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Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen

aft an keiner Gesellsch s „Demokratie kann m , da auch kein Geschenk aufzwingen, sie ist nn. ka en l in Besitz nehm man ein für alle Ma t und verteidigt werden.” mpf Sie muss täglich erkä

„Demokratie lebt vom Streit, von der Diskussion um den richtigen Weg. Deshalb gehört zu ihr der Respekt vor der Meinung des anderen.”

„Die Demokratie renn t aber sie kommt sich nicht, erer zum Ziel.”

eidun eißt Entsch h ie t a r k o m „De etroffenen.” durch die B

„Die Frage, wer herrschen soll, ist falsch gestellt. Es genügt, wenn eine schlechte Regierung abgewählt werden kann. Das ist Demokratie.”

„Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden.”

„Demokr

a

cht Dem tie brau

okraten

g

„Demokratie heißt: die Spielregeln einhalten, auch wenn kein Schiedsrichter zusieht.”

.” „Demokratie ist die Regieru ng durch das Volk für das Volk.” des Volkes

– e i t a r ? k s o a Dems ist d wa die st für i , t s i ik n Polit cht wird.” e g e g „W er ihm gema t die mi

„Unte r dem S Demokrat i c einrä hwächste e verstehe umt w n ie dem die gleich ich, dass si en e Stärk sten.” Chancen „Demok r Angele atie bedeute genhei ten ein t, sich in die e zumisc hen.” igenen

, Politik

„Die Medien sind bellende Wachhunde der Demokratie, und die Demokratie ist bekanntlich das beste politische System, weil man es ungestraft beschimpfen kann.”

eit, otwendigk anderer N ie d t is ie n „Demokrat ntlich den Ansichte e g sich gele ugen.” e Leute zu b

„Durch Ruhe und Ordnung kann die Demokratie ebenso gefährdet werden wie durch Unruhe und Unordnung.”


Warum eigentlich Demokratie? Wir sind nicht allein auf dieser Welt. Darum müssen wir unser Zusammenleben mit unseren Mitmenschen vernünftig regeln. Zu zweit ist das noch verhältnismäßig einfach. Doch je mehr Personen sich über die Regeln des Zusammenlebens einigen müssen, desto schwieriger wird es.

re Wohin soll die Klassen

ise gehen?

der Entscheidungen Für das Zustandekommen lichkeiten: gibt es verschiedene Mög einfach bestimmt, Wenn der Klassenlehrer es keine Wahl gäbe, wohin es gehen soll, und frieden. wären viele sicher unzu

Es gibt mehrere Parteien, die um die Macht konkurrieren.

gen können alle In der Demokratie dage diesen dann einen Vorschlag machen, und am Ende darüber gemeinsam diskutieren le die Möglichkeit, abstimmen. So haben al Mehrheit beschließt, e di d un , en id he sc nt ue mitz ist Demokratie. was gemacht wird. Das

Jeder hat die gleichen Chancen!

ng Jeder hat das Recht, seine Meinu gegen frei zu äußern, solange er nicht Gesetze verstößt.

räsentaDie Regierung wird von der rep t. tiven Volksvertretung kontrollier

f Gesetzen Ordnung und Recht beruhen au der gewählten Volksvertretung.

Die Austragung von Konfl ikten ohne Gewalt.

Menschenw

Probleme werde n diskutiert, bis man sich auf eine Lösung einigt (Konsens ) oder über verschiedene M öglichkeiten abs timmt.

ntrale Regel e z ie d t is e würd er Menschen d g n tu h c A verfügen alle Die h c a n m e D . s dgesetze r unseres Grun Herkunft ode r re ih n o v ig abhäng lter Menschen un hlecht und A c s e G ie w n male hte. anderen Merk ieselben Rec d d n u , rt e W en r dem Gesetz o v r e ll a über denselb it e h ich n z. B. die Gle re ö h e g lungsfreiheit. u m z a m D a rs e V ie d sfreiheit und d die Meinung henwürde un c s n e M ie d t schütz rundrechte. Unser Staat G r e d g n u tz Durchse achtet auf die

Demokratie Demokratie bedeutet, dass das Volk herrscht, indem es die Herrschaft auf Vertreter (Repräsentanten) auf Zeit überträgt. Demokratie drückt sich aus im Aufbau des Staates, in Gesellschaft und Alltag.

Aufteilung der staatlichen Macht (Gewaltenteilung) auf: -- Verwaltung/Exekutive, -- Gesetzgebung/Legislative -- Unabhängige Gerichte/Judikative

Die Gesetze ge

lten für alle gleic

ürde

h.

Jeder hat die Mög lichkeit, seine Inte ressen alleine oder in eine r Gruppe zu vertre ten.

Jeder kann sich engagieren und an gesellschaftlichen Verä nderungen bete iligen.

deutet Im Alltag gelebte Demokratie be die Achtung vor dem Anderen. Es ist noch ga r dass die Demo nicht lange her, kratie und ih re W erte auch in D e u t s c h la n d missachtet w u Von 1935 bis 19 rden. 4 gleichwertigk 5 war die Uneit von Mensc hen mit den Nürn be gesetzlich ve rger Gesetzen rank ert.

4) t (1724-180 n a K l e u n Imma egriff der hat den B ürde so erklärt, w Menschen er Eingang in t ä p wie er s dgesetz n unser Gru at. h n e gefund


Demokratie gemeinsam leben Deutschland ist inzwischen eine gefestigte Demokratie. Doch Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, sie muss auch im Alltag gelebt und verwirklicht werden. Dies geht nicht ohne die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger.

Demokratie

(er)leben

Ob in deiner Schule, dein em Sportvere wenn du mit in oder deinen Freun d e n u n Demokratie terwegs bist: f indest du eig e ntlich übera der Schule g ll. Auch in ibt es Mitbe s ti m m ung und Dem So wählt ihr okratie. alle eine /ein en Klassens der /die sich p recher /-in, für dich in d er Schüler(in engagiert un nen)vertretu d dor t den S ng chulspreche r wählt. Genauso kan nst du in dein em Sportvere einbringen, in deine Idee wenn über f n inanzielle D den Vereinsv in g e o der orsitz entsch ieden wird. Demokratie f indet auch statt, wenn d Freunden ab u mit deinen stimmst, ob ih r in s Kino oder zu Schwimmen m geht.

Vereine Mitgliedschaft

Bundestag Wahlen

s gesetze d n u r G s el 21 de In Artik ss Parteien sen a steht, d tisch sein müs a r demok licherweise als estuft, g g und mö ngswidrig ein önnen. u k s verfas oten werden b d. h. ver

Landtage Wahlen

Kommunalvertretung Wahlen

Wieso ist P olitik so ko mpliziert? Kompliziert ist nicht die Politik. Kom die Problem pliziert sind e, die die Po meist li ti k zu lösen v Wenn z. B. im e rsucht. mer wenige r Kinder geb immer wenig oren werde er Mensche n, zahlen n in d ie Rentenka Wenn es gle s ichzeitig im sen ein. mer mehr R das Geld nic e n tn er gibt, dan ht mehr. Au n reicht f seine Rente mehr in die verzichten o Rentenkass der en einzahle Wie soll ma n w il l a ber niemand n da eine ein . fache Lösun g finden?

Blogs Meinungen

Parteien t miteinann alle Menschen direk Ohne Parteien müsste en Land aber Das ist in einem groß der über Politik reden. hen mit schließen sich Mensc m ru Da h. lic ög m ht nic . in Parteien zusammen ähnlichen Ansichten e des Landes , wie sie die Problem Diese erläutern dann die Menschen len entscheiden sich lösen wollen. Bei Wah sicht nach – rtei mit den – ihrer An Pa die r fü e eis rw ale ide gewählten gen. Diese schickt die hlä sc or sv ng su Lö n beste ente. vertreter in die Parlam Kandidaten als Volks jeder mitmachen. Bei den Parteien kann

„Die da oben machen eh , was sie wollen“ In der Demokratie repräs entieren „die da oben“ de n Willen aller Staatsbürger. 82 Milli onen Bundesbürger /-innen können einfach nicht gem einsam Gesetze erlassen oder Verträge mit anderen Staa ten abschließen. Genau da für wählen wir diejenigen, di e die Politik machen. Und wenn uns die nicht gefällt, dann wählen wir sie eben wied er ab.

Parteien Mitgliedschaft Massenmedien Leserbriefe/Kommentare Bürgerinitiativen Mitgliedschaft Formen politischer Beteiligung

Kampagnen Politik kann man aber auch z.B. mit Kampagnen machen. Die sind zeitlich begrenzt und schneller organisiert. Oft entwickeln sich Kampagnen zuerst im Internet oder sind regional begrenzt, doch manchmal wird daraus eine große Bewegung – wie z. B. Attac.

Demok ratie is t Aufga keine S be – elbstve rständ lichkei t! Die Nei gung vo n imme Politikv r mehr erdross Mensch e n heit äuß einer zu en zu ert sich geringe auch in n Wahlb dem Rü eteiligu ckzug d ng und er Bürg politisc er /-inne hen En n aus d gageme Demok em n t . Dies sc ratie un hadet d d gibt u Tenden er ndemo zen Zul k ratische auf. n

6. Februar 19 19 : Die vom Vo wählten Ve rtreter tre lk get e n in der Nationalve rsammlung in W eimar zusammen. Am 11. Febru a r 1919 wählt die N ationalvers ammlung den bisherig en Reichska nz Friedrich Eb ert (SPD) zu ler m vor läufigen Re ichspräside nten.

Bundesverfassungsgericht Verfassungsbeschwerde

rr DDR e n e d r e Bürg ische n und ndemokrat e n n i r u Bürge n. z des 89: Die ien Umstur uer in Berli 9 1 r e Ma fre emb 9. Nov den gewalt den Fall der n d reiche der DDR un s System

23. Mai 1949: Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland als rechtliche und politische Grundordnung (Verfassung) des deutschen Staates tritt in Kraft.


Demokratie in Gefahr Menschenwürde für alle und Respekt vor anderen bilden die zentralen Grundlagen und Ziele einer humanen und freiheitlichen Gesellschaft. Der Rechtsextremismus wendet sich gegen diese Prinzipien. Fehlen Menschenwürde und Demokratie, drohen Willkür, Gewalt und Unrecht.

Dem R echtsex tremism das de us liegt n Mens ein Den c h e n jewei Wert zu ken zug ls einen schreib runde, t – je na untersc Kultur. hiedlich ch Herk Das be en unft, Ha deutet Rechts utfarbe auch, d extrem und ass jed en nich er, der Mensch t p a den sst, als gilt und nicht vo bekäm llwertig pft wird er .

hnen das demoRechtsextreme le der Bundeskratische System and offen ab. So republik Deutschl rnetauftritten findet man in Inte en Partei NPD der rechtsextrem är, ir sind revolution Aussagen wie: „W em gesteuerte Syst weil wir das fern rmieren, sondern der BRD nicht refo n.“ überwinden wolle

Rechtsextreme wollen „Wir le all sein hnen dieses eigene en krank en System mit wüchs Volk gericht gegen das e asozia n ab. Wir wo eten Ausl mieren e System ni llen dieses c und er , sondern ab ht refor setzen schaff en .“

die parlamentarische Demokratie abschaffen

den Einparteienstaat und eine nicht durch das Volk gewählte Elite die Abschaffung einer unabhängigen Re chtsprechung

die Einschränkung persönlicher Freiheitsrechte eine Volksgemeinschaft mit dem Str eben nach Gleichmacherei die Überwachung der

(politischen) Gesinnung

die Abschaffung der Presse- und Meinungsfreiheit die Verfolgung z. B. von Andersdenke

nden, Andersaussehenden,

Behinderten oder Homosexuellen die Durchsetz ung ihrer Intere ssen, wenn nö tig auch mit G ewalt

ein veraltete fasr Auf- an e n i e m it t nach e Menschhe b i g s E i „ icht d en sung n ndern Rass o sich, s lk er.“ und Vö

„Wir gla Mutters uben, dass die und ede chaft die größ t Ebenso lste Position is e g die Fam lauben wir an t, (…). ilie, mit schend einem h e stolzen n Mann und e err i die sich Frau, der best ner e W eg, ere For serer R t asse zu pflanzung un sichern ."

s Frauenbild

durchsetzen

Rechtsextreme le hnen Demokratie und Menschenwü rde

Demokratie

<->

Rechtsextremismus

Schutz aller durch Grundrechte

<->

erheiten Verfolgung von Mind n und Andersdenk ende

Gewaltenteilung

<->

Meinungsfreiheit

<->

uche, Diskussion, K onsenss ng Abstimmu

<->

sung Fried liche K onfliktlö

<->

t bei Unbeschränkte Mach pe up einer Person oder Gr Meinungsdiktatur Diktatur (einer best

immt)

Akzeptanz von Gew

alt

ab !


Rechtsextremes Weltbild Im rechtsextremen Weltbild haben Menschenwürde und Demokratie keinen Platz. Doch über diese Feststellung hinaus ist das rechtsextreme Weltbild schwer zu bestimmen. Es orientiert sich an verschiedenen Ideologieelementen.

hen im Grundgesetz sc en M r le al it ke tig er w zu Gleich schen ist unantastbar. Sie en M s de de ür W ie „D 1: Grundgesetz Art. lt.“ ung aller staatlichen Gewa ht flic rp Ve ist en tz hü sc achten und zu

„Gleichwertigkeit“ bei den Rechtsextremen „Die eigene Nation, die m oralisch nicht über andere n Nationen steht, aber gegen diese ihre ku lturelle Identität zu bewahr en und ihre Lebensinteressen zu beha upten hat, ist der höchste ethische Wert.“ Quelle : NPD-Parteivorsta

nd (Hg.) : Argumente für Kan

didaten & Funktionsträger,

2. Auflage, Berlin 2006

Befürwortung einer Diktatur (Ablehnung der Demokratie) Nach dieser Vorstellung soll über das Volk regiert werden, das Volk hat dabei kein Mitspracherecht.

„Wir sollten einen Führer haben, der Deutschland zum Wohle aller mit starker Hand regiert.“

Antisemitismus (Feindschaft gegenüber Juden) Antisemitismus ist der Sammelbegriff für die Diskriminierung von Juden.

„Die Juden haben einfach etwas Besonderes und Eigentümliches an sich und passen nicht so recht zu uns.“

Nationaler Überlegenheitsanspruch (Chauvinismus) Dabei wird die eigene Nation als anderen Nationen überlegen gesehen.

Was unser Land heute braucht, ist ein hartes und energisches Durchsetzen deutscher Interessen gegenüber dem Ausland.

Sozialdarwinismus (Festlegung von „wertvollem“ Leben) In einer falschen Auslegung einer Theorie von Charles Darwin wird bestimmten Menschen das Existenzrecht aberkannt, indem eine Unterscheidung zwischen „unwertem“ und „wertvollem“ Leben getroffen wird.

„Wie in der Natur sollte sich in der Gesellschaft immer der Stärkere durchsetzen.“ Ausländerfeindlichkeit Darunter werden Feindseligkeiten gegenüber Migrant/-innen erfasst. Diese basieren auf der Ablehnung einer heterogenen (ungleichartigen) und der Befürwortung einer homogenen (gleichartigen) Gesellschaft.

„Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet.“ ssenen rechts lo h sc e g m e in Von e ltbild wird extremen W e llen , wenn man a ausgegangen enten Ideologieelem er aufgeführten immt. Nach ein st u z d n e g ie überw ft dies g der FES trif ng Untersuchun chen Bevölk eru ts u e d r e d % 9 auf ng zu die Zustimmu zu. Aber auch agen en dieser Auss ig z in e r e in e nur e demokratisch deutet auf un . Schlimm genug. hin Einstellungen

Verharmlosung und Leugnung des Nationalsozialismus Die Verharmlosung geschieht durch eine Verherrlichung des Nationalsozialismus, eine Gleichsetzung der nationalsozialistischen Verbrechen mit Verbrechen anderer Staaten und durch Hervorheben von „guten Seiten“ des Regimes, ohne die Missachtung von Demokratie und Menschenwürde zu berücksichtigen.

„Der Nationalsozialismus hatte auch seine guten Seiten.“

Die Zahlen und Beispielaussagen sind aus der repräsentativen Untersuchung „Die Mitte im Umbruch“ der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) von 2012.


Einstellungen und Verhalten In der Öffentlichkeit entsteht häufig der Eindruck, Rechtsextremismus sei ein Problem am Rande der Gesellschaft, das nur wenige betrifft. Doch die Neigungen zu rechtsextremen Einstellungen sind in der Gesellschaft weiter verbreitet, als viele es wahrhaben möchten. Rechtsextreme Einstellungen sind die Voraussetzung für rechtsextremes Verhalten.

eh tun er Wenn Worte w mt – bewusst od m o k t u g n e k n a d Ge vermeintlich Rechtsextremes d n u n re a b in e h c ufig in uns unbewusst – hä . Die folgenden k c ru d s u A m zu rungen nen : harmlosen Äuße ten von Betroffe h c ri e B s u a n e Zitate stamm

„Kommentar meiner Oma, als ich ihr sagte, dass mein Freund ‚farbiger‘ US-Amerikaner sei: ‚Eisbären und Pinguine leben doch auch friedlich miteinander und müssen sich nicht gleich paaren‘.“

„Ich bin mit einem Mann aus dem Kongo verheiratet. Zu Weihnachten schenkten meine Eltern unserem gemeinsamen Sohn eine afrikanische Trommel. Als er trommelte und tanzte, meinten sie ‚das habe er in den Genen‘.“ Rechtsextreme Ein finden sich in a stellungen llen Bevölk erungs- und Alte rs Deutschland. Re gruppen in chtsextremismus ist weder ei n Jugendproblem reines noch ein Problem nur in O st land. Ganz im G deutschegenteil: ein Problem in d er Mitte der Gesellschaft !

„Ich habe bei einer Zeitschrift gearbeitet und wurde immer als Quotentürke beschimpft. Und natürlich sollte es immer nur ein Scherz sein.“

„Wenn ich als weiße Deutsche mit einer oder einem Schwarzen irgendwo hingehe, reden die Leute immer mit mir über die andere Person: ‚Kann sie denn Deutsch?‘ oder: ‚Wo kommt sie denn her?‘ Es ist, als ob ich mit einem kleinen Kind unterwegs wäre.“

Die verschiedenen Handlungen im Rechtsextremismus sind abgestuft :

Wählen einer rechtsextremen Partei Bei der Bundestagswahl 2009 haben fast 2 % der Wahlberechtigten eine rechtsextreme Partei gewählt. Das waren immerhin rund 900.000 Menschen. Stimmen, die den rechtsextremen Parteien durch die Wahlkampfkostenrückerstattung viel Geld bringen. Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Organisation Allein die Zahlen von Mitgliedern der Parteien sind zuverlässig zu ermitteln. Die Mitglieder in subkulturellen Gruppen wie z. B. Neonazis, Skinheads und Kameradschaften lassen sich meistens nur schätzen. Ausgegangen wird von rund 26.000 organisierten Sympathisanten.

Politische Aktivitäten im rechtsextremen Milieu Nicht für alle Aktivitäten existieren verlässliche Zahlen. Im Jahr 2010 fanden allein 148 angemeldete Demonstrationen statt, gut die Hälfte von der NPD und die meisten von einigen wenigen Personen organisiert.

Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund Im Jahr 2010 zählte das Bundesinnenministerium in Deutschland 15.905 rechtsextrem motivierte Straftaten. Darunter waren 806 Gewalttaten. Die offizielle Zahl der Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 liegt bei 58 Toten. Laut Recherchen des „Tagesspiegel“, der „ZEIT“ und der Antonio Amadeu Stiftung wird diese Zahl hochkorrigiert werden müssen. Sie gehen davon aus, dass bereits 182 Menschen von Rechtsextremen ermordet wurden. Quelle: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de

walt Rechte Szene und Ge ndteile d grundlegende Besta sin g un er ht üc ch ns Ei und Gewalt, Ausgrenzung n Strategie ens und der politische et ftr Au s, m m ra og Pr des politischen . der Rechtsextremisten e eingesetzt, die en Szene gegen all jen m re xt tse ch re r de in ltung, Gewalt wird tierung, politischen Ha ien Or en ell xu se ft, e, Herkun wegen ihrer Hautfarb kulturen oder nichtrechten Jugend d un en tiv na er alt zu ihrer Zugehörigkeit passen. der Rechtsextremen d bil elt W s da in ht nic ihres sozialen Status Gewalt vor. n Rechtsextreme mit he ge er nd ina re te un Aber auch


Rechte Aktivitäten in Berlin Berlin lebt als Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland von seiner Vielfalt. Wachstum und Dynamik beruhen seit Jahrhunderten auf Impulsen durch Migrantinnen und Migranten und deren vielfältige Kulturen. Mit Rechtspopulismus versuchen Rechtsextreme Menschenhass und Ausgrenzung zu etablieren und gefährden durch Gewalt und Einschüchterungsversuche den guten Ruf Berlins als weltoffene Stadt.

23.05.2010 | Berlin-Prenzlauer Berg: Gegen 5 Uhr wird ein 25-Jähriger in der Lychener Straße von einer zehnköpfigen Gruppe rassistisch beleidigt. Die Frauen und Männer verfolgen ihn, stoßen und schlagen mit Holzlatten. Erst als er selbst eine Holzlatte ergreifen kann, lassen sie von ihm ab und entfernen sich. Kurze Zeit später kommen einige Personen zurück und werfen mit Bierflaschen und Pflastersteinen. Der Mann kann sich in Sicherheit bringen und kommt zur Behandlung ins Krankenhaus. 28.06.2010 | Berlin-Friedrichshain: In einer Disko am Warschauer Platz wird ein 22-jähriger Tourist gegen 3 Uhr wegen seiner israelischen Herkunft von einem Mann beleidigt, gewürgt und ins Gesicht geschlagen. Sein 18-jähriger Begleiter wird auch geschlagen und mit einem Bierglas beworfen. Ein Mitarbeiter der Disko unterstützt den Angreifer und setzt Pfefferspray gegen die beiden jungen Berlinbesucher ein. Sie werden im Krankenhaus behandelt.

Reinickendorf Hohenschönhausen

Prenzlauer Berg

13.09.2010 | Berlin-Marzahn: Ein 24-jähriger Punk wird gegen 21 Uhr an der Straßenbahn-Haltestelle Boschpoler Straße Ecke Allee der Kosmonauten von einem Mann, der sich selbst als Nazi bezeichnet, ins Gesicht geschlagen. Der Punk muss im Krankenhaus behandelt werden. Der Mann entfernt sich unerkannt.

Wedding Marzahn Prenzlauer Berg

Gefängnis Plötzensee

Prenzlauer Berg

Wedding Tiergarten, Maritim Hotel

Marzahn-Hellersdorf, NPD 4,1%

Lichtenberg

Mitte

Lichtenberg, NPD 3,7 % Friedrichshain

Treptow, NPD 4,5 % 26.03.2010 | Berlin-Wilmersdorf U-Bahnhof Güntzelstraße: Nach 23 Uhr werden zwei Frauen und ein Mann in der U-Bahn von einer Gruppe von Männern antisemitisch beleidigt und bedrängt. Als die drei am U-Bahnhof den Zug verlassen, wird dem Mann eine Flasche auf den Kopf geschlagen. Die Frauen werden erneut rassistisch beleidigt und geschlagen.

Kneipe „Zum Henker“

Wilmersdorf

25.07.2009 | Berlin-Neukölln: Gegen 9 Uhr wird am S- und U-Bahnhof Neukölln an einem NPD-Infostand ein Anwohner verletzt, der zuvor mit „Nazis raus!“-Rufen seinen Protest geäußert hat. Der Passant erleidet Schürfwunden, weil er zu Boden stürzt, nachdem ihn einer der NPDler angegriffen hat.

Neukölln Tempelhof Oberschöneweide Steglitz

Neukölln, Falken-Haus

ANSCHLAG AM JA

GEERT WILDERS IN BERL

IN

h sagt Lektionen für die „Endlic es mal jemand“-Fraktion VON THORSTEN DENKLER

, 03.09.2011

Partei ße Reden – so hat sich die Menschenmassen und gro Wilders ert Ge ten ulis des Rechtspop „Die Freiheit“ den Auftritt und en wurden: dumpfe Reden in Berlin vorgestellt. Gebot im Saal hle Stü le Vie . gen Fra plizierte einfache Antworten auf kom blieben leer. wo die Hitlerck – ausgerechnet. Dort, Gegenüber dem Bendlerblo rg hingerichtet 4 um Graf von Stauffenbe Attentäter des 20. Juli 194 le gab im Nazipfer, wie es nicht allzu vie wurden. Widerstandskäm en Seite ein auf der gegenüberliegend Reich. Heute steht genau prunkvolles Maritim-Hotel. é Stadtkewitz Berliner Islamgegners Ren Die Partei „Die Freiheit“ des sonnigen em ein Ort, für geeignet, um an hält dieses Hotel, diesen n. Weil es ade zul ein ders zu einem Vortag Spätsommertag Geert Wil später itz ew dtk tand zu leisten, sagt Sta auch heute gelte, Widers rn, rge Bü und at „Volksverrat“ an Sta in seiner Rede. Gegen den zeit Regierenden. begangenen von den der don, t! Gestern Paris, heute Lon „Abendland wird abgebrann htsRec der sse Me der Titel dieser morgen Berlin?“, so lautet hts Rec Als ist. rt kein Schimpfwo populisten – was übrigens Recht das r „wi il We n. hne gerne bezeic populisten lassen sie sich wie die Jugendorganisation wieder populär machen“, kündet. der Partei „Die Freiheit“ ver

HRESTAG DE

Wieder Brand amR POGROMNACHT Falkenhaus VON THORSTEN DENKLER, 03.09 .20 11

Am Neuköllner Haus der Falken wird Feuer gele Die linke Jugend gt. organisation ve rmutet rechtsex Bereits im Juni treme Täter. gab es einen An schlag auf das Ha us. Große Rußfläche n ziehen sich über die Fassade des das Feuer hat Lö Gebäudes, cher in die Holzv erkleidung gefress stehen Gerüste – en. Davor von der Sanierung nach einem Bran Mirjam Blumenth d Ende Juni. al schüttelt den Ko pf, die blonde Frau Worte. „Wie bring ringt um en wir das den Ki ndern bei?“, fragt Unbekannte habe sie. n am Mittwochm orgen Feuer am An Haus der SPD-na ton-Schmaushen Jugendorganis ation Falken im Ne Ortsteil Britz geleg uköllner t – vier Monate na ch einem frühere Brandanschlag un n d am Jahrestag de r Reichspogromna von 1938. Mitarb cht eiter einer Sanieru ng sfirma hatten gege Flammen entdec n 7.20 Uhr kt und die Feuerw ehr alarmiert. Laut Koordinatorin Blum Falkenenthal muss das Feuer kurz vorher worden sein. „Son gelegt st gäbe es das Ha us nicht mehr.“ Eine sei eingeschlage Scheibe n worden, Teile de r Einrichtung hätte gefangen und ein n Feuer Pfeiler sei stark be schädigt worden im Juni habe einen . Der Brand Schaden von 120.0 00 Euro angericht Blumenthal. „Dies et, sagt mal dürfte der Sc haden ähnlich ho ch sein.“

Rechte Aktivitäten Rechte Gewalttaten Wahlergbnisse NPD, September 2011 Brandanschlag Rechter Treffpunkt Rechte Öffentlichkeitsarbeit (Quelle der Gewalttaten: Tagesspiegel, Polizei Berlin, Berliner Morgenpost, B.Z., taz, SZ)

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Gesamt davon Gewalt davon Propaganda

1.551 52 1.018

1.964 110 1.345

1.456 67 980

1.377 91 918

1.261 65 873

1.127 29 744

Rechtsextreme

2.550

2.360

2.160

1.880

1.670

1.600

Politisch motivierte Gewalt – Rechts in Berlin (Berliner Verfassungsschutzberichte von 2005–2010)


Rechtsextreme und rechtsgerichtete Parteien Rechtsextremes Denken und Handeln richtet sich gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung Deutschlands. Daher sind rechtsextreme Personen und Organisationen verfassungsfeindlich und werden von staatlichen Behörden – dem Bundesamt und den Landesämtern für Verfassungsschutz – im Auftrag der Innenministerien von Bund und Ländern beobachtet.

Die Nationaldemokratische Parte i Deutschlands (NPD) ist die ältest e der derzeit aktiven rechtsextremen Parte ien. Sie wurde 1964 in Hannover gegrü ndet. Die NPD stützt sich bei ihrem Vorge hen auf eine Vier-Säulen-Strategie:

Kampf

um die Straße

-- Öffentlichkeitswirksame Propaganda -- Vereinnahmung von politischen und sozialen Themen aus aktuellen Diskussionen

Köpfe e i d m u f p m Ka -- Die NPD bemüht sich, ihre rechtsextremen Ansichten zu verschleiern. -- Besondere Ansprache von Jugendlichen, insbesondere durch die Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“

Wortergreifung Rechtsextreme melden sich in öffentlichen Veranstaltungen gezielt zu Wort, damit sich die Anwesenden mit ihren rechtsextremen Positionen auseinandersetzen. Das ist ein Mittel der Selbstinszenierung, aber auch eine Möglichkeit, ungefragt rechtsextremes Gedankengut zu verbreiten.

Kampf um die Parlamente -- Die Teilnahme an Wahlen ermöglicht der NPD eine großflächige Verbreitung ihrer Propaganda. -- Präsentation als Protestpartei, jedoch keine konstruktive Mitarbeit in den demokratischen Gremien -- Staatliche Zuwendungen nach dem Parteienfinanzierungsgesetz als wichtige Geldquelle

Kampf um d en organisie rten

Willen

-- Zusammenarbeit mit neonationalsozialistischen Freien Kameradschaften bei Wahlkämpfen, Demonstrationen und Veranstaltungen

che Volksunion ts u e D ie d n te e tr r Außer der NPD die Republikane d n la h c ts u e d d ü (DVU) und in S Rechtsextremen r e d r te re rt e v n e als Interess in Erscheinung.

Udo Pastörs – NPD Mecklenburg-Vorpommern „Ich bin kein großer Anhänger dieser Form des Parlamentarismus. Aber das macht man so, dass man da reingeht und provoziert mit Präzision. Dann werden Sie sehen, wie diese ganzen Viren, diese Parasiten, wach werden, dann sehen die, dass die Axt kommt, dass man das bis aufs Gesunde herausseziert. Das ist die Aufgabe eines nationalen Menschen.“

Erinnerungen wach

werden

s, seph Goebbel 1928 erklärte Jo achspropagand der spätere Rei gehen in den minister: „Wir in, um uns im Reichstag hine der Demokratie Waffenarsenal en Waffen zu mit deren eigen ] Wenn die versorgen. [… dumm ist, uns Demokratie so und Diäten Freifahrkarten t ns ie d en är B für diesen ist jedes Sache. […] Uns re ih as d t is ute zu geben, so Zustand von he en d t, ch re l te it gesetzliche M als Feinde! ] Wir kommen [… . en er ni o ti zu revolu e einbricht, die Schafherd Wie der Wolf in ir.“ so kommen w er Angriff“, els, in de Joseph Goebb 30.04.1928

r NSDAP-Zeits

chrift „D


Vom Rand zur Mitte Rechtsextreme wollen mit ihren antidemokratischen Ansichten immer mehr in die Mitte der Gesellschaft drängen und von dieser akzeptiert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, treten sie als Wölfe im Schafspelz oder auch als Neonazis in Nadelstreifen auf.

Die „neue Rechte“ ist ein informelles Netzwerk von rechten Vordenkern. Sie bewegen sich in der Grauzone zwischen Rechtsextremismus und Konservatismus. Sie wirken damit sowohl in die demokratische Mitte als auch in den Rechtsextremismus hinein.

Konservatismus

Neue Rechte

Rechtsextremismus

ische Diskussionen lit o p in n e g n ri b in E -der Wirklichkeit g n tu u e D r e d g n u ss -- Beeinflu ie Stammtische d r e b ü it e h o H r e d n -- Gewinne

In Orten, in denen kaum noch zivilgesellschaftliche und demokratische Strukturen vorhanden sind, treten Rechtsextreme gerne als „Retter“ auf. Sie organisieren Jugendfreizeiten, Hausaufgabenhilfen und Sommerfeste, bieten Kinderbetreuung und Kaffeekränzchen für Senioren an, sind Mitglieder in Vereinen oder übernehmen sogar ganze Jugendclubs.

„Nach außen wollen wir mit unserer Jugendarbeit ein gesellschaftsfähiges Image vermitteln, so dass man uns nicht sofort als Rechte erk ennt. Das hat auch erschreckend gut funktioniert. [...] Die (Jugend lichen) waren nicht unbedingt rechts, sind dann aber über uns so reingerutscht.“

Rechtsextreme nutzen immer öfter rhetorisch gemäßigte Slogans, denen auf den ersten Blick nicht anzusehen ist, dass die Inhalte gegen die Achtung der Menschenwürde und die Demokratie gerichtet sind. Sie bezwecken damit, rechtsextreme Begriffe und Gedanken gesellschaftsfähig zu machen und als scheinbar normale politische Akteure angesehen zu werden.

Rechtsextremes Sozi alverständnis Die NPD versucht mit de r Anknüpfung an weit ve rbreitete soziale Ängste wie die Angst vor Arbeitslosigk eit Stimmen zu gewinnen. Allerdings gilt die sozia le Anteilnahme der NPD nicht allen Menschen, sonder n nur „vollwertigen Glie dern“ der „deutschen Volksgem einschaft“. Dazu gehöre n z. B. keine Deutschen m it Migrationshintergrund und auch keine Mensche n ohne Arbeit und Woh nung! So werden immer wiede r Obdachlose, Arme, Alkoholkranke oder ande re sozial Schwache Opf er rechtsextrem motivierte r Gewalt. Udo Pastörs, NPD-Frak tionschef in Mecklenbu rgVorpommern, erklärte of fen: „Unser erstes Auge nmerk hat dem Gesunden und Starken zu gelten.“

„Kommunalpoli e m e tr x e ts h c e R

tik“

munalpolitisch m o k d n e m h e n n sind zu Rechtsextremiste och nicht die d je ie in L r te rs e eckt in rn, aktiv. Dahinter st r Ort zu verbesse vo n e g n u g in d e ensb ehr Absicht, die Leb verankern, um m zu st lb se h c si sondern vor allem den. Slogans wie n fi zu a d n a g a p ene Pro Gehör für die eig r Protestaktionen e d o r“ e d n ä h c rs Kinde „Todesstrafe für n dabei helfen. lle so n e e h sc o M n gegen den Bau vo ch kommunalpolitis n te a kr o m e ld a n „Dort, wo Natio he Akzeptanz ic tl it n h sc h rc u rd e übe aktiv sind, ist ein verzeichnen, die zu g n ru e lk vö e B r de unserer Ideen in rschlägt [...].“ e d ie n n le h a W n ndesweite sich auch bei bu Angabe : „Deutsch

e Stimme“, 2004


Rechtsextreme Jugendszene Rechtsextreme nutzen verschiedene Möglichkeiten, sich zu organisieren und Netzwerke zu knüpfen. Die Bandbreite reicht von Formen der festen Parteistruktur über Neonazis, Skinheads, Kameradschaften und Jugendorganisationen bis hin zu losen Verbindungen wie dem Treffen bei Konzerten.

Neonazis … … beziehen sich ideologisch auf den historischen Nationalsozialismus. … wollen den Nationalsozialismus in der Gegenwart wiederbeleben. … sehen Diskriminierung und Gewalt gegen alle, die nicht dem deutschen Volk angehören, als gerechtfertigt an. … haben identitätsstiftende rechtsextreme Symbole und Dresscodes. … sind häufig in sogenannten Freien Kameradschaften organisiert.

Freie Kameradschaften … … haben eine Organisationsstrategie, die vornehmlich ohne feste Strukturen, also ohne Vereinsstatut und offiziellen Mitgliederstatus, auskommt. … sind untereinander eng vernetzt. Sie können deshalb in kurzer Zeit gemeinsame Aktivitäten, wie Demonstrationen, organisieren und durchführen.

Autonome Nationalisten … … sind als Kameradschaften organisiert. … orientieren sich in Modefragen stark am Auftreten linksradikaler Autonomer. … benutzen für ihre Propaganda jugendkulturelle Versatzstücke und versuchen inhaltlich an soziale und antikapitalistische Themen anzuknüpfen. … bewegen sich thematisch aber klar im Fahrwasser neonazistischer Ideologie.

Rechtsextreme Skinheads … … erkennt man häufig noch an stereotypen Merkmalen: Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln. … treffen sich bei Konzerten rechtsextremer Musik. … sind gekennzeichnet durch dumpfen Rassismus und eine hohe Gewaltbereitschaft. … akzeptieren Gewalt innerhalb der Gruppe und nach außen.

Frauen in der rechtsextremen Szene … … machen zwischen 20 und 30 % der rechten Szene aus. … stehen schon lange nicht mehr in der letzten Reihe oder bleiben zu Hause, sondern organisieren Veranstaltungen und Demonstrationen, werben Mitglieder und stellen die Infrastruktur für die extreme Rechte. … sind in wirklich hohen Positionen bei Parteien und Kameradschaften zwar selten zu finden, bilden aber zunehmend ein stabilisierendes Element in der Szene. … gründen eigene Organisationen wie z. B. die „Gemeinschaft Deutscher Frauen“ und die NPD-Organisation „Ring Nationaler Frauen“.

als tremen Weltbild ex ts ch re im en Frauen werd dargestellt, lkischen Sinne vö im r te üt M ären“, die treusorgende lke Kinder geb Vo en ch ts eu „d hmen. sie sollen dem aushalt überne H en d d un “ iehung „nationale Erz

Rech te liche Jugendlic n Me he si rkma nd he Üblic l u en w h sin ie z. B tzutage n d Co könn ur sc . des u en si hwer nd an ihrer Kle ch R im A an ä i d d e ere S cht u lltag, ymbo ng zu erk ußerauf d sextremi e le. D s er Ar adurc nnen. beit u ten nahez Es gi h u ung nd in bt m e d s e e t h ö r Sch die v r als ule b r t ersch 120 b eweg lüs ekan Orien en. nte S tier u selt oder ymbo ng au offen getra le un sdrüc eine gen ( d Co r k z e e . c f ah n e n. Vi B. da des, hte p e ). An s Ha olitis l e Z e k dere che ichen beka Code enkreuz nnt u w e o r s sind d der d nd Grup ie Re en offen d ag e penid tragen so ichsk ge mit v entitä Wer riegs or all n nur Ein t der verm g e e m r u e w tet z. chten dem z e u i h r t B e B. be T-Sh n i Szen ir t sc i e nac ldung ein hon e einer „8 e h inn 8“ od ine p en be r Verb e o r „33 litisc i. rei “ auf he A linke tet ist auc ussag r Sym h d as e? Trag bole. die N e n D utzun g sch as Tragen germanis Auft war ch er von „ ritt od Paläs Selbs en beinah zer Fahne tinatü er auch n geh t der e sch chern ören on zu Iroke stand “ und b s m e e en, is i neo Stand n t heu nschnitt, a z ardre weith te un perto istischen ter d i n ire. als P en N unkf eona ris zis k ein T ur verab u m ehr.


Erlebniswelt Rechtsextremismus Musik ist mehr als Zerstreuung, Internet bedeutet mehr als das Finden von Informationen. In beidem drückt sich auch moderner Lebensstil aus. Das nutzt die rechtsextreme Jugendkultur. Das Internet dient dabei der Vernetzung und der Pflege sozialer Kontakte. In webbasierten Shops kann neben aktuellem Rechtsrock auch gleich die identitätsstiftende Kleidung mitbestellt werden.

Rechtsextreme Musik Es gibt in Deutschland laut Bundesinnenministerium 165 aktive rechtsextreme Bands und Liedermacher. Konzerte sind fraglos die wichtigsten Szene-Events und der häufigste Anlass, bei dem neue Mitglieder für die braune Sache geworben werden. Die Bands spielen dabei nicht mehr nur den klassischen Rechtsrock, sondern eine große Bandbreite von Musikrichtungen mit rechtsextremen Texten. Quelle: Verfassungsschutzbericht 2010 „Musik ist das ideale Mittel, Jugendlichen den Nationalsozialismus näherzubringen, besser als dies in politischen Veranstaltungen gemacht werden kann.“ Ian Stuart Donaldson, Sänger der britischen Skinhead-Band „Skrewdriver“

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Das Internet als Propagandaplattform Rechtsextreme nutzen das Internet zum Vertrieb ihrer Musik und Werbeprodukte. Daneben dient ihnen das Internet als Kommunikationsplattform, zur Verbreitung von Propaganda und zur Mobilisierung. Alle rechtsextremen Parteien und Organisationen haben einen eigenen Internetauftritt oder, wie sie es selber eingedeutscht nennen, eine „Weltnetzseite“. Auch das Web 2.0 ist vor Rechtsextremen nicht sicher. Neben Videoportalen wie YouTube, die zur Verbreitung von Propaganda genutzt werden, werden auch immer mehr Netzwerke wie MySpace, StudiVZ oder Facebook von Rechtsextremen zur Vernetzung und Werbung genutzt.

Bekomm st du ents prechend Aktivitäte e n an dein er Schule Dann setz m it ? e dich un bedingt z ur Wehr:

STOPP

Sprich m it anderen Schüler/-i geh zu de nnen, inen Lehre r/ -i n n en oder zur Schulleitu ng. Wenn es zu Gewalt kommt, informiere die Polize i!

Rechte Freizeit, rechter Lifestyle Um Jugendliche zu gewinnen, setzt die rechtsextreme Szene auf Freizeitangebote: Das sind Kinderfeste, Zeltlager, Fußballangebote, Ausflüge, Partys oder Konzerte. Mit solchen zunächst unpolitisch aussehenden Aktionen sollen neue Leute an die braune Szene herangeführt werden.

Auch d ie mit Mu NPD hat er kannt, sik Stim sind. S d ie orga men zu fang ass en die als nisiert P getarn arteiverans K onzerte, t t Bundes werden. Er altungen s t t verteil agswahlkam mals im te die p f 2005 N k osten lose „S PD zudem ein ch mit rec e htsext ulhof-CD“ vor Sc hulen. remer Musik


Was tun bei Stammtischparolen? Der Begriff „Stammtischparole“ ist ein Sammelbegriff für eindeutige weltanschauliche, vorzugsweise politische Botschaften, für platte Sprüche und meist auch menschenverachtende Rechthabereien. In Stammtischparolen kommt ein Denken zum Ausdruck, das vorurteilsbeladen, emotionalisiert und häufig aggressiv ist.

„Die Ausländer nehmen uns Deutschen die Arbeitsplätze weg!“ „Ausländer sind kriminell!“

Beim Anteil verurteilter Straftäter liegt der Ausländeranteil durchschnittlich 5 % niedriger als bei den Deutschen. Ein gutes Drittel der Ermittlungen gegen Ausländer betrifft ein Delikt, das Deutsche gar nicht begehen können: Verstoß gegen das Ausländer- oder Asylgesetz.

„Die Ausländerflut überfremdet Deutschland.“

Diese Ängste sind dort am größten, wo am wenigsten Ausländer leben. Menschen aus anderen Ländern bereichern unsere Gesellschaft. Ohne Zuwanderung würde Deutschland vergreisen und unter dem demografischen Wandel massiv leiden.

Wer sind DIE Ausländer? Fakt ist: Viele Ausländer schaffen vor allem Arbeitsplätze. Mit 2,1 Millionen sind z. B. Türken die größte Gruppe der 7,4 Millionen Ausländer und sie sind zunehmend erfolgreiche Unternehmer, die über 160.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beschäftigen. Sie erwirtschaften damit ca. einen Jahresumsatz von 18 Milliarden Euro was der Bundesrepublik Deutschland enorme Steuereinnahmen beschert. Quelle: www.loester.net/fakten1.htm

„Unter Hitler konnte man noch sicher über die Straße gehen.”

Für Juden, Homosexuelle und politisch Andersdenkende traf dies nicht zu. Auch gab es im Nationalsozialismus eine beträchtliche Anzahl von Verbrechen und Verurteilungen. Dank der Demokratie als Staatsform in Deutschland gilt nun Rechtssicherheit für alle Menschen.

„Die meisten Deutschen wussten im ‚Dritten Reich‘ nichts von der Judenverfolgung und -vernichtung.“

Fakt ist: „Arbeitskommandos von KZ-Häftlingen wurden auch außerhalb der Lager eingesetzt und traten somit in der Öffentlichkeit auf. Die Ausgrenzung der Juden aus der deutschen Volksgemeinschaft wurde von den Nationalsozialisten nicht nur propagiert, sondern durch Boykottmaßnahmen (1933) und dem Pogrom der ‚Reichskristallnacht‘ (8./9. November 1938) auch denjenigen handgreiflich gemacht, die die vorangegangenen Gesetze und Verordnungen gegen die Juden nicht zur Kenntnis genommen hatten. Hitlers Reden wurden durch den Rundfunk verbreitet auch die vom 30. Januar 1939 in der er die Vernichtung der Juden in Europa ankündigte.“ Quelle: Hellmuth Auerbach, in: W. Benz (Hrg.) Legenden Lügen Vorurteile

erden, daran gehindert w e si ss da t, of en itisier eit Rechtsextreme kr die Meinungsfreih ss da t, is tig ch Ri . äußern ihre Meinung frei zu henwürde Schutz der Mensc m zu t, is t ch re nd misten mit ein wichtiges Gru Wenn Rechtsextre . nn ka n de er w t nk freie jedoch eingeschrä rletzen, kann ihre ve de ür nw he sc en die M ihrer Propaganda Grundgesetz Einklang mit dem in b al sh de g un er Meinungsäuß den. eingeschränkt wer

s ist e n e rem sext t h : c n ier er v ehe it Re zu d g m r o o i n V ken re ne n d o e i t d s eich ven kus ach viell essi mN i Dis r , u r e g z e B g tig -na örer wich , de Zuh n e e h viel d n uc eige vers . w u h z c f s men ls a m i , n au t n e s r e u r g z a eh um brin . as B hrer d ü f elfen t n r h o o h n W age n sc chfr nne e a ö k N Frag es als t n i k m t e . n f r ma d di -- O der n n r n n o u f a ik ein en k Log piele ssag s i u e A ng, B ale chtu ete h r a c k r s e n au nv ko -- P und sche n n e e l n nd stel er M üsse us u tlich m m h s n c i i ge t rem ens lohn ussa i off sext A o t e h S n B c . e -en che mR indli werd e der f t z s klare t ng se r, ob u e e s g b s a en arü verf renz on d i G s h s at. c isku en h jedo D d e n u er n kein tgef sond sich stat , t t s g cau efra ist g Holo m ntu elde H t ich . -- N rage u o c Zivil


Was tun? Was tun! Die Förderung der demokratischen Überzeugung ist die beste Vorbeugung gegen Rechtsextremismus. Nicht Rechtsextremisten als Menschen sind die Gegner, sondern rechtsextreme Einstellungen und Verhaltensweisen.

k Engagement für Demo

ratie

für Demokratie, h ic d t rs ie g a g n e Du wenn du … vert … in deiner Schüler

retung mitarbeitest

.

hter tiv bist, Streitschlic ak e p p ru g d en g Ju … in einer n oder als Mentor/-i t is b e ul ch S r ne ei an d hilfst. ern /-schülerinnen ül ch its M en er ng jü el erzeitung über aktu … für deine Schül hreibst. an eurer Schule sc ch … für den Umwelts

le Probleme

utz demonstrierst.

n gs- und berufliche un ild b us A er d in … dich ng einbringst. tu re rt ve en ss re te In … in deinem

Demo

lichk eit, d n ä t s r e v t s t k eine Selb s i e i t a r k o m e „D mer wieder im s s u m n r e sond et werden.“ it e b r a r e d n neu erlernt u

eitest. Sportverein mitarb

Eine Gegendemo organisieren: Will eine rechtsextreme Organisation eine Demo in deinem Ort durchführen, sollte man dem etwas entgegensetzen. Aber Achtung: Eine Gegendemonstration muss ordnungsgemäß angemeldet werden. Fragt am besten Parteien oder Gewerkschaften, wie das geht!

r auch, sich für e b a t iß e h e ti ra k Demo ren : nen zu interessie n -i r/ e rg ü b it M e sein mal in -- Wart ihr schon

einer Moschee?

viele Flüchtlinge ie w r, ih st is w er d -- O t wohnen? in eurer Heimatstad

Musik & Kultur

igt, wie schon mal erkund ch eu r ih t b ha er -- Od in eurem Stadt-, rt O r vo ch eu ei b die Politik erat funktioniert? nd ei em G er d o Bezirks ts gagemen immer : n E s e d n ei ite Möglichk e us. Wichtig ist dab le ie v t d ib g m Es reunde un extremis F s t ir h d c e e R h c n u gege ern s llein, sond a t h , ic n eurem Ort n -- Hand le er/-innen. a s a w , soll. rlegt Mitstreit ndern übe b gemacht werden o s , lt e W nicht die ugendclu -- Rettet r Schule, in eurem J ung in eure er Umsetz d i e b h c u gt, wer e -- Überle e en helfen kann. eurer Id

Musik und Kultur als Mittel nutzen, z. B. „Kein Bock auf Nazis“: Hier bekommt man erklärt, wie man z. B. ein Konzert gegen Nazis organisiert. www.keinbockaufnazis.de

Projekttag Einen Projekttag organisieren: Für einen Projekttag könnt ihr selbst kreativ werden, euch interessante Themen ausdenken, spannende Referenten für Vorträge einladen, Plakate basteln oder ein Theaterstück einüben. Das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ hilft. www.schule-ohne-rassismus.org

, dann zene im Alltag wirst s Beste ts al w Ge r ne ei ge eu ion da W enn du Z in einer solche Situat g bleiben, du it m da , ln ge Re gelten zu gefährden: Ruhi st lb se ch di ne oh , , gezielt tun kannst ch in der Nähe sind ssen und no e di , en on rs Pe re ande t anfa er die Angreifer nich ansprechen, den od len. ho natürlich die Polizei

Angebote der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) Seit 1925 a rbeitet die FES für die Demokrati Stärkung d e. Mit politi er s c h e r S Qualifizieru eminararbe ngsprogram it und men motiv die FES zu ie rt und befä m demokra higt tischen En gagement. Das Plans piel Komm unalpolitik In dem Pla nspiel werd en demokr Entscheidu atische ngsprozes s e d eutlich, die wird leben Politik dig. Jugen d liche verse in die Rolle tzen sich von Komm unalpolitik er n. Die Schüle rvertretun gssemina Ziel ist es, re den Schüle r v e r tr e Information tungen alle en zu Rech nötigen te n und Pflic vermitteln hten zu und ihnen in der Star zu sein. We tphase beh itere Infos: ilflich www.fes.d e und ww w.fes.de/ju gend Projekte u nd Materia lien der Friedr ich-EbertStiftung z Rechtsext um Thema remismus : www.fes-g egen-rech tsextremis mus.de

W eitere Initiativen

ismus tie und Rechtsextrem ra ok em D a em Th m Projekttage zu .de www.diversity-works MC) le mit Courage (SOR-S hu Sc – us sm si as R Schule ohne assismus.org www.schule-ohne-r tie und Courage Netzwerk für Demokra age.de www.netzwerk-cour htsextremismus ec R n ge ge s am te gs Mobile Beratun r-demokratie.de www.kompetent-fue What we can do! .de www.whatwecando Netz gegen Nazis zis.de www.netz-gegen-na hule Demokratie in der Sc e/schuelervertretung ul ch /s de d. en ug -j www.dgb ter Gewalt Einsatz für Opfer rech ive.de www.opferperspekt . ENDSTATION RECHTS chts.de www.endstation-re


Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 182 Menschen starben seit 1990 durch rechte Gewalt – viel mehr als bislang offiziell bekannt. Diese Menschen wurden erschlagen, erstochen oder erschossen. Sie sind Opfer rechter Gewalt und zeigen, welches Ausmaß Fremdenfeindlichkeit und Menschenhass annehmen.

Flensburg

Maiamba Bunga, Nsuzana Bunga, Françoise Makodila, Christine Makodila, Miya Makodila, Christelle Makodila, Legrand Makodila, Jean-Daniel Makodila, Rabia El Omari und Sylvio Amoussou: Verbrannt in der Nacht zum 18. Januar 1996 bei einem Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Lübeck (Schleswig-Holstein).

Greifswald Wismar

Lübeck Mölln

Am 23. November 1992 verbrannte Bahide Arslan, Ayse Yilmaz und Yeliz Arslan in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem durch Neonazis verübten Brandanschlag auf ein Haus, das von aus der Türkei stammenden Familien bewohnt wurde.

Der Kunststudent Rick L. verweigerte am Abend des 13. August 2008 in der Nähe einer Diskothek in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) dem gleichaltrigen, wegen Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestraften Neonazi Bastian O. eine Zigarette. Dieser schlug und trat daraufhin sein Opfer zusammen. Rick L. erstickte an einer nahegelegenen Bushaltestelle an seinem Blut.

Eberswalde

Berlin Gifhorn Magdeburg Gürsün Inçe, Hatice Genç, Hülya Genç, Saime Genç und Gülüstan Öztürk starben am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der Familie Genç bewohnte Haus in Solingen (Nordrhein-Westfalen).

Dessau

Cottbus

Dortmund

Leipzig

Solingen

Dresden Overath

Hohenstein-Ernstthal Am 27.Mai 2011 wurde der Obdachlose André K. in Oschatz (Sachsen) von drei Männern im Alter von 25 bis 36 mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt. Der 50-Jährige starb sechs Tage später in einem Krankenhaus in Leipzig.

Lampertheim Nürnberg

Nach aktuellem Kenntnisstand wurden von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) allein in Nürnberg (Bayern) drei Morde begannen. Am 9. September 2000 wurde Enver S¸ims¸ek an seinem mobilen Blumenstand mit acht Schüssen aus zwei Pistolen angeschossen. Er erlag zwei Tage später seinen schweren Verletzungen. Am 13. Juni 2001 wurde Abdurrahim Özüdog˘ru in Nürnberg Langwasser mit zwei Kopfschüssen aus einer Pistole in seiner Änderungsschneiderei ermordet. Am 9. Juni 2005 wurde Ismail Yas¸ar mit fünf gezielten Schüssen in seinem Dönerstand ermordet.

Kandel

Heidenheim

München

Bad Reichenhall

182 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990, Amadeu Antonio Stiftung: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/todesopfer-rechtsextremer-undrassistischer-gewalt-seit-1990

Untergrund“ (NSU) „Nationalsozialistischer diese auer Zelle“ bezeichnet ist ck wi „Z als ien ed M n de In igung vermutlich aus der in re Ve e m tre ex ts ch re e terroristisch er Jahre entstanden. 90 19 r de na Je in ne ze Neonazi-S äpe, Erkenntnissen Beate Zsch en ig er sh bi ch na n rte hö Ihr ge e drei hatten ein breites Di . an t rd ha hn Bö e Uw d Uwe Mundlos un ene. Diese werden unter Sz r de s au n er tz tü rs te Umfeld an Un s 2006 erie in den Jahren 2000 bi ds or i-M az on Ne e di r fü anderem tionseinunternehmer mit Migra Kl un ne en rd wu t am es (insg n-Attentat in Köln 2004 be om lb ge Na s da t), de or hintergrund erm verantwortlich gemacht. in ist liz Po er ein an d or M sowie den us? Nicht mit mir ! lthagen, Rechtsextremism Mo ar etm /Di her bac gen te 12. Quelle: Nora Lan Berlin, 6. Auflage 2012, Sei Friedrich-Ebert-Stiftung. Eine Jugendbroschüre der


Zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechts Es gibt viele, sehr unterschiedliche Gründe, warum sich junge Menschen rechtsextremen Gruppen oder einer rechten Szene anschließen. Ist man erst mal Teil davon, wird es nicht leicht, daraus wieder auszusteigen. Mit dem Programm „Ausstieg zum Einstieg“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales werden seit 2009 Initiativen gefördert, die Jugendlichen beim Ausstieg aus der rechten Szene helfen und sie beispielsweise bei der Arbeitssuche oder dem Umgang mit dem Arbeitgeber unterstützen.

Seitenwechsel Ausstieg als Einstieg in ein neues Leben

EXIT-Deutschland richtet eine international und wirtschaftlich verflochtene „(Zukunfts) Werkstatt“ ein, die einen Raum der Erprobung von arbeitsmarktrelevanten Fähigkeiten von Aussteigern zulässt. Zusammenarbeit erfolgt mit verschiedenen Unternehmen und Institutionen. Personen aus dem strukturierten rechtsextremen Milieu melden sich telefonisch, per Mail oder Brief. Ein Eckpfeiler ist die berufliche Perspektive, da sie für den persönlichen Erfolg der Aussteigenden aus der extremistischen Szene von entscheidender Bedeutung ist.

radikalismus Potsdamer gegen Rechts im Offenen Raum PRO („hercules pro“)

gen RechtsextreIn diesem Pilotprojekt ge folgenden Grundmismus werden die nach lche Methoden und satzfragen beantwortet: We rwendet werden Instrumente, die bereits ve lfesuchenden in sind der Integration von Hi verstärkt werden? Arbeit dienlich und sollten s Projektes bei Ändern sich im Verlauf de ngsbilder? den Teilnehmenden Meinu Wie wirken sich Welche Ursachen hat das? der Familienbedie zusätzlichen Angebote ebote auf die ratung und der Freizeitang Perspektive der Meinungsbilder und auf die Ausbildung aus? Integration in Arbeit oder Telefon: 0331 20029-62 info@verein-aib.de www.verein-aib.de

Ausstieg aus Rechtse xtremismus und Gewalt: Thüringer Beratungsdi enst für Eltern, Kinder und Ju gendliche

Das Projekt gewährleistet in Thü ringen die Beratung und Begleitung ausstie gswilliger Jugendlicher mit dem Ziel einer beruflichen und schulischen Perspektive. Die Schaffung eines landesweiten Netzwerkes zur Vermittlung in Arbeit und Ausbildung sow ie die Betreuung dieses Netzwerkes wä hrend des gesamten Ausstiegsprozesses wir d angestrebt. Weiterhin sollen Angehörige bef ähigt werden, Ausstiegswillige langfristig und konsequent zu unterstützen. Eltern und Jug endliche werden nach persönlicher Situat ion beraten, unterstützt und begleitet. Telefon: 03641 357805 vorstand@drudel11.de www.drudel11.de

Telefon: 030 912079-3 info@zentrum-demokratische-kultur.de www.zentrum-demokratische-kultur.de

Neue Lebenswege – Soziale Integration und Toleranz durch berufliche Mobilität

Integration Statt Ausgrenzung (ISA)

NinA – Arbeit Neue Wege in Ausbildung und für ausstiegswillige Jugendliche und junge Erwachsene

e und Das Projekt unterstützt Jugendlich aus junge Erwachsene beim Ausstieg manentes der rechten Szene durch ein per angebot, Beratungs- und Unterstützungs fnisse das auf deren individuellen Bedür ividuelles ausgerichtet ist. Hierbei ist ein ind ellen NeueinCoaching zur sozialen und kultur remen ordnung notwendig, um rechtsext Nur so kann Tendenzen entgegen zu wirken. hkeit eröffnet den jungen Menschen die Möglic ivlosigkeit werden, sich von ihrer Perspekt alten zu verabschieden sowie sich von

gestellt werden. Es kann eine Einzelfall orientierte Begleitung über die gesamte Dauer des Ausstiegsprozesses gewährleistet werden.

Unser Ziel ist es, für junge Menschen unserer Region (Altkreis Löbau-Zittau) durch berufliche Qualifizierung, sozialpädagogische Unterstützung und den organisierten Wechsel in eine andere Region die beruflichen und sozialen Perspektiven zu verbessern, die Gefährdung durch rechtes Gedankengut einzudämmen bzw. den Ausstieg aus der rechten Szene zu ermöglichen. Dies wird durch Einbindung der Kooperationspartner und der Nutzung des langjährigen und bewährten Netzwerkes in mehreren Abschnitten durchgeführt.

Telefon: 033335 304-09 ezbb-pinnow@t-online.de www.europazentrumbb.de

Telefon: 035843 276-0 hz-hirschfelde@internationaler-bund.de www.internationaler-bund.de

Ziel von „ISA“ ist die Begleitung von Ausstiegswilligen aus der harten rechten Szene. Mit „ISA“ kann unsere bereits vorhandene Kontaktbasis in die rechte (hier speziell: ausstiegswillige) Szene im ländlichen Raum Uckermark und angrenzenden Regionen Barnim bzw. Mecklenburg-Vorpommern auf eine dauerhafte und abgesicherte Basis

„Freunden“ zu lösen. Telefon: 02361 3021-150 gerd.specht@reinit.de www.reinit.de

Das XE NOS-So nderpro das Bun gramm desmin „Ausstie is terium f g z um E geförde ü r instieg“ Arbeit u rt, um g wird se n ezielt A d Sozia T h e me n it 2009 ktivitäte le s u n durch d den E zu verb n gegen in u r den. Bu Rechtse opäisch und Be ndeswe en Sozia xtremis ratungs mus mit it bieten lfond m e t h o Berufso arbeitsm den an, 14 Proje rientieru d kte vers arktlich amit sic ng nich en chieden h beson t dem R e d B e rs junge egleitun echtsex Mensch gstremism en in de us zuw r enden.


Raus aus der Einbahnstraße

Rechtsextrem affine Jugendliche sollen durch verschiedene Angebote im Freizeit-, Medien-, Sport- und Erlebnispädagogischen Bereich erreicht werden. Durch die Kontaktaufnahme, die Beziehungsarbeit während der Freizeitangebote, die darauffolgende Qualifizierung, Betreuung, Beratung und Begleitung soll präventiv das Verfestigen rechtsextremer Einstellungsmuster verhindert werden, Jugendliche sollen ermutigt werden, sich von rechtem und rassistischem Gedankengut zu lösen und einen Schulabschluss absolvieren beziehungsweise eine Ausbildung oder Arbeit beginnen.

JUMP

Das Projekt „JUMP“ hat zum Zie l, präventiv und situativ einen bundesweiten Lösungsansatz für die lebens- und arbeits weltbezogene Integration von ausstiegswilligen und rechtsaffinen Jugendlichen und jungen Erwachsenen umzusetzen. Über eine Kontakts telle, Internetplattform und intensive Öffentlich keitsarbeit soll dies erreicht und im Rahmen von Case Management begleitet werden. Die Einbringung und Weiterentwicklung vorhanden er sowie die Initiierung neuer Netzwerke ist ein weiterer notwendiger Projektbe standteil. Telefon: 05068 466-0 Andreas.griese@cjd.de www.elze.cjd.de

Rückwege

Telefon: 030 55155823 management@publicata.de www.publicata.de

Rote Linie – Hilfen zum Ausstieg vor dem Einstieg

von Das Projekt bündelt die Angebote ie Jugendarbeit, Elternberatung sow kte sowie Ausstiegshilfen und bietet Konta ung und kompetente Informationen, Berat t das Projekt Fortbildungen an. Damit schließ gischen eine wichtige Lücke in der pädago rten JugendliArbeit mit rechtsextrem orientie t bietet chen und ihren Eltern. Das Projek ung von vertrauliche und kostenlose Berat eren Eltern, Pädagogen/-innen und and Kontakten Bezugspersonen; Vermittlung von rmationen zu Schulen, Behörden, Polizei; Info Thema und Fortbildungen rund um das Rechtsextremismus. Telefon: 0611 3532120 bernd.paul@hmdis.hessen.de www.ikarus-hessen.de

TIP – eren! Teilnehmen, Integrieren, Partizipi Ausstieg durch Integration

e Jugendliche in Rechtsextrem auffällig gezielt und qualifiziert Niedersachsen sollen Gefährderansprachen durch standardisierte und eine Erstberatung angesprochen werden sstiegsmotivation bzw. Ansprache zur Au mpetenzen in der erfahren. Es werden Ko tiplikatorInnen, Qualifizierung der Mul sprache, EinzelfallbeStandards der Erstan willigen Jugendlichen, gleitung von ausstiegs er Eingliederung Übernahme beruflich ische Unterstützung, durch sozialpädagog sionelle AussteigerÜberleitung in profes alten. programme, bereitgeh

Das Projekt wendet sic h an junge Menschen ohne Schul- oder Beru fsabschluss bzw. ohne regelmäßige Tä tigkeit. Ein geringes formales Qualifikations niveau und geringe extrafunktionale Qual ifikationen machen di e avisierte Zielgruppe be sonders anfällig für autoritär strukturierte Gruppierungen und totalitäre Ideologien. Ziel des Projektes ist es, rechtsextremistisch ge fährdeten, sozial desintegrierten jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu erschließen, so dass ihnen in der Folge de r Ausstieg aus rechts extremistischen Kreise n und der Rückweg in die Gesellschaft ermög licht wird. Telefon: 06131 967-26 2 placzek.detlef@lsjv.rlp .de www.lsjv.rlp.de

Telefon: 0531 12336-42 info@arug.de www.arug.de

Ausstieg durch Arbeit

Szenewechsel

Richtungswechsel

Dieses modellhafte Projekt reagiert auf das Problem der ländlichen Region, in der Jugendliche in rechtsextremistischen Gruppierungen aktiv werden bzw. mit diesen zunehmend sympathisieren. Die Gründe werden von den Projektträgern zuerst in sozialen und persönlichen Problemen der Jugendlichen gesehen und weniger in ihren gefestigten politischen und ideologischen Haltungen. Das Projekt verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um das Programmziel, rechtsextrem orientierten Jugendlichen den Einstieg in Ausbildung, Qualifizierung und /oder Arbeit zu ermöglichen, zu erreichen. Telefon: 03971 241736 info@demokratisches-ostvorpommern.de www.demokratisches-ostvorpommern.de

t gswechsel“ unterstütz Das Projekt „Richtun d willige Jugendliche un und fördert ausstiegs s der rechten Szene junge Erwachsene au überregionalen berufli bei der sozialen und des Projekts ist es, chen Integration. Ziel ndlichen und jungen ausstiegswilligen Juge uen Zugang zu BilErwachsenen einen ne n Arbeit und damit eine dung und beruflicher nsplanung und Neuanfang in der Lebe ermöglichen. Lebensperspektive zu die Herauslösung aus An erster Stelle steht ss ld. Dies bedeutet, da dem gewohnten Umfe vorübergehend in die Projektteilnehmer tergebracht werden. einer Wohngruppe un 8 Telefon: 03841 7900-2 f.bollbuck@vfbj.de www.vfbj.de

Im Projekt soll Ausstiegswi lligen durch die Eingliederung in Form von Arbeit bzw. einer beruflichen Bildung (mit anerkanntem Abschluss) die Möglichke it gegeben werden, in ein „normales“ soziales Umfeld zu gelangen. Eingeschlossen ist hierbei auch der Umzug in ein entfernteres Wohnum feld, um auch ggf. Familien diese Möglichke it zu eröffnen. Parallel zum Projekt solle n rechtsextreme Strukturen erforscht werde n. Telefon: 0151 56501517 kjh2108@web.de


Ist Europa auf dem „rechten“ Weg? Antidemokratische Meinungen und Vorstellungen sind in einigen europäischen Ländern Normalität. Das Projekt „Internationale Vernetzung der ausstiegsorientierten Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus“ der Friedrich-Ebert-Stiftung, das über das XENOS-Sonderprogramm „Ausstieg zum Einstieg“ gefördert wird, hat auch das Ziel, Aktivitäten, die das tolerante Miteinander in Europa fördern, zu verbinden und bekannt zu machen.1

Schüler vor allem In der Schule sollten bedeutet. lernen, was Disziplin

Untergeordnete Gruppen sollten an ihrem Platz bleiben.

Ich würde mein Kind nur ungern in einer Schule anmelden, in der die Me hrheit der Schüler Zuwanderer sind.

Deutschland Großbritannien

Bei der nächste n Wahl werde ich nur solche Parteie n wählen, die d en weiteren Zuzug von Zuw anderern begre nzen.

Was ein Land am meisten braucht, ist ein starker Mann an der Spitze, der sich weder um das Parlament noch Wahlen schert. Niederlande

Ich hätte Probleme, in ein e Gegend zu ziehen, in der viele Zuwand erer leben.

Frankreich

Ein Arbeitgeber sollte das Recht haben, nur Einheimisch e einzustellen.

Portugal

Gleichwe

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igkeit Artikel 2 des Vert rags übe Europäis r die che Unio n, 2010: „Die Wer te, auf die sich die U die Achtu nion grün ng der M det, sind e n s c henwürde Demokra tie, Gleich , Freiheit, heit, Rec die Wahr h tsstaatlic ung der M hkeit und enschenr der Rech e c hte einsc te der Pe hließlich rsonen, d angehöre ie M inderheite n. Diese W n erte sind in einer G allen Mitg esellscha liedstaate ft gemein Pluralism n sam, die us, Nicht s ic h durch diskrimin Gerechtig ierung, To keit, Solid leranz, arität und Frauen un d ie Gleichheit d Männer n auszeic von hnet.“

Italien

Ungarn

Polen

Quelle: Die Abwertung der Anderen. Eine europäische Zustandsbeschreibung zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierung, Friedrich-Ebert-Stiftung, 2011

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Zusammen mit den Projekten aus dem XENOSSonderprogramm „Ausstieg zum Einstieg“ werden seit 2009 Großkonferenzen mit Vertreter/innen aus europäischen Staaten zu „Rechtspopulismus und Rechtsextremismus“ durchgeführt. Die Ergebnisse sind zu finden unter www.fes.de und dem Sammelband: Europa auf dem „rechten“ Weg?


FES Berlin Ausstellung