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Fespa World Leitartikel von der Chefredakteurin Zweifellos landet dieses Magazin in dem Moment auf Ihrem Schreibtisch, wenn Sie gerade in Sommerurlaub gehen wollen. Zumindest für Industriezulieferer waren die letzten sechs Monate sehr arbeitsreich, es gab eine Fülle von Frühjahrsausstellungen, angefangen bei der ISA in Orlando Anfang April, dann kam die IPEX und all die weiteren nationalen Schilder- und Siebdruckausstellungen. Die Jahreszeit endete in großem Stil mit der FESPA Digital Printing Europe, die Dank der vereinten Kräfte des FESPA-Teams und der teilnehmenden Firmen ein großer Erfolg war. Nähere Einzelheiten finden Sie auf den Seiten 22-29. Michel Cazas Vorstellung eines perfekten Urlaubs sollten einige ruhige Wochen zu Hause in einem abgedunkelten Raum sein. Ich nehme jedoch an, dass er etwas Aufregenderes und Schwierigeres plant. Michel kann in einem Tag mehr erledigen, als andere Leute in einem Jahr, doch findet er immer noch Zeit seine Weisheit und Erfahrungen mit anderen zu teilen und sogar noch über seine Erfahrungen zu schreiben! Im vergangenen März besuchte er Australien um herauszufinden, wie es dem Digital- und Siebdruck dort geht. Sein Bericht beginnt auf Seite 32. Auf Seite 30 startet die erste einer neuen unregelmäßigen Serie, die sich mit den Aktivitäten von Sieb- und Digitaldruckern in verschiedenen europäischen Regionen befasst. Die Serie fängt in Lettland an, wo drei Druckereien und ein Industriezulieferer interessante Einblicke in ihre tägliche Routine gewähren. Da die MACtac Awards mittlerweile verliehen wurden (siehe Seiten 42/43) erreicht uns die Neuigkeit eines neuen Preisprogramms, das für alle offen ist und ausgezeichnete Arbeiten im Bereich des Digitaldrucks prämieren soll. Die FESPA hat zusammen mit HP den Beginn des FESPA Digital Print Wettbewerbs bekannt gegeben, dessen Ergebnisse im nächsten Frühjahr veröffentlicht werden sollen. Lesen Sie auf Seite 27 mehr darüber. Denken Sie darüber nach, welche Arbeit Sie einsenden wollen, das könnte ein sehr lohnendes und doch nicht zu beschwerliches Sommerprojekt werden. Sie können es sich überlegen, während Sie sich mit einem kühlen Getränk am Pool erholen. Und da der Einsendeschluss erst am 1. Dezember dieses Jahres ist, haben Sie genügend Zeit, um Ihre Pläne zu verwirklichen. Viel Glück.

NEWS ROUND-UP

SPECIAL FEATURES

4 NACHRICHTEN VON

20 RÜCKSCHAU AUF DIE

DEN ZULIEFEREN

FESPA DIGITAL PRINTING EUROPE

The latest supplier news.

8 PRODUKTNACHRICHTEN 14 CHRIS’S RUBRIK NACHRICHTEN AUS DEN VERBÄNDEN

16 NACHRUF Alex de Gelsey

17 TERMINKALENDER

Fespa World The membership magazine of the Federation of European Screenprinting Associations No.44 Summer 2006

OPINION

18 STELLUNGNAHME Dr. Sem Seaborne, Vorsitzender des ESMAKomitees für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz warnt jeden vor chemischen Produkten, die von außerhalb Europas kommen

48 FESPA CONTACT LIST

Published by FESPA Ltd Editorial office FESPA Association House 7a West Street Reigate, Surrey RH2 9BL Tel: +44 1737 24 07 88 Fax: +44 1737 24 07 70 E-mail: info@fespa.com www.fespa.com Publisher Karen Pooley – Group Marketing Manager Tel: +44 1737 24 07 88

Advertising Michael Ryan – Group Sales Manager James Ford – Sales Manager Tel: +44 1737 24 07 88 Fax: +44 1737 24 07 70

26 DIGITALE DETEKTIVE 29 FESPA DIGITAL PRINT

INFORMATION Val Hirst Chefredakteurin e-mail: val@valhirst.demon.co.uk

22 AUSSTELLUNGSHÖHEPUNKTE

AND FINALLY…

50 Und Schliesslich

AWARDS

30 BALTISCHE SCHÖNHEITEN

32 BLICKPUNKT AUSTRALIEN

41

INDISCHE ODYSSEE

42

MACTAC AWARDS

44

INSTALLIERUNGEN

46 Unser neuer regelmäßiger Kolumnist Peter Kiddell fordert die Siebdrucker auf aufzuwachen und den Braten zu riechen

Editor Val Hirst Tel: +44 1623 88 23 98 E-mail: val@valhirst.demon.co.uk Graphic Design Bate Brand Communications 8 St Leonard’s Square, Wallingford Oxfordshire OX10 0AR Tel: +44 1491 835835 www.batebrand.com Printing The MANSON Group Ltd Reynolds House, 8 Porters Wood Valley Road Industrial Estate St Albans, AL3 6PZ Tel: +44 1727 848 440 www.manson-grp.co.uk

Fespa World. Designed by Bate Brand Communications. Printed by The Manson Group Ltd. Editorial photographs supplied courtesy of the companies they feature. The publishers accept no responsibility for any statement made in signed contributions or those reproduced from any other source, nor for claims made in any advertisement. Fespa World is available to individuals who qualify within the terms of a controlled circulation and by subscription.

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NACHRICHTEN VON DEN ZULIEFEREN

Jede Menge Awards für Epson

Dem verantwortlichen Projektleiter für die Erfindung von Epsons Micro Piezo Druckkopf, Minoru Usui, wurde die renommierte Perkin-Medaille in Anerkennung seiner Leistung verliehen. Minori Usui ist zur Zeit Direktor sowie allgemeiner Verwaltungsmanager für Produktion, Technik und die Entwicklungs-Abteilung von Seiko Epson und erhielt den Award, der von der Society of Dyers and Colourists vergeben wurde, in Anerkennung seiner außergewöhnlichen technischen Entwicklung im Bereich der Farblehre. Die Perkin-Medaille ist die höchste Auszeichnung, die die Society verleihen kann und wurde zuerst zu Ehren von William Henry Perkin entwickelt, der die Farbe mauve (leuchtendes violett) vor 150 Jahren entdeckte. Seit der Einführung der Auszeichnung im Jahre 1901 wurden nur 22 Medaillen verliehen.

Kenneth McGhee, der CEO der Society, erläutert: „SDC freut sich, Minoru Usui von Epson für seinen bemerkenswerten wissenschaflichen Beitrag zur Entwicklung der Piezo InkjetDrucker-Technologie zu ehren. Epson hat kürzlich ebenfalls drei renommierte Auszeichnungen für ihre Fotodruck- und ScanningTechnologie bei den TIPA Awards 2006 gewonnen, und zwar nach TIPAs jährlicher Prüfung der besten Produkte im Bereich der digitalen Fotobildverarbeitung. Die Awards beziehen sich auf den Epson Perfection V75 Pro Scanner, der zum „besten Flachbett-Fotoscanner in Europa 2006“ gewählt wurde, den Epson Stylus Phot RX640 als den „besten multifunktionellen A4Fotodrucker in Europa 2006“ und den Epson Ultra Chrome K3 Ink als die „beste Drucktechnologie 2006 in Europa“.

Nazdar bestätigt ihr Engagement für die Marke Lyson Nach dem Kauf der Firma Lyson Ltd. und ihrer Tochtergesellschaft Lyson Inc. durch Nazdar gab es immer wieder Spekulationen über die Zukunft der Marke Lyson. Doch mittlerweile hat Nazdar ihre Verpflichtung unterstrichen, die Position, die die Farbenmarke Lyson bereits einnimmt, auszubauen. Stockport, England, ist der weltweite Hauptsitz für Entwicklung und Herstellung des Sortiments an wasserbasierten 4 FESPA WORLD SUMMER/06

Produkten von Lyson, während weiterhin viele andere Farbarten entwickelt und hergestellt werden. Die Firma Nazdar hat außerdem erklärt, dass sie garantieren will, dass die Marke Lyson weiterhin eine starke, innovative und bahnbrechende Kraft bleibt und freut sich darauf diese Position durch die erweiterten Kapazitäten, die durch die Akquisition entstanden sind, zu verbessern.

JEin guter Start für Esko Esko, ein Spezialist für VorproduktionsVerpackungslösungen, hat eine starke Leistung im ersten Quartal 2006 bekannt gegeben. Die konsolidierten Netto-Einnahmen nahmen um 20% zu und EBIT war um 1,5 Mio ? höher verglichen mit dem ersten Quartal 2005. Im ersten Quartal 2006 übertrafen alle Produktlinien der Firma die Erwartungen. Die höchsten Verkaufserhöhungen

wurden für Software notiert (+28% verglichen mit dem vergangenen Jahr) und den CAM-Tisch (+41% verglichen mit dem vergangenen Jahr). Eskos Produktlinie Cyrel Digital Imager (CDI) wuchs um 15% und hielt einen globalen Marktanteil von über 70%. Alle Regionen trugen zu der Einnahmenerhöhung bei, wobei Nordamerika und Japan um 25% bzw. 40% verglichen mit dem vergangenen Jahr wuchsen.

Eskos Präsidium, von links nach rechts: Karl Kristian Hvidt Nielsen (CEO Brüel & Kjaer), J. André de Barros Teixeira (Vorsitzender BBL Partners LLC), Vilhelm Hahn-Petersen (Partner/Direktor Axcel), Jean-Claude Deschamps (Dir. BioAlliance Pharma, Finocas/Finindus), Klaus Holse Andersen (EMEA VP Microsoft Business Solutions, Raf Decaluwé (Vorsitzender LSG, Ex-CEO Bekaert, NL).

errichtet ein englisches Büro Fillink Technologies hat ein englisches Verkaufsbüro eröffnet, um zur Erhöhung der europäischen Verkäufe beizutragen und die Verbreitung ihres wachsenden Sortiments an Farben für Großformat zu unterstützen. Die neue Firma, die gemeinsam mit dem Verkaufs- und Marketing-

Direktor Robin East und dem Betriebsdirektor Jon Price geleitet wird, die beide große Erfahrung auf dem englischen digitalen InkjetDruckmarkt haben, hat ihren Sitz in Wokingham, Berkshire und wird von dort aus Fillinks Sortiment an Eco-Lösemittel, Lösemittel- und UV-Farben ausliefern.

Kurz gesagt Die asiatischen Drucker auf dem Schilder-, Display- und großformatigen Markt erhielten im Frühjahr eine TechnologieEinweisung von HP Scitex in HongKong, die ebenfalls das Marktpotential für flexible und harte industrielle InkjetAnwendungen veranschaulichte. Das Tagesprogramm enthielt Präsentationen, Kundenbesuche und die Möglichkeit, die neu installierte HP Scitex FB6700 im HP Scitex Vorführungszentrum in Aktion zu sehen.

DuPont hat kürzlich eine Erweiterung ihrer Partnerschaft mit GretagMacbeth bekannt gegeben, da sie den Eye-One Pro Spectrophotometer als Farbmessinstrument für ihr neues Digital-Proofing- und UVHärtungs-Drucksystem wählte.


NACHRICHTEN VON DEN ZULIEFEREN

Trident bildet eine Partnerschaft mit iTi Trident Industrial InkJet hat eine Partnerschaft mit Imaging Technology International (iTi) bekannt gegeben, um Tridents industrielle Inkjet-DruckkopfTechnologie als Antwort auf die wachsende Marktnachfrage in digitale Herstellungs- und Drucklösungen zu integrieren. Tridents industrielle InkjetDruckkopf-Technologie ist ideal für die aufkommenden InkjetAnwendungen in vielen industriellen Bereichen geeignet und die Firma schließt sich mit iTi zusammen, um neue Entwicklungs- und Produktionsgeräte herzustellen, die den Bedarf an Auswertungsgeräten, Produktion und Druck in geringer Auflage erfüllen. Die Fähigkeit Farben oder Spezialflüssigkeiten, die mit Mikrongenauigkeit im Jetdruck auf einen sich bewegenden Bedruckstoff aufgebracht werden, charakterisiert Systeme, die von iTi und Trident zusammen entwickelt wurden – eine Kombination von iTis

Integrationserfahrung und Tridents robuster EdelstahlDruckkopftechnologie. Die Firmen werden zusammen eine Inkjet Drive Engine (IDE) entwickeln, um eine intuitive, in sich geschlossene Kontrolleinheit zur Steuerung von TridentDruckköpfen zu liefern, einschließlich Software, um die Druckkopf-Ausgabemuster zu steuern, ein Farbliefersystem mit Farbentgasung, ein grafisches Benutzer-Interface und ein Anwendungsprogramm-Interface (API), um die Integration von Tridents Druckkopftechnologie mit einer Reihe von Entwicklungs- und Produktionsdrucksystemen zu ermöglichen. iTi wird ihre gesamtes Sortiment an InkjetEntwicklungswerkzeugen, einschließlich des XY Materials Deposition System, Drop Watcher und Inkjet WebPress in das Druckkopf-Sortiment von Trident integrieren. Der Drop Watcher ist sofort für den Druckkopf 768Jet erhältlich.

Neuer Laserschne ide-Service von Spartanics Drucker, die die Vorteile der werkzeugfreien Schneidetechnologie genießen wollen, jedoch an einer kostengünstigen Alternative zum Kauf von Laserschneidegeräten interessiert sind, können den Laser Cutting Contract Manufacturing Service von Spartanics nutzen, der sich auch an Firmen wendet, die in die Laserschneidetechnik investieren und die Produkte von Spartanics Klemm Digital Die Cutting Systems ausprobieren wollen. Der Laser Cutting Contrat Manufacturing Service von Spartanics übernimmt Arbeiten jeder Größe und schließt die

VUTEk bildet eine exklusive Partnerschaft mit Códice VUTEk ist eine exklusive Partnerschaft mit Códice Transfer Factory, Malaga, Spanien, für ihre Double System Control Visual (DSCV) Technologie eingegangen, die speziell für die Herstellung von ins Auge fallenden grafischen Effekte für Innen- und Außenwerbung entwickelt wurde. Die Double System Control Visual (DSCV) Technologie besteht aus statischer und dynamischer DSCV-Technologie. Die statische Technologie von DSCV druckt Grafiken, die nur auf einer Seite durchsichtig sind, die sich zur Wahrung der Privatsphäre, zur Sicherheit oder für visuell interessante Anwendungen eignen. Mit dieser Software können die Anwender Bilder auf dem PressVu UVDrucker mit VUTEks regulären CMGS UV-Farben sowie mit einer speziellen weißen UV-Farbe drucken. Auf der einen Seite

befindet sich ein scharfes, klares Bild, während man auf der anderen Seite klar durchsehen kann. Die DSCV-Technologie bietet diese Möglichkeit zu einem vernünftigen Preis zum Druck auf jedem harten oder flexiblen transparenten Bedruckstoff. DSCV Dynamic bietet die Möglichkeit zwei oder drei Bilder mit Belichtungszeiten zwischen zwei und vier Sekunden zu zeigen. Je nach Lichtniveau und zusammen mit sensationellen Übergängen der Videoqualität schafft es die visuelle Sensation eines Plasmabildschirms, so dass es ein perfektes System für viele Anwendungen ist. Die DSCV-Technologie ist mittlerweile Standard für alle Press Vu UV-Drucker. Frühere Druckermodelle können leicht und kostengünstig aufgerüstet werden. Weitere Informationen unter: www.vutek.com

Inkjet-Labor zu vermieten! gesamten Möglichkeiten des Spartanics Klemm Digital Die Cutting System ein. Der neue Laserschneide-Service kann die ganze Skala der unterschiedlichen Bedruckstoffe handhaben. Er steht Firmen weltweit zur Verfügung. Wenn Sie ein Preisangebot für bestimmte Arbeiten und Anwendungen benötigen, dann senden Sie bitte Muster und Arbeitsspezifikationen an den regionalen SpartanicsVerkaufsmitarbeiter, den Sie unter: www.spartanics.com/display/r eps/reps_map1.cgi" finden.

Imaging Technology International (iTi) plant ihr neu eröffnetes InkjetEntwicklungslabor (IDL) an Kunden zu vermieten. Das IDL ermögliht es Entwicklern InkjetMaterialien zu testen und auf der gesamten Anlage von iTi mit Entwicklungsgeräten zu arbeiten und das zu einem Bruchteil der Kosten, die der Kauf derartiger Geräte betragen würde. Somit liefert die Firma eine kostengünstige Lösung anstatt der hohen Einstiegskosten, die mit industrieller Inkjet-Entwicklung verbunden sind.

Das Labor ist vollständig mit iTi-Produkten ausgestattet und der Kunde hat ebenfalls Zugang zu mikroskopischer Bewertung und Messgeräten für die Bildanalyse sowie eine Reihe von Geräten für Flüssigkeitshärtung. Außerdem sind verschiedene Druckkopfmarken vorhanden einschließlich Dimatix, Trident und Xaar. Die Kunden können das IDL für volle Tage mieten und auch einen iTi-Ingenieur auf Zeit kaufen, der sie bei der Benutzung der Geräte unterstützt. Weitere Informationen unter: www.iticorp.com

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NACHRICHTEN VON DEN ZULIEFEREN

Printing Practice at the Machine with Simone Schmid.

Marabu hält die Siebdrucker auf dem Laufenden

Als einer der führenden Hersteller von Sieb-, Tampon- und Digitaldruckfarben fühlt sich die Firma Marabu verpflichtet den Druckern zu helfen, den größten Vorteil durch ihre Produkte zu erhalten. So führt die Firma seit Herbst 2001 regelmäßig Seminare über die drei unterschiedlichen Drucktechnologien in ihrem modernen Ausbildungszentrum durch. Das umfassende Programm wurde speziell entworfen, um Neulingen die Grundlagen des Verfahrens nahe zu bringen und um die erfahreneren Drucker über die neuesten Entwicklungen zu informieren. Bis jetzt hat Marabu 100 Seminare mit einer

interessanten Themenmischung abgehalten, an denen über 1000 Delegierte teilnahmen. Um diesen Erfolg zu feiern, hat die Firma kürzlich ein spezielles Jubiläumsseminar abgehalten. Das Thema lautete „Die Vierfarbendrucktechnik im Siebdruck“ und Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz kamen, um sich über die praktischen und theoretischen Grundlagen des Vierfarbdrucks zu informieren. Unter der Leitung von Michael Jansen von Marabu kamen auf dem Seminar ebenfalls Redner des Gewebeherstellers SEFAR und des Herstellers von speziellen Siebdruckchemikalien, Kissel & Wolf, zu Wort. Die Teilnehmer beurteilten die Veranstaltung als großen Erfolg und berichteten, dass sie weit mehr lernten, als sie erwartet haben. Die Firma plant, ihr Seminarprogramm fortzusetzen – weitere Einzelheiten unter: www.marabu-inks.com

Thieme KPX erweitert ihren Markt Der Spezialhändler für Siebdruckmaschinen, Thieme KPX, plant seinen Erfolg mit großformatigen mehrfarbigen Siedruckanlagen zu wiederholen, indem er die in Deutschland hergestellte Reihe der SPS Rehmus Zylinderdruckmaschinen auf dem englischen Markt einführt. Nachdem die Firma mit Sitz in Huddersfield fünf Jahre lang die 5000er Reihe von Thieme geliefert hat, hat sie jetzt die Alleinvertretung für SPS Rehmus zu einer Zeit übernommen, in der der Markt für Zylinderdruckmaschinen weit offen ist. Vier Hochgeschwindigkeitsversionen der Zylinderdruckmaschinen von SPS Rehmus werden von Thieme KPX geliefert – die CyberPress,

Vitessa XP, Vitessa Star und Vitessa Multistar. Die Druckmaschinen genügen den höchsten Qualitätsansprüchen und sind in einer Reihe von Abmessungen von 520 mm x 720 mm bis 1420 mm x 1820 mm erhältlich. Sie eignen sich für den Druck einer großen Auswahl an flexiblen und harten Bedruckstoffen und können mit passenden Trocknern und Staplern installiert werden. Außerdem wird ein umfassendes Verkaufs- und Servicepaket auf bestehende SPS Rehmus Anwender sowie neue Kunden erweitert. Die technische Unterstützung wird durch die Schwesterfirma H G Kippax & Sons geliefert. Ausgebildetes Verkaufs- und Servicepersonal ist bereits vorhanden und das Teilelager in Huddersfield gefüllt.

Esko hat die Ernennung von Kurt Demeuleneere zum Finanzchef bekannt gegeben. Er ist der Nachfolger von Carsten Knudsen, der Präsident und CEO wurde, nachdem Esko von Axcel übernommen wurde. Kurt Demeuleneere kommt aus der Wirtschaftswissenschaft und hat seine Erfahrungen in verschiedenen Finanzbereichen gewonnen. Bevor er zu Esko Graphics wechselte, hat er für Siemens gearbeitet, zuerst als Finanzdirektor für die Telekommunikations-Abteilung für Afrika und den Mittleren Osten und später als Leiter von Corporate Finanzen in den Niederlanden. Dort war er für Fusionen und Akquisitionen sowie finanzielle und strategische Abläufe zuständig.

Die Firma hat ebenfalls einen neuen unabhängigen Direktor ins Esko-Präsidium berufen. Raf Decaluwé war seit 2002 der Vorstandsvorsitzende der Laundry Systems Group (LSG), dem Marktführer für gewerbliche und schwere Wäschereisysteme. Er ist der frühere CEO von Bekaert, dem weltweit größten Produzenten von Stahldraht. Vor seinen 16 Jahren bei Bekaert, hatte Raf Decaluwé leitende Positionen bei Black & Decker und Fisher Price Toys inne. Er ist ein Präsidiumsmitglied von verschiedenen Firmen in der ganzen Welt.

Cartucho Group Limited, der Entwickler und Hersteller von Nachfüllfarben, hat Christopher George Dietemann mit sofortiger Wirkung als Leiter der Lieferkette und Technik ins Präsidium berufen. Die Firma hat außerdem Robert Clark zum Direktor des Außendienstes mit globaler Verantwortung ernannt. Delta Display, ein führender europäischer Spezialist für Design und Druck von POP und großformatigen Druckmaterialien hat kürzlich Mike Bowman zum GeschäftsentwicklungsDirektor ihres Büros in Beverly, im Norden von England, ernannt.

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Mike Bowman

Ernennungen

Mit über 15 Jahren Erfahrung im Einzelhandels- und POSGeschäft, einschließlich sechs Jahren im Siebdruck, ist Mike Bowman, der zuvor für Image Data Systems arbeitete, der richtige Mann zum Aufbau von Delta Displays Kundenstamm in Norden von England


NACHRICHTEN VON DEN ZULIEFEREN

UV-Härtung für empfindliche Bedruckstoffe TwinRay von AdPhos AG ist ein neues indirektes UV-Heizmodul, das speziell entwickelt wurde, um die Probleme bei der UV-Härtung von Kunststoffen und anderen hitzeempfindlichen Bedruckstoffen zu überwinden. In einem völlig neuen Konzept für UV-Härtung reflektiert ein dreieckiger Strahler UV-Strahlung von einem dualen Lampensystem auf den Bedruckstoff. Durch die Verwendung von indirekter UVEnergie eliminiert TwinRay praktisch alle Hitzestrahlung, so dass nur das reine UV- und sichtbare Licht verbleibt. TwinRay liefert eine leistungsfähige HochleistungsHärtung bis zu 240 W/cm, während hitzerelevante Probleme wie gewellte Bögen, hohe

Wandalensich ere Folie von McDermid Autotype MacDermid Autotype hat eine Spezialfolie eingeführt, die sowohl blendfreie als auch Antigraffiti-Eigenschaften in sich vereinigt. SIGMAGraF Anti-Glare enthält eine robuste Polyestergrundlage, die durch eine widerstandsfähige obere, äußere Oberflächenbeschichtung geschützt ist und eine mit Inkjet rückseitig druckbare untere Beschichtung enthält. Das ergibt ein Material, das unter einer Vielfalt von Lager-, Herstellungsund Endverbraucherbedingungen stabile Dimensionen behält,

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Stapeltemperaturen, Einpass- und Staplungsprobleme ausgeschaltet werden. Außerdem bleibt die Druckmaschine und ihre Umgebung kühler als mit Standard-UV- oder anderen Trocknungstechniken. Durch das duale Strahlungsdesign können Standard- und Speziallampen Seite an Seite in der gleichen Einheit verwendet werden, so dass eine optimale Härtung erfolgt und das Verfahrenspotential erweitert wird. So kann z.B. eine

leicht gehandhabt und mit Standardgeräten bedruckt werden kann. Zwei verschiedene InkjetGrundierungen werden angeboten, die „Plus“Beschichtung eignet sich für wasserbasierten Pigment-Inkjet und die „Uvjet“-Grundierung wird für UV-härtende InkjetDrucker empfohlen. Da bei der harten Beschichtung kein Füllmaterial gebraucht wird, ist das Niveau der Bildschärfe und Farbwiedergabe viel höher und leuchtender als bei vielen Konkurrenzmaterialien. Die Rezeptur der harten Beschichtung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle bei der einzigartigen Kombination von blendfreien und AntigraffitiEigenschaften. Um das Problem der Blendung auszuschalten, hat MacDermid Autotype die Oberflächeneigenschaften der harten Beschichtung geändert, so dass eine nano-aufgeraute Oberfläche entsteht, die weniger als 55% des Lichts bei einem Winkel von 60 Grad reflektiert. Außerdem wurde die Oberfläche der harten Beschichtung so behandelt, dass sie kratz-, stoß- und abriebfest ist und die Graffitifarbe kann leicht mit konventionellen Isopropanollösemitteln oder wasserbasierten Reinigungsmitteln entfernt werden. Weitere Informationen unter: www.macdermidautotype.com

WhiteCure Lampe für die Tiefenhärtung von deckenden weißen Farben mit einer Standardlampe für die Oberflächenhärtung verwendet werden. Service und Unterhaltung der TwinRay-Module ist einfach. Das Design enthält austauschbare,

leicht zu wechselnde dichromatische Reflektoreinsätze und die einfache Technik garantiert, dass die einsetzbaren Lampen in nur 30 Sekunden gewechselt werden können. Weitere Informationen unter: www.adphos.com

Neue Leistungsgarantie für 3M-Digitalfilme

Die Reihe der genehmigten 3MDigitalmaterialien für Innen- und Außenschilder und –grafiken erhält jetzt eine starke neue 3MLeistungsgarantie, die spezielle Dauerhaftigkeit und GrafikkomponentenKompatibilität bis zu 10 Jahren beinhaltet. Die unter die Garantie fallenden Materialien wurden für kurz-, mittel- und langfristig digital erstellte Grafiken entwickelt, wenn sie für flache und gebogene Bedruckstoffe verwendet werden (einschließlich genietete und gewellte Materialien). Sie sind mit den meisten der führenden lösemittelbasierten Piezo-InkjetDruckern kompatibel, einschließlich Seiko, Mutoh, Mimaki, Roland und Océ. Die Stärke der neuen 3M Leistungsgarantie ergibt sich aus den strengen Testverfahren von 3M und bezieht sich auf

Leistungskriterien für Grafikbestandteile und Druckerkompatibilität. Sie enthalten Testprotokolle über die physischen Eigenschaften, um die Dimensionsstabilität der Materialien und Bedruckstoffkompatibilität festzustellen, wenn sie Wetter und andere Umweltbedingungen ausgesetzt sind. Da die Materialien sich beim Transport und Drucken unterschiedlich verhalten können, beziehen sich die ergänzenden Testprotokolle über die mechanischen Eigenschaften auch auf verwandte Leistungsanforderungen wie Farbkompatibilität, Farbeinstellungen und Medienzu-Bedruckstoff-Haftung. Weitere Informationen über spezielle Farben und RIPs für jedes Druckerprofil unter: www.3m.com/uk/graphicsolu tions


NACHRICHTEN VON DEN ZULIEFEREN

Der neue Jeti3324 UV garantiert Geschwindigkeit und Innovation

Gandinnovations hat einen weiteren neuen Rolle-RolleDrucker, den Jeti 3324 UV, herausgebracht, der viele zusätzliche Optionen bietet, die die Bedürfnisse der Kunden im großformatigen Bereich vorwegnimmt. Es handelt sich um einen vollautomatischen sechsfarbigen Drucker, der in den Optionen 300 oder 600 dpi erhältlich ist, der die Produktionskapazität eines großformatigen Druckers besitzt, während der Druckwagen mit 24 Spectra Druckköpfen ausgestattet ist. Es sind sechs Druckköpfe pro Farbe

vorgesehen, so dass sich sechs Farbkombinationen ergeben. Der Jeti 3324 UVRTR bietet ebenfalls schnelle Druckgeschwindigkeiten zwischen 60 mÇ/Std und 90 mÇ/Std mit 300 dpi. Mit der Option von 600 dpi liegen die Druckgeschwindigkeiten zwischen 33 mÇ/St und 60 mÇ/Std. Der Drucker kann für frontleuchtende, nachleuchtende und haftende Folien sowie praktisch jeden gerollten Bedruckstoff verwendet werden. Weitere Informationen unter: www.gandinnovations.com

VUTEk jetzt mit Fiery XF RIP-Software VUTEk hat die neue EFI Fiery XC RIP-Software für ihre superbreiten Drucker eingeführt, um Hochgeschwindigkeitsdruck, eine außergewöhnliche Farbqualität und erhöhte Produktivität zu gewähren. Die Fiery XF-Software mit Bestcolor Technologie erleichtert den Anbau von Mehrfach-Proofinggeräten an die Produktionsgeräte und die Integration durch das EFI Print Management Informationssystem (MIS) und WEB2Print Produkte. EFI Fiery XF-Software liefert den VUTEk-Anwendern außerdem verbesserte Produktionskapazitäten durch ein intuitives, benutzerfreundliches Anwenderinterface und Seitenansicht mit Zoomen zur Vereinfachung der Arbeit. Dragand-drop-Fuktionen und Wizards verkürzen die Lernkurve und erleichtern die Inbetriebnahme, während die Reihenfunktion der Software Material und Geld spart, indem die Anwender so viele Dateien wie gewünscht in einen Job zusammenlegen können,

sogar Dateien mit unterschiedlichen Farbräumen. Außerdem wird durch eine Repetierfunktion, die die Erstellung jeder Anzahl von Bildern erleichtert, schnell Muster hergestellt, indem festgelegt wird, ob die Bilder horizontal, vertikal wiederholt, gespiegelt oder nicht gespiegelt werden sollen. Dieser neue RIP dient in Zukunft ebenfalls zur Integration von EFIs Print MIS Lösung. Die nächste Freigabe von Fiery XF wird den Austausch von Jobinformationen vom MIS zum Fiery unterstützen und die Ausgabe der Zuschlagkalkulation von den Geräten zurück zum MIS. Dadurch können die Anwender Materialverbrauch, Maschinenleistung und Auslastung automatisch feststellen – alles mit dem Ziel, die Arbeit der Drucker leistungsfähiger und gewinnbringender zu machen. Weitere Informationen unter: www.vutek.com/fieryxf.

Kurz gesagt ProfileMaker 5, die neueste Version der beliebten Farbmanagement-Software von GretagMacbeth wurde von Epson gewählt, um die erstklassigen ICC-Profile für den preisgekrönten Drucker Stylus Photo R800 von Epson zu entwickeln. Weitere Informationen unter: www.gretagmacbeth.com or www.i1color.com. GBC Professional hat den Saturn 8556 eingeführt, ein HochgeschwindigkeitsLaminiersystem, das zur Erhöhung der Produktivität und Maximierung des Gewinns für Drucker eingeführt wurde, die Verpackungen herstellen. Dieses vielseitige System verwendet die große Auswahl an Folien und Veredlungen von GBC, einschließlich der Optionen glänzend, matt, seidig, leinen, metallisch und Aluminium gebürstet – die dem Druckweiterverarbeiter eine große Auswahl für seinen Kunden gewährt. Durch die große Zuverlässigkeit und Genauigkeit

bei hoher Geschwindigkeit bietet der Saturn 8556 einen gleichmäßigen Output und kostengünstigen Betrieb. Weitere Informationen unter: www.gbc.com

HP hat den HP Indigo Commercial Jo Estimator für Europa, den Mittleren Osten und Afrika (EMEA) eingeführt. Als neuesten Teil seines „Capture Business Success“-Programms kalkuliert diese Software die Jobkosten für digitale und konventionelle Druckmaschinen, vergleicht und stellt die Kosten

und Zeitprofile gegenüber. Außerdem werden die Überkreuzungspunkte identifiziert, um den Anwender bei der Aufstellung einer wirtschaftlichen Druckkostenschätzung zu unterstützen. Weitere Informationen unter: www.hp.com/go/capture

Xaar hat seine erfolgreiche Partnerschaft mit Fujifilm Sericol durch die Genehmigung einer weiteren Farbe der Firma zur Verwendung mit der piezoelektrischen DOD InkjetTechnologie von Xaar erweitert. Die neue UV-härtende Allzweckfarbe Uvijet Versa wurde entwickelt, um kraftvolle, lichtfeste und dauerhafte Farben zu erzeugen, wenn sie in Verbindung mit den

Hochgeschwindigkeitsdruckköpf en XJ-126 und XJ-500 verwendet wird. Speziell für großformatigen Druck und Flachbettdrucker entwickelt, bietet die Farbe Uvijet Versa eine ausgezeichnete Haftung und eine robuste, kratzfeste Oberfläche auf einer großen Reihe von harten und flexiblen Bedruckstoffen. Weitere Informationen unter: www.xaar.co.uk FESPA WORLD SUMMER/06 9


NACHRICHTEN VON DEN ZULIEFEREN

VUTEk wird natürlich!

Mehr Farbe für drinnen und draußen Wer hat nicht schon einmal von einem tieferen Schwarz oder einem glänzenderen Cyan geträumt? Jetzt kann dieser Traum durch zwei neue Farben der Bafixan P 100 Hs Sublimationsfarbreihe für Inkjetdruck von BSF wahr werden. Der tiefe Xtra Black Farbton garantiert starke Kontraste und ein intensives Farberlebnis. Sein glänzendes Gegenstück, Türkis, kann direkt mit dem neuen Cyan-Farbton gedruckt werden. Dieses grünliche Blau entspricht einer Skalenfarbe und sieht frischer und grüner als vergleichbare Farben aus. Das Sortiment Bafixan P 100 HS besteht aus neun Farben, einschließlich Gelb, Rot, Hellrot, Brillantblau, Hellbrillantblau, Cyan, Schwarz, Xtra Schwarz und Grau, deckt den ganzen Farbfächer für Sublimationsdruck ab und kann auch für Direktdruck verwendet

werden. Diese lichtbeständigen Farben, die für Innen- oder Außenanwendung geeignet sind, sind ideal für fast alle Polyester und Polyamid-Oberflächen und ergeben selbst bei höchsten Druckgeschwindigkeiten ausgezeichnete Ergebnisse. Bafixan P Farben können in Verbindung mit großformatigen Digitaldruckmaschinen mit Epson Druckköpfen wie Mimaki, Mutoh und Roland verwendet werden. Weitere Informationen unter: www.basf.com/textile.

Neue Farbenreihe für Omnidot Greyscale Druckköpfe von Xaar Nach strengen Tests ist Xennias neue XenJet Vivide Reihe an CMGS pigmentierten UVhärtenden Farben von Xaar für die Verwendung mit ihren OmniDot 760 Greyscale Druckköpfen genehmigt worden. Die Farben bieten außergewöhnliche Sprüh-, Farbund mechanische Eigenschaften und erreichen einen neuen Qualitätsstandard auf einer großen Anzahl von flexiblen Grafiken, Verpackungen und Etikettenbedruckstoffen, wenn sie in Verbindung mit Xaars OmniDot 760 Druckköpfen verwendet werden. XenJet Vivide UV-härtende Farben sind die ersten XenniaFarben, die von Xaar für die neue

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Farbenpartnerschaft genehmigt wurden. Sie bauen auf der vorhandenen Integrationsverbindung zwischen den beiden Firmen auf. Xennia plant noch weitere Farben für Xaar-Druckköpfe im Jahr 2006. Farbfächer und Strahlkraft, Härtungsgeschwindigkeit und geringer Geruch zeichnen die XenJet Vivide Farben aus. Die gehärteten Farben haben eine ausgezeichnete Haftung und lange Lebensdauer auf vielen Bedruckstoffen zusammen mit einer hohen Widerstandsfähigkeit gegen chemische Stoffe, Abrieb, Temperatur und UV-Licht. Weiter Informationen unter: www.xaar.co.uk

Obwohl die Endverbraucher immer mehr umweltfreundliche Farben und unbeschichtete superbreite Bedruckstoffe verlangen, um nicht gefährlichen Dämpfen ausgesetzt zu sein oder teure Abluftsysteme einbauen zu müssen, möchten sie doch keine Kürzung der Vielseitigkeit und Leistung hinnehmen. Die neue umweltfreundliche BioVu Farbe von VUTEk löst all diese Probleme jedoch erfolgreich. BioVu ist die erste lösemittelbasierte Farbe, die aus einer erneuerbaren Ressource (nämlich Getreide) hergestellt wurde und die einzige, die von der US Umweltschutzbehörde (EPA) anerkannt wurde. VUTEk stellt BioVu aus Nahrungsmittelinhaltsstoffen her, die jedoch alle Vorteile der traditionellen Lösemittelfarben ohne die Beeinträchtigungen von Ecolösemittel- und Wasserfarben haben. Wie andere lösemittelbasierte Farben liefert BioVu äußerste Dauerhaftigkeit, starke Bindung

an unbeschichtete Bedruckstoffe sowie große Widerstandsfähigkeit gegenüber UV-Licht und mechanischem Verschleiß. Sie sind ebenfalls speziell für schnellen Durchsatz und Qualitätsdruck ausgelegt. Weitere Vorteile sind geringere Entsorgungskosten, da sie keine gefährlichen Materialien enthalten, Reduzierung des Geruchs des Endprodukts und ein angenehmeres Arbeitsklima für die Angestellten. Zu den umweltfreundlicheren Farben (Patent pending) zählen VUTEks BioVu in Cyan, Magenta, Geld, Schwarz und BioVu Hellcyan, Hellmagenta, Hellgelb und Hellschwarz für großformatigen Inkjetdruck. Sie können zur Zeit mit VUTEks UltraVu II 3360 Lösemitteldrucker verwendet werden und die Firma plant ihre Anwendung auf ihre anderen Lösemitteldrucker Ende des Jahres auszudehnen. Weitere Informationen unter: www.vutek.com

Ein besseres Produkt zu einem besseren Preis! Das neue Optimount von Seal ist eine doppelseitige klare Klebefolie, die dazu verwendet wird, Bilder auf Akrylbedruckstoffe aufzuspannen, um optische grafische Anwendungen wie nachleuchtende Displays herzustellen. Neben den offensichtlichen wirtschaftlichen Vorteilen hat die neue Optimount unabhängige duale Ablösekaschierer, wobei eine Seite aus klarem Polyester und die andere aus weißem Polypropylen besteht, so dass es viel einfacher zu handhaben ist. Es ist jetzt nicht nur einfacher die Ecke des Kaschierers zu finden, wenn die Haftfolie aufgebracht wird, außerdem wird die statische Aufladung reduziert

und somit das Risiko, Partikel aus der Luft anzuziehen. Während die einzigartige optische Klarheit, die für nachleuchtende Displays benötigt wird, erhalten bleibt, ist das neue Produkt speziell für moderne wasserbasierte sowie lösemittelbasierte Drucktechniken entworfen worden. Weitere Informationen unter: www.sealgraphics.com


NACHRICHTEN VON DEN ZULIEFEREN

Zwei neue Textildruckmaschinen von M&R

M&R hat zwei neue automatische Textildruckmaschinen auf den Markt gebracht. Die erst ist die Gauntlet Z, die mit M&Rs direkter digitaler Steuerung ausgestattet ist und einen Meilenstein für anwenderfreundlichen Betrieb repräsentiert. Durch die direkte digitale Steuerung können die Bediener Punkte wie Absprung, Hublänge, Rakelgeschwindigkeit und Blitzhärtung von der HauptTouchscreen und von den LEDSchalttafeln für jeden Druckkopf elektronisch einstellen. Wie schon ihre Vorgängerin die Gauntlet II, ist die Gauntlet Z durch ihre Farbkapazität, große Druckgröße, hohe Produktionsgeschwindigkeit, das anwenderfreundliche Design und kompakte Abmessung die ideale Ergänzung für jede Druckerei. Die Gauntlet Z ist in Modellen mit 12 und 14 Farben und mit einem maximalen Bildbereich von 41 cm x 56 cm erhältlich. Sie bietet praktisch alles, das sich ein Drucker nur wünschen kann, einschließlich eines superschnellen, ultraleisen servogetriebenen Registers, elektrischen Druckköpfen und Jobwiederholung, wodurch zahlreiche standardmäßige und optionale Funktionen und Einstellungen gespeichert und wiederholt werden können, einschließlich Kopier- und Druckgeschwindigkeit, StoppPositionen des Wagens vorne und hinten. Bei der direkten digitalen Steuerung können ebenfalls Druckparameter als 12 FESPA WORLD SUMMER/06

allgemeine Grundeinstellung verwendet werden oder mit anderen Druckköpfen geteilt werden. Challenger Z ist die zweite Druckmaschine, die die neuen Merkmale der Z-Reihe von M&R enthält. Sie wurde für schnelle Einrichtung und Hochgeschwindigkeitsproduktion entworfen, enthält zeitsparende, outputverbessernde Merkmale. Die Challenger Z ist in Modellen mit 12, 14, 16 und 18 Farben mit einem maximalen Bildbereich von 50 cm x 70 cm erhältlich. Standardmäßig enthält sie digital-gesteuerte Hublänge, pneumatische und mechanische Rakeldruckkontrolle, werkzeugfreie kalibrierte Winkeleinstellungen und Kompatibilität mit den Druckvorstufen-Registersystemen von M&R wie dem Tri-Loc und Double Tri-Loc. Beide Druckmaschinen der ZReihe haben einen durch Touchscreen gesteuerten servogetriebenen zentralen Absprung und unabhängigen mechanischen Druckkopfabsprung, der die individuellen Druckkopfabsprungeinstellungen durch insgesamt .79 cm bei .04 cm Inkrement erhöht. Die individuellen Druckkopfabsprünge sind für das Drucken mit dicken Farben oder speziellen satten Farben und Gels erhältlich. Weitere Informationen und Broschüre im Pdf-Format zum Downloaden unter: www.mrprint.com

Die InkjetTechnologie entwickelt sich weiter Das XY 2.0 Materials Depositon System 2.0 von Imaging Technology international (iTi) liefert voll integrierte InlineHärtung in einem ScanningInkjet-Drucksystem, das größte Tropfengenauigkeit für schwierige industrielle Anwendungen liefert. Es ist das erste InkjetDrucksystem, das dem Anwender die Steuerung von Druck und Härtung gibt, wenn inkjetbasierte Verfahren ausgebaut werden und ergänzt das existierende Materials Deposition System XY 1.0. Das Materials Deposition System 2.0 von iTi liefert den Entwicklern eine flexible und anspruchsvolle Plattform für die Entwicklung von sprühbaren Flüssigkeiten, die Analyse der Interaktion zwischen Flüssigkeiten und Bedruckstoffen und die Entwicklung von Pilotproduktionsverfahren. Es handelt sich um sehr genaue Systeme mit einer Positionswiedergabefähigkeit von +- 1 µm, geeignet für

aufkommende InkjetAnwendungen in Bereichen wie Flachdisplays, Beschichtungen, präzise Abgabe von biomedizinischen, leitenden und widerstandsfähigen Flüssigkeiten und Vierfarbdruck. Das System XY 2.0 bietet steuerbare Härtung durch den Anwender und der Kunde kann sein bevorzugtes Härtungsgerät angeben. Die Software von iTi steuert die Tiegelbewegung durch den Härtungsbereich, um die Dauer der Härtung zu kontrollieren, so dass während des Druckverfahrens willkürliche Härtungsgänge eingelegt werden können, so dass mehrfachlagige, multiflüssige Verfahren in einer einzigen Einheit entwickelt werden können. Das XY 2.0 System ist zur Zeit für Dimatix und Yaar Druckköpfe ausgelegt. Weitere Auslegung für Trident und andere industrielle Druckköpfe ist geplant. Weitere Informationen unter: www.iticorp.com

Neue Fensterfolie für perfekte Bilder Continental Grafix Ltd hat ihr Sortiment an selbstklebenden Fensterfolien durch die Einführung der panoRama 1530 in Optima Qualität erweitert. Bis jetzt haben die meisten europäischen Drucker das Perforationsmuster 1550 für die Werbung auf Autofenstern verwendet, das einen Druckbereich von 50% mit einer Lochgröße von 1,5 mm kombiniert. In der Praxis bedeutet das jedoch, dass es oft einen großen Farbunterschied zwischen dem bedruckten Fahrzeug und seinem Fensterbereich gibt.

Obwohl das neue Sortiment die gleiche Lochgröße von 1,5 mm hat, bietet sie einen Druckbereich von 70% mit viel besseren Ergebnissen. PanoRama 1530 Optima ist 120 Mikron dick und hat einen höheren Tack. Wie alle anderen Produkte von Continental Grafix lässt sie sich leicht ohne Rückstände entfernen. Sie wird entweder mit einem Polyesteroder Papierkaschierer in 300 m Originalrollen und 100 und 50 m konvertierten Rollen angeboten. Weitere Informationen unter: www.continentalgrafix.com


CHRIS’S RUBRIK

Chris’s Rubrik Nach einer spektakulären und sehr gute besuchten Ausstellung FESPA Digital Printing Europe in Amsterdam, kommt hier eine kurze Zusammenfassung der Neuigkeiten aus der FESPA und den Verbänden. Polnisches Seminar in Posen Die von der FESPA geförderten Veranstaltungen gehen weiter, das letzte fand in Posen, Polen, statt. Dort nahmen ca. 50 Drucker an einer zweitägigen Konferenz mit dem Thema „Screen and Digital – together or enemies?“ teil. Die Veranstaltung fand während der Ausstellung Euro-Reklama statt, einer ziemlich großen Werbeausstellung, die gut besucht war. PSSiDC hatte ein vielseitiges Programm organisiert, das aus einer Mischung von fachlichen Sitzungen und Zuliefererpräsentationen in den zwei Tagen bestand. Die Konferenzhalle war sehr eindrucksvoll; nach dem neuesten Stand der Technik gebaut, bot sie Audio-VisuelleSysteme, Lichtsteuerungen, eingebaute Übersetzungskabinen und ein prächtiges Theater das 250 Delegierten Platz bot – ein wunderbarer Ort. In einer Halle dieser Größe verschwanden die 70 Delegierten fast, obwohl man es PSSiDC hoch anrechnen muss, dass es ihm gelang, 70 Teilnehmer für seine erste Veranstaltung zu gewinnen. Was der Veranstaltung an Teilnehmern fehlte, wurde jedoch durch die Qualität wett gemacht. Zu den Rednern gehörte unser Michel Caza, dessen Präsentation lautete: „Screen and Digital printing – More brothers than enemies“. Wie immer war das Seminar von Michel

lebhaft, interessant und voll gepackt mit seinen beträchtlichen persönlichen Erfahrungen aus dem Gebrauch der beiden Technologien. Er zeigte, wie die Evolution des Siebdrucks zur Entwicklung des Digitaldrucks beigetragen hat und erwähnte die vielen Geschäftsmöglichkeiten durch diese beiden Technologien. Nach Präsentationen von FujiFilm Sericol, Avery Dennison, Rutland, Thieme-Agfa, MacDermid Printing Solutions und MacDermid Autotype, Luscher, JetMedia und Roland folgte eine Präsentation über E-Learning von Peter Kiddell von PDS Consulting. Der E-Learning-Kurs wird ins Polnische übersetzt und die Delegierten haben so die Möglichkeit zu sehen, wie er eventuell in ihrer eigenen Sprache präsentiert werden wird. Wir fühlten uns bei unseren polnischen Gastgebern Michal Kridel und Jacek Stencel von PSSiDC sehr wohl, ihre Gastfreundschaft war wirklich großartig. Ich hoffe, dass wir mit Unterstützung des Projekt-Komitees der FESPA ein weiteres, reines Fachseminar in Polen planen können, entweder Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres, wie es viele Delegierte wünschten. In der Zwischenzeit finden sie einen vollständigen Bericht über diese Veranstaltung in Englisch auf der FESPA Website www.fespa.com

Das slowenische 3D Druckforum Ich fühlte mich geehrt, dass ich bei der Beurteilung der Modelle für den Jugendwettbewerb des slowenischen 3D Druckforums, der während der FESPA Digital Europe stattfand, mitarbeiten durfte. Die Entscheidungen der Jury waren fast immer einstimmig und ich hoffe, die Gewinner haben sich gefreut. Der Zweck des Forums war, die Aufmerksamkeit auf die tollen Möglichkeiten des 3D-Drucks zu lenken. Obwohl das Konzept nicht ganz neu ist, sind die Aussichten, besonders bei industriellen Anwendungen, Kunst, Technologie, Medizin, Architektur und Technik beträchtlich. Die Menschen, die dieses kostenlose Seminar im SchaukastenTheater besuchten, erhielten eine Vision darüber, wie uns diese Technologie mit der Zeit alle betreffen wird. Die Modelle, die alle von jungen Leuten entworfen wurden, zeigten, wie Konzepte für die Präsentation eines Kunden geplant, entworfen, hergestellt und gedruckt werden konnten. Eine der Anwendungen, die hier abgebildet ist, war ein Modell von Piran, die das geografische Relief zeigte. Es wurde entworfen, um den Städteplanern dabei zu helfen, diese malerischen Bereich von Slowenien zu visualisieren und damit ihre Ideen besser zu präsentieren. Ein zweites Modell (auch abgebildet) ist ein multifunktionelles medizinisches mobiles Handygerät mit einem integrierten Funktionssystem zur Feststellung und Erfassung der Lebensfunktionen und Blutgruppe eines Patienten. Dies stellt ein effektives und leistungsfähiges Diagnosewerkzeug für Mediziner dar. Leider werden die Fotos der Qualität der Modelle und dem Druck nicht ganz gerecht, denn beides war ausgezeichnet. Gut gemacht Edvard Stenard, David Skirl und CESdT und danke für Ihre Vision und dass Sie uns einen kleinen Vorgeschmack davon gaben, was die Zukunft bringt. Eins der tollen 3D-Modelle, die auf dem slowenischen Druckforum

Der Stand von PSSiDC auf der Ausstellung Euro-Reklama. Von links nach rechts: Chris Smith, Michel Caza, Jacek Stencil von PSSiDC und Ludovit Bartos, der Geschäftsführer des slowakischen Verbandes.

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ausgestellt wurden.


DMI Bhargav Mistry, der geschäftsführende Direktor von Grafic Flextronica und Präsident des Siebdruckverbandes von Indien (SPAI), ein angeschlossenes Mitglied der FESPA, hat in ein großes Projekt in Indien investiert, das für alle, die mit Siebdruck zu tun haben, von beträchtlichem Nutzen sein wird, einschließlich der Firmen, die an einem Export nach Indien interessiert sind. Nach Bhargavs Vater DMI (Dhirubhai Mistry Institute) genannt, liefert das Institut erstklassige Einrichtungen für Neulinge und erfahrene Drucker. Das Institut enthält einen Demonstrationsbereich für Graficas holistische Auswahl an Maschinen und Lösungen; eine Druck-, Ausbildungs- und Trainingseinrichtung für Studenten und Fachleute sowie einen Konferenzraum und Geschäftseinrichtungen für PR- und Marketingzwecke.

Serbisches Seminar und neuer Ausstellungsraum Das FESPA-Präsidiumsmitglied Gyorgy Kovacs (aus Ungarn) zollte dem serbischen Geschäftsführer Dusan Golubovic bei der offiziellen Eröffnung dieses neuen Ausstellungsraums in Belgrad Anfang Mai seine Anerkennung. Das fand während eines zweitägigen Seminars statt, zu dem jeden Tag ungefähr 30 Teilnehmer kamen. Nach einer Begrüßungsrede von Dusan erklärte Gyorgy, wie wichtig Seminare sind und dass die FESPA derartige Projekte sehr gerne unterstützt. Gyorgy selbst war für die aktive Werbung für Seminare, Workshops und Mini-FESPAs in Osteuropa zuständig, von denen viele sehr erfolgreich waren. Zu den Rednern auf der MaiVeranstaltung gehörten Hans Bense vom holländischen Büro des Maschinenherstellers A.W.T. und die Brüder Scarltritt der italienischen Firma E.T.S. Die Präsentationen über Stoffdruck – Direkt-, Transfer, Sublimations- und Spezialeffektedruck – sowie metallische Anwendungen wurden sehr gut aufgenommen und insgesamt warb die Veranstaltung erfolgreich für Siebdruck, die FESPA und Dusans neues Geschäft.

Durch diese Initiative werden die Studenten ermutigt in den Siebdruckbereich zu gehen, indem sie Zugang zur neuesten verbesserten Technologie erhalten, so dass Indien hochqualifizierte Praktiker erhält. Die Ausbildung ist kostenlos, man bietet den Studenten eine Rückzahlung, wenn ihre Ausbildung abgeschlossen ist. Zuerst müssen die Studenten ca. ?465 zahlen und dafür eine praktische Ausbildung zwischen drei bis sechs Monaten absolvieren. Danach folgt eine Arbeitszeit von einem Jahr in einer Firma in der Nähe ihrer Heimatstadt. Wenn sie ihre Ausbildung beendet haben, erhalten sie ein Zeugnis über die Vollendung ihrer Lehre. In diesem Stadium wird ihnen ihre Einzahlung wieder erstattet. Sie denken sich vielleicht, warum soll die Ausbildung kostenlos sein? Es wird jedoch erwartet, dass Anreiz einer kostenlosen Ausbildung mehr junge Leute

Zugang zum Bereich „nur für Mitglieder“ der FESPA-Website erhalten, wo sie jede fachliche Frage über Sieb-, Digital- und Tampondruck stellen können. Die Antworten werden durch E-Mail geliefert – normalerweise innerhalb von 24 Stunden, nachdem die Frage gestellt wurde. Und der Service ist völlig KOSTENLOS! Warum versuchen Sie es nicht schon heute? Wenn Sie Ihr Passwort noch nicht erhalten haben, dann setzen Sie sich bitte mit ihrem Verbands-Geschäftsführer in Verbindung oder senden Sie mir eine EMail unter: chris.smith@fespa.com

Türkei Der Mangel an genügend ausgebildetem, qualifizierten Personal in der Außenwerbung ist ein Hauptproblem der Türkei. Mittlerweile sind endlich die Bemühungen von ARED um die Ausbildung von qualifiziertem Personal für den Siebdruckbereich, wie in dem Arbeitsplan von diesem Jahr geplant, zufriedenstellend gelaufen. Im letzten Jahr stellte ARED einen Antrag über ein „Außenwerbungs- und Siebdruck-Programm“ an der Izmir Aegean University Vocational Studies School und übernahm es, für alle benötigten

Technischer Frage- und Antwortservice Obwohl unvoreingenommener Expertenrat über die Haupttechnologien in unserem Bereich schwer zu bekommen ist, sollte dieses Problem die Mitglieder der nationalen Verbände der FESPA (und angeschlossene Verbände) nicht mehr lange betreffen. Mittlerweile dürften alle ihre Passwörter (von ihren nationalen Verbänden) erhalten haben, so dass sie

(Von links nach rechts) Herr Erkan Güldogan / Say Sign Company, ARED Mitglied Prof. Dr. Ülkü Bayindir / Rektor der ägäischen Universität

Ein Techniker zeigt die neuen Einrichtungen von DMI

CHRIS’S RUBRIK

ermutigt, in diesen Bereich zu gehen. Das ist ein Plan, der sich vielleicht auch für andere Länder in Zukunft lohnen könnte. Bhargav ist außerdem bestrebt, europäischen Firmen Zugang zu Einrichtungen nach neuestem Stand der Technik zu verschaffen, einschließlich Ausstellungs- und Konferenzräume, zusammen mit ausgebildetem Personal, damit sie ihre Produkte und Dienstleistungen potentiellen Kunden auf dem indischen Kontinent anbieten können. Weitere Informationen hierüber finden Sie auf der FESPA-Website unter: www.fespa.com

Werkzeuge und Geräte für die Ausbildung und sogar für eine Anstellung danach zu sorgen. Außerdem sollte eine detaillierte Untersuchung über die Lage der Außenwerbung in der Türkei folgen. Das Ergebnis war, dass die Handwerkskammer in Izmir einen finanziellen Beitrag von ?100.000 versprach und die Mitgliederversammlung des Rates für Höhere Ausbildung in der Türkei genehmigte das Projekt, das im Schuljahr 2006-2007 stattfinden wird. Das Geld wird für Klassenräume, Labors, Workshops etc. verwendet. Folglich werden die ersten 40 Studenten ihr Studium später in diesem Jahr beginnen. Die FESPA kann vielleicht durch einige der vom Projekt-Komitee geplanten Aktivitäten helfen, wenn ein Antrag gestellt und unterstützt wird.

FESPA Website Ich hoffe, wenn Sie diese Ausgabe der FESPA World lesen, ist unsere verbesserte Website fertig und ins Internet gestellt, nachdem einige Änderungen in Inhalt und Layout gemacht wurden. Diese Website ist hauptsächlich für FESPA-Mitglieder entworfen worden. Wenn Sie also irgendwelche Ideen oder Vorschläge haben, wie sie weiter verbessert werden könnte, dann lassen Sie es mich bitte wissen. So, das wär’s für diese Ausgabe, doch erwarten wir weitere Projekteinreichungen für eine große Anzahl von Aktivitäten im Sommer, über die ich beim nächsten Mal berichten werde. Wenn zwischenzeitlich jemand mehr übe FESPA-Aktivitäten erfahren will, dann setzen Sie sich mit mir in Verbindung, vorzugsweise durch E-Mail unter: chris.smith@fespa.com

Akin Kazancoglu /Vize-Präsident der Handelskammer, Izmir Birol Fedai / Sistem Print Company, ARED Präsidiumsmitglied.

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NACHRICHTEN AUS DEN VERBÄNDEN

Die FESPA begrüßt Italien Die FESPA hat einen neuen italienischen nationalen Verband mit sofortiger Wirkung in die Organisation aufgenommen. SIOTEC (Serigrafie Italiane Organizzate Tecnologie Correlate) mit Sitz in Mailand wurde von den italienischen Behörden im Februar dieses Jahres anerkannt. Der neue Verband, dessen Präsident Claudio Frassinelli von Frassinelli Serigrafia ist, hat ein Präsidium mit elf Mitgliedern, bestehend aus vier Zulieferern (Saati; Chiossi e Cavazutti; Grafco und Kiian), sechs Druckereien und einem Vorstand. Der Verband hat bereits Mitglieder aus der Toskana, Puglia, Piemont, Lombardei, Veneto, Friaul, Emilia Romania und Campagna, so dass er italienische Drucker und Zulieferer überall im Land repräsentiert. Der FESPA-Geschäftsführer Nigel Steffens erläutert: „Italien hat eine dynamische, kraftvolle Sieb-, Schilder- und DigitaldruckGemeinschaft und wir von der FESPA sind begeistert, dass die Lieferanten von Druckdiensten wieder auf eine engagierte Organisation zählen können, die sie unterstützt. Das neue Team

NACHRUF

Alex de Gelsey, der Gründer des Farbenherstellers Sericol, Broadstairs, starb am Sonntag, 16. April 2006. 16 FESPA WORLD SUMMER/06

bei SIOTEC ist engagiert, konzentriert und freut sich darauf, an FESPA-Aktivitäten teilzunehmen. Wir möchten alle Drucker in Italien ermutigen, die Organisation zu unterstützen. Neben den nationalen Initiativen zur Unterstützung der Unternehmen, die von SIOTEC selbst angeboten werden, haben die Mitglieder des neuen Verbandes auch Zugang zu den verschiedenen Ausbildungs-, Trainings- und praktischen Entwicklungswerkzeugen durch die FESPA. Dazu gehören die beglaubigte PDF-Software in Verbindung mit Enfocus, FESPAs Online-Training und –Ausbildung, der neue FESPAOnlineservice über technische Fragen und Antworten und viele andere internationale Projekte, die zur Zeit in der Entwicklung sind.

SIOtec Von links nach rechts: Alberto Consalter, Agostino Musitelli, Emanuele Albani, Kiian Claudio Frassinelli, Paolo Lorusso, Daniela Rizzardi (Saati), Massimo Poli, Ugo Chiossi (Chiossi e Cavazzuti), Roberto Posarelli, Gianpaolo Coin (Grafco), Paolo Santi.

Der Geschäftsführer von SIOTEC, Massimo Poli, erläutert: „Als gemeinnützige Organisation kann SIOTEC den Mitgliedsfirmen eine positive Alternative zu wirtschaftlicher Isolation bieten, sie erhalten Zugang zu neuen Möglichkeiten, öffnen Türen innerhalb des Marktes und erweitern das Bewusstsein über die Fähigkeiten des Sektors. „SIOTEC begrüßt die Vorteile und Verantwortung, die die Mitgliedschaft bei der FESPA mit sich bringt. Durch die FESPA kann SIOTEC einen laufenden Dialog mit gleich gesinnten Organisationen weltweit aufrecht erhalten, angefangen in Europa. Die italienische Sieb- und

Digitaldruckgemeinschaft ist kraftvoll und entwickelt sich schnell und wird von vielen als positive internationale Bezugsgröße betrachtet. Die italienischen Drucker benötigen jedoch frische Ideen und Ressourcen von anderen europäischen Mitspielern, die ihnen helfen die heutigen wirtschaftlichen Herausforderungen anzunehmen und ihren erstklassigen Ruf wieder herzustellen. Meiner Meinung nach ist die FESPA für SIOTEC was die EU für Italien ist – man schafft es unmöglich ohne sie.“ Die Website der neuen Organisation finden Sie unter: www.siotec.it

Alex de Gelsey CBE, DL Alex de Gelsey verließ seine ungarische Heimat 1946 und ging nach England, um der tyrannischen kommunistischen Herrschaft zu entfliehen, seine Ausbildung und Leidenschaft für Wissenschaft und Farbfotografie zu verfolgen. Nach Abschluss seines Studiums an der Universität von Cambridge trat er in die Forschungsabteilung von Kodak ein. 1951 verließ er Kodak, um sein eigenes Untenehmen zu gründen, die Photo Colour Laboratories, die später zu Sericol wurden. Nach dem Erwerb von Sericol durch Burmah Castrol im Jahr 1983 war Alex noch als Vorsitzender von Sericol und als geschäftsführender Direktor von Burmah Chemicals aktiv. Durch seinen unternehmerischen Führungsstil mit Konzentration auf Produktentwicklung, seine dem Kunden zugewandte Mentalität, zielbewusste Entschlossenheit und großen Stolz auf die Leistungen von anderen baute er eine

Firma auf, die zum uneingeschränkten Führer der Siebdruckbranche wurde. Alex ging alles in seinem Leben mit Tatkraft, Begeisterung, großer Energie und viel Erfolg an. Zusätzlich zu seiner Karriere bei Sericol war er in England und Ungarn sehr aktiv für die Allgemeinheit tätig. Er war Vorsitzender von einigen regionalen städtischen Ausschüssen in England. Er wurde von der Königin als Commander of the British Empire (CBE) geehrt und zum stellvertretenden Lord Lieutenant of Kent ernannt. In Ungarn und England arbeitete er unermüdlich, um den Arbeitslosen durch die Förderung der Small Business Foundation (Stiftung für kleine Unternehmen) und Enterprise Agencies zu helfen. Der Prinz von Wales würdigte seine Arbeit und der Präsident von Ungarn verlieh ihm zwei Orden in Anerkennung seiner Bemühungen. Wir werden ihn sehr vermissen.


TERMINKALENDER 2006/7 SIGN Africa 16. – 18. August 2006 Sandton Convention Centre, Johannesburg Ausrichter: Practical Publishing Tel: ++27 11 609 8899 Email: dyelan@practicalpublishing.co.za www.signafrica.com

FESPA Mitgliederversammlung 14. - 15. September 2006, Bratislava, Slovakia Radisson Carlton Hotel www.fespa.com

Visual Communication Europe 20. – 22. September, 2006 Hall 7/3 Paris Expo Porte de Versailles, Paris Ausrichter: Reed Exhibitions Tel: ++31 (0)147 56 24 33 e-mail: alexandra.bouvard@reedexpo.fr www.visualparis.com

SGIA 2006 26. - 29. September, 2006 Las Vegas convention Centre Las Vegas Ausrichter: SGIA Tel: 001 220 313 489 Fax: 001 703 369 1328 e-mail: sylvia@sgia.org www.sgia.org

Visual Communication Graphic Arts & Packaging Balkan trade expo. Oktober 2006 – Datum wird noch bekannt gegeben Saloniki, Nordgriechenland Ausrichter: Materia Grigia Tel.: +30-210-3640197 (2 Leitungen) Fax: +30-210-3608903

17. Europäisches Siedruckertreffen 12. – 14. Oktober 2006 Bregenz, Österreich Ausrichter: Glatz Schilder GmbH Kontaktadresse: Alexander Eberle/Kurt Kusternig Tel: +43 5574 802 806 e-mail: kurt.kusternig@glatz.at www.glatz.at

PRO Sign 2006 19. – 21. Oktober 2006 Ausstellungszentrum Frankfurter Messe, Frankfurt Ausrichter: Reed Exhibitions Tel: +49 (0) 211 90191-128 Fax: +49 (0)211 90 191-138 e-mail: egeef@reedexpo.de www.prosign-messe.com

Visual Communication Italia

FESPA 2007

9. – 11. November 2006 Mailänder Messe, Mailand, Italien Ausrichter : Reed Exhibitions Tel: ++ 0744 400544 Fax: ++ 0744 403708 e-mail: beatrice.cavalletti@reedexpo.it www.visualcommunication.it

5. – 9. Juni 2007 Messe Berlin, Berlin Ausrichter: FESPA Tel: +44 1737 229 727 Fax +44 1737 240 770 e-mail: info@fespa.com www.fespa.com

Screen Printing & Signs China Digital Printing China 2006 16. - 19. November, 2006 INTEX Exhibition Centre, Ningbo City, Zhejiang Province, China Ausrichter: CSGIA Tel: 86 10 84043402 Fax: 86 10 64034996 e-mail: shenchunyan@csgia.org www.csgia.org

Sign Istanbul, International Digital & Outdoor Advertising Fair, 7. – 10. Dezember 2006 Tuyap Beylikudzu, Türkei Ausrichter: IFO ISTANBUL Fair Organization Tel: 90 212 2757579 Fax: 90 212 2883611 e-mail: ifo@ifo.com.tr www.ifo.com.tr

FESPA World Expo India 2007 7. – 9. Dezember 2007 Pragati Maidan Neu Delhi, Indien Ausrichter: FESPA www.fespa.com

FESPA Digital Printing Europe 2008 1. – 3. April 2008 Geneva Palexpo, Genf, Schweiz Ausrichter: FESPA www.fespa.com

Wenn Ihre Veranstaltung auf dieser Seite erscheinen soll, dann senden Sie bitte vollständige Informationen über E-Mail an Val Hirst unter: val@valhirst.demon.co.uk


STELLUNGNAHME

Dr. Sem Seaborne, Vorsitzender des ESMAKomitees für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz warnt jeden vor chemischen Produkten, die von außerhalb Europas kommen.

Making a stink about ink! Erst kürzlich zeigte sich das ESMA-Komitee für Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz sehr besorgt über Farben und andere Chemieprodukte für die Sieb- und Spezialdruckmärkte, die in Europa verkauft werden und von außerhalb Europas stammen. Wir starten eine Initiative mit dem Ziel, sowohl unsere Mitglieder als auch die FESPA-Mitglieder über die Probleme zu informieren, die auf uns zu kommen und gleichzeitig informieren wir unsere Kunden über die potentiellen Gesundheitsrisiken für ihre Angestellten. Wir informieren ebenfalls die Presse und andere Fachverbände und nehmen Einfluss auf Mitglieder des Europäischen Parlaments und Staatsbeamte in entsprechenden Komitees. Das Problem ist folgendes. Uns allen wurde auf der FESPA 2005 in München klar, wie stark der Konkurrenzdruck aus Asien für europäische Hersteller von Chemikalien ist. Besonders die Farbenhersteller waren sich der Einführung von einer großen Auswahl an Sieb-, Tampon- und Digitaldruckfarben durch asiatische Hersteller auf dem globalisierten Markt bewusst. Es wird vermittelt, dass es darum geht, je billiger die Produkte, desto besser ist es für den Anwender, gleichgültig ob mögliche Risiken für den Kunden und die Umwelt bestehen. Lassen Sie uns den Tatsachen ins Auge sehen. Die Etikettierung vieler dieser Produkte ist gemäß den EU-Gesetzen entweder falsch oder fehlt völlig, während die europäischen Sicherheitsdatenblätter ebenfalls entweder falsch, unvollständig

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sind oder völlig fehlen. Die Inhaltsstoffe sind zweifelhaft und sind wahrscheinlich nicht in Europa getestet und nach den europäischen Listen EINECS und ELINCS für chemische Stoffe genehmigt worden oder stimmen nicht mit den verfügbaren REACH-Vorschriften für Kontrollen bei Chemikalien überein. In den europäischen Gesetzen, die für ESMA-Mitglieder gelten, sind alle diese Themen klar geregelt, die verantwortungsbewusste Hersteller von chemischen Präparaten gemacht und in Europa verteilt haben und die den Anwender schützen sollen. Es gibt jedoch einen Mangel an Durchführungsverfahren der örtlichen Behörden. Bereits an der Grenze begegnet uns ein völliger Mangel an Kontrolle der eingeführten Stoffe und Präparate von außerhalb Europas. Dies trifft jedenfalls auf Deutschland zu, doch auch für viele andere der 25 Mitglieder der EU. Betrachten wir das Beispiel der Druckfarben, Herkunftsland: Die Volksrepublik China. Das Einzige, an dem der Zöllner interessiert ist, ist die ZolltarifNummer. Wenn er diese Nummer hat, dann bewertet er derartige Druckfarben, so dass das Zoll- und Steueramt in der Lage ist Zoll zu erheben, bevor sie ohne weitere Kontrollen an den Importeur gehen. Somit kommen die Produkte leicht in unsere Länder, mit oder ohne Etikettierung, mit oder ohne Gesundheitsund Sicherheitsdatenblätter und mit oder ohne Übereinstimmungsbescheinigungen gemäß den Zulassungen der Inhaltsstoffe in den Listen für chemische Substanzen ELINCS oder EINECS. Der Importeur (der

oft das Gesetz nicht kennt oder nicht kennen will) bringt das Produkt auf den Markt, also zum Kunden, dem Drucker. Um sicher zu stellen, dass alle Importe mit dem Gesetz übereinstimmen, hat jedes Land eine Behörde, die gewährleisten soll, dass die Firmen, die auf diese Art und Weise Handel treiben, alle aktuellen Gesetze und Vorschriften erfüllen. In Deutschland ist es die Handelsüberwachungsbehörde, in England ist es die Gesundheits- und SicherheitsExekutive. Doch diese Behörden werden erst aktiv, wenn bereits ein Prozess gegen einen derartigen Importeur angestrengt wurde, besonders wenn der Verdacht eines Bruchs der Gesetze und Vorschriften besteht. Doch ist das für einen Siebdrucker ohne genaues und präzises Wissen sehr schwer durchzuziehen. Das letzte Glied der „Lieferkette“ ist der Kunde, der Drucker. Gemäß den geltenden Vorschriften darf er ein Produkt ohne fehlendes Sicherheitsdatenblatt und ohne entsprechende und korrekte Gesundheitsund Sicherheitsetikettierung nicht benutzen oder auch nur annehmen. Die Anweisung für eine korrekte Etikettierung ist immer genau im Materialsicherheitsdatenblatt beschrieben. So handelt es sich entweder um mangelndes Wissen oder völlige Unkenntnis von vielen Druckern zu diesem Thema, die somit die Gesundheit und das Leben ihrer Angestellten riskieren, weil sie einfach nicht wissen, dass derartige Regeln und Vorschriften existieren. Die Behörde für Sicherheit am Arbeitsplatz jedes europäischen Landes ist


STELLUNGNAHME

für die Aufklärung der Kunden verantwortlich. In Deutschland ist das BG Druck und in England HSE. Doch kontrollieren diese Behörden nur gemäß ihrem normalen Besuchsplan. Ein Weg, um das Thema zu forcieren und die Kontrolle zu liefern, die der Drucker benötigt wäre, derartige Anwender, die gegen das Gesetz verstoßen, anzuzeigen. Wir alle wissen, dass es sich um ein schwieriges Thema handelt: Indem derartige Kunden aufgezeigt werden, können wir bestimmt nicht das Wohlwollen gewinnen oder erhalten. Deshalb glauben wir, dass es der bessere Weg ist, die Kunden über ihre laufenden Verpflichtungen zu informieren. Somit versuchen wir jeden in der Lieferkette und besonders den Drucker zu ermutigen, Großhändler/Importeure von chemischen Produkten identifizieren zu helfen und sie den Behörden zu melden, wenn die Produkte nicht richtig etikettiert sind oder falsche Informationen tragen. Schließlich setzen diese Firmen ihre Arbeiter, Kollegen und die Umwelt Risiken aus. Alle ESMA-Mitglieder haben sich bei ihrem Beitritt zum Verband verpflichtet, den Verhaltenskodex der ESMA einzuhalten. Jetzt helfen Sie uns bitte dabei, diejenigen zu erkennen und zu verfolgen, die sich dafür entschieden haben, unsere Gesetze und Vorschriften in Europa nicht einzuhalten. Um Sie dabei zu unterstützen die Behörde in Ihrem Land zu finden, die die Gesetze und Vorschriften in Bezug auf den Verkauf und Verteilung von chemischen Produkten kontrolliert, haben wir eine vollständige Liste der europäischen

Behörden pro Land vorbereitet, so dass Sie wissen, an wen Sie sich wenden können. Die Liste erhalten Sie einfach unter www.esma.com Nur wenn Sie derartige Informationen liefern, können die Gesundheits- und Sicherheitsbehörden in Ihrem Land diesen Fall aufnehmen und verfolgen. Wir müssen zusammen handeln, bevor wir mit einer Flut an billigen und schmutzigen Produkten gefährdet werden. Es muss unterstrichen werden, dass die ESMA-Mitglieder nicht per se gegen Konkurrenz aus außereuropäischen Ländern sind. Unser Aufruf hat nichts mit Protektionismus zu tun. Seriöse, verlässliche und gesetzestreue Hersteller wie die ESMA-Mitglieder scheuen keine Mühe, um die aktuellen Gesetze und Vorschriften für den Verkauf von chemischen Produkten in Europa zu erfüllen, wozu einige unserer nichteuropäischen Konkurrenten einfach nicht willens sind. Helfen Sie uns, Europa zu einem sichereren und gesünderen Arbeitsumfeld zu machen.

Wie ist Ihre Meinung zum Import von billigen Chemikalien? Kennen Sie eine Horrorgeschichte oder haben Sie eine positive Erfahrung gemacht, die Sie gerne mitteilen möchten? Wenn ja, dann mailen Sie an: val@valhirst.demon.co.uk

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RÜCKSCHAU AUF DIE FESPA DIGITAL PRINTING EUROPE

The Blockbuster! Es war kaum zu glauben, dass nach weniger als einem Jahr seit der rekordbrechenden Ausstellung FESPA 2005 in München die FESPA wieder eine wirklich tolle Veranstaltung organisieren konnte – die FESPA Digital Printing Europe. Während der drei Tage der Ausstellung kamen über 12.000 Besucher zum RAI, Amsterdams Ausstellungszentrum, um die neuesten Produkte und Dienstleistungen anzusehen, die von 234 führenden Herstellern und Zulieferern aus dem Digitalbereich angeboten wurden. Der Erfolg der Ausstellung war zumindest für einige noch überraschender, da die FESPA zum ersten Mal in ihrer 43-jährigen Geschichte eine reine digitale Veranstaltung ausrichtete. Als die Pläne für die Ausstellung zuerst im letzten Jahr bekannt gegeben wurden, bezweifelten einige den Wert einer neuen Ausstellung in einem bereits überfüllten Ausstellungskalender im Frühjahr. Die Ausstellung wurde jedoch sofort von potentiellen Ausstellern angenommen und die FESPA hatte die gesamte verfügbare Standfläche Ende März verkauft und begann eine Warteliste. Dem RAI gelang es jedoch weitere Flächen zur Verfügung zu 20 FESPA WORLD SUMMER/06

stellen, so dass alle Firmen auf der Warteliste noch einen Platz bekamen. Doch trotz dieser Begeisterung auf Seiten der Aussteller war die große Frage – würden auch Besucher kommen. Glücklicherweise war die Antwort ein lautes JA. In den drei Tagen kamen 9317 individuelle Besucher aus 103 verschiedenen Ländern nach Amsterdam, von denen viele die Ausstellung an mehr als einem Tag besuchten. Insgesamt betrug die Teilnehmerzahl fantastische 12.323 und die Hallen 8, 9 und 10 des RAI waren bis zum Bersten gefüllt und die Atmosphäre war wirklich aufregend. Die Besucher beschrieben die Ausstellung abwechselnd als „kraftvoll“ und „toll“ und zumindest ein erfahrener Ausstellungsbesucher bestand darauf, dass es die beste Ausstellung sei, die er je erlebt habe. Die Besucher zeigten wirklich kein Anzeichen einer Ausstellungsmüdigkeit.

www.fespadigital.com

Stattdessen nahmen sie eifrig die Gelegenheit wahr, die Angebote zu überprüfen. Dazu gehörten 12 kostenlose Seminare und Produktpräsentationen, die in einem speziell errichteten Ausstellungstheater vor Ort stattfanden. Andere entschieden sich für das niveauvolle Konferenzprogramm der FESPA, das am zweiten und dritten Tag der Ausstellung stattfand und nicht weniger als 22 erstklassige Redner sprachen über jeden Aspekt des Digitaldrucks. Wenn Sie die Ausstellung besuchten, dann können Ihnen die folgenden Seiten als Gedächtnisstütze dienen oder wenn sie einfach aufholen möchten, was Sie verpassten, dann finden Sie meine Ausstellungs-Höhepunkte und Mark Goddens unnachahmliche Reaktion auf die Veranstaltung auf der nächsten Seite.


„Wir sind vom Interesse und Austausch auf unserem Stand überwältigt gewesen. Die Ausstellung konzentriert sich auf „Digital“ und unser Stand war laufend überfüllt....es war wirklich eine fantastische Verkaufs- und Marketingmöglichkeit.“ Gordon Hendriks, Marcom Manager Benelux, Agfa

FESPA Digital Printing Europe 2008 Am letzten Tag der Ausstellung brachen die Aussteller bereits über den FESPA-Stand herein, um ihre Teilnahme an der nächsten FESPA Digital Printing Europe zu sichern. Geplant für den 1. – 3. April 2008 findet die Veranstaltung im Geneva Palexpo, Schweiz, statt, einem internationalen Ausstellungszentrum, das in nur zehn Minuten zu Fuß vom Flughafen zu erreichen ist. Ideal gelegen am Ufer des größten Sees in Zentraleuropa, ist Genf eine schöne Stadt, die den Besuchern viel zu bieten hat. Es gibt 130 Hotels mit 14.000 Betten und ausgezeichnete Verbindungen via Luft, Bahn und Straße von den meisten europäischen Städten aus. Außerdem ist der Stadtverkehr in Genf während der FESPA Digital 2008 für alle Besucher und Aussteller KOSTENLOS. Weitere Informationen unter: www.fespa.com

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FESPA DIGITAL PRINTING EUROPE

Ausstellungshöhepunkte Es gab so viel zu sehen und die Zeit war so kurz. Bei so einem verwirrenden Aufgebot an Geräten und Materialien kann es passieren, dass die Besucher einige der bemerkenswertesten Produkte verfehlten. Val Hirst auf Tour zu den Ausstellungshöhepunkten.

Da Fillink Technologies im vergangenen Jahr enorm gewachsen war, kam es nicht überraschend, dass sie sich entschied, auf der Ausstellung drei neue Produkte zur Verwendung mit ColorSpan Display Maker, Mutoh Spitfire und NUR Fresco einzuführen. Für den Mutoh Spitfire führte Fillink die ersten Farbenlösemittel in 220 ml und 440 ml Kartuschen und in Flaschen mit 1 l, alle mit „Smart Card“, ein. Auf dem VUTEk-Stand konnten die Besucher den neuen Fiery XF-RIP besichtigen, der mittlerweile zur Standardausrüstung aller VUTEk-Maschinen gehört, dann die neue umweltfreundliche Lösemittelfarbe BioVu und das neue 600 dpi Modul für die PressVu UV 320/400 Flachbettdruckmaschine, das schärferen Text für Anwendungen liefert, die aus der Nähe betrachtet werden müssen. VUTEk hat zusammen mit seinem exklusiven Partner Codice das Double System Control Visual (DSCV) Static 22 FESPA WORLD SUMMER/06

and Dynamic Technologies eingeführt, das besonders zur Erstellung von ins Auge fallend grafischen Effekten für Innenund Außenwerbung entworfen wurde. NUR stellte ihre Rollen beschickten und Flachbett-UVInkjetdruckmaschinen zusammen mit einer neuen RIP-Option und neuer linsenförmiger 3DDruckanwendung aus, die HumanEyes TechnologieSoftware (menschliche Augen) für die Erstellung von linsenförmigen Inhalten, besonders linsenförmigen Bedruckstoffen einschließt, plus der NUR Tempo II FlachbettUV-Inkjetdruckmaschine. Damit kann eine Vielzahl an linsenförmigen Produkten hergestellt werden, so dass Digitaldrucker neue und lukrative Märkte betreten können. Das hochwertige Bildverarbeitungssystem der NUR Tempo II optimiert die 3D-Druckqualität durch eine genau Ausrichtung zwischen Bedruckstoff und Drucker.

HP führte auf der Ausstellung ihre digitalen Drucklösungen vor, um die Siebdrucker dabei zu unterstützen, spannende neue Möglichkeiten für variablen Datendruck, kostengünstige kleinere Auflagen und einen größeren Rahmen für Kundenkreativität zu liefern. Das aktuelle Druckerangebot von HP ist so umfassend wie immer für die großformatigen, Spezial-, breiten bis zu superbreiten Druckmärkte. Die Begeisterung für den großformatigen Inkjetdrucker JetPrint von Luscher war groß und ein Besucher bestätigte seinen Auftrag am ersten Tag der Ausstellung. Andere Besucher werden in Kürze die Fabrik von Luscher in der Schweiz besuchen, um vor der Auftragserteilung Tests im Haus durchführen zu lassen. Durst kündigte einen weiteren Rho UV-Inkjet-Drucker an. Der Rho 600 Pictor ist eine kompakte Version des Rho 600 und verwendet dieselbe Technologie wie andere Rho-

Drucker. Durst erläutert, dass es sich um die erste preisgünstige industrielle UV-härtende Flachbettdruckmaschine auf dem Markt handelt und dass sie besonders für Schilderhersteller und kleinere Druckereien geeignet ist, die bereits einen gewissen Umfang an Flachbettaufträgen haben, ihn jedoch erweitern möchten. Kleiner als die Rho 600 mit 160 cm Breite enthält der Pictor die bewährte Quadro Array Druckkopftechnologie von Durst und eignet sich ideal für den Druck von kleinen Produkten wie sie gewöhnlich von Schilderfirmen hergestellt werden. Diese Eigenschaft wird durch eine Spezialsoftware verbessert, die den Druck von verschiedenen kleinen Produkten neben einander erleichtert und so die Produktivität und den Gewinn maximiert. Die extrem kompakte Bauweise dieser brandneuen Maschine bedeutet, dass sie leicht beim Kunden zu integrieren ist.


Fujifilm Sericol zeigte ihre eindrucksvolle Auswahl an Inca-Geräten und Verbrauchsartikeln für breitund superbreitformatigen Druck. Die Firma setzte ein internationales Team ein, um die Besucher zu informieren und zu unterhalten, während die Geräte mit voller Produktionsgeschwindigkeit liefen. Es gab viel Interesse an der Columbia Turbo und Spyder 320, besonders gut kam die Erweiterung auf 6 Farben und weiß für die Spyder 320 an. Die Spühl AG präsentierte die Virtu RS35 – eine 3,5 m breite UV-InkjetDigitaldruckmaschine für Flachbett und Rolle-Rolle Anwendung und berichtete, dass sie zahlreiche Anfragen nach Kundenvorführungen und Musterdrucken erhielt. Sie plant in Zukunft eine Reihe von industriellen Druckmaschinen einzuführen. Matan Digital Printers führte den Matan Spot36 ein, ihren neuesten Drucker, der für die Produktion von Wegweisern, Verkehrsschildern und Fenstergrafiken entwickelt wurde. Der Drucker ist eine großformatigere Version des Matan Spring und ist mit innovativen dauerhaften Druckköpfen ausgestattet, womit non-stopp bei hoher Geschwindigkeit 24 FESPA WORLD SUMMER/06

Qualitätsdruck geliefert werden kann. Er kann bis zu zwei Farben in einem Durchgang drucken, mit 400 x 1200 Auflösung in Breiten bis zu 930 mm und bietet eine Druckbreite von bis zu 924 mm. Die Farbbänder für diesen Drucker sind in einem breiten Spektrum von Spotfarben, einem speziellen Verkehrsrot, Blau und Grün, schimmerndem metallischen Gold und Silver, geätztem und undurchsichtigem Weiß erhältlich. Sie liefert ebenfalls eine große Auswahl an Bedruckstoffen, einschließlich reflektierende Verkehrsmedien. Der neue Jeti 3324 UV RolleRolle-Drucker von Gandinnovations zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Dieser neueste sechsfarbige Drucker hat 24 Spectra Druckköpfe und Geschwindigkeiten zwischen 60 mÇ/Std und 98 mÇ/Std bei 300 dpi. Mit der 600 dpi Option fangen die Druckgeschwindigkeiten bei 33 mÇ/Std an bis zu 60 mÇ/Std. Der Jet 3324 UVRTR wurde für eine große Anzahl von verschiedenen Medienarten und praktisch jeden gerollten Bedruckstoff entwickelt. Auf der Ausstellung hatte auch MacDermid ColorSpan Gelegenheit seine neueste Flachbett-UV-

Inkjetdruckmaschine vorzustellen, die ColorSpan 9840UV. Die Maschine druckt auf harte Bögen oder flexible Rollen bis zu 2,5 m Breite und 70 mm Dicke. Die 9840UV verfügt über ein riemenangetriebenes Medienanlegesystem und 16 elektrische Micro-Quadro Piezo Druckköpfe in 600 dpi, liefert echte 600 x 600 dpi Qualität und Druckgeschwindigkeiten von bis zu 75,4 mÇ/Std. Die Druckmaschine stellt die Abkehr von den aktuellen MacDermid UV-Druckern dar, da sie ein riemenangetriebenes Medienanlegesystem mit 15 Vakuumzonen besitzt, um genaues und laufendes Anlegen der Medien durch den Drucker zu gewährleisten, unabhängig von der Bedruckstoffgröße, Platzierung oder Menge. Zwei Hochleistungsrollentische von 91 cm x 257 cm sind vorne und hinten angebracht, um Bögen von 2,5 m Breite und 2 m Länge verarbeiten zu können. Die Tische können leicht für die Beschickung von Rollenbedruckstoffen und ein Aufnahmesystem für flexible

Rolle-Rolle-Bedruckstoffe entfernt werden. Die Gerber Solara UV2, die auf dem Spandex-Stand gezeigt wurde, zielt hauptsächlich auf Siebdrucker und Schildermacher, die eine größere Vielseitigkeit und Wertschöpfung suchen. Die einzigartigen sechs (CMGS plus Violett und Grün) UV-Farben der Solara UV2 erlauben völlig neue Anwendungen, während eine beträchtliche Anzahl an Produktionsschritten und Weiterverarbeitungsmaterialien wegfallen. Der Drucker kann leicht zwischen Flachbett- und Rolle-Rolle-Druck wechseln und druck direkt auf eine große Auswahl an harten und flexiblen Materialien bis zu 13 mm Dicke und 152 cm Breite. Dazu gehören sehr harte Bedruckstoffe und eine große Menge an flexiblen Materialien. Die sofort trocknenden UV-härtenden Farben liefern eine erhöhte UVWiderstandsfähigkeit und Abriebfestigkeit ohne irritierende Gerüche oder schädliche VOCs.


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Digitale Detektive.... Die Besucher brauchen oft die Nase eines Detektivs, um am besten bei einer großen, geschäftigen Ausstellung wie der Digital FESPA wegzukommen. Doch wenn Sie sich die Zeit nehmen, jedem Aussteller einige Fragen zu stellen und zu beobachten, was sich so tut, dann werden Sie unweigerlich mehr als nur das Offensichtliche erfahren.

Mark Godden ermittelt

Wie viele orange Schnecken gab es auf der Ausstellung? Ich sah nur zwei. Ich habe den Verdacht, dass es mehr gibt, doch die Art reist nur als Paar. Der Eigentümer/Hirte der schleimigen Herde ist SnaiLtex, deshalb die Schnecken. Die Firma stellte einen selbstklebenden Stoff aus; drucken und aufkleben. So einfach ist das. In Anbetracht dessen, dass das Publikum der FESPA alles druckt, was sich bewegt, dürfte das Telefon bei SnaiLtex mittlerweile nicht stillstehen. Anmerkung für SnaiLtex: Vielleicht können Sie nächstes Mal dafür sorgen, dass die Schnecken Klebe- oder Farbschleifspuren zum Stand hinterlassen. (Besuchen Sie www.snailtex.com) Ich wette, dass Hans Tielen nur ungefähr zwei Stunden in der Nacht schläft. Hans ist die treibende Kraft hinter Décor Plus und sprüht nur so von Ideen. Er verkauft ein originelles, äußerst attraktives Sortiment an Kartendisplayprodukten. Einige sind schachtelartig und klemmen in einer endlosen Reihe von Größen und Formen zusammen; andere haben gekrümmte Gesichter und schließen sich wie von Zauberhand zusammen, wenn sie aus ihren einengenden Packungen befreit werden. Hans erhielt viele Anfragen von Firmen, die seine Produkte nachdrucken wollten. Er lehnt sehr freundlich ab und zieht es vor, die Kontrolle über den Druck im Haus zu behalten. Diese Formel zahlt sich für ihn und offensichtlich auch für seine Kunden aus – denn sie alle kommen wieder und möchten mehr haben. (Besuchen Sie: www.decor-plus.com) Sie werden einige Digitaldrucker auf der FESPA bemerkt haben, doch es besteht die Möglichkeit, dass sie den übersehen haben, bei dem ich wie festgewurzelt stehen blieb. Neben dem Eingang einer der kleineren Hallen versteckt stand eine unbekannte, kremfarbene Schachtel, die von dem immer vergnügten Andrej Zuzek von Pro Cadd aus Slowenien vorgeführt wurde. (Bitte entschuldigen Sie, dass ich die Akzentzeichen ausließ, sie fehlen auf meiner Tastatur). Sieht man Andrejs Produkte, dann signalisiert das Gehirn des 26 FESPA WORLD SUMMER/06

erfahrenen Ausstellungsbesuchers „....Fotokopierer – Fotokopierer.... vermeiden, vermeiden!“ Großer Fehler. Es handelt sich nicht um einen Fotokopierer, sondern um einen sehr raffinierten Drucker, der folgendermaßen arbeitet. Sie beginnen mit einer Idee für einen Entwurf, sagen wir einmal, es ist ein Krug. Sie entwerfen Ihren Krug mit einem 3D CAD-Programm, von denen es viele gibt. Sie drücken den Knopf zum Drucken und der Drucker arbeitet und steht dann still. Sie öffnen den Deckel, stecken Ihre Hand hinein und holen den Krug heraus. Es handelt sich nicht um ein Bild des Kruges, sondern um den Krug! Es kommt noch besser. Der Drucker kann auch farbige Produkte herstellen. Zum Beispiel einen orangefarbenen Ball. Oder eine blaue Orange, wenn Ihnen danach ist. Ein Ausstellungsstück von Andrej war eine Getriebegruppe. Eine Baugruppe von sechs Getrieben, die angeordnet in tief gerolltem 3D auf einem weißen Rahmen waren. Elemente des Rahmens passten durch das Achszentrum jedes Getriebes, kehrten zurück um die Kante eines Würfels zu umreißen, der dann auf einen kleinen Ständer mit einer runden Platte am Boden angeordnet wurde. Jedes Rad hatte eine andere Farbe und der weiße Rahmen war unversehrt. Und hier kommt das Unglaubliche, die Getriebe arbeiteten wirklich. Drehte man eins um, dann drehten sich alle. Nach dem Drucken wurde nichts montiert, es kam wirklich als funktionierende Maschine aus dem Drucker. Ich wünsche mir wirklich, dass ich so einen Drucker gebrauchen könnte. Wenn Sie auf der Ausstellung waren und ihn verpassten, dann sprechen Sie mit allen und beobachten Sie alles, was sich weiterhin tut. (Besuchen Sie: www.edo@ib-procadd) Ich habe Leute beobachtet, die den Mittelgang neben dem Madico-Stand entlang sausten, dann abrupt stehen blieben und einige Schritte rückwärts gingen. Warum? Madico hatte eine rückseitige Folie an einem Fenster angebracht, dahinter war ein gedrucktes

Poster. Wenn man vorbei ging, dann sah man das Poster einen Moment lang klar und im nächsten Moment verschwand es in einem milchigen Nichts. Möglich? Ich würde ja sagen. Ein animiertes Display und der einzige sich bewegende Teil sind Sie. Ich versuchte meine ausgefeilten, journalistischen detektivischen Fähigkeiten an einem von Madicos Leuten, um herauszufinden, wie es funktionierte – er brach bald zusammen und erzählte es mir – es ist Magie. Die FESPA-Besucher waren ebenfalls stark an der nächsten Generation Contra Vision Muster auf dem Madico-Stand interessiert. Denken Sie an Contra Vision – und denken Sie an perforierte Folie – und dann denken Sie nochmals nach. Madicos Produkt ist eine exemplarische Demonstration der guten Dinge, die sich ergeben, wenn Contra Vision, die Konstrukteure der Kunst, nur auf einer Seite durchsichtig zu sein, sich mit einer gewaltigen Kompetenz in der Herstellung von technischen Materialien zusammen schließen. Ja, Sie können ein auf einer Seite durchsichtiges Produkt erhalten, aber nicht so, wie wir es kennen. (Besuchen Sie www.madico.co.u, und www.contravision.com) In der Mitte von Aelloras FESPA-Stand befanden sich ihre Hybrid UV-gehärteten Jet-Farben. Ich erhielt meine Produktinformation von Aelloras Präsident Michael Stoudt, der mir einen Musterdruck in weiß auf schwarzem, harten PVC zeigte, der zuvor gedruckt wurde – viel früher. Die Deckfähigkeit der weißen Farbe war besser, als alles, das ich zuvor gesehen hatte und zeigte sehr feine Details ohne die glänzenden Artefakte, die normalerweise mit UV-Inkjetdruck in Verbindung gebracht werden. Michael erzählte mir, dass das Muster vor ungefähr vier Stunden gedruckt wurde und dass es bis jetzt nicht gehärtet war. Ungehärtete UV-Jetfarbe hat die Eigenschaft über die Oberfläche von nicht aufsaugendem Material zu schwimmen und bei aufsaugenden Bedruckstoffen auszulaufen. Die allgemeine Strategie beim Drucken ist hier, den Tropfen durch die


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Härtung am Platz zu halten, indem die Härtung einsetzt. Das war beim AelloraOutput nicht der Fall und doch gab es kein Auslaufen oder Aufsaugen. Um sicher zu gehen, fuhr Michael mit seinem Daumen über den Output und der Druck wurde mit einem einzigen, verschmierten Strich entfernt. Die bemerkenswerte Farbe von Aellora wird mit erhöhten Temperaturen von ungefähr 70°C aufgebracht. Wenn die gesprühten Tröpfchen beim Kontakt mit dem Bedruckstoff abkühlen, dann ändert sich die Viskosität und der Tropfen funktioniert. Der Tropfen muss auch im Flug funktionieren, denn der Output sah grundsätzlich gut aus. Michael nahm mich dann mit zu seiner Druckstation und druckte auf einen schwarzen Bedruckstoff. Das Ergebnis war toll und ließ sich nicht verschieben. Aelloras Hybrid UV-härtende Jetfarben in 100% Vollton, enthalten keine VOCs oder entflammbare Lösemittel und sind in Weiß, Spot- oder Skalenfarben erhältlich. Wenn zu diesen Farben noch Aelloras hochflexible SureFire Druckmaschinen kommen, dann haben Sie ein System, das zuverlässig auf mehr oder weniger jeden Bedruckstoff druckt, einschließlich der für Tampondrucker bestimmten. Der Unterschied liegt darin, dass sie mit der Aellora-Einrichtung das Bild bei jedem Abdruck ändern können. Aelloras Muttergesellschaft ist übrigens Markem. Großartige Technologie und eindrucksvolle Empfehlung – finden Sie mehr darüber heraus. (Besuchen Sie www.aellora.com) Wenn Sie Werbedruck herstellen, dann sind die Chancen gut, dass Sie etwas drucken sollen, das man an einem Fenster anbringen kann. Wie viel von Ihrem verteilten Output schätzen Sie, wird im Anwendungsstadium vermasselt? Einigen wir uns einfach auf eine ganze Menge. Drytac präsentierte ein Mittel gegen schlecht angebrachte, gedruckte Fenstergrafiken. Es heißt WindowTac und besteht aus einer Dauerhaftung auf einer klaren Polyesterfolie mit einer speziellen entfernbaren Haftstruktur auf der anderen Seite. Die dauerhafte Seite wird auf den 28 FESPA WORLD SUMMER/06

Druck aufgebracht, der dann an den Anwendungsort geschickt werden kann. Wenn der Druck aufgebracht wird, dann unterstützt die Haftstruktur die leichte Entfernung der eingeschlossenen Luft und ist sogar für kurze Zeit verschiebbar, so dass kleinere Verbesserungen erfolgen können. Soll die Grafik nach einer gewissen Zeit wieder entfernt werden, dann gelingt das sauber und einfach. Auf diese Art und Weise erhält der Druck mehr Wert, ohne dass das die Kosten viel erhöht. (Besuchen Sie www.drytac.com) Natürlich kennt sich die Branche mit Inkjet-Druckern aus dem Fernen Osten aus. Ein neuer GCC kommt aus Taiwan. Er mag auf dem Inkjetmarkt neu sein, doch GCC ist eine Firma mit einer wirklichen Entwicklungsgeschichte und wohl verdientem Ruf. Sie haben viele Tausend ihrer Schneideplotter verkauft, viele davon mit glänzenden Kundenmarkenzeichen darauf, zusammen mit ihren LaserPro Gravierern. Mittlerweile ist die Firma auf dem Inkjetmarkt und hat sich ungewöhnlicherweise für den Entwicklungsweg auf der UV-Straße entschieden, angezogen von der Flexibilität der Bedruckstoffe und großen Auswahl an HardwareKonfigurationsmöglichkeiten. Da der Firma bewusst ist, dass die Farbe ein kritischer Bestandteil ist, der sich auf Leistung, Zuverlässigkeit und Gesamtqualität auswirkt, hat sie sich entschieden, Ihre Drucker auf Farben von Sericol auszurichten. Das ist ein Schritt, der klar ein Qualitätsbewusstsein bestätigt, das noch durch das Design der Maschine bestätigt wird. GCCs neuer Inkjetdrucker ist der StellarJET 2500Uv. Wie die Modellnummer andeutet, kann der Drucker Materialien bis zu 2,5 m Breite handhaben, und zwar sowohl harte als auch Rollenbedruckstoffe und kann die volle Breite des Materials bedrucken. Die maximale Länge wird durch den Medientyp begrenzt und im Fall von harten Bedruckstoffen hat der Drucker Anlege- und Drucktische, die das Material befördern. Sie sind gegen den Anleger des

Druckers, ein laufendes, perforiertes Band positioniert, das vom Drucker unter Spannung gehalten wird. Das Band wird während des Drucks laufend überprüft, während der Bedruckstoff, den es trägt, im Vakuum gehalten wird. Das Vakuum wird zu Beginn des Laufbetts entfernt, so dass der Bedruckstoff in sein Aufnahmebett rollt. Das Materialbeschickungssystem fasst leicht 100 kg. Neben der Druckbreite von 2,5 m ist der Drucker über vier Meter breit. Diese Größe hat einige sehr positive Vorteile in dem intensiven Produktionsumfeld, in dem er steht. Durch die Breite können bedeckte Zugangspunkte an beiden Seiten des Druckers angebracht werden, die die Instandhaltung sehr einfach machen, da der Zugang offen und genügend Platz vorhanden ist. Der Appetit des StellarJET für Medien ist sehr gesund. Er druckt auf praktisch jeden Bedruckstoff bis zu ca. 50 mm Dicke. Er handhabt ebenfalls empfindliche wie stark strukturierte Bedruckstoffe wie Wellpappe. Es gibt keinen Oberflächendruckkontakt beim StellarJET, so dass Materialien, die andere Drucker einfach zerquetschen würden, mit sehr gut aussehenden Ergebnissen bedruckt werden. Im Entwurfsmodus kommt er auf 42 mÇ/Std, bei normaler Qualität kommt er ungefähr auf die Hälfte. Weitere Qualitätsoptionen wie eine Auflösung von 720 dpi und ausgezeichnete Ergebnisse sogar bei A4Größen sind erhältlich – was für einen 2,5 m breiten Drucker nicht schlecht ist. Die Farbe wird während des Druckens im Druckkopfbehälter gefüllt und das geschieht völlig automatisch. Das SericolSortiment enthält Weiß, das auf verschiedene Arten verwendet werden kann – als Grundschicht oder Oberflächenschicht, um wenn nötig die Farbe des Bedruckstoff entsprechend auszugleichen. Jeder, der einen 2,5 m breiten UVDrucker sucht, hat nicht gerade eine große Auswahl und der GCC ist eine Maschine, die auf jeder Einkaufsliste stehen sollte. (Besuchen Sie www.gccworldcom) So, das war’s von mir, ich überlasse Ihnen die restlichen Beurteilungen.


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FESPA Digital Print Awards

Die FESPA kündigte auf der Ausstellung die Einführung der “FESPA Digital Print Awards – Europe 2007” an, der Wettbewerb wird von HP gefördert. Der FESPAWettbewerb Digital Print Awards steht allen Druckern aus Europa offen, während der langjährige traditionelle FESPA-Wettbewerb nur für Verbandsmitglieder der FESPA gilt. Um für das breite Spektrum des Digitaldrucks vorzügliche Leistungen und Anwendungsmöglichkeiten zu fördern, und zwar sowohl im gewerblichen als aus industriellen Bereich, gibt es keine Einschränkungen bezüglich der verwendeten Geräte, Bedruckstoffe oder Farben. Einsendungen werden ab Herbst 2006 entgegen genommen, während die Ergebnisse durch eine kompetente unabhängige Jury im Frühjahr 2007 bekannt gegeben werden. Einsendeschluss ist am 1. Dezember 2006. Die Preise werden in einer speziellen AwardsVeröffentlichung vorgestellt, wobei 32 der Gewinner ausführlich dargestellt werden. Außerdem sind darin bis zu 250 empfohlene Einsendungen enthalten, die von der unabhängigen Preisjury ausgewählt wurden. Diese Veröffentlichung wird an Tausende von DesignStudios, Agenturen,

Werbeträger und Hersteller von Industriegütern verteilt, um den zukünftigen Markt für Druckdienstleistungen zu erweitern und die außergewöhnlichen Projekte anzuerkennen. Jeder Drucklieferant, der Einsendungen übermittelt, wird ebenfalls aufgeführt und erhält ein kostenloses Exemplar der Veröffentlichung. Die Gewinner erhalten 20 Exemplare, die sie nach Wunsch verteilen können. Nigel Steffens, der Geschäftsführer der FESPA, kündigte den Wettbewerb an und erläuterte: „Es ist offensichtlich, dass sich die Digitaldrucktechnologie

schnell entwickelt und dass den Druckern jetzt viele neue Möglichkeiten zur Verfügung stehen, besonders bei industriellen Druckanwendungen. Mit diesem einzigartigen Awardsprogramm liefert die FESPA den europäischen Druckdienstleistern ein Forum für die Erstellung von Normen und erweitert die kreativen und technischen Grenzen im Digitalbereich. Manel Martinez, der geschäftsführende Manager für Europa, den Mittleren Osten und Afrika von HP Großformat sagte: „HP ist davon begeistert, FESPAs Digital Print Awards zu fördern und dies ist ein Teil

von HPs Engagement für Innovation und vorzügliche Leistung im Digitaldruck und ihrer laufenden Unterstützung für Druckdienstleister und ihre Kunden. Der Wettbewerb bietet eine große Plattform und zeigt die Anwendungsmöglichkeiten der aktuellen Technologie von HP und anderen Industriezulieferern und ermutigt den Einfallsreichtum des ganzen Marktes.“ Weitere Informationen über Kriterien und Kategorien und zum Herunterladen der Formulare für die Einsendung unter: www.fespa.com

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BALTISCHE SCHÖNHEITEN Nach dem Eintritt in die EU und der Gründung eines neuen Mitgliedsverbandes der FESPA, dem Baltic United Specialty Printing Association (BUSPA) für Sieb- und Digitaldrucker und Zulieferer in Lettland, Litauen und Estland ist die Nachfrage nach gedruckten Schildern und Grafiken in die Höhe geschnellt. In der ersten einer Serie über verschiedene europäische Märkte besucht FESPA World vier lettische Firmen.

Unser erster Halt führt uns zu SIA Sietspiedes Serviss, wo uns der Eigentümer Agris Sondori erzählt, dass seine Leidenschaft für den Siebdruck aus den frühen 90er Jahren stammt, als er noch auf der Universität war und Werbeposter für Motorradveranstaltungen druckte. Agris setzte seine Ausbildung bei einem deutschen Siebdrucker fort, bevor er SIA Sietspiedes Serviss im Jahr 1998 gründete. Dieses junge Unternehmen ist mit der gleichen Geschwindigkeit gewachsen wie die lettische Wirtschaft gedieh und liefert seinen Kunden weiterhin ein volles Repertoire an Dienstleistungen, einschließlich der Herstellung von Stickern, Abziehbildern, Etiketten und Werbematerial sowie industrielle Siebdruckanwendungen. Die Tatsache, dass einer ihrer größten Kunden ein internationaler Hersteller ist, für den die Firma ungefähr 40.000 Stück pro Jahr druckt, zeigt den Umfang und die Qualität ihrer Arbeit. In Lettland haben sich viele Siebdrucker auf einen Bereich spezialisiert und da der Gesamtmarkt zur Zeit ziemlich begrenzt ist, müssen sie keine großen Geldsummen in die neuesten Geräte investieren. Bei Sietspiedes Serviss werden alle Druckvorstufenschritte manuell 30 FESPA WORLD SUMMER/06

ausgeführt und sie verwenden eine Kombination von manuellen und halbautomatischen Siebdruckmaschinen. Die Weiterverarbeitung erfolgt außer Haus. Agris bildet seine Mitarbeiter selbst aus, doch wie andere Siebdrucker in ganz Europa beklagt er sich über den Mangel an kompetenten und qualifizierten jungen Leuten. Es scheint so, dass die jungen Leute in Lettland wie überall sonst überzeugt werden müssen, dass sich eine Siebdruck-Karriere lohnt. Mit Blick auf die Zukunft hofft Agris, dass die örtliche Industrie durch Geldmittel aus der EU Impulse bekommt und es mehr Gelegenheiten für die Firma gibt, ihr Können im Bereich der industriellen Druckanwendungen zu beweisen. Er glaubt ebenfalls, dass seine Firma als Mitglied der FESPA-Gemeinschaft in der Lage sein wird, eine größere Anzahl von internationalen Möglichkeiten wahrzunehmen. Reklamdruka liegt im Herzen von Riga, Lettlands schöner Hauptstadt, ist einer der führenden Siebdrucker in der Region, der sich auf Werbedruck und –dekoration spezialisiert hat und besonders stolz auf seine Erfolge im Bekleidungsdruck ist. Die Firma arbeitet von einem modernen

Bürogebäude aus, in dem die Verkaufs-, Marketing- und Designabteilungen liegen, während der Druck in einer weiteren Einrichtung am Rande der Stadt erfolgt. Reklamdruka wurde 1994 gegründet, wird von Andis Sarkans geleitet und ist zu einer zukunftsorientierten, dynamischen Firma geworden. Da die meisten Aufträge der Firma keine sehr großen Auflagen haben, verwendet sie eine großformatige manuelle Siebdruckmaschine zusammen mit einer 12farbigen voll automatischen Sportsman Karusseltextil-Druckmaschine von M & R. Sie bietet auch Tampondruck an und besitzt breitformatige Inkjet-Drucker, die durch eine Anzahl Gravier-, Stanz- und Offsetmaschinen ergänzt werden. Die Firma hat ebenfalls in Transfer- und Stickgeräte investiert, so dass sie ihre Dienstleistungen für ihre Kunden erweitern kann. Andis Sarkans erläutert: „Unser Siebdruckteam, das aus Experten in allen Siebdruckdisziplinen besteht, ist das größte im Land und wir sind stolz auf die Geschwindigkeit und Qualität unserer Arbeit.“ Zehn der 40 Mitarbeiter der Firma sind in der Produktion beschäftigt und Andis beklagt sich nochmals, dass es immer ein Problem ist neue Mitarbeiter zu finden. Das

wird noch durch die Tatsache verstärkt, dass es in Lettland kein offizielles SiebdruckAusbildungsprogramm gibt, so dass alle Mitarbeiter im Haus ausgebildet werden müssen. Zur eindrucksvollen Kundenliste von Reklamdruka gehören Lattelkom (Lettlands führender Mobilfonlieferant), Air Baltic und Zelta, die größte Brauerei und die Firma legt Wert auf die Zusammenarbeit mit den Kunden. Andis fährt fort: „Wir haben sehr enge Verbindungen zu unseren Kunden und sind fast eine weitere Abteilung ihrer Marketing-Teams.“ Zu einem kürzlich durchgeführten Projekt für eine führende Bank gehörte der Druck eines lebensgroßen Modells des ersten lettischen Gewinners einer olympischen Medaille. Glücklicherweise war Reklamdruka so vorausschauend, dass sie auf einen sehr dauerhaften Bedruckstoff druckten, denn die Kampagne war so beliebt, dass das Modell laufend angefasst und fotografiert wurde. Reklamdrukas Arbeit für Zelta hat zugenommen; die Firma begann mit dem Druck von Bierdeckeln, doch jetzt sind es viele andere Werbeartikel und Zehntausende T-Shirts. Reklamadruka ist stolz auf die Qualität ihres Drucks und glaubt, dass ihr großer Vorsprung über die Konkurrenz


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Raivo von Magnum NT. Die Art der Arbeit, die man im allgemeinen in Lettland sieht.

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Eine Auswahl an Arbeiten

von SIA Sietspiedes Serviss.

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Kristine Zakalovska (BUSPA UND Rigas Sesoma) und Herr Agris

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Sondors, SIA Sietspiedes Serviss.

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daher rührt. Andis erklärt: „Wir verwenden nur beste Qualitätsmaterialien und Geräte und für den Tampondruck sind wir der Meinung, dass die Marabu-Farben die besten Resultate ergeben, die sowohl unser Siebdruckteam als auch unsere Kunden verlangen. Die Karussel-Druckmaschine von M&R ist ebenfalls eine unserer besten Investitionen und läuft fast täglich.“ Da die EishockeyMeisterschaft in diesem Jahr nach Riga kommt, ist die Nachfrage nach Werbeartikeln und Druckprodukten riesig und Reklamdruka hat ihre Fähigkeiten und Professionalität eingesetzt, um von der Veranstaltung zu profitieren. „Was ich über Drucken gelernt habe ist, dass man mit den richtigen Werkzeugen und Techniken sowie etwas Weitblick und viel Fleiß wirklich erfolgreich sein kann“, sagt Raivo, der Magnum NT leitet. Zur Zeit hat die Firma ihren Sitz in einem tollen, farbenfreudigen Gebäude im Zentrum von Riga, doch in Kürze wird die Produktion in neue Gebäude außerhalb der Stadt verlegt. Dieser Umzug wird durch die Installation eines neuen breitformatigen Inkjet-Druckers von VUTEk begleitet, dem ersten in Lettland. Durch diesen Kauf

wird die Position der Firma als einer der führenden Digitaldrucker in den baltischen Staaten bestärkt. Die Firma wurde in den späten 90er Jahren gegründet, als Raivo die Kunstfachschule verließ und eine Marktlücke entdeckte. Mittlerweile ist Magnum auf die Herstellung von Beschilderung und großformatigen Digitaldruck für regionale und internationale Kunden spezialisiert, einschließlich für die Nachbarländer Estland und Litauen. „Da Lettland, Estland und Litauen zusammen eine Bevölkerung von über 8 Millionen haben, sprechen wir über ziemlich große Druckauflagen,“ erklärt Ravio. Er fügt hinzu, dass der Digitaldruck ein sehr konkurrenzreicher Bereich wird, da sich viele Schilderhersteller in allen Ecken der drei Staaten niederlassen. Er glaubt jedoch ebenfalls, dass man eine Marktnische finden muss, auch wenn es relativ kostengünstig ist eine Digitaldruckfirma zu gründen. Er sagt: „Wenn wir eine spezielle Marktnische haben, dann können wir eine gute Druckqualität und Kundenservice bieten, was jetzt besonders wichtig ist, da wir mit internationalen Firmen zu tun haben, die ihren Sitz in Riga, Tallin oder Wilna errichten, um die baltische Region abzudecken und die

natürlich Qualitätsarbeit erwarten. Er fährt fort: „Zu einem gewissen Grad haben wir auch zur Nachfrage nach Werbematerialien in guter Qualität beigetragen. Wir gehen unsere Geschäfte sehr modern und aktiv an – anstatt uns einfach zurück zu lehnen und darauf zu warten, dass die Arbeit zu uns kommt. Wir glauben daran, dass wir nach draußen gehen und selbst unsere Geschäftsmöglichkeiten suchen müssen.“ Offensichtlich hat auch die Investition der Firma in neue Geräte dazu beigetragen, aus der wachsenden Anzahl der potentiellen Kunden Gewinn zu ziehen. Der neue VUTEkDrucker wird die jetzige Anlage an ausgesuchten MutohDruckern, einer McDermid Colorspan Flachbettdruckmaschine und einem Seal Kaschiergerät ergänzen. Auf die Frage, ob er auch daran denken würde, eine Siebdruckmaschine hinzuzufügen, antwortet Ravio: „Nichts ist unmöglich.“ Die letzte Firma im lettischen Quartett ist Riga Sesoma. Gegründet im Jahr 1997 und von Alvis Butans geleitet, gehört Rigas Sesoma zur Sesoma-Sericomex-Gruppe, einem führenden Zulieferer von Geräten und Materialien für den visuellen

Kommunikationssektor in Finnland, Schweden, Litauen, Lettland und Estland, wo die Firma mehr als dreitausend Kunden bedient. Rigas Sesoma vertritt in Lettland viele internationale Hersteller wie Lechler, Rutland, Autoype, Sun Chemicals, Coates, M & R, VUTEk, Mutoh, ATMA und Siasprint, um nur einige zu nennen. Außerdem hat er mindestens 100 Siebdruckkunden. Alvis Butans fährt fort: „Natürlich stecken der Siebund Digitaldruck in den baltischen Staaten noch in den Kinderschuhen, doch da die Drucker hier Zugang zu der gleichen Technologie wie ihre Konkurrenten in ganze Europa haben, wächst der Markt schnell. Und es wird nicht mehr lange dauern, bis wir unseren Rivalen in ganz Europa eingeholt haben. Weitere Informationen über die Aktivitäten von BUSPA unter: Ms Kristine Zakalovska, Tel: +371 750 1141 oder E-Mail: kristine@sesoma.lv

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BLICKPUNKT AUSTRALIEN

Im vergangenen März unternahm Michel Caza eine heroische Reise nach Australien um nachzusehen, wie es den Sieb- und Digitaldruckbereichen im uns diametral gegenüberliegenden Teil der Erde geht. Er teilt die vielen gesammelten Einsichten in Auszügen aus seinem antipodischen Tagebuch mit uns.

Antipodischen Tagebuch Freitag, 3. März Sydney Offensichtlich ist Australien immer sehr weit entfernt, von wo aus man auch immer startet. Nach einer Mammutreise, die aus einem 13-stündigen Flug von Paris nach Singapur und weiterem 7-stündigen Flug nach Sydney bestand, haben wir endlich die Gelegenheit dieses tolle Land und seine Einwohner zu erkunden,, die die Engländer liebevoll „Aussies“ nennen. Und zumindest gibt es eine schöne Überraschung – wir haben Paris bei kalter und fröstelnder Temperatur von 2°C verlassen, bei unserer Ankunft aalt sich Sydney bei 35°C Hitze. Ein guter Anfang. Therese und ich werden sehr herzlich von meinem alten Freund Bill Porteous begrüßt, einem gut bekannten australischen Sieb- und Digitaldruckzulieferer, der uns zu einem erholsamen Schläfchen in unser Hotel in Sydney entführt, bevor wir ein Sightseeing-Wochenende beginnen. Wir besichtigen Darling Harbour mit seiner sensationellen großen Brücke, die Oper, viele der umliegenden Strände, essen in einem Fischrestaurant und besuchen Bills tolles Haus. Erfrischt verbringen wir den folgenden Tag in einem herrlichen Wildpark, der uns ein Paradies für Koalas, Kängurus, Emus sowie tasmanische Teufel bietet. Es gibt sogar ein Krokodil, aber ohne einen Dundee.

Montag, 6. März Heute beginnt der Ernst der Reise, denn natürlich ist der Zweck dieses Besuchs Arbeit und kulminiert in einigen Tagen mit dem Seminar in Coolum. Doch bis dann habe ich vor, so viele Daten wie möglich über unser neues angeschlossenes FESPA-Mitglied zu sammeln, den australischen Verband für Sieb- und Digitaldruck (SGIAA) und natürlich über einige der Mitgliedsfirmen des Verbandes. Heute haben wir einen Non-Stopp-Plan, wozu aufgrund der großen Entfernungen 32 FESPA WORLD SUMMER/06

große Strecken zurück gelegt werden müssen. Selbst die Fahrten zu den Vororten von Sydney nehmen viel Zeit in Anspruch. Unsere Reise beginnt mit einem Besuch von Britescreen International. Die Firma wurde ursprünglich im Jahr 1946 gegründet und ist nun als Brite Solutions bekannt. Der geschäftsführende Manager Peter Hilliez begrüßt uns in der Fabrik in Sydney, wo die Firma seit 1990 ihren Sitz hat. Hier stehen mehr als 4.000 mÇ für die Produktion von POP zur Verfügung, dazu gehört alles vom kleinsten bis zum größten Artikel. Brite Solutions verwendet eine Kombination der Sieb- und Digitaldrucktechnologien, verwendet Geräte wie die mehrfarbige Thieme- und andere Druckmaschinen sowie eine NUR Fresco und außerdem UV- sowie Lösemittelfarben. Peter erläutert, dass die Schilderhersteller in Australien die Digitaltechnologie begeisterter als die Siebdrucker aufgenommen haben und fügt hinzu, dass Brite Solutions wahrscheinlich die erste australische Firma war, die vor ungefähr 10 Jahren ins Digitalgeschäft eingestiegen ist, als sie ihren ersten EncadDrucker kaufte. Sie hat mittlerweile drei Fabriken, die alle Sieb- und Digitaldruckmaschinen verwenden. Der Druckvorstufenbereich ist ebenfalls gut mit verschiedenen Techniken ausgestattet, die zusammen für die gleichen Anwendungen genutzt werden. In der Fabrik in Sydney hat Brite Solutions insgesamt 76 Mitarbeiter, von denen 10 im Digital-, 40 im Siebdruckbereich und 26 bei Weiterverarbeitung, Verwaltung und Verkauf eingesetzt sind. Bei der Herstellung von vierfarbigem Rastersiebdruck geht die Firma nicht über 30 Zeilen/cm hinaus und arbeitet meist mit 18 Zeilen/cm. Sie verwendet immer einen analogen Projektor für großformatige Filme. Sie verwendet entweder ihre mehrfarbige Svecia- oder Thieme-Druckmaschine und bietet eine maximale Siebgröße von 1,5 x 3,5, wobei

die Siebbeschichtung auf einer Harlacher durchgeführt wird. Unser nächster Besuch bei GSP bringt eine schöne Überraschung, da der Direktor für Sonderprojekte ein sehr alter Freund und früherer Schüler ist, George Krasulka, der uns zusammen mit dem Direktor Peter Helft begrüßt. Als ich George vor vielen Jahren zum ersten Mal traf, war er der Direktor von Sonys Druckabteilung in Australien und zusammen entwickelten wir eine stochastische Druckart für CDs mit 150 Zeilen. Nach den politischen Veränderungen in Georges Heimatland Polen, ging er dorthin zurück, kam jedoch einige Jahre später wieder nach Australien. Durch die Mitarbeit bei GSP hat sich sein Horizont buchstäblich sowie im übertragenen Sinne erweitert, da er von der Produktionsleitung für CDs zu großen Reklametafeln wechselte. Es ist wunderbar ihn wiederzutreffen. Obwohl wir beide etwas älter sind, macht es mir viel Freude, dass er wie ich immer noch leidenschaftlich seiner Arbeit nachgeht. Der Hauptsitz der GSP-Fabrik ist eine sehr große Fabrik mit ca. 5.000 mÇ und trägt ein sehr kitschig aussehendes Eingangsschild – sicherlich Werbung in Australien und das Gegenteil von subtil. Die Fabrik ist jedoch sehr gut ausgestattet, bietet hochwertige Druckvorstufeneinrichtungen, eine große vierfarbige Thieme-Druckmaschine – 2,6 x 1,5 m – die in zwei Schichten arbeitet plus eine große SIAS zusammen mit Mutoh und anderen Digitaldruckern. GSP verwendet Lösemittel- und UV-Farben von Sericol und Coates und druckt auf französisches Chantaffiche Papier, Polypro, chinesisches PVC und nutzt Direktprojektion sowie automatische Siebreinigung und –trocknung. Die Firma erwägt zu CTS zu wechseln, entweder UV oder UV-Laser anstelle von inaktinischem Wachs. Und dazu kommt noch, dass sie auch den Kauf eines französischen Rückgewinnungs- und Entschichtungssystem in Betracht zieht.


Peter sagt: „Wir tendieren mehr zum POP-Markt, der wie wir glauben bessere Möglichkeiten bietet, doch unser größtes Problem besteht darin, qualifizierte Leute zu finden.“ Er fügt hinzu, dass die meisten der Kunden von GSP Werbeagenturen und keine wirklichen Endverbraucher sind und diese Situation würde er gerne ändern. Unser dritter Stopp an diesem Tag führt uns zu Allprint Graphics, wo wir unsere dritte mehrfarbige Thieme-Druckmaschine finden, ebenfalls Geräte von Argon und Serifast und eine sehr alte McCormick, ähnlich der ersten Druckmaschine, die ich vor 52 Jahren in Schweden nutzte. Allprint verwendet ebenfalls eine KomoriDruckmaschine für Offsetdruck. Der geschäftsführende Manager Grant Cunnigham vertraut uns an, dass „das Geheimnis des Erfolgs der Firma die Philosophie ‚vom Konzept bis zur Fertigstellung’ ist, der sie seit über 40 Jahren, die sie im visuellen Kommunikationsbereich ist, gefolgt ist.“ Von den Firmen, die wir heute gesehen haben, ist diese bei weitem die am meisten auf POP orientierte, sie stellt alles angefangen bei dem größten Display bis zum kleinsten her. Außerdem legt sie großen Wert auf guten Service. Grant berichtet uns, dass die Aufträge der Firma zu 60% auf den Siebdruck fallen, dann 30% auf Offsetdruck und nur 10% Digitaldruck. Fast alle Weiterverarbeitungsarbeiten werden im Haus mit den klassischen Stanzmaschinen in verschiedenen Größen und einer sehr alten typografischen Druckmaschine von Heidelberg erledigt, die auf automatisches Stanzen umgebaut wurde. Die sehr gute Verkaufsbroschüre der Firma, die im Haus

erstellt wurde, gibt eine klare Zusammenfassung des umfassenden Angebots an Dienstleistungen und legt klar den vollen Umfang der Arbeiten dar. Ich habe Grant gefragt, wie die Entscheidung für traditionellen oder Digitaldruck gefällt wird. Er antwortet: „Gewöhnlich hängt es einfach von der Menge des Auftrags ab, aber manchmal kommt es auch auf Dauerhaftigkeit an, denn die Sonne kann in einigen Regionen von Australien äußerst stark sein – und wenn das der Fall ist, dann erhalten wir mit dem Siebdruck erstklassige Ergebnisse.“ Er fährt fort, dass er manchmal Inkjet verwendet, um Polyesterfilmpositive für Siebdruck zu bedrucken, manchmal kommt es zum Vergilben oder Nachlassen der Deckkraft der Farbschicht. So ist der Digitaldruck für Allprint nicht die erste Wahl. Weiter zum letzten Besuch des Tages, der in gewisser Weise die Antithese von allem ist, das wir bisher gesehen habe. Acme Preston ist eine Firme mit 28 Mitarbeitern und sehr originellen Regeln. Leider trafen wir den Eigentümer nicht, da er in seinem Weinberg mit der Herstellung von biologischem Wein beschäftigt war, was ihn in meinem Augen zu etwas Besonderem macht. Wir wurden jedoch in der Fabrik von dem Produktionsdirektor James Allen und dem Finanzdirektor Rex Wood begrüßt, die ich beide gut kenne und beide sind Originale, die alles in Angriff nehmen können. Dazu gehört die Konstruktion einer vierfarbigen Karusseldruckmaschine von 3 ? t Gewicht. Sie wird für den Druck von Papier- oder Kunststoffbögen von bis zu 70 x 100 cm

mit UV-Farbe verwendet und hat eine Geschwindigkeit von 250 Bögen/Std. Umberto Brasa von SIAS versuchte erfolglos eine ähnliche Druckmaschine auf der FESPA’92 einzuführen und die Idee wurde kürzlich von M&R auf der Viscom Italia in Mailand im letzten Jahr wieder aufgegriffen. Diese selbst hergestellte Druckmaschine wird mit einer kleinen und unzerstörbaren General Zylinderdruckmaschine, 50 x 70 cm, von ca. 1967 und einer sehr alten typografischen Druckmaschine, die zum Schneiden verwendet wird, benutzt. Eine weitere Maschine wird zum vertikalen Schneiden verwendet und die Firma hat klugerweise eine ganze Auswahl an kunterbunten Werkzeugen für alle möglichen Zwecke. Acme Preston ist auf die Verarbeitung von PVC oder Polypro spezialisiert, sie verwendet ihre Hochfrequenzschweißmaschinen zum Formen, um die Produkte dann goldzuprägen. Sie stellt auch kleinere POPArtikel wie digital gedruckte Flaggen und Banner her, während sie Offsetarbeiten außer Haus gibt. Hier im Druckvorstufenraum von Acme treffen ich einen Mauritaner, der perfekt Französisch FESPA WORLD SUMMER/06 33


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spricht – ein seltener Fall in Australien. Die Klimaanlage besteht aus einem riesigen Ventilator, der wie ein Propeller eines Wasserflugzeugs aussieht (und es wahrscheinlich auch ist). Diese Firma bestätigt jedoch, dass der Siebdruck in Australien noch lebt und es ihm nicht an Mangel an Kreativität und Erfindungsreichtum fehlt.

Dienstag, 7. März Brisbane Heute sind wir wieder im Flugzeug, um die relativ kurze Strecke nach Brisbane zu fliegen, bevor es zum Seminar in Coolum ca. 100 km südlich dieser großen Stadt geht. Clem Johnson, der Präsident des australischen Verbandes, begrüßt uns und wir bereiten uns auf zwei weitere sehr arbeitsreiche Tage vor. Doch zuerst einmal Entspannen. Wir fahren an die Nordküste von Brisbane in eine unglaubliche und unwahrscheinliche Stadt namens „Surfer-Paradies“. Diese Stadt hat an den Wochenende und Feiertagen ungefähr eine Million Einwohner. Sie erinnert mich an Miami mit ihrer Kombination von sehr hohen Gebäuden, das höchste ist mehr als 330 m hoch und die Strände rund herum. Es ist eine 34 FESPA WORLD SUMMER/06

verrückte Stadt und die Australier überraschen uns weiter. Wir treffen uns mit Howard Everson, dem Vize-Präsident des SGIAA in seinem Sommerhaus und er zeigt uns diese erstaunliche Stadt.

Donnerstag, 9. März Heute besuchten wir zwei Firmen und eine Schule. Es ist ein volles Programm und Marci Kinter, ein alter Freund und VizePräsident des SGIA, der ebenfalls Zweigorganisationen hier hat, ist mit von der Partie. Marci ist ein Redner auf dem Seminar und somit an dem australischen Abenteuer beteiligt. Weitere alte Freunde, die ebenfalls am Seminar teilnehmen, sind der Präsident und Vize-Präsident des ASGA, C.Y. Lee und der immer heitere Yuichi Nishida zusammen mit Frau Pei Guifan, der Vize-Präsidentin des chinesischen CSGIA und ihrem unzertrennlichen Übersetzer Zang Bo. Wir erhalten auch Gelegenheit Celina Viray, den Präsidenten des Verbandes der Philippinen besser kennen zu lernen sowie drei weitere Mitglieder des Präsidiums von ASGA, die Herren Iijima, Kochiya und Terakoa. Doch auf der Tagesordnung steht als erstes ein Besuch bei Reid, der Firma von Clem Johnson, die er mit seiner Frau Judy

leitet. Es handelt sich um eine ITSiebdruckspezialfirma für Hi-TechElektronik, die gedruckte Folien, Kontaktplatten, bewegliche und mehrschichtige Schaltkreise, El-Lampen, Testgeräte, Tastaturen und alle möglichen Verbindungssysteme zusammen mit Berührungsbildschirmen und LCDs herstellt. Diese Artikel gehören zum Reid„Visipoint“ Sortiment und werden gemäß den Spezifikationen von ISO 9001 gedruckt. Reid verwendet klassische Techniken und Weiterverarbeitung und bietet Formen und Folienmontage im Hause an, die Verfahren hat die Firma selbst entwickelt. Natürlich war ich völlig begeistert von einer Fabrik, die ausschließlich Siebdruck verwendet, mit einigen SIAS-Druckmaschinen sowie einer Grunig Siebrückgewinnungsanlage zusammen mit Laserschneidern ausgestattet ist. Ich war ebenfalls durch die Tatsache beeindruckt, dass es viele raffinierte Systeme gibt, die die verschiedenen Teile formen. Reid verwendet eine Mischung von UVund Lösemittelfarben und nach dem Drucken finden viele komplizierte Weiterverarbeitungsschritte statt. Jeder einzelne Artikel durchläuft eine strenge Qualitätskontrolle, was für High-TechArtikel unverzichtbar ist.


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Merkwürdigerweise verwendet Reid weiterhin altmodische Schablonen von indirekten Filmen anstatt Direktemulsionen, obwohl Clem mittlerweile langsam Qualitätskapillarfilme wie Autotypes CX einführt, die eine hohe Auflösung garantieren. Wieder einmal steigen wir in den Minibus und fahren zur Firma Colorcorp. Der Eigentümer ist Howard Everson, der Vize-Präsident des SGIAA. Es handelt sich um ein Familienunternehmen mit Howard als Produktionsdirektor und seinem Bruder Ray als Verkaufs- und Marketingdirektor. Howards Frau Patricia ist auch an der Firma beteiligt. Colorcorp ist in einer riesigen und äußerst eindrucksvollen Fabrik auf mehr als 7.000 mÇ untergebracht und hat 160 Mitarbeiter. Das Hauptgeschäft ist POP, wozu Siebdruck und Digitaltechniken verwendet werden. Colorcorp stellt jedoch auch Textildruck und Fahrzeugreklame her. Diesmal sehen wir eine fünffarbige ThiemeDruckmaschine – die vierte Mehrfarbanlage von Thieme in Australien – die Druckmaschine ist hier so beliebt wie die mehrfarbige SIAS in Kanada und wie die beiden Marken in England. Natürlich gibt es auch andere Druckmaschinen einschließlich der Jumbo SIAS für sehr großformatige Arbeiten und eine Svecia. Colorcorp hat eine Schablonenabteilung, doch Howard bestätigt, dass bald ein CTS-System installiert wird. Die Firma hat bereits eine 36 FESPA WORLD SUMMER/06

sehr große Grunig Siebrückgewinnungsanlage, die das Wasser recycelt – alles ist hier sehr groß. Im Digitalbereich war Colorcorp eine der ersten Firmen in Australien, die die Digitaldrucktechnologie integrierte und die zur Zeit eine Reihe von Mimaki-Maschinen für Farbstoff-Sublimation auf Textilien verwendet. Sie hat ebenfalls einen EcoLösemitteldrucker von Roland und einen Kodakdrucker für die Herstellung von Qualitäts-POP zusammen mit einer Reihe von Schneideplottern und unerwarteterweise einer Scotchprint 2000 und einer Columbia Turbo, wobei letztere UV-Farbe verwendet. Der Druck von TShirts und die Herstellung von Fahrzeugwerbung finden in zwei anderen Fabriken statt, doch leider reicht unsere Zeit nicht aus, um sie zu besichtigen. Auf der anderen Seite werden in einem ganzen Bereich Textiltransfers hergestellt, was nicht nur sehr eindrucksvoll, sondern auch sehr, sehr heiß ist. Howard zeigt uns etwas, das er für CocaCola entworfen hat: ein neues System, mit dem man die Flaschendekoration teilweise ändern kann, so dass die Großhändler Informationen über ihre eigenen örtlichen Kampagnen einfügen können. Sogar in Europa und den USA gibt es sehr wenige Firmen, die diesen Umfang an Anwendungen bieten können und die großartige Fabrik unterstützt Colorcorps Marketingstrategie. Howard sagt: „Wenn

wir einen Kunden hierher bringen, dann bringt das gewöhnlich den Auftrag“. Zurück im Minibus geht es weiter zur School of Printing and Graphic Arts –Southbank Institute – in Queensland, die eine große Vorderfront hat und eine sehr große Schule zu sein scheint. Doch dauert es nicht lange, bevor wir desillusioniert sind. Der Direktor und Mitarbeiter der Abteilung „Schilder und Siebdruck“ begrüßen uns und wir kommen schnell dahinter, dass die Digitaltechnologie hier noch nicht Einzug gehalten hat. Im Schilderbereich wird die Arbeit meisten manuell auf traditionelle Art und Weise erledigt und es gibt nur wenige Digitaldrucker sowie Plotter. Die Druckvorstufen-Abteilung ist etwas besser, die Schüler verwenden MACs und PCs und die Mitarbeiter sind kompetent. Der Offsetbereich ist einigermaßen gut mit Druckmaschinen von Komori, Roland und Heidelberg ausgestattet, aber die Arbeiten! Es gibt Beispiele für die archaischen Fertigkeiten der Buchbindekunst, obwohl ich sagen muss, dass dies die Kreativität der Schüler zeigt, es sind einige bemerkenswerte Beispiele ausgestellt. Weiter zum Siebdruckbereich, dem natürlich unser größtes Interesse gilt, doch der ist auch nicht gerade begeisternd. Auf den ersten Blick sieht alles recht interessant aus mit Schablonengeräten, vielen halbautomatischen und manuellen Druckmaschinen, T-Shirt-


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Karusseldruckmaschinen und dem berühmten „langen Tisch“ für Textildruck „a la Lyonnaise“. Doch wenn man die Dinge näher betrachtet sieht man, dass die Geräte durchschnittlich 12 Jahre alt sind und die beiden UV-Härtungsgeräte sind noch älter und mit den aktuellen Standards verglichen nicht sehr praktisch. Es gibt keine elektronische Lichtmessung bei der Herstellung von Schablonen. Offensichtlich ist auch die Ernüchterung bei den Lehrern, denen bewusst ist, dass sie Siebdruck aus einer anderen Ära lehren. Und seltsamerweise sehen wir aus erster Hand die gleichen Ausbildungsprobleme, denen Firmen in Osteuropa, Zentral- und Südostasien gegenüber stehen. Alle Firmen, die wir besucht haben, haben darüber geklagt, wie schwierig es ist kompetente und qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Und hier sehen wir die andere Seite dieser Ähnlichkeit. Das Problem ist offensichtlich auf die Tatsache zurückzuführen, dass die fachliche Ausbildung den sieben australischen Provinzen untersteht und nicht der Bundesregierung. Und wenn man daran denkt, wie spärlich Australien wirklich bewohnt ist, dann kann man sich vorstellen, dass keine dieser Provinzen ein umfassendes Ausbildungssystem auf allen Ebenen unterhalten kann. Die riesigen geografischen Entfernungen zwischen den verschiedenen australischen Städten sind ebenfalls nicht hilfreich: Wenn zum Beispiel die FESPA ein Seminar organisieren würde, um die Sieb- und Digitaldrucklehrer in Australien „auf den neuesten Stand der Technik zu bringen“, dann müssten sowohl die Delegierten wie die Redner sehr lange Anfahrten in Kauf nehmen. Die FESPA muss sich jedoch mit diesem Problem befassen, da der SGIAA sich zu diesem Problem bereits laut äußert.

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Freitag, 10. März Coolum Am nächsten Morgen fahren wir nach Coolum, das noch an der Küste liegt, aber diesmal im Süden von Brisbane und keine Ähnlichkeit mit dem unglaublichen SurferParadies im Norden aufweist. Es erinnert vielleicht an die Französische Riviera oder Südkalifornien und wir finden uns bei unserer Ankunft in einer anderen Art von Paradies, das nur aus Bungalows, Schwimmbädern und verschiedenen Restaurants besteht. Eine weitere australische Überraschung und wunderbarer, unerwarteter Luxus für uns. Die Delegierten kommen an und es gibt viele Wiedersehen mit alten Freunden, die sich nur an so unwahrscheinlichen Orten wie diesem treffen, um sich wieder auszutauschen.

Samstag, 11. März Das Seminar beginnt mit einer Ansprache von Marci Kinter, die sowohl die VizePräsidentin des SGIA als auch die Geschäftsführerin von ASPT und eine leidenschaftliche Umweltschützerin ist, ein kritisches Thema für Sieb- und Digitaldrucker auf der ganzen Welt. Ich komme nach ihr und spreche über die Art und Weise, in der der Sieb- und Digitaldruck mittlerweile in Europa zusammenarbeiten, was teilweise auf die Bemühungen der FESPA zurückgeht. Ich erkläre, was die FESPA jetzt für ihre Mitgliedsverbände weltweit tut. Ich erkläre auch, dass es keine Rivalität mit dem SGIA gibt, da die FESPA eine Föderation von Verbänden und der SGIA ein Verband von individuellen Firmen ist. Ich betone, dass beide Organisationen ein gemeinsames Ziel haben, da beide den Sieb- und Digitalbereich auf jede mögliche Art und Weise weltweit fördern.

Am Nachmittag spricht Bruce Lowry von Agfa über die Verwendung von Digitalfarben für die größeren Außenanwendungen und liefert eine sehr objektive Präsentation, die die Vor- und Nachteile sowohl der Lösemittel- als auch der UV-Farben beleuchtet. Dann kommt meine Frau Therese an die Reihe, die lange Jahre unsere Ex-Firma Graficaza geleitet hat, die auf POP spezialisiert ist. Sie spricht über ein Thema, das sie genau kennt: Wie man eine reine Siebdruckfirma in eine Firma verwandelt, die auf den Entwurf von POP-Materialien für die Luxuskosmetik- und Parfumbereiche spezialisiert ist.

Sonntag, 12. März Ich beende die Debatten mit einer langen Präsentation über Farbmanagement für Sieb- als auch Digitaldruck. Ein weiterer alter Freund – Werner Deck – spricht nach mir und erklärt, wie man Siebe auf umweltfreundliche Art und Weise rückgewinnt und wieder aufbereitet. Die nächste Rednerin, Liz Corbelli von Fuji Films Sericol liefert eine sehr interessante Präsentation über digitalen Workflow, während Les Venus ein völlig anderes und weniger fachliches Thema für seine Präsentation gewählt hat, nämlich die verschiedenen Kauf- und Leasingoptionen und wie man sie erfolgreich nutzen kann. Die Nachmittagssitzung beginnt mit einer sehr interessanten und bewundernswert unbefangenen Präsentation von Patrick Turner, dem Verkaufsmanager für Oceania und einem Befürworter von HP Scitex über die Möglichkeiten des Digitaldrucks, besonders wenn man Piezo UVInkjetdrucker verwendet. Amir Klienstern von NUR, der auf ihn


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folgt, rühmt ebenfalls die Vorteile der Digitaldrucktechnologie, doch beharrt viel mehr auf der besonderen Wirksamkeit der NUR-Drucker verglichen mit anderen Maschinen. Schade, denn einige der wichtigen Punkt seiner Rede werden etwas durch die parteiische Natur der Präsentation getrübt.

Montag 13. März Ein Tag der Entspannung, an dem die meisten von uns eine Bootfahrt und ein Picknick genießen. Wir fahren in ein Gebiet, das mich an die Everglades in Florida erinnert. Wir erhaschen einen flüchtigen Blick auf riesige Eidechsen und eine Auswahl an farbenfrohen Vögeln – es ist sehr schön, obwohl die Sonne gnadenlos heiß scheint. Andere energievollere Charaktere drehen einige Runden Golf, das scheint wirklich überall der Sport der Bildverarbeiter zu sein.

Dienstag, 14. März Zu schnell ist unser australisches Abenteuer vorbei. Wir reisen etwas traurig ab, nicht zuletzt weil wir in einen kalten und nassen Pariser März zurückkehren, 40 FESPA WORLD SUMMER/06

doch auch weil wir die vielen netten neuen Freunde aus Australien und Neuseeland und auch viele alte Freunde aus der ganzen Welt verlassen. Alles in allem war dies eine faszinierende und erinnerungswerte Reise.

Epilog Australien war wirklich eine Entdeckung. Wir begannen unsere Reise mit vielen Vorurteilen, einige davon waren falsch, und fanden ein sehr schönes, aber äußerst forderndes Land. Die Australier sind meist sehr nett und freundlich, aber nicht sehr zahlreich, wenn man bedenkt, dass Australien bei einer ähnlichen Größe wie Indien nur insgesamt 25 Millionen Einwohner hat, verglichen mit Indien, das 50 mal mehr hat. Die Firmen, die wir auf unserer Reise besuchten, können alle als mittel oder groß beschrieben werden. Sie haben es geschafft, die Digitaltechnologie viel reibungsloser und befriedigender in ihre Produktionsverfahren einzugliedern als ihre europäischen Kollegen und die Trennung zwischen Sieb- und Digitaldruck verläuft weniger deutlich.

In Australien ist es genauso unumgänglich, dass sich die Firmen als Bildverarbeiter verstehen, die eine Anzahl sich ergänzender Verfahren je nach Anwendungsart verwenden, und nicht einfach als Sieb- oder Digitaldrucker oder Schilderhersteller. Ich bin der Meinung, dass es von entscheidender Bedeutung ist, dass wir alle uns darauf konzentrieren, einen kompletten Service für unsere Kunden zu liefern, der jeden Aspekt der visuellen Kommunikation angefangen beim Entwurf bis zur Produktion und wenn nötig Endinstallation abdeckt. Der Hauptzweck des Seminars in Coolum war, allen Firmen deutlich zu machen, dass gleichgültig, wie groß sie sind, ihr Überleben in der Zukunft davon abhängt, ob sie dieses Konzept völlig erfassen. Im Großen und Ganzen glaube ich, dass die Australier das besser als viele europäische Firmen verstanden haben – vielleicht hat es etwas mit dem Sonnenschein zu tun. Wie auch immer, der Optimismus der „Aussies“ sollte eine Lektion für uns alle sein.

Michel Caza


INDISCHE ODYSSEE Nach der FESPA World Expo India 2005 besuchte Michel Caza die Fabrik Divine, einen der Gewinner der FESPA India Awards, um sich einen Einblick in die Siebdruckverfahren in Indien zu verschaffen Divine wird von zwei Brüdern, Rajeev und Sanjiv Jain geleitet. Es ist eine von drei Firmen, die sie besitzen und sie ist auf die Herstellung und Verteilung von kleinen Bildern spezialisiert, die auf die herrlichen perforierten vergoldeten Bögen gedruckt werden, die sowohl auf der FESPA 2005 in München als auch auf der indischen Ausstellung Awards gewannen. Die kleinen, aber äußerst feinen Bilder werden einzeln manuell gedruckt, bevor sie UVgehärtet werden. Die anderen beiden Firmen der Brüder, OM Decals PVT und Fine Art Decoration stellen keramische Abziehbilder in hoher Qualität her, die auf Fayencefliesen montiert und im Haus bei 750°C gebrannt werden. Einige davon sind sehr große dekorative Stücke in den Abmessungen 120 x 240 cm und 10 x 180 cm.

Unüblicherweise beschichten OM Decals PVT und Fine Art Decoration ihr eigenes Abziehpapier mit einer riesigen RolleRolle-Maschine. Die Abziehbilder werden dann in der klassischen Größe von 60 x 80 cm auf halbautomatischen Druckmaschinen mit Lösemittellacken bedruckt, bevor sie auf Regalen getrocknet werden. Das Lager der Firma an Bildern und Filmen ist absolut fantastisch: Sie besitzen mehr als 5.500 unterschiedliche Entwürfe und 45.000 Filme, die sowohl für die Fliesen als auch die goldenen Bilder verwendet werden. Sie werden entweder im Haus oder von selbständigen Designern hergestellt und die Filme werden am Ort in einem anderen Familienunternehmen belichtet. Die Firma hat insgesamt 90 Mitarbeiter, von denen 55 in einer altmodischen

Fabrik in der Stadt arbeiten und weitere 35 in einer neuen Einrichtung außerhalb von Neu-Delhi. Ende des Jahres wird das gesamte Unternehmen in die neuen Gebäude ziehen. Da wir in Indien sind, sind Kunst und Religion nahe bei einander und so beziehen sich gut 80% der hier gedruckten und hergestellten Objekte auf die HinduGötter, von denen es ungefähr 600 gibt. Wie Rajeev erläutert, hat jedoch jeder in Indien seinen eigenen Gott, der für gute Geschäfte sorgt, wenn er großen Anzahl an verehrten Gurus, Philosophen, Poeten, der Mutter Maria, Mutter Theresa etc. hinzugefügt wird.

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MACTAC AWARDS

Talent und Originalität wurden belohnt! Die Jury bei der Arbeit, Entspannung und Spiel

Der Höhepunkt des europäischen Teils der 5. Ausschreibung für die MACtac Worldwide Awards fand kürzlich in Athen statt. Die Jury beurteilte mehr als 200 Projekte, die aus Tausenden von Einsendungen in diesem Jahr ausgewählt wurden.

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Die Jury bestand aus Herausgebern einiger führender europäischen Schilder-, Digitalund Siebdruck-Magazine sowie dem Präsidenten der FESPA, Hellmuth Frey und einer Reihe von Experten, die dabei waren, um die technischen und kreativen Schwierigkeiten, die mit jedem Projekt zusammen hingen, einzuschätzen und zu erklären. Die Einsendungen kamen von Sieb- und Digitaldruckern, Schilderherstellern und ihren Kunden von überall in Europa und wurden auf vier verschiedene Kategorien aufgeteilt: Fahrzeugwerbung, Innenschilder, Außenschilder und technische Leistungen. Der Gesamtgewinner der Kategorie Fahrzeugwerbung war eine englische Firma, Raccoon Signs & Display, die 60 Wagen der Müllabfuhr der Gemeinde Sothwark mit Entwürfen umhüllte, die von örtlichen Künstlern entworfen wurden und so sich


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Raccoon Signs & Digital Display verwendete

MACtacs Schutzfolien IMAGin JT 5529 und IMAGin LF 3699 für ihr Projekt “Kunst am Wagen” für die Gemeinde Southwark in London

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Latsign verwendete MACtac IMAGin JT 5929, um Aluminiumplatten eines Einkaufszentrums in Lettland mit einem Holzmaserungseffekt zu verschönern

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Blow Up Media verwendete MACtac MACmark 8900 Pro IMAGin JT 5920 P für die Umhüllung des Turm der Deutschen Telekom in Berlin

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G&G Studio wählte MACtac IMAGin JT 5822

und MACmark 798-01 (Glasdekorationsfolie) für ihre eindrucksvolle Nike Fensterdekoration

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ATO wählte folgende Materialien, um eine

Unmenge an dekorativen Wirkungen für einen neuen Fitnessclub zu erreichen: MACtacs MACmark 9800 Pro, 8300 Pro, 9700 ProIMAGin JT 5800, JT 5915 P (auf einer Seite durchsichtig) und

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bewegende Kunstwerke schufen. Die Grafiken dienten ebenfalls als faszinierende und gut sichtbare Werbung für die verschiedenen Kunstprojekte und Ausstellungen, die in der Region Sothwark stattfanden. In der Kategorie Außenschilder war die Firma Latsign aus Lettland der Gewinner mit einer Umhüllung eines Einkaufszentrums. Mit 1512 mÇ gedruckter Folie schuf sie einen äußerst gefälligen und sehr originellen Holzmaserungseffekt. Die polnische Firma G&G Studio gewann in der Kategorie Innenschilder. Sie stellte eine eindrucksvolle Fensterdekoration für Nike her, deren Dichte immer weiter abnahm und so den Eindruck von Bewegung simulierte.

Der europäische Preis für Technische Leistung ging an die italienische Firma ATO, die eine ganze Reihe von Grafiken für einen neuen Fitnessclub herstellten. Mit einer großen Auswahl an Techniken und Materialien wurden unterschiedliche dekorative Wirkungen erzielt, die Firma lieferte und installierte Fußbodengrafiken, Fenster- und Türdekorationen, große Visuals, Innen- und nachleuchtende Schilder und Displays, die alle glänzende Wirkungen erzielten. Zwei andere Firmen wurden in dieser Kategorie ebenfalls ausgezeichnet: New Jev Screen aus Belgien siebdruckte sehr raffinierte Sticker für Fahrräder unter Verwendung von Spezialfarben, Glitzer und Lack, während die deutsche Firma Blow Up Media den Turm der Deutschen Telekom in Berlin umhüllte, um für die Fußballweltmeisterschaft zu werben. Sie

Permacolor: Permaflex 6400, Permagard 7281.

verwendete 3.000 mÇ Folie (halb so groß wie ein Fußballfeld) für eine runde Oberfläche und erkletterte das 200 m hohe Gebäude, um die Folie anzubringen. Die Höhe kombiniert mit den frostigen Temperaturen und starken Wind am Tag der Anbringung trug nur zu den Schwierigkeiten bei, doch Blow Up Media schaffte alle gesteckten Ziele mit Bravour. Neben den Gesamtgewinnern wurden die drei besten Firmen in jedem geografischen Gebiet ebenfalls geehrt und werden ihre Preise in einer Reihe von speziellen Zeremonien erhalten, die im Sommer auf nationaler Ebene stattfinden. Die asiatischen und amerikanischen Awards werden in Kürze bekannt gegeben. Weitere Informationen unter: www.mactac.com

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INSTALLIERUNGEN

Ein Wettbewerbsvorteil Im vergangenen August installierte Fahnen Herold, einer der weltweit größten Hersteller von gewerblichen Bannern, dekorativen Bannern und Textildisplaysystemen, die erste großformatige Bildverarbeitungsmaschine der deutschen Firma CST GmbH, die die patentierte DLE-Technologie verwendet.

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Gegründet im Jahr 1947 wird Fahnen Herold von Kai Frauenhoff geleitet, der zur dritten Generation der Familie gehört, die die Firma ursprünglich gründete. Mit einer Druckkapazität von mehr als 10.000 mÇ pro Tag gehört die Firma zu den führenden Herstellern von textilbasierten Werbemitteln. Zu ihren Kunden gehören Spitzennamen aus der Automobil-, Freizeit, Mode- und Kosmetikindustrie, die alle die Kombination von kurzen Lieferzeiten und guter Qualität schätzen. Das trifft besonders bei dekorativen Bannern und Displaysystemen zu, wo eine genauere Rasterauflösung benötigt wird und extrem kurze Termine bedeuten, dass für endloses Proofing keine Zeit bleibt. Als allgemeine Regel gilt, der erste Proof muss perfekt sein. Fahnen Herold setzte sich zuerst Anfang 2005 mit CST GmbH in Verbindung. Zu dieser Zeit waren die Folienplotter/Scanner und Bildverarbeitungsmaschinen bereits gut bekannt im Textilbereich. Nun hat CST Gelegenheit, auch auf dem Drucksektor ihre Spuren zu hinterlassen. Fahnen Herold hat bereits mit Projektionskamerasystemen gearbeitet und hat gerne in neue Technologien investiert, die zur Produktivitäts- und Qualitätserhöhung beitragen. Anstelle der traditionellen Herstellung von Sieben mit Filmen und den neuen Techniken wie Ink- und Wachsjet, bedeutet die DLE-Option von CST, dass die fotoempfindliche Emulsion direkt digital belichtet und polymerisiert wird. Ein DMD-Chip (Digitalspiegelgerät von Texas Instruments) projiziert das Muster mit mehr als 800.0000 Spiegeln, von denen jeder 14 µm misst, direkt auf die Emulsion und härtet sie. Je nach dem verwendeten

optischen System liegt die Kapazität irgendwo zwischen 500 dpi bis zu 1.800 dpi mit Geschwindigkeiten von mehr als 30 mÇ/Std. Alle bekannten Film/Emulsionshersteller bieten Emulsionen, die mit dem DLE (digitalen Lichtgravierer) von CST arbeiten. Das sogenannte Scrollen sorgt für laufende Bewegung, was die Konstruktion bedeutend erleichtert und auch die Belichtungszeit verbessert. Der Belichtungskopf fährt ohne Stopp über das Sieb. Während dieses Verfahrens bewegen sich die Mikrospiegel so, dass jede Stelle des Siebes laufend im gleichen Zeitraum beleuchtet ist. Die CST GmbH hat sich diese Scroll-Technik patentieren lassen. CST bietet drei verschiedene Maschine und man hat die Wahl zwischen Methoden wie Wachsjet oder alternativ Inkjets (was sich als sehr teuer herausgestellt hat) und DLE ist die einzige Firma in der Welt, die alle drei Techniken der Bildverarbeitung anbietet. Testläufe mit der DLE-Maschine im Februar 2005 bestätigten, dass diese besondere Technik am besten die Bedürfnisse von Fahnen Herold erfüllen würde und die Firma entschied sich dafür, sie von CST zu kaufen. Kai Frauenhoff erläutert: „Anfang August wurde die Maschine bei uns in Wuppertal installiert und fünf Tage danach entschieden wir uns, sie zur vollen Produktion einzusetzen. In diesem Fall stellte sich die Entscheidung als richtig heraus, da die versprochene Geschwindigkeit von 20 mÇ/Std bei weitem übertroffen wurde. Zur Zeit belichtet sie mit 30 mÇ/Std. Er fährt fort: „Wir sind nun in der glücklichen Lage u.a. komplizierte große


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a, b, c & d Beispiele der Arbeiten von Fahnen Herold.

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Der DMD-Chip – das digitale Spiegelgerät von Texas Instruments – mit mehr als 800.000 Spiegeln in einer Größe von je 14 µm.

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Das Bein einer Fliege veranschaulicht die 14 µm Größe der Spiegel.

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CST: die erste großformatige Bildverarbeitungsanlage von 7 m x 3 m

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steht bei Fahnen Herold in Wuppertal.

h & i Konzept der DLE-Technik DigitalLichtgravierer von CST GmbH.

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Drucke in brillanter Qualität herzustellen. Die Detailschärfe, die Kantenschärfe, das umgekehrte Bild und die erreichte Präzision sind ausgezeichnet. Der Druck von Rastermotiven mit sehr hellen/leuchtenden Teilen führte früher zu Problemen beim Textildruck wie Einfärbungen, Schaum und Pastellschatten. Schattenwerte unter 5% waren fast unerreichbar und brachen unkontrolliert weg. Mit der neuen Maschine ist die Belichtung jedoch so genau, dass sogar ein Punkt von weniger als 3% genau reproduzierte werden kann. Das kommt in der Textilindustrie einer kleinen Revolution gleich.“ „Auch wurde ein neuer Standard für die Bildauflösung gesetzt. Die optimale Rasterauflösung kann auf jede Materialart angewendet werden. Die maximal mögliche Rasterauflösung ist nicht mehr begrenzt wie bei der Belichtung von Sieben und Schablonen. Jetzt setzt einfach die Struktur des Stoffes die Grenze. Derartig feine Rasterauflösungen waren früher nicht möglich. Die neue Technologie stellt somit einen wirklichen Quantensprung dar. „Allgemein gesprochen ist die

Bildauflösung viermal besser als die, die mit traditionelleren Verfahren erreicht werden kann, besonders wenn man dekorative Qualitätsbanner herstellt und das bedeutet viele neue Möglichkeiten. Sogar sehr schwierige Motive können kompetent durchgeführt werden, fügt Klaus-Peter Müller, der Produktionsmanager von Fahnen Herold hinzu. Die zukünftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Firmen wird, wie sie glauben, zu weiteren Verbesserungen der Belichtungsgeschwindigkeit führen, da die ganzen Vorteile der DMD-Technik noch nicht voll optimiert wurden, doch wird geschätzt, dass Graviergeschwindigkeiten von bis zu 40 mÇ erreichbar sind. Kai Frauenhoff sagt abschließend: “Durch die beträchtlichen Einsparungen für die Materialien, die wir in Verbindung mit den Wachs-Jetmaschinen benötigten, die jährlich zwischen ?50.000 bis ?100.000 betrugen, zusammen mit der verbesserten Qualität und höheren Belichtungsgeschwindigkeiten haben wir einen echten Wettbewerbsvorteil gegenüber unseren Konkurrenten.“

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PETER KIDDELL

Unser neuer regelmäßiger Kolumnist Peter Kiddell fordert die Siebdrucker auf aufzuwachen und den Braten zu riechen

Aufgewacht, aufgewacht

PETER KIDDELL

COLUMNIST

46 FESPA WORLD SUMMER/06

Würde ein Druckkäufer vom Planeten Zog hier landen und die Veröffentlichungen lesen, die sich mit der Druckindustrie beschäftigen oder viele Druckausstellungen besuchen, dann könnte er zu der Meinung kommen, dass der Digitaldruck das einzige Druckverfahren auf diesem Planeten sei. Warum? Da alle im Moment darüber ein großes Geschrei machen. Der Siebdruck könnte bestenfalls ein Minoritätsverfahren und schlimmstenfalls völlig verschwunden sein. Kurze Lieferzeiten, Großformat, eine Mischung von kleinen, mittleren und großen Auflagen, eine des Druckens kundige Belegschaft, der Wunsch, von den Kapricen des Siebdruckverfahrens weg zu kommen und eine Reihe von Endkunden, die Druckprodukte mit extra Leistrungen und nicht einfach Siebdruck kaufen. Die gängige Bezeichnung ist „Lieferanten von Drucklösungen“. Die Siebdrucker fanden schnell heraus, dass der Digitaldruck viel weniger problematisch als der Siebdruck ist. Die Farbe, wenn auch äußerst teuer, wurde in sauberen Kartuschen geliefert. Keine Schablonen mussten hergestellt oder rückgewonnen werden, keine Rakel, um die man sich kümmern musste, keine Fotopositive, die man herstellen oder lagern musste, einzelne Drucke wurden per Knopfdruck geliefert, ein gesamter digitaler Workflow und andere bequeme Vorteile. Alles, wovon sie je träumten. Am wichtigsten war jedoch der Gewinn, es kam dem Drucken von Geld gleich. Doch es dauerte nicht lange und die Realität holte sie ein. Eine Druckmaschine, die 40 mÇ/Std. druckte und auch noch weniger kostete, ersetzte die Maschine, die sie gekauft hatten und die 20 mÇ/Std. druckte. Der Fotograf am Ende der Straße mit minimalen Verwaltungskosten leaste die verbesserte Version und unterbot die Preise. Das war ein anderer Markt, auf dem die Gewinne zurückgingen und die Fähigkeiten der Geräte in genau der gleichen Weise zunahmen, wie bei den Desktop-PCs in den vergangenen Jahren. Das Leben für die Siebdruckfirma hatte sich verändert. Früher hatten sie durch ihre praktischen Druckfähigkeiten Erfolg und machten das

Beste aus einem vielfältigen Verfahren. Die Ergebnisse waren zeitweise bemerkenswert in ihrer Qualität und zu anderen Zeiten bemerkenswert unpassend. Der Digitaldruck war die Antwort auf ihre Gebete. So verbannen wir den Siebdruck als Verfahren. Wir verkaufen die Maschinen zum Schrottpreis. Wir gründen ein Reinigungsunternehmen mit den Lösemitteln und verwenden die Siebgewebe, um die Moskitos abzuhalten. Nun, das ist es, was Ihnen der Verkäufer von Digitalgeräten weis machen möchte. Wenn Sie auf der FESPA Digital in Amsterdam waren, dann hätten Sie dort eine Menge von ihnen zusammen mit einer geschlossenen Front an Digitaldruckmaschinen getroffen. Bitte denken Sie nicht, dass ich gegen den Digitaldruck bin. Es ist ein wunderbares Verfahren, das viele wertvolle Merkmale hat. Wogegen ich bin ist die scharfe Kritik am Siebdruck. Es ist fast schon modern geworden, das Verfahren zu verspotten. Auf den überentwickelten Märkten ist es so leicht, die Hunderttausende Firmen und Millionen Menschen in der ganzen Welt zu vergessen, die sich mit Siebdruck befassen. Viele haben nur Handtische, womit die meisten von uns anfingen und die große Mehrheit kann nicht einmal daran denken, das Kapital für Digitaldruck zu investieren. Einer der vielen Gesprächsbrocken, die ich auf der FESPA Digital auffing, war: „Diese Maschinen beginnen mittlerweile bei unter ?100.000“, und zwar in einem Ton, als handele es sich um ein Schnäppchen. Ja, der Markt hat sich verändert und wird das auch weiterhin tun, doch der Siebdruck hat immer noch eine bedeutende Rolle, die er besser ausfüllen kann, als jedes andere Druckverfahren. Dazu gehört die Fähigkeit, kontrollierte Filmdicken bis zu 300 Mikron aufzutragen. Er hat nicht nur diese Fähigkeit, sondern das Druckmedium (Farbe) kann aus fast jedem Material sein, dass in eine Flüssigkeit verwandelt werden kann und eine Partikelgröße hat, die idealerweise ein Drittel der Gewebeöffnung beträgt. Dadurch ist er eins der vielseitigsten Druckverfahren, das wir haben.


PETER KIDDELL

Die Einfachheit des Siebdrucks macht ihn so attraktiv. Er macht sich natürliche Phänomene wie mechanische Bewegungen, Fluss und die Interaktion von Flüssigkeiten und Festkörpern zu nutze. Doch lassen Sie sich nicht täuschen. Wie in der Natur wird die Reinheit eines Verfahrens durch die sehr komplizierten physischen und chemischen Beziehungen untermauert, die von elektrischen Kräften beeinflusst werden. Einige Doktorarbeiten wurden über den Rakel und andere Elemente des Verfahrens geschrieben. Viele kluge mathematische Modelle wurden erstellt, um das Verfahren zu erklären, verbunden mit Tausenden an Stunden für experimentelle Forschung. All das, was dabei herausgekommen ist, ist dass der Siebdruck zu den robusten industriellen Verfahren gehört. Das gegen den Hintergrund von Siebdruckpraktikern, die die Brauen runzeln, die Luft scharf einatmen und sagen: „Man kann das Verfahren nicht kontrollieren, man muss ihn durch eine Druckauflage führen und an die Variablen anpassen.“ Blödsinn. Die Wissenschaftler und besten Siebdrucker wissen, dass das Verfahren kontrollierbar und vorhersehbar ist. Ihre Strategie ist, die Probleme zu vermeiden, indem sie die Variablen auf ein Minimum reduzieren. POS ist der Bereich, in den der Digitaldruck in den überentwickelten Volkswirtschaften am weitesten vorgedrungen ist. Es hat in den Entwicklungsländern noch einen weiten Weg zu gehen, doch die Erweiterung in diesem Bereich bedeutet, dass der Siebdruck noch wächst. Auf einigen kürzlichen Reisen, die ich in Europa gemacht hatte, wurde mir auch klar, dass es in den früheren Sowjetstaaten einige sehr gute Siebdrucker gibt. Die gedruckten Arbeiten in Polen, Slowenien, Kroatien und Ungarn, um nur einige zu nennen, waren so gut wie die, dich ich auf den entwickelten Märkten gesehen habe. Diese Leute wissen, was sie tun und noch wichtiger, sie glauben an das Verfahren. Dazu kommt noch, dass der Wissensdurst in diesen Ländern begeisternd ist. Der industrielle Druck vereint eine Reihe von Anwendungen, angefangen bei Namensschildern bis zu Elektrolumineszens. In der ganzen Welt übernehmen mittlerweile Firmen den Siebdruck als Hochgeschwindigkeitsproduktionswerkzeug . Die ersten Schritte können mit der Digitaldrucktechnologie getan werden, doch die Vorteile des Drucks von großen Flächen mit dicken Schichten und in hohen Auflagen mit Siebdruck sind sehr attraktiv. Außerdem ist die Anpassung der Farben für den Druckmechanismus weniger

teuer beim Siebdruck verglichen mit dem Digitaldruck. Das bedeutet nicht, dass der Digitaldruck nicht seine Möglichkeiten erweitert, doch ist es ein Fehler, die Vorteile des Siebdruckverfahrens zu ignorieren. Der Nachteil beim Siebdruck liegt immer in der Herstellung der Schablone. Die Leute denken manchmal, dass die Rückgewinnung der entscheidende Faktor ist, doch in vielen industriellen Anwendungen werden die Schablonen nur einmal verwendet. Die Entsorgung des Gewebes und der belichteten Emulsion findet nach dem ersten Gebrauch statt. Hier kann anders als beim gewerblichen Druck kein Abweichen von der Schablonentoleranz geduldet werden. Langfristig ist die Fähigkeit einen Bildträger, der bei den meisten Anwendungen nur einmal verwendet werden kann, herzustellen, sehr attraktiv. Belichtet in der Druckmaschine vor dem Druck und automatisch positioniert, würde der digital belichtete Bildträger nach dem Drucken der Auflage entsorgt. Konventionelles Gewebe kommt hierfür nicht in Frage, besonders bei großformatigen Anwendungen, da die Kosten des Gewebes zu teuer sind. Dünne Filme, die durch einen Laser belichtet wurden, könnten sich dafür eignen. Doch stellen Sie sich einen vierfarbigen Druck von 3000 mÇ/Std vor, Bildwechsel in einigen Minuten, es gibt keine konventionellen Schablonen, die man herstellen oder rückgewinnen kann und Bilder in einer Qualität, wie es der Siebdruck schafft. Vielleicht arbeitet jemand in diesem Moment daran. Zurück zu uns, das Zwischenstadium der verfügbaren digital belichteten Schablone ist Computer-to-Screen. Dies kam in verschiedenen Ausführungen. Zuerst wurde auf ein mit Emulsion beschichtetes Sieb ein Bild gedruckt, entweder mit Farbe oder Wachs mittels eines digitalen Piezo Druckkopfes. Dadurch wurde kein Fotopositiv mehr notwendig. Das eignete sich für viele Anwendungen und die Einsparungen durch den Wegfall des Fotopositiv führten zu einem schnellen Gewinn. Doch die Begrenzung der Auflösung des Bildes, das auf das beschichtete Sieb gedruckt wird bedeutet, dass es sich für die feinsten Anwendungen nicht eignete. Die Direktbelichtung durch konzentriertes UV-Licht war eine weitere Verbesserung und es ist sehr wahrscheinlich, dass die Methode vom Digitaldruck auf ein beschichtetes Gewebe übernommen wird. Diese Technologie wird mit Geräten von KIWO, Signtronic, CST beschleunigt und bald Luscher, dessen

Direct-to-Screen-System mit thermischem Wachs die großformatigen Schablonenanwendungen seit einigen Jahren beherrscht. Die Zusammenarbeit zwischen Signtronic AG Schweiz und Proditec GmbH & Co KG ist besonders interessant. Proditec hat seit langem die PROKA-Reihe an Direktprojektionskameras eingeführt. Das Signtronic-System sitzt gut im automatischen Proditec-System. Dadurch benötigt man kein weißes Gewebe und schnell reagierende Emulsion. Eine feine Linierung von 60 l/cm 150 l.p.i. ist ebenfalls erreichbar. Das Signtronic-System wird die Produktionsgeschwindigkeiten von 18 großformatigen Rahmen pro Stunde der Direktprojektionskameras nicht erreichen, doch die 28 mÇ/Std sind immer noch ein vernünftiger Durchsatz für Hochauflösungsschablonen. Das Herz des Direktbelichtungssystems ist ein digitales Mikrospiegelgerät oder DLP®Chip, ein bemerkenswertes Teil, das von Texas Instruments entwickelt wurde. Der DLP®Digital Light Processing™?Technologie-Chip ist wahrscheinlich der weltweit komplizierteste Lichtschalter. Er enthält eine rechtwinklige Anordnung von bis zu 2 Millionen drehbare mikroskopische Spiegel; jeder dieser Mikrospiegel misst weniger als ein Fünftel der Breite eines menschlichen Haars. Die Technologie wird bereits weitgehend für hochauflösende Fernsehund Projektionssysteme verwendet. Die Verwendung als Mittel zur Konzentration von UV-Licht zum Belichten einer Schablone ist nur eine der vielen Anwendungen dieser Technologie. Die Zuverlässigkeit des Systems wurde seit seiner Erfindung im Jahr 1987 erprobt. Anstatt auf dem Rücken zu liegen und mit den Beinen in der Luft zu baumeln, sollten die Siebdrucker alle Aspekte der Digitaltechnik für ihre Arbeit nutzen, angefangen bei geführtem Workflow bis zu Direct-to-Screen und digitale Instrumente für die Messung aller Schlüsselelemente des Verfahrens. Erstaunlicherweise verwenden viele Siebdrucker immer noch keine Kalibrierung bei der Herstellung von Vierfarbvorlagen. Ihre Zeit in der Industrie ist kurz, da der Copy Shop sie mit einer großformatigen Digitaldruckmaschine aus dem Geschäft bringen wird. Wenn das passiert, dann kauft der Eigentümer des Copy Shops die überzähligen Siebdruckgeräte und druckt damit die Arbeiten, die mit Digitaldruck weniger gewinnbringend sind.

FESPA WORLD SUMMER/06 47


INFORMATION

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Hellmuth Frey – President

49 408 50 40 21

49 408 537 18 12

hfrey@frey-siebdruck.de

Anders Nilsson – Vice President

46 493 130 40

46 493 121 20

anders@gamlebyscreen.se

Ricardo Rodriguez Delgado – Past President 34 914 85 28 70

34 916 71 02 73

rrd@panorama-sa.com

Michel Caza

33 1 34 67 16 79

33 1 34 67 28 89

michelcaza@aol.com

Lascelle Barrow

44 207 537 42 00

44 207 531 12 77

las.barrow@amartin.co.uk

Gyorgy Kovacs

36 28 51 66 15

36 28 51 66 16

imago@vnet.hu

Enrico Steijn

31 79 343 5353

31 79 343 5354

enrico@imaba.nl

Christian Duyckaerts

32 34 57 90 20

32 34 57 03 81

Christian@pnd.be

FESPA secretariat Kurt Sperisen – International Ambassador 41 44 910 5150

41 44 910 3866

kurt.sperisen@bluewin.ch

Nigel Steffens – General Secretary

44 1737 22 97 22

44 1737 24 07 70

info@fespa.com

Frazer Chesterman – Exhibition Director 44 1737 22 97 26

44 1737 24 07 70

frazer.chesterman@fespa.com

Val Hirst – FESPA Magazine Editor

44 1159 81 81 99

val@valhirst.demon.co.uk

44 1623 88 23 98

Chris Smith – New Projects & Member Services Manager 44 1737 22 97 20

44 1737 24 07 70

chris.smith@fespa.com

Mandy Goldfinch – PA to Nigel Steffens

44 1737 22 97 23

44 1737 24 07 70

mandy.goldfinch@fespa.com

Michael Ryan – Group Sales Manager

44 1737 22 97 27

44 1737 24 07 70

michael.ryan@fespa.com

James Ford – Sales Manager

44 1737 22 83 54

44 1737 24 07 70

james.ford@fespa.com

Karen Pooley – Group Marketing Manager 44 1737 22 97 25

44 1737 24 07 70

karen.pooley@fespa.com

Samantha Yardley – Operations Manager

44 1737 22 83 52

44 1737 24 07 70

samantha.yardley@fespa.com

Lorraine Harrow – Marketing Executive

44 1737 22 83 50

44 1737 24 07 70

lorraine.harrow@fespa.com

Claire Goodchild – Sales and Marketing Assistant 44 1737 22 83 53

44 1737 24 07 70

claire.goodchild@fespa.com

Sarah Willcox – Accounts Manager

44 1737 22 97 24

44 1737 24 07 70

sarah.willcox@fespa.com

Mirela Agolli – Accounts Assistant

44 1737 24 07 88

44 1737 24 07 70

mirela.agolli@fespa.com

Secretaries of FESPA national associations

Telephone

Fax

E-mail / Website

Christian Handler

Austria

43 15 12 66 09

43 15 13 28 26 19

verb.druck.u.medientechnik@aon.at

Kristine Zakalovska

Baltic States

371 750 11 41

371 750 11 42

kristine@sesoma.lv

Peter Robberecht

Belgium

32 25 12 36 38

32 25 13 56 76

peter.robberecht@febelgra.be

www.druckundmedientechnik.or.at

www.febelgra.be Eugeny Ivanov

Bulgaria

35 96 082 39 48

35 96 082 39 48

Mirjana Bjelan

Croatia

38 51 45 52 327

38 51 45 52 327

ett@popovo.net mirjana.bjelan@zg.htnet.hr

Vladimir Havel

Czech Republic

420 487 71 27 12

420 487 72 63 55

vladimir.havel@sca.com www.sitotisk-serigrafie.cz

Finn Obbekaer

Denmark

45 63 12 70 00

45 63 12 70 80

fo@ga.dk / www.ga.dk

Regina Aas

Finland

35 89 71 72 99

35 89 73 84 52

regina.aas@suomeseripainoliitto.fi /

Julie Chide

France

33 144 086 422

www.seripainoliitto.fi contact@gpsf.fr / www.gpsf.fr

Torben Thorn

Germany

49 611 80 31 15

49 611 80 31 17

tt@bvdm-online.de / www.bvdm-online.de

Kimon Papas

Greece

30 210 52 39 41 6

30 210 52 48 23 7

papath@ath.forthnet.gr

Janos Buranyi

Hungary

36 28 51 66 15

36 28 51 66 16

mszsz@vnet.hu

Massimo Poli

Italy

39 02 71 04 05 98

39 02 71 09 24 46

segretario@siotec.it / www.siotec.it

Marius Gort

Netherlands

31 20 5 43 55 56

31 20 5 43 55 35

zso@kvgo.nl / www.zso.nl

Jon Halvorsen

Norway

47 33 07 15 30

47 33 07 15 31

halvorsen@hortensadvokatene.no /

Michal Kridel

Poland

48 12 296 03 85

48 12 656 01 32

biuro@ssp.com.pl / www.ssp.com.pl

José Carragosela

Portugal

35 12 18 49 10 20

35 12 18 43 87 39

geral@apigraf.pt / www.apigraf.pt

Marius Codirla

Romania

40 722 28 21 22

40 264 59 71 39

viking@mail.dntcj.ro / www.arsitd.homestead.com

www.serigrafer.org

48 FESPA WORLD SUMMER/06


INFORMATION

Artem Nadirashvili

Russia

Dusan Golubovic

Serbia and Montenegro 38 11 63 21 23 49

74 95 232 99 65

74 95 365 38 96

info@midiprint.com / www.rspa.ru

38 11 13 61 50 23

tehnologika@beotel.yu

Ludovit Bartos

Slovakia

42 1 32 74 43 589

42 132 74 30 434

bartos@bartos.sk / www.sietotlacovyzvaz.sk

Edo Sternad

Slovenia

386 1 565 72 50

386 1 568 45 78

edo@ib-procadd

Pablo Serrano

Spain

34 91 307 74 44

34 91 307 76 08

pserrano@aspack.es / www.asibnet.org

Else-Britt Lindeborg

Sweden

46 87 62 68 17

46 86 11 08 28

else-britt.lindeborg@grafiska.se

Hans Peter Weiss

Switzerland

41 18 37 10 40

41 18 37 10 42

hp.weiss@wemedia.ch / www.vss-apss.ch

Ibrahim Demirseren

Turkey

90 212 212 41 16

90 212 212 41 07

ared@ared.org.tr / www.ared.org.tr

Michael Turner

United Kingdom

44 1737 24 07 92

44 1737 24 07 70

info@spauk.co.uk / www.spauk.co.uk

91 250 248 0786

bhargav@graficaindia.com / www.s-p-a-i.org

www.screentryck.org

FESPA Associate Members Mr Bhargav Mistry

The Screenprinters Association of India 91 250 248 0998

Mr Clem Johnson

The Screenprinting and Graphic Imaging Association of Australia

Mrs Pei Guifan

The China Screenprinting and Graphic Imaging Association

0061 02 8789 7362 0061 02 8789 7387 clem@reidindustrial.com.au / www.sgiaa.asn.au + 86 10 6401 5007 + 86 10 6403 4996 peiguifan@csgia.org Mr K Chaiyaboon

The Thai Screenprinting and Graphic Imaging Association + 66 2509 66 53

+ 66 2509 66 54

contact@thaiscreenprinting.or.th / www.thaiscreenprinting.or.th

Other associations Mike Robertson

SGIA

1 70 33 8513 35

1 70 32 73 04 56

miker@sgia.org

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Aeroterm ..................................................................................................................19

All members of FESPA receive this magazine every three months free. If you are not a FESPA member and wish to order a copy, the annual subscription for four copies, including postage, is â‚Ź63.00. Please complete the following order form to ensure your copy for the future. The magazine is published in English. Full translations in German, French and Spanish are available on www.fespaworld.com to members and subscribers. I enclose my cheque for â‚Ź63.00 payable to FESPA for issues 45, 46, 47 and 48. Future issues: Issue 45 September 2006, Issue 46 December 2006, Issue 47 March 2007, Issue 48 June 2007

BASF

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Membrana ..............................................................................................................39 Mimaki ................................................................................Inside Back Cover Nazdar ........................................................................................................................26 Saatichem ................................................................................................................35 Saatiprint ..................................................................................................................11 SGIA

(Block capitals please)

Name

............................................................................................................................37

Spandex ..........................................................................Outside Back Cover

Company

VFP ..................................................................................................................................7

Address

Photocopy this sheet and send by post or Fax to: M. Goldfinch, FESPA, 7a West Street, Reigate, Surrey RH2 9BL, UK, Tel: +44 1737 240788 Fax: +44 1737 240770

Tel: Fax:

FESPA WORLD SUMMER/06 49


UND SCHLIESSLICH.......

Fespa World Quizzes In diesem Monat ist Jim Rich von Spandex der Mann auf dem Schleudersitz F. Wie lange haben Sie für Spandex gearbeitet und was ist Ihr Verantwortungsbereich? A. Ich bin seit 2004 als Direktor für Hardware-Produktmanagement bei Spandex. Ich habe einen großen Verantwortungsbereich, um die richtige Wahl, Einführung und Marketing des breiten Angebots an Hardware- und Software-Produkten zu garantieren, die wir weltweit verkaufen. F. Was taten Sie, bevor Sie zu Ihrer jetzigen Firma kamen?

A. Ich hatte in den letzten 30 Jahren verschiedene leitende Positionen in unterschiedlichen Disziplinen inne, einschlließlich Verkaufs-, Produkt-, Service- und Forschungsmanagement. Die meiste Zeit meines Arbeitslebens habe ich in der Computer-, Druck- und Bildverarbeitungsindustrie verbracht. Ich habe bei Firmen wie Toshiba, Panasonic und KonicaMinolta gearbeitet. Bis Mitte der 80er Jahre war ich mehr mit den technischen Aspekten dieser Industrien befasst, doch während der 90er Jahre ging ich ins Verkaufs- und Produktmanagement, das im Jahre 1998 in meiner Ernennung zum australischen Marketing-Manager für KonicaBusiness-Systems gipfelte. Ich zog 1999 nach Belgien um und bevor ich meine augenblickliche Aufgabe bei Spandex übernahm, arbeitet ich als globaler ForschungsManager für eine technische Beratungsfirma für rechtliche und Regierungseinrichtungen mit Sitz in Brüssel. F. Spandex hat sich seinen Ruf in der Schilderindustrie erworben. Hat sich Ihr Kundenstamm jetzt auf andere Firmen erweitert, die im visuellen Kommunikationsbereich arbeiten? A. Unser Kundenstamm hat sich wirklich auf verschiedene Bereiche der visuellen Kommunikation erweitert. Dank unserer Produktauswahl und dem Zusammengehen von Industrien machen wir jetzt Geschäfte mit allen Arten von Firmen aus dem visuellen Kommunikationsbereich, einschließlich Siebdrucker, Digitaldruckbüros, Schnelldruckereien und Copy Shops, großformatigen Offsetdruckereien, Reprohäusern und professionellen Fotolaboren...... 50 FESPA WORLD SUMMER/06

F. Wie unterscheiden sich diese Firmen von Ihren Kerngeschäftsverbindungen, den Schilderherstellern? A. Mit dem Zusammengehen der Märkte sehen wir mehr und mehr Ähnlichkeiten zwischen den verschiedenen Arten der Firmen. Sie unterscheiden sich dadurch, dass sie alle ihre eigenen Spezialgebiete haben.

F. Spandex hat durch seine lange Verbindung mit Gerber den Ruf erworben, innovative Maschinen einzuführen. Können Sie uns irgendwelche Andeutungen über Ihre Zukunftspläne machen? A. Spandex und Gerber werden in Zukunft bestimmt neue und produktivitätsverbessernde Lösungen einführen. In diesem Jahr kommt als erstes die GerberCUT heraus, eine optische Positionsoption für die Gerber SABRE-Fräser, die das Konturenfräsen bei harten Druckprodukten erleichtern. Das GerberCUT-Visionsystem entdeckt automatisch und genau die Registriermarkierungen auf den gedruckten Grafiken und selbst große und komplizierte Bilder können mit einer sehr hohen Präzision gefräst werden. Kombiniert man diesen einfachen und leistungsstarken Arbeitsfluss z.B. mit der Gerber Solara UV2, dann erhält man eine große Menge an neuen Anwendungen für Schildermacher, Siebdrucker und andere Bildhersteller. Und Sie können natürlich weitere Vorteile durch die UV-Technologie erwarten.

F. Auf der FESPA Digital Printing Europe führten Sie die Solara UV2 ein, eine digitale InkjetFlachbettdruckmaschine, die UVFarbe verwendet. Welche Vorteile bietet diese Druckmaschine Ihrer Meinung nach Ihren Kunden und für welche Anwendungen eignet sie sich am besten? A. Mit der Gerber Solara UV2 führten wir unsere erste erschwingliche großformatige UVhärtende Hybrid-Injetdruckmaschine ein. Die Verwendung von UV-Farben hat viele offensichtliche Vorteile wie die Lieferung von sofort trockenen Drucken, erhöhter UVDauerhaftigkeit und Abriebfestigkeit. Und natürlich garantiert UV eine Innenlebensdauer bis zu drei Jahre ohne Kaschierung und ohne reizende Gerüche oder gefährliche VOCs. Unsere Kunden berichten, dass die

wesentliche Reduzierung der Arbeitszeit, die Pracht der gedruckten Farben und die Nachfrage der Kunden ihre Erwartungen übertroffen haben. Die UV2 hat eine einzigartige sechsfarbige Konfiguration aus CMGS plus Violett und Grün und druckt in einer Farbtiefe, die die von anderen UVDruckern übersteigt. Es kann auch leicht zwischen Flachbett- und RolleRolle-Druck dank der stufenlosen Kopfhöheneinstellung und Mediensensoren abgewechselt werden. Die Kunden haben Akryl, Foamex, Glas, PVC, Polykarbonat, Aluminium, MDF, Spanplatten, Fußbodenfolie, Gewebe (sogar Gewebeverstärkungen zur Verwendung als Tischdecke oder Gardine), Flaggen,(er liefert großartige zweiseitige Farben), Banner, Glas, Wellpappe und Escapappe (Wellpappe mit weißer Seite), Korkfliesen, Schaumplatten (sogar farbig), Correx verwendet. Einige Kunden erhielten gute Ergebnisse auf fotolumineszenter Folie und Lexedge magnetischem Material.

F. Glauben Sie, dass UV-Farben die Lösemittelfarben an Beliebtheit übertreffen werden und wie lange glauben Sie, wird das dauern? A. Zur Zeit werden LösemittelInkjetfarben für den großformatigen Druck vorgezogen und ihre Beliebtheit auf dem großformatigen Sektor wächst noch. Es ist eine ausgereifte und billigere Technologie. Doch die Umweltfrage bleibt und wird schließlich das Wachstum stoppen. Ich erwarte, dass der Lösemittel-Inkjet noch weitere fünf Jahre wachsen wird. In der Zwischenzeit entwickelt sich der UVDruck. UV hat einige offensichtliche Vorteile: sauber, sofort trocken, mehr und weniger teure Bedruckstoffe. Ich bin davon überzeugt, dass er die Lösemittelfarben in Zukunft überholt.

besteht. Wir werden erfolgreich sein, da wir einen höheren Wert liefern werden, der die ungewöhnlichen Bedürfnisse unserer Kunden in den Bereichen Produktlösungen, Anwendungsunterstützung und Betreuung nach dem Verkauf abdeckt.

F. Haben Sie vor den Rest Ihres Arbeitslebens im Druckbereich zu verbringen und wenn nicht, an welchen anderen Bereichen sind Sie interessiert? A. Wenn ich es könnte, würde ich ein professioneller Golfspieler werden. Doch ernsthaft, es ist die Branche, in der ich in den letzten 30 Jahren gearbeitet habe und ich sehe keinen Grund, warum ich mich auf ein neues Feld begeben sollte. F. Gibt es im Geschäftsbereich etwas, das Sie bereuen getan zu haben oder umgedreht, das Sie getan haben möchten? A. Nein. Ich habe niemals Risiken gescheut und mit den Konsequenzen gelebt, ob sie gut oder schlecht sind. Doch vielleicht hätte ich früher nach Europa gehen sollen. F. Was tun Sie, um sich zu entspannen? A. Ich bin immer entspannt. Nur beim Golfspielen bin ich angespannt. F. Geben Sie unseren Lesern einen heißen Tipp für die Zukunft A. Wenn ich ein Schilderhersteller wäre, dann würde ich die geheimen Vorteile der Solara UV2 nicht meinen Konkurrenten erzählen. Vielen Dank, Jim Rich.

F. Wie wird Spandex auf diesen Marktzusammenschluss reagieren? A. Spandex möchte zu den drei Spitzenfirmen in jedem SpandexLand gehören, die Lösungen für kleine und mittlere Kunden für ihre Schilder- und Grafikanwendungen liefern. Wir werden das durch ein breites Sortiment an führenden Hardware-Plattformen tun, für die ein erstklassiger Service und ein umfassender Nachmarktbereich

Jim Rich, stammt aus Katoomba, aus Australiens Blauen Bergen. Er ist verheiratet, hat eine Tochter, erhielt einen BA (ComputerStudium) von der Universität in Canberra und einen MBA von der Universität Neu England.


FESPA WORLD Issue 44 - Deutsch  

FESPA WORLD Issue 44 - Deutsch

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