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Herzlich Willkommen ’ k nam Witajce

Liebe Leserinnen und Leser, seit 2004 erscheint das Ferienmagazin für die Oberlausitz alljährlich mit zahlreichen Tipps für eine abwechslungsreiche Reise durch die Ferienregion. In der vorliegenden Ausgabe führen wir Sie auch an Orte industriellen Erbes, und das aus gutem Grund. 2020 wird in Sachsen das Jahr der Industriekultur begangen. Anlass dafür wiederum ist die 4. Sächsische Landesausstellung in Zwickau, die sich genau diesem Thema widmet. In unserem Heft nehmen wir Sie mit ins Deutsche Damast- und Frottiermuseum nach Großschönau, ins Haus Schminke nach Löbau oder

ins Konrad-Wachsmann-Haus nach Niesky. Wir berichten Ihnen von der Tradition der Bandweberei in Großröhrsdorf, der Zittauer Schmalspurbahn und der Waldeisenbahn Muskau. Darüber hinaus erfahren Sie mehr über sehenswerte Orte, wunderschöne Ausflugsziele und passionierte Gastgeber zwischen Hoyerswerda und Zittau sowie Radeberg und Görlitz. Lassen Sie sich also beim Blättern und Schmökern inspirieren! Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre und unvergessliche Tage in der Oberlausitz! Ihr Redaktionsteam

Anfragen und Informationen über: Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH Humboldtstraße 25, 02625 Bautzen Tel. +49 3591 48770 info@oberlausitz.com www.oberlausitz.com @oberlausitzcom

@oberlausitzcom

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Inhalt 2020

Eine Reise durch die Feriengebiete

38 Oberlausitzer Bergland

04 Das Landeschaftswunderland 08 Das Kulturentdeckerland 12 Das Kinderabenteuerland

16 Naturpark Zittauer Gebirge Industriekultur Im Zug ohne Eile Zittau • Ostritz Auf der Via Sacra im Dreiländereck unterwegs Naturpark Zittauer Gebirge Erholungsort Waltersdorf • Spitzkunnersdorf Erholungsort Waltersdorf Industriekultur Textildorf Großschönau Kurort Jonsdorf Kurort Oybin • Luftkurort Lückendorf Oderwitz • Seifhennersdorf Herrnhut Löbau • Industriekultur Hüter der Bahnhistorie Industriekultur Schminke-Villa und alte Nudelei

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16-17 18-19 19 20-22 23 24 25 26-27 28-29 30-31 32-33 34-35 36-37

Kottmar • Ebersbach-Neugersdorf Umgebindehäuser und Umgebindehausstraße Neusalza-Spremberg Cunewalde Leserpost aus dem Tal • Sohland Die geheimnisvolle Welt von Turisede Der Oberlausitzer Bergweg Wilthen • Schirgiswalde-Kirschau Oppach • Tautewalde Neukirch/Lausitz

39-41 42-43 44-45 46-47 48-49 50 51 52 53

54 Bautzen Sorbische Kultur Bautzen Göda • Grubschütz

54-56 56-59 58-59

60 Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft Wartha UNESCO-Biosphärenreservat Radtour durch sorbische Dörfer Dubrauke, Weißig

60-61 62-63 63


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54 64 Westlausitz Industriekultur Auf wertvollen Granit gebaut Großharthau Pulsnitz • Nebelschütz Industriekultur Radeberger Brautradition Industriekultur Bandweberei in Großröhrsdorf Kleinröhrsdorf Leserpost aus der LuxOase Bischofswerda • Rammenau Kamenz

64 65 66 67 68 69 70-71 72

73 Mit der Cesna über die Lausitz 74 Lausitzer Seenland Klein Partwitz Sport mit Nervenkitzel Boxberg/OL • Nochten • Reichwalde Hoyerswerda Hornow

75 76-77 78 79

66 Industriekultur Mit Volldampf durchs Jubiläumsjahr 82 Königshain • Krobnitz • Markersdorf • Reichenbach 83 Industriekultur Vom Alltag im Granitsteinbruch 83 Rietschen • Niesky • Schleife Industriekultur Häuser mit ganz eigenem Stil 84 Unterwegs auf dem Oder-Neiße-Radweg 85 Zentendorf • Thräna 86

87 Görlitz Görlitz • Markersdorf

88-90

Gästelieblinge 2020 gesucht Veranstaltungen Verkehrsverbund Ferienmagazin, Leserwettbewerb

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Umschlagseiten

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U1 Titel – Neues Schloss im Fürst-Pückler-Park Bad Muskau U 2 und U 3 – Trixi-Ferienpark, U 4 – Saurierpark Umschlagseite 5-6 – Übersichtskarte Oberlausitz

Die Gütesiegel und Marken für besondere Qualitätsmarke „Fami- Servicequalität Freizeitknüller Leistungen lienurlaub in Sachsen” Deutschland Oberlausitz

Tipp: Die Koordinaten wie B/2 oder C/7 an den Adressen dienen der Orientierung – so finden Sie den Ort ganz schnell in der Karte auf der Umschlagseite.

80 Lausitzer NEISSELAND Bad Muskau

Die Anzahl der Sterne bei Übernachtungseinrichtungen gibt Auskunft über Kriterien für Familienfreundlichkeit.

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Außergewöhnlich Hügelketten, Felsmassive, Heide, Teiche, Flussauen: Landschaft und Natur in der Oberlausitz zeigen sich äußerst facettenreich, wie kaum in einer anderen Region in Deutschland.

Ausblick im Naturpark Zittauer Gebirge zum Berg Oybin (rechts) und zum Hochwald (links)


Die Ferienregion lässt sich mit dem Rad auf wenig frequentierten Nebenstraßen und gut ausgebauten Radwegen entdecken. Sehr eindrucksvoll ist beispielsweise eine Fahrt durch das neu entstehende Lausitzer Seenland (S. 74).

Weitläufige Aussichten eröffnen sich Radfahrern in der Westlausitz (S. 64ff.).


Der Himmel ist zum Greifen nah, wenn man Gipfel am Oberlausitzer Bergweg (S. 50) erklimmt. Oben angelangt, eröffnen sich Panoramablicke ins Land. Überhaupt bieten sich Zittauer Gebirge (S. 20ff.) und Oberlausitzer Bergland (S. 38ff.) für schöne Touren zu Fuß an.

Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft umfasst Sachsens einziges UNESCO-Biosphärenreservat. (S. 60ff.).


Überraschend Historische Städte, lebendige Traditionen, sakrale Schätze – all das zeugt von einer wechselvollen Geschichte, die über Jahrhunderte die Oberlausitz prägte.

ViaThea-Festival an der Altstadtbrücke, die Görlitz mit Zgorzelec verbindet.


Das Schloss in Rammenau gilt als schönste Landbarockanlage Sachsens (S. 71). Es zählt zu den Perlen und Kleinoden der Gartenkultur (S. 32, 46, 63 und 77). Der Muskauer Park (Titelfoto, S. 81) gilt als Meisterwerk von Fürst Pückler.

Seit Jahrhunderten siedeln Sorben als kleinstes slawisches Volk in Blaudruck und Pfefferküchlerei (S. 66) werden wie anderes Tradider Lausitz. Ihre Traditionen sind erlebbar (S. 54-56, 62-63, 66, 84). tionshandwerk in der Region gepflegt (S. 17, 25, 67, 68).


Großschönau besitzt im Deutschen Damast- und Frottiermuseum die Schatzkammer der Damaste und eine Schauwerkstatt. Der Ort war das Zentrum der Leineweberei und ist heute einer der Orte der Industriekultur (S. 16ff., 25, 35, 36-37, 62, 64, 67, 68, 82, 83).

Umgebindehäuser wie der „Grünsteinhof” in Ebersbach strahlen Behaglichkeit aus und zeugen von handwerklichem Geschick. Die „Häuser mit Seele” verleihen der Landschaft in der südlichen Oberlausitz einmaligen Charme (S. 20ff., 38ff., 40-41, 42-43).


Einzigartig

Saurierpark bei Bautzen


Erlebnisbad, Abenteuerpark oder Zoo – das Spektrum der Freizeit-Attraktionen bietet Möglichkeiten für einen abwechslungsreichen Familienurlaub zu jeder Jahreszeit.


Herrnhuter Sterne sind ein Exportschlager. In der Manufaktur steht eine Erlebniswelt fĂźr Kinder zum Spielen und Basteln offen (S. 33).


In der geheimen Welt von Turisede, wo die Häuser auf Bäumen wachsen, können die Gäste unvergessliches erleben (S. 48-49).

Moderne Freizeitbäder wie das Massenei-Bad Großröhrsdorf garantieren erfrischendes Vergnügen im Wasser (S. 69).

Mit Volldampf in den Muskauer Park (S. 82)

Im Görlitzer Tierpark, einem von fünf in der Oberlausitz (S.89)


Im Bahnhof Bertsdorf im Naturpark Zittauer Gebirge gibt es regelmäßig Doppelausfahrten zweier Dampfzüge – das ist in Sachsen heute einmalig!

Nostalgischer Charme Die Zittauer Schmalspurbahn feiert ihr 130-jähriges Jubiläum Bereits seit 1890 nutzen Sommerfrischler die kleine 750 mm Schmalspurbahn im Zittauer Gebirge, um von der Stadt Zittau in die beliebten Ausflugsorte Kurort Jonsdorf und Kurort Oybin zu gelangen. Die Planungen für diese Strecke durch das Zittauer Gebirge reichen bis in das Jahr 1873 zurück. Doch erst 15 Jahre später gründete sich die Zittau-OybinJonsdorf Eisenbahn (ZOJE). Der Volksmund interpretierte diese Abkürzung auf seine Art: Zug ohne jede Eile! In gemächlichem Tempo reisten damals – wie heute – unzählige Ausflügler mit Dampf ins Gebirge. In den 130 Jahren haben die Bahnfahrten und ihre Region den Reiz nicht verloren. Die Züge der Zittauer Schmalspurbahn sind „täglich mit Dampf ins Gebirge“ unterwegs zu den Kurorten Oybin und Jonsdorf im Naturpark Zittauer Gebirge.

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Historische Postkarte – der Bahnhof in Oybin, Sehnsuchtsort der Ausflügler, mit der Bahn gut erreichbar. Zeitreisen im „Zug ohne jede Eile!” Wer im Speisewagen oder offenen Aussichtswagen auf Tour geht, kann auf dem 16 Kilometer langen Streckennetz einzigartige Eindrücke genießen – mit freiem Blick in die vorbeiziehende Landschaft. Die Bahn bietet Themenfahrten zu den Sehenswürdigkeiten des Zittauer Gebirges an. Gehen Sie auf Erkundungstour nach Zittau mit den Stadtwächter-Zügen oder lassen Sie sich von einer geselligen Magd die Burg- und Klosteranlage in Oybin zeigen. Neben den regulären Dampfzug-Fahrten geht es mit den Zeitreise-Zügen in die Welt vergangener Eisenbahnepochen. Der Sachsenzug von 1915, der Reichsbahnzug von 1930 und der Zittauer Triebwagen von 1937 sind an den Wochenenden von Mai bis Oktober abwechselnd im Einsatz. Wer das Betriebsgeschehen aus nächster Nähe beobachten möchte, findet im Bahnhof Oybin und Jonsdorf Übernachtungsangebote.

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Tipps & Termine: 31. Juli bis 2. August: HISTORIK MOBIL E In den sonst so ruhigen Ortschaften dröhnen alte Motoren und schnaufen historische Dampfrösser. Fahrzeugraritäten auf Schiene und Straße sind zu sehen bei der Gemeinschaftsveranstaltung der Jonsdorfer Oldtimertage, dem Lückendorfer Bergrennen und der Zittauer Schmalspurbahn, die 2020 mit einer großen Zugparade ihr 130-jähriges Jubiläum feiert. www.historikmobil.de E QR-Code scannen und auf Zeitreise gehen! „Ein Hauch von 1900“ – so lautet der Titel des neuen Imagefilms der Zittauer Schmalspurbahn. In 189 Sekunden zeigt der Zeitreise-Film, was sich an einem Haltepunkt um 1900 abspielte. In historischer Kleidung stellten Darsteller die Szenen nach (Fotos links).


Zittau • Weißwasser • Olbersdorf

DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen

Die Muskauer Waldeisenbahn gehört zur DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen und feiert 125-jähriges Bestehen.

In Hilgers Schauwerkstatt erleben Sie, wie Kokosfaser aus Indien verarbeitet wird. Daraus entstehen Fußabtreter und andere Produkte. Sie werden auf über 100 Jahre alten Maschinen gefertigt und in Europa sowie bis nach Südamerika und Kanada verkauft. Bis zu 50 Besucher finden in der Schauwerkstatt Platz, um in das einzigartige Handwerk reinzuschnuppern und vielleicht selbst eine Fußmatte als Erinnerungsstück herzustellen. Tipps: E Gruppen, Schulklassen, Busse willkommen E Privat- & Firmenfeiern E Fußmattenwebkurse für bis zu 4 Teilnehmer, etwa 2 Stunden E Online-Shop E Sonderanfertigungen

Hüter der Bahnhistorie! Loks und betagte Waggons sind Alfred Simms große Leidenschaft Wenn Alfred Simm von Dampfloks spricht, dann leuchten seine Augen. Der Chef des Vereins Ostsächsische Eisenbahnfreunde (OSEF) ist Bahner mit Leib und Seele. Einst bei der Deutschen Reichsbahn in Löbau, Leipzig und Bautzen beschäftigt, wirkt er seit 30 Jahren als Hüter faszinierender Bahnhistorie. Heute zählen drei Dampfloks, Triebfahrzeuge sowie Schlaf- und Speisewagen zu den Raritäten des OSEF-Vereins. Jedermann kann sie bei Events hautnah erleben. „Eine unserer Loks erhält jetzt die Zulassung. Bis Ostern ist sie fahrtüchtig“, kündigt Alfred Simm freudestrahlend an. Dann schwärmt er vom Mitropa-Speisewagen, der 1984 in der Oberlausitz produziert wurde. „Der hatte vier große Kühlschränke, Gasherde und Trinkwasserzuleitungen mit UV-Filter. Das war Weltniveau!“

Kontakt Kundenbüro: Zittauer Schmalspurbahn – SOEG mbH Bahnhofstraße 41, 02763 Zittau E/5 Öffnungszeiten und Erreichbarkeit: täglich von 8.30 bis 13.30 Uhr Tel. +49 3583 540540 info@soeg-zittau.de www.zittauer-schmalspurbahn.de Waldeisenbahn Muskau GmbH Zentrale Abfahrt: Bhf. Weißwasser-Teichstraße D/1 Geschäftsstelle: Jahnstraße 5, 02943 Weißwasser Tel. +49 3576 207472 wem.gmbh@waldeisenbahn.de www.waldeisenbahn.de (s. S. 82) Kontakt: DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen Am Alten Güterboden 4, 01445 Radebeul Tel. +49 351 2134440 info@dampfbahn-route.de www.dampfbahn-route.de www.facebook.com/dbrsachsen

Schon zu DDR-Zeiten engagiert er sich für den Erhalt historischer Dampfloks. 1990 gründet Alfred Simm mit einer Handvoll Eisenbahnfreunde die OSEF, ursprünglich um weitere Streckenstilllegungen zu verhindern. Heute kommen Bahnfans aus aller Herren Länder zu Besichtigungen, Vorträgen und Sonderfahrten in die Oberlausitz. Alfred Simm kann man dann in einer originalen Uniform der Königlich-Sächsischen Staatseisenbahn von 1910 bestaunen! Das war die Arbeitsmontur eines Bahnbeamten 1. Ranges. Lediglich Simms Dreispitz stammt von einer Paradeuniform, wie zu erfahren ist. Lesen Sie weiter auf Seite 35!

Einzigartige Kokoshandmanufaktur Kokosweberei Hilger August-Bebel-Straße 127, 02785 Olbersdorf E/5 Tel. +49 3583 690160 kontakt@kokosweberei.de www.kokosweberei-hilger.de Betriebsverkauf: Mo. und Die. von 9-12 und 13.30 bis 16 Uhr, Führungen & Besichtigungen auf Anfrage!

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Die Zittauer Schmalspurbahn ebenso wie die Muskauer Waldeisenbahn sind Teil der DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen. Diese einzigartige Ferienstraße verbindet fünf täglich verkehrende Schmalspurbahnen, drei weitere mit Dampfzügen betriebene Museumsbahnen, zahlreiche Eisenbahnmuseen sowie Standorte von Modellbahnen. Hinzu kommen einzigartige Bergbahnen sowie die weltweit älteste und größte Schaufelraddampferflotte, die auf der Elbe in Dresden im Einsatz ist. Die DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen vernetzt die Landeshauptstadt Dresden auf drei Teilabschnitten mit der Messestadt Leipzig, dem Vogtland und dem Zittauer Gebirge. Von dort führt die Tour weiter bis in die Muskauer Heide. Östlich des Lausitzer Seenlandes können Fahrgäste mit der Muskauer Waldeisenbahn in den Landschaftspark Kromlau und bis nach Bad Muskau in den Fürst-Pückler-Park reisen, der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört (lesen Sie dazu mehr auf Seite 80 und 82). Unter dem Dach der DAMPFBAHN-ROUTE Sachsen arbeiten seit 2010 rund 180 Partner zusammen. Sie bringen Gäste in Kontakt mit Kunst und Kultur, weltberühmtem Traditionshandwerk, hochwertigen Wellnessangeboten oder unverwechselbaren Naturschönheiten. Links und rechts des Schienenstranges finden Sie vielfältige Möglichkeiten für Aktivurlaub, Übernachtungen, Gastronomie und Freizeitspaß für die ganze Familie.

Naturpark Zittauer Gebirge


Naturpark Zittauer Gebirge

Zittau

Zittau liegt im äußersten Südosten Sachsens im Dreiländereck Deutschland-Polen-Tschechien direkt am Naturpark Zittauer Gebirge.

Schätze, die reich machen Zittau verblüfft mit einzigartigen Kunstwerken und eindrucksvoller Architektur

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„Wir hätten nie vermutet, dass es hier so viel zu sehen gibt“, hören die Mitarbeiter der Städtischen Museen in Zittau immer wieder von Besuchern. Tatsächlich gibt es eine Fülle an Raritäten in den historischen Mauern des ehemaligen Franziskanerklosters zu bewundern. Ob Epitaphienschatz, Zittauer Jungbrunnen, Kleines Fastentuch oder barocke Wunderkammer im Heffterbau: Für den Museumsrundgang sollten Gäste genügend Zeit einplanen.

Blick über den Marktplatz zum Rathaus

Blick in die Klosterkirche mit Epitaphienschatz

Spiegelbild des Lebens So sind rund 50 sorgsam restaurierte Epitaphien seit 2017 in der Klosterkirche ausgestellt. Die kunstvoll gestalteten Grabdenkmäler stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Mit Inschriften, Bildern und Skulpturen erinnern sie an Handwerker, Kaufleute, Bürgerfamilien, Bürgermeister, Richter und Gelehrte. Für die eindrucksvolle Präsentation am perfekt passenden Ort gab es sogar eine besondere Anerkennung. Als 2019 der Säch- Unverhofft entdeckt und freigelegt – die Jungbrunnen-Wandmalerei sische Museumspreis verliehen im Zittauer Franziskanerkloster (links); Besucher bewundern das wurde, ging einer der zwei Spezial- Kleine Fastentuch im Städtischen Museum (rechts). preise nach Zittau. Ein separater Museumsraum ist für das Kleine ZitEine riesige Überraschung im Obergeschoss des Museums war vor mehr als zehn Jahren die Ent- tauer Fastentuch von 1573 reserviert – eine Kostdeckung geradezu skandalöser Wandbilder. Unter barkeit, die es in Deutschland nicht noch einmal zentimeterdicken Farbschichten kamen Malereien gibt. Die Stadt besitzt sogar zwei dieser einzigartigen aus der Gotik in einer früheren Mönchszelle zum Textilien, mit denen einst in der Fastenzeit KirchenVorschein. Die Darstellungen gleichen einem Spie- altäre verhüllt wurden. Nur wenige Schritte vom gelbild sinnesfreudiger Lustbarkeit, als hätten sich früheren Franziskanerkloster entfernt wird das die Franziskaner einen Jungbrunnen mit handfesten Große Fastentuch von 1472 präsentiert: in der Museumskirche zum Heiligen Kreuz. Knechten und Mägden malen lassen.

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Überhaupt verblüfft die Vielfalt von Kunst, Kultur und Architektur in Zittau. Davon zeugen Denkmale wie der mächtige Marstall auf der Neustadt, das historische Stadtbad am Grünen Ring, das imposante Rathaus am Markt sowie die Johanniskirche, die nach Plänen des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel (1781-1841) entstand. Im modernen Gegensatz dazu stehen Plattenbauten aus DDR-Zeiten, die vor Jahren im Pop-Art-Stil verwandelt wurden. Der Straßenzug in der Innenstadt verblüfft wohl nicht nur Anhänger zeitgenössischer Kunst. Das Gerhart-Hauptmann-Theater mit seiner Schauspielsparte in Zittau, die Christian-Weise-Bibliothek im früheren Salzhaus oder die Hillersche Villa mit soziokulturellem Zentrum tragen dazu bei, dass es lebendig und kulturvoll in der Stadt am Dreiländereck zugeht. Bei dem Angebot lag es freilich auf der Hand, dass sich Zittau zusammen mit der gesamten Region als Kulturhauptstadt Europas für 2025 bewarb. Termin: E 20. Mai: Zittauer Spectaculum Kulturhistorisches Museum Franziskanerkloster und Kleines Zittauer Fastentuch (1573) Klosterstraße 3, 02763 Zittau E/5 Tel. +49 3583 554790 museum@zittau.de www.museum-zittau.de, www.zittau.de


Die Via Sacra im Dreiländereck 20 Stationen laden ein, einen außergewöhnlichen europäischen Kulturraum zu entdecken „Hier in den Lausitzen wurde schon echte große Toleranz vorgelebt, in jeder Beziehung.“, urteilte der Schriftsteller und Freigeist Arno Schmidt (1914 bis ’ bei Görlitz aufgewachsen 1949), der in Lauban (Luban) ist. Freiheit und Toleranz, sie können nur dort herrschen, wo den Menschen nicht vorgeschrieben wird, woran sie zu glauben haben. Während sich die sechs königlichen Städte der Oberlausitz für die evangelische Richtung entschieden, blieben die Zisterzienserinnenklöster St. Marienthal und St. Marienstern, das Domstift Bautzen und das Magdalenerinnenkloster Lauban katholisch. Dieses Nebeneinander der Konfessionen entwickelte sich zu einem Miteinander und machte die Region – in der zudem mit dem Deutschen und dem Sorbischen zwei Sprachen gesprochen wurden – beispielsweise im Dreißigjährigen Krieg zu einem Zufluchtsort für religiös Verfolgte. Reise ohne Grenzen und zur Besinnung Diesem Geist nachzuspüren und dabei kulturelle Einmaligkeiten zu entdecken, macht heute die touristische Route Via Sacra möglich. Dafür haben sich Vertreter kultur- und frömmigkeitsgeschichtlicher Denkmale von europäischem Rang in der Dreiländerregion Deutschland (Oberlausitz), Tschechien (Nordböhmen) und Polen (Niederschlesien) zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Unter dem Motto „Via Sacra – Reisen ohne Grenzen, durch Jahrhunderte, zur Besinnung”. Die Route verbindet auf ca. 550 Kilometern 20 religiöse Stätten sowie Kunstschätze im Dreiländereck, es sind allesamt Orte, die früher einmal zum Königreich Böhmen gehörten. Selbstverständlich muss niemand diese Route Punkt für Punkt abfahren. Jede Stati-

Der geistige Vater und Initiator der Via Sacra, Dr. Volker Dudeck, ein Botschafter der Oberlausitz, vor dem Großen Zittauer Fastentuch von 1472. In der Museumskirche zum Heiligen Kreuz füllt das 8,20 Meter hohe und 6,80 Meter breite bemalte Tuch den Chorraum aus. Immer in der Fastenzeit verhüllte es den Altar. Zum körperlichen Fasten kam ein Fasten der Augen hinzu, denn der Gemeinde blieb das Heilsgeschehen am Altar verborgen. Dafür wurde sie mit 90 Bildern und Texten aus der Geschichte Gottes mit den Menschen konfrontiert. Heute kann es ganzjährig besichtigt werden. on kann einzeln aufgesucht werden und als Ausgangspunkt für Ausflüge am jeweiligen Ort dienen. Sicher ist aber: Jede Station lohnt sich. Viel gibt es zu schauen wie auch Gelegenheit zur Besinnung und inneren Einkehr. Deshalb wundert es nicht, wenn zahlreiche Besucher Jahr für Jahr der Via Sacra in ihrer vollen Länge folgen. Das ist ohne Eile in 10 bis 14 Tagen möglich. Neun Stationen befinden sich auf deutscher, drei auf polnischer und acht auf tschechischer Seite. Die Bauten und Kulturschätze an der „Heiligen Straße“ sollen Menschen jeden Glaubens anregen, innezuhalten und zur Ruhe zu kommen. Im Zeitalter von E-Mail und Mobiltelefon kommen viele oft nicht mehr dazu, in sich hineinzuhören.

Tipps: E Karte der Stationen und ausführliche Informationen auf www.via-sacra.info E 5-tägige Reise entlang der Via Sacra für Einzelreisende (bei individueller Anreise) vom 18. bis 22. Oktober 2020 (4 ÜN im St. Wenzeslaus – Stift bei Görlitz, ausgiebiges Programm inkl. Reiseleitung, Busrundfahrten zu vielen Stationen in Deutschland, Polen und Tschechien, Preis p. P. im DZ: 450 Euro) Informationen und Buchungen: Görlitz-Tourist, Tel. +49 3581 764747, m.buchwald@goerlitz-tourist .de (siehe Seite 88) E Stationen der Via Sacra s. S. 28ff., 32, 46, 54, 62, 72, 87!

Eine Station auf der Via Sacra – das Kloster an der Neiße

eingerichtet, wo die Schwestern wohnen. Die reizvolle Anlage können Besucher individuell oder mit einer Führung besichtigen und dabei allerhand entdecken. 4.45 Uhr, sonntags um 5.30 Uhr. Jede der frommen Frauen hat ihre Aufgabe im oder für den Stiftsbetrieb, der von jeher so angelegt war, dass er sich selbst trug. Zum Unternehmen gehören unter anderem Klosterschenke, Wäscherei, Klostermarkt, Nähstube und Gästebetrieb, denn mehrere Räume stehen Besuchern offen für Einkehr und Übernachtung. Zimmer dafür sind auch neben der Klausur

Zisterzienserinnenabtei Klosterstift St. Marienthal St. Marienthal 1 02899 Ostritz E/4 Tel. +49 35823 77300 info@kloster-marienthal.de www.kloster-marienthal.de

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An der deutsch-polnischen Grenze gibt es eine Zisterzienserinnenabtei, die seit ihrer Gründung im Jahre 1234 ununterbrochen besteht. Die Schwestern in St. Marienthal leben nach der Regel des Heiligen Benedikt „Ora et labora“ (bete und arbeite) im ältesten Frauenkloster des Zisterzienserordens Deutschlands. Die Schwestern kommen sechs Mal täglich zum Gebet zusammen: wochentags erstmals um

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Naturpark Zittauer Gebirge

Auf ins Zittauer Gebirge Ein Naturpark für alle – Wanderer und Radsportler, Kulturinteressierte und Familien

Gipfel ragen aus dem Nebel. Felsen wirken wie Fabelwesen. Wilde Bäche „gurgeln“ munter durch die urwüchsige Landschaft. Willkommen im Naturpark Zittauer Gebirge, in dem eine faszinierende Tierund Pflanzenwelt erhalten blieb! Mit etwas Glück entdeckt man hier noch seltene Schwarzstörche, Wanderfalken und Hirsche. Im Dämmerschein „singt“ der Uhu oft seine Abendmelodie. Ihm zu lauschen, heißt innehalten und einen Gang zurückschalten. Viele verschlungene Pfade führen durch dieses Rad- und Wanderparadies im Dreiländereck zu Tschechien und Polen. Zusammen mit Lausitzer Gebirge und Jeschkenkamm in Tschechien bildet das Zittauer Gebirge einen Landschaftsraum. Grenzen sind hier zwar markiert, bilden aber keine Barrieren. Vulkanische Kuppen, Sandsteinberge und tiefe Wälder machen die Gegend auf nur 50 Quadratkilometern einzigartig. Es gibt ungewöhnliche Felsgebilde, die Namen wie „Brütende Henne“ und „Nashorn“ tragen. Auch eine Stein-Taube rastet schon seit Jahrtausenden in einem der reizvollsten Mittelgebirge Deutschlands.

nau vermittelt spannende Einblicke in Handwerkstraditionen der Oberlausitz – ein besonderes Ziel für Interessierte im Jahr der Industriekultur 2020. Doch zurück zur Natur, wegen der die meisten kommen: Kletterfans finden im Zittauer Gebirge um die 120 (Kletter-)Gipfel und Pedalritter gute Radwege. Wer die Wanderstiefel schnürt, hat ohnehin die Qual der Wahl. Gefragte Ziele sind die Lausche, mit 793 Metern höchster Berg im Naturpark, der Hochwald (749 m) und der Berg Oybin (514 m). Die nächste Schänke oder Baude ist meist gar nicht weit. Entlang des blauen Bandes der Mandau breitet sich im Naturpark eine 1.000jährige Kulturlandschaft aus.

Grenzüberschreitend wandern Den Rucksack geschultert, die Wanderstiefel geschnürt – so steht Wanderführer Vom Töpfer bieten sich beim Kraxeln Ausblicke hinüber zum Oybin Alexander Fichte abmarschbereit vor der Sonnebergbaude am Fuße des Lauschegipfels im Erholungsort Waltersdorf. Hier ist er nicht nur Hotelier. Hier kennt der Oberlausitzer jeden Winkel. Die 11-Kilometer-Tour von der Lausche über Hochmoor, Jonsdorfer Felsenstadt und zurück Naturparkhaus ist eine erste Adresse zählt zu seinen Paradestrecken. „Auf SchuAlle Infos aus einem Guss gibt’s im Walsters Rappen genießt man auf dieser tersdorfer Naturparkhaus, dem NiederkretStrecke nicht nur tolle Panoramablicke, scham, einst Gasthaus und Dorfgericht. man überschreitet auch die Grenze zu Die Erlebnisausstellung vermittelt mit Tschechien. In unserer Ecke ist das ganz Filmeinspielern, Hörstationen und bizarr normal“, so der sympathische Sachse. Von funkelndem Gestein locker-leichte Info- Familienwanderwege führen zu den originellen Felsgebilden (s. S. 22). der „anderen Seite“ erlebe der Gast andeHäppchen. Alles, was Gäste draußen erlere Blicke und andere Leute. „Offene Grenben können, sehen sie dort sozusagen im Miniatur- bühne und Eislaufhalle (Winter) bzw. Kindertobe- zen, die Menschen verbinden, gehören einfach zu format. land (Sommer) im Kurort Jonsdorf, der Trixi-Park in unserer Region.“ Mit einem Hauch deutscher Romantik verzaubert Großschönau mit tollem Bad und Kletterpark. Die Burg & Kloster Berg Oybin. Durchs Tal schnauft seit barocke Stadt Zittau beeindruckt mit ihrem städte- Geheimtipp „Dreiecker” Zum Picknick stoppen wir am wuchtigen Falken130 Jahren die Zittauer Schmalspurbahn. Zu weite- baulichen Ensemble und den Fastentüchern. Das ren Top-Zielen zählen Schmetterlingshaus, Wald- Deutsche Damast- und Frottiermuseum Großschö- stein-Fels. Da hat Alex Zeit zum erklären: Vulkanke-

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Naturpark Zittauer Gebirge

Der Hochwald (749 m) ist der zweithöchste Aussichtsberg im Naturpark Zittauer Gebirge. Der Oberlausitzer Bergweg führt hier über den Kammweg.

2013 übernahm Alexander Fichte mit seiner Frau Ines die Sonnebergbaude von seinen Eltern. Von der Baude aus startet er mit Feriengästen oft zu seinen geführten Wanderungen. gel prägen hier das Landschaftsbild. Im Zittauer Gebirge nennt man sie auch „Huckel“. Basaltkuppen und Sandsteinfelsen wechseln einander ab. Der Waltersdorfer empfiehlt uns weitere Touren rund um Lausche und Oybin. Ein Geheimtipp sei der „Dreiecker“, ein Ausflugsziel im alten Dreiländereck. „Auf nur 14 Kilometern Länge und 1,5 Kilometern Breite haben wir in drei Orten und drei Tälern ganz viel auf kleinem Fleck.“ Schon als Kind wanderte Alexander Fichte mit seinen Eltern, kletterte und fuhr Ski. „Das saugst du einfach mit der Muttermilch auf“, so der 40-Jährige, der sich heute wie in Kindertagen an kuriosen Felsformen wie „Orgel“, „Kaffeetasse“ und „Bernhardiner“ begeistert. „Diese und andere Gebilde der Jonsdorfer Felsenstadt und Mühlsteinbrüche sind ein Spaß für die ganze Familie. Heute bestaunen das meine

Mehr über den Oberlausitzer Bergweg auf S. 50!

Tipps aus erster Hand: E viele grenzüberschreitende Wanderwege ins benachbarte Lausitzer Gebirge (CZ) E Mit der Bahn nach Tschechien: www.czech-tourist.de E EURO-NEISSE-Tickets für Polen und Tschechien: www.zvon.de E Bergpass (im Bild links) für die schönsten Bergziele. Belohnung nach mindestens vier Stempeln – bei den Tourist-Informationen gibt’s ein Wanderabzeichen. E Steinzoo besuchen (s. nächste Seite)! Ihr Ansprechpartner Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge Markt 1, 02763 Zittau E/5 Tel. +49 3583 7976400 tourismuszentrum@zittauer-gebirge.com www.zittauer-gebirge.com Mehr Informationen zum Naturpark Naturpark Zittauer Gebirge e. V. Naturparkhaus Zittauer Gebirge Hauptstraße 28 OT Erholungsort Waltersdorf 02799 Großschönau Tel. +49 35841 2146 oder 38696 zittauergebirge@naturpark-verein.de touristinfo@grossschoenau.de www.naturpark-zittauer-gebirge.de

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eigenen Kinder“, schmunzelt der Familienvater, der mit seinen Sprösslingen auch gern Höhlen des Zittauer Gebirges erkundet. Länger als eine Woche ist er selten weg. Kehrt er heim, stellen sich schnell Heimatgefühle ein. „Wenn wir von Norden ranfahren, sehen wir schon ab Löbau die Gebirgssilhouette von Hochwald und Lausche. Diese Kulisse rückt dann immer näher – ein irres Gefühl“, schwärmt der Hotelchef. Dann berichtet der Lokalpatriot noch vom Oberlausitzer Bergweg, der auf 107 Kilometern vom Oberlausitzer Bergland bis ins Zittauer Gebirge führt. „Oder kommt mal im Winter. Wenn genug Schnee liegt, bietet die Lausche beste Abfahrtsbedingungen. Natürlich sind auch Skiwanderwege gespurt.“ In der nächsten Bergbaude knistert bestimmt ein Kaminfeuer!

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Naturpark Zittauer Gebirge

Olbersdorf

Familienspaß – die Felsgebilde Was Wind und Wetter schufen Sie heißen Brütende Henne, Schildkröte, Krokodil, Nashorn, Löwe, Bernhardiner, Dackel, Papagei. Zu finden sind diese Natur-Unikate und Fabelwesen auf drei Familienwanderwegen, die zu den Tierfiguren führen – in den Jonsdorfer Mühlsteinbrüchen, rund um den Töpfer im Kurort Oybin und um die Fuchskanzel im Luftkurort Lückendorf. Markierungen (im Bild rechts) weisen jeweils den Weg dorthin. Die Steintiere – ein Wunderwerk der Natur, in einer Häufung, die man bundesweit kein zweites Mal findet – haben im Naturpark ihren Platz seit ewigen Zeiten. Bildhauer dieser Sandsteingebilde waren Wind, Wasser, Wärme und Kälte, die Figuren sind durch Verwitterung entstanden, über Jahrhunderte, Jahrmillionen. Tipp: E Kaum zu glauben, wie schnell Kinder in den Schuhen sind, wenn es zum „Steinzoo” geht. Gute Wegbegleiter sind übrigens Broschüren für Kinder, die es in den Tourist-Informationen gibt.

Schildkröte (oben) und Bernhardiner (unten)

Herausgepickt: Tierpark im Dreiländereck Echten Tieren begegnet man im Zittauer Tierpark. Auf www.tierpark-zittau.de gibt es eine spezielle Seite für Kinder – mit Neuigkeiten über die Tierbabys, Spielplätzen sowie allen Ferienangeboten und Terminen für Veranstaltungen.

Mehr als nur ein Wettkampf

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Die O-SEE Challenge feiert 20-jähriges Jubiläum

Es ist viel passiert seit dem ersten Wettkampf im Jahr 2000, bei dem lediglich fünf Starter das Abenteuer O-SEE Challenge wagten und im Dreikampf Schwimmen, Mountainbike (MTB) und Lauf die Distanz zwischen dem Olbersdorfer See und dem Hochwaldgipfel des Zittauer Gebirges bezwangen. Inzwischen ist die O-SEE, wie sie liebevoll von den Einheimischen und den vielen Fans genannt wird, eines der größten Multisportevents in Europa. Jährlich pilgern inzwischen am 3. Augustwochenende ca. 1.500 Athleten aus der ganzen Welt in das südöstliche Dreiländereck, um am legendären Cross Triathlon, der seit vielen Jahren auch zur globalen XTERRA-Serie gehört, teilzunehmen. Wer also am O-SEE startet, der geht durchaus auch beim XTERRA France, Switzerland oder Belgium an den Start und qualifiziert sich so auch für die jährlich im Oktober 14 Tage nach dem Ironman stattfindende XTERRA WM auf der Insel Maui/Hawaii.

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Aber die O-SEE Challenge ist mehr als nur ein Wettkampf – ein Eventwochenende, mit feierlicher Eröffnung und Rahmenprogramm am Freitag, Hauptwettkampftag am Samstag, Open-Air-Konzert am Abend, Kids Challenge und Einsteigerwettkampf am Sonntag. Das Fest- und Wettkampfareal mit Wechselzone für fast 900 Bikes, mit Ausstellung, Familien- und Kinderbereich, zahlreichen Ständen und Foodtrucks am Nordstrand ist beeindruckend, der aufgebaute riesige Schirm als Wetterschutz für die Zuschauer und Athleten gibt dem Ganzen eine futuristische Note. Die O-SEE Challenge findet nicht nur am Olbersdorfer See statt, sondern im gesamten Naturpark

Zittauer Gebirge, denn der legendäre Ruf der Veranstaltung ist insbesondere durch die herausfordernden, landschaftlich lohnenswerten Mountainbikestrecken, die an vielen Stellen von Zuschauern gesäumt werden, begründet. Immerhin 36 Kilometer ist die längste Distanz, welche die Sportler im Rahmen des XTERRA-Wettkampfes absolvieren müssen. Es geht auch kürzer – die volkssportlich orientierten Wettkämpfe beinhalten MTBStrecken von „nur“ 20 und 24 Kilometern. So richtig große Stimmung kommt beim Zieleinlauf auf, wenn die Triathleten nach dem Schwimmen und der MTB-Runde den abschließenden Laufpart unter dem Jubel der vielen Zuschauer absolviert haben. Die Einheimischen lieben die O-SEE Challenge und Gäste fühlen sich sofort wie zu Hause. Tipp & Termin: E O-SEE Wochenende vom 14.16. August 2020 als Anlass für einen Kurzurlaub in die Oberlausitz nehmen. Aber früh buchen, Quartiere sind schnell Mangelware – Olbersdorfer See/Freizeitoase, An der Landesgartenschau 1 02785 Olbersdorf (E/5) www.o-see-challenge.de


Erholungsort Waltersdorf • Spitzkunnersdorf

Naturpark Zittauer Gebirge

Landhotel „Quirle-Häusl“ Würzige Bergluft, herrliche Landschaft, freundliche Gastgeber Sommers wie winters lohnt sich ein Urlaub in unserem Verwöhnhotel im historischen Oberlausitzer Umgebindehaus. Angenehme Atmosphäre herrscht in allen Räumen und Hotelzimmern, es wird Gemütlichkeit echt gelebt. Während Ihres Aufenthaltes können Sie individuell oder bei einer organisierten Kräuterwanderung die Landschaft der Oberlausitz erkunden. Wir laden Sie ein, gemeinsam mit uns in lockerer Atmosphäre die schönsten Wanderrouten, die geheimsten Flecken sowie die gesündesten Kräuter unserer Heimat zu entdecken. Wir sind bestens auf Wandergäste und Biker eingestellt. Erleben Sie humorvolle Themenabende und Konzerte Ihrer Gastgeber Kathrin & Peter. Wir organisieren Ihren Erlebnisurlaub mit abwechslungsreichen Arrangements (Termine: www.quirle.de). Unsere über die Grenzen der Oberlausitz hinaus geschätzte Küche freut sich schon jetzt, Ihnen mit regionalen Zutaten von sorgfältig ausgewählten Lieferanten Geschmackserlebnisse zu bescheren. In der urigen Holzblockstube können Sie in das flackernde Feuer eines Holzbackofens blicken, welcher je nach Jahreszeit den Raum mit dem Duft von frisch gebackenem Brot, knuspriger Gans oder

würzigem Bratapfel erfüllt. Danach lässt es sich in unserem Sandsteingewölbe-Weinkeller bei einem guten Glas Wein traumhaft entspannen. In der Salz-Oase können Sie sich herrlich erholen, Ihre Atemwege kurieren sowie Selbstheilungskräfte aktivieren. (www.salzoase-waltersdorf.de) Komfortable Zimmer erwarten Sie sowohl im „Quirle-Häusl“ als auch im gegenüberliegenden Hotel „Kaiserliches Postamt“. Kuschelige Daunenbetten, verstellbare Liegepositionen und hochwertige Matratzen ermöglichen erholsamen Schlaf in gesunder Gebirgsluft. Weitere Angebote für Sie: E Geschenkboutique „Eenfuftsch“ E Grünster Biergarten der Oberlausitz E Wellness-Shuttle E Abholservice

***Superior Landhotel „Quirle-Häusl“ und „Kaiserliches Postamt“ D/5 Hotel – Restaurant – Boutique Waltersdorf, Hauptstraße 51, 02799 Großschönau Tel. +49 35841 606060 hotel@quirle.de, www.quirle.de

Viel dreht sich um den Hirsch Kurios und kulinarisch: ein Wirtshaus mit Pfiff

War schon zu Gast – Zar Peter I mit Gefolge 23 Jahren damals der jüngste Chef-Gastronom der Region. Wie der sympathische Sachse auf den Hirsch kam? „Menschen merken sich nun mal Tiere“, erklärt er die simple wie geniale PR-Idee.

Herzliche Gastgeber: Familie Albert (l.) aus heimischen Wäldern, hausgemachte Sülze wird so zubereitet wie zu Omas Zeiten – eins a. Dafür bürgt Uwe Albert, Gastwirt und seit 40 Jahren Chef des Hauses, das 1866 als „Ausspanne“ für Kutscher eröffnete. „Seitdem war es fast durchgehend Herberge mit Ausschank oder Gaststätte“, berichtet er. 1980 fing Uwe Albert dort als gelernter Koch an, mit

Tipps: E Gasträume erzählen Geschichten der besonderen Art E Gästezimmer und Ferien-Suite E Spielecke für Kinder E Selbst geräucherter Schinken E Schwarzbrennerei mit Verkostung – bis zu 15 Sorten kann man verkosten oder als Souvenir erwerben Wirtshaus „Wilder Hirsch” Straße der Republik 5, 02794 Spitzkunnersdorf D/5 Tel. +49 35842 26650 info@wilder-hirsch-spitzkunnersdorf.de www.wilder-hirsch-spitzkunnersdorf.de

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Der imposante Hirsch ist schon von Weitem ein Blickfang. Innen wird es noch verrückter: Tischplatten liegen auf Stümpfen mächtiger Eichenstämme, Lampen sind Kunstwerke aus Pferdegeschirr und großen Weinflaschen, Dekor und historische Fensterläden sorgen für uriges Flair. Vor den Gasträumen der riesige (funktionstüchtige) Destillierkessel sowie Schnäpse, die man in 100 Jahre alte Flaschen abfüllte. Ein Hirschkopf, der die Schnute bewegt und singt… Die ganze Schänke ist ein Unikat. Doch damit keine Missverständnisse aufkommen: Das Haus ist kein Kuriositäten-Kabinett, sondern vor allem eine gute Adresse für Oberlausitzer Gastlichkeit. Natürlich dreht sich hier viel um – na klar – den Hirsch. Aber nicht nur. Von Martinsgans bis Pizza, von Fisch bis Garnelenspieß, von Teichlmauke bis Schnitzel gibt es eine kulinarische Vielfalt. Das Wild stammt


Erholungsort Waltersdorf

Naturpark Zittauer Gebirge

Grenze auf dem höchsten Gipfel Von der Lausche in Waltersdorf können Gäste künftig noch besser ins Land sehen

Die Lausche bietet im Sommer wie im Winter weite Ausblicke übers Zittauer Gebirge, Lausitzer und Böhmisches Bergland, Iser– und Riesengebirge. „Auf dem Gipfel angekommen, muss man zunächst die Augen schließen, so überwältigend ist die Rundsicht.“ Schon in historischen Wochen- und Monatsblättern um 1900 kommt die Begeisterung zum Ausdruck, die wohl jeden erfasst, wenn er von der Lausche aus ins Land schaut. Mit 793 Metern ist sie der höchste Berg der Oberlausitz. Nicht nur die Schneekoppe und der Reifträger im Riesengebirge sind von dort zu sehen. Bei guter Sicht reicht der Ausblick bis zu den Höhen des Erz- und Fichtelgebirges, „mit Hunderten Bergen dazwischen“. So verwundert es nicht, dass die Lausche lange schon ein beliebtes Ausflugsziel ist, selbst wenn man den Gipfel nur zu Fuß erreicht. Sowohl von Deutschland als auch von Tschechien führen schö-

chen Ausblick zu genießen. Außerdem sind am Fuße des Berges zahlreiche Gelegenheiten zur Einkehr zu finden. Der Erholungsort Waltersdorf schmiegt sich malerisch an den Hang, wo im Winter reger Ski- und Rodelbetrieb herrscht. Am Lauschelift führt der Skiwanderweg „Zittauer Gebirge“ vorbei. Entlang der Dorf- und Hauptstraße schlängelt sich ein Denkmalspfad, der den Blick auf schmucke Umgebindehäuser lenkt. Tafeln an zehn markanten Stellen informieren über die einzigartige Volksarchitektur und ihre Zeugnisse in Waltersdorf. Immerhin zählt der Ort mehr als 230 solcher sorgsam gepflegter Bauten mit oft prächtigen Vorgärten, wie das „Blumenhaus” (s. Foto auf Seite 42). Die Lausche thront über Waltersdorf. Herausgepickt: E Besuchermagnet und besonders beliebt bei Kindern sind die vergnügliche Ausstellung im Naturparkhaus und der nahegelegene Naturgarten.

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Eine Darstellung der Baude auf der Lausche, die 123 Jahre lang die Ausflügler beherbergte. ne Wanderwege hinauf, denn auf dem Berg verläuft die Grenze zwischen beiden Staaten. Vor allem Kinder haben angesichts dieses Phänomens oben Spaß an dem Spielchen, gewissermaßen von einem Land ins andere zu hüpfen. Gipfelstürmer dürfen sich fortan auf einen noch besseren Rundblick von der Lausche freuen. Voraussichtlich im Frühjahr 2020 öffnet der acht Meter hohe Aussichtsturm, der auf dem Plateau entstand. Der Bau glich einem Abenteuer: Sowohl der Beton für das Fundament als auch die Teile der Stahlkonstruktion wurden mit einem Hubschrauber zum Gipfel geflogen. Von 1823 bis 1946 gab es auf der Lausche sogar eine Baude. Mitten hindurch verlief die sächsischböhmische Grenze. Das gastliche Haus fiel allerdings einem Brand zum Opfer. Danach wurde es nie wieder aufgebaut. Nach der europäischen Naturschutz-Richtlinie für Fauna-Flora-Habitate ist auf

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Tipps: E thematische Führungen (für Gruppen ab 10 Personen, auch nach Vereinbarung) E Angebote für Schulklassen und Kindergärten E KombiTicket für Erlebnisausstellung im Naturparkhaus, Volkskunde- und Mühlenmuseum, Deutsches Damast- und Frottiermuseum E Denkmalpfad entlang der Umgebindehäuser E Motorrad-Veteranen und Technikmuseum E Wanderung in Großschönau entlang der Flussauen von Mandau und Lausur E Veranstaltungssaal im Naturparkhaus E Rangerpass mit Querxenmedaille E Trixi Ferienpark und Waldstrandbad (s. 2. und 3. Umschlagseite) E Ladestation für E-Bikes am Naturparkhaus Großschönau ist Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße (Umgebindehausstraße) – siehe S. 42-43!

Im Naturparkhaus dem Gipfel heute keine Gastronomie mehr erlaubt. Für mitgebrachtes Picknick findet sich jedoch mit Sicherheit ein schönes Plätzchen, um sich zu stärken und dabei den herrli-

Bestellen Sie das neue Gästemagazin! (Bild links) Naturparkhaus Zittauer Gebirge mit Tourist-Information Hauptstraße 28, 02799 Großschönau OT Erholungsort Waltersdorf D/5 Tel. +49 35841 2146 naturparkhaus@grossschoenau.de www.grossschoenau.de


Großschönau

Naturpark Zittauer Gebirge

Alle Welt orderte gewebtes Gold Das Deutsche Damast- und Frottiermuseum bewahrt einzigartige örtliche Textilgeschichte

Die Schatzkammer der Damaste. Der russische Zarenhof, sächsische Könige und das britische Königshaus orderten das gewebte Gold aus der Oberlausitz

Der Textil- und Ortsgeschichte auf der Spur Im Deutschen Damast- und Frottiermuseum, dem früheren Wohn- und Geschäftshaus des Damastfabrikanten Christian David Waentig, vermittelt die „Schatzkammer der Damaste“ mit einer festlich gedeckten Tafel das Gefühl, als könne der sächsische König jeden Moment um die Ecke kommen. Besucher bestaunen, was europäische Adlige einst nur für sich beanspruchten – wertvolle Damaste, die als edle Tischwäsche bei Hofe oder in vornehmen Häusern dienten. Detailreiche Motive schmückten die Tücher, so Stadtansichten, Wappen, Blumen, biblische und Jagdszenen. Dem Schaffen renommierter Persönlichkeiten wird im Museum ein Denkmal gesetzt, so Johann Eleazar Zeißig, genannt „Schenau“ (hergeleitet von Großschönau). Der Maler, Grafiker und Musterzeichner war auch Direktor der Dresdner Kunstakademie und der Mal- und Zeichenschule der Meißner Porzellanmanufaktur. Werke aus seiner Hand und private Dokumente sind zu sehen. Neu zu besichtigen sind Räume zur Ortsgeschichte von Großschönau sowie das „Kirchenzimmer“ mit Deckenmalerei, Damaststoffen und Schnitzereien.

wort auf ihre Fragen und können mit ein wenig Glück eine Vorführung an alten Maschinen miterleben. Denn in der Regel arbeiten Mitglieder des Vereins wochentags am Vormittag an den Maschinen, wo ihnen Besucher beim Weben, Spulen und Nähen auch mal über die Schulter schauen dürfen.

Ausstellung: interaktiv und kinderfreundlich Die Ausstellung im Museum ist interaktiv gestaltet und lädt zum Selbsterkunden ein. Für Kinder gibt es die Museums-Rallye, wo es um Tiermotive auf Damaststoffen geht: Wer alle Fragen richtig löst, bekommt ein Überraschungsgeschenk. Ein funktionstüchtiger, alter Frottierhandwebstuhl ist ab und an in Aktion zu erleben. Auch ein seltener Damastzugwebstuhl ist im Museum zu besichtigen. Seine Funktionsweise wird in einem Video gezeigt. Auf fachkundige Textilexperten trifft man in der Schauwerkstatt, die vom Förderverein des Museums betrieben wird. Wissensdurstige erhalten hier Ant-

Schauwerkstatt (oben); beim TEXTILdorfFEST (unten)

Ausgezeichnet: E 2019 wurde das Museum mit dem Sächsischen Museumspreis geehrt. Die Jury würdigte dabei besonders das gemeinsame Engagement von Förderverein, Gemeinde, Bürgerinnen und Bürgern sowie Museum bei der Bewahrung der einzigartigen örtliche Textilgeschichte.

Herausgepickt: E Der Damast-Weberei, ursprünglich aus China und den Orient kommend (Damast leitet sich von Damaskus ab), verhalfen die Leineweber Friedrich und Christoph Lange 1666 in Großschönau zu einem Aufschwung. Beide hatten das Handwerk in Holland kennengelernt. E Die Tradition ist heute noch lebendig: So gibt es mit der Damino GmbH (u. a. Tisch- und Bettwäsche, Afrika-Damast) und der Möve Frottana Textil GmbH & Co. KG (flauschige Frottierware) zwei produzierende Betriebe der Textilbranche. Beide Unternehmen bieten in Werksverkäufen Erzeugnisse an. Tipps & Termine: E 23. Mai: TEXTILdorfFEST „geflachst & zugewebt” – an diesem Tag ist auch eine Wiederbelebung der alten Oberlausitzer Webschule geplant. Seien Sie gespannt… E der Textilpfad mit 30 Informationsstelen lädt Besucher ein, Fabrikantenvillen, ehemalige und gegenwärtige Produktionsstandorte und Umgebindehäuser, in denen einst Handwebstühle ratterten, zu entdecken. Siehe auch Foto aus der Schauwerkstatt auf Seite 11! Deutsches Damastund Frottiermuseum Schenaustraße 3 02779 Großschönau D/5 Tel. +49 35841 35469 info@ddfm.de, www.ddfm.de

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Die gute Damasttischdecke, wer kennt sie nicht? Das meist weiße, matt glänzende Tuch mit feinem Webmuster durfte und darf auch heute auf der festlichen Tafel nicht fehlen. Und was wäre ein erfrischendes Bad ohne flauschige, saugfähige Handtücher? Frottier ist aus der Alltagskultur nicht wegzudenken. Die Herstellung von Damast und Frottierwaren hat in Großschönau eine gemeinsame Wiege: 1666 wurde hier die Damastweberei eingeführt, 1856 nahm die Frottierweberei im Ort ihren Anfang. Was begnadete Handwerker und Mustermacher schufen, erregte bald Interesse in der ganzen Welt.


Naturpark Zittauer Gebirge Klare Gebirgsluft, Wald und Wiesen, viel Raum für Bewegung im Grünen – Bedingungen wie diese mögen der Grund gewesen sein, weshalb Jonsdorf ab Mitte des 19. Jahrhundert als Erholungsziel verstärkt ins Gespräch kam. Nach dem Bau einer Kaltwasserheilanstalt 1841 wuchs die Aufmerksamkeit für den malerischen Ort sprunghaft an. Die saubere Waldluft veranlasste 1893 wohl auch den Südlausitzer Verband der vereinigten Ortskrankenkassen, ein Genesungsheim am Südwesthang des Jonsberges bauen zu lassen. Nonnenfelsen wurden beliebtes Ausflugsziel Kurgäste berichteten äußerst positiv über ihren Aufenthalt im Zittauer Gebirge, so dass zunehmend Sommerfrischler Jonsdorf besuchten. Nachdem die Eisenbahn 1890 ihren Betrieb aufgenommen hatte, bekam der Fremdenverkehr neuen Schub. Die Zahl der Stammgäste stieg ständig. Mehr und mehr Urlauber mieteten sich in den Umgebindehäusern ein. Die steil aufragenden Nonnenfelsen wurden schon 1846 „einigermaßen besteigbar gemacht“, wie es in historischen Aufzeichnungen heißt. Ein kleines Lokal öffnete 1860 auf dem Plateau der beeindruckenden Felsformation, die zu einem der beliebtesten Aus-

Kinder, Kinder – hier ist Familienfreundliches Jonsdorf – das ganze Jahr ein lohnendes Ziel

Die Nonnenfelsen – Kletterer (im Bild ganz links) mögen die Schluchtwand und Barbarine ebenso wie Ausflügler (im Bild Mitte), die in der Baude einkehren und einfach nur herrliche Aussichten genießen.

Jonsdorf darf seit 2001 den Titel „Staatlich anerkannter Luftkurort” tragen. 2011 kam das besondere Zertifikat „Familienfreundlicher Ort” dazu, verliehen von der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen mbH.

Historische Postkarte: Die „Gondelfahrt” ist schon seit mehr als 100 Jahren das beliebteste Ausflugsziel bei den Nonnenfelsen.

flugsziele im Zittauer Gebirge wurde. 1935 erhielt Jonsdorf das Prädikat eines anerkannten Kurortes. Nach dem Zweiten Weltkrieg packten engagierte Bürger beim Wiederaufbau der abgebrannten Schmiede in den Mühlsteinbrüchen zu. Heute ist das Gebäude eine Station am Naturlehrpfad durch die Mühlsteinbrüche. Mit Blasebalg und Originalwerkzeug ausgestattet, gibt es Einblick in die schwere Arbeit der Steinbrecher.

Softeis wie zu Opas Zeiten

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„Gondelfahrt”: Gemütliche Einkehr, Hotel und Wanderdrehkreuz Bier- und Eisgarten, Kiosk, Bootsverleih sowie ein Gondelteich, der sich für eine Runde im Ruder- oder Akkuboot anbietet. Dazu gratis ein Blick auf die Nonnenfelsen. Klasse. Hinauf führt ein Klettersteig ebenso wie ein Wanderweg durch „Felsengasse” oder „Zigeunerstuben”. Überhaupt beginnen viele Wanderwege direkt vor der Haustür: Schöner als die „Gondelfahrt“ kann ein Ausflugsziel nicht liegen – seit jeher zog es Ausflügler hierher in die Sommerfrische. Ein Katzensprung ist es in die Jonsdorfer Mühlsteinbrüche. Auf dem Naturpfad warten Überraschungen wie die Sandsteingebilde „Teekanne“, „Nashorn“, „Orgel“. Längere Wandertouren

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Innerhalb des „Nationalen Aufbauwerkes“ entstand neben der Waldbühne auch das Natureisstadion in Jonsdorf. Eishockey war Anfang der 1950-er Jahre in der Gegend außerordentlich beliebt. Die Mannschaften spielten auf Dorfteichen, Spritzeisbahnen und im Oybiner Gebirgsbad. Allerdings fehlte eine Eisfläche mit 60 mal 30 Metern, wie sie für Wettkämpfe international vorgeschrieben war. Insgesamt mehr als 30.000 Arbeitsstunden leisteten freiwillige Helfer, um das Stadion unter freiem Himmel zu bauen, 1954 wurde es übergeben. Seit 1996 gibt es sogar eine überdachte Eissporthalle, so dass Wettkämpfe, Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten unabhängig von der Witterung möglich sind. Feriengäste können Schlittschuh laufen. Von April bis September wird die Eishalle kur-

übernommen und zu einem traumhaften Anwesen entwickelt hatten. Die Küche bietet traditionelle Gastronomie mit einem Hauch Moderne. Besonders beliebt sind die Forelle „Gondelfahrt“ mit Fisch aus dem eigenen Teich sowie typische Oberlausitzer „Teichlmauke“ mit gekochtem Rindfleisch, Wurzelgemüse, Kartoffelmus und kräftiger Brühe. Im Eisgarten gibt es Softeis wie zu Opas Zeiten aus eigener Produktion. Tipps: E Feierlichkeiten bis zu 90 Gästen E 35 Komfortzimmer, fast alle mit Blick auf die Nonnenfelsen E Schwimmbad, finnische Sauna, Physiotherm Infrarotkabine, Solarium, Beauty- und Wellnessangebot E Akku-Lader für E-Bikes und E-Cars

führen nach Waltersdorf, Oybin und zum Hochwald. Hotelchefin Katrin Jungmichel führt mit Bruder Robert Schwerdtner das Haus in vierter Generation, nachdem die Eltern Gisela und Peter Schwerdtner die Ausflugsgaststätte 1990 wieder in Familienbesitz

Ausflugsgaststätte & Hotel „Gondelfahrt” Großschönauer Str. 38, 02796 Luftkurort Jonsdorf Tel. +49 35844 7360, info@hotel-gondelfahrt.de www.hotel-gondelfahrt.de


Luftkurort Jonsdorf

Naturpark Zittauer Gebirge

was los!

Tipps: E Kurpark E solarbeheiztes Gebirgsbad E Bauerngarten E Museum Weberstube E Sternwarte E Klettersteig E Minigolfanlage E Naturlehrpfad E Ski- & Wanderwege E Ortsführungen Bestellen Sie das neue Gästemagazin! (links) Tourist-Information Jonsdorf Auf der Heide 11, 02796 Luftkurort Jonsdorf E/5 Tel. +49 35844 70616, tourist@jonsdorf.de www.jonsdorf.de Eishalle/Kindertobeland Sparkassen-ARENA Jonsdorf, Zittauer Straße 20 Tel. +49 35844 72277

Der rot glänzende Schmetterling flattert auf eine Bananenstaude. In violett und smaragdgrün schimmernde Tiere folgen. Luftfeuchte wie im Regenwald, dazu angenehm warme 25 Grad: Das Schmetterlingshaus von Jonsdorf wirkt wie eine tropische Enklave mitten im Zittauer Gebirge. Das riesige Wandpanorama mit Regenwald-Motiven lässt einen glauben, wirklich im Dschungel zu stehen. Gäste werden von über 30 außergewöhnlichen Schmetterlingsarten umschwirrt. Etwa 250 Tiere flattern durch den 500 Quadratmeter großen „Urwald”. Ein Falter ist schöner als der andere. Den Tieren, die sonst in südamerikanischen oder afrikanischen Gefilden zuhause sind, kommt man in Jonsdorf ganz nah. „Tropische Schmetterlinge haben keine Angst vor Menschen“, erklärt Frithjof Helle, der die Einrichtung seit 15 Jahren leitet. Besonders Kinder lieben das außergewöhnliche Ausflugsziel. „Viele Gäste kommen im Winter. Auch dann ist es bei uns schön grün und warm und man kann die Seele auftanken.”

Wild-West auf der Waldbühne Fliegende Fäuste, rauchende Colts und noch mehr Action Ob Winnetou oder die Musketiere – schon mancher Held hat in den vergangenen Jahren die Waldbühne in Jonsdorf erobert. Wenn die Westernkomödie „Die rechte und die linke Hand des Teufels” 2020 vor der imposanten Felsenkulisse gezeigt wird, gibt es ein Wiedersehen mit den ungleichen Brüdern Bambi und Trinity. Bereits im Sommer zuvor begeisterten sie mit „Vier Fäuste für ein Halleluja” das Publikum in Jonsdorf. Mehr als 20 Vorstellungen sind im Juli und August geplant. Beide Bühnenstücke entstanden nach den gleichnamigen Filmen, in denen Bud Spencer und Terence Hill die Hauptrollen spielten. Die neue Inszenierung verspricht wiederum eine geballte Ladung flotter Sprüche und deftiger Prügelszenen. Das Naturtheater im Zittauer Gebirge entstand 1952/53 innerhalb von nur knapp einem halben Jahr. Mit der Oper „Hans Sachs“ wurde die Freilicht-

bühne im Juli 1953 eröffnet. Seither bespielt das Zittauer Theaterensemble die Waldbühne alljährlich. Gastspiele ergänzen den Sommerspielplan in Jonsdorf. Selbst bei Regen sitzt das Publikum geschützt, denn die Zuschauerreihen sind mittlerweile überdacht. Termine: E 11. Juli: 17 Uhr, Uraufführung „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ E 28. August: 20 Uhr, „Steimles Welt“ mit Uwe Steimle E 29. August: 20 Uhr, „Muss das nun wirklich sein?” mit Tom Pauls E 4. September: 20 Uhr, „Zeit für Rebellen” mit Olaf Schubert E Weitere Infos: www.g-h-t.de E Karten: Tel. +493581 474747 Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau GmbH Demianiplatz 2, 02826 Görlitz service@g-h-t.de www.g-h-t.de

Im Jonsdorfer „Regenwald“ Tropische Schmetterlinge begeistern besonders Kinder Tipps: E 365 Tage im Jahr geöffnet E Weitere Bewohner: Reptilien, Amphibien, Weißbüscheläffchen E Seewasseraquarium E Souvenirs E Caféteria E Barrierefreie Anlage mit Treppenlift E Ab 10 Personen Führungen im Schmetterlingshaus ohne ExtraKosten E Kindergeburtstage Jonsdorfer Schmetterlingshaus GmbH Zittauer Straße 24 02796 Luftkurort Jonsdorf Tel. +49 35844 76420 mail@schmetterlingshaus.info www.schmetterlingshaus.info ganzjährig 10-18 Uhr geöffnet

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zerhand zum Kindertobeland umfunktioniert – es gibt Riesenrutschen, Hüpfburgen, Trampolins, einen Wabbelberg, Rodeo-Bullriding, eine Kinderfahrschule mit Elektro- und Tret-Autos, eine Spiel- und Kletterstadt, einen Verkehrsgarten und einen Spielplatz für die ganz Kleinen. Da ist für jeden etwas dabei.

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Kurort Oybin • Luftkurort Lückendorf

Naturpark Zittauer Gebirge

Wiener Kaffeehaus am Berg Oybin Wo man sich den Tag versüßen kann Mango-Sahnetorte und Stachelbeer-Quark-Baiser, warmer Apfelstrudel und herrlicher Bienenstich: Im Café Meier direkt unterm Oybin werden Tortenund Kuchenträume wahr. Den Charme eines Wiener Kaffeehauses gibt es gratis obendrauf. Dass alle Torten und Kuchen aus eigener Herstellung stammen, versteht sich von selbst. Zu den Rennern im gemütlichen Café zählen auch original Oberlausitzer Kleckskuchen und die sehr verführerisch aussehende „Haus-Torte“. Wie die entstand, kann Chefin Thea Meier genau sagen: „Zum Geburtstag wünschte ich mir mal eine Torte, die aus meinen Lieblings-Leckereien besteht: Nougat, Marzipan und Baiser“, so die charmante Gastwirtin. Die damalige Konditorin erfüllte den Wunsch in Perfektion. Seitdem gibt es diese Torte exklusiv im Café Meier. Dass die Inhaberin und ihr Ehemann selbst Naschkatzen sind, geben beide gerne zu. „Wenn wir unterwegs sind, lassen wir schon mal das Mittagessen ausfallen und genießen dafür ein schönes Stück

Herzlich willkommen im Landgut-Hotel direkt am Fuße des Berges Oybin

Torte“, verrät Thea Meier lächelnd. Die aus Zittau stammende Oberlausitzerin, die 1981 als Kellnerin im Oybiner „Burgkeller“ begann, erfüllte sich mit ihrem 1995 eröffneten Café einst einen Traum. Direkt unterm Berg Oybin ist ihr Haus heute ein Anziehungspunkt für Urlauber und Tagesausflügler. Das 514 Meter hohe Felsmassiv findet sie auch nach wiederholtem Aufstieg noch beeindruckend. „Ich genieße die Aussicht nach wie vor“, schwärmt die Sächsin nach jeder Wanderung auf den Berg. Fazit der erfolgreichen Gastronomin: „Wer nicht auf dem Berg war, der war nicht in Oybin.“ Das gleiche könnte man allerdings auch über ihr wunderbares Café sagen. Selbst Gäste, die sich nicht unbe-

dingt als Süßmäuler bezeichnen, wurden schon schwach. Tipps: E Zum Haus gehört ein Hotel mit 30 schönen Zimmern, Bowlingbahn, Sauna und Infrarotkabine E Schöne Terrasse am Café E Familienfeiern und Firmenevents im Wintergarten Land-gut-Hotel Café Meier Inh.: Thea Meier Hauptstraße 1 02797 Oybin E/5 Tel. +49 35844 7140 info@hotelcafemeier.de, www.hotelcafemeier.de Ausflüge & Sehenswürdigkeiten: E Zittauer Schmalspurbahn, täglich mit Dampfbetrieb E Gipfel mit Bergbauden E Aussichtstürme E Oberlausitzer Miniwelt mit Märchenspielen E SteinZoo Erlebnis für die ganze Familie (s. S. 22) Tipps & Termine: E + Thematische Führungen und jährlich über 100 Veranstaltungen wie: E 12. Juli: Klosternacht auf dem Oybin E 30. Juli-2. August: Historik Mobil (mit Lückendorfer Bergrennen mit Oldtimern auf einer der ältesten Naturrennstrecken und Fest der Schmalspurbahn mit Fahrzeugschau) E 12. Dezember: Märchenhaft romantischer Adventsmarkt E 25. Dezember: Historische Kaiserweihnacht

Idylle pur im Luftkurort

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Lückendorf, ein Ortsteil von Oybin, liegt am Fuße des Hochwalds und als einziger Ort am Südhang des Zittauer Gebirges. Dort ist es besonders ruhig und naturbelassen. An der familiär geführten Vier-SternePension „Altes Kurhaus Lückendorf” starten viele Skiund Wanderwege. Die meisten der 17 individuell und liebevoll eingerichteten Zimmer bieten einen Fernblick in die weite nordböhmische Ebene bis zum benachbarten Iser- und Jeschkengebirge. Im Restaurant wird frische Küche in Form eines 2- oder 3-Gang-Menüs für Hausgäste zum Abend serviert. Nach Wanderungen können Sie in der hauseigenen Kriminalbibliothek und im Wellnessbereich entspannen, Innenpool, Sauna sowie Massage- und Kosmetikprogramme nutzen.

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Kurort Oybin

Eine überwältigende Kulisse Romantiker, Gipfelstürmer und Schauinsland-Gucker können 365 Tage im Jahr diesen geheimnisvollen Zauber erleben schule ihre Visitenkarte hinterließ, ist in ihrer Einzigartigkeit noch heute beredtes Beispiel dafür. 200 Jahre lang existierten Burg und Kloster neben- und miteinander. Eine Bewährungsprobe für dieses Zusammenleben mag die erfolgreiche Abwehr der Hussiten 1429 gewesen sein. Immerhin war ein Teil des Prager Domschatzes von St. Veit auf dem Oybin sicher verwahrt. In Reformation und Gegenreformation wurde dem Klosterleben ein Ende gesetzt. 1577 fiel die Anlage einem Blitzschlag zum Opfer. Ein Felsabriss im Jahre 1681 zerstörte die vor der Kirche gelegenen Bauten, von deren Schönheit das „Bibliotheksfenster“ noch heute Zeugnis gibt. Später wurden die Ruinen Schritt für Schritt vom Schutt befreit, um sie für Gäste zugänglich zu machen. Die Anbindung per Postkutsche als Eilverbindung von Zittau im Jahre 1830 sowie der Bau der Schmalspurbahn 1890 beförderten die touristische Erschließung des faszinierenden Ortes. Heute besuchen jährlich über 100.000 Menschen Burg und Kloster Oybin. In der Klosterkirchruine finden jährlich eine Vielzahl von Veranstaltungen statt. Auch die Chöre des historischen Mönchzuges nutzen diese einmalige Akustik.

Quelle: Carl Gustav Carus: Fenster am Oybin, 1825/28, Öl auf Leinwand, 27,7 x 32,8 cm, Museum Georg Schäfer, Schweinfurt. Carl Gustav Carus (1789-1869) war ein deutscher Arzt, Maler und Naturphilosoph.

Zunächst nur einfache Befestigung, wurde die Burg Anfang des 14. Jahrhunderts zur wehrhaften Anlage ausgebaut, die dem Schutz zweier über den Paß des Gebirges führenden Handelsstraßen dienen sollte. Karl IV., böhmischer König und deutscher Kaiser, setzte auf dem Oybin mit dem Bau des Kaiserhauses und der Stiftung eines Klosters für den Orden der Cölestiner wesentliche Akzente. Die Klosterkirche, an der die berühmte Prager Dombau-

Burg & Kloster Oybin ist eine Station der ViaSacra – lesen Sie dazu mehr auf Seite 19!

Mehr Informationen Haus des Gastes Tourist-Information Hauptstraße 15, 02797 Kurort Oybin E/5 Tel. +49 35844 73311 info@oybin.com, www.oybin.com www.burgundkloster-oybin.com

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Wie eine Großskulptur erhebt sich der Berg Oybin inmitten eines Tals im Zittauer Gebirge. Bekrönt von einer Burg- und einer Klosterruine, gehört er seit dem 18. Jahrhundert zu den schönsten Bildmotiven der Landschaftsmalerei. Den künstlerischen Höhepunkt bilden Oybin-Darstellungen von Künstlern der Romantik, die das imposante Felsmassiv überregional bekannt machten. Dies geschah so wirkungsvoll, dass der Berg in romantischen Gedichten, Theaterstücken und Romanen als zentrales Motiv gewählt wurde. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein stellten Maler, Zeichner und Grafiker ihn immer wieder dar. Alexander Thiele, Hofmaler von Friedrich August III., malte den Oybin mit seinen von der Natur überwucherten Ruinen als erster. Ihm folgten Adrian Zingg, Caspar David Friedrich, Carl Gustav Carus, Carl Blechen und viele andere.

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Oderwitz

Naturpark Zittauer Gebirge

Knackige Kruste, zarte Krume Wo feines Backwerk nach alter Tradition hergestellt wird

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„Gutes Brot braucht seine Zeit. Die nehmen wir uns“, betont Roman Otto. Und das schmeckt man. Auch die Brötchen, Kuchen und Torten aus der Bäckerei Otto sind von einer Qualität, die viele Kunden aus nah und fern anzieht. Wer das liebevoll restaurierte, 1795 erbaute Umgebindehaus betritt, in dem schon seit 1894 Bäcker ansässig sind, wird von einem unwiderstehlichen Duft umhüllt, fühlt sich an Kindheitstage erinnert. Roman und Babett Otto (s. Fotos) – sie hat in der Konditorei den Hut auf – legen größten Wert darauf, das gute alte Handwerk zu bewahren. Der Bäckermeister führt die Tradition seiner Vorfahren in vierter Generation fort. Sein Urgroßvater betrieb einst im schlesischen Zirlau eine Bäckerei. Im heutigen Domizil gibt es den Otto-Bäcker bereits seit 1970. Überlieferte Familienrezepte werden sorgsam gehütet. So sind neben Kleckskuchen auch Mohnstriezel zu haben, werden Oberlausitzer und schlesische Backtradition aufs Schönste vereint. „Wir wollen die Lust fördern, handwerklich gefer-

Böhmischer Wind ist spürbar, der oft und heftig in Oderwitz übers Land bläst und einst viele Bockwindmühlen im Ort antrieb, drei blieben erhalten. Die Berthold-Mühle, eine ehemalige Wassermühle, ist noch in Betrieb. Das hier vermahlene Getreide stammt aus der Region. Mehl und andere Artikel können Besucher im Mühlenladen kaufen. Ein Mühlen-Rundweg führt durch den Ort, wo sich vieles auskundschaften lässt. Kleine und große Gäste können in Oderwitz Aktion erleben: beim Reiten auf der American Eagle Pony Ranch, im Pferdehof am Spitzberg sowie beim Reit-, Fahr- und Zuchtverein Niederoderwitz. Ein Ausflugshit ist der Rodelpark am Spitzberg. Ebenfalls am Spitzberg befindet sich ein anerkanntes Klettersportgebiet mit über 100 Kletterrouten. Wissensdurstige und Tüftler kommen wiederum in der „Erfinderkiste“ auf ihre Kosten. Die Experimentier- und Lernwerkstatt ist etwas für Kinder im Alter zwischen 3 und 12 Jahren. Wer mal erleben möchte, wie Bäckermeister ihr Handwerk früher ausübten, der ist in der Bäckerei Otto goldrichtig. Interessierte können auf Anmeldung das Geschehen in der Holzbackofen-Blockstube mitverfolgen. Im Modell-Eisenbahnland kommt

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Beide haben das Gefühl, dass die Leute den Wert von guten Backwaren wieder zu schätzen wissen.

tigte Ware bewusst und mit Genuss zu essen“, sagt Roman Otto, der seit 2008 die Feinbäckerei führt. Der Holzbackofen in der stilvoll eingerichteten Blockstube wird – wie vor hundert Jahren üblich – mit Nadelholz beheizt. Ist das Holz zur Glut abgebrannt, wird sie im Ofen verteilt. Die hohe Backtemperatur am Anfang und anschließende milde Hitze sorgen für die knusprige Kruste der Brote und eine zarte, aromatische Krume. Selbstverständlich ist für Ottos die Verbundenheit mit ihrer Region. Ihr Roggen- und Weizenmehl beziehen sie aus der ortsansässigen Berthold-Mühle. Auch andere Zutaten haben keinen weiten Weg.

Herausgepickt: Brot und Salz. Und Wasser! E Mild im Geschmack und doch angenehm herzhaft – Bäcker Otto würzt sein Brot mit einem der hochwertigsten Natursalze: Quellsalz von der Genossenschaft der Salzbauern im Tal von Rio Maior. Zudem enthält dieses Salz viele wertvolle Spurenelemente wie Magnesium, Eisen, Kalzium und Kupfer. Für den Teig verwendet er „belebtes Wasser“. Der Clou: Es ist nach der Verfeinerung mit Energiesystemen der Firma Elisa so frisch, als käme es geradewegs aus der Quelle. Feinbäckerei Otto Inh. Roman Otto Hauptstraße 106, 02791 Oderwitz Tel. +49 35842 2110 E/5 info@otto-baecker.de, www.otto-baecker.de

Windmühlen- und Wetterdorf Tüfteln, Toben, Staunen und ein Jubiläum: 20 Jahre Wetterkabinett

jeder ins Staunen. Vor Ort ist Sachsens größte H0-Digitalanlage mit Gartenbahn zu erleben. 35 Dampf-, 17 Diesel- und 15 E-Loks sind unterwegs. Je nach Fahrplan können Zuschauer bis zu 600 Zugbewegungen in der Stunde mitverfolgen. Das Wetterkabinett in der Tourist-Information ist Extraklasse, dort kann man beim Wettervortrag viel über die Faszination „Wetter“ erfahren: Was hat der Wetterfrosch mit dem Wetter zu tun? Wie sieht ein Regenbogen aus? Wie entsteht der Wind? Was kann man von Bauernregeln halten? Das Wetterkabinett wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Was zum Jubiläum alles geplant ist, erfahren Sie unter www.oderwitz.de.

Weitere Tipps & Termine: E Wettervorträge gibt es jederzeit für Gruppen nach Voranmeldung E Spitzberg mit Baude & Kletterfelsen E Fabrikverkauf in der Schokoladenfabrik Kathleen E Rodelpark E Freibad Oderwitz ist Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße (Umgebindehausstraße), s. S. 42-43! Wetterkabinett Tourist-Information Oderwitz Hintere Dorfstraße 15, 02791 Oderwitz E/5 Tel. +49 35842 20790 wetterkabinett@oderwitz.de www.oderwitz.de


Naturpark Zittauer Gebirge

Seifhennersdorf

Rebell und Volksheld Wie Heiner Haschke als „Räuber Karasek“ begeistert Grünes Gewand, verschmitztes Lachen und die Flinte geschultert: So begrüßt uns Räuberhauptmann Johannes Karasek bei einer seiner Touren. Als der erste Schuss fällt, zucken wir zusammen – doch dann löst sich alles in Wohlgefallen auf. Schließlich ist der echte Karasek schon über 200 Jahre tot. Dank Heiner Haschke sind die Missetaten des Rebellen bis heute gegenwärtig. Regelmäßig schlüpft er in die Montur des Räubers, um auf Wanderun- Karasek (Mitte) im Kreise der Standbetreuerin und seiner Spießgesellen. gen, Bustouren und im KarasekMuseum Seifhennersdorf die Geschichten der da- formation im Karasek-Museum kann man sich über maligen Zeit aufleben zu lassen. den Karasek-Ringwanderweg, der zu Originalschau„Es handelt sich dabei um keine Sage, sondern plätzen im Räuberrevier führt, sowie über weitere um Tatsachen“, betont der frühere Lehrer, der auch beliebte Wanderrouten in Seifhennersdorf informiegleich erklärt, dass Karaseks Bande geizige Reiche ren. Einige kann man auch mit GPS, die auf der überfiel und Arme beschenkte. „Für Beutezüge Homepage hinterlegt sind, unternehmen. nutzte er die verworrenen Grenzverhältnisse durch Auch die Umgebindehaus-Wanderung kann Heidas Vorhandensein der böhmischen Enklave von ner Haschke empfehlen. An dieser Stelle sei sein UrNiederleutersdorf“, so Heiner Haschke, der alles so lauber-Magazin „Zu Gast in Karaseks Revier“ ergenau schildert, als sei er selbst dabei gewesen. wähnt. Es enthält tolle Ausflugstipps und Fotos. So In der im Frühjahr wieder eröffneten Tourist-In- die Lausche-Tour, von tschechischer Seite aus. Der

Aufstieg soll viel leichter sein. „Wir haben hier ein wunderbares Wandergebiet – das endet nicht an der Grenze“, so Heiner Haschke, der auch „Botschafter der Oberlausitz“ ist. Dann führt er durchs Museum, das mit drei originalgetreu eingerichteten Heimatstuben um 1800 ausgestattet ist und ebenso mit einem Umgebindehaus-Modell, einer einzigartigen Geologischen Abteilung, einer DDR-Ausstellung und vielen KarasekInfos beeindruckt. So erfahren wir, dass Karasek im Jahre 1800 zum Tode verurteilt wurde, sein Gnadengesuch aber überraschend Erfolg hatte: Der sächsische Kurfürst wandelte die Strafe in lebenslange Kerkerhaft um. Viele Male versuchte er zu flüchten – und scheiterte immer. Im Jahre 1809 verstarb er an den Folgen der langjährigen Haft. Tipps & Termine: E 22. März: 24. Oberlausitzer Leinewebertag mit Karaseks Naturmarkt (11-17 Uhr) E 20. September: Leinewebers Pilz-Wochenende mit Karaseks Naturmarkt (11-17 Uhr) Seifhennersdorf ist Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße (Umgebindehausstraße), s. S. 42-43! Karasek-Museum/Tourist-Information Nordstraße 21a, 02782 Seifhennersdorf D/5 Tel. +49 3586 451567 tourismus@seifhennersdorf.de www.karaseks-revier.de, www.seifhennersdorf.de

Das große Oster-Abenteuer Spiele, Action, coole Events: Ferien rund ums Osterhasenpostamt

Tipps: E Ferienlager für Gruppen und Vereine: Alter 7 bis 13 Jahre E Vollpension – leckere „Querxen“-Küche E tolles Waldbad E viele Ausflugsmöglichkeiten E Urlaub für den kleinen Geldbeutel E virtueller Rundgang durch das Querxenland

Querxenland Seifhennersdorf Viebigstraße 1, 02782 Seifhennersdorf D/5 Tel. +49 3586 45110 info@querxenland.de www.querxenland.de

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Ostereier, grüne Nester und „Meister Lampe“ vorneweg. Olli Osterhase nebst Gemahlin Lotti Langohr liefen uns hier aber auch schon übern Weg. Meine Güte, ist denn das „Querxenland“ in Osterhasenhand? Scheint ja ganz so zu sein: „Bei uns wohnt der Osterhase – wusstet ihr das nicht“, verblüfft uns Rü-

diger Schaper, Chef der beliebten Urlauberherberge KiEZ „Querxenland“. Als er uns zum Hasenbau führt, sind wir endgültig baff: Bei der kuschlig-kultigen Hütte handelt es sich um Ostdeutschlands einziges Osterhasenpostamt! Jährlich beantwortet der Osterhase hier bis zu 3200 Zuschriften von Kindern aus aller Welt. In Wirklichkeit sind wohl emsige „Querxenland“-Schreiber am Werk. Unglaublich finden wir die Sache dennoch. „Post kam schon aus 23 Nationen – mit Grüßen, Wünschen und Bildern“, berichtet der Herbergsvater. Dass die Heimat des Osterhasen ausgerechnet bei den „Querxen“ liegt, verwundert bei näherer Betrachtung nicht. Immerhin hat die Oberlausitz viele Osterbräuche und -traditionen. Das wird spielerisch vermittelt – mit Basteln, Backen und witzigen Spielen. Mit dem Angebot „Ostern in der Oberlausitz“ kann man sich im KiEZ das ganze Jahr über befassen. Veranstaltungen voller Action und allerhand coole Tipps gibt’s in den Ferien auch 2020, Motto: „Das große Dschungelabenteuer“. Junge Gäste können sich u. a. auf Ramba-Zamba-Disko im Regenwald, Flirtparty, Dschungeldinner und Karaokeshow freuen. „Dschungel-König” ist Rüdiger Schaper, seit 40 Jahren Leiter der Einrichtung.

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Herrnhut • Miltitz

Naturpark Zittauer Gebirge

Biedermeierzimmer im Heimatmuseum (oben); Blick über den Gottesacker in Herrnhut (links)

Von Herrnhut in die Welt

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Zu Gast im Ursprungsort der Evangelischen Brüder-Unität Comeniusstraße, Comenius-Buchhandlung, Comenius-Schule – in Herrnhut erinnert dem Namen nach einiges an Johann Amos Comenius (15921670). Auch das Gäste- und Tagungshaus der Evangelischen Brüderunität in der Stadt nennt sich „Komenský“, wie der bekannte Pädagoge und Philosoph auf Tschechisch hieß. Wenn sich 2020 der Todestag von Comenius zum 350. Male jährt, widmet ihm das Heimatmuseum eine Ausstellung, um sein Leben und Wirken bekannter zu machen. Schließlich war er der letzte Bischof der Böhmischen Brüderunität, aus der später die Herrnhuter Brüdergemeine hervorging. „Unter des Herrn Hut“ hatten sich Glaubensflüchtlinge aus Mähren 1722 in der Oberlausitz an-

gesiedelt. Graf Nikolaus Ludwig von Zinzendorf, Gutsherr im benachbarten Berthelsdorf, stellte ihnen dafür Land zur Verfügung. Von Herrnhut breitete sich die Brüdergemeine später weltweit aus. In der „kleinen Stadt von Welt“ lässt sich gut und gerne ein ganzer Tag verbringen, wobei Besucher auf kurzen Wegen zu geschichtsträchtigen Orten gelangen. Unterhalb des Hutbergs mit dem Altan als imposantem Aussichtsturm liegt der Gottesacker, wo sich rund 6.000 Gräber gleichmäßig aneinanderreihen. Eine schöne Allee führt zum Zinzendorfplatz, wo der Kirchsaal tagsüber zur Besichtigung offen steht. Der Raum ist ganz in Weiß gehalten und beeindruckt durch schmucklose Einfachheit.

Mal wieder Land sehen Wo herrliche Auszeiten auf dem Land locken Erkunden Sie – Naturliebhaber, Kulturinteressierte, Aktivurlauber – Sachsens wunderschöne Landschaften. Attraktive und vielfältige Angebote finden Sie in den malerischen Wandergebieten der Sächsischen Schweiz und des Elblandes, der sagenreichen Oberlausitz, in den Wandergebieten des wildromantischen Burgen- und Heidelandes der Region Leipzig, im traditionsreichen Erzgebirge oder im musikalischen Vogtland. Im neuen Erlebnis- und Beherbergungsreiseführer „Landurlaub in Sachsen – Mal wieder Land sehen“ haben wir für Sie über 500 Anbieter von Reiter-, Winzer- und Bauernhöfen, Pensionen, Landhotels, Ferienhäusern und -wohnungen sowie Veran-

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staltungen ausgewählt und zusammengestellt. Lassen Sie sich inspirieren und unternehmen Sie auf Natur-, Wander-, Rad- sowie Skitouren eine Erlebnisreise durch das Land und nutzen Sie die Vielfältigkeit der Angebote.

Neben dem Heimatmuseum, das Einblick in die Biedermeierzeit gibt, empfängt die Comenius-Buchhandlung ihre Kundschaft. Selbstverständlich gibt es dort die Herrnhuter Losungen zu kaufen. Das Andachtsbuch mit Bibelworten für jeden Tag erscheint seit 1731 alljährlich neu in gedruckter Form. Christen in aller Welt lesen die Losungen, die immer im Frühling in Herrnhut gezogen werden. Tipps & Termine: E 26. Mai bis 27. Oktober: Ausstellung über Leben und Wirken von Johann Amos Comenius E Völkerkundemuseum E Stadtführungen E Skulpturenpfad Herrnhut ist Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße (Umgebindehausstraße), s. S. 42-43! Kultur- und Fremdenverkehrsamt Herrnhut Comeniusstraße 6 02747 Herrnhut E/4 Tel. +49 35873 2288 und 30733 tourismus@herrnhut.de, www.herrnhut.de

Einen besonderen Akzent setzt der Erlebnisreiseführer in diesem Jahr auf kulinarische Besonderheiten und regionale Produkte mit ausgewählten Rezepttipps. Er ist kostenlos bei allen Kooperationspartnern des Vereins Landurlaub in Sachsen e.V. erhältlich oder kann per Mail an info@landurlaub-sachsen.de bestellt werden (Versandkosten: 4 Euro). Tipps & Termine: E 12. bis 14. Juni: 10. Sächsischer Wandertag in Freital, Tharandt, Wilsdruff E 4. bis 6. September: 29. Tag der Sachsen in Aue-Bad Schlema E 2. bis 4. Oktober: 23. Sächsisches Landeserntedankfest in Oelsnitz/ Vogtland Mehr Informationen: Landurlaub in Sachsen e.V. Kurze Straße 8 01920 Nebelschütz OT Miltitz www.landurlaub-sachsen.de

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Herrnhut

Naturpark Zittauer Gebirge

Der Stern der Sterne In der Herrnhuter Manufaktur basteln, spielen und Tradition spüren Gestanzt, gefalzt sowie mit Pinsel und Pinzette aneinander geklebt: Klassisch mit 25 Zacken in rot-weiß, heute aber oft so bunt wie das Leben. Die Anfertigung eines Herrnhuter Sterns ist eine wahre Meisterleistung. Ohne ruhige Frauenhände ginge da nichts. Seit über 160 Jahren strahlt der Stern der Sterne nicht nur an Häusern, in Fenstern und Wohnstuben, sondern über eine ganze Region hinaus.

Staunend auf die flinken Hände schauen In der Schauwerkstatt kann jeder mitverfolgen, wie aufwändig das Anfertigen kleiner und großer Sternezacken ist. „Ob vor Publikum oder ohne: Die reine Stern-Produktion bewerkstelligen bei uns überwiegend Damen, bei den Papiersternen sind es ausschließlich Frauen“, erklärt Marie-Luise Kellner vom Besucherzentrum. Vertrieben wird der Herrnhuter Stern weltweit. „Es ist schwer zu sagen, wo es ihn heute nicht gibt“, lächelt die Sächsin. Kein Wunder, dass umgekehrt Gäste aus aller Herren Länder nach Herrnhut kommen. Auch anno 2020 strahlen Herrnhuter Sterne Frieden, Harmonie und Wärme aus. Sie verbinden dabei Menschen und Religionen und leuchten nicht nur zur Weihnachtszeit in Herzen. In der faszinierenden Herrnhuter Manufaktur kann jeder diese Tradition hautnah erleben. Dazu gibt es auch eine interessante Ausstellung mit Film. Wo? Natürlich im Inneren eines überdimensionierten Sterns!

Spielen und basteln in der Sternewelt – die Ausstattung hat sich Jürgen Bergmann, der Schöpfer der geheimen Turisede-Welt (s. S. 48f.), ausgedacht.

Herausgepickt: E Der Herrnhuter Stern gilt als Ursprung aller Weihnachtssterne. Anfang des 19. Jahrhunderts leuchtete der erste Stern aus Papier und Pappe in den Internatsstuben der evangelischen Herrnhuter Brüdergemeine (abgeleitet von Gemeinschaft). Von einem Erzieher im Matheunterricht kreiert, sollte er Geometrie-Verständnis fördern. Seitdem bastelten Kinder am 1. Advent eigene Sterne und trugen diesen Brauch in ihre Familien. Tipps: E Gruppenangebot: geführte Besichtigung der Schauwerkstatt, Gestalten eigener Sterne, Feiern E Deko-Geschäft mit vielen Wohn-Accessoires mit Herrnhuter Stern gegenüber der Manufaktur Für Kinder: E Bastelzeiten: Mo.: 9-13 Uhr, Do.: 11-16.30 Uhr, Sa. 14-16.30 Uhr E Indoor-Spielplatz: geöffnet wie Schauwerkstatt (s. u.) E Persönliche Bastelstunden sind buchbar ab 10 Personen unter: Tel. +49 35873 3640 E ganztägige Gruppenangebote E Weihnachtsfeiern, Kindergeburtstage

Herrnhuter Sterne Manufaktur Oderwitzer Straße 8 02747 Herrnhut E/4 Tel. +49 35873 3640 info@herrnhuter-sterne.de www.herrnhuter-sterne.de Schauwerkstatt: Mo.-Fr: 9-18 Uhr, Sa. 10-17 Uhr

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Kinder können spielen und basteln Bis zu 750.000 Exemplare verlassen jährlich die Herrnhuter Manufaktur. Dort leuchten Sterne ebenso wie Kinderaugen. Denn nicht nur erwachsene Besucher reisen an, um die Produktion vor Ort mitzuverfolgen. Extra für Mädchen und Jungen wurde eine Entdeckerwelt „Sterneland in Kinderhand“ eingerichtet. Im Indoorspielplatz wird auf zwei Etagen gespielt, gerutscht und geklettert. Die beiden Sterne-Geschwister Emmi und Jonas weisen den Weg und schauen beim Basteln über die Schulter. Kleine Abenteurer können in der Bastelwerkstatt unter Anleitung auch eigene Herrnhuter Sterne kreieren. Gern bunt, mit Disney-Figuren oder mit Sprüchen verziert. Sogar frisch Vemählte bzw. deren Gäste bastelten hier schon den Hochzeitsstern. Oft wird es dann ein Stern, der viele Namen trägt. Doch bald bemerkt man: Staunen und tüfteln machen hungrig. Im Restaurant „Bei Sterns“ nebenan in der Schauwerkstatt sind große und kleine Gäste bestens aufgehoben.


Löbau

Familienerlebnis auf dem Turm: Uwe, Bettina und Maxi Neumann sowie Markus Zellhuber (v.l.n.r.).

„Servus aus Niederbayern” Hundertfache Grüße im Gipfelbuch des einzigartigen Löbauer Turms Egal, aus welcher Richtung Gäste anreisen: Schon von Weitem ist das Wahrzeichen sichtbar – der Löbauer Berg. Obendrauf erhebt sich ein graziler Riese, der 28 Meter hohe und 70 Tonnen schwere gusseiserne Aussichtsturm, einzigartig in der Welt. Ein Meisterwerk der Eisengießkunst des 19. Jahrhunderts: filigran gearbeitete und ineinander gesteckte Platten und Säulen sind mit Blei verschlagen. Nicht etwa geschraubt oder genietet. Der Bäckermeister Friedrich August Bretschneider, von dem der überlieferte Spruch „Je weiter der Blick, desto freier das Herz” stammt, hat den grazilen Riesen 1853/54 vom Bernsdorfer Eisenwerk errichten lassen und seinem Namensvetter, dem König Friedrich August (1797-1854), gewidmet. Die Plattform nach 120 Stufen auf 28 Metern Höhe bietet eine unübertroffene Aussicht. Begeistert davon war auch Reinhold Messner, der

Die „Türmerin“ vom Berg

Der Löbauer Berg ist in aller Munde. Der grandiose Turm, darunter das beliebte traditionelle Gasthaus von Ines Koch (im Bild) mit dem Biergarten, wo BergquellBiere und solide Hausmannskost serviert werden. Schon kurz vor der Turmeinweihung 1854 gab es die Gaststätte. Im 200 Meter entfernten Berghäusl können Gäste in angenehmem Bauden-Ambiente feiern und übernachten –

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wohl bekannteste Bergsteiger der Welt. 2014 kraxelte der Südtiroler nicht nur durchs Alpen-Gebirge, er bestieg auch den Löbauer Turm! Schließlich geht es ihm nicht nur um Höhe, sondern auch um Schönheit. Und da war der Abenteurer auf dem „Gusseisernen“ genau richtig. Reinhart Keßner, Chef der Löbauer Stempelfirma Rudolf Schmorrde KG, glückte es, zum 150-jährigen Firmenjubiläum sein Idol nach

den herrlichen Ausblick vom neuen „Balkon der Oberlausitz” gibt’s gratis dazu. Die sympathische Oberlausitzerin besteigt übrigens fast täglich den Turm vis-a-vis vom Gasthaus. Nicht unbedingt, weil sie fit bleiben will, sondern weil sie sich an der Landschaft ringsum nicht satt sehen kann. Tipps: E 3 DZ (+4 Aufbettungen) im Gasthof und 4 DZ + 1 EZ (+4 Aufbettungen) im Berghäusl für insgesamt 30 Gäste E Hochzeiten, Geburtstage, Familienfeiern E Behinderten-Parkplatz E Busse willkommen, Parken am Turm E Turmfest im August 2020 E Panoramakarten sind erhältlich! Turmgaststätte Löbauer Berg Inh. Ines Koch, 02708 Löbau D/4 Tel./Fax +49 3585 832590 loebauer-berg@gmx.de www.loebauer-berg.de


Sie können diesen Rundumblick vom Turm mit nach Hause nehmen – auf einer ein Meter langen Panorama-Faltkarte. Löbau zu holen. Und der Buchautor und Filmemacher staunte nicht schlecht über den Panoramablick. Seit seinem Besuch gibt es das Gipfelbuch, Dutzende sind schon gefüllt. Ein Gipfelbuch wie in den Alpen „Was Reinhold Messner geschafft hat, ist auch mir gelungen: Ich habe den Turm bestiegen. Was für ein Bauwerk! Was für eine tolle Aussicht!” schreibt ein Münsteraner. Auch Radler aus dem Badischen waren beeindruckt: „Dieser Turm und die Aussicht über eine so schöne Landschaft sind das Highlight unserer Urlaubsreise”, notierten sie auf eine Seite. Auf dem Gusseisernen trafen wir eine Familie (s. S. 34), die auch sichtlich begeistert war. Maxi Neumann, mit ihrem Freund zu Besuch bei den Eltern, die seit Kurzem ein kleines Ferienhäuschen in der ursprünglichen Heimat ihres Vaters haben, erzählte: „Mein Freund und ich kommen aus der Nähe von Landshut, meine Eltern wohnen in der Nähe von Berlin. Deshalb habe ich ins Buch geschrieben ‘Servus aus Niederbayern und juten Tach aus Birkenwerder’ – versehen mit einer netten Comic-Zeichnung.” Sie sei als Kind oft im Urlaub mit den Eltern auf dem Turm gewesen und freue sich. Der Aufstieg sei durch die luftige Bauweise eine kleine Herausforderung, aber dann bietet sich von oben der tolle Ausblick über die Landschaft, auf Löbau… Die historische Stadt überrascht Ja, Löbau ist reizvoll. Immerhin bedeutet das slawische Wort „lubij” – „die Liebliche”. Die Sonnenuhr an der Westseite des imposanten Rathauses fordert die Betrachter auf: Carpe Diem – Nutze den Tag! Also auf zum Stadtbummel, vorbei an reich ausgeschmückten Patrizier- und Giebelhäusern. Figürliche

Der Oberlausitzer Sechsstädtebund

Die Panorama-Faltkarte mit Entfernungs- und Höhenangaben zu Bergen und Orten, ist (offen oder gefaltet) erhältlich zum Preis von 3,50 Euro in Oberlausitzer Tourist-Informationen, der Turmgaststätte oder per Mail: info@ferienmagazin.de (zzgl. Porto 1,55 Euro). Darstellungen, Medaillons mit Anker und Schiff und andere architektonische Details erinnern an jene Zeit, als Löbauer Geschäftsleute weltweit mit Oberlausitzer Leinwänden und Garnen handelten. Ein Flyer aus der Tourist-Information ist der beste Begleiter beim Rundgang. Bestimmt wird das Stadtbild vom barocken Rathaus und der mächtigen Nikolaikirche. Die kleinere Johanniskirche ist heute Kulturzentrum des Sechsstädtebundes und der Euroregion Neiße. Noch auf das Konto von König August dem Starken gehen drei Postmeilensäulen im Zentrum. Eine ständige Ausstellung im Stadtmuseum Löbau informiert über den Oberlausitzer Sechsstädtebund. Lesen Sie vom Haus Schminke und der Nudelfabrik auf S. 36ff..

Fortsetzung von Seite 17

Hüter der Bahnhistorie! Mit dem Bahn-Virus sei er erst spät infiziert worden, so Alfred Simm (im Bild), der seit 10 Jahren Reiseleiter, Moderator und Experte in Sachen Bahn ist. „Meine Eltern waren Flüchtlinge und hatten nicht viel. Deshalb wollte ich nicht lange studieren, sondern Geld verdienen.“ Das funktionierte über eine Berufsausbildung mit Abi, erinnert sich der 65Jährige, zum Facharbeiter im Betriebs- und Verkehrsdienst bei der Deutschen Reichsbahn. „Hier gab’s Freifahrtscheine, dank derer ich mit 17 erstmals die Ostsee sah.“ Nach seinem Berufseinstieg im Reichsbahnamt Bautzen zog ihn die Liebe nach Leipzig. Dort beeindruckte Alfred Simm die damals einzige noch eingesetzte Dampflok auf der Strecke Saalfeld – Leipzig – Berlin. „Wenn die den Leipziger

Hauptbahnhof unter Dampf setzte, war das schon was“. Mit seinen Kindern suchte er Bahnsteige, an denen ältere Züge bzw. Loks standen. Personal des westdeutschen Rheingold-Express bat ihn mal samt seinen Sprösslingen in den Wagen. Ein anderes Mal stiegen Eidgenossen aus einem internationalen Zug und bliesen auf dem Bahnsteig in Alphörner. „Das alles hinterließ Eindruck und weckte immer mehr Interesse – besonders an Dampfloks. Was Wasser,

Im Jahre 1346 hoben sechs Städte in der Oberlausitz ein Bündnis aus der Taufe, um sich gegen räuberische Angriffe zu wappnen. Der Pakt zwischen Bautzen, Kamenz, Löbau, Görlitz, Zittau und Lauban hielt fast ein halbes Jahrhundert lang. Löbau war über Jahrhunderte Konventssitz des Bündnisses. Dort trafen sich die Abgesandten der sechs Städte, nicht nur um zu verhandeln, sondern auch um zu zechen. Wer erstmals einer Beratung beiwohnte, musste nach altem Brauch einen gläsernen Pokal mit Wein leeren. Keine leichte Aufgabe, denn immerhin drei Liter fasste das kunstvoll verzierte Gefäß. Die Rarität wird heute im Oberlausitzer Sechsstädtebund- und Handwerkermuseum in der Stadt aufbewahrt. Tipps: E Stadtführungen (Tourist-Information) E Maschinenhaus mit Lokhalle, s. Beitrag unte E Weltruf genießen Flügel und Pianos von Förster E Haus Schminke E viele Veranstaltungen im Messe- und Veranstaltungspark unter: www.messepark-loebau.de Tourist-Information Löbau Altmarkt 1, 02708 Löbau D/4 Tel. +49 3585 450140 tourist-info@loebau.de, www.loebau.de

Feuer und Kohle für Energie erzeugen, faszinierte mich“, so der Löbauer. Loks und Waggons, die der Bahner mit Herz mit Vereinsmitgliedern in Schuss hält bzw. repariert, kennt er natürlich aus dem Effeff. Seien es Schlafwagen oder die alten Dampfloks, die viele Jahre in der Oberlausitz eingesetzt wurden. Heute können Besucher am Löbauer Bahnhof auch das alte Maschinenhaus sowie die historische Lok-Drehscheibe von 1877 besichtigen. Im früheren Güterschuppen des Löbauer Bahnhofs können Interessierte im Rahmen von Veranstaltungen auf 700 Quadratmetern 9 Modelleisenbahnanlagen bestaunen! Tipp: E 2. Mai: Maschinenhaus-Tage Verein Ostsächsische Eisenbahnfreunde e.V. Maschinenhausstraße 2 , 02708 Löbau Tel. +49 3585 219600, www.osef.de

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Löbau

„Das Haus, das mir das liebste war” Mit dem Haus Schminke schuf der Architekt Hans Scharoun ein Meisterwerk des Neuen Bauens

Tausende Besucher aus aller Welt kommen jährlich nach Löbau, um das Haus Schminke zu besichtigen. Hans Scharoun plante für den Löbauer Nudelfabrikanten Fritz Schminke dieses Wohngebäude, das heute in keinem Architekturlexikon fehlt – ein Musterbeispiel für das „Neue Bauen” und für Architektur im „International Style“. Der Auftrag war, „ein modernes Haus für zwei Eltern, vier Kinder und gelegentlich ein bis zwei Gäste“ zu planen. Bereits die Entwürfe besprach die Bauherrin Charlotte Schminke mit Scharoun, immer die Bedürfnisse der Familie vor Augen. Scharoun offenbarte einmal: „Das Haus, das mir das liebste war, ließ sich der Fabrikant Schminke in Löbau bauen.“ Der Bau besticht durch großzügige Glasflächen und eine offene Bauweise, die besonders den Kindern das Gefühl gab, als wäre das Haus nur für sie gebaut worden. Gestalterisch verwendete Scharoun, der in Bremerhaven aufwuchs, viele Elemente aus dem Schiffsbau, etwa Bullaugenfenster, Terrassen und die Außentreppe, weshalb der Bau – vis-á vis-von Schminkes Nudelfabrik – auch „Nudeldampfer” genannt wurde. Während der DDR-Zeit diente das kinderfreundliche Gebäude als Pionierhaus. Nach der Wende wurde das Haus mit großzügiger Unterstützung der Wüstenrot Stiftung saniert. In dem seit 1978 unter Denkmalschutz stehenden Gebäude kann man heute in der ungewöhnlich inspirierenden Atmosphäre übernachten, tagen, feiern und so das Wohngefühl der Moderne hautnah erleben. Herausgepickt: E Der Architekt Hans Scharoun (1893-1972) war ein Vertreter des Neuen Bauens, einer Bewegung in der Architektur vor dem ersten

Stiftung Haus Schminke Tipps: E Stadtführungen E Besichtigungen des Kirschallee 1 b, 02708 Löbau historischen Maschinenhauses mit Lokhalle Tel. +49 3585 862133 (www.osef.de) info@stiftung-hausschminke.eu E Veranstaltungen im Messe- und Veranstaltungswww.stiftung-hausschminke.eu park unter: www.messepark-loebau.de ganzjährig geöffnet: Do.-So.12-17 Uhr Übernachtungen und Führungen auf Voranmeldung Weltberühmtes Zeugnis der klassischen Moderne: das Haus Schminke, auch „Nudeldampfer” genannt Weltkrieg bis in die Weimarer Republik. Es gilt als ideelle Grundlage des Bauhauses, setzte auf einfache Formen und die neuen Materialien Glas, Beton, Stahl und Backstein. Auf Dekoration verzichtete man bewusst. Anhänger des Neuen Bauens fühlten sich sozialen Aufgaben verpflichtet, wie der damals herrschenden Wohnungsnot mit einem kostengünstigen und doch menschenfreundlichen Massenwohnungsbau zu begegnen. Hans Scharoun pflegte zum Gründer des Bauhauses Walter Gropius

und besonders zu dem Architekten Bruno Taut Kontakte. Er galt nach 1932 wie Vertreter des Bauhauses als „entarteter Künstler“ und erhielt keine öffentlichen Aufträge mehr. Dennoch blieb er in Deutschland. Nach dem Krieg war er erster Baustadtrat von Berlin. Mit der Berliner Philharmonie schuf er ein Bauwerk, das Architekten und Musikliebhaber bis heute begeistert. Lesen Sie auch über das Informationsforum für modernen Holzbau im Wachsmannhaus auf S. 84!

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Löbau und Umgebung erkunden

Perfekte Lage, angenehmes Ambiente und eine gutbürgerliche Küche, auf die Verlass ist. Das Hotel ist eine erste Adresse Oberlausitzer Gastlichkeit. Und das seit 107 Jahren! Der Gast wird im Famili-

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enbetrieb individuell umsorgt. Das beginnt beim Plausch zum Frühstück und geht weiter mit Wander- und Ausflugstipps. Zu Hausgästen zählen Radler, Motorradfahrer, viele Besucher, die Löbau, den Berg und das Haus Schminke erkunden wollen. „Von uns aus kann man in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen”, so Hotelchef Günter Zimmerling, der schon mit sechs Jahren ins Haus kam, als es die Eltern 1970 übernahmen. „Mit Gästekindern spielte ich auf den Fluren Versteck, kenne hier jeden Winkel“, schmunzelt der gelernte Kellner, der sich nie etwas anderes als Hotelerie vorstellen konnte.

Tipps: E Großer Parkplatz am Hotel – auch ideal für Busse E Kurze Anfahrt nach Bautzen, Görlitz, Zittauer Gebirge E Veranstaltungen, Feierlichkeiten, Tagungen E Nur fünf Minuten Fußweg zur Veranstaltungshalle/Messegelände Hotel Stadt Löbau Inh. Günter Zimmerling Elisenstraße 1, 02708 Löbau D/4 Tel. +49 3585 861830 hotel-stadt-loebau@t-online.de www.hotel-stadt-loebau.de


Löbau

Der Kontrast könnte größer nicht sein: Hier das weitgehend sanierte, bildschöne Haus Schminke; da der verlassene Fabrikhof, wo von Gebäuden verschiedener Bauart der Putz bröckelt – die einstige Anker-Teigwaren-Fabrik. „Historisch gesehen, gehört beides zusammen“, erklärt Guido Storch, Hauptamtsleiter von Löbau. Denn der Fabrikant Fritz Schminke hatte sein Wohnhaus (s. S. 36) einst direkt neben die „Nudelei“, wie die Löbauer sie nannten, bauen lassen. Die Stadt ist seit 2018 Eigentümer des Anwesens, in dem von 1900 bis 1992 Teigwaren hergestellt wurden und bis zu 280 Beschäftigte tätig waren. Lange stand es leer, nun will die Stadt das Industriedenkmal wieder zu einem lebendigen Ort mit neuem Namen und neuen Funktionen entwickeln: „In das künftige „Anker Kulturgut” sollen einmal Stadtmuseum und -archiv einziehen, ein Besucherzentrum und Unterkünfte für Jugendgruppen entstehen.“ Zuvor soll das Gebäudeensemble behutsam saniert und teilweise zurückgebaut werden. Alte Wegebeziehungen zwischen dem Haus Schminke und der Nudelfabrik will man wiederherstellen. Fritz Schminke, der das väterliche Unternehmen 1925 gemeinsam mit seinem Bruder Joachim über-

Historische Ansicht der Nudelfabrik Löbau, um 1904

Neues Leben in der alten „Nudelei” Die Stadt Löbau hat mit dem Industriedenkmal der Moderne viel vor So könnte das Anker Kulturgut einmal aussehen: Entwurf des Architekturbüros Weise, Görlitz te Direktorenbüro. Selbst die Firmenfarben Blau und Orange fanden sich nicht nur im Werbematerial der Nudelfabrik, sondern auch in den Gebäuden. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Schminkes enteignet, denn sie hatten einen Teil ihrer Produkte für die Lebensmittelversorgung der Wehrmacht bereitstellen müssen. Zu DDR-Zeiten fertigte man in der verstaatlichten Fabrik weiter Nudeln. Nach der Wende kam bald das Aus durch die Treuhand. 1992 wurde die Nudelei stillgelegt. „Bis der Gebäudekomplex saniert und wieder öffentlich zugänglich ist, wird es noch Jahre dauern“, wagt Guido Storch einen Blick in die Zukunft. Eine Chance, schon vorher hinter die Kulissen zu schauen, hat man bei Führungen zum Tag des offenen Denkmals 2020.

Guido Storch beim Rundgang durch die Nudelei.

Werbeplakat in Firmenfarben, um 1930

nommen hatte, beauftragte den befreundeten Architekten Hans Scharoun neben der Planung seines Wohnhauses auch mit Um- und Anbauten in der benachbarten Nudelfabrik, die der Belegschaft zugute kommen sollten. So entstanden nach Scharouns Plänen neue Sanitär- und Aufenthaltsräume für die Beschäftigten. Für Licht und Luft im Kellergeschoss sorgten verglaste und begrünte Schächte. Für diese Zeit außergewöhnlich waren Duschen für die Arbeiter, Toiletten mit Wasserspülung, elektrisch betriebene Handtrockner. Auch ein Pausengarten wurde angelegt. Gut erhalten geblieben ist der im Stil des Neuen Bauens errichtete Turm mit lichtdurchflutetem Treppenhaus. „Dass die Stufen nach außen breiter werden, ist Absicht: Denn wer Treppen eilig hinunterläuft, hat einen größeren Radius und benötigt mehr Platz“, weist Guido Storch auf gestalterische Details hin, die Scharoun geplant hat. Auch die selbstschließenden Türen mit Bullaugen, in die das Anker-

Logo eingelassen ist, gehören dazu; ein Fahrradschuppen für die Beschäftigten, aufwendig unter Putz verlegte Leitungen sowie das modern möblier-

Tipp: E Führungen durch die alte Nudelei zum Tag des offenen Denkmals am 13. September 2020 E Kontakt für mehr Infos: Städtische Sammlungen Tel. +49 3585 450372 oder +49 3585 450363

Der „Turm”, entworfen von Hans Scharoun

Das Treppenhaus heute

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Oberlausitzer Bergland

Platz für Ruhe und Muße In sanfter Landschaft unterwegs – mit herrlichen Aus- und Einblicken

Blick auf Cunewalde (ganz oben); Spreequelle in Walddorf (links); typisches Umgebindehaus (Mitte); am Ortseingang Obercunnersdorf (rechts) Nur gut eine Autostunde von Sachsens Landeshauptstadt Dresden entfernt, erscheint die Hektik des Alltags weit weg. Wer im Oberlausitzer Bergland südlich der 1.000-jährigen Stadt Bautzen Urlaub macht, kann einfach gut entspannen. Das Feriengebiet mit sanften Hügeln und idyllischen Tälern, die manchen Besucher an die Toskana erinnern, bietet reichlich Abwechslung, um die Seele baumeln zu lassen oder auf Entdeckungstour zu gehen. Naturliebhaber, Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger können zu herrlichen Ausblicken aufsteigen, reizvolle Orte mit sagenhaften Geschichten kennenlernen oder in gemütlichen Bergbauden und stilvollen Gasthäusern einkehren.

Im Oberlausitzer Bergland entspringt die Spree, die sich durch die langgestreckten Orte schlängelt und oft Ausgangspunkt für Unternehmungen ist. Besonders lohnenswert sind die Wanderwege, die mit Aussichten in die Ferne belohnen. Der zertifizierte Oberlausitzer Bergweg (s. S. 50) führt durch das Feriengebiet, wo fast jeder Berg einen Aussichtsturm oder wenigstens eine schöne Aussicht bietet – beispielsweise der Valtenberg (587 m), der Czorneboh (556 m) oder der Mönchswalder Berg (447 m). Der Landstrich lässt sich nicht nur auf rund 300 Kilometern gut markierter Wanderwege, sondern genauso gut auf mehreren Radtouren erkunden. Als Basis für die empfohlenen Rundkurse dient der überregionale Radweg entlang der Spree, die an den drei Spreequellen in Walddorf, Ebersbach und Neugersdorf entspringt. Links und rechts des Spreeradweges liegen Ausflugsziele wie der barocke Faktorenhof in Eibau, das urige Schunkelhaus in Obercunnersdorf, die Bockwindmühle in Kottmarsdorf, das Reiterhaus in

Neusalza-Spremberg, der Oppacher Brunnenpfad, Deutschlands größte evangelische Dorfkirche und ein Umgebindehaus-Miniaturenpark in Cunewalde, die einzige Silbermannorgel der Oberlausitz in Crostau, das schöne Solebad in Kirschau, der Sonnenuhrenweg in Taubenheim sowie unzählige für die Region so charakteristische Umgebindehäuser… Grenzen überschreiten Radler, wenn sie die Grenzlandtour wählen. Sie verläuft beginnend in Schirgiswalde auf 42 Kilometern streckenweise auch über tschechischen Boden. Ein Oberlausitzer Original, der Pumphut aus Wilthen, empfiehlt, der Spur des Weinbrandes im Sattel zu folgen. Überall bestätigt sich: Wohl nicht nur wegen der gesundheitsfördernden Wirkung liegt Radfahren im Trend, sondern auch wegen der wunderbaren Möglichkeit, Natur und Kultur fernab verkehrsreicher Straßen zu genießen. Lesen Sie mehr auf den Seiten 39-47 und 50-53! Tipp: E Auf insgesamt 420 Kilometern führt der Spreeradweg von den Spreequellen bis nach Berlin.

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Touristische Gebietsgemeinschaft „Feriengebiet Oberlausitzer Bergland” e. V. Bahnhofstraße 8, 02681 Wilthen C/4 Tel. +49 3592 385426 info@oberlausitzer-bergland.de www.oberlausitzer-bergland.de

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Eibau • Walddorf • Neueibau Große Kochmütze, weiße Kochjacke und ein herzliches Lachen – das ist sein Markenzeichen. So begrüßt Küchenchef André Meyer seine Gäste in der Beckenbergbaude (Bilder rechts) . Berühmt sind seine Oberlausitzer „Teichlmauke“, aber auch „Stupperle“ (Stuppersche), original Oberlausitzer Kartoffelklöße. Dazu Sauerbraten – ein Gedicht! Bio-Siegel, Frische und Regionalität sind im 1. Bio-Berggasthof Sachsens längst Standard. Und man schmeckt es, die Gerichte aus der Küche sind einfach Spitze. Rind kommt aus Mittelherwigsdorf, Eier kommen vom Stadtgut Görlitz, Gemüse aus Zittau. „Wir achten auf die Tierhaltung der Erzeuger, verwenden ausschließlich saubere Lebensmittel“, betont André Meyer. Begehrt sind seine Kochkurse, die jeder bei ihm buchen kann. Dabei lässt sich der sympathische Sachse schon mal in die Karten bzw. in den Kochtopf gucken. Mehr und mehr gefragt sind die

Opalschmuck aus der Oberlausitz Farbige Opale, funkelnde Brillanten, Schmuck mit Granit: Das Angebot von Goldschmied Steffen Schneider reicht von Anfertigungen auf Kundenwunsch über Reparaturen bis hin zum Gießen von Trauringen. „Bei uns steht Handwerk im Vordergrund – hier gibt es nichts von der Stange“, betont der Chef der Oberlausitzer Schmuckmanufaktur. Er und sein Team bieten Service von der Kundenberatung bis zur Übergabe des fertigen Schmuckstücks. Genauso ungewöhnlich: Wer das Geschäft betritt, steht quasi mitten in der Werkstatt. „Man ist mittendrin im Geschehen, kann alle Abläufe direkt mitverfolgen“, so eine Kundin. Im Geschäft finden Besucher immer eine Auswahl an selbst entworfenem Schmuck. Die Palette reicht vom individuell gefertigten Brillantschmuck bis hin zu Schmuck aus naturbelassenem Oberlausitzer Granit. Besonders der Opal hat es Steffen Schneider angetan. „Opal hat für mich den größten Reiz, weil er der vielseitigste Stein ist“, so der sympathische Sachse. Tipp: E Opalaustellung im November Oberlausitzer Schmuckmanufaktur OT Neueibau, Hauptstraße 50 D/4 02739 Kottmar, Tel. +49 3586 386206 osm-schneider@t-online.de www.golden-lace.de Geöffnet: Mo.-Fr. 8-18 Uhr, Sa. 9-12 Uhr

So schmeckt Heimat! Beckenberg-Koch überzeugt mit regionaler Küche und Kochkursen vegetarischen Kochkurse, aber auch Meyers „Rumpsteak-Diplom“. Gern schaut der gebürtige Eibauer ins Kochbuch seiner Oma, betritt mit süßen Stupperle (Zimt, Kirschen) oder einer mediterranen Variante auch Neuland. „Viele kommen, nachdem sie euer Ferienmagazin lasen. Einmal stand Teichlmauke in eurem Heft, aber nicht auf meiner Karte – was für einen Gast gar nicht ging. Umgehend kochte ich das Gewünschte“, lächelt André Meyer. Er selbst isst gern einfach, mindestens einmal wöchentlich Pellkartoffeln mit Quark. Mit seiner Familie wohnt er in der Beckenbergbaude: „Was Schöneres, als hier oben zu leben, können wir uns nicht vorstellen!“

Herausgepickt: Kochschule André Meyer E Kochkurse und Feiermöglichkeiten im Rahmen für bis zu 12 Personen sind buchbar unter: www.bei-meyer.de Tipps: E 4 Zimmer E Familien- und Vereinsfeiern E Hochzeiten E Veranstaltungen (s. Internet) E Ziel für Radler (Spreeradweg!) Berggasthof Beckenbergbaude OT Eibau, Beckenbergstraße 5, 02739 Kottmar D/4 Tel. +49 3586 387673 info@beckenbergbaude.de www.beckenbergbaude.de

Handwerk und Natur erleben Hautnah erleben Sie Kostbares, Edles, Genussvolles, Kunstvolles Inmitten der Dorfidylle liegt das schmucke Umgebindehaus mit 12 Betten in zwei Ferienwohnungen und drei Doppelzimmern. Die Pension Grandel versteht sich als Kultur- und Erlebnispension in der Oberlausitz, mit Lesungen regionaler Schriftsteller, Theater- und Musikveranstaltungen, sehenswerter Kunst und Kultur, regionalen Höhepunkten wie dem Kettensägenschnitzen auf dem Beckenberg, dem Eibauer Bierzug, dem Mühlentag, dem Tag des Umgebindehauses und so vielem mehr. Ein Besuch lohnt sich nicht einfach nur, sondern ist für besondere Ansprüche ein Geheimtipp. Das Frühstück wird von Inhaberin Corinna Bäsler und Mitarbeiterin Cornelia Tannert mit viel Liebe gezaubert und dekoriert. Dann kann der Tag beginnen – beispielsweise mit Erlebnistagen. Da können die Feriengäste altes Handwerk hautnah erleben und in mancher Manufaktur selbst Hand anlegen. Der besondere Baustil eines Umgebindehauses kann bei den Erlebnistagen „Umgebinde“ entdeckt und erlebt werden. Mit 400 Jahren ist das Hugenottenhaus das älteste Umgebindehaus in der Oberlausitz und steht direkt um die Ecke.

Tipps: E Sagenhafte Routen führen in die mystische Welt von Zwerg Gerbord, in das Revier von Räuberhauptmann Karasek und zu den drei Spreequellen. E Aktiv- und Erlebnistage „Sehnsucht nach Stille“, „Waldbaden“ und „Bogenschießen“ E INDUSTRIEstraße und ein BAUHAUSerlebnis mit Industriedenkmälern und Veranstaltungen Kultur- & Erlebnispension Grandel Lange Gasse 33, 02739 Kottmar OT Walddorf D/4 Tel. +49 3586 7073838 pensiongrandel@t-online.de www.pension-grandel.de

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Kottmar

Oberlausitzer Bergland

Rings um den Berg Kottmar Märchenhafte Häuserpracht im Land der drei Spreequellen Verwundert und am Ende begeistert fühlen sich Besucher in Obercunnersdorf oft wie in ein Märchenland versetzt. Umgebindehäuser aus alter Weberzeit reihen sich entlang der Dorfstraße, wie aus einer Spielzeugschachtel ausgeschüttet. Malerisch dazwischen das Gewirr der Gassen und Gässchen. Weit über zweihundert dieser originellen Baudenkmale gibt es im Ort zu bewundern.

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Spaziergang durchs Museumsdorf Jeder kann sich alleine diese Pracht des Museumsdorfes bei einem Spaziergang ansehen. Hilfe beim Entdecken bieten dabei zwei ausgewiesene Denkmalswege, Schau- und Informationstafeln. Es lohnt sich aber, den Ort während einer Führung mit kundigen Ortsführern kennenzulernen – auf der Schunkelhaus-, Umgebindehaus- oder Handwerkstour. Die kurzweilige Schunkelhaustour ist besonders beliebt, sie führt zum Museum Schunkelhaus, welches sich in einem uralten, winzigen und total schiefen Häuschen befindet, das sich auf einem Landzipfelchen unweit der Tourist-Information an den Dorfbach drängt. Wer auf den Denkmalswegen spaziert, ist überwältigt: ein Umgebindehaus folgt dem nächsten, eines erscheint schöner als das andere. Zudem präsentieren sich unterwegs auch die unübersehbare Dorfkirche mit prächtigem Bauernbarock sowie die nach über 150 Jahren noch voll funktionstüchtige Bockwindmühle in Kottmarsdorf. Außerdem lockt das Freizeit- und Erlebnisbad Obercunnersdorf mit beheiztem Becken und Rutschen. Übern Berg zum Faktorenhof Obercunnersdorf ist eines von sieben Dörfern der Gemeinde Kottmar, die nach dem gleichnamigen Berg benannt ist. Ein Wanderweg führt von hier aus über den Berg, auf dem sich auch ein 4,5 Kilometer langer Sagenpfad auf halber Höhe rundherum schlängelt, der auf Tafeln von Zwerg Gerbod er-

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„Spreequellland“. Im Obergeschoss sparte man nicht mit Verzierungen, wie floralen Ornamenten, die Wandtafeln sind mit Delfter sowie südländischen Motiven bemalt. Das Prunkzimmer wird darum gern für Trauungen genutzt. Im historischen Festsaal daneben finden Buchlesungen, Kabarett, Mundarttheater, Konzerte und Vorträge statt. Die Gemeinde Kottmar ist Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße (Umgebindehausstraße), s. S. 42-43!

Start zur Ortsführung an der Tourist-Information zählt und nicht nur Kinderherzen erfreut. Er kreuzt den Oberlausitzer Bergweg und führt dann weiter an der Südseite zu einem der prächtigsten Fachwerkhäuser in der Oberlausitz – dem Faktorenhof Eibau (im Bild unten). Die Wanderung dorthin ist über den Kottmarberg besonders schön, er ist aber auch entlang der B96 schnell mit Rad oder Auto erreichbar. Der Drei-Seiten-Hof, den sich Leinwandhändler Christian Zentsch als herrschaftliches Gehöft zwischen 1708 und 1717 errichten ließ, ist heute Museum und Zentrum der Oberlausitzer Traditionspflege sowie Sitz der Tourist-Information

Herausgepickt: An der Wiege der Spree E Von drei Spreequellen, so sagen Einheimische, entspringt die „höchstgelegene” am Kottmar in Walddorf, die „wasserreichste” in Neugersdorf und die „schönste” in Ebersbach (s. S. 38, 41). Tipps & Termine: E Spreequelltaufen mit Zwerg Gerbod für Gruppen E Bockwindmühle (Kottmarsdorf) E Schunkelhaus und Erlebnisbad mit Minigolfanlage (Obercunnersdorf) E Ausstellung über den Maler Max Langer im Faktorenhof Eibau E 31. Mai: Tag des offenen Umgebindehauses E 26. bis 28. Juni: 28. „Eibauer Bierzug” E Veranstaltungen: www.gemeinde-kottmar.de L Tourist-Information Spreequellland tourismus@spreequellland.info www.spreequellland.info im Faktorenhof OT Eibau, Hauptstraße 214a D/4 02739 Kottmar, Tel. +49 3586 702051 info@faktorenhof-eibau.de tourismus@spreequellland.info im Haus des Gastes OT Obercunnersdorf, Hauptstraße 65 D/4 02708 Kottmar, Tel. +49 35875 60954 info@obercunnersdorf.de www.gemeinde-kottmar.de


Ebersbach-Neugersdorf

Oberlausitzer Bergland

Weg aus alter Zeit Mit Gästeführerin Stefanie auf Erkundungstour „In alter Zeit für einen unbeschwerten Weg der Waldhufenbauern zur Kirche angelegt, ist der Obere Kirchweg in Ebersbach eine der historischen Stätten in unserer Kleinstadt Ebersbach-Neugersdorf”, erklärt Stefanie Kipke, Chefin vom Grünsteinhof (www.grünsteinhof.de), warum sie Gäste gern dort entlangführt. Am laufenden Band lassen sich faszinierende historische Umgebindehäuser erkunden. „Prägend für Ebersbach-Neugersdorf sind über 700 Umgebindehäuser”, erzählt die Gästeführerin. „Manche Touristen können sich kaum sattsehen und wollen auch mal reinschauen.” Das geht ohne Probleme, denn am Weg liegt auch ihr eigener romantischer Familienbauernhof mit Faktoren- und Bauernhaus, wo Feriengäste die Natur und das Landleben mit Tieren erleben und in modernen Ferienwohnungen ihren Urlaub genießen. Zum Kaffee lädt das benachbarte Kaffeemuseum mit Schaurösterei in einem historischen Vierseithof ein. Einmalig sind dort 14 Umgebindebögen an Fenstern auf einen Blick. Und nicht weit entfernt lädt der Gasthof „Brauerei” zur Einkehr am Abend im historischen Gewölbe ein. Am Oberen Kirchweg befindet sich auch die evangelische Barockkirche, hinter schlichter Fassade eine der schönsten Dorfkirchen Sachsens. Bis unter das hölzerne Tonnengewölbe ist sie im Stile des nordböhmischen Bauernbarock ausgemalt. Gleich neben-

Stefanie Kipke (l.); Museumshof-Kaffeemuseum am Oberen Kirchweg (o.) an lädt das historische Freibad auf dem Gelände des ehemaligen Kirchteiches zum Baden ein. Stefanie Kipke erzählt von der „Oberlausitzer Umgebindehausstraße“ (s. S. 42ff.), die noch weitere schöne Gebäude dieser traditionellen Volksbauweise in der Stadt und darüber hinaus mit anderen Orten der Region verbindet. Neben der „Alten Mangel” in Ebersbach, einem Umgebinde- und Faktorenhaus, Museum und bedeutendem Ort für die Pflege und Bewahrung Oberlausitzer Brauchtums, ist das frühere Stammhaus des Textilfabrikanten Carl Gottlieb Hoffmann (1794-1874) ein besonderer Hingucker. Das liebevoll restaurierte Gebäude in Neugersdorf ist heute die Geschäftsstelle der „Stiftung Umgebindehaus“. Blickfang beim Stadtbummel sind auch prächtige Villen erfolgreicher Unternehmer, die vom industriellen Aufschwung vor al-

lem der Textilindustrie in Ebersbach und Neugersdorf im 19. und 20. Jahrhundert zeugen. Ebersbach-Neugersdorf ist Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße (Umgebindehausstraße) – s. S. 42-43! Tipps & Termine: E ALTE MANGEL E 4. Advent: Ruprechtmarkt E 24. bis 29. Juli: 292. Jacobimarkt Tourist-Information Spreequellland Einrichtung für Kottmar und Ebersbach-Neugersdorf OT Eibau, Hauptstraße 214 a, 02739 Kottmar D/4 Tel. +49 3586 702051 tourismus@spreequellland.info www.spreequellland.info www.ebersbach-neugersdorf.de/tourismus

Das Kaffeestübchen

Das Haus der Sinne Feine Dinge, die das Leben versüßen, haben ihren Platz in einem Umgebindehaus, das schon von Weitem einladend wirkt. Drinnen kann man in aller Ruhe in den Regalen stöbern nach guter Schokolade, feinen Tees, erlesenen Gewürzen. Oder sich Zeit und Platz nehmen an dem urgemütlichen Kaffeetisch. Ein „Schälchen Heeßen“ (sächsisch für eine Tasse guten Kaffee) und dazu ein Stück hausgemachter Torte – was will man mehr! Nach der Genießerpause lohnt ein Blick in die rückwärtigen Räume mit der Terrasse, wo allerlei Dekoratives aus Seide, Holz, Keramik und Glas für ein anheimelndes Zuhause versammelt ist.

Conditorei-Café & Ferienwohnungen Inh. Thomas Brumme, Hauptstraße 80 OT Obercunnersdorf, 02708 Kottmar D/4 Tel. +49 35875-240064 mail@brumme.cafe, www.brumme.cafe

Und damit nicht genug: Die Hausherrin Ingrid Fischer mit dem Sinn fürs Schöne vermittelt ihren Gästen gern einen Spaziergang zu den Umgebindehäusern einschließlich der schönen barocken Dorfkirche. Dabei wird allerlei Wissenswertes kurzweilig erzählt. Eine Botschafterin der Oberlausitz, wie sie im Buche steht! Geöffnet ist Dienstag bis Freitag 14-18 Uhr und Samstag 11.30-16.30 Uhr sowie nach Vereinbarung. Haus der Sinne Inh. Ingrid Fischer, Hauptstraße 28 OT Obercunnersdorf, 02708 Kottmar D/4 Tel. +49 35875 67488 haus-der-Sinne@web.de, www.haus-der-Sinne.biz

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Verführerisch lecker sehen die Köstlichkeiten von Konditormeister Thomas Brumme aus. Seine Kreationen aus der hauseigenen Backstube variieren je nach saisonalem Angebot der Zutaten.

Das farbig leuchtend und behutsam sanierte Umgebindehaus – schräg vis-à-vis von der Tourist-Information – ist mit Liebe zum Detail eingerichtet. Bemalte Schiebeläden, Scheibengardinen, Holztüren mit Rosenmotiven oder ein Wandbord mit altem Geschirr sorgen für behagliche Atmosphäre beim Kaffeetrinken. Bei schönem Wetter lockt die neue Gartenterrasse. Wer mag, der kann länger bleiben – Ferienwohnungen mit den Namen „Steffi“, „Melina“ und „Annett“ sind im Umgebindehaus eingerichtet.


Das „Blumenhaus” am Fuße der Lausche in Waltersdorf. Der bunte Garten passt zu dem Denkmal mit prächtigem Türstock aus Sandstein. Für die Bewohner Charlotte und Eberhard Hörhold ist Gastfreundschaft ein Herzensbedürfnis, sie geben gern Auskunft, wenn Spaziergänger staunend verharren und Fragen haben.

Urige Denkmale mit Seele Umgebindehäuser: Einmalig in Europa und zum Verlieben schön Die vielgestaltigen und oft jahrhundertealten Bauten wirken urgemütlich und behaglich. Mit steinernen Türstöcken, schmiedeeisernen Fenstergittern, kunstvollen Verschieferungen an der Fassade und meisterlich gefügten Hölzern sind sie oft ein schöner Blickfang in der Landschaft. In der südlichen Oberlausitz, in Teilen der Sächsischen Schweiz sowie in Böhmen und Niederschlesien sind schätzungsweise 19.000 Umgebindehäuser verbreitet. Warum lieben die Menschen ihre „Häusl” so? Sie strahlen Natürlichkeit, Behaglichkeit und eine anheimelnde Atmosphäre aus, für viele haben sie eine „Seele” und gehören zur unverwechselbaren Heimat. Die Häuser tragen Lebensspuren von Generationen, haben Landschaft, dörfliche Kultur und Lebensweise geprägt. Die heutigen Bewohner bewahren die Werke und Werte ihrer Vorfahren.

Was ist ein Umgebindehaus? Auf den ersten Blick gleichen Umgebindehäuser „normalen“ Fachwerkbauten. Charakteristisch ist eine hölzerne Stützkonstruktion, die eigenständig vor den Wänden der Blockstube steht. Diese Konstruktionen aus Holzständer und Bögen tragen Obergeschoss sowie Dach und werden Umgebinde genannt. In der Oberlausitz wird die Bezeichnung (Um-) Gebinde nachweislich seit dem Mittelalter im Hausbau benutzt. Aus Holz, Lehm, Stroh und Steinen errichtet, gleicht kein Haus dem anderen. Für vielfältige Ansprüche und Nutzungen entwickelten sich verschiedene Haustypen. Die Häuser sind Klimawunder, mit ganzjährig behaglicher Atmosphäre. Warum sind Umgebindehäuser so ein Schatz? Meisterlich gefügte Hölzer, charakteristische Rundbögen, steinerne Türstöcke, schmiedeeiserne

Fenstergitter, kunstvolle Verschieferungen… Die oft jahrhundertealten Umgebindehäuser sind eine Lust fürs Auge. Groß, klein, schmal, breit, schlicht und prunkvoll – keines gleicht dem anderen. Jedes hat seine ganz eigene Geschichte. Termin: E 31. Mai: Tag des offenen Umgebindehauses mit Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungen in zahlreichen Orten. Mehr Informationen: Stiftung Umgebindehaus Büro: Ernst-Thälmann-Straße 42 Tel. +49 3586 3695815 02727 Ebersbach-Neugersdorf D/4 www.stiftung-umgebindehaus.de www.facebook/stiftung-umgebindehaus.de

Schema der Entstehungsschritte von Umgebindehäusern in Stockwerksbauweise (beteiligte Gewerke)

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Mauerwerk Maurer, Steinmetze

Blockstube Zimmerer

Umgebinde Darstellungen von Karl Bernert Zimmerer

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Fachwerk Zimmerer zum Teil Kleiber

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Fertiges Haus Zimmerer, Dachdecker, Kleiber, Tischler, Schmiede, Maurer, Ofensetzer (Putz, Weißen)

Schnittdarstellung eines Umgebindehauses in einer Aquarelldarstellung von Klaus Herzog


Umgebindehäuser prägen Landschaft Erlebnisstraße verbindet sieben Orte in der südlichen Oberlausitz

Alte Mangel in Ebersbach

Fenster mit Blumenschmuck

Kontakt: Touristinformation Spreequellland Hauptstraße 214a, 02739 Kottmar OT Eibau Tel. +49 3586 702051 tourismus@spreequellland.info Mehr erfahren Sie unter www.deutsche-fachwerkstrasse.de

Umgebindehaus im Erholungsort Waltersdorf

Gruppenhaus & Tagungen an der Umgebindehausstraße Vom Seifhennersdorfer Windmühlberg bietet sich eine herrliche Aussicht auf das Gebirge. Grund genug, sich das Anwesen näher anzuschauen. Es umfasst fünf Häuser: das denkmalgeschützte Umgebindehaus im Zentrum, ein Seminarhaus mit einem Tagungsraum für 80 Gäste und Bibliothek sowie Speisesaal und Gaststube, zwei Gästehäuser mit 60 Betten für eine ruhige Nacht und ein kleines Haus mit Kreativwerkstatt und weiteren Seminarräumen – alles mit den Annehmlichkeiten, die drei Hotelsterne versprechen. Der gemeinnützige Verein Windmühle Seifhennersdorf e.V. sorgt dafür, dass in dieser Bildungsstätte alles läuft. Die Windmühle ist ein besonderer Ort, an dem Gästen mit Herzlichkeit begegnet wird. Beste Bedingungen für einen Familienurlaub.

nige Gebäude stechen hervor. Gäste besuchen gern das Museum Schunkelhaus, das Haus der Sinne und die Konditorei Brumme (s. S. 40, 41). Herrnhut (E/4) ist bekannt durch die Evangelische Brüdergemeine und die Herrnhuter Sterne (s. S. 32ff.). Im Ortsteil Ruppersdorf besuchen zahlreiche Gäste das originalgetreu restaurierte Umgebindehaus „Räucher-Häus’l”. Aushängeschild sind Ferienwohnungen, aber vor allem die Räucherei mit Spezialitätenladen, wo es Leckereien aus hauseigener Produktion gibt. Oberseifersdorf ist Ortsteil von Mittelherwigsdorf (E/5), dort besiedeln viele Umgebindehäuser die Auen des Eckartsbaches und erinnern an das ehemalige Weberdorf. Ein beschaulicher Spaziergang lohnt sich, dort öffnet sich auch ein herrlicher Panoramablick vom Steinbruch aus über das Land. Im Windmühlen- und Wetterdorf Oderwitz (E/5) sind Routen zur Mühlengeschichte ausgeschildert, drei Bockwindmühlen, das Wetterkabinett des Ortes und viele der etwa 450 Umgebindehäuser liegen am Weg. Eine Rast in der Feinbäckerei Otto wird zum Erlebnis: Laden, Café und die Blockstube mit einem Holzbackofen befinden sich in einem wunderschönen, restaurierten Umgebindehaus (s. S. 30).

Ganz neu: ein Informationszentrum für die Oberlausitzer Umgebindehausstraße. In dem barrierefreien Raum ist viel über Umgebindehäuser zu erfahren und es können Veranstaltungen stattfinden.

Tipps: E Welche faszinierenden Umgebindehäuser haben Sie entdeckt? Schreiben Sie uns von Ihren Erlebnissen in Wort und Bild an info@ferienmagazin.de Die barrierefrei ausgestattete Begegnungsstätte bietet Gruppen bis 50 Personen ideale Bedingungen für Tagungen, Seminare und Erholung. Es stehen 26 Doppelzimmer mit Dusche/WC, TV, WLAN, Tagungs- und Seminarräume, Naturgarten, Spielund Bolzplatz u. a. zur Verfügung. Tipps: E Informationszentrum nutzbar für Feiern, Seminare und Tagungen E ideal für Familientreffen E idyllisches Quartier für Durchreisende und Urlauber E perfekt für Gruppen mit Rollstuhlfahrern E Probenmöglichkeiten für Chöre und Instrumentalisten E Förster-Flügel im Tagungshaus Sächsische Bildungs- und Begegnungsstätte Windmühle Seifhennersdorf e.V. Neugersdorfer Straße 7, 02782 Seifhennersdorf D/5 Tel. +49 3586 340 98-0 info@windmuehle-seifhennersdorf.de www.windmuehle-seifhennersdorf.de

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Sieben Gemeinden bilden die Oberlausitzer Umgebindehausstraße, sie ist als siebte Teilstrecke in die Deutsche Fachwerkstraße eingebunden. Unter dem Titel „Phänomen Umgebindehaus“ dürfen sich Besucher in Ebersbach-Neugersdorf (D/4) auf einen unterhaltsam geführten Spaziergang begeben. Sie erfahren, wie Umgebindehäuser entstanden und lernen Haustypen für unterschiedliche Nutzungen kennen. So das Kaffeemuseum, ein Umgebinde-Vierseithof mit 14 Umgebindebögen an Fenstern (einmalig), den Grünsteinhof mit Ferienwohnungen für Familien sowie den Sitz der Stiftung Umgebindehaus in Neugersdorf (s. S. 41). In Seifhennersdorf (D/5) liegt hinter dem Karasek-Museum der Bulnheim’sche Hof, ein prächtiger Vier-Seiten-Hof und Kulisse für Karaseks Naturmärkte (s. S. 31). Auf dem Windmühlberg lädt das Informationszentrum für die Oberlausitzer Umgebindehausstraße ein (s. Beitrag unten). In der Dorfmitte von Großschönau (D/5) fasziniert ein Ensemble schmucker Umgebindehäuser entlang der Mandau. Einige sind mit Infotafeln versehen, denn ein Textilpfad erinnert an die einzigartige Handwerks- und Industriegeschichte des Ortes. Beim Rundgang durch den Ortsteil Waltersdorf verweisen Ortsführer gern auf die kunstvoll gestalteten Türstöcke aus Sandstein. Das Naturparkhaus Zittauer Gebirge ist eines der größten Fachwerkhäuser der Region (s. S. 20, 24, 25). In Obercunnersdorf (D/4) reihen sich über 250 Umgebindehäuser besonders dicht aneinander. Ei-


Oberlausitzer Bergland

Das Reiterhaus ist ein besonders schönes Beispiel für die Umgebindebauweise. Wer sich dafür interessiert, sollte zuerst hier im Museum reinschauen.

Stadt im Dorf …

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Neusalza-Spremberg feiert in diesem Jahr drei Jubiläen Neusalza-Spremberg hat 2020 gleich drei Mal Grund zum Feiern: 350 Jahre ist es her, dass für Neusalza, den jüngeren Teil des Ortes, die Geburtsstunde schlug. Der Besitzer von Spremberg, Christoph Friedrich von Salza, hatte 1670 vom sächsischen Kurfürsten die Genehmigung erhalten, eine Stadt auf seinem Grund und Boden zu gründen. Sie entstand mitten in Spremberg, einem 1242 erstmals erwähnten Waldhufendorf, und wurde zu Ehren ihres Stifters Neu-Salza genannt. 1920 schlossen sich beide Orte zusammen, so dass die Stadt seit nunmehr 100 Jahren Neusalza-Spremberg heißt. Aus jener alten Zeit rührt daher der Ausspruch „Stadt im Dorf”, der den Ort noch heute umschreibt und deshalb Teil des Stadt-Slogans geworden ist. Tatsächlich vereint Neusalza-Spremberg die Vorteile einer kleinen betriebsamen Stadt mit denen eines idyllischen Dorfes. Bekanntestes Baudenkmal und schönstes Wahrzeichen im Ort ist das oben abgebildete Reiterhaus, welches in diesem Jahr ebenfalls seinen 350. Geburtstag feiert.

Stunde der Musik – Gala-Abend

Von „Stunde der Musik” bis zu Musik an unerhörten Orten All diese Jubiläen werden mit diversen Veranstaltungen gebührend begangen. In der beliebten Reihe „Stunde der Musik” sind vier Konzerte unter dem Motto „Verbindendes” geplant. Kulisse dafür ist der Festsaal des Rathauses, wo regelmäßig klassische Werke in stilvollem Ambiente erklingen. Fort-

gesetzt wird auch die „Musik an unerhörten Orten“. Dieses Format hatte 2016 Premiere, als der Bluespianist Thomas Stelzer aus Dresden im ersten Elektrizitätswerk der Oberlausitz spielte. Alle Termine und nähere Angaben im Veranstaltungskalender der Stadt unter www.neusalza-spremberg.de sowie auf www.kulturfreunde.info

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Das Zentrum bilden Ober- (o.) und Untermarkt.

Denkmal und Museum der Umgebindebauweise Mit dem „Reiterhaus“ steht in Neusalza-Spremberg eines der ältesten und bedeutendsten Zeugnisse der Umgebindebauweise. Das Baudenkmal ist eine Hauptattraktion im Ort und beherbergt nun auch das regionale Museum für die prägende Holzarchitektur in der Oberlausitz. Der Längsbau wurde 1670 errichtet. Mit dem Umbau 1704 erhielt das Gebäude seine heutige Gestalt. Der im rechten Winkel angebaute „Reiterflügel“ kam in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hinzu. Eine hölzerne Figur, die seit 1874 den Giebel schmückt, gab dem Haus seinen Namen. Zwischen den Dachschrägen ist die Siegestrophäe des „Ritterstechens“ zu sehen, womit ein alter Brauch zur Kirmes bezeichnet wurde. Im „Reiterhaus“ erfahren Gäste anhand von Informationstafeln und in einem Film viel Wissenswertes von Umgebindehäusern, über Konstruktion, Geschichte und Verbreitung. Zugleich bekommt man einen Eindruck, wie bescheiden Kleinbauern, Weber und Handwerker in den kleinen, engen Räumen lebten. Beim Museumsrundgang sind unter anderem historische Möbel, ein Handwebstuhl und einfache Alltagsgegenstände in der komplett eingerichteten Blockstube zu besichtigen. Außerdem lässt sich in der Ausstellung nachvollziehen, wie aus Flachs Leinen entsteht. Das Reiterhaus liegt direkt an der B 96.


Neusalza-Spremberg

Oberlausitzer Bergland

… überraschend anders Warum es sich lohnt, hier seine Zelte aufzuschlagen Hinter dem „Reiterhaus“ erheben sich in einem Waldstück die Schmiedesteine. Von dieser sagenumwobenen Felsengruppe etwa 100 Meter über der Spree eröffnet sich Besuchern ein herrlicher Blick über die Stadt und das Oberlausitzer Bergland. Unten im Tal rauscht die Spree in weitem Bogen um den Granitfelsen des Sternberges herum. Entlang des schmalen Uferweges lässt sich im Spreepark die Idylle unter hohen Bäumen in vollen Zügen genießen. Wer Erfrischung und Spaß im Wasser sucht, ist im Wald- und Erlebnisbad von Neusalza-Spremberg gut aufgehoben. Abseits von Hektik und Verkehrslärm finden die Gäste eine weitläufige Freizeitanlage mit solarvorbeheiztem Wasser, Riesenrutsche, Wasserfall, Strömungskanal, Fontänen, Luftsprudel, Sprungturm, 50-m-Bahnen und Spielburg, Seilbahn, Tischtennisplatten, Bolz- und Volleyballplatz für die Kinder zum Spielen. Es bietet außerdem ausrei- Im Wald- und Erlebnisbad ist Zelten im Badgelände möglich. Caravanstellplätze gibt es direkt daneben. chend Plätze für Zelte und Caravanfahrzeuge, moderne Küchen- und Aufenthaltsräume für Campingfreunde.

Wandern und Radfahren leicht gemacht Mit einer guten Infrastruktur in schöner Lage lockt Neusalza-Spremberg Ausflügler, die gern aktiv in der Natur unterwegs sind. Gleich mehrere touristische Magistralen kreuzen sich im Ort oder tangieren die Stadt. Wildromantisches Spreetal Spielanlage am Wanderrastplatz an der B96 So der bei Wanderern beliebte zertifizierte Oberlausitzer Bergweg (s. S. 50). Oder die „Lausitzer Schlange“, ein Fernwanderweg, der über 330 Kilometer von Dresden über die Sächsische Schweiz, das Oberlausitzer Bergland, das Zittauer Gebirge, die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft bis ins Lausitzer Seenland nach Brandenburg verläuft. In Nord-SüdAusrichtung durchquert er dabei Neusalza-Spremberg. Radler lieben den Spreeradweg, der seinen Beginn an den drei Quellen ganz in der Nähe hat und sich entlang der hier Bürgermeister Lehmann lebt für seinen Ort. Der Outdoor Parcours am Niedermarkt noch jungen Spree schlängelt. Die Stadt Weitere Tipps: E Spielanlage am Obermarkt liegt außerdem an der gut 1.000 Kilometer langen Ein Erfolgsrezept für Neusalza-Spremberg? E Abenteuerspielplatz am Schloss im Ortsteil FrieMittellandroute. Dieser Fernradweg führt vom „Wir haben ein erstklassiges Bildungssystem dersdorf E Akkuladestellen für E-Bikes E Caravandeutsch-tschechisch-polnischen Dreiländereck bis vom Kindergarten bis zur Oberschule. Wir verstellplätze E Skihang mit Schlepplift, Hänscheberg nach Aachen, so dass er den östlichsten mit dem zahnen frühzeitig Bildung und Wirtschaft, wir hawestlichsten Punkt Deutschlands verbindet. Der ben eine moderne digitale Infrastruktur, ein moMehr Informationen: Radweg rund um den Großen Wald ist ein regiodernes offenes Rathaus, aktive Vereine und enStadtverwaltung Neusalza-Spremberg naler Rundkurs durch vier Nachbargemeinden von gagierte Bürger. All dies führt dazu, dass es eine Kirchstraße 17, 02742 Neusalza-Spremberg Neusalza-Spremberg. Mit 28 Kilometern Länge biegroße Nachfrage von jungen Familien gibt, die Tel. +49 35872 36110 D/4 tet er sich als ideale Tagestour für Familien und Kulgerne bei uns leben möchten.” stadt@neusalza-spremberg.de turinteressierte an, die auch Zeit für Attraktionen an Bürgermeister Matthias Lehmann www.neusalza-spremberg.de der Strecke haben wollen.

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Oberlausitzer Bergland

Cunewalde

Zwischen Czorneboh und Bieleboh Mandy Vogel aus Dresden war Gast in Cunewalde und sie kommt bald wieder

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Aus der Leserp

ost

„Bei der Anreise war ich pilgernd unterwegs: Der Zug hatte mich bis Bischofswerda gebracht und von dort aus bin ich gewandert durch Dörfer”, schrieb Mandy Vogel (im Bild links) aus Dresden über ihren Besuch in Cunewalde. „Punkt 18 Uhr stand ich im Abendglockenschlag der größten Dorfkirche Deutschlands mitten in Cunewalde. Was für ein Empfang!” Mandy Vogel schlug ihr Quartier in der „Kleenen Schänke” auf und war begeistert: „Ich bekam den Schlüssel für eine Ferienwohnung, liebevoll gestaltet mit geschickt ausgewählten und arrangierten Möbeln, Bildern und schmückenden Dingen aus der Zeit unserer Großeltern. Gemüt- Umgebindehaus-Park – die kleinsten Häuser, die größte Dorfkirche lichkeit steht in der Schänke an erster Stelle, gefolgt von Genuss. Ich durfte Platz Dichter Wilhelm von Polenz, der in Cunewalde zur nehmen am Tisch unter der alten Erle vorm Haus Welt kam. und bekam leckeren Wein eingeschenkt. Ich fühlte Ein Abstecher führte unsere Leserin nachmittags mich sofort angenommen, angekommen und wun- auf die Höhen des Czorneboh, „der den Aufstieg derbar entschleunigt. Ich folgte dem Tipp, die Um- sowohl mit einem Aussichtsturm als auch leckerem gebindehausausstellung vis-á-vis von der Dorfkirche Essen in der Berggaststätte belohnte. Der Wald zu besichtigen. Dort stehen Haus-Modelle auf ei- ringsum ist urig und ursprünglich, jede Menge nem großen Wiesengelände, nachgebaut im Maß- größerer Steine liegen herum …”, war Mandy Vostab 1:5 von Originalen, auch von meinem Domizil gel beeindruckt. Sie schaute danach in der Touristund von Gebäuden, die nicht mehr vorhanden sind. Information des Staatlich anerkannten ErholungsorAm nächsten Tag eroberte ich mir ein weiteres tes vorbei, „wo ich allerbeste Tipps für die UmgeStück des unglaublich 11 Kilometer langen Ortes bung bekam, ebenso eine hilfreiche Wanderkarte Cunewalde”, schrieb Mandy Vogel. und Postkarten”. Nun lockte sie noch das Kraftfahrzeug- und Technik-Museum. Etwa 70 Oldtimer sind Auf Schritt und Tritt Umgebindehäuser zu sehen, auch jene, die früher in der Region das Herrliche Spazier-, Wander- und Radwege führen Straßenbild bestimmten. durch das Cunewalder Tal zwiMandy Vogel kommt schen den Bergzügen des Czorwieder, hat schon ein neboh und Bieleboh mit ihren Zimmer gebucht, diesgastlichen Bergbauden. Umgemal im Hotel „Alter Webindehäuser, eines schöner als ber”. Sie will dann auch das andere, prägen den Charakter per Rad den Bahnradvon Deutschlands längstem Straweg Oberlausitz entlang ßendorf. In Obercunewalde erder alten Eisenbahnlinie reicht man den 1880 angelegten und den Rundkurs durch teichreichen Polenzpark (im Bild das schöne Cunewalder rechts) mit iyllischen Wegen unTal tief hinein ins Oberter sehr alten Bäumen. Ein Gelausitzer Bergland erkundenkstein erinnert dort an den den.

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Ihre Gastgeber vor Ort in Cunewalde L Hotel „Alter Weber” – Manuela Hübner Oberlausitzer Straße 13, Tel. +49 35877 25236 www.alter-weber.de L Restaurant „Blaue Kugel” – Romano Porsche Hauptstraße 97, Tel. +49 35877 80770 www.restaurant-blauekugel.de L Gaststätte Scharfe Ecke – Familie Nasser Hauptstraße 133, Tel. +49 35877 21038 L Mälzer Stübl – Angela Gubsch Oberlausitzer Str. 4, Tel. +49 35877 27756 L Kleene Schänke – Carola Arnold Erlenweg 14, Tel. + 49 1520 1820659 www.kleeneschaenke.de L Restaurant „Kleines Kulturhaus” Cunewalde Ronny Plath, Czornebohstraße 19 Tel. +49 35877 27103 www.restaurant-cunewalde.de in ganz nahegelegenen Ausflugsgebieten L Berggasthof Czorneboh Elmar Ladusch Tel. +49 35877 899168, Mobil +49 172 7973899 www.czorneboh-berggasthof.de L Bergwirtschaft Bieleboh Anna Starke Bielebohstraße 18, Beiersdorf Tel. +49 35872 18914, www.bieleboh.de L Gasthaus und Hotel „Rote Schenke” Monika Zieschank, Pielitz Nr. 20, Kubschütz Tel. +49 3591 210470, www.rote-schenke.de Tipps: E geführte Wanderungen sowie Führungen (Kirche, Ort, Umgebindehaus-Park und Polenzpark) auf Anfrage in der Tourist-Info E Erlebnisbad (solarbeheizt) E Bahnradweg Oberlausitz verbindet Spreeradweg mit Sächsischer Städteroute E Haus des Gastes „Blaue Kugel“ – Veranstaltungs-, Kulturund Tagungszentrum mit Umgebindehaus „Dreiseitenhof“ E Ältester steinerner Aussichtsturm der Oberlausitz auf dem Czorneboh E Autocross am Matschenberg Siehe auch S. 38 – das Foto zeigt einen wunderschönen Blick auf Cunewalde! Die Dorfkirche ist eine Station der ViaSacra – siehe auch S. 19! Gemeindeverwaltung Cunewalde Eigenbetrieb „Blaue Kugel“ Veranstaltungshaus / Tourist-Information Hauptstraße 97, 02733 Cunewalde D/4 Tel. +49 35877 80888 touristinfo@cunewalde.de www.cunewalde.de


Oberlausitzer Bergland

Sohland

So viel auf einem Fleck Forstmuseum, Stausee, Sonnenuhren: Sohlands Ausflugs-Mix beeindruckt

Stausee, Sternwarte, Sonnenuhren, Skiareal Beliebtestes Ausflugsziel ist der Stausee, mit Biergarten, Bootverleih, Kinderspielplatz und großer Wiese. Der Spree-Radweg führt direkt vorbei. Ganz in der Nähe schmiegt sich die Waldbühne in den

Einstiges Zimmer des Forstamtsleiters im Forstmuseum. by-Forscher Sonnen-Sichtfenstern in den Kälbersteinen auf der Spur. Sie entdeckten, dass Felsformationen wie der Kuckucksstein in Königshain den Menschen vielleicht zur Orientierung im Jahresverlauf dienten, als eine Art Sonnenuhr oder als „Kalender“ zur Bestimmung der Jahreszeiten. 30 sogenannte Sonnenheiligtümer wurden in der Oberlausitz ent-

Gleich neben dem Forstmuseum – das „Alte Weberhaus” (l.); Sonnenuhr – eines von 40 Motiven Berg. Aufführungen der Schirgiswalder Spielgemeinschaft und der Gastspielgruppen locken jährlich rund 4.000 Besucher an. Ein beliebtes Fotomotiv im Ort ist für Besucher die „Steinerne Himmelsbrücke“, ein ungewöhnlich steil aufsteigendes und hierzulande einzigartiges Bauwerk aus Granit, das seit 1796 den Dorfbach überspannt. In der Sohlander Sternwarte ermöglicht ein Teleskop Himmelsbeobachtungen bis zum Mars! Und beim Projekt „Götterhand“ sind Hob-

Der Stausee ist ein beliebtes Naherholungszentrum für Familien.

deckt, eine Kopie des Kuckucksstein-Felsens ist vor der Sternwarte zu bewundern. Sensationelles bietet auch das „Sonnenuhrendorf“ Taubenheim. Dort zeigen mehr als 40 Sonnenuhren die Zeit an – natürlich nur, wenn Klärchen vom Himmel lacht. 1795 ließ ein Goldschmied namens Herbrig für seinen Sohn an dessen Wohnhaus (heute Straße der Jugend 1) eine erste Sonnenuhr anbringen. Bis heute kommen immer wieder neue dazu, auch in Sohland und Wehrsdorf. Schließlich zieht es in schneereichen Wintern Besucher ins Skiareal Tännicht. Dort gibt es Rodelhänge, Skilift, zwei Abfahrtsstrecken, drei Schanzen und 60 Kilometer Loipe. Ein Wintersportparadies! Tipps & Termine: E Für den Besuch des Forstmuseums (Hainspacher Straße 21) bitte anmelden über: Büro Oberlausitzer Holzgestaltung, Tel. +49 35936 33614 oder Tel. +49 152 31925593 (Ute Köhler) E 20. September: Wald- und Holzfest am Forstmuseum E Stausee E Waldbühne Sohland (www.waldbuehne-sohland.de) E Prinz-Friedrich-August-Turm (www.prinzenbaude.de) E Sternwarte als Ausgangspunkt für den Planetenweg (www.sternwartesohland.de, www.goetterhand.de) E Denkmalwanderweg mit 40 Denkmälern E Wanderziel Schluckenauer Zipfel E Ortsteil Wehrsdorf mit alten Granitsteintrögen und Waldbad E Oberlausitzer Bergweg tangiert den Ort Touristinformation Sohland Bahnhofstraße 26 02689 Sohland/Spree D/4 Tel. +49 35936 39821 touristinfo@sohland.de, www.sohland.de

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Geweihe von Rehböcken, der urige Kanonenofen, ein Fernglas sowie Flinte und Jägerhut am Haken. Die Szenerie wirkt, als hätte der letzte Revierförster seinen Dienstort gerade erst verlassen. Weiterer Hingucker ist der original erhaltene Schreibtisch der letzten Forstchefs der Region. Seine Nutzer sind – seit 1952 – akribisch genau dokumentiert. Das rekonstruierte Dienstzimmer hiesiger Forstamtsleiter ist für viele das Highlight des Oberlausitzer Forstmuseums in Sohland. Die einzigartige Sammlung thematisiert vor allem Waldwirtschaft gestern und heute. Im 20. Jahr des Bestehens findet die locker aufgemachte Schau immer mehr Besucher. Schulklassen nutzen gern waldpädagogische Angebote. Familien und Gruppen staunen, wie beschwerlich Waldarbeit vor Jahrhunderten war. Viele koppeln ihren Besuch mit einer Stippvisite im „Alten Weberhaus“, dem Sohlander Heimatmuseum. Es ist eins der ältesten erhaltenen Umgebindehäuser der Oberlausitz. Doch in Sohland gibt es noch so viel mehr zu entdecken – ein Tag reicht da bei Weitem nicht!

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„Wie schmecken diese Turiseder und gibt es die auch vegan?“

Das ist die mit Abstand häufigste Frage, die die Leute stellen, wenn sie zum ersten Mal die Geheime Welt von Turisede im Herzen der Zentrallausitz besuchen. Nun, das ist leicht beantwortet: Turiseder kann man nicht essen – sie waren die Angehörigen eines slawischen Volkes, das noch vor 1.000 Jahren in den Neißeauen siedelte. Und diese Turiseder waren ein nicht ganz normales Volk. Wie wenig normal sie waren, kann man mit eigenen Augen in der Geheimen Welt sehen. Hier wird die fast vergessene Kultur des alten Volkes wieder lebendig. Original turisedische Baumhäuser wachsen dort auf den Bäumen.


Mit dem gewaltigen Krönum wurde das atemberaubende Heiligtum des alten Volkes neu erbaut. Turiseder machten übrigens alles aus Bäumen. Dieser Werkstoff war ihnen heilig. Wenn man in Turisede jemanden als besonders weise und ehrenhaft bezeichnen wollte, nannte man ihn einen Holzkopf. In dieser Welt endet das Abenteuer nicht mit dem Sonnenuntergang. Manche sagen sogar, es gehe dann erst so richtig los: Im Faulenzum, der altturisdischen Wellnesslandschaft mit Baumhaussauna und gewaltigen Badekesseln, der Dinner-Schau im Krönum oder dem aberwitzigen Tabularasum, bei dem man an einem Abend spielend mehr Leute kennenlernen kann, als bei jedem Speeddating. Und hinterher geht es zur Geisterstunde in den Zauberwald. Bei all dem trifft es sich gut, dass man in Turisede sehr kommod übernachten kann: In fantastischen Baumhäusern und Baumbetten, unter und über der Erde, auf einer Insel und hinter dem Fluss. Auf kleine und größere Hunger ist man in Turisede natürlich ebenfalls vorbereitet. Im Baumstammlokal oder in der Feuerwasserspielunke gibt es zwar keine Turiseder zu essen, aber jede Menge original turisedische Spezialitäten. Auch vegane.


Wild, romantisch, abwechslungsreich Oberlausitzer Bergweg mit spektakulären Aussichten und lohnenden Abstechern Der Oberlausitzer Bergweg ist der Premiumweg in der Oberlausitz. Er führt durch lichte Wälder, über Bergkämme, vorbei an zahlreichen Bauden, die alle einen Aussichtsturm haben. Das ist eine Besonderheit in der Oberlausitz (s. Kasten unten). Wer im Oberlausitzer Bergland oder im Naturpark Zittauer Gebirge Urlaub macht, dem bieten sich viele kleine Wanderungen an. Viele Wanderer wollen aber auch mal die ganze Tour meistern und wandern in Etappen über mehrere Tage und ohne Gepäck. Sie buchen das Reiseangebot inklusive Übernachtungen, Gepäcktransfer von Haus zu Haus, bekommen Infomaterial, Bergpass und Wanderabzeichen dazu – und jeden Morgen ein Lunchpaket für die Tagestour.

Aussichtstürme und Bauden Die Tradition, Berggipfel als Ausflugsziel zu wählen, geht zurück bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Als sich Bewohner der Städte zur Erholung in die Berge aufmachten, um die weiten Ausblicke von den Höhen zu genießen, die so charakteristisch für die Oberlausitz sind. Stadträte, Wander- und Gebirgsvereine, Förster, ja sogar ein Bäckermeister kümmerten sich rührig darum, dass auf den markanten Bergen auch Aussichtstürme mit dazugehörigen Bauden als Gasthäuser entstehen konnten. Der erste Aussichtsturm wurde 1851 aus heimischem Granit auf dem Czorneboh errichtet und ein Jahr später mit dem Wirtshaus eröffnet . 1856 öffnete ein Turm auf dem Valtenberg, 1860 auf dem Butterberg, 1881 auf dem Kottmar, 1884 auf dem Kamenzer Hutberg.

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Wer sich für eine Mehrtagestour entscheidet, der kann sich intensiver umzuschauen. Und da gibt’s unterwegs allerhand zu entdecken – wildromantische Berge, Felsen mit herrlichen Aussichten, weite Wiesentäler mit weidenden Kühen und in den Orten links und rechts des Weges Töpfereien, Schauwerkstätten der Leineweberei, Museen, die drei Spreequellen, viele Umgebindehäuser, die Zittauer Fastentücher…

Der Oberlausitzer Bergweg Als Teil des deutschen Fernwanderweges Wernigerode-Harz-Zittau führt der Oberlausitzer Bergweg über mehrere Etappen mit insgesamt 107 Kilometern durch die Oberlausitz: vom Töpferort Neukirch bei Bautzen bis nach Zittau. Die Wanderung beginnt am Valtenberg (587 m), führt über Bieleboh (499 m) und Kottmar (583 m) im Oberlausitzer Bergland zur Lausche (793 m) und zum Hochwald (749 m) im Naturpark Zittauer Gebirge bis Zittau.

Herausgepickt: E Verlaufen ist unwahrscheinlich. Die blau-weiße Markierung weist den Weg durch die Natur. Überlänge haben die Wanderstrecken nicht. Der Wanderweg ist sehr abwechslungsreich. E Der Aufstieg zum Berggipfel ist selten sehr steil. E Es eröffnen sich spektakuläre Panoramablicke. E Bänke und Schutzhütten laden zur Rast ein. E Den „Bergpass” sollte jeder dabei haben. Sind die Ausflugsziele erreicht, gibt es in den Bauden einen Stempel. Wer die ganze Tour schafft, bekommt im Zittauer Tourismuszentrum eine Urkunde! E Die Wanderung gut vorbereiten, u. a. genau überlegen: Wieviele Kilometer planen wir für einen Tag? Was wollen wir uns unterwegs links und rechts des Weges in den Orten ansehen? Wo sind Bauden geöffnet für eine Rast? Genaue Informationen über die Etappen und Sehenswürdigkeiten entlang des Weges unter: www.oberlausitzer-bergweg.de Tipp: Reiseangebot „Oberlausitzer Bergweg” E Buchbares Angebot zum Wandern ohne Gepäck auf dem „Oberlausitzer Bergweg” (mit 4 oder 7 Übernachtungen) Mehr Infos und Buchungen über: Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge Tel. +49 3583 7976400 (s. auch S. 20ff.) tourismuszentrum@zittauer-gebirge.com www.oberlausitzer-bergweg.de Tipp: Wandertouren E Oberlausitz.Touren für iOs und Android im Web bei outdooractive unter www.oberlausitz.com/aktiv


Wilthen • Schirgiswalde-Kirschau

Pumphuts Wanderwelt Kraxeln, radeln, Tradition erleben: Wilthener Vielfalt, die begeistert Spitzer Hut, Rauschebart, rotes Gewand – so empfängt Pumphut seit acht Jahrzehnten Wilthens Gäste. An drei Plätzen der Stadt grüßen Figuren der sympathischen Oberlausitzer Sagengestalt. Man findet sie aber auch auf Bildern, Möbeln oder in Form eines Räuchermännchens. Pumphut ist allgegenwärtig – Wilthen lebt und liebt sein Wahrzeichen. Das neueste Exemplar steht auf einem Sockel aus Soraer Granit und ist am Rathaus Blickfang. Doch den liebenswürdigen kecken Mann gibt’s auch in echt. Augenzwinkernd erklärt er einem u. a. auf dem Pumphutsteig die Welt. Naja, zumindest aus Wilthener Sicht. Die Rede ist vom Oberlausitzer Heiko Harig, der den Langbart wie kein Zweiter mimt (im Bild ganz rechts). Heiko managt nicht nur die Wilthener Tourist-Information, sondern sorgt auf den Bühnen des Landes als Sänger und Komödiant für Lachstürme. Immer ist er dabei ein Botschafter der Oberlausitz. Den Pumphut spielt er so überzeugend, dass mancher meint, der sagenhafte Müllerbursche hätte wirklich gelebt. Ausflügler können den Mönchswalder Berg über den Pumphutsteig erklimmen, aber auch auf dem Kirchsteig und zu den Kälbersteinen wandern. In Wilthen darf natürlich die Weinbrand-Route nicht

Oberlausitzer Bergland fehlen. Der 32-Kilometer-Rundkurs führt über Gaußig und Neukirch. Die berühmte Weinbrennerei liegt auf dem Weg und kann besichtigt werden. Bereits jetzt denken Tourismus-Planer an die 800-Jahr-Feier Wilthens: „Wir feiern 2022 das ganze Jahr: mit Konzerten, Theater, historischen Märkten und vielem mehr“, verrät Katja Wagner von der Tourist-Info. Events, tolle Landschaft und Menschen mit Herz für ihre Heimat finden Besucher in Wilthen allerdings zu jeder Zeit! Tipps & Termine: E 21. Juni: Wandern mit dem Pumphut – Heiko Harig schlüpft in die Montur der Sagengestalt E 9./10. Oktober: Oberlausitzer Hunderter E 12. Dezember: Adventsmarkt E Jeden Freitag ab 13 Uhr Führungen durch die Weinbrennerei ohne Voranmeldung: Tel. +49 3592 3840 www.hardenberg-wilthen.de E Acht Caravan-Stellplätze auf dem Festplatz Zittauer Straße Tourist-Information Bahnhofstraße 8 02681 Wilthen C/4 Tel. +49 3592 385416 touristinfo@wilthen.de www.wilthen.de

Katja Wagner vor der neuen Pumphut-Skulptur

www.facebook.com/Stadt.Wilthen

In der Saunalandschaft mit Biound Softsauna, Sonarium im Innenbereich sowie Finnischer Sauna und Bauernsauna im Saunagarten lässt es sich wunderbar entspannen. Eiskalte Abkühlung erwartet die Gäste in der Schneekammer. Tauchbecken, Whirlpools und Regendusche sorgen für Erfrischung, Steinbad und SandLicht-Therapie für zusätzliche Abwechslung. Tipps: E Neuer Biergarten im Sommer täglich geöffnet E kostenloser WLAN-Zugang E Kindergeburtstag E Caféteria E Extra-Angebote von Babyschwimmen bis Wassergymnastik E Massagen, Softpacks und Peelings (bitte telefonisch reservieren) E Gutscheine über Online-Shop E virtueller 360-Grad-Rundgang unter www.koerse-therme.de

Abtauchen und auftanken Sich etwas Gutes tun – in der Wellnesslandschaft der Körse-Therme Im 34o C warmen Solewasser ist die heilende und entspannende Wirkung spürbar. Im angrenzenden Gradierwerk inhalieren Besucher die wohltuende, salzhaltige Luft bei 35° auf Ruheliegen oder Schaukelsitzen. Auch finden sie dort eine Bernstein- und Salzkristallgrotte.

Freizeit- und Gesundheitsbad Körse-Therme Badweg 3 02681 Schirgiswalde-Kirschau C/4 Tel. +49 3592 515830 info@koerse-therme.de www.koerse-therme.de

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Besucher jeden Alters finden hier das Richtige für sich: Die Großen können im Mehrzweckbecken ihre Bahnen ziehen, sich im Strömungskanal verausgaben oder treiben lassen und danach im Whirlpool oder in der Dampfkammer relaxen. Die Kleinsten werden die Planschecke lieben.

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Oppach • Tautewalde

Oberlausitzer Bergland

Pegasus ruft… – ins wunderbare Wanderrevier Pegasus, das geflügelte Pferd, weist Wanderern den Weg. Die Sagengestalt markiert den mehr als vier Kilometer langen Brunnenpfad, der durch eines der Quellgebiete des Oppacher Mineralwassers führt. Acht Schautafeln entlang der Route informieren über Landschaft und Natur sowie über die Herkunft und Förderung des kühlen Lebenselixiers. Die Quellen liegen in der waldreichen Gegend des Landschaftsschutzgebietes Oberlausitzer Bergland. Die elf Brunnen der Oppacher Mineralquellen GmbH & Co. KG reichen bis in 300 Meter Tiefe. Das Wasser rinnt dort durch das kristalline Granitgestein, das wertvolle Mineralien an das kostbare Nass abgibt. Die Strecke „Auf den Spuren des Pegasus“ ist nur einer von mehreren markierten und gut ausgebauten Wegen, auf denen Wanderer und Radfahrer die Gegend um Oppach erkunden können. Beliebte Wanderziele in nicht allzu großer Entfernung sind der Pickaer Berg, die Kälbersteine, der Bieleboh und die Steinklunsen. Herrliche Aussichten lassen sich von der Wil-

Blick über den Gondelteich auf Oppach, das eingebettet von sanften Hügeln und Bergen im Tal liegt. helmshöhe (378 m), vom Galgenberg (414 m), vom Bergweg (374 m) oder von der Heidelbergstraße (357 m) genießen. Die schönsten Winkel von Oppach verbindet ein Ringweg. Die zehn Kilometer lange Route ist mit einem grünen Punkt markiert. Empfehlenswert ist auch ein Abstecher zur Teichlandschaft „Am Alten Graben“. Dort steht den Besuchern neben der gastronomischen Versorgung auch ein Bootsverleih zur Verfügung. Eine schöne Wanderung führt vorbei an Dammmühlteich und Grenzmühlteich in das benachbarte Sonnenuhrendorf Taubenheim.

Tipps & Termine: E Freibad mit 50-MeterSchwimmbahnen, Sprungturm, Röhrenrutsche E Skihang mit Lift E gemütliche Gaststätten laden zur Einkehr ein E 13. Juni: Taktgefühl Open Air und 14. Juni: Familiennachmittag im Freibad E 5. Juli: Oppacher Parksingen E 30. August: 41. Bielebohlauf E 29. November: Weihnachtsmarkt Gemeindeverwaltung Oppach August-Bebel-Straße 32, 02736 Oppach Tel. +49 35872 3830 D/4 rathaus@oppach.de, www.oppach.de

Vom feinen Landleben in der Oberlausitz

Ein Rückzugsort inmitten der herrlichen Hügellandschaft der Oberlausitz mit viel Geschichte und Atmosphäre – das ist das Landidyll Hotel Erbgericht Tautewalde im Bautzner Oberland. So mag man sich gerne eine Landpartie vorstellen. Ruhige Landstraßen schlängeln sich durch die malerische Gegend der Oberlausitz, passieren gemütliche Dörfer und finden ganz von selbst den Weg zu einem echten Geheimtipp. Das historische Gerichtsgebäude im beschaulichen Tautewalde unweit von Wilthen begrüßt den Gast mit spürbarer Wärme und Herzlichkeit. Dafür sorgen die Gastgeber Nadine und Enrico Schulz, Gastronomen aus Leidenschaft und mit einer exzellenten Expertise, die sich beide in internationalen Häusern angeeignet haben. Enrico Schulz ist ein Koch mit Leib und Seele, trägt den renommierten Titel eines „Maitre de Chaine de Rotisseurs“ und lässt die Gäste an seiner Leidenschaft für die mediterrane Küche teilhaben.

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des Hauses ergänzt. Nach Exkursionen zu den Kulturstädten, vorbei an Umgebindehäusern – ehemalige Weberhäuser – genießen die Gäste kulinarische Kreationen des versierten Küchenteams. Das schätzen übrigens auch viele Motorrad- und Oldtimerfahrer. Und die wissen meist, wo die schönsten Gegenden versteckt sind.

Nadine und Enrico Schulz mit ihren Kindern

Goutieren kann man diese Liebe zum Süden zudem bei einem Ausflug ins historische Zentrum von Bautzen. Bei einer köstlichen Mittagspause im „Italienischen Eck“, das seit Sommer 2016 das Angebot

Tipps & Termine: E 3 Veranstaltungsräume für 12 bis 60 Personen E 31 Zimmer E Öffnungszeiten Restaurant: Mo.-Do. 18-24 Uhr, mittags geschlossen (gilt nicht bei Tagungen, Veranstaltungen und Reservierungen ab 10 Personen), Fr.-Sa. 11.3024 Uhr, So. und Feiertage 11.30-22 Uhr E 25. Juli bis 1. August 2020: Bikerwoche Landidyll Hotel Erbgericht Tautewalde**** Tautewalde 61, 02681 Wilthen C/4 Tel. +49 3592 38300 erbgericht@tautewalde.de www.tautewalde.de, www.landidyll.com


Neukirch/Lausitz

Oberlausitzer Bergland

Der Kick auf Riesen-Rollern Auf extrabreiten Reifen oder mit E-Bikes zu lohnenden Zielen Mit Speed oder Genuss, mit Blick auf Umgebindehäuser oder Wald, mit Fahrtwind im Gesicht und etlichen Ausflugsideen im Gepäck: Monsterroller fahren ist der neue Ausflugshit in Neukirch/Lausitz, der schönen Gemeinde am Oberlausitzer Bergweg. Ob über Asphalt, Schotter, Wurzel oder Wiese – für die extrabreiten Reifen ist das kein Problem. Tempo 30 wäre locker drin, ist für die Action aber gar nicht nötig.

Der Valtenberg (587 m) mit Baude und Turm

Die neu aufgelegte „Aktiv-Tour” Sie verbindet Roller- und E-Bike fahren sowie Aktivität mit Heimatkunde. Start ist um 10 Uhr am Georgenbad in Neukirch/Lausitz – zunächst per E-Bike! Mit den Tourtipps der Guides geht’s durch die Gemeinde oder auf Radpfaden hinaus in die Prärie. Mit Akku-Unterstützung kommen Gäste locker auf den ein oder anderen Gipfel. Neukirch/Lausitz selbst punktet mit Heimatmuseum, Leinenweberei und Schaubrennerei. Eine besondere Empfehlung ist die „Töpferei Lehmann“. Im 180 Jahre alten Familienbetrieb werden traditionelle Lausitzer Keramik in Bunzlauer Art, aber auch Gebrauchskeramik und weihnachtliche Artikel hergestellt. Erzgebirgische Holzwa-

ren, Blaudruck und vieles mehr findet man ebenso. Bei Führungen können Gäste dem Töpfer über die Schulter schauen und im „Keramikscheunen-Café” Leckeres genießen (www.toepferei-lehmann.de). Am Nachmittag führt die „Aktiv-Tour“ auf den Valtenberg, mit 587 Metern höchste Erhebung im Lausitzer Bergland. Keine Bange – mit E-Bikes radelt jeder entspannt auf den Gipfel. Der bietet mit dem König-Johann-Turm übrigens auch das Wahrzeichen von Neukirch/Lausitz. „Von hier überschaut man bei guter Sicht das Oberlausitzer Bergland, Zittauer Gebirge und Elbsandsteingebirge“, schwärmt Roller-Chef Thomas Luft. 15 Uhr: Mit Monsterrollern geht’s auf mehr als drei Kilometern Richtung Georgenbad bergab. Einige Kurven sind nicht ohne, aber mit Umsicht locker zu meistern. Im Sommer bietet sich am Ziel eine Abkühlung an. Insgesamt stehen drei Monsterroller-Strecken mit einer Länge von drei bis vier Kilometern zur Auswahl. Immer mehr Firmen, Vereine und Gruppen

buchen eine solche Tour gern mit Showgrillen oder einem Picknick. Hungrig geht niemand nach Hause: Monsterburger XXL und Monstereis stillen selbst monstermäßigen Appetit. Herausgepickt: E Monsterroller-Touren können von Mai bis Oktober gebucht werden unter: www.monsterroller.info/neukirch-lausitz E Angebote auch im Herbst und Winter; z. B. Eisstockschießen, Bogenschießen im Fackelschein für Gruppen ab 10 Personen Übernachtungs-Tipps: E Das christlich geführte Haus „Bethlehemstift“ liegt idyllisch am Valtenberg. Allein, in Familie oder mit Gruppe lädt es Gäste zum Aufenthalt in komfortablen Wohnungen ein. Sport- und Kaminzimmer sowie Sauna runden das Angebot ab. Selbstversorgerküche sowie zwei Gesellschaftsräume stehen zur www.bethlehemstift-neukirch.de Verfügung. E Die familiengeführte Pension Sonneneck liegt am Waldrand am Fuße des Valtenbergs. Idyllischer geht es kaum! Angeboten werden drei Doppelzimmer sowie mehrere Einzelzimmer, gern mit Frühstück. Herzliche Gastgeber und urige Bauernmöbel überzeugen. www.pension-sonneneck-neukirch.de Monsterroller-Oberlausitz UG Georgenbadstraße 28, 01904 Neukirch/Lausitz Tel. 0700 7080 0002 info@neukirch.monsterroller.info www.monsterroller.info/neukirch-lausitz

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Neukirch/Lausitz ist quasi „umzingelt“ von intakter Natur und schönen Bergen. Dort kann man nicht nur rollern und radeln, sondern auch wandern und Traditionshandwerk erleben. Kurz gesagt: Da lässt jeder den Stress dieser Welt schnell hinter sich! Doch für immer mehr Besucher sind die Monsterroller der neue Magnet: Rund 40 Roller stehen im „Fuhrpark“ der Anbieter, davon vier Kinderroller.


Bautzen

Blick zur Ortenburg. Sie liegt in der Bautzener Altstadt auf einem Felsplateau hoch über der Spree.

Bautzen heißt auch Budyšin In der über 1.000-jährigen Stadt gibt es viel über die sorbische Minderheit zu erfahren Wer in die Lausitz kommt, mag sich über zweisprachige Hinweistafeln und Straßenschilder wundern. Budyšin etwa steht sowohl an Ortseingängen als auch am Bahnhof von Bautzen. Es ist der sorbische Name der Stadt, die als Kulturhauptstadt des kleinsten slawischen Volkes gilt. Schließlich haben nicht nur die Dachorganisation der Minderheit, sondern auch mehrere sorbische Vereine und Institutionen hier ihren Sitz. Das Sorbische National-Ensemble reist oft als Botschafter der Oberlausitz umher. Musiktheater, Ballettaufführungen, Chorprogramme, klassische Konzerte und musikalische Märchen gehören zum Repertoire. Alljährlich im Januar wird der Brauch der sorbischen Vogelhochzeit für Kinder und Erwachsene neu inszeniert. Am Lauenturm in Bautzen hat das Ensemble sein Stammdomizil, zu dem auch die sanierte Röhrscheidt-Bastei gehört. Auf Anfragen sind Führungen durchs Haus möglich. Das Deutsch-Sorbische Volkstheater in Bautzen pflegt vor allem die Sprache der slawischen Minderheit auf der Bühne. Sowohl im Haupthaus als auch

Weltberühmt – das Sorbische National-Ensemble

Herausragend – das Sorbische Museum

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im Burgtheater werden sorbische Inszenierungen gezeigt. Die Ortenburg ist zudem alljährlich Kulisse für den Bautzener Theatersommer. 2020 wird das Stück „Holmes und das Biest von Bautzen“ Premiere haben.

Stadtrundgang durch die Altstadtgassen

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Ortenburg prägt die Silhouette der Stadt Im früheren Salzhaus auf der Ortenburg hat sich das Sorbische Museum eingerichtet. Auf drei Etagen und knapp 1.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche gibt es Einblick in Geschichte, Volkskunst, Trachten, Bräuche, Literatur und bildende Kunst der Sorben. Für den Rundgang steht auch ein AudioGuide zur Verfügung – mit Versionen für Kinder und Erwachsene in verschiedenen Sprachen.

Die Ortenburg auf dem Granitfelsen über der Spree prägt die Silhouette der Stadt ebenso wie Alte Wasserkunst und Michaeliskirche. Das Gotteshaus entstand einst zum Dank für die Rettung vor den belagernden Hussiten und dient den evangelischen Sorben des Bautzener Umlandes heute als Pfarrkirche. Die katholische Liebfrauenkirche unweit des Reichenturmes ist jedes Jahr zum Ostersonntag Startpunkt für eine feierliche Prozession, bei der Osterreiter die Botschaft von der Auferstehung Jesu Christi in die benachbarte Pfarrgemeinde tragen. Empfehlungen für einen Stadtrundgang auf den Spuren der Sorben in Bautzen können sich Gäste auch per App oder am heimischen Computer unter www.sorben-erleben.de holen. Oder man besucht erst einmal die Sorbische Kulturinformation am Postplatz (s. S. 55). Tipps & Termine: E 29. Mai bis 1. Juni: 1018. Bautzener Frühling E 25. Juni bis 2. August: 25. Bautzener Theatersom-mer E 4. bis 30. August: 15. Bautzener Senfwochen E 28. bis 30. August: Altstadtfestival „Wasser, Kunst, Licht“ E 27. November bis 22. Dezember: 637. Bautzener Wenzelsmarkt, Deutschlands ältester Weihnachtsmarkt Herzlich willkommen – Witajće k nam in Bautzen/Budyšin!

Tourist-Information Bautzen-Budyšin Hauptmarkt 1 02625 Bautzen D/3 Tel. +49 3591 42016 touristinfo@bautzen.de www.tourismus-bautzen.de


Mitglieder der Sorbischen Volkstanzgruppe Schmerlitz

Herausgepickt: Die Sorben E Im Freistaat Sachsen sowie im benachbarten Brandenburg liegt die Heimat des kleinsten slawischen Volkes, der Sorben. E Sorbische Stämme wanderten ab dem 7. Jahrhundert in die Region ein. E Heute leben etwa 60.000 Sorben in der Ober- und Niederlausitz. E Sorbisch ist eine eigene westslawische Sprache. E Obersorbisch klingt wie Slowakisch oder Tschechisch. E Niedersorbisch ähnelt der polnischen Sprache. E Alle Sorben sind deutsche Staatsbürger und sprechen daher selbstverständlich auch Deutsch. E Die Sprache ist das wesentlichste Merkmal, an denen Sorben zu erkennen sind. Trachten werden inzwischen nur zu Festtagen und kaum noch im Alltag getragen.

Die Sorben und ihre reiche Kultur Sorbische Legende um Krabat ist in der Oberlausitz präsent

Schwarze Mühle und Krabat-Radwanderweg Alljährlich seit 2012 lebt die Krabat-Sage bei einem fiktiven Bühnenspektakel in Schwarzkollm wieder auf. Faszinierende Kulisse dafür ist der Hof der Krabat-Mühle. Mit Mühlenturm, historischer Technik, Wasserrad und originalen Requisiten aus dem Kinofilm „Krabat“ ist sie komplett neu entstanden. Damit lässt sich die Mystik des legendären Ortes recht gut nachvollziehen, an dem der Schwarze Müller seine zwölf Burschen in Raben verwandelte. Gleich hinter dem Erlebnishof mit Mühle, Gesindehaus, Schauwerkstatt und Scheune beginnt der Krabat-Erlebnispfad. Entlang des Weges sind verschiedene Szenen aus der Sage dargestellt.

Ralbitz mit weißen Kreuzen auf allen Gräbern (Routenbeschreibung: www.radwandern-oberlausitz.de).

Szene aus dem Computerspiel

Sorbische Souvenirs Wer mehr über Krabat und die Sorben erfahren will, wird in der Smolerschen Buchhandlung fündig. Auch die Sorbische Kulturinformation bietet eine beachtliche Vielfalt an Souvenirs, Informationsliteratur, Kunsthandwerklichem, sorbischen Ostereiern, CD’s, DVD’s und wechselnde Ausstellungen. Ein Blick durch eine Virtual Reality-Brille vermittelt das Gefühl, bei Folklorefesten und sorbischen Bräuchen direkt dabei zu sein. Lesen Sie auch die Seiten 54, 56, 62ff, 84. Tipps & Termine: E 7. und 8. März: Sorbischer Ostereiermarkt im Haus der Sorben E Hans-Jürgen Schröter aus Wittichenau hat sich mit dem wahren Leben von Krabat alias Johann von Schadowitz beschäftigt. Ergebnisse stellt er 2020 bei Vorträgen in der Sorbischen Kulturinformation in Bautzen vor.

Krabat und der Schwarze Müller Schwarzkollm liegt selbstverständlich auch am Krabat-Radweg, der durch das Siedlungsgebiet der katholischen Sorben führt. Auf der gut 90 Kilometer langen Strecke kann man nicht nur den Spuren des legendären Zauberlehrlings folgen, sondern auch Naturschönheiten und Sehenswürdigkeiten bewundern, darunter das Zisterzienserinnenkloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau oder den Friedhof in

Sorbische Kulturinformation/ Serbska kulturna informacija Postplatz 2, 02625 Budyšin/ Bautzen Tel. +49 3591 42105 ski.sorben.com, stiftung.sorben.com www.sorben-tourismus.com Smoler’sche Verlagsbuchhandlung/ Smolerjec kniharnja Tuchmacherstr. 27, 02625 Bautzen www.domowinaverlag.de

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Ob als Stoff für Bücher, Kinofilm, Theaterstücke oder Computerspiel: Krabat wirkt offensichtlich inspirierend. Tatsächlich ist seine Geschichte die bekannteste im reichen Sagenschatz der Sorben. Der Waisenjunge zog mit 14 Jahren aus, um zu betteln. Von Eutrich, wo er aufgewachsen war, kam er nach Schwarzkollm. Dort traf Krabat den Schwarzen Müller, der ihm das Zaubern lehrte. Die magischen Kräfte soll der sorbische Faust später zugunsten der Menschen eingesetzt haben. Er habe den Wind aufhalten können, damit die Saat nicht austrocknet, erzählt man über ihn. Ganz modern präsentiert sich die bekannteste sorbische Sage in Form einer digitalen Entdeckungsreise. Unter dem Titel „Krabat und das Geheimnis des Wendenkönigs” kam 2015 ein Computerspiel heraus, das längst auch als Version für Smartphone und Tablet erschien. Das mobile Videospiel gibt es auf Sorbisch, Deutsch und Englisch. Es lässt sich in den bekannten Onlinestores herunterladen.

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Bautzen

Wirtin serviert in Tracht Das „Wjelbik“ vereint sorbische Traditionen und ausgezeichnetes Essen Gutes Management brauchen Monika und Thomas Lukasch, die das Restaurant „Wjelbik“ in Bautzen führen. Das junge Paar bekam 2019 zum zweiten Mal Nachwuchs. „Wir haben nun noch eine Tochter“, berichtet die stolze Mutter. Lucia heißt das kleine Mädchen, das zusammen mit seiner Schwester Matilda trotz regen Geschäftsbetriebs gut betreut werden will. Eine lange Pause hat sich Monika Lukasch nach der Geburt des jüngsten Kindes jedenfalls nicht gegönnt. „Ich bin rasch wieder voll eingestiegen.“ Die Wirtin erscheint in sorbischer Tracht, wenn sie Gäste bedient. Das kommt nicht von ungefähr, denn sie ist wie ihr Mann in einer sorbischen Familie aufgewachsen. Von Monikas Eltern übernahmen die beiden vor einigen Jahren auch das „Wjelbik“. Während sie das Restaurant leitet, ist er der Chef in der Küche. Dort zaubert er variantenreiche Gerichte aus erlesenen Zutaten, die er möglichst aus der Region bezieht und je nach Saison auswählt.

„Im Herbst kommen viele Gäste während der Lausitzer Fischwochen gezielt zu uns“, erzählt Monika Lukasch. Alljährlich beteiligt sich das Restaurant an der regionalen Aktion. Speisen mit Karpfen und anderen Leckerbissen aus heimischen Gewässern stehen dann verstärkt auf der Karte. Ein weiterer Renner ist das Martinsgans-Essen im November. Sorbische Spezialitäten ergänzen das kulinarische Angebot, etwa das sorbische Hochzeitsmenü. Slow Food Deutschland hat das Engagement von Familie Lukasch längst belohnt, indem die Organisation das „Wjelbik“ in seinen Genussführer aufnahm. Der Name des Restaurants ist das sorbische Wort für Gewölbe – passend für den tonnenförmigen Raum, in dem die stilvolle Gaststätte eingerichtet ist. Wer zum genussvollen Essen eine Unterkunft in Bautzen sucht, kann sich im „Dom-Eck“ einquartieren. Stefan Mahling, der Vater von Monika Lukasch, führt das nur wenige Schritte vom „Wjelbik" entfernte Hotel. Sorbisches Restaurant „Wjelbik” Kornstraße 7, 02625 Bautzen-Budyšin D/3 Tel. +49 3591 42060 info@wjelbik.de, www.wjelbik.de

Monika und Thomas Lukasch mit den Kindern Matilda und Lucia.

Sorbisches Hotel „Dom-Eck“ Breitengasse 2 Tel. +49 3591 501330

„Schön, dass Sie hier sind!“

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Das Best Western Plus Hotel punktet mit Familienservice und Toplage Mama und Papa schlendern entspannt ins Hotel. Ihre Schützlinge Maja und Tim stürmen schon mal die Rezeption. Hier gibt’s erstmal einen speziellen Kinder-Check-In mit Rätselheft, Anmeldeschein und Überraschungsgeschenk. Die Begrüßung der Eltern fällt ebenso herzlich aus. Am Empfang folgt ein kleiner Plausch: „Schön, dass Sie wieder hier sind!“ Zwar herrscht im angesagten Best Western Plus Hotel Bautzen immer Betrieb, doch hektisch wird es nie. Ob aufgeweckte Kids, Familien, Einzelgäste oder Dienstreisende – hier kommt sich niemand in die Quere. Die legere Atmosphäre kann jeder spüren. „Wir betreuen unsere Gäste individuell. Freundlichkeit ist für uns das A und O“, so eine der zuvorkommenden Mitarbeiterinnen, die für die Herzenswärme im ganzen Hotel steht. Das eignet sich nämlich bestens zum Erkunden der 1.000-jährigen Altstadt. Alle Hotspots liegen nur einen Steinwurf entfernt. Die Fußgängerzone mit

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schönen Cafés und Geschäften beginnt direkt am komfortablen Vier-Sterne-Haus. Nicht nur Familien fühlen sich hier wohl. Radtouristen schätzen „Garagen“ und Service für ihre Bikes, Aktive Fitnessraum und Wellnessbereich. Das Best Western Plus ist idealer Startpunkt für Ausflüge in die Region, u. a. nach Dresden, Görlitz oder ins Zittauer Gebirge. Ein besonderer Magnet für Groß und Klein ist der faszinierende Saurierpark Kleinwelka, der nur ein paar Autominuten entfernt liegt. Das Hotel hat dafür mit dem Angebot „Lust auf Familie“ ein spezi-

elles Ausflugspaket geschnürt. Dies beinhaltet eine Urzeitreise zu Dinos & Co. nebst „Marschverpflegung“. Für 2 Übernachtungen mit Frühstück, inklusive einer Familieneintrittskarte und Picknicktasche, zahlen Familien (2 Erwachsene, 2 Kinder bis max. 13 Jahre) nur 252 Euro. Alleinreisende Eltern erhalten mit ihren Kindern einen Sonderpreis. Tipps: E 157 Komfortzimmer und Suiten E Caterings und vielfältige Tagungsmöglichkeiten Best Western Plus Hotel Bautzen Obotritia Hotel Bautzen Betriebsgesellschaft mbH Wendischer Graben 20, 02625 Bautzen D/3 Tel. +49 3591 4920 info@bwbautzen.de www.bwbautzen.de


Bautzen

„Roter Abt” im stillen, romantischen Biergarten Im „Mönchshof“ wird zünftig getafelt und Historie lebendig

Die Köche beherrschen ihr Handwerk. Kellner kommen als Mägde, Knechte und Mönche daher, reichen als Speisekarte einen „Lehensbrief”. Die Gerichte bereiten die Köche teils nach originalen mittelalterlichen Rezepturen zu, u. a. aus dem Kloster Tegernsee. Die Küche setzt in Bautzen kulinarische Maßstäbe. Bei „Fillte Junghenner Bartolomeo“ (gefülltes Huhn nach Art des päpstlichen Hofkochs um 1560) oder Höfischem Hirschbraten mit Apfelrotkohl bleiben keine Wünsche offen. Speziell für den „Mönchshof“ setzt das Bautzener Brauhaus ein eigenes unfiltriertes Pilsener an.

Tipps: E Stadtrundgang mit Mönch „Eusebius“ (Di. und Do.) vom „Mönchshof“ aus. Ca. 1,5 Stunden Zeitreise durchs Mittelalter: Geschichten um Glaube und Aberglaube, Liebe und Hass sowie über die Historie des altehrwürdigen Bautzen E Führung mit „Meister Hans“ (Bautzener Scharfrichter) Historisches Gasthaus Mönchshof Burglehn 1, 02625 Bautzen C/3 Ruf aus der Ferne: +49 3591 490141 info@moenchshof.de www.moenchshof.de

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Über uns mächtige Gewölbe aus Stein, vor uns Spielleute, die auf ihrem Dudelsack musizieren. Ausgestellte Krüge und Trinkbecher von anno dazumal, dazu der urige Kamin im Gastraum: Im „Mönchshof“ wird nicht nur Historie lebendig. Die ganze Schänke wirkt wie ein Relikt aus dem Mittelalter. Der Biergarten ist vielleicht der romantischste im 1.000-jährigen Bautzen. Lauschiger kann man in der Stadt kaum sitzen, nicht nur in lauen Sommernächten. Am Horizont sind die Ausläufer des Oberlausitzer Berglandes zu sehen, unten rauscht hörbar die Spree. Über den Köpfen der Gäste gedeihen Trauben, die später zum eigenen Hauswein verarbeitet werden.

Die Hausmarke „Roter Abt“ fließt wunderbar süffig durch die Kehlen. Zu alledem gibt es Mittelalter-Infos – immer dargereicht mit Augenzwinkern. „Viele haben falsche Vorstellungen von dieser Zeit. Messer im Tisch oder Gänsekeulen im Raum verteilt: Dekadente Gelage waren nicht die Regel“, weiß Gerald Friese, einer der Chefs des Hauses, zu berichten. Manieren hatte man schließlich auch schon im Mittelalter. „Außerdem war Essen zu wertvoll, als dass man es verschwendet hätte.“ Gäste entdecken in den Räumen originelle Skulpturen und Reliefs. „Das ist wiederum Gegenwartskunst und nicht historisch“, verrät eine hübsche Magd, während sie „Bautzener Senffleisch“ serviert. Die witzigen Figuren (Bild links) stammen vom 93-Jährigen Vater des Chefs, Manfred Friese. Der ist echter Lokalpatriot, kennt Anekdoten und Geschichten und empfiehlt jedem, bei einem Besuch länger in Bautzen zu bleiben. Regelmäßig steigen im Mönchshof Mittelalter-Spektakel und Feten. Gerald Friese: „Gebete und Frömmigkeit schön und gut – doch man hat auch früher schon gefeiert.“

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Kleinwelka • Grubschütz

Reise in die Zeit der Giganten Besuch im Saurierpark Jedes Jahr von April bis Ende Oktober erwachen bei Bautzen die Urzeitriesen wieder zum Leben. Der Saurierpark ist mit seinen über 200 Sauriern der bekannteste seiner Art in Deutschland. Mit seiner urwaldartigen Pflanzenwelt bietet der Park selbst eine einzigartige Kulisse für die Nachbildungen der ausgestorbenen Urzeitriesen, die hier für die Besucher noch einmal lebendig zu werden scheinen. Die urzeitliche Reise in die Welt der Dinosaurier beginnt schon beim Betreten des Eingangsportals Mitoseum. Das einzigartige Bauwerk ist dem Prozess der Mitose – der Zellteilung – nachempfunden und stellt somit den Ursprung allen Lebens dar. Ins-

Auf eine „Reise zum Ursprung des Lebens“ führt „Lavaris“ bis zu 540 Millionen Jahre in die Vergangenheit.

gesamt besteht diese eindrucksvolle Konstruktion aus 463 Folienkissen, die eine Gesamtoberfläche von ca. 2.300 m² bilden. Direkt an das beeindruckende Mitoseum schließt sich „Lavaris“, das neue Erlebnisareal im Saurierpark, an. Dort tauchen die Besucher in eine Art Uratmosphäre ein, in jene Zeit, als Vulkane, Meteoriteneinschläge und atmosphärische Entladungen das Bild auf der Erde prägten. Dampf, brodelnde und farblich außergewöhnliche Tümpel vermitteln ein Bild der Zeit vor rund 540 Millionen Jahren. Herzstück von Lavaris ist der mit 12 Metern Höhe, 28 Metern Breite und 55 Metern Länge wahrlich imposante Vulkan. Um ihn herum schlängelt sich ein Weg mit einer lavaähnlichen Oberfläche, in der unter anderem Fossilienabdrücke zu entdecken sind. Auf dem Weg werden die Besucher auf einer Art Zeitstrahl, unter anderem vorbei an einem versteinerten Wald und den beiden furchteinBrachiosaurus (15 Meter hoch) und Diplodocus (30 Meter lang) flößenden Dimetrodon-Reptili-

en aus dem frühen Perm bis hin zum Jura mit seinen beeindruckenden Giganten geführt. Zum Themengebiet passende Spiel- und Aktionsgeräte sorgen schon zu Beginn für erste tolle Erlebnisse. Doch nicht nur Dinofreunde kommen voll auf ihre Kosten. Im Saurierpark kann man klettern, rutschen und vieles mehr: Unterhaltsame Erlebnisstationen, eine ganz und gar nicht urzeitliche Gastronomie sowie aufregende Spielwelten lassen den Besuch im Saurierpark zu einem unvergesslichen Erlebnis für die ganze Familie werden. Siehe auch S. 10-11 und Rückseite! Tipps: E Eintrittspreise: s. www.saurierpark.de E Parken: 800 Stellplätze stehen zur Verfügung E Angebote für Gruppen Saurierpark Saurierpark 1 OT Kleinwelka, 02625 Bautzen Tel. +49 35935 3036 C/3 info@saurierpark.de www.saurierpark.de www.facebook.com/saurierpark Öffnungszeiten: 1.4. bis 1.11. 2020 Im Juli und August können alle Forscher den Park sogar bis 19 Uhr erkunden.

Sorbische Gastlichkeit genießen

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Herzlich willkommen! Witajće k nam! Nur zwei Kilometer von Bautzen, dem Zentrum der Sorben, liegt Grubschütz im Tal der Spree. Es ist ein Tor zum Oberlausitzer Bergland. Zwei familiengeführte Häuser befinden sich wenige Meter von einander entfernt: das Landhotel, ein Vierseitgehöft mit 17 Zimmern in ländlicher Ruhe, und die traditionsreiche Gaststätte „Spreetal”. Dort laden die Gaststube und der angrenzende Saal seit fast 100 Jahren zum Speisen und Feiern ein. Besonderes Augenmerk legt Familie Haidan auf regionale sächsisch-sorbische Küche. Rohstoffe dafür liefern Bauern und Produzenten aus der Region.

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reichend vorhanden E W-LAN in beiden Häusern E Empfehlung an trüben Tagen: die Kräutersauna E Partner der Lausitzer Fischwochen

Tipps: E direkt am Spreeradweg und am sächsischen Pilgerweg gelegen E Restaurant: 50 Plätze, Ballsaal: 250 Plätze E Parkmöglichkeiten sind aus-

Landhotel & Spreetal Grubschütz Techritzer Straße 2, 02692 Grubschütz C/3 Fam. Haidan, Tel. +49 3591 270409 info@landhotel-grubschuetz.de www.landhotel-grubschuetz.de www.kraeutersauna-grubschuetz.de


Geheimtipp unter Campern

Idylle am Bautzener Stausee „Für uns immer wieder einer der schönsten Plätze in Deutschland: eine sehr gepflegte, wunderschöne Parkanlage, ein gut durchdachter, camperfreundlicher Sanitärblock und stets freundliche, hilfsbereite Damen an der Rezeption.“ – so ein Eintrag im Gästebuch von Campern aus Essen. Die großen Stellplätze und die Ferienhäuschen liegen auf kleinen Anhöhen, verbergen sich hinter Hecken oder in romantischen Nischen. Es gibt viel Privatsphäre, kein „Remmidemmi”, man kann mit den Nachbarn ins Gespräch kommen, aber auch für sich bleiben. Durch die zentrale Lage in der schönen Oberlausitz erkunden Sie die Heide- und Teichlandschaft mühelos mit dem Fahrrad oder entdecken beim Wandern im Lausitzer Bergland die vielen Gipfel mit interessanten Türmen und Ausblicken. Mit Auto, Bus und Bahn können Sie in alle Himmelsrichtungen ausschwär-

Bautzen • Göda men. Dresden, die Sächsische Schweiz, das Zittauer Gebirge, Görlitz, Bad Muskau, ja sogar Breslau sind in guter Zeit zu erreichen. Und wenn Sie mal nichts Besonderes unternehmen wollen, genießen Sie die Sonne und den Badestrand. Ein Zwischenstopp auf Fernreisen ist für viele Camper schon ein Muss geworden. Sie kehren immer wieder gerne hier ein. Durch die zentrale verkehrsgünstige Lage finden viele Gäste aus fernen Ländern den Weg hierher und lernen einen Hauch der Oberlausitz mit wunderbarer Natur und freundlichen Menschen kennen und schätzen. Seit über 12 Jahren bemüht sich das Team um Birgit Haubner darum, dass Gäste sich rundum wohlfühlen, die schöne Anlage weiterempfehlen und selbst auch gerne wiederkommen. Überzeugen Sie sich selbst und kommen zu uns. Eine Übernachtung in unseren verschiedenen Häuschen, in ihrem eigenen Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil verspricht Erholung pur.

Das moderne Sanitärgebäude

Tipps: E 94 Caravan-Wohnmobil- und 50 Zeltstellplätze E Radler willkommen: Spreeradweg direkt am Campingplatz E Radverleih E Minigolf, Kletterpark, Bootsanleger am Badestrand

Die Ferienhäuschen in nordischem Stil

Natur- und Abenteuercamping Stausee Bautzen Nimschützer Straße 41 02625 Bautzen D/3 Tel. +49 3591 271267 camping-bautzen@web.de www.camping-bautzen.de

Bei guten Freunden zu Gast eine große Glasscheibe in einen imposanten Saal mit Bühne und Tanzfläche, wie er heute Seltenheitswert hat. Bis zu 400 Gäste können bewirtet werden. „Fast jedes Wochenende wird hier gefeiert”, erzählt die fürs Marketing zuständige Tochter Lisa Reichelt. „Sorbische, polnische und russische Hochzeiten – wir hatten schon viele rauschende Feste.“ Und wer genug gefeiert hat, der darf sich in der Ferienwohnung oder einem der sechs Gästezimmer im Nebengebäude ausruhen.

„Zum Hirsch“ – DIE Adresse für Radler und Wanderer mit einem der schönsten Biergärten der Region

Biergarten mit großer Wiese litäten, die dem Namen der Location alle Ehre machen, zählen Gerichte aus selbst erlegtem Wild. Kinder müssen nicht artig am Tisch sitzen bleiben. Die Festwiese hinter dem Haus, mit Sandkasten sowie dem Damwildgehege, welches „Renndolf“ – der Platzhirsch – am 6. Oktober 2019 bezogen hat, lädt zum Spielen und Entdecken ein. Wer im hell und modern möblierten Restaurant inklusive Kamin Platz nimmt, dessen Blick fällt durch

Tipps & Termine: E in der Nähe des Saurierparks E ausreichende Parkplätze für Pkw und Bus E Damwildgehege Restaurant, Veranstaltungshaus & Pension „Zum Hirsch” Dresdener Straße 5, 02633 Göda C/3 Tel. +49 35930 29611 Whats App +49 173 8835294 info@hirsch-goeda.de, www.hirsch-goeda.de

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Gemütlich und entspannt – wie bei Freunden sollen sich die Gäste fühlen, die im Restaurant, Veranstaltungshaus & Pension „Zum Hirsch“ einkehren, feiern, übernachten bzw. kurz Rast auf ihrer Radoder Wandertour einlegen. Das traditionsreiche Haus, das Familie Reichelt erworben und 2004 wiedereröffnet hat, ist zentral und doch ländlich gelegen. Direkt davor verläuft der Radweg (im Bild oben) zwischen Bautzen und Bischofswerda, auch der Pilgerweg führt direkt vorbei. Ein lauschiger Sonnengarten auf der ruhigen Seite des Hauses lädt ein, etwas Kleines zu essen und den Durst zu löschen. Wer größeren Appetit mitbringt, wird ebenfalls fündig. Hier kocht der Chef noch selbst! Zu den Spezia-


Wartha

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft Das UNESCO Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft Die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ist eines der schönsten und artenreichsten Gebiete Deutschlands. Sie beherbergt über 1.000 angelegte Gewässer. Wie vor 500 Jahren dienen die Teiche heute noch der Fischzucht. Die Teichlausitz ist auch Station und Brutstätte für Tausende von Zugvögeln und Heimat für viele, zum Teil bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Hier findet man u. a. Moorveilchen, Sonnentau und Glockenheide, Fischotter, Weißstorch und Eisvogel, kann mit etwas Glück Seeadler auf einem Rundweg beobachten oder auf den Spuren der wieder eingewanderten Wölfe wandeln. Ein Teil des Gebietes wurde 1996 zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt.

Die Ranger Yannik Otto (links) und Mario Trampenau (rechts) betrachten die Gottesanbeterin

Am „Ort des Lebens”

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Abenteuer Natur: Mit zwei Rangern unterwegs im Biosphärenreservat Grünes Shirt, dunkle Outdoorhose und ein strahlendes Lachen: So stehen Mario Trampenau und Yannik Otto Punkt zehn Uhr vorm HAUS DER TAUSEND TEICHE. Sie sind zwei von sechs Rangern im UNESCO-Biosphärenreservat Oberlausitzer Heideund Teichlandschaft. Jeder hat sein Spezialgebiet und ein viel größeres Aufgabenspektrum als nur Gästebetreuung. Doch in den nächsten zwei Stunden sind sie nur für uns da. Gut, dass es die Experten gibt. Denn bei rund 3.500 Tier- und ca. 1.100 Pflanzenarten könnte man schnell den Überblick verlieren. Der Begriff „Biosphäre” stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet sinngemäß „belebter Teil der Erde”. Im einzigen Biosphärenreservat Sachsens erleben Besucher intakte Natur, durch die verschlungene Wanderpfade, aber auch tolle Radwege führen. Schon vorm Start schlängelt sich eine Blindschleiche über den Weg. „Ohne fachkundige Begleitung hätten wir die gar nicht erkannt“, gibt ein Dresdner zu. Dann geht es hinein ins Schutzgebiet. Eine Heidelandschaft sticht gleich ins Auge. Im Spätsommer blüht sie herrlich violett. Überraschung Nummer zwei: Wir bekommen eine Europäische Gottesanbeterin zu Gesicht. Seit 2014 ist diese Schreckenart im Gebiet heimisch. Ein Südwind brachte sie aus Italien in unsere Gefilde. Die Männchen können sogar fliegen. Uns wird schnell klar: Ohne die geübten Blicke der Experten Mario und Yannik kämen wir den Insekten nie so nahe. Dann schwingt Mario Trampenau seinen Kescher. Sekunden später hält er eine Blauflügelige Ödlandschrecke in der Hand. Wir sind genauso fasziniert wie der Ranger. Insekten könne er gar nicht nah genug kommen.

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„Ihr seht, bei uns ist jeder Tag anders, voll mit Überraschungen und neuen Herausforderungen“, sagt Yannik Otto, der Vogelkundler unter den Rangern. Neben 10 bis 15 Besuchertouren im Jahr hat er ein vielfältiges Tätigkeitsfeld. Immerhin ist das Biosphärenreservat über 30.000 Hektar groß. Zu den Aufgaben der Ranger zählen u. a. Gebietskontrollen, aber auch die Versorgung verletzter Wildtie-

Mit geübtem Blick ist sie im Heidekraut auszumachen – die Europäische Gottesanbeterin.

re in Kooperation mit Veterinären und Tierparks. „Seeadler, die sich bei Revierkämpfen verletzten, sind keine Seltenheit. Im Schutzgebiet leben heute 27 Brutpaare“, so Yannik Otto. Wer einmal da war, der kommt wieder Während Yannik noch von Höckerschwänen und Schwarzstörchen berichtet, bringt Mario wieder Insekten ins Spiel: „Sie sind für mich die wahren Herrscher der Erde.“ Die Tierchen seien u. a. wichtige Pflanzenbestäuber und Nahrung für Vögel. Überhaupt hänge in der Natur alles mit allem zusammen – dies könne jeder im Biosphärenreservat beobachten. Auch eine alte Rinderrasse, die in einer anderen Ecke des Schutzgebiets weidet, sei dafür Beleg. Über deren Hinterlassenschaften würden schon bald Insekten schwirren, die wiederum Nahrung für Vögel sind. Es ist einer der Kreisläufe der Natur, die man bei einer Runde durchs Reservat besser begreift. Ranger Mario: „Wer zum ersten Mal da ist, den überrascht die Vielfalt unserer Teichlausitz. Und wer einmal da war, der kommt immer wieder!“

Mehr Informationen: www.biosphaerenreservat-oberlausitz.de

Unverhoffte Begegnung: Liegt da ein Wolf? Die Ranger klären schnell auf. Es ist ein entlaufener Hund, dem es nicht gut geht. Ein Eimer mit Trinkwasser hilft, dann telefonieren die Ranger und nach einer Stunde haben sie den Besitzer ermittelt.

Staatsbetrieb Sachsenforst Biosphärenreservatsverwaltung Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft OT Wartha, Warthaer Dorfstraße 29, 02694 Malschwitz Tel. +49 35932 3650 D/2-3 BROHT.poststelle@smul.sachsen.de


Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Wartha

Bei jedem Wetter ein Genuss! Überraschende Einblicke ins HAUS DER TAUSEND TEICHE und Naturerlebnisse ringsum Fischer Klaus (Bild rechts) ist ein bodenständiger Typ mit Gummistiefeln und Mütze. Sympathisch lächelnd empfängt er Besucher des Biosphärenreservats Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, die sich die Ausstellung im Besucherinformationszentrum „HAUS DER TAUSEND TEICHE“ anschauen. Wenn er auch nicht persönlich, sondern nur auf dem Foto erscheint – lädt er zu spannenden Erkundungen ein. Fische spielen die Hauptrolle So führt der Rundgang u. a. durch ein Labor, wo Mikroskope geheimnisvolle Einblicke in die Flora und Fauna erlauben, in eine Schauküche mit Karpfenrezepten aus aller Welt sowie zu einem riesigen Schauaquarium, das Einblicke in die Unterwasserwelt der Teiche bietet. Fischer Klaus (o.); in der Karpfenküche erklärt ein Koch auf dem Bildschirm die Zubereitung von „Karpfen Blau” (r.). Tipps & Termine: E Vor dem Besuch lohnt die 360-Grad-Panorama-Tour auf www.haus-dertausend-teiche.de E Wassererlebnisgelände mit Pumpstation, Wasserschöpfrad und Sandspielplatz E Bistro E Froschrad- und Seeadlerrundweg führen direkt am Haus vorbei E ÖPNV Anbindung: Bus (Linie 106) und Bahn (RB 64) E 25. 4. und 12. 9: Naturmärkte

Immer wieder begegnen die Besucher in der mulVor dem HAUS DER TAUSEND TEICHE liegt das timedialen Ausstellung, die sich der Teichwirtschaft Wasserlabyrinth, wo sich Teich an Teich reiht. Auf und vor allem der Aufzucht von Karpfen widmet, dem Naturerlebnispfad entlang der Guttauer Teiche dem Fischer und werden zum Mitmachen und Aus- und des Olbasees können Spaziergänger die Hektik probieren angeregt. Beispielsweise, wenn ein Schie- des Alltags eine Zeitlang vergessen und Tiere, die ber hochzuziehen ist, um das Wasser aus einem man nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt, entFischteich abzulassen. Durch animierte Bilder und decken – seltene Libellen, verschiedene FroscharErläuterungen von Fischer Klaus fühlt man sich wie ten oder Vögel… Unterwegs warten Mitmach-Stabeim traditionellen Abfischen während der Lausitzer tionen, Aussichtspunkte und Beobachtungstürme. Fischwochen® im Herbst. Umweltbildung, die Spaß macht: familienfreundBesucher kommen in der barrierefreien Ausstel- lich, unterhaltsam, witzig! lung typischen Vertretern der Tierwelt des Biosphärenreservats ziemlich nahe. Sie begegnen zumindest den Präparaten von Kranich, Fischotter, Ringelnatter, Rohrdommel, Hecht, Karpfen, Seeadler, Kormoran oder dem Wolf. Das zur Fischaufzucht genutzte Teichgebiet ist Lebensraum für diese seltenen Tierarten, zugleich aber auch, so erfahren sie, ein internationaler Rastplatz für tauRöhrrichtsteg am Langteich auf dem Naturlehrpfad sende Zugvögel.

HAUS DER TAUSEND TEICHE Warthaer Dorfstraße 29 D/2-3 02694 Malschwitz OT Wartha Tel. +49 35932 36560 kontakt@haus-der-tausend-teiche.de www.haus-der-tausend-teiche.de Das HAUS DER TAUSEND TEICHE ist von Februar bis Dezember von Dienstag bis Sonntag zwischen 9 und 17 Uhr geöffnet (außer 24.-26. und 31.12.)

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Ein Blick durch das Vergrößerungsglas versetzt Besucher ins Staunen (links). Am Ende der Ausstellung erwartet Gäste ein besonderer Hingucker, ein mit 8.000 Liter Wasser gefülltes Aquarium. Aal, Schleie, Karpfen und viele Fische mehr fühlen sich hier sichtlich wohl (rechts).


Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft

Sorbische Impressionen Wutrobnje witajće! Herzlich willkommen! Eine Radtour durch das sorbische Siedlungsgebiet „ŁUŽICA” nannten slawische Siedler ihre neue Heimat, als sie im 6. Jahrhundert in die Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft einwanderten. Nicht zufällig wählten sie die Bezeichnung für die von Wasser geprägte Gegend. Das Wort bedeutet Sumpf oder Tümpel, und daraus ging schließlich der Name „ŁUŽICA – Lausitz” hervor. Heute ist die Heide- und Teichlandschaft eines der größten wirtschaftlich genutzten Teichgebiete in Deutschland. Die meisten Orte sind aus slawischen Siedlungen hervorgegan-

Land führend, ist die Tour besonders für Familien mit Kindern und Junggebliebene geeignet, wenn sie auf zwei bis drei Tage verteilt wird. Unterkunft bieten die Biosphärenreservats-Partner. Entlang der Teiche Starten wir in Wartha am HAUS DER TAUSEND TEICHE (s. S. 61). Hier beginnt der rund 8 Kilometer lange Naturerlebnispfad Guttauer Teiche. Über 30 Stationen, die zum Klettern, Spielen, Schauen,

Auf einer Spur alter Industriekultur Wer in Quatitz vom Radweg rechts abbiegt, der erreicht Großdubrau. Schon weithin ist der Ort erkennbar durch den Wasserturm. Vor 150 Jahren entstand dort die „Margarethenhütte”, die als älteste Porzellanfabrik Deutschlands Hochspannungsisolatoren herstellte. Heute ist diese Fabrik als technisches Museum zu besichtigen (www.museum-mhuette.de). Ein Stück weiter in nördlicher Richtung liegt Crosta, dort befindet sich der berühmte Badesee „Blaue Adria”, der seinen Namen dem azurblauen Wasser der ehemaligen Kaolingrube verdankt.

Sorbische Volkstanzgruppe Schmerlitz e.V. gen. Jahrhundertelang haben die Sorben ihre nationalen Eigenheiten bewahrt. Auf dem Radweg „Sorbische Impressionen” lässt sich vieles davon entdecken. Auf einem Teilstück (ca. 50 Kilometer) geht es durch die Heide- und Teichlandschaft im nördlichen Landkreis Bautzen. Größtenteils über flaches Königswartha Ralbitz Kirche und Friedhof

Eutrich

Schloss und Park

Geburtsort des Krabat

Wegekreuz in Crostwitz

Rosenthal Wallfahrtskirche Marienquelle

HAUS DER TAUSEND TEICHE Schulmuseum

Neschwitz Töpferei Puschwitz

Räckelwitz

Klix

Barockschloss und Park

Kleinholscha Naturschutzstation Vogelschutzpavillon

Crostwitz Panschwitz-Kuckau

Brösa Großdubrau

Quoos Radibor Luga

Kloster St. Marienstern

Luttowitz

Technisches Museum Margaretenhütte

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Kleinwelka Saurierpark Irrgarten

Salga

Olbasee

Wartha Lehrpfad

Guttau

Quatitz Rieseneiche

Darstellung eines Teilstücks vom Radweg „Sorbische Impressionen”

Riechen und Fühlen einladen, erreichen Sie den Olbasee. Ganz in der Nähe befindet sich das Schulmuseum „Korla Awgust Kocor” (www.schulmuseum-wartha.de). Dort erhalten Sie Einblick in den Alltag einer sorbischen Dorfschule vor über 100 Jahren. Der Radweg führt weiter über Malschwitz. Im nahen Niedergurig steht eine Rieseneiche. Sie ist um die 800 Jahre alt, und es wird selbst für eine kleine Menschengruppe schwer, sie zu umfassen. Ihr Stammumfang beträgt rund 9 Meter!

Talsperre Bautzen

Malschwitz

Niedergurig

Bautzen

Sorbisches Museum Bautzen Sorbische Kulturinformation Deutsch-Sorbisches Volkstheater Minigolf Hochseilgarten

Abstecher ins Zentrum sorbischer Kultur Zurück auf dem Radweg, streifen wir den Stausee von Bautzen. Unbedingt zu empfehlen ist ein Abstecher in die Bautzener Innenstadt. Sie zählt zu den schönsten deutschen Städten und ist das Zentrum sorbischer Kultur (s. S. 54f). Wieder auf dem Radwanderweg, wird die Landschaft märchenhafter. In der Umgebung von Radibor fallen kunstvoll gearbeitete und reich verzierte Wegekreuze auf. In der sorbischsprachigen Oberlausitz werden noch heute deren Bräuche, u. a. das Eierverzieren sowie das Osterreiten, gepflegt. Kurz vor Neschwitz geht es dann für Interessierte rechts ab nach Kleinholscha, dort lädt der „Fischereihof” der Naturschutzstation Neschwitz zur Besichtigung ein (www.naturschutz-neschwitz.org). Hier werden Feriencamps und Exkursionen für die ganze Familie angeboten.


Dubrauke • Weißig • Neschwitz

Tipps: E Freibäder: Waldbad Niesendorf und Wittichenau, Spreebad Bautzen E Badeseen: Blaue Adria, Olbasee, Stausee Bautzen Lesen Sie mehr über sorbische Kultur auf den Seiten 54, 55, 56, 66 und 84! Tourist-Informationen L HAUS DER TAUSEND TEICHE Wartha Tel. +49 35932 365-60 L Tourismusbüro Neschwitz Tel. +49 35933 32669 / 386-0 L Stadt- und Tourismusinformation Wittichenau Tel. +49 35725 70338 L Tourist-Information Bautzen-Budyšin Tel. +49 3591 42016 Verein zur Entwicklung der Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft e.V. www.oberlausitz-heide.de

Gastgeber vor Ort: Jugendherberge Neschwitz Viola & Toralf Brade GbR, Kastanienallee 1 C/3 02699 Neschwitz, Tel. +49 35933 30040 info@jugendherberge-neschwitz.de www.jugendherberge-neschwitz.de

Champignon, Shiitake, Reishi und viele andere Pilze, dazu Pilzgranulat und Geschenksets: „Pilzmännchens“ Pilzhof im beschaulichen Dubrauke ist ein wahres Pilz-Paradies. Dort kann man frische Pilze kaufen sowie Pilzzuchtkulturen und Pilzbruten erwerben. Neben einer Beratung können Interessierte auf dem schönen parkähnlichen Firmengelände verweilen und sich an Schaubeeten selbst zum Thema Pilzzucht schlau machen. „Bei unseren Erzeugnissen handelt es sich um hochwertige Bio-Produkte“, so PilzhofChefin Annett Breck. Gut zu wissen: das umfangreiche Komplettangebot an Pilzmännchen Bio Markenprodukten wurde speziell für Hobbypilzzüchter, Hobbygärtner und solche, die es werden wollen, hergestellt und stetig werden neue Hobbypilzzucht-Produkte entwickelt. Wer es einmal probiert, sieht das Ergebnis schon nach kurzer Zeit. „Bereits nach ein bis zwei Wochen wachsen aus den Zuchtkulturen hocharomatische und gesunde Speisepilze. Wer nicht selbst vorbeikommen kann, für den lohnt der Besuch im Onlineshop: www.pilzzuchtshop.eu. Die Idee mit der Pilzzucht kam Annett und Hagen Breck im Urlaub: „Eine Austernpilzfarm hatte es uns angetan.” Ihr Lieblingspilz ist der Kräuterseitling, welcher dem Steinpilz in Geschmack und Konsistenz sehr ähnlich ist. Dieser wird in der

Pfanne mit Butter, Salz und Pfeffer zubereitet und ist ein Hochgenuss. „Genauso einfach wie das Rezept ist die Pilzzucht selbst, mit unseren Pilzmännchen Pilzzuchtkulturen”, lächelt die Lausitzerin. „Wer einmal auf den Geschmack kommt, wird darauf nicht mehr verzichten wollen!“

Pilzhof & Edelpilzzucht Breck GbR Schafbergstr. 31, 02694 Malschwitz/ OT Dubrauke Tel. +49 35932 30184 D/3 info@pilzmaennchen.de www.pilzmaennchen.de, www.pilzzuchtshop.eu

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Herausgepickt: E In Nechern lockt das „MartinNowak-Neumann-Haus” (www.domowina.de): mit dem Atelier des sorbischen Künstlers, seiner originalgetreuen Wohnstube und dem um 1900 betriebenen Laden seiner Familie.

„Bei uns ist immer Pilz-Saison!“

Schlemmen beim Fischmeister Teichwirt Markus Stecher hält die über 100 Jahre alte Tradition lebendig Das grätenfreie Karpfenfilet ist ein Gedicht. Auch die Forelle Müllerin Art mundet sehr. Das Stammpublikum schwört wiederum auf die Fischsuppe des Hauses: Imbiss und Hofladen der Teichwirtschaft Weißig haben sich über die Region hinaus herumgesprochen. Was gut ist, setzt sich eben durch. „In Sachen Fisch bieten wir nur an, was wir selbst produzieren“, sagt Fischer Markus Stecher, der inmitten der Lausitzer Teichlandschaft arbeitet. – Doch sein Job ist kein leichter: Manchmal muss er morgens um drei Uhr raus, um Teiche zu „belüften“ oder um nach dem Rechten zu sehen. „Wir bewirtschaften an die 40 Teiche, ernten jährlich bis zu 75 Tonnen Fisch. Natürlich ist das oft ein Kraftakt“, sagt Markus Ste-

cher, der aus Südtirol stammt und mit seiner Frau Grit Bräuer deren Familientradition aufrecht erhält. Sie arbeitet hauptberuflich als Fachtierärztin für Fische. Ein Jahreshöhepunkt ist das Abfischen im Oktober. Schon kurz nach Sonnenaufgang steht der gebürtige Vinschgauer dann mit Helfern knietief im Teich. Zunächst liegt das große Fangnetz auf deren Schultern, dann klatscht es ins Wasser. „Erst mit dem Abfischen wissen wir, wie sich Hechte, Aal und Co. entwickelten.“ Besucher können dem Spektakel beiwohnen, aber auch Fisch-Delikatessen genießen oder Alphornbläsern lauschen. Die Teichwirtschaft liefert bundesweit. Bestimmten früher Karpfen, Hecht und Schleie die Zucht, so gibt es heute 17 Arten, darunter Aal und Zander. Bei unserem Besuch ist gerade eine Schulklasse zum Projekttag da – eine Offerte, die die Gastgeber noch sympathischer macht. Und was isst der Fischmeister selbst am liebsten: „Karpfen gebraten. Ganz simpel und ganz lecker.“ Na dann: Guten Appetit! Teichwirtschaft Weißig Am Teichhaus 1, 01920 Weißig C/2 Tel. +49 35792 50411 fischmeister@t-online.de, www.teichhaus1.de

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In Neschwitz erwartet Sie ein 1721 errichtetes Barockschloss mit einem der berühmtesten Parks der Oberlausitz. Das Schlossgelände beherbergt einen Konzertsaal, eine ständige Naturausstellung, die Naturschutzstation und den Sitz der Sächsischen Vogelschutzwarte mit einer interaktiven Ausstellung „Neschwitzer Vogelschutzpavillon“ (www.vogelschutzwarte-neschwitz.de). Als Gastgeber vor Ort steht Ihnen die Jugendherberge Neschwitz zur Verfügung (Kontakt s. ganz unten). Weiter führt der Radwanderweg nach Eutrich, dem „Geburtsort von KRABAT”, der bekanntesten sorbischen Sagenfigur. Entlang der großen Pferdekoppeln vor dem Bauernhof Helm und durch Wald und Wiese erreichen Sie nach ca. drei Kilometern Ralbitz. Aufgrund seines Friedhofes mit einheitlichen weißen Kreuzen, die die Gleichheit aller Menschen vor Gott symbolisieren, ist er weithin bekannt. Vorbei an der Marien Wallfahrtskirche in Rosenthal führt Sie der Weg nach Panschwitz-Kuckau ins Zisterzienserinnen-Kloster St. Marienstern (www.marienstern.de). Alle weiteren Informationen zum Feriengebiet finden Sie unter www.oberlausitz-heide.de

Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft


Westlausitz

Auf wertvollen Granit gebaut Radrouten führen zu Stätten der Industriekultur sowie zu Schlössern, Parks und Museen Die sanfte hügellige Landschaft in der Westlausitz macht es Wanderern wie Radfahrern leicht. Perfekter Begleiter ist die Radbroschüre, die thematische Radrouten wie „Kulturroute”, „Produktroute“, „Naturerlebnisroute” oder „Röderradroute” mit Routenkarten zu den Sehenswürdigkeiten vorstellt. Im Jahr der Industriekultur sind viele Interessierte unterwegs, um in der Oberlausitz historische Stätten der Industriekultur aufzuspüren. In der Westlausitz werden sie fündig.

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Woher Sockenhalter und Hosenträger kommen In Großröhrsdorf erzählt das beeindruckende Technische Museum der Bandweberei von seiner 330-jährigen Geschichte. Das sollte jeden interessieren. Wussten Sie, was dort alles hergestellt wurde? Industriebandgurte! Ja, aber auch Hosenträger, Sockenhalter, Taschentücher, Gartenschläuche oder Trabigurte. Im Ort existierten früher 28 Webereien für hunderte Sortimente. Lesen Sie mehr auf S. 68. Wo der Lausitzer Granit gefördert wird Demitz-Thumitz dagegen ist von der Steingewinnung und -verarbeitung geprägt. „Lausitzer Granit“ ist mit dem Ort verbunden. Zahlreiche Steinbrüche (stillgelegte und noch intakte), Handwerksbetriebe, die einzige noch vorhandene Kabelkrananlage Deutschlands sowie die Sächsische Steinmetzschule zeugen davon. Granit vom Klosterberg bei DemitzThumitz wurde für Mauern, Brücken, Treppen, Sockel oder Wegpflaster als robuster Rohstoff im Inland verwendet und ging in die ganze Welt. An Schleusen in Antwerpen, der Fischerbastei in Budapest oder am Berliner Gendarmenmarkt wurde er verarbeitet. Auf der „Granitroute” können Besucher mehr von dieser industriellen Tradition kennenlernen. Sie verbindet markante Stationen im Ort, die Interessenten individuell oder mit fachkundiger Begleitung aufsuchen können.

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Bandwebereimuseum Großröhrsdorf

Radeberger Ausstellung auf Schloss Klippenstein

Historische Szene vom Granitabbau früherer Zeiten Die markanteste Station auf dem Themenweg ist der Eisenbahnviadukt, über den die Bahnlinie von Dresden nach Görlitz führt. Er überspannt auf 230 Metern Länge das Schwarzwassertal. Bis zu 700 Arbeiter wirkten an dem 17 Meter hohen Bauwerk mit. 1846 war die Brücke mit 11 Bögen fertig, hauptsächlich gebaut aus einheimischem Granit. Ein Museum für die ganze Familie Auf Schloss Klippenstein, dem ältesten Bauwerk Radebergs und ohnehin beliebtes Ausflugsziel, lockt

das Museum mit der interaktiven Ausstellung „Industriestadt Radeberg”. Über 500 spannende Exponate sind ausgestellt. Dazu gehört die praktikable Reform-Küche, 1927 auf der Leipziger Messe vorgestellt und ab 1935 in großen Stückzahlen in Radeberg hergestellt. Auch sind Ausstellungsstücke der Glasproduktion, der Fernseh-, Computer- und Medizintechnik sowie der Autoindustrie zu sehen, wo die Stadt einiges zu bieten hatte. Schließlich wurde in der „Bierstadt Radeberg” ja auch 1872 die weltbekannte Brauerei gegründet… Lesen Sie darüber auf Seite 67. Weitere schöne Ausflugsziele Eine ganze Woche reicht nicht, um die Westlausitz zu erradeln. Touren führen außerdem zu imposanten Schlössern und Parks wie nach Seifersdorf, Wachau, Großharthau und Rammenau sowie zur Burg Stolpen. Ziele sind auch kleine Heimatmuseen in Großröhrsdorf, Ohorn oder Pulsnitz sowie die Carl-Lohse-Galerie in Bischofswerda. Auch handwerklichen und kulinarischen Spezialitäten der Westlausitz können Radler auf die Spur kommen. In der Pfefferkuchenstadt Pulsnitz, wo Pfefferküchler das Handwerk pflegen und die vermutlich älteste noch produzierende Blaudruckwerkstatt Deutschlands zu finden ist. In Elstra, Bischofswerda, Pulsnitz bieten Töpfer und in Steina ein Holzkünstler Produkte an. In Rammenau steht die Alte Schmiede zur Besichtigung offen. Zu beliebten Familienausflügen zählen Besuche in Sachsens kleinstem Tierpark in Bischofswerda oder im Pulsnitzer Pfefferkuchen-Museum mit Schauwerkstatt, wo sich jeder als Pfefferküchler ausprobieren kann. Lesen Sie mehr auf den Seiten 65 bis 72!

Touristische Gebietsgemeinschaft Westlausitz e.V. Tel. +49 3528 41961039 post@westlausitz.de, www.westlausitz.de


Großharthau Dass die Oberlausitz einen Kyffhäuser hat, ist einer Adelsfamilie aus Thüringen zu verdanken. Der Fürst zu Schwarzburg-Rudolstadt erwarb im 19. Jahrhundert das Rittergut Großharthau, zu dem schon seit 1503 eine Schänke gehörte. Diese wurde 1900 als „Herrschaftlicher Gasthof zum Kyffhäuser” wiedereröffnet. Damit verwies der Gutsbesitzer auf seine Herkunft, denn das gleichnamige Gebirge lag im Herrschaftsgebiet der Fürstenfamilie.

Hotel

Der wunderschöne Ballsaal – ein beliebter Erlebnisort für Feste von der Hochzeit bis zur Schlagertanznacht

Gipfel der Gastlichkeit Isolde und Anja Russig führen seit 22 Jahren den Kyffhäuser in Großharthau – eine Meisterleistung

Wohlfühlatmosphäre ist das A und O Die Mutter und ihre Tochter sind die Seelen des Hauses. „Wir sind ein klassischer Gasthof mit Gastronomie, Kultur und Übernachtungen unter einem Dach”, sagt Isolde Russig. „Für alle Generationen. Jeder Gast soll sich bei uns wie zu Hause fühlen, und dafür haben wir tolle Mitarbeiter.” Einige sind schon von Anfang an dabei, so richtig mit dem Herzen, sagt die 69-Jährige, während ihre Augen stolz leuchten. Die hervorragende Küche setzt auf sächsisch-regionaltypische und frische Kost. Die 40-jährige Küchenmeisterin Anja Russig und ihr Team zaubern dazu Kreationen in der eigenen Konditorei. Stammgäste aus Dresden, der Oberlausitz und aus ganz Deutschland lassen sich stets aufs Neue vom Einfallsreichtum überraschen und begeistern. Schlagerstars gehen ein und aus Doch im Hause wird man nicht nur gut beköstigt. Zum Wohlfühlambiente gehört auch, richtig Spaß zu haben. Jede Woche singen und tanzen im großen Ballsaal Musikanten auf der Bühne, wie früher in einem großen Kulturhaus. Aus Funk und Fernsehen bekannte Schlagerstars geben sich im Kyffhäuser ein Stelldichein, so Rudy Giovannini, Monika Martin, G. G. Anderson, Anita & Alexandra Hofmann, beliebte Bands wie Jolly Jumper oder Die Grubertaler und viele mehr. Der Oberlausitzer Entertainer Heiko Harig ist Stammkünstler. Es spielen auch Blaskapellen auf. Tanzpartys und Firmenveranstaltungen, Hoch-

herzlich. „Die Zimmer sind sehr schön, komfortabel und zum Wohlfühlen. Das Essen ist nicht nur eine Augenweide, sondern ein Genuss.” In vielen Zuschriften steht extra: „Ein besonderes Dankeschön an Isolde und Anja Russig”.

Isolde und Anja Russig haben viele Erinnerungsfotos, wie mit Rudy Giovannini (links) und von der Rosenmontags-Show mit Heiko Harig (rechts). zeiten sowie Familienfeiern begeistern die Gäste im Ballsaal und im Restaurant. Isolde Russig plant das alles mit ihrer Tochter, dann organisiert sie die Auftritte: Stars fragen sogar selbst an, weil sie den Ballsaal und die Zuschauer so wunderbar finden. Das Gästebuch ist voll des Lobes Ein Gast aus dem Schwarzwald schreibt, für ihn sei der Kyffhäuser wie ein Ort des „Nachhausekommens”. Das Kyffhäuser-Team sei so freundlich und

Tipps: E Restaurant (65 Plätze) E Gesellschaftsraum (45 Plätze) E Wintergarten mit Terrasse (35 Plätze) E Konferenzzimmer (bis zu 30 Plätze) E multifunktionaler Ballsaal mit Galerie bis 220 Personen – geeignet für Erlebnisgastronomie, Kulturveranstaltungen, Traumhochzeiten, Vereins- und Firmenfeiern, Familienfestlichkeiten oder als Tagungs- und Konferenzzentrum E 26 komfortable Hotelzimmer mit 50 Betten, DU/WC, Telefon und WLAN E Spaziergang im angrenzenden barocken Schlosspark E idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die Oberlausitz, die Sächsische Schweiz, nach Dresden oder Meißen E Veranstaltungen unter www.kyffhaeuser-hotel.de Hotel Kyffhäuser GmbH Dresdener Straße 3 01909 Großharthau B/4 Tel. +49 35954 580-0, Fax 58015 kyffhaeuser-grossharthau@t-online.de www.kyffhaeuser-hotel.de Ab 11 Uhr geöffnet, montags Ruhetag

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Isolde Russig, die in jüngeren Jahren als Gemeinderatsmitglied die Kultur des Ortes organisierte, war immer sehr eng mit dem geschichtsträchtigen Gebäude verbunden. Sie verwirklichte ihren Traum, dieses kulturelle Zentrum von Großharthau zu erhalten und erwarb es 1993. Von grundauf wurde das Haus saniert. Seit 1997 bewirtschaften Isolde Russig und ihre Tochter Anja gemeinsam den Kyffhäuser.

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Westlausitz

Pulsnitz • Nebelschütz

Pfefferkuchen fürs ganze Jahr In der Rietschel-Geburtsstadt Pulsnitz kommt niemand an dem würzigen Traditionsgebäck vorbei Ein verführerischer Duft von Zimt, Kardamom und Anis weht durch die Straßen von Pulsnitz. In der kleinen Stadt sind noch acht Handwerksbetriebe und eine Lebkuchen GmbH das ganze Jahr über dabei, das schmackhafte Gebäck aus langgelagertem Honig- und Sirupteig herzustellen. Die Tradition der Pulsnitzer Pfefferküchler geht auf das Jahr 1558 zurück, als Bäcker des Ortes neben Brot auch Pfefferkuchen backen durften. Mitte des 19. Jahrhunderts spezialisierten sich einige, stellten nur noch Pfefferkuchen her und begründeten den Ruf als Pfefferkuchenstadt. Gemeinsam präsentieren sich dann alle zum Pfefferkuchenmarkt. Durch überlieferte traditionelle Familienrezepte gibt es fei-

Das Pfefferkuchenmuseum zeigt eindrucksvolle Utensilien wie historische Maschinen, Ausstechformen, Dosen

Handarbeit bei Löschners

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ne geschmackliche Unterschiede bei gefüllten oder ungefüllten Spitzen, Pflastersteinen oder Makronen und spezielle Hausmarken. Wer sich die Zeit für einen kulinarischen Rundgang nimmt, kann die kleinen Pfefferküchlereien nacheinander aufsuchen und die Leckereien probieren. Einladend beispielsweise begrüßt ein kleines nostalgisch eingerichtetes Lädchen der ältesten Pulsnitzer Pfefferküchlerei die Gäste. Familie Kotzsch führt die Pfefferküchlerei Löschner, die es seit 1813 gibt, in sechster Generation.

Zwischen Kamenz und Bautzen liegt Nebelschütz, das Tor zur sorbisch-sprachigen Oberlausitz. Symbol dafür ist das „Wendentor” im Dorfzentrum von Nebelschütz – auf sorbisch Njebjelčicy, das bedeutet „Himmelsort”. Vier Fünftel der Einwohner von Nebelschütz gehören zum slawischen Kulturkreis der Sorben, die dem christlichen Glauben tief verbunden sind. Das Dorf ist stolz auf seine Zweisprachigkeit, die kulturelle Vielfalt und zelebriert dies mit zahlreichen traditionellen Festlichkeiten und Bräuchen das ganze Jahr hindurch. Besonders sehenswert sind das dörfliche Gemeindezentrum, die über Jahrhunderte gepflegten Wegekreuze und Betsäulen sowie die von prächtigen Linden umgebene und weithin sichtbare Kirche

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Wie es in einer Pfefferküchlerei um 1900 mit Maschinenbetrieb und Handausstattung aussah, vermittelt eindrucksvoll das Pfefferkuchenmuseum im Haus des Gastes am Markt. In der Backstube können sich Besucher am Verzieren versuchen, nach Voranmeldung auch an einer Führung teilnehmen und selbst Pfefferkuchen backen sowie verkosten. Im Stadtmuseum, gleich um die Ecke, erfährt man mehr über Handwerkstraditionen in der Gegend um Pulsnitz, die seit Jahrhunderten und bis in die Gegenwart gepflegt werden – der Blaudruck (s. Foto auf Seite 10) und die Töpferei. Besucher können dort sogar den Textildruck ausprobieren. Beachtenswert ist am Marktplatz vor dem Rathaus ein Denkmal des Bildhauers Ernst Rietschel (1804-1861), einer der bedeutendsten deutschen Bildhauer. Der Pulsnitzer schuf zum Beispiel das

Ein Himmelsort

Njebjelcčicy in der Krabatregion

Goethe-Schiller-Denkmal vor dem Nationaltheater in Weimar. Tipps & Termine: E 6.-8. November: Pulsnitzer Pfefferkuchenmarkt E Schlosspark E Historische Rarität: der Perfert, ein alter Speicher E Ostsächsische Kunsthalle mit Veranstaltungen E Wander- & Radwandertouren, z. B. zum Keulenberg (413 m) Pulsnitz-Information / Haus des Gastes Pfefferkuchenmuseum Am Markt 3, 01896 Pulsnitz B/3 Tel. +49 35955 44246 info@kultur-tourismus-pulsnitz.de www.kultur-tourismus-pulsnitz.de, www.pulsnitz.de Pfefferküchlerei Hermann Löschner Inh. Peter Kotzsch, Großröhrsdorfer Str. 30 Tel. +49 335955 72670 mail(@loeschner.de, www.loeschner.de

St. Martin. Erholen Sie sich im dörflichen Gemeindezentrum, inmitten der zauberhaften Wander- und Radlerlandschaft, direkt gelegen an der „Via Regia” und dem „Jacobspilgerweg“. Wandeln Sie auf KRABATs Spuren. Besuchen Sie den KRABAT-Stein mit Kunstwerken der Bildhauerei über und unter Wasser und den „Miltitzer Frosch“! Die Herberge „Heldhaus“ erwartet Ihren Besuch. Mehr Informationen: Gemeinde Nebelschütz/ Njebjel č icy Hauptstraße 9 01920 Nebelschütz B/3 Tel. +49 3578 301006 tourismus@nebelschuetz.de www.nebelschuetz.de


Radeberg Erkunden Sie die über 145-jährige Brautradition direkt vor Ort

Bereit für Radeberger Pilsner?

Von Fürst Otto von Bismarck zum Kanzlerbräu und vom sächsischen König Friedrich August III. gar zum Tafelgetränk Seiner Majestät erkoren, wurde es bereits vor 1900 erstmals nach Übersee exportiert. Nicht alltäglich zur damaligen Zeit, sondern ein Zeichen allerhöchster Qualität. Später ging Radeberger Pilsner auf die Reise, temporär in bis zu 80 Länder weltweit. Und bis heute gilt: Jedes Radeberger Pilsner, das irgendwo aus Flasche oder Glas genossen wird, wurde einzig in der Bierstadt Radeberg gebraut. Brauereibesichtigungen und mehr Heute können die Brauer der Radeberger Exportbierbrauerei aus über 145 Jahren Brauerfahrung schöpfen und das Unternehmen zählt zu den modernsten Brauereien Deutschlands. Seit 1999 sind in der Bierstadt Radeberg die Tore des Hauses auch für Besucher geöffnet, die mehr zum Bier im Allgemeinen und „ihrem“ Radeberger Pilsner im Speziellen erfahren möchten. Die „Brauereibesichtigung“ ist der Klassiker der Radeberger Erlebnisofferten. Besu-

Erlebnistouren mit Bierkutscher Ernst Wer neben Radeberger Pilsner auch die Bierstadt Radeberg näher kennenlernen möchte, sollte nach Bierkutscher Ernst, dem Original mit Lederschürze und roter Schirmmütze, Ausschau halten. Sympathisch schlüpft Michael Gregor als Botschafter der Oberlausitz in die Rolle des Bierkutschers, erzählt, wie Ernst im Dienst der Brauerei stand, mit seinem Fuhrwerk gut 50 Gaststätten belieferte und dabei so Vielerlei erlebte.

Seminar mit Bierkutscher Ernst

Auch heute weiß er auf seiner „Radeberger Genuss- & KulTour“ manche Episode über die ehrwürdige Bierstadt und ihre Bewohner zu berichten. Zudem lädt er zur Verkostung diverser Radeberger Speise- und Getränkespezialitäten ein. Beliebt ist das „Humoristische Bierseminar“, das im Radeberger Brauerei-Ausschank stattfindet. Dort gibt Bierkutscher Ernst kurzweilig sein umfangreiches Wissen über Hopfen, Malz und Radeberger Pilsner zum Besten und wartet zum Schluss noch augenzwinkernd mit einem Wissenstest auf. Sowohl Bierkenner als auch Laien fühlen sich bestens aufgehoben und gehen mit einer Teilnehmerurkunde nach Hause. Auch eine Tour auf dem „Radeberger Kremser“ ist mit ihm buchbar. Per Kutsche geht es dabei quer durch die Bierstadt, in die Dresdner Heide oder ins Radeberger Land.

Qualitätskontrolle nach der Abfüllung

Tipps: E Besichtigungstermine für Kurzentschlossene jeden Freitag um 18 Uhr und jeden ersten Samstag im Monat um 16 Uhr (ohne Voranmeldung) E Besichtigungen und Zapferkurs nach Voranmeldung E Kontakt für die Offerten in der Brauerei: Tel. +49 3528 454880 oder E-Mail: brauereibesichtigung@radeberger.de E Kontakt für die Erlebnisse mit Bierkutscher Ernst: Tel. +49 173 5631840 oder E-Mail: info@bierkutscher-ernst.de E Weitere Veranstaltungen von und mit Radeberger Pilsner unter www.radeberger.de Radeberger Exportbierbrauerei Dresdner Straße 2, 01454 Radeberg B/4 www.radeberger.de

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Helles Malz, ausgesuchter Aroma- und Bitterhopfen, weiches Wasser und feinste Hefe – das sind die vier Zutaten, aus denen vor den Toren von Dresden streng nach dem Reinheitsgebot köstliches Pilsner hergestellt wird. Denn mit dem Anspruch, stets das Beste seiner Zeit zu sein, begann dort schon im Jahr 1872 die bis heute andauernde Erfolgsgeschichte von Radeberger Pilsner.

cher erhalten hinter den Kulissen des Betriebes Einblicke in Prozesse rund um die Herstellung und Abfüllung von Radeberger Pilsner. Gut 20.000 Interessierte im Jahr nutzen diese Gelegenheit. Der „Gesellige Zapferkurs“ steht unter dem Motto „Echte Genießer zapfen ihr Radeberger Pilsner selbst“. Dabei erfahren die Gäste alles Wissenswerte rund um den Fass- und Flaschenbierausschank und dürfen sogar selbst Hand anlegen. Ein Angebot, das sich hervorragend zum Erleben im Freundes- oder Kollegenkreis eignet. Jährlich im Dezember ist Zeit für die „Radeberger Adventsführung“ – eine spezielle Brauereibesichtigung mit Abschluss im weihnachtlich geschmückten Verkostungsraum. Alle drei Erlebnisse klingen mit einer unterhaltsamen, fachlich versierten Verkostung von Radeberger Pilsner und Zwickelbier (unfiltriertes Radeberger Pilsner) aus.

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Großröhrsdorf

Westlausitz

Von Trabigurt bis Puppenauge Bandwebermeister Bernd Hartmann ist im Technischen Museum ein gefragter Zeitzeuge

Der alte Webstuhl von 1750 rattert, dass die Heide wackelt. Sein Lärm ist ohrenbetäubend. Doch Bernd Hartmann scheint das nichts auszumachen. Als die Maschine stoppt, erklärt er seelenruhig dessen Funktionsprinzip. Der Oberlausitzer und weitere Vereinsmitglieder des Technischen Museums in Großröhrsdorf haben das betagte Gerät in Betrieb genommen. Bernd Hartmann ist einer der letzten Zeitzeugen, die authentisch von der großen Bandweber-Historie der Region berichten können. Wo Bernd Hartmann heute urige Webstühle vorführt, hat er früher mal gearbeitet – im Technischen Museum der Bandweberei in Großröhrsdorf. Später entwickelte er in der einzigen Musterweberei der DDR (in Pulsnitz) Sicherheitsgurte für Trabis, Klettverschlüsse für Schuhe und Wimpernbänder für Puppenaugen. „Ich lag aber auch mal im OP-Saal der Charité – nicht als Patient, sondern als Testperson“, lächelt der Meister der Bandweberei. Anfang der 80er Jahre habe er Spanngurte auf OP-Betten persönlich ausprobiert. Bernd Hartmann kennt die Materie aus dem Effeff und kann anschaulich darüber berichten. Über 50 Webereien existierten seinen Worten nach einst in der Region, davon allein 28 in Großröhrsdorf. Das war eine europaweit einzigartige Dichte. Die faszinierende Schau zeigt die Entwicklung vom einfachen Handwebstuhl um 1680 bis zum modernen Webautomaten. Und das an voll funktionstüchtigen Geräten! Der frühere Produktionschef redet über Erzeugnisse wie Hosenträger, Treibriemen und Sockenhalter. Auch Militärgurte für Fallschirmspringer habe man exportiert – nach Ost und West! Feindbilder spielten anscheinend keine Rolle, wenn es um Devisen ging. Wie ein wandelndes Weberei-Lexikon berichtet Bernd Hartmann von Bandmustern sowie von Gur-

Die erste mechanische Band- und Gurtweberei – die Band- und Hosenträgerfabrik von Johann Gottfried Schöne (1801-1882) – produzierte von 1855 bis 2010. Noch heute existieren im Ort vier Bandwebereien. ten, die früher beim Stückgut-Verladen in Häfen zum Einsatz kamen. Eigentlich wollte der 76-Jährige mal Autoschlosser werden: „Eine Sportverletzung verhinderte das. Über meinen Bruder, der hier lernte, kam ich ins Werk.“ 1972 wird dem Diplom-Ingenieur der Forschungsbereich unterstellt. Trotz sozialistischer Mangelwirtschaft gelingt es ihm, etliche Neuheiten auf den Markt zu bringen. Nicht selten ging es darum, westliche Standards zu erreichen, ohne sie zu kopieren. Mancher Geistesblitz kam ihm nachts, manches sah er auf Messen. „Gern fuhren wir zum Berliner Modeinstitut. Dort hatte man West-Modekataloge, in denen wir stöberten“, plaudert der Hüter der Bandweberei-Historie aus dem Nähkästchen.

Dem Tüftler Bernd Hartmann gelang es, ein legendäres Dampfeisenbahn-Webmuster nachzuempfinden und als Band auf einem Webstuhl herzustellen. Besucher nehmen es gern als Souvenir mit (im Bild rechts); Schauvorführung (Bild unten).

Es waren kreative Köpfe wie Bernd Hartmann, die die DDR am Leben hielten. Ein „Das geht nicht“ habe er nie akzeptiert. Vorm Abschied zeigt er uns noch die intakte Einzylinder-Dampfmaschine aus dem Jahr 1896. Bis 1970 trieb sie in der Kordel- und Litzenfabrik A.C. Boden Flechtmaschinen an. Von 35 Großröhrsdorfer Dampfmaschinen ist es das letzte Exemplar!

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Technisches Museum der Bandweberei Schulstraße 2, 01900 Großröhrsdorf B/3 Tel. +49 35952 48247 bandweberei-museum@stadt-grossroehrsdorf.de www.grossroehrsdorf.de Geöffnet: Di.-Do. 14-18 Uhr; 1. So. im Monat 14-17 Uhr; 3. So. im Monat 14-17 Uhr. Nach Anmeldung sind auch außerhalb dieser Zeiten Führungen möglich.

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Großröhrsdorf • Kleinröhrsdorf

Westlausitz Herausgepickt: Massenei-Bad E Auf ca. 60.000 Quadratmetern locken Liegewiesen, Spiel- sowie Sportplätze und zwei über 60 Meter lange Wasserrutschen ins Erlebnisbad. Strömungskanal, Wasserfall, Regenpilz, Wasserblume und Breitrutsche sorgen für Abwechslung im kühlen Nass. Der 5-m- und 3-m-Sprungturm und die vier 5-m-Wettkampfbahnen bieten olympische Bedingungen in natürlicher Idylle. Eine Wärmehalle sorgt an kühleren Tagen für angenehmen Aufenthalt. Die Badebecken sind über einen Ausschwimmkanal erreichbar. Alle Einrichtungen sind barrierefrei. Zwei Badgaststätten mit Terrasse, Sanitäreinrichtungen für Mutter und Kind und ausreichend kostenlose Parkplätze runden den Besuch ab (s. auch Foto auf S. 15!). Massenei-Bad Großröhrsdorf Stolpener Straße 100, 01900 Großröhrsdorf B/3 Tel. +49 35952 329-25/26 www.massenei-bad.de, Mai-September: 9-20 Uhr

Camping mit Wellness Pool, Komfort, Idylle: In der LuxOase das Leben genießen!

Leserpost

mas Lux sowie ihre Mitarbeiter geben gern Tipps für Ausflüge. Der Platzwart hilft, wo immer er kann. Auch das macht den Charme der LuxOase aus. Camping habe sich stark verändert – weg vom ausschließlichen Urlaub hin zum Hobby, so Thomas Lux. Dem trägt man an diesem Wohlfühlort Rechnung. Begeistert schrieben uns Sigrun und Roland Thätner aus Gräfenhainichen, die mit den Enkeln Carla und Moritz mit dem Wohnmobil Station in der LuxOase machten (im Bild oben). „Die Badestellen im Stausee waren auf kurzem Weg erreich-

bar, das Sanitärgebäude auf modernstem Stand, so etwas Tolles hatten wir noch nicht erlebt! Zur Freizeitgestaltung gab es Minigolf, Indoor-Spielplatz, Außenspielplatz, BMX Parcours. Abends gab es eine Kinderanimation mit viel Spaß und Rätseln, am Lagerfeuer konnten Kinder Knüppelkuchen backen. Auch die Erwachsenen wurden bei allem mit einbezogen. Mit Marmelade schmeckt Knüppelkuchen übrigens wunderbar.” Tipps: E Rund 280 Stellflächen, davon 16 XXLStellplätze mit 200 Quadratmetern E komfortable Ferienwohnungen und -zimmer E Restaurant E Stadtrundfahrten nach Dresden & weitere Busausflüge direkt vom Platz E Baden, Minigolf, Spiel- & Sportanlagen E Für Vierbeiner: Hundeagilityplatz, Hundesitter und Hundedusche

Camping- und Freizeitpark LuxOase Arnsdorfer Straße 1, 01900 Kleinröhrsdorf Tel. +49 35952 56666 B/4 info@luxoase.de www.luxoase.de Anzeige

Jogger drehen ihre Runden, Neuankömmlinge schlendern zum Stausee Wallroda. Einige Kinder zieht’s zur Pferdekoppel, andere zum Minigolf. Mitten in dieser Idylle liegt die LuxOase, eine der komfortabelsten und beliebtesten Campinganlagen Europas. Hier kann jeder Alltagsstress hinter sich lassen. Die meisten kommen wegen der Nähe zu Dresden, der Vielzahl an SehenswürdigAus der keiten und der Natur ringsum. Einzigartig ist auch der Wellness- und Sanitärbereich des Fünf-Sterne-Resorts. Pool, Saunen, Massagen und in Blütenform angeordnete Waschbecken sahen wir auf einem Campingplatz noch nie. Kleine Gäste stehen wiederum auf den Waschtisch-Dampfer, der abends Seifenblasen „spuckt“. Da macht Zähneputzen Spaß! Und sollte das Wetter mal nicht passen, können Kinder im Indoorspielplatz auf zwei Etagen klettern, rutschen und toben. Herumgesprochen haben sich organisierte Ausflüge: Viermal in der Woche geht es in der Saison nach Dresden, außerdem nach Prag und Radeberg. Per Pkw und Rad kann man ohnehin in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen, sei es in die Pfefferkuchenstadt Pulsnitz oder zu den Schlössern Klippenstein und Rammenau. Auch Animation gibt es in der LuxOase. Aber nicht aufdringlich und mit Beschallung, sondern ganz locker. Trotz der Größe der Anlage geht’s eher familiär zu. Die herzlichen Gastgeber Dagmar und Tho-

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Bischofswerda

In die Carl-Lohse-Galerie kommen Gäste aus nah und fern. Neben der Dauerausstellung gibt es Wechselausstellungen von Künstlern.

Schiebock – einfach farbenfroh

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Bischofswerda lockt Gäste mit Carl Lohse, Jane, Balu und Winnetou sowie weiteren Überraschungen Im sogenannten Bischofssitz befindet sich die Carl-Lohse-Galerie. Die im Jahr 2019 wiedereröffnete Dauerausstellung würdigt das Leben und zeigt Werke des Malers Carl Lohse (1895-1965), der eng mit der Stadt verbunden war. Lohse gilt als einer der bedeutendsten deutschen Expressionisten nach dem ersten Weltkrieg. Der gebürtige Hamburger, der die Kriegsgefangenschaft als Einziger seiner Kompanie überlebte, ließ sich 1919 das erste Mal in Bischofswerda nieder. Im Hause des Kolonialwarengroßhändlers Alfred Scheumann, dessen Tochter Lohse 1925 heiratete, fand Der 12,27 Meter hohe Mediaturm (orangefarbig, rechts im Bild) erinnert an die erste urkundliche Erwähnung der der junge Maler Unterstützung, ideale Ar- Stadt Bischofswerda im Jahre 1227. Sie trägt den Spitznamen „Schiebock”: Das Wort erinnert an schubkarrenähnbeitsbedingungen und schuf in kürzester liche einrädrige Gefährte, auf denen die Bewohner früher ihre Waren transportierten. Als Sitzbänke nachgestaltet Zeit Landschaftsmalereien, Porträts, thema- (links, hinter den Spielgeräten), laden sie auf dem Markt zum Verweilen ein. Im Hintergrund ist das blaue Rathaus tische Arbeiten zu Produktion, Städten so- im klassizistischen Stil zu sehen. Zum Stadtrundgang laden Frauen und Männer in historischer Tracht ein (rechts). wie Tiergraphiken. 1929 blieb er der Liebe halber für immer. Mit auffälligen Farbkontrasten, sprächigen Graupapageien bis zu den größten Mit- Badespaß und Indianerabenteuer Nur fünf Gehminuten vom Zentrum entfernt verdie seine Landschaftsdarstellungen der Oberlausitz bewohnern, Grizzlybärin Jane und Braunbär Balu. schmücken, lieferte Lohse einen wichtigen Beitrag Die Nasenbären – Symboltiere des Tierparks – han- spricht das moderne Freibad an heißen Sommertageln übers Seil. Im Streichelzoo steht das Füttern gen wohltuende Abkühlung sowie eine Menge Spaß zur deutschen Landschaftsmalerei. und Bürsten der Ziegen und Minischweine an erster mit Rutsche und Piratenschiff. Abenteuerlich wird es Stelle. Viele Rätsel und Spielmöglichkeiten runden auf der Waldbühne bei den Vorstellungen der kleinsLohses Werke sind wichtiges Kulturerbe Die Staatliche Kunstsammlung Dresden, die dem den Parkbesuch ab und bieten vor allem den klei- ten Karl-May-Spiele mit den jüngsten Darstellern Künstler 2017/2018 eine Ausstellung im Albertinum nen Besuchern Abwechslung. Große Gäste hinge- Deutschlands – lesen Sie dazu mehr auf S. 93! widmete, äußerte sich über den Künstler und sein gen können im angrenzenden Rad- und WanderWerk: „Seine Farbkombinationen sind, verglichen zentrum Fahrräder (Special: Lastenrad), E-Bikes und Tipps: E Stadtführungen von Mai bis Oktober, mit dem akademisch Üblichen, geradezu tollkühn, Nordic-Walking-Stöcke ausleihen. Wer beides kom- Themen variieren E „Lebendige Stadtführung“, der Rhythmus seiner Bilder energiegeladen. Radikal binieren möchte, dem sei eine Trekkingtour mit Zeitreise durch die Stadtgeschichte vereinfacht sind die Zeichnungen, wagemutig auf- Bruno, Nesquik und Flocke, den Alpakas des Parks, Termine Stadt: E 30. April.-3. Mai: Frühjahrskirgebrochen die Formen der überlebensgroßen Bild- ans Herz gelegt. mes E 12.-14. Juni: Schiebocker Tage E 5.-19. Juli: nisköpfe, die Lohse aus Gips modellierte. UngeKarl-May-Spiele E 13. September: Tag der offenen stüm experimentierte der Maler mit den unterHinterhöfe & 20. Herbstmarkt E 4.-6. Dezember: schiedlichen Bildsprachen des Expressionismus, KuWeihnachtsmarkt bismus und Futurismus bis hin zur reinen AbstraktiTermine Tier- & Kulturpark: E 12. April: Osteron. Carl Lohses Bilder sind ein eindrucksvolles fest E 7. Juni: Kinderfest E 16. August: TierparkZeugnis der Stimmungslage eines sensiblen Künstfest E 31. Oktober: Halloween-Party lers in der krisengeschüttelten Nachkriegszeit.“ Stadt Bischofswerda Bürger- und Tourismusservice Kleiner Zoo mit Rad- und Wanderzentrum Altmarkt 1, 01877 Bischofswerda B/4 Im Tier- und Kulturpark Bischofswerda geht’s Tel. +49 3594 786140 bunt zu. Über 200 Tiere leben hier: Vom Totenkopftouristinfo@bischofswerda.de äffchen Elvis und seinen Freunden, die die Gäste www.bischofswerda.de schon im Besucherzentrum begrüßen, über die ge- Tierparkfreundschaften sind schnell geschlossen.

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Rammenau

Westlausitz

Prächtig, kostbar, bezaubernd 25. Leinentage am Barockschloss – ein Fest für alle Sinne

Eines der beliebtesten Feste im Schlossambiente – die Internationalen Leinentage

Sehenswerte Schauwerkstatt „Alte Schmiede” Der Weg dorthin führt vorbei am Oberteich und am „Alten Gefängnis”, dessen Tür von Ostern bis Oktober tagsüber immer geöffnet ist und zur Ausstellung über die Ortsgeschichte einlädt. Ein Stück weiter liegt im Dorfkern die restaurierte „Alte Schmiede” (Bilder rechts und unten), die im Besitz der Gemeinde ist. Das 1763 erbaute Umgebindehaus wurde bis 1968 als Schmiede genutzt. Inzwischen mit neuem Leben gefüllt, sind darin Tou-

Haus mit Blockstube und Trödelboden gehört sogar eine kleine Schauwerkstatt, in der das einst praktizierte Handwerk gelegentlich vorgeführt wird. Siehe auch Schlosspark-Blick auf Seite 10! Termine: E 29. Mai: 9. Rammenauer Fichte-Lauf E 22. August: Jubiläumsfest in der Alten Schmiede E 29./30. August: 25. Internationale Leinentage

ristinformation, Gemeindebibliothek und ein Laden mit Oberlausitzer Produkten zu finden. Außerdem wird das Haus u. a. mit Ausstellungen, Lesungen oder Führungen lebendig gehalten, etwa zum Tag des offenen Umgebindehauses oder zum Tag des offenen Denkmals. Zu dem

Gemeinde und Tourismusinformation Rammenau Hauptstraße 16, 01877 Rammenau Tel. +49 3594 703406 info@rammenau.de, www.rammenau.de Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen gGmbH Barockschloss Rammenau Am Schloss 4, 01877 Rammenau B/3 Tel. +49 3594 703559 rammenau@schloesserland-sachsen.de www.barockschloss-rammenau.com

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Stilvolles Markttreiben herrscht immer am letzten Augustwochenende im und um das Barockschloss in Rammenau zu den Internationalen Oberlausitzer Leinentagen. Die Resonanz von Ausstellern und Publikum hält ungebrochen an, so dass 2020 bereits zur 25. Auflage eingeladen wird. Was 1996 recht klein begann, hat längst beachtliche Dimensionen angenommen. An den beiden Markttagen präsentieren sich immerhin 200 Manufakturen, Händler und Handwerker – aus der Region, ganz Deutschland sowie aus Polen, Tschechien und Österreich. Bei der Auswahl der Aussteller legen die Veranstalter größten Wert darauf, dass vor allem naturfreundliche Materialien und selbstgefertigte Ware angeboten werden. Die Palette reicht von Leinenprodukten über Textil- und Schmuckdesign bis hin zu alter Handwerkskunst. Gäste dürfen bei der Verarbeitung von Flachs zu Leinen, bei der Herstellung von Seilen, beim Blaudruck, Filzen, Spinnen, Weben, Korbflechten oder Papierschöpfen zusehen. Die gesamte Landbarockanlage mit Schloss, Meierhof, Stallgebäuden, Kavalierhäusern und Park ist in den Markt einbezogen. Das Barockschloss entstand Anfang des 18. Jahrhunderts an der Stelle des früheren Rittergutes als Neubau. Später wurden mehrere Räume im Stil des Klassizismus umgestaltet. Prächtige Salons, kostbare Porzellane und bezaubernde Wandmalereien lassen sich beim Rundgang besichtigen, ebenso wie die Gedenkstätte für den Philosophen Johann Gottlieb Fichte (im Bild rechts), der 1762 in Rammenau zur Welt kam. An den großen Denker erinnert auch ein Denkmal im Ort.


Kamenz

Lessing und sakrale Schätze Kamenz wartet mit dem berühmtesten Sohn der Stadt und wundervollen spätgotischen Altären auf Kamenz entstand an der alten Handelsstraße Via Regia und hat 1346 den Oberlausitzer Sechsstädtebund mitbegründet, um sich gemeinsam mit den fünf anderen Mitgliedsorten gegen Raubritter zu wehren. Bis 1635 gehörte die Stadt über Jahrhunderte zum Nebenland der böhmischen Krone. Zeugnisse aus der Zeit gibt es noch heute an vielen Stellen, am deutlichsten wohl in der Klosterkirche St. Annen. Sie steht seit 2011 auch als Sakralmuseum offen. Darin sind unter anderem fünf spätgotische Altäre aus böhmischen und schlesischen Werkstätten zu bestaunen.

Blick in die Hauptkirche St. Marien

Die im 15. Jahrhundert erbaute Hauptkirche St. Marien steht in Verbindung mit dem berühmtesten Sohn der Stadt. Gotthold Ephraim Lessing (17291781) wurde in dem Gotteshaus getauft, wo sein Vater über ein halbes Jahrhundert lang Pfarrer war. Überhaupt prägte die Familie Lessing die Geschicke der Stadt im 18. Jahrhundert mit. Der Großvater des Dichters, Theophilus Lessing, wirkte als Bürgermeister ebenso wie später ein Onkel Lessings. Am

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Familienausflug Wer die Lausitz von Anfang an erleben möchte, der ist im Museum der Westlausitz Kamenz genau richtig. Zu den Ursprüngen gelangt man durch den Baumarkt der Gesteine zu unseren ältesten Fossilien. Weiter geht es über die Erdbebenplatte, vorbei an der Windmaschine zu einem Weltveränderer – dem Menschen. Von der Steinzeit bis in die Gegenwart verändert er Landschaften. Schauen Sie also bei einer archäologischen Grabung vorbei, machen Sie einen Gang durch die Geschichte, lernen Sie die Teichbewohner in den Aquarien kennen und testen Sie die Krallen des Seeadlers – gerade richtig für einen Familienausflug.

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Das Lessing-Museum widmet sich dem Werk und Wirken Gotthold Ephraim Lessings.

besten nähert man sich dem Verfasser von „Nathan der Weise“ bei einem Besuch im Lessing-Museum. Die Dauerausstellung zu Leben und Werk des großen Aufklärers lädt ein, seine oft erstaunlich aktuellen Schriften neu oder wieder zu entdecken. Ein Programm mit „Akzenten“ wird an Lessing erinnern und seinen Wirkungen nachspüren. Ein anderer kultureller Höhepunkt ist zur Sommersonnenwende die inzwischen 20. Auflage der Fête de la Musique – eines bunten Straßenmusikfestivals in Kamenz. Herausgepickt: E 2025 jährt es sich zum 800. Male, dass Kamenz in einer Urkunde erstmals erwähnt wurde. Das Dokument mit dem entscheidenden Datum 19. Mai 1225 liegt im Kloster St. Marienstern und ist nun Anlass, den runden Jahrestag gebührend zu begehen, nicht nur im Jahr des Jubiläums selbst. Die

Stadt will darauf hinarbeiten, und das schon ab 2020 zu verschiedenen Anlässen. Infos dazu unter www.800-jahre-kamenz.de Termine: E 22. Januar bis 4. März: Lessing-Akzente E 3. Mai: Lausitzer Blütenlauf E 9. Mai: Kamenzer Nacht der Kirchen und Museen E 21. Juni: Fête de la Musique E 21. bis 27. August: Kamenzer Forstfest E 12.-13. Dezember: Märchenhaftes Advents-Spectaculum E Alle Veranstaltungen unter www.kamenz.de/veranstaltungen Kamenz-Information Schulplatz 5, 01917 Kamenz B/3 Tel. +49 3578 379205 kamenzinformation@kamenz.de www.kamenz.de/tourismus Klosterkirche und Sakralmuseum St. Annen (gleicher Eingang) Tel. +49 3578 379203 kontakt@sakralmuseumkamenz.de www.sakralmuseum-kamenz.de Lessing-Museum Lessingplatz 1-3, 01917 Kamenz Tel. +49 3578 379111, kontakt@lessingmuseum.de www.lessingmuseum.de Tipps: für die Sommerferien: E Mirakulum im Museum – Der Sommerrätselspaß im Elementarium für Familien: E Geführte Touren durch die Ausstellungen, Programme zu den Themen Archäologie, Biologie und Geologie, Kindergeburtstage und Exkursionen Geheimtipp: E Führung durch die Magazine und die Präparationswerkstatt im Sammelsurium, Macherstraße 140 Sonderausstellungen: E 8.2. 2020 bis 10.1. 2021: „Das Ende der Steinzeit – Die ersten Bauern in der Lausitz” L ELEMENTARIUM – Museum der Westlausitz Pulsnitzer Straße 16 01917 Kamenz B/3 Tel. +49 3578 78830 elementarium@museum-westlausitz.de www.museum-westlausitz-kamenz.de Di. bis So., feiertags 10-18 Uhr


Mit der Cesna über die Lausitz

Anja Ittmann zeigt ihre Heimat aus der Luft, im Bus und auf dem Rad Dahme-Spreewald

Blick während eines Fluges über das Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Elbe Elster

OberspreewaldLausitz

Cottbus Spree-Neiße

Landkreis Bautzen

Landkreis Görlitz

Lausitz

Wenn sich der Fallschirm öffnet… Mit ihr können Besucher die Lausitz aber auch im Hubschrauber erkunden: „Das ist nochmal ein anderes Fluggefühl und ein Abenteuer zugleich.“ Als Abenteuer kann man auch den Tandem-Fallschirmsprung bezeichnen, den Anja Ittmann organisiert. Als „Co-Pilot“ hat der Gast hier einen professionellen Fallschirmspringer zur Seite bzw. am Gurt. Mit dem Flieger geht es erst 4.500 Meter in die Höhe, dann bis zu 60 Sekunden im freien Fall hinab. Wem das zuviel Abenteuer ist, der kann mit Anja Ittmann aber auch durch die beeindruckende Bergbau-Fol-

Extrawünsche für Fluggäste – kein Problem Der Clou: Die zertifizierte Reiseleiterin fliegt keine vorgegebene 0815-Runde, sondern individuell nach Kundenwunsch. Das gibt es in Deutschland kein zweites Mal! „Nach Absprache fliegen wir gern über einen bestimmten Tagebau, über das Wohnhaus oder den Lieblingssee der Passagiere“, erklärt die Lausitzerin. Sanft hebt die Cesna auf dem Kamenzer Flugplatz ab, es geht in nördliche Richtung. Alle tragen während des Flugs ein Headset zur besseren Verständigung. „Herzlich willkommen im Lausitzer Seepyramide im Schlosspark Branitz in Cottbus Seenland. Das ist mein Zuhause.“ Etwa 600 Meter (oben); Schloss in Doberlug-Kirchhain (unten) über dem Partwitzer See begrüßt Anja Ittmann ihre Gäste sehr persönlich. Die sind überrascht über so viel unberührte Natur. „Massentourismus und Gedränge gibt es bei uns nicht. Manchmal trifft man lange keine Menschenseele“, wirbt Anja für den schönen Landstrich. Sie selbst durchstreifte den Großräschener Tagebau einst noch zu Fuß. „Heute sehe ich von oben, wie darin das Wasser steigt. Aus anderen Tagebaugruben wurden bereits Seen mit schönen Stränden“, sagt die 35-Jährige.

gelandschaft wandern oder an Gewässern entlangradeln. Beliebt sind ihre geführten Bustouren – auf Wunsch mit Kaffeetafel, Mittagessen und allem Pipapo. In die Sagen- und Sorbenwelt der Region können Ausflügler dann auch eintauchen. Das Plus der Lausitz sei deren Vielfalt. „Wir haben so viele Ausflugsziele, dass Gäste in alle Himmelsrichtungen ausschwärmen können. Das reicht von historischen Kleinstädten mit Flair bis zu idyllischen Flecken, wo du mal für dich bist.“ Auf ihre Lausitz lässt Anja Ittmann nichts kommen, betont die quirlige Reiseleiterin! Lesen Sie auch Seite 75! Tipps: Online Shop E Im Online-Shop bekommen Sie, was das Herz begehrt. Vom Aufkleber „Wir für die Lausitz” über Freizeit- und Übersichtskarten, Tourismusprospekte und Gastgeberverzeichnisse, Infomaterial zum Radwandern, für Städtereisen und für Besuche von Industriekultur-Stätten, Museen, Schlössern und Parks, zu Kunsthandwerk und Künstlern der Lausitz. Sie können auch Rundflüge und Quadtouren buchen unter www.lausitz.de Förderverein Lausitz e.V. Grenzstraße 33, 03238 Finsterwalde Tel. +49 3531 7168096, Mobil: +49 173 3791095 foerderverein@lausitz.de, www.lausitz.de

Lausitzer Seenland Touren Inh. Anja Ittmann Lindenallee 3, 02979 Elsterheide/ Klein Partwitz B/1 Tel. +49 174 2065905 info@lausitzer-seenland-touren.de www.lausitzer-seenland-touren.de

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Seen wie blaue Farbtupfer, ausgedehnte Wälder, Tagebaue, die von oben Mondlandschaften ähneln: Erst aus der Vogelperspektive erschließt sich die ganze Faszination des Lausitzer Seenlands. Mit Anja Ittmann (im Bild rechts), die sich im Förderverein Lausitz e.V. engagiert, kann jeder dieses Abenteuer starten – in einer Cesna, im Hubschrauber oder per Fallschirm-Tandemsprung. Von oben lässt sich während des Fluges die gesamte Lausitz erkunden, die sich in Teilen Sachsens und Brandenburgs ausbreitet. Bautzens Altstadt mit ihren vielen Türmen und historischen Gemäuern mal aus dieser Perspektive zu sehen, ist ein Erlebnis. „Das Gleiche gilt auch für Ziele wie den Bad Muskauer Park oder den Muskauer Faltenbogen“, schwärmt Anja Ittmann. Cottbus, den Branitzer Park, den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau, Weißwasser, Hoyerswerda, Löbau, Görlitz oder das Schloss im brandenburgischen Doberlug-Kirchhain sahen Anjas Passagiere ebenso schon aus dem Flieger.


Lausitzer Seenland

Am Bergheider See. Im Hintergrund das Besucherbergwerk F60 mit seiner ehemaligen Abraumförderbrücke – es ist die größte bewegliche Maschine der Welt.

Hier taucht Glück auf

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Von gigantischen Baggern zu neuen Seen Surfer sitzen bei Latte Macchiato in den Strandkörben oder genießen bei einem Cocktail an der Strandbar den Sonnenuntergang am See. Kinder planschen und StandUp-Paddler gleiten lautlos über die glitzernde Wasserfläche. Nichts erinnert mehr daran, dass sich hier einst gigantische Bagger durch die Erde wühlten. Aus Tagebauen werden neue Seen. Im Lausitzer Seenland wächst mit mehr als 20 gefluteten Seen die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas heran. Zahlreiche Seen mit hellen Sandstränden sind fürs Schwimmen, Sonnenbaden und Picknicken am Wasser ideal. Viele Wassersportmöglichkeiten wie Boots- und Floßtouren, Segeln, Surfen, Stand Up Paddling, Jetski, Wakeboarden und Wasserski sorgen für maritime Glücksmomente. Zu einem entspannten Ausflug auf dem Wasser laden verschiede-

Meter langen Barbarakanal zum benachbarten Partwitzer See. Mit Motorboot, Floß oder Grillboot fahren Hobbymatrosen auch ohne Bootsführerschein von einem See zum nächsten. Wer will, tauscht Steuerrad, Segel oder Paddel gegen die Pedale und erkundet das Lausitzer Seenland auf dem Fahrrad. Das Wasser ist auch hier immer ganz nah.

ne Fahrgastschiffe ein. Im Herzen des Lausitzer Seenlandes reihen sich gleich zehn Seen aneinander. Künftig werden sie durch Wasserstraßen miteinander verbunden sein. Schon jetzt verbindet der Koschener Kanal samt Schleuse den Senftenberger See mit dem Geierswalder See. Von hier gelangen Freizeitkapitäne seit letztem Herbst über den 1.150

Tourismusverband Lausitzer Seenland e.V. Am Stadthafen 2 B/1 01968 Senftenberg Tel. +49 3573 7253000 info@lausitzerseenland.de www.lausitzerseenland.de

Ferienmagazin Leserwettbewerb 2020 Sie haben in unserem Ferienmagazin geschmökert? Und sind dann auf Tour gegangen? Was haben Sie in der Oberlausitz entdeckt und erlebt? Berichten Sie uns in Wort und Bild von Ihrem schönsten Ferienerlebnis. Wir suchen originelle Geschichten, die wir – mit Ihrem Einverständnis – im nächsten Heft, auf facebook und www.ferienmagazin.de veröffentlichen können. Es gibt attraktive Preise zu gewinnen, die von Inserenten des Ferienmagazins zur Verfügung gestellt werden. Senden Sie bitte Ihre Lieblings-Ferienfotos und -geschichten per E-Mail an info@ferienmagazin.de.

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Lesen Sie mehr über das FERIENMAGAZIN auf Seite 96!


Sport mit Nervenkitzel Radfahren oder Wandern sind äußerst beliebt. Wer seine Grenzen beim Freizeitsport gern stärker austesten will und den Nervenkitzel mag, hat in der Oberlausitz vielfältige Möglichkeiten. Hier eine kleine Auswahl:

Wasser-Funsport: Geierswalder See: Wakeboarden und Wasserski hinter einem Motorboot, Surfen, Segeln, Motorboot fahren Halbendorfer See: Wakeboarden und Wasserski an einer Anlage (siehe Bild unten), Surfen, Segeln Partwitzer See: Jetski fahren, Motorboot fahren Bärwalder

Für den besonderen Kick Von Quad-Touren bis Monsterroller-Fahrten – aufregende Sportarten in der Oberlausitz Vorbei an Seen und Tagebauen, durch dichte Wälder und stille Dörfer. Mit Speed oder relaxt, konzentriert oder ganz locker: Egal, welcher Quad-Typ man ist – auf den 10 Suzuki-Halbautomatik-Maschinen von Andreas Ittmann (im Bild oben) sieht man das Lausitzer Seenland mal mit ganz anderen Augen. Nach einem kleinen Test-Parcours geht’s los: erst ganz sachte, später mit Tempo.

ne buchen auch gern länger“, so Quad-Chef Andreas. Der fuhr schon tausende Male durch diese herrliche Prärie. „Begeistert bin ich wie am 1. Tag, denn jede Tour ist anders. Für mich ist es wie eine Safari ohne wilde Tiere“, lächelt der 40-Jährige, dessen Quads auch schon über TV-Bildschirme flimmerten. Privat sah er bereits Afrika, Asien und Mittelamerika. Doch gegen seine schöne Heimat würde er das niemals tauschen. „Viele sind überrascht, wie schön wir es hier haben und kommen immer wieder!“ Andreas Ittmann bietet das Abenteuer auf vier Rädern bereits 15 Jahre an. Egal, ob Paare, Familien oder Firmen – diese QuadTouren vergisst man nie! Schwester Anja schnürt darüber hinaus weitere Ausflugspakete – und für Touristen auch ihre Wanderstiefel. Mit der zertifizierten Reiseleiterin können Gäste die Gegend im Bus, auf dem Rad und sogar im Flugzeug erkunden (s. S. 73).

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Mit den kinderleicht zu steuernden Mini-Flitzern fahren wir durchs beeindruckende Seengebiet, das aus früheren Tagebauen entstand. Unsere Truppe Tipps: E Die Ausflüge sind gebestaunt neue Gewässer zwiführte Touren und keine Rallyes schen Senftenberg, HoyerswerE Wechselkleidung und Autoda und Spremberg – und dort Führerschein nicht vergessen! Strände und intakte Natur. E Touren auch im Winter und Andreas Ittmann kennt die bei Regen möglich besten Aussichtspunkte, fährt Andreas und Anja Ittmann vorneweg, Schwester Anja bildet den Schluss der Gruppe. Zu 90 Prozent geht’s Quadcenter Klein Partwitz durch offenes Gelände. Zwischendurch gibt es Ge- Andreas Ittmann, Lindenallee 3 B/1 tränke und nach dem aufregenden Abenteuer im 02979 Elsterheide OT Klein Partwitz Tel. +49 162 4067381 Quadcenter Klein Partwitz ein zünftiges Barbecue. Bei den Touren können Fahrer zwischen einer und info@quadcenter-klein-partwitz.de sechs Stunden wählen. „Am gefragtesten ist die zwei- www.quadcenter-klein-partwitz.de stündige Lausitzer Seenlandrunde. Firmen und Verei- Mo.-So. 10-18 Uhr, Di. Ruhetag

See: Surfen, Kitesurfen, Motorboot fahren Senftenberger See: Surfen, Segeln, Motorboot fahren Bergeider See: Surfen, Kitesurfen, Segeln Dreiweiberner See: Surfen, Segeln Talsperre Spremberg: Surfen, Segeln Neiße: Boots- & Raftingtouren, Paddeltouren Auf vielen Oberlausitzer Seen: Stand Up Paddeling auf den Seen der Oberlausitz (s. S. 74) Klettern: in den Königshainer Bergen, am Spitzberg in Oderwitz, im Zittauer Gebirge Segelflüge: Lausitzrundflüge (s. Seite 73), Flugplatz Klix (s. S. 62)

Mountainbike-Touren: in Görlitz, rund um Zittau im Zittauer Gebirge. Rasante Abfahrten im Black Mountain Bikepark in Elstra (Bild oben)

Monsterrollerfahrten: am Valtenberg in Neukirch/Lausitz (s. S. 53)

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Boxberg/O.L.

Lausitzer Seenland

Von allen Seiten Seezugang Baden, radeln, relaxen – die große Vielfalt am Bärwalder See

Blick zum großen Badestrand (links), Marina-Hafen in Klitten Wasser- und Volleybälle fliegen über’n Sand, Kinder schlecken Eis, Surfer machen ihr Brett startklar. Ein bisschen duftet es nach Leckereien aus Picknickkörben, ein wenig nach Sonnencreme. Dazu gelber Sandstrand soweit das Auge reicht. Hinterm Wald beeindrucken wiederum die Schlote vom Kraftwerk Boxberg. Es ist ein Anblick, den es in dieser Form nur hier gibt: Der Bärwalder See, größter Binnensee Sachsens, hat sich längst zu einem der attraktivsten und ungewöhnlichsten Ausflugsziele im Osten ent-

wickelt. Dabei war er noch bis 1992 ein Tagebau! Die schlagenden Argumente heißen: Idylle, Ruhe und bezahlbare Angebote. Hier gibt’s keine Hektik und keine Nervereien. Gäste können an drei tollen Stränden faul oder aktiv sein, mit Motor- und Hausbooten in See stechen oder einfach nur das Leben genießen. Nicht nur für Freizeitkapitäne ist der Leuchtturm am Klittener Hafen ein Blickfang. Auch Radler schätzen das maritime Flair. Pedalritter können das Gewässer komplett umradeln und finden –

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Leckere Strandkost Eine ansprechende kulinarische Versorgung in guter Qualität direkt am Strand – das ist der Anspruch der Kombüse „Strandkost“ am nördlichen Ufer des Bärwalder Sees. Der stilvolle Imbiss sorgt für ein vielseitiges Angebot an leckeren Speisen und Getränken. Ein Renner dabei ist der Boxburger, der mit Cheddar-Käse und knusprig gebratenem Speck zubereitet wird. Der Name des nahrhaften Gerichts nimmt Bezug auf den Standort des Strandimbisses, der an der Boxberger Seite des größten Sees in Sachsen liegt. Auf der Speisekarte finden sich darüber hinaus frische, knackige Salate, handgemachte Fischbröt-

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chen, Eis, Kaffeespezialitäten und Erfrischungsgetränke wie der süffige Rhabarber-Bruno. Gäste nehmen auf der großen überdachten Terrasse direkt an der Strandpromenade Platz. Das Essen wird grundsätzlich auf Porzellantellern serviert, Getränke gibt es aus Glä-

heute fast die Ausnahme – überall Seezugang! Insgesamt bietet Boxberg über 100 Kilometer Radpfade. Auch Skater und Wanderer profitieren davon. Der Bärwalder See ist ein Paradies für Familien, denn Imbiss, Spielplätze, saubere Toiletten und ausreichend Parkplätze sorgen für eine prima Infrastruktur. Zur Vielfalt gehören aber auch Caravanund Campingstellplätze sowie Kulturofferten und Festivals. Viele meinen, wo ein Kraftwerk steht, kann es keine Natur und Erholung geben. Der Bärwalder See ist der schönste Gegenbeweis. Denn immer mehr Gäste entdecken dieses fantastische sächsische Meer! Und so manch Großstädter macht die Gegend gleich ganz zur neuen Heimat. Tipps: E hervorragendes Angelrevier, auch für Bootsangeln E Textil-, FKK- und Hundestrände sowie ein Surfstrand E Landschaftsbauwerk mit Theater im OHR – einem menschlichen Ohr ähnelnde, künstliche Hügellandschaft E Findlingspark Nochten ganz nah E Safari-Wildrevier mit Rehen, Hirschen, Lamas E viel Platz – mit 217 Quadratkilometern Fläche ist Boxberg die viertgrößte Gemeinde Sachsens! E großer Parkplatz Tourist-Info Bärwalder See Zur Strandpromenade 1, 02943 Boxberg/O.L. D/2 Tel. +49 35774 489579 info@baerwalder-see.eu www.baerwalder-see.eu Öffnungszeiten: April bis Oktober

sern und Tassen. Pappbecher oder Besteck und Geschirr aus Plastik sind für die gediegene Strandkost verpönt. Die Kombüse hilft zugleich all jenen gern weiter, die es besonders bequem am Wasser haben wollen. 30 blau-weiße Strandkörbe stehen zum Verleih bereit. Besucher sollen sich eine Auszeit vom Alltag gönnen, getreu dem Motto „Am Boxberger Strand mit den Füßen im Sand“. Hotel und Erlebnispark Oberlausitz GmbH Gewerbegebiet Kringelsdorf 1 02943 Boxberg O.L. D/2 Tel. Kombüse (Saison) +49 35774 410010 ahoi@bärwalder-see.de, www.bärwalder-see.de


Lausitzer Seenland

Ein Ausflug in die Eiszeit Schwergewichte fanden im Findlingspark Nochten eine bemerkenswerte Verwendung „Eisig, riesig, spannend! Abenteuer Eiszeit“ – unter diesem Titel öffnet im März 2020 eine neue Ausstellung im Findlingspark Nochten. Sie verrät mehr über das Geheimnis der Gesteinsbrocken, die in Sichtweite eines nach wie vor aktiven Braunkohletagebaus außergewöhnlich in Szene gesetzt wurden. Auf spielerische Weise können Gäste in der Erlebnisschau nachvollziehen, wie die Eiszeit einst Landschaften formte und was sie hinterließ. Gewaltige Massen hatten sich von Skandinavien aus übers Land geschoben und dabei ganze Gebirgsteile niedergewalzt. Mancher Brocken widerstand der Wucht und blieb als Findling liegen. Beim Abbau der Braunkohle waren die Schwergewichte im Weg, so dass Bergleute sie mit schwerer Technik beiseite schaffen mussten. In Nochten wurden „Steine des Anstoßes“ in die Gestaltung eines seit 2003 geöffneten Parks einbe-

zogen. Zusammen mit ausgewählten Pflanzen bilden rund 7.000 Findlinge heute den größten Steingarten Europas. Das Gelände ist immerhin 20 Hektar groß. Der drei Kilometer lange Rundweg verbindet Felsengarten, Heidemoor, Waldsee,Teichgarten und den geologischen Lehrpfad „Klein-Skandinavien“. Für Gäste, die nicht zu Fuß gehen können oder möchten, steht zur Rundfahrt ein Elektrofahrzeug bereit. Es ist behindertengerecht und hat Platz für einen Rollstuhlfahrer. Alles im Park ist so angelegt, dass zu jeder Zeit etwas blüht und Wiederkommen sich lohnt. Allein 130 Heidesorten zeigen sich das Jahr über in unterschiedlicher Farbenpracht. Der bizarre Blick auf das dampfende Kraftwerk Boxberg verdeutlicht den Bezug zur Bergbau- und Energiewirtschaft, die seit Jahrzehnten die Region im Osten Sachsens prägt.

Herausgepickt: E Seit 2018 ist der Findlingspark an einem Projekt beteiligt, das dazu anregen soll, geologische Schätze der Oberlausitz und Niederschlesiens grenzüberschreitend zu entdecken. Partner ist dabei die polnische Gemeinde Löwenberg, deren Umgebung als Mekka für die Suche nach Achaten und Amethysten gilt. Termine: E 13. März: Saisonstart! Eröffnung der Erlebnisausstellung „Eisig, riesig, spannend. Abenteuer Eiszeit“ E 29. März: Frühlingsfest E 13. April: Ostermontag E 1. Mai: Große FrühlingsPflanzenBörse E 7. Juni: Tag der Steine E 6.September: Heidefest E 27. September: HerbstPflanzenBörse E 25. Oktober: Halloween Förderverein Lausitzer Findlingspark Nochten e. V. / Tourist-Information OT Nochten, Parkstraße 7, 02943 Boxberg/O.L. D/1 Tel. +49 35774 556352 info@findlingspark-nochten.de www.findlingspark-nochten.de

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Nochten • Reichwalde

Wald • Wasser • Abenteuer • Sport • Spiel

Tipps: E Pauschalangebote (4- und 5-Tage-Woche) E „Schnuppertage“ (3-Tage-Angebote) E Themen u. a.: Wölfe in Sachsen, Leben mit der Kohle, Heide- und Teichlandschaft, Sport & Aktiv gehrt und für einen erlebnisreichen Aufenthalt wichtig ist. Für die Unterbringung stehen Mehrbettzimmer mit 6 bis 10 Plätzen für die Kinder und 2-Bettzimmer für Erwachsene bereit. Von Mai bis August können Gäste auch in 8 Finnhütten mit je 4 Plätzen und in 2 Finnhütten mit je 2 Plätzen wohnen.

Schullandheim Reichwalde Robert-Koch-Str. 21, 02943 Boxberg D/2 Tel. + 49 35774 32242 schullandheim-reichwalde@t-online.de www.schullandheimreichwalde.de

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Umgeben von viel Wald, Teichen und Biotopen liegt das kinderfreundlich eingerichtete Schullandheim im ehemaligen Herrenhaus des Rittergutes Reichwalde unweit des Bärwalder Sees. In einer großzügigen Freizeit- und Sportanlage finden unsere kleinen und großen Gäste alles, was das Herz be-

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Hoyerswerda

Lausitzer Seenland

Hoywoy. Dir sind wir treu. Hymne des Liedermachers Gundermann an seine Stadt lässt sich für jeden Besucher nachempfinden „Hoywoy. Dir sind wir treu. Du blasse Blume auf Sand. Heiß, laut, staubig und verbaut, du schönste Stadt hier im Land. Hoywoy. Dir sind wir treu“ … Gerhard Gundermann (1955-1998; im Bild rechts) sang schon 1988 sein Liebeslied an die Stadt. Seit dem „Gundermann”-Film von Andreas Dresen rückte Gerhard Gundermann bundesweit ins Rampenlicht. Mit einer unverstellten Sichtweise auf den DDR-Alltag traf der singende Baggerfahrer den Nerv des Publikums. Seine Lieder – er schrieb auch einige der schönsten für Tamara Danz und Silly – kommen zwar im täglichen monotonen Radiomix nicht zum Zuge, dafür hat jeder, der sie kennt und hört, etwas ganz besonderes im Ohr. Die KulturFabrik bewahrt in Hoyerswerda zahlreiche Zeugnisse aus Gundis Leben. Einblicke in die umfangreiche Sammlung gibt es mittlerweile im Erdgeschoss des Bürgerzentrums in der Braugasse 1. Auf einem großen Bildschirm lassen sich biografische Angaben, Fotos, Zitate, Musikvideos, Filmaufnahmen, Liedtexte und Presseveröffentlichungen aufrufen. Der bedienerfreundliche Touchscreen mutet wie ein Schaltschrank an, weshalb sich der audiovisuelle Informationspunkt „Gundermanns Schaltzentrale“ nennt.

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Viel zu erleben in der Stadt und Umgebung Über 100 Millionen Euro flossen seit 1990 in das Stadtbild von Hoyerswerda. Die Wohngebäude in der Alt- und Neustadt sind saniert. Wo einstige Plattenbauten zurückgebaut wurden, entstanden attraktive Freiflächen oder Parkanlagen. Manche einstige „Hoywoyer” zieht es nach Jahren in der Fremde zurück in die Lausitz. Hoyerswerda ist heute eine Stadt mit einem bunten Vereinsleben sowie vielfältigem Kultur- und Freizeitangebot. Touristen kommen gerne in die Stadt. So zieht es besonders Familien in den kleinen, feinen Zoo oder in das Schloss-Muse-

Beim internationalen Straßentheaterfest „Braugassentheater“ auf dem Marktplatz in der Altstadt. um, wo Jung und Alt spielend in Stadtgeschichte eintauchen können. Es gibt ein Kino mit vier Sälen, das Lausitzbad mit großer Saunaanlage und schließlich die Lausitzhalle, in der mehr als 800 Besucher Platz finden und wunderbare Veranstaltungen erleben. Spannend ist es im Konrad-Zuse-Computermuseum (ZCOM). Mit dem Sächsischen Museumspreis ausgezeichnet, würdigt es Leben und Werk Konrad Zuses (1910-1995), der 1941 den ersten funktionsfähigen Digitalrechner Z3 baute, eine Maschine, die wir heute Computer nennen. In unmittelbarer Umgebung von Hoyerswerda laden 23 Seen zum Baden, Wassersport, Radfahren oder Camping ein. Diese Gewässer entstanden aus früheren Braunkohletagebauen und sind heute teilweise durch Kanäle miteinander verbunden.

Tipps: E Die „Spur der Steine“ führt quer durch die Stadt, durch Parks und ü ber Grü nflächen, wo Spaziergänger immer wieder auf Sandsteinplastiken, Bronzefiguren oder Keramikarbeiten stoßen. Diese entstanden zwischen 1975 und 1989 innerhalb internationaler Bildhauersymposien, geleitet vom Bildhauer Jü rgen von Woyski (1929-2000) E Krabat-Mühle in Schwarzkollm (www.krabat-muehle.de, s. S. 55) E Sächsisches Industriemuseum – Energiefabrik Knappenrode Kinder in sorbischen Trachten beim Erntedankfest in Schwarzkollm.

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Herausgepickt: Gute Infrastruktur E Hoyerswerda hält im Kultur-, Sport- und Bildungsbereich Angebote vor, die vor allem für junge Familien at-

Handballer vom Sportclub Hoyerswerda e.V.

traktiv sind und Maßstäbe setzen. Die Gymnasien sind saniert, eine moderne Oberschule befindet sich im Bau und wird voraussichtlich 2020 fertiggestellt. Im Kita-Bereich können junge Eltern aus verschiedensten Betreuungsangeboten wählen, lange Wartelisten kennt man in Hoyerswerda nicht. Umfassende medizinische Betreuung gewährleistet das Lausitzer Seenlandklinikum. Rund 1.000 Beschäftigte kümmern sich hier um die Gesundheit der Menschen in der Region. Mehr Infos: E www.hoyerswerda.de E www.kufahoyerswerda.deE www.swh-hy.de E www.zookultur.de/ E www.wh-hy.de Tourist-Information Hoyerswerda Braugasse 1, 02977 Hoyerswerda Tel. +49 3571 209 6170 B-C/2 hoyerswerda@lausitzerseenland.de www.hoyerswerda.de


Hornow

Lausitzer Seenland

Die Schokoladenseite der Lausitz Wieder ein Traum verwirklicht – die Erlebnis-Scheune lädt zum Staunen, Kochen und Tanzen ein

Ganz neu ist die Felicitas Erlebnis-Scheune Spätestens jetzt wird uns klar, dass es im SchokoParadies nicht nur um Süßes und hausgemachte Torten und Eis im Café nebenan geht. Das Ganze hat auch etwas mit Horizonterweiterung zu tun. „In einem umgebauten LPG-Stall wollen wir dieses Wissen vermitteln“, erklärt Goedele Matthyssen. Im Mittelpunkt der Erlebnisscheune stehen die Themen Kakao, gesunde Ernährung und Landleben. Diese

Goedele Matthyssen und Peter Bienstman vor der antiken „Formenwand” im SchokoLadenLand. Die Chefin selbst erlernte das Handwerk beim Antwerpener Meister-Chocolatier Eric Goossens. Bei ihm erfuhr sie, dass gute Schokolade ohne billige Ersatzfette und Konservierungsstoffe auskommt. Wichtig sei die richtige Schmelztemperatur. „Um belgische Qualität zu erreichen, kommt es aufs Verhältnis von Zucker und Kakaobutter sowie aufs richtige Temperieren an“, verrät sie. Jährlich werden bei Felicitas rund 80 Tonnen Schokoladenrohmasse verarbeitet. Goedele Matthyssen und Peter Bienstman – einst Entwicklungshelfer in Nigeria – fühlen sich mit ihren drei Kindern in Hornow längst heimisch. Doch am Ende aller Träume sei man längst nicht. Die WahlLausitzerin: „Ich finde, man sollte sich immer weiterentwickeln und neue Ziele setzen. Richtig geschafft hat man es doch nie!“ In der Mitmach-Schauwerkstatt können Besucher Schokolade selbst kreieren. erfreuen. Gemeinsam mit Experten werden thematische Workshops organisiert, viele davon speziell für Kinder. Vor der Tür warten die große Wiese, Spielplatz und ein Streichelzoo auf die Jüngsten, die anschließend toben können. Polnische Schüler, die zunehmend ins SchokoLadenLand kommen, fanden das nach der langen Busfahrt total klasse.

Die Erlebnis-Scheune lädt ein Angebote richten sich vor allem an Schulklassen, Firmen und Reisegruppen. In der großen MitmachKüche können Gäste gemeinsam gesunde, regionale Zutaten kennenlernen und verarbeiten. Für Erwachsene werden in der Scheune Tanzveranstaltungen organisiert, die sich immer größerer Beliebtheit

Was die Schokolade hier so besonders macht Viele Informationen für Gäste gibt es im FelicitasSchokoladen-Film. Über 1.000 Schokoladenprodukte, darunter mehr als 60 Pralinensorten, kreieren die fleißigen Mitarbeiter. Sie tragen ein Häubchen auf dem Kopf, das an Schokoladenmädchen erinnert. Viele der Leckereien können Gäste in der Mitmach-Schauwerkstatt auch selbst anfertigen.

Tipps: E Werksverkauf E Mitmach-Schauwerkstatt E Individuelle Schokoladenanfertigungen auf Wunsch E Café mit Terrasse E Pralinenseminare und Schokoladen-Workshops E Kindergeburtstage E Streichelzoo, Spielplatz E Tagungen, Firmenoder Familienfeiern E Frühstück E Produktionsführungen nach Anmeldung Confiserie Felicitas & SchokoLadenLand Hornow Schokoladenweg 1, 03130 Spremberg OT Hornow Tel. +49 35698 8055545, info@confiserie-felicitas.de Gruppenanfragen: event@confiserie-felicitas.de www.schokoladenland.de D/0 Geöffnet: Mo.-Sa. 8-18 Uhr, So. 14-18 Uhr; nicht an Brandenburger Feiertagen; Filialen in Dresden (Frauenstraße 9 und Altmarkt-Galerie, Altmarkt 25) und in Potsdam (Gutenbergstraße 26)

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Strahlendes Lachen, leuchtende Augen und für Gäste immer ein offenes Ohr: Goedele Matthyssen, Chefin der Confiserie Felicitas mit dem SchokoLadenLand, beherrscht noch die alte Charmeschule. Ihre Begeisterung für Schokolade und Kakao steckt einfach jeden an. In Regalen um sie herum liegen Pralinen, originelle Schokohohlfiguren, Schokoladentafeln und vieles mehr. Alles wird nach dem Vorbild belgischer Chocolatierkunst in Handarbeit gefertigt. Felicitas ist ein Eldorado für Süßschnäbel. Goedele Matthyssen & Peter Bienstman, die Gründer und Inhaber der Confiserie Felicitas, perfektionieren ihr SchokoLadenLand seit 28 Jahren immer weiter – im vergangenen Jahr wurden sie dafür mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg ausgezeichnet. Die Belgier laden zum Rundgang durch das SchokoLadenLand ein. Natürlich darf da genascht werden: Nougat-Pralinen zergehen auf der Zunge, die Mokka-Trüffel sind ein Gedicht. Oder darf es Marzipan mit Zartbitterschokolade sein? Man muss sich beherrschen, um nicht weiteren Schoko-Leckereien zu verfallen. Die sympathische Gastgeberin sieht das nicht so eng und probiert noch ein Stück: „Ich bin eine Süße“, sagt sie mit Augenzwinkern. Schokolade sei ihre Leidenschaft. Die mache nicht nur glücklich, sondern auch gesund! Tatsächlich gilt Schokolade als Appetitanreger für gesunde Salate, Obst und Gemüse. Kakao ist einerseits ein Powerstoff, kann aber anderseits auch für gesunden Schlaf sorgen.


Lausitzer NEISSELAND

. Radler überqueren eine Brücke im Muskauer Park. Sie verbindet die polnische mit der deutschen Seite.

Jeden Tag eine kleine Tour

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So lässt sich das östlichste Feriengebiet der Oberlausitz am besten erkunden Auf Wald- und Wiesenwegen durch idyllische schlägen für kleine Rundtouren erarbeitet, die zwiNatur, abseits großer Straßen, mit Erfrischungspau- schen 20 und knapp 50 Kilometern lang sind. Die se an einem schönen Badesee – mitunter braucht Badeseetour rund um Weißwasser, die Tour durch es für einen erholsamen Ausflug nicht viel. Das das Niederspreer Teichgebiet oder die HeidedörferNEISSELAND zwischen der sächsisch-brandenburgi- Tour eignen sich optimal als Tagesausflüge für Faschen Landesgrenze und dem Berzdorfer See im milien. Süden von Görlitz überrascht mit einem verzweigJeder kann die Touren ganz nach Interesse, Austen Netz von gut ausgebauten Radwegen. Die Ge- dauer und Kondition auswählen. An der Strecke liegt gend bietet sich einfach für einen Kurzurlaub an, mancher Geheimtipp, etwa der Njepila-Hof in Rohwobei man sich jeden Tag eine andere kleine Tour ne, das Schulmuseum in Daubitz, die Wehrkirche in vornehmen kann. Horka, der Aussichtsturm auf dem MonumentenTatsächlich verlaufen mehrere überregionale Radwege und verschiedene thematische Routen durch die Region, die nach dem deutsch-polnischen Grenzfluss Neiße benannt ist. Man kann aktiv sein, ohne dass man sich steile Anstiege hinauf quälen muss. Auf verschiedene Schwierigkeitsgrade sei dennoch verwiesen. So führen die Wege nördlich von Niesky durch eher flache Landschaft. Anspruchsvollere Strecken finden Radler dagegen im hügeligen Süden, vor allem rund um die Königshainer Berge oder am Rotstein. Picknick während eines Ausflugs am Quitzdorfer See Am beliebtesten unter den Fernradwegen ist der Oder-Neiße-Radweg (s. S. 85), der berg oder das Wasserschloss Tauchritz. Freilich lasmit rund 630 Kilometern Länge bis auf die Ostsee- sen sich auch unterschiedliche Routen miteinander Insel Usedom führt. Für abwechslungsreiche Tou- verbinden, etwa die Badeseetour mit einem Absteren seien zudem die Sächsische Städteroute, die cher in den Muskauer Park oder die Görlitzer LandNeißelandtour, Froschradweg und Wolfsradweg, tour mit der Strecke rund um Reichenbach. Fürst-Pückler-Radweg oder der Themenweg mit Tipps: E Genaue Beschreibungen der Strecken sorbischen Impressionen (s. S. 62) empfohlen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche andere Rou- unter www.neisseland.de (bei regionalen Radtouten, um das Neisseland mit dem Rad zu entdecken. ren). E neue Broschüren mit RoutenempfehlunFür die Region wurde eine ganze Liste von Vor- gen (im ersten Quartal) in Tourist-Informationen.

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Wunderbar lassen sich Radtouren mit Abenteuern verbinden – so mit Bootsfahrten auf der Neiße. Weitere Ausflugsziele (Auswahl): E Schlosskomplex Königshain E Konrad-Wachsmann-Haus Niesky (s. S. 84) E Sorbisches Kulturzentrum Schleife (s. S. 84) E Geländewagenmuseum Reichwalde E Luftfahrttechnisches Museum Rothenburg/ Ol. E Schloss Krobnitz, Granitabbaumuseum Königshain und Dorfmuseum Markersdorf (S. 83) E Waldeisenbahn Muskau (S. 82) E Schokoladenfabrik Felicitas (s. S. 79) E Glasmuseum Weißwasser E Erlebniswelt Krauschwitz E Neiße Tours (Bild oben) E Wakeboard-Anlage Halbendorf (s. S. 75) E Tierpark Weißwasser E Geheimnisvolle Welt von Turisede (s. S. 48-49) E Museum Sagar E Kinder-Spiel-Land im Rosenhof Görlitz E Freizeit- und Campingpark Thräna (s. S. 86) Lesen Sie mehr auf den Seiten 48ff. und 82 bis 86! Touristische Gebietsgemeinschaft NEISSELAND e.V. Elisabethstraße 40, 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3581 3290121 info@neisseland.de www.neisseland.de


Bad Muskau

Lausitzer NEISSELAND

Mit der Kutsche durchs Welterbe Der Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau lässt sich in unterschiedlicher Weise durchqueren „Fahrwege müssen so disponiert werden, dass man das Sehenswerteste und die Hauptgegenstände im ganzen Park der Reihe nach besuchen könne, und doch, wenn man das Wohnhaus wieder erreicht, dieselben Stellen nie zweimal, wenigstens nicht in derselben Richtung, passiert habe.“

Bei einem Wegenetz mit insgesamt rund 50 Kilometern Länge erscheint es durchaus angebracht, in einem pferdebespannten Wagen bequem durch den berühmten Landschaftspark zu fahren. Er erstreckt sich seit 1945 zu zwei Dritteln auf polnischem Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871) Quelle/ Stiftung: Georges François Louis Jacquemot Boden und wurde 2004 zum • Der Muskauer Park / Park Muzakowski dehnt sich UNESCO-Welterbe erklärt. Freie Kutschen warten auf rund 830 Hektar beiderseits der Neiße aus. Sein am Schlossvorwerk, um Gäste zu einem Ausflug auf Schöpfer Hermann von Pückler-Muskau empfahl deutscher Seite einzuladen. Diese bekommen uneine Tour in der Kutsche, um das Gartenkunstwerk terwegs Pücklers Philosophie und Gestaltungsele-

sen!“, die sich dem Parkschöpfer mit all seinen Facetten widmet. Besucher dürfen dabei auch in automatisch gesteuerten Wagen Platz nehmen, die sich an Bildern einer idealisierten Landschaft vorbei bewegen. Sie veranschaulichen die Visionen, die der Fürst im Muskauer Park verwirklichen wollte. Manches blieb unerfüllt. Pücklers Nachfolger – Prinz Friedrich der Niederlande und später die Grafen von Arnim – vervollkommneten die Komposition. So entstand in Muskau der größte klassische Landschaftspark, den es auf dem europäischen Festland gibt. Steinerne Bänke markieren in der Landschaft die Punkte, an denen sich beeindruckende Blicke und diagonale Sichtachsen öffnen. In jedem Fall empfiehlt es sich auszuschwärmen, egal ob zu Fuß oder mit dem Rad (s. Titelfoto). Abstecher lohnen sich in den Bergpark oder ins Hermannsbad, wo 1823 Muskaus Kur- und Badetradition begründet wurde. In den vergangenen Jahren ist dort viel passiert. Kuppelpavillon und Villa Bellevue sind saniert. Die Exedra, eine halbrunde Steinbank, wurde rekonstruiert und wiederaufgestellt. Die Gleise der Waldeisenbahn Muskau wurden verlängert, so dass diese seit 2017 direkt im Badepark hält. Tipp: E Die Touristinformation von Bad Muskau hat ihren Sitz neben dem Parkeingang am Kirchplatz. Für Erkundungen in der Park- und Kurstadt verleiht sie auch Fahrräder, Bollerwagen, Rollstuhl und Rollator. Wer Pücklers Werk vom Wasser aus sehen möchte, kann eine Tour auf der Neiße buchen und am alten Wehr unweit der Orangerie in ein Schlauchboot steigen.

mente erläutert – zusätzlich zu herrlichen und ständig wechselnden Blicken. Eine Kutschfahrt ganz anderer Art lässt sich im Neuen Schloss unternehmen. Sie ist Teil der Dauerausstellung „Pückler! Pückler? Einfach nicht zu fas-

Kuren und genießen wie Fürst Pückler Urlaub oder Kur im UNESCO-Welterbe Muskauer Park – dafür empfiehlt sich das Kulturhotel am Marktplatz von Bad Muskau. Das Vier-Sterne-Haus ist nicht nur nach „Fürst Pückler“ benannt. Es orientiert sich bewusst an Traditionen, die auf den früheren Standesherrn zurückgehen. So begründete Hermann von PücklerMuskau das Kurwesen im Ort, indem er ab 1823 Mineralbäder und Trinkkuren anbot. Den Kurortstatus sichert heute das Kulturhotel für die Stadt. Gäste können sich bei Wellness-Behandlungen in

Bad Muskau Touristik GmbH Kirchplatz 5, 02953 Bad Muskau D/1 Tel. +49 35771 50492 info@badmuskau.info www.muskau.info, www.badmuskau.de der „Machbuba-Oase“ oder bei Anwendungen mit Naturmoor und Thermalsole verwöhnen lassen. Mit einer modernen Interpretation historisch überlieferter Speisen will das Hotelrestaurant an die Esskultur des grünen Fürsten erinnern. Er führte ab 1854 seine „Tafelbücher“, in denen er alle Menüs und Gäste seiner Tischgesellschaften aufzeichnete. Auf der Karte steht freilich auch hausgemachtes Fürst-Pückler-Eis. Kulturhotel Fürst Pückler Park Therapeutisches Zentrum Moorbad Bad Muskau GmbH Schloßstraße 8, 02953 Bad Muskau D/1 Tel. +49 35771 5330 info@kulturhotel-fuerst-pueckler-park.de www.kulturhotel-fuerst-pueckler-park.de

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mit seinen unterschiedlichen Teilen zu erkunden. „Jeder von diesen bietet hinreichenden Raum und Stoff zu einer Spazierfahrt“, schrieb der grüne Fürst in seinen 1834 erschienenen „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei“.

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Lausitzer NEISSELAND

Weißwasser • Bad Muskau

Mit Volldampf durchs Jubiläumsjahr Waldeisenbahn Muskau feiert 125-jähriges Bestehen mit zahlreichen Veranstaltungen

Mit recht einfacher Technik läuft der Betrieb der Muskauer Waldeisenbahn. Doch offensichtlich fasziniert gerade das schlichte, rustikale Reisen die Passagiere. Dass es gelegentlich etwas rumpelt, wenn die frühere Güterbahn über die schmalen Gleise rollt, gehört zum besonderen Erlebnis dazu. Immerhin erinnert die heutige touristische Attraktion an ein wichtiges Zeugnis regionaler Industriekultur mit 125-jähriger Geschichte. Der Besitzer der Standesherrschaft Muskau, Traugott Graf von Arnim, ließ 1895 die ersten Schienen verlegen, um seine zahlreichen Betriebe miteinander zu vernetzen. Die „Gräflich von Arnimsche Kleinbahn“ verband später Kohlengruben, Sägewerke, Ziegeleien und Papierfabriken, und das auf einer Länge von 80 Kilometern. Heute verkehren die umgebauten Güterwagen mit eigenem Fahrplan auf drei Strecken: als Museumsbahn, die nicht Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs ist. Von Weißwasser aus steuern die Züge den Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau und den Rhododendronpark in Kromlau an. Zudem werden Sonderfahrten auf der Tonbahn zum Aussichtsturm „Schwerer Berg“ am Rand des Tagebaus Nochten angeboten. Die etwa einstündige Fahrt führt teilweise entlang der Strecke, die einst die Tongrube in Mühlrose mit der 1991 stillgelegten Ziegelei in Weißwasser verband.

mantiker. „Wir erzählen vorher nicht, wo wir hinfahren und was passiert“, sagt Susann Lichnok. Fahrgäste dürfen also bis zuletzt gespannt sein.

Das 125. Jubiläum wird 2020 das ganze Jahr über mit Veranstaltungen gefeiert, die nicht nur für Eisenbahnfans interessant sein dürften. „Sowohl zu Ostern als auch zu Pfingsten fahren wir mit drei Dampfloks auf allen Strecken“, kündigt Marketingmitarbeiterin Susann Lichnok an. Zu Himmelfahrt am 21. Mai läuft der Betrieb mit verschiedenen Dieselloks, die zum Teil extra nach Weißwasser kommen. Und zur Fahrzeugparade am 11. September rollen Sonderzüge aus Berlin und Chemnitz an. Auch die beliebten Mondscheinfahrten gehören im Jubiläumsjahr zum Programm: am 22. Mai für Kinder und am 5. September für erwachsene Ro-

Neue Trends immer im Blick

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Mutter und Sohn managen gemeinsam 4-Sterne-Hotel in Weißwasser Mehr als 40 Jahren steht das Hotel „Kristall“ in Weißwasser offen, und von Anfang an führt Christina Piche das Haus – anfangs als Angestellte, seit 1993 als Eigentümerin. Nicht nur äußerlich hat sich der fünfgeschossige Bau seither erstaunlich verändert. In Ausstattung, Technik, Komfort und Angebot wurde kräftig investiert. Der Aufwand hat sich gelohnt: 2017 rückte das „Kristall“ mit seinen 40 Zimmern in die Kategorie der 4-Sterne-Hotels auf. „Man muss den Markt immer im Auge behalten und sich auf neue Trends einstellen“, weiß die sympathische Geschäftsfrau. Längst managt sie das moderne Stadthotel gemeinsam mit ihrem Sohn Dani-

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el. Gäste schätzen die gute Küche im hauseigenen Bistro Nr. 34 oder am Stadtstrand, der alljährlich im Sommer direkt vor dem „Kristall“ einlädt. In dem zentral gelegenen Hotel kann man nicht nur erstklassig schlafen, sondern von dort auch hervorragend in die Region ausschwärmen, etwa in

Veranstaltungen (Auswahl): E 10. bis 13. April: Saisonstart mit Osterdampf E 21. Mai: Ausflüge zu Himmelfahrt E 30.-31. Mai/1. Juni: Pfingstdampf zum Park- und Blütenfest in Kromlau E 11.-13. September – großes Festwochenende mit Fahrzeugparade anlässlich des Jubiläums „125 Jahre Waldeisenbahn Muskau”, mit Dampflokbetrieb auf allen 3 Strecken E 5.-6. Dezember: Weihnachtsmannfahrten nach Kromlau E weitere Termine im Internet Lesen Sie auch Seite 16ff. Waldeisenbahn Muskau GmbH Zentrale Abfahrt: Bhf. Weißwasser-Teichstraße D/1 Geschäftsstelle: Jahnstraße 5, 02943 Weißwasser Tel. +49 3576 207472 wem.gmbh@waldeisenbahn.de www.waldeisenbahn.de

den Muskauer oder Kromlauer Park. Für Ausflüge stehen Leihräder bereit. Dazu erhalten Gäste an der Rezeption gute Tipps. Für Gruppen planen die Hotelmitarbeiter sogar das Tagesprogramm. Und wer mitten im UNESCO-Welterbe übernachten möchte, kann eine der vier Ferienwohnungen buchen, die das „Kristall“ im Schlossvorwerk des Fürst-PücklerParks Bad Muskau vermietet.

Tipps: E Bistro mit Speisen aus regionalen frischen Produkten E Außengastronomie Stadtstrand E Eintrittskarten-Service für Eishockeyspiele der „Füchse“ Hotel Kristall **** Karl-Liebknecht-Straße 34, 02943 Weißwasser D/1 Tel. +49 3576 2640, Fax 264 102 info@hotelkristall.de, www.hotelkristall.de


Königshain • Krobnitz • Markersdorf • Reichenbach

Lausitzer NEISSELAND

Begehrter Stein aus der Lausitz Das Granitabbaumuseum Königshainer Berge ist einer von vier Standorten im Museumsverbund

Granit aus der Lausitz kam früher beim Bau von Brücken, Straßen und Gebäuden zum Einsatz. So wurde das robuste Gestein für den Leuchtturm am Kap Arkona auf der Insel Rügen und für das Görlitzer Eisenbahnviadukt verwendet. Das Material ließ sich sehr gut verarbeiten. Zwischen 1844 und 1975 wurde es auch in den Königshainer Bergen gewonnen. Seit 1995 gibt es dort ein Granitabbaumuseum, das Einblicke in den schweren Alltag der Steinarbeiter vermittelt. Eingerichtet ist es in einem Gebäude, das früher als Schmiede sowie als Küche und Frühstücksraum diente. Heute sind darin Ausstellungen

Umgeben von einem Landschaftspark erhebt sich der imposante Bau des Schlosses Krobnitz.

Rundgang auf dem Natur- und Steinbruchlehrpfad durch das einstige Abbaugebiet. über die Steinarbeiter in den Königshainer Bergen sowie über die Geologie der Gegend zu sehen. Mit seiner besonderen Geschichte ist das Museum Teil der Route sächsischer Industriekultur. Gäste erfahren viel Wissenswertes über den Prozess vom Abbau des Gesteins bis zur Verarbeitung als Pflaster. Drei frühere „Steinmetzbuden” auf dem Gelände zeugen von der Arbeit der Pflastersteinschläger. Im einstigen Kompressorenhaus ist ein tonnenschwerer Luftverdichter zu sehen. Das technische Denkmal lässt erahnen, welcher Aufwand für

Zum Haus und Hof im Ackerbürgermuseum in Reichenbach gehört die Küche von 1900.

die Versorgung der Steinbrüche mit Druckluft notwendig war. Das Museum liegt am Natur- und Steinbruchlehrpfad. Der Weg durch das einstige Abbaugebiet um die Firstensteingruppe führt mitten durch das Landschaftsschutzgebiet Königshainer Berge. Wer vertiefende Informationen wünscht, etwa über die alte Abbautechnik oder ehemalige Produktionsstätten, sollte eine Führung buchen. Angeboten werden Wanderungen für Erwachsene, Kinder und Jugendliche. Die Museumssaison startet im April/ Mai. Zum Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gehören neben dem Granitabbaumuseum drei weitere Einrichtungen. Während das Dorfmuseum in Markersdorf bäuerliche Lebensweise zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor Augen führt, erzählt die Ausstellung im Reichenbacher Ackerbürgermuseum vom Tagwerk der kleinen Leute. Auf Schloss Krobnitz wird in einer Dauerausstellung an den preußischen Kriegsminister Albrecht Graf von Roon (1803-1879) erinnert, der das Herrenhaus im Stile seiner Zeit umbauen ließ und dort seinen Altersruhesitz nahm. Tipps: E museumspädagogische Angebote E Trauungen, Tagungen, Konzerte und Feiern im Schloss Krobnitz E Veranstaltungen auf dem Bauernhof E Museumsshops E Ausstellungen unter: www.oberlausitz-museum.de

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Wie lebten die Bauern vor 100 Jahren? Im Dorfmuseum in Markersdorf lässt sich eine Kleinbauernwirtschaft nachempfinden. Auch eine Dorfschule um 1900 ist für Gäste geöffnet.

Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbund gGmbH Geschäftsstelle: Elisabethstraße 40 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3581 32901-0 info@museumsverbund-ol.de www.oberlausitz-museum.de

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Lausitzer NEISSELAND

Rietschen • Niesky • Schleife

Altes Holz mit neuem Leben Der Erlichthof Rietschen begeht im September 30-jähriges Jubiläum Wohnlich und behaglich wirken die urigen Schrotholzhäuser am Ortsrand von Rietschen. Das reizvolle Ensemble, am Wolfsradweg gelegen, vermittelt das Bild eines Lausitzer Heidedorfes und feiert am letzten Septemberwochenende 30-jähriges Bestehen. Erleben Sie traditionelles Handwerk zum Anfassen sowie Handel und Gastronomie in den ehemaligen Wohnhäusern und Scheunen. Eine Dauerausstellung ist den Lausitzer Wölfen gewidmet. Führungen durch die Siedlung können Sie gerne nach Vorbestellung buchen. Regionale Feste und besondere Märkte laden ganzjährig in die historische Siedlung ein, ebenso kulturelle Veranstaltun-

gen wie Kabarett und Konzerte. Mehr Informationen über das abwechslungsreiche Ferienprogramm und das Jubiläum finden Sie unter www.erlichthof.de. Tipps & Termine: E Ferienhäuser & -Zimmer E Stellplatz für Wohnmobile E Radverleih E Kräuterkunde E Wolfs-Exkursionen & Wanderungen ins Heide- und Teichgebiet E 29. März: Töpfermarkt E 3. Mai: Frühlingsgartenmarkt E 12. Juli: Oldtimer-Treffen E 16. August: Trödelmarkt E 25.-27. September: Der Erlichthof feiert sein 30-jähriges Bestehen E 26. September: Natur- und Fischerfest mit Abfischen E 11. Oktober: Herbstgartenmarkt „mit Wolle & mehr”

Erlichthofsiedlung Naturund Touristinformation Turnerweg 6, 02956 Rietschen E/2 Tel. +49 35772 40235 kontakt@erlichthof.de, www.erlichthof.de Di.-So., Feiert. 10-17 Uhr (Jan./Feb. eingeschränkt)

Häuser mit eigenem Stil Niesky gilt als Musterstadt für den modernen Holzbau Mit Fertigteilhäusern aus Holz, die weltweit exportiert wurden, machte Niesky in den 1920er-Jahren Furore. Ein „Holzhauspfad“ führt in die vier gartenstadtähnlichen Werks- und Musterhaussiedlungen, die mit Kirche und Kindergarten aus Holz noch heute ein attraktives Wohnumfeld bilden. Die berühmteste der 100 Holzbauten ist die einstige Direktorenvilla von Konrad Wachsmann (1901-1980). Der jüdische Architekt, 1941 in die USA emigriert, begann seine Karriere in Niesky. Von 1926 bis 1929 arbeitete er bei Christoph & Unmack. Das Unternehmen produzierte im großen Stil Fertighäuser aus dem natürlichen Rohstoff und stieg damit zu Europas größte Holzbaufirma auf. Musterhäuser, die Mitarbeiter bewohnten, wiesen in der gesamten Stadt auf das Produk-

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Willkommen in Schleife

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stellung „Holzbauten der Moderne“ zum Erkunden ein. Die kleine Stadt inmitten der waldreichen Heide- und Teichlandschaft hat mit dem baulichen Erbe der Herrnhuter Brüdergemeine, Erlebnisbad und Eisstadion viele weitere Highlights zu bieten. Ausflugstipps erhalten Sie im ältesten Haus, heute Stadtmuseum und Tourist-Information. Das Umgebindehaus liegt im Stadtzentrum am denkmalgeschützten Zinzendorfplatz.

tionsspektrum hin. Für ein Vorstandsmitglied des Unternehmens entwarf Wachsmann das hölzerne Wohnhaus in Blockbauweise. Architektonisch am Bauhaus orientiert, lädt dieses Gebäude heute als Museum Konrad-Wachsmann-Haus mit der Aus-

Im Sorbischen Kulturzentrum Schleife erhalten Besucher einen Einblick in die Besonderheiten und Einzigartigkeit der sorbischen Kultur in den Dörfern des Kirchspiels Schleife. Eine ständige Ausstellung zeigt die umfangreiche Trachtenpuppensammlung zur Schleifer Tracht, nimmt Besucher mit in die Schleifer Sagenwelt und veranschaulicht die sorbischen Techniken des Ostereierverzierens. Auf Wunsch werden Reisegruppen mit Brot und Salz begrüßt und erfahren in einem Vortrag Wissenswertes über die sorbische Geschichte, Sprache, Brauchtum und Trachten.

Touristinformation & Museum Niesky Zinzendorfplatz 8, Tel. +49 3588 25580 touristinfo@niesky.de, www.museum.niesky.de Öffnungszeiten: Mo.-Fr.10-17 Uhr, So. 14-17 Uhr Museum Konrad-Wachsmann-Haus E/2 Goethestraße 2, Tel. +49 3588 2239793 www.wachsmannhaus.niesky.de Öffnungszeiten: So.-Do.10-16 Uhr, zusätzlich vom 3.4. bis 30.10. auch Fr. 10-16 Uhr Tipps & Termine: E 7./8. März: Orchideenschau E 28./29. März: 23. Sorbischer Ostereiermarkt in Schleife E 11. Oktober: Herbstmarkt mit Apfelsortenschau E Konzerte, Kabarett und Ferienprogramme aktuell auf der Homepage Sorbisches Kulturzentrum Schleife Serbski kulturny centrum Slepo Friedensstraße 65, 02959 Schleife D/1 Tel. +49 35773 77230 schleife@sorbisches-kulturzentrum.de www.sorbisches-kulturzentrum.de


Auf acht Rollen an die Ostsee Von Zittau nach Zinnowitz: Eine Liebes-Erfahrung auf dem Oder-Neiße-Radweg – Von Olaf Franke Die Tour vergeht wie im Flug: Frankfurt/Oder, Schwedt, Ueckermünde, Zinnowitz – jeder Etappenort verlangt einen Entdeckertag! Dazwischen sollte man unterwegs etwa im Kloster Neuzelle, im Nationalpark Oderbruch und natürlich im Ziel auf der Insel Usedom mehr Zeit verbringen. Zweites Fazit: Die Reise geht besser und schneller als gedacht. Die Strecke ist fast durchgehend asphaltiert. Nur ganz wenige Abschnitte und leider zahlreiche Ortsdurchfahren beanspruchen die Fußsohlen ordentlich oder verlangen sogar kleine Ausweichrouten. Unsere Tour endete am 6. Tag nach genau 536 Kilometern auf der Seebrücke in Zinnowitz. Drittes Fazit: Nachahmer sollten sich vielleicht zwei bis drei Tage mehr Zeit nehmen. Zum Ende hin waren unsere Etappen jeweils mehr als 120 Kilometer lang. Das mag nicht jeder! Ziel erreicht. Tolle Erlebnisse und Glücksgefühle. Von Zinnowitz kommt man gut und zügig mit Zügen wieder an den Ausgangspunkt.

Diese Liebesgeschichte beginnt vor vier Jahren, als ich erstmalig das Geheimnis des Oder-NeißeRadweges erfahren durfte – in kleiner Gruppe mit Rad von Görlitz an die Ostsee. Gehört hatte ich: Er zählt zu den faszinierendsten Streckenradwegen Deutschlands. Vom böhmischen Isergebirge aus begleitet er zunächst die wildromantische Neiße, bis er sich später an die Oder schmiegt, um sich nördlich von Schwedt allein zur Ostsee zu schlängeln. Beeindruckend fand ich die kilometerlangen, deichbegleitenden Abschnitte, die unberührten, weitläufigen Naturräume, die Ruhe, die kleinen Orte und vor allem auch die hervorragend glatten Asphaltwege.

chen empfehlenswert. Bad Muskau ist zweiter Etappenort nach 70 Kilometern. Wir sind zeitig da, um in Ruhe den Fürst-Pückler-Park und das Schloss zu besichtigen. Erstes Fazit: Viel Zeit für den Oberlausitzer Teil einplanen, es gibt so viel zu entdecken. Obwohl der Oder-Neiße-Weg einen schnell vorankommen lässt, kann die Ostsee ruhig etwas warten. Der Weg ist das Ziel Auf dem Niederlausitzer Abschnitt und später den brandenburgischen Abschnitten faszinieren unzählige Natur-, Ruhe- und Blickpunkte, so am Zusammenfluss von Neiße und Oder bei Ratzdorf: wunderschön ist der freie Blick über die Auen dort und auch später im Nationalpark Oderbruch.

Die Radreise-Spezialisten

Robert Michalk Photography

Ihr Partner für Radtouren: AugustusTours aus Dresden – Preisträger „Großer Preis des Mittelstandes“ 2017 – bietet individuelle Radreisen am Oder-Neiße-, Spree- und Froschradweg mit Gepäcktransport an. Neben der individuellen Etappenplanung umfasst der Rundum-Service von AugustusTours die Buchung radfreundlicher Unterkünfte, den Gepäcktransport von Unterkunft zu Unterkunft, Mieträder sowie ausführliche Reiseunterlagen mit den Streckenbeschreibungen und Besichtigungstipps.

Olaf Franke an der Fachwerkkirche in Pechern auf dem Oder-Neiße-Radweg. Er ist Chef der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien und hat das Wagnis auf Rollen erfolgreich ausprobiert.

App zur Tourenplanung: Oberlausitz.Touren für Android und iOS im Web bei outdooractive Mehr Informationen: www.oberlausitz.com/aktiv www.radwandern-oberlausitz.de www.oder-neiße-radweg.de

Angebote 2020: Oder-Neiße-Radweg: E Zittau – Usedom (11 Tage/ 10 Nächte), Preise pro Person: 929 Euro im DZ, 1.229 Euro im EZ E Zittau – Frankfurt/Oder (6 Tage/ 5 Nächte), Preise pro Person: 409 Euro im DZ, 559 Euro im EZ Spreeradweg: E Radreise Bautzen – Berlin (9 Tage/ 8 Nächte), Preise pro Person: 679 Euro im DZ, 909 Euro im EZ Froschradweg: E Rundreise ab/an Bautzen (7 Tage/ 6 Nächte), Preise pro Person: 499 Euro im DZ, 659 Euro im EZ Buchung unter: AugustusTours Turnerweg 6, 01097 Dresden A/4 Tel. +49 351 5634820 aktiv@augustustours.de, www.augustustours.de

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Unberührte Natur, Orte mit Kultur Was für Radfahrer ein pures Vergnügen ist, eignet sich das auch für Skater? Diese Frage ließ mich nicht mehr los und im Juni 2019 war es so weit. Gemeinsam mit einem fahrradfahrenden Freund gingen wir unter dem Motto „Von Zittau nach Zinnowitz“ auf die Reise. Nach den ersten rumpligen Metern auf innerstädtischem Pflaster zeigt sich der Weg sehr schnell von seiner glatten Seite und führt ab Rosenthal weg von der B96 durch den Klosterwald, der die wildromantische Neiße samt Radweg mit üppiger Vegetation übertunnelt. Nach etwa 20 Kilometern taucht das Kloster St. Marienthal auf. Zeit für eine Besichtigung und einen Moment, die Ruhe und Besinnlichkeit dort aufzusaugen. Es folgt das Städtchen Ostritz, das sich immer wieder so beeindruckend gegen Neonazi-Aufmärsche auflehnt, dann der Bertsdorfer See, der beliebte Haus-See der Görlitzer. Auf jeden Fall sollte man sich für den ersten Etappenort Görlitz, das größte Flächendenkmal Deutschlands, einen Tag mehr einplanen. Nach der geheimen Welt von Turisede, einem außergewöhnlichen Park mit Baumhäusern, Verweil-, Spiel und Phantasieplätzen, folgten herrliche Naturräume. Kleine Pausen sind am Neißeknick und in den schönen kleinen Orten mit ihren Kir-


Zentendorf • Hohendubrau / Thräna

Lausitzer NEISSELAND

Die Geheime Welt von Turisede – ein einzigartiger Freizeitpark (siehe Seite 48-49) mit Baumhäusern, Spielplätzen und dem Neiße-Floß-Café (rechts).

Eine Freizeitoase für jung und alt Der Freizeit- und Campingpark ist ein Ort zum Vergnügen, Erholen und Entspannen. Der Freizeit- und Campingpark Thräna ist ein kleines Ausflugsparadies für Tagesgäste und Campingfreunde. Das hat mehrere Gründe: Der Park liegt zwischen Bautzen und Görlitz im Herzen der Oberlausitz. Außerdem in einer absolut ruhigen, traumhaften Landschaft. Und schließlich wird er von herzlichen Menschen betrieben – das sind Marlies und Joachim Mitschke. Und mit Tochter Stefanie steht die nächste Generation in den Startlöchern. Sie sind für viele erwachsene Tages- und

stellen nutzen. Den selbst gebackenen Kuchen der Chefin sollte man jedoch unbedingt probieren. Wer mit Caravan anreist, staunt nicht schlecht. Die Stellplätze werden hier nicht zugewiesen, sondern mit dem Gast gemeinsam ausgesucht. Überall sind sonnige, aber auch ein bisschen schattige Plätzchen vorhanden. In familiärer Atmosphäre gehen die Mitschkes auf Wünsche ein, reservieren auch gern Plätze im Bereich „50+“ und „Babywiese“. So wurden schon Urlauber zu Stammgästen. Auch Radler schätzen das Kleinod und besuchen für kurz oder länger die „Radlertankstelle”. Sie liegt nah am Froschradweg und ist ein idealer Ausgangspunkt für die Neißelandtour oder Sternfahrten ins Görlitzer Land.

Kinderspielplatz

Rot-, Dam- und Muffelwild in einer Gehegeanlage, buchbar sind eine Gehegeführung mit Fütterung. Joachim Mitschke hat reichlich Infomaterial parat und gibt Gästen Tipps für Ausflugsziele. Neben Reiterhof, Eisenbahn-Ausstellung oder Aussichtsturm in der Umgebung sind auch andere Oberlausitzer Freizeitknüller nicht weit entfernt.

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Stefanie, Marlies und Joachim Mitschke Stammgäste auch gleich erster Anlaufpunkt für einen Schwatz, während die Kinder schon losstürmen zu Pony Bruno und Esel Willi, den Zwergziegen und Kaninchen im Streichelgehege oder zum Riesensandkasten und zur Kletterwand auf dem großen Spielplatz. Danach ziehen die Familien oft gemeinsam zum Gaudi-Golf, bei dem auf einem witzigen Parcours Bälle an Egge, Pflug oder Schubkarre einzulochen sind. Eltern finden reichlich Sitzgelegenheiten, um ihre Kinder beim Spielen und Herumtollen im Auge zu behalten. Gäste dürfen sich durchaus Verpflegung mitbringen und im Park eine der zahlreichen Grill-

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Tipps: E Spielplatz und Streichelgehege E Campingplatz und Wohnmobilhafen E für Campingund Übernachtungsgäste ruhiges, abgeschlossenes Areal mit Schwimmteich E Campinghütten

Wohnwagen im Grünen

Freizeit- und Campingpark Thräna Zum Wildgehege, 02906 Hohendubrau OT Thräna Tel. +49 35876 41238, Mobil: +49 174 9152380 info@freizeitcamp-thraena.de D/3 www.freizeitcamp-thraena.de


Görlitz

Blick über die Altstadtbrücke auf Görlitz mit der Peterskirche. Sie überquert die Neiße und verbindet Görlitz mit Zgorzelec.

Kulturstadt mit zwei Nationen Europastadt Gö rlitz-Zgorzelec fasziniert durch Geschichte, Architektur und Kultur

Vielfältiger Austausch der Nachbarländer Es scheint inzwischen unvorstellbar, dass die Wege in der Görlitzer Altstadt bis 2004 am Grenzfluss endeten. Die älteste Verbindung in den östlichen Teil der Stadt war 1945 zerstört worden. Fast 60 Jah-

re klaffte eine Lücke an der Stelle, wo die alte Handelsstraße Via Regia über die Neiße führte. Der Wiederaufbau der Brücke sorgte für eine wunderbare Belebung der Altstadt. Es ist nicht nur das deutschpolnische Stimmengewirr in der Stadt, sondern auch eine besondere Dynamik und Lebendigkeit, die ansteckend wirken. Als Treffpunkt und Nahtstelle hat die Altstadtbrücke immense symbolische Bedeutung für die Europastadt, die Görlitz und Zgorzelec 1998 gemeinsam proklamierten. Alljährlich am letzten Augustwochenende wird das Altstadtfest mitten über dem Fluss eröffnet. Es findet zeitgleich mit dem Jakuby-Fest statt. Die Literaturtage an der Neiße werden aller zwei Jahre grenzüberschreitend veranstaltet – mit Lesungen, Autorengesprächen und Konzerten an verschiedenen Orten im deutschen und polnischen Teil der Europastadt. Europäisches Format haben auch andere Veranstaltungen in der Neißestadt. Beim Internationalen Straßentheaterfestival ViaThea (im Bild unten) etwa verwandeln sich Straßen und Plätze in eine Bühne.

Komödianten, Akrobaten, Tänzer, Musiker und Pantomimen nutzen dann die faszinierende Stadtkulisse. Schließlich gilt Görlitz als einzigartiges Flächendenkmal, wobei Gotik auf Jugendstil, Renaissance auf Gründerzeit und Barock auf Industriekultur trifft. Die Geschlossenheit des Ensembles mit rund 4.000 Einzeldenkmalen versetzt Gäste immer wieder ins Staunen. Die beeindruckende Architektur bildet auch regelmäßig den stilvollen Rahmen für buntes Markttreiben: beim Tippelmarkt oder Schlesischen Christkindelmarkt. Immer am zweiten Sonntag im September besteht die Chance, architektonische Schätze der Stadt zum Tag des offenen Denkmals zu besichtigen. Die Verbindung von Geschichte, Architektur und Kultur ist dann auf besondere Weise erlebbar. Wer Görlitz besucht, sollte sich auch Zeit nehmen, um einfach durch die Straßen zu schlendern. Sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite laden zahlreiche gemütliche Gaststätten zur Einkehr ein, womit sich der Besuch in der Europastadt genüsslich abrunden lässt. Termine: (Auswahl) E 22.-26. April: Literaturtage an der Neiße E 3.-14. Juni: Jazztage E 2.-4. Juli: Straßentheaterfestival ViaThea E 18./19. Juli: Schlesischer Tippelmarkt E 28.-30. Juli: Altstadtfest/Jakubyfest E 4.-20. Dezember: Schlesischer Christkindelmarkt Görlitz-Information & Tourist-Service Stadtführungen – Übernachtungen – Reiseangebote – Souvenirs Obermarkt 32, 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3581 47570 willkommen@europastadt-goerlitz.de www.goerlitz.de

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Eine Veranstaltung mag ein schöner Anlass sein, um die unvergleichliche Atmosphäre von Görlitz kennenzulernen. Auf Kultur trifft man dort allerdings das ganze Jahr über, sei es im Theater, in den Museen oder schlichtweg bei einem Bummel durch die Europastadt Görlitz/Zgorzelec. Es reicht ein kleiner Spaziergang, um in wenigen Minuten nach Polen zu gelangen. Vom Untermarkt aus sind es nur ein paar Schritte über die Altstadtbrücke bis ins benachbarte Zgorzelec. Mühelos können Passanten über die Grenze hinweg ins andere Land wechseln. Wer die Neißestadt besucht, sollte sich diese Gelegenheit keinesfalls entgehen lassen, um einen Eindruck vom Lebensgefühl in einer Stadt mit zwei Nationen zu gewinnen. Selten erlebt man Europa so intensiv und spannend wie dort.

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Görlitz

Liebenswert charmant Schlichte Eleganz in alten Handwerkerhäusern

Eine Sage gab dem Hotel und Gasthof Dreibeiniger Hund inmitten der Altstadt seinen Namen. Diese und andere Geschichten weiß Inhaber und Wirt Michael Hoffmann seinen Gästen zu berichten. Spätgotische Kellergewölbe, Überreste eines Festsaales aus der Renaissance, bemalte Holzbalkendecken aus der Zeit des Barock und alte Zugriegelschlösser zeugen vom Leben der Bewohner. Seit Dezember 2018 ist eine restaurierte Tapetenwand mit zwölf Schichten bürgerlicher Tapeten im Renaissancesaal zu sehen.

Wer das Erlebnis abrunden möchte, übernachtet in einem der 15 Hotelzimmer der alten Handwerkerhäuser. Keinen Prunk, sondern schlichte Eleganz vermitteln wurzelfurnierte Schränke, Schelllackstühle mit Wiener Rohrgeflecht und Aussteuertruhen.

Reizvoller Kontrast dazu sind modern ausgestattete Bäder, Sat-TV und Internetzugang. Sichere Parkplätze stehen zur Verfügung. Die Ferienwohnung im ersten Obergeschoß war einst Domizil des Hauseigentümers und wurde in der Gründerzeit mit Deckenmalereien ausgestattet. Familie Hoffmann legt Wert auf kleinste Details. Feldblumen schmücken die Vasen auf den Tischen. Duftende Kräutersträuße hängen in Girlanden zum Trocknen vor den Fenstern. Das macht dieses historische Ambiente so liebenswert und lebendig. Spezialitäten der schlesischen und böhmischen Küche bestimmen das Angebot im Restaurant. Hier leben kulinarische Traditionen in modern interpretierten Rezepten auf. Hotel und Gasthof Dreibeiniger Hund Büttnerstraße 13, 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3581 423980 info@dreibeinigerhund.de www.dreibeinigerhund.de

Görlitz – einmalig Stadtschleicher-Rundfahrten Über 4.000 Kultur- und Baudenkmale gibt es hier. Mittelalterliche Gassen, prachtvolle Fassaden und Hallenhäuser im Renaissance-Stil, die östlichste Brauerei Deutschlands, das größte zusammenhängende Gründerzeit-/Jugenstilviertel Europas… In angenehmer Atmosphäre sorgen geprüfte Stadtführer/-innen und Fahrer dafür, dass die Stadtrundfahrt mit dem „Stadtschleicher” zu einem unvergesslichen Erlebnis wird, so zum Beispiel die Tour 1: „Das Original” mit Altstadt und die Tour 2: „Große Rundfahrt” mit Polen.

Stadtrundfahrten in Görlitz ab Haltestelle Obermarkt vor Dreifaltigkeitskirche E Januar, Februar, März nur Sa. & So. – 10 Uhr, 12 Uhr und 14 Uhr E April bis Oktober – täglich 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr, 16.15 Uhr E November, Dezember – täglich 10 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr.

Maßgeschneiderte Touren

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Görlitz-Tourist sorgt für unvergessliche Reiseerlebnisse Dicker Turm, Ochsenbastei, Zwinger, Nikolaiturm So könnte eine Stadtführung aussehen, die Görund Reichenbacher Turm – diese markanten Punk- litz-Tourist für Gäste arrangiert, wenn diese die fast te lassen sich zu einem Rundgang verbinden, der 950-jährige Stadt an der Neiße kennenlernen möchan der früheren Stadtbefestigungsanlage von Gör- ten. Ob für Einzelreisende oder Gruppen: In jedem litz entlang führt. Wer auf diese Weise die Altstadt Fall wird das Programm ganz nach Wunsch zusamumrundet, kann spannende Geschichten erfahren. Da an der Route zahlreiche sehenswerte Denkmale und Orte liegen, lohnt sich der eine oder andere Abstecher, etwa zum Nikolaifriedhof oder in die Peterskirche mit der Sonnenorgel. Im Kaisertrutz endet die Stadtbesichtigung. Die frühere Kanonenbastion ist heute Museum, so dass sich die Historie von Görlitz dort anhand eines Stadtmodells und anderer ExpoKaisertrutz (vorn) und Reichenbacher Turm nate vertiefen lässt.

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Menzel Busreisen / Stadtschleicher / Taxi-Menzel Inhaber: Ingo Menzel Kundenbüro: Obermarkt 13 Am Reichenbacher Turm 02826 Görlitz E/3 Mo.-Do. 9-17 Uhr, Fr. 9-16 Uhr, Sa. 9-12 Uhr Tel. +49 3581 414163, Mobil +49 172 3525639 taximenzel@gmail.com www.stadtschleicher-goerlitz.de mengestellt. Genau darin liegt die Stärke des privat geführten Unternehmens. „Firmen, Vereine oder Familien dürfen sich gern an uns wenden, wenn sie Wert auf individuelle Reiseplanung und -betreuung legen“, sagt der Inhaber Matthias Buchwald. Görlitz-Tourist bietet im Weiteren Tagesfahrten, Wandertouren und mehrtägige Ausflüge zu bestimmten Themen an. Im Fokus liegen dabei reizvolle Ziele im Dreiländereck zwischen Dresden, Prag und Breslau, etwa die Schlösser im Hirschberger Tal, eindrucksvolle sakrale Kunstwerke entlang der Via Sacra oder das Riesengebirge mit der Schneekoppe. Ein spezielles Angebot für eine 5-tägige Reise entlang der Via Sacra finden Sie auf Seite 19!

Klosterplatz 4, 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3581 764747 m.buchwald@goerlitz-tourist.de www.goerlitz-tourist.de


Görlitz

Kein Zoo wie jeder andere Besucher können Tiere hautnah erleben, sie mit Gras füttern und NaturSchauSpiele ausprobieren Es wirkte durchaus rekordverdächtig, als sich im Juni 2019 18-facher Nachwuchs bei den Zebramangusten im Naturschutz-Tierpark Görlitz-Zgorzelec einstellte. Offensichtlich ahnten die possierlichen Tierchen, dass sie 2020 in ein neues, größeres Areal umziehen dürfen. Die Anlage mit Panorama-Einblick wird auch ein weitläufiges Freigelände haben. Mindestens vier Zebramangustenweibchen hatten innerhalb von drei Tagen synchron Junge zur Welt gebracht – alle zusammen in einer Wurfhöhle. Die in Afrika beheimateten kleinen Raubtiere zeigen

Panda mit Jungtier

Ihr Reisepartner für Görlitz Das private Touristbüro i-vent bietet sich sehr gerne als Dienstleister für Ihre Reise nach Görlitz an – sei es für Reiseveranstalter, Busunternehmen, Chöre, private / kirchliche Gruppen oder Firmen. Genießen Sie Ihren Aufenthalt im wunderschönen Görlitz ganz entspannt und ohne Organisationsstress. Sie können Zimmer zu günstigen Gruppentarifen buchen, Gaststättenreservierungen vornehmen, Stadtführungen und Tagesausflüge bestellen und Veranstaltungskarten ordern – der seit über 18 Jahren bewährte Service des Touristbüros für einen schönen Aufenthalt steht Ihnen zur Verfügung! Aus den Einzelleistungen erstellen Ihnen die Mitarbeiter von i-vent auf Wunsch natürlich auch sehr gerne ein Komplettpaket.

litz seit 1997 regelmäßig Nachwuchs – 2019 immerhin zum 20. Mal. Seit Jahren beteiligt sich der Tierpark am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm für diese Tierart, da die kleinen Pandas in ihrer asiatischen Heimat stark bedroht sind, etwa durch Wilderei und Abholzung der Wälder.

Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V. Zittauer Straße 43 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3581 6693000 info@tierpark-goerlitz.de www.zoo-goerlitz.de

Einige Vorschläge finden Sie im GruppenreisenMenü auf www.goerlitz-tourismus.de, Anpassungen nach Ihren individuellen Wünschen sind natürlich gerne möglich. Neben den Schönheiten von Görlitz sind Ausflüge in die deutsche Oberlausitz und/oder in die Nachbarländer Polen & Tschechien ebenfalls unbedingt zu empfehlen. Tipp: E Auch für Individualreisende gibt es interessante Pauschalreiseangebote!

Blick auf das Touristbüro i-vent in der Altstadt.

Touristbüro i-vent Obermarkt 33 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3581 421362 info@goerlitz-tourismus.de www.goerlitz-tourismus.de

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Zebramangusten-Familie

überhaupt ein sehr soziales Verhalten. Sie ziehen ihre Jungen im Kollektiv auf. Egal ob Mutter, Vater, Geschwister, Cousins, Cousinen oder Onkel und Tanten: jeder kümmert sich um jeden, und jedes Jungtier trinkt bei jeder Mutter. Im Görlitzer Tierpark lässt sich wahrlich viel beobachten und lernen. Gäste können Tuchfühlung zu etwa 500 Tieren in knapp 100 Arten aufnehmen. Anlagen mit Plattformen und Schaufenstern erlauben es, sehr dicht an vierbeinige oder gefiederte Bewohner heranzukommen. Manche Gehege dürfen sogar betreten werden. Wer Lust hat, raspelt Möhren für Küken, füttert Stachelschweine und Kamele oder versucht sich beim Gummi-Euter-Melken auf dem UNESCO-prämierten Milchspielplatz. Die bei Familien sehr beliebte Einrichtung hat sich den Roten Panda bewusst als Logo gewählt. Schließlich bekommen diese „Katzenbären” in Gör-

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Görlitz • Markersdorf

Hotel im Grünen, nahe der Stadt Heftige Gefechte tobten im Mai 1813 am Hoterberg bei Görlitz. Napoleons Armee stand dort preußischen und russischen Truppen gegenüber. Bei den Kämpfen wurde der französische Großmarschall Géraud Christophe Michel Duroc schwer verwundet. Einen Tag später starb der engste Vertraute Napoleons auf einem Bauernhof im nahegelegenen Markersdorf. Die historische Begebenheit nahm Carsten Hartig zum Anlass, sein Hotel in Markersdorf nach Marschall Duroc zu benennen. 1995 öffnete das Haus vor den Toren von Görlitz. Längst hat es sich auf dem hart umkämpften Markt gut etabliert. „Von

Das Wandbild des Künstlers Siegfried Kaden aus Markersdorf hängt im Restaurant Tipps: E Zimmer mit kostenfreiem WLAN E Beliebtes Restaurant mit frischer regionaler Küche E Kinderspielplatz E Terrasse mit Teichlandschaft E Chill-Lounge im Garten E Sauna E Radverleih E E-Ladestation E Parkplätze

Evelyn Rau und Hotelchef Hartig (in Uniform) mit einem Gast

selbst läuft nichts“, räumt Hotelmanagerin Evelyn Rau, die fast von Anfang an dabei ist, ein. „Wir freuen uns, dass uns viele Gäste schon lange die Treue halten und gern wiederkommen.“ Ein freundliches Team steht hinter seinem Chef. Das spüren die Gäste. Anfangs lebte das Drei-Sterne-Superior-Hotel fast ausschließlich von Geschäftsreisenden. Inzwischen ist es eine bunte Mischung von Gästen, die ins „Marschall Duroc“ kommen. Radfahrer und Individualreisende gehören ebenso dazu wie Busgruppen und Stammgäste, die die Nähe zur Stadt schätzen und sich doch im Grünen einquartieren wollen. Auch für Familienfeiern ist das familiengeführte Haus ein beliebter Ort, erzählt die Managerin. Das Hotel im Grünen bietet schönen Komfort in 52 Zimmern, ein Restaurant mit Spezialitäten aus der regionalen und schlesischen Küche sowie einen großen Garten zum Ausspannen. Das 25-jährige Bestehen wird mit einem Festwochenende im Sommer gefeiert. Und vielleicht erscheint Hotelinhaber Carsten Hartig dann auch wieder in Uniform, um die Gäste zu empfangen. chwauck, Evelin Rietschel, Barockschloss Rammenau (10), Michael Rimpler, Nilz Böhme im Auftrag des SMUL (11), Herrnhuter Sterne GmbH / Jens Ruppert, (14), Turisede, Stadt Großröhrsdorf, Waldeisenbahn Muskau GmbH, C. Hammer (15), Soeg mbH, Mario England, Christian Sacher, Heiko Lichnok (1617), Thomas Glaubitz, Stadt Zittau, Kulturhistorisches Museum (18), Verein Via Sacra, Kloster St. Marienthal, Anett Böttger (19), Tourismuszentrum / Dieter Weise (20-21), Naturpark Zittauer Gebirge e.V., René Egmont Pech (20-22), Thomas Glaubitz, Simon Pech/Augenfutter (22), Quirle-Häusl, Wirtshaus „Wilder Hirsch” (23), Heiner Haschke, TI Waltersdorf, C. Hörhold privat (24), Bertram Kober, Michael Rimpler (25), Gondelfahrt / www.MTeichgraeber.de (26), Pawel Sosnowski (27), Tourist-Information Oybin, Jörg Müller, Museum Georg Schäfer/ Schweinfurt, Dieter Weise, Pixelwerkstatt Peter Hennig (28-29), Jan Gutzeit, Matthias Weber, Roland Günther (30), Rainer Döring, KieZ Querxenland (31), Stadt Herrnhut, Archiv LUS, L. Sprenger (32), Herrnhuter Sterne Manufaktur (33), Christian Sacher (35), Stiftung Haus Schminke/Ralf Ganter (36), Stadtverwaltung Löbau, Architektenbüro Weise (37), Ronny Kretschmer, TI Spreequelland (38), Berggasthof Beckenberg, Erlebnispension Grandel (39), Conditorei-Café Brumme, S. Kipke (41), Alte Mangel, Windmühle Seifhennersdorf, Peter Kunze (43), Stadt Neusalza-Spremberg / Igor Semechin, Lothar Neumann, Matthias Lehmann (44-45), Matthias Hempel (46), TI Sohland (47), Turisede (kulturinsel.com) (48-49), Tourismuszentrum Zittau (50), Tourist-Information Wilthen, R. Grossmann, Körse-Therme (51), Matthias Hölzel, Michael Meyer, Landidyll (52), Amelie Jehmlich Art- n-Photo (53), Archiv Sorbisches Nationalensemble (54), Bildarchiv Stiftung für das sorbische Volk, KRABAT-Verein (55), Holger Hinz, Best Western Plus Hotel Bautzen, Mönchshof (56-57), Saurierpark/ photodesign Amador Constanze Sarfert, Landhotel Grubschütz (58), Natur- & Abenteuercamping Stausee Bautzen, Lisa Reichelt, Holger Hinz, G. Linke (59), Bodo Hering, Karsten Nietsch, Ralf. M. Schreyer (61), Jörg Stephan (62), Pilsmännchen, Teichwirtschaft Weißig (63), TGG Westlausitz; Schloss Klippenstein, W. Weber, Willem Darrelmann, TGG Westlausitz e.V. / Gravox GmbH (64), Ho-

tel Kyffhäuser GmbH (65), Gabi Kotzsch, Kultur- und Tourismus Pulsnitz gemeinnützige GmbH, Gemeinde Nebelschütz (66), Radeberger Exportbierbrauerei (67), Archiv Technisches Museum der Bandweberei, TGG Westlausitz e.V. / Gravox GmbH (68), Roland Thätner, LuxOase, Stadt Großröhrsdorf (69), Stadt, Tier- und Kulturpark Bischofswerda, FotoGen Janine Werab (70), Oliver Killig, Barockschloss und Gemeinde Rammenau (71), Stadtmaraketing Kamenz, Sandro Schneider, Elementarium (72), Jan Scheffler/Ferienmagazin, Förder-verein Lausitz e.V. (73), Tourismusverband Lausitzer Seenland / Nada Quenzel (74-75), Andreas Franke Fotografie, Anja Guhlan, Robin Klinkert, Amelie Jehmlich Art-n-Photo (75), Gemeinde Boxberg, Frank Eitel/Hotel und Erlebnispark Oberlausitz GmbH (76), Findlingspark, Schullandheim Reichwalde (77), Gernot Menzel, Rico Hoffmann/Kulturfabrik (78), Confiserie Felicitas (79), TGG NEISSELAND, Marcel Schröder, Neiße-Tours, Rainer Weisflog (80), Kulturhotel, Heiko Lichnok (81), Zeichnung: Stiftung FürtPückler (81), Heiko Lichnok (82), Museumsverbund gGmbH (83), Angelika Wuntke, André Schulze, Erlichthof (84), Olaf Franke, Holger Siegert - Meine Sachsenzeit, Robert Michalk Photography (85), Turisede, Freizeit- und Campingpark Thräna (86), Rainer Weisflog, Moritz Kertzscher (87), Görlitz-Tourist, Menzel-Busreisen, Hotel Dreibeiniger Hund Naturschutz-Tierpark Görlitz e.V. (88-89), Marcall Du Roc (90), LTV SACHSEN/ Crispin-I. Mokry, Landestourismusverband Sachsen e.V./itv (91), Hannes Rönsch (92), Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“ Bischofswerda e.V. (93), Turisede, Nikolai Schmidt (93), Waldeisenbahn Bad Muskau/ Andreas Franke (94), ZVON (94-95). Auflage: 100.000 Exemplare Druck: Druckerei Vetters, Radeburg (www.druckerei-vetters.de). Es gilt die Anzeigenpreisliste „Mediadaten Oberlausitz 2020”. Die Zeitschrift, alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Für den Inhalt der Anzeigen zeichnen die Inserenten verantwortlich. Verteilung: kostenlos, nur für Bestellungen über www.ferienmagazin.de wird eine Schutzgebühr von 1,50 Euro erhoben. Mehr Infos: www.ferienmagazin.de

Impressum Das Ferienmagazin „Oberlausitz” 2020 Herausgeber: Große Verlag Rainer Große, Bahnhofstraße 7A, 15711 Königs Wusterhausen Tel. +49 3375 277960, Funk +49 172 3130783 info@ferienmagazin.de, www.ferienmagazin.de in Zusammenarbeit mit der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH (MGO) Humboldtstraße 25, 02625 Bautzen Tel. +49 3591 48770, info@oberlausitz.com www.oberlausitz.com Redaktion/Redaktionsbeirat Rainer Große (v.i.S.d.P.), Anett Böttger, Kerstin Große (Ferienmagazin); Olaf Franke, Christoph Pilz (MGO); Maja Daniel-Rublack, Heiko Harig, Daniela Retzmann (TGGs) Texte: Anett Böttger, Jens Rümmler, Rainer Große, Kerstin Große, Inserenten Bildbearbeitung: Jan Scheffler/print professional Grafik/ Layout: Rainer Große, Anna Große Vignetten/Zeichnungen: Lisa Struwe, Peter Isensee, Andreas Mücke, Klaus Herzog (40) Karten: Ferienmagazin, Ideenwerk Kroemke/MGO (Umschlag Karte) Fotos Titelbild: René Egmont Pech (Egmontmedien) Innenteil: TMGS/Fouad-Vollmer Werbeagentur (6, 7, 27, 43, 50, 61); Anne Hasselbach (2, 64, 68, 72), Uwe Schwarz (38, 40, 47, 51), JensMichael Bierke (46, 54), Rainer Große (2, 10, 14, 21, 22, 24, 26, 34, 35, 37, 39, 40, 41, 42, 43, 44-45, 47, 51, 60, 62, 66, 68, 71, 74, 86, 90, 96); Tobias Ritz (3, 12-13, 54, 58, 75, 91); Andreas Böhmer (1), TMGS Achim Meurer, Steffen Stein, TI Withen (2), Stephanie Bierholdt, Westlausitz e.V./Grafox GmbH, Andreas Franke Fotografie, Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“ Bischofswerda e.V. (3), Philipp Herfort Photography (4-5), TGG Westlausitz e.V. (6), Markus Balkow (7), Nikolai Schmidt (8-9), Matej Zies-

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***Superior Hotel Marschall DuRoc Girbigsdorfer Straße 3 02829 Markersdorf/Görlitz E/3 Tel. +49 3581 7344 info@hotelmarschallduroc.de www.hotelmarschallduroc.de

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Hotel „Marschall Duroc“ heißt Gäste seit 25 Jahren willkommen


Gästelieblinge 2020 gesucht Wie Sie sich am Wettbewerb beteiligen können? Bewerten Sie Ihre Gastgeber in den Internetportalen Endlich Urlaub! Ankommen, wohlfühlen, genießen – ob beim Restaurantbesuch, einem Wochenendaufenthalt in einer Ferienwohnung oder einem Wellnessurlaub im Hotel. Was hat Ihnen gefallen? Was könnte besser laufen? Mit Ihren Bewertungen können Sie anderen Gästen eine Orientierung geben. Sie können sich ganz einfach am Wettbewerb beteiligen, indem Sie Ihre Eindrücke vom Aufenthalt in die zur Verfügung stehenden Internet-Bewertungsportale schreiben. Für Gastgeber sind zufriedene Gäste das beste Aushängeschild. Mit dem Wettbewerb GÄSTELIEBLING sucht der Landestourismusverband Sachsen e.V. mit Unterstützung des Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr auch 2020 wieder nach Angeboten mit der höchsten Gästezufriedenheit. Alle sächsischen Beherbergungsbetriebe mit mindestens 70 Onlinebewertungen sind für die Teilnahme am Wettbewerb GÄSTELIEBLING qualifiziert. Die Daten dafür werden mit Hilfe von TrustYou, einem online-Bewertungsmanager, ausgewertet. Serviceund Kundenorientierung, der Gesamteindruck sowie der individuelle Umgang mit Onlinebewertungen spielen eine Rolle. Ihre Stimme zählt!

Zu den Ausgezeichneten gehörten im vergangenen Jahr auch drei Oberlausitzer Einrichtungen.

Die Sieger der Oberlausitz 2019 1. in der Kategorie Hotel: TÖPFERPARK Apart Hotel Garni Thomas und Claudia Wagner Echostraße 29, 02785 Olbersdorf Tel. +49 172 9976570 info@toepferpark.de, www.toepferpark.de

Töpferpark wurde auch Landessieger Doppelten Grund zur Freude hatten Thomas und Claudia Wagner (im Bild unten) vom Töpferpark. Ihr Ferienobjekt war zusätzlich unter den drei Landessiegern! Gefragt nach den Gründen für ihre

2. in der Kategorie Pension: Gaststätte & Pension „Zur Grafschaft“ im idyllischen Neudorf-Klösterlich bei Wittichenau Inhaberin: Claudia Graf Neudorf Klösterlich 7, 02997 Wittichenau Tel. +49 35725 923532 info@bauernhof-graf.de, www.bauernhof-graf.de/ 3. in der Kategorie Ferienwohnung: Ferienwohnung „Landromantik” Familie Wünsche & Thomas Knobloch Im Rittergut, 902694 Niedergurig Tel. +49 3591 603070 landromantik-bautzen@email.de www.ferienhaus-landromantik.de

Die Grafik veranschaulicht Situationen, die für Gäste entscheidend bei der Bewertung eines Gastgebers sind.

Anerkennung, antworten sie: „Wir gehen immer so ran, dass wir sagen, wie machen wir Urlaub, was erwarten wir, wie möchten wir begrüßt und als Gäste behandelt werden? Mit dieser Einstellung gehen wir täglich an die Arbeit und begleiten unsere Gäste in ihrem Urlaub.“

Landestourismusverband Sachsen e.V. Messering 8 // Haus F, 01067 Dresden Tel. +49 351 49191-0 info@ltv-sachsen.de, www.ltv-sachsen.de

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Veranstaltungen 2020 Januar, Februar und März 15.-19.1. Görlitz: Internationale MESSIAEN-TAGE www.meetingpoint-music-messiaen.net Tel. +49 3581 661269

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25.1. Bautzen: Vogelhochzeit – Ptaci kwas www.ansambl.de, Tel. +49 3591 358111 23.2. Schirgiswalde: Faschingsumzug www.stadt-schirgiswalde-kirschau.de Tel. +49 3592 369554 24.2. Wittichenau: Rosenmontagsumzug www.helau-wittichenau.de, Tel. +49 35725 7550 7.-8.3. Bautzen: 29. Bunter Sorbischer Ostereiermarkt & Ausstellung „Schönstes Sorbisches Osterei“, www.ski.sorben.com, Tel. +49 3591 42105 22.3. Seifhennersdorf: Oberlausitzer Leinwebertag, www.karaseks-revier.de, Tel. +49 3586 451567 29.3. Seifhennersdorf: Osterhasenwerkstatt www.querxenland.de, Tel. +49 3586 45110

April 10.-13.4.: Ostern in der Oberlausitz Vielfältige Veranstaltungen in der Oberlausitz, u. a. Osterreiterprozessionen und Osterbräuche wie Eierfärben oder Ostereierschieben am Ostersonntag. www.oberlausitz.com, Tel. +49 3591 48770 17.4. Zittau: KOMM‘ Rum Tag des ZVON/ „Tag der offenen SOEG“, Tel. +49 3583 540540 www.zittauer-schmalspurbahn.de 19.4.-10.5. Hoyerswerda: 55. Musikfesttage www.musikfesttage-hoyerswerda.de Tel. +49 3571 904106 22.-26.4. Görlitz: 4. Literaturtage an der Neiße www.literaturtage.eu, Tel. +49 3581 672420 25.4. Malschwitz OT Wartha: 19. Deutsch-Sorbischer Frühjahrs-Naturmarkt im Hof der Biosphärenreservatsverwaltung, Tel. +49 35932 3650 www.biosphärenreservat-oberlausitz.de 25.-26.4. Naturpark Zittauer Gebirge: Zittauer Gebirgslauf, www.zittauer-gebirgslauf.de Tel. +49 3581 750080 25.-26.4. Löbau: 19. Konventa www.messe-konventa.de, Tel. +49 3585 4462516 25.-26.4. Lausitzer Seenland: Seenlandtage – Saisonstart, www.seenlandtage.de Tel. +49 3573 7253000

Mai 2.5. Bautzen: Kneipen-Live, www.bautzen.de Tel. +49 3591 42016 3.5. Rothenburg: Neisse Adventure Race www.neisse-adventure-race.de Tel. +49 160 1818888 3.5. Kamenz: 22. Lausitzer Blütenlauf www.lausitzer-bluetenlauf.de Tel. +49 3578 379205 9.5. Görlitz: Sternradfahrt des Landkreises Görlitz www.sternradfahrt.de, Tel. +49 3581 3290121 12.-17.5. Görlitz: 17. Neiße Filmfestival www.neissefilmfestival.net, Tel. +49 35873 179874 17.5. Oderwitz: 20 Jahre Wetterkabinett Oderwitz www.oderwitz.de, Tel. +49 35842 20790

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Beste Filme, bestes Drehbuch, beste darstellerische Leistungen – begehrte Preise dafür sind die Neißefische.

Zum 17. Neiße Filmfestival vom 12. bis 17. Mai werden im Dreiländereck zwischen Deutschland, Polen und Tschechien aktuelle Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme aus den drei Nachbarländern sowie aus Osteuropa gezeigt. Seit 2004 bietet das jährlich stattfindende Festival jungen Filmemachern ein Forum, stellt dem Publikum etablierte Filme und Regisseure vor und widmet sich Schwerpunktthemen. Besonders und einzigartig am Neiße Filmfestival ist sein genreübergreifender, trinationaler Charakter mit grenzüberschreitenden Filmvorführungen an rund 20 Spielorten entlang der Neiße und einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Lesungen, Konzerten und Partys, welches gemeinsam mit Kooperationspartnern in allen drei Ländern organisiert wird. Mehr Infos: www.neissefilmfestival.net K www.facebook.com/neissefilmfestival K www.youtube.com/neissefilmfestival K www.twitter.com/neissefilmfest K www.instagram.com/neissefilmfest 20.5. Zittau: XXII. Spectaculum Citaviae www.zittau.de, Tel. +49 3583 7976400

26.-28.6. Eibau: Eibauer Bier- und Traditionszug www.eibauer-bierzug.de, Tel. +49 3586 387073

23.5. Großschönau: Textildorffest „geflaxt und zugewebt“, www.grossschoenau.de Tel. +49 35841 2146 29.5.-1.6. Bautzen: 1.018. Bautzener Frühling www.bautzen.de, Tel. +49 3591 534410 30.5. Bad Muskau: Deutsch-Polnisches Parkfest www.muskauer-park.de, Tel. +49 35771 63100 31.5.: Tag des offenen Umgebindehauses Orte, private Eigentümer, Firmen und Vereine im Oberlausitzer Bergland und Naturpark Zittauer Gebirge laden ein zum Schauen, Zuhören und Fachsimpeln. www.stiftung-umgebindehaus.de Tel. +49 3586 3695815

27.-28.6. Cunewalde OFFROAD ARENA Matschenberg: Europameisterschaft im Autocross www.matschenberg.de, Tel. +49 35877 80888

Juni 3.-14.6. Görlitz: 25. Jazztage Görlitz + Sonderkonzerte, www.jazztage-goerlitz.de Tel. +49 3581 314811 5.-6.6. Löbau: Löbauer Brauereifest www.bergquell-porter.de, Tel. +49 3585 47470 12.-14.6. Bischofswerda: Schiebocker Tage www.bischofswerda.de, Tel. +49 3594 786140 12.-14.6. Görlitz: Landskron-Braufest der Sinne www.landskron.de, Tel. +49 3581 4650 14.6. St. Marienstern Panschwitz-Kuckau: Kloster- und Familienfest des Landkreises Bautzen, www.marienstern.de, Tel. +49 35796 9710 21.6. Kamenz: Fête de la Musique www.kamenz.de/fetedelamusique.html Tel.+49 3578 379205 21.6. Löbau: Fête de la Musique www.loebau.de, Tel. +49 3585 450141 25.6.-2.8. Ortenburg Bautzen: 25. Bautzener Theatersommer, www.theater-bautzen.de Tel. + 49 3591 584225

Juli 2.-4.7. Görlitz: 26. Internationales Straßentheaterfestival „ViaThea”, www.viathea.de Tel.+49 3581 470531 3.-5.7. Schmochtitz: 16. Musikfest www.musikfest-schmochtitz.de Tel. +49 171 8088412 10.-12.7. Zittau: Zittauer Stadtfest www.zittau.de, Tel. +49 3583 7976400 10.-12.7. Lausitzer Seenland: Lausitzer Seenland 100 (Sportveranstaltung) www.seenland100.de, Tel. +49 35756 63699 17.-20.7. Großschönau: Grußschinner Schissn www.grossschoenau.de, Tel. +49 35841 2146 18.-19.7. Görlitz: 22. Schlesischer Tippelmarkt www.tippelmarkt.de, Tel. +49 3581 672420 24.-29.7. Ebersbach-Neugersdorf: Jacobimarkt www.jacobimarkt.de, Tel. +49 3586 702380 31.7.-2.8. Naturpark Zittauer Gebirge: 14. HISTORIK MOBIL, www.zittauer-schmalspurbahn.de Tel. +49 3583 540540

August 4.-30.8. Bautzen: 15. Bautzener Senfwochen www.bautzen.de, Tel. +49 3591 42016 14.-16.8. Olbersdorf: O-See-Challenge www.o-see-challenge.de, Tel. +49 3583 5409876 21.8.-27.8. Kamenz: Kamenzer Forstfest www.forstfest-kamenz.de, +49 3578 379205


Veranstaltungen 2020 28.-30.8. Görlitz: 26. Altstadtfest / Jakuby Fest www.altstadtfest-goerlitz.com Tel. +49 3581 672420

3.10. KiEZ Querxenland Seifhennersdorf: 7.Oberlausitzer Familienfest, www.querxenland.de Tel. +49 3586 45110

28.-30.8. Bautzen: Altstadtfestival Wasser! Kunst! Licht!, www.altstadtfestival-bautzen.de Tel. +49 3591 42016

3.-4.10. Neukirch: 31. Töpferfest Neukirch www.toepferfest.app, Tel. +49 35951 3690

29.-30.8. Barockschloss Rammenau: Internationale Leinentage, www.barockschloss-rammenau.com Tel. +49 3594 703559 30.8. Oppach: 41. Bielebohlauf www.wirinderlausitz.de, Tel. +49 35872 38355

4.10. Schirgiswalde: 26. Schirgiswalder Apfelfest www.stadt-schirgiswalde-kirschau.de Tel. +49 3592 369554 4.10. KRABAT-Dorf Schwarzkollm: Ernte-Dank-Fest www.krabatmuehle.de, Tel. +4935722 951133 9.-10.10. Wilthen: 35. Oberlausitzer Hunderter www.naturfreunde.wilthen.de Tel. +49 3592 385426

September

30.10-1.11. Pulsnitz: Pfefferkuchenmarkt auf dem Marktplatz Pulsnitz, www.pfefferkuchenmarkt.de +49 177 1538837

4.-6.9. Zentendorf: Folklorum – Turisedische Festspiele, www.turisede.com, Tel. +49 35891 49115

November und Dezember

11.-13.9. Hoyerswerda: 25. Stadtfest Hoyerswerda www.stadtfest-hoyerswerda.de Tel. +49 3571 904106

1.11. Drehsa: 20. Kartoffelfest www.drehsa-wurschen.de, Tel. +49 160 1457438

12.9. Malschwitz OT Wartha: 22. Deutsch-Sorbischer Herbst-Naturmarkt im Hof der Biosphärenreservatsverwaltung, Tel. +49 35932 3650 www.biosphärenreservat-oberlausitz.de 19.9.-1.11. Oberlausitz: Lausitzer Fischwochen www.lausitzer-fischwochen.de Tel. +49 3591 48770 25.-29.9. Rietschen: Der Erlichthof feiert sein 30jähriges Bestehen, www.erlichthof.de Tel. +49 35772 40235 26.-27.9. Matschenberg Cunewalde OFFROAD ARENA: Deutsche Meisterschaft im Autocross www.matschenberg.de, Tel. +49 35877 80888

7.11. Bautzen: Romantica – Einkaufs- und Erlebnisabend, www.bautzen.de, Tel. +49 3591 42016 27.11.- 22.12. Bautzen: 637. Bautzener Wenzelsmarkt, www.bautzen.de, Tel. +49 3591 534410 28.11. Herrnhut: Weihnachtsmarkttag www.herrnhuter-sterne.de, Tel. +49 35873 3640 4.-20.12. Görlitz: Schlesischer Christkindelmarkt zu Görlitz, Tel. +49 3581 47570 www.schlesischer-christkindelmarkt-goerlitz.de 12.-13.12. Kamenz: Märchenhaftes Advents-Spectaculum, Tel. +49 3578 379205 www.kamenz.de/advents-spectaculum.html 12.-13.12. Löbau: Löbauer Weihnachtsmarkt www.loebau.de, Tel. +49 3585 450141

30.9.-4.10. Görlitz: Görlitzer Bachwoche www.innenstadtgemeinde-goerlitz.de Tel. +49 3581 4287000

12.-20.12. Zittau: Zittauer Weihnachtsmarkt mit Lichterfest, www.zittau.de, Tel. +49 3583 7976400

Oktober

20.-22.12. Ebersbach-Neugersdorf: Historischer Ruprechtmarkt, www.ruprechtmarkt.de Tel. +49 3586 369035

2.10. Bautzen: Erntedank - Kneipendank - Bautzener Wirte laden ein!, www.bautzen.de Tel. +49 3591 42016

25.12. Kurort Oybin: Kaiserweihnacht www.oybin.com, Tel. +49 35844 73311

2.-18.10. Dreiländereck: Mandau Jazz Festival www.mandaujazz.de, Tel. +49 3583 779660

Weitere Veranstaltungen finden Sie unter www.oberlausitz.com/service/veranstaltungen

Folklorum Seit der Entstehung der Kulturinsel Einsiedel bestand das Vorhaben, hier einen Ort zu schaffen, an dem sich Natur, Kunst und Kultur treffen. Der 1992 gegründete Verein Kulturinsel Einsiedel e.V. veranstaltet regelmäßig kulturelle Feste und Festivals, die Gästen ein Gefühl für Toleranz und Völkerfreundschaft näherbringen. Zum 27. FOLKLORUM – den Turisedischen Festspielen vom 4. bis 6. September – wird die versunken geglaubte Kultur der Turiseder wieder lebendig. Denn nach alter Turisede-Manier kann

Via Thea Beim Internationalen Straßentheaterfestival „ViaThea” vom 2. bis 4. Juli verwandeln sich Görlitzer Straßen und Plätze in eine Bühne. Künstler aus mehreren Ländern verzaubern dabei das Publikum auf ganz unterschiedliche Weise: mit Akrobatik, Komik, Tanz, Stelzentheater, Straßenmusik oder aufwändigen Platzinszenierungen. Die kostenlosen Vorstellungen unter freiem Himmel ziehen alljährlich Tausende Zuschauer an. Siehe auch Seite 6-7 und 87!

jedermann, so auch Ihr, in originellen Wettbewerben die Kräfte messen und um den Ehrenturiseder-Titel streiten. Als Preis winken den Würdenträgern Turisedische Privilegien aus Bronze, Silber und Gold. Auch die angesagtesten Barden, Bands, Gaukler, Straßenkünstler, Artisten, Clowns und Kindsbespaßer bevölkern 16 Bühnen und die Wege der Geheimen Welt von Turisede zu beiden Seiten der Neiße. Es wird geschlemmt und Handel getrieben. Gleichgesinnte finden zusammen. www.kulturinsel.com, siehe Seite 48-49!

Alle Angaben ohne Gewähr

29.-30.8. Lausitzer Seenland: 32. Sparkassen KnappenMan (Triathlon), www.knappenman.de Tel. +49 3571 604160

Karl-May-Festspiele Seit 1993 veranstaltet die Spielgemeinschaft „Gojko Mitic“ Bischofswerda e.V. die kleinsten Karl-May-Spiele Deutschlands mit den jüngsten Darstellern auf der Waldbühne im Stadtwald von Bischofswerda. Bei den Aufführungen (bis zu 16 Veranstaltungen) wirken mehr als 80 Darsteller mit – vom Kleinkind bis zum Rentner. Vereinsvorsitzender und Leiter der Karl-May-Spiele Bischofswerda, Uwe Hänchen, schreibt die meisten Textbücher selbst und führt Regie. Für sein Engagement erhielt er 2017 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. 12.300 Besucher (ein Rekord!) erlebten 2019 die Karl-May-Spiele. In diesem Jahr werden sie unter dem Titel „Unter Geiern – Der Geist des Llano Estacado“ vom 5. bis 19. Juli aufgeführt, mit jeweils zwei Veranstaltungen am Tag: 16 Uhr die Vorstellung mit den Kinderdarstellern und 18 Uhr die Vorstellung mit den Jugendlichen. Tickets (ab Mai): im Bischofswerdaer Bürger- und Tourismusservice im Rathaus sowie im Bautzener Spielzeuggeschäft „Holzwurm“ in der Kornmarktpassage. Mehr Infos: www.karl-may-spiele-bischofswerda.de Siehe auch Seite 70!

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Für alle, die auf regionale Vielfalt abfahren Übergangsstelle von Bus und Bahn in Kamenz

Mit den guten Verbindungen von Bus, Bahn und Straßenbahn erreichen Sie viele sehenswerte Orte in der Region Oberlausitz. Zum 200-jährigen Jubiläum der Industriekultur bringen die Öffentlichen Nahverkehrsmittel Sie auch zu den besonderen Orten der Industriekultur in der Oberlausitz. Mit abgestimmten Takten und günstigen Preisen helfen die Verkehrsverbünde ZVON und VVO Ihnen, eine der schönsten Regionen Sachsens zu entdecken – ganz bequem und ohne lästige Parkplatzsuche. Seit vor gut 170 Jahren die ersten Eisenbahnstrecken in die Oberlausitz gebaut wurden und die Industrialisierung voran brachten, ist viel passiert. Ein dichtes Schienen- und Busnetz verbindet die Zentren der Oberlausitz. Die alten Dampfrösser sind fast überall modernen Triebfahrzeugen gewichen. Doch auch das historische Erbe hält der ZVON lebendig: Gleich zwei Traditionsbahnen sind Partner des Verkehrsverbundes.

Zittauer Schmalspurbahn in Bertsdorf

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mund den Beinamen „Zug ohne Eile“ (s. S. 16ff.).

Zittauer Schmalspurbahn Seit 1890 schnaufen die Züge der Zittauer Schmalspurbahn von Zittau aus den Berg hinauf in die Kurorte Jonsdorf und Oybin. Auf der 12 bzw. 13 Kilometer langen Strecke durch die reizvolle Landschaft vermitteln die 14 historischen Lokomotiven und Triebwagen, wie man zu Großvaters Zeiten reiste. Nicht umsonst trug die Bahn früher im Volks-

Waldeisenbahn Muskau Ganz im Norden des ZVON-Verbundgebietes lädt die Waldeisenbahn Muskau zur Fahrt mit historischen und teils denkmalgeschützten Dampf- und Dieselloks von Park zu Park ein. Seit 1895 fährt die Schmalspurbahn auf 600 mm Spurweite und gilt deutschlandweit als größte Museumseisenbahn. Die Fahrt führt von Weißwasser aus zur weltberühmten Gartenkunst von Fürst Pückler in Bad Muskau und in den Kromlauer Park (s. S. 80). Beide Traditionsbahnen bieten ein eigenes Fahrscheinsortiment an. EURO-NEISSE-Tickets und ZVONTagestickets werden anerkannt. Bei der Zittauer Schmalspurbahn ist zusätzlich ein Historikbeitrag pro Person zu zahlen.

Waldeisenbahn in Bad Muskau


Tarifempfehlungen (Stand: August 2019) ZVON-Tageskarten gelten einen Tag lang in allen Nahverkehrsmitteln im ZVON-Verbundgebiet. Sie werden zum Normalpreis für 1 bis 5 Personen ausgegeben. Pro Tageskarte zum Normalpreis können zwei Schüler bis zum 15. Geburtstag unentgeltlich mitgenommen werden. Schulpflichtige Kinder bis einschließlich 14 Jahre fahren mit einer ermäßigten Tageskarte. Ein spezieller Tipp für alle, die einen Ausflug nach Tschechien oder Polen machen möchten, sind die EURO-NEISSE-Tickets. Sie gelten in fast allen Nahverkehrsmitteln im ZVON-Verbundgebiet sowie in den grenznahen Gebieten in Tschechien und Polen einen Tag lang für 1 bis 5 Personen. E VVO-Tageskarten für Einzelpersonen Auf Tageskarten für Einzelpersonen zum Normalpreis dürfen maximal zwei Schüler bis zum 15. Geburtstag mitgenommen werden. Ermäßigte Tageskarten können durch Schüler bis zum 15. Geburtstag und auch von Personen ab 60 Jahren genutzt werden. Kinder fahren bis zum Schulanfang frei. E VVO-Familientageskarten Die Familientageskarten gelten für zwei Erwachsene und maximal vier Schüler bis zum 15. Geburtstag. Kinder fahren bis zum Schulanfang frei. E VVO-Kleingruppenkarten Kleingruppenkarten gelten für bis zu 5 Personen. SachsenTickets können einen Tag lang in allen Nahverkehrsmitteln im VVO- und ZVON-Gebiet und darüber hinaus genutzt werden. In den Zügen gelten die Fahrscheine Montag bis Freitag erst ab 9 Uhr. Sie sind für 1 bis 5 Personen erhältlich. Kinder unter 6 Jahren werden nicht mitgezählt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bahn.de

Anreisen zu den Hot Spots der Industriekultur in der Oberlausitz: L Granitdorf Demitz-Thumitz • Mit Zug RB60 / RB60V bis Demitz-Thumitz Bahnhof oder • Bus 177 und 178 bis Demitz- Thumitz Schule (s. S. 64) L Technisches Museum Bandweberei L Landskron Brau-Manufaktur Görlitz Großröhrsdorf • Mit Zug RE1, RB60, RB60V, RB64, RB65 nach Görlitz • mit Zug RB34 bis Großröhrsdorf Bahnhof, Fußweg 500 Meter • mit Bus 193, 305, 310, 316 bis Großröhrs- Bahnhof – 1,4 Kilometer Fußweg dorf, Lutherstraße (Schule) (s. S. 61) L Glasmuseum Weißwasser • Mit Zug RB65 bis Weißwasser Bahnhof – 3 Minuten L Energiefabrik Knappenrode Fußweg • mit Zug S4, RE15, RB64 bis Hoyerswerda Bahnhof • mit Zug RE1/ RB60 bis Bautzen Bahnhof jeweils L Informationsforum für modernen Holzbau im weiter mit Bus 103 bis Knappenrode, Energiefabrik Wachsmannhaus Niesky • Mit Zug RB64 bis Niesky Bahnhof oder viele BusliniL Zittauer Schmalspurbahn • mit den Zügen RE2, RB61, RB65, L7 bis Bahnhof Zit- en des Regionalverkehrs bis Niesky Rathaus (s. S. 84) tau oder mit zahlreichen Bussen des Stadt- und RegioL Deutsches Damast- und Frottiermuseum nalverkehrs bis Haltestelle Zittau Bahnhof (s. S. 16f.) Großschönau • Mit dem Zug L7 bis Großschönau Bahnhof oder L Waldeisenbahn Muskau • Busse 1, 3, 4, 48 bis Großschönau Café (s. S. 25) • mit Zug RB65 bis Weißwasser Bahnhof oder • mit zahlreichen Regionalbuslinien des RegionalverL Haus Schminke Löbau kehrs und der Stadtbuslinie 77 bis Weißwasser Busbahnhof, 10 Minuten Fußweg – folgen Sie einfach der • Mit Zug RE1, RB60, RB60V bis Löbau Bahnhof – ca. 1,2 Kilometer Fußweg (s. S. 34ff.) Dampflok-Markierung auf dem Gehweg (s. S. 81)

Mehr Informationen zu Fahrplan und Fahrpreisen erhalten Sie bei den Verkehrsverbünden VVO und ZVON.

Verkehrsverbund Oberelbe GmbH (VVO) Tel. +49 351 8526555, www.vvo-online.de Ihre Auskunft für unterwegs: www.vvo-mobil.de

Zweckverband Verkehrsverbund Oberlausitz-Niederschlesien (ZVON) (0800) 9866-4636 kostenfrei www.zvon.de Ihre Auskunft für unterwegs: www.zvon-mobil.de

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www.ferienmagazin.de

Foto: Seenland Oder-Spree e.V. / Florian Läufer

Erst schmökern, dann starten Wer im Osten Deutschlands Neues entdecken, sich dabei erholen oder gut unterhalten will, für den lohnt sich ein Blick ins Ferienmagazin. Viele Leserbriefe erreichen uns das Jahr über. Die Ferienmagazine gelten bei Lesern gelten als verlässlicher Reisebegleiter. „Wahnsinn. Ich habe mir einige Exemplare intensiver angeschaut und bin jedes Mal begeistert, wie liebevoll und interessant das Team dieses Magazin gestaltet. Es bringt wirklich fast jeden dazu, Interesse an den einzelnen Regionen zu bekommen. Eine Urlaubsempfehlung für alle Altersstufen.” Renate Frenzel, Kleinwelka

„Hallo, ich habe gestern von Freunden euer Ferienmagazin erhalten und mich sehr darüber gefreut. Endlich mal ein Magazin, wo man ein gutes Gefühl hat. Die Oberlausitz wird reif. Ich lebe in Österreich, bin gebürtiger Oberlausitzer und singe heut noch die Lieder und erzähl die Geschichten, die ein Oberlausitzer Heimat nennt. Vielen Dank. Gruss Uwe…”

Ferienmagazin-Reporter

Leserwettbewerb

Sie schreiben die Beiträge im Oberlausitz-Heft:

Ihre schönsten Ferienerlebnisse

Rainer Große, gebürtiger Löbauer. Seit 2001 Herausgeber des Ferienmagazins. Das erste OberlausitzHeft erschien 2004.

Anett Böttger, Journalistin aus Görlitz, lebt seit vielen Jahren in der Region und kennt sich bei den Themen vor Ort aus.

Jens Rümmler, Journalist und rasender Reporter mit Faible für Porträts, Promis und skurrile Geschichten.

Kerstin Große, Journalistin, stammt aus Zwickau, wandert gern und liebt die Oberlausitz, schreibt und redigiert Beiträge.

Sie haben in unserem Ferienmagazin geschmökert? Und sind dann auf Tour gegangen? Was haben Sie entdeckt und erlebt? Berichten Sie uns in Wort und Bild von Ihrem schönsten Ferienerlebnis. Wir suchen interessante, originelle Geschichten, die wir – mit Ihrem Einverständnis – im nächsten Heft und auf www.ferienmagazin.de veröffentlichen. Es gibt attraktive Preise zu gewinnen, die von Inserenten zur Verfügung gestellt werden. Senden Sie Ihre Lieblings-Ferienfotos und -geschichten per E-Mail an info@ferienmagazin.de

Große Verlag DAS FERIENMAGAZIN Bahnhofstraße 7 A • 15711 Königs Wusterhausen K Tel. +49 3375 277960 K Funk +49 172 3130783 E info@ferienmagazin.de E www.ferienmagazin.de www.facebook.com/Ferienmagazin Exklusive Auslage am Infostand im A10-Shopping-Center Wildau bei Berlin (Fotos links)


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L Tourist-Information Bautzen-Budyšin Hauptmarkt 1, 02625 Bautzen D/3 Tel. +49 3591 42016 o. +49 3591 19433 touristinfo@bautzen.de www.bautzen.de (s. S. 54)

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L Bad Muskau Touristik GmbH Kirchplatz 5 02953 Bad Muskau Tel. +49 35771 50492 info@badmuskau.info www.muskau.info (s. S. 81) L Haus des Gastes Eigenbetrieb „Blaue Kugel“ Tourist-Information Hauptstraße 97, 02733 Cunewalde Tel. +49 35877 80888 touristinfo@cunewalde.de www.cunewalde.de (s. S. 46)

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L Bürger- und Tourismusservice Bischofswerda Rathaus, Altmarkt 1 01877 Bischofswerda Tel. +49 3594 786140 touristinfo@bischofswerda.de www.bischofswerda.de (s. S. 70)

L Tourist-Information Niesky D/2 Zinzendorfplatz 8, 02906 Niesky Tel. +49 3588 25580 touristinfo@niesky.de www.niesky.de (s. S. 84) L Tourist-Information Löbau Altmarkt 1, 02708 Löbau Tel. +49 3585 450140 D/4 tourist-info@loebau.de www.loebau.de (s. S. 34ff.)

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L Tourist-Information „Spreequellland” L im Factorenhof Eibau L Europastadt GörlitzZgorzelec Hauptstraße 214 a, 02739 Kottmar GmbH / Tourist-Information OT Eibau D/4 Obermarkt 32, 02826 Görlitz E/3 Tel. +49 3586 702051 Tel. +49 3581 47570 info@faktorenhof-eibau.de willkommen@europastadt-goerlitz.de tourismus@spreequellland.info www.europastadt-goerlitz.de (s. S. 87) www.faktorenhof-eibau.de (s. S. 40) im Haus des Gastes Obercunnersdorf L Tourist-Information Hoyerswerda L Hauptstraße 65, 02708 Kottmar D/4 Braugasse 1, 02977 Hoyerswerda Tel. +49 3571 209 6170 B-C/2 OT Obercunnersdorf Tel. +49 35 875 60954 hoyerswerda@lausitzerseenland.de info@obercunnersdorf.de www.hoyerswerda.de (s. S. 78) www.obercunnersdorf.de (s. S. 40) L Tourist-Information / Wetterkabinett Oderwitz Hintere Dorfstraße 15, 02791 Oderwitz Tel. +49 35842 20790 wetterkabinett@oderwitz.de www.oderwitz.de (s. S. 30)

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L Pulsnitz-Information Haus des Gastes, Am Markt 3 01896 Pulsnitz B/3 Tel. +49 35955 44246 info@kultur-tourismus-pulsnitz.de www.kultur-tourismus-pulsnitz.de (s. S. 66)

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L Tourist-Info „Bärwalder See“ Zur Strandpromenade 1 02943 Boxberg/Oberlausitz Tel. +49 35774 489579 info@baerwalder-see.eu www.baerwalder-see.eu (s. S. 76) L Kultur- und Fremdenverkehrsamt Herrnhut Comeniusstraße 6, 02747 Herrnhut Tel. +49 35873 2288 und 30733 tourismus@herrnhut.de www.herrnhut.de (s. S. 32)

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L Tourist-Information Oybin – Lückendorf Hauptstraße 15, 02797 Kurort Oybin Tel. +49 35844 73311 D/2 info@oybin.com www.oybin.com (s. S. 29)

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L Tourist-Information Jonsdorf Auf der Heide 11, 02796 Kurort Jonsdorf Tel. +49 35844 70616 E/5 tourist@jonsdorf.de www.jonsdorf.de (s. S. 26ff.)

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L Naturparkhaus Zittauer Gebirge mit Tourist-Information Hauptstraße 28, 02799 Großschönau D/5 OT Erholungsort Waltersdorf Tel. +49 35841 2146 touristinfo@grossschoenau.de www.grossschoenau.de (s. S. 20 ff., 24ff.) L Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge Markt 1 (Rathaus), 02763 Zittau Tel. +49 3583 7976400 tourismuszentrum@zittauer-gebirge.com www.zittauer-gebirge.com (s. S. 20ff.)

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L Kamenz-Information ZENTRALE ANSPRECHPARTNER Schulplatz 5, 01917 Kamenz B/3 L Marketing Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH Tel. +49 3578 379205 kamenzinformation@kamenz.de Humboldtstraße 25, 02625 Bautzen D/3 www.kamenz.de Tel. +49 3591 48770 (s. S. 1) www.kamenz.de/tourismus (s. S. 72) info@oberlausitz.com, www.oberlausitz.com

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L Königsbrück-Information Markt 19, 01936 Königsbrück Tel. +49 35795 42555 information@koenigsbrueck.de www.koenigsbrueck.de

L Tourismus Marketing A/3 Gesellschaft Sachsen mbH Bautzner Straße 45/47, 01099 Dresden A/4 Tel. +49 351 491700 (s. S. 91) info@sachsen-tour.de, www.sachsen-tourismus.de


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