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Wirtschaft

Anzeige Foto: LK/Alexander Danner

Landwirtschaft und Tourismus bilden eine wichtige Symbiose, erklärten bei der „Woche der Landwirtschaft“ (v.l.n.r.) Werner Brugner, Franz Titschenbacher, Claudia Brandstätter, Johann Pabst und Werner Unterweger („Der Steirerhof“).

Bauern geben dem Tourismus wertvolle Impulse Mit dem Motto „Wir schaffen Land-Erlebnis“ stellte Anfang Mai die »Woche der Landwirtschaft« die Leistungen der Bauern für den Tourismus österreichweit in die Auslage. Von tragender Bedeutung sind dabei die Faktoren gepflegte Kulturlandschaft, regionaltypische Kulinarik sowie die „Erlebniswelt Landwirtschaft“.

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hne Bauern und ihre arbeitsintensive Bewirtschaftung von Almen und Wiesen würden die prächtigen und gepflegten Kulturlandstriche schnell verwildern und mit Wald und Gestrüpp zuwachsen, betont der steirische Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Titschenbacher: „Wir wollen verdeutlichen, dass die Bäuerinnen und Bauern die Grundlagen schaffen, dass die Gäste in unser schönes Land kommen und auch wiederkommen. Bauern sorgen für das unverwechselbare Image und Flair einer Region.“

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Landschaftspflege kostet 220 Millionen Euro Die Leistungen der Landwirtschaft für den Tourismus sind gewaltig, führt Titschenbacher aus: „Über 80 Prozent der Gäste kommen wegen der schönen Landschaft und der Natur, um sich zu erholen. Die von den Bauern erbrachten Leistungen, um eine abwechslungsreiche Landschaft zu pflegen und zu erhalten, werden oft unterschätzt.“ Expertenberechnungen zeigen, dass die jährlichen benötigten Aufwendungen für die Pflege von rund 205.000 Hektar steirischer Landschaft die öffentliche Hand rund 220 Mio. Euro kosten würde. Außerdem bildet das einen wichtigen Beschäftigungsfaktor, denn ohne Landschaftspflege würden etwa 10.000 zusätzliche Arbeitskräfte aus dem landwirtschaftlichen Bereich auf den übervollen Arbeitsmarkt drängen.

Edelbrand-Produzenten. Johann Pabst, der Küchenchef des Restaurants „Der Steirerhof“, unternimmt mit seinen Gästen kulinarische Kurzausflüge per Rad zu den Produzenten: „Sie wollen genau wissen, woher Eier, Milch, Käse, Topfen, Äpfel, Kernöl, das Rind- und Lammfleisch und anderes mehr kommen.“

Wie ernst das Thema der Verwaldung von Kulturlandschaft ist, zeigen die Bildanimationen der Landwirtschaftskammer, wie hier am Beispiel Semriach. Regionaltypische Kulinarik Ein wichtiger Aspekt sind auch regionaltypische Spezialitäten. „Die Bauern sind wichtige Innovationstreiber bei regionaltypischer Kulinarik. Die „Erlebniswelt Landwirtschaft“, beim Kernölpressen, bei der Käse-, Joghurt- oder Topfenerzeugung oder beim Essigherstellen macht Urlaubsorte oder Regionen besonders attraktiv und verschafft ihnen ein unverwechselbares Image“, unterstreicht Titschenbacher. Als Beispiele dafür nennt er Schaukäsereien und innovative Most- und

Landwirtschaft spricht alle Sinne an „Die Landwirtschaft schafft es, alle Sinne der Gäste mit der schönen Landschaft, der erstklassigen Kulinarik und den Erlebnishöfen zu verwöhnen“, erklärt auch Trendforscherin Claudia Brandstätter: „Das nahe Umfeld fürs Urlaubmachen gewinnt in der globalisierten Welt an Bedeutung. Durch die Vielfalt der von den Bäuerinnen und Bauern entwickelten Produkte ergeben sich neue Möglichkeiten und Wachstumschancen. Die Vielfalt der Kulinarik ist ein Zukunftsmagnet und bietet große Potenziale für den Tourismus.“ Die Landwirtschaftskammer forciert aktiv die Weiterentwicklung der regionaltypischen Kulinarik und der Erlebnishöfe, erklärt Kammerdirektor Werner Brugner: „Die Aktivitäten der 65 steirischen Seminarbäuerinnen und der 424 Urlaub-am-Bauernhof-Betriebe als Botschafter für regionaltypische Lebensmittel sowie die Landesprämierungen von bäuerlichen Produkten sind nur ein paar Beispiele für diese Bemühungen.“ FAZIT JUNI 2017 /// 65

Fazit 133  

Juni 2017

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