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ff-extra vom 26.10.2017 – ff Nr. 43

Beilage zu ff 43/2017 I Vers. in Post. - 45% I Art. 1 Abs. 1 I Ges. 353/2003 (abg. Ges. 27.02.2004 Nr. 46) CNS Bozen I Poste Italiane SpA I Taxe percue / Tassa pagata

BAUEN

FIX UND FERTIG Kurze Bauzeit, schneller Einzug: Südtirols schönste vorgefertigte Häuser HOLZ, BETON UND ZIEGEL

IMAGE-DILEMMA

GLAUBENSFRAGE

Die tollsten vorgefertigten Neu- und Umbauprojekte des Landes

Marktführer Rubner will den Ruf als Fertighaushersteller loswerden

Zwei Architekten über die Vor- und Nachteile eines Fertighauses


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INHALT

Foto: Gustav Willeit

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PRO UND CONTRA

MASSIVER WOHNFELS

Fertighaus oder Massivhaus? Die beiden Bauweisen im Vergleich.

Fertighaus mal anders: Ein Einfamilienhaus aus Wärmedämmbeton.

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FERTIGHAUS AUS ZIEGEL

HOLZRAHMENBAU

In Ratschings wurde ein traditionelles Haus mit Schindeldach aus Fertigteilen gebaut.

Drei Häuser aus Holz, die irgendwie gleich und doch verschieden sind.

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VOLLHOLZHAUS

ARCHITEKTURGESPRÄCH

Ohne Leim und ohne Nägel: Ein Massivholzhaus in der Gemeinde Kastelruth.

Was ein vorgefertigtes Haus kann, Stefan Gamper und Franz Kosta im Interview.

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IMAGE-DILEMMA

ALLES IN HOLZ

Warum Rubner nicht mehr als FertighausHersteller bezeichnet werden will.

In Neustift wurde bestehende Kubatur mit Holz unkonventionell erweitert.

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VILLA IM OBSTGARTEN

KLEIN, ABER FEIN

Ein Zweigeschosser aus Holz mit Schwimmbad inmitten der Obstwiesen.

Vorgefertigte und mobile Minihäuser sind groß im Kommen. Die tollsten Modelle.

IMPRESSUM „ff-extra Bauen“, 26.10.2017, Beilage zu ff 43, Herausgeber: FF-Media GmbH, Eintrag. Landesgericht Bozen 9/80 R.ST. vom 27.08.1980, Presserechtlich verantwortlich: Kurt W. Zimmermann; Koordination: Georg Mair; Konzeption & Redaktion: Verena Pliger; Grafik & Layout: Sabine Rainer; Titelseite: Gustav Willeit. © ® FF-Media GmbH – Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Zeitschrift darf weder mit grafischen, mechanischen, elektronischen noch mit digitalen Mitteln reproduziert werden. Jeglicher Missbrauch wird im Rahmen des Gesetzes verfolgt.

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VOR- UND NACHTEILE

WER KANN WAS? Beim Thema Fertighaus oder Massivhaus scheiden sich die Geister. Viele Bauherren schwören auf Häuser mit vorproduzierten Modulen, andere auf das traditionell Stein auf Stein gebaute Heim. Die Bauweisen im Vergleich. Text: Verena Pliger

DIE VORTEILE • Die Wände werden in der Produktionshalle vorgefertigt und werden fertig auf die Baustelle geliefert, wo sie nur noch montiert werden. Teilweise werden die Wände bereits gedämmt, verputzt, Fenster und Rollos werden eingebaut, aber auch die Anschlüsse für sanitäre Anlagen. • Die Aufstellung des Fertighauses erfolgt innerhalb weniger Tage.

DIE NACHTEILE

DAS FERTIGHAUS Das Fertighaus besteht meist aus vorgefertigten Wänden, die auf der Baustelle innerhalb weniger Tage montiert werden.

• Mit der Montage vorgefertigter Bauteile entfällt die monatelange Trockenphase von Mauerwerk, Putz und Beton.

• Obwohl sich die Qualität immer stärker verbessert: Fertighäuser kämpfen nach wie vor gegen das schlechte Image der vergangenen Jahrzehnte. • Individuelle Planungen sind teurer als Standardvarianten. • Der Wiederverkaufswert von Standardvarianten oder „Kataloghäusern“ kann schlechter sein als bei einem Massivbau.

• Es gibt einen Ansprechpartner für alle Fragen. • Der Bauherr muss sich nicht um die Koordination der einzelnen Gewerke kümmern. • Durch die präzise Vorfertigung der Einzelteile im Werk können Komplikationen auf der Baustelle vermieden werden. • Die Vormontage in der Produktionshalle macht das Projekt weitgehend wetterunabhängig und damit berechenbarer. • Kosten- und Terminsicherheit: Bereits vor Vertragsunterschrift wird ein fixer Preis und ein fixer Übergabetermin vereinbart. • Fertighäuser müssen nicht identisch aussehen. Moderne Fertighäuser können individuell geplant werden, nach den Plänen eines Architekten und nach den Wünschen des Bauherrn.

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≼ WER KANN WAS?

DIE VORTEILE:

DIE NACHTEILE:

• Die Planung des Gebäudes kann sehr individuell erfolgen. • Auf der Baustelle und während des Baus kĂśnnen noch WĂźnsche des Bauherrn berĂźcksichtigt werden. • Gute Erfahrungswerte: Man weiĂ&#x;, dass massiv gebaute Wohnhäuser problemlos Ăźber 100 Jahre alt werden. Deshalb gelten Massivhäuser als besonders wertbeständig.

• Da Mauerwerk, Putz und Beton in Ruhe austrocknen mßssen, muss man mit mindestens acht Monaten Bauzeit rechnen. Trocknet der Bau nicht ausreichend aus, kann Feuchtigkeit eintreten, und es kann sich Schimmel bilden.

DAS MASSIVHAUS Direkt vor Ort auf der Baustelle werden Massivhäuser mit Ziegel, Stein oder Beton von Grund auf gebaut.

• AuĂ&#x;en- und Innenwände sind aus dem gleichen Material und durch MĂśrtel fest verbunden. Ein Regal oder ein Fernseher kann problemlos in jeder Position befestigt werden.

• Die Auswahl und Koordination der einzelnen Gewerke ist sehr zeitintensiv. Es kostet Nerven, den gesamten Innenausbau, die Installation der sanitären Anlagen, die Wärmedämmung oder Dachdeckerarbeiten selbst zu organisieren.

• Die Freiheit, sich die unterschiedlichen Gewerke selbst auszusuchen und den besten Preis zu verhandeln: vom Maurer ßber den Tischler bis hin zum Dachdecker oder Elektriker.

Illustration: freepik, ff

• Auch das Massivhaus kann schlßsselfertig realisiert werden.

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WÄRMEDÄMMBETON

DUNKLER WOHNFELS In Barbian steht ein besonderes Fertighaus. Ein Einfamilienhaus aus einem speziellen Wärmedämmbeton. Entwickelt von mutigen Südtiroler Tüftlern. Text: Verena Pliger | Fotos: Gustav Willeit

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er Herbst im westlichen Eisacktal, ein Farbenspiel zwischen Rot, Gelb und Orange. Nirgendwo sonst im Land präsentieren sich die Kastanienhaine in einer solchen farblichen Vielfalt. Dazwischen Weinreben und die eine oder andere Apfelplantage. Terrassenförmig schmiegen sie sich in den Hang, gestützt von Natursteinmauern. Mauern in einem unverkennbaren Grau. Aus

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1. Stock

2. Stock

3. Stock

Querschnitt

Porphyr, der sich im Verwitterungsprozess dunkelgrau färbt. MUTIG UND OFFEN. Dunkelgrau ist auch der Baukörper, der aus einem steil abfallenden Osthang ragt. Es handelt sich um einen unkonventionellen dreigeschossigen Neubau in Barbian, am Ortsausgang in Richtung Villanders. Vor einem Jahr wurde der überdimensionale Wohnstein fertiggestellt. Das Gebäude ruht wie ein

Felsen im Hang. Geplant wurde es von Andreas Gruber, einem 33-jährigen Architekten aus Schabs im Eisacktal. Hier in Barbian hat er Neues gewagt. Er selbst beschreibt es als Gebäude mit Bewusstsein für ökologisches mineralisches Bauen. „Als ich den Bauherren zum ersten Mal getroffen habe, spürte ich sofort, wie aufgeschlossen und offen er für innovative Ideen ist. Er wollte ein Haus, das die charakteristische Natur- und Kulturland-

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Fest verankert. ≥ DUNKLER WOHNFELS Der dunkelgraue Baukörper ragt aus einem steil abfallenden Osthang in Barbian. Architekt Andreas Gruber wurde für das Haus Andergassen Urthaler mit dem europäischen Architekturpreis „Bestarchitects18“ ausgezeichnet.

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1 1. Aussichtsplatz: Die Gebäudehülle erinnert innen wie außen an einen porösen Stein. Sichtbeton als Baustoff verstärkt die puristische Bauweise. Aufgelockert wird der strenge Baukörper mit gemütlichen Ecken. Herrlich der Ausblick von der mit Eichenholz verkleideten Sitzecke.

2. Panoramablick: Während des Aushubs wurde dieser massive Porphyrfelsen entdeckt. Für den Bauherren war klar: Er muss ins Rampenlicht und darf unmöglich zubetoniert werden. Spontan wurde die Planung des Badezimmers überarbeitet und ein großzügiges Fenster eingebaut.

3. Abgeschottet: Im Wohnzimmer trifft Tradition Moderne. Der mit Eichenholz ausgekleidete Raum erinnert an einen Kubus und hat Stubencharakter. Zentral die Position des Holzofens. Damit können alle Räumlichkeiten einheitlich beheizt werden.

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≥ DUNKLER WOHNFELS

„IN NUR DREI MONATEN WAREN DIE ARBEITEN ABGESCHLOSSEN“ ANDREAS GRUBER

2 schaft des Eisacktals aufnimmt und im Sinne der Nachhaltigkeit geplant wird. Vor allem wollte er sein Haus nicht mit Wärmedämmungen zukleistern“, erzählt der Architekt.

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TRADITIONELL UND INNOVATIV. Davon ausgehend, haben sich Architekt und Bauherr auf die Suche nach Ideen und vor allem nach Materialien gemacht, wie die ortstypische Gesteinsfarbe auf selbstverständliche Art und Weise in den baulichen Kontext integriert werden kann. Die Lösung: Ein spezieller Wärmedämmbeton. „Wir haben uns an alten Bauernhäusern aus Stein orientiert. Häuser, die so dicke Wände haben, dass sie im Winter schön

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DER ARCHITEKT IM GESPRÄCH kung aufweist und so auch den Klimahauskriterien entspricht.

Sie haben für das Haus in Barbian einen eigenen Wärmebeton entwickelt. Was kann dieses Material? Andreas Gruber: Wir haben gemeinsam mit den Baufirmen einen mineralisch-natürlichen Wärmedämmbeton entwickelt, der eine hohe Dämmwir-

Gab es so etwas noch nicht am Markt? Nein, in dieser Form nicht. Also haben wir gemeinsam mit der Baufirma Obexer Stefan aus Villnöß und mit Beton Eisack an einer Betonmischung getüftelt, die perfekte Dämmwerte erzielt und zu 100 Prozent recyclebar ist. Dafür wurde uns sogar eine Innovationsförderung zugesprochen. Wie konnten Sie den Bauherren überzeugen, dass die Innovation auch wirklich funktioniert? Um den Praxistest zu bestehen, haben wir bei unserer Baufirma in Villnöß einen Prototyp erbaut. An diesem

Bauteil wurden die technischen Prüfungen durchgeführt. Den Test bestanden, ging es um die konkrete Umsetzung. Kann man denn bei diesem Gebäude tatsächlich von einem Fertighaus sprechen? Ja, das kann man sehr wohl. Einziger Unterschied: Wir haben die fertigen Wände nicht in der Halle produziert und unter logistischem Mehraufwand auf die Baustelle geliefert, sondern wir haben nur das Material auf die Baustelle gebracht, haben es dort eingegossen, und fertig war die Wand. Auch für die Fenster haben Sie eine maßgeschneiderte Lösung entwickelt?

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warm halten und im Sommer angenehm kühl sind“, erklärt Andreas Gruber. Wir haben lange getüftelt und auch eine ganze Weile nach einem Fensterbauer gesucht, der unsere Ideen umsetzen konnte. Gemeinsam mit Heiß Fenster aus dem Sarntal ist es dann gelungen, eine einzigartige Lösung zu entwickeln. Wir haben die Fenster ohne Blindstock direkt in die Außenwand eingefügt. Das war nur möglich, da der Fensterrahmen breiter war als bei gängigen Fenstermodellen. So ist uns eine Überlappung mit der Außenwand gelungen und damit ein einwandfreies thermisches Konzept. ZUR PERSON

Andreas Gruber ist oberhalb von Verdings aufgewachsen. Er und seine Brüder Reinhard und Martin gehörten zu

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den besten Naturbahnrodlern der Welt. Er selbst war Juniorenweltmeister im Naturbahnrodeln. In Innsbruck und Florenz hat er Architektur studiert. Ab 2008 führte er zusammen mit seinem Bruder Martin ein Architekturbüro und arbeitete ab 2011 in der Abteilung Raumplanung der Autonomen Provinz Bozen, wo er stellvertretender Direktor und Vorstand des Sachverständigenbeirates für Ensembleschutz war. Seit diesem Jahr führt der 33-Jährige sein eigenes Architekturbüro in Schabs. Sein Steckenpferd: maßgeschneiderte Lösungen für Objektplanungen und für urbanistische Entwürfe. Maßgeschneidert ist auch eines seiner jüngsten Projekte: das Einfamilienhaus in Barbian. Ein Fertighaus aus Wärmedämmbeton.

MINERALISCH UND NATÜRLICH. Gemeinsam mit Baufirmen haben Architekt und Bauherr einen mineralisch-natürlichen Wärmedämmbeton entwickelt. Er weist eine hohe Dämmwirkung auf und entspricht so auch den Klimahauskriterien. Damit der Gebäudeaußenbereich nicht feucht wird, wurde Richtung Hang eine U-Schale mit konventionellem Beton gegossen. Dann wurden, ähnlich wie bei einer klassischen Betonfassade, die Schalungen gesetzt. Der Dämmbeton wurde mit einem Betonmischer angeliefert und in die normalen Schalungen gegossen. Die Aushärtungszeit des Wärmedämmbetons dauerte 28 Tage. In nur drei Monaten waren die Arbeiten abgeschlossen. „Der Vorteil an dieser Bauweise liegt darin, dass die Schnittstellen unter den Gewerken reduziert werden können

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1 2 1. Schnörkellos: Die Küche modern und geradlinig. Die zentrale Herdinsel ist in hellem Grau gehalten, der dahinterliegende Hochschrank in schlichtem Weiß. 2. Schwebend: Die Stufen führen vom Erdgeschoss ins Obergeschoss und sind in der Wand verankert.

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3. Kontrastreich: Außen dunkel, innen hell. In Kombination wirkt der Baukörper nicht mehr düster und gibt dem Gebäude viel Atmosphäre. 4. Konsequent: Sichtbeton, Eichenholz, weißer Putz: Die geradlinige Architektursprache zieht sich bis ins Schlafzimmer im Obergeschoss.

und damit viel Zeit gespart werden kann. Nachdem die Wand betoniert wurde, konnten bereits die fertigen Fenster montiert werden“, erklärt Architekt Andreas Gruber. PORÖS UND REDUZIERT. Die Gebäudehülle außen erinnert an einen dunklen porösen Stein. Anders die Räumlichkeiten innen: Alles hier ist leicht, weiß und hell. Die Küche zeigt sich reduziert 12 No. 43 / 2017

und ohne großen Schnickschnack. Während der dunkelgraue Küchenblock auf die Außenfarbe abgestimmt ist, wurde die Küchenzeile einheitlich in Weiß gehalten. Auch innen dominiert der Stein. Im Badezimmer kam beim Aushub ein schöner kompakter Felsen zum Vorschein. „Den konnten wir unmöglich zubetonieren, also haben wir unsere Planung überarbeitet und ein 2,5 Meter langes und

1,8 Meter hohes Fenster integriert, damit der Fels in Sicht bleibt. Der Bezug von Wasser zum Stein hat für den Raum eine besondere Wirkung“, so der Architekt. WARM UND MODERN. Die übrigen Räume sind im Zuge der Planungsphase entstanden. So etwa die zeitgenössische Stube. Eine mit Lärchenholz ausgefüllte Nische, die dem Ambiente eine warme ■ Schale als Rückzugsort gibt.

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ZIEGELFERTIGHAUS

KLASSISCH SOLIDE In Innerratschings wurde ein Haus mit Schindeldach aus Ziegelfertigteilen erbaut. Der Bauherr wollte damit zeigen, dass er mit seiner Firma ein Meisterstück schaffen kann.

Foto: Alp House

Text: Verena Pliger

Der Bauherr. Hier lebt der Alp-House-Chef. Helmuth Leitner hat sich ein traditionell anmutendes Ziegelfertighaus mit Schindeldach gebaut. Da die Ziegelwände im Trockenen und damit wetterunabhängig produziert wurden, konnte der Bauherr innerhalb acht Monaten einziehen.

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≥KLASSISCH SOLIDE

Die Fertigung Alle Ziegelwände wurden im Werk vorgefertigt und auf der Baustelle nach dem Baukastenprinzip montiert.

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Die Energieversorgung Die Energie für sein Gebäude holt sich der Bauherr über eine Wärmepumpe und einen Bauernofen.

enn man an ein Massivhaus denkt, möchte man meinen, es wird Ziegelstein auf Ziegelstein vor Ort gemauert. Mittlerweile aber gibt es immer mehr Massivhäuser, die in Fertigbauweise errichtet werden. Die Ziegelwände werden nicht auf der Baustelle, sondern in einer Produktionshalle mit einer Mauermaschine gefertigt. Helmuth Leitner, Geschäftsführer des Sterzinger Fertighausherstellers Alp House, verwirklicht mit seinem Team knapp 25 Fertighäuser pro Jahr. Als es aber darum ging, sein eigenes Haus zu bauen, war die Herausforderung doch eine andere. „Natürlich will man bei seinem eigenen Heim ein Meisterwerk schaffen“, so der Wipptaler Unternehmer.

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Die Baumaterialien Die Außenwände sind 36,5 cm dick, Fenster, Verschalungen und Dachunterseite sind in Lärche ausgeführt.

Der Neubau steht in Innerratschings und lässt nicht erahnen, dass es sich hierbei um ein Fertighaus handelt. Das Gebäude mit seinem Schindeldach wirkt wie ein traditionelles Bauernhaus. Nicht ganz so traditionell ist es im Inneren: Altholz, Zirbe und Lärche treffen auf moderne Materialien und bilden den gewünschten Kontrast. Vier Wohneinheiten hat Helmuth Leitner geschaffen, aufgeteilt auf zwei Geschosse. Der Entwurf stammt vom Seiser Architekturbüro Folie & Schorn. Zertifiziert wurde das Gebäude als Klimahaus Nature. Für die Errichtung wurden ausschließlich umweltverträgliche und da■ mit recycelbare Baumaterialien verwendet.

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Wohnensemble. In Neustift wollten drei Familien zusammenziehen, aber trotzdem in separaten Häusern leben. Die Lösung des Brixner Architekten Christian Schwienbacher: drei gleichwertige und dennoch auf Maß geschneiderte Baueinheiten.

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≥ DREIFACH GELUNGEN

HOLZRAHMENBAU

DREIFACH GELUNGEN Nachhaltig schön sind drei neue Häuser aus Holz in Neustift. Sie stehen für grenzenloses Wohngefühl ohne Kompromisse. Text: Verena Pliger | Fotos: Jürgen Eheim

Sichtschutz: Alle drei Gebäude sind gleich groß, unterschiedlich groß sind dagegen die Terrassen. Sie sind so angeordnet, dass sie vom Nachbarn nicht einsehbar sind. Die halbgeschlossene Fassadenschalung an den Seiten sorgt für zusätzliche Privatsphäre.

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ie Vorgabe der Bauherren war klar: Wir wünschen uns drei Häuser, die nach außen hin möglichst viele Gemeinsamkeiten haben, im Detail aber Individualität zulassen. Für Architekt Christian Schwienbacher keine leichte Aufgabe. „Denn das Grundstück ist auf einer Seite sehr breit und auf der anderen Seite sehr eng. Im Grunde hat es die Struktur einer halben Sektflasche. Indem wir die Baukörper leicht aufgefächert haben, gelang es uns am Ende doch, drei wirklich gleichförmige Baukörper auf dem Grundstück unterzubringen“, erklärt der Brixner Architekt.

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DIE ENTWURFSIDEE. Mitten in Neustift steht nun ein Ensemble von drei zweistöckigen Holzhäusern. Ein Gebäude zeigt nach Süden, eines dreht sich leicht nach Osten, eines nach Ost-West. Damit sind in jedem Gebäude auch die Räume unterschiedlich angeordnet. Für die drei Familien kein Thema. Schließlich hatte jede Familie ihre eigenen Wünsche und Wohnansprüche. DER BAU IN HOLZ. Gebaut wurde, auf expliziten Wunsch der Bauherren, in Holz. „Ein Holzbau kann in einem überschaubaren Zeitrahmen abgewickelt werden. Außerdem ist man ≥ No. 43 / 2017

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2 1. Familienleben: Die Küche ist das Zentrum jeder Baueinheit. Die Kücheninsel und der Hochschrank sind in Weiß gehalten und der Esstisch in Eichenholz. Sehr funktional: der graue Harzboden. Ein Raumteiler in Eichenholz trennt die Küche vom Wohnzimmer ab. Nischen in Schwarzblech lockern den massiven Hochschrank auf. 2. Schlafräume: Der Treppenaufgang mündet im hellen Flur des Obergeschosses. Alles hier ist sehr rational aufgeteilt, mit möglichst großen Zimmern und möglichst funktionalen Nassbereichen. Verbindendes Element zwischen Erd- und Obergeschoss ist das Eichenholz, das sich gleichmäßig durch das gesamte Gebäude zieht. 3. Logenplatz: Raumhohe Fenster sorgen im Wohnzimmer für einen lichtdurchfluteten Raum. Die Fixelemente der Fenster sind komplett rahmenlos, die weiß lackierten Schiebetüren führen in den gemeinschaftlich genutzten Garten. Die Brettstapeldecke wurde weiß lasierend gestrichen, da Fichtenholz dazu tendiert, im Laufe der Zeit leicht gelblich zu werden.

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≥ DREIFACH GELUNGEN

Rückzugsort: In jedem der drei Gebäude gibt es einen intimen Raum. In jedem wurde er unterschiedlich gestaltet. Hier im Bild haben sich die Bauherren für die moderne Interpretation einer Stube entschieden. Eckbank und Wandverkleidung wurden in Eichenholz ausgeführt. Das Nussholz der Tischplatte stammt von einem Nussbaum, der früher im Garten stand.

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Der Entwurf für das Ensemble von drei Holzhäusern in Neustift stammt vom Architekten Christian Schwienbacher. Der 49-Jährige ist gebürtiger Vinschger und führt in Brixen sein eigenes Studio. Zu den bekanntesten seiner Holzbauprojekte zählt der Firmensitz von Barth Innenausbau in Brixen, entworfen hat er ihn gemeinsam mit dem Brixner Architekten Gerd Bergmeister. Zu Schwienbachers jüngsten Projekten in Holz zählen ein Thoma-Vollholzhaus in Olang und ein 3x5x8 Meter großes Minihaus in Gröden. Dabei ist Schwienbacher kein ausschließlicher Holzbauarchitekt. Einen Namen gemacht hat er sich unter anderem mit dem Bau der Feuerwehrhalle in Afers, dem Umbau des Modegeschäftes P8 unter den Bozner Lauben und mit dem Neubau des Hotels Pupp in Brixen, den er gemeinsam mit dem Brixner Architekturstudio Bergmeisterwolf geplant hat.

Foto: Privat

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Grundrisse von Haus 1 ¹ Querschnitt der 3 Gebäude ²

1. Obergeschoss

Erdgeschoss

DATEN & FAKTEN: Die Bauweise: Holzrahmenbau, voll unterkellert. Details: Hinterlüftete Fassade, kontrollierte Wohnraumlüftung, leimfreie Brettstapeldecke. Bauzeit: März bis Juli 2016. Heizsystem: Anschluss an das Fernwärmekraftwerk Vahrn.

Farbkonzept: Die Dächer haben eine traditionelle Giebelform, sind leicht geneigt und wurden mit beschichtetem Aluminium eingedeckt. Für ein homogenes Außenbild wurde die Außenfassade sowie die Untersicht der Terrassen im selben Ton imprägniert. Der farbliche Anstrich auf Wasserbasis sorgt dafür, dass das Gebäude nicht sofort vergraut.

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DER PROJEKTVERANTWORTLICHE IM GESPRÄCH

Foto: LignoAlp

Die drei Gebäude waren in nur fünf Monaten bezugsfertig. Wie ist eine so schnelle Fertigstellung möglich? Erich Gruber: Indem wir zwei Wohnhäuser parallel produziert haben. Montage und Vorfertigung haben sich damit überschnitten. Sobald wir mit der Montage des ersten Hauses begannen, konnten wir sofort mit der Produktion des zweiten Hauses beginnen. Die reine Produktionszeit pro Haus hat nur vier Wochen betragen. Ist die schnelle Bauzeit auch mit dem hohen Grad an Vorfertigung zu erklären? Ja, sicher. Die Wände wurden alle im Werk vorgefertigt. Dann wurden sie vertikal auf Ladepritschen aufgestapelt, versiegelt, vom LKW abgeholt, auf die Baustelle geliefert, und schon konnte die Montage beginnen. Bauen Sie die Installationen auch bereits im Werk ein? Nein, denn aus unserer Sicht kann man damit nicht die absolute Luftdichtheit gewährleisten. Und trifft Luft von außen auf die warme Innenseite der Wand, kann sich Kondens bilden, und das könnte unter Umständen zu kleineren Bauschäden führen. Was machen wir also? Wir sehen eine eigene Vorsatzschalung für die Heizungs-, Sanitär-, Lüftungs- und Elektroinstallationen vor. So müssen die einzelnen Gewerke auf der Baustelle nur noch die Rohre ziehen. Mit welcher Holzbauweise haben Sie die drei Baukörper in Neustift konstruiert? Die Außenwände in Holzrahmenbauweise mit einer hinterlüfteten Fassade. Zwischen dem Erd- und Obergeschoss haben wir eine komplett leimfreie Brettstapeldecke eingesetzt, die wir in unserem Werk gefertigt haben. Dafür werden getrocknete und gehobelte Fichtenbretter nebeneinander gestapelt und Brett auf Brett mit Nägeln befestigt. Der Vorteil: Die Decke schluckt möglichst viel Raumschall und ist ästhetisch anspruchsvoll.

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1 1. Unter der Erde: Die unterirdische Garage wird gemeinschaftlich genutzt. Stufen führen direkt in die drei einzelnen Wohngebäude. Erfrischend die gelben Farbakzente beim Treppenaufgang und bei den Kellertüren.

2 2. Luftraum: Großflächige Fenster fluten selbst das Kellergeschoss mit Tageslicht. Der Sichtbeton an Wänden und Decke verstärkt die puristische Bauweise. Der Beton übernimmt sowohl eine tragende als auch eine dichtende Funktion.

3. Spielwiese: Die drei Baukörper grenzen an das Kloster Neustift. Die Herausforderung für den Architekten: Synergie zwischen Tradition und Moderne zu finden. Nach vorne hin hat jedes Gebäude freie Sicht auf die Obstwiesen.

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unabhängiger vom Wetter, und man muss das Haus nicht monatelang austrocknen lassen“, erklärt der Architekt. Die Außenwände wurden in Holzrahmenbau errichtet. Die Struktur wurde voll ausgedämmt und mit einer hinterlüfteten Fassade, bestehend aus einer vertikalen Holzschalung aus sägerauen Fichtenbrettern, verkleidet. Die komplette schlüsselfertige Ausführung übernahm LignoAlp mit Sitz in Brixen und Deutschnofen. „Der Architekt und der Bauherr haben sich mit dem architektonischen Entwurf, also mit dem Einreichplan, an uns gewandt. Wir haben dann unsere Vorschläge gemacht, wie das Projekt umgesetzt werden kann, ohne natürlich Einfluss auf die Architektur zu nehmen. 22 No. 43 / 2017

Der Architekt war von Beginn an auch in die Werkplanung mit einbezogen“, erklärt Erich Gruber, der Projektverantwortliche bei LignoAlp. HARMONISCHES GANZES. Interessant die Außenfassade. Damit das Haus nicht sofort verwittert, hat sich der Bauherr für eine Imprägnierung, also einen farblichen Anstrich auf Wasserbasis, entschieden. „Der Bauherr kann die Fassade immer wieder streichen, er kann sie aber auch langsam ergrauen lassen. Streicht man die Fassade nicht nach, wäscht sich die Imprägnierung langsam raus, und das gesamte Gebäude erhält gleichmä■ ßig eine natürliche graue Patina“, erklärt Gruber.

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VOLLHOLZHAUS

DURCH UND DURCH HOLZ Erwin Thoma gilt als eine Art Guru der neuen Holzbauarchitektur. Seine Bauweise: Massivholzwände, die ohne Leim und ohne Nägel auskommen. Eines seiner Vollholzhäuser steht in der Gemeinde Kastelruth.

Foto: Zimmerei Rier

Text: Verena Pliger

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≥ DURCH UND DURCH HOLZ

Oase der Ruhe: Von außen ist der Neubau in der Gemeinde Kastelruth kaum einsehbar, pyramidenförmig, wie er sich nach oben bewegt. Sechs Wohnungen sind hier entstanden. Drei im Erdgeschoss, zwei im ersten und eine im zweiten Stock. Die Bauherrin hat sich ganz oben unter dem Dach eingerichtet, in einer lichtdurchfluteten geräumigen Wohnung. Auch innen hat sich die Bauherrin für Holz entschieden. In den Schlafzimmern dominiert Zirbenholz, in den übrigen Räumen Fichtenholz. Fassadenspiel: Die Fassade des dreigeschossigen Gebäudes in Kastelruth ist ein Wechsel aus Lärchenholz und anthrazitgrauem Putz. „Wir haben es hier mit einem großen Bauvolumen zu tun. Damit das Gebäude nicht zu massiv wirkt, haben wir nur Teile der Fassade und Terrassen in Lärchenholz ausgeschalt und umlaufend umrahmt. Teile des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses haben wir dagegen verputzt“, erklärt Architekt Lukas Burgauner. Gesamtkunstwerk: Die Gebäudehülle wurde gegliedert: mit vorgelagerten Volumina, die sich in der Höhe zurückstufen. Für ein stimmiges Ganzes wurden diese Loggien umlaufend mit Lärchenholz verkleidet.

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Fotos: Zimmerei Rier

Pures Holz: Die Wände dieses Hauses sind aus naturbelassenem und mondgeschlägertem Holz. Dafür werden mehrere Schichten unbehandeltes Holz übereinandergelegt und mit Buchenholzdübeln mechanisch zu 30 cm dicken Massivholzwänden verzapft. Damit kommen die Wände nicht nur ohne Stahl, Nägel oder Leim, sondern auch ohne zusätzliche Dämmung aus.

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in Haus aus Holz zu bauen, das stand für die Bauherrin nicht von vornherein fest. Auf den Baustoff Holz und seine Vorzüge kam sie erst nach einem Vortrag von Erwin Thoma. Der ehemalige Förster aus dem österreichischen Pongau gilt als Pionier im nachhaltigen Holzbau. Seine Bauweise hat er patentieren lassen. Sie trägt den Namen Holz100. Zu den Vorzeigeprojekten zählen das Fünfsternehotel Seiser Alm Urthaler, der fünfgeschossige Woodcube in Hamburg oder eine Holzkirche in Japan. 26 No. 43 / 2017

Moderne Kontraste: Die Fenster sind dunkel gerahmt, als Gegenstück zur traditionellen Lärche. Dazu passend: das dunkle Geländer. „Damit wir die Aussicht so wenig wie möglich einschränken, haben wir uns für ein sehr filigranes Geländer entschieden“, erklärt Architekt Lukas Burgauner. Das Spannende: Die vertikalen Stäbe des pulverbeschichteten Stahlgeländers wurden unregelmäßig eingeschweißt.

Seine Häuser, so ist Erwin Thoma überzeugt, sind die beste Basis für tiefen, gesunden Schlaf und ein aktives, dynamisches Leben voller Kraft und Ruhe. „Ich habe Medizin studiert“, erzählt die Bauherrin. „entsprechend haben mich die natürlichen Materialien überzeugt. Vor allem da Holz ein recycelbarer Rohstoff ist. Begeistert hat mich auch, dass Thoma ausschließlich Mondholz verwendet, das im Winter bei abnehmendem Mond geschlagen wird. Das Raumklima in so einem Haus stimmt einfach. Man fühlt sich automatisch wohl“.

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≥ DURCH UND DURCH HOLZ

Rendering Projekt Kastelruth

Lukas Burgauner ist in Kastelruth aufgewachsen, hat in Innsbruck und Sevilla studiert und führt seit zehn Jahren sein eigenes Architekturbüro in Bozen. Zu seinen bekanntesten Referenzprojekten zählen die Erweiterung des Flughafenterminals und der private Flugzeughangar der GostnerBrüder am Flughafen Bozen. Einen Namen hat sich der 43-jährige Architekt auch mit dem Bau von Firmensitzen gemacht. Neben dem Sitz der Firma Rothoblaas in Kurtatsch hat er erst jüngst den Unternehmenssitz der Firma Ramoser Holz in Bozen Süd fertiggestellt. Internationale Anerkennung erntete er mit dem Neubau des Parkhauses der Umlaufbahn Seis–Seiser Alm und dem angrenzenden Sitz des Busunternehmens Silbernagl sowie der neuen Talstation der Umlaufbahn Seis– Seiser Alm.

Rendering: Lukas Burgauner

Foto: Privat

DER ARCHITEKT

DIE ZIMMEREI-INHABERIN IM GESPRÄCH

Rosi Rier: Für mich ist Erwin Thoma ein Pionier. Er ist wahnsinnig konsequent. Er arbeitet ausschließlich mit mondphasengeschlägertem und heimischem Nadelholz, noch dazu aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Zudem sind seine Vollholzwände zu 100 Prozent frei von Holzschutzmitteln und Leim. Das wirkt sich auf das Wohngefühl aus.

Sie führen seit sechs Jahren den elterlichen Zimmereibetrieb in Kastelruth. Wie geht es Ihnen in dieser Männerdomäne? Frauen kommen bekanntlich immer dann zum Zug, wenn Krisenzeiten anbrechen. 2011, als ich den Betrieb von meinem Vater übernommen habe, hatte die Baubranche ein solches Krisenjahr. Mittlerweile hat sich unser Sektor zum

Foto: Privat

Warum arbeiten Sie ausgerechnet mit Thoma zusammen?

Lebt es sich in einem Vollholzhaus anders? Man fühlt sich auf Anhieb zu Hause, kommt runter. Bestes Beispiel: Vor Kurzem haben wir in Modena ein Holz100-Haus gebaut. Noch in derselben Nacht, nachdem die Fenster montiert wurden, hat der Bauherr und sein Sohn im Schlafsack im Neubau übernachtet. Das heißt, auch wenn das Haus noch nicht fix und fertig ist, hat es gleich eine angenehm warme Temperatur.

LOGENPLATZ AM FUSSE DES SCHLERNS. Das Projekt in Kastelruth wurde von der Kastelruther Zimmerei Rier realisiert, seit 2013 Thoma-Partner in Südtirol. Der Entwurf des Hauses stammt aus der Feder des Architekten Lukas Burgauner. Er selbst ist im Schlerngebiet groß geworden. Entsprechend weiß er um die unverwechselbaren Schönheiten der Landschaft. ÖKOLOGISCH VORGEFERTIGT. Die Vollholzwände wurden im Thoma-Werk in der Obersteiermark vorgefertigt. Dort wurden

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Glück wieder gut erholt, und ich habe meine Entscheidung nie bereut. Ja, und auch in der Männerdomäne habe ich mich gut eingelebt. Sind Sie eigentlich selbst Zimmerin? Nein, bin ich nicht. Ich bin nach Abschluss der kaufmännischen Oberschule in die Verwaltung unseres Familienbetriebs eingestiegen und habe mich in dieser Zeit auch laufend im Holzbau weiterentwickelt, unter anderem an der Holzfachschule Rosenheim. Mit der Übernahme kam dann natürlich auch die Verantwortung für den technischen Part dazu. Das war zu Beginn schon eine große Herausforderung. Ich habe aber einen höchst kompetenten Techniker und spezialisierte Vorarbeiter an meiner Seite, die mir bei allen baulichen Details eine große Stütze sind.

auch bereits die Installationsschlitze vorgesehen. Mit einem LKW wurden die fertigen Wände auf die Baustelle ins Schlerngebiet geliefert. „Wir hatten bereits alles vorbereitet und konnten übernehmen. Die Montage ging schnell, nur zwei Wochen später war das dreigeschossige Haus regendicht, und die verschiedenen Gewerke konnten mit den Installationen beginnen. So war das Haus am Ende nach nur zwei Monaten inklusive Dachziegel fix und ■ fertig“, erzählt Rosi Rier. No. 43 / 2017

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Gespräch im Glashaus: Die beiden Architekten Stefan Gamper (links) und Franz Kosta (rechts) im Interview mit Verena Pliger.

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≥ EINE GLAUBENSFRAGE

ARCHITEKTURGESPRÄCH

EINE GLAUBENSFRAGE Für Kritiker sind Fertighäuser Pappschachteln. Für Befürworter der schnellste und sicherste Weg zum individuell geplanten Eigenheim. Was ein vorgefertigtes Haus wirklich kann, darüber diskutieren die Architekten Stefan Gamper und Franz Kosta. Text: Verena Pliger | Fotos: Ludwig Thalheimer

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istorische Sprossenfenster, dazwischen Möbel aus verschiedenen Epochen, Palmen und seltene wuchernde Pflanzen. Im Herzen von Bozen, im Garten des Parkhotels Laurin, hat das Weingut Alois Lageder für zwei Monate eine Pop-up-Bottiglieria eröffnet. Inspiriert vom Konzept der finnisch-schwedischen HEL-YES!Gruppe, wurde das idyllische Glashaus mit viel Gespür für Details gestaltet. Für uns der ideale Ort, um über ein kontroverses Thema zu sprechen: das Fertighaus. Zu Gast zwei junge Architekten, Stefan Gamper aus Klausen und Franz Kosta aus Salurn. Ein Gespräch über Sinn und Unsinn der vorgefertigten Bauweise. Wir beschäftigen uns in dieser Ausgabe mit dem Thema Fertighaus. Im Laufe unserer Recherchen haben wir gemerkt, dass der Begriff sehr unterschiedlich definiert wird. Wie würden Sie denn ein Fertighaus definieren? Franz Kosta: Der Begriff Fertighaus ist in der Tat etwas verwaschen. Das ursprüngliche Ziel von Fertighäusern bestand darin, Wohnen leistbar zu machen. Wir sprechen von DDR-Zeiten, als ganze Plattenbausiedlungen mit vorgefertigten Konzepten realisiert wurden. Leute sollten sich zu einem niedrigen Preis ihren Traum vom Wohnen samt Garten realisieren können. Mittlerweile aber hat der Begriff Fertighaus einen bitteren Nachgeschmack. Können Sie nachvollziehen, dass einige bekannte Südtiroler Unternehmen nicht als Fertighaus-Hersteller bezeichnet werden möchten? Kosta: Ja, das kann ich sehr wohl. Aber ganz ehrlich: Die Fertighäuser, die bei uns realisiert werden, sind nicht mit jenen Kataloghäusern vergleichbar, wie wir sie beispielsweise aus Deutschland kennen. Dort werden zum Beispiel kaum kontrollierte Lüftungen eingebaut. Unsere „vorgefertigten“ Häuser sind in Sachen Qualität und Wärmeleitfähigkeit sicher viel hochwertiger.

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Stefan Gamper: Wobei es auch in Deutschland einige gute Hersteller gibt. Unternehmen wie Regnauer etwa, die ähnlich wie unsere Hersteller im Hochpreissegment tätig sind. Der bayerische Hersteller Regnauer verkauft die meisten seiner Häuser übrigens nach Hamburg. Dort ist man bereit, für gute Qualität Geld auszugeben. Zu Ihrer Frage aber zurück. Ich kann sehr gut verstehen, dass unsere Hersteller mit den vielen Vorurteilen aufräumen möchten. Denn viele meinen nach wie vor, dass man bei einem vorgefertigten Haus als Bauherr keine eigenen Ideen mehr einbringen kann. Kommen unsere Fertighäuser also nicht mehr von der Stange? Stefan Gamper: Nein. Denn man kann auch mit einem Fertighaus ortsgebunden bauen, dem regionalen Kontext entsprechen und sensibel etwas bewegen. Genau wie bei der klassischen Bauweise. Der einzige Unterschied ist, dass die Bauteile in einer Halle vorgefertigt werden, von dort transportiert man sie auf die Baustelle und fügt sie zu einem System zusammen. Das machen übrigens auch immer mehr Großzimmereien in Südtirol. Sind die Gestaltungsmöglichkeiten also nicht eingeschränkt? Gamper: Das System bildet nur das Gerüst. Man passt sich zwar an ein System an, kann sein Haus aber sehr individuell planen und bauen. Das heißt, der Hersteller gibt die Konstruktionsart vor, kann aber jeden Entwurf perfekt umsetzen. Kosta: Vielleicht wäre es treffender, den Begriff Systembauweise zu verwenden. Gamper: Das würde sicher Sinn machen. Müssen Bauherren eigentlich tiefer in die Tasche greifen, wenn sie individuelle Gestaltungswünsche in die Fertighausplanung einfließen lassen? Kosta: Je stärker sich ein Bauherr an den Musterhäusern orientiert, desto niedriger ist der Preis. Je individueller der No. 43 / 2017

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Franz Kosta, 37, aus Salurn hat sein Architekturstudium in Venedig und Wien absolviert. Nach Abstechern in verschiedenen Architekturbüros hat er sich im alten Posthaus in Salurn sein eigenes Büro studiofranz eingerichtet. Neben Detail-, Ausführungsund Einreichplanungen wirkt er an Machbarkeitsstudien mit. Interessiert an Geschichte, hat er die vergangenen Jahre seine Liebe zum Altbau entdeckt. Daneben entwirft er mit seinem Bruder Josi unter dem Namen Jokodomus funktionale hochwertige Küchenwagen und modulare Kochstationen.

„VIELE KÖNNTEN SICH EIN HAUS AUS HOLZ NIE UND NIMMER VORSTELLEN“ FRANZ KOSTA

Entwurf, also die Wünsche und Ideen des Bauherrn, desto teurer wird die Geschichte. Entscheidet sich ein Kunde für Fliesen in einem Sonderformat, muss er dafür auch mehr bezahlen, ganz klar. Gamper: Langsam. Das weiß der Bauherr, bevor er die Unterschrift daruntersetzt. Kosta: Ja, aber kaum hat er unterschrieben, können Änderungen nur noch gegen einen Aufpreis vorgenommen werden. Damit nagelt man den Bauherrn fest. Gamper: Manchmal macht es auch Sinn, den Bauherrn im Vorfeld festzunageln. Damit können viele unsinnige Diskussionen in der Bauphase verhindert werden.

Kosta: Sonst können Sie dich auf der Baustelle echt verrückt machen, da sie jedes Detail x-mal abändern. Wir haben bei Häusern in Systembauweise einen hohen Vorfertigungsgrad. Mit welchem konkreten Vorteil? Gamper: Da Wände, Decken und Dach in der Halle vorgefertigt werden, können sie bei jedem Wetter produziert werden. Das spart viel Zeit. Kosta: Und Zeit ist bekanntlich Geld. Deshalb kann man umgekehrt auch sagen: Der Fixpreis kann nur dann gewährleistet werden, wenn der Vorfertigungsgrad extrem hoch ist. Übrigens werden auch bei traditionellen Häusern

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≥ EINE GLAUBENSFRAGE

„DAS KLASSISCHE KATALOGHAUS IST EINE KONKURRENZ ZU UNS“

Stefan Gamper, 48, sieht den Holzbau als Zukunft des Bauens. Der Architekt aus Klausen hat an der Technischen Universität Graz Architektur und an der Hochschule Rosenheim Holzbau und energetisches Bauen studiert. Zudem ist er Innenarchitekt und Klimahausexperte und referiert bei verschiedenen Fachtagungen zu den Themen Holzbau, Klima- und Passivhäuser. Seit 2000 führt er sein eigenes Architekturstudio in Klausen. Stefan Gamper ist externer Dozent des Masterstudiengangs Holzbau und Energieeffizienz an der Hochschule Rosenheim.

STEFAN GAMPER

mittlerweile viele Elemente vorgefertigt. Denken wir nur an den Isoblock bei den Fenstern. Er beinhaltet den Blindstock, die Dämmung und den Rollokasten. Angenommen, ein Bauherr hat ein Budget von 400.000 Euro zur Verfügung. Würden Sie ihm zu einer Systembauweise raten? Gamper: Nicht zwangsläufig. Für mich hat jede Bauweise ihre Berechtigung. Mit einem perfekten Ausführungskonzept und einer klaren Preisobergrenze kann man die 400.000 Euro auch mit der klassischen Bauweise schaffen. Uns ist es bereits mehrfach gelungen, mit einem Verbund von Handwerkern

einen Fixpreis zu kalkulieren und diesen am Ende auch einzuhalten. Kosta: Eine große Rolle spielt hier sicher die Einstellung des Bauherrn. Viele könnten sich ein Haus aus Holz nie und nimmer vorstellen. Für sie geht nichts über einen massiven Bau, in traditioneller Bauweise Stein auf Stein. Ich bin überzeugt: Ein Haus, das vom Systembauer individuell angefertigt wird, kostet gleich viel wie die klassische Massivbauweise. Sind Systembauten also nicht zwangsläufig günstiger also klassische Massivhäuser?

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Fotos: Kamilla Photography

So baut Gamper: Eine der jüngsten Referenzen des Klausner Architekten Stefan Gamper ist das Projekt Guggenberger. Es handelt sich um die Sanierung und Erweiterung der Hofstelle Hirnberg in St. Martin\Gsies. Der Zubau wurde vom Sockel bis zur zweiten Decke in Massivbauweise ausgeführt, Dach und Fassade sind in Holz. Der Baukörper wirkt schlicht und edel zugleich. Mit Materialien wie Beton, Lärchenholz, Glas, schwarzer Metalloberfläche und weiß verputzten Wandoberflächen tritt er mit dem sanierten Altbestand in einen spannenden Dialog.

Gamper: Bei gleicher Qualität sicher nicht. Es gibt aber auch Hersteller, vor allem aus Deutschland, die auf Masse produzieren und so wesentlich günstiger sind. In diesem Fall spricht man von Kataloghäusern, die alle gleich aussehen und keine individuellen Wünsche zulassen. Wie viel Kataloghäuser gibt es denn in Südtirol? Kosta: So richtig klassische Kataloghäuser gibt es sehr wenige. Die meisten dieser Hersteller kommen aus Deutschland und Österreich und haben in Südtirol eigentlich wenig Chancen. 32 No. 43 / 2017

Auch weil der Wiederverkauf eines Kataloghauses sicher schwieriger ist als der eines sauberen Systembauhauses. In Südtirol entscheidet man sich nicht des Preises wegen für ein sogenanntes Fertighaus, sondern wegen der kürzeren Bauzeit. Gamper: Und wegen der Trockenheit am Bau. Ein wichtiges Argument vor allem für die Hotellerie. Immer mehr Hoteliers entscheiden sich für die Hybridbauweise. Die Untergeschosse werden in Beton realisiert, über der Erde wird alles in Holz gefertigt. Lange Umbauzeiten kann sich heute kein Hotelier mehr leisten.

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≥ EINE GLAUBENSFRAGE

Kann man sagen, dass es auch bei den gerufen, der diesen Schaden gleich in Ordnung Häuslebauern immer schneller gehen muss? gebracht hat. Heute wird erst mal ein Schuldiger Kosta: Wir haben doch für nichts mehr Zeit. gesucht. Weder für die Kinder, noch für die Alten, ganz zu schweigen für das Bauen. Denken wir nur an die Sehen Sie das Kataloghaus eigentlich als Koordination der Gewerke. Diese Organisation ist Konkurrenz zu Ihrer Arbeit? sehr zeitintensiv, und immer weniger Bauherren Gamper: Das klassische Kataloghaus sicher. haben den Nerv, sich darum zu kümmern. Das Unsere Aufgabe als Architekten ist es ja, im ist sicher mit ein Grund, warum man sich für ein regionalen Kontext zu bauen. Das Volumen, STEFAN GAMPER Fertighaus entscheidet. Man kann jede Verantdie Fassaden, das Dach, die Fenster und wortung und jede Organisation abgeben. Eingangsportale an die Landschaft anzupassen. Gamper: Man weiß, dass es einen ProjektWir sind die Dirigenten, und wir dürfen es nicht koordinator gibt, der die einzelnen Handwerker koordiniert so weit kommen lassen, das sich Bauherren ihre Häuser aus und dafür sorgt, dass alle zur rechten Zeit auf der Baustelle einem Katalog auswählen. Genau deshalb wollen die Hersteller erscheinen. Diese Person muss besonders wortgewandt sein hier in Südtirol von diesem Kataloghausimage wegkommen. und gut mit Leuten können. Holen Sie deshalb Architekten mit ins Boot? Können mit einem einzigen Ansprechpartner auf der Bau- Gamper: Sie wissen, ihre Akzeptanz steigt, wenn sie uns stelle auch mögliche Fehlerquellen minimiert werden? Architekten einbinden, so wie es Wolf System oder Rubner ja Kosta: Ja durchaus, denn diese Person muss auch sicherstellen, wirklich vorbildhaft handhaben. Normalerweise geht unsere dass die Qualität passt. Arbeit von der Entwurfphase bis zur Genehmigungsphase, Gamper: Das ist wichtig. Denn wir kennen das Problem. in der Ausführungsphase übernimmt dann der Systembauer. Kommt es nach einigen Jahren zu einem Bauschaden, dann will Mittlerweile dürfen wir aber auch dann immer mehr Details niemand schuld daran sein. Früher hat man den Handwerker mitbestimmen und unsere Ideen einbringen.

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Foto: Philipp Franceschini

So baut Kosta In seinem Heimatort Salurn hat Franz Kosta eine alte Gerberei in ein modernes Einfamilienhaus umgewandelt. Gekonnt verbindet er Montiggler Porphyr mit Sichtbeton, Cortenstahl und einer Altholzverschalung. Die geraden Linien des flachen Baus bilden eine spannende Symbiose mit den massiven Steinen der alten Mauern. Auch innen verbindet er Neues mit Altem. So wurden die Dielenböden und Türen der alten Gerberei in die Stube des neuen Hauses eingebaut.

Wird sich der Systembau noch stärker fortsetzen? Kosta: Ja, sicher. Auch bei der traditionellen Bauweise. Auch dort wird man in Zukunft noch stärker mit vorgefertigten Elementen arbeiten. Gamper: Auch weil uns BIM geradezu dazu zwingt. Sie meinen die Gebäudedatenmodellierung Building Information Modeling? Kosta: Ja, die drei Buchstaben BIM werden die Ingenieursund Immobilienwelt verändern. Wie der Name schon sagt, 34 No. 43 / 2017

handelt es sich um eine moderne IT-gestützte Methode zur optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Vor allem um Planungsdesaster zu vermeiden. Damit hängen aber auch sehr viele Auflagen zusammen. Um diese zu erfüllen, werden wir irgendwann wohl zwangsläufig auf vorgefertigte Bauteile zurückgreifen müssen. Gamper: Heute planen wir in 3-D, irgendwann in 4-D. Unsere Häuser werden wie Autos mit vorgefertigten Teilen zusammengebaut. Alles ist vorgegeben, und irgendwann wird es so weit kommen, dass wir unsere Häuser in die Revision

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≥ EINE GLAUBENSFRAGE

bringen müssen. Diese Entwicklung wird so weit gehen, dass wir in Zukunft bei Neubauten keine Handwerker, sondern nur noch Monteure brauchen. Zum Glück gibt es noch den Bereich Denkmalschutz und Sanierung, dort führt an einem guten Handwerker kein Weg vorbei.

„MIT EINEM FERTIGHAUS NAGELT MAN DEN BAUHERRN FEST“

Herr Gamper, Sie arbeiten seit 25 Jahren als Architekt. Wie hat sich der Bauherr in diesen Jahren verändert? Gamper: Der Bauherr ist mittlerweile sehr gut vorbereitet. Er weiß, was er will, und er wird immer anspruchsvoller. Man muss sehr gut vorbereitet sein und mit Fachwissen überzeugen, denn gerade der einfache, kleine Mann verzeiht keine Fehler. Zu den angenehmsten Bauherren zählen übrigens Unternehmer. Sie wissen ganz genau, Fehler können eben passieren.

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Möchte sich der Kunde von heute noch stärker absichern als vor 20 Jahren? Kosta: Das muss er zwangsläufig. Wie sonst kann man all die Auflagen und Gesetze erfüllen? Nehmen wir das Beispiel umweltverträgliche Baustoffe: Für den Bauherrn wird es aufgrund

der immer größer werdenden Möglichkeiten immer schwieriger, den Durchblick zu bewahren, was wirklich gut ist und welcher Baustoff wirklich Sinn macht. Wir sind total übersättigt. Wenn ich mein Haus aufstocken möchte, zu welcher Bauweise würden Sie mir raten? Gamper: Ich würde grundsätzlich zu einer leichten Bauweise mit Holz raten. Holz ist sehr leicht, ist leistungsfähig, hat statische Vorteile, man kann die Bauteile im Trockenen vorproduzieren und am Ende schnell einziehen. Allerdings würde ich niemandem zu Holz raten, der in der Nähe einer stark befahrenen Straße wohnt.

Warum? Gamper: Da man mit diesem leichten Baustoff die tiefen Frequenzen, zum Beispiel den Lärm eines LKWs, nur schwer in den Griff bekommt. Mit einer schweren Ziegelwand samt Vollwärmeschutz, wie zum Beispiel Steinwolle an der Außenwand, erhält man einen guten Wärme- und Schallschutz. Als Architekt muss man imstande sein, mit solchen Argumenten den Bauherren zu überzeugen.

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Schlechtes Image: Auf die Frage, warum viele Hersteller ein Problem mit dem Begriff Fertighaus haben – die Architekten Franz Kosta (Mitte) und Stefan Gamper (rechts) haben klare Ansichten: Weil viele Leute noch immer die DDR-Plattenbauten im Kopf haben.

Kosta: Das Problem ist nur: Zehn Minuten später ruft der Bauherr an, weil er im Internet nachgeforscht hat und zu einem anderen Ergebnis gekommen ist. Gamper: Das stimmt. Mit diesem Problem schlagen sich übrigens auch die Ärzte rum. Fehlt den Bauherren das Vertrauen? Gamper: Sagen wir so, er fragt zehn Leute und bekommt zehn Antworten. Er wird nervös und unsicher. Unsere Aufgabe als Architekten ist es, den Bauherren zu beruhigen und seine

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Ängste und Sorgen ernst zu nehmen. Wir fungieren dabei immer öfter als Psychologen. Kosta: Jeder Bauherr tickt anders. Gewisse Leute geraten sofort in Rage, andere bleiben total cool. Ein gutes Feeling zwischen Architekten und Bauherrn ist deshalb unabdingbar. Man arbeitet ja schließlich über ein Jahr zusammen. Deshalb sage ich jedem Bauherrn im Vorfeld: Wir werden uns im Laufe des Projekts sicher ein bis zwei Mal streiten. Aber diese Reibereien gehören dazu. Man muss sich nur wiederfinden, ■ um den Weg weiterzugehen.

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≥ EINE GLAUBENSFRAGE

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IMAGE-DILEMMA

„WIR BAUEN KEINE FERTIGHÄUSER“ Italiens Marktführer im Holzhausbau sitzt in Kiens. Damit ist Rubner der größte Hersteller von fixfertigen Häusern aus Holz. Mit dem Begriff Fertighaus möchte das Unternehmen aber nicht mehr in Verbindung gebracht werden. Ein Gespräch über den erbitterten Kampf ums Image. Interview: Verena Pliger

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und 300 Häuser baut Rubner Haus im Jahr. Weltweit gibt es mittlerweile über 20.000 Rubner-Häuser. Sie stehen in Italien, in Österreich, in Deutschland, der Schweiz, in Frankreich und sogar in Japan und Südkorea. 1968 gegründet, ist das Unternehmen aus Kiens heute Marktführer in der Konstruktion von Holzhäusern in Italien. Seit eineinhalb Jahren steht Georg Birkmaier an der Spitze des Unternehmens. Seither führt der gebürtige Münchner einen erbitterten Kampf. Er will das Unternehmen weg vom Fertighaus-Image bringen.

Deshalb gibt es auch nach wie vor das Vorurteil, dass ein Haus aus Holz nichts kosten darf. Mir fällt immer wieder auf, dass gerade in Südtirol viele Menschen meinen, wir würden nur Holz- oder Alpinhütterl bauen. Sie sind dann total erstaunt, dass unsere Häuser auch wie aus Stein aussehen können.

Warum haben Sie dann in Kiens überhaupt einen Musterpark? Die Häuser, die wir in unserem Musterpark zeigen, haben alle unterschiedliche Bauweisen Georg Birkmaier ist gebürtiger und wurden alle von Architekten geplant. UnMünchner. Seit eineinhalb Jahren ter anderem das Haus Heidi vom bekannten ist er Geschäftsführer von Rubner Haus. Warum wehren Sie sich so dagegen, als Architekten Matteo Thun. Diese Häuser sind Fertighaus-Hersteller bezeichnet zu werden? aber nur Beispiele, um zu zeigen, was wir können und was der Bauherr alles machen Georg Birkmaier: Ich wehre mich dagegen, weil die Leute kann. Wir wollen den Leuten ein Gefühl für ein Haus aus dann immer gleich an ein Kataloghaus denken. Von diesem Holz geben. Image wollen und müssen wir wegkommen. Viele Leute meinen nach wie vor, sie kommen zu uns und können aus einem Das heißt, als Bauherr kann ich mir ein solches Haus Katalog ihre Immobilie laut Modell A, B oder C auswählen. gar nicht kaufen? Doch natürlich. Wenn Sie keine eigenen Wünsche einbringen Stimmt das nicht? möchten, können Sie sich das Haus auch genau so kaufen. Nein, das stimmt absolut nicht. Wir haben einen sehr hohen Aber man will doch mitreden, oder? Vorfertigungsgrad, höher als unsere Konkurrenten, aber wir konstruieren total individuelle Häuser. Der Kunde kommt mit Wie viele Ihrer Kunden kommen denn mit dem Plan seinem Architekten zu uns, der Architekt zeichnet das Haus, eines Architekten zu Ihnen? und wir bauen es in Holz. In Italien kommen über 50 Prozent unserer Kunden mit ihren Architekten zu uns, Tendenz steigend. In Deutschland Sie arbeiten aber mit vorgefertigten Elementen, damit und Österreich dagegen kommen noch viele Kunden ohne sind Sie für mich nach wie vor ein Fertighaus-Hersteller. Architekten zu uns und lassen sich von unseren eigenen Da haben Sie schon recht. Ich habe aber ein Problem damit, Architekten und Planern beraten. als solcher bezeichnet zu werden. Viele Leute haben einfach nach wie vor diese Plattenbauten im Kopf, die in den Sind denn Architekten grundsätzlich bereit, 70er-Jahren entstanden, als das Fertighaus groß rauskam. Häuser in Holz zu planen? 38 No. 43 / 2017

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≥ „WIR BAUEN KEINE FERTIGHÄUSER“

Marktführer in Italien: Die Rubner Gruppe beschäftigt insgesamt 1540 Mitarbeiter, die Hälfte davon in Südtirol, allein bei der Rubner Haus arbeiten 350 Mitarbeiter. Produktion in der Halle: In der Werkhalle von Rubner Haus in Kiens sind 80 Mitarbeiter beschäftigt. Die meisten von ihnen sind gelernte Zimmerer oder Tischler. Beschäftigt sind aber auch qualifizierte Elektriker, Installateure, Maler und Gipser. Im Trockenen fertigen sie alles vor.

Fotos: Rubner Haus

Hoher Vorfertigungsgrad: Bei den Holzriegelwänden wird von der Hydraulik und Elektrik über die Fenster, Türen, Rolläden und Raffstores bis hin zum Verputz alles im Werk eingebaut. „Der große Vorteil: Nur zehn Tage nach der Montage des Hauses kann der Bauherr das Licht anmachen und die Rolläden rauf- und runterfahren“, erklärt Geschäftsführer Georg Birkmaier.

Leider bekommen Architekten während ihrer Ausbildung wenig vom Werkstoff Holz mit. Weil die Akzeptanz für den Holzbau aber europaweit steigt, findet an den Universitäten langsam ein Umdenken statt. Am Istituto Europeo di Design in Turin wird mittlerweile sogar ein Master in Holzbau angeboten. Es ist dringend notwendig, dass sich die Architekten mit dem Werkstoff Holz auseinandersetzen. Schließlich werden in Österreich bereits über 30 Prozent der Häuser in Holzbauweise realisiert, in Bayern über 20 Prozent, in Italien um die 15 Prozent. Und es werden noch mehr werden.

mehr Leute in den urbanen Raum ziehen und in den größeren Städten Aufstockungen immer beliebter werden. Aber ist der deutsche Markt nicht bereits sehr gut bedient? Das stimmt schon, ein großes Angebot gibt es aber vor allem im günstigen und billigen Segment. Es gibt aber auch Hersteller, die eine ähnlich hohe Qualität anbieten, wie wir es tun, dazu zählen etwa Baufritz oder Regnauer.

Sie verkaufen den Großteil Ihrer Häuser nach Norditalien, wie sieht der Markt in Mittel- und Süditalien aus? Nach den Erdbeben in den vergangenen Jahren konnten wir uns gerade in Mittelitalien beweisen. Bei unseren Häusern, die in dieser Gegend vor 20 oder 30 Jahren gebaut wurden, hat es nach dem Beben keine Schäden gegeben. Das hat natürlich überzeugt. Grundsätzlich ist zu sagen, in Italien sind wir bereits sehr bekannt, im Norden aber müssen wir bekannter werden. In Süddeutschland wird der Bauboom noch weiter anhalten, dort müssen wir mitspielen. Vor allem da immer

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1. Neubau: Die Bauherrin Karin Bortolotti konnte im Februar 2015 nach nur drei Monaten Bauzeit ihr neues Eigenheim in Auer beziehen. Gefertigt wurde das Rubner-Haus im Holzrahmenbau.

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2. Aufstockung: Diese Villa aus den 90er-Jahren steht in der Nähe von Cerro Maggiore in der Provinz Mailand. Mit einer Aufstockung hat Rubner dem Gebäude neues Leben eingehaucht.

Wir brauchen uns vor diesen Herstellern aber nicht zu verstecken. Made in Südtirol ist in Bayern gut angesehen. Der Trend geht ganz klar in Richtung gesundes Wohnen. Dort zählen wir bereits zu den führenden Anbietern. Immer mehr Leute wollen nicht nur gesund leben, sondern auch gesund wohnen. Bauherren, vor allem Frauen übrigens, wollen ganz genau wissen, welche Materialien verwendet werden. Wird der Trend künftig noch stärker in Richtung schlüsselfertiges Bauen gehen? Ganz klar. Bauherren wollen und können sich nicht mehr mit verschiedenen Gewerken auseinandersetzen. Dazu kommt der

Zeitfaktor. Wir haben einen sehr hohen Vorfertigungsgrad und sind deshalb entsprechend schnell. Sie sind gebürtiger Bayer, was können denn die Südtiroler von den Bayern lernen? Da gibt es keine großen Unterschiede. Im Gegenteil, ich würde sagen, der Qualitätsanspruch der Südtiroler, vor allem auf den Baustellen, ist sogar höher als jener der Bayern. Ich lebe in Bruneck und genieße es echt hier, die Berge sind nah und das Essen ist super. Bis auf die Brezen vielleicht, da könnten sich die Südtiroler vielleicht doch was von den Bayern abschauen.

Regional verwurzelt

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≥ „WIR BAUEN KEINEPR-INFO FERTIGHÄUSER“

NOCH MEHR EMOTION PRO M²

Modern, effizient und innovativ: Die neue Lobis Manufaktur der Firma Lobis Böden wurde im letzten Monat in Bozen Süd in Betrieb genommen.

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n einem globalen Markt, der sich immer schneller verändert, steht und fällt die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens mit der Produkt-Innovation. Um Innovationen schneller vorantreiben zu können und um besser auf äußere Gegebenheiten reagieren zu können, hat die Firma Lobis im letzten Monat die neue Lobis Manufaktur in Bozen Süd (direkt neben der Messe Bozen) in Betrieb genommen. In der neuen Manufaktur wird mit modernsten Bürstanlagen und einer sehr effizienten Ölstraße gearbeitet, somit können wir neuartige Oberflächen kreieren, die noch einfacher zu pflegen sind. Von nun an können alle Holzarten auch im französischen Fischgrät produziert werden.

Durch noch mehr Vielfalt und Qualität wird es von nun an möglich sein, ein noch breiteres Spektrum an Kunden zu erreichen und zu überzeugen. Lobis Böden bietet seinen Kunden die Möglichkeit aus einer Reihe neuer und einzigartiger Oberflächen (z.B. naturgetrocknet oder geseift) auszuwählen, die so bislang noch nicht auf dem Markt zu finden waren. Dank der neu eingerichteten Lobis Manufaktur kann den Kunden noch mehr Emotion pro m² geboten werden. Eine leichtere Koordination der einzelnen Arbeitsschritte, kürzere Lieferwege und schnellere Anpassung an die Wünsche der Kunden machen den Unterschied. Als ein Unternehmen aus Südtirol, das Qualität und Tradition großschreibt, hat sich Lobis Böden entschieden auch weiterhin in Südtirol zu investieren.

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Alles in Holz: Die horizontale Außenschalung aus Lärchenholz umschließt das dreigeschossige Gebäude wie ein Band. Peter Gebhard lebt im zweiten und dritten Obergeschoss, sein Sohn Alex im Erdgeschoss. Das schlichte dunkle Stahlgeländer verleiht der Holzverkleidung einen modernen Touch. Bewusst wurden auch die Garagen mit Holz verkleidet, damit das Gebäude eine Einheit bildet.

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≥ UM DIE ECKE GEBAUT

HOLZRAHMENBAU

UM DIE ECKE GEBAUT Ein Haus, das sich wie ein terrassenförmiger Turm über die ortstypischen Trockenmauern erhebt. In Neustift hat Peter Gebhard bestehende Kubatur unkonventionell erweitert.

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Foto: Peter Prünster/Ideal GmbH

Text: Verena Pliger


Wein trifft Architektur: In Neustift wurden in den vergangenen Jahren eine Reihe von zeitgenössischen Gebäuden errichtet. Eines ist der Wohnturm von Peter Gebhard, der sich über die Terrassen der Weinhänge erhebt. Die Kubaturerweiterung erfolgte im Holzrahmenbau.

Foto: Augustin Ochsenreiter

„WIR LEBEN AUF 160 QUADRATMETER WOHNFLÄCHE, DAS IST SCHON LUXUS PUR“ PETER GEBHARD

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≥ UM DIE ECKE GEBAUT

Obergeschoss ²

Dachgeschoss ²

Der Grundriss: Im ersten Obergeschoss befinden sich Wohnzimmer, Küche, zwei Zimmer, zwei Bäder, ein Tages-WC und eine begehbare Terrasse. Im Dachgeschoss hat sich der Bauherr einen 40 Quadratmeter großen Hobby- und Fitnessraum eingerichtet.

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as kleine beschauliche Neustift im Eisacktal weiß sich zu inszenieren. Nicht nur mit dem Kloster Neustift, sondern mit einer Reihe von zeitgenössischen Gebäuden, die sich still und leise an die Terrassen der Weinhänge schmiegen. So hat Andreas Huber, der Winzer vom Pacherhof, einen dunklen, langgestreckten Baukörper in den Hang gebaut. Während sich Günther Kerschbaumer vom Köfererhof, ebenfalls Winzer, einen klaren und minimalistischen Baukörper aus Sichtbeton verwirklicht hat.

GROSSES GANZES. Peter Gebhard ist kein Winzer. Und still und leise wie die anderen ist sein Gebäude auch nicht. Der Neustifter hat sich bei seinem Umbau für ein Holzhaus entschieden, das sich wie ein terrassenförmiger Turm über die darunter liegenden langen Trockenmauern erhebt. Umschlossen wird der mächtige Wohnkörper von einem Band, das die unterschiedlichen Körper zusammenhält und das Gefüge zu einem einheitlichen Ganzen verbindet. Der Entwurf stammt von Felix Kasseroler und Jürgen Prosch vom Brixner Studio „raum3 Architekten“. ≥

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Aussichtsplatz: Der Blick fällt auf das historische Ensemble von Kloster Neustift und auf den Brixner Talkessel.

Foto: Augustin Ochsenreiter

Foto: Peter Prünster/Ideal GmbH

Markanter Turm: Zwischen Vertragsunterzeichnung und der Übergabe des Hauses sind sechs Monate vergangen. Bis auf Fenster, Küche und Möbel hat das Freienfelder Unternehmen Wolf System die gesamte schlüsselfertige Ausführung übernommen. Vom Holzrahmenbau über die Elektro- und Hydraulikerinstallationen bis hin zu den Türen und Holzböden. „Die statische Herausforderung bestand darin, die Lasten so abzubauen, dass Bestand und Neubau ein Zusammenspiel bilden“, erklärt Michael Obermair von Wolf System.

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≥ UM DIE ECKE GEBAUT

DER BAUHERR IM GESPRÄCH

Foto: Privat

Warum haben Sie sich für ein Haus aus Holz entschieden?

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Peter Gebhard: Im Grunde war es gar nicht unsere Entscheidung, sondern eine Vorgabe des Ensembleschutzes, da das Haus in unmittelbarer Nähe zum Kloster Neustift steht und unsere Straße unter Ensembleschutz steht. Konnten Sie sich mit dem Holz mittlerweile anfreunden? Und wie! Wir haben die Verschalung aus Lärchenholz bewusst naturbelassen. Das Holz hat sich mit der Witterung bereits verändert und hat nun eine wunderschöne graue Patina. Damit hebt sich unser Haus auch nicht mehr so stark hervor und integriert sich immer harmonischer in die Landschaft. Gleichzeitig ist der Baustil nach wie vor modern.

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Wollten Sie ein modernes Gebäude? Ich bin in diesem Haus groß geworden, kurz vor meiner Pensionierung wollte ich es uns noch einmal richtig schön machen. Den Architekten habe ich völlig freie Hand gelassen. Bei der Inneneinrichtung haben wir natürlich unsere eigenen Ideen und Wünsche eingebracht. Außen aber war meine einzige Vorgabe: Hauptsache was schönes Modernes. Leben Sie in diesem Haus allein? Nein, ich lebe mit meiner Frau im zweiten und dritten Obergeschoss. Wir leben auf 160 Quadratmeter Wohnfläche, das ist schon Luxus pur. Als wir mit dem Umbau begonnen haben, hat meine Mutter noch im Erdgeschoss gewohnt. Sie ist mittlerweile verstorben, und mein Sohn Alex hat vor Kurzem das Erdgeschoss für sich ausgebaut. Da wir unseren Umbau in leichter Holzbauweise realisiert haben, war es kein Problem, das komplette Gebäude zu unterfangen und nur das Erdgeschoss abzureißen und neu zu bauen.

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Foto: Jasmine Deporta

DIE ARCHITEKTEN

Foto: Peter Prünster/Ideal GmbH

Für die Architekten war das Gebäude in Neustift die erste Erfahrung mit der Systembauweise. „Fasziniert hat uns die kurze Bauzeit, im März haben wir begonnen, im Juni konnten die Bauherren einziehen. Der Aufwand in der Planungsphase war sehr intensiv. Denn wir mussten jedes Detail, selbst die Position der Steckdosen, im Vorfeld einplanen“, meint Jürgen Prosch. Gemeinsam mit dem Architekten Felix Kasseroler führt er in Brixen das Studio „Raum3 Architekten“. Kasseroler ist überzeugt: „In klassischer Massivbauweise hätte ein solcher Aufbau sicher nicht so einfach funktioniert.“

Schlüsselfertig: Im Wohnzimmer trifft Holz auf Glas, Moderne auf Gemütlichkeit. Bereits im Vorfeld hat der Bauherr im Showroom von Wolf System alles Wichtige ausgesucht: Vom Außen- und Innenputz über die Türen, Fenster, Rollos bis hin zu den Bädern, Fliesen und den Holzböden.

CLEVER AUFGESTOCKT. Was wie ein Neubau wirkt, ist in Wahrheit eine Kubaturerweiterung. Das Erdgeschoss des Gebäudes ist erhalten geblieben, das erste Obergeschoss wurde abgetragen, zwei neue Geschosse sind dazugekommen. „Wir wollten das Gebäude nicht einfach erweitern, sondern so erhöhen und neu gestalten, dass es wie ein einheitliches Ganzes wirkt“, erklärt Architekt Jürgen Prosch. Dafür haben alle drei Stockwerke großzügige Terrassen erhalten, die durch Vor- und Rücksprünge der Baumasse ge-

gliedert sind und vom umlaufenden Band der Holzschalung vereinigt werden. „Mit dem Spiel zwischen gebautem Raum und Außenbereich erreichen wir maximalen Ausblick und zugleich maximale Abschottung“, erklärt der Architekt. HOMMAGE AN HOLZ. Nicht nur die Schalung außen ist aus Holz. Auch der Aufbau selbst wurde in Holzbauweise konstruiert. „Wir haben nach den Plänen der Architekten die Detailplanung durchgeführt. Um diese besondere Formenspra-

che auch wirklich gut berücksichtigen zu können, haben wir sehr eng mit den Planern zusammengearbeitet. Anschließend wurden alle Wände, Decken und das Dach bei uns im Werk vorgefertigt und von uns montiert“, erklärt Michael Obermair von Wolf System. Die rund 30 cm dicken Außenwände wurden teilweise verputzt und teilweise mit einer horizontalen Sichtschalung aus Lärchenholz versehen. Die inneren Oberflächen wurden in Gipskarton verspach■ telt und gestrichen.

Projekt: Arch. Manuel Benedikter

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≥ UM DIE ECKE GEBAUT PR-INFO

DIE ERSTE EIGENE WOHNUNG Jeder träumt in seinem Leben von der eigenen Wohnung. Der Auszug aus dem Elternhaus ist für viele ein erster Schritt in die Selbstständigkeit. Der Wohnbauberater Olav Lutz von der Raiffeisenkasse Lana gibt wertvolle Tipps für den Einzug in die erste Wohnung. Herr Lutz, die erste eigene Wohnung stellt für viele etwas Besonderes dar. Was sind die häufigsten Herausforderungen, welche junge „Hausstandsgründer“ bewältigen müssen?

in Zeitungen oder auf Anschlagtafeln nach der passenden Wohnung suchen.

Wo können sich Interessierte nach einer Wohnung umsehen? Es gibt viele Möglichkeiten. Im Internet gibt es einige Plattformen auf denen Immobilien zur Miete oder zum Verkauf angeboten werden. Eine davon ist www.wohnen-in-suedtirol.it. Dort bieten Privatpersonen und Makler Wohnungen an. Ansonsten kann man auch

Was wird in der Beratung besprochen? Gibt es Tools, die Sie verwenden? In jeder Beratung wird auf die individuelle Situation des einzelnen Kunden eingegangen. Am Anfang steht dabei eine Miet- bzw. Kaufkalkulation, in welcher beide Optionen genau durchgespielt werden; denn die Wohnung muss auch zum monatlich vorhandenen

Haben Sie noch weitere Tipps, die Sie uns preisgeben wollen? Allgemein kann man sagen, dass eine professionelle Erstberatung vor Fehlern schützt, um nicht unliebsame Überraschungen zu erleben. Es sollte deshalb nicht damit gezögert werden, seinen Berater in der Raiffeisenkasse um Hilfe zu bitten. Ich empfehle eine rechtzeitige Terminvormerkung, denn wir Wohnbauberater nehmen uns viel Zeit für unsere Kunden und da kann es schon manchmal passieren, dass man länger auf einen freien ❧ Termin warten muss.

Infos: www.raiffeisen.it

Werbemitteilung

Olav Lutz: Herausforderungen können stark variieren. Ausschlaggebend sind dabei die Lebensumstände einer jeden Person. Grundsätzlich muss die Frage geklärt werden, ob man eine Wohnung mieten oder gleich schon kaufen möchte. Eine Wohnung zu kaufen kann dann von Vorteil sein, wenn genug Startkapital vorhanden ist und die Rückzahlungskraft ausreicht. Vor allem für junge Hausstandsgründer kann hingegen eine Mietwohnung von Vorteil sein, da oft ein junges Paar zuerst zusammenwohnen will, ohne gleich eine längere Verpflichtung einzugehen.

Was sollte man beim Einzug in eine Mietwohnung beachten? Es gibt mehrere Faktoren, welche beachtet werden sollten. Angefangen von der Miethöhe, zu welcher auch immer Mietnebenspesen (Strom, Wasser, Heizung, Müll) hinzugefügt werden, soll überlegt werden, ob eine Mietwohnung auch leistbar ist. Unter die Arme kann dabei eine Mietbeihilfe greifen. Vorsicht jedoch: es ist zu klären, ob man überhaupt Anrecht auf diese hat. Zusätzlich wird bei einem Mietvertrag meist eine Bankgarantie als Kaution verlangt. Bevor man also einen Mietvertrag unterschreibt, sollte man mit der Bank abklären, ob sie die Bankgarantie ausstellt.

Budget passen. Weiters versuche ich die Zukunftspläne des Kunden in die Kalkulation hineinfließen zu lassen. Familien- bzw. Kinderwünsche verändern unter anderem die Vorstellungen der ersten eigenen Wohnung. Zusätzliche Hilfe bieten dabei verschiedene Raiffeisen-Tools, wie der Kredit-Checkrechner und der Rechner für die optimale Hausratsversicherung auf www.raiffeisen.it.

Ich vertraue dem, der mein Zuhause mitrealisiert. www.raiffeisen.it

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Meine Bank

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PR-INFO

SO ENTSTEHT EIN ZIEGELFERTIGHAUS

Schlüsselfertig ins Wohlfühlhaus. Das ist das Versprechen des Sterzinger Unternehmens Alp House, des führenden Anbieters von Fertighäusern in massiver Ziegelbauweise. Ein Überblick über den Projektablauf - von der Planung bis zum Einzug.

Step 1: Die Beratung Nach einer Baustellenbesichtigung sammelt das Planungsteam von Alp House die Wünsche, Ideen und Preisvorstellungen des Bauherrn. Gemeinsam wird das Wunschhaus dann Schritt für Schritt geplant. Mithilfe eines 3-D-Programmes wird das Haus innen wie außen visualisiert, damit der Kunde eine klare Vorstellung hat, wie sein neues Heim aussehen wird. Damit es am Ende keine Überraschung gibt, werden alle Kosten gleich im Hintergrund des Programmes errechnet. So kann ein Fixpreis bereits von Beginn an garantiert werden.

Step 2: Die Bemusterung

Fotos: Alp House

Mit dem fertigen Plan in der Hand beginnt der Kunde mit der Bemusterung, und der Bauherr kann alles Schöne für sein neues Heim aussuchen: Von den Fenstern, Haus- und Innentüren über die Fliesen und den Holzboden bis hin zu den Treppen, Balkonen und Sanitärobjekten. Bei der Auswahl der Materialien wird der Kunde von einem Berater von Alp House professionell beraten. Erst mal ausgewählt, werden die einzelnen Produkte und Materialien in das Ausführungsprojekt eingebaut, und die Produktionsplanung kann beginnen.

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Step 3: Die Vorfertigung Auf dem Papier steht das Haus. Jetzt wird es ernst. Das technische Büro schickt den vom Bauherren abgesegneten Produktionsplan in die Werkhalle. Dort beginnt die Vorfertigung des Hauses, das heißt die Produktion der Ziegelfertigteile. Mit einer modernen halbautomatischen Mauermaschine wird Ziegelreihe für Ziegelreihe millimetergenau und mit minimalem Verschnitt angefertigt. Der Vorteil: Da die Wände in der Halle produziert werden, kann die Produktion bei jeder Witterung erfolgen. Zudem entstehen durch die Produktion im Trockenen keine gesundheitsschädlichen Schimmelpilze. Ebenfalls bereits im Werk durchgeführt werden alle Elektroinstallationen. Der Elektriker spart so wertvolle Zeit auf dem Bau, und die Baustelle bleibt sauberer.

Step 4: Das Fundament

Fotos: Alp House

Während im Werk die Ziegelfertigteile vorgefertigt werden, wird auf der Baustelle alles vorbereitet. Ein solides Fundament ist dabei das Um und Auf. Alp House übernimmt nicht nur die Fundamentarbeiten, sondern montiert auch die Betonfertigteile des Kellergeschosses. Sobald die Kellerdecke gegossen und getrocknet ist, können die Ziegelwände angeliefert werden.

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PR-INFO

Step 5: Der Transport Im Werk werden die fertigen Ziegelwände auf den LKW geladen, und von dort geht es zur Baustelle. Beim Transport der Wände sind gute Nerven gefragt, denn der Weg zur Baustelle führt häufig durch enge Gassen und Straßen. Damit der Transport reibungslos abläuft, führen die LKW-Fahrer meist im Vorfeld einen Lokalaugenschein durch. Auf der Baustelle angekommen, wird jede einzelne Wand mit einem Kran direkt zu ihrem Montageplatz geführt. Dort stehen die Monteure bereit und können unmittelbar mit der Montage beginnen.

Step 6: Die Montage Fotos: Alp House

Montiert werden die Wände nach dem Baukastenprinzip. Das spart enorm viel Zeit. Innerhalb nur weniger Wochen steht so der Rohbau und ist samt Dach wetterfest. Ein Grund zum Feiern: Mit der traditionellen Firstfeier wird erst mal auf den reibungslosen Bauablauf angestoßen.

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Step 7: Die Fertigstellung Der Rohbau steht. Jetzt wird das Haus fertigstellt. Die Wände werden verputzt, der Endputz wird aufgetragen, Installations- und Estricharbeiten werden durchgeführt, die Fenster und Türen werden eingesetzt, der Maler beginnt mit den Malerarbeiten, der Fliesen- und Bodenleger mit dem Verlegen der Bodenbeläge, die HydroSanitär- sowie Elektroanlagen werden montiert, und der Heizkreislauf wird in Betrieb genommen. Damit die einzelnen Gewerke nahtlos ineinander übergehen, übernimmt ein Experte von Alp House die Koordination auf der Baustelle und steht dem Kunden auch bei allen weiteren Fragen zur Seite.

Step 8: Die Schlüsselübergabe

Fotos: Alp House

Keine leeren Versprechen: Sind die letzten Feinarbeiten durchgeführt, kann das neue Heim schlüsselfertig übergeben werden. Zum vereinbarten Fixkostenpreis und zum vereinbarten Fixtermin. Abschließend übergibt Alp House eine 10-jährige Qualitätsgarantie – für ruhige Nächte im neuen Wohlfühlhaus.

Alp GmbH Karl-von-Etzel-Straße 6 39049 Sterzing Tel. +39 0472 767 111 Fax +39 0472 767 911 info@alphouse.it www.alphouse.it

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HOLZRAHMENBAU

VILLA IM OBSTGARTEN Klar, aber nicht kühl. So präsentiert sich dieses Haus aus Holz inmitten der Obstwiesen in Leifers. Es kommt fast ohne Heizung aus.

Fotos: Genetica Multimedia GmbH

Text: Verena Pliger

Ruhepool: Inmitten der Obstwiesen wurde in Leifers vor sieben Jahren dieses zweigeschossige Haus aus Holz errichtet. Hingucker ist das langgezogene Schwimmbad. Es ist in eine großzügige Holzterrasse eingelassen und schließt direkt an das Gebäude an.

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≥ VILLA IM OBSTGARTEN

1 1. Obstidyll: Zwei nebeneinander gestapelte Gebäudeteile, die sich zu einem Haus aus Holz zusammenfügen. Die Außenfassade bildet eine Kombination aus Thermoholz und einer hinterlüfteten Fassade mit einer grauen Steinverkleidung. Großzügige Öffnungen machen die Obstwiesen zum Teil des Hauses.

2. Sonnendeck: Die Bauherren verzichteten bewusst auf Standardmaße. So wurden die überdimensional großen Raffstores auf Maß realisiert. Fliesen und Kehrleisten sucht man hier vergeblich. In Küche, Wohnzimmer und auf der Terrasse wurden ausschließlich Kunstharzböden verlegt.

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er Bauherr ist Landwirt. Früh hat er auf alternative Apfelsorten gesetzt. Er sucht nicht nur als Landwirt das Neue. Auch beim Bau seines Hauses hat er auf Innovation gesetzt. In Leifers, inmitten seiner Obstbäume, hat er ein Haus aus Holz realisiert. Sieben Jahre ist das bereits her. Sieben Jahre, die man dem Haus nicht ansieht.

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3. Lebensgefühl: Öffnung nach draußen, Intimität nach innen. Das Gebäude gliedert sich auf zwei Ebenen. Im Erdgeschoss sind die Küche, das Wohnzimmer, das Elternzimmer, zwei Bäder und ein Wirtschaftsraum untergebracht. Im Obergeschoss die Kinder- und ein Gästezimmer, zwei Bäder und ein kleiner Büroraum.

3 „Der Bauherr und seine Frau haben gemeinsam mit der Architektin das Haus so wunderbar geplant, dass es noch heute wie neu aussieht“, meint Norbert Hofer. Er ist Projektverantwortlicher bei Südtirolhaus. Das Unternehmen aus Deutschnofen hat das Haus realisiert, sprich die Ideen des Kunden ausgeführt. Bis auf die Baumeisterarbeiten im Kellergeschoss und den Bau des SchwimmNo. 43 / 2017

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1. Verbunden: Im Erdgeschoss gehen Küche und Wohnzimmer fließend ineinander über. Auf Wunsch können die einzelnen Bereiche von einer vier Meter langen Schiebetür abgetrennt werden. Von dort führt eine Treppe in das Obergeschoss. 2. Vorgesorgt: Die Dachstruktur wurde gezielt in Sicht gelassen. Damit das Fichtenholz im Laufe der Zeit nicht gelblich oder dunkel wird, wurde das Holz der Decke mit einer natürlichen Farbe auf Wasserbasis weiß lasiert.

Fotos: Genetica Multimedia GmbH

3. Verkleidet: Wandseitig zwischen Erd- und Obergeschoss wurde eine Eichenholzverkleidung eingebaut. Als Kontrast zu diesem warmen Baustoff wurde der Treppenaufgang gezielt modern gehalten. Mit einem Geländer aus Glas und Stufen aus dunklem Stahl.

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2 bades hat Südtirolhaus die komplette schlüsselfertige Ausführung übernommen. Von den Wänden über das Dach bis hin zu den Innenböden. Der Entwurf stammt von Susanna Serafini, einer Architektin aus Comano Terme in der Provinz Trient. STIMMIGES GANZES. Architektur und Einrichtung des Hauses genügen einem hohen gestalterischen Anspruch und ergeben eine harmonische Einheit. Das zweigeschossige Gebäude wurde in Holz56 No. 43 / 2017

3 rahmenbauweise gebaut, die Bauzeit betrug nicht länger als sechs Monate. Entstanden ist ein Klimahaus-A-zertifiziertes Haus mit 240 Quadratmeter Nettowohnfläche. Gebaut wurde es nach den Vorgaben der Bioarchitektur: „Der Wand- und Dachaufbau, aber auch die Innenwände aus Holzfaser- und Gipsplatten kommen völlig ohne Chemie aus. Das heißt ohne Leime, mit einer natürlichen Dämmung und ausschließlich natürlichen Silikatfarben“, erklärt Norbert Hofer. Der große

Vorteil ist aber der niedrige Energieverbrauch. Erzielt wird dieser dank Solarpaneelen auf dem Dach und nach Süden ausgerichteten großflächigen Fenstern mit Dreifachverglasung. Damit schlechte Luft keine Chance hat, sorgt eine Belüftungsund Entlüftungsanlage für einen regelmäßigen Luftaustausch. Und für gemütliche Stunden vor knisterndem Feuer haben die Bauherren im Wohnzimmer zusätzlich einen offenen ■ Kamin eingebaut.

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≥ VILLAPR-INFO IM OBSTGARTEN

DESIGN IM BAD

Provex: Mit innovativen Produktdesigns konnte Provex auf der internationalen Fachmesse ISH in Frankfurt begeistern. Geschäftsführer Oswald Fischnaller erklärt die diesjährigen Produktneuheiten. Herr Fischnaller, viele verbinden Provex mit hochwertigen Duschkabinen. Dabei umfasst Ihr Produktsortiment viel mehr. Welche sind die wichtigsten Produkte von Provex? Oswald Fischnaller: Unser Sortiment lässt sich im Wesentlichen auf zwei Produktlinien zusammenfassen: Dies sind zum einen elegante Duschkabinen und Faltwände, zum anderen ein umfangreiches Griff- und Sitzsystem für eine barrierefreie Badplanung.

Und welche ist die dritte Neuheit? Ganz neu haben wir im eigenen Designstudio die Schiebetür-Serie Soft entwickelt, die dank eines innovativen Soft-Stop-Systems eine ultrasanfte Schließung und Öffnung der Tür gewährleistet. All diese Neuheiten wurden erstmalig im März auf der internationalen Fachmesse ISH in Frankfurt präsentiert und sind auch schon erfolgreich am Markt verfügbar. ❧

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Neuheit 2017 - Serie Soft Schiebetüren

Was verbindet Ihre zwei Produktlinien? Im Bad und gerade im Duschbereich werden hohe Anforderungen an Komfort und Sicherheit gestellt, weshalb das Griffund Sitzsystem eine sinnvolle Ergänzung zu unserem Duschkabinen-Sortiment ist.

Was sind die Produktneuheiten, mit denen Sie dieses Jahr aufhorchen ließen? Dieses Jahr haben wir gleich drei Neuheiten präsentiert: Zum einen unser neues Griffsystem Serie 500, das Ästhetik und Komfort besonders genial in sich vereint. Das Griffsystem findet sowohl im Dusch- wie auch im Badbereich Anwendung und besticht durch eine sehr große Modell- und Maßvielfalt. Eine weitere Neuheit stellt die Duschkabinenserie Jolly dar. Diese besticht durch ein puristisches Design mit einheitlicher Glasund Profilhöhe von 200 cm, gänzlich ohne Querverbinder. Neu bei dieser Serie ist außerdem das patentierte Min-Max-System mit bis zu 90 mm Verstellbereich sowie ein Pendelscharnier, das die Tür um unvergleichliche 270 Grad nach innen und außen öffnen lässt.

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MINIHÄUSER

KLEIN, ABER FEIN Minihäuser, die mit Kran oder Helikopter von einem Ort zum nächsten bewegt werden, liegen im Trend. Und sind nicht nur für nomadisch lebende Großstadtmenschen ideal.

Foto: Multipod

Text: Verena Pliger

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2. Wohn-Wunder: Das „Mini House“ des schwedischen Architekten Jonas Wagell ist 15 m2 groß und hat eine überdachte Terrasse. Es kann an nur einem Wochenende aufgebaut werden. Preis: ab 12.000 Euro. 3. Wohn-Ufo: Der 70 m2 große „Fincube“ steht am Ritten. Der deutsche Architekt Werner Aisslinger hat ihn gemeinsam mit Bauherr Josef Innerhofer entworfen. Preis: ab 180.000 Euro.

Foto: Fincube

Foto: Jonas Wagell

1. Wohn-Mobil: 150 m2 groß ist das „Pop-up house“ des Marseiller Architekturbüro Multipod Studio. Das Haus lässt sich in vier Tagen auf- und wieder abbauen. Preis: Ab 165.000 Euro.

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5. Wohn-Container: Der 12, 24 oder 36 m2 große „WohnCube“ von Wohncontainer 24 passt auf fast jedes Flachdach und auf jede grüne Wiese. Er ist beliebig erweiterbar. Preis: Ab 13.200 Euro.

Foto: Paul Kuimet/Kodasema

Foto: Wohncontainer 24

4. Wohn-Würfel: Mobiler Wohnkubus „Koda“ vom Designkollektiv Kodasema aus Estland. 26 m2 mit vier Meter hoher Decke. Preis: ab 120.000 Euro.

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