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Wirtschaft

Der Schlüssel zu leistbarer Pflege

Rund-um-die-Uhr-Betreuung in den eigenen vier Wänden zu leistbaren Konditionen – mit Herzlichkeit und Empathie: Über 12.000 selbstständige PersonenbetreuerInnen sorgen allein in der Steiermark dafür, dass Tausende Familien ihre pflegebedürftigen Angehörigen in besten Händen wissen.

m die 600.000 Österreicherinnen und Österreicher sind nicht mehr in der Lage, ihren Alltag auf sich allein gestellt zu bewältigen und gelten daher als pflegebedürftig. Schon jetzt stehen nicht mehr genug Pflegeplätze für alle Pflegebedürftigen zur Verfügung. Doch viele Menschen haben ohnehin den Wunsch, so lange wie möglich in ihrer vertrauten familiären Umgebung zu leben. Und so stehen Jahr für Jahr Tausende Familienmitglieder – oft ganz plötzlich – vor der Frage, wie sie die Pflege von Angehörigen mit ihrem eigenen Leben und ihren beruflichen Verpflichtungen in Einklang bringen sollen. „Das System der 24-Stunden-Betreuung durch selbstständige PersonenbetreuerInnen“, erklärt Andreas Herz, Obmann der Fachgruppe „Personenberatung und Personenbetreuung“ und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark, „ist seit vielen Jahren der Schlüssel zu leistbarer Pflege in vertrauter Umgebung und hat sich damit als Fels in der Brandung eines drohenden Pflegenotstands erwiesen.“ Das beste Rezept gegen den Pflegenotstand Herr Herz, hat sich das System

der 24-Stunden-Betreuung durch selbstständige PersonenbetreuerInnen in Ihren Augen bewährt? Unbedingt! Wir müssen froh und dankbar sein, dass es in einigen Staaten der Europäischen Union Menschen gibt, die ein vitales Interesse daran haben, diesen Dienst bei uns zu übernehmen. Und wir müssen für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen, damit sie das auch in Zukunft gerne tun. Denn ohne ihre Dienstleistungen wird es kaum möglich sein, den Bedarf an leistbarer Vor-Ort-Betreuung und -Pflege auf längere Sicht zu decken.

Wie dramatisch schätzen Sie die Lage ein? Wir haben in Österreich heute schon um die 600.000 Menschen, die Pflege benötigen. In Zukunft wird sich deren Zahl ohne Zweifel noch dramatisch erhöhen. So liegt das Durchschnittsalter der Österreicherinnen und Österreicher aktuell bei 42,3 Jahren. Fast 24 Prozent der Menschen sind mittlerweile älter als 60 – in Zahlen: über zwei Millionen! 2050 werden es bereits drei Millionen sein. Davon wird laut Einschätzung von Experten etwa ein Drittel, also rund eine Million, Betreuung benötigen.

das beste Rezept gegen den Pflegenotstand. Ich sehe momentan weit und breit keine Alternative.

Foto: WKO

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Andreas Herz, MSc, Obmann der Fachgruppe Personenberatung und Personenbetreuung und Vizepräsident der Wirtschaftskammer Steiermark Ist der Pflegenotstand zu verhindern? Wir stehen tatsächlich vor gewaltigen individuellen und gesellschaftlichen Herausforderungen, die wir nur bewältigen können, wenn wir das bewährte System der 24-Stunden-Personenbetreuung weiter ausbauen und stärken. Dieses System ist derzeit sicher

Kann man dieses System noch weiter verbessern? Wir haben bereits in der Vergangenheit eine Reihe von Initiativen gesetzt, die sicher maßgebliche Qualitätsverbesserungen gebracht und zu einem hohen Grad an Zufriedenheit bei allen Beteiligten geführt haben. Diese Bemühungen werden wir in Zukunft fortsetzen. Noch stärker arbeiten wollen wir auch an den Qualitätskriterien für die Vermittlungsagenturen. Die vielen seriösen Agenturen müssen noch deutlicher erkennbar sein. Aber wir müssen natürlich auch darauf achten, dass sich die Leistungen nicht durch zusätzliche Bürokratie und ausufernde Vorschriften verteuern. www.betreuung-stmk.at

FAZIT NOVEMBER 2015 /// 47

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