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Vers. in Post. - 45% - Art. 1 Abs. 1 - Ges. 353/2003 (abg. Ges. 27.02.2004 Nr. 46) - CNS Bozen - Poste Italiane SpA - Taxe percue / Tassa pagata - Abo im Inland: 11 Euro - Abo im Ausland: 20 Euro - Semestrale | Data di prima immissione / Ersterscheinung: 12.11.1998

Südtirols traditionsreichste Unternehmen

Die 200 ältesten Großunternehmen des Landes

Nr. 01/2017 – 1,80 Euro

Mai 2017


INHALT

EDITORIAL

Foto: Alexander Alber

Ein Champagner auf die Geschichte Die schönste und eleganteste Bar in Bozen ist mit Sicherheit die Thaler Champagner-Bar. Sie liegt in den Lauben und gleich neben dem Obstplatz, also im historischen Zentrum der Stadt. Wenn ich dort einen Südtiroler Sekt oder einen Champagner trinke, dann trinke ich sozusagen geschichtsbewusst. Ich nehme ein Glasl im ältesten Unternehmen des Landes. Die Handelsfirma Thaler, heute renommiert für ihre Lifestyle-Produkte aller Art, ist das älteste Unternehmen Südtirols, das es heute noch gibt. Das Gründungsjahr ist 1763. Im Jahr 1763 endet der Siebenjährige Krieg, den Preußen gewann und den Frankreich verlor. Napoleon Bonaparte war damals noch nicht geboren. Die Vereinigten Staaten Amerikas waren noch nicht gegründet. Bozen aber gab es schon, und wie. Bozen war im 18. Jahrhundert bei Weitem der wichtigste Handelsplatz in Tirol, deutlich bedeutsamer als Innsbruck und Trient. Die Bozner, die heute eher zu unnötiger Bescheidenheit neigen, vergessen mitunter ein wenig, welch gloriose Vergangenheit sie haben. Nun, ein bisschen gloriose Vergangenheit spiegelt auch diese Ausgabe von Südtirol Panorama. Wir präsentieren die traditionellsten Unternehmen des Landes Südtirol. Es sind unzählige Namen darunter, die jeder kennt: Thaler, Amonn, Forst, Innerhofer, Athesia, Rieper, Gramm. Zum Schluss ein letzter Vergleich aus der Vergangenheit. Im Jahr 1806 erfand die alte Witwe Clicquot, die Veuve Clicquot, die heutige Herstellung von Champagner. Damals gab es Thaler in Bozen schon lange. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal dort in der Champagner-Bar sitzen.

Das Ranking 11

Oldies but Goldies Die umfangreiche Liste mit den 200 ältesten Großbetrieben des Landes. Plus: So wurde die Liste erstellt.

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Die Top 200 Die 200 Umsatzkönige, gelistet nach ihrem Geburtsjahr.

20 Seetech Global Industries: Tradition seit 1888 Der historische Aufstieg der Leitner-Gruppe.

22 Innerhofer: Tradition seit 1898 Wie der Herdbauer zum Großhändler wurde.

24 A. Rieper: Tradition seit 1910 Wie die Familie Rieper vom Mehl auf das Futtermittel kam.

26 Gramm: Tradition seit 1926 Wie Knorr-Würfel, Heringfilets und Würstchen nach Südtirol kamen.

Junge setzen auf Altes 04 Der blaue Schurz Ein Start-up setzt auf alte Traditionen. Das Fashion Label Qollezione hat den typisch blauen Schurz neu interpretiert.

07 Das Einkorn Alexander Gross produziert Nudel, Grissini und Brot, ausschließlich aus ursprünglichem Getreide.

09 Das Hirschleder Die Brüder Ventura aus Salurn haben ein altes Handwerk neu entdeckt. Als eines der wenigen Unternehmen im Land schneidern sie Lederhosen.

Den Erben sei Dank 28 Visionäre Raumausstatter Toni und Thomas Erlacher richten Luxus-Hotels ein. Über den Sprung aufs internationale Parkett in 112 Jahren Geschichte.

34 Vom Hut zum Schuh Die Rizzolli-Gruppe hat sich in ihrer Nische weiterentwickelt. Auch weil Nachfolger immer Lust hatten, den Betrieb voranzubringen.

KURT W. ZIMMERMANN

38 Brot im Wandel der Zeit

Titelbild: pixabay

Impressum Erscheinungstermin: 25.05.2017 Chefredakteur & Verantwortlicher Direktor: Kurt W. Zimmermann Redaktion & Koordination: Verena Pliger Schlussredaktion: Franz Kaserer Rückmeldungen an die Redaktion: panorama@ff-bz.com Grafik und Produktionsleitung: Ralf Kohler Werbung: Lisa Forer-Naumann, Roswitha Rauter, Bernhard Elzenbaumer Herausgeber: FF-Media GmbH Bozen – Eintrag. Lg. Bozen 20/98 R.P. vom 07.10.98 Südtirol Panorama: Brennerstraße 7a, 39100 Bozen, Tel. 0471 30 45 00, Fax 30 45 10, www.panorama-online. com Druck: Radin-Berger Print GmbH, Innsbruck (A) Gesamtauflage: 26.000 Stück Nr. ROC: 06262

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Die Bäckerei Lemayr beharrt trotz Größe auf Handwerk.

39 Früher Kirchenbänke, heute Möbel Die Möbeltischlerei Gaiser, seit 131 Jahren in Familienhand.

40 Tante Emmas Erbe Wie Pallweber der Sprung zur kleinen Handelskette glückte.

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105 Jahre – Fünf Generationen Von der Jausenstation zum Seehotel Sparer.

42 Die Last des Erben Josef Brigl über die anstehende Übergabe an die 33. Generation.

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TRADITION

„Wir

#JUNGEN setzen auf

#ALTES“

Foto: Annelie Bortolotti

Text: Verena Pliger

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Anna Quinz und Fabio Dalvit, ein junges Ehepaar, das nun auch beruflich gemeinsame Wege geht. Vor Kurzem haben sie die erste Kollektion ihres Fashion Label Qollezione vorgestellt.

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TRADITION

Sie sind modern, vernetzt und digitalisiert. Ihrer Heimat aber sind sie tief verbunden. Südtirol Panorama zeigt drei junge Start-up-Unternehmer, die alte Traditionen neu entdecken.

Qollezione FASHION LABEL, BOZEN

▶ Gründungsjahr: 2016 Seit sieben Jahren sind sie ein Paar, seit drei Jahren verheiratet. Fabio Dalvit und Anna Quinz. Zwei Kommunikationsexperten, die nun auch beruflich gemeinsame Wege gehen. Nicht in ihrer eigentlichen Branche, der Kommunikation, sondern in der Mode. Sie sind Gründer des Fashion Label Qollezione. Ein Label, das auf Tradition setzt. Eine Marke, die ein typisches Südtiroler Kleidungsstück neu interpretiert: Den blauen Schurz. Eine zeitlose Ikone einer traditionsreichen Region und ihrer stolzen Identität, wie ihn die beiden Jungunternehmer bezeichnen. WIR SITZEN IM BANCO 11, einer Weinbar am Bozner Obst-

SEIT DER URSPRUNGSIDEE ist ein Jahr vergangen. Untertags

blieb wenig Zeit für das Projekt, Ideen wurden am Abend und an den Wochenenden geschmiedet. „Die Frage war natürlich, wie wir unsere Ideen umsetzen. Wir kommen ja beide nicht aus der Mode, können Kleidungsstücke weder designen noch nähen. Zudem hatten wir keine großen Investoren im Hintergrund“, so Fabio Dalvit. Dazu kam, dass es bis dahin noch keine Modeexperimente mit dem blauen Baumwollstoff gab. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl

Fotos: Matteo Vegetti

platz. Hier hat vor einem Jahr alles begonnen. „Anna erzählte mir, sie wolle sich aus einem blauen Schurz einen Rock nähen. Mir gefiel die Idee, ich dachte aber gleich an mehr: Warum nicht eine ganze Kollektion entwerfen?“, erinnert sich Fabio Dalvit. Seit 18 Jahren arbeitet der gebürtige Salurner bei der Eurac. Er betreut dort die Entwicklung von Videos und Websites. Seine Leidenschaft für die Mode teilt er mit seiner Frau. Die Boznerin Anna Quinz gilt in Südtirol zweifellos als Trendsetterin. Nach dem Studium in Bologna ist sie seit 2006 zurück in ihrer Heimat, hier hat sie sich als Kulturvermittlerin einen Namen gemacht. Erst hat sie das Fashion-Magazin cool_schrank gegründet, 2010 hob sie mit Kunigunde Weissenegger die Onlineplattform franzmagazine aus der Taufe. Ein, wie es die Macher nennen, Container für alle spannenden Dinge, die in Südtirol, im Trentino und in Tirol passieren. 2015 folgte Josef. Ein dreisprachiges Reisebuch mit Insidertipps, erst für Bozen, seit Kurzem auch für Meran. „Fabio war bei all den Projekten an meiner Seite und hat mich inspiriert. Umso schöner nun, mit ihm gemeinsam das Projekt Qollezione zu wagen“, so Anna Quinz.

Der blaue Schurz: Die damalige und zum Teil noch heutige Arbeitsbekleidung unserer Bauern. Das Fashion Label Qollezione hat dieses typische Südtiroler Kleidungsstück nun neu interpretiert.

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TRADITION Kollektion Nummer 1 von Qollezione ist der blaue Schurz. Aus dem blauen Baumwollstoff fertigen die Jungunternehmer Hosen, Röcke oder Blazer.

„Es ist ein sehr resistenter Stoff, entsprechend viel Energie mussten wir in die Bearbeitung und richtige Waschung dieses besonderen Stoffes stecken“, erinnert sich Anna Quinz. MIT KLAREN IDEEN IM KOPF wandten sie sich an einen Designer aus Trient. Er brachte ihre Ideen zu Papier, entwickelte die ersten Prototypen, bevor ein Produktionslabor in Rovigo die ersten Muster anfertigte. Vom Rock über den Blazer bis hin zur Hose. „Wir wollten auch das Ritual des Bestickens aufgreifen. Die blauen Schürzen, wie wir sie kennen, sind ja mit Symbolen, Sprüchen oder Mustern bestickt. Die Legende erzählt, dass es die Bäuerin war, die früher den Schurz ihres Mannes mit Verzierungen, Zeichen und Liebeserklärungen bestickt hat“, so Anna Quinz. Es war der Bozner Visual Designer Massimiliano Mariz, der für sie diese alte Handwerkskunst in die Gegenwart führte. Er gestaltete für jedes einzelne Kleidungsstück feine Stickereien. Dafür hat er typische Südtiroler Symbole, Ornamente und Muster zu einer zeitgenössischen lebendigen Sammlung kombiniert. ANNA QUINZ UND FABIO DALVIT wollen dem blauen Schurz

nicht einfach nur neues Leben einhauchen. Sie wollen den Schurz aufwerten. „Leider ist diese Schürze die vergangenen Jahrzehnte zu sehr zu einem Souvenierartikel verkommen, wir wollen seine ursprüngliche Bedeutung hervorheben“, erzählt Anna Quinz. Neben der Hauptkollektion gibt es auch eine Limited Edition. Dafür haben Künstler wie Arnold Mario Dall’O, Gabriela Oberkofler oder Paul Thuile für das Kultstück der Kollektion, die Latzschürze, handgefertigte Zierstickereien entworfen. ERSTMALS PRÄSENTIERT wurde Qollezione Anfang April

Foto: Luca Meneghel

auf dem Fuorisalone in Mailand. „Wohlgemerkt ohne jede Erwartung. Ich dachte mir, wenn wir zwei, drei Stück verkaufen, könnte das ein guter Start sein. Am Ende haben wir über 20 Stück verkauft, seither steigt die Nachfrage kontinuierlich“, freut sich Fabio Dalvit. Die Qollezione ist angelaufen, selbst im Trendmagazin Monocle ist über das junge Fashionlabel jüngst ein Artikel erschienen. Aktuell ist die Kollektion in fünf Geschäften in Italien zu finden. Bei der ersten Kollektion soll es nicht bleiben. Genauso wenig wie beim blauen Schurz. Inspiriert von der Transhumanz, dem Schaftrieb über den Ötztaler Alpenhauptkamm, wollen die beiden Kollektion Nummer 2 entwerfen. Als Material soll die Wolle dieser Schafe zum Einsatz kommen. „Die Grundidee ist, immer wieder mit neuen Kollektionen zu überraschen. Für jede Kollektion werden wir ein anderes urtypisches Material verwenden oder uns auf eine andere Tradition beziehen. Jedes Detail, das Südtiroler Ästhetik ausdrückt, kann Inspiration sein. Am Ende entsteht so eine Sammlung, eben eine Qollezione“, so Anna Quinz. Denn das junge Ehepaar verbindet mehr als ihre eigene Liebe. Es ist die Leidenschaft für das Sammeln seltener Stücke. ◀

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TRADITION

Fotos: Pastalpina

Alexander Gross setzt auf ursprüngliches Getreide: In seine Nudel und Grissini kommen nur Getreidesorten, die nicht auf Effizienz getrimmt werden.

Pastalpina TEIGWAREN, BOZEN

▶ Gründungsjahr: 2013 Alexander Gross ist ein Überzeugungstäter. In seiner kleinen Manufaktur in Bozens Innenstadt produziert er Nudeln, Grissini und seit Kurzem auch Brot. Es sind nicht irgendwelche Teigwaren, es sind Produkte, wie er meint, die dem Menschen guttun. Produkte, hergestellt aus frisch gemahlenem Biogetreide, bevorzugt aus Südtirol. Die Liste der Zutaten ist kurz. So kommen in seine Nudeln nur Getreide und Wasser. „Mehr brauchen meine Nudeln nicht, ich verwende weder Salz noch Eier oder Milch. Damit sind meine Produkte auch zu 100 Prozent vegan“, erzählt Gross. ES WAR SEINE ERFAHRUNG, die den gebürtigen Meraner auf die Idee von Pastalpina brachte. Über zehn Jahre hat der gelernte Bäcker in Deutschland gearbeitet. Für ein weltweit tätiges Unternehmen war er Fachberater von Bäckereirohstoffen. „Wir haben vorwiegend Backmischungen für den Großhandel vertrieben. Ich habe in diesen Jahren einen Einblick erhalten, was in unseren Lebensmitteln drin ist“, so Gross, der sich mit diesen Inhaltsstoffen immer weniger identifizieren konnte.

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TRADITION Alexander Gross begann sich fortzubilden, in Nürnberg ließ er sich zum Ernährungsberater ausbilden. Er begann sich intensiv für vollwertige, für gesunde Ernährung zu interessieren. Vor allem für ursprüngliches Getreide. Für Sorten, die im Laufe der Jahrhunderte züchterisch wenig verändert wurden. Etwa wie das Einkorn, eine der ersten Getreidesorten überhaupt. „Das Einkorn ist ein Vorgänger des Dinkels und ist ursprünglich geblieben. Es ist keinem Druck ausgesetzt, da es auf dem Markt wenig Relevanz hat. Schließlich hat es ja nur ein Korn pro Ährchen und bringt entsprechend geringe Erträge“, so Gross. Anders als Weizen also, der gerade aufgrund der Hochleistungszüchtungen seit einigen Jahren massiv in der Kritik steht. DAS WISSEN UND DIE ERFAHRUNGEN rund um vollwer-

tige Ernährung brachten Alexander Gross auf die Idee: vollwertige Teigwaren aus ursprünglichem Getreide zu produzieren. „Ich deponierte die Idee beim TIS. Sie brachten mich mit den Machern von Pur Südtirol in Verbindung. Ihnen gefiel meine Idee, und wir gingen eine strategische Partnerschaft ein“, erzählt Alexander Gross. Das erste Jahr produzierte er in Lana, seit 2014 im Kellergeschoss von Pur Südtirol in Bozen. Hier stellt er sieben Nudelsorten aus reinem Vollkornmehl, zwei Sorten aus Halbvollkorn- und zwei weitere Sorten aus Weißmehl her. Spricht er über die reine Vollkornnudel, gerät er ins Schwärmen. „Die dunklen Sorten enthalten so viele wichtige Nährstoffe, dass man nach dem Verzehr nicht dieses Völlegefühl hat. Außerdem haben sie einen so guten Eigengeschmack, dass sie auch ohne Sugo wunderbar schmecken“, so Gross. Und welche Sorten kommen beim Endverbraucher besser an? „Ich würde gerne etwas anderes sagen, aber es sind die weißen Sorten“, erzählt Gross. Auch deshalb sah er sich gezwungen, die Getreidesorten zu erweitern. Nur mit Vollkorn lief das Geschäft nicht. „Also bin ich einen Kompromiss eingegangen, ich habe damit begonnen, Weißmehl zu verarbeiten. Allerdings nur alternative Getreidesorten wie Dinkel oder Einkorn“, so Gross.

Foto: Pastalpina

IN SEINE GRISSINI kam von Beginn an weißes Mehl, mitt-

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Vollkornnudel, wie hier im Bild, sind ein Produkt für Liebhaber. Deshalb ist Alexander Gross einen Kompromiss eingegangen. „Ich habe damit begonnen, Weißmehl zu verarbeiten. Allerdings nur alternative Getreidesorten wie Dinkel oder Einkorn“, so Gross.

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lerweile sind sie ein Verkaufsschlager. Drei Sorten hat er im Sortiment, Dinkelgrissini Natur, jene mit Rosmarin und jene mit getrockneten Tomaten. Seit Kurzem produziert Alexander Gross auch Brot. Wenngleich nicht im großen Stil. Es ist pures Dinkelbrot, er verkauft es ausschließlich im darüber liegenden Geschäft. „Ich backe einfach leidenschaftlich gerne Brot“, erzählt der gelernte Bäcker, der nach seiner Lehre in der Bäckerei Winkler in Lana die Fachschule für Lebensmitteltechnik in Kaiserslautern besuchte und in Bayreuth den Bäckermeister absolvierte. Vorerst hat er nicht vor, die Brotproduktion zu steigern, überhaupt soll das Wachstum langsam und überlegt erfolgen. Es soll, so sein Wunsch, mit seiner Ursprungsphilosophie im Einklang bleiben. ◀ ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


TRADITION

Salurner Lederhosenschneiderei TEXTILVERARBEITUNG, SALURN

▶ Gründungsjahr: 2014 Seine Geschäftsidee ging die vergangenen Monate durch Südtirols Medien. Ob Fernsehen, Print- oder Onlinemedien, sie berichteten über den jungen Mann aus Salurn, der ein ganz untypisches Start-up aus dem Boden stampfte. Ein Unternehmen, das mittlerweile eine richtige Marktnische besetzt. Norman Ventura ist Lederhosenschneider, einer der letzten noch verbliebenen in Südtirol. Ob für Musikkapellen, Schützenvereine oder Schuhplattler: Ventura fertigt Lederhosen auf Maß an. ES WAR VOR DREI JAHREN, dass Norman Ventura sein Aben-

Fotos: Philipp Franceschini

teuer begann. „Ich hatte schon immer eine Passion für Leder. Wir haben im Unterland ja eine starke Maschggra-Tradition, für den Perkeo-Umzug habe ich so das ein oder andere Kostüm aus Leder gefertigt“, erzählt Norman Ventura. Seine ersten Versuche startete er am Abend, nach der Arbeit. Untertags war der Elektrotechniker Vollzeit in einem Ingenieurbüro tätig. Er plante Installationen oder war auf Baustellen unterwegs. Eine Welt, die er abends hinter sich ließ. Als er nach Hause kam, begann seine wahre Leidenschaft. Er bastelte mit Leder, erst für den Perkeo, dann für den Krampusumzug. „Ja, und

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irgendwann fragten mich die Schützen, ob ich für sie eine Lederhose fertige. Ich war zu Beginn natürlich überfordert, hatte ich mit Schnitten oder Mustern bis dato ja nichts am Hut“, erzählt der Jungunternehmer. NOCH NICHT. Denn der Salurner setzte sich dahinter. An der

Fachschule für Hauswirtschaft absolvierte er Näh- und Schneiderkurse, dann fuhr er ins Passeiertal und nach Bayern, um Schneidern über die Schulter zu schauen. Intensiv setzte er sich mit echtem Hirschleder auseinander, er probierte und recherchierte und stieß schließlich auf die Gebhard-Brüder in Brixen. Schützenkompanien aus ganz Südtirol orderten dort ihre Lederhosen. „Es waren richtige Profis“, erzählt Ventura. Nur waren sie nicht mehr aktiv, vor rund fünf Jahren schlossen sie ihre Werkstatt und gingen in Pension. „Ja, und obwohl sie bereits im Ruhestand waren, habe ich sie gebeten, mich in die wahre Kunst der Lederhosenfertigung einzuführen. Zunächst standen sie meinem Vorhaben etwas kritisch gegenüber, am Ende aber ließen sie sich überzeugen. Sie gaben mir 50 Jahre Erfahrung mit auf den Weg“, so Ventura. Die Gebhard-Brüder erkannten den Enthusiasmus und wohl auch das Talent des jungen Salurners. So kam es, dass sie Ventura all ihre Schnittmuster verkauften. Echte Raritäten, zum Teil über 200 Jahre alt.

Norman Ventura hat ein altes Handwerk neu entdeckt. Als einer der wenigen im Land schneidert er Lederhosen. Mit frischem Elan, ganz nach ursprünglicher Tradition.

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TRADITION

Die Lederhosenschneider Norman (rechts) und Thomas Ventura in ihrer Werkstatt in Salurn.

VENTURAS ERFOLG stand damit nichts mehr im Weg. Schüt-

zenkompanien aus ganz Südtirol wurden auf ihn aufmerksam. Auf den jungen Mann, der Gebhards Erbe weiterführt. Die Aufträge wurden immer mehr, im Ingenieurbüro arbeitete er erst nur noch als Freiberufler, seit vergangenem Jahr überhaupt nicht mehr. „Die ersten beiden Jahre habe ich noch von zu Hause aus geschneidert, seit einem Jahr habe ich meine eigene Werkstatt in Salurn“, erzählt Ventura. Hier hat er sich eingerichtet, hier, inmitten der Näh- und Stanzmaschinen, der großen Presse, der Schablonen, Kleber und Fäden arbeitet er voller Passion als Lederhosenschneider. DAS GESCHÄFT LÄUFT. So sehr, dass er es alleine nicht mehr

Fotos: Philipp Franceschini

schafft. Vor einem Jahr ist sein 21-jähriger Bruder Thomas eingestiegen. Jede Lederhose ist ein Unikat, hinter jedem

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Stück steckt Handarbeit „Made in Salurn“. Drei bis vier Tage brauchen die Ventura-Brüder für die Fertigung einer originalen Hirschlederhose. Zu den Kunden zählen nicht nur Vereine, sondern auch immer mehr private Kunden, darunter viele Jäger. „Wir haben mittlerweile auch Anfragen aus Finnland und Flandern. Unsere Stärke ist sicherlich, dass wir jede Lederhose auf Maß schneidern und individuell besticken“, so Norman Ventura. Auch wenn die Schnitte seit 200 Jahren dieselben sind, farbtechnisch ist auch die Lederhose gewissen Trends unterworfen. Die junge Kundschaft bevorzugt die kurzen Lederhosen, in der Fachsprache Seplhosen genannt, aktuell am liebsten in der Farbe Grau. Ob kurz oder lang, ob braun, schwarz oder grau – eines haben alle Ventura-Hosen gemeinsam: Sie sollen mindestens 30 Jahre halten. Und: Sie sollen von Jahr zu Jahr besser aussehen. ◀

Drei bis vier Tage brauchen die Ventura-Brüder für die Fertigung einer originalen Hirschlederhose.

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TRADITION

Foto: pixabay

Oldies but Goldies Im vergangenen Jahr hat Südtirol Panorama erstmals die 100 Umsatzkönige nach ihrem Geburtsjahr gelistet. Dieses Jahr ziehen wir nach und präsentieren die 200 größten Betriebe des Landes, gereiht nach ihrem Alter und damit ihrer Tradition und Geschichte.

D

ie größten Unternehmen des Landes sind hinlänglich bekannt: Aspiag auf Platz eins, Acciaierie Valbruna auf Rang zwei, die Leitner-Gruppe auf Platz drei. Welche Südtiroler Großunternehmen altersmäßig aber am längsten bestehen, das wissen wir erst seit vergangenem Jahr. Erstmals hat Südtirol Panorama damals das Ranking „Südtirols traditionsreichste Unternehmen“ erarbeitet. Veröffentlicht wurden die 100 ältesten Umsatzkönige, dieses Jahr wird das Ranking auf die 200 ältesten Großbetriebe ausgeweitet. EIN BLICK AUF DAS RANKING: Die

Liste ist beispielgebend für die Entwicklung der Wirtschaft in Südtirol. Nur ein Unternehmen, der Bozner Handelsbetrieb Thaler GmbH, wurde im 18. Jahrhundert gegründet, fünf wurden im 19. Jahrhundert gegründet, fünf weitere vor dem 1. Weltkrieg und etwas mehr als ein Dutzend zwischen dem 1. und dem 2. Weltkrieg. Alle weiteren bis heute noch bestehenden Großbetriebe wurden nach dem 2. Weltkrieg aus der Taufe gehoben, als in Südtirol eine Phase des Wiederaufbaus und des wirtschaftlichen Wachstums begann. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl

Wie wurde bewertet? Genauso wie im vergangenen Jahr hat Südtirol Panorama für die Erstellung dieses Rankings die Liste der Top 300 Unternehmen herangezogen. Eine Liste, die im Oktober 2016 in diesem Magazin veröffentlicht wurde. Berücksichtigt wurden dort nur Kapitalgesellschaften, die ihren Rechtssitz in Südtirol haben und ihre Bilanz 2015 bei der Handelskammer Bozen bis September 2016 hinterlegt haben. Genossenschaften aus dem Obst-, Milchund Finanzmarkt, Konsortien, Banken und Leasinggesellschaften wurden nicht in das Ranking aufgenommen. Um die ältesten Betriebe des Landes zu ermitteln, wurden von den „Top 300 Unternehmen“ die 200 umsatzstärksten Unternehmen nach ihrem Gründungsjahr untersucht. Sie finden in diesem Ranking also die 200 größten Südtiroler Unternehmen. Ausnahmsweise nicht nach Umsatz, sondern nach Alter gereiht. Da viele Betriebe im Laufe der Jahrzehnte in andere Gesellschaften übergingen oder den Namen wechselten, hat sich Südtirol Panorama nicht nur auf das Eintragungsjahr ins Handelsregister verlassen, sondern auch zahlreiche Eigenrecherchen durchgeführt.

AUFBRUCH IN DEN 70ERN. Die 60er

Jahre waren noch vom Einbruch des italienischen Wirtschaftswachstums ge-

prägt. Viele Großbetriebe in der Bozner Industriezone mussten schließen, in anderen gab es Entlassungswellen. Die wahre Aufbruchstimmung in Südtirols Wirtschaft gab es erst in den 70er Jahren. Die meisten noch heute bestehenden Großbetriebe, 35 an der Zahl, wurden genau in diesem Jahrzehnt gegründet. Ein Grund dafür ist unter anderem der Boom im Fremdenverkehr, das Handwerk profitierte davon ebenso wie das Bank- und Versicherungswesen. Eine Rolle spielte aber auch der Erlass des zweiten Autonomiestatuts im Jahre 1972, mit dem zahlreiche Gesetzgebungs- und Verwaltungsaufgaben an Südtirol übergeben wurden. Viele der in den 70er Jahren gegründeten Unternehmen sind Familienunternehmen, die noch heute von der Gründerfamilie geführt werden. Darunter Erfolgsbetriebe wie Rubner, Wipptaler Bau, Niederstätter, Frener & Reifer, die Sportler- oder die Barchetti-Gruppe. Interessant auch: Ähnlich viele Großunternehmen wie in den 70er Jahren wurden im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts gegründet, also zwischen 2000 und 2010. ◀ ) (VP

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TRADITION GRÜNDUNG

PLATZ. TOP 300 2015

GESAMTLEISTUNG A 2015 IN MIO. €

PERSONALKOSTEN 2015 IN MIO. €

GEWINN/ VERLUST 2015 IN MIO. €

1. Thaler GmbH, Bozen

1763

175

20,9

4,0

0,1

2. J.F. Amonn AG, Bozen

1802

103

36,7

7,1

0,6

Farben, Papier, Immobilien, Hotelbedarf

3. Hotel Adler GmbH, St. Ulrich

1810

94

41,5

13,1

4,4

Hotellerie

4. Brauerei Forst AG, Algund

1857

19

161,9

26,2

8,7

Bierproduzent

NR.

FIRMENNAME

TÄTIGKEIT

Kosmetik, Detail- und Großhandel

5. Seetech Global Industries AG, Bozen

1888

3

769,7

168,1

8,6

Anlagenbau

6. Innerhofer Holding AG, St. Lorenzen

1898

68

54,9

8,7

0,9

Bad und Haustechnik

7. Stadtwerke Brixen AG, Brixen

1903

87

45,3

7,2

0,2

Energieversorger

8. Stadtwerke Bruneck, Bruneck

1903

95

40,9

3,3

3,9

Energieversorger

9. Athesia AG, Bozen

1907

20

157,7

41,8

3,1

Verlag

10. A. Rieper AG, Vintl

1910

71

53,6

6,7

1,6

Mühle

11. Ritter Sport Italia GmbH, Brixen

1912

194

19,1

1,1

-0,6

Lebensmittel

12. Quellenhof GmbH, St. Martin in Passeier

1923

183

20,2

5,0

3,0

Hotellerie

13. Acciaierie Valbruna AG, Bozen

1925

2

832,9

133,1

-60,2

14. Beikircher Grünland GmbH, Sand in Taufers

1926

93

42,7

3,4

2,1

15. Gramm AG, Bozen

1926

135

29,6

3,8

0,6

Lebensmittel

16. Sad Nahverkehr AG, Bozen

1927

38

87,4

28,7

0,3

Personentransport

Stahlwerk Futtermittel

17. Damiani - Holz&Ko AG, Brixen

1927

136

29,4

4,1

-0,6

Holzbau

18. Pircher Oberland AG, Toblach

1928

106

36,3

5,9

0,0

Holzindustrie Anlagentechnik

19. Atzwanger AG, Bozen

1932

65

56,0

12,3

1,0

20. Palfinger Gru Idrauliche GmbH, Bozen

1932

128

30,5

3,8

0,3

Verkauf von Baumaschinen

21. Troyer GmbH, Sterzing

1934

152

25,9

8,3

0,1

Turbinenbau

22. Mader GmbH, Sterzing

1935

171

21,6

4,3

0,5

Heizung und Installation

23. Nagel Italia GmbH, Bozen

1935

49

69,6

7,0

-2,4

Transporte

24. Gruber Invest GmbH, Auer

1936

10

284,8

31,3

2,0

Transporte

25. Bignami AG, Auer

1939

102

36,9

4,0

1,7

Großhandel für Jagd

26. Seppi M. AG, Kaltern

1939

186

19,6

3,2

0,7

Landwirtschaftliche Maschinen

27. Selectra AG, Bozen

1944

43

75,0

9,8

-0,7

Elektrogroßhandel

28. F.lli Santini GmbH, Bozen

1945

158

24,5

3,5

0,1

Umweltdienste Vertrieb von Treibstoffen

29. Kostner GmbH, Vahrn

1947

83

47,8

1,9

0,7

30. Fructus Meran AG, Terlan

1947

109

35,8

5,6

-2,0

Verarbeitung von Obst und Gemüse

31. Elpo GmbH, Bruneck

1947

131

30,1

8,1

0,3

Elektroinstallationen

32. Julius Meinl Italia AG, Bozen

1947

52

65,5

4,4

1,3

Kaffee

33. I.F.I. AG, Bozen

1947

63

57,2

7,2

1,3

Hotellerie, Fahrzeuge

34. Nikolaus Bagnara AG, Eppan

1948

111

34,6

3,5

1,7

Marmor

35. Sasa AG, Bozen

1948

154

25,2

14,6

0,1

Personentransport

36. Fercam Finance AG, Bozen

1949

4

633,4

75,6

12,0

37. Anjoka GmbH, Pfalzen

1949

47

70,9

8,6

0,1

Supermärkte

38. Thun AG, Bozen

1950

42

80,0

12,2

1,2

Keramik, Geschenksartikel

Transporte

39. Agrochimica AG, Bozen

1950

126

30,7

1,3

0,9

Landwirtschaftlicher Großhandel

40. Hans Zipperle AG, Meran

1951

55

62,5

11,3

0,5

Getränkeproduzent

41. Gebr. Clementi GmbH, Leifers

1952

107

36,3

0,2

0,0

Verarbeitung von Obst und Gemüse

42. Gasser GmbH, St. Lorenzen

1955

74

53,1

4,5

4,8

Fahrzeughandel

43. Tridonic Italia GmbH, Meran

1956

170

21,8

0,9

0,3

Elektroartikel

44. Karl Pedross AG, Latsch

1956

120

31,3

8,4

0,0

Bodenzubehör

45. Schenk Italia AG, Auer

1956

30

102,5

6,0

0,5

Weinhandel

46. Bettiol GmbH, Bozen

1957

191

19,3

3,3

1,9

Baubranche

47. Avis Budget Italia AG, Bozen

1957

6

417,3

40,3

5,7

Autovermietung

48. Isolcell AG, Leifers

1958

185

19,6

3,5

0,8

Konservierungsanlagen

49. Ossanna GmbH, Pfitsch

1958

198

18,6

2,9

0,1

Getränke

50. Karl Pichler AG, Algund

1958

142

28,0

3,3

1,2

Holzindustrie

12

Südtirol Panorama | 01.2017

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PR-INFO

MISSION ZUKUNFT

Zwischen Tradition und Innovation: Am Stammwerk läuft der einmillionste 911 vom Band, jetzt baut Porsche seinen ersten E-Sportwagen.

D

er Elfer ist jetzt ein Millionär. Am 11. Mai rollte am Stammwerk in Zuffenhausen der einmillionste Porsche 911 vom Band. Lackiert in Irischgrün, genauso wie der Ur-911 aus dem Jahre 1963. Die Neuheiten 2017. Paolo Petriccione, der Geschäftsführer vom Porsche Zentrum Bozen, präsentierte am selben Tag im Parkhotel Laurin den neuen 911 GTS. Der Sportwagen ist nur eine der Neuheiten im Jahr 2017. Im Herbst kommt der Panamera Sport Turismo auf den Markt, ein neues Modell des beliebten Viersitzers, der sich noch geräumiger und sportlicher zeigt. Mit Spannung erwartet wird auch der neue Cayenne, der kurz vor Jahresende vom Band laufen wird.

So sieht er aus: Der Sportwagen Mission E, das erste batteriegetriebene Modell von Porsche. 2019 wird der Elektro-Sportler in Serie gehen.

Porsche setzt auf E-Mobilität. Bei Porsche beginnt 2019 die Produktion des ersten rein batteriegetriebenen Modells. Der Sportwagen Mission E wird komplett klimaneutral produziert. Der Viersitzer soll eine Leistung von rund 600 PS haben, in weniger als 3,5 Sekunden von Null auf 100 beschleunigen, über eine Reichweite von 500 Kilometer verfügen

und in 15 Minuten 80 Prozent seiner Akkukapazität nachladen können. „Mission E wird sich Porsche-typisch präsentieren. Es wird nicht nur ein effizientes Fortbewegungsmittel sein, sondern wie wir es von Porsche gewöhnt sind, mit Design, Qualität und sportlicher Fahrdynamik überzeugen“, ist Paolo ❧ Petriccione überzeugt.

Südtirol Panorama | 01.2017

13


TRADITION GRÜNDUNG

PLATZ. TOP 300 2015

GESAMTLEISTUNG A 2015 IN MIO. €

PERSONALKOSTEN 2015 IN MIO. €

GEWINN/ VERLUST 2015 IN MIO. €

51. Oberosler Cav. Pietro AG, St. Lorenzen

1960

40

82,0

5,7

0,0

52. Progress Invest AG, Brixen

1961

22

141,7

23,1

16,0

Maschinenbau, Betonfertigteile

53. Miele Italia GmbH, Eppan

1961

29

104,6

8,8

2,8

Großhandel von Haushaltsgeräten

54. Elektrisola Atesina GmbH, Sand in Taufers

1961

33

94,9

10,3

4,9

Hersteller von Kupferlackdraht Vertrieb von Treibstoffen

NR.

FIRMENNAME

TÄTIGKEIT

Baubranche

55. San Marco Petroli Distribuzione GmbH, Bozen

1962

15

190,9

0,6

0,6

56. Ivoclar Vivadent Manufacturing GmbH, Naturns

1962

116

32,3

11,4

1,1

Produkte für Zahnärzte und Zahntechniker

57. Euroclima AG, Bruneck

1963

119

31,4

6,8

1,7

Klima- und Lüftungssysteme

58. Wolf Fenster AG, Natz-Schabs

1963

178

20,6

4,3

0,5

Fenster und Türen

59. Würth GmbH, Neumarkt

1963

8

386,0

109,8

-12,1

Großhandel von Befestigungs- und Montagematerial

60. GKN Driveline Bruneck AG, Bruneck

1963

12

215,5

43,7

12,0

Fahrzeugtechnik

61. Foppa GmbH, Neumarkt

1964

159

23,7

1,1

0,3

Großhandel von Lebensmitteln

62. Rubner Haus AG, Kiens

1964

56

62,3

15,5

0,1

Holzbau

63. Pompadour Tee GmbH, Bozen

1964

124

30,9

2,7

2,4

Großhandel von Tee

64. Hipp Italia GmbH, Bozen

1966

112

34,0

0,9

0,4

Lebensmittel Seilbahnen

65. Impianti Colfosco AG, Corvara

1966

176

20,8

5,5

3,7

66. GKN Sinter Metals AG, Bruneck

1967

18

164,1

42,6

20,6

67. Selva AG, Bozen

1968

81

48,0

8,8

-1,9

Möbel

68. CSB F.lli Straudi AG, Bozen

1968

173

21,1

3,6

0,2

Großhandel von Handwerkszubehör

Metallverarbeitende Industrie

69. P.A.C. AG, Bozen

1969

69

54,5

8,0

1,3

Baubranche

70. Nordpan AG, Olang

1969

61

59,3

4,9

2,0

Holzbau

71. Al-Ko Kober GmbH, Vintl

1970

92

44,1

7,0

5,4

Fahrzeugtechnik

72. The Wierer Holding AG, Brixen

1970

26

110,6

16,9

1,2

Baubranche, Umwelt, Energie

73. Kuen Falca GmbH, Meran

1970

25

120,5

1,0

-1,8

Speckwaren

74. Passuello GmbH, Percha

1970

150

26,4

0,3

0,4

Vertrieb von Treibstoffen Kinematische Komponenten

75. Apparatebau Gronbach GmbH, Neumarkt

1971

168

22,3

5,6

0,6

76. Europcar Italia AG, Bozen

1971

11

236,7

22,3

32,5

77. Nils AG, Burgstall

1971

123

31,0

2,6

1,3

Schmierstoffe

78. Wohnzentrum Jungmann AG, Brixen

1972

138

28,6

5,9

2,1

Verkauf von Möbeln Mode, Sportartikel

Autovermietung

79. Ober Alp AG, Bozen

1972

21

153,4

15,3

0,2

80. Alimco Fin AG, Bozen

1972

7

417,2

1,6

12,4

Energie, Großhandel von Lebensmitteln

81. Hoppe AG, Lana

1972

32

95,6

25,7

-2,1

Beschläge

82. Wipptaler Bau AG, Brenner

1972

118

31,5

6,2

1,5

Baubranche

83. Bozen Import GmbH, Ritten

1972

144

27,7

0,2

0,2

Großhandel von Fleisch und Tieren

84. Monier AG, Kiens

1972

45

73,6

15,3

-6,4

Dächer

85. Palbox Pallets e Contenitori AG, Neumarkt

1973

161

23,2

1,8

-3,1

Herstellung und Vertrieb von Großkisten

86. Habitat AG, Bozen

1973

177

20,6

3,3

1,0

Baubranche

87. Develey Italia GmbH, Lana

1973

162

23,1

0,8

0,1

Großhandel von Lebensmitteln

88. Iprona AG, Lana

1973

35

92,6

8,0

1,5

Lebensmittel

89. ZG Lighting GmbH, Vahrn

1973

97

40,4

4,2

0,5

Elektrogroßhandel

90. Frener & Reifer GmbH, Brixen

1974

85

46,9

10,3

1,6

Fassadenbau

91. Niederstätter AG, Bozen

1974

189

19,4

3,3

0,2

Baumaschinen

92. Moser Group GmbH, Naturns

1974

98

39,6

4,5

0,0

Speckwaren

93. Naturallook GmbH, Bozen

1974

139

28,0

2,7

1,5

Großhandel von Bequemschuhen

94. Rubner Holzbau AG, Brixen

1974

140

28,0

6,6

-0,4

Holzbau

95. Doppelmayr Italia GmbH, Lana

1974

72

53,3

6,1

7,8

Anlagenbau

96. Rubner Türen AG, Kiens

1974

167

22,4

7,3

1,3

Türen

97. Autoindustriale GmbH, Bozen

1975

39

86,5

9,0

0,8

Fahrzeughandel

98. Karrell GmbH, Salurn

1975

155

25,2

4,2

0,2

Großhandel von Hebemaschinen

99. Agba AG, Bozen

1976

9

314,4

15,0

4,2

Fahrzeughandel

1977

24

124,3

23,3

2,2

Sportartikel

100. Obfinim AG, Bozen

14

Südtirol Panorama | 01.2017

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PR-INFO

LEIDENSCHAFT FÜR NATURSTEIN Mit der Verarbeitung und dem Vertrieb von Natursteinen hat sich die Fuchs AG einen Namen gemacht. Dabei hat alles ganz klein begonnen, vor knapp 60 Jahren in einem Stall in Latsch.

Diese Wandverkleidung in Passeirer Gneis hat die Fuchs AG im Sport & Wellness Resort Quellenhof im Passeiertal realisiert

Im Schauspielhaus Stuttgart kommt der Naturstein „Marteller Granit Plima“ zum Einsatz.

K

ein Stein gleicht dem anderen. Ob der Passeirer Gneis oder der Tonalit aus dem Ahrntal. Jeder Naturstein ist ein Unikat. Ein optischer Hingucker für Bodenbeläge, Treppen, Fensterbänke, Küchen- und Badabdeckplatten. So weist etwa der „Marteller Granit Plima“, ein einheimischer Stein aus dem Martelltal, mit seinem blau-grauen Grundton eine unverwechselbare Struktur und ein wechselndes Farbspiel auf. Verarbeitet werden diese Steine in Vetzan, in der Fuchs AG. Das Latscher Familienunternehmen hat sich auf die Herstellung und den weltweiten Import von Natursteinen spezialisiert. Die Anfänge. Der Handelsbetrieb ist im Laufe der vergangenen knapp 60 Jahre gewachsen. Begonnen hat alles ganz klein. Im Stall eines Bauernhofes in Latsch. Dort hat Firmengründer Martin Fuchs im Jahre 1958 mit der Produktion von Terrazzoplatten begonnen. Zunächst für den Südtiroler Markt, ziemlich schnell auch für den Nordtiroler Markt. Da es zu dieser Zeit nur sehr wenige und vor allem einfarbige Fliesen und Bodenplatten

und eine Produktionsstätte, in der lokale und europäische Natursteine verarbeitet werden. Bereits neun Jahre zuvor hat die Fuchs AG in Sinich bei Meran die Verkaufsstelle „Keramarket Fuchs“ eröffnet.

Cornelia, Martin, Claudia und Günther Fuchs

auf dem Markt gab, erkannte Martin Fuchs das Potential und nahm auch Keramikfliesen und Naturstein ins Sortiment. Verkauft wurden sie weit über Südtirols Grenzen hinaus. Sein Sohn Günther, der das Unternehmen 1970 übernahm, konzentrierte sich in den Folgejahren vor allem auf den Export von Naturstein. Hauptabsatzmärkte waren Deutschland, Österreich und die Schweiz. Da vor allem das Exportgeschäft für eine positive Entwicklung sorgte, übersiedelte das Unternehmen erst in die Industriezone von Latsch, seit 1998 hat die Fuchs AG ihren Sitz im Gewerbegebiet Vetzan. Auf 10.000 Quadratmetern errichtete dort die Familie Fuchs ein neues Bürogebäude mit Ausstellungsräumen, eine Lagerhalle

Stark im Export. Heute beschäftigt das Unternehmen 35 Mitarbeiter und hat neben Natursteinen und Fliesen auch Holz-und Vinylböden im Sortiment. Zum Kundenkreis der Fuchs AG zählen neben privaten Bauherren und Fliesenlegern auch Baufirmen, Architekten, Inneneinrichter oder Planer. Zudem ist das Unternehmen im Export sehr stark, zu den Exportkunden zählen vor allem Profikunden aus Österreich, Deutschland und der ❧ Schweiz.

infobox

Fuchs AG Gewerbegebiet Vetzan 41 39028 Schlanders/Vetzan Tel. 0473 741 741 info@fuchs.it www.fuchs.it

Südtirol Panorama | 01.2017

15


TRADITION GRÜNDUNG

PLATZ. TOP 300 2015

GESAMTLEISTUNG A 2015 IN MIO. €

PERSONALKOSTEN 2015 IN MIO. €

GEWINN/ VERLUST 2015 IN MIO. €

1977

130

30,4

8,1

0,5

102. Südtirol Fenster GmbH, Gais

1978

174

21,0

7,0

0,6

Fensterbau

103. Pichler Immobilien und Service GmbH, Bozen

1978

27

110,4

16,1

3,9

Stahlbau

104. Transbozen Logistik GmbH, Lajen

1979

113

33,9

2,1

1,8

Transporte

NR.

FIRMENNAME

101. Weger Walter GmbH, Kiens

TÄTIGKEIT

Klima- und Lüftungssysteme

105. Südtiroler Transportstrukturen AG, Bozen

1979

153

25,5

2,1

0,5

Öffentlicher Nahverkehr

106. Microtec GmbH, Brixen

1980

137

28,8

7,9

2,3

Scan- und Optimierungslösungen für Holzverarbeiter

107. Unifix SWG GmbH, Terlan

1980

192

19,3

3,6

0,0

Großhandel von Befestigungs- und Montagematerial

108. Franz Kraler GmbH, Toblach

1980

100

38,4

0,5

0,8

Mode

109. Lorenz Pan AG, Bozen

1980

166

22,5

3,9

2,6

Palettiertechnik

110. Röfix AG, Partschins

1980

73

53,2

7,4

2,0

Baustoffe

111. Starauto GmbH, Bozen

1981

148

26,7

0,8

0,6

Fahrzeughandel

112. Maico GmbH, St. Leonhard in Passeier

1981

75

52,9

6,0

1,2

Großhandel von Komponenten für Fenster und Türen

113. Real Estate Services AG, Bozen

1981

64

56,7

0,0

6,4

Beteiligungsgesellschaft, Immobilien

114. Metall Steel GmbH, Bozen

1982

101

37,6

2,8

0,7

Großhandel von Eisen und Stahl

115. Information Consulting GmbH, Bozen

1982

132

30,0

0,7

0,1

Software, Beratung

116. Autotest AG, Lana

1983

36

88,7

18,0

-4,7

Automobilzulieferindustrie

117. ACS Data Systems AG, Bozen

1983

129

30,5

6,6

1,5

IT-Lösungen

118. Liebherr - Emtec Italia AG, Brixen

1984

115

33,8

5,4

-0,4

Großhandel von Maschinen

119. Baustoffe Roman Terzer GmbH, Neumarkt

1984

157

24,5

3,0

0,0

Baustoffe

120. Meraner Mühle GmbH, Lana

1984

149

26,6

1,5

1,5

Mühle

121. Beton Lana GmbH, Lana

1985

200

18,1

3,5

0,9

Fertigbeton

122. Plose Sistem Service AG, Brixen

1985

41

80,6

1,7

1,1

Finanzsysteme, Energie,

123. Markas GmbH, Bozen

1985

13

201,4

135,3

6,8

Facility Management

124. Superdistribuzione GmbH, Bozen

1985

46

72,6

5,1

2,1

Großhandel von Fleisch

125. Billig AG, Neumarkt

1985

23

124,4

12,9

1,3

Supermärkte

126. Wolf System GmbH, Freienfeld

1985

59

60,0

14,0

-0,4

Baubranche, Fertighallenbau

127. Röchling Automotive Italia GmbH, Leifers

1986

17

173,9

45,2

5,4

Kunststoffe

128. Hapimag Italia GmbH, Bozen

1988

197

18,6

5,2

0,1

Ferienunterkünfte

129. Ineco Auto AG, Bozen

1988

77

50,8

1,8

1,1

Fahrzeughandel

130. Plattner AG, Leifers

1988

127

30,6

3,6

0,4

Baubranche

131. Merano Speck GmbH, Naturns

1988

182

20,3

2,4

0,4

Speckwaren

132. Auto - Plose Sadobre GmbH, Freienfeld

1988

50

67,6

0,3

0,1

Detailhandel, Treibstoffe

133. Generalbau AG, Bozen

1988

76

50,8

7,7

7,1

Baubranche, Hotellerie

134. Italienische Parkgaragengesellschaft AG, Bozen

1988

147

27,0

4,0

0,6

Parkplätze

135. Technoalpin AG, Bozen

1990

31

97,5

10,1

6,6

Beschneiung

136. Selimex GmbH, Latsch

1990

156

24,7

1,1

0,0

Großhandel, Landwirtschaft

137. S.P.V. GmbH, Bozen

1990

163

23,0

1,1

0,4

Presseversand

138. Egma Obstversteigerung GmbH, Terlan

1991

199

18,2

0,8

0,2

Obstversteigerung Lebensmittel

139. Aspiag Service GmbH, Bozen

1991

1

1.790,1

228,9

21,1

140. Rotho-Blaas GmbH, Kurtatsch

1991

86

46,8

10,6

1,3

Großhandel von Zimmereizubehör

141. Jenbacher GmbH, Bozen

1992

53

64,4

4,6

2,9

Energietechnik

142. BTS Biogas GmbH, Bruneck

1992

110

35,4

6,4

-1,4

Biogasanlagen

143. Fri-El Green Power AG, Bozen

1994

14

194,7

11,0

21,1

Energie

144. Eco Center AG, Bozen

1994

108

36,2

9,5

1,5

Umweltdienste

145. Sicet GmbH, Bozen

1994

122

31,0

1,7

6,5

Consulting

146. Auto Brenner AG, Bozen

1995

44

73,9

5,2

0,5

Fahrzeughandel

147. Derga Consulting GmbH, Bozen

1996

179

20,6

5,2

0,3

IT-Beratung

148. Sport Alliance International AG, Bozen

1996

66

55,8

0,5

0,0

Sportartikel

149. Zima Wohn Baugesellschaft mbH, Bozen

1996

160

23,4

0,5

4,0

Baubranche

150. Ignas Tour AG, Neumarkt

1997

51

65,8

2,7

1,3

Reisen

16

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TRADITION GRÜNDUNG

PLATZ. TOP 300 2015

GESAMTLEISTUNG A 2015 IN MIO. €

PERSONALKOSTEN 2015 IN MIO. €

GEWINN/ VERLUST 2015 IN MIO. €

1997

180

20,5

1,9

0,1

152. Cea Italien GmbH, Neumarkt

1997

80

48,1

0,5

0,4

Großhandel

153. Win Rent AG, Bozen

1997

70

53,8

3,8

6,3

Autovermietung

154. Tratter Engineering GmbH, Bozen

1998

151

26,0

1,8

0,8

Kunststoffverarbeitung Telekommunikation

NR.

FIRMENNAME

151. Warsteiner Italia GmbH, Bozen

TÄTIGKEIT

Bierproduzent

155. Brennercom AG, Bozen

1998

133

29,8

7,4

-2,8

156. Etschwerke Trading GmbH, Bozen

1999

5

599,1

4,5

8,5

Energieversorger

157. Würth Phoenix GmbH, Bozen

2000

190

19,3

10,0

0,4

IT-Beratung

158. Rail Traction Company AG, Bozen

2000

78

49,7

11,2

0,7

Gütertransport

159. Senna GmbH, Bozen

2000

181

20,3

0,3

0,1

Großhandel von Lebensmitteln

160. Paulaner Distribuzione GmbH, Bozen

2000

145

27,5

0,5

1,3

Getränkehandel

161. Seab AG, Bozen

2000

91

44,4

13,0

0,5

Umweltdienste

162. Sel Edison AG, Kastelbell-Tschars

2000

104

36,6

0,7

9,6

Energieversorger

163. Sel GmbH, Bozen

2001

67

55,3

1,9

11,0

Energieversorger

164. Selgas GmbH, Bozen

2002

57

60,6

0,0

2,7

Energie Autovermietung

165. Securitifleet AG, Bozen

2002

96

40,5

0,0

0,1

166. Oberleiter Trading GmbH, Bruneck

2002

169

22,0

0,0

0,9

Vertrieb von Fleischprodukten

167. Arrow ECS AG, Bozen

2002

37

88,1

3,2

1,7

IT-Großhandel

168. Pfanner Italia GmbH, Meran

2002

117

32,1

1,0

0,4

Getränkehandel

169. Oil Italia GmbH, Bozen

2003

84

47,0

0,2

0,0

Großhandel für Tankstellen

170. Seltrade AG, Bozen

2003

16

186,0

0,0

0,1

Energie

171. Wenatex Italia GmbH, Brixen

2003

134

29,8

1,8

0,4

Verkauf von Schlafsystemen

172. Cittadini Dell’Ordine GmbH, Bozen

2004

141

28,0

17,1

0,0

Sicherheitsdienste

173. Meggle Italia GmbH, Bozen

2004

188

19,5

0,9

-0,2

Großhandel von Lebensmitteln

174. Exquisa Italia GmbH, Bozen

2004

89

44,9

2,0

0,2

Großhandel von Milchprodukten

175. Bachmann Commerce GmbH, Gsies

2005

172

21,6

0,4

0,3

Großhandel von Futtermitteln

176. Allstar GmbH, Bozen

2005

62

59,2

19,8

2,3

Glücksspiel

177. Wepa GmbH, Vahrn

2005

143

27,7

4,7

2,4

Detailhandel

178. Villa Eden Gardone GmbH, Bozen

2006

184

20,0

0,0

-8,6

Hotellerie

179. NKD Italien GmbH, Bozen

2006

114

33,9

6,0

1,5

Detailhandel

180. Flyeralarm GmbH, Bozen

2007

146

27,5

0,1

0,7

Druckprodukte

181. Etschwerke Netz AG, Bozen

2008

54

63,5

12,6

2,3

Energieversorger

182. Deuerer Italia GmbH, Bozen

2008

164

22,7

0,0

0,2

Tiernahrung

183. Siegfried Ausserhofer GmbH, Sand in Taufers

2008

88

45,3

8,9

0,6

Baubranche

184. Hydros GmbH, Bozen

2008

60

59,9

5,5

10,6

Energie

185. Gastro-Pool Italien GmbH, Bozen

2009

58

60,6

0,0

0,0

Einkaufsgesellschaft für Gastgewerbe

186. Se Hydropower GmbH, Bozen

2009

34

93,6

6,9

21,0

Energie

187. Hebofrut GmbH, Lana

2009

196

18,8

0,0

0,3

Großhandel von Obst und Gemüse

188. LL International AG, Tirol

2009

28

106,3

16,8

2,2

Umwelttechnologie

189. Onlinestore GmbH, Meran

2009

105

36,5

0,5

0,1

Onlinehandel

190. Interdent AG, Bozen

2009

48

70,2

4,1

1,1

Verwaltung von Beteiligungen

191. Aimo Immobilien GmbH, Sarntal

2010

193

19,2

0,0

0,4

Immobilien

192. Gerhò AG, Terlan

2010

90

44,7

2,4

1,3

Medizin- und Orthopädieprodukte

193. Bergader Italia GmbH, Bozen

2010

165

22,5

0,4

0,0

Großhandel von Käse- und Milchprodukten

194. Selnet GmbH, Bozen

2011

79

49,4

7,5

2,5

Energieversorger

195. In Car GmbH, Bozen

2011

195

19,0

1,5

0,0

Fahrzeughandel

196. Ivoclar Vivadent GmbH, Naturns

2011

99

39,1

4,1

0,5

Produkte für Zahnärzte und Zahntechniker

197. Quick Service Logistics Italia GmbH, Bozen

2011

125

30,9

0,3

0,3

Großhandel

198. Goldcar Italy GmbH, Leifers

2011

121

31,1

3,5

-0,3

Autovermietung

199. BTC Holding AG, Bozen

2012

82

48,0

10,6

-0,1

IT-Lösungen

200. Drei Zinnen AG, Innichen

2016

187

19,6

6,0

-2,4

Skigebiet Hochpustertal

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Südtirol Panorama | 01.2017

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PR-INFO

TRADITIONELL UND INNOVATIV Die Plattner AG realisiert seit knapp 30 Jahren Arbeits-, Erholungs- und Lebensräume und zählt zu Südtirols führenden Unternehmen im Hochbau. Dabei hat alles klein begonnen, wie sich Inhaber Sebastian Plattner erinnert. Herr Plattner, stimmt es, dass Sie bereits im Alter von 14 Jahren den Wunsch verspürten sich selbstständig zu machen?

Sebastian Plattner, Inhaber der Plattner AG

SEBASTIAN PLATTNER: Ja, ich begann mit 14 Jahren in Jenesien bei einem Maurerbetrieb. In dieser Zeit habe ich auf einem Blatt Papier meine Wünsche für die Zukunft niedergeschrieben. Ganz oben stand die Selbstständigkeit. Zwischen Wunsch und Wirklichkeit ist aber ein weiter Weg. 1988, mit 22 Jahren, habe ich den Schritt gewagt. In Jenesien, in der Garage meines Elternhauses, durfte ich mich einmieten. Hier durfte ich die Maschinen lagern und mir ein kleines Büro einrichten. Wie finanzierten Sie Ihren Start? Mit dem Wenigen, das ich mir die ersten Arbeitsjahre erspart habe. Wobei ich mir erst natürlich nur gebrauchte Maschinen anschaffte. Mein großes Glück war aber auch die weise Voraussicht meines Vaters. Als ich zum Militär musste, wollte ich mir ein Auto kaufen. Doch mein Vater war dagegen und meinte: Wenn Du jetzt all Dein Erspartes ausgibst, stehst Du nach dem Militärdienst ohne Geld da. Im Nachhinein war sein Nein Eines der jüngsten Referenzprojekte ist der Firmensitz von Tratter Engineering GmbH in Bozen Süd.

goldrichtig! Genau dieses Nein ermöglichte mir den Start in die Selbstständigkeit. Wer waren Ihre ersten Kunden? Ich durfte von meinem damaligen Arbeitgeber einen seiner Kunden übernehmen. Dieser Auftrag war ein relativ großer Umbau unter den Bozner Lauben. Folglich stellte ich meinen ersten Mitarbeiter und wenig später den zweiten ein. Heute beschäftigen wir an die 80 festangestellte Mitarbeiter. Auf die ersten Um- und Neubauten folgte 1994 der erste große Bauauftrag, der Bau des Alters- und Pflegeheimes am Tschögglberg. In den Folgejahren durften wir unter anderem den Gesamtumbau der Marienklinik in Bozen, den Bau des Zivilschutzzentrums in

Brixen sowie die Erweiterung des Einkaufszentrums Twenty in Bozen durchführen. Sie haben von Beginn an auf Technologien gesetzt, woher kommt diese Investitionsfreude? Mir ist es immer wichtig auf einen aktuellen Stand zu sein, sowohl bei der maschinellen Ausrüstung als auch bei der digitalen Entwicklung des Unternehmens. Seit 2014 haben wir unseren Firmensitz in der Gewerbezone Wurzer in Leifers. Das war ein großer Meilenstein für meine Mitarbeiter und mich. Es gelang uns ab nun alles auf einem Areal anzusiedeln, vom Büro über die Werkstatt, das Lager bis hin zu unseren Ausbildungsräumen. Rückblickend: Wie ist Ihnen gelungen, das Unternehmen von Null auf einen aktuellen Gesamtumsatz von rund 40 Millionen Euro zu entwickeln? Wir haben früh erkannt, uns individuell für unsere Kunden zu bemühen. Wettbewerbsentscheidend ist demzufolge auch die Ausbildung und die Qualifikation unserer Mitarbeiter. Wir investieren stetig in deren persönliche und fachliche Weiterentwicklung. Dies fördert die Identifikation des Mitarbeiters mit dem Unternehmen, mit seiner Arbeit und auch mit unseren Kunden. Letztendlich ist die positive Wechselwirkung zwischen Kunde und Mitarbeiter das Kapital des Unternehmens Plattner ❧ Bau Competence.

infobx

Plattner AG Gewerbezone Wurzer 41 – Leifers Tel. 0471 255 600 info@plattner.bz – www.plattner.bz

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TRADITION

Foto: Alexander Alber

Fotos: Leitner AG

5.

Anton und Michl Seeber leiten ein Unternehmen mit 129 Jahren Geschichte. Der Erfolg der Leitner-Gruppe geht mit dem Aufschwung des Wintertourismus einher.

Seetech Global Industries AG (Leitner-Gruppe) ANLAGENBAU, STERZING

▶ Gründungsjahr: 1888 Mit gleich zwei Megaprojekten hat es Leitner dieses Frühjahr in die Weltpresse geschafft. „Der PisaMover soll die toskanische Stadt vom Stau befreien“, so lauteten die Schlagzeilen im Februar. Wenig später gingen diese Bilder um die Welt: Deutschlands Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier weiht auf der Internationalen Gartenausstellung in Berlin eine kuppelbare 10er-Einseilumlaufbahn mit 65 Kabinen ein. Kostenpunkt: 14 Millionen Euro. Leitner ist nicht nur Investor und Erbauer, sondern auch Betreiber der Seilbahn. Es sind nur zwei der jüngsten Projekte der Firma Leitner. Und diese Firma ist nur ein Teil des Firmen-

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Südtirol Panorama | 01.2017

konstrukts Seetech. Eine Unternehmensgruppe, die sich aus 61 Tochtergesellschaften zusammensetzt, darunter Leitner, Poma, Prinoth, Demaklenko, Leitwind und Minimetro. 2016 erzielte die Gruppe einen Umsatz von 773 Millionen Euro. Dabei ist die Leitner-Gruppe nicht nur eines der erfolgreichsten Unternehmen des Landes, sondern auch eines der traditionsreichsten. Es war vor 129 Jahren, im Jahre 1888, dass der Sterzinger Mechaniker Gabriel Leitner eine Werkstätte für Landmaschinen, Materialseilbahnen, Wasserturbinen und Sägewerke eröffnete. 1908 bereits war Leitner beim Bau der Kohlerer Bahn in Bozen beteiligt, der ersten mitteleuropäischen Seilbahn für den Personentransport. Nach dem Zweiten Weltkrieg sattelte die Firma endgültig von den Materi-

alseilbahnen auf den Personentransport um. 1947 errichtete Leitner in Corvara den ersten italienischen Sessellift, 20 Jahre später entstanden die ersten kuppelbaren Kabinenbahnen, dann die weltweit ersten Zweiseilumlaufbahnen und die erste Seilbahn mit Direktantrieb. Anfang der Neunzigerjahre übernahm Michael Seeber die Mehrheit der Leitner-Gruppe und führte sie zum Welterfolg. Seeber gilt als Visionär, so brachte er mit der Minimetro Seilbahnen in städtische Gebiete und stieg mit Leitwind in den Bau von Windkraftanlagen ein. Nach wie vor ist er Präsident der Seetech. Das Erbe der Firma Leitner aber hat er im Juni 2016 an seinen 44-jährigen Sohn Anton übertragen. Die weltweit tätige Gruppe beschäftigt an neun Standorten 3.248 Mitarbeiter. (VP)

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PR-INFO

SINGLEMALTWHISKY VOM FEINSTEN Die Traditions-Brennerei Psenner hat es wieder einmal geschafft, mit seiner neuen Kreation in aller Munde zu sein: eRètico, ein Whisky der Extraklasse ausgezeichnet mit der Goldmedaille der DLG.

B

ereits seit 70 Jahren bürgt der Name Psenner für feinste Südtiroler Brennkunst. 1947 setzte Ludwig Psenner in der Nähe von Tramin seine ersten Brennblasen aus Kupfer in Betrieb, um selbständig Grappa zu produzieren. Die Brennerei ist kontinuierlich gewachsen und heute technisch auf dem neuesten Stand. In dritter Generation geführt, vereint sie wie damals Erfahrung und Liebe in der traditionellen Herstellung von Destillaten aus hochwertigen Rohstoffen. Die produzierten Grappas, Brände und Liköre genießen eine hohe Anerkennung von Fachleuten aus dem In- und Ausland.

Neu: Der ausgezeichnete Whisky eRètico Schon allein der Gedanke an den Single-Malt-Whisky eRètico lässt dem Liebhaber das Wasser im Mund zusammenlaufen. Einzigartig seine lebhafte klare Bernsteinfarbe und sein Geschmack. Seine aromatischen Nuancen reichen von honigsüß über fruchtige Elemente aus Zitrusfrüchten bis hin zu frischem und getrocknetem Obst. Abgerundet wird der Whisky eRètico mit einer feinen Kräuternote und einem eleganten und lang anhaltenden Abgang. Eine Besonderheit auch seine Veredelung in den Barrique-

fässern, in denen zuvor vorzüglicher Grappa und Sherry reiften. Mit seinen drei Jahren offenbart er sich stolz, kräftig und charaktervoll seinem Genießer. Die hervorragende Qualität des eRètico überzeugt auch die unabhängigen Spirituosen-Experten der DLG, die den eRètico mit der Goldmedaille ausgezeichnet haben. ❧ eRètico, was sonst? infobox

L. Psenner GmbH Bahnhofstraße 1 39040 Tramin an der Weinstraße Tel. 0471 0471 860 178 info@psenner.com www.psenner.com

Probably the first italian

single Malt Whisky

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TRADITION

Fotos: E. Innerhofer AG

6.

Bis in die 50er Jahre bildeten Küchenherde die Hauptumsatzquelle von Innerhofer. Seit zehn Jahren wird das Unternehmen von Gunther Waibl geführt.

Innerhofer Holding AG BAD- UND HAUSTECHNIK, ST. LORENZEN

▶ Gründungsjahr: 1898 Einen Umsatz von 61,4 Millionen Euro erzielte die Innerhofer Holding AG im abgelaufenen Geschäftsjahr. Erwirtschaftet mit dem Großhandel von Haustechnik, von Heizanlagen sowie Installationsmaterial und Bädern. Das Unternehmen beschäftigt 190 Mitarbeiter und ist an zehn Standorten in Südtirol, dem Trentino und Belluno aktiv. Der Hauptsitz befindet sich heute in St. Lorenzen. Dort, ganz in der Nähe, wurde der Grundstein des Unternehmens gelegt. Der Ahrntaler Kunstschmied Johann Innerhofer begann vor 119 Jahren in Bruneck mit der Produktion von Küchenherden. Bis in die 50er Jahre bildeten sie die Hauptumsatzquelle.

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Südtirol Panorama | 01.2017

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg begannen Ernst und Hubert Innerhofer, die beiden mittlerweile verstorbenen Söhne des Gründers, mit der Installation von Wasserleitungen. Ein Markt, den sie nach Kriegsende ausbauten, gemeinsam mit Hugo Waibl, dem Schwager von Ernst Innerhofer. Das Dreigespann begann mit dem Verkauf von Ab- und Zuflussrohren. Innerhofer wurde zu einem Experten im Sanitär- und Installationsbereich und eröffnete 1957 Südtirols erste Bäderausstellung. Der wahre Aufschwung kam Anfang der 60er Jahre. „Mein vor fünf Jahren verstorbener Vater Hugo war ein Visionär, sehr offen und kontaktfreudig. Er war auf Messen unterwegs, spürte Neues auf und führte diese innovativen Produkte in Südtirol und im oberitalienischen Raum ein. Erst importierte er Kerosinöfen,

dann sicherte er sich den exklusiven Italienvertrieb von bekannten Marken wie Hans Grohe, Grohe und Geberit. Ab den 90er Jahren schließlich wurde das Sortiment um Heiz- und Klimasysteme erweitert“, erzählt Gunther Waibl. Seit zehn Jahren ist er Geschäftsführer des Unternehmens. Heute deckt Innerhofer alles rund ums Bad ab, seit zwei Jahren gehört auch der Bereich Fliesen dazu. „Wir sind nach wie vor Lieferanten für Installateure. Unsere Bäderausstellungen sind ein Service am Kunden, sie können bei uns aussuchen, ordern aber beim Installateur“, so Waibl. Sein Name dürfte vielen Südtirolern noch vom Radio und Fernsehen bekannt sein. Bevor Gunther Waibl in die Firma einstieg, war er fast 20 Jahre Journalist bei Rai Südtirol. (VP)

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PR-INFO

WEIL MENSCHEN GERNE LÄCHELN Passion. Vision. Innovation. Diese Philosophie treibt Ivoclar Vivadent Manufacturing in Naturns seit nunmehr 55 Jahren an. innerhalb der Gruppe wettbewerbsfähig zu bleiben“, unterstreicht Christian Frei, Managing Director des Standortes Naturns.

1

923 begann Ivoclar Vivadent in Zürich mit der Produktion künstlicher Zähne, seit 1933 befindet sich der Hauptsitz in Schaan, Liechtenstein. Heute gehört die Ivoclar VivadentGruppe zu den führenden Dental-Unternehmen. Ivoclar Vivadent Naturns wurde 1962 gegründet. 238 Mitarbeitende beschäftigt aktuell der Südtiroler Standort. Die mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur ist die treibende Kraft hinter dem langjährigen Erfolg des familiengeführten Betriebes. Die fünf Schlüsselwerte Respektieren, Lächeln, Fokussieren, Handeln und Wachsen beschreiben die Art und Weise, wie die Mitarbeitenden täglich Höchstleistungen erbringen. Kernkompetenzen Entwicklung und Strategie. Neben der Fertigung von Produkten für den Dentalmarkt kennzeichnet die hausinterne Entwicklung, Planung sowie Inbetriebnahme von Produktionslinien die Niederlassung in Naturns. „Wir investieren sehr viel in Forschung, Entwicklung und Optimierung, um sowohl auf dem Markt als auch

Spannendes Arbeitsumfeld mit internationaler Ausrichtung. Vielfältige Tätigkeiten eröffnen viele Berufsfelder. Zusätzlich zu den klassischen Arbeitsplätzen in Verwaltung und Produktion bietet Ivoclar Vivadent Fachkräften ein ideales Betätigungsfeld inklusive persönlicher und beruflicher Entwicklungsmöglichkeiten. Ivoclar Vivadent bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten aufgrund der internationalen Ausrichtung und der Tatsache, dass von der Entwicklung der Prototypen bis zur Serienproduktion alles an Herausforderungen dabei ist. „Langweilig wird es nie“, beschreibt Personalchef Alois Pföstl seine mehr als 20-jährige Erfahrung im Naturnser Unternehmen. „Wir streben ständig nach Verbesserung, sowohl extern im Business als auch intern für unsere Mitarbeitenden.“ Stärkenorientierte Personalentwicklung. Für Ivoclar Vivadent machen die Mitarbeitenden das Unternehmen aus. Die Personalführung ist durch die Wertschätzung für den Einzelnen gekennzeichnet, wobei man sich an den Stärken der Mitarbeitenden orientiert. „Erklärtes Ziel ist es, die Stärken des Einzelnen zu fördern, denn nur so kann jeder bestmöglich die eigenen Potentiale entfalten und die Arbeitstätigkeit erfolgreich ausüben“, berichtet Andreas Brucculeri, Abteilungsleiter für Personal und Organisation. Erfolgsfaktoren von Ivoclar Vivadent Naturns sind die funktionierende Kommunikation, Kooperation und kontinuierliche Aus- und Weiterbildung, aber genauso die Führungskräfteentwicklung sowie zahlreiche Zusatzleistungen für die Mitarbeiter. Finanzleiter Günther Rechenmacher und Heinrich Pircher, Leiter für Qualität, Sicherheit und Umwelt, erklären, dass genau diese Faktoren es sind, die Kunden und Mitar❧ beitern ein Lächeln schenken.

Gemeinsam haben wir Großes vor: Mögliche Beschäftigungsfelder • Instandhaltung und Montage von Produktionsanlagen • Entwicklung CAD / Entwicklung CAM • CNC-Fertigung • Konstruktion Mechanik • Elektrotechnik • SPS Programmierung • Prozessentwicklung und -optimierung • Projektmanagement im Betriebsmittelbau oder in der Kunststofftechnik Sie bringen eine fundierte Ausbildung und/oder Erfahrung in den genannten Fachgebieten mit, Freude an Herausforderungen und technisches Interesse kennzeichnen Ihre Person? Dann senden Sie uns Ihre Initiativbewerbung für unsere künftigen Stellenangebote. Wir freuen uns, Sie kennen zu lernen und nehmen Sie gerne in unsere Datenbank auf. Südtirol Panorama | 01.2017

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Ivoclar Vivadent Manufacturing GmbH • Gustav-Flora-Str. 32 • 39025 Naturns • Tel. 0473 670 111 • jobs.it@ivoclarvivadent.com • www.ivoclarvivadent.it


TRADITION

10.

1910 wurde Rieper in Vintl als gewerbliche Mühle angemeldet. Mit der Mühle sollte die östliche Landeshälfte mit Mehl versorgt werden.

Fotos: A. Rieper AG

Sie stehen Südtirols größer Mühle vor: Katrin und Alexander Rieper (hinten) und ihr Vater Peter (vorne).

Rieper AG MEHL UND FUTTERMITTEL, VINTL

▶ Gründungsjahr: 1910 Vor sieben Jahren hat sich die Familie Rieper selbst beschenkt: Mit einer Jubiläumsschrift zu 100 Jahren Unternehmensgeschichte. 1910 gilt als Gründungsjahr, damals wurde Rieper bei der Handelskammer als gewerbliche Mühle registriert. Die Ursprünge reichen aber noch weiter zurück, bis ins Jahr 1860. Damals hat Alois Anton Rieper das Postanwesen in Vintl gekauft, eine Postmeisterei, zu der auch eine kleine Mühle gehörte. 1893 übernahm sein Sohn Alois Franz. Aus der kleinen Mühle machte er eine automatische und technisch ausgereifte Kunstmühle, die kurz nach dem ersten Weltkrieg in Betrieb ging. Der Anstoß dazu

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kam vom k. k. Ernährungsamt in Wien. Mit der Mühle sollte die östliche Landeshälfte mit Mehl versorgt werden. Heute werden in Vintl 145.000 Tonnen Mehl und Futtermittel hergestellt. Die A. Rieper AG ist damit Südtirols größte Mühle, sie beschäftigt 110 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 52,3 Millionen Euro. Als wahrer Pionier darf Albert Rieper bezeichnet werden. Ab dem Jahre 1926 hat er die Mühle weiterentwickelt. In den 60er Jahren begann er, das Mehl in kleine HaushaltsVerpackungen abzufüllen. Bereits 12 Jahre vorher, im Jahre 1948, kam er auf das Futtermittel. „Je mehr gemahlen wurde, desto mehr Kleie fiel an. So kam mein Großvater auf die Idee, daraus Kraftfutter zu produzieren. Als Zufütterung für die

Landwirtschaft. Damit waren wir der erste Kraftfutterhersteller Südtirols und einer der wenigen in Italien. Unser Vater Peter und unser Onkel Andreas haben diesen Bereich dann sehr erfolgreich weitergeführt“, erzählt Enkelin Katrin Rieper. Seit 12 Jahren kümmert sie sich im Familienbetrieb um die Bereiche Marketing und Verwaltung, studiert hat sie an der Bocconi in Mailand, aktuell ist sie in Mutterschaft. An ihrer Seite: Ihr Bruder Alexander. Nach seinem Maschinenbau-Studium an der TU in Graz ist er fünf Jahre vor ihr ins Unternehmen eingestiegen. In seiner Hand liegt die technische Weiterentwicklung und Gesamtführung. Gemeinsam führen sie den Traditionsbetrieb in der fünften Generation. Ihr Vater Peter ist nach wie vor Präsident des Verwaltungsrates. (VP)

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PR-INFO

SÜDTIROLER QUALITÄTSKAFFEE SEIT 1890 Die traditionsreiche Kaffeerösterei Schreyögg setzt auf erlesenen Rohkaffee aus biologischem Anbau und fairem Handel.

I

m Jahr 1890 eröffnete der Kaufmann Josef Schreyögg auf dem Meraner Kornplatz ein Delikatessengeschäft und verkaufte unter anderem Kaffee aus aller Welt. Seit den 1970er Jahren wird in der Kaffeerösterei Schreyögg ausschließlich Kaffee produziert. Das vielfältige Sortiment umfasst heute feinsten Filterkaffee, entkoffeinierten Espresso, Automatenkaffee, Pods und hochwertigen Bio-Kaffee. Die Spezialität des Unternehmens ist und bleibt jedoch die Herstellung von vollmundigem Espresso. Über zwanzig verschiedene Rohkaffees, bezogen von ausgewählten Plantagen, werden in der modernen Rösterei in Rabland bei Partschins sortenrein geröstet und aufwendig gemischt. Sämtliche Kaffees werden unter Schutzatmosphäre mit Aromaschutz-

Food zeugen vom Qualitätsbewusstsein der Familie Schreyögg. Auch auf biologischen Anbau und fairen Handel legt man großen Wert: Kürzlich wurden der Caffè Espresso Bio Mondo und der Filterkaffee Bio Natura vorgestellt – Kaffeegenuss auf höchstem Niveau für an❧ spruchsvolle Gaumen. Die neuen Kaffeesorten im Sortiment

ventil oder unter Vakuum verpackt, damit der unverwechselbare Geschmack und die feinen Aromen erhalten bleiben – so wird höchste Qualität von der Bohne bis zur Tasse garantiert. Die Mitgliedschaft im Istituto Nazionale Espresso Italiano sowie die Zertifizierung IFS –

Peter und Stefan Schreyögg

Südtirol Panorama | 01.2017

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TRADITION

15.

Foto: Gramm AG

Werner Gramm (im Bild) führt die Gramm AG in dritter Generation. Sein Vater Benedikt begann kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, Lebensmittel von der Schweiz nach Südtirol zu liefern.

Gramm AG HANDEL & LEBENSMITTEL, BOZEN

▶ Gründungsjahr: 1926 Vielen ist der Name Benedikt Gramm vor allem als Präsident der Handelskammer bekannt. Eine Funktion, die er über 14 Jahre lange inne hatte. Dabei war der heute 85-Jährige vor allem Kaufmann. Seine Mutter führte einen kleineren Tante-Emma-Laden in Bozen. Gleich nach dem zweiten Weltkrieg waren Lebensmittel in Südtirol rar. So stieg er mit gerade mal 18 Jahren in seinen Lieferwagen und begann, Lebensmittel von der Schweiz nach Südtirol zu liefern. Knorr-Würfel genauso wie Schokolade. Im Geschäft in Zwölfmagrein eröffnete er Südtirols ersten Selbstbedienungsladen. Als die ersten deutschen Touristen nach Italien auf Sommerurlaub kamen, begann er mit dem Im-

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port von Filterkaffee, Kondensmilch, Würstchen oder Heringfilets. Typisch deutsche Produkte, nach denen sich die Touristen auch im Urlaub sehnten. Für so bekannte Marken wie Jacobs, Bärenmarke, Thomy, Messmer, Capri Sonne oder Bitburger sicherte er sich in der Folge den exklusiven Italienvertrieb. Damit das Geschäft auch in den kälteren Monaten lief, setzte er auf Prinzess-Margarine und Honig. Seit 1995 ist Werner Gramm Präsident der Gramm AG. 1980 stieg er in den Familienbetrieb ein, zuvor arbeitete er in Deutschland bei Unternehmen wie Nestle oder Jacobs Kaffee im Marketing. Heute führt er den Handelsbetrieb mit 65 Mitarbeitern und 60 Außendienstverkäufern. Unterstützt wird er von seinem Bruder Robert. Er hat in den vergangenen Jahren den Bereich Honig stark ausgebaut. Mittlerweile hat Gramm 30 verschiedenen Ho-

nigsorten im Sortiment, viel Information über Honig und Bienen gibt es am Plattner-Hof auf dem Ritten. Ein 600 Jahre alter Hof, den die Familie Gramm Anfang der 90er gekauft und zum Imkereimuseum umfunktioniert hat. Zählten zu Beginn noch Produkte wie „Ravioli aus der Dose“ zu den Umsatztreibern, so sind es heute verstärkt Bio- und Wellnessprodukte aber auch regionale Produkte. So ist Gramm seit Kurzem an der Karl Telfser GmbH in Lana beteiligt. Werner Gramm und seine vier Geschwister haben elf Kinder. Wer die vierte Generation im Unternehmen bilden wird, soll in fünf bis sechs Jahren geregelt werden. „Wir haben in einer Familiencharta festgelegt, welche Fähigkeiten unsere Nachfolger mitbringen müssen“, erzählt Werner Gramm. (VP)

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STARKE SÜDTIROLER WURZELN GESTALTEN DIE GLOBALE ZUKUNFT Die Alupress AG, 1965 als Spezialist für Aluminiumdruckgussteile gegründet, gehört heute, mit mehr als 1100 Mitarbeitern aus 23 Nationen, zu den führenden Lieferanten für die Automobilindustrie.

D

as Familienunternehmen bietet an den vier Standorten Brixen, Hildburghausen, Berlin (beide Deutschland) und Laurens (USA) sowie im eigenen Werkzeugbau der Alupress Tooling GmbH attraktive Karrieremöglichkeiten. Der Kurs steht weiter auf Wachstum: In Brixen sind weitere Investitionen in Millionenhöhe geplant, und auch in Osteuropa möchte Alupress Fuß fassen. Supplier Awards unter anderem von Bosch, Knorr-Bremse und Continental: Das sind nur einige Auszeichnungen, die Alupress seit seiner Gründung 1965 erhalten hat. Inzwischen ist das Südtiroler Unternehmen einer der innovativsten Hersteller von Aluminiumdruckgussteilen. „Aktuell sind wir auf dem besten Weg, den Standort Brixen zu einem der modernsten Produktionsstätten in Europa auszubauen“, sagt Jürgen Mangold, Leiter der Fertigung in Brixen. Alupress – Magnet für Spitzentechniker und -führungskräfte.

Zulieferern der OEMs auf Augenhöhe agiert, zeugt von starken Wurzeln, Pioniergeist und einem engagierten Team.“

Werner Becker, Gruppenverantwortlicher Supply Chain Management, kennt die Automobilbranche wie seine Westentasche. Im Laufe seiner Karriere war er bei namhaften OEMs wie Daimler und Porsche. Was ihn an Alupress gereizt hat? „Das Unternehmen leistet mit seinem Produktportfolio einen wichtigen Beitrag vom Wechsel fossiler Antriebe hin zur Elektromobilität. Diesen Weg möchte ich begleiten.“

triebswirtschaftliches Denken unter einen Hut. Besonders schätzt er, Produkte und Prozesse mit den Kunden zu gestalten. „Vielseitige Lösungen und komplexe Entwicklungen fordern mich heraus. Das begeistert mich täglich aufs Neue.“ Erfahrungen hat er unter anderem bei Hilti gesammelt.

Stefan Ploner, Bereichsleiter Key Accounts & Projects, ist seit 30 Jahren dabei. Was macht Alupress für ihn besonders? „Die Firma ist in Familienhänden und folgt einer klaren Strategie. So kann sie sich stets weiterentwickeln, verbessern und auf globaler Ebene gesund wachsen. Neben den internationalen Entwicklungsmöglichkeiten schätze ich das ❧ faire und respektvolle Miteinander.“

infobox

Der Südtiroler Manfred Amort ist seit Beginn seiner Berufslaufbahn 1992 bei Alupress. Er begann in der Gießerei, entwickelte sie weiter und ging dann in die USA. Heute hat er die Gesamtverantwortung für Alupress LLC. „Wir prägen die Zukunft in den Bereichen Elektrifizierung und autonomes Fahren mit. Dass ein Südtiroler Unternehmen mit den weltbesten

Alupress AG

Der Südtiroler Manuel Complojer, Gruppenfunktion System Engineering, bringt Innovation, technologische Höchstleistung und be-

A.-Ammon-Str. 36 39042 Brixen Tel. 0472 270 600 info@alupress.com www.alupress.com

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TRADITION

Visionäre Raumausstatter Paris, Wien, Budapest, Mailand. Erlacher Innenausbau realisiert Einrichtungen für die schönsten Luxushotels. Wie dem Waidbrucker Tischlereibetrieb in 112 Jahren Geschichte der Sprung aufs internationale Parkett geglückt ist.

M

arcel Wanders gilt als Popstar der Designer. Die New York Times nennt ihn „Lady Gaga des Designs“. Der Niederländer überrascht mit seinen extravaganten Entwürfen. Dafür wurde er mehrfach ausgezeichnet, damit hat er es zu Weltruhm gebracht. Eines seiner jüngsten Entwürfe ist das Kameha Grand in Zürich. Ein Lifestyle-Hotel, das vor zwei Jahren eröffnet wurde und seine Gäste überrascht. Mit höchsten Qualitätsansprüchen und mit außergewöhnlicher Inneneinrichtung. An den Decken hängen Kuhglocken, in den Zimmern stehen Sofas in Form einer Toblerone, die Hotelbar ist mit unzähligen Goldpailletten übersät. „Alles hier ist besonders“, erzählt Thomas Erlacher. Er ist Geschäftsführer von Erlacher Innenausbau in Waidbruck. Sein Unternehmen durfte Wanders’ Entwürfe umsetzen. Viele der Konstruktionen im Schweizer Hotel wurden in Waidbruck gefertigt. „Es ist nicht so, dass Marcel Wanders selbst auf uns zukam. Die Kontakte liefen über eine Projektmanagementgruppe, mit der wir bereits mehrere Hotelprojekte realisieren durften“, erzählt Thomas Erlacher. DIE BESCHEIDENEN ANFÄNGE. Vor

zwölf Jahren ist der Junior in den Traditionsbetrieb eingestiegen. Ein Unternehmen mit einer 112 Jahre alten Geschichte. Gegründet nicht von der Familie Erlacher, sondern von der Familie Schenk. Es war Karl Schenk, der im Jahre 1905 am Speckenhof in Waid28

Südtirol Panorama | 01.2017

bruck einen kleinen Tischlereibetrieb eröffnete. Also genau am selben Ort, wo heute der 5000 Quadratmeter große Firmensitz steht. „Sein Sohn Toni hat an diesem Weinhof die Tischlerei weitergeführt und sie mit der Kunsttischlerei Nussbaumer, dem Betrieb seiner Frau,

„Eine langsame Übergabe ist angenehmer als ein radikaler Schnitt.“ Toni Erlacher

zusammengelegt. Da es aber keine Erben gab und auch Mitarbeiter nicht den Mut hatten, den Betrieb zu übernehmen, hat er die Werkstatt 1975 geschlossen und sie ein Jahr später zum Verkauf angeboten“, erzählt Toni Erlacher. Er ist der Vater von Thomas und hat damals zugeschlagen. Das war im Jahre 1976. Gerade mal Mitte 20 Jahre alt war damals der Bauernbub, der auf einem Hof in Villanders als Jüngster von acht Kindern aufgewachsen ist. In Klausen ging er in die Tischlerlehre, und in Rosenheim absolvierte er den Holztechniker. Zurück aus Rosenheim, war er Produktionsleiter von Wierer Haus in Brixen,

einem der ersten Fertighaushersteller in Südtirol. „Ich durfte die Produktion dieses Unternehmens aufbauen, mir ging es dort gut, und ich hatte nicht vor, mich selbstständig zu machen. Zudem steckte ich mitten im Hausbau. Als ich dann vom Verkauf der Tischlerei erfahren habe, wollte ich es doch wissen“, erzählt Toni Erlacher. Voller Weitsicht ist er volles Risiko gefahren und übernahm eine der damals modernsten Tischlereien des Landes. Ein Unternehmen, das sich auf dem internationalen Parkett zu bewegen wusste und bereits in der Nachkriegszeit mehrere Kirchen in den USA einrichtete. DER MUTIGE AUFBAU. Toni Erlacher

war ein Mutiger. Finanzielle Polster hatte der junge Tischlermeister nicht. Für den Hausbau hat ihm seine Schwester Geld geliehen, für den Kauf der Tischlerei stand ihm sein älterer Bruder als Partner zur Seite. Nach einem Jahr zog er es alleine durch, gemeinsam mit seiner Ehefrau Ruth Runggaldier. Sie kümmerte sich von Beginn an um die Verwaltung. „Toni Erlacher Tischlerei Schenk“, so nannten sie das Unternehmen. „Toni Schenk hat sich ins operative Geschäft zwar nie eingemischt, er hat sich aber sehr geschickt eingebracht. Er hatte ein enormes Wissen, so konnte ich als Jungunternehmer sicher viele Fehler vermeiden. Wir hatten ein sehr familiäres Verhältnis, waren aber immer per Sie“, erinnert sich Toni Erlacher. Fehler, die den internationalen Einstieg wohl nicht möglich gemacht hätten. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


Foto: Alexander Alber

TRADITION

Sohn Thomas (links) und Vater Toni Erlacher, ein erfolgreiches Gespann. Noch führen sie das Unternehmen Erlacher Innenausbau mit Sitz in Waidbruck gemeinsam.

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TRADITION

Fotos: Kameha Grand Zürich

2. Erlacher Innenausbau durfte im Lifestyle-Hotel Kameha Grand Zürich die Entwürfe von Marcel Wanders umsetzen. 1. Alles im Kameha Grand in Zürich ist besonders. So hängen von der Decke in der Lobby Kuhglocken. 2. Marcel Wanders, der Popstar der Designer, spielt mit Farben und strukturellem Design.

1. DER INTERNATIONALE SPRUNG. Seit

zwölf Jahren, seit Sohn Thomas in den Betrieb eingestiegen ist, ist das Unternehmen international tätig. Das Kameha Grand in Zürich ist nur eines der Referenzprojekte. Das Hotel Mövenpick in Genf, der Bayerische Hof in München oder das Hotel Ritz Carlton in Budapest – die Inneneinrichtung all dieser Luxushotels trägt die Handschrift von Erlacher Innenausbau, wie sich das Unternehmen seit Mitte der 90er Jahre nennt. „Unser erster Auftrag war die Inneneinrichtung für das Le Meridian Hotel Etoile in Paris, dann wurden wir weiterempfohlen und konnten uns in der Branche einen Namen machen“, erzählt Thomas Erlacher. An ihm lag es, eine aktive Verkaufsstruktur aufzubauen. „Bis dahin war das gar nicht notwendig. Wir sind ab 1976 gleich ordentlich durchgestartet und beschäftigten sehr schnell an die acht Mitarbeiter. Die 70er Jahre waren sehr lukrative Jahre, gerade hier in Südtirol wurde damals massiv investiert. In den 80er und 90er Jahren gingen zwar die Gewinnmargen zurück, 30

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aber die Aufträge wurden immer mehr“, erinnert sich Toni Erlacher. An den ersten internationalen Auftrag in Paris erinnert sich der Seniorchef mit Sorge. Bis auf den einen oder anderen

„Er betreut seine Baustellen, ich meine. Wir mischen uns nicht ein.“ Thomas Erlacher

Auftrag in Österreich, Deutschland oder Italien war das Unternehmen bis dahin vor allem in Südtirol tätig. Doch Sohn Thomas schafft den Sprung aufs internationale Parkett mit Bravour. Heute

beschäftigt das Unternehmen an die 50 Mitarbeiter. Der Tischlereibetrieb ist breit aufgestellt. Lokal wie international konzentrieren sich die Erlachers nicht nur auf Hotelprojekte, sondern auch auf private und öffentliche Bauten, auf die Einrichtung von Firmensitzen, Geschäften und sakralen Bauten. DIE GROSSEN FUSSSTAPFEN. Rück-

blickend bezeichnet Toni Erlacher die Expansion auf das internationale Parkett als richtigen und wichtigen Schritt. „Wir hatten 2005 eine wichtige Entscheidung zu treffen. Wir bekamen die Möglichkeit, den Firmensitz zu erweitern. Also ging es um die Frage, ob unser Sohn ins Unternehmen einsteigen wird und in welche Richtung wir uns weiterentwickeln“, so der zweifache Vater Toni Erlacher. Thomas musste nicht lange überlegen. In Rosenheim hatte er gerade den Holztechniker und Meister abgeschlossen, jetzt wollte er ins Familienunternehmen. Für seine ältere Schwester Miriam, die als pädiatrische Onkologin am Universitätsklinikum ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


Fotos: Alexander Alber

TRADITION

Thomas Erlacher (rechts) hält 60 Prozent der Firmenanteile, die restlichen 40 Prozent will ihm sein Vater Toni (links) in Kürze abtreten.

Freiburg arbeitet, kam ein Einstieg ins Unternehmen nie in Frage. „Man muss froh sein, dass eines der Kinder Interesse am Betrieb hat, zwingen kann man niemanden“, meint der Vater. Gerne hätte er seinem Sohn noch die Chance gegeben, Erfahrung in einem anderen Betrieb zu sammeln. Der Sohn aber wollte zu Hause durchstarten. Heute kümmert sich Thomas um den Verkauf, betreut die Projekte im Ausland und hält den engen Kontakt mit den Architekten. „Früher haben wir

sehr stark auf Eigenplanung gesetzt, heute führen wir vor allem die Ideen der Architekten aus“, so Thomas Erlacher. In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Branche radikal geändert. Inneneinrichtungen waren früher für Architekten kaum von Interesse. Heute sind es ihre Visitenkarten. DAS VATER-SOHN-GESPANN. Noch

sind Vater und Sohn gemeinsam in der Geschäftsführung. Über Kreuz kommen sie sich nicht. „Er betreut seine

Baustellen, ich meine. Wir mischen uns gegenseitig nicht ein“, erklärt Thomas. Er hält 60 Prozent der Firmenanteile, die restlichen 40 Prozent will ihm der Vater in Kürze abtreten. „Es handelt sich nur noch um reine Formalitäten“, so Toni Erlacher. Was die künftige Ausrichtung betrifft, haben sie ähnliche Ansichten: Nachhaltiges Wachstum, um mit dem eigenen Kapital und mit den eigenen Mitarbeitern zu wachsen. Letztere führen sie gemeinsam. „Die Mitarbeiterführung hat sich

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TRADITION 1. Ohne finanzielles Polster hat der heute 68-jährige Toni Schenk mit Mitte 20 die Tischlerei übernommen. Mit Sohn Thomas, 36, gelang der Sprung aufs internationale Parkett. 2. Erlacher Innenausbau realisiert auch in der lokalen Hotellerie viele Projekte, wie die Sofie Hütte auf der Seceda.

Foto: Alexander Alber

3. Auch mit sakralen Bauten hat sich Erlacher einen Namen gemacht, etwa mit der Einrichtung des Pfarrzentrums Mutter Teresa von Kalkutta in Bozen.

1.

die vergangenen Jahre sicher verändert, früher sind nur Frauen in Mutterschaft gegangenen, heute nehmen sich auch Väter eine Auszeit für die Kinder. Früher hatten wir Arbeitszeiten von 7 bis 17 Uhr, heute brauchen wir mehr Flexibilität, weil auch die Väter ihre Kinder in den Kindergarten bringen“, so Thomas Erlacher. Die junge Generation, so ist sein Vater überzeugt, habe für diese neuen Anforderungen ein besseres Verständnis.

Foto: Meraner & Hauser

DAS SCHWIERIGE LOSLASSEN. Tho-

Foto: Günter Richard Wett

2.

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3. Südtirol Panorama | 01.2017

mas Erlacher hat in Villanders vor zehn Jahren einen alten Bauernhof gekauft, dort hält er Pferde, Kühe, Esel, Schafe und Ziegen. Eine Leidenschaft, der sein Vater wenig abgewinnen kann. „Als Vater muss man nicht immer alles verstehen“, meint er verschmitzt. Wann er sich aus dem Unternehmen zurückziehen möchte, weiß er noch nicht. „Ich bin überzeugt, dass eine langsame Firmenübergabe am Ende angenehmer ist als ein radikaler Schnitt. Es braucht einfach Zeit, bis die Jungen verstehen, was wir Alten gemeint haben“, meint Toni Erlacher. Programme für die Zukunft hat er viele. Ganz oben auf der Liste steht das Reisen. Sein Sohn versucht ihn darin zu ermutigen. Doch das Loslassen ist kein Leichtes. Toni Erlacher ist Vollblutunternehmer, er liebt seine Arbeit, er liebt sein Unternehmen. Wenn er über die Nachfolge spricht, strahlt er eine stoische Ruhe aus. Vielleicht auch weil er weiß: Sein Sohn hat das Zeug, sein Erbe erfolgreich weiterzuführen. ◀ VERENA PLIGER

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TRADITION

Den Erben sei Dank

Es gibt sie seit über 100 Jahren, sie haben überlebt und sich in ihrer Nische weiterentwickelt. Auch weil sie immer Nachfolger hatten, die Lust und Bock hatten, den Betrieb voranzubringen. Beginnend mit der Rizzolli-Gruppe ziehen fünf historische Unternehmen Bilanz.

T

homas Rizzolli ist keiner, der sich gerne ein Blatt vor den Mund nimmt. In seiner Funktion als hds-Ortsobmann hat er sich immer wieder getraut, gegen das Benko-Einkaufszenturm offen Position zu beziehen. Zum Wohle des Einzelhandels, wie er betont, natürlich aber auch zum Wohle seines eigenen Unternehmens. Der Rizzolli-Gruppe. Vielen ist es nach wie vor als Hutgeschäft bekannt. Dabei hat es sich in 147 Jahren Geschichte weiterentwickelt. Mit fünf Geschäften in Bozen ist es eines der größten Schuh- und Lederwarengeschäfte in Italiens Einzelhandel. Wie hoch der Umsatz der Rizzolli-Gruppe ausfällt, darüber lässt sich nur spekulieren. Denn Rizzolli hinterlegt keine Bilanz. Um unnötigen Neid zu vermeiden, wie Thomas Rizzolli betont. Er führt das Unternehmen in der nunmehr vierten Generation. HISTORISCH GEWACHSEN. Wir tref-

fen Thomas Rizzolli im Hauptgeschäft unter den Bozner Lauben. Das Gebäude ist verwinkelt, schmale Treppen führen auf die drei Etagen und zehn Abteilungen. Auf der Laubenseite verteilt sich das Geschäft auf zwei Laubenhäuser, zur Dr.-Streiter-Gasse hin auf vier Häuser. „Umgekehrt wäre es mir natürlich lieber. Von den Lauben aus wirken wir kleiner, als wir am Ende sind. Für den Kunden hat das durchaus seinen Reiz. Die verwinkelte Struktur macht uns nicht kopierbar“, erzählt der 48Jährige. Das Geschäft habe Wohnzimmercharakter, da jeder Raum so belassen wurde, wie er historisch gewachsen ist. Das Sortiment wurde an den Raum angepasst, und nicht umgekehrt. „Ein schönes Haus ist deshalb schön, weil 34

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nicht alles gerade und perfekt ist. Ich vergleiche es gerne mit Frauen. Eine schöne Frau bleibt auch mit ihren Falten schön. Lässt sich eine Frau zu sehr liften, bleibt nur noch eine Kulisse übrig“, so der Bozner Kaufmann. 147 JAHRE GESCHICHTE. Thomas Riz-

zolli legt Wert auf die Tradition. Genauso wie sein Vater Helmut, der an der Universität Innsbruck Wirtschaftsge-

„Ein schönes Haus ist deshalb schön, weil nicht alles gerade und perfekt ist.“ Thomas Rizzolli

schichte lehrt. Beide wissen: Die Historie, geschickt ins Szene gesetzt, macht den entscheidenden Unterschied zu den benachbarten Kettengeschäften. Mit Passion und Präzision erzählt Thomas Rizzolli die Geschichte des Traditionsunternehmens. Es war sein Urgroßvater Franz, der sich im Jahre 1870 in Montan als Hutmacher selbstständig gemacht hat. Großvater Felix, ein Lehrer und Schuldirektor, hat schließlich die Firma vom Unterland nach Bozen verlegt. 1925 hat er dieses Laubenhaus übernommen. Ein Haus aus dem 12. Jahrhundert, das seit 1619 in Struktur und Höhe nicht mehr verändert wurde. „Seine Taufpaten haben hier ein Hut-

geschäft geführt. Im Zuge der Option sind sie ausgewandert, und so ist mein Großvater über die Wirren der Politik zu diesem Gebäude gekommen“, erzählt der Kaufmann. Bis in die 50er Jahre haben die Rizzollis in diesem Haus auch gewohnt, Vater Helmut ist hier geboren. Das Geschäft war damals noch vergleichsweise klein, hatte nur an die 30 Quadratmeter Verkaufsfläche. Über die Jahrzehnte haben die Rizzollis Stock um Stock dazugemietet oder gekauft. Heute ist das gesamte Haus in Familienbesitz. VOM HUT ZUM SCHUH. Während die

Struktur des Gebäudes unverändert blieb, hat sich das Sortiment im Laufe der Jahrzehnte gewandelt. Erst wurden hier nur Hüte verkauft, irgendwann kamen die Pantoffeln dazu. „Also zwei typische Winterprodukte. Deshalb meinte mein Großvater immer: Im Sommer sollten wir Eis verkaufen. Es war einfach wenig los in der warmen Jahreszeit. Zudem hat die Bedeutung des Hutes sehr stark abgenommen. Während des Ersten Weltkriegs trug noch jeder einen Hut, beim Zweiten Weltkrieg nur noch die Hälfte der Bevölkerung, in den 80er Jahren hat man Hüte noch zu Begräbnissen oder Hochzeiten getragen, heute ist der Hut ein schönes Accessoire, aber kein Pflichtaccessoires mehr“, erzählt der Kaufmann. So kam es, dass seine Eltern in den 70er Jahren Schuhe einführten. Zunächst Bequemschuhe, später modische Schuhe, dann Lederwaren wie Gürtel oder Taschen. „Die Umstellung war sehr schwierig, wir wollten ja unsere Stammkunden nicht vergraulen. Gezielt haben wir in kleinen Etappen umgebaut, damit sich weiterhin jeder bei uns wiederfindet“, so Rizzolli. ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


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Foto: Alexander Alber

Thomas Rizzolli hat erst als Anlageberater bei einem Finanzinstitut in München gearbeitet. Seit 21 Jahren führt er den Familienbetrieb in Bozen,

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Fotos: Alexander Alber

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Zur Rizzolli-Gruppe gehören mittlerweile fünf Geschäfte. Das jüngste hat erst im März am Obstplatz eröffnet. Es ist das Projekt von Paula Aspmair (links im Bild). Die Ehefrau von Thomas Rizzolli ist Bankerin und stieg die vergangenen Jahre Schritt für Schritt ins Familienunternehmen ein. Über ihre „Manufaktur GmbH“ läuft das Onlinegeschäft von Rizzolli. Thomas’ Vater Helmut (rechts im Bild) ist Historiker und lehrt an der Universität Innsbruck Wirtschaftsgeschichte. Sein Sohn bezeichnet ihn als graue Eminenz im Unternehmen. Strategische Entscheidungen werden nach wie vor gemeinsam getroffen.

ANLAGEBERATER WIRD ZUM KAUFMANN. Thomas Rizzolli stand bereits

als Kind im Geschäft. In den Sommerferien half er seiner Oma an der Kasse, er führte die Statistik mit den Verkaufszahlen und musste sonntags die Rolläden rauf- und runterlassen. „Damit die Kirchgänger ja unsere Schaufenster sehen. Ich habe mich immer als Teil des Ganzen gesehen, das Geschäft war sehr präsent in unserer Familie, auch am Mittagstisch“, so Rizzolli. Er führt das Unternehmen seit nunmehr 21 Jahren. Gelernt aber hat er was anderes. Er kommt aus der Finanzbranche. Nach seinem Wirtschaftsstudium in Bologna hat er für drei Jahre als Anlageberater bei der Bayerischen Hypobank in München gearbeitet. „Als 1996 das Thema Nachfolge immer konkreter wurde, dachte ich mir: Jetzt oder nie. Ich sah die Notwendigkeit, neuen Schwung in den Laden zu bringen“, so Rizzolli. Er kam 36

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„Ein guter Chef muss vorher als Angestellter gearbeitet haben.“ Thomas Rizzolli

zurück nach Südtirol und drückte aufs Gaspedal. Er setzte auf modische Kollektionen und auf durchgehende Öffnungszeiten. „Wir waren eines der ersten Geschäfte in Bozen, das mittags und samstagnachmittags geöffnet hatte“, erzählt Rizzolli. Gleichzeitig ist er bis heute ein erklärter Gegner der Sonntagsöffnungszeiten. „Den einen Tag Ruhe braucht man einfach!“ Aus dem operativen Geschäft zog sich sein Vater ziemlich rasch zurück, nur den Bereich

Trachten wollte Helmut Rizzolli nicht abgeben. „Das kann auch keiner wie er. Ansonsten war er immer der Meinung: Mit zwei Kapitänen am Steuer läuft ein Schiff auf Grund. Ich brauchte aber meine Zeit, um zu verstehen, dass ich wirklich selbst entscheiden darf “, so Rizzolli, der seinen Vater die graue Eminenz im Unternehmen bezeichnet, auch da wichtige strategische Entscheidungen nach wie vor gemeinsam getroffen werden. GEMEINSAME GESCHÄFTSFÜHRUNG.

Mittlerweile gehören zur Rizzolli-Gruppe fünf Geschäfte, das jüngste eröffnete erst im März am Obstplatz. „Es ist ein Projekt meiner Frau, wir führen dort Schuhe von jungen Designern“, so Thomas Rizzolli. Seine Frau ist Paula Aspmair, eine Finanzexpertin. Bis 2013 war die gebürtige Tisnerin Vorstand der BHW Bausparkasse-BHW Financial Italien. Sie baute das Italien-Geschäft des ® © Alle Rechte vorbehalten/Riproduzione riservata – FF-Media GmbH/Srl


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Thomas Rizzolli ist ein Gegner der Sonntagsöffnungszeiten. Gleichzeitig war er einer der Ersten, der durchgehende Öffnungszeiten einführte.

Foto: Alexander Alber

deutschen Finanzinstituts auf und beschäftigte zuletzt 700 Mitarbeiter. Als die Deutsche Bank die BHW übernahm, wurde Aspmair von der Bank als Liquidatorin eingesetzt. An ihr lag es, die von ihr aufgebaute Niederlassung wieder abzubauen. So kam es, dass sie Schritt für Schritt ins Familienunternehmen einstieg. „Meine Frau hat unserem Betrieb sehr gutgetan, sie hat uns ganz neue Sichtweisen aufgezeigt“, so ihr Ehemann. Seit 2004 sind die beiden ein Paar, ihre drei gemeinsamen Kinder sind 9, 7 und 5 Jahre alt. Die Rizzolli-Gruppe mit über 50 Mitarbeitern führen sie gemeinsam, wobei jeder für seinen Bereich verantwortlich ist. „Wir beraten uns, mischen uns aber nicht ein“, so der Unternehmer. Er kümmert sich um den Verkauf und die Finanzen, Paula Aspmair um das neue Geschäft am Obstmarkt, das Restaurant Franziskanerstuben, vor allem aber um den Onlineshop, den sie gründete und der unter dem Namen Manufaktur GmbH läuft. „Bereits in der Vergangenheit mussten wir uns immer wieder neu erfinden. Das hat unser Überleben gesichert. Deshalb ist es so wichtig, sowohl auf den stationären als auch auf den Onlinehandel zu setzen“, so Rizzolli. Er bezeichnet sich als Kämpfenden, er habe sich nie gegen etwas verschlossen.

WIE GEHT ES WEITER? Noch ist es zu

früh, über die Nachfolge nachzudenken. Thomas Rizzolli will seinen Kindern Zeit geben. „Als Eltern wünscht man sich vor allem, dass die eigenen Kinder glücklich sind. Als Inhaber eines Traditionsbetriebes kommt natürlich noch der Wunsch dazu, dass zumindest eines der Kinder in die eigenen Fußstapfen tritt. Ich wurde von meinen Eltern sicher in den Betrieb hineingeschoben. Das war in meinem Fall auch in Ordnung, denn ich gehe in meiner Arbeit

auf. Ich würde mich freuen, wenn meine Kinder in den Betrieb hineinwachsen würden, indem sie frühzeitig lernen, Verantwortung zu übernehmen. Sollten wir sehen, dass es ihnen Freude bereitet, werden wir sie gerne auf ihrem Weg begleiten, aber sicher ohne jeden Druck“, so Rizzolli. Seine Kinder sollen Erfahrungen sammeln. Denn der Kaufmann ist überzeugt: Ein guter Chef muss vorher als Angestellter gearbeitet haben. ◀ VERENA PLIGER

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Brot im Wandel der Zeit Mit 30 Verkaufsstellen zählt die Bäckerei Lemayr zu den größten Bäckereien des Landes. Trotzdem betont die Familie Pellegrini: „Wir sind nur größer, arbeiten aber wie ein handwerklicher Betrieb.“

eine Mühle in Kaltern übernahm. Der Firmenname Lemayr kommt von seiner Enkelin Anna, sie heiratete 1878 Josef Lemayr. Von Kaltern nach Bozen in die Goethestraße kam die Bäckerei erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1962 folgte eine Filiale in der Frontkämpferstraße. Diese führte Johanna Lemayr und ihr Mann Mauro Pellegrini, die Eltern der heutigen Geschäftsführer. Gemeinsam legten sie eine rasante Entwicklung hin. Allein zwischen 1968 und 1978 erwarben sie fünf Bäckereien in Bozen.

Foto: Alexander Alber

AN DER SPITZE des Unternehmens

„Diese Stube stammt aus Kaltern, aus dem Gebäude, wo vor 216 Jahren alles begonnen hat“, erzählt Sandro Pellegrini (im Bild). Er führt die Bäckerei Lemayr zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder.

Der Herr im weißen Mantel macht keine Umschweife: „Natürlich unterscheiden wir uns von einer kleinen Bäckerei im Dorf. Im Grunde sind wir ein groß gewachsener Handwerksbetrieb“, erklärt Sandro Pellegrini. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas ist er Geschäftsführer von Lemayr, einer der größten Bäckereien des Landes. Das Unternehmen beschäftigt 130 Mitarbeiter. Allein 80 arbeiten in den 30 Verkaufsstellen in Südtirol und Norditalien. Der Firmensitz in Bozen Süd ist imposant. Es ist wohl die Größe, die den Eindruck erweckt, es handle sich hier um einen Industriebetrieb. „Sehen Sie, das ist der Unterschied. Industriebäckereien arbeiten mit Kettenöfen. Wir aber arbeiten

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mit Etagenöfen, es sind dieselben, wie sie auch handwerkliche Betriebe nutzen. Der Produktionsablauf ist also derselbe, wir verwenden nur größere Mengen, damit können wir auch eine höhere Qualität garantieren“, erklärt Sandro Pellegrini. DER UNTERNEHMER führt uns in

den Schulungsraum. Im Eck steht eine alte Stube. „Diese Stube stammt aus Kaltern, aus dem Gebäude, wo alles begonnen hat“, erzählt der 45-Jährige. Gemeinsam mit seinem zwei Jahre älteren Bruder Andreas hat er die vergangenen Jahre viel recherchiert. Heute können die beiden mit Stolz sagen: Ihre Bäckerei ist 216 Jahre alt. Es war 1801, dass Joseph Rottensteiner

steht nach wie vor der 75-jährige Mauro Pellegrini. Seine Frau zog sich vor einigen Jahren aus dem Betrieb zurück. Ihre beiden Kinder Sandro und Andreas haben eine klare Aufgabenteilung. „Damit kann es zu keinen Zwistigkeiten kommen. Mein Bruder ist ein Zahlenmensch, entsprechend kümmert er sich um den Verkauf und die Finanzen. Ich bin eher der praktische Typ und betreue die Produktion und die Verkaufspunkte“, so Sandro Pellegrini. Mit im Unternehmen sind auch ihre beiden Ehefrauen. Sie verantworten die Buchhaltung, das Marketing und die Qualitätssicherung. Die vergangenen 20 Jahre hat sich Lemayr stark entwickelt. Als eine der ersten Bäckereien setzte Lemayr auf tiefgefrorenes Brot, das direkt in den Verkaufsstellen aufgebacken wird. Seit 2005 führt die Familie Pellegrini in Verona und Brescia insgesamt zehn Verkaufsstellen. Sie laufen unter dem Namen Alpigusto. Aufgebaut wurde die Kette gemeinsam mit der Mila, seit Ende 2014 ist Alpigusto zu 100 Prozent Teil der Lemayr-Gruppe. Angeboten werden in den Geschäften Südtiroler Brot- und Milchspezialitäten. ) (VP

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Früher Kirchenbänke, heute Möbel Fünf Generationen, ein Beruf, eine Leidenschaft. Seit 131 Jahren ist die Eppaner Tischlerei Gaiser in Familienhand. Der Schlüssel des Erfolgs: Alte Grundwerte bewahren, neue Technologien zulassen.

GEGRÜNDET HAT ihn sein Urgroß-

vater Luis 1886, die Bänke in der Kirche von St. Pauls sind Zeugnis seiner Handwerkskunst. „Dann hat mein Opa Max weitergemacht und an meinen Vater Helmuth weitergegeben, und mein Erbe wird wohl mein Sohn weiterführen“, erzählt der Tischlermeister. Genauso wie er selbst hat auch sein 22-jähriger Sohn seine Lehre im Familienbetrieb absolviert, seit zwei Jahren hat er den Gesellenbrief, in Kürze will er den Meister machen. Etwas anderes als das Familienunternehmen kam weder für den Vater noch für den Sohn infrage. 1.024 TISCHLERBETRIEBE gibt es in

Südtirol. Viele von ihnen sind Familienbetriebe. Die Konkurrenz untereinander, aber noch mehr die Konkurrenz der großen Möbelhäuser macht ihnen zu schaffen. Die Branche stöhnt über den immer größere werdenden Preisdruck. „Wer heute nicht streng kalkuliert, hat keine Chance. Dank unserem digitalisierten Arbeitsablauf haben wir unsere Zahlen im Griff “, erzählt Georg Gaiser. Beschäftigte sein Vater noch einige Mit-

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Die Tischlerei konzentriert sich nur noch auf die Fertigung von Möbelstücken. Mit dieser Treppe gewann der Handwerksbetrieb den Wettbewerb „Holz.Werk 2013“

Fotos: Tischlerei Gaiser OHG

Von den Jungen lernen, nur nicht stehen bleiben, sich immer auf dem Laufenden halten. Das ist die Devise von Georg Gaiser. Der 53-Jährige ist Inhaber der Möbeltischlerei Gaiser. Ein etwas anderer Handwerksbetrieb. Die Werkstatt befindet sich nicht in der Handwerkszone, sondern in Turmbach, mitten auf Eppan Berg. 300 Quadratmeter groß ist die Werkstatt. Im Vergleich dazu klingt die Mitarbeiterzahl geradezu winzig. „Meine Frau Maria Luise, mein Sohn Lukas und ich. Ein Familienbetrieb durch und durch also“, erzählt Georg Gaiser, der den Betrieb in vierter Generation führt.

hof in Eppan oder der Feldererhof in Kaltern. DAS ERFOLGSGEHEIMNIS, so ist

Der 53-jährige Georg Gaiser führt die familiengeführte Tischlerei zusammen mit seinem Sohn und seiner Ehefrau.

arbeiter, setzt er auf 3-D-Planungen und einen modernen Maschinenpark. Heute konzentriert er sich nur noch auf die Fertigung von Möbeln. Zu den Kunden zählen private und öffentliche Auftraggeber, aber auch eine Reihe von Gastronomiebetrieben, darunter das Hotel Lambrechts-

Georg Gaiser überzeugt, bleibt die persönliche und ehrliche Beratung. Grundwerte, die ihm seine Vorfahren mit auf den Weg gegeben haben. Grundwerte, die er auch seinem Sohn weitergeben will. Der zweifache Vater spricht von einem Glück, früh Kinder bekommen zu haben. „Indem man von ihnen lernt, bleibt man selbst jung. Ich vergleiche einen Betrieb immer mit einem Sportverein. Auf der einen Seite braucht es Toleranz, auf der anderen Seite eine faire und nachvollziehbare Linie“, so beschreibt Georg Gaiser die eigene Unternehmenskultur. Neues zulassen, das sei der Schlüssel des Erfolgs. Von seinem Sohn will er lernen, denn der Tischlermeister ist überzeugt: Wer mit Vehemenz auf Altbewährtem beharrt, kann seinen Betrieb nicht weiterentwickeln. (VP)

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Tante Emmas Erbe Weil seine drei älteren Brüder wegzogen, musste er übernehmen. Heute ist Peter Pallweber froh darüber. Wie er aus dem einstigen Tante-Emma-Laden eine kleine Handelskette schuf.

Von der Wurst über das Brot bis hin zu den Socken und Strümpfen! Es ist das breite Produktsortiment, das den Reiz eines Tante-Emma-Ladens ausmacht. Paul Pallweber und Anna Schweitzer haben vor genau 110 Jahren eine solche kleine Gemischtwarenhandlung in Nals eröffnet. „Bei meinen Großeltern fand man alles Wichtige für den täglichen Bedarf, von den Lebensmitteln bis zum Futtermittel“, erzählt Peter Pallweber. In Nals führt er heute zwei Geschäfte. Es sind die Erben des ursprünglichen Tante-Emma-Ladens. Über drei Generationen wurden sie aufgebaut und erweitert. auch seine Eltern Pioniere. Sein Vater Paul hat den Tante-Emma-Laden in den 30er Jahren übernommen. Er hat den Lebensmittelbereich erweitert und begann, auf Pflanzenschutz zu setzen. „Nach dem Zweiten Weltkrieg sind in unserer Gegend immer mehr Viehbauern auf Obst- und Weinbau umgestiegen. Mein Vater versorgte sie mit dem notwendigen Zubehör“, so Peter Pallweber. IM BURGGRAFENAMT erinnert man

sich noch heute an seinen Vater. 1957 sorgten Minustemperaturen in weiten Teilen des Landes für schwere Frostschäden. „Dank seiner Unterstützung blieben die Obstgüter in Nals vom Frost verschont. Er half den Bauern, die erste großflächige Frostberegnung einzusetzen“, so Pallweber. Vieles über seinen Vater kennt er nur aus Erzählungen. Gerade mal sieben Jahre alt war er, als sein Vater starb. Es war seine Mutter Maria, die mithilfe von Verwandten das Geschäft weiterführte. „Meine Mutter war eine tolle Frau, sie zog uns vier Kinder groß und schmiss auch noch den Laden“,

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Foto: Alexander Alber

WIE SEINE GROSSELTERN waren

Der Kaufmann Peter Pallweber im historisch gewachsenen Supermarkt in Nals. Zusätzlich führt der 62-Jährige in der Ortschaft ein Fachgeschäft für Gartenbau und Landwirtschaft.

so Pallweber. Da seine drei älteren Brüder früh wegzogen, lag es an ihm, das Geschäft zu übernehmen. Er legte eine rasante Geschwindigkeit an den Tag: Das erste Geschäft in Nals baute er großflächig um, 15 Jahre später eröffnete er in Nals ein Fachgeschäft für Gartenbau und Landwirtschaft und 2002 schließlich einen Eurospin-Discount in Lana. FACHKOMPETENTE BERATUNG, das

ist Pallwebers Stärke, vor allem im landwirtschaftlichen Fachgeschäft. Das Sortiment reicht von Pflanzenschutzmitteln über Düngemittel bis hin zu önologischen Artikeln. Ein

Markt, der einem starken Wandel unterworfen ist. „Seit einigen Jahren werden Gartenartikel immer stärker nachgefragt, bei Futtermitteln dagegen geht die Nachfrage zurück“, so der Nalser Geschäftsmann. Er weiß zu agieren, er versucht die Wünsche sowohl von Biobauern als auch von konventionellen Bauern zu erfüllen. Noch ist er zu agil, um über die Nachfolge nachzudenken. Seine beiden Kinder sind Anfang 30. Tochter Sabine arbeitet bei Facebook in Barcelona, Sohn Paul im Lebensmittelsektor in Wien. „Gut möglich aber, dass mein Sohn hier die nächsten Schritte setzen möchte“, so der stolze Vater. (VP)

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Von der Jausenstation zum Seehotel Das Seehotel Sparer hat ein Alleinstellungsmerkmal. Seit 105 Jahren ist es das einzige Hotel am Montiggler See. Die Familie Cologna aber weiß: Erfolg braucht mehr als eine gute Lage.

Fotos: Seehotel Sparer

Alle drei Generationen sind im Seehotel Sparer aktiv: Inhaber Gerd (2. v. l.) und Petra Cologna (r.), die Seniorchefs Gertrud (l.) und Dietmar Cologna (2. v. r.) sowie Tochter Marina (Mitte).

Die Urgroßeltern von Gerd Cologna haben hier vor 105 Jahren unternehmerische Weitsicht bewiesen. Direkt am Montiggler See haben Alois und Kreszentia Sparer im Jahre 1912 eine kleine Jausenstation eröffnet. Eine erste Blüte erlebte das heutige Seehotel Sparer in den 20er Jahren. Mitzi, die Schwiegertochter des Hauses, war für ihre fantastischen Speckknödel bekannt. Die gut betuchten Bozner kamen in Scharen, um sich von ihr verwöhnen zu lassen. „Es war wohl dieses Mütterliche, das sie so sehr auszeichnete. Sie fand für jeden Gast ein gutes Wort“, erzählt Petra Cologna, die heutige Chefin des Hauses. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Gerd führt sie den Hotelbetrieb in der vierten Generation. DAS HOTEL ist ein Familienbetrieb

durch und durch. Ihre Tochter Marina ist genauso im Haus tätig wie ihre 86-jährigen Schwiegereltern Gertrud Sparer und Dietmar Cologna. „Das wissen unsere Gäste unheimlich zu

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schätzen. Sie sehen, dass jeder in der Familie sein Bestes gibt“, ist Petra Cologna überzeugt. Sie selbst ist vor 27 Jahren ins Hotel eingestiegen. Ihr Mann, der Sohn des Hauses, arbeitete bereits seit seinem 14. Lebensjahr im Familienunternehmen. Gemeinsam führten sie das Erbe der Familie Cologna weiter. Im Jahre 2000 wagten sie einen großen Umbau. Sie steigerten sich von 3 auf 4 Sterne und erweiterten die Struktur auf heute 60 Gäste. DIE ANSPRÜCHE der Gäste haben

sich die vergangenen Jahre gewandelt. Sie wünschen sich ein Rundumaktivprogramm. Hier gilt es, aktuelle Trends schnell und geschickt umzusetzen. Ein Fach, das Tochter Marina beherrscht. Sie hat ein Balance-Angebot eingeführt. Yoga am See gehört genauso dazu wie Klangschalenmeditationen oder Atemwanderungen. „Das Thema Ruhe und Nachhaltigkeit spielt in der Hotellerie eine immer wichtigere Rolle.

Die junge Generation hat für diese Trends ein besseres Gespür. Sie beweisen in dieser schnelllebigen Welt mehr Weitblick. Deshalb muss man die junge Generation ranlassen. Sonst darf man sich nicht wundern, wenn sie die Freude am Familienbetrieb verlieren“, so Petra Cologna. SIE SELBST möchte bereits in we-

nigen Jahren kürzertreten. „Spätestens mit Mitte 30 soll unsere Tochter den Betrieb übernehmen dürfen. Sie plant den Bau von weiteren zehn Suiten. Ich kümmere mich dann gerne um die Enkel, und mein Mann, unser Pfennigfuchser im Haus, wird ihr finanziell immer mit Rat und Tat zur Seite stehen“, so die 54-jährige Hotelchefin. Jetzt aber, so wünscht sie sich, soll sich ihre Tochter erst mal Zeit für ihren kleinen Sohn Johannes nehmen. Er soll von klein auf das Gefühl haben, dass ein Familienbetrieb was Schönes ist, wo nicht nur gerackert wird, sondern wo es auch ein Leben als Familie gibt. (VP)

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TRADITION

Ad multos annos!

Foto: pixabay

Die Weinkellerei Josef Brigl wird seit 1309 von der immer selben Familie geführt. Inhaber Josef Brigl über die Last, einen Familienbesitz in die 33. Generation zu führen.

Weinhof ist dann nach Girlan übersiedelt. Um 1800 sind wir in den Weinexport eingestiegen und sind 2003 aus Rationalisierungsgründen wieder nach Eppan zurückgekehrt. Es war an der Zeit, unsere zehn Keller an einen Ort zusammenzulegen.

JOSEF BRIGL: Ganz einfach, es gab immer einen männlichen Nachfolger, der Interesse hatte, den Betrieb weiterzuführen.

Foto: Josef Brigl

Südtirol Panorama: Herr Brigl, Sie führen die Weinkellerei Brigl in der 32. Generation. Wie lässt sich eine so lange Familientradition aufrechterhalten?

Josef Brigl, 55, führt den Betrieb in der 32. Generation.

Wie hat sich der Weinbau in den vergangenen 30 Jahren verändert?

Ich bin bereits als Kind in die Aufgabe hineingewachsen. Es stand auch ziemlich schnell fest, dass nicht meine drei Schwestern, sondern ich den Betrieb übernehme. Mit Mitte 20, nach Abschluss des Studiums der Lebensmitteltechnologie in der Schweiz, bin ich eingestiegen, mit 40 hat mir mein Vater dann den Betrieb überschrieben.

Die Arbeit ist bürokratischer geworden, zudem hat es eine Umstellung der Sorten gegeben. Natürlich sind wir auch mengenmäßig gewachsen, wir haben heute 50 Hektar Weinberge und produzieren eine Million Flaschen Wein im Jahr. 75 Prozent unserer Weine gehen in den Export, hauptsächlich nach Österreich, Deutschland und der Schweiz, aber auch nach Übersee.

Haben Sie das Erbe nie als Last empfunden?

Steht die 33. Generation bereits in den Startlöchern?

Nein, meine Eltern haben mich nie zu etwas gedrängt. Wir haben uns geeinigt, dass ich den Betrieb weiterführe und meine drei Schwestern die drei Ansitze Windegg in Kaltern, Kaltenburg am Kalterer See und Haselhof in Girlan.

Ich habe drei Kinder, meine älteste Tochter ist 20 und studiert in Wien, am Betrieb hatte sie nie Interesse. Der Zweitgeborene ist 19 und besucht die Landwirtschaftliche Oberschule in Auer. Er wird wohl das Weingut und den Weinhandel übernehmen. Aber erst mal soll er die Welt sehen.

Und dieses Interesse hatten auch Sie?

Ihr Betrieb ist über 700 Jahre alt. Wie viel weiß man denn über diese Geschichte?

Eigentlich ziemlich viel, begonnen hat alles 1309 im Plaghaus in Eppan, das ist das heutige Lanserhaus. Unser 42

Südtirol Panorama | 01.2017

Was aber, wenn er keine Lust darauf hat?

Dann muss ich das akzeptieren, schade wäre es natürlich. ◀ (VP)

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