehr und mehr Aufgaben einstellen. Schoening: Viele Schülerinnen und Schüler kommen mit Angst vor den Mathevorlesungen zu uns. Das kann zu regelrechten Lernblockaden führen. Diese Angst wollen und können wir ihnen nehmen, indem wir zeigen, wie logisch Mathematik aufgebaut ist und dass sie auch Spaß machen kann. Im Gegensatz zur Schule können wir mathematische Instrumentarien anhand vieler praktischer Problemfälle besprechen. Damit wird das Verständnis deutlich verbessert. Für wen ist der Kurs? Schoening: Unsere Zielgruppen sind Studienanfänger – auch von anderen Hochschulen, Schüler, die sich auf die Abiturprüfung vorbereiten, Auszubildende und interessierte Berufstätige. Im vergangenen Jahr war sogar ein Rentner dabei. Vielen Dank und viel Erfolg und Spaß bei den weiteren Kursen!  

Der Kurs kann berufsbegleitend absolviert werden. Dr. Reinhard Wulfert


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Das Mechatroniklabor für zu Hause

Text Heide Traemann Fotos Klemens Theus, FHB

Berufsbegleitend studieren – Best practice Klemens Theus, 47, gelernter Fertigungstechniker, Anlagenfahrer und stellvertretender Schichtleiter bei der Kronoply GmbH. Verheiratet, zwei Kinder. Seit März 2013 hat er ein eigenes kleines Mechatroniklabor zu Hause und lötet Schaltungen an Platinen. Alles im Rahmen seiner Weiterbildung an der Fachhochschule Brandenburg.

Es geht mir nicht um Aufstiegschancen oder Geld. Das mache ich für mich, damit ich nicht einroste. Klemens Theus

Wenn Klemens Theus um 15 Uhr von der Frühschicht nach Hause kommt, ist für ihn noch lange nicht Feierabend. Nach einer kurzen Kaffeepause setzt sich der gelernte Fertigungstechniker an seinen Schreibtisch und lernt – ein bis drei Stunden täglich, bis zum Abendessen mit seiner Familie. Seit März 2013 macht der die Weiterbildung „Mechatroniklabor für zu Hause“, ein neues, innovatives Angebot des AWW e. V. und der Fachhochschule Brandenburg. Der Kurs richtet sich an Angestellte in technischen Berufen, die sich in der Entwicklung von Anwenderprogrammen für Microcontroller und deren Anpassung an Schaltungen weiterbilden wollen und vermittelt die theoretischen Grundlagen, einfache Mikrocontroller-Schaltungen zu entwerfen, zu realisieren und für diese Software in C und C++ zu entwickeln. Konzipiert ist die Weiterbildung ist als PC-basierter Selbstlernkurs mit wöchentlich neuen, aufeinander aufbauenden Teilmodulen. Ergänzt werden die theoretischen Inhalte durch praktische Übungen – und das ist neu und einmalig: ebenfalls von zu Hause aus. Dafür stellt die AWW den Studierenden leihweise einen Koffer mit Mikrocontroller-Hardware zur Verfügung, das Mechatroniklabor für zu Hause. Wissenschaftliche Leitung und fachliche Koordination der Weiterbildung liegen bei Prof. Dr.-Ing. Guido Kramann. Er unterrichtet seit 2008 an der Fachhochschule Brandenburg

Klemens Theus bei seiner Weiterbildung mit dem Mechatroniklabor für zu Hause an seinem Schreibtisch


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Damit können wir erstmals echte berufsbegleitende Weiterbildung im technischen Bereich anbieten. Prof. Dr.-Ing. Guido Kramann

Objektorientierte Programmierung (OOP), Echtzeitsysteme sowie Mikrocontroller-, Regelungs- und Simulationstechnik. „Diese Weiterbildung ist eine echte Perspektive für Angestellte in technischen Berufen“, so Kramann. „Mit unserem Mechatroniklabor für zu Hause können wir das erste Mal eine echte berufsbegleitende Weiterbildung im technischen Bereich anbieten – denn auch die Dinge, die sich sonst nur in Laboren an der Hochschule vermitteln lassen, können sich die Studierenden nun zu Hause aneignen, wann und wo sie wollen.“ Und gerade die praktische Arbeit – also funktionierende Microcontroller zu programmieren – ist bei dieser Weiterbildung besonders wichtig und motivierend. Dafür bekommen die Kursteilnehmer einen Koffer mit Hardware gestellt. Die Teilnehmer bauen

daraus selber ihre Schaltungen. Auf einer speziellen, internen Website finden sie die Programme für die Steuerung ihrer Schaltungen. Klemens Theus freut sich noch heute über seinen ersten selbst programmierten Microcontroller, der LEDs in einer bestimmten Reihenfolge zum Leuchten bringt. Durch seinen Schichtdienst ist er auf flexible Lernzeiten angewiesen. Wenn es seine Arbeitszeit zulässt, kommt er aber auch an die Fachhochschule Brandenburg und nimmt dort an den Vorlesungen teil. „Das ist doch ein ganz anderes Lernen. Insbesondere der persönliche Kontakt, der Austausch mit Professor Kramann und den anderen Studierenden ist hilfreich. Man kann Fragen stellen und ist wieder motivierter für das Selbststudium.“ Aber auch darüber hinaus hat er alle Möglichkeiten des Austausches genutzt: egal ob Telefon, Mail oder persönliche Sprechstunde. Aber warum nimmt er die Dreifachbelastung Beruf – Familie – Weiterbildung überhaupt auf sich? Klemens Theus: „Vor zwei Jahren habe ich meine vorherige Weiterbildung beendet. „Jetzt musste ich wieder etwas tun, um auf den Stand zu bleiben“. In der Zeitung hat er vom neuen Angebot des AWW e. v. und der Fachhochschule Brandenburg gelesen – und sich sofort gemeldet. Weitere Unterlagen und Informationen kamen per Telefon und per Post. „Das war alles reibungslos und unproblematisch. Die Damen beim AWW haben mich sehr unterstützt. Am

Ende konnte ich die Weiterbildung sogar über den Bildungsgutschein finanzieren“, freut sich Theus. Der Bildungsgutschein ist eine schriftliche Zusage der Arbeitsagentur, die Kosten einer Aus- und Weiterbildung zu übernehmen. Wer die Voraussetzungen für eine Förderung der beruflichen Weiterbildung erfüllt, hat Anspruch auf einen Bildungsgutschein, der bei einem zugelassenen Bildungsträger freier Wahl eingelöst werden kann. Auch die Kostenübernahme durch das Amt ist ein Grund dafür, warum die Familie bedingungslos hinter ihm steht. „Ohne ihre Unterstützung würde ich das nicht schaffen“, sagt Theus. „Sie geben mir die Kraft, aber auch die Zeit für meine Weiterbildung.“ Sicher wissen sie auch, dass es Klemens Theus ohne diese Extra-Herausforderung nicht lange aushalten würde: „Es geht mir nicht um Aufstiegschancen im Job oder mehr Geld. Das mache ich für mich, damit ich nicht einroste“, stellt er klar. Keine Überraschung, dass sich Klemens Theus schon wieder nach der nächsten Weiterbildung umschaut. 


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Wo stehen wir, wo geht es hin? Die Anerkennung beruflich erworbener Kompetenzen wird seit Jahren diskutiert und mehr und mehr in die Hochschulen implementiert. Auch an der FHB. Text: Ursula Schwill, Eva Friedrich Fotos: HRK-nexus, Florian Gröblinghoff

Die FHB hat sich hier mit dem Projekt „Weitersehen – Weiterbilden – Weiterkommen“ einen echten Namen gemacht. Auch deshalb saßen Projektleiterin Ursula Schwill und Björn Noeske, Student des berufsbegleitenden Bachelorstudiengang BWL, auf der HRK-Tagung „Anrechnung beruflich erworbener Kompetenzen – wo stehen wir, wo geht es hin“ am 3. Juli in Berlin mit auf dem Podium. Obwohl die Hochschulen zunehmend Studiengänge anbieten, in denen beruflich erworbene Kompetenzen individuell, pauschal und kombiniert angerechnet werden können, verfügen sie noch nicht über ausreichend Erfahrungen, konkrete Anrechnungsverfahren sind viel zu wenig bekannt. Grund genug für das HRK-Projekt nexus, eine bundesweite Konferenz einzuberufen um Erfahrungen auszutauschen, Bilanz zu ziehen und einen Ausblick zu wagen. Im Mittelpunkt die Fragen: Welche Konzepte und Modelle der Anrechnung von beruflich erworbenen Kompetenzen haben sich bewährt? Wie wird die Anrechnung von beruflich erworbenen Kompetenzen erfolgreich umgesetzt und welche Rahmenbedingungen müssen an Hochschulen dazu gegeben sein? Was sind die größten Hürden und Schwierigkeiten im Zusammenhang der Anrechnung von beruflich erworbenen Kompetenzen? Neben den beiden FHB-Vertretern Ursula Schwill und Björn Noeske waren Prof. Dr. Anke Hanft (Uni Oldenburg), Dr. Walburga Freitag (DZHW) sowie Prof. Dr. Michael Lent (Hochschule Niederrhein) auf dem Podium und beantworteten Fragen der Anrechnung

Das ist eine tolle Möglichkeit, das Studium effektiv zu verkürzen. Björn Noeske

beruflicher Kompetenzen auf ein Hochschulstudium. Besonders interessant für das zahlreich vertretene Fachpublikum aus der ganzen Bundesrepublik waren die Qualitätssicherung der Verfahren und die Frage, warum Hochschulen die Verfahren nicht wesentlich stärker nutzen. Dabei wurden ganz unterschiedliche Ansätze der Anrechnungsverfahren diskutiert. Auch die Herausforderungen und die Chancen von Anerkennung waren Thema der Podiumsdiskussion. „In unserem Projekt „Weitersehen – Weiterbilden – Weiterkommen“ haben wir Verfahren entwickelt, die bestehenden gesetzlichen Vorgaben aus dem Hochschulgesetz in die Praxis umsetzen. Dabei lag der Fokus vor allem auf der Anerkennung von Aus- und Weiterbildungsabschlüssen aus der beruflichen Bildung“, so Ursula Schwill. „Es wurden pauschale und individuelle Anrechnungsverfahren entwickelt und in die Hochschule implementiert. Dazu gab es viele interessierte Fragen“. Zurzeit profitieren die Studierenden des berufsbegleitenden Bachelorstudiengangs Betriebswirtschaftslehre von den Ergebnissen. Allein im ersten Durchgang des Studiengangs wurden 138 individuelle Anrechnungsanträge gestellt und geprüft. Auch Björn Noeske gehört zu den Studierenden, die hier gleich mehrere Anträge gestellt haben, denn er kann neben einem Industrie-Meisterabschluss zahlreiche andere Kompetenzen aus Weiterbildungen und beruflicher Praxis vorweisen. Aus den Erfahrungen mit diesem

Kampagnen und Projekte zum Thema: Bundesministerium für Bildung und Forschung: Ankom – Anrechnung beruflicher Kompetenzen auf Hochschulstudiengänge, 2005 – 2011 Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg Innopunkt-Kampagne „Mehr Durchlässigkeit in der Berufsbildung – Brandenburg in Europa“, 2009 – 2012 Das Projekt der Fachhochschule in dieser Kampagne war: „Weitersehen – Weiterbilden – Weiterkommen“, Projektverantwortlicher: Prof. Dr.-Ing. Hartmut Heinrich; Projektleiterin: Ursula Schwill Bundesministerium für Bildung und Forschung: Ankom – Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung, 2012 – 2014 Das Projekt der Fachhochschule in dieser Kampagne ist: „Einsteigen – Zusteigen  – Aufsteigen“, Projektverantwortlicher: Prof. Dr. Jürgen Schwill, Projektleiterin: Ursula Schwill


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Der Arbeitsaufwand muss effizienter gestaltet und die Prozesse nachhaltig implementiert werden. Ursula Schwill

Es lohnt sich für die Hochschule, die so hochmotivierte Studienanfänger bekommt. Ursula Schwill

Verfahren hat er lebendig auf der Tagung berichtet. Besonders interessierte die Fachgemeinde, ob auch Anträge abgelehnt wurden (Ja) und mit welcher Begründung (Niveau des Weiterbildungsmoduls nicht äquivalent zum Niveau des Hochschulmoduls). Auch im zurzeit laufenden FHB-Projekt „Einsteigen – Zusteigen – Aufsteigen“ der BMBF-Initiative „Ankom – Übergänge von der beruflichen in die hochschulische Bildung“ sind die Anrechnungsverfahren wieder ein Thema in der Fachhochschule. Ursula Schwill und ihr Team überarbeiten die bisher praktizierten pauschalen und individuellen Anrechnungsverfahren und stellen die Prozesse innerhalb der Hochschule und in der Kommunikation zu den Studierenden sicher. Dabei gilt

der berufsbegleitende Bachelorstudiengang BWL als Pilotstudiengang, um zu testen, inwieweit die Verfahren auf andere Studiengänge der FHB übertragen werden können. Die Vorteile der Anerkennung beruflicher Kompetenzen liegen insbesondere in der Möglichkeit, das Studium für beruflich Qualifizierte zu verkürzen oder die Arbeitsbelastung in den Semestern zu verringern. Die Akzeptanz der beruflichen Bildung als Bestandteil ihrer persönlichen Bildungsbiographie ist für viele berufserfahrene Studierende wichtig. Zu wissen, dass Kompetenzen unabhängig vom Ort des Erwerbs in der Hochschule Anerkennung finden, empfinden sie als sehr positiv. Als nachteilig wurde auch in der Diskussionsrunde

in Berlin der hohe Aufwand für die Hochschulen eingeschätzt, die Anrechnungsverfahren rechtssicher und effizient in den Prozessen zu gestalten. Daneben muss auch auf die Qualität der Durchführung geachtet werden, dass nicht ohne Prüfung Kompetenzen einfach anerkannt werden oder im Gegenteil Ablehnungen aufgrund von Vorurteilen („Berufliche Bildung ist nichts wert“) zustande kommen. Nach vier Jahren Praxis mit Anrechnungsverfahren zieht Ursula Schwill ein – vorläufiges – Fazit: „Es lohnt sich, für die Studierenden und die Hochschule, die so hochmotivierte Studienanfängerinnen und -anfänger in dem berufsbegleitenden Studiengang bekommen. Aber der Arbeitsaufwand muss effizienter gestaltet werden und die Prozesse nachhaltig in die Hochschule implementiert werden. Daran arbeiten wir.“ Studierende wie Björn Noeske sagen „Danke“. 


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Jedes Semester des Studiums steht unter einem bestimmten Stern. Prof. Dr. Susanne Busse

Projektorientiertes Arbeiten wird im Fachbereich Informatik und Medien großgeschrieben. Dient das projektorientierte Studium zu Beginn des Bachelorstudiums vor allem der Sozialisierung und Teambildung der jungen Studierenden, steht im Masterstudium die wissenschaftliche Bearbeitung von Forschungsfragen im Vordergrund.

Text Susanne Busse Fotos FHB

Das Forschungs-/Projektstudium wurde beim Entwurf des Masterstudiengangs Digitale Medien als auch der Neuorganisation des Masterstudiengangs Informatik als fester Bestandteil im Studienplan verankert und startete in dieser Form zum WS 2010/11. Über drei Semester hinweg bearbeiten Studierende in kleinen Gruppen verschiedenste Projekte und können idealerweise daran auch gleich ihre Masterarbeit anknüpfen. „Das Forschungs-/Projektstudium bringt alle zusammen“, so Prof. Dr. Susanne Busse, Dekanin des Fachbereichs Informatik und Medien. „Kollegium, Studierende verschiedener Jahrgänge aus Master und Bachelor, Projektmitarbeiter und Partner aus Wissenschaft und Wirtschaft – wie können wissenschaftliche Fragen besser bearbeitet werden?“ Das Themenspektrum umfasst alle Schwerpunkte des Fachbereichs, da ein großer Teil des Kollegiums das Forschungs-/Projektstudium


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Learning By Doing Forschungs-/Projektstudium im Fachbereich Informatik und Medien

unterstützt. Aufgegriffen werden insbesondere Fragestellungen aus Forschungsprojekten und Kooperationen mit Unternehmen, so dass die Studierenden unmittelbar mit laufenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Berührung kommen. Prof. Dr. Susanne Busse: „Jedes Semester des Forschungs-/Projektstudiums steht – unabhängig vom Thema des Projekts – unter einem bestimmten Stern: im ersten Semester vertiefen die Studierenden ihre Projektmanagement-Fertigkeiten anhand des eigenen Forschungsprojekts, im zweiten Semester werden die bisherigen Ergebnisse in einem wissenschaftlichen Paper dokumentiert bevor danach jeder Studierende eine längere wissenschaftliche Arbeit in Form einer Studienarbeit verfasst.“ Dazu gehören aber auch auf diesen Aufgaben abgestimmte Veranstaltungen zum Projektmanagement und zum wissenschaftlichen Arbeiten. Mit dem Forschungs-/Projektstudium, das in diesem Jahr mit dem FHB-Lehrpreis ausgezeichnet wurde, verfolgt der Fachbereich Informatik und Medien das Ziel, Forschung und Lehre konsequent miteinander zu verknüpfen, das Interesse an der Wissenschaft als auch eine wissenschaftliche Arbeitsweise bereits im Masterstudium zu fördern, indem den Studierenden auch eine längere und vertiefte Beschäftigung mit einem Forschungsthema ermöglicht wird. Eine Rechnung, die aufgegangen zu sein scheint, wie etwa die steigende Zahl von Veröffentlichungen zeigt, an denen Masterstudierende beteiligt sind – auf internationalen Konferenzen als auch nationalen Workshops wie der NWK 14. 

Das bringt alle zusammen – wie können wissenschaftliche Fragen besser bearbeitet werden? Prof. Dr. Susanne Busse

Und was gefällt den angehenden M.Sc am Master-Studium im Fachbereich Informatik an der FHB? Möglichkeit, erste Paper zu veröffentlichen Eigenständiges Arbeiten Projektschiene + Betreuung Forschungsprojekt super Projektorientierung Einbindung in Forschungsprojekte


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Schlaflos in Amsterdam Text Prof. Dr. Robert U. Franz, Julia Klein Fotos FHB

und bietet Entwicklern, Partnern und Kunden der SAP die Gelegenheit, ihr entwicklerisches Können unter Beweis zu stellen und sich dabei mit anderen Teams zu messen. Bereits 2012 war die FHB auf der InnoJam – damals in Madrid – vertreten, es war das erste Jahr, in dem auch Studierende ausgewählter Hochschulen teilnehmen durften. Ihre Fähigkeiten stellten die Studierenden damals direkt unter Beweis: Die FHB-Studenten waren im Gewinnerteam vertreten und Mit einer Reise nach Amsterdsam durften auf der direkt folgenden Hauptkonferenz SAPPHIRE/Teassoziiert man eigentlich eher Tulpen, Fahrräder und Coffeeshops chEd vor etwa 10.000 Zuschauern ihre Lösung präsentieren. als einen Programmierwettbe2013 drehte sich alles um das werb. Aber: so ein Wettbewerb Teilnehmer Thema „Me, My Health and the führte eine Gruppe Studierender der FHB Anfang November in die Medicine“. Unter diesem Motto Hauptstadt der Niederlande. entwickeln die Teilnehmer auf Begleitet wurden die Wirtschaftsinforma- den neuesten Technologien einen Prototyp, tiker aus Bachelor und Master dabei von Prof. der am Ende der zur Verfügung stehenden Dr. Robert U. Franz, um an der InnoJam teil- Zeit demonstriert wird. Allein dieser muss zunehmen. Die InnoJam wird jährlich im Vor- überzeugen, „denn Powerpoint ist bei der Abfeld zur SAP TechEd Konferenz veranstaltet schlusspräsentation streng verboten“, erzählt

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Martin Drewes, einer der fünf Teilnehmer der durch Hardcore-Programmierer realisiert. FHB. Entwickelt wird dabei für verschiedene Mindestens genauso wichtig sind SpeziaEndnutzergeräte, wie Laptop, Smartphone listen für Benutzeroberflächen, Design von und Tablet. „Am Ende entsteht ein Produkt, Beispielfällen und Daten und natürlich gute das „dem Arzt eine bessere Behandlung er- Präsentationskünstler. möglichen oder die Anwender selbst besser 30 Stunden klingen wenig, können sich jeihren Gesundheitszustand optimieren lässt“, doch durchaus in die Länge ziehen, daher wurbeschreibt Louisette Carole Tatmi die Auf- de jedes Teammitglied gebraucht. Schlappgabe. Unterstützend wirken dabei nicht nur machen galt nicht. Zur Entspannung standen Technologien der SAP, sondern auch anderer Sitzsäcke bereit, aber auch koffeinhaltige namhafter Unternehmen wie MiWachmacher, wie Cola und Kafcrosoft und RIM. fee wurden, ganz entgegen dem Entwickelt wurde innerMotto, angeboten. „Das Oberthema lies sich also nicht immer auch halb kürzester Zeit. 30 Stunden prima in der Praxis leben“, grinst standen zur Verfügung, dafür Stunden Philipp Schmadtke. versammelten sich in diesem Entwicklungszeit Am Ende der 30 Stunden stanJahr 130 Teilnehmer, die in zehn

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Teams aufgeteilt wurden. Gearbeitet wurde professionell und strukturiert. Anfangs fand eine „Design-Thinking-Phase“ statt. In dieser wurden Probleme herausgefiltert, für die im weiteren Verlauf Lösungen benötigt wurden. Danach ging es in die Umsetzung. Und die wurde nicht nur

den die Präsentation der Prototypen und natürlich die Siegerehrung. Der Hauptpreis ging zwar nicht an ein Team mit Studierenden der FHB, andere Preise wurden trotzdem mit nach Hause genommen. In den Bereichen Creativity, Viability, Feasibility gab es Auszeichnungen, ebenso im

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Blackberry Contest. Eine weitere Ehre wurde den Studierenden dadurch zu Teil, dass eines ihrer Teammitglieder an einem Interview auf der TechEd teilnehmen durfte. Die TechEd ist nicht nur gut besucht, sondern wird auch weltweit übertragen.   Das Interview mit Stefan Hanke steht online zum Abruf bereit auf: (http://events.sap.com/teched/en/session/8808). Lust, beim nächsten Mal dabei zu sein? Infos und Anmeldung bei: Prof. Dr. Robert U. Franz, Fachbereich Wirtschaft.


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Jahrbuch 2012/13

Investition in Ihre Zukunft

Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Herzlichen Glückwunsch unseren Absolventinnen und Absolventen des Jahrgangs 2012/13 des Fachbereich Wirtschaft.

Die Welt zu Gast in Brandenburg

Jahrbuch 2012/13 der Absolventinnen und Absolventen des Fachbereich Wirtschaft

Zehntes Diploma Event im Fachbereich Informatik und Medien

275 Studierende aus dem Ausland verändern langsam das Bild auf unserem Campus: mit rund 9,42% ausländischen Studierenden braucht sich die Fachhochschule Brandenburg bei einem FH-Bundesdurchschnitt von 9,4% (Quelle: Wissenschaft Weltoffen 2013) nicht zu verstecken. Aber wir wollen weiterhin unsere Attraktivität steigern und das Vorurteil gegenüber dem Prinzip „Fachhochschule“, das es noch in einigen Ländern gibt, überzeugend entkräften. Dies gelingt uns am besten vor Ort – auf unserem Campus. In diesem Jahr folgten am Tag der offenen Tür zwei Gruppen von Studieninteressierten der Einladung des ZIS, die FHB einem Praxischeck zu unterziehen. Insgesamt neun chinesische StudienbewerberInnen vom Studienkolleg Köthen, die sich dort momentan in der Studienvorbereitung befinden und 22 Studieninteressenten aus Bangladesch und Tunesien, die gegenwärtig an unserer Partner-Sprachschule EurasiaInstitut in Berlin Deutsch lernen, nutzten diese Chance und wurden nicht enttäuscht. Die BesucherInnen wurden in den Fachbereichen herzlich empfangen und sogar persönlich durch die Präsidentin der FH Brandenburg begrüßt. Eine Woche später luden wir eine Gruppe des Deutschkurses der Universität Potsdam zu uns ein. Auch dieser Nachmittag überzeugte, sogar bis zu dem Entschluss, dass diese kleine Fachhochschule mit ihrem praxisnahen Studienangebot doch eine Alternative ist zu dem bisherigen Lebensplan, sich an einer großen Berliner Uni einzuschreiben … Unsere erste immatrikulierte ausländische Studentin für das WS 2013/14 hat sich an jenem Nachmittag für ein Studium an der FH Brandenburg entschlossen.

Im Jahr 2013 hat der Fachbereich Wirtschaft (FBW) erstmals ein Jahrbuch seiner Absolventinnen und Absolventen veröffentlicht. Der FBW bedankt sich herzlich beim Career Service der FHB für die Unterstützung bei der Realisierung eines Jahrbuches. Die Möglichkeit, sich in der ersten Ausgabe darzustellen, hatten die Studierenden, die zwischen dem 15. Mai 2012 und 14.05.2013 ihr Studium am FBW der FHB abgeschlossen haben. Sei es nun in BWL oder der Wirtschaftsinformatik, den weiterbildenden Studiengängen Technologie- und Innovationsmanagement und Security Management oder im Fernstudiengang BWL. Mit Foto und Details zu sich selbst können sie sich ihren Mit-Studierenden noch einmal präsentieren und - umgekehrt - von diesen ein zusammenhängendes Bild gewinnen. Ich bin sehr dankbar, dass viele der Kommilitoninnen und Kommilitonen die Chance hierzu ergriffen haben und würde mich freuen, wenn in den Folgejahren sich das Bild noch mehr vervollständigen würde. Vielleicht hat der eine oder andere bereits die Erfahrung im Anschluss an die Schulzeit gemacht: sich an gleichfalls Ehemalige zu erinnern und Fäden wieder aufzunehmen, kann sehr spannend, nützlich und erfolgreich sein. Das kann sich auch im Berufsleben auswirken - oder erst sehr viel später, irgendwann einmal. Viel Spaß beim Stöbern im Jahrbuch der Absolventinnen und Absolventen!

„Wir sind sehr stolz auf unsere Studierenden und wünschen Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles Gute. Ich bin sicher, dass sie gut gerüstet sind für ein erfolgreiches Berufsleben“. Mit diesen Worten verabschiedete Dekanin Prof. Dr. Susanne Busse beim Zehnten Diploma Event des Fachbereiches Informatik und Medien in diesem Jahr 119 Studierende in die Wirtschaft oder ein weiterführendes Studium. Ende September wurden ihnen im Audimax im Rahmen einer Abschlussfeier mit Festreden und Buffet ihre Zeugnisse überreicht. Neben Eltern und Freunden der Absolventinnen und Absolventen nahmen auch verschiedene Mitglieder des Fachbereiches so wie der Vizepräsident für Lehre und Internationales, Prof. Dr. Andreas Wilms, und Prof. Dr. phil. Barbara Wiesner teil. Sie ist ehemalige Dozentin des Fachbereiches und hatte die Veranstaltung vor zehn Jahren ins Leben gerufen. Einen guten Start ins Berufsleben wird den Studierenden nicht nur durch die projektorientierte Ausbildung gesichert, sondern auch durch die praxisnahen Abschlussarbeiten. Dazu äußerte Prof. Dr. Susanne Busse: „Wie relevant unser Themenspektrum für die Praxis ist, zeigt sich immer wieder in den Abschlussarbeiten unserer Studierenden, die überwiegend in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft bearbeitet wurden.“ Am Diploma Event teilnehmen kann jeder Studierende des Fachbereiches Informatik und Medien, der im Zeitraum des letzten Jahres seinen Abschluss erreicht hat. Nicht zuletzt durch ihre guten Leistungen zählt der Studiengang Informatik zu den Top Drei im CHE Ranking deutscher Fachhochschulen.


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Kurz und Knapp Die niederländische Zusammenarbeit geht in die zweite Runde Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt mit der Fontys University of Applied Sciences aus Venlo im Wintersemester 2012/13 kommen erneut niederländische Studierende zum Studium an die FHB. Vier NiederländerInnen werden vor Beginn der Vorlesungen des Wintersemesters 2013/14 zunächst drei Wochen in einem Intensivkurs ihre Kenntnisse in der deutschen Sprache und Kultur vertiefen. Während des Semesters besuchen sie einen Spezialkurs in Wirtschaftsdeutsch und Kurse aus dem Fachbereich Wirtschaft. Ziel des Projektes ist die Vorbereitung niederländischer Studierender auf den Berufseinstieg in Deutschland.

Studieren wird individueller

Hochschulverbund Distance Learning vergibt Bildungspreise

Wie werden wir in Zukunft studieren? Alvaro André von der Apollon-Hochschule Mit dieser Frage beschäftigten sich die bei- der Gesundheitswirtschaft GmbH in Bremen den Studien „Karrierewege fördern“ und und Milla Ruppert von der Hochschule Wis„Dual – Lokal – Regional“. mar sind die Preisträger des erstmalig ausgeDie Ergebnisse zeigen deutlich: Der Bedarf schriebenen HDL-Bildungspreises. Der Fokus an individuellen Studienangeboten steigt. des Preises auf berufsbegleitend Studierende, Aktuell gibt es im Land Brandenburg ledig- die unter erschwerten Bedingungen erfolglich vier duale Studiengänge an staatlichen reich neben dem Beruf studieren. Hochschulen. Damit bildet Brandenburg das Alvaro André kam mit 16 Jahren als AsySchlusslicht unter allen Bundesländern. In lant alleine aus Angola nach Deutschland. der Studie „Duales Studium in Brandenburg“ Nach dem Hauptschulabschluss absolvierte finden sich Antworten unter anderem auf er die Fachhochschulreife und machte eine die Fragen: Welche Faktoren haben die Ein- Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenführung dualer Studiengänge im Land bisher pfleger. Neben seiner Vollzeit-Berufstätigkeit erschwert? Welche Rahmenbedingungen för- studiert er seit Ende 2008 an der Apollondern ein duales Studium? Welche Auswirkun- Hochschule Gesundheitsökonomie in einem gen kann ein derartig konzipiertes Studium berufsbegleitenden Fernstudium und plant auf die Fachkräfteausbildung und -bindung im seinen Abschluss für den Herbst 2013. Dabei Land Brandenburg haben? Haben kleine und begleitet und unterstützt er neue Studierende mittelständische Unternehmen überhaupt Be- als Mentor. Sein Ziel ist es nach Ende seines darf an dualen Studienangeboten? Und: Wel- Studiums nach Angola zurück zu kehren, um che Anforderungen haben die Unternehmen dort an der Verbesserung des Gesundheitsan ein solches Studienangebot? wesens und der Therapiemöglichkeiten mitzuZiel der Studie „Karrierewege fördern“ ist es, wirken. In seiner Bachelorarbeit behandelt er geeignete Formate, Strukturen und Service- die strategischen Strukturen zur Bekämpfung leistungen der Fachhochschule Brandenburg von Tuberkulose in Angola. aus der Sicht von Unternehmen der Region Milla Ruppert kam 1990 nach einem StudiNordost-Brandenburg zu eruieren. Themati- um des Wirtschaftswesens aus Russland nach siert werden der regionale Fachkräftebedarf, Deutschland und fasste hier bei der Münch der Qualifizierungsbedarf, die Unterstützung Chemie International GmbH Fuß. Nach einem durch die Hochschule sowie die Leistungen Zertifikatskurs zum Thema Marketing. durch die Unternehmen selbst. Der vom Hochschulverbund Distance Learning (HDL) gestiftete Bildungspreis soll dazu beitragen, die gesellschaftliche und ökonoWeitere Informationen zu den beiden Studien: mische Notwendigkeit und Relevanz berufsbegleitenden Studierens einer noch breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen.

Studierende gegen Cybermobbing Im Rahmen der studentischen Organisation ENACTUS rief eine Gruppe Studierender ein Projekt zur Eindämmung und Prävention von Cybermobbing ins Leben. Mit ihrem Programm möchten sie Grundschullehrerkräfte über den sicheren und bewussten Umgang mit dem Internet aufklären. Für dieses Coaching hat die Gruppe auch eine Schulungsbox zusammengestellt. Weiter Informationen gibt es auf der Webseite der Gruppe: http://cybermobbing-aufklaerung.de/ Immer mehr Deutsche gehen zum Studieren ins Ausland Nach einer jährlich durchgeführten Erhebung des Statistischen Bundesamtes studieren immer mehr Deutsche im Ausland. Die beliebtesten Gastländer sind Österreich, die Niederlande, Großbritannien und die Schweiz. Besonders stark stieg die Zahl der deutschen Studierenden in Portugal, Rumänien, der Türkei und China. Wissenschaftspreis 2013 für Masterarbeit Raoul Kirmes hat für seine Masterarbeit „Private IT-Forensik und private IT-Ermittlungen; zwei Seiten einer Medaille?“ im Studiengang Security Management des FBW den Wissenschaftspreis 2013/Förderpreis der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD) gewonnen. Herzlichen Glückwunsch! FHB-Doktorand gewinnt Forschungsförderungspreis Ein weiterer Preisträger: Michael EbertSpiegel steht mit dem Gewinn des EWM-Awards 2013 im Rampenlicht der Fachöffentlichkeit. Im Rahmen der Eröffnungsfeier der „Schweissen & Schneiden“ erhielt er den mit 30.000 Euro dotierten Forschungsförderungspreis „Physics of Welding“. Herzlichen Glückwunsch!


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Leben

Aus der Ferne in die Ferne Weltb端rger an der FHB

Text Zis, Jean Marie Gaping Bilder Anett Geithner, Michael Ehrlich, Jean Marie Gaping


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Viele Mitarbeiter und Studierende sind international unterwegs. Zwei ehemalige Mitarbeiter und einen Studierenden, die auf besondere Weise international mobil waren, wollen wir hier vorstellen.

Anett Geithner und Michael Ehrlich verstärkten als „Rückkehrer“ für ein knappes Jahr das Team des Zentrums für Internationales und Sprachen (ZIS) nachdem sie vorher fünf Jahre als DAAD-Lektoren in der Ukraine tätig waren. Erst Botschafter für Deutschland in der Ukraine, dann Botschafter für die Ukraine an der FHB – und mittlerweile ist Anett Geithner übrigens in ihrem neuen Job an der University of Rhode Island in den USA begeisterte „Botschafterin“ für die FHB … Seit zwei Jahren können auch außereuropäische Studierende am ERASMUSProgramm teilnehmen. Trotzdem blieb ein Andrang außereuropäischer Bewerber bei uns bisher aus. Verständlich vielleicht, denn schließlich befinden sich die Studierenden ja hier bereits im Ausland … Doch auch für sie ist das Programm eine gute Chance, ihren europäischen Wahlkontinent besser kennenzulernen. Jean Marie Gaping aus Kamerun, Master-Student im Fachbereich Wirtschaft, hat als erster die Gelegenheit ergriffen und studierte ein Semester an unserer Partnerhochschule in Lille, Frankreich.

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Leben

Fest-Vorbereitung in der Ukraine

Michael und Anett,

ihr habt jetzt mit Eurem Rückkehrstipendium vom DAAD hier an der FH Brandenburg im Zentrum für Internationales und Sprachen ein knappes Jahr gearbeitet. Wie seid ihr an die FH gekommen? M + A: Wir waren vorher fünf Jahre DAADLektoren in der Ukraine. Der DAAD vergibt an Lektoren, die länger als drei Jahre im Ausland außerhalb der EU an einer Hochschule tätig waren, ein sogenanntes Re-Integrationsstipendium. Dieses Stipendium ist mit einem Lehr- oder Forschungsauftrag bzw. mit verwaltungstechnischen und organisatorischen Aufgaben an einer deutschen Hochschule verbunden. Die vielfältigen Erfahrungen der DAAD-Lektoren waren für die Arbeit im ZIS Gold wert, so dass sie bei ihrer Verabschiedung zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden.

Verwirrend waren anfangs die Unmengen deutscher Schilderwälder. Anett Geithner

Und warum habt ihr gerade die FH Brandenburg ausgewählt? M + A: Das ZIS hatte auf der DAAD-Webseite ein Stellenangebot veröffentlicht, wonach im Rahmen des Integrationsstipendiums zwei Rückkehrer/innen für das ZIS bzw. Akademische Auslandsamt gesucht wurden und da haben wir uns beworben. Wie war das nach eurer Rückkehr nach Deutschland – hattet ihr es denn wirklich nötig, euch ins Leben in Deutschland wieder zu reintegrieren? M + A: Ja, natürlich. Genauso wie wir uns am Anfang unserer Tätigkeit in der Ukraine an das dortige Leben und die dortigen Realien gewöhnen mussten, so mussten wir uns nach fünf Jahren wieder an das Leben in Deutschland „rückgewöhnen“. Beispielsweise war es zunächst gewöhnungsbedürftig, dass plötzlich die ganz normalen Läden hier abends beizeiten schließen und man am Sonntag nicht mehr in den Supermarkt gehen kann wie in der Ukraine. Oder dass man das Wasser einfach wieder aus dem Wasserhahn trinken kann – Luxus pur! Verwirrend waren auch die Unmengen an deutschen Schilderwäldern – fast ausschließlich Verbotsschilder, die sich hier überall gegenseitig überbieten, und einem das Gefühl vermitteln, dass eigentlich so gut wie alles verboten ist.


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Die deutschen Studierenden sind viel selbständiger als die ukrainischen. Michael Ehrlich

Was war euer erster Eindruck von der FHB, als ihr Anfang September 2012 hierher kamt? M: Schöne kleine Uni, toller Campus. Aber wo sind die Studenten? Leere Gänge, leere Gebäude. Etwas gespenstisch. A: Der Weg vom Bahnhof zur FH. Zuerst dachte ich: „Bin ich denn hier richtig?“. Die Fahrt mit der Straßenbahn – fast museal! Welche Aufgaben hattet ihr im ZIS? M + A: Ganz verschiedene. Einige Projekte haben wir zusammen gemacht, andere Aufgaben getrennt voneinander erledigt. Anett hat z. B. im Wintersemester bei einer Gruppe niederländischer Studenten von der Fontys Hogeschool Deutsch unterrichtet und mit dieser Gruppe vielfältige Exkursionen in das Wirtschaftsleben Berlins und Brandenburgs durchgeführt. Michael leitete einen Kurs „Wissenschaftliches Schreiben“ für ausländische Studierende. Gemeinsame Projekte waren ein Ukraine-Abend und eine Photoausstellung in der Bibliothek.

Foto oben: Bäuerin in der Ukraine; Oben rechts: Beliebtes Motiv für Hochzeitsfotos: Die Kiev-Brücke Rechts: Die Krim, autonome Republik in der Ukraine

Welche Aufgaben hattet ihr in der Ukraine als DAAD-Lektoren? M + A: Zu unseren Aufgaben gehörten neben dem klassischen Deutschunterricht an unseren Gastuniversitäten die Studienberatung über den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland und Informationen zu DAAD-Stipendien. Ferner organisierten wir verschiedene Weiterbildungsseminare für die einheimischen Deutschlehrkräfte, initiierten DAAD-Alumnitreffen und waren Ansprechpartner in allen Fragen, die die Hochschullandschaft Deutschlands betreffen. An welchen Universitäten habt ihr unterrichtet? A: Ich war an der Metschnikov-Universität in Odessa, am Schwarzen Meer. M: Ich war dagegen in Donezk in der Ostukraine, dem ukrainischen Ruhrpott.

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Leben

Ich vermisse das Talent der Ukrainer, mit Ideenreichtum und Spontaneität zu improvisieren. Anett Geithner

Gibt es einen Unterschied zwischen deutschen und ukrainischen Studierenden? M + A: Ja, die deutschen Studierenden sind viel selbständiger als die ukrainischen. Das hängt aber auch damit zusammen, dass die ukrainischen Studierenden relativ jung (gleich nach der 11. Klasse, also schon mit 17 Jahren) an die Uni kommen. Außerdem ist die ukrainische Uni noch sehr verschult. Es gibt feste Studentengruppen, die vom ersten bis zum letzten Semester zusammenbleiben. Gibt es etwas, was ihr hier in Deutschland aus der Ukraine vermisst? M: Ehrlich gesagt – die Lebensmittel vom Markt. Bauernmärkte gibt es überall in der Ukraine, wo man von Privatleuten noch Obst und Gemüse kaufen kann, das auch nach Obst und Gemüse schmeckt. Oder Fleisch, z. B. von einem frisch geschlachteten Schwein, das hat dort einen ganz anderen Geschmack. A: Natürlich das Meer und das fast immer sonnige Wetter! Und das Talent der Ukrainer, mit viel Ideenreichtum und Spontaneität zu improvisieren, wenn die Gegebenheiten eben mal nicht so optimal sind, und das mit zumeist verblüffenden Ergebnissen!

P.S. Angeregt durch Anett Geithner war auch Annett Kitsche im Juni 2013 in Odessa zu einem einwöchigen Intensivrussischkurs. Sie nutzte diese Gelegenheit auch, um interessante Leute von der Polytechnischen Universität, der Zentralstelle für Auslandsschulwesen, des Bayrischen Hauses und auch den neuen DAAD-Lektor in Odessa zu treffen. Wer während oder nach seinem Studium Lust auf einen Zwischenstopp in Odessa hat (als Praktikant/in und/ oder Deutschlehrerassistent/in), kann sich gern an Frau Kitsche (kitsche@fh-brandenburg.de) wenden.

Theaterprobe in Gorlowka, im Osten der Ukraine, 47 km nördlich von Donezk

Jean Marie,

wieso haben Sie sich für ein Auslandsstudium in Frankreich entschieden? Zunächst aufgrund des dort angebotenen Masterprogramms, das mich wegen des großen Praxisanteils und der konkreten Projektarbeit in einem Unternehmen oder Verein interessiert hat. Auch gab es dort Kurse, die es hier in Brandenburg so nicht gibt – z. B. Kommunikation, Werbung und Promotion. Außerdem weil Frankreich ein Nachbarland ist und ich gerne einmal die französische Kultur kennenlernen wollte. Die Sprache war ein weiterer Motivationsgrund. Und dann vor allem, weil ich gerne noch eine weitere Auslandserfahrung sammeln wollte.


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Was waren die größten Unterschiede zwischen dem Studium in Deutschland und dem in Frankreich? Bei den Lehrveranstaltungen an der IAE Lille handelt es sich durchweg um vorlesungsartigen Frontalunterricht, bei dem der Lehrer ca. 3 Stunden vorträgt, mit nur einer 15-minütigen Pause zwischendurch. Die Studenten hören dabei zu und schreiben mit. Fast in jedem Kurs gibt es dann noch Praxisphasen, in denen Studenten in kleinen Gruppen von maximal vier Personen zusammen arbeiten. Ich fand den französischen Stil sehr anspruchsvoll und auch ein wenig stressig. Die Prüfungen finden in Lille in der Regel in einer einzigen Woche statt, in der alle Klausuren geschrieben werden – auch die Wiederholungsklausuren. Was haben Sie in Frankreich vermisst? Vermisst habe ich vor allem manche kleine Gewohnheiten, an die ich mich in Deutschland gewöhnt hatte, z. B. nach den Kursen gemeinsam Mittag essen zu gehen oder zusammen zu lernen. Solche Gewohnheiten machen mit den eigenen Freunden natürlich am meisten Spaß, auch wenn ich dort schnell Kontakte gefunden habe. Manchmal hatte ich sogar ein bisschen „zweites Heimweh“ …

Foto oben: Université de Lille 1. Ecole universitaire de Management (IAE Lille); Links: Flur zum International Office an der Universität Lille

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Ich bin aus diesem „zweiten“ Auslandsaufenthalt erwachsener zurückgekommen – und mit vielen neuen Freunden. Jean Marie Gaping

Was vermissen Sie hier, das Sie in Frankreich hatten? Die gute Atmosphäre an der IAE; die tollen Leute, die ich kennen gelernt habe und vor allem die Abende mit den anderen Erasmusund auch französischen Studierenden. Diese anderen Kulturen zu erleben! Auch die Stadt Lille hat mir sehr gut gefallen. Es ist eine liebenswerte, überschaubare Stadt mit attraktiven Freizeit- und Erkundungsmöglichkeiten. Die Stadtrundfahrten kann man einfach nicht vergessen! Was war Ihr lustigstes oder seltsamstes Erlebnis? Ich habe immer von Frankreich gehört, dass es dort auch im Winter wärmer sei als in Deutschland. Aber das stimmt nicht! Der letzte Winter war genauso winterlich wie in Deutschland mit Temperaturen bis -20 Grad und jeder Menge Schnee (bis 60 cm in manchen Straßen) ... Sehr seltsam! Was würden Sie anderen Studierenden empfehlen, die ein Auslandsstudium planen? Eine gute Vorbereitung ist das Wichtigste! Zum Beispiel bei der Wohnungssuche. Das ist die erste Herausforderung. Die Universität Lille bietet zahlreiche Wohnmöglichkeiten für ihre Studierenden an. Man bekommt eine Infomappe und kann schon von Deutschland aus ein Zimmer per Internet oder telefonisch reservieren. Und auch für die Sprache: Alle Vorlesungen und Veranstaltungen werden auf Französisch abgehalten. Deshalb sollte man vor dem Aufenthalt unbedingt Sprachkenntnisse haben. Und man sollte schon vor Beginn

des Studiums die Stadt kennenlernen. Ich war schon zwei Wochen früher in Lille. Während dieser Zeit habe ich viele Kontakte geknüpft und Besichtigungstermine vereinbart, Unitermine geklärt, Mobilfunkanbieter ausgesucht … Trotz finanzieller Schwierigkeiten kann ich allen Studierenden, auch den ausländischen, nur empfehlen ein Erasmus-Semester zu machen! Ich bin aus diesem „zweiten“ Auslandsaufenthalt noch erwachsener zurückgekommen und mit vielen neuen Freunden im Herzen, die zu einer richtigen Familie geworden sind: Franzosen, Spanier, Marokkaner, Belgier, Senegalesen, Rumänen, Chinesen, Vietnamesen, ... Erasmus war für mich mehr als ein Curriculum – eine echte Lebenserfahrung! Allen Studierenden, die in Lille ihr Auslandssemester machen wollen, kann ich nur sagen: Bienvenue chez les CH’TIS! 


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Leben

Wir machen Karrieren Der Career Service als Schnittstelle zwischen Studium und Beruf bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen sowohl für den Berufseinstieg von Studierenden als auch Qualifizierungsmaßnahmen für die wissenschaftliche Karriere von Absolventen der Fachhochschule Brandenburg an.

TEXT Dr. Daniela Stokar von Neuforn Fotos Stefan Parsch

diese Weise in finanzieller Hinsicht abgesiFür Studierende: Finanzierung und berufsvorbereitende Qualifizierung chert werden. Seit Beginn des Jahres 2013 hat sich der CareKönnen Studierende, aus welchen Grüner Service durch zahlreiche neue Projekte und den auch immer, Studium nicht erfolgreich Kooperationen für die Belange der Studieren- absolvieren, hilft der Career Service mit der den und Absolventen der Fachhochschule Studienabbruchberatung neue berufliche Brandenburg breiter aufgestellt. Weiterhin Perspektiven aufzuzeigen, alternative Wege stehen die studienbegleitende und berufs- zu gehen und vielleicht sogar zu einem spävorbereitende Qualifizierung und die Vermitt- teren Zeitpunkt das begonnene Studium zu lung von Praktika und Abschlussarbeiten im beenden. Die Studienabbruchberatung findet Mittelpunkt der Arbeit. Darüber hinaus infor- nach vorheriger Anmeldung sehr kurzfristig miert der Career Service sowohl in der indivi- jederzeit statt. Um die interne Kommunikation mit den duellen Beratung als auch auf seiner WebseiStudierenden zu verbessern, te über unterschiedliche Stipendien und vermittelt über das Jobportal postet der Career Service auf Facebook aktuelle Angebote zusätzlich zahlreiche Werkverträge und Informationen rund um für Studierende. Besonders für die das Thema Karriere. Auch Phase der Bachelor- oder Master€ Förderung abschlussarbeiten ein Besuch beim auf der eigenen Webseite durch BrandenCareer Service lohnenswert, um sich www.careerservice-fhb.de hat burg-Stipendium über Werkverträge oder das Bransich etwas getan. Es gibt inzwischen nicht nur die Rubrik denburg-Stipendium zu informieren. Hier kann über die Dauer von maximal 6 „Aktuelles“, sondern ebenso praktische Hilfe Monaten durch die begleitenden Unterneh- zum Erstellen von Bewerbungsunterlagen. men eine Summe von mindestens 500 € mo- Hier kann man sich die ersten Anregungen natlich für Studierende der Fachhochschule holen, bevor man die wöchentliche Beratung Brandenburg ermöglicht werden. Zumindest zum Bewerbungsunterlagencheck im Büro die Abschlussphase des Studiums kann auf des Career Services aufsucht.

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Wissenschaftliche Karrierewege: Promovieren an der FHB Seit 2012 fokussiert der Career Service nun auch wissenschaftliche Karrieren und unterstützt durch das Projekt „Exzellenz Tandems“ promotionsinteressierte Absolventinnen und Absolventen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die wichtigsten Maßnahmen sind Seminare, Kolloquien und Informationen über relevante Qualifizierungsmaßnahmen auf der Webseite unter www.careerservice-fhb.de/ promovieren-fhb. Berufsbegleitend Studieren Mit sehr positiver Resonanz bietet der Career Service aktuell Karrierecoachings für berufsbegleitend Studierende und internationale Studierende an. Durch eine Kooperation mit dem Akademischen Auslandsamt können internationale Studierende auf der Webseite des Career Services nun Informationen zum Arbeiten in Deutschland, speziellen Bewerbungstrainings oder für alle Studierende ein interkulturelles Training zum Arbeiten in multinationalen Projektgruppen finden. Eine Beratung zum Studieren mit Kind oder mit pflegebedürftigen Angehörigen erhalten alle Studierenden wöchentlich oder nach


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individueller Beratung im Familienbüro, das ebenfalls im Career Service angesiedelt ist.

gemeinsame Projekte wie Praktika, Werkverträge oder Abschlussarbeiten direkt kennenzulernen. Mit diesmal 30 Ausstellern und über 300 Für Absolventen: Mit der Hochschule Teilnehmerinnen und Teilnehmer wächst die verbunden bleiben Zahl der Nutzer dieses Events von Im September startete der Career Jahr zu Jahr. Die positive Resonanz Service ein zentrales Alumni-Prozur Unterstützung bei der Beschäfjekt. Das übergreifende Ziel ist es, tigungssuche des Career Services mit den jeweiligen Fachbereichen der Fachhochschule Brandenburg Aussteller zielgruppenspezifische Angebote spiegelt sich aktuell in einer Befrabei Firmenfür Alumni zu entwickeln und umgung im Rahmen der Kampagne kontaktmesse „Studieren in Fernost“ wieder. zusetzen. Ein erstes Projekt in diese Richtung war das Absolventenjahrbuch des Fachbereichs Wirtschaft in diesem Forschung für innovative Angebote Jahr. Das Alumni-Projekt arbeitet daran, auch Um auch zukünftig möglichst praxisnahe Qualimit den Ideen und Impulsen der aktuell Studie- fizierungsformate und flankierende Serviceleisrenden neue Wege zu finden, um Studierenden tungen für Studierende und vor allem berufsnach Beendigung ihrer Zeit an der Fachhoch- begleitend Studierende zu entwickeln, hat der schule Brandenburg weiterhin ein Gefühl der Career Service mit dem Projekt „Karrierewege Verbundenheit zu vermitteln. fördern“ eine Studie bei Brandenburger Unternehmen der Region Nordost durchgeführt. Firmenkontaktmesse: Unternehmen Im Ergebnis liefert die Studie nicht nur für die finden Studierende Hochschule, sondern auch direkt für die Arbeit Natürlich hat der Career Service auch in diesem des Career Services wesentliche Impulse für die Jahr durch die Organisation der jährlichen fach- Konzeption zukünftiger Angebote. Interessierbereichsübergreifenden Firmenkontaktmesse te können die Studie auf Anfrage unter careStudierende und Unternehmensvertreterin- ers@fh-brandenburg.de erhalten.   nen und -vertreter dabei unterstützt, sich für

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Leben

Unser Anspruch war es, etwas zu machen, was es auf dem europäischen Markt so noch nicht gibt. Tim Schönefeld und Felix Neuer: Matcha-Matcha Immer wieder werden wir gefragt, wie wir denn auf diese Idee gekommen sind. Den wesentlichen Impuls haben wir in unserem BWL- Studium erfahren. In dem Modul „Business Plan“ wurden wir aufgefordert, uns eine Gründungsidee zu überlegen. In einem klassischen Brainstorming hat sich unser Team mit verschiedenen Ideen auseinandergesetzt. Viele Ansätze wurden „kreativ auseinandergenommen“, aber richtig überzeugend war alles nicht. Unser Anspruch war es, etwas zu machen, was es auf dem deutschen und europäischen Markt so noch nicht gibt. In dieser Diskussion berichtet ein Team-Mitglied aus seinem Praktikum, in dem die Partner ein Getränk zu sich nahmen, um während der Arbeit wach und konzentriert zu bleiben: Matcha-Tee. Keiner von uns hatte vorher davon gehört. Also begannen wir, uns mit dem Tee auseinanderzusetzen und waren schnell von den unglaublichen Eigenschaften des Getränkes überzeugt. Matcha-Tee wirkt aufputschend durch den hohen Koffeingehalt und durch den hohen Gehalt an L-Theanin zugleich beruhigend und

Tim Schönefeld und Felix Neuer

konzentrationsfördernd. Es gilt als das gesündeste Getränk der Welt! In anderen Regionen der Welt ist der Tee mittlerweile absolutes „Must have“ – in Deutschland bisher noch weitgehend unbekannt. Schnell wurde aus der anfänglichen studentischen Arbeit mehr. Nachdem wir dann recht schnell einen Zulieferer aus Japan finden konnten, stand fest: Hier ist Potenzial für die tatsächliche Umsetzung und das Projekt wird nicht mit dem Ende des Kurses begraben. Jetzt ist daraus ein Gründerteam mit zwei BWL-Studenten geworden. Dank des GründungsZentrums der FHB und weiterer Förderprogramme haben wir viel Unterstützung erhalten. Nach einer ausgiebigen Markt- und Zielgruppenanalyse wurden im Juni 2013 Verkostungen in potenziellen Kundensegmenten

organisiert. Bereits dadurch konnten erste Umsätze generiert wurden und wir haben wertvolles Kundenfeedback erhalten, dass uns bei der Produktanpassung weiterhilft. Unser erklärtes Unternehmensziel ist, Matcha-Tee in verschiedenen Varianten und Ausführungen anzubieten: Von der „Rein-Form“ bis zum Matcha-Cocktail bietet der Tee viele Rezept-Möglichkeiten. Und wir sind fest davon überzeugt, dass Matcha-Tee mehr als ein Trendgetränk ist und wollen Matcha als Alternative zum „Café to go“ etablieren. Über unseren Online-Shop erreicht unser Unternehmen „Matcha-Matcha“ Kunden, die sich ihren frischen Tee beim Spezialisten besorgen wollen. Aber auch der Vertrieb über herkömmliche und klassische Methoden ist in vollem Gange. Wer Matcha mal selbst


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Gründung innovativ Durch das GründungsZentrum der FHB wurden in der Vergangenheit schon viele Gründungsprojekte begleitet. Von „herkömmlich“ bis hochinnovativ: Wir können mittlerweile auf ein buntes Portfolio an Geschäftsideen zurückblicken. Und doch kommen immer Projekte dazu, die wir in der Form noch nicht hatten. Momentan bereiten sich zwei Teams mit „kulinarischen“ Alleinstellungsmerkmalen auf den Markteintritt vor. In Kürze kann man die Geschmacksneuheiten in der Region Berlin/Brandenburg ausprobieren:

probieren möchte, kann das in Kürze über unseren Online-Shop tun: www.matcha-matcha.de Wir sind auch heute noch erstaunt über die Dynamik der letzten 12 Monate. Keiner von uns beiden hatte die Selbständigkeit als berufliche Perspektive fest um Blick. Nun hat uns die Entwicklung gezeigt, dass es ein Prozess ist, in dem man gut hineinwachsen kann.

TEXT Tim Schönefeld, Felix Neuer, Sascha Kunze, Klaus Dölle FOTOS Matcha-Matcha, Klaus Dölle

Sascha Kunze und Klaus Dölle: Papa’s Bester Wir lernten uns bei unserem Studium an der FH Brandenburg kennen. Dass die Zusammenarbeit zwischen uns prima funktioniert, haben wir im Rahmen unserer Tätigkeiten im Studentenkeller IQ bereits ausprobieren können. Hier wurde auch unser Produkt geboren: Als Barkeeper sind wir immer wieder auf der Suche nach neuen Getränken und Rezepten. Dank an dieser Stelle an unsere Kommilitonen, die an unseren zahllosen und „gefährlichen“ Selbstversuchen selbstlos teilgenommen haben und uns wertvolles Feedback auf unsere Kreationen gegeben haben. Eine Probe kam allerdings bei all unseren Probanden super an, ein selbstgemachter Likör nach alter Familienrezeptur. Ab diesem Zeitpunkt war das Projekt geboren: „Papa’s Bester“. Unser unerschütterlicher Glaube an den Erfolg des Likörs, aufgrund der Qualität und Aufmachung, führte uns auf den direkten Weg in die Selbstständigkeit. Bereits heute lässt sich die kulinarische Köstlichkeit in der Region Berlin/Brandenburg finden. Wer selbst einmal den Genuss erleben möchte, kann diesen unter folgender Adresse bestellen: www.papas-bester.de 

Unser Glaube an den Erfolg des Likörs führte uns auf den direkten Weg in die Selbstständigkeit. Sascha Kunze und Klaus Dölle

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Leben

Herzlich willkommen an der FHB … … hieß es wieder am Tag der offenen Tür am 1. Juni in der Magdeburger Str. 50. Für alle interessierten Besucher gab es jede Menge Spiel, Spaß und natürlich Informationen rund um das Studium. Besonders gefragt war da die Meinung der Studierenden, die ihre Erfahrungen gern weitergegeben haben – und die Bierbrauer in der Maschinenhalle im Fachbereich Technik. Das Campusfest mit hochkarätigen Musikern wie Die Firma und Dr. Motte fiel so richtig ins Wasser – und wurde kurzerhand ins IQ verlegt. Für alle, die da waren, ein echtes Highlight! 

TEXT und fotos Heide Traemann, ZIS


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Leben

Vi ønsker å forstå folk – Wir wollen Menschen verstehen

Gelebtes Netzwerk

Wir können auch Gesundheit

Auch in diesem Semester nutzten wieder Im September 2012 fing alles an. GründeIm Rahmen einer bundesweiten Beweeinige Studierende der FH die Möglichkeit rInnen und UnternehmerInnen der FH Bran- gungs- und Gesundheitsaktion der BARMER mit anderssprachigen Kommilitonen ein Spra- denburg haben sich auf der Dachterrasse GEK, „Moveguide“ genannt, verwandelten chentandem zu bilden und sich so eine neue des Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrums vier Auszubildende der Fachhochschule Welt der Kommunikation zu erschließen. Hier getroffen und den Abend für einen lockeren Brandenburg einen Therapieraum in eine berichtet Henriette Adel von ihrem Tandem Austausch und zum Vernetzen genutzt. Nach „Gesundheitsoase“. mit der Norwegerin Silje Aakre: Christin Ehrlich, Anika Richter, Laura Letz dem Feedback war klar: Das muss wiederholt Skandinavien ist nicht nur Schweden. Schwe- werden und soll einen regelmäßigen Rahmen und Collin Sibilis nahmen sich den Raum im den liegt ja gerade voll im Trend. Ob Urlaub, kriegen: Keller des Wirtschaftswissenschaftlichen Sprachkurs oder längere Aufenthalte; in meiZweimal jährlich findet nun das „Gipfeltref- Zentrums vor und gestalteten ihn mit Stoffen, nem Bekannten- und Verwandtenkreis dreht fen Brandenburg“ statt. Auf der Dachterrasse Farbe und viel Herzblut um. Dabei wurden sie sich gerade viel um Schweden. Also mal was an- der Hochschule treffen sich Gründungsinte- von der Leitung des Hauses, den Hausmeisderes machen – ich geh nach Norwegen! Doch ressierte, GründerInnen, UnternehmerInnen tern und den Mitarbeitern der BARMER GEK wie darauf vorbereiten? Durch das Zentrum für und Unterstützer sowie alle, die die Grün- unterstützt. Internationales und Sprachen (ZIS) wurde ich dungsszene der FHB erleben wollen. Der „Die Gesundheitsoase ist ein wirklicher Wohldarauf aufmerksam, dass gerade jetzt eine Nor- Abend ist geprägt von einer bilateralen und fühlraum geworden“, freut sich die Präsidentin, vertrauensvollen Atmosphäre. Genau der Rah- Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui über wegerin an unserer Hochschule studiert. Das war der Anfang unseres Sprachtandems. men, um sich gegenseitig besser kennenzu- die Leistung der Auszubildenden. Auch Jörg Ich spreche mit Silje Deutsch und sie bringt mir lernen, Projekte zu besprechen oder Kontakte Lohmann, der Regionalgeschäftsführer der BARMER GEK in Brandenburg an der Havel, ist Norwegisch bei – so war der Plan. Aber im Le- zu machen. Die aktuellen Termine sind auf der begeistert: „Eine wirklich tolle Sache, bei der ben kommt ja immer alles anders als man denkt und so habe ich nun schon eine Freundin aus Homepage des GründungsZentrums unter alle Beteiligten nur gewinnen können. HerzNorwegen, bevor ich überhaupt losgeflogen www.gruendung-fhb.de zu finden. Eine Teil- lichen Glückwunsch und toi, toi, toi für den bin. Statt Grammatik zu lernen, waren wir in nahme an der Veranstaltung ist auf Einladung Wettbewerb.“ der Havel baden, auf dem Campus Kubb spielen oder Empfehlung möglich. Dass die Aktion auch außerhalb der Camund in Potsdam und Berlin auf Sightseeing-Tour. pus- und Stadtgrenzen Anklang findet, zeigt Ich bin der Meinung, dass das ebenso wichdie Positionierung der kleinen Truppe in der tig ist, wie das Lernen, wenn man schon mal im Endwertung des Wettbewerbs. Sie konnten Ausland ist. Da ich meinen Auslandsaufenthalt sich bundesweit den fünften Platz sichern. noch vor mir habe, hoffe ich, dass ich in NorIn dem Therapieraum werden Studierende wegen auch jemanden finden werde, der sich der Fachhochschule Brandenburg durch eine mit mir das Land anschauen und auf Norwepsychologische Betreuerin bei Problemen gisch unterhalten möchte. Denn eins ist klar: während ihres Studiums beraten, ebenfalls Wenn man erst mal angefangen hat, sich auf dient er als Therapieraum als Massageraum für Beschäftigte. Englisch zu unterhalten, wird es zur Gewohnheit und dann ist das Semester auf einmal vorbei und die Chance, eine neue Sprache und damit auch Kultur kennen zu lernen, vertan. Wer sich für das Sprachentandem interessiert kann sich an Annett Kitsche vom ZIS wenden: kitsche@fh-brandenburg.de


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Kurz und Knapp ZIS-TEAM gewinnt Android-Marathon Am Tag der offenen Tür glänzte das Zentrum für Internationales und Sprachen beim diesjährigen Android-Marathon und holte sich mit seinem Team den verdienten 1. Platz. Trotz der sehr trainierten Gegner (allesamt passionierte Jogger und/oder Marathonläufer) konnten sich unsere insgesamt 21 Teammitglieder aus 12 Ländern mit einem ausgeklügelten Wechselsystem und höchster Freizeitsportmotivation durchsetzen. Womit einmal mehr bewiesen wäre: Internationale Zusammenarbeit zahlt sich aus!

Die Schönheiten Brandenburgs entdeckt

Deutsche Hochschulmeisterschaften im Rudern in Brandenburg an der Havel

Jedes Semester bieten wir unseren ausDie DHM Rudern brach 2013 wieder einmal ländischen Austauschstudierenden die Gele- alle Rekorde – qualitativ und quantitativ. 622 genheit, im Spezialkurs „Geschichte der Stadt Studentinnen und Studenten präsentierten Brandenburg“ ihre Heimat auf Zeit näher zu sich in 272 Booten in den 20 DHM- und 4 Unierkunden und so Stadt und Region besser Pokal Läufen; insgesamt nochmal eine Steikennenzulernen. Die ERASMUS-Studierenden gerung der Meldezahlen um rund ein Viertel Pauline Imbault aus Frankreich und Silje Aakre gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2012. aus Norwegen berichten hier von ihren ErlebDie konsequente Anwendung des Obleutenissen in diesem Semester: prinzips des adh, sowie die sportliche AusrichDank des Kurses „Geschichte der Stadt tung mit dem Höhepunkt der EUC/EUG NomiBrandenburg“ hatten wir die Gelegenheit, ver- nierungen trägt weiter Früchte und lässt diese schiedene Ausflüge in Brandenburg und Ber- Regatta – gemeinsam mit der German Masters lin zu machen. Unser Dozent Herr Dr. Kohnke Regatta des Fachverbands veranstaltet – an weiß sehr viel über die Stadt und hat uns das organisatorische Grenzen kommen. ganze Semester über an seinen Kenntnissen Im Teilnehmendenfeld fanden sich erstmals teilhaben lassen. Mit ihm haben wir die vie- diverse Finalisten von Weltmeisterschaften len spannenden Museen der Stadt besichtigt, und Olympischen Spielen. Auch ein Teil der wie das Museum im Frey-Haus, den Branden- Universiade-Mannschaft nutze die DHM nur burger Dom, das Museum am Steintorturm, drei Tage vor dem Abflug nach Kazan zu einer das Industriemuseum und das Archäologi- letzten Ausbelastung, wie z. B. der Olympiasche Landesmuseum, aber auch den Berliner sieger von London 2012 im Männer-DoppelReichstag. Und das Beste: Jeder Ausflug gab vierer, Philipp Wende von der TU BA Freiberg, uns die Möglichkeit, auch die anderen Eras- der sich nach einer studienbedingten Auszeit musstudenten besser kennenzulernen! im Männer-Einer zeigte und diesen auch souDas Highlight des Semesters war dann aber verän gewann. Der sympathische Student der am Ende unsere Paddeltour auf der Havel mit Fachrichtung Tiefbohrtechnik verwies Lucas der Kanutin und auch erfolgreichsten deut- Metze von der TU Dresden und auch den Vorschen Olympionikin, Birgit Fischer. Während jahressieger Max Röger von der Uni Magdedieser Tour konnten wir eine ganz neue Per- burg auf die Plätze. spektive Brandenburgs entdecken. Von Kanu Klare Sache auch für Sophie Paul und Ulrike und Kajak aus konnten wir die schöne Stadt Törpsch von der WG Berlin, die ihre last-minute mit ihrer grünen Natur genießen. Universiade Nominierung mit einem klaren Getreu dem Motto „Nach der Arbeit das Sieg vor der WG Köln und der WG Hannover Vergnügen“, gönnten wir uns dann auf einem rechtfertigten. Boot im Historischen Hafen eine feine Grillparty mit kalten Bier.

Co-Working-Space des GründungsZentrum Ab Herbst 2013 können wir angehenden Gründer/innen einen Arbeitsplatz in unserem Co-Working-Space zur Verfügung stellen. Dann endlich haben wir ideale Rahmenbedingungen geschaffen, um Gründungswilligen kostenlosen Raum für kreatives Arbeiten zu bieten und in dem sie konzentriert und fokussiert ihre Vorhaben entwickeln und umsetzen können. Mehr Infos im Gründungszentrum. Neue „Unternehmer im Profil“ Die Ausstellung „Unternehmer im Profil“ wird mit und neuen „Gesichtern“ erweitert. Fünf weitere Unternehmer und Unternehmerinnen geben nun Einblick in ihren unternehmerischen Werdegang und stellen ihre persönlichen Ziele und Visionen vor. Die Profile sind täglich im WWZ / 3. Stock (Treppenaufgang zum Senatsraum) zu besichtigen. Die Ausstellung wird als „Wanderausstellung“ aber ebenfalls regional und überregional präsentiert. Rollentausch mit Folgen PerspektivWechsel 2013: Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Wissenschaft wechselten für einen Tag den Arbeitsplatz. Die FHB war in diesem Jahr gleich mit drei „Perspektivwechslern“ vertreten: Prof. Dr. Sachar Paulus tauscht mit Axel Janhoff von der Mentana-Claimsoft, Fürstenwalde. Prof. Dr. Andreas Wilms mit Nico Danneberg, DF VCAT Consulting, Potsdam und Prof. Dr.-Ing. Thomas Preuss war bei Detlef Olschewski, Geschäftsführer Cleopa GmbH, Hennigsdorf. Dieser Rollentausch bringt nicht nur neue Einsichten, sondern oft auch neue Kooperationen. Auszeichnung der besten Abiturienten Am 11. Juni wurden die Besten des Abiturjahrgangs 2013 in Brandenburg an der Havel im Audimax der Fachhochschule Brandenburg ausgezeichnet. Bereits zum zehnten Mal organisiert das Institut für interdisziplinäre Forschung und Entwicklung e. V. (IiFE) mit Hilfe der Fachhochschule und Sponsoren die Vergabe der Auszeichnungen. Schirmherrin ist Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann.


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P e r s ö n li c h e s

Absolventen Achatz, Frank; Bachelor Adamczyk, Paul; Bachelor Adenan, Hariz Triandi; Bachelor Agustian, Gilang Ramadhan; Master Akhmadeev, Alexander; Master Arndt, Stephan; Diplom (FH) Arndt, Ben; Diplom (FH) Austen, Robert; Diplom (FH) Behrendt, Ivonne; Diplom (FH) Bellin, Martin; Bachelor Benkhellouf, Nadir; Bachelor Beschnidt, Patrick; Bachelor Best, André; Bachelor Biapan, Steve Yannick; Bachelor Böckmann, Karl-Philipp; Master Böhme, Matthias; Master Bowitzky, Andreas; Bachelor Braatz, Pascal; Bachelor Braune, Kai; Bachelor Brendel, Astrid; Diplom (FH) Bretzke, Thomas; Master Breuer, Danio; Bachelor Brückner, Andreas; Bachelor Brüggemann, Kristina; Bachelor Buchholz, Maria; Bachelor Buck, Burkhard; Diplom (FH) Bunke, Conrad; Bachelor Burczyk, Daniel; Bachelor Busra, Danny Adrian; Bachelor Bussewitz, Paul; Bachelor Büyükuzun, Damla Askim; Bachelor Carasusán Vallvé, Daniel; Bachelor Claus, Daniel; Bachelor Dahms, Philip; Bachelor Deckert, Katharina; Master Depthios, Jennifer Tifani; Bachelor Dewitz, Kathrin; Master Dohm, Markus; Bachelor Dörbeck, Johanna; Bachelor Duhn, Melanie; Bachelor Dyscher, Ronny; Bachelor

Gräßner, Matthias; Bachelor Greiser, Christoph; Bachelor Grewe, Matthias; Bachelor Gründel, Max-Lukas; Bachelor Grunenberg, Arvid; Master Grunwald, Marcus; Bachelor Grzelak, Klaudia; Bachelor Gülzow, Tobias; Bachelor Günther, Christian; Master Habermann, Ulrich; Bachelor Hahn, Kevin; Bachelor Hahn, Karén; Master Halbert, Martin; Master Hasse, Jakob; Bachelor Hauenstein, Julia; Bachelor Heidepriem, Julia; Bachelor Heidepriem, Stephanie; Bachelor Heiß, Patrick; Master Heller, Peter; Bachelor Hentschel, Katrin; Diplom (FH) Herling, Sabine; Diplom (FH) Hiemann, Isabelle; Diplom (FH) Hildebrandt, Christoph; Diplom (FH) Hinderlich, Marcel; Bachelor Hirte, Michel; Bachelor Hoffmann, Martin; Bachelor Hoffmann, Daniela; Diplom (FH) Holfeld, Janine; Diplom (FH) Holz, Emil; Bachelor Hopf, Sandro; Bachelor Hornberg, Sven; Bachelor Hümbert, Christoph; Master Humbracht, Nils; Bachelor Jagusch, Alexandra; Master Jank, Tobias; Bachelor Jazosch, Billy; Bachelor Jungk, Oksana; Diplom (FH) Jurkowa, Julia; Bachelor Just, Annemarie; Bachelor

Fähling, Patrick; Master Fasbender, Anna; Diplom (FH) Fischer, Paul; Bachelor Franke, Patrick; Master Franz, Silvio; Bachelor Franz, Vivien; Bachelor Franz, Tobias; Bachelor Fricke, Christoph; Bachelor Friedrich, Carsten; Bachelor Friedrich, Oliver; Master Friemel, Peter; Bachelor

Kassin, Holger; Bachelor Ketter, Anke; Diplom (FH) Keuchel, Konstantin; Bachelor Kiani, Billal Ahmad; Bachelor Kibbert, Dennis; Bachelor Klar, Franziska; Diplom (FH) Klebe, Robert; Master Klewenow, Nils-Xander; Bachelor Klich, Patrick; Bachelor Klose, Andreas; Bachelor Kluge, Madeleine; Diplom (FH) Knappe, Paul-Martin; Bachelor Knopf, Ronny; Bachelor Koch, Alexander; Bachelor Koch, Andreas; Bachelor Kougoue Ngueugoue, Patrice; Bachelor Krämer, Ralph; Bachelor Kräupl, Christin; Bachelor Krebs, Franziska; Bachelor Kroll, Marco; Diplom (FH) Krüger, Marian; Master Kruse, Sebastian; Bachelor Kühn, Johannes; Bachelor Künzel, Alexander; Bachelor Kunzmann, Bert; Bachelor

Gantenberg, Raphael; Bachelor Ganzer, Mario; Bachelor Gerlach, Laura; Bachelor Gerloff, Robert; Bachelor Ghati, Karima; Bachelor Gluschke, Guido; Master Gökinan, Stiye; Master Goldschmidt, Conrad; Bachelor Görlitzer, Lars; Bachelor Götze, Anika; Diplom (FH) Gräfe, Carolin; Bachelor

Lacguemogne, Assana Rose; Bachelor Lachmann, Holger; Diplom (FH) Landmann, Gregor; Diplom (FH) Lange, Gregor; Bachelor Lapalikar, Apurva Shirish; Bachelor Leim, Daniel; Bachelor Lelansky, Mirko; Bachelor Leschke, Tanja; Bachelor Leube, Christian; Master Lewerenz, Jens; Diplom (FH) Leye, Maria; Master

Ehrlich, Marcus; Bachelor Emirza, San; Bachelor Emmer, Marco; Bachelor Emmermacher, Anne; Diplom (FH) Emmermacher, Philipp; Master Endt, Andreas; Master Espenhahn, Jano; Bachelor

Lichner, Mandy; Bachelor Linnemeier, Tristan; Bachelor Löbert, Lars; Bachelor Lohde, Jan; Bachelor Lorenz, Marcus; Bachelor Lüders, Peter; Bachelor Lutterbeck, Michael; Bachelor Machado, Elano; Master Mandelartz, Tarek; Bachelor Massop Wambo, Saturine; Bachelor Mayer, Sascha; Bachelor Meinhold, Franz- Michael; Bachelor Meißner, Tina; Master Mildschlag, Sebastian; Diplom (FH) Miller, Philipp; Master Mittelstädt, Jens; Bachelor Moers, Dennis; Master Mohammadi, Shoeib; Master Montwe, Wolf-Martell; Bachelor Moritz, Sebastian; Master Mühler, Annika; Bachelor Müller, Katja; Bachelor Müller, Arno; Bachelor Müller, Hendrik; Master Nasution, Keisha; Bachelor Neuendorff, Steven; Bachelor Neugebauer, Benny; Bachelor Nicome, Damico; Bachelor Noack, Tom; Bachelor Orman, Deniz; Bachelor Paeschke, Thomas; Bachelor Pastor Torres, Doris Dixie; Master Patzek, Christian; Bachelor Paul, Andreas; Diplom (FH) Pelchen, Chris; Bachelor Pfau, Daniel; Bachelor Pimple, Siddharth; Master Pinternagel, Stephan; Diplom (FH) Pochanke, Markus; Bachelor Pohl, Martina; Diplom (FH) Pohlmann, Patrick; Bachelor Popp, Martin; Bachelor Poser, Benjamin; Master Postupa, Lukas; Master Prakoso, Wirawan Hadi; Bachelor Prinz, Annelie; Bachelor Proft, Mirko; Diplom (FH) Püst, Stefan; Bachelor Rangnow, Juliane; Diplom (FH) Reiche, Veronika; Bachelor Rettig, Josephin; Bachelor Rödder, Martin; Diplom (FH) Rohloff, Tobias; Bachelor Romanowski, Pia; Master Roß, Tobias; Bachelor Roßner, Gunther; Diplom (FH) Rother, Robert; Bachelor Sachse, Sebastian; Bachelor Sack, Stefan; Master Saputra, Bobby Hermawan Surya; Bachelor Sauer, Patrick; Master Schersching, Moritz; Bachelor Schildhauer, Alexander; Bachelor Schindelhauer, Heike; Diplom (FH) Schmidt, Martin; Bachelor Schmidt, Andreas; Bachelor Schmidt, Kay; Bachelor Schmidtke, Sandra; Bachelor Schneider, Benjamin; Bachelor Schneider, Sören; Master Scholz, Irina; Diplom (FH) Schrader, Anne-Kathrin; Bachelor

Schrader, André; Diplom (FH) Schramm, Alexander; Diplom (FH) Schröder, Cornelia; Bachelor Schröder, Luise; Master Schubert, Tyrone; Bachelor Schulz, Florian; Bachelor Schulz, Christian; Bachelor Schulz, Christian; Bachelor Schulz, Katrin; Diplom (FH) Schulz, Sabine; Diplom (FH) Schwarz, Franziska; Bachelor Schwenke, Carsten; Master Schwon, Florian; Bachelor Seeligmann, Stefan; Bachelor Siefert, Simon; Master Sommer, Christian; Master Sommerlatte, Nico; Master Spangenberg, Thomas; Bachelor Spevak, Maxim; Bachelor Streit, Beatrice; Master Streitmayer, Michael; Bachelor Stubbe, Christian; Bachelor Stumm, Judith-Alexandra; Bachelor Sydow, Stefan; Bachelor Szonn, David; Bachelor Tchouwa Kouayi, Tatiane; Bachelor Teichmann, Maximilian; Diplom (FH) Thieme, Steven; Bachelor Thoß, Anja; Diplom (FH) Thum, Fabian; Bachelor Tiedemann, Yvonne; Bachelor Tietz, Steffi; Diplom (FH) Tosch, Philipp; Bachelor Treske, Steven; Bachelor Triebler, Raiko; Master Trümper, André; Bachelor Tschaukin, Ivan; Bachelor Tuffé, Andreas; Diplom (FH) Wagner, Claudia; Master Walter, Alexander; Bachelor Walter, Denis; Bachelor Wegner, Monique; Diplom (FH) Weiher, Ard; Master Weiss, Alissa; Bachelor Weiß, Saskia; Bachelor Wennrich, Jens; Master Wiecha, Renè; Bachelor Wieden, Christian; Bachelor Wild, Regina; Bachelor Wina, Vivid Theresa; Bachelor Winkelmann, Oliver; Bachelor Winkler, Dajana; Bachelor Winter, Jennifer; Bachelor Wirschewski, Angelique; Bachelor Witt, Christopher; Bachelor Wodtke, Mirko; Diplom (FH) Wohlgemuth, Robert; Bachelor Wolf, Enrico; Bachelor Wollowski, Tobias; Bachelor Wollschläger, Andy; Diplom (FH) Wruck, Robert; Bachelor Zeichart, Mareike; Master Zerbian, Diego Dieter; Bachelor Zimmermann, Michael; Diplom (FH) Zurek, Stefanie; Diplom (FH)


I n f o c u s 2 /2 0 1 3

Wir möchten auch in Zukunft mit Ihnen in Verbindung bleiben. Bitte nehmen Sie mit dem Career Service der FHB unter alumni-team@fh-brandenburg.de Kontakt auf und registrieren Sie sich als Alumni der Fachhochschule. Wir senden Ihnen dann gerne aktuelle Informationen der Hochschule, Einladungen zu den wichtigsten Events des Jahres, Angeboten der Hochschule für Alumni und natürlich zur Organisation von Abschlussfeiern und Alumni Jahrgangstreffen der Fachbereiche zu. In Kürze entsteht auf den Webseiten des Career Service zusätzlich eine Plattform, auf der Sie diese Meldungen online erfassen bzw. den Newsletter der FHB selber abrufen können.

Robin Schlegel, Akademischer Mitarbeiter Projekt „ZIM-KOOP“ FBW (15.06.2013)

Eingestellte Mitarbeiter Dr. Nadja Cirulies, Akademische Mitarbeiterin im ESF-Projekt „Strukturentwicklung der Weiterbildungskulturen an Hochschulen“ (SEWKHO) (01.01.2013) Jeanette Wußmann, Akademische Mitarbeiterin Zielvereinbarung Qualität der Lehre (01.01.2013)

Juliane Rangnow, Akademische Mitarbeiterin im Professorinnenprogramm FBW (17.06.2013) Christopher Görg, Akademischer Mitarbeiter Projekt ZIM-KOOP“ FBW (15.06.2013)

Ausgeschiedene Mitarbeiter Anita Wodatschek, Lehrkraft für besondere Aufgaben FBW/Überlast (31.12.12, Ende des befristeten Arbeitsvertrages) Andrej Makrushin, Akademischer Mitarbeiter im FBI-Projekt DigiDak (31.12.12, Ende des befristeten Arbeitsvertrages)

Ronny Schulz, Mitarbeiter im HS-Rechenzentrum (01.07.2013)

Karl Kümmel, Akademischer Mitarbeiter ESF-Gründungsdialog (31.12.12, Ende des befristeten Arbeitsvertrages)

Lusie Micklitz, Akademische Mitarbeiterin im Projekt „Machbarkeitsstudie Augenoptik“ (01.07.2013)

Tobias Kiertscher, Akademischer Mitarbeiter im FBI-Projekt DigiDak (31.12.12, Ende des befristeten Arbeitsvertrages)

Erik Baumann, Akademischer Mitarbeiter im FBT-Projekt „LED-Hochleistungsleuchte“ (01.07.2013)

Stefan Gruhn, Akademischer Mitarbeiter im FBI-Projekt DigiDak (31.12.12, Ende des befristeten Arbeitsvertrages)

Dr. Holger Korthals, Persönlicher Referent der Präsidentin (08.07.2013)

Alexander Stein, Akademischer Mitarbeiter FBW-Überlast (31.12.12, Ende des befristeten Arbeitsvertrages

Marion Mlynek, Sekretärin der Vizepräsidenten (17.07.2013)

Marko Johann, Akademischer Mitarbeiter FBW-Projekt „Digitale Care Support“ (31.01.13, Ende des befristeten Arbeitsvertrages)

Swen Kötschau, Akademischer Mitarbeiter BMBF-Projekt HYLINE (01.01.2013)

Shirley Patricia Cabero Tapia, Akademische Mitarbeiterin im Professorinnenprogramm BWL (15.08.2013)

Malte Hahnenwald, Akademischer Mitarbeiter FBI-Überlast (15.01.2013)

Rebecca Jung, Sonstige Mitarbeiterin im ZIS Projekt „FONTYS“ (01.09.2013)

Prof. Dr. Karin Böttcher, Professorin im Studiengang BWL (01.03.13, Wechsel an eine andere Hochschule)

Jessica Lohrmann, Sonstige Mitarbeiterin FBW-Projekt „eBusiness Lotsen Westbrandenburg (15.01.2013)

Kun Quian, Akademischer Mitarbeiter FBI Projekt „DigiDak+“ (01.09.2013)

Hildegard Diecke, Mitarbeiterin im Präsidialbüro (28.02.13, Ende des Vertrages)

Odette Straubel, Akademische Mitarbeiterin BWL HSP 2020 (01.02.2013)

Stefanie Merkel, Mitarbeiterin in der Abteilung HHB – Persona-Service (04.09.2013)

Veit Klimpel, Akademischer Mitarbeiter im Projekt „ProFi“ (28.02.13, Auflösungsvertrag)

Alexander Müller, Akademischer Mitarbeiter im BMBF-Projekt „ECOWELD“ FBT (01.02.2013)

Katja Kersten, Akademische Mitarbeiterin FBT ESF-Projekt „Steig ein! Starte durch!“ (10.09.2013)

Cathleen Krüger, Akademische Mitarbeiterin Präsenzstelle Prignitz (28.02.13, Ende des befristeten Arbeitsvertrages)

Sandro Hartenstein, Akademischer Mitarbeiter im FBW-Projekt  „OPTET“ (01.02.2013)

Mark Baier, Akademischer Mitarbeiter FBW-Projekt „Kommunale IT-Sicherheit“ (01.10.13)

Dr. Hans Georg Helmstädter, Präsident der FHB (31.03.13, Ende der Amtszeit)

Stefan Kirst, Akademischer Mitarbeiter DigiDak+ (01.03.2013)

Peggy Rinkau, Elternzeitvertretung Akademische Mitarbeiterin SG BWL (01.10.13)

Ilonka Wolpert, Akademische Mitarbeiterin Überlast FBI (01.03.2013)

Enrico Franke, Mitarbeiter Technischer Hausdienst (01.10.13)

Prof. Dr. Vera Meister, Professorin WI/ Überlast (01.03.2013)

Daniel Schulz, Akademischer Mitarbeiter FBI-Projekt „EuRISCOSi“ (14.10.13)

Johannes Lobinger, Sekretär der Vizepräsidenten (Abordnung) (18.03.2013)

Knut Kröger, Akademischer Mitarbeiter im FBI-Projekt „skalli“ (15.11.13)

Prof. Dr. Burghilde Wieneke-Toutaoui, Präsidentin (01.04.2013)

Manuel Asmus, Akademischer Mitarbeiter FBW Überlast (01.12.13)

Jens Wennrich, Sonstiger Mitarbeiter im Projekt „eBusinessLotse Westbrandenburg“ (01.04.2013)

Manuela Schlage, Akademische Mitarbeiterin im FBW-Projekt „ZIM-KOOP“ (01.12.13)

Sven Hornberg, Mitarbeiter im Aif-Projekt „EGovernment Aplication Framework“ (01.05.2013)

Stefan Pinkawa, Akademischer Mitarbeiter im FBW-Projekt „KOMBi“ (01.12.13)

Alexander Grebhahn, Akademischer Mitarbeiter im Projekt „Digidak+“ (31.05.13, Auflösungsvertrag) Maximilian Scharsich, Persönlicher Referent der Präsidentin (31.05.13, Auflösungsvertrag) Johannes Lobinger, Sekretär der Vizepräsidenten (17.06.13, Ende der Abordnung) Steffen Lange, Mitarbeiter Technischer Labordienst FBI (31.07.2013, Auflösungsvertrag Klaus Seeler, Mitarbeiter im ZIMK (01.08.2013, Rentenantritt) Jutta Rückert, Mitarbeiterin im ZIMK (01.08.2013, Rentenantritt) Ilonka Wolpert, Akademische Mitarbeiterin FBI Überlast (31.08.13, Ende des befristeten Arbeitsvertrages)

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Knut Kröger, Akademischer Mitarbeiter im FBI-Projekt „dascus“ (31.08.13, Ende des befristeten Arbeitsvertrages) Patricia Cabero, Akademische Mitarbeiterin im Professorinnenprogramm FBW (16.10.13, Ende des befristeten Arbeitsvertrages) Jens Wennrich, Mitarbeiter im FBW-Projekt „eBusiness Lotse Westbrandenburg“ (31.10.13, Ende des Vertrages)


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z u g u te r letzt

TERMINE Zukunftstag 27.03.2014

Nachgezählt Last but not least: Ein paar Zahlen aus dem Leben unserer Studierenden

Tag der offenen Tür und Campusfest 23.05.2014 Beginn der Immatrikulationsfrist Juni 2014 Immatrikulationsfeier September 2014

Asta-Termine Jeden Montag: Montagskino Jeden Dienstag: Dienstagskultur Jeden Mittwoch: Wednesday Party Club im IQ

Impressum

2780 Studierende waren zum 31.10 an der FHB immatrikuliert

Infocus 2/2013 Dezember 2013, 20. Jahrgang ISSN 0946/8285 Herausgeber: Die Präsidentin der Fachhochschule Brandenburg Prof. Dr.-Ing. Burghilde Wieneke-Toutaoui Redaktion: Heide Traemann (V.i.S.d.P.) Mitarbeit: Alle genannten Autoren und Fotografen Bildnachweis S. 31 unten: pixelio.de, © Julien Christ Design: Thomas Manss & Company Druck: Druckerei Rüss, Potsdam Auflage: 1200 Exemplare Fachhochschule Brandenburg University of Applied Sciences Magdeburger Straße 50 14770 Brandenburg an der Havel Postanschrift: Postfach 2132 14737 Brandenburg an der Havel T +49 3381 355-0 F +49 3381 355-199 E presse@fh-brandenburg.de Infocus ist das Magazin der Fachhochschule Brandenburg. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Beiträge werden nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr veröffentlicht. Die Redaktion behält sich Kürzungen von unaufgefordert eingereichten Beiträgen vor. Nachdruck einzelner Artikel gegen Belegexemplar gestattet. Die Redaktion bedankt sich bei allen Mitwirkenden dieser Ausgabe!

65% der Studierenden fahren täglich mehr als eine Stunde, um zur Hochschule zu kommen

925

435 Sitzplätze gibt es in der Mensa

Portionen Essen gibt die Mensa Tag für Tag heraus



Infocus 2/2013