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Felix Schmitt


“So beschloß ich, die Anziehungskraft, die bestimmte Photos auf mich ausübten, zum Leitfaden meiner Untersuchungen zu machen: dieser Anziehungskraft war ich mir zum mindesten sicher. Wie sie bezeichnen? Faszination? Nein, die eine Photographie, die ich von den anderen unterscheide und die ich liebe, hat nichts von jenem flimmernden Punkt, der vor den Augen auf und nieder schwebt und einen das Haupt wiegen läßt; was sie in mir erzeugt, ist genau das Gegenteil von Benommenheit; vielmehr eine innerliche Erregung, ein Fest, auch eine Arbeit, der Druck des Unsagbaren, das gesagt werden will.”


“Die PHOTOGRAPHIE ruft nicht die Vergangenheit ins Gedächtnis zurück. Die Wirkung, die sie auf mich ausübt, besteht nicht in der Wiedererstellung des Aufgehobenen, sondern in der Beglaubigung, daß das, was ich sehe, tatsächlich dagewesen ist. Stets versetzt mich die PHOTOGRAPHIE in Erstaunen, und dieses Erstaunen hält an und erneuert sich unaufhörlich. Vielleicht reicht dieses Erstaunen, dieses Beharren tief in die religiöse Substanz, aus der ich geformt bin; wie man es auch dreht und wendet: die PHOTOGRAPHIE hat etwas mit Auferstehung zu tun.”


FELIX SCHMITT Tagebuch Textauszüge: Roland Barthes - die helle Kammer © Felix Schmitt, 2014

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TAGEBUCH  

... in Bildern. 2004-2014.

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